Dienstag, 21 Juli 1925 175. Jahrgang Blatt Hnnatiinc von Anzeigen für die laqeenummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit. Preis für 1 mm KSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örthdtS, auswärts 10 (Bolbpfenniq; für Ne» Klame-Anzeigen ü.70nuu Breite 35 (Bolbpfennig, Platzoorschrist 20*, Auf» fchiaq. - Verantwortlich für Politik n. Feuilleton: vrFriedr.Wilh. Lange; für den übrigen led: Ernst Blumschein;fÜr den Anzeigenteil: HansBeät, sämtlich in Gießen. m. 168 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamUienblätter Heimat im Bild. monflts.Beiuespreis; 2Doldmark u 20 Bold- Pfennig für Trägerlohn, eud) bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech,Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lagundDefchüstsftellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzelaerrlehen. Postsche^vnlo: Frankfurt a. M. 11686. General-Anzeiger für Oberheffen vnlck und Verlag: vrühl'sche Unioersllätr-Vuch- und Steinöruderet R. Lange in Siefzen. 5chnfüeitung und Sefchäflsftelle: Schnlftraße 7 Die Befreiung der Ruhr in Paris Hessischer Landtag freiangstage rin herzliches Glückauf zuzuruseu. In Vertretung des beurlaubten Oberpräsidenten gez. Weber. Vizepräsident des Oberpräsidiums. worden. Der Text des Schriftstückes wird am 2N i t t- rood) in sämtlichen alliierten Hauptstädten ver- ö f f e n t l i ch t werden. auSgehen soll. Botschafter von Maltzan ' über die Note. ■Berlin 20. 3ult. Die die Abendblätter melden, hat 'sich der deutsche Botschafter in Dalhington Freiherr von Maltzan Pressevertretern gegenüber über Die deutsche Antwortnote ausgesprochen. Dec Botschafter sagte^ er habe die feste Ueberzeuguno. daß die Bote, wenn sie auch nicht die französischen Forderungen annehme, im Herbst eine ^onferen- vor- schlagen werde, die zu einem befriedigenden älcbereinkommen zwischen Frankreich und Deutscy- land führen dürfte. Deutschland EBnne Frankreich jedoch nicht dcrs Durchmarschrecht im langen. Da England die Ruhrbesetzung nie als vertragsgemäß anerkannt hat, wird es keinen Widerspruch dagegen erheben tonnen, wenn wir bei den Okku- pationsmächten Schadenersatz beanspruchen. Gewiß hat Deutschland keinen Anlaß, durch schikanöse Forderungen eine sich anbahnende Dersöhnung mit Frankreich und Belgien zu erschweren. Nach ollen Erfahrungen jedoch, die wir bisher mit unseren beiden westlichen Nachbarn gemacht haben, steht fest, daß man uns großmütigen Verzicht lediglich als Schwächeauslegt. Briand soll geäußert haben, es liege ihm an der Aufrechterhaltung der Besetzung Düsseldorfs, Duisburgs und Ruhrorts nichts, da ja doch künftig die Möglichkeit neuer Sanktionen versperrt sei. Um so wichtiger ist es, daß man die als teilte dem Regierungspräsidenten mit, daß beute, 20. Iuli, um 12 Uhr nachts die von den belgischen Truppen feit dem 11. Januar 1923 besetzten Gebiete geräumt sein werden. Die belgischen Behörden hören von diesem Zeitpunkte auf, ihre Kontrolle auszuüben. Die Besatzung hat bereits das Prinz-Georg-Dymnasium und daS Lyzeum in der Lindemannstraße geräumt und der Verwaltung wieder übergeben. In der Linde- mannstrahe werden nur noch einige Dur^au- räume bis zum 25. Juli von der Besatzung weiter benutzt werden. Don diesem Zeitpunkte steht das ganze Schulgebäude wieder der Stadtverwaltung zur Verfügung. Auch in Duisburg machen sich seit vorgestern deutliche Räumung-Vorbereitungen der belgischen Truppen bemerkbar. Seit einigen Tagen verlassen sämtliche Artillerie- und Reitkolonnen die Stadt, ohne daß ein Ersah der abgelösten den Sicherheitsvakl, wie behauptet wurde. Reichs- außenminister S t r e s e m a n n erklärte auch nicht, daß es besser wäre, eine Konferenz der interessierten Staaten einzuberufen, um die Diskussion rortAufctien Es scheint übrigens nicht, daß dieses Verfahren sehr vorteilhaft bei dem augenblicklichen Stand des Problemes wäre. Der direkte Meinungsaustausch zwischen den Regierungen scheint im Gegenteil eher geeignet zu s-m, die ge- wünschten AuklSrungen über d.e Art und riusdeh- nung der Verpflichtungen herbeizufuhren, die die eventuellen Unterzeichner des gegenseitigen Sicher- heitspaktes übernehmen sollen, ^menllichwasdas Schiedsgerichtsverfahren im Falle eines Konfliktes anbetrifft Uebrigens will Außenminister ®rmnb auf die e Weife die Verhandlungen fort- fetzen Er wird den alliierten Regierungen den Inhalt der deutschen Note mitteilen, bieoj » wochoorrnittag veröffentlicht werden wird Alsdann wird er aufs Neue mit dem deutschen Botschafter verbandeln, wie er dies Übrigens schon heute abend Diele Deutsche Und im Zweifel darüber, ob bie Räumung des Ruhrgebiets durch die fran- »Ssischen und belgischen Trup^n nidft mindestens Im einige Wochen - nämlich bis hart an den kritischen 16. August heran - Vers chobe n worden wäre, wenn der neue französische Ober- kommandierende in Marokko, General Raulm. nicht gerade die französischen Besatzungtruppen an der Ruhr für die geeignete Verstärkung der franzöfifchen Front in Rord- afrika gehalten hätte. Es paßt durchaus zu dem Eharakter der Franzosen, da frfie