Ür. t-t Erstes Blatt U5. Jahrgang Samstag, z\. seoruar 1925 Erscheint täglich, außer Sonn- und feiertags. Beilagen: GießenerFamilienblätter Heimat im Bild. ÖTettalnbejr.cspieis: 2 6olbmarh u. 20 (Bolb- Pfennig für Träger lohn, auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: SchriftleitRnq 112, Ter- lagundDeschäftssiellebl. Anschrift für Drahtnach- richtenAnzklgkrrietzeu. poüscheckionto: Srewffurt a. BT. 11«6. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn>S und Verlag: vrühl'lch« UniorrlitairG-ch- und Steinöruderei B. rangt in rittzkn. Sd)riftleitvng und Stichäfliltkllt: Schnlttra!,« t. Annahme von Anzeigen für di« Tageonummer dl» zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite drtlich8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re« Klame-Anzeigen v 70 nm Brette 35 »bolbpfennig. Platzvorschrist 20" Auf- chlaq. - Berantwonttch ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für beit Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Reichsfinanzen und Steuerreform. Die Reichseinnahmen haben sich im Monat Üanuar überraschend günstig entwickelt. Der damalige TteWfinarwninifter Dr. Luther hat sich bekanntlich erst nach langem Zögern dem dringenden Wunsche der deutschen Wirtschaft gefügt, die bis dahin geltenden hohen Steuersätze zu ermähigen. Obwohl die besonders inS Gewicht schlagende Umsatzsteuer nochmals um ein Drittel, — nämlich von anderthalb aus ein Prozent, — mit Wirkung ab 1. Dezember herabgesetzt worben war. wurde im Monat Dezember ein sehr günstige- EraebniS erzielt. ES erregte berechtigtes Aussehen, daß die Einnahmen der ersten neun Monate des laufenden Finanzjahres den gesamten Voranschlag erreichten und sogar überstiegen. Run ist im Januar 1925 sogar gegenüber Dezember 1924 noch ein erhebliche- PluS erzielt worden. Die gesamten Einnahmen de- Reiche- betrugen rund 76^ Mill. Reichsmark, die des Vormonats rund 635 Mill. Der Anfang 1924 sehr vorsichtig errechnete Voranschlag ist auf Basis der gegenwärtigen AeichSeinnahmen um fast Dretviertel überboten worden AIS Hauptgrund für die günstige Entwicklung der AeichSeinnahmen wird daS lebhafte Weihnachtsgeschäft angeführt, für welches die Umsatzsteuer im Januar 1925 an die Steuerlasten abgeführt wurde. Die von Krittlern der Reichs- politik bei der Leitung der Ruhrentschädi- gunaen erhobenen Bedenken, die Ausschüttung erhebliche Beträge an die westdeutsche Wirtschaft könnte neue Anordnung in die Reichsfinanzen bringen, erscheinen nach dem Januar-Bericht der ReichShauptkassc gegenstandlos. Außer den günstigen Einnahmen aus Steuern und Zöllen hat ja in den letzten Monaten 1924 auch noch eine Rückvergütung von Beträgen staltgefunden, welche seitens der Reichsregierung vor Eingang der ReparationSanleihe-Ertäge an den Fond des Reparationsagenten geleistet worden war: diese Rückvergütungen haben über zweihundert Millionen Goldmark betragen. ES ist zu erwarten, dah Im Jnlande und im AuSlande aus dem verhältnismäßig günstigen Stand der Reichseinnahmen praktische Schlüsse gezogen worden, ilm zu ver- neiden, dah die berechtigten Wünsche der Wirtschaft aus weitere Ermähigung der Steuersätze Im deutschen Volke Widerhall finden, ist in den letzten Wochen besonder- eifrig das alte Märchen verbreitet worden, da- deutsche Volk sei absolutundrelativerheblichweniger belastet als andere Völker. In Wirklichkeit liegt die gegenwärtige Steuerlast schwer tut unserer Wirtsch ist und lähmt ihre C port- sähigkeit. Die Ziffern unseres Auhenhan- dels reden hier eine deutliche Sprache. Selbst wenn wirklich die Steuerlast, welche das englische oder französische Volk zu tragen haben. — auf 5en Kopf der Bevölkerung berechnet. — größer wäre als die Steuerlast des deutschen Volkes, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß damit das Einkommen des deutschen Volkes prozentual geringer belastet ist als das anderer Völker. Bekanntlich sind zwanzig Prozent Steuern auf em Einkommen von tausend Mark schwerer zu tragen als 23 Prozent Steuern auf ein Einkommen von zweitausend Mark. Auf das deutsche Volkseinkommen und vor allen Dingen auf die deutsche Produktionskraft und Export- fähigkeit bezogen, ist die gegenwärtige Steuerlast auf die Dauer unerträglich. Die übergroße Mehrheit aller Wirtschaftskenner waren sich darüber klar, dah im Interesse unseres wirtsch Etlichen Wiederaufstiegs und damit auch der nationalen und politischen Befreiung ein Steuerabbau erfolgen müsse. Dieser ErtenntniS hat sich auch die Reichs- regierung nicht länger verschließen können. Sie hat ein Steuerbukett von sieben einzelnen Gesetzen dem Reichstag und dem Reichswirtschaftsrat zur parlamentarischen Behandlung zugehen lassen, und sich darin nicht mit einem schematischen Abbau der bestehenden Steuersätze begnügt. sondern mit dem Versuch, die Steuer- Politik wieder auf die fast ganz nerlorengegan- fjenen Grundsätze der Gerechtigkeit und Trag- ähigkeit einzustellen, gründliche Reformarbeit geleistet. Sehr wesentliche Punkte der Finanzreform bleiben allerdings auch noch in diesen, Entwürfen unberührt, so z. 2. der Finanzausgleich zwischen Reich. Ländern und Kommunen, über den in den bisherigen Verhandlungen noch keine Ikberein- flimmung erzielt werden konnte. Mit dem unhaltbaren Desteuerungsmodus der Jnflationsjahre räumt das sog. S t e u e r ü b e i- leitungsgesey auf. Es bestimmt, dah die für das Jahr 1924 geleisteten Vorauszahlungen als endgültige Aolöfung der Einkommen- und Körperschaftssteuer für 1924 gelten sollen. Für 1925 glaubt das Finanzministerrum ebenfalls noch Nicht auf die Vorauszahlungen verzichten zu tön- tien. Es trägt aber der Tatsache Rechnung, dah die Vorauszahlungen sich auf den Umfat} oder das Vermögen ohne Berücksichtigung des tatsächlichen Ertrages gründeten, vielfach a'.so aus der Substanz geleistet werden muhten. Für 1925 kann nun der Ablösungsbetrag herabgesetzt werden, wenn besondere wirtschaftlich« Verhältnisse dies rechtfertigen. Äachdem das Steuerüberleitungsgesetz seine Schuldigkeit getan hat. tritt das Einkommensteuergesetz in einer durch die gänzlich veränderte Wir.schaftslage nö.ig gewordenen neuen Safiung in Kraft. Die erste Veranlagung zur Sintommenfteuer soll erst 1926 auf Grund des Im Jahre 1925 bezogenen Einkommens erfolgen. Der Sturz des Kabinetts Marx. Ablehnung des Dertrauensvotums. — (Eine neue Kandidatur Marx 2ad> einem Schluhkampf von beispielloser Heftigkeit ist am Freitag das Kabinett Marx in der Abstimmung mit 221:218 Stimmen unter- legen, waraus der Ministerpräsident sofort f ü r f i ch und da - ganze Kabinett den Rücktritt erklärte. Ein Ergebnis, das zu erwarten war. das an dieser Stelle auch vorausgesagt worden ist. Immerhin. Herr Marx hat sich dabei eine persönliche Schlappe geholt. die nicht unbedingt notwendig war. Die Regierungeparleien haben außerordentlich ungeschickt operiert, die Wahl ihrer Redner war mehr als unvorsichtig. Herr Leinert von den Sozialdemokraten und Herr Schwering vom Zentrum haben am Donnerstag reichlich viel Porzellan zerschlagen, der Versuch, es am Freitag wieder zusammenzuleimen, schlua fehl, im Gegenteil, es wurden noch mehr Scherben angerichtet. Am meisten durch Herrn H e i l m a n n. Das wenigstens hätten die Sozialdemokraten sich sparen sollen, dah sie ausgerechnet diesen doch zum mindesten stark angefeinbek-n Mann auf die Rednertribüne schickten. Der Ertolg war denn auch wohl ganz anders. als sie sich das vorgestellt hatten, ein ohrenbetäubender Lärm empfing Herrn Hrilmann. Worte wie Darmat-Schieber. Oberschieber. Arbeiterverräter und andere Kosewv te wurden ihm entgegengerufen, so dah es ihm nicht möglich war. zu Worte zu kommen. Der Präsident versuchte vergeblich, durch dauerndes Läuten mit der Glocke Ruhe zu schassen, auch die Stimme der Glocke ging in dem allgemeinen Lärm unter, bis Herr Heilmann zuletzt gezwungen war. die Rednertribüne zu räumen, worauf auch der Präsident seinen Platz verlieh und automatisch eine Unterbrechung der Sitzung eintrat 3n der Pause haben die Sozialdemokraten dann doch beschlossen, dah Herr Heilmann unter allen Umständen zu sprechen habe, und derngem h drohte der Präsident die schärfsten Mahregeln an gegen jedes Mitglied des Hauses, das ein anderes am Reden hinderte. Sine Drehung, die er allerdings nachher, als der Deutscho^lkspar- teiler v. Eampe von der Linken systematisch nieder gebrüllt wurde, vollständig vergessen zu haben scheint. Genug, Herr Heilmann kam also zu Worte und zog nun los. Sin Unschuldsengel ist tatsächlich. wenn man seinen eigenen Worten glau- ben darf, ein rabenschwarzer Sü der im Vergleich zu ihm. Die wahren Schuldigen sitzen ganz wo anders. Er huldigt der Theorie, dah der Angriff die beste Parade ist. deswegen zog er denn auch alle-, was ec im Laufe der Zeit am, Klatsch über die anderen Parteien gehört bat. bereitwillig heran. Den Deutschvölkischen machte er ben Vorwurf, dah sie alle möglichen korrupten Leute geduldet hallen, die Deutsche Volks pari ei griff er an und behauptete, dah Dr. Stresemann nicht nur mit dem Sprit- Weber sehr intim gewesen wäre, sondern auch noch zweifelhaften Leuten Empfehlungsbriefe nach Ruhlar.d gegeben habe für geschäftliche Zwecke. Darüber wird wohl noch ein Wort der Wider- legung später zu sagen fein. Den Höhepunkt erreichte aber Herr Heilmann in der Schluß- bemerkung. daß die Deutsche Volkspartei ihre Politik geändert habe infolge von Schmiergeldern der Schwerindustrie. "Nachdem er diesen Trumpf ausgefpielt hatte, räumte er befriedigt das Feld, ohne wohl eine klare Vorstellung davon zu haben, welch" eigenartige Rolle er spielte. Unter, man kann schon sagen, atemloser Spannung kam es zur Abstimmung. Die Entscheidung stand. das wuhte man, auf des Messers Schneide. Wenn es den Regierunasparielen gelang. die letzten Reserven heranzuholen, konnten sie sich vielleicht durchsetzen. Wie sich aber nachher herausstellte, haben auf ihrer Seite mehr gefehlt, allein vom Zentrum vier, zum Teil wohl sogar absichtlich, und dadurch ist Herr Marx in der Minderheit geblieben. Seine An- 'üi&igung d S Rücktritts wurde von der Opposition mit stürmischen Kundgebungen aufgenommen, und dann vertagte man sich auf den 3. März, um inzwischen Zeit zu finden, wie daS Problem der preußischen Regierungskrise jetzt weiter gelöst werden soll. Sitzungsbericht. Berlin, 20. Febr. Am Regierungstisch zu Beginn der Sitzung Dr. Marx, Am Zehnhof f und Severing. — Die Tribünen sind stark besetzt. Abg. Winter ich (Komm) erklärt, dah die Vorbesprechung der Regierungserllärung der notleidenden werktätigen Bevölkerung keine Hilfe bringen werde. Abg. Riedel (Dem): Die Deutsche Dollspartei helfe der Reaktion und rechne auf die Mithilfe der Kommunisten. Rach rechts zu verhandeln hätte für Herrn Dr. Marx nicht den geringsten Zweck gehabt, nachdem die Deutsche Vollspariei die grobe Koalition abgelehnt und sich für den Block der Reaktion entschieden habe. Das Kabinett Marx habe immer eine Mehrheit, daran ändere die Blutsbrüderschaft mit den Kommunisten nichts. Abg. Diester (Wirtsch. Dgg.. Dt.-Hann.) kritisiert die P e r s o n a l p o l i t i k deS Minister- des Innern S e v e r i n g. Wenn die Wirtschafts- Vereinigung auch einen Minister im Ministerium gerne sehe, könne sie dem Kabinett doch kein Vertrauen schenken. Abg. W u 11 e (Rat.-Sotz.) protestiert dagegen. dah Reichskanzler, die abgewirtschaftet haben, als Ministerpräsidenten für Preußen gerade gut genug sind. Der jetzige Ministerpräsident Marx hätte Aeuherungen getan, die von Hah gegen die Entwicklung Preußens zeigten. (Lärm im Zentrum.) Unter ungeheurem minutenlangem Geschrei und Gejohl der Rechten und der Kommunisten besteigt darauf Abg. Heilmann (Soz.) die Tribüne. Ununterbrochen ertönen die Rufe: Dar- matfchieberl Oberschieber!, so dah der Redner nicht beginnen kann. Vergeblich bemüht sich der Präsident. Ruhe zu schaf en. Immer von neuem ertönt das betäubende Geschrei der Rechten, wäh- rend der Redner zu sprechen begonnen hat. Da er nicht durchdringen kann, verläßt er die Tribüne. Die allgemeine Erregung im ganzen Hause hält an. Der Präsident verläßt feinen Platz, womit eine Unterbrechung der Sitzung eingetreten ist. Präsident DartelS eröffnet die neue Sitzung um 2.25 Uhr und erklärt, dah jedes Mitglied da- Recht zum Reden habe. Gegen den. 6er daS hindere, werde er mit allen Mitteln der Geschäftsordnung Vorgehen. DaS Wort erhält darauf erneut Abg. Heilmann (Soz.) Die Deu:fchnationalen und die Abgeordneten der Freiheitspartei verlassen den Saal. Den Ausdruck de- Abg. Schlange, man müsse um Heilmann und seine Partei einen Pestkerdon ziehen, bezeichnet der Redner als kalte A'fenb^sheit. die mit ruhiger Ucberlegung aasgefpuckt worden fei. Der Aog. Wulle habe erklärt, er verlange, dah in die letzten Winkel Des KorruptionSfumvses hineingeleuchtet werde. Dieser Au gäbe, so fahr der Redner fort, möchte ich mich heute unter- ziehen. Die Deu tschvölkische Dank in Berlin, die Herrn Wulle nicht unbekannt ist, hat bankerott gemacht, und ihr Direktor 03ruft wird von der Staatsanwallscha t wegen 2000 Dftrugs- fällen verfolgt. (Erregt erscheint der Abgeordnete Wulle bei diesen Worten im Saal und meldet sich bei dem "Beisitzer zu Worte.! Und solche Leute sprechen von Korruption, die Direktor einer LBank sind, die sich bezeichnet als offizielle Bank sind, die sich bezeichnet als offizielle ich eine längere Redezeit habe, dann werde ich über die beutfdjnationalen Abgeordneten Graf Westar p-und Schiele noch intereff-ntere Mitteilungen machen. (Zuru^der Kommunisten: Denken Sie an Da ryrat!) Die Deutsche Volkspartei frage ich, ob Herr Stresemann von Spritweber nicht größere Summen für Parteizwecke erhalten hat. (Unwahrheit!) Ich behaupte to?iter. daß die Erklärung Stresemrnns, er habe ein Empfehlungsschreiben für den Mlllionenschieber Wölpe nur im guten Glauben auf die Darlegungen des Ministers Höfle unterschrieben, unrichtig ist. Ist ferner der Deutschen Volkspartei bekannt, dah Herr Krassin ein Empfehlungsschreiben von Stresemann besitzt, das Stresemann an ihn gerichtet hat. um geschäftliche Schritte für feinen Freund und Aufsichtsratskollegen Litwin zu erreichen? (Lebhaftes hört, hört bei den Soz.) Der Finanzminister von Schließen hat ferner dem bekannten Viktor von Rakowski, der Milglied des Deutschnationalen Klubs in "Berlin ist. bei der Preußischen Staatsbank, bei der Zentral-GenossenschaftLkäste und bei der Reichs- Versicherungsanstalt für Angestellte für Kredite empfohlen. Dieser Rak:wsft ist wegen Unregelmäßigkeiten entlassen worden. Run zum Fall D a r m a t! Ob die Darmats etwas Verwerfliches getan haben, werde ich abwarten. (Gelächter rechts und bei den Kommunisten.) Festgestellt ist schon, daß sie optima fide gehandelt haben. Wird gegen einen Sozialdemokraten irgend etwas Ehrenrühriges erwiesen, so wird gegen ihn wie gegen Bauer verfahren werden. Es wird aber keine vier Wochen dauern, bi- bewiesen ist. dah alle erhobenen Beschuldigungen erstunken und erlogen sind. Abg. Dr. P i n k e r n e i l (D Dpt.): Viel. waS Heilmann heute hier anführt. ist im Untersuchungsausschuß a l S unwahr widerlegt worden. (Drohe Unruhe bei den Soz. Der Aog. wird wegen Beleidigung vom Präsidenten zur Ordnung gerufen.) Weber und Die Deutsche Volks- Partei hängen nicht im entfetnleften so eng zusammen, wie Darmat und die Sozialdemokraten. Die Parteikasse Der Sozialdemokraten ist von Obarmat mit 50000 Mark vedacht worden. (Lachen links.) Abg. Schlange (Dtl.): Der Fall Heilmann wird am besten den zuständigen In stanzen überwiesen. (Stürmische Zurufe rechts.) 