v VU y Memaiid Scheel "iausburg 17 weh für Knaben Mädchen enstiefel ite sind Wend in i und als Qualitäts- istr. 20 Fernruf 1212 (IN * /erkaufsniederlage SCHÖNAU \ n Seltersweg i,e?:rephon 1269. i?5&Sfeo6i mische ‘"'"’e I Ltt. U Erster Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 21 Januar 1925 Erscheint täglich, außer Sonni und Feiertags Beklagen: BiebenerFamilienblLlter Heimat im Bild. monet$:Pe3r.g$preli: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsfe: ^chriftlcitung 112, Der- lag undGrschästsstclleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: LnzeigerSieße». povschelttonlo: Zraisfurt a. M. 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen vrilck und Verlag: vrühl'fche Universtläls'vuch- und Steinörudcrei 8. Lanze in Stehen. Schriftlettung und Geschäftrftelle: Schulftrahe 7. Annahme mb Anzeige, für die lageenumtntrbis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Brette örtlichS, auswärts 10 Doldpfennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift20' .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr. Wilh Bange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für der Anzeigenteil: Hans Beck. sämtlich in Dießen. Die politische Aussprache im Reichstag. Parteien und Regierungserklärung. — Die erste Garnitur. — Breitscheid als Führer der Opposition. Die Haltung des Ientrums. Die R^ierungserllärung Dr. Luthers hat keine Aeoerraschungen gebracht. Besonder« die Linksparteien des Reichstages hatten sich auf schärfere Töne gefaßt gemacht und sind daher allgemein verlegen. Nichts ist zu merken von dem jetzt schon wochenlang angekündigten und von allen Linksblättern so schwarz gemalten scharfen Rechtskurs des neuen Kabinetts. 3m Gegenteil! Luther sichert alles zu, was sich die Linksparteien nur wünschen können, genaueste Durchführung der republikanischen Verfassung, schärfste Abwehr jedes Abänderungsversuches durch illegal« Mittel und Verfolgung aller gegen die Verfassung gerichteten Handlungen als Hochverrat. Die Rede Luthers läßt erkennen, daß er hauptsächlich 2D i r t s ch a f t s p o l i t i k e r ist, und dementsprechend ist auch der zweite Teil der Rede, in der er das wirtschaftliche Programm der Regierung darlegt, erheblich wichtiger als der politische Teil. Bei dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft muh von den Londoner Abmachungen ausgegangen werden, die unter allen Amständen zu erfüllen sind. Hierauf bedarf es aber der höchsten Anstrengung' aller deutschen Wirtschaftskräfte. Zu den gesetzgeberischen Arbeiten gehört der Ausbau der Sozialversicherung und die Schaffung einer Arbeitslosenversicherung. Das bisher sehr unübersichtliche und in zahlreichen Einzelverordnungen und Gesehen geregelte Ar- beilsrecht soll in einem neuen Arbeitsgerichtsgesetz zusammengefaht werden. Entsprechend der wirtschaftlichen Lage sollen auch die bisher zutage getretenen Mängel des A r - beitszeitgesetzes behoben werben. Man wird zu Dr. Luther das Vertrauen haben dürfen, das) an diese schwierigen Materien mit äußerster Vorsicht und unter Wahrung der berechtigten Interessen der Wirtschaft herangegangen wird. Luther hat sich zur Aufgabe gemacht, das polnische und wirtschaftliche Leben von den Sumpfpflanzen der Inflationszeit zu befreien. Wenn er von der Reinigung des öffentlichen Lebens spricht, so denkt er gewiß an Kutisker, Varmat und Genossen. Das Wirtschaftsleben soll wieder aus den Fesseln der Kriegsund Rachkriegswirtschaft befreit werden. Hierzu kündigt er den allmählichen Abbau der Wohnung s z w a n g s w i r t s ch a f t an. In' der Aufwertungsfrage hält er noch immer an der von ihm früher so lebhaft vertretenen sozialen Lösung fest. Eine große Aufgabe lreht ihm bei der Reuregelung des gesamten deutschen S t e u e r s h st e m s bevor, der er sich sofort unterziehen will. Er gibt zu, daß die bisherigen Steuern die Wirtschaft erdrückten, und daß daher eine Linderung der Steuer- l a st notwendig sei. Zusammenfasftnd kann gesagt werden, daß das neue Kabinett kein Kampfkabinett gegen linis ist. Es wird nach außen die bisherige Politik sortsehen und auch im Inneren werden keine wesentlichen Arnüerungen eintreten. Es ist ein Kabinett nüchterner Arbeit, der Fachleute und der Wirtschaftskenner. Luther hat mit dieser Regierungserklärung den Parteien der Opposition eine Harle Ruß zu knacken gegeben. Da ist alles so rund und sein abgeschliffen, daß selbst Herr Dr. B r e i t s ch e i d , der in der großen Reichstagsaussprache als erster Redner, sozusagen als Wortführer der Opposition, vergeblich die Zähne daran ausbeißt und mit einigen billigen ironischen Floskeln sich aus der Verlegenheit helfen will. Die Führung der Opposition wird die So- zialdemot.atie haben, unb die Kommunisten sowie die Völkischen werden sich ihnen anschließen. Die Demokraten und der link e Flügel des Zentrums werden - zunächst wenigstens — Reutralität bewahren und vermutlich ab- warten, ob sie auf die Dauer entbehrt werden können. Sollte dies der Fall sein, so werden sie auf das baldige Ende des Kabinetts Lutheu tippen und sich entsprecheird verhalten. Herr Dr. Breitscheid hatte es wirklich nicht leicht, zu den scharfen Schlägen auszuholen, mit fenen der Hauptredner der Opposition das zur Reaierungsiührung berufene Kabinett pflichtgemäß bedenken nluß. Mit auffallender Schärfe polemisierte er gegen den Außenminister Dr. otrefemann und erweckte aufs neue den Eindruck, daß er bald auf diesen von ihm so ersehnten Ministersessel zu gelangen hofft. Sehr zu wünschen wäre es, wenn die fortgesetzten Anspielungen auf die Ramensvetterschast des Reichskanzlers mit dem deutschen Kirchenrefor- mator künftig unterbleiben wurden. Ratürlich läßt sich ein Mann wie Dr. Breitscheid, der genau weiß, daß er über eine mehr als durchschnittliche Redebegabung verfügt, keine Gelegenheit zu sarkastischen Witzen entgehen. Läßt man den Gedankeninhatl der Drett- scheidschen Rede an seinem Gedächtnis vorüber- ziehen und vergleicht man ihn bann mit der krampfhaften Fehdeansage am Schlüsse der Oppositionsrede, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß es der Sozialdemokratie in erster Linie darum zu tun ist. selbst zur Macht zu gelangen. Dr. Luther hat in seinem Regierungsprogramm vom Montag fast auf allen wichtigen politischen Gebieten, gesagt, was er zu tun beabsichtigt. Wenn er die Zustimmung seiner deutschnationalen Kollegen zu den Ausführungen über Staatsfo rm und Weiterentwicklung dar Verfassung gefunden hat, so sollte man ihm das als einen Verdienst unb nicht als Hinterhältigkeit auslegen. Zur Außenpolitik, die ja auch nach der Meinung der Opposition ausschlaggebende Bedeutung behalten soll, hätte auch ein Außenminister Dr. Dreitscheid nichts wesenllich anderes sagen können, als Dr. Luther gesagt hat. Da ein Erkämpfen und ein Ertrotzen unseres Rechtes auf Räumung der Kölner Zone nicht in Betracht kommt, bleibt uns kein anderer Weg als der der Verhandlungen übrig, wenn wir unseren Landsleuten im Westen die Zeit der Fremdherrschaft verkürzen wollen. Recht bedenklich war es, daß Dr. Dreitscheid in Bausch und Bogen die Möglichkeit deutscher Verfehlungen in der Abrüstungsfrage zugab, ehe noch von der interalliierten MilitZw- kontrollkommission ausführliches Material geliefert worden ist. Da an der Einstellung und an den Absichten des neuen Kabinetts so wenig zu tadeln war, brachte Dr. Dreitscheid die alte Frage auf8 Tapet, inwieweit das jeh ge Reichskabinett als „republikanisch zuverlässig" bezeichnet teer'en könne. Es ist wirllich nicht zu erkennen, wie unsere nächsten außen- und innenpolitischen Aufgaben spezisisch-repubti'anisch ge ost teer en !einen, d. h. wie sich eine republikanische Wahrung unserer außenpolitischen Interessen und eine republikanische Finanz- und Wirtschastsreform von einer „nichtrepublikanischen" Praxis auf diesen Gebieten unterscheiden könnte. Rach den Worten Dr. Dreitscheids vertraut die Sozialdemokratie auf einen baldigen „Sieg", was wohl mit baldiger „Machtergreifung" zu übersehen ist. Leistet das Kabinett Luther me in d'r Regierungserklärung angekündigte praktische Arbeit, so wird ihm die sozialdemokratische Opposition gewiß nicht gefährlich werden. Eine fabelhafte Leistung hat sich das Zentrum zurecht gemacht. Herr- Fehrenbach muß eine Erllärung verlesen, die fast eine Viertelstunde lang nur Entschuldigungen stammelt, daß das Zentrum eS überhaupt gewagt hat, dem Kabinett Luther eine bedingte Unterstützung zu leihen, daß es aber bei der geringsten Gelegenheit wieder ausbrechen könnte. Wenn man nicht wüßte, daß die Fraktion einstimmig Herrn Dr. Drauns gebeten hat, in die Regierung einzutreten, dann müßte man wirklich glauben, das Zentrum habe durch diese Unterstützung das größte Opfer gebracht, das die deutsche Geschichte kennt. Verhältnismäßig einfach hat es Dr. Scholz, der sich für die Deutsche Dolkspartei hinter die Regierung stellt und sie zu unterstützen verspricht, wenn ihre Taten ihren Worten gleichen. Folgt Frau Ruth Fischer, die in ihrem parlamentarischen Leben den etwas weniger poetischen Ramen Gohlke trägt. Sie ist ein wandelnder Deweis gegen die Rotwendigkeit des Frauenstimmrechts. Immerhin, in einzelnen Witz- chen, zumal wenn sie sich c der Sozialdemokratie reiben kann, nicht ohne bl: ge Einfälle, aber im ganzen doch recht oberflächlich. Den Rest der ersten Garnitur vertagt man dann auf Mittwoch, wo auch noch eine Rede des Außenministers erwartet wird. Wenn alles gut geht, soll am Mittwoch sogar die Abstimmung stattfinden, für die das Dilligungs- Votum der bürgerlichen Par c:en — ausschließlich der Demokraten — vorliegt, sowie ein sozialdemokratischer Antrag, der merkwürdigerweise um die Regierungserklärung sich herumdrückt und nur aussprechen will, daß die Regierung das Vertrauen des Reichstages nicht besitzt. Dem haben sich auch die Kommunisten angeschlossen. Sitzungsbericht. D e r l i n . 