aus der Otot eine Tugend machen und daS Zuruckziehen ihrer Soldaten vor dem letzten Termin als ein Zeichen besonderer Friedfertigkeit und Verständigungsbereitschaft an- griehen wissen möchten. Täglich ent^ten die Zeitungen Meldungen, daß das französische oder belgische Militär aus dieser oder jener Stadt deS Ruhrgebiets unter klingendem Spiele abgezogen sei. Die Bevölkerung hat dem Abzug der Truppen äußerlich ebensowenig Teilnahme entgegengebracht. wi eihren aufreizenden und ude^ flüssigen Darbietungen m den Straßen und Plätzen deS dicht bevölkerten Bergbau- und Sanktion verkleidete Gewalttat vom 10. Januar 1923 als einen Akt der Freiheitsberaubung und der Sachbeschädigung brandmarkt, für welchen der Täter aufzukommen hat. Die Räumung des Sanktionsgebietes. Abzug der belgischen Truppen aus Düsseldorf und DniSbnrg. Düsseldorf, 20. Juli. (Wolff.) Der Oberkommandierende deS Brückenkopfes Duisburg Abg. Leuschner (Soz.) macht eine Reihe von Vorschlägen, um die Polizeioerwaltung zu per- einfachen, namentlich durch Zusammenfassung der Gendarmerie, der Blauen Polizei sowie der Schutzpolizei und deren Unterstellung unter ein einheitliches Kommando. Abbau von Polizeioffizier- stellen, Reformen in der Ausbildung der Polizei sowie eine Besoldungsreform werden verlangt. Abg. Heinftadt (Ztr.) erklärt, die Pollzei habe stets ihre Pflicht aetan und die Regierung mülle alles tun, um die Polizei auf der Hohe ihrer Aufgaben zu erhalten. Besonders müßte der Er- kennungsdienft ausgebaut und ein Landeskriminalpolizeiamt geschaffen werden. Abg. Dr. Niepoth lD. Do.): Die Schwierig- feit des Polizeidienftes sei in Hessen besonders groß-, man könne auch den Dienst der Polizeibeamten nur schwer mit dem der übrigen Beamten vergleichen, einmal wegen der ständigen Bereitschaft, bann auch, weil die Polizei mit Leib und Leben für die Auf- rechterhältung der Ordnung eintreten muß. Höchst bedauerlich sei es, daß die wirtschaftlichen Wünsche der Polizei wegen der engegenftehenden reichsgesetzlichen Bestimmungen nicht erfüllt werden könnten. Der Uebergang von der Schutzpolizei zur Blauen Polizei müfle so gestaltet werden, daß die Uebertretenben keine finanzielle Einbuße erleiden. Die Polizeikommisfare müßten in eine höhere (9e* Haltsgruppe ringeftuft werden.» nrarm mit allgemeinen Anregungen und der -txtte um Ergänzungen d e r An g a ben über gewisse Punkte der letzten französischen Rot^ Der Mat in" schlägt im Gegensatz zu der übrigen Presse einen ziemlich pessimistischen Ton an und siebt langwierige Verhandlungen vor- Darmstadt, 20. Juli. Zu der heutigen au« bei denen Deutschland sicherlich den Versuch Sitzung des Landtags liegt eine Tagesordnung'von wachen twrbe. die Alliierten zu übertölpeln. 26 Punkten vor. Das Haus beschäftigt sich wahrend Der Petit Parisien" schreibt, die Bedenken ber Sitzung nur mit den Kapiteln 32 (© e n b a r • Deutschlands gegen den Artikel 16 des Paktes m e r i e), 33 (Polizei) u. 47 (Schutzpolizei), weisen darauf hin. daß dem Reiche daran liege, ' - - - - - ................ nicht in einen bewaffneten Konflikt hineingezogen zu werden, bei dem R u h l a n d der angreisende Teil 'wäre. Die wahren Absichten Deutschlands würden sich erst bei Eröffnung der Verhandlungen beurteilen lassen. „&rc Rvuvelle' Jagt, m ju- ständigen diplomatischen Kreisen habe gritern abend nach Ueberreichung der Aote der Eindruck vorgeherrscht, daß wahrscheinlich im Oktober eine Konferenz nach Parts ernbe- rufen wird. Das Blatt regt ein« direkte Aussprache zwischen Briand und S t r e s e m a nn an, die den Verhandlungen vor- | Falle eines Angriffs auf Polen und die Tschechoslowakei zugestehen. Wetter müsse Deutschland I die von Frankreich angeregte Garantie der I mit diesen Ländern abgeschlossenen Verträge ab- ° her Itun«. baf, W-I' ÄWÄWJ junflen tÄK* 5Ä- Leuten beftengenb, an. Es kam dabei zu s ch w e r e n aufbau unmöglich ist. & 'Ä lÄ nunbMeUa meÄ Haltung Englands, der blanken Waffe. Dcrjßlrt nourbe erfudjt b.c natürlich klar, daß die Londoner Re- Fahne einzuziehen, um we teres U^eft zu oerrne. gletung fLQn üor r lüv,1* hervor, daß das englische Auswärtig Amt nicht „ „ versäumt hat, die hauptstädtische Presse zu in- fältftbcn Obcrprctllh^ntcn formieren und ihr nahezulegen, der deutschen » -Note eine sympathische Aufnahme zu bereiten. Bei aller Wahrung deS englischen Standpunktes sprechen sich denn auch die maßgebenden Londoner Blätter über den Inhalt der Rote sehr zufrieden aus. sie gehen sogar noch weiter und fpinnen die Sicherheitsdebatte in der Richtung auf eine internationale Konierenz fort. Interessant ist. daß z. B. die .Westminster Gazette" die Räumung Kölns anschneidet und Herrn Chamberlain aufmuntert, sich doch nun endlich einmal zu dieser lehr wichtigen Frage zu äußern und im Einvernehmen mit der französischen Regierung eine klare Eini - Münster, 20. 