3m ganzen preußischen Staate besteht das Ge- 'ühl, h er ist mal durch Zusall eine große Schieberei ans Tageslicht gekommen. Was existier, aber noch unter der Decke? Es folgt die Abstimmung über den Antrag der Regierungsparteien. Der Lan tag billigt die Regierungserklärung und spricht dem StaalSmlnisterium fein Vertrauen aus. ES wurden in namentlicher Abstimmung 439 Karten abgegeben. Mit Ja stimmten 218, mit Rein 221 Stimmen. Damit ist also das Vertrauensvotum abgelehnl, und die übrigen Anträge sind damit erledigt. Minister. Präsiden tM a r r nahm daraus baö Wsrt und erklärte, daß angesichts diese- Ergebnisse- er und fein Kabinett zurücktrete. Diese Erllä- rung wurde von der Rechten mit lebhaftem Beu fall und von der Linken mit großem Tumult ausgenommen. AIS die Tribünen in diese Kundgebungen einftimmen, droht der Präsident die Räumung der Tribünen an. Hieraus vertagt sich das Hau- auf Dien-tag 3. März. Tagesordnung: DaS Dortmunder Grubenunglück. Was nun? Berlin, 21. Febr. (Wolff.) Auf die Frage, waS nach dem Sturz deS preußischen Kabinett- Marx werden soll, gibt die deutschnationale Presse die Antwort, daß eigentlich nur die Auslösung des Landtag- übrig bleibe. Die Kreuz-Zrltung" sieht allerdings noch einen anderen Weg, der aber nach dem, waS über die Haltung des Zent-um- verlautet, sich kaum a l S gangbar erweisen dürfte, näml'ch Bildung der Regierung aus den bürgerlichen Parteien, die auf christlich-nationalem Boden stehen, nämlich aus Zentrum. Deutscher und Deutschnaticnaler DolkSpartei sowie Wlrtschast- licher Vereinigung. Die „Germania" erklärt, die Tatsache, daß die Fraktion des preußischen Zentrums unmittelbar nach der Abstimmung die Abgeordneten v. P a p e n und L o e n a r h , die durch ihr unzweifelhaft absichtliche- Fehlen bei der entscheidenden Abstimmung wesentlich zum Sturz des Kabinett- beigetraaen haben, zur Riederlegung ihrer Mandate aufgefnrbert habe, beweise deutlich, daß die Zent'umsfraktiou sest entschloßen ist, den von ihr verfolgten Weg weiter zu geben. Die Koalitions- Parteien würden weiterkämpfen, koste e-. was es wolle. Auch das ,.D. T." sagt, die gegebene Antwort auf den gestrigen Tag könne nur die sein, daß Marx den Fehdehandschuh aufnimmt. Der „Vorwärts" schreibt, cs bleibe togischerloeise nur die Wiederwahl von Marx zum Ministerpräsidenten, die Wiederherstellung des gestern gestürzten Kabinetts und eine neue Abstimmung im Landtag übrig. Marx wird, wie die Telunion erfährt, eine Kandidatur wieder annehmen und für den Fall der Wiederwahl d a S gleiche Kabinett präsentieren. Für die Wahl des M'nisterpräsidenten ist der 4. März in Aussicht genommen. Heilmanns Verdächtigungen. Richt sistellungen Dr. Ttrescmanns. Derlin, 20. Febr. (WD.) Reichsauhen- Minister Stresemann erläßt folgende Erklärung Der Abg. Heilmann fjat gestern im Preußischen Landtag nach Zeitungsberichten — den Wortlaut der Rede habe ich zu meinem "Sc- bauern nicht erhalten können — gegen mich verschiedene A n g r i s s e gerichtet, denen gegenübc ich folgendes erkläre: 1 Mir ist bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung der Fabrikbesitzer Weber vor- gestellt worden, der den Wunsch aussprach oet Deutschen Volkspartei beizutreten und Miigl.ed des ReichStlubS der Deutschen Volkspartei zu Der Steuerabzug vom Arbeitslohn bleibt mit 10 v. H. bestehen Durch Abzug steuerfreier "Beträge und Ermäßigung für finderreiche Familien — um je 1 v. H. für die Ehefrau und drei minderjährige Kinder, aus je 2 v. H. für das vierte und jedes weitere Kind — wird die Steuer gesenfi. Die Staffelung des neuen Ein- kommenstcuertarifS entlastet zwar die weniger llislungsiähigen Schultern, hält aber den steuerfreien Lohndetrag recht niedrig. da eine Heraufsetzung dieses "Betrages nach Ansicht des Finanzausschusses für die Reichskafse nicht tragbar ist. Besondere Bedeutung kommt dem Reichs» bckwertungsgesetz zu. das für die Steuererhebung einheitliche Wertbemessungsgrundsätze für die Reich-Vermögenssteuer und die Grund u. Gewerbesteuer der Länder und Gemeinden schasst. Für landwirtschaftliche Betriebe und bebaute städtische Grundstücke ist der Ertragswert. für Bauland der gemeine Wert von neu zu errichtenden Bewertungsbehöri>en festzusetzen. Zur Finanzreform gehört schließlich iwch das Gesetz über die gegenseitigen Besteuerung-rechte des Reiches, der Länder und Kommunen, das Betriebe und Verwaltungen von öffentlichen Körperschaften, die nach allgemeinen finanzwirtschaftlichen Grundsätzen so verwaltet werden, daß Einnahmen und Ausgaben sich mindestens decken, der Körper- schafts-, Vermögens- und Umsatzsteuer, bei Aeichsuntemehmen auch den Canbes- und Gemeindesteuern unterwirft. Darunter fallen also u. a. die GaS-, Wasser-, Kraft-, Elektrizitätswerke, die Schlachthöfe und Straßenbahnen. Die Gesetzentwürfe, von denen hier nur die wichtigsten Punkte herausgegrüfen werden tonnten. find zweifellos ein bedeutsamer Schritt auf dem Wege für Vereinfachung und Vereinheitlichung unserer seit den Tagen Erzbergers heillos verfahrenen Steuerpolitik. Im einzelnen werden die Parteien bei der Erörterung jn den Parlamenten iwch manche Schönheitsfehler an ihnen entdecken, man möge aber auch hier schnelle und gründliche Arbeit leisten und von lleinllchen. parteipolitischen ®rtoägurgen absehen, um nun endlich die Steuerlast so schnell wie möglich mit den Lebensinteressen der deutschen Wirtschaft in Einklang zu bringen, denn nur eine produktiv gestaltete Volkswirtschaft ist imstande, die vom nächsten Jahr an erheblich höheren Lasten aus dem Dawesgutachten aufzubringen. werden. Der genannte Klub, der keine engere Verbindung ist, sondern über 1500 Mitglieder zählt, hat nach seinen Satzungen die Pflicht, j e - den als Mitglied aufzunehmen, von dem bekannt ist, dah er zur Partei gehöre. Nach der Erklärung deS Herrn Fabrikbesitzers Weber hatte ich keine Veranlassung, mich irgendwie gegen die Aufnahme zu wenden, zumal er mir von einem Mitglied der vollsparteilichen Reichstagsfraktion vorgestellt wurde. Es ist selbstverständlich unmöglich, jemanden, der sich der Partei anschliebt, vorher zu fragen, ob er in Zu° kunft mit den Gesetzen in Konflikt kommen würde. Sobald der Reichsklub erfahren hat, dah gegen Herrn Weber Verdachtsmomente vorliegen, ist er aus den Mitgliederlisten gestrichen worden und hat davon sofort Kenntnis erhalten. Die Beiträge und Stiftungen, die Herr Weber der Deutschen Volkspartci gemacht hat, haben insgesamt den 'Betrag von 1000 Goldmark nicht erreicht. 2. Herr Heilmann behauptet ferner, dah der Direktor der Depositen- und Handelsbank, Herr Wölpe, wiederholt von mir empfangen worden sei. Wolpe in Begleitung des früheren Reichs- lagsabg. Fleischer und des damaligen Reichspostministers Dr. Höf le ist bei mir gewesen zu jener Unterredung, in der der Reichspostminister den Anlauf der hier lagernden Goldbestände gegen Papiermark durch die genannte Dank empfahl. Weder mir noch dem mit der Vermittlung der Besuche betrauten Beamten Ler ReichslanAei ist erinnerlich, dah Wolpe außerdem bei mir gewesen wäre. Sollte das der Fall sein, so ändert das nichts an der Tatsache, dah die Reichskanzlei alle Beziehungen zu der Depositen- und Handelsbank und den dabei beteiligten Persönlichkeiten abgebrochen hat, als sie aus den telephonischen Mitteilungen des Herrn Geheimrats F e l -I i n g e r erfuhr, dah gegen die Bank Bedenken obwalten. 3. Herr Heilmann behauptet ferner, dah der frühere russische Volkskommissar Krassin im Besitz eines Empfehlungsschreibens wäre, das ich für Herrn Litwin ausgestellt habe, ein Mann übrigens, der seit 25 Jahren in Deutschland wohnt und während des Krieges als Deutscher naturalisiert worden ist und dessen Söhne ihrer Militärpflicht während des Krieges genügt haben. Kommerzienrat Litwin hat mir auf meine bezüglich der Darlegungen Heilmanns an ihn gerichtete Anfrage erklärt, dah an den Behauptungen Heilmanns kein wahres Wort wäre und dah er niemals einEmp- fehlungsschreiben von mir erbeten und infolgedessen auch niemals ein Empfehlungsschreiben von mir erhalten habe. Die Ruhrkredite. Die Denkschrift im Reichstag Berlin. 20. Febr. 10 Ahr vormittags. — Der Reichstag berät zunächst in zweiter und dritter Lesung einen Zusatzvertrag zu dem am 1, September 1920 abgeschlossenen deutsch- österreichischen Wirtschastsabkom- .n e n. 3m Bericht des Ausschusses wird von dem Abg. Dr. 2ejeune»3ung (Dtntl.) betont, Deutschland fei bei diesem Abkommen mehr der Gebende als der Empfangende, aber die Mehr» heft des Ausschusses habe dennoch mit Rücksicht auf das besondere Verhältnis zwischen Oesterreich und Deutschland sich für die Genehmigung ausgesprochen. AcichSauhenminister Dr. Stresemann erklärt dazu: Trotz aller Hemmungen der Derträge von Dersailles und St. Germain sind wir entschlossen, alles zu tun, um die Beziehungen zwischen Deutschösterrelch und dem Deutschen Reich so eng und innig wie nur irgend möglich zu gestalten. (Lebhafter B i all.) Wenn deshalb der vorliegende Vertrag auch für uns den Cha- rdkter einer Provisoriums trägt, wenn er amh Deutschland weniger Vorteile bringt als Oesterreich, so haben wir ihm dennoch zuge» ftünmt, um möglichst der erste Staat zu fein, ü^r mit seinem deutschen Qlacbbarftaat Oesterreich einen solchen Vertrag abschließt. (Lstbhaf.er Beifall.) Wir sollten in diesem Falle nicht prozentual berechnen, wer mchr gibt oder empfängt. We-n es '"ach dem Willen beider Völker ginge, wurden ja üb rhauvt die Grenzen niedergerissen und wir wurden ein Land und eine Wirt- fchwf t s g e m e i n s ch a f t sein. (Lebhafter Bei» fall.) Cs ist vielfach mit Recht über die noch bestehenden Grenzschwierigkeiten gefaft werden. 3ch freue mich, mitteilen zu können, daß wir schon anfangs nächster Woche mit der hiesigen österreichischen Gesandtschaft in Verbindung treten werden, mit der Absicht, b;e gesamten wechselseitigen Sichtvermer Siorsch'iften zwischen den beiden Landern aufzuheben. (ÖebHter D'ifall.) Ter Vertrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten enb-'ü'tig angenommen. Auf der Tagesordnung steht dann die Denkschrift über die Ruhr- Kredite über die Erstattung der Reparationslasten und -schaden der Pri atwiftschaft im Ruhr- und Rhftnqebiet. Ve bun^n Wwdm damit de kommunistischen und softaldemokraffchen Anträge auf Ei"setzu"g ein s Antersuchungsaus- fchusfes zur P ü'vng b~r Rubrk edite. Rcichs'inanzmin'ster Dr. v. Schlieb en leitet die Beratung mit der Erklärung ein, die Regierung erkenne an. dah bei dm Ruhr Entschädigungen eine Etatüberschreitung ' o li gt, und sie erbitte da ür Indemnität. D e Regierung habe von vornherein die Abs'cht gehabt, diese Angftegenhftt d m Reichstag sofort nach seinem Zusammentritt zu un «breiten. Abg Dr Hertz (Soz.) begründet den Antrag seiner Freunde auf Einsetzung eines Unter- suchungsausschusses zur Prüfung der Hergabe b t ZOO Millionen Entschädigungen an die Ruhrindu'trie. Die Denkschrift der Regierung schaffe k ine befriedigende Au'klärung. Sie gebe den Schr f we ,sel zwischen Str-s mann und S.innes nvr lücf n'a t wieder: sie tri! auch nicht die Kabinettsbrschl se mit, auf die sich die Regierung in ih ec unterirdischen Pr paganda vor dem Erscheinen der Denkschrift berufen habe. Angesichts der Versuche von rechts, die früheren sozialdemokratischen Minister für die Ruhventschädigungen mit verantwortlich zu machen, mühten sie von dem jetzigen Reichskanzler verlangen, dah er der Wah.heit die Ehre gebe und bestätige, dah sein Vorgänger nichts mit der Angckgenheit zu tun hatte. (ReichZkanz- ler Dr. Luther: Richt bestätigen!) Am 12. Oktober schrieb Dr. Stresemann dem Bergbaulichen Verein, er könne bei der Finanzlage des Reiches eine Garantie für den der Revarations- schäden der Industrie nicht übernehmen. Aber schon am 21. Oktober wurde von Dr. Stresemann etwas anderes gesagt! (Auhenminister Dr. Stresemann: Weil die Regierung am 20. Oktober durch einstimmigen Beschluß ihren Standpunkt geändert hat!) Besonders ausfallend sei auch die Art der Regierungsverhandlungen mit den Zechenunternehmern. S.lange das Wiederaufbauministerium von einem Richtfozialdemo- traten geleitet wurde, habe es als zuständig gegolten für diese Verhandlungen. Unzuständig wurde eS aber in dem Augenblick, wo der Sozialdemokrat Robert Schmidt das Ministerium übernahm. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Das ist Schiebung und Korruption!) Der Redner geht dann auf die Art ein, wie von der Regierung die Entschädigungsaktion vorgenommen worden sei, unter Ausschaltung des Reichstages. Die Reichsregierung habe bei der Gewährung der 700-Millionenentschädigungen an die Ruhrindustrie ja ganz gesetzwidrig gehandelt und dadurch das Ansehen des Reiches schwer geschädigt. (Lebhafte Zustimmung links.) Die Millionenentschädigungen seien der Ruhrindustrie aus der oLÜyiabr zu Ende kommen wurde, ^.atsacyucy ist der Laus der Dinge erheblich langsamer gewesen. Es muhten darum andere Wege gegangen werden, um das Wirtschaftsleben aufrechtzuerhalten. Auf verschiedene Zwischenrufe von der Linken erttärt der Kanzler sehr erregt: Jawohl! Die Reichsregierung hat es damals auf sich genommen, das deutsche Volk durch die furchtbaren Verhandlungen hindurchzuführen. (Stürmischer Beifall rechts. Lärm links.) Abg. Dr. Hertz (Soz.: Warum haben Sie uns damals nicht die Wahrheit gesagt? (Groher Lärm und Zurufe rechts.) Der Kanzler fährt fort: Rach Abschluß des Londoner Abkommens ging der Reichstag in die Ferien. 3n dieselbe Zeit fällt die Herabsetzung der älmsahsteuer, die Erhöhung der Deamtengehälter, und alles konnte geschehen ohne den Reichstag. Der Finanzminister wollte an den Reichstag herantreten; da kamen die Regierungskrise und die Auflösung des Reichstages. Es wurde eine Steuerherabsetzung vorge.iommen ohne den Reichstag. Dann muhte auch die 12 Expreßboten auf allen oberhesfischen und benachbarten Bahnstrecken, sowie 200 eigeneVertriebsstetlen sorgen täglich dafür, daß der Giehener Anzeiger auch in den abgelegenen Orten seines Verbreitungsgebietes nsch amErfcheinungsiage pünktlich in die Hände der Leser gelangt. Staatskasse gezahlt werden, und zwar xur Abgeltung der Micumlasten, sowohl zur Abgeltung dieser Micumlasten schon erhöhte Preise auf Kosten der Konsumenten und Minderlöhne auf Kosten der Arbeiter und Angestellten bewilligt worden teuren. Man habe erklärt, das Reich habe nicht die Mittel für eine Aufwertung. Während die Ruh rindusft teilen sich unerhört bereichert haben, sind 7000 Arbeiter und Angestellte der Micumzechen brotlos und auf die Strahe gesetzt worden. Durch diese Millionenentschädigungen sei auch die Frage der Aufwertung, die ja eine Frage der Mittel sei, in ein anderes Stadium getreten. Wir verlangen die Rückzahlung der Entschädigungen, damit mit diesen Mitteln das schwere Unrecht wieder gut- gemacht wird, unter dem die Aufwertungsinteressenten bisher leiden muhten! (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Don den Parteien der Rechten und des Zentrums ist ein Antrag eingegangen: Gemäh Artikel 34 der ReichsVerfassung wir) ein U n » tersuchungsausschuh eingesetzt mit der Aufgabe. festzustellen, ob irgendwelche Beträge an die Ruhrtndustriellen gesetzlich ausge- zahlt worden sind und ob daher eine Rückzahlung erforderlich ist. Abg. Dr. Kremer (D. Vpt.) gibt für die Fraktionen der Deutschnationalen, der Deutschen und Bayerischen Vollspartei und der Wirt- schafllichen Vereinigung eine Ev'lärung ab. in der besagt wird, die unterzeichneten Fraktionen seien überzeugt, dah die Reichsregierung bei dem Ersah der Reparationsschäden unter dem Druck der Aotwendigkeit gchandelt habe, die deutsche Wirtschaft vor dem vollständigen Zusammenbruch zu bewahren. Sie seien gleichwohl für die Einsetzung eines älntersucfmngs- ausschusses, damit objektiv festgestellt werde, dah die Maßnahmen der Regierung durch zwingende Verhältnisse geboten waren und dah sie weder die Finanzen des Reiches geschädigt, noch Privatpersonen unzulässige Vorteile zugesührt habe. Die Fraktionen beantragten weiter die Ucbertoeilung der Denkschrift an den Haupt ausschuh. Reichskanzler Dr. Luther von der Linken mit Unruhe empfangen, erklärt, es klinge immer so, als ob es sich hier nur um Kredite an die Auhrkohle und wenige grobe Firmen h mdele. Aus der Denkschrift ergibt sich, dah es sich bei den 700 Millionen um die Gesamtbeträge handelt, die an Entschädigungen im besetzten Gebiet gezahlt worden sind. Die Zahl dem Empfänger dieser Entschädigung umfaßt 4 000. (Hört, hört! rechts.) Es handelt sich einfach um den Ersah der durch die Gewalt den Bewohnern der besetzten Gebiete toeggenommenen Leistungen. Das Reich muhte, sobald es dazu imstande war, diese Leistungen