20. Ian. (TU.) Das Haus und die Tribünen find stark besetzt. Am Regierungs- tische Reichskanzler Dr. Luther mit sämtlichen MitgliederndSK a bi n e tts. Präsident Löbe eröffnet die Sttzung um 11.25 Uhr. Aus der Tagesordnung steht die Despre- chung der Regierungserklärung. Verbunden damit ist die erste Lesung des Haushaltsplanes für 1925. Eingegangen ist ein M'ßtrauensantrag der Kommunisten. Als ersten Redner der Parteien nimmt der Abg. Dr. Breitscheid (Sez.) das Wort. Er stellt fest, daß die Regierungserklärung sich von den verschiärenen programmatischen Darlegungen der letzten Jahre unterschied. Bemerkenswert sei der Eifer gewesen, mit dem sich Reichskanzler Dr. Luther bemüht hätte, möglichst viele Probleme, die das deutsche Volk in seiner Gesamtheit interessieren, zu berühren. Das Kabinett $r. Luther gleiche dem Schiller- schen Mädchen aus der Fremde, das jenem Blumen, jenem Früchte reiche. (Heiterkit). Aber weniger wäre vielleicht mehr gewesen. (Deifall bei den Sozialdemokraten.) Die Mvntagserllä- rung hätte auch ein Kabinett Marr abgeben körnen. Warum habe man es eigentlich gestürzt? Stresemann habe mit einer Konsequenz, die sonst nicht feine Stärke fei. den Dürgerblock zustande- gebracht. (H iterkeit links). Die Bemühungen um das Zustandekommen des Dürgerblocks scheiterten zunächst an dem anerkennenswerten Widerstand der Demokratischen Fraktion. (Lebhafte Aharufe rechts). An der Haltung des Zentrums scheiterte die Wiederherstellung der Weimarer Koalition. Im Laufe seiner Rehe kam der Abg. Dreitscheid im Zusammenhang mit der Frage der Räumung der nördlichen Zone am Rhein auf die Verhältnisse in der Reichswehr zu sprechen. Die Völkischen hätten sich zu Aebungen mit der Reichswehr verpflichtet. Jeder völkische Hnfinn sei zwar für Frankreich nicht gefährlich, aber der Wehrminister sollte ihn nicht zulassen. (Andauernde große Anruhe.) Dreitscheid behauptet, im Besitze von Material zu fein, wonach deutsche Studenten zeitweilig bei der Reichswehr Hebungen abhalten. Der Abg. Henning (Rat.-Soz.) ruft ihm darauf zu: Wieviel bekommen Sie von Frankreich für diese Rede bezahlt? Es entsteht im ganzen Hause große Unruhe, und der Präsident ruft den Abg. Henning zur Ordnung und kurz daraus infolge seiner Erwiderung auch den Abg. Dreitscheid. Der Redner fragt den Außenminister, ob die Mitteilungen über die Kompromisse in der Räumungsfrage richtig seien. Es scheint, als ob die Beschwerden der Interalliierten Kontrolllommission nicht restlos abzu- weisrn waren. (Stürmisch anhackender Widerspruch. Rufe: Landesverräter. Anhaltende große Anruhe.) Die Soz'a.demvkraten werden sich nicht hindern lassen, of enkundige Verstöße gegen die Vertragsbestimmungen be.anntzugeben. (Zurufe des Abg. Henning (Rat.-Soz.): Werden Sie etwa von Frankreich b^a^lt ? (Größter Lärm.) Es entsteht große Anruhe im Hause und der Präsident ruft den Abg. Henning zur Ordnung und kurz darauf infolge seiner Erwiderung den Abg. Dreitscheid. Finanzskandale und Korruption seien unvermeidliche Begleiterscheinungen der Revolution und Republik. (Lachen rechts.) ES scheint, als ob Dr. Luther und sein Kabinett zum Teil wenigstens einer so gefd^adenen Atmosphäre ihre Existenz verdanken. (Anruhe.) Darmataffäre und Magdeburger Prozeß hängen hier zusammen. Für jeden anständigen Menschen sei das Magdeburger Urteil nichts anderes, als die Diskreditierung der deutschen Justiz. (Deifall links.) Der Redner weist auf Skandalprozesse aus der Zeit der Monarchie hin. Er schließt mit einer Absage an das Kabinett, dem er sein Mi htrauen ausspricht. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Präsident Lö be teilt mit, daß von den Deutschnationalen, der Deutschen Dol'spar- tei, dem Zentrum und der Bayerischen Volks- Partei und der Wirtschaftlichen Vereinigung folgender Vertrauensantrag eingegangen ist: Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung. Die Sozialdemokraten haben einen besonderen Mihtrauensantrag eingebracht. Abg. Graf Westarp (Dntl.) erklärt sich bereit, den Antrag auf Billigung: der Regierungserklärung anzunehmen, um der Regierung es so zu ermöglichen, die Geschäfte des Reiches zu führen. Das Ergebnis der neuen Regierungsbildung befriedigt uns nicht vollkommen: es ist ein Anfang, ein Versuch, feine endgültige und befriedigende Lösung. (Großes Gelächter links.) Wir hätten ein direktes Vertrauensvotum gewünscht im Einllang mit dem Reichskanzler und der Deutschen Volkspartei. Leider hatte sich das Zentrum diesem Gedanken versagt. Wenn damit durchaus eine losere Verbindung zum Ausdruck gebracht werden soll, so nehmen wir das gleiche Recht für uns in Anspruch, nicht voll gebunden und verantwortlich zu sein. (Q^arufe links.) Politisch legen wir ent- scheidenden Wert daraus, daß auch die anderen Parteien ebenso wie wir die Annahme der Dil- ligungsformel in voller Geschlossenheit aussprechen. (Hört, hört!) Ob damit die Sicherheit der Regierungsverhältnisse wesentlich gewährleistet ist, wird die Zukunft zeigen. Sie wird aufs schwerste gefährdet sein, wenn nicht auch in Preußen der Einfluß der Sozialdemokratie auf die Führung der Geschäfte aufhört. (Lebh. Deifall rechts, stürmische Aharufe der Sozialdemokraten.) Kein Politiker zweifle daran, daß nach der Aufdeckung des Korruptionssumpfes eine Reuwahl für die Linke endgültig vernichtend fein würde. (Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Die bevvr- ftebenbe Reichspräsidentenwahl werde diese Voraussage bestätigen. Degrühenswerl sei der Entschluß — der für die Deutschnativnalen maßgebend war — endlich zu sachlicher Arbeit zu kommen. Wenn die Sozialdemokratie die Anabhängigkeit wahre, könne der Reichstag durchaus sachliche Arbeit leisten. Degrühenswert sei auch das Bekenntnis zur christlichen Grundlage unserer Kultur. (Deifall r«hts.) Mit eisernem Besen müssen Sauberkeit und Reinheit des öffentlichen Lebens wiederhergestelll werden. Zu den Ausgaben des Innenministers gehöre besonders die bessere Beachtung der föderalistischen Rechte der Bundesstaaten und die Defreiung und Forderung der vaterländischen Dewegnng (Lebhafte Aha- Ruse). Der Redner kritisierte dann d e bisherigen H an delsvertragsver Handlungen, in die man mit völliger Planlosigkeit hineinze- schlittert sei. Der Redner fordert, daß der Binnenmarkt nach Bismarckschem Muster durch Schutz- und Ausgleichzölle gestärkt werde. Die Lasten des Londoner Abkommens bezeichnete der Rednr als unerfüllbar und unerträglich. Die Regierung könne die nötige Aenderung des Abkommens durchsetzen. Die Richträumung der Kölner Zone sei ein Rückfall in die Sanktions- Politik. Die deutsche Rote hätte die Verletzung deutschen Rechts noch Häver und erschöpfender bar legen müssen. Die Entwasfnunqsfrage sei für die Alliierten nur ein Dorwaird. Der Redner weist dann auf den neuen Rechtsbruch im Osten hin und fordert Gegenmaßnahmen der Reichsregierung. DaS Handelsprovisorium mit Frankreich werde so lange nicht zustande kommen können, als die Franzosen bei ihrer Haltung bleiben. Ein Aufnahme-Antrag in ben Völkerbund dürfe keine Wiederholung des Schuldbekenntnisses bringen. Für die amtliche Widerrufung der Kriegsschuldlüge würden die Deutsch- nationalen allen Einfluß einsehen. Der Redner erllärt sich zu gemeinsamer Arbeit mit den anderen Regierungsparteien bereit, obwohl Regie- rungsgemeinschast noch nicht Gesinnungsgemein - schaft bedeuten brauche. Selbstverständlich müsse die Verfassung anerkannt werden. Selbstverständlich werde keine Amrderung durch Gewalt beabsichtigt. DaS deutsche Recht könnt sich nicht durchsetzen, wenn nicht dahinter ein stählerner Wille des ganzen Volles stehe, der Wille zur Macht des Staates. (Lebh Lärm links. Deifall rechts.) Präsident Löbe rüst den Abg. Grafen Westarp nachträglich zur Ordnung, weil er auf einen Zuruf deS Abg. Dittmann (Soz). der sich auf Helsierich bezog, mit einem scharfen Ausdruck erwiderte. Wegen gegenseitiger Zroi- schem-ufe zwischen dem Abg. Grasen Westarp und dem Abg. Kuhnt (Soz.) werden beide noch einmal zur Ordnung gerufen. Abg. Fehrenbach (Zentrum) verliest eine Erklärung seiner Fraktion, in der es heißt: Das Zentrum verfolgte immer das Ziel, alle zu verantwortlicher politi.cher Aufbauarbeit auf dem Doden der bestehenden Reichs- Verfassung bereiten Kräfte zu praktischem politischen Zusammenwirken heranzuzichen. 