3uli. (WTB. Der Oberpräsi- benf der Provinz Westfalen hak anläßlich des Abmarsches der Besatzung folgende Kundgebung an die Bevölkerung von Westfalen gerichtet: Am 21. Juli ist westsalen frei, wehr als 2 Jahre Hal der Druck fremder Besatzung auf dem Ruhrgebiet gelastet. In dieser schweren Zeit Hal die Bevölkerung und haben die Behörden mit ihren Beamten rin mustergültiges verhallen an den Tag gelegt und erhebliche Beweise ihrer Liebe I güjtg über" den Zeitpunkt M Abzuges bce zur Heimat und zum deutschen Baler- Truppen herbeizuführen. Das Blatt schließt sich lande geliefert Dafür gebührt ihnen wärmster nicht nur mit dieser Aeuherung dein deutsa-en p- nicht an der VU dem Gefühl Standpunkt an, e« macht auch auf die Gefahr Dank. Roch ist es nicht -m der vyuc uuu vvll w —|W. mund, Bochum und Essen zog das franzoiisiye Truppenteile erfolgt Zahlreiche Quartiere sind und belgische Militär im zweiten Drittel des freigegeben worden. AuS den Städten Januar 1923. Düsseldorf, Duisburg und> Ruhrort $ . n ta f en 6 t er Ira be und Ortcn- sind bereits seit dem 7. März 1921 besetzt. < e (& finI> ö|c belgischen Besatzungen bereits ab- Gegen die militärische Besetzung des eigentlichen ffe80gOL Ruhrreviers hat England verschiedentlich „ Protest erhoben: die Besetzung der drei Rhein- gusaMM0Nstohe bei der RttUMUNg Häsen ist damals auf der ersten Londoner Re- v » 1. parationskonferenz im ausdrücklichen Ein v e r- V0N BvchUM. nehmen des damaligen britischen Minister- Bochum, 20. Juli. (WTB.) Heute abend Präsidenten Llohd George durchgefuhrl wor- 9* Uf)r i t cg h,„ $u einem Auslauf vor dem Bahn- den. Sein Partner und Kollege auf ftanaonigjet fjofsfjotei in unmittelbarer Nahe des Hauptbahn- Seite war damals — als ^nisterprasident j)o s gekornemn. Der Hotelbesitzer hatte entgegen der ber französische Außenminister im Kabinett Pam- l-- tSrlSS Driand Dieser w-rd auch woh. der Baier des Gedanlens gewesen sein, daß die belgischen und französischen Trupyen die drei Rdeinbäsen nut Im ausdrücklichen Ein vernehmen mit der britisch en und i t a - l i e n i s ch e n Regierung räumen dürften. Dieser Anfall von diplomatischer Korrektheit kann mch Paris, 20. Juli. (1.11.) Botschafter von darüber täuschen, daß Briand die Rotwendigkeit htzsch begab sich heute nachmittag um 5 Uhr zum he« vorherigen Einverständnisses mit England Qaal d'Orsay und überreichte dem französischen und Italien nur darum betonte, weil er darin Außenminister Briand die deutsche Antwortnote ein letztes Mittel erblickte, die Räumung der auf bk letzte Rote der französischen Ksgterung in brei Aäfen wenigstens noch um einige Wochen bcc Sicherheitsfrage. An die Aushändigung des oder Monate hinauzufchieben. Schriftstückes schloß sich eine ungefähr drrioiertel- Wan toüröc ben des Ruhrgebietes sso fest von ^r RechtSwidrig- keit der Besetzung und von der Selbstverständlich- feit der endlichen Räumung überzeugt, daß sie den ÄSSsSSSÄ M Eindruck in Paris. ämtoDsntn3®c?X4e'tSltorf.6^.iä. Der Weg zu «erbaublunfleu frei, bürg unö Ruhrort sind geräumt. - und wie Paris, 20. Juli. (WTB.) Die; Havas- stebt es mit Köln? Fünf Monate, nachdem agentu[ veröffentlicht heute abend folgende No- die Alliierten auf der Londoner Reparatwns- ti°. Sie I)Cllte nachmittag durch Botschafter von konferenz im vorigen Iahsrse die Aufhebung Außenminister Briand übermittelte deutsche fallen Lin rechts zugesagt haben sind sie zu r ^ote fst cjn jaft ebenso langes Dokument wie das Derhängung neuen U n re ch ts geschritten, französische Memorandum vom 16. Ium, auf bie Dz folltc eigentlich selbstverständlich fein. Iwj M Antwort erteilte. Es umfaßt sieben engbeschne- die Regierung des Deutschen Reiches mch teher bene Seiten. Es ist in sehr v o r si ch>tt g e n e n.• irgendeine neue Bindung an der Westgwize Zungen ab gefaßt. Dw deutsche Rote- de- übernimmt, als biö der Kölner Abschnitt ^utet in klarer Weise die E r o f f n u na oo nJB c r- geräumt und für die spätere termingemäße Handlungen. Das ist der erste Eindruck, den Räumung der Mittel- und Südzone eine un- man in autorisierten Kreisen hatte. Die deutiche Re- widerrufliche Zusicherung gegeben worden ist. gicrung ,cigc eine gewisse Rese r ve, namentlich « , h ber -Ruhrbesetzung wurde in was die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund und Schon wahrend der Ruy i) möchte eine seine Verpflichtungen beireffen, bie sich daraus auf unb Schaden rech- Grund des Artikels 16 des Dölkerbundsstatuts er- eingehende Berlust- und Sch geben werden. Aber das sind gerade d.e Punkts alka£üfCSn °hn°',pSt«-n"»«Handlung«, ge- Ähm.S'! Ä'J »uf ««. n«"«. bi« Ha*«&ung»««»^ lächerlich geringen Summen, au denen nian bei- genommen wird. . spielsweise die deutsche Handelsflotte in Anschlag Sie verbindet die crage der R ° u m " " g der brachte, lediglich einen papiernen Protest erfreu KölnerZone nicht mit den 2Je.r^a^Ihl‘n9e$J^ föimai. 