erstatten. Auch Dr. Hertz hat sich mit Bestimmtheit ausgesprochen, dah Rhein und Ruhr nicht Reparationsprovinz werden würden. Mit den Worten ist es aber nicht getan. Wenn man das nicht will, muh man in dem Augenblick, wo es notwendig ist, entsprechend handeln. (Lärmende Zwischenrufe links. Zustimmung rechts.) Die Frage der Gutschrift ist eine innenpolitische Ang l g.nheft, die vom Reich mit allem Archaruck erfolg:n wird. Der springende Punkt war doch, die Arbeitslosigkeit im besetzten Gebiet zu verhindern und das Wirtschaftsleben in Garm zu halten. (Widerspruch links.) Der Kanzler bestreit et. dah es zu der Indemnitätsvorlage der R.gierung erst eines Anstoßes von auhen bedurft habe. Schon in der ersten Sitzung des Haushaltsausschus es hat der R ich;- finanzminister als erster Redner dem Ausschuh Auskunft gegeben. (Lärmende Zurufe links: Unb das Schreiben des Bergarbeiterverbandes?) Auf einem anderen Wege konnte nicht verfahren toerben, da der Reichstag gar nicht früher zusammen trat. (Celächter links.) Die Regierung hat sich beim Abschluß der Micum- verträge darauf eingestellt dah man etwa im RuhrentschädigungS frage erledigt werden. Will man der Regierung vorwerfen, dah es ihr gelungen ist, im Lause des Jahres die Reichsfinanzen zu sanieren? (Großes Lärmen links und Schluhrufe rechts.) Die Zusage gilt erst für die Zeit nach der Sanierung. Sollten wir die Zusage verweigern, nachdem das deutsche Volk dazu in der Lage war, sie zu leisten? Waren die Zahlungen zu hoch? Der Reichskanzler gibt einen zahlenmäßigen äleberblick. Auch der preuhische Handelsminister Siering habe in einem Gutachten gesagt, dah die amtlichen Kchlenpreise zur Zeit der Ausführung ber Micarnver.r.ge d e tals.chlichen Selbstkosten der Ruhrindustrie nicht gedeckt haben. (Lebhaftes Hört, hort! rechts.) Abg. Dietrich- Baden (Dem.) Bei der Berechnung der Entschädigung habe sich Dr. Luther offenbar zu einfeitig von den Interessenten beraten lassen. (Sehr richtig links.) Es wird auch nicht übersehen werden, dah die übermäßige Höhe der Kohlenpreise und die W i n * derentlohnung der Arbeiter und Angestellten begründet würde mit den Micumlasten. Don der Regierung sind bei ihrer Berechnung nicht berüclsicht gt worden die Abwälzung eines Teils der Micumlasten auf die Verbraucher vn> eines anderen Teils auf die Arbeiter und Angestellten. Auch nach den Angaben der Regierung selbst ergibt sich, dah 1 4 0 Millionen z u viel gezahlt worden sind. Es wird die Aufgabe des ftlntersuchungsaus- sch sf s sein, dieses Geld zurückzubekommen, das urg f br ausreichei würde, um die berechtigten A Sprüche der g 'schädigten Ausländsdeutschen zu befriedigen. lD if.ill.) D'e auffallende Beschleunigung in der Zahlung läßt sich nur so erklären, biß die Regierung glaubte, sie würde arm sichts bT furchtbaren Rot der Masse ih "eS Do k s mit ihren Z h'u-gen feinen le'cbten 6 a b» Punkt vor bim Reichstag haben. (Lebhafte Zustimmung links.) Run einmal mit dem Aufräumen begonnen ist, dann wollen wir nicht nur bei Barmat. sondern auch bei diesen Dingen auf- räumen. (Dftfall links.) Wir wollen Rhein und Ruhr nicht zur ReparationSprovinz machen lassen: wir lassen es aber auch nicht zu, ganz Deutschland zur Revavativ"S^rovinz werden zu lassen zugunsten eiliger groß r Privatvrganifatio- nen. (Lebhafter Beifall linkS.) Re chsnußenminiftrr Dr. Stresemann betont in seiner Antwort an Dr. Hertz (Soz.). bei der wechselnden Haltung der Reichsregierung nach dem Abbruch des passiven Widerstandes dürfe niöt vergessen werden, wie stark die Außenpolitik in die Dinge hineinspielte. In jener Zeit, wo wir noch eine günstige Lösung der Reparationsfrage erwarten durften, war es ganz unmöglich, mit einer Erklärung an die Oeffent- lichkeit zu treten oder offen zu erörtern, welche Abmachungen mit der Industrie über die Frankreich gegenüber einzunehmende Haltung getroffen waren. Wenn gesprochen wird von Briefen, die Herr Stresemann an seinen Parteifreund Stinnes gerichtet hat, so ist festzustellen, dah diese Briefe dem ganzenReichskabinett bekannt waren. 2I.i der Kibinettsitzung vom 20. Oktober haben nicht nur die sozialdemokratischen M i- nister Robert Schmidt und Sollmann tcilgen^mmen, sondern auch der preuhische Ministerpräsident (Hört, hört« rechts.) Deschluh dieser K.binettfitzung ist protokollarisch fest gelegt, dah die Industrie zunächst aus privaten Krediten die Reparationen- an Frankreich übernimmt. Sinn heiht es wör lich: „Die Regierung anerkennt die Verpflichtung zur Ec- sa h i e t ft u n g. Die Ersatzleistung kann erst ein- treten, wenn die Finanzen des Reiches in Ordnung gebracht w r en sind." (Unruhe und Zurufe bet den Sozialdemokraten. Der sozi ldemokratische Abgeordnete Husemann, der Vorsitzende des Deutschen Berg:rbefterve.bandes, hat damals in einem Briefe an mich verlangt, dah die oax^ietiTungen oer xfitouirrte vom e t y» » zahlt werden. (Hört, hört! rechts.) In der erwähnten Kabinettsitzung bestand Einmütigkeit. Der damalige Innenminister wandte sich sogar dagegen, dah der Finanzminister aus einzelnen Gebieten sparen wcllte. Der preuhische M n sterpräsident stimmte gleichfalls zu und bat mich, aus Gründen der DolkS- mentalitat den Damen Stinnes nicht zu sehr in den Dordrrgrund zu stellen. (Hört, hört! rechts) In der vorletzten Kabinett, sitzung, der auch die s o z i a l de m o k r a t i. schen Minister beiwohnten, haben sie aller- dings Stimmenthaltung geübt, nicht aber in der ersten entscheidenden Sitzung. Es wird auch übersehen, dah bei allen diesen ‘Singen von entscheidender Bedeutung die auhenpoli- tischen Gesichtspunkte waren, bte damals, für? vor London, gelten muhten. (Lebhafter Deifal rechts.) Damit schlieht die Aussprache. Rach langet Gesck^slsopdnungsbebatte wird die Einsetzung eines ülntersuchungsausschusses 6e» schlossen. Die Denkschrift der Regierung wird dem Haushaltungsausschuh überwiesen. Rach 4 älhr vertagt sich der Reichstag auf Montag, den 2. März. Der Äontrollbericht. London, 21. Febr. (WTB. Funkspruch.) „Times" meldet: Rachdom nunmehr der endgültige Bericht der 3ntera£liiertcn Militär-Kontroll- Kommission vorliege. nehme die Frage deS weiteren Verfahrens die volle Aufmerksamkeit der alliierten Regierungen in Anspruch. Die deutsche Regierung habe bei verschiedenen Gelegenheiten den Wunsch nach mündlichen Verhandlungen zu dem Bericht der Kontroll-Kommission ausgesprochen und scheine anzunehmen. dah die Methode der direkten Verhandlungen in diesem Falle ebenso wie feinerfeit bei der Regelung der Reparationsfragen mit Ruhen angewendet werden könne. Dieser Wunsch mache es notwendig, in Erwägung zu ziehen, wann und wie Deutschland zur Beratung dieser Frage zugezogen werden solle. Auf Grund der vertraglichen Rechte würde es das Rächstliegende fein, wenn sich die alliierten Regierungen über den Text der Rote einigen und fte auf dem üblichen diplomatischen Wege nach Berlin senden würden. Die andere Methode, nämlich nach dem Vorbilde der letzten Londoner Konferenz die Wünsche der deutschen Regierung und ihre Bemerkungen im Laufe von Verhandlungen vor einer endgültigen Entscheidung zu hören, sei sicher elastischer, doch könne sie natürlich nur Im Falle vollständiger Einigkeit zwischen Groh-Britannien, Frankreich und Belgien bei dieser heillen Frage angewandt werden. Dw .Daily Telegraph" schreibt, die Derstöhe feien schwerlich derart, dah nicht bei etwas gutem Willen Deutschlands sie binnen verhältnismäßig kurzer Zeit beseitigt werden könnten. Man werde jedoch mit einer längeren Erörterung über die Frage der Sicherheitspolizei zu rechnen haben. Es verlaute, dah die deutsche Regierung selbst einen Plan der Reorganisation der Polizei ausarbeite. Kleine politische Nachrichten. In Chorzow (polnisch Oberschlefien) kam es zu Ausschreitungen gegen in einem Stickstoffwerk beschäftigte Arbeiter deutscher Rationalität. Eine Bande von 40 bis 50 Mann kontrollierte beim Schichtwechsel die. herauskommenden Arbeiter auf ihre Legitimationspapiere. Soweit sie feststcllte, dah die Leute in deutschem Gebiet wohnen ober in Polen wohnende deutsche Staatsangehörige sind, wurden sie m i h h a n d e l t. Zwei Werkmeister aus Königshütte erLtten dabei so schwere Verletzungen, dah sie in ein Krankenhaus gebracht werden muhten. Auch ein Beu- thener Bürger, der Oberfeuerwehrmann GalluS, befindet sich unter den tätlich Angegriffenen. Infolge Aufhebung der Partei- und Organi- fa'tionsverbote soll nun auch der Bund „Oberland" zu neuem Leben erweckt werden. Die Leitung des Bundes hat Dr. Weber übernommen. Zu Ostern soll eine allgemeine Führertagung stattfinden. Ein Ausruf zum Anschluß wird unter der Parole veröffentlicht: .Vroß- deutsch, wahrhaft und frei!“ Die tschechische Regierung bereitet einen D» setzentwurf über die militärische Erziehung der Jugend und der Bürgerschaft vor. Militärische Hebungen sollen in den Schulen, Fachschulen einbegriffen, erfolgen. Auch sollen Maßnahmen getroffen werden, um die Bereitschaft der Staatsbürger zum Zwecke der Verteidigung des Staates zu erweitern und zu veo» stärken. Aus aller Welt. Der neue Direktor des Weltpostvereine Der Schweizerische Bundesrat wählte zuH W e l t p o st d l r e k t o r als Rachfolger deS tx-rl storbenen Decoppet den Bundrsrichter Vari bani-Rerini, einen geborenen Tessiner, den biS 1922 dem Rationaloat angehörte. 1 Für eine Million Gemälde gestohlen. Wie aus Hollywood gemeldet wird, wurden aus dem Landhaus Martin Weinschenck. des Leiters der M Weinschenck-Gesellschaft In Danzig, Oelgemälde und Antiquitäten Im mutmaßlichen Werte von einer Million Dollar gestohlen, als der Besitzer für kurze Zeit verreist war. 187 000 Dollar an die Zeppellngesellschast. DaS Dudgetbureau hat dem Ko g:eh empfohlen, der Zeppelingesellschaft den geschuldeten Betrag von 187 000 Dollar x u zahlen. Die Summe seyt sich zusammen aus: 37 000 D llar für Ersatzteile für das Luftschiff „Los Angeles" und 150 000 Dollar für eine dreimonatige Unterweisung der amerikanischen Mannschaft. Schweres Grubenunglück In Amerika. Rach einer Radio-Meldung aus R e u y o r t hat sich in Sulivan (Ind.ana) ein schweres Grubenunglück ereignet, bei dem 14 2 Bergleute verunglückten. Durch sofort unternommene Rettungsmahnahmen fo.mten 35 Bergleute lebend zutage gebracht werden. 25 000 Opfer der Pest. Rach einer Fournier-Meldung aus Moskau sind, tote der amtliche Bericht des Gesund- heitsausfchufses feststellt, 25000 Personen ht Rußland an der Pest aeftorben. gegeben bin. M. M. MM-i MM Ein Vorurteil 1819c LrAL'HS ES kann mich in 1828D enen | Vermidtungen | 01618 Hole! Äobel. •553e3555555e35553555555555333e555e5S» an Ein WGrtei weher's carishafler senafn M Kanee Würze. M unti Kram sucht bestens eingeführte Vertreter bei 10% Umsahprovision. Bei befriedigenden Resultaten feste Anstellung. 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DochUfe, deren Mitglieder teilweise recht schwierige und manchmal auch gesundheitsschädliche Arbeiten im Interesse der Allgemeinhei auSführen mutzten. Besonders interessant wäre» dabei die Bilder über die Em'atztätigkeit dei Techn. Rothilse in Wölfersheim and Messel. sowie in der Landwirtschaft, im Handel, in Krankenhäusern, bei der Müllabfuhr und aus dem Friedhoi. 'Beide Vortragende ernteten für ihre Ausführungen reichen Beifall. Ein schöner, kräftiger Mokka ist für den Alltag zu kostspielig. Mit einer überraschend geringen Menge Bohnen kommt man aber aus, wenn man beim Aufbrühen 1 Würfel „echtes Carlsbadef zusetzt — Die aromatischen Extraktstoffe erhöhen sich dadurch be- Huften ist bäufin da- erste Anzeichen beginnender Krank- beit. Qtetfnnnicn §ir daher nicht schon beim geringsten 4>itlten die von Ärzten bestens empfohlenen stark destnsillerenden Lagitta-«rusten-Bonbou- in der nächsten Avo »>eke zu kaufen. Stet- oor= rätlfl: Avo beke Krofdorf. 1814A Markenartikel! 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Ich spüre viele Menschen an mir vor- uberglellen: sie streifen meine Ellenbogen, sie bilden mich an. hier und da grübt einer; ich danke, oder ich grühe und der andere dankt. Wenn man lebensfroh ist und seine Phantasie mal ungezügelt schweifen Iaht, dann beginnt sie. im Stravengedränge sich lebhaft zu gestalten und )u fragen: Wer mag jener Herr sein, der au-sieht. alS ob er ein bedeutender Mensch märe? Diese markanten GelichlSzüge. — die Festigkell seines Blicke» l Sine gaiue Welt geht womöglich hinter ihm her und lätzt sich durch (einen Schritt führen. Er taucht in irgendeinem Bierlokal Unter, man ist ein wenig enttäuscht. AIS abgeraderter, vom Tagwerk ermüdeter Mensch geht man aber nicht ohne Desühlsspiele- reiem durch daS Gedränge; ich fvage nicht weiter, ob jene schöne Dame wohl Geist habe, ob jener DreiS zufrieden sei. ob der Jüngling einmal eis tüchtiger Mann werde; ich sehe sie alle an und vergesse sie nach wenigen Schritten, well ich neue Gesichter in mich aufnehme und neue Blicke empfangen will- Ich möchte mich ganz vollsaugen mit Eindrücken von einer Masse von Menschen, die so tote ich vielleicht nichts weiter wollen als: Mensch unter Menschen sein. Wenn ich bann meine Schritte wieder bewußter setze und in die Etrahen komme, wo es weniger lebendig ist. dann s.ihle ich eS wohlig wie eine Art Ruhe in mir, datz ich mir wieder- •• AuSwä rtige AmtStage des Äret6amt8 ®icf)en finden statt: Freitag. 27. Februar, vormittags 91/, bis 1 Uhr, im Rathaus zu Grünberg, Donnerstag. 5. QHärx, vormittags 9 bis 1 Ayr im RaihauS zu L i ch, Freitag. 6. März, vormittags 9 bis 1 Ahr im Rathaus zu Hungen. Anliegen der Kreisein- gefeffenen aus den Amtsgerichtsbezirken Grünberg. Homberg und Laudach können an dem Amtstagc in Grünberg. Anliegen der KreiSein- gesessenen aus den A.ntsgericht^be^ir.en Lich und Ridda an dem Amtstag in Lich. fotae von KreiS- eingesessenen auS den 2l ntsgerichtsoczir.en Hungen und Ridda an dem Amtstage in Hungen vorgebracht werden. •• 300 Millionen Reichsmark neues Silbergeld. In der DonnerStagS- Sihung des ReichsrateS billigte dieser die R.'u- prügung von ReichSsilberm in.zen bis zu einem Gesamtbeträge von 300 Millionen Reichsmark. Die Münzen sollen so gestaltet werden, datz Fälschungen besser als bisher vorgebeugt wird. •* Personalien. Ernannt wurden der Lehrer Johannes Braun zu Rudingshain, KreiS Schotten, zum Lehrer an der Bul sichule zu Rüsselsheim. Kreis Droh-Gerau, der Rektor Konrad S p i e tz an der Volksschule zu Mörfelden, KreiS Drotz-Gerau, zum Lehrer an der Volksschule zu Friedberg; die Studienräte Dc. Friedr. Koenig an der Realschule zu Langen und Dr. Wilhelm Schraub an dem Lehrersenü-ar in Alzey zu Studien raten an der Q>rrrealsHule in Dietzen mit Wirkung vom 16. Februar ab. •• Eine Photographen-IwangS- Innung für Hessen ist mit Wirkung vom 15. Februar ab gebildet worden Von diesem Tage ab gehören alle öetoerbctrei.xibe. dir das Pl'vlo- graphenhandwerk im Dol.Sstaat Hessen betreiben, dieser Innung an. —d. Bei der gestrigen Brennholz- Versteigerung der Stadt Dietzen erzielte man folgende Durchschnittspreise: Gichen- scheiter 10,50 Mk., Kte ernscheiter 9 Mk.. FiÄien- scheiter 7 Mk., Eichenknüppel 7 Mk. Kiefernknüppel 7,50 Mk., Fichten knüppel 6.50 Mk., Eichcn- stöcke 6 Mk., Kiesernsiöcke 5 Ml.. Fichtenstöcke 3 50 Mk. je Rm. Duchenreisig 35 Mk, Eichenreisig 25 Mk.. Fichtenreisig 13 Mk. je 100 Wellen. Erwischte Lavenvteve. wn Ehepaar aus der Umgegend, das zum Einkauf nach Dietzen gekommen war. wurde durch die Aufmerksamkeit de rDefchällSinhaberin dabei ertappt. wie eS auf dem Ladentisch aufgelegte Strickwaren verschwinden lieft. In einem anderen Geschäft dagegen hatte daS Paar unbemerkt einen Diebstahl ausll^ren können. Die Deute konnte der diebischen Kundschaft abgenommen unb an die Geschädigten zurückgegeben werden. ’* Festgenommen und dem Gericht zu- geführt wurde eine von der Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M wegen Betrug- gesuchte Mannsperson. die hier zugereist war. •• 3 m Qberhessischen Kunstverein wird, so schreibt man unS. morgen Sonntag eine aropchische Ausstellung eröffnet. HeinrichHa- oer l-München bringt eine reiche Anzahl Radierungen, darunter einige, welche