'Diesem Ziel dient sein Eintreten für den Gedanken der Volksgemeinschaft und für die große Koalition. Diese Möglichkeiten sind vorerst zunichte geworden. Unter diesen Amständen mußte die Fraktion versuchen, ihre Politll auch im Rahmen einer Minderheitsregierung zu verteirllichen. DaS Resultat der letzten Wahl mußte rein sachlich gewertet auch heute noch für eine Politik der Mitte unter der großen Koalition eine tragbare Mehrheit ergeben, wenn alle diejenigen, die diese Politik bisher unterstützten, daran festgehalten hätten. Im Gefolge der Aufkündigung der Koalition durch die Deutsche Dolkspartei sind aber alle De^ mühungen des Reichskanzlers Marx gescheitert. Angesichts der Gefahren einer wetteren Hinauszögerung der Krise hat die Fraktion ans staatspolitischen Erwägungen heraus sich den opfervollen Entschluß abgerungen, unter Vorbehalt sorgfältiger Prüfung der künftigen Politik und unter Ablehnung jeder fraktionellen Gebundenheit in eine per - sönlicheundbeschränkteDeteiligung im neuen Kabinett einzuwllligen. Die Fraktion erwartet, baß das neue Kabinett an dem bisherigen außenpolitischen KurS festhält und die realpolitischc Einsicht des neuen Reichskanzlers sich durch keine Kräftegruppe seine« Kabinetts nach einer Richtung abbringen lassen wird, in der wir ibm sachlich nicht mehr zu folgen vermöchten. Das gilt nicht nur für die Außenpolitik, sondern auch für unsere Voraussetzungen verfassungsrechtlicher, wirtschaftlicher sowie staats- und kulturpolitischer Art, Dem Christentum muh als überragende Kulturmacht der gebührende Einfluß eingeräumt werden. Anbedingt erforderlich ist die Verabschiedung des Reichs- schulgese hes und die Aufrechterhaltung des Bekennt nisschulwesens. Die Fraktion wird die Reichsregierung nach ihren Taten beurteilen. (Beifall im Zenttum.) Abg. Dr. Scholz (Dt. Tp.) begrüßt das Zustandekommen der neuen Re» gierung. Es müßte endlich eine verantwortliche Regierung zustandekommen, die über eine Mehrheit verfügt. (Widerspruch links.) Auch die Volks- Partei betrachte das jetzige Kabinett als eine Etappe. Auch sie werbe zunächst die Taten der Regierung abwarten. (Lachen links.) Das bedeute kein Mißtrauen. Die Dolkspartei könne der Regierungserklärung in fast allen Punkten rückhaltlos zustimmen und habe zu den Ministern das volle Dertrauen, daß sie ihre Dersprechen erfüllen werden. Es dürfe nicht Gepflogenheit des Reichstages werden, einzelne Regierungsmitglieder, die ein ehrenwertes Be» amtenleben hinter sich haben, hier mit Mißtrauen und lebhafter Gehässigkeit zu empfangen, wie bas Dreitscheid getan habe. Ion der Regierung erwarte man eine gesunde nationale Realpolitik. Der Redner wendet sich gegen das so oft mih- brauchte Wort vom Dürgerblock und erklärt: Wir kennen keinen Gegensatz zwischen Bürgerschaft und Ardeitertum, wir kennen nur Deutsche. (Lebhafter Beifall.) Abg. Frau Gohlke (Ruth Fischer) (Komm.) wirft den Sozialdemokraten vor, sie seien die Ursache dieser jetzigen Regierung und Herr Breit- scheid mit seiner langen Gestalt werde jederzeit bereit kein, dem Reichskanzler Luther als Da- lanzieriiange zu dienert. (Heiterkeit.) An den .Sozialdemokraten werde das Kabinett willige Helfershelfer finden, werm es gelte, die Arbeiter niederzuknüppeln. Als die Rednerin von einer deutschen Zuchthaus-Republik spricht, wird sie zur Ordnung gerufen. Daraus vertagt daS Haus die weitere politische Aussprache auf Mittwoch. Fortsetzung der politischen Debatte. Preußischer Landtag. Kortsetzunq der politische« Aussprache. Die große politische Aussprache zur Regierungserklärung wird fortgesetzt. Als erster Redner nimmt das Wort Abg. Da ecke r -Berlin (Dn.): Die These des Ministerpräsidenten Braun, er brauche auch im -Preußischen Landtag nur einem förmlichen Mih- trauensvoturn nach Artikel 57 der Verfassung zu weichen, droht den Landtag und das Land in einen schweren Äonflift zu stürzen. Wir werden das System Braun-Devering dahin bringen, wohin eS gehört. Wahrend der Ausführungen des Redners waren die meisten Minister auf ihren Plätzen erschienen. Abg. Schreiber-Halle (Dem.) tritt den Ausführungen des Vorredners entgegen und bemerkt, daß Ministerpräsident Braun seine Pflicht aufs gröblichste verletzt hätte, wenn er in der Frage des Protestes gegen die Richträumung der Kölner Zone es unterlassen hätte, vor dem Landtag den Protest der StacttSresierung zum Ausdruck zu bringen. Abg. Dörr (Komm.) wendet sich gegen die große Koalition und beschuldigt befmtt>ers die Sozialdeml^raten an der Verelendung des deutschen Volkes mitgewirkt und die Geschäfte der VolkSauSsauger besorgt zu haben. Inzwischen ist dem Hause ein in die Form eines Vertrauens- antrageS gekleideter gemeinsamer Miß- Irauensantrag der Deutschnationalen und der Deutschvölkischen eingegangen. Abg. Wulle (Datsoz): Das Ministerium Braun vermeide eS peinlich, die Vertrauensfrage zu stellen, deshalb hatten sich eine Anzahl Abgeordneter der Rechten erlaubt, der Regierung einen Vertrauensantrag einzubringen. (Stürmische Heiterkeit.) Gin deutschnationaler MißtrauenSantrag lautet: Der Landtag wolle beschließen: Der Ministerpräsident und Minister der Finanzen und für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Braun, der Minister des Innern Severing und der Minister für Handel und Gewerbe S i e r i n g besitzen nicht daS Vertrauen des preußischen Landtags. Das HauS vertagt sich auf Mittwoch. Die hessische Regierungsbildung. Ein neuer Daruistäbter Pressedienst, die Süddeutsche Republikanische Korrespondenz Ausgabe Rr. 7 meldet, daß die Abhandlungen über die Regierungsbildung auch am Dienstag fortgesetzt wurden. Die Fraktionen das Bauernbundes und bet Deutschen DolkSpartei traten zu Sitzungen zusammen, die sich von 10 Uhr vormittags bis in die Abendstunden Hinzvgen. Während dieser Sitzungen fanden längere Besprechungen zwischen den Wg. Hofmann (Ztr.) Dingeldey (D. BP.) und Dr. von Helmholl (Dbd.) statt. 3m Anschluß hieran traten die beiden Fraktionen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, in der Abg. Dingeldey über die Lage berichtete. Die neue Regierung dürfte sich auf diese drei Gruppen beschränken, jedoch ist ihnen die Reutralität der äußersten Rechte sicher. Die Korrespondenz will, wissen, daß der Posten des Staaitsprasiden- ten in Zukunft mit Herrn von Brentano beseht werden dürfte. Politische Schulungswoche in Darmstadt. Tie vom 27. bis 30. Januar 1925 in Darmstadt vom Frauenausschuß zur Bekämpfung der Schuld lüge veranstaltete Schulungswvche bringt folgendes Programm: 1. Tag, vorm. 10 Uhr: Bedeutung und Behand- luna der KriegSschuldfrage: Prof. C o ß m a n n; nachm.: Ter Friedensvertrag von Versailles: Dr. Emmy VoigNänder; Bisherige wrischaft- ltche Verluste und V"lastunqen Deutschlands nach dem Versailler Diktat: Dr. Raab: abends, öffentlich: Tre Frau in der Kriegs- und Rach- kriegszcr': Clara Men de, M. t. R. 2 Tag, vorm.: Die geraubten Kolonie»: Dr. G. Wolff, München: Tie Folgen des FriedenSvertrages auf die Volksgesundheit: Freiin Dr. v. Walter, M. d. L-: nachm.: Der Kampf, um den deutschen Rhein: Dr. Dose Kempf, Freiin Dr. v. Hertling: Französische Separatistenpolitik von einem Augenzeugen: abends, öffentlich: Die Frauen im Ruhrkampf: Frau M. Dönhoff, M. d. L-: Der Rechisbruch vom 10. 3an. 1925. 3. Tag, Vorm.: Versailles und Deutschlands Stellung in der Weltpolitik: Dr. K r i e g f ; nachrn.: Debatte; abends, öffentlich: Der Kampf um das Deutschtum im Osten: Frau K a l l ä h n e, Danzig. 4. Tag, vorm.: Das Sachverständigengutachten und das Abkommen von London: Dr, Kuhlenkampf, M. d. R: nachm.: Debatte; Deutschland und der Völkerbund? Nuntius Pacelll kommt nach Berlm. Rom, 21. 3an. (TU.) 3n Kreisen des Vatikans wird mitgeteilt, bah auf Grund der Unterzeichnung des Konkordates zwischen dem Heiligen Stuhl und Bayern der päpstliche RuntiuS Pacelli sich demnächst nach Berlin begeben wirb, um mit der Reichs - regierung wegen der Unterzeichnung eines Konkordates mit dem Heiligen Stuhl Verhandlungen anzuknüvfen. Das neue Kon'or- dat solle an die Stelle deS zwischen dem Heiligen Stuhl und Preußen abgeschlossenen treten Der Barmatskandal. Abg. Hofmann und Barmat. — Eine Gläubigerkonferenz. Ludwigshafen, 21. 3an> (LH.) 3n den letzten Tagen wurde bekannt, daß auch der Reichstagsabg. Hofmann-LudwigShafen (Zentr.) in Beziehungen zu den BarmatS gestanden hat. Der Abg. Hofmann stellt nun fest, er sei im August des vergangenen 3ahres auf Veranlassung seines FraktionSkol- legen Lange-Hegermann, der damals Vorsitzender des Auffichtsrats bei Schneider L Co. in Heidelberg-Kirchheim und bei den Kreiswerken in Reckarau war, in den Auf- fichtsrat der beiden Keinen Betriebe em- getreten. Er habe jedoch keine Aktien dieser beiden Werke behalten, habe überhaupt aus seinen Aufsichtsratsposten keinen materiellen Ruhen gezogen. Einer Aufsichtsratssitzung habe er nicht beigewohnt. Als er vom Berliner Barmat-Skandal erfahren habe, sei er von den beiden Aufsichtsratsposten zurückgetreten. Die Gebrüder Darmat seien ihm zwar persönlich vorgestellt worden, in ein näheres persönliches Verhältnis sei er aber nie mit ihnen getreten. 3n der Barmat-Affäre fand im neuen Berliner Kriminalgericht eine Konferenz der Gläubiger statt. Vertreten waren dasReichs- postministerium, die anderen Gläubiger, sowie die drei verhafteten Drüber Barmat und der Untersuchungsrichter. 3n einem notariellen Vertrag erklärten sich die Gebrüder Barmat bereit, ihr gesamtes im 3n- und Ausland befindliches Der- mögen der zu gründenden Treuhandgesellschaft zu überlassen. ES soll eine gleichmäßige Befriedigung sämtlicher Gläubiger versucht werden, und zu diesem Zweck ist beabsichtigt, gewisse unrentable Betriebe des Darmat-Kmizerns abzustoßen, andere dagegen neu zu organisieren und unbedingt weiterzuführen. 