3eS ist die Gelegenheit gegeben, daß ben Sil- • m"rh* en führten, sicher in den Bergen deS Risgebietes keine guten Erfahrungen machen. Man hat sich in militärischen Kreisen auch schon mit dem Gedanken vertraut gemacht, dah Fez bald in die Hand Abd el Krims fallen wird. Ob die zahlreichen FlugzeuggeschWade r, die jetzt an die Front abgehen sollen, in der Lage fein werben, diese Scharte auszuwetzen, bleibt reckst fraglich. Die Verhältnisse liegen doch etwas anders, als auf einem europäischen Kriegsschauplätze. Es ist auch bemerkenswert, dah die zahlreichen Flieger, die bisher schon an der Front waren, keine Erfolge zu erzielen vermochten. Dabei wird allmählich auch die Frage akut werden, woher will Frankreich die enormen Summen nehmen, die dieser Krieg verschlingt? Von den letzten Krediten, die die Kammer be- willtgte, ist sicher nicht allzu viel mehr übrig. Ob die Finanzlage Frankreichs noch öfters Kreditbewilligungen gestatten wird? Vielleicht wird gerade dadurch Frankreich gezwungen, bei dem Friedensangebot an Abd el Krim seine Forderungen beträchtlich zurückzuschrauben. Denn es ist immerhin zu bedenken, dah schon in wenigen Monaten die Witterungsverhältnisse die Kriegführung unmöglich machen, die älnterhaltung eines großen Heeres aber recht erhebliche Kosten verschlingt. Petains Mission. Eine französische Offensive gegen Abd el Krim. - Fortführung der Friedensverharidlnngeri. Paris, 20. Juli. (WTB.) Nach Beendigung eines Ministerrats unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik erklärte der Ministerprästdsnt Painle 06 über die Lage in Marokko, Marschall Petain führe gegenwärtig in Marokko eine Mission durch. Er werde solange dort bleiben, wie die Umstände es erforderten. Es wurden alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Front zu befestigen und eventuell einen entscheidenden Schlag zu führen, um den Frieden sicherzustellen. Die ersten Staffeln der Marokkodivision seien bereits eingetroffen. In der Gegend von T a z a würde die Anwesenheit dieser Truppen den französischen Kolonisten -ihre Sicherheit wiedergeben und Die Treue der schwankenden Stämme befestigen. Die Offensivoperationen würden jedenfalls, falls sie überhaupt unternommen werden müßten, erst bann beginnen, wenn olles dafür fertig sei. Aus jeden Fall würden die Verhandlungen über den Frieden fortgeführt, denn Frankreich wolle ganz loual vorgehen. Abb el Krim wisse bereits, daß ein französischer und ein spanischer offiziöser Abgesandter die Frieden-sbedingungen in Händen hätten. Es genüge, daß er schon den Wunsch habe, sie kennen zu lernen. steuern sind (Marmorvorrat, Bildwerke, Manuskripte, Bibliotheken usw.). Weiter wurde ein Antrag des Abg. Dr. G e r e f e (Dntl.) angenommen, nach dem bestimmt wird, daß Werke der bildenden Kunst, des Schrifttums und der Tonkunst nicht zum Vermögen im Sinne des Reichsbewertungsgesetzes gehören, sofern sie Eigentum des Urhebers selbst oder im Falle des Todes des Urhebers im Eigentum seiner Ehefrau oder seiner Kinder stehen. Das gleiche gilt für die Urheberrechte an solchen Werken und für nicht patentierte Erfindungen, es fei denn, daß die Urheberrechte ober Erfindungen Dritten gegen die Verpflichtung zur einmaligen ober roieber» holten Zahlung fester Beträge auf bestimmte ober unbestimmte Zeit zur Ausnutzung übertragen sind. Auf Antrag des Abg. Dr. Fischer- Köln (Dem.) wurde alsdann in Paragraph 47 des Reichsbewer- tungsgefetzes der Satz gestrichen: „daß die Ehefrau durch den Ehemann vertreten wird". Diese Streichung bedeutet, daß für Steuerfragen die Frau nicht haftbar ist, es sei denn, dah sie selbst die Schuld trifft. Die französischen Generalratswahlen. 3n Frankreich haben am Sonntag die allgemein en Reuwahlen für die Generalrate und Arrvndissementräte stattgefunden, ein Vorgang, der an sich bedeutungslos wäre, wenn sich nicht gerade im gegenwärtigen Augenblick aus ihm gewiffe Rückscküüfse auf die allgemeine politische Stimmung der französischen Bevölkerung ziehen liehen. Es ist zwar versucht worden, diese Wahlen zu pAlitisieren, das ist jÄwch nicht gelungen. Dennoch haben die Wahlen trotz der überaus schwachen Beteiligung einen Stimmenzuwachs für Sozialisten und Radikal« ergeben. Die Wirkung dieser Wahlen tritt aber erst bei der nächstjährigen Reubesetzung eines Drittels des Senats zutage, der von den Generalräten gewählt wird. Während die übrigen politischen Richtungen nur geringe Verluste erlitten, können die Kommunisten eine glatte Riederlage verbuchen. Sie werden künftig in den regionalen Parlamenten von ganz Frankreich nur noch durch zwei Männer vertreten sein. ES erscheint nicht ausgeschlossen, dah der Rückgang der kommunistischen Stimmen mit der in den letzten Wochen auch in Frankreich besonders heftig gewordenen antibolschewistischen Propaganda zusammenhängt. Die Linksparteien haben 80 Sitze gewonnen. Davon entfallen auf die Radikalen und Radikalsozialisten 59, auf die republikanischen Sozialisten 2 und auf die Sozialisten 19. An dem Verlust der übrigen Parteien sind die Konservativen mit 6, die Liberalen mit 42, die Linksrepublikaner mit 28 mrd die Koifimu- nisten mit 4 Sitzen beteiligt. MLtzersolg der polnischen Anleihe in Amerika. Köln, 2. Juli. (LU.) Die »Kölnische Ztg." meldet aus Reuyork: „Wie wir von unterrichteter Seite Horen, hat die polnische Anleihe in den Vereinigten Staaten einen großen Mißerfolg gehabt. Die Anleihe, die bekanntlich vom Bankhaus Dillon, Reed u. To. nur kommissionsweise übernommen worden