nach einer eigenen technischen Erfindung bergcftellt sind. Frau Lotte P. Prechner - Köln bringt eigenartige Holzschnitte; K. F. L i p p m a n n - Frank- furt a. M stellt in der Hauptsache Lithographien mit den Porträt- Fran.surter Schauspieler aus. Auherdem sind noch Arthur Stein - Wittenberge mit Radierungen und Leo Kayser- Darmstadt mü hessischen Motiven vertreten. Da diese Ausstellung nur Drei Wochen geöffnet bleibt und anlätzlich der Ausstellung demnächst ein Vortrag über graphische Kunst von einem bekannten Kunstwi'senschas.ler gehalten wird, ist ihr Besuch schon jetzt zu empfehlen. k. Die VezirkSgruppe Dietzen der Technischen Rothilse veranstaltete am Donnerstag Im graften Hörsaal des physikalischen Instituts einen VortragS- und Werbeadend. ^lach einer kurzen Einleitung des Dorsitzenden der diesigen Dezirisgruppe. Avckuell Schucharvt. hielt Volkswirt S chr ei oe r- S t o lz e - Dassel einen sehr interessanten Vortrag über das Thema: „Fünf Jahre im Dienste deS Volke»". Der Vortragende bedauerte zunächst, datz weite Kreise der Bevölkerung noch immer nicht über die Aufgaben der Technischen Rothilfe informiert seien und sich dadurch sehr oft zur Stellungnahme gegen diese Einrichtung hinreitzen heften. Die technische Rothllse sei eine Arbeitsgemeinschaft, die sich bereit erklärt hat. lur Sicherung der inneren Ruhe und Ordnung und de» Wiederaufbaues des deutschen Wirtschaf Sieben» RotstandSarbeiien dort zu verrichten .wo es sich um die A u f r e ch t- e v ft a 11 u n g gefährdeter lebenswichtiger Betriebe handelt, sowie in Fällen der Rot durch höhe« Gewalt, ä. D. bei FeuerS- unb Was! rtnot, Eisenbahnunfällen usw. einzugreifen. Sie leiste im Interesse der Allgemein» hrit nur unaufschiebbare Rotarbeit in lebenswichtigen Betrieben (DaS-, Wasser-, Elektrizitätswerke. Krankenhäuser. Volksküchen, LebenümitteltranSporten usw.) bis zur Wiederkehr der ersetzten Arbeitskräfte. Bei Ausübung dieser Tätigkeit werde daS versas- sungsmcitzige Koalitivnsrecht der Arbeitnehmer in keiner Weise angetastet. Redner schilderte die Entstehung der Technischen Rothilfe, deren geistiger Vater und Gründer der frühere ReichS- w^hrminister RoSke fei. besprach die Tätigkeit derselben, die in den letzten 5 Jahren ihreS Bestehens rund 4000 mal eingesetzt wurde, und zeigte die D'elseitigkeit der Verwendung dieser Einricktung. bezw. der Helfer. Mit Recht wieS der Vortragende darauf hin, datz eS nicht die vornehmste Ausgabe der Techn. Rothilfe sei. möglichst oft in Wirtschaftsleben eiryugreifen und I benswichtige Betrübe vor dem Ruin zu bewahren, sondern durch ihr Bestehen zu verhüten, d'tz di' Arbeitnehmersch'ft lebenswichtige De- tri be im St-che lätz'. Je schlag f'rt:qer und zahlreicher die Techn. Rothilfe berellstehe. desto mehr wü den Strnfs in ledenSw'chtiaen Betrieben ver- tzu'et. — Der zweite Redner deS Abends, Reg.» Baumeister HtlSdorf. Frankfurt a. M erläuterte an Hand von Lichtbildern die Organt- sation und Den Umfang der Techn. Rothilfe, die z. 3 über 2000 Ortsgruppen verfügt, er zeigte weiter statist-fch' Rachive'le über hon Einsatz der Techn. Rothilfe, die Fahl der beschäftigten Arbeiter und die geleisteten Arb^iSstunden, fftnr den Umfang der geretteten Lebensmittel. Autz rdem berich'ete er über die Ginsatztätigkeit frr Techn. Ra'hllfe im ve-aangmen Jahre. Die hierbei vorgeführfen Lichtbilder lieferten den De- Mlbrafix I iraiil zimmer 1 au oermif en ,n.N fiirrheiit» nu 14 ll. etbön möblierte- Zimmer per 1. März au vermieten. Bn erfr. mmt Echillerltr. 11 p. mÄiZfmmer i ob 1. März z. verm. Ittnautbst''. 12 ll, r. mööl Zimmer An vermieten (0164t Wcviteimir, 20 H, [ Mietgesuche j niiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiü Kleine Wohnung 2 bis 3 Piiumer unh llllcbe. für sofort «e» fu i't. DringlichkeitS" schein li gt vor. Sn'risil. 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Besprechung und Anterstützunq der Ve bindSbe- ftrcbunqcn auch seilen- der hiesigen Interessenten erscheinen unter diesen älm standen dringend geboten. Wettervoraussage Wechselnd b'toofft, höchstens lrichter Racht- froft. tag^Lbcr milde, stellenweise leichte Rieoer- schläge (teils Schnee). Die neue nordwestliche Depression hat sich sehr schnell ostwärts auSg Dehnt und den vorgelagerten h"hen Druck verdrängt, so datz die eingetretene Aufbesserung nur von kurzer Dauer war. Ties-Auslauser nähern sich wiederum unserem Gebiet. Das Luftdruckgefälle in Deutschland ist allerdings gering, so datz stärkere Störungen nicht zu erwarten sind. DaS zeitweise Einströmen von westlichen brS nordwestlichen Winden bewirkt Riederfchläge, die teil» als Schnee nieberg?ften. während z g eich die T mpera u en biS 8um Gcfrierpu ckt gefu tfen sind und daS Minimum in der letzten Rächt sogar noch etwas darunter lag. Gictzcuer Wochcumarktvreise am 21. Februar. (Händlerpreise.) ES kostete daS Pfund: Butter 200, Malte 35. Käse 65 bis 07. Wirsing 15 biS 20, Weift- kraut 10 bi» 15. Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 biS 15, Spinat 40, Untcrtoftlrabl 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, Feldsalat 100, Tomaten 150, Zwiebeln 15 biS 25, Meerrettich 40 bis 90. Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5. Aepfel 12 bis 20. Dirnen 10, Dörr* übst 35 bi» 40, Honitz 40, Junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Gänse 90. daS Stück: öicr *2, Blumenkohl 100 bi» 150. Salat 50; Endivien ldaS Pfund) 100, Lauch 5 bi» 20, Sellerie 20 bis 70 Pfennig. Vornatizen. — TageSkalender für SamStag. Scfangveicin Hetterkeit 8.11 Phlloiopbenwu.o karnevalistische UntcrlKtltung. — Evang. Arbeiter- Verein 8.15 Uhr Dereinslokal Hauptversammlung. — Touristen-Verein .D,e Raturfrcunde" 8 llftr Kathol. DereinShaus Heiterer Abend. — TageSkalender für Sonntag: TStadttheater: 3.30 IHjr ..Schnützekbutzhiusel". 6.43 ilftr .Der Iigeunerbaron". — Konzeriverein: 4.30 ilftr Universität-rula Helge Lindberg. — Spielvereinigung 04: 7.59 Hftr Liebigsh he Maskenball. — Turnverein v)n 1816: 4 Uftr nachm. Turnhalle k. rncv listisches K-mzert. — D llspiel- klub 1920 : 6.92 Uhr Phil sophenwald Mas en- ball. — M nd-llnen-Glt:rre-Bcretn,,Re polita": 7 Uhr Öaalbau Sauer Maskenball. — LukaS- gemcinbe: 8 Uhr Luk issaal Famllienabend. — Wartburgverein: 8 Uhr im Heim Generalversammlung. — In der Stabtkirche spricht Sonntag. den 2 2. Februar, abends 8 U ft r, Sehweizerpillen seit 50 Jahren weltbrkanntet Abfülirniiftel wirken mild and »rerlli-ulx. In eilen Apotheken erhilUirh I.6O Jt die Sehechle! Kitr flelln. pel 1.5 Extr.Arkill. moe, I«. - a foe« - Abirntb m I.O. Kilr. 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FW llr. 44 Zweites Blatt________________Stetzener Anzeiger (Heneral-Aitzelger sur Vveryenen, Die neuen Steuergesetze. Der Entwurf der Reichsregierung. Die 'Reichsregierung hat nunmehr sämtliche Entwürfe zu den neuen Steuergcseyen fcrtiggc- siellt, die schon durch die grobe Rede des Stact«- fekretärS Dr Popih im Steuerausschuß deS ReichStage« am 10. Februar angekündigt worden isind. Ihre Drucklegung ist anfang- dieser Woche erfolgt und die Gesetzentwürfe mit ausführlichen 'Abrundungen sind soeben dem Reichstag und gleichzeitig zur Begutachtung dem vorläufigen ReichSwirtschaftSrat zugegangen. 1. Das Steuerüberleitungsgesetz Degen der groben Verluste. die 1921 in vielen Industrien entstanden find, würde eine regelmäßige Veranlagung für 1924 zu großen Erstattungen führen und deshalb für die -Haushalte de« Reich«, der Länder und Gemeinden nicht tragbar sein. Die Dirtschaftsjahre 1923/24 reichen auch noch in die Inflationszeit hinein. Bei diesen Wirtschaftsjahren soll es deshalb bei den geleistetenVorauSzah- Lungen bleiben, eine Erhöhung jedoch niemals. eine Herabsetzung nur stattfinden, wenn die ^Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt war. B auf 2 Prozent herabgesetzte Lieferungen und Leistungen, die der Gesellschaftssteuer oder der Aufsichtsratssteuer unterliegen, werden von der Umsatzsteuer befreit. Wertpapiersteuer. Die Wertpapiersteuer süö die Ausgabe von Industrieobligationen wird von 3 Prozent auf den Friedenssatz von 2 Prozent herabgesetzt. Die Wertpapiersteuer auf ausländische Aktien wird von 5 Prozent auf 4 Prozent herabgesetzt. Dörsenumsahsteuer. Die Dörsenumsaysteuer sür Umsätze von Aktien wird bei Kundengeschäften von 0,6 Prozent auf 0.3 Prozent, bei Händlergeschäften von 0,2 auf 0,1 Prozent herabgesetzt. Die erhöhte Steuer für Geschäfte zwischen Richtbankiers wird beseitigt. Die Herabsetzung der Steuer bei Geschäften mit dem Auslande auf die Hälfte, wird wieder hergestellt. • Grunderwerbssteuer. Die Grunderwerbssteuer wird von 4 Prozent auf 3 Prozent herabgesetzt. Zuschläge der Länder, Gemeinden und Gemeindeoerbände zu der Grunderwerbssteuer sollen fort fallen, wenn bei der Gründung oder Kapllalerhöhung einer Kapitalgesellschaft Grundstücke gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten aingebracht werden, well ohnehin von dem Rechtsvorgang neben der Grunderwerbsteuer Gesellschaftssteuer erhoben wird. Wechselsteuer. Die Wechselsteuer wird von 3/10 Prozent auf Vu» Prozent herabgesetzt. Dom rheinischen Humor. Eine Karnevalsbeträchtung von Friedrich Carl Butz. In verklungenen, schönen Zellen hat in den Wochen vor Karneval ber rheinische Frohsinn ausgeschäumt wie goldener Seckt. Aas aller Welt kamen Leute, lebenshungrig unb „des trockenen Tons sattum an den 11 fern des Rheins teil- zuhaben an den Stimmungswundern, die sich kurz nach Silvester da auftaten. Sie wollten die belebende Medizin „Humor" gegen vergangene und künftige Gebresten des Seins hier an ber Quelle schlürfen. Es ist heute nicht mehr ganz so. wie ehedem. Aber es wird kommen der Tag^ da wird wie einst Prinz Karneval fein souveränes Reich aufrechten unb .Hunderttausende werden das Haupt dankbar lachend zu ihm erheben. Sie werden ihm zujauchzen und sich eins mit ihm fühlen in dem Bewußtsein, daß ein Dasein ohne Freude, ohne Lachen, das sich bis zur dionysischen Verzücktheit steigen mag. einem Leben ohne Sonne und Frühling gleich fonrmt. Solche Gedanken wurden besonders stark in mir lebendig, als ich jüngst in die marmorne Schönheit der Uffizien zu Floren; mich versenk.e. Besonders die Eusarschädel erregten mein Blut. Weiß und fühle ich doch, daß Brücken von mir über lange Geschehnisse hinüberführen zu alt- römischer Vergangenheit, die hier wieder Gegenwart wird. Jahrhundertelang faß das römische Eroberervolt in Germanien —. mehr wie eine halbe Million romgeborener Männer mag bei uns am Rhein seßhaft geworden sein. Die Legionäre erhielten nach Beendigung ihrer Dienstzeit in den Kolonien Dotationen an Geld und Land, aber — keine Frauen. Sie nahmen also Eingeborene zur Ehe. Der Riesenstrom südllchen Blutes ist heute noch deutlich nachweisbar — die Schädelbildung der dinarifchen und medlleranischen Rasse ist sichtbarer Beweis. Doch auch noch anderes: die laute Stimme des Blutes. Italiensehnsucht der Deutschen ist zum guten Teil Heünatssehnsucht. Der berühmte rheinische Humor ist Folge sonniger Veranlagung — die ist eingepslanzt durch die Kolonisten, die aus dem Sonnenlande, dem Süden, kamen. Froh die Stunde genießen, mit einem Scherz über Schweres Hinweggleiten, einer heiteren Richtigkeit für kurze Zeit zentrale Bedeutung geben, fest halten am Glauben: es wird schon wieder besser werden, ein Lied auf frohen Lippen, auch wenn der Buckel noch so voll gepackt ist — das sind güldene Erbstücke aus der deutschen Entwicklungsgeschichte, soweit sie mit der römischen Kolonisationspolitik verkippest war. Die Mehrzahl unserer Dichter und Sänger entstammt dem Rheingebiet. Das kommt nicht von ungefähr. Die Germanen, in Sonderheit die Franken, übernehmen in Kleidung, Sprache. Häulerbau, schnell die höhere Kultur der Eroberer. Ein gut Teil aller deutschen Wörter ist lateinischen Ursprungs. Das Rhein-, Main-, Lahngebiet hat seine spezifische Rote, anthropologisch von Rom erhallen. Das Klangbett des rheinischen und des süd- llalienifchen Dialekts ist von ausfallend gleicher Machart. Der kölsche Jong braucht nur die italienischen Vokabeln zu lernen — den rechten Schwung besitzt er schon von Kindesbeinen an. Und wenn wir in das kölsche Sprach bett die laleinifchen Vokabeln streuen, haben wir eine Vorstellung, in welcher Art das Altrömische ausgesprochen wurde. Die Mutter der klanglich farbigen. gesanglichen rheinischen Sprechweise wohnte in Rom. Und in dieser Erkenntnis liegt Trost für Künftiges. Was so tief verwurzelt ist in des Wesens Kern seit fast zwei Jahrtausenden, das kann eine vorübergehende Depression wohl äußerlich dämpfen, zugrunde gehen kann es niemals wieder. Da alles Leben in Wellenbewegung abläuft. so muß einst die Entwicklung auch wieder den Wellenberg erreichen. Und dann wird auf« neue aufleuchten der sonnige, goldene, leben- bejahende. Seele und Leib erfrischende, rheinische Humor. — Musikalische Vererbung. Daß musikalische Begabung erblich ist, zeigt nicht nur der Stammbaum der großen Musiker, sondern ist auch im Alltagsleben vielfach zu beobachten. Heber die Gesetze dieser Vererbung war aber bisher wenig bekannt, und es ist daher eine dankenswerte Tat der beiden Professoren H a e d e r und Ziehen, daß sie in ihrem Werk .Vererbung und Entwicklung der musikalischen Begabung" durch statistische Erhebungen bei mehreren tausend Menschen gewisse allgemeine Grundsätze der Vererbung feftgeftellt haben. Rach ihren Ergebnissen, überwiegen in Ehen, bei denen nur eins der Ellern musikalisch ist. die männlichen ausgeprägt musikalischen Rachkommen die weiblichen: dies gilt vor allem, wenn die Mutter der musikalische Tell ist. Wenn beide Eltern musikalisch sind, dann kommen etwa 40 Prozent sehr ausgeprägt musiLllische und fast 40 Prozent musikalische Rachkommen vor. Es finden sich aber auch wenig musikalische und gänzlich unmusikalische Rachkommen. Es zeigt sich, daß männliche samstag, z.