2In die Svihe des Dettval- tungsrats der Treuhandgesellschaft wird Rechcks- anwalt Dr. Kohler, der Rechtsbeistand deS ReichspostministermmS, treten. Oesterreichischer Besuch in Berlin. Dr. Dirrghofer über den Zweck seiner Berliner Reife. Wien, 21.3an. (LU.) Die „Reue Freie Presse" veröffentlicht eine Unterredung ihres Berliner Korrespondenten mit dem in Begleitung des Vizekanzlers Dr. Frank nach Berlin gereiften Präsidenten des österreichischen Ratio- nalratS, Dr. Dinghofer, über den Zweck ihres Deriiner Besuchs. Der Zweck unserer Reise ist in erster Linie die Erörterung politischer und wirtschaftlicher Fragen. Oesterreich hat ein neues Genfer Protokoll geschlossen. Aber auch der Rahmen, in den es durch dieses Abkommen hineinge- zwängt ' vrbe, dürfte sich als zu eng für Oesterreich erweisen. Es ist möglich, daß wir bald wieder nach Genf gehen müssen, um dort ernste Entscheidungen zu treffen. Vielleicht werden diese Entscheidungen auf Grund der Erkenntnis getroffen, daß die Angliederung Oesterreichs an ein größeres Wirtschaftsgebiet nötig ist. Ratürlich kann es uns nicht gleichgültig sein, in welcher Weise sich eine solche Angliederung vollzie^n würde. Wir wollen wissen, wie man sich in Berlin zu der Frage stellt, was gescheben wird, wenn das deutsch-österreichische Handelsabkommen abgelausen ist, das nur ein Provisorium ist. Wir wollen wissen, ob dann vielleicht eine größere wirtschaftliche Annäherung Deutschösterreichs an Deutschland ins Auge gefaßt werden kann und ob man in Berlin darüber unterrichtet ist, wie sich die Entente zu einer solchen wirtschaftlichen Annäherung stellen würde. Der Reparationsagent zum Vertragsbruch. London, 21. 3an. (WTD. Funkspruch.) Rach der „Chicago Tridune" soll der Generalagent für die Reparationszahlungen Parker Gilbert in dem gestrigen Expose über den Stand der Ausführungen deS DaweSplaneS folgendes erklärt haben: Deutschland habe an die Alliierten seit Inkrafttreten des DaweSplaneS seit Oktober v. 3. 22 Millionen Goldmark bezahlt. Er stellte fest, daß der neue Reichskanzler bereit sei, den DaweSplan durch-- zuführen. Wenn auch der Generalagent nicht auf politische Frage» einging, schreibt das Blatt weiter, so hat er doch nrcht unterlassen, darauf hinzuweifen, daß die RichtrSumung der Kölner Zone die Ausführung deS DaweSplaneS in Mitleidenschaft zu ziehen drohe, besonders wenn die Alliierten nicht ihre Absichten hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Besetzung nach Erhalt des Berichtes der Kontrollrommlssion in Berlin kundgäbe. Die deutschen Rationalisten hätten aus der Aufrechterhaltung der De ehung der Kölner Zone Kapital geschlagen, aber man glaube, daß eine freunbscha'tliche Lösung gefunden werde, und baß diese Zone gleichzeitig mit der Duhrränmun g durch die Franzose» und Belgier im April ober Mai diese« Jahres geräumt werden würde. Frankreich, Rußland und der Vatikan. Aus brr französischen Kammer. Paris, 21. 3an. (T. U.) Der Berichterstatter der Finanzlommifsion Simon hat gestern nachmittag in der Kammer feinen Bericht über die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Rußland und die Aufhebung der Gesandtschaft am Vatikan verlesen. Für die Anerkennung Sowjetrußlands, betonte der Redner, seien drei Gründe maßgebend: 1. die Rotwendigkeit eines politischen Zusammengehens mit den östlichen Verbündeten Frankreichs. 2. Regelung des llnlertanenverhältnisses der zahlreichen russischen Flüchtlinge, 3. Wiederaufnahme von 130 Millionen Menschen in den europäisch?» W -t'chaf:s^e band. I Der Anspruch ber Sowjetrrg e.ung, auch die I Mongolei und China zu oertreten, wurde zurückgewiesen. Bei der Gelegenheit sei festgestellt, daß die Bolschewisten imperialistische Tendenzen verfolgen. Die französische Regierung halte sich wegen der Sowjetpropaganda zurück, für die 200 Millionen Rubel jährlich verausgabt werden. Der Berichterstatter verhehlt nicht, daß mit der Rückerstattung der russischen Privatfchulden kaum zu rechnen sei. Die Anerkennung der Rechte Franiceichs und der Franzo en bildet die Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Beziehurrgen ßu Rußland. Rußland könne nicht mit der finanziellen llnter- stühung Frankreichs rechnen. Darauf wendet sich Simon der Frage der Vertretung im Vatikan zu. Er tritt für die Aushebung der Gesandtschaft ein. Die Behauptung, daß Frankreich von sämtlichen zivili- Herten Ländern keine Vertretung im Vatikan haben werde, entspreche nicht den Tatsachen. Die Schweiz habe leinen Gesandten, England sei nur durch einen außerordentlichen Bevollmächtigten vertreten, Rußland, die Vereinigten Staaten, Japan. Mexiko, China, Dänemark, Schweden und Rorwegen, insgesamt 30 andere Rationen, seien nicht im Vatikan vertreten. Zudem brauche Frankreich in dieser Frage nicht dem Beispiel der anderen zu folgen. Die französisch-russischen Besprechungen. Paris, 20. 3an. (TU.) Der „Matin" weist der Begegnung Krassins mit Herriot und dem Präsidenten der Republik außerordentliche Bedeutung bei. Bei der Unterredung stand Herriot unter dem ungünstigen Einfluß ; eines soeben aus Moskau eingetragenen Tele- grarnmes, in dem der fr anzösische Dot-i schäft er über den Verlauf seiner Unterredung J mit Litwinow berichtete. 3n der Frage der ; russischen Vorkriegsschulden erklärte der Volks- i kommifsar, daß es R y k o w als Regierungschef unbenommen bleibe, die Rotwendigkeit der Rück- < erstattung der Schulden prinzipiell zu verneinen. Herriot hat dem Sowjetgesandten zu verstehen gegeben, daß die frankv-russischen Verhandlungen bei einer solchen Tat einen schwierigenVer- i lauf nehmen werden. Die Regelung verschie- j bener Streitfragen ist, so fügt der „Watin" hinzu, bei der ebenfv ungeschickten wie unermüdlichen Propaganda der Sowjets schon jetzt äußerst problematisch und auch die Aufrechterhaltung der politischen Beziehungen wird zweck- unb gegenstandslos. Krassin reift morgen bestimmt nach Moskau ab. Er wird über die Stimmung in Frankreich eingehend berichten. Die Blätter hoffen, daß es Krassin in Gemeinschaft mit Rakowski gelingen wird, die Sowjetregierung zu einem i größeren Entgegenkommen zu ver- cmlafsen, Das russisch-japanische Abkommen über China. Peking, 20. Jan. (Reuter). Die rufsisch- japanischen Verhandlungen sind abgeschlossen und das Abkommen unterzeichnet worden. Das j chinesische Ministerium des Aeuhern ■ hat eine Rote an die japanische Gesandtschaft , und den russischen Botschafter gesandt, in der j eS heißt, die chinesische Regierung habe von dem : bevorstehenden Abschluß deS russisch-japanischen Abkommens erfahren und sie mache Rußland und Japan daraus aufmerHam, daß, wenn das Abkommen chinesische Interessen berühre, j es nicht anerkannt werben würde, bevor es die Billigung der chinesischen Regierung gesunden habe. Die Kämpfe vor Schanghai. Schanghai, 20. Januar. (WB) Weitere I Kämpfe wurden heute nicht gemeldet. Die Streit- - fräfte Schi-Tsi-Vuans werden in einer Linie J Wusch-Kianghin, 60 Meilen von Schanghai, zusammengezogen. Beiderseits von Wuseh sind Eisenbahnzüge zum Entgleisen gebracht worden, die 13 Lokomotiven und Hunderte von Wagen stillegen. Die Truppen von Schi-Tsi- Duans leiden bereits unter Nahrungsmangel und plündern in der Gegend von Wuseh. Die Ausländer in Schanghai haben zwar leine Besorgnisse über ihre Lage, doch macht sich das De- tdürfnis nach Vermehrung der Truppen zum Schutze der Riederlassungen fühlbar. Gestern hat hier eine Konferenz zwischen Vertretern des Stadtrates und der Marinebehörde statt gefunden. Man hatte Maßnahmen ins Auge gefaßt, um die Verteidigung des internationalen Konzessionsgebietes und einen neuerlichen Einfall in dieses Gebiet durch die geschlagenen Truppen, wie dies in der vergangenen Woche geschehen ist, zu verhindern. 3n einem solchen Falle sollen alle Anstrengungen gemacht werden, um die Truppen in ein anderes Stadtviertel zurückzulenken. Rötigenfalls soll Gewalt angewendet werden. Havas meldet aus Schanghai: Zwei englische Dampfer find dem Feuer chinesischer Artillerie ausgesetzt gewesen, und zwar der eine etwa 10 Km. von Tfchekiang am 16. Januar und der andere bei den Wosung- Forts am 19. Januar. Keiner von den Dampfern sei zu Schaden gekommen. Auch (Englanb gegen den französischen Minimaltarif. London, 20. Jan. (£113 Das neue französische Zollgeseh, das seyr erhebliche Erhöhungen des französischen Mindesttcnifes bei gewissen Gütern vorsieht, hat in britischen industriellen Kreisen lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Man hatte ursprünglich an= genommmen, daß sich das Gesetz gegen gewisse deutsche Industrien richten würde. Man erwägt nun die Möglichkeit eines neuen Handelsvertrages mit F aakreich. Der britische Exporthandel nach Frankreich sei gegenwärtig weit weniger befriedigend aI6 der französische Exporthandel nach England. Kleine politische Nachrichten. Sicherenr Vernehmen nach steht die Aufhebung des Verbots der Rational- sozialistischen Partei in Bayern bevor. * Wie die Presseabteilung der Rativnalsozia- listischen Freiheit bewegung mitteilt, ist der srühere DeichstagSadg. Ha pimann a.D von Heydebreck heute vormittag auf Veranlassung deS StaatSgerichtShoseS zum Schulze der Acpu- - bllk wegen Beteiligung an den anläßlich bet Hitlerputsches im Rvvember 1923 in Oberschlesier entstandenen Unruhen verhaftet worden. * 3m Reichstage war ein Antrag Bernd* (Dntl.) eingegangen, nach dem der 18. Januar zum