war, ist bisher nur zu 40 Proz. untergebracht worden. Die Zurückhaltung deS amerikanischen Publikums erklärt sich aus einem tiefen Mißtrauen gegen die derzeitige Lage in Polen, die man durch den Wirtschaftskrieg mit Deutschland und die Unflaten wirtschaftlichen Verhältnisse im Innern für schwer in Mitleidenschaft gezogen an sieht. Annahme des polnischen Agrarrteformgesehes. Warschau, 20. Juli. (WBT.) In ber heutigen Sejmsitzung würbe bas Agrorreformaesetz In dritter Lesung oerabschiebet. Die Abstimmung ging unter anbauernbem Lärm vor sich. Schließllch sah sich ber Sejmmorschall gezwungen, die Tribünen zu räumen. Sechs Abgeordnete, die für drei Sitzungen ausgeschlossen wurden, mußten durch die Parlamentswache entfernt werden. Das Gesetz wurde mit 200 gegen 99 bei 22 ungültigen Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Deut- s ch e n , die Ukrainer, die Weißrussen und die christlich-nationale Gruppe Dubenowitlch. Das Gesetz kommt einer Enteignung der deutschen Landeseigentümer gleich. Aus aller Welt. Eine Dentschlaudfahrt Neuyorker Sänger. Hamburg, 20. Juli. (WTB.) Don Cuxhaven trafen heute vormittag auf dem Hamburger Hauptbahnhof die mit dem Dampfer „Cleveland" zu einer Fahrt durch Deutschland herübergekommenen Mitglieder des Reuhorker Mannergesangvereins .Beethoven" em. Die Absertigungshalle der Hapag war mit Fahnen und Girlanden zum Empfange war mit Fahnen und Girlanden Hamburger Vereins hielt namens der Hamburger Regierung, der Stadt Hamburg und des Lehrer- gesangvereins eine Begrüßungsansprache. Seinen herzlichen Dank für den freundlichen Empfang in der alten Heimat sprach der Präsident des Reuhorker Chors Philipp Lenges aus. Die Gäste werden morgen vom Senat empfangen und fahren mittags nach Berlin weiter. Die Sänger werden auf ihrer Reise außerdem Leipzig, Eisenach, Wartburg, München, Stuttgart, Heidelberg, Baden-Baden, Darmstadt Mainz, Rüdesheim, Wiesbaden und Frankfurt a .M. besuchen, wo am 8. August Me Reise ihren Abschluß ftnfret. Einzelne Gruppen werden anschließend noch nach der Schweiz und Italien fahren. Die Hitze in der Reichshauptstadt. 3n Berlin stieg schon in den frühen Vormittagsstunden die Temperatur rasch und erreichte gegen Mittag bereits 3 4 Grad im Schatten. Infolge der Hitze hatten die Freibäder in der Umgegend von Berlin — wie nicht anders zu erwarten — am gestrigen Sonntag einen Rekordbesuch aufzuweifen. So badeten gestern in Wannsee über 50 000 Personen bei einer Temperatur von 24 Grad im Wasser und einer Lufttemperatur von 32 Grad Celsius. Der Bahnhof Wannsee beförderte gestern 30000 Personen nach Berlin, Rikolasfee sogar 45 000. Auch das Freibad am Müggelsee wies gestern einen Rekordbesuch auf. Es hatte über 20 000 Besucher. Die Stadtbahn beförderte gestern 1,2 Millionen Menschen. Starkes Erdbeben in San Franeisko. Reuh o rk. 20.3uIL (Kabeldienst der Tel- union.) Äm Sonntag ereigneten sich in der Rähe von San Franzisko heftige Erdstöße, die sich bis 100 Kilometer nach Süden auSdehnten. Hauser wurden teilweise so stark erfdjüttcrt, daß sie größere Risse aufweifen. Unter der Bevölkerung entstand eine große Panik, und sofort wurden alle Häuser fluchtartig geräumt. Die Kirchenbesucher stürzten den AuSgängcn zu, wobei es in dem gewaltigen Gedränge zahlreiche Verletzte gab. Die Panik ist wohl hauptsächlich auf die Erinnerung an das große Erdbeben von 1906 zurückzuführen, durch das die Stadt fast völlig zerstört wurde. Hebbels Nibelungen verboten. Dingen, 20. Juli. (211) Gestern sollten hier Hebbels „Ribelungen" als Freilichtspiel aufgeführt werden; jedoch wurde bte Vorstellung durch die BesahungSbehörde verboten. Der neue Rektor der Münchener ilniberfität München, 20. Juli. (Wolff.) Am SamStag nachmittag hat di« Wahl des neuen RrktorS für das Studienjahr 1925/26 der llntöerfität München stattgefunden. Zum Rektor der Amtsperiode wurde das Mitglied der philosophischen Fakultät, der ordentliche Professor für Experimentalphysik, Geheimrat Wilh. Wien, der Rachfolger Röntgens in München, gewählt. Geh. Rat Wien lehrte von 1899 bis 1900 an der üniberfität Gießen. 2-oottcher Flregerabfiurz. Der Flieger Riesler führte gestern nachmittag in Prenzlau Schauslüge aus. Als sich das Flugzeug in 30 Meter Höhe befand, fing es plötzlich Feuer und stürzte ab. Riesler fonnta nur als Leiche geborgen werden. 