\. zeorum y?za Außenpolitische Umschau. Don Pros. Dr. Otto Hoetzsch. M. d. R. Der Konflill der Türken und der Griechen um die Vertreibung des Patriarchen au« Konstantinopel, her Ausfall der Wahlen in Jugoslawien, das neue Ringen Ocsterreich S um eine Völkerbundshilse. es sind alle« Vorgänge auch von größerer außenpolitischer Bedeutung Aber die wirklich großen Fragen Europas, die im Vordergrund heben, drängen doch alles nicht nur von uns. auch für die Kabinette von London und Paris, leibst für daS in Rom zurück. Jeder Tag beftauqt neu, daß in den Mittelpunkt der außenpolitischen Erörterungen eben die Sicherheitsfrage gerückt ist. Die letzte Woche hat die Rote Churchills an den französischen Finanzminister gebracht, die mll bestimmten Vorschlägen Englands an Frankreich die Schulden frage wirllich etwa« weiterzubringen in der Lage ist. Sie hat außerdem den Ab chluß der Arbeiten der Militär- kommission des Völkerbünde« in Genf gebracht. Jetzt bereitet man sich in London und Paris auf die Zusammenkünfte der Minister Chamberlain und Herr tot, Ehurchill und C l e m c n t c I vor, und dann will man am 10. März die neue Tagung de« Rate« de« Völkerbundes In Genf beginnen, auf der die SicherheitSirage. io vorbereitet, weitergeschoben werden ioll. Durch die iI i t ä r f entroll c und den Bericht, der endlich in Aussicht steht, ist Deut chland mit allen diesen Besprechungen und Gegensätzen noch enger verbunden, wirk es von ihnen noch stärker berührt alS es an sich schon durch die Bedeutung der Frage selbst bei Fall wäre. Die Einzelheiten der Schuldenfrage intcr« cfficrer. hier nicht Aber töicßiig ist ber große Gegensatz, der, zw.scheu den beiden maßgebenden Mannern Churchill und Clementel in der Angelegenheit besteht. Englands großer Gesichtspunkt ist ja. daß eS von seinen Schuldnern nur soviel haben will, als es selbst nach dem bekannten Arrangement an die Vereinigten Staaten, an Amerika zahlt. Dabei versteht es unter feinen Schuldnern nicht nur die Alliierten des Krieges, denen es geborgt hatte, oder für bu es eine Bürgschaft bei den Vereinigten Staaten übernommen hat, sondern auch Deutschland Das heißt, daß England. feinen ReparationS- anteil aus den Zahlungen des DaweSplanes in diese Forderung einrechnet, mithin den entsprechenden Satz an der Forderung an Frankreich abzieht. Man spricht davon, daß auf diese Weise England nicht weniger als ’A seiner nominellen Forderung an Frankreich tatsächlich st reicht. Insofern ist allerdings bu letzte englische Rote ein Anstoß zu einer /Regelung des brennenden Problems. Aber Frankreich, ohne Unterschied von Poincare und Herriot, lehnt diesen Zu- sa mm en Hang zwischen fraiubiifcßen Schulden und deutschen Reparationszahlungen ab. Es fragt Churchill, was werden solle, wenn au« irgendwelchen Gründen die Zahlungen auS dem Dawesplan nicht voll eingingen. Werden bann die Alliierten. Frankreich, Italien und andere Schuldner, ebenso auch solidarisch für die ganze Summe haltbar sein? Das ist ein Gegensatz, der bisher unausgeglichen ist. Hinzu kommt nun, daß der Kampf um die Ordnung der französischen Finanzen und ber Kamps um den Kurs des Franken die Reigung Frankreichs, jetzt an die Bezahlung oder Regelung seiner Schultz gehen, keineswegs erhöht. Also sieht man nicht, wie ba eine Einigung zustande kommen soll. Indes ist Herriot bereit, mit England verhandeln zu lassen, weil auf diesem Wege noch am ehesten Aussicht auf eine Streichung ist, eine Aussicht, die in den Verhandlungen mit Amerika völlig ausgeschlossen ist. In der Sicherheilssrage liegt eS nicht viel anders. Hier steht heute England auf dem Standpunkt, daß Entwaffnung Deutschlands und Kölner Zone direkt mit Srcherheitsfrage und Genfer Protokoll gar nichts zu tun haben. Der Bericht über die Militärkontrolle soll ergehen. die ..Verfehlungen" Deutschlands sollen von diesem bereinigt werden. Ist das der Fall, haben die alliierten Truppen aus ber Kölner Zone abzurücken. Die Sicherheitsfrage aber wird weiter behandelt, in Genf, im englischen Reichsverteidigungskomitee, in den Verhandlungen Chamberlains mit den großen englischen Kolonien, nvt all den Erwägungen, in denen man nicht recht vorwärts kommt: Pakt zu dreien, das heißt: England, Frankreich, Belgien, Frag« der Ostgrenze, Frage Holland und Schelde usw Personen für die musikalische Begabung im allgemeinen empfänglicher smd. und daß die musikalische Vererbung durch die Mutter im allgemeinen wirksamer ist. Die Entwicklung der Musikbegabung weist im Leben de« Einzelnen zwei Höhepunlle auf. Die Musikbegabung tritt bei inusllalisch sehr veranlagten Personen schon oft vor dem Ende des zweiten Lebensjahres hervor. Dabei spricht mit. baß die Musikbegabung von den musikalischen Eltern gewöhnlich leichter und früher entdeckt wird als in anderen Fällen unb auch die Anregung auf musikalischem Gebiet größer ist. Aus solchen musikalischen Familien kommt öfters bic Angabe, baß musikalische Begabung in Form richtigen Singens schon vor dem Sprechenlernen auf tritt Kurz vor ber Pubertät macht sich die musikalische Begabung bann stärker gellend und wird daher leichter erkannt. Don 45 komponierenden Personen hatten 13 feine Gelegenheit, früh Musik zu hören. Ueberhaupt kann sich die kompositorische Begabung unabhängig von musikalischen Anregungen in der Kindheit entwickeln. Eine sichere Beziehung zwischen musikalischer und mathematischer Begabung, wie sie oft behauptet w >rden ist, formte nicht fest- gestellt werden. Vielmehr ist der ProzeMfah der mathematischen Begabung auffallend hoch bei musikalisch nicht veranlagten männlichen Personen: anbererfeit« zeigen die sehr musikalischen Menschen einen niedrigen Prozentsatz mathematischer Begabung. Dagegen b'-steht beim männlichen Geschlecht wahrscheinlich eine Beziehung zwilchen mustkalischer und zetchnerischer und in noch höherem Maße zwischen mufitalischer und dichterischer Begabung. Beim weiblichen Geschlecht scheint mit der Musikbegabung häufiger zeichnerische als dichterische Begabung verbunden zu fein. Frankreich wiever, unO auch hier Pvin- care und Herriot, steht auf dem Standpunkt, wie Sozialist Paul Doncour es formuliert hat: Frankreich hält die Wacht an den Rheinbrücken, bis es den Sicherheit s p a k t bekommt. „Es beruft sich auf die Militärkontrolle. Es hofft auf das berühmte militärische Komitee von Versailles, dessen Vorsitzender der Marschall Foch ist. Es fordert, dah der Bündnisvertrag von 1919 zwischen Frankreich, England und Amerika, um den es damals betrogen worden sei, in irgendeiner Form erneuert werde, und es will natürlich auch die Sicherung der Grenzen für seine östlichen Verbündeten, insonderheit Dolen und Rumänien. Man will Köln nicht aufgeben und die Kontrollkommission nicht auflösen, wenn man nicht „das Versprechen bewaffneten Beistandes" erhält oder wie Boncour sagt: „Entweder geben die Alliierten Frankreich die nötige Garantie oder Frankreich sucht sie sich selbst." 3n England aber drängt sich blc_ Lage des wahren englischen Interesses, die die führenden Köpfe dort längst begriffen haben, auch schon an die Oeffentlichkeit der Presse. Gewöhnlich ist es so, daß die Wochen- oder Monatsschriften wie die Pioniere voranlaufen und die neuen Formeln schaffen. Dann folgen die großen Tageszeitungen, dann die Ministerreden, dann sind die Dinge zur Entscheidung reif. Eine der besten englischen Wochenschriften, der „Rew States- m a n“, ist dieses Mal in der Rolle des Pioniers. Richt, daß er Herriots Rede vom 28. 1. absurd oder beinahe verbrecherisch nennt, ist die Hauptsache, sondern daß er ganz brüsk sagt, „man solle Frankreich doch offen sagen, daß, wenn infolge seiner Politik die Deutschen in einen Revanchekrieg getrieben würden, Großbritannien ihm nicht zur Hilfe kommen wollte. Die britischen Interessen, allerdings nicht Gefühle, sind tatsächlich enger verknüpft mit denen Deutschlands, als mit denen Frankreichs". Das trifft den Ragel auf den Kopf. Das ist genau das englische Interesse! Das ist genau die Linie, auf der sich allmählich die Sache weiter entwickeln muß. Man wundert sich über den scharfen Ton zu dieser Sache bei den französischen Sozialisten oder Radikalen. Der innere Kamps in Frankreich zeigt, weshalb man sich darüber nicht zu wundern braucht. Der Kampf geht um dieSiabi-- lisierung des Franken. Er geht gegen die Interessen des Großkapitals, das Frankreich heute schon fluchtartig verläßt, und gegen die große Industrie, die Vorteile von Der Entwertung des Franken für die Ausfuhr hat. Die jetzt herrschende-Linke, der Bund zwischen Radikalen und Sozialisten, will und muß die französischen Finanzen sanieren und den Franken stabilisieren. Der Block braucht dazu Opfer, und er läuft dabei die Gefahr der Unpopularität, die bei derlei Maßnahmen nie zu vermeiden ist. Gegen diesen Block führt die Opposition ins Feld die religiöse Stimmung, die durch Herriots Kämpfe gegen den Vatikan gereizt wird, die Panik, die durch den Franken stürz entsteht, und natürlich und nicht zum letzten den Rationalismus. Selbst wenn die französischen Radikalen und Sozialisten es wollten, innerlich wollten, sie könnten, wenn sie sich selber nicht gefährden wollen, gar nichts anderes als in der Sicherheitsangelegenheit die Opposition noch übertrumpfen, um ihr so die Waffen aus der Hand zu schlagen. So versteht man, warum Herriot am 28.1. so sprach. So versteht man, warum französische Sozialisten ihm sekundieren, und so sieht man nicht, wie zwischen England und Frankreich eine Klärung und Verständigung in dieser Frage gefunden werden kann. »Deutschland kann nicht mehr tun, als es getan hat. Cs erfüllt den Dawesplan. Es Fitngt seine Finanzen in Ordnung. Es geht ■w das Werk der Steuerreform. Cs hat sich streit erklärt, über den großen Zusammenhang von Sicherheit, Abrüstung und Schiedsgericht zu sprechen, und hat sich bereit erklärt zu einer BZirtschaftsverständigung mit Frankreich im großen Stil. Deutschlands Schuld wird es nicht sein, wenn aus den großen internationalen Konferenzbesvrechungen, die sich nun vollziehen, eine neue Erschütterung ßeroojy gehen sollte, auf die die deutsche Politik immerhin sich einstellen, vorbereiteu und rüsten mutz. Rußland und Japan. Bon unserem Moskauer E. A.-Mitarbeiter. Moskau, im Februar. Sowjetruhland ist nicht nur allein auf die Anerkennung von. feiten der westeuropäischen Mächte erpicht. In noch weit höherem Maße ist man im Kreml auf die Versöhnung mit d em Osten bedacht, die Rußland zu einer einflußreichen Stellung in dem kommenden großen Duell zwischen der angelsächsische W lt und der gelben Rasse verhelfen soll. Darauf weist deutlich der Abschluß des russisch - japan i- schen Vertrages hin, um den mit kurzen Unterbrechungen fast drei Jahre g'schachert worden ist. woweit cb sich um Svwjetrußland handelt, ist e» ganz Har, daß es dec Moskauer Regierung in erster Linie um die A n e r k e n n u n g durch eine Großmacht zu tun war, dann aber noch um wirtschaftliche Vorteile, die deni russischer. Riesenreich der Anterneh- mungsgeist der Fleiß und das Kapital des japanischen Volkes bringen soll. Auf japanischer Seite liegen die Dinge weniger emfach. Zunächst muß die Tatsache festgestellt werden, dah cö aus der ganzen Erdkugel wohl fein einziges Volk gibt, dem die Idee des Kommunismus widerlicher wäre, als dem javanischen. Daß Japan aber trotzdem nicht davon Abstand genommen hat, Sowjetruhland die Hand zu reichen, muh also seine besonderen Gründe haben. Beschleunigt zu haben scheint den japani- sch'en Entschluß der Rü ck t r i t t des amerikanischen Auhenministers Hughes und die Möglichkeit der Anerkennung Sowjetrußlands von feiten der Vereinigten Staaten. Eine weitere Rolle hat der japanisch-amerilänische Konflikt wegen der Sperre der japanischen Einwanderung gespielt, und dann noch die Tatsache, dah England den abgelaufenen Vertrag mit Japan nicht erneuert hat. Damit sind die japan.scheu Beweggründe für die Anterzeichnung des Der» träges aber noch nicht erschöpft. Den Ausschlag gab die neue Orientierung Amerikas, bei der England nur zu oft Handlangerdienste verrichten muh und so auch jetzt daran geht, gegen Japan in Singapore einen Flottenstützpunkt zu errichten. Bei dieser Lage der Dinge konnte eS Spwjet- rußland nicht schwer fallen, Japan von der grollen Q>erat>r der angelsächsischen Einkreisungspolitik zu überzeugen und zu einer Rückendeckung zu überreden. Allerdings, der abgeschlossene Vertrag kann in seiner Form Japan diese Sicherung noch nicht geben. Wenn Sowjetruhland sich aber guten Willens zeigen sollte, seine Japan gegebenen Versprechungen ehrlich zu erfüllen, so ist es mehr als wahrscheinlich, daß sich aus dein jetzigen Verhältnis der beiden Staaten mit der Zeit ein regelrechtes Abwehrbündnis herausöilden kann. Dies r Zeitpunkt wird um so früher eintreten, je eher die beiden Mächte zur Verständigung über eine gemeinsame Politik gegenüber China gelangen werden. Gelingt es Ehina mit Hilfe Japans und Rußlands, dem zerrüttenden Chaos und dem katastrophalen Einfluß der Ausländer zu entrinnen, so kann die Welt in nicht allzu ferner Zeit Dlc der überraschenden Tatsache einer einheitlichen rot--gelben Sntente stehen, die den ihr von England und Amerika hingeworfenen Fehdehandschuh aufnimmt Ungeachtet des Vertragsabschlusses mit Japan, der in Svwjetrußland alle politischen Ereignisse bei weitem überragt, ist die Erregung über die Trotzki-Affäre nicht zum Abschluß gekommen. Im Gegenteill Sie hat die erregten Gemüter nicht nur nicht beruhigt, sondern vielmehr noch neues Oel ins Feuer gegossen. Jetzt ist es Sinowjew, der Vorsitzende der Dritten Internationale, gegen den sich offen die Aktion richtet. Zunächst will man Sinowjew einmal von seiner Stellung als roten Gouverneur von Petersburg und Leiter der sogenannten Rordkommune verdrängen. Dann aber wirb auch noch darauf hingewicsen, dah Sinowjew als Vorsitzender der Kommunistischen Internationale für eine weitere erfolgreiche Auhenpolitik Sowjetrußlands ein großes Hindernis bedeute. Dieser scheinheilige Hinweis darf nun allerdings nicht sonderlich ernst genommen werden. Denn im geheimen sind die hartnäckigsten Gerüchte im Umlauf, daß in den Finanzabteilungen der Petersburger Verwaltung und der Dritten Internationale nicht alles stimmen soll. Von einer Verabschiedung Sinowjews in der Form, wie es mit Trotzki geschehen ist, wird natürlich nicht gesprochen, denn Sinowjew ist ja immerhin ein Bolschewist in Reinkultur. Ob Sinowjew aber um den schon berüchtigt gewordenen Krankheitsurlaub herumkommen wird, der ihn natürlich für einige Zeit von den politischen Geschäften fernhalten würde, ist doch stark zu bezweifeln. Turnen, Sport und Spiel. Rettungsschwimmen. Das Schwimmen, wohl die älteste und gesündeste Leibesübung, hat vor noch nicht - allzu langer Zeit in seiner Entwicklung ein Reis gepflanzt. das. anfangs viel zu wenig beachtet, jetzt unter sorgsamem Schuh um so kräftiger dem Licht zustrebt: das Rettungsschwimmen. Unsere Schwimmvereine erkennen in immer größerem Maß die innerlichen Werte des Lebens- rettungswefens, Widmen sich der Aufgabe der Ausbildung ihrer Mitglieder im Rettungsschwimmen und breiten Aufklärung und Ausbildung auch auf die allgemeine Oeffentlichkeit aus. Auf vielen Schwinunfesten ist das Rettungs- schwimmen schon in das offizielle Programm eingestellt. Der Deutsche Schwimmverband läßt seit 1921 bereits in allen seinen Gauen und Kreisen einen einheitlichen Wettbewerb durchführen; die Besten treffen sich dann auf dem Verbandsfest. Das bedeutet einen ungeheuren Schritt vorwärts in der Erziehung unserer Jugend, denn was uns Alten jetzt noch als neu erscheint, ist der Jugend eine Selbstverständlichkeit, wird ihr Gewohnheit und Bedürfnis. Die hohen menschlichen, wirtschaftlichen und sportlichen Werte des Rettungsschwimmens liegen klar $u Sage. Für einen anderen das Leben einzusetzen im Kampf gegen das nasse Element, ist das Höchste, wonach ein Mensch streben kann. Wohl nirgends winkt der Lohn für > eine edle Tat mehr als beim Rettungsschwimmen. Roch sind wir leider weit davon entfernt, ^ab jeher Mann, jede Frau unseres Volkes schwimmen kann, geschweige benn imstande wäre, einen Ertrinkenden zu retten. Da ist es denn eine der schönsten Ausgaben des Sports, nicht nur der Schwimmer, sich im Rettungsschwimmen auszubilden und den durch systematische Leibespflege gestählten Körper, den durch Turnen, Sport und Spiel erzogenen Charakter für das Wohl des Ganzen einzusehen. Wäre es nicht schön, wenn die Bevölkerung durch Erfahrung an den Gedanken gewohnt wird, daß Sportler nicht nur durch ihren gesunden und kräftigen Körper', sondern auch durch ihre Wil- lensstärle, Mut und menschliche Gesinnung jedem ein Vorbild sind? And wie wird die Achtung vor dem steigen, der nicht nur einen Ertrinkenden den Fluten entreißt, sondern auch Wieder- belebmrgsversuche anstellen kann, also nicht nur halbe Arbeit leistet. Auf der anderen Seite, wie beschämend würde es gerade für einen Sportsmann fein, im Ernstfall am Ufer untätig zu stehen und zusehen zu müssen, wie ein Mitmensch sein Leben verliert! Es ist deshalb nur ganz selbstverständlich, wenn die Deutsche Hochschule für Leibesübungen in ihren Prüfungsbestinrmungen für Schwimmen als Pflichtfach den Grundschein und für Schwimmen als Hauptfach die Bronceplakette von dem zukünftigen Sportlehrer verlangt. Kann dieser doch nur bann Achtung und Anerkennung finden, wenn er selbst in allen Dingen ein Vorbild ist. Dazu gehört aber auch die Technik des Rettungsschwimmens und die Kenntnis aller Möglichkeiten, jemanden ins Leben zurückzurufen. Aus diesen vorläufig noch recht bescheidenen Anfängen heraus muß sich der Lebensrettungsgedanke entwickeln zum Allgemeingut des ganzen Volkes. Der Turner und Sportsmann soll und muh auch hier der Bahnbrecher sein. St.»-H. Der Hessisch-Hannoversche Gaumeister im Handball in Gießen. Morgen Sonntag, wird die Leichtathlet i k a b t e i l un g des Gießener Sportclubs 1900 ihr erstes Handballspiel in Gießen liefern. Als Gegner steht ihr kein Geringerer als der Hess.