Rativnalfeierrag deS deutschen Volkes bestimmt werden soll. Wie Daily Expreß" meldet hat Bte brittschr Admiralität ein erweitertes Schifsbau-- Prograrnm entworfen, daL von der Regierung geprüft werden wird. Reu gebeut Werder sollen 4 Kreuzer, 3 H-Doote und ehre Reihr von Hilssfahrzeugen. Rach einer Radiomeldung aus Bukarest hat die Sowjetregierung in der bessarabischen Frage neue Schritte bei bet rumänischen Regierung unternommen. Sie hat vor- geschlagen, die beti)en bessarabischrn Provinzen Ismail und Kagel Rumänien zu überlassen und in den anderen Provinzen Volksabstimmungen vorzunehmen. Aus aller Wett. Hamburg im Rebel. Die Blätter melden aus Hamburg, daß die Elbemündung und die Hnterelbe bis zum Ham-. bürget Hafen hinaus seit Sonntag in dichtem Rebel liegen. Seit Montag abend ist im Hamburger Hafen kein von See kommendes Schiff mehr eingelaufen. Das größte A-Boot der 2Selt. Rach erfolgreichen Probefahrten ist bas 11- Doot 1 in Portsmouth eingetroffen. Es ist bas größte 11-Dvot der Welt mit einer ilebettoaffer^ Verdrängung von 2780 Tonnen und Unterwasser- Verdrängung von 3600 Tonnen. Der Fremdenstrom in Italien. Rach dem „Ruovo Päse" sind tm Jahre 1923 etwa 700 000 Fremde nach Italien gekommen, davon seien 113 000 Engländer, 97 000 Franzosen, 88 000 Amerikaner, 69 000 Deutsche und 112 000 Bürger aus den Donaustaaten gewesen. Ungetreuer Diener. In der herzoglich mecklenburgischen Villa „Gustava" in Ludwigslust hat der herzogliche Diener Hermann Tilse in Abwesenheit) seiner Herrschaft den gesamten Brillant-j schmuck, darunter den mit Brillanten besetzten, Hausorden der wendischen Krone, 5 Brillant- braschen, Armbänder mit Brillanten usw., in einen Koffer verpackt und ist damit verschwunden. Er konnte zusammen mit einem Elektrotechniker, der ihm wertvolle Mokkatassen und Wäsche für seine Braut abgebauft hatte, Der- haftet werden. Ein Teil der Wertsachen ist gefunden. Großfener l» Drooklh». In einer großen Äartonnagcnfabril In Brooklyn brach in der vergangenen Rächt ein Feuer aus, das in kürzester Zett eine große Ausdehnung annahm. Die umliegenden Häuser mußten so eilig geräumt werden, daß die Einwohner teilweise imRachtgewanbbie Woh» nungen verließen. Brand eines OellagerS in Ehikago. 3n Ehikago brach auf dem OeHagCi des Warenhauses Iayrnish ein Brand aus Die Explosion der Benzin- imb Oelbehälter rie' eine ungeheure Panik hervor. Angestellte unt Besucher des Warenhauses kämpften um die Ausgänge. Das brennende Oel floh auf die Straße. Rettungskommandos und Löschmannschaften eilten zur Brandstelle und bemühten sich, die Verwirrung zu lösen. Wettervoraussage. Rachts Temperaturen um Rrrll, meist bedeckt, 8um Teil nebelig, trocken. Aus Stadt und Land. Gießen, 21.3anuar 1925. Eine schöne Feier bei der 2. Komp unseres Regiments. Der Chef der 2. Kompagnie unseres Ins.- RgtS. Dr. 15. Hauptmann Hvhfeld, hat aus den aufreibenden Tagen der Unruhezett in Thüringen einen fernen Entschluß für feine Kompagnie in die He'matgarnison Gießen mitgebracht. In I e n a. wo die Kompagnie in jenen bewegten Tagen stand, hatte der damalige Kompagniechef vor einem Jahre anläUich der Feier des Reichs- gründungstagee em Kompagniefest hergerichtet, bas bei den Angehörigen der Kompagnie und bei der dortigen Zivilbevölkerung großen Anklang sand. Angevtzgt durch den vollen Erfolg dieser Feier faßte Hauptmann Hoßfelb den Entschluß, in jedem Jahre für ferne Kompagnie ein solches Fest zu veranstalten. Die erste Verwirklichung dieses Entschlusses brachte die Kompagniefeier der 2. (Hess.) Kompagnie unseres Irrf.-Agts. Rr. 15, bk am Montag abend im Kath. DereinshauS stattfand und — um es vorweg zu sagen — einen ausgezeichneten Verlaus nahm. Mit der Kompagnie hatten sich viele Bürger unserer Stadt (ehern. 116er, Vertreter des Offiziervereins, der Regimentsvereine, des Marinevereins, 116er Abordnung aus Bad--Rauhrim und sonstige geladene Gäste) zusarnmengefunden, um durch ifyrc Anwesenheit zu bekunden, daß Truppe und weiteste Kreise des ZivckS ein inniges Band des vertrauensvollen Verstehens vertnüpst. DaS Regiment war vertreten durch den Kommandeur Oberst Fett, an dessen Sette sich Oberstleutnant Deyhle und Oberstleutnant Fritz befanden; ferner waren Offiziere der übrigen Kompagnien zugegen. Vom anwesenden Zivil wären vor allem General a. D. Mohr und der Vorsitzende deS Verbandes ehern. 116er, Major a. D. Linde n a u zu nennen. Ein reicher Damenflor gab dem Abend einen besonders festlichen Anstrich. Daß tie Kompagnie, die die Tradition unseres ruhmreichen alten Gießener Inf.-Regiments Rr. 116 wett erführt, bei dieser Gelegenheit von einem Mann die Uniform des alten Regiments tragen ließ und damit manche liebe Erinnerungen bei den alten Soldaten wachrief, gab vielen einen be'onderen ideellen Gewinn des Abends. Die Feier wurde natürlich mit dem schneidigen llöer-Marsch einge'eitet. Rach einem markigen Vorspruch, den ein Unteroffizier der Komvagnie zu Gehör brachte, entbot der Korn- pagniechef, Hauptmann Hoß seid den Gästen und feiner Kompagnie den Willkomm en sgruß. Er erwähnte dann in seiner Ansprache die oben- •t£ Stadttheater: Z-l» ilftr .MutErlegende' De- r : . empfiehlt 0@M (0633 stellt ein Koch 697V Der Vorstand 699c 698D [642D gesucht. gesucht. 68ID Löbervrahc LL. Lieinsttatze 13. 690D I II III IV V Los Los Los Los Los ine die SU Tüchtige Maschinen schreiner Völlig gesund, gut gestimmt, nicht nervös, Morgens schon froh und behende, Alles, seitdem ich statt Bohnenkaffee Nur noch .Aguma" verwende. Älto o. K. Kabeljau o. K. Seelachs o. K, lÄrsch ol reichen. Derrern, den 20. Januar 1925. Bürgermeisterei Beuern. W a lther. Briufir., tüldtign SAkiM derartigen Mobilmachungsbefehl der Compagnie freudig Folge zu leisten. Vullenverkaus. Sin wegen Dienstuntauglichkeil ab- gehender Cinrmentaler Bulle soll auf dem Submissionswege verkauft werden. Offerten dazu, und zwar mit pro Zentner Lebendgewi ht, sind bis Wontag, den 26. dS. Mts., nachmittag» 2 21hr, an unterzeichnete Stelle abzugeben. wo alsdann unter Bekanntgabe der Bedingungen die Eröffnung stattffndet. Gleichzeitig tauscht die Gemeinde einen wegen Inzucht abgehenden kräftigen Ziegenbock in einen aus gleichem Grund abgehenden Bockes anderer Gemeinde ein. Auch hier sind Angebote bis zu obigem Termin an unterzeichnete Stelle einzu- AGUMA , der neue Geraten- KAFFEE Deutiche* Reieht-Pairnt 337168 tn allen eimdüfiffigen Gesdiüflen trhältifdi. deutschen Aaturheilbewegung machen will, besuche diese Borsührungen. (Siehe heutige Anzeige.) Don der Gießener Theologenschaft Heb. Kalbfleisch £e1.1685, Lieblgstr-7l — 22,84 --- 34.81 = 15,57 — 30,50 logie in Zürich, Emil Brunner, am Donnerstag, abends 8V3 Uhr. im Hörsaal 44 des Universitätsgcbüudcs hallen wird über das Thema: „Tie Menfchhcitssrage in Humanismus undProtestantismus". Innerhalb der theologischen Fachkreise dürfte die Bcdcutung Emil Brunners und seiner Arbeit Wohl nicht mehr verkannt werden. Schon seine Mt verkaufen. 0626 Alt « Buseck Steinstrufte 14. und wird auf Wunsch von Förster dahier vorgezeigt. Beuern, den 20. Januar 1925. Bürgermeisterei Beuern. Walther. *' Unbestellbare Postsendungen. Don der Oberpostdirektion Darmstadt wird uns Mr Manufaktur- waren gesucht. [?r>iD Gebr. Baer ließen Marktstrafte 29 von alieinneMbrt. Landmaskbtnenge- schält znm Besuchen der Land- kundschaft gesucht. 5Zui solche, die mit Eriola gereist und mit der Branche gründlich neriraui sind, wollen sich melden. D«e Siet lang ist dauernd und - gut bezahlt. Schristl. Angel) mit Zeugnisabichr und ^ehaltSansvr. unter biitiü an den '«teh. Anz. erb. Wegen Ausgabe des OteickäftS oei kaufe komplette SSiiWchel- MWlle etnschl. Lcstuster maf-triue. Nntter-bauieu 0-2 Schulstrafte 31. Donnerstag, 22. Januar 1925, । nachmittags 2 Uhr, versteigere ich int „Löwen", Reuenweg dahier zwangsweise gegen Barzahlung voraussichllich bestimmt: 25 Mill. Zigaretten — Pinguin — Dern, Gerichtsvollzieher in Gietzen wird uns geschri-ebeir: Di He Zeilen sollen Aufgabe haben, die Aufmerksamkeit derer, nicht Theologen sind, auf einen Bortrag _ lenken, den der Professor für systematische Theo- 3. 4. 5a 5a Aelteres Edevaar r2 Peri.» focht zum 1. iXebr. ob. soäter eine durchaus zuver lässige, erfahrene, gut empfohlene Stütze ober Haushälterin. Guten Leistu nen ent sprechend hoher Lohn. M35 Frau Droi. Hirt Löberttraste 23. Sellagers in Chikago. M cwf bm OeHogCi layrmH ein 'Sranb auä enjin* unk> Oelbehälter rte1 it hervor. AntztiMr imt Wtw um tnt :?raimte M stvtz aus die )mm WLL W-tzN . H "»titln. 1 tor: Her 9 im Nebel. Unterelbe hii 01 feit Mittag abend ift ^••‘brrSrlf. in Sinnen. J Päse" find tm 3^ «a.. 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Brunners Habilitationsvorlesung über „Die Grenzen der Humanität", 1922h Don da aus wird deullich. wie der angeknndigte Bcn'- trag in die Mitte eines theologischen Denlen» erste Deröffentlichung („Das Symbolische in der i hmeinführen lann. deffen Frage die Frage jedes religiösen Erkenntnis". 