15 Todesopfer einer Hochwasserkatastrophe. Die Ueberschwemmung der Theiß und ihrer: Rebenflüsse hat gestern in .Ungarn im Komitat Dekes zu einer schweren Katastrophe geführt, der 15 Personen zum Opfer gefallen sind. Die Leichen formten bisher noch nicht geborgen werben. Der durch die Aeberschwemmung angerichtete Schaden beläuft sich auf ungefähr sechs Milliarden Kronen. Auszeichnung der Retter von Veltheim. Durch Pionierüberstleutncmt Lindemann sind den Rettern und Helfern beim Reichswehr- unglück bei Velzheim in Anerkennung ihrer aufopferungsvollen Tätigkeit vom Reichspräsidenten von Hindenburg eigenhändig unterzeichnete Ehrendiplvme überreicht worden. Schwerer Anglücksfall in einem Schieserbruch. Bei Oberstein-Jdar ereignete sich in einem Schieserbruch ein schwerer älnglücksfall. Ploötzlich lösten sich große Schiefermassen und stürzten in die Tiefe, wobei ein 23jähriger Arbeiter von einem 20 Zentner schweren Block vollständig zerquetscht wurde/ Er-konnte nur als Leiche geborgen werden. Keine deutsch« Beteiligung an der Weltausstellung in Philadephia. I Der Hauptcmsschuß des Reichsverban- des der deutschen Industrie, der Zentralverband des deutschen Großhandels haben beschlossen, von einer Beteiligung an der Weltausstellung in Philadelphia 1926 abzusehen, da die Zeit für die Vorbereitung viel zu kurz sei und die deutsche Industrie in der gegenwärtigen Wirtschaftslage nicht die erforderlichen Mit- t e l aufbringen könne, um sich an einer internationalen Ausstellung zu beteiligen. Die hochslulkaiastrophe in Korea. Die Zahl ber durch bie über Korea hereingebro- chene Sturmflut Getöteten ist nicht schätzbar. Auf einer einzigen großen Insel fielen mehr als 6000 Menschen bem Unglück zum Opfer. Mehr als hunberttausenb Menschen sind obbachlos geworben. Besonbers verheerend hat bie Hochflut in ben Provinzen gewütet, bie sich um bie Hauptstadt Söul gruppieren, wo ganze Städte verwüstet wurden. Große Waldbrände in Holland. In der Gegend von Hensb rvck sind mehrere große Waldbrände ausgebrochen, die infolge der Trockenheit und der großen Hitze immer größeren Umfang annehmen. Es sind be- rseits große Waldkomplexe vernichtet. Mahakunst vor 5000 Jahren. Etwa 200 Werke der alten Mahakunst, die F. A. Mitchell Hedges aus den ersten Grabungen auf der von ihm endeckten Ruinenstätte im ilrtoalb von Britisch - Honduras mitgebracht hat, find gegenwärtig im Brittschen Museum zu London ausgestellt. Unter den Fundstücken find einige intereflante bildliche Darstellungen der Maya-Gottheiten. So ist z. D. die phantastische Gestalt einer doppelköpfigen Gott- heitzu sehen und ein groteskes Bild des Jaguargottes, eine Vermischung menschlicher Züge mit denen deS Jaguars, der bei den Mayas ein heiliges Tier war. Der Hauptteil sind Töpferwaren, aus denen hervorgeht, daß die Mayas bereits die Herstellung von Keramik mit Formen kannten, und aus einem Stück ergibt sich, daß die Ornamente in einer Art S ruck- technik ausgeprägt wurden. Die noch so viele Rätsel bietende alte Mayakultur erscheint dadurch in einem neuen Licht. Wettervoraussage. Vorwiegend heiter, Winde aus südlicher Rich- tung, wärmer, trocken. Das Hochdruckgebiet über Europa hat an Ausdehnung und Stärke gewonnen. Das Tief ist weiter nach Westen abgezogen. Ein stärkerer Ausläufer liegt heute über Island und wird in nordöstlicher Richtung abziehen. Bei vorwiegend östlichen und südlichen Winden ist unsere Aussicht auf Gewitter- Körungen gering. Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Juli 1925. 1 Grobe nächtliche Ruhestörungen. In ber gestrigen Sitzung ber Stadtverord» netenverfcunmlung wurde bei der Beratung einer Vorlage sehr lebhaft geklagt über vielfache Belästigungen der Bürgerschaft durch Motorrad-Probefahrten und -rennen in ben Straßen, durch Motor Prüfungen auf offener Straße zur Tag- und Rachtzeit usw. Diese Beschwerden sind sehr begründet, aber zu ihrer Beseitigung ist u. W. bisher noch nichts geschehen. Daß die Belästigung weiter Anwohnerkreise aber auch noch auf ander« Weife vor sich geht, lernen jetzt die Bewohner deS hinteren Asterwegs und der mittleren Steinstraße Tag für Tag und mehrfach auch noch die ganze Rächt hindurch kennen. Inmitten des Baublocks Ästerweg. Steinstraße, Sderstrahe besteht nämlich fett kurzem eine Eisfabrik, deren Antriebsmotor ein Stinktier erster Klasse ist: anscheinend fft es ein Rohölmotor. Was da ben Anwohnern und auch ber weiteren Rachbarschaft an Dunst und Gestank in die Wohnungen gepufft wird, ist reichlich stark. Daß bei der jetzigen Hitze verstärkt gearbeitet wird, ist wohl verständlich, aber daS darf nicht soweit gehen, daß dadurch eine andauernde nächtliche Ruhestörung entsteht, über die jetzt ernstlich zu klagen ist. Man darf wohl annehmen, daß diese Zeilen Veranlassung sein werden zur Abstellung ber nächtlichen^ Geräusche und zur a r ü n b - lich en Abfü hrun g der Gase in die obere Luftschicht. Wenn diese Forderungen erfüllt sind, wird wohl auch niemanb mehr Klage führen über dieses -Unternehmen. Gießener Wochenmarktpreise. am 21. Juli (Handlerpreise). x Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 200—210, Matte 40 Käse 60, Wirsing 35. Weißkraut 40, Rotkraut 40, geloe Rüben 40 rote Rüben 20, Römischkohl 20, Bohnen 30—40, Erbsen «US. NgaV und ju ,t?arn im y/^rr ltrvche oJL-^Uat Ä7ZL *£Sg te*. "■ «>>»», fcÄ.si sSS *83! *«• >ih^ ^ an dn ^ph'a 1926 IXfe? phk in fiotea. Hm-*» ifl »ch Haljigt. luf y™ Ji»r «li ft1™0*. Nr pnb obdachlo, oe> "d die Hochflut in l'ch um die jjauptflobt n3< Städte Der« in Holland. Hensb rock sind « ausgebrochen, -le d der großen M ^nchmen. Es |inb be« *leje betni^Ut to Jahren. Wahadmfi, die $, X teix Grabungen auf der Otte im Uttoalb von »acht hat, find gegen- n zu London ausgestellt. nigetntereffanIebiMch« Allheiten. So ist z. 2. r SojcheüWgm Sott- JilSdes^aguargot/cs, t Züge mit denen des , ein M^ges Tier war. Daten, aus denen her« tritt die Herstellung von n, und aus einem Stück mte in einer Art-ruck« Die noch io viele Rätsel Ichrint dadurch In einem mssage. ,de aus südlicher Rich- r Europa hat an Aur> nen. Das lies ist wei- Ein stärkerer Auslau- nb wird in nordöstlicher wiegend östüchen und Aussicht aus Gewitter. und Land, n, den 21. 