-Han. Handball- meister 192 4/2 5, F. C. 05 Wetzlar, gegenüber. Dieser Gegner muß umso mehr In- teresse beanspruchen, als er gegen die Clubleute fein erstes Spiel in feiner Gaumeisterwürde sie- tert, die er sich am vorigen Sonntag im Marburger Stadion — wohl zur Aeberrafchung aller gegen den Favoriten und vorjährigen Gauvertreter, Polizei-Sportverein Kassel, durchaus verdient errang. Dieser ungeahnte Aufschwung der an 16. für er r. Haubach. Selters weg. wohlschmeckende VKein Haushalt ohne Dr.Sidl rs Siwalin I Unerreichte Heilvaste, eine Wohltat für L Oe In leidende. 1884ss 1^. In Apotheken erh. Ersatzmittel zurückweisen. Die Ä MUye KZ Ml? fe’1; geben jJ -£ Ersatz-i><" wortl'4. dir nichw 5$ grvesen- var's off hätte, f'ch -^ube. wenn sw ' bangen. & Wäldern, ve gering 6®° w 18 Ä halte mimCTO Denn M * crbteilungW grvtzenDaue Das tun jv weilen auch, unterstand I am Schutzen leer aus, ö Dem hatte, na nnt der vremh Aus den nGen verstci I. Ttittwod), mittags 91, firfltrs (Sei/ 67,2 Um. Buch. WM Tiche 2890 Wrllrn 1 3u\amnw 5. Schneise (o 2. Freitag, mittags 0% Försters Arj 176,4 Nm. i 65,2 Nm. Sui 2740ffieDen2 106,3 Nm Zujamme? 9- Schneist. Eießen, äei DerOberbürgei W fos den' Mainzlar stll auf dem Lubin 2. filafit1’ 3. i 4. " i ö. - „ 2. 3. Sich 4- „ ] 3. Klaff,' J- , 5.3 „ i 5-b „ 17 Ernten und 4 Montag, auf IIH) Dachin K-r Sä den 24 \ntet folgendes b* 1 ^Utzhvlz S Ott Reinlich und ( weist, lrüh| n $a Die Oberwälver. ‘Äoman von Alfred Dock. 4. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Draußen auf dem Schulhof hob er an; .Herr Ochrer. Sie waren fo freundlich, meiner Jrau die Christine Schmalbach auS der Eichgasse als Dkenflmädchcn zu empfehlen. Ich habe cs Ihnen schon neulich gesagt, wir sind recht zufrieden mit ihr. Sie ist anstellig und fleißig. Bor allen SHngcn hat sie den Garten in Ordnung gebracht, der heillo- vernachlässigt war. 2Blr hatten das Gefühl sic ist gern bei uns Gestern erfiärte sie meiner Frau, sie müsse ihren Dienst auf» geben und dem Philipp Airtel bei der Feld» arbeit helfen Meine Frau. die. nebenbei bemerkt. die Gutheit selber gegen die Dienstboten ist. hat sich lehr darüber ausgeregt. Ilnd mit Recht. Einmal hat sic für den Augenblick keinen Ersah, dann ist eS von der Ehristine unverantwortlich. eine Stelle anzunehmen und mir und dir nichts wieder zu verlassen. Ich bin Im De- griff, zu den Eltern zu gehen. Zuvor möchte ich Ihre Ansicht hören." .Der Schmalbach ist gestern abend bei mir gewesen", versetzte Weilandt. ..Seiner Tochter inat*» offenbar peinlich, was sie freilich gemuht hätte, sich Uipp und klar auszusprechen. Ich glaube, die Frau Pfarrer wird milder urteilen, wenn sie erfährt, wie die Dinge zusammen- hängen. Der- Schmalbach gehört zu den Ober- Wäldern, von denen eS im Doll heißt, sie sind gering geboren und bleiben gering. Er hatte iich als Holzmacher kümmerlich durchgeschlagen, batte immerhin soviel erspart, daß er eine Kuh einstellen konnte. Run wollt' er sich fein bihchen Futter ziehen und sah sich nach einem Acker um. Wenn hier Gelände bei einer Vergantung oder erbteilungshalber versteigert wird, bilden die großen Dauern einen Ring und kaufen alles auf. Das tun sie auS reiner GrohmannSfucht, zuweilen auch, um ihren Desih abzurunden. Run unterstand sich der Schmalbach, auf zwei Aecker am Schützenhairg zu bieten. Er ging natürlich leer aus. weil der Mitbewerber den längsten Atem hatte. DaS war der Philipp Rickel, genannt der Dutternickel. Der setzte hernach die Miene deS Großmütigen auf und sagte zu dem Schmalbach; .Jetzt stellst du da wie die Kinder beim Dreck. Ich schätz'. 'S iS noch keine Kuh verloren. Du hast zu wenig auf die Zündpkann' gelegt. Konntst auch net mehr drauslegen. Ja, Peter, erst muh man den Deutel fragen und dann Len Kopf. Das is cmol so in der Welt. Ich mein', du brauchst dich net durcheinander! zu machen. Horch zu! Ich setz' dir deine Kartossel. zieh' dir dein Futter und versolerier dich'). Dadefür gehörst du zu meinem Personal. Lind deine Frau auch. Ich schätz', du fährst net schlecht dcbri. Hast keine Last und keinen Drast. Hast Sommer und Winter drin Brot." Der Schmalbach, der nicht weiter iah. als seine Rase lang war, ging auf den Vorschlag ein Unb war töm Nutzland, sofort 'günitin zu verkaufen evtl, auch zu verpachten. Auskunft durch Str. Lindenstruth Frankfurt am Main Par amenlSpiatz 8. Die staatliche Oberförsterei Neustadt, Kreis Kirchhain verkauft am 3. April 1925, vormittags 11' Uhr, im Geschäftszimmer der Oberförsterei Eichen- und Äadelholz-Langnuhholz im Wege der Submission. Aäheres im „Holzmarkt", 3lr. 40 vom 16. Februar 1925. 18560 Nutzholzversteigerung im Licher Stadtwalde. 3n den Distrikten Eisenkaute, Fichtenkopf und Maurerkasparskopf werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldein- gang der Kreisstrahe Lich—Hattenrod am Donnerstag, dem 26. Februar 1925, vormittags 10 Llhr versteigert. Eichen-Stämme: 2. Kl. 7 Fstm., 3. Kl. 15 Fstm., 4. Kl. 9 Fstm., 5. Kl. 10 Fstm., 6. Kl. 12 Fstm. Duchen-Stämme: 2 Kl- 3 Fstm., 3. Kl. 14 Fstm., 4. Kl. 2 Fstm. Kiefern-Stamme: 2. Kl. 7 Fstm., 3. Kl. 14 Fstm., 4. Kl. 25 Fstm. Fichten-Stämme: 3. Kl. 12 Fstm., 4. Kl. 32 Fstm., 5a-Kl. 23 Fstm., 5b-Kl. 1 Fstm. Lich, den 13. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Lich. Treibriemen GrofieS Lager in la bavr. Kernleder - Treibriemen, Kamelhaar-Balata,Becherwerksgurte, wasserdichte Decken und Planen. Oim3 H. Jentzen, Gießen, Neustadt 32, Tel. 644. Ich bin unter Nr. 2405 Zwei hochtragende, eingetragene Stammbuchstuten Belgier u. Oldenburger, 11 und 12jährig, sowie ein zweisähriges Hengstfohlen zu verkaufen. O. Müller, Henrrettenhof Fichten-Derbstangen 1. Kl. 156 Fstm. „ 2. , 170 w „ Autzreisig 407 Rm. Bohnenstangen 4475 Stück- Die Berkaufsbedingungen können bei uns eingesehen werden. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Zahlung bei hinreichender Sicherheitsleistung je zur Hälfte am 1. Juli und 1. Oktober ds. Zs. Bei Barzahlung innerhalb 14 Tagen 5% Rachlab. Mit der Aufschrift „Holzsubmission" versehene Angebote sind bis zum Mittwoch, den 25. Februar 1925, vormittags 11 Ahr. bei uns einzureichen. in den (Lichflärten, bis zu 1300 qm, mit Lbftbaum' u. Bee- rensträuctierbestand, an Dauervächler zu verpachten. Lchr'stl. Angebote unt. 01560 an den Gies;. Anz. DrnifiaSennntriltl liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl sche UntverfitSts. Druckerei, R. Lange. Gröhes karneval. Usnzert in der Turnhalle. i845e (Eintritt 30 Pf. auch für Nichtmitgl. ürOrmeFtäiei Fastnacht-Dienstag: knffilä Fiitaahd mit Konzert 1844 im Dereinslokal „Stadt Cassel" «MUMM gegründet 1890 Frankfurter Str. 29 — Fernsvr. 146 übernehmen alle Erd-, Maurer- u. Eisenbetonarbeiten sowie Reparaturen in Hoch-, Tief- geftwbt, 3n erster beteiligten Firmen 0/ unb andere, die e ' flöten. Daneben «mateure", Funlli ktoßes Verdienst i MDorben. rege Anteilnahme diesen Problemen. Zuhörer nicht auf alle diejenigen, v Konzert oder de land oder Amen zen Aula zu hi wäre dies natüi Da aber die k ' dem physikalische! fung der erfori verboten, und di ihre Mitwirkung auf Kvpshörerdai schränken. Da« mm eil für alle- Drahllo der Gründung t OttSgruppe deS । Frankfurt a M Sie Ttälotlul Skif)mb In der endgültiger ^iundiundvesrns, r lonbtrt b«r in Der klub, ein« gewisse eingenommen hatt^ -der letzteren an zögernde Sinaeher tzoltungsrundsunke -Ländeni war ja d rundfunk Temeing worden. Dasselbe Hier tn Meßen Jri baß Interesse verschiedener JhagßQbmb im Az ^^uhrung des an Miennen Frankfurt, kllnvollfvmmenheiie Klteten, sind q Qna6e drn e'niDQnbfteie E!D^e Aäume ist vomals, da der t,Ä'B kF=: «LS unvvllfor 5U))let I 3&,: ÄS Zwecken F Ass ffflften unter dem Shah barg, Mg des * Derlin im * feierlich in 2e«u die Zahl der Schr auch hier bet ms. derer, die von d Inders die Ae vattmgen erho der von der Unit penmentalvortrag 'n, H in St Ni und r t 'n man Preisen Kaf)n aller 3fr( 'S. bmiffion U|t auf dem 6116. RI. 50 Jfhn. „ 80 . - 19 . „ 58 , „ 29 . ee ; „ 40 , JtL 156 3N- , 110 . 401 *Km. i 4415 Stück ungen tonnen bd Las Hol- ist mit ,g bei hinreichender rHWeam 1.3uli , 2ei Darzahlung 70 Dachlah. „Soljlubmifltrn ß bis zum Mitt- rr 1925, vormiteinzureichen. leigewstg dtwalde. fentaute, N-trn- stopf werden nach B am Waldein- ch—5)Ltienrvd am Februar INS, «ersteigert. „ XL 1 Zstm.. hn.,5.SU°>" Al. 3 M.1Ä uar 1925-. “'e"" E'4f6®D eSäi 'MV ***£ l=ss="S Br. ft Drittes Blatt (Siebener Anzeiger ^General-Anzeiger für ®herReffen) Samstag, z\. Februar 1925 Giehen und die Entwicklung des Rundfunks 1924. Wer sich heute nach getaner Arbeit behag- fl$ mit Zigarre ober Pfeife In feinen Sorgen- ^uhl schmiegt, um durch gütige Vermittlung seine- Radio" apparates etwa eine Oper des Frank- Wertet Opernhause-, ein Konzert einer Londoner laMbanb oder der Züricher Hau-kapelle zu ge» nj.eüen, oder gar der melodischen Stimme der römischen Sprecherin zu lauschen, wenn sie die nmiften Zeitung-rneldungen durchgibt, Kenner ,»ehen die- letztere jeder Arie vor. denkt wohl fcum daran, daß vor einem Jahre hier tn ®lcf)cn n liziell noch niemand in der Lage war, sich einen derartigen Genuß zu verschaffen, wenn tnan absieht von der vorwiegend zu anderen -wecken gebrauchten Anlage im Physikalischen Institut der Universität. Inoffiziell gab e- ja einige Glückliche. die heimlich und hinter verschlossenen Türen ihrer .Äadio"letdenschast sröhnten undSngiattdempsang betten. Aber nur die vertrautesten Freunde öurf- tei mitunter an dem Genuß teilnehmen, denn Ittoere Strafe bedrohte und bedroht auch heute > »ch, mehr al- je zuvor, jeden, der ohne amtliche '*mchmigung eine drahtlose Empfangsanlage er» rbßtet over auch nur versucht zu errichten. Die t i/rtfl tauschten jene Unentwegten ihre Srfah- i ungen gegenseitig auS, wenn sie im Dunkel der 'r-chen Winterabende mit einem geheimnisvollen R ist en unter dem Arme, der ihren wertvollsten lchatz barg, zusammen kamen. Mit der Einrich- iitig deS ersten deutschen Aundsunksenders in '5nzert oder dergleichen, womöglich auS Eng- i'iamd oder Amerika mit Lautsprecher in der gan- )ew Aula zu hören erwartet hatten. Technisch ‘täte die- natürlich durchaus möglich gewesen. '?□ aber die beschränkten finanziellen Mittel km physikalischen Institute damals die Anfchas- ♦utig der erforderlichen kostspieligen Apparate xtbeten, und die angegangenen grvhen Firmen ihre Mitwirkurtg versagten, so muhten wir un- jal Kopshörerdarbietungen nach dem Dortrag 6c- chränken. Da- nun einmal vorhandene rege Interesse hjr alles Drahtlose zeigte sich auch bald barauf bei IVv Gründung des Gießener RadioHubs. einer Di!6gruppe des Südwest deutschen Radioklubs in jranffurt a. M Die Radioklubs sollten nach dem Plane der leichstelegraphenverwaltung eine Rolle spielen bi der endgültigen Organisation des deutschen undfunkwesenS. nachdem sie ursprünglich, be- svabers der in Berlin gegründete Deutsche Radio- flub, eine gewisse Kampfstellung gegen die RTD. tlngenommen hatten, die auf das starre Festhalten ter letzteren an ihrem Monopol und das nur i'arrnde Eingehen auf die Einführung deS Unter- ^llungsrundfunkS zurückzuführen ist In anderen .Ländern war ja damals schon der Hnt'rbaftunq6- tanbfunl Gemeingut der weitesten Vll's'reise ge- brrrben. Dasselbe wurde auch für Deutschland an- jeftoebt. In erster Linie waren eS wohl die großen heiligten Firmen, wie Telefunken. Huth, Lorenz tnD andere, die einen dahingehenden Druck auS- iften. Daneben haben sich aber auch die .Radio- d r f die ganze Hochzeitsgesellschaft in AutoS zur Trauung tn die h i e- fige Kirche gebracht wurde. 6 Personenwagen mußten mehrmals fahren, bis sie alle Hoch^ils- gäfte von Unter- und Ober-Schmitten hierher befördert hatten. Die Rückfahrt Airm Hoch- zeitShauS vollzog sich In gleicher Weise. Auch hieran merkt man. wie daS Auto als Verkehrsmittel auf dem platten Lande Eingana findet und imstande ist, bei besonderen Festlichkeiten Ps«d und Wagen zu verdrängen. Arc io Schotten. •-+- Schotten. 20. Febr. Der hiesige Ium«- Gesangverein, der sich besonders glücklicher DermögeaSverhälti.isse erfreut, Hal alle K i n der unserer Stadt, ohne Rücksicht auf Der- einszugehÖ7igkeit. auf Fastnachtsdienstag zum Kaffee in seine Turnhalle e i n g e l a - öen. Ihre Tassen müssen die Kleinen mit» bringen. Gleichzeitig sollen sie durch Humor- volle Darbietungen unterhalten toerZK-n. EichelSdors. 20. Febr. Bei der gestrigen Brenn holzver st eigerung des staatlichen Forstamts wurden folgende Durchschintts- Pteife erhielt: Duchenscheiter 1. Kl. 13,65 Mk., 2. KL 8.90 ML, Eichenscheiter 7.45 Mk. Buchenknüppel 1. KL 10,60 ML. 2. Kl 8.10 ML. E'chen- fnüppel 6.75 ML. Eichenknüvpel 6,65 Mk. Di ken- fnüppel 5 ML. Obst bäum knüppel 8,10 M... E len- knüppel 6 65 M.. Aspenknüppel 4,8? Ml..Weiden- knüppel 4 ML, Äieiemlnüppel 8 M!.. Lärchenknüppel 6.60 ML. Fichtenknüppel 1. KL 5,60 Mk 2. KL 7,10 ML. Buchen reisig 2.15 Mk. Eichen- reisig 1 ML. Duchenstöcke 7,70 ML. Etchenstöckk 5,50 ML, Fichtenstöcke 220 ML je Rm. § Ulrichstein. 21 Febr. Gestern morgen begrüßte uns hier oben wieder einmal der „neue Rachbar", wie man hierzuland zu sagen pflegt, das heißt: es ist Schnee gefallen, — für die - f e n Winter sogar ziemlich ft a r L Er wird aber, da er jetzt schon recht naß ist. kaum lange liegen bleiben. Das andauernd wechselnde W.tter verursacht besonders unter den Kindern mancherlei Erkrankungen, zum Tell recht böser Art, im Rachbarort Feldkrücken tvar die Schule deshalb fast 3 Wochen lang geschlossen Es ist fast zu verwundern, baß babei bis jetzt nur ein Tobesopser, ein sechsjähriges Kind, zu bc^ Hagen ist. lg. Gedern, 20. Febr. (Aus dem ®e- meinberat) Der Steinbruchpachtvertrag mit ben Heinrich und Emst O b e r h e i m würbe genehmigt — Als Pauschal st euer für Maskenbälle und Kappenaben de werden 250 ML pro Abend erhoben. — Aus Anregung von Oemeinberat Dauer sollen Skizzen und Voranschläge für ein s e ch s k 1 a s s i g e s Schulhaus von sachverstänbigen Stellen eingcholt werden. damit zu gegebener Zeit dem Dau eines SchulhauseS nähergetreten werden kann. — denn dieser glänzt wunderbar, macht das Leder weich und geschmeidig und erhäll jedem Schuh jahrelang elegantes Aus sehen. Merken Sie sich deshalb Bubis Leibspruch: Vüdo-Terpentinölcreme Immer für die Schuhe nehme. Bubi, was machst Du blos mit Deinen Schuhen, daß dieselben immer wie neu aussehen? - Ich benutze nur den guten Terpentinöl-Schuhputz ^ustwirt Retchert ist bereit, fernen neuerbauten Saal für die gewerbliche Fortbildung s- schule zur Verfügung zu stellen gegen eine jährliche Miete von 500 Mk. für 80 Schultage. Ter Gemein der at hält eine Entschädigung von 300 Mk. für genügend und angemessen. — Die Hebamme erhält auf ihren Antrag 50 Prozent Erhöhung ihrer Gebühren-Dezüge, solange sie allein am Orte tätig ist. — Daß das Krankenheim für unseren Ort ein Bedürfnis ist. geht daraus hervor, daß eS dauernd überfüllt ift. An Stelle der längere Zeit hier tätig gewesenen Diakonissenschwestern traten vor kurzem zwei freie Schwestern. Kreis Wetzlar« 1 Dutenhofen, 20. Febr. Dieser Tage fand in unserer Gemeinde ein gutbesuchter' O b st- bau-Wanderkursus statt, wie sie der Kreis alljährlich in mehreren Ortschaften seines Bezirks veranstaltet. 