1914) sand weithin groftc | aufrichtigen Menschen sein wird. tz. B. •• Zwei KompagnienunsererGar- nlfon weilen von heute ab bi- -um Monatsende zur Abhaltung ihre- Gesechlsschieftens auf dem TruppenübunqSplatz Ohrdruf. ''TheaterzügederReichSbahnbei höheren Fahrpreisen. Die Reichsbahngesellschaft teilt mit: Häufig werden Anti-äge auf Einlegung von Personetrzügen, namentlich Spätzügcn, gestellt, um einem größeren Personen- freiS tZ^legenhelt zu geben, Theatervorstellungen, Konzerte und andere Dorstellungen zu besuchen. Da solchen Anträgen im allgemeinen nur entsprochen werden kann, wenn mit einer die Selbstkosten deckenden und aufterdem einen geringen Gewinn versprechenden Besetzung gerechnet werden kann, haben sich die Antragsteller wiederholt bereit erklärt, höhere Fahrpreise zu entrichten, welche die Wirtschaftlich! it der Züge sichern. Die Reichsbahngesellschaft will versuchen, solchen Anträgen zu entsprechen, wobei den Reichsbahndirektionen die Entscheidung für den einzelnen Fall überlasten bleibt, in welcher Höhe und Form das höhere Fahrgeld zu erheben ist, etwa ein fester oder nach der Entfernung unb Klaffe gestaffelter Zuschlag, ober mehrfaches regelrechtes ein Bortrag gehalten werden, der über die Geschichte, Lehre und Arbeit dieser Bewegung berichtet. Wei' sich ein Bild von der gesamten Set MMsMki in Sieben findet tn der Zeit vom 29. März biß 4. Avril 1925 statt. Reflektanten wollen sich wegen Uibcriaflnng von Plätzen für erstklassige Fahr- und Slhaugeschäfte sowie von Verkaufsbuden bis spätestens 15. Februar 1925 an die Stadtverwaltung (Stadthaus Bergftrahe 20 - Zimmer Nr 12) wenden, wo die Bedingungen erhättlich find. Angebote find unter Verwendung des vorqeichriebenen Angebotscheines schriftlich, mit der Aufschrift: „Angebot für den Frühjahrsmarkt 1925“, an die obenbezeichnete Stelle einzureichen Da der Frühjahrsmarkt ein beschränkter Markt ist, erfolgt die Zulassung von Jntereffenten ganz nach dem vorliegenden Bedü.fnis. Die Vergebung der Plätze geschieht nur durch die Stadtverwaltung. 7036 Gieften, den 20. Januar 1925. Der Oberbürgermeister, ll. D.: Hlingspor. Zirka 10 bis fit« 12 Zentner 1 Magen sttoB und 180 - 200 Ztr. Ditkwurz zu verkanten. Wo ? lagt die (tzeschäsiost. des Giev- Anz. 0G15 | Kaufgesuche | Anlsnse Melki oll Bahnenseh’aß b. teuer!. Material tn Rt einland u. Hessen« ‘Jinftniu Näheres mit Preis ufro. imt. F. Z. T. 288 onRutLEeaat, Fraaklurt a. BL ' •as MMÄ gegen Barzahlung au kaufen gesucht. Lchr.Slnr.m.Änaabe de» Fabrikat», Stärke, Baujahr und Preis unter 0582 an den Osten. Anzeiger 6.S.MÖ0e.V. Freitag, den 23. Januar 1925, im Gasthaus Boller: MlMMk MMlsMMW Tagesordnung: 1. Vorstands-Ergänzungswahl 2. Plahangelegenheit Z. Derjchiedenes. Erscheinen dringend erforderlich. Getragene flmkäs kauft zu höchsten Vrelsen L. Koeenewelg GlcOen Seltersiveg 68. [ Verschiedenes! j>eao>rung. «nn mu lettenet wetpoinw^i Schärfe wurden hier c rfermtm ptbeorctiktr rundfragen der Dogmatik in Angriff genommen. 3n- beffen haben offenbar erst in den nächsten Jahren Brunners Gedanken die für feine tlxwloglsche Arbeit eigentlich entscheidende Richtung bekommen. Das geht aus feiner 1921 der theologischen Fakultät zu Zürich vorgelegten HabilltatikmS' schrist hervor: ..Erlebnis, Erkenntnis und Glaube" (2. und 3. Ausl. 1923). Mit dieser Schrift Unit Emil Brunner in Berührung mit der Lbeologen- gruppe. die durch die Damen Karl Barth und Friedrich Goparten umschrieben ist. Denn hier wird der modernen ReligionSmiffaffung, die nach Emil Brunner durch ihren subjeltiv-antropologi schon Eharaktcr gekennzeichnet ist, der Kampf ungesagt Dem Erlebnis im Sinne der Roman- rik und der Erkenntnis im Sinne des Rationalismus wird gegenübergestellt die reine Sachlichkeit des Glaubens. ..das auf Gott allein Ge richtetsein" Das in dieser Schrist angeschlagene Thema findet in dem im vorigen Jahve erschienenen Werke über Schleiermacher eine er ncute und vertiefte Ausarbeitung In diesem Buche, das den für Brunuci-s Intentionen bt zeichnenden Titel „Die und das Woi't" trägt, wird der Dcrsuch gemacht. ..den Degen satz zwischen moderner Religronsaussaffung mü' christlichen Glauben" aufjiuroeifen durch eine kritische Analyse der Dheologie des Mannes, bei- weit über die theologischen Fachkreise hinaus religiöses Denken und Leben im letzten 3ahi hundert bis auf die Gegenwart hin beeinsluht hat unb auch weiterhin noch beeinflussen wirb. Eoiil Brunner hätte sein kritisches Schleiermacherbuch nicht schreiben können, wenn bei ibw nicht vorläge ein neues Verständnis dafür, war die Reformatoren im Anschluß an die Bibel mit dem Wort „®laubc“ meinten. Hier dürft< nun der Punff zu erkennen fein, wo deutlich wird, daft es sich bei der theologischen Arbeit Emil Brunners nicht um eine Angelegenheit W nnö Mvel- förcinerei Simon tn gmn (DillkreiSi. Sanüeres Wflööjen oöer Stoa mit «ulen Emo »eh« l ngen oonb—UiUbr täglich zur Aushilfe | Mietqesuche [ Möbliertes wohn- und Schlafzimmer für 2 Herren (feine Studenten) m.elekir. Lick' für 1. ?vebr. gefacht. Angeb. u.51 an Hcrfo, Mitt. Ann.- Erv., Diesten. <«ch Ael:erer Herr sucht für dauernd möbliertes Zimmer cmL mit Pension. Schristl. Anaebote unter 0C37 an den Greg. Anz. erbeten. iSteiienängeootq Lachs. Taviff^rie- und Weistwäich - sabrik lucht für den Bezirk Gieften und Cbcrbeffen W. Bertreter. Herren oü. 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Januar 1925 feen und II m g c nachmittag im ... Der Konflikt in Aegypten 9L Lange Neuwahlen umzudrehen, und Neuwahlen kommt hereinwcrfen, um die denn ohne Auflösung man nicht durch. (Don Emil Ludwig.) man vom Rasseln der Ankerkette er- der Reede von Alexandrien, fällt der der Neugier nach de n anderen Erd- Wenn wacht, auf erste Blick Adreßbuchverlag Schulstraße 7 Fernsprecher 51 Zusammenschluß der Pensionäre. [j Hine Dersammmlung von Pcnfio» nären und Deamtcnwitwcn aus Gie - sich Neuwahlen und Diktatur, denn, obwohl 90 Prozent Dauern und Analphabeten, dennoch hat jeder A.'gypter das gleich« Stimmrecht, und nur schwer unterdrückt der europäische Demokrat rin Lächeln. Das Attentat, das Englands unerhörte Forderungen auslöste, warf alles um: Zaglul lehnte sie ab (das wollte England), man formte eine Minderheits-, tiielmebr eine farblos folgsame Regierung, die der König Mann für Mann auf Englands Geheiß ernannte, und wenn man gestern Ismail Svdly als Inncnmin.st.r. Parteimann der liberalen Minderheit, hineinbrachte, so hofft man von diesem tüchtigen Manne, er wird die neuen Scheichs wieder heraus-, andere Aber weder hat Englaird die Slaudämme bezahlt, noch hat es A.gyplen an feinem Ge- winn an Daumwolle beteiligt: das Land muhte vierzig Jahre lang jeden Stein und jeden Dc- amten zahlen, bekam aber keine Fabriken, damit es seine eigene Wolle in Form von Tuch lieber aus England kaufen sollte, dagegen wurde die alte Kornkammer Roms, das Weizenland Aegypten, vor lauter englischer Daumwollc so kornarm. dah cs indische und australische Getreide einführen muhte, woran England wieder verdient! Das Volk wurde stumpf erhalten, England hat in vierzig Jahren die Zahl der Analphabeten nicht um ein Prozent vermindert, Zölle und Grundsteuer ganz unsozial gegen den armen Fellachen gerichtet, und derselbe Priirz, der heute König A gyptens von Englands Gnaden ist, hat es einst öffentlich verklagt, cs unter- Frankreich bricht das Londoner Abkommen. Eine der am heftigsten umstrittenen Fragen GieBmi Anlage .7 * »lllsmiitelii -MsW fc0L «ich nj L. erfasst ltUaJie$sc2' ZAW- Äs* ebttn. r*“ klX'iajandoecicör vca großem Vorteil fein um) allseitig freudig begrüßt toetben . In vielen Städten find die frützer aufgehobenen Postbestelkungen 'teilweise wieder einaeführt worden, so daß dies auch in einem so verkehrsreichen Orte wie Wehlar am Platze sein bürfte. Sache der Industrie- und Handelskammer dürste es fein, die angeregten Fragen in die. Hand zu nehmen und weiter zu verfolgen im Interesse der Geschäfts- und Gewerbetreibenden. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. LLUg-VönS. 19. San. Anr Sonntag nachmittag öeransiattele der Iungdeutfche Orden eine Reichsgründungsfeier. die stark besucht war. Rach einleitenden Begrühungs- worten des Zahnarztes Dr. 'Weber hier und des Gefolgschaftsmeistcrs Essinger- Butzbach hielt Studien rat Dr. Lenz-Gießen die Festrede. Sämtliche Redner ernteten stürmischen Beifall. Bortrage vaterländischer Gedichte und Gesänge schlossen die erhebende Feier. — Der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein hielt seine diesjährige Lokalausstellung in der Turnhalle ab. "Hausen. 19. Jan. Sie diesjährige Abend - Unterhaltung des Gesangvereins Germania brachte am gestrigen Sonntagabend Hausen und zum Teil auch dem denachk-arten Garbenteich durch ein gut ausgearbeitetes und den Vrr- häktmssen entsprechend sehr gut gebrachtes Pro- grainnt einige recht amüsante Stunden. Tie vor- getragenen Lieder im ersten Teil des Programms wechselten mit 'Musikstücken. Ter zweite Teil brachte für Hausen eine Reuheit. die Dolks- operette „Der Jäger aus der Pfalz", die von Karl Erb eingeübi worden war. Die Rollen, die als recht schwer für den Dilettanten anzu- sprechen waren, wurde» prächtig gespielt. Die Feier nahm eine» angenehmen Verlaut Der Gesangverein Germania kann diesen Tag As einen der schönsten in seiner Dereinschronil buchen. Kesselbach. 