3uli 1925. ] Ruhestöriingen. him. Stadtvervrd-- ftr Beratung em« oH£ S usw. Diese s 'S aber juifi«« noch mchts F una weiter D- U“9J*k rtUf ander« Jf^e Bewohner sS'Ä ist an DK, ist^ geN* «#* ■Ä flich »er L , mehr ^ektpkkt^' x ifarw* ■0, L°h" r schilderte Müuiohnpßpp nJagabötlfgol Gebote binnen 8 Tagen. «Mv 8tmÄ Nene Mainzer •«•**< Nr 22 II. A. Valentin. 06118 Junger, braver MMimnckim ItzrtmiMi mnechha>üO> Kriegsbeschädigter und Kriegerhin« terbliebeaen hielt am Svmrtrrgnachmirwg im Saalbau Sauer eine gulbesuchte öffentliche Der« Mittwoch,22.Iuli 1925, nachm. 2 M6t, versteigere ich Heuentoeg 28 (im Löwen) zwangsweise gegenBarzahlung I. 1 Regisirierkaffe, 1 emotü. Stücken- Herd, 1 Häckselmaschine, 1 Hab» maschine,! Schreibmaschine»! Atten- schrank, 2 Sofas (an Ort u. Stelle), 4 Gftrfachmeboltth und 2 Start- mebvlith, 1 Friseureinrichtung mir Marmvrttsch und 3 Spiegeln. II. 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Auf die Belehrung deS Dorfitzentan der Strafkammer nahm der Angeklagte seine Berufung zurück. ‘ »Jin Arbeiter auS G i este n hatte zum Unterhalt feines im Jahre 1921 geborenen ehelichen Kindes freiwillig 'wch kernen roten Heller beigetragen. Sobald er merkte, dast die Behörde txm feinem Aufenthalt und feiner Arbeitsstelle Kenntnis hatte und gegen ihn vorgehen wollte, verlieb er die Stelle. Zeitweise hatte er recht schönen Derdienst, den er aber mit einer fremden ZrauenSPerson verbrauchte. Der Sinzelr.chter in Diesten hatte ihn deshalb zu einer Haft st rase von vier Wochen verurtellt. Die Aommer wieS die von dem Angeklagten gegen diefeS Urteil eingelegte Beruufng zurück. Turnen, Sport und Spiel. Bom Billardsport. Am Samstag und ©rnrntag fand im Klub- beim deS 1. Giestener Billardklub« (6af6 2lmend> dahier da» Städte-Billarb» Wettspiel zwischen dem 1. Karlsruher und 1. (Siebener Billardklub statt Der Karlsruher Verein hatte eine Aöordnun-i von drei Herren entsendet, der Diesten ebenfalls drei Spieler entgegen stellte. Unter Leitung de- Dillardmeisters Haubl dahier fanden die ein- zelnen Wettspiele statt. Bald war Siesten, tald KarkSruhe im Vorteil, so dast blS zum Schlüsse der 8. Partie Diesten vorlag. aber durch die 9 und letzte Partie mit insgesamt 36 Puntt m von Karlsruhe geschlagen wurde. Die Kämpfe waren teilweise äußerst spannend. Die vchkoeichen 3u- schauer spendeten den Sieqcm rel»baft-ni Beifall. Die HöchHksenen betrugen für Dieste^i (Paulus) und für Karlsruhe (Schmidt) je 25 BSNe. ©efplelt wurden mir Kaderpartten. DnS Rückspiel findet in Karlsruhe am 5. und 6. September unter gleichen Bedingungen statt. Rundfunk-Programm deS flrtattfftirfer SenderS. (Aus der „Radio-Umschau-.) Mttttooch, 2t. »uli. 42 PHr: Vacheichtenb-^ost. 3 Uhr: Witt- schäft Smekdungen. 4 Uhr: der Dietzener Wtterdienftstelle 4 ITfrr: DictschastS- meidangcn. 4.20 Uhr: Aachrichtcnd enst. 4."30 Mfl 6 Uhr: VachmittagSkonsert deS HauSvrchesterS: Richard WaM^S Kvn»ert-Ko«rN>fitirmen. b bis 7 Uhr: Kind.n-stunde. 7 biS 7.30 Ubr: Vortrag von ROgienmgSb ft e i n l e g u n g statt. Nach einleitendem G,sang der Gemeinde sprach der Vorsitzende des Kirchbauver« ein« Psarrassistent stof meyer (Dav-Nauheim) über baA Bibelwott 1. Kor. 3, 11 und verlas anschließend die Ur tunbe, die dem Grundstein em- verleibt wurde. Der Pfarrer des Kirchspiels, Sur« chenrat Wissig (Bad-Nauheim) predigte bann zu dem Texte Maith. 5, 14—16, während der Super« intonbent für die Provinz Oberhefien, Oberkirchenrat Wagner, die eigentliche Weihereta mit anlchl'c- ßendem Weihegebet und Baierunser hielt. Während der Derlötung der Stapfel und der Vermauerung trug ein Kirchenchor aus Bad-Nauheim unter Leitung von Lehrer Diehl mehrstimmige Chore stimmungsvoll vor. stammerschläge, von Weihe- fprüchen begleitet, wurden bann ausgefühtt von: Oberkirchenrat Supettniendent W a g n er, dem Vertreter des Kirchenre^stments: Pfarrer E. W a g » n e r - Bensheim, dem Vertreter des stest- stäupt- Vereins ber Gustav-Adokf-Sttfttmg: Pfarrer D 0 - Hochfchulnachrichten. ll Marburg, 19. 3uli. Der Professor der Klassischen Philologie und DireVvr des phito- sophischen <5minard, Dr. Phil. Ernst Lommatzsch. wurde zum Rektor der Unitarfitat für das Amtsjahr 1925/26 gewählt. Kleine Strafkammer Gießen. • Diesten, 17. Juli. Gin Schafhöndler aus der llmgcgenb von Butzbach war vom Einzel- ttchter des Amtsgerichts Butzbach wegen Diebstahls eines Schafes zu einem Monat Gefängnis verutteilt worden. Aus feine Berufung wurde die Sache erneut verhandelt: die Kammer hielt aber noch weitere Ermittlungen für erforderlich und vertagte deshalb die Sache auf unbestimmte Zeit. Die Berufungen zweier Personen aus Butzbach, die vom Einzelttchter des A.-G. Butzbach abend nach tarn Venen v ----- - gleichfalls beschlagnahmte Wagen blieb zunächst an tat Llnglücksstelle. Weitere Auf Särungen wird die Untersuchung ergeben müssen. Der betrübliche Vorfall sollte allen Ehauffeuren und Inhabern von Führerscheinen eine Warnung bahmgeheno sein, bah sie ihr Fahrzeug nicht in unberufene Hänta geben. !•! Der Landesverband Oberhessen des Zentralverbanbes Deutscher IsiveMa, Schweizerische Feuervarnche- rungs - Keiesttchasl, sucht rühr-, tü*t.Ter- tr«ttrb.gut.Be»ügen. Ang. andnto-IeHr 0—aM, Bawt»T 16. Aelteres Sthltii für untere verkemis' aöiedunfl hi VAcher u. Zeulchtti»emV«ch rubruna erfOrderkich) sofort aesuchi- Lchrtstl- Unaeboie u. Nr Sft an ch^iv, Piockstr. 5. |705ob LrnsachrStÜtze ob. b tick en rmk Aintarvslege ftW« beven Vw a-itt Bekanntmachung die Erhebung einer Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz für das Aechnungs- fahr 1925 betreffend. Durch Verordnung vom 17. Juni 1925 ist ber Steuersatz für die staatliche Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz vom 1. August 1925 ab auf 80 Reichspfennig Je 100 Matt Steuer wett erhöht worden. ES ist deshalb vom brüten Ziele ab der feitberige Zielbettag um erhöht zu entrichten. (Beispiel: Seitheriger Zielbettag 48 Mk, vom dritten Ziele 48+ 16 = 64 Mk. Aeue Steuerbescheide werden nicht aus- gefertigL Die Zahlung der Steuer an den einzelnen Fälligkeitsterminen, am 6. August. 18. Oktober, 6. Dezember 1925 und 6. Februar 1926 hat auf Grund dieser Bekanntmachung zu geschehen. Darmstadt, den 14. Juli 1925. Der Heffi'che Finanzminister. Henrich.________7046c Vertreter gesucht! Letftnnastohiae Firma bat bte Bar- trettma m Ma*ma4«ttIM.JyzVon bexi in Dach-avve, für ben btefinrn u. Uw« gcbnnfl au wefltb*n. Wnt finiewrw Vertreter bei Werken und Bedtzchnn-iv- gefchütten erhalten den gtor&ua. V*rn<« mit Hneobe i>»n 3tek?w«n*ea unter 7667D an ben Gießener Knteieet erbeten. liche Schnittvnmtan am Kopf: er blieb jedoch bei Besinnung und wurde schleunigst der chtrorgischen Klinik zugeführt. Der Getötete ist der Ehausscur Heinrich Dörr von hier, der kurz vor feiner Verheiratung stand. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt “ ~ ' überführt. Der sammluna ab. Der Vorsitzende des Landesver« banbes, Justizfekretär Moll- Gießen, leitete die Versammlung. Als Redner referierte Georg Michel vom Zenttalvorstand in Berlin über den derzeitigen Stand der Versorgung und Fürsorge der deutschen Kriegsopfer unter besonderer Berücksich- tigupfl der dem Reichstage zugeaangenen neuen Novelle zum Reichsveriorgungsgesetz. E die Notlage der deutschen Kriegsopfer. In Deutlch« land zählte man 1597 000 oersorgungsberechtigie Hinterbliebene sowie 1537 000 Versorgungsberech« tifltc. Don letzteren seien die 10- und 20prozcntigen Beschädigten durch Zahlung von Abfindungssummen ausgeschieden, so daß heute noch 772 000 Kriegs« befriedigte Renten erhielten. Der Betrag, der für die Versorgung der Kriegsopfer verausgabt wird, belaufe sich auf 905 Millionen Mark, was aber bei weitem nicht ausreiche. Die Renten seien bei Kriegsbeginn bedeutend höher gewesen, als sie heute sind. Der Reichsfinanzmimster habe erklärt, daß er gegenwärtig nicht in der Lage sei, für die Der- befferung der Rentenoerforgung der Kriegsopfer mehr als weitere 150 Millionen irihrsich laufend und 50 Millionen Reichsmark einmalig zur Der« □ e (• Brüchen brücke*, bau Deka» de» Dekanat» Friedberg: fiirdynrat D. WlsUg - Bad-Nauheim, dem derzeittaen Pfarrer de» Kirchspiel»: Tfarr- osststent y afmeger-Dad-Rauheim, dem demetti- gen Pfarrer der hiesigen Dtosporagemeinde: Assessor Dr. Meyer dem Vertreter de» Shrtt»« amts Friedberg: Seh. Oberdaurat Pros. Salbe- Darmstadt. Bauunternehmer Stamm- Vad-Rm»- heim: E. F. Mell, dem Vertreter de» Kirchbau- Vereins Dberreallehrtr Weide- Darmstadt, dem Vertreter der Familie, die sich vor 71 Jahren al» erste evangekifche Familie in dem rem katholischen Over Mörlen niederstes^. Außerdem sprachen noch Vertreter des ftesten-S^fsetschen f)cuptoerrin9 der Gustcw'Adolf-Stiftung Eine gesellige Nachfeier, bei ber noch manche beherzigensmette Ansprache gehauen wurde, hielt die h:esige evangelsiche Gemeinde und die zahlreiri'en auswärtigen Gäste bei Kaffee imb Kurilen noch einige frohe Stunden l-e-'ammen. Die neue Kirche wird nach den Plänen non Geh. Ober bau rat Prof. Walde von Vaminttrnehmer S t a m m - Bad-Nauheim avsaefflbrt: sie ist fflr die Evaimelstchen von Dber-Tterlen, Weber-Ttörlen und ftos ftasielheck bestimmt und soll im nächsten Frühjahr vollendet sein. Die Kasten sind aus rund 50 000 Mark veranschlagt. Dr. Ploch von F rei tag, 24. J ul i 1925 ab verreist. Vertreter die Herren: Dr. Steinreich Dr. Wolf. " 7044V Vermletanalm Dttfaufm uMM RaitetaDtc 1. Tausche 7 Zimmer in guier Lagegea. 5Zimmer mtt Zubeh. ^ct)rihL Angeb. unter 06099 a- d. Gieß. An», erb. jSteHfröangeiohf Anto Ätbteri io et P. S„ neu üdertzolt, sofort preiswert zu vert. ^chr. W*a. u. («106 an fern »ftü Ä«*- Lift crbfl&rw« per frtert gesucht. mi, Ariv ®ei*el, St.'dwftB»latz 13. 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