3n kurzen aber klaren Worten schilderte Kreisobstbaulehrer K i l p. Wehlar, zuerst den Ruhen und Zweck des Obstbaues und machte dann in allgemeinverständlicher Form die Teilnehmer mit den wichtigsten vorkommenden Arbeiten des Obstbau treibenden Landwirtes begannt. wie hauptsächlich das Pflanzen und Beschneiden der jungen und die weitere Psllege und Unterhaltung der älteren Obstbäume, die Behandlung und den Schnitt der Beerenobststräucher und des Weinstockes, sowie der wichtigsten Krankheiten und Schädlinge des Obstbaues und deren Bekämpfung. Was Herr Kilp die Teilnehmer in Wort und Bild lehrte, wurde an- schließend unter seiner Aufsicht praktisch ausgeführt. Allabendlich fanden dann auch für die Allgemeinheit bestimmt, äußerft lehrreiche Dor- träge auf dem Gebiete deS Obstbaues statt. Hoffentlich hat dieser Kursus mit dazu beigetragen. die Pflege und die Fördeurng unseres einheimischen Obstbaues weiten Kreisen als eine Rot- wendigkeit vor Augen zu führen. Hessen-Nassau. T WaldgirmeS, 20. Febr. Bei unserer ersten diesjährigen Rutzholzverstei- g e r u n g, zu welcher sich viele auswärtige Käufer eingefunden hatten, wurden sehr hohe Preise erzielt. Es kostete der Festmeter Eichenstammholz bis 223 Mk., Fichtenholz 36 Mk., Stangen 1., 2, und 3. Kl. je 5, 4 und 3 Mk. Selbst der Fest» metet Erlenholz wurde mit 36 Mk. bezahlt. — Bei der gleichzeitigen Dersteigecung zu Bieber aus den staatlichen Forstungen muhte der Berkaus des Rutzholzcs wegen Mangel an Käufern ausgesetzt werden. fpd. Frankfurt a. M., 20. Febr. Die an der Eschersheimer Landstraße b l?g neu Gärtnereien werden feit einiger Zeit in wachsendem Maße von Dieben heimgesucht. Besonders werden gestohlen: Eiben, hochstämmige Bosen, Blautannen usw. Die Diebe werdeit wahrscheinlich versuchen, die Bäume bei Privaten abzu- setzen. Die Gärtnereien haben nunmehr einen Sicherheitsdienst eingerichtet. fpd. Fulda, 20. Febr. Der unter dem dringenden Verdacht des Gattenmordes In Frankfurt a. M. verhaftete Techniker Max Seidel aus Leipzig wurde heute vormittag von Frankfurter, Dresdener und Fuldaer Kriminalbeamten nach hier verbracht, um den Beamten die Stelle, an der er feine erschossene Frau vergraben hat, zu zeigen. Die Leiche wurde tatsächlich zwischen Petersberg und Margretenhaun aus einem Ackerstück nahe am Walde völlig entkleidet vergraben aufgefunden. Die Kleider hat Seidel nach dem Morde einzeln im nahen Walde vergraben. Er hat den Mord nach feinem Geständnis am 25. Oktober d. 36. vorsätzlich ausgeführt, da er mit seiner Frau in Ehescheidung lebte. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Der kommende Ultimo steht als dunkle Wolke am Dörscnhimmel, und mit großer Besorgnis sieht man ein schweres Getollter heranziehen. Die Ansichten über die W rkungen schwanken täglich und bewirken innerhalb der Spekulation eine große Unsicherheit, außerhalb berfetben absolute Zuückhaltung. Wie gewöhnlich zu Zeiten solcher Zustände, wird nach der einen oder anderen Seite hin versucht, durch Gerüchte mit mehr oder minder positivem Hinterg-und die Stimmung zu b'arbeiten. Die Erfahrungen, die man bei der Abwickelung der illtimo-Sagage» mente im 3anuar gemacht hat, und die Furcht vor der wesentlich verschärften Wiederholung dieser Vorgänge zum Ultimo Februar haben jedenfalls bewirkt, dah man ernstlich an ba$ Problem der Wiedereinführung des offiziell.n Effekten- terminhandels herangegangen ist und in den Vorbereitungen ein gutes Stück weiter ge'ommen ist. Die in Auss cht stehende weitere Ermäßigung der Börsenumsahsteuer hat hierzu das Ihrige beigetragen, wenn auch nach Einführung des ermäßigten Satzes die steuerliche Belastung der Prolongationen immer noch kaum tragbar erscheint. Man glaubt, in der kommenden Woche zwischen der Stempel'pereinigung und der Gemeinschaft der Privatbanllers zu einer Verständigung über die Schaffung einer Garantiekasse zu gelangen, und sich alsdann auch bald mit der Maklerschaft verständigen zu tön xen. Dah man nicht zu der Wiederholung der Vorkriegszustände. da völlig freier Terminverkehr bestand, zurückkehren kann, darüber herrscht eine Meinung. Die Verhältnisse aller an der Börse beteiligten Kreise sind hierzu nicht konsolidiert genug. Wenn einmal der Terminhandel eingeführt ist, werden auch die sprunghaften Kursänderungen, wie ipir sie heute noch täglich erleben, ein Ende nehmen, und die Börse wird ein wesentlich gesunderes Aussehen erhalten. Auch der Geldmarkt steht stark unter dem Einsluh der kommenden Ultimo-Abwickelungen, was sich namentlich durch den starken Bedarf an Monatsgeldern dokumentiert. Der große Uebersluh, den die Deichsbank an täglichen Geldern zur Zeit besitzt, hat zu dem etwas töricht anmutenden Gerücht geführt, dah die Deichsbank schon in den nächsten Tagen au einer DiS- kontermähigung zu schreiten beabsichtige. Die starke Kreditanspannung, die nach wie vor in der Wirtschaft herrscht, ist alles andere, als geeignet für einen derartigen Schritt. Wie seiner Zeit Deichsbankdirektor Schacht ausiührte, ist die Vorbedingung für eine Drvorrufen, wenngleich darüber eine gewisse Verstimmung nicht zu verkennen war, die sich aber mehr in ebner starken Zurückhaltung als wie furdm^ßiq ausdrückte. Am Montanmarkt lag das. Geschäft fast völlig darnieder. Eine leichte Besserung erzielten Har- pener. Auch auf den übrigen Märkten ging kaum etwas um. Rur für Bankaktien, wo die Haltung unverändert blieb, bestand geringes 3nternffe. Die Börse schloß still und zuruck- halt-^d. Deutsche Renten: övrozeatige Reichs- anleifn 0,665. 1923er K-Schätze 1,91, 3vroz»ntige Preußische Ko-so's 1000. Ausländische Renten: Zolltürken 11, Tü-ken von 1905 8 12, 4,.5broxenttae O^st'N'reichsfche ßMat6rt>nte 3,15. Barckakt'en: Berliner Handels 159, Kommerzbank 6 6"', Darmstädter Brak 13,60. Deutsche Bank 13,20, Dis- ko-lloa-seNschaft 124,62, Dr sdner Dank 115,25, Mllallbank 18. Mitteldeutsche Kredi'bank 2, R^ichsbank 78,50, Oester'-eichisch' ÄrebiWf en 9,^0. Mo'llanalli'm: SSar^e-’«- 148,75. Manssell>"r 4,85, Teil''s 3.70. Knls A'ch-r^le^en ia,25 Kall Wester- rvretn 24.25. Chemische Aktien: Bnd'sche An-lin30. Th. Goldschmidt 23.50. Holzver'o^lung 9. Rü'ne s- to-'tfe 18,25. Elektroaktien: AEG 12.10, Vicht v-h a*r~ft 8. T^n-Sportak'im: Schant'ingbrchn 4,70, 3prozentige Salonique-Monastir 9,75. Son» stjie 3ad^istrieakti«n: Kletzer 4.05. Deutscher Eilen- banb->f 6.25. Dtzckerhofs 4, Holzmann 5 8. Gebr. Uungban« 12,5, Kemp-Stettin 0,55, 3ulluS vtcyex 2,925, Rheinisches Metall 10,50, Wayss & Freytag 3,70, Frankenthalzucker 4,62, Preußenkali 4.15. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 5®/. Deutsche NclchSanleihe . 4% Deutsche RcichSanleihe . 3;/,% Deutsche R.ichr-anlethe 3°/. Deutsche Neichsml«n,e . Deutsche Svarpramienanleihe 4*/o Preußische Konfols . . . <°o Hessen........... 3V,% Hessen 3°/o Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dio. Doll. Schay-Anwetlng/) 4% Zolltürken 5% Gvldmcrifaner .... Berliner Handclsoefellschaft. Commerz, und Privat-Bank Darmft. und Nailonalvank . Deutlche Bant......... Deutsche BeretnSdank .... Disconto Commandit .... Metnllbank........... Miileldculichc Creditbant. . Lester reichliche Lredttanstalt Westbonk Bochumer Guß ..... Buder -S............ Caro Deulsch-Lurembura Getsenktrcheucr Bergwerke. . Harpeuer Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln tsaurahütte......... Lbcrbedarf Phönix Bergbau Ryciniiahl......... . Riebe,1 Montan ....... TelluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo..... Cheromische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Plsiliuv Holzmann...... Anglo Cont -Guano Badische Anilin........ Cliemilche Mayer Aloptu . . Goldiaunidt . . GrieS cimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... öiütgcrsiverke......... Cchcideanstalt......... Allg. EleklrtztkätS-Gescllschast Bergmann .......... Malnkraitwerke Schlickert........ . . Siemens & Halske...... Adlerwerke Kiener ...... Daimler Motoren Hcnligenstaedt cgutn............. Motorenwerke Mannheim ^ran'surtcr Armaturen Konservenfabrik "Braun . . . Metallgesell ckaft Frankfurt. Tct. Union A--G Schuh'abrik Herz Sichel.............. Zcllstock Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbautel . . . Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (<*n Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-Aires, London, Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für Hut Etulxii, Wien und Budapest für 100000 Einbeiten, allcS übrige für 100 Eü-veiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Cöeronbr. Itrnnr'nrf i M J’err’n 6,r» 9iben6‘ 1 bö le Sdituk-i fui » | S-l.lufrk. J.i itiag» 1 rl« 19. 2. | 20.2. 19.2- | 20 2 0.675 0,'S5 0.66 0,625 0 860 _ 0 906 0.89 0 9 0.91 0 995 0.9 1.31 0,499 1.21 1.20 1,22 0.4"‘ 0, :6 0.48 1,05 1.02 1 0 97 — 1.-5 1.25 1.3 — l,’0 1.30 1 3 1,20 1 21 1.20 1 94,75 94.75 94.75 94,75 91 91 10 01,39 9 ,1 11 V 11 1t 11.1 39 39 5 u 4 158 1591 158 159.75 6 60 6 60 6,50 6.50 H.7.5 13 6 13.75 13 62 13 15 13.-0 131,50 132,13 0,450 0 415 — — 124 124,6 124,13 124.63 17 60 18 —— — 2 05 9 2 2 9 50 9.60 P 5 9,75 0 124 0.125 0.225 —» — — 8\50 87.5 19 18.95 18 6 18 9 12,2.5 1 12,10 12 10 81 75 81 82 81 75 91,25 91 5 91 90 8- 147 148 75 146.5 149 18 .5 19 5 18 3 19 25 23.5 24,-5 23 30 24 0 7,8.5 7.75 7.8 7.80 12.2.5 12 H 12 12 10 6 2.5 63 13 (6,3 63..'5 57 40 67,-50 66 75 £>7,50 46 5 46, 5 46,40 46 25 3.7 3.7 -- W 29 90 30 5 29.90 30.'S 3,95 3,95 4 4,1 96 80 96,126 6,80 5,80 5 75 5 8 — — 157,75 ”30 150 75 30 25 PO .0 0,55 0,55 23,5 —— — 23 5 23,75 ?3.40 14 90 25 .4 75 25 10 26.30 25.95 25.50 25.8 18 18 25 17,62 18 21 10 21 — — 12 12,i 12 12 18 7.5 18 62 18,50 18.69 13 6f) 13 69 — — 6.4 69 > 6<90 69 80 78.62 79,10 79,25 4 13 4 05 4 4,1 6 6.05 6 6 3,775 3.8 — —• 9.25 9 9 9 — 101 100 0,63 0,62 12 1,3 1,2 1.2 16 16 — — 2, 6 2 3 2,3 2,3 4.1 3.85 — 4 2 90 2 9 5 2,85 2,8 12,90 12 5 12 60 12,50 4,725 4,62 —- * 3,75 3,75 — —• 19. Februn 9 1 Februar Re pari. 19 |°0 Vmilich» J.oiterum 9uni.i y o*rl» 1 n r ' ' rci« i •rr ■' Slmft.. ifioli 168,02 108,44 168,29 168.71 voll -oll Bucn -Aires 1,6 2 1.6.16 1.655 1.659 •Oll voll Brss.Antw 21,01 63.81 21 14 21.13 21 19 ni voll Chrlftianfa 64 00 63.87 64 03 voll voll Kop.'nbagen 74.61 74.79 74,73 71 9! 1 01 Vock ©lorfbolm 113.01 113,30 113,0! 113,30 Oll voll Hetfingfors 10,56 10.60 10 5C2 10.6'2 voll voll Italien. . 17/4 17.18 17.20 17/4 von UOll London . 19,955 20,00. 19,99'> 20 015 vollsvoll 9,'euyork . . 4,195 4,2O"> 4.195 4/0$, Dl . vo.l riS - - 21 82 21 88 t 91 d 99 1 L • Oll Schweiz . 80,57 80 .7 80,65 bl) 85 106 uua Sva ien . 59, 8 59,52 59,53 b'.‘ 67 Javan - - 1,61: 1.6,3 1.638 1.64' '.oll voll ■hio de Jan 0,465 0,467 0,467 0,46'> l Oll . Ü.l Wien in D-- 1011 ,od Crft- abgeft 5.908 5.918 6,908 6,928 vDU JOd Prag 12.41 12,45 12,42 12/6 . Ull 'ßeljrab - . 6 6 83 6.79 6 81 •VII jd Duoap U 5.785 6,805 5.794 5.815 w . . jd Bu> arten v ffnbon 3,015 3,055 8.045 8,0 5 L . ^Vll 19.98 20.02 19.975 2O.i>?5 ,.d Danzia - • ■ '<9,16 79,:t6 79.30 70,50 voll voll Konst ntln. 2.20 2,?1 2 19 2,.<: VOL voll Ait-en. . 6,54 6,56 6,64 6,66 voll voll Banknoten. Berlin, 20 Februar. "tj .rr Amerikanische Noten..... 4,1’2 4,1 >2 1 oll ^ellstsche Noten ...... 21 08 21 18 i oll Dänische 9?oren 71 51 7! 89 roll (Snalifdie Noten........ 19 97 20 07 I oll Französische Noten...... Holländische Noten...... 1 89 22 01 roll 16 9 168 76 roll lienische Noten...... 17 2.3 17 31 »oll Norweaifche Noten ...... 63,69 64,01 toll Deuisch^esterr,aioo Kronen 6,91 5,9. roll Rumänische Noten...... —— — —— Schwedische Noten...... SchM,-f;er Noten....... 112 80 113 ?6 voll 8>/'0 81 0 59 70 toll Svanfsche Noien....... 59 40 toll Tsch.choilowakische Noten . . 12 395 12 455 . oll Ungarische Noien 5 .6 5.78 voll DerNner Dorfe. (Eigener Drahtberichi des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 20. Febr. Die Börse eröffnete heute in uneinheitlicher, aber doch überwiegend fester Haltung. Wenn auch die Borteile der neuen Steuervorlage erst im 3ahre 1926 zum Ausdruck kommen und gegenüber dem laufenden Jahre keine nennenswerten Erleichterungen bringen, to genügte da« bet Der gegenwärtigen Sagt doch, daß sich eine freundlichere Auffassung durchzufetzen vermochte. Auch die Herabsetzung bet Reillenbank-Zinsen wird an der Börse günstig ausgenommen. Am Montanmarkt überwiegen die Kursbefserungen, wenn auch die Um- sähe meist gering sind. Lebhaftes 3nteresse bestand für Harpener und Gelsenkirchen. Der Clektromarlt und der Bankenmarkl lagen still, ebenso Textilwerte. Der Markt der chemischen Werte lag uneinheitlich. Höchster leicht befestigt, während Elberfelder angeboten waren. Auch für Spritwerte setzte sich eine leichte Kursbefestigung durch. Am Bahnmarkte konzentrierte sich im Zusammenhang mit der Tariiheraussetzung das Interesse besonders auf Hochbahn, die ihre Kurse nennenswert befestigen konnten. Bon ausländischen Bahnwerten waren Canada befestigt. Sehr matt, aber leicht befestigt lag der heimische Rentenmarkt. Die Lage am Geldmarkt ist unverändert, tägliches Geld ist ausreichend vorhanden, dagegen Monatsgeld mit 11 bis 14 Proz. stark gesucht. Privatdiskont 8 Proz. Am internationalen Devisenmarkt ist eine weitere Abschwächung des fran- zosis-'sten und belgischen Franken sestiustellen. Vorsicht zu betrachten, da sie bei einem allzu groß n Um ange unter Umständen zu Unzuträglichkeiten führen müßten. - Frankfurter Getreidebörse. (Eigener D xrhtberich' des .Gießener Anzeiger-*.) Frankfurt a. M., 20. Febr Es wurden notiert: Weizen 21.25 bis 25,50, Roggen, inlänö. 22 bis 25,25, Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 31, Hafer, inlänb. 17,50 bis 22,75. Mais, gelb 22,50, Weizenmehl, inlänb., Spe'ial 0, 41 vis 44,25, Roggenmehl 35,75 bis 39, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: Ruhig. Zinsermästiqunq der Rentenbank. Berlin, 20. Febr. (WTB. Funkspruch.) Zwecks Verbilligung der landwirtschaftlichen Produktion hat der Der- waltungsrat der Deutschen Rentenbank beschlossen, eine Ermäßigung der Zinssätze sowohl für die eigenen Mittel der Deutschen Rentenbank, wie auch für die Abwickelungs- Kredite eintreten zu lassen. Die Rellenbank gibt ihre Gelder an die Kredit-Vermittler nunmehr zu Bedingungen, die es j:bem Geldgeber ermöglichen, alle von der Deutschen Rentenbank herrührenden Kredite zu 12 Prozent an die Landwirtschaft zu leiten. Dieser Beschluß tritt, wie der Nachrichtendienst erfährt, sofort in Straft. Der Zinssatz von 12 Prozent ist als Höchstsatz auf aufaff en, eine Ermäßigung unter brfen Sah kann ftattfinben. Bei laufenden Wechseln sollen von der ersten Fälligkeit ab ebenfalls Verbilligungen eintreten. Mancher Lehrgeld unoeMtt Wirdsvaren,der,KometoewW Das neue Modell K 24 der Komet-Freilaufnabe ist die letzte Errungenschaft der Fahrradtechnik. Kem Rad sollte ohne diesesPräzisionsstück sein Stempelwerk • Frankfurt am Main-Süd Afisteckuagsgef^ren prompt entrinnt wer bei sich führet da» altbewährte, wohlschmeckende Mund- und RachendeStnfizienS, beionberß in der Zeit der Erkältungen. U,BD Erhältlich in Apotheke« und Drogerien. Probe und Broschüre kostenlos durch BauerL Cie., Berlin LW48, Frtedrichstr.23L Schlechte Säfte im Blut sind die Ursache vieler V-iöcn. Wir ra en iY nen, in der Avo'heke (50 oder 30 Stramm echte Herber- Sterne au kaufen und aei abv letzt, beim Gerann ibett des Frühlings, eine Blutreiumunaskur »n unternehmen. Sicher crbälilldj: Umvcrftläto.Avotbeke „Zum nolbenen GnaeL" Die Beuandieile sind auf der 'Barfuna angegeben. 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Hinterlang Die Verlobung ihrer Tochter Charlotte Herta mit Herrn Fritz Diehl beehren sich an- ^zeigen Otto Fränzel und Frau Meine Verlobung mit Fräulein Charlotte Herta Fränzel zeige ich ergebenst an Fritz Diehl Zungdeutsche Frauenarbeit im Saalbau Sauer am Osmalbsgarten (Eintritt SO Psg. Alle deutsch und sozial gesinnten Fronen und Mädchen, insbesondere die Frauenoereine, werden hierzu herzlich «inyeladen. 3ungöeutfd}e Schwesternschaft Sichen. 5onntaq=31ad)mlftag spricht Schwester Klostermüller In Vntzboch. Große Fasching-Redoute unter Mitwirkung der berühmten Jazz-Band-Kape'le Hu-La-Hu „Triumphator im Anatich” Statt Karten Für die uns in so reichem Mahr anlöhlich unserer Gold nen Hoch eit erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen herzlichen Dank, Gießen, den 21. Februar 1925 ^ranMumr Str. 71 CafeErnstLudwig Rosenmontag, den 23. Februar, 8 Uhr, Vortrags-Vereinigung Gießen (Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein, Gewerbe-Verein) Donnerstag, den 26. Februar 1925, abends 81/* Uhr, in der Neuen Aula Die Dynastie Strauß, die Könige desTanzes Vortrag mil piaoislischeo Erläiileronoeo oni Gesangs-Einlagen Musikdirektor Karl Hallwachs, Cassel Konzertsängerin Elisabeth Pennrich, Cassel. Eintrittekarten in der Musikalienhandlung Challler füi Mitglieder zu Mk 0.75 pro Platz gegen Vorzeigen der Vortrags-Ausweiskarte und nur im Vorverkauf; für. Nicht- mittflieder zu Mk. LÖO. Studentenkarten zu Mk. 0,., gegen Vorzeigen der Studentenkarte bei -Herrn Oberassist. Kitter. Geseteciiliffirtt-iiiiHöliertaMlieta Montag, 23. Februar 1925, abends 81/* Uhi in der Neuen Aula der Universität: Vortrag von Herrn Prof. P. Freye aus Siam Das Königreich Siam und die Hinterindischen Länder Großer "'.fall Männer- u. Frauen Vereinigung der Matthäusgemeinde Sonntag, den 22. Februar 1925, abends 8 Uhr in der Stadtkirche 1827D Lichtbilder-Vortrag des Herrn Missionspredigers Speich aus Frankfurt: China, Land und Leute. 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Wird da- ermöglicht, dann zahlt Die Turnscstleitung 15 000 Mk. als Beisteuer zu dem Festhallebau. ein Betrag, der für die Finanzierung de- Planes von ganz er- heblicher Bedeutung ist. und der m Wegfall kommt, wenn die Halle zu diefer Zeit nicht zur Verfügung stehen kann. Zunächst einige kurze Worte über die Zweck- mahigkeit diele- Baues in der gegenwärtigen >'ieit. SS ist schon seit 3ahren von den meisten Tic reinen unangenehm empsunden worden, datz für grobe Derrins und Derband-oeranstaltungcn •n unserer Stadt keine ausreichende Raummog- lichkcit zur Verfügung Hand Darunter litt natürlich nicht nur das ideelle Xieben der Dsreine, sondern auch sehr wichtige wirtschaftliche Interessen unseres ganze < Gemelnwe'ens konnten nicht so gefördert we den, wie es in anderen Städten, auch in der Nachbarschaft, geschieht. Man denke nur daran was in Wrtzlar und in Marburg zur Hebung des Der lehr- und damit zur För- herung des heimisch", Wirtschaftslebens alle- schön geschehen ist. während wir in Greben untätig blieben. Wenn unsere Stadt gegenüber der Nachbarschast nicht ganz ins Hintertreffen kommen will, mutz sie nun endlich tatkräftiger als bisher auf dem Gebiete der Verkehr-Werbung arbeiten. Als cinen verheitzungsvollen Schritt nach dieser Rich- tuna hin sehen wir den Bau der ständigen Festballe an, denn diele Einrichtung wird es ermöglichen. in erheblich stärkerem Mähe als bisher Verkehr von auswärts anzuziehen und unserer Stadt dadurch wirtschaftliche Aufstiegmögl chkeiten zu sichern, die sie zur Bewältigung der in her Neuzeit viel schwieriger gewordenen Verhältnisse so umfassend wie nur möglich haben muh. Es handelt sich bei diesem Bau also um eine werbende Anlage im vollen Sinne des Wort.'-, um ein Unternehmen, das in grob iüaigfter Weise von allen Seiten geörtert und aus keinen Fall mit der Behandlung anderer Probleme nerquidt werden sollte 3n dieser Angelegenheit müssen wir weit über das Heute hinauSsehen. Mancherlei Umstände, von denen wir oben nur einen Teil erwähnten, liegen vor. die eS angebracht erscheinen lassen, den Festhallebau jetzt in Angriff zu nehmen. Diesmal 'vollen wir nicht wieder „den Anschlutz verpassen". sondern die gegenwärtig noch in unsere Hand gegebenen Vorteile ausnutzen, die unsere Stadt in dem wirtschaftlichen Ringkampf dieser Zeit und der Zukunft mit nach oben fuhren werden. An verpatzten Gelegenheiten haben wir ja in Gietzen nun genug I Datz unter den heutigen Verhältnissen die Stadt das Projekt de- Festhallebaues nicht allein bewältigen kann, ist ohne weiteres klar. Aber die vereinten Kräfte der Bürgerschaft und der Stadt können die Aufgabe lösen. Dieser Erwägung ist auch her Gedanke eines Fe st Halle-Bauvereins entfprungen, in dem die Bürgerschaft selbst im Vordergrund stehen und die Stadt sich aus die Helferrolle beschränken soll. Wenn die Bürgerschaft hier versagt, darf sie sich später über eine Lieber- Hügclung unseres Gemeinwesens durch andere Städte und über daraus resultierende wirtschaftliche Nachteile für unser heimisches Wirtschaftsleben nicht beklagen. Für die Finanzierung de- Baues ist zunächst bedeutungsvoll, datz von der Krersturnsest-Leltung 15 000 Mark bestimmt zugesagt sind für den Fall, datz die Halle bis Ende 3uli benutzbar ist' nach dem heutigen Stande der Dinge würde es möglich sein, dieser Bedingung zu entsprechen. Don Wichtigkeit ist ferner, datz die Stadt die Verwirklichung des Plane- unterstützen will, weil es sich eben um eine werbende Einrichtung im Dienste der Allgemeinheit handelt. Wenn Bürgermeister K r e n - zien in der Dersammlung am Montag auch von 25 000 Mk. gesprochen hat, so glauben wir doch bestimmt, datz die Stadtverwaltung auch zu einem städtischen Zuschuh von 50 000 Mk. nicht Nein sagen wird. Wir möchten sogar den Gedanken aussprechen, datz die Stadt noch mehr tun könnte: sie könnte sich u. E. wohl mit 75 000 oder 80 000 Ml Dermögenswert an dem Bau beteiligen dergestalt, datz zwei Drittel in Form von Baumaterialien (Holz. Sand, Steine) aus den städtischen Produktionsstätten und ein Drittel in bar gegeben würde. Diese Regelung dürfte die Finanzen der Stadl wohl weniger fühlbar belasten, als ein Darzuschutz von 50 000 Mk.. zumal ja die Stadt bei her Lieferung des Baumaterials auch noch einen gewissen Unternehmer- gewinn für sich verbuchen könnte. Die übrigen (Selberforbernihe mützten aus der Bürgersc^rst heraus gedeckt werden. Dabei ist zu beachten. datz es sich hier nicht etwa um Geldher- gäbe 3 fonds perdu handeln wird, sondern um die Leibung von Geld gegen Aushändigung von Anteilscheinen, die verzinst und alljährlich, in gewisser Stückzahl zur Rüdzahlung ausgelost werden sollen. D:e Rentierlichkeit des Unternehmens sehen eingeweihte Kreise schon heute als sicher an. Bei der Stückelung der Anteilscheine soll recht weitherzig verfahren werden, damit es den weitesten Dürgerkreisen möglich wird, sich an her Unterstützung des Vorhabens zu beteiligen. Diese Regelung dürfte namentlich den Heroinen zustatten kommen, deren Vermögen durch die Znflation fast ausnahmslos hcrloren gegangen ist. die man aber doch als direkteste Interessenten bei der Festhalle-Errichtung beteiligen will und mutz. Man denkt an eine Mindestsumme von 100 Mk. je Anteil, die in mehreren Raten bezahlt werden könnte. Sollte ein Verein nicht in der Lage fein, dielen niedrig bemessenen Betrag aus Liner Dereinskafse aufzubringen. so braucht er aber durchaus nicht ten her Sache fernzubleiben Es böte sich ihm doch wohl die Möglichkeit, datz einige belfcr- filuicrtc DereinSmitglieder den Betrag von einem oder mehreren Anteilen ihrem Verein stiften. der diese Stiftung bann als Beisteuer des Vereins dem Festhalleäluverein zuführcn würde. Auf diese Weife könnte also jeder Verein lich an der Sache beteiligen. 3n diesem Zusammenhang erscheint es angebracht, besonders daraus hinzuweifen, datz die Festhalle jedem Verein zur Verfügung stehen soll. d. h. datz parteipolitisch: oder konfessionelle Gesichtspunkte bei der Vermietung der Zesthalle grundsätzlich nicht in Frage kommen sollen. Z. B wird also allen Sportvereinen und allen Politik chen Parteien die Möglichkeit eröffnet, für ihre Veranstaltungen genügend grofte Räumlichkeiten zu gewinnen. Durch bautechnische Vorkehrungen dürste darauf Bedacht genommen werden, datz die Halle in zwei, drei oder vier Räume abgeteilt werden kann, damit auch Veranstaltungen, zu denen nicht mehrere tausend Menschen erscheinen, ermöglicht werden Rach alledem kann man wohl tagen Die Plattform für die Schaffung einer Gietzener Festhalle in graften räumlichen AuS- matzen ist breit und tue Wege zu ihrer Benutzung werden wohl allen gangbar erscheinen. Einige Bemerkungen über die Platzfrage dürften in diesem Zusammenhänge gleichfalls angebracht sein Manche Bürger meinen, es sei doch recht umständlich und unbequem, bis man hinauf zum Trieb komme, namentlich bei nassem Wetter. Andere wieder sind der Meinung, der vom Stadtzentrum abgelegene Platz der Halle veranlasse die auswärtigen Besucher nur zu einem Durchgangsverkehr, aber nicht zu dem erwünschten ausgedehnteren Aufenthalt in der Stadt selbst, an dem die Geschäftswelt ein grotzes Interesse habe. Sieht man sich diese Einwände näher an. Io wird man erkennen, datz beide nicht stichhaltig sind. Zunächst darf doch nicht übersehen werden, datz die Etratzenöahn bis vor das Tor der Festhalle fahren wird, denn die Halle soll ja bekanntlich gegenüber der Kaserne der Maschinengewehr-Kompagnie erbaut werden. Hierdurch ist der Einwohnerschaft Gelegenheit geboten, auf bequeme Weise bis dorthin zu kommen, und was die Heimkehr nach etwaigen abendlichen Veranstaltungen , anbetrifft, so labt hd) durch eine Abmachung mit der St ratzen bahn- hirclticn sicherlich auch eine annehmbar, Heim- lehr-Fahrgelegenheit bewerkstelligen Hinsichtlich der auswärtigen Besucher ist zu beachten, datz diese doch stets nur für die Tagesstunden als Gäste in Betracht kommen und dann doch auch nicht nut von einem Zug zum andern hier verweilen werden: diese Festhallebesucher dürften bei ihrer hiesigen Anwesenheit mindestens einmal auch die Innenstadt bevölkern und dabei wird sich zweifellos auch manches Kcrusbedürfnls in irgendeiner Form betätigen. Sollten die Laden Inhaber an Sonntagen keine DertausSnrög- lichkeit haben, so wird fraglos an anderen Stellen umgesetzt, und davon werden doch auch andere, an dem Umsatz nicht direkt beteiligte Erwerbszweige mittelbar Vorteil haben. Bei der Betrachtung der Plahftage mutz man sich aber vor allem die Tatsache vor Augen halten, datz wir innerhalb der Stadt ja überhaupt keinen Platz haben, wo ein so grobes Gebäude hinge- stellt werden könnte. Oswaldsgarten ist zu klein und darf übrigens nach dem Willen des Stifters gar nicht bebaut werden, die Eiswiese an der Moltkestratze liegt im äleberschwemmungSgebiet der Wieseck, so datz riesige Kosten allein für die Fundamentierung entstehen würden, wenn man da binbaucn wollte, und das Terrain des jetzigen Gaswerks wird auch nach der Verlegung des Werks nicht in Betracht kommen können, weil das Verwaltungsgebäude des Gaswerks auch künftighin an dieser Stelle bleiben und her Platz im übrigen später mal das neue Stadthaus aufnehmen soll. Schlletzlich fclfte man doch auch daran denken, datz es vom städtebaulichen Gesichtspunkt aus wirklich nicht schön ist. wenn man immer und immer wieder alles in die Stadt hineinbaut, ja hineinzwäng', während man dort oben die beste Ausdehnungsmöglichkeit hat. Auch die Herrichtung eines grobangelegten Der- gnÜZUngsPlahes könnte dort neben der Halle in bester Weise geschehen. Unterem Gemeinwesen ist mit diesem Projekt eine neue hervorragende Entwicklungsmöglichkeit zur Entscheidung unterbreitet worden. Möge es überall weitblickende Hilfs- und Opferbereitschaft finden! Selbstlose Hingabe an den Dienst zum Besten der Allgemeinheit hat unserer Stadt das Dolksbad und das Stadttheater geschaffen Er- richtei. wir uns jetzt durch grotzzügige Entschlutz- kraft. wie beim Theater, erneut „ein Den k- mal bürgerlichen Gemeinsinns"! Hochschulnachrichten. Von der Landes Universität (tzieftcn. 2. Al. Der ordentl. Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie an unserer ilnioer- sität, Dr. Siegfried Decher, hat den an ihn ergangenen Ruf al- Ordinarius an die älnioer» fität Tübingen abgelehnt. Aus dem Amtsverkündiqunqsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 14 vorn 20. Februar enthält: Brand- versichcrungsbeitrag. — Zwangs Innung für das Photographengewerbe. — Schafräude in Drohen» Linden. — Maul- und Klauenseuche in Wieseck. — Behüten her Wiesen. — Dorbeugungsrnatz- tcgeln gegen Feuersgefahr. — Beihilfen an ehemalige Kriegsteilnehmer. — Flaggen und Hoheitszeichen. — Gebührenänderung der Fuhrwerks- tcagc in Wieseck. Rätsel-Ecke. Auflösungen. Magische- Zahlenqvadrat. 51 44 49 H 50 47 52 45 Silbenrätsel. Monat Altai. Cölestina, Hydropath. Tizian, Donauwörth. Ebro, Rathenow, Genie — Macht der Gewohnheit. Scharade. Vielleicht. Schieberätsel. Karpathen Potpourri Stenvgraphia Edgar Rauhs rost Ecuador Rentenmark Kubikmeter Rundfunkprogramm. UKU Kreuzworträtsel E | K A L ■■■ O H E HAGEN ■ A M H E I I UNRUH ■ R O * S E Lilben-Rätsel. Aus den 29 Silben. au ber bert chrl dl dl c ex ha i im je ko la lev II ne ne nv pe pi rat far sei fiel sti tlv vel vem sind 10 Wörter zu bilden, die in Ihren Anfangs- und Endbuchstaben. beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Plinius ergeben. Die Wörter bedeuten 1 Stadt un Rheinland. 2. Befehlende Form. 3. Nam: eines Sonntags. 4. Wohlriechende Blume. 5. Biblischer Abschnitt. 6. Fisch. 7. Monatsname. 8. Berg in Tirol. 9. Weiblicher Personenname. 10. Weidmännisches Signal. Telegraphen-Röitsel. — — • • — — Handwerker - • • - - - Erziehungsanstalt - • ---Fisch — — • • — — — Heilkraut — — • • — — Baumwollgewebe . - - - Germanischer Gott - - - - - - - Waste Punkte und Striche stehen an Stelle von Buchstaben Sind die bezeichneten Wörter richtig gesunden, die auf die Punkte entfallenden Buchstaben aneinandergereiht, so ergeben diese einen Kalendertag im Februar. Rösselsprung. ben dan auf ken die ewig ge dem 1 nes wahr tret Ichwrifi der der hell stet de den man | ken kraft i schäft des ans meet Wil lei schran un Magisches Doppel-Quadrat. 11 1 4 3 7 6 7 1 9 1 _3 2 8 3 10 11 5 8 11 1 7 11 1 5 Die Ziffern in vorstehender Figur sind durch Buchstaben zu ersehen: es ergeben alsdann die 5 Querreihen Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Gedeckter Tisch. 2. Weiblicher Personenname. 3. Mathematische Fläche. 4. Kleiner Fiscch 5. Asiatisches Gebirge. Sind die Wörter gefunden, so ergeben die durch Unterstreichen besonders hervorgehobenen Felder, ein auf der Spitze stehendes Quadrat, wenn man mit dem mittelsten Buchstaben der obersten Reihe beginnt und von links nach rechts liest, den Namen eines deutschen Erfinders. Leistenrät scl. 5 a d 10 6 8 2 d 3 1—2. Stadt am Harz: 3—4: Alpental Un Oberengadin: 5—6: Laubholzbaum: 7—8: Gemüse- und Dekorationspflanze: 9—10: Haupt- qucllftrom der Weser: 11—12: Scheidegruß. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedaktionSttsch Die nützlichste K u n ft. Bei MeyerS kommt die Rede auf die Nützlichkeit der Künste. Meycr preist die Musik als die allernützlichst: Kunst. Man staunt. „Na ja," erklärt Meyer, „glauben Sie. wenn ich meine drei Töchter nicht das Klavierspielen hätte lernen lassen, datz ich bann die beiden Nachbarhäuser um so 'nen Spottpreis hätte kaufen können?" Deutlicher Wink. 3unger Mann (ber ein junges Mädchen besucht): „3ch bin auch ein wenig Gedankenleser, mein Fräulein." — „So? Warum bleiben Sie denn am anderen Ende des Sofas sitzen?" * Künstliche Atmung. Besichtigung bet Krankenpfleger im Hof des GarnifonlaiarettS. Der Cstesar^t wünscht etwas über „Erste Hilfe bet älnglückssällen" zu Horen. — „Kr-awutschke, was macken Sie. wenn ein Mann leblos aus dem Wasser gezogen wird?" — ,,3ch wende dir künstliche Atmung an, Herr Oberarzt." — „Erzählen Eie mal. wie . ." — „Ditte, stets praktisch zeigen lassen", ruft der Ehesarzt dazwischen. Ein Sanitätsmann mutz sich also auf ben Boden legen und Den Ertrunkenen markieren. — „Nun, Krawutschke. machen Sie unS mal die künstliche Atmung vor", befiehlt der Oberarzt. — 3m Nu hat Krawutschke den Waffenrock oerunter. Die Hemdärmel hoch. Dann stürmt er sich auf seinen Kameraden, reiftt ihm Die Arme aus. wälzt sich auf dessen Brust herum . bis plötzlich daS Ovser blaurot auffbringt und brüllt: „Mensch hör uff, ich kriech kee Luft mehr!!!" „Hast du nicht ein paar Zigaretten für mich. Karl?" „Ich dachte, du hättest da- Rauchen auf- gegeben!" ..Das habe ich auch. Ich gewöhne es mir nur langsam ab. Dorläufig habe ich damit angefangen. daft ich nur noch fremde Zigaretten rauche." Nennen Sie mir einige Schädekknochen. Herr Kandidat." „Die Schädelknochen sind . . sind . . ach, Herr Professor. ich bin momentan so aufgeregt . . ich, ich weift sie augenblicklich nicht, aber ich. . ich hab' sie alle im Kops, Herr Professor!" -ELTER_ JWlNßRMD ^0% ERSPÄH jv/j AWges.gesMeMMk 103D Etagenheizung W Stfiuhmorte das Ideal jeder Wohnung! 1854 & Maternus, Kolonialwaren. 1559D Rudolf Rödiger, Gießen Fernruf 1397 Walltorstraße 35 Schuhwaffen Hausbrot-Backofen 1440a aller Art 695.- 6,-M, 675.- 6,-m, Rheinwerft Telephon 31 795.- g.-m. 129.- G.-M. Hartgeld 1396 D 1S58D Gegründet 1904 "c l Auskunft und Kostenanschläge unentgeltlich Durch günstige Bar-Einkäufe nnerrelcht billige Preise! einzeln und kombiniert Vorzüge: Gleichmäßige Wärme in allen Räumen Staubfreie Zimmer Enorme Ersparnis Nur 1 Ofen erzielt man nur durch regelmäß. Beifütterung d. weithin eingeführten und altbekannten M. Brockmann'r .Zwerg-Motte' Echt nur in gelben Original- Packungen mit Warum gerade eine Continental“-Schreibmaschine? 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