20. Fan. Am Samstag, abend hielt der Gesang-Derein „Lieder- k r a n z" seine Generalversammlung ab. Die üblichen Gegenstände der Tagesordnung. Jahresbericht, Protokoll und Rechnung, wurden ohne Anstand erledigt. Don den acht vorliegenden Einladungen _,u Wettstreiten konnte man aus finanziellen Gründet' keine bestimmt annehmen. Die Rachdar»Vereine sollen berücksichtigt werden: die Beschlußfassung wurde verschoben. Dem Dirigenten des Vereins Lehrer Ziegler, der den Verein seit 1899 führt, wurde eine schön eingerahmte 'Sh ren - Arkunde für 25 jä k> - rige Dirigententätigkeit mit einer Ansprache des Vorsitzenden überreicht, außerdem wurde der Jubilar zum S h r e u - M i t g l i e d des Vereins ernannt. Lehrer Ziegler dankte in bewegten Worten dem Verein für diese Ehrung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die schöne Harmonie zwischen Sängern und Dirigent weiter- beftehen möge. Einige gemütliche Stunden mit hen zahlreich anwesenden passiven Mitgliedern beschlossen den Abend. r Grünberg. 19. San Zn der heutigen Gemeinde ratssitzung wurden zunächst die Wahlvorsteher und Beisitzer für die am nächsten Sonntag stattfindende Bürgermei st erwähl bestimmt. An der diesjährigen staatlichen H o! z s u b m i s s i o n will sich auch die Stadt mit ihrem anfallenden Bau- und Schnittholz beteiligen. Der Gemeinderat entsprach dem Angebote einer auswärtigen Firma, für das noch vorhandene Eichen-, Bau- unb Schnittholz pro $eftmtr. 50 Mart zu zahlen. Außerdem wurden -noch mehrere kleine Angelegenheiten erledigt. Kreis Friedberg. vw. Butzbach. 20. 3an. 3m abgelaufenen Oahre entfaltete unser hiesiger Geschichts- Verein eine rege Tätigkeit. Leider verzog der Gründer und seit seiner Pensionierrmg für einige 3<$re wieder hier wohnende Geheimrat Jäger, der Ehrenbürger unserer Stadt, der Vorsitzende unseres Geschichtsvereins, nach Darmstadt. Dir Leitung des Gefchichtsvereins, der unser städtisches, interessantes Altertümer- und Trachten- museum verwaltet, übernahm Professor Horst. Eine Anzahl Erwerbungen trrmefrr'en das AIu- f«un, welches sich — wie auch die Stadt und nächste Umgebung — sich des Drsuches von Mitgliedern des historischen Vereins für Hessen fo= Die rote Kaschgar. Roman von Fedvr von Zobrltih 4?. Fortsetzung. (Rachdruck verbot«».) .Da muh ich offen fein“, sagte sie unter tiefem Aufatmen . „Weil ich diese schreckliche Hochzeit bitter bereue. Weil ich wieder frei fein möchte. And weil ich mich scheiden lassen will!“ 'Das. kam doch so plötzlich und unerwartet mb griff dabei mit so fester Hand m seine eigenen Absichten, dah er unwillkürlich zusammenfuhr. Sie trafen fich — trafen sich in der Stunde der Entscheidung . Rur spürte er nicht, dah das, was bei ihm klügliche Aeberlegung war, bei ihr aus dem Verstand weiblichen Fühlens drang. Doch sie lieh ihn nicht zu Worte kommen, sie wollte erklärend fein und hatte es nicht einmal notig, denn alles das. was sie sagte, kannte er ja längst und hatte es erst vor wenigen Stunden mit Alexe besprochen und reiflich erwogen. Sie fugte: „Hellmut. als ich heiratete, war ich ein Richts. Ich denke nicht daran, meinem Vater verspätete Vorwürfe zu machen. Er liebte mich, aber er konnte nur praktisch fühlen Am die Kalilager hier in Groh-Ponar hat er mit meinem Schwiegervater jahrelang gekämpft. De muhte er haben, die mutzte er haben. Versteh' nicht etwa, um seinen Besitz zu vermehren, denn das Geld spielte keine Volle bei ihm, sondern aus egoistischem Genuß an neuer Arbeit — oder vielleicht deshalb, weil ihn der Gedanke nicht mehr loslieh. ungeheure Werte nutzlos liegen zu sehen. Du hast ihn gekannt, so war er. Das to>ar maßgebend für ihn. mich mit Gert zu verheiraten. Es sollte eine Dernunftehe werden, und das 'Bestimmende dabei war immerhin etwas Höheres, die Zusammenfassung und Schaltung alten Familienbesitzes. Aber die Voraussetzungen kteineS 'Vaters trafen nicht ein. Starb ich fo wurde Gert GesamterLe, und alles war erledigt. Wurde ich wieder gesund, so muhte meine Ehe wenigstens erträglich werden. Doch ehe es zu einem Gheverhältnis kam — Hellmut. ehe es überhaupt dazu kam, wurde das Herz rebellisch." lächelte sanft. „Vergib, jetzt spreche ich 1 tote des Geschrchtsverern» Friedberg im letzten Jahre zu erfreuen halle. 3n seinen verschiedenen A^eilungen b^w. Gruppen gibt es uns ein getreuliches Bild des Lebens früherer Jahrhunderte in Stadt und Land. 'Butzbach besitzt sowohl in feinen vorgeschichtlichen als römischen Altertümern, als in seinen historischen Gebäuden und seinem reichhaltigen Archiv ein treffliches Ergänzungsmaterial zu kulturgeschichtlichen Studien. — Der fast 87jährige Männergesangverein Orpheus beging am Samstag im Hotel „Deutsches Haus", das nach feinem DoHrgen Ausbau in seiner ganzen Anlage und inneren stilvollen Einrichtung eine Sehenswürdigkeit unterer Stadt ist. feine diesjährige Äbenkunterhaltung. Das reichhal.ige Programm bot neben hübschen Musikstücken ein nettes Lustspiel von Overweg, heitere Kouplets und prächtige, von feinem begabten Dirigenten, Real- lehrer Stroh, geleitete Chöre. ..Des Kriegers Traum“ von Werth in seiner wcchselvollen Tonmalerei und die herzige Kahlfche W i e: „Dort, wo mein Mütterlein" atmen innige Heimatliebe und wurden durch eine Dichtung von A. Storch wirkungsvoll eingeführt. 2l Bad - R a u h e i m , 19. Januar. Der Zweigverein vom Roten Kreuz veranstaltete heute im Kurhaufe einen Werbeabend. San.-Rat Dr. Hahn sprach in sehr fesselndem Vortrag über „Ziele und Aufgaben des Roten Kreuzes“. Rach einem geschichtlichen Aeberblick gab der Redner eine tiefgehende Begründung d:S Aufgab.nlreises des Roten Kreuzes. $ür Bad-Rauheim, den internationalen Badeort, ist die Anterstützung des Roten Kreuzes und feiner wohltätigen Einrichtungen hsfonders iwt- toenMg . Wenn vom Redner schon gefordert wurde, dah jeder Deutscher dem Roten Kreuz 'angeboren müsse, so gelte das vor allem für jeden Bad-Rauhelmer. Zu forbetn find für unsere Badestadt der Wciterausbau der Sanitätskolvnne und der Schwesterstation, die Einrichtung einer ständig besetzten Anfallmeldestelle und die Bereitstellung von Krankentransportmitteln, die 'Bad- Rauheim würdig sind. Die zahlreich Anwesenden, darunter.viele jugendliche, verfolgten die Ausführungen mit heißem Interesse und spendeten lebhaften Beifall. Praktisch Halle der Abend zunächst den Erfolg, dah eine Reihe von Frauen ihren Beitritt zum Alice-Frauenverein erklärten, während Männer in größerer Airzahl sich zum Zweigverein vom Roten Kreuz anmeldeten. Der letztere plant für den Winter noch einige ausklärende Dorträge. Zunächst wird Dr. H a e b e r l i n über Alkohol- und Rikotinschä- den sprechen. Kreis Schotten. n Laubach. 20. Gan. Am Reichsgrün- dungstage hielt unser Kriegerverein seine Hauptversammlung ab. die sehr stark besucht war. Bürgermeister Böhm brachte den Trinkspruch auf das deutsche Vaterland aus. woran sich das mit hoher Begeisterung gelungerte Deutschlandlied ar schloß. Der Vorsitzende, Kamerad Hermann Stotz, überreichte öen Kriegern, die seit 25 Gafyren dem Verein angehören, 35 an der Zahl, die Gubiläinns-De nk° münze. Einstimmig wurde die MiLgliedschaft zum Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold abgelehnt. Politik gehöre nicht in den Krteger- tieretn. Hier fei Einigkeit zu erhalten, war die allgemeine Ansicht. — 3n der heutigen gräfl. Holzversteigerung kam der Raummeter Buchenscheitholz aus durchschnittlich 10 Mark, der Raummeter Buchen-Knüppel auf durchschnittlich 8 Mark. <■> Schotten, 20. Gan. Vachdem im vergangenen Gahre die Gemeinde Gedern bte größte Neubautätigkeit auszuweisen Halle, indem ein ganzer Strahenzug. beiderseitig bebaut, erstand, scheint in diesem Gahre Schot- t e n den Vogel abzuschietzen. Wie man hört, sollen in 1925 eine ganze Reihe Wohnhäuser erbaut werden. Die Strahe an der neuen Försterschule plant man auszubauen. Die Stadtverwaltung hat bereits eine Reihe Bauplätze vergeben. Auch Auswärtige befinden sich darunter. Bis zu den bestehenden Häusern ist berells die Straße vollständig durchgebaut und mit Kanalisation und Wasserleitung versehen. Die Krankenkasse plant die Errichtung eines Verwaltungsgebäudes mit Wohnung für den Geschäftsführer. Die Stadtverwaltung hat, wie schon berichtet, bereits dnftimmtg die Erbauung eines Krankenhauses beschlossen Es ist sehr zu begrüßen, dah jetzt endlich mtt wieder von meinem Herzen — ich muh schon. Mein Herz wurde gar nicht gefragt, es war auch ein krankes .schwaches, zerbrechliches Herz. Gert konnte es nicht hüten, er war ja in unenb» sicher Ferne, aber selbst in der Ferne hätte er meiner doch zuweilen in Lebe gedenken können, und nie sprach sie aus seinen wenigen Briefen. Run gut, wenn wir in unsrer — ich möchte sagen — neutralisierten Ehe auf Ltebe verzichteten, fo hätte doch wenigstens ein Gefühl von Achtung ü6rq bleVm können. Als letzter Trost, em dürftiges, ein elendes Kompromitz. And siehst du. er hat nicht einmal Achtung vor mir. Sonst wäre er nach seiner letzten großen Dummhell zu mir zurückgetehrt und hätte mich um Ver- jeibung gebeten. Ah bah — was war ich ihm denn, was bin ich ihm! Ein unbequemes Anhängsel. nichts Weller. Sin Anhängsel, das er bald loszuwerden hofft. Er wartet doch nur auf meinen Tod?.. Sie kam in Erregung. Hellmut hob abwehrend die linke Hand, indes die rechte schon in die Brusttasche griff und das Driefpaket aus Garlent hervorzog. Theda achtete nicht darauf, sie war zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Sie erhob sich und setzte sich wieder, doch auf die 2^mlehne des Sessels, ihre Anruhe wuchs und sprang auch über die Miene. „Die Väter leben nicht mehr“, fuhr sie fort, „Familienrücksichten kommen für mich nicht weiter in Frage. 3ch bin auch unabhängig und reich genug, mn Gert die Gruben von Grvß-Ponar zu gönnen. Hub da möchte ich denn aus einer Bindung heraus, die quälend für mich wurde. 3ch erinnere mich aus irgendeinem Drama der netten Bemerkung einer kleinen Rähmamsell: Ans lieben die vornehmen Herren, aber sie heiraten uns nicht, sie lieben die vornehmen Herren, aber sie heiraten sie. Liröte mich Gert? Rein — und er war ehrlich genug, es mir auch nicht vorzulügen. Hab' ich ihn geliebt? Er gab mir einmal einen Kutz, es war an meinem Hochzeitstage, da packte mich fo ein Gefühl der Sehnsucht... ach Goll, Hellmut. ich war ja ein armes krankes Mädelchen, ich wußte nicht. waS ich tat — ich verzehrte mich selbst! — Ach, ich habe in ber Gesundheit auch mein Innerstes finden können, vnd nun weih ich, daß ich ihn nicht liebe der lieubautättgteit energisch begonnen wird, beim nur hierdurch ist es möglich, den letzten Rest der Zwangswirtschaft zu beseitigen. Rur durch Erbauung von Wohnungen kann der Wohnungsnot gesteuert werden. Es wäre aber zu wünschen, daß ber Schuldzins noch etwas herabgesetzt würde. — In den letzten Tagen sanden in der Amgegend die ersten Holzversteigerungen statt. Die Preise waren sehr verschieden. So wurden in Alrichsteiu für einen Meter Buchenschellholz durchschnittlich -k bis 5 Mk. und in Laubach 10 bis 11 Mk. bezahlt. * Sichelsdors. 20. Jan. Die ehedem fo prachtvollen Buchende stände unserer Försterei haben sich im Lause der Jahre sehr start gelichtet. Es kann nicht einmal mehr das Losholz für die Gemeinden E i ch e l s- dorf und Ober-Schmitten in Buchenholz gegeben werden. Berells im Vorjahre mußte man damit beginnen, einen Teil der Lose in Eiche zu verabfolgen, nicht zur Freude der Los- holzberechtigten. Die großen Holzner- ft e i g c r u n g e n , die von Wetterauer Bauern und Holzhändlern start besucht wurden, müssen für eine lange Reihe von Jahren aus - fallen. Am hiesigen Bahnhof wurde stets sehr viel Brennholz verladen. Kolonnen von Wetterauer Hohsuhrwerken mit ihren meist prachtvollen Pferdegespannen beherrschten wochenlang das Strahenblld. Die nun in unserer so waldreichen Gegend einfehende Brennholzlnappheit veranlaßt die Bevölkerung, soweit es die für Holzfeuerung eingerichteten Ocfen zulassen, zum Kohlenbrand überzugehen. — Aus dem Jahresbericht unserer Pfarrei Eicheksdorf — Ober-Sch mitten für 1 924 sei folgendes mit geteilt: Es wurden getauft in Sichelsdors 16, in Ober-Schmitten 10 == 26 Kinder (—< 9 gegen 1923). Konfirmiert wurden aus E. 22, aus O. 13 --- 35 (— 6), Zum Traualtar schritten aus E. 8, aus O. 2 — 10 Paare. (—1). Beerdig ungen fanden statt in @ 7, in 9 2 - 9 (- 9). Der Kirchen- besuch nahm um 4 Prozent, ber Abendmahls- befud) um 7 Prozent zu. Durch Kollekten gingen ein 1850.52 M. (Auf den Kopf der Bevölkerung 1.41 M.) Aus Erntedankfest und Weihnachten wurden durch die Konfirmanden Festspiele aufgeführt. 'Der Rachmittagsgvttesdienst ist als Kin- dergottesdieirst eingerichtet und erfreut sich regen Besuches. )—f Ruppertsburg. 19. Ian. Auch unser Dors Halle gestern abend seine Reichsgründungsfeier. Die hiesige Ortsgruppe des Landjugendbundes hatte zu cmem Theaterabend eingekaden. Der geräumige Schlörbsche Saal war überfüllt. Auch ein großer Teil der Ortsgruppe Wetter selb hatte der Einladung Folge geleistet. Rach dem von Frl. Emma Diehl schön und begeistert vorgetragenen Gedichte: „Vergiß es nicht!" bleit der Vorsitzende Hussel seine Begrüßungsansprache. Es folgte das zwei- aktige Sttmmungsbild ..Getreu bis in den Tod". Mehrere Deklamationen leiteten bann über zu dem zweiten Stück „Schlageter, ein deutscher Held", an das sich als lebendes Bild „Schlageters Erschießung" anschloß. Gemeinsam wurde hierauf das Deutschlandlied gesungen. Kreis Lanrerbach. tz Schlitz, 20. Ian. In der vorigen Woche wurde hier unter Geltung von Pfarrer Korn - mann-Alrichstein eine Evangelische Ingendwvche gehalten. 40 Jugendliche sammelten sich an 6 Abenden um die Kirchenfrage (Kirche und Jugend), die katholische, die soziale, die völkische, die übernationale (Weltfriedens-) Frage und die Lebensfrage: Hat das Leben einen Sinn? Den Abschluß bildete ein Jugend- f onn t ag , an dem Landesjugendpfarrer Zentgraf und der Leiter der Iugendwoche predigten; abends war im vollbesetzten Saal von Gun- trum ein Jugend- und Gemeindeabend, in dessen Mittelpunkt der Vortrag des Landes- ftrgendpfarrers über „Du und ' deine Jugend" stand. rr. Schlitz. 20. Jan. Ein tragisches Ende fand am Samstag abend der Weber Valentin K i m p e l aus dem naben Berns- hausen. Auf dem Heimweg von seiner hiesigen Arbeitsställe befiel den noch rüstigen Mann ein starkes Anwohlfern. Rur mit Mühe gelang es ihm, mit Hilfe eines Arbeitskollegen die in der Rähe seines Heimatdorfes gelegene Wohnung feined Sohnes zu erreichen. Wenige QKinuten später war er tot; ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet — Auf Hem und dah ich die Trennung von ihm will, eh' er zurückkomnlll" Jetzt griff Hellmut ein. Es war an der Zeit, sich aus dem Schiffbruch dieser Ghe das Strandgut zu holen. ..Eh' er zurückl'ommt," wiederholte er. „Ja, Theda. wird er denn je zurückkehren können? Sieh hier Liese Briefe — es finb die letzten Berichte jenes Detektivs, den dein Vater an die Grenzen von Pamir sandte Ich steckte sie $u mir. weil ich hoffte, heut abend mit dir darüber sprechen zu können. Eine schwere Aufgabe — aber deine Offenherzigkeit, für die ich dir danke, kommt mir entgegen ... Theda, du mußt jetzt mutig sein. Du stehst vor einer großen Wandlung in deinem Leben .. Gr zögerte, denn er sah, tote sie ein nervöses Zittern ergriff. Doch da rief sie ihm zu: ..Sage mir alles! Ich bin mutig. Sag' mir die Wahrheit! Gort lebt nicht mehr!“ And Hellmut ertoiberte, mit einem Blick, der alle Stützen bisherigen Getr-enntseins zu brechen schien, der wie ein FrühNngsgruß war und ebt Bekenntnis der Treue: .Rach diesem Bericht ist nicht mehr daran zu zweifeln, daß die Grpedition Murray untergegangen ist und Gert dabei feinen Tod gefunden hat" Theda schloß die Augen, sie wurde sehr bleich, sank von dem Polster und brach in die Knie. Hellmut hob sie auf und zog sie an sich. Sie war nicht ohnmächtig, sie war völlig bei Sinnen, nur von haltloser Schwäche. Richt schmerz- bewegt. nicht glücklich, voll taumelnder Gefühle, (aber doch beS Bewußtseins froh, daß ein Ichützender Männer arm sie umfaßte. ^Ind auch Hellmut blieb ernst im Strubel des Empfindens: Ernst noch, da er ihren Kopf in die Hände nahm, sie küßte und ihr leise Zuraunte: ..Meine Theda — meine Theda ... nun gehören wir uns .. Taufende von Meilen weiter aber lebte der, den man für tot hielt. 12. Der Schnee hatte einen Grabhügel über den Schlummernden gehäuft. 'Doch der tote Gaul neben ihm lag auf beut Rücken und streckte die vier steffgeftorencn Beine in die Luft. Das Fruchtspeicher der Gräfl Gortzschen Oew- nomieverwalllmg geriet ber hiesige Arbeiter Beuel zwischen ben elektrischvetriebe» neu Fruchtkarren und die Wand und wurde schwer verletzt. Er mußte sofort ins gräfliche Spital überführt werden. — An Stelle des von hier nach Gießen versetzten Leiters der hiesigen Höheren Bürgerschule, des Studienrats Röder, wurde ©tübienrat Dr. Roloff dahier zum Rektor ber Anstalt ernannt. Starkenburg nnd Rheinhesien. spd. Offenbach. 20. Ian. Gn einer Ge* richtsverhandlung zu Frankfurt wurde der ‘3 meinfamen Gesang des DeutschlaydliLdeS daS Vorspiel zu Wagners „Rienzi". das vom Ov- chester des Landestheaters unter Leitung von Generalmusikdirektor Bal fing geboten wurde. — Zur Zeit wird über die Einrichtung einer Auto mobil Verkehrslinie von Hirsch-- horn nach Beerfelden verhandelt, wobei Finkenbach und Rothenberg berührt werden. Ferner soll eine Linie Vielbrunn— König—Kirch-« Brombach ins Geben gerufen werden, Heffen-Naffau. bl. Dillenburg, 20. Ian. Den VerhNft mssen auf dem Gebiete der Leibesübungen R^hnung tragend, haben sich int hiesigen Kreise Lehrer zu einer Lurv - u nd Spielvereinigung zulammengeschlossen, inn sich bert neuzeitlichen Forderungen auf diesem Gebirt 3,10 18,82 5J0 IM M 3 13.1 101,10 6,» 30,10 3,95 28 5,60 27,13 22, 3 0,4 1.13 1,17 1,505 0,605 1.35 132 828 137,1 12,79 2M-- 72.« 87 3.9 330 11 57,75 188 ’S 10,90 1(12 23 43 8 «3« 1,H 1,18 1,49 C,62 1.40 1.52 l,M 1.48 °Ä 18,79 48,8 ‘»anfnotcn (Ohne Ctenribc.) 10,76 0, 25 2,15 21 SO 143 91,32 191 141,5 17,25 21 7 10 13,7 i 61.40 57 50,25 S 79 143 1J 18^ 2 10,71 Tas betoerbs 14% 13.29 0,37 15,S 20 » 1*3 41,68 18 83 14,»0 Der letzte Spruch des Rhon Preisgerichts. ^rcia-geri^t des Rhön-Legelflug-Wett- 1924 b qebäude von jeder Gemeinde -u einem Viertel .ytregen von hen Beitrag« Mit Psarrbelvldung trag« Bersrod und Winnerod 400 Ali.. den .lest von ca 350 trag« Saasen und Ln»d«struth >m Berhälrnis rnr Seelen^ahl. 2luHerde« wird 2h,benfr7lih von dem Beitrag zum Organist«, geholt 'Saafc.r in chohe von 50 ‘St befreit Hur durch qvaaueinge» Ontgegwfommen war dieser Aasgleich, der unserem Kirch'piel die notigen OKittci gewährt, möglich. Die Gemeinden zeigten du-ch i^r Berd-llt« in der Frage, daß ht Wert l»gcn auf die ytiege des religiösen Lebens ihrrr Glieder. s*lo DraNchc 8tttd)5anlrt6e <•/. DeuNche SteülrfanUw . 8-/,% Dtrnldx 8M*#anU8anleibe . Dtuticöe ©oannriumeuiuiurtti 45. Preußische Äonloli . . . <*, Hoffen »'/,*/, Mltn.......... 3*4 Mr«........... Deutsche Serrb- Dollar-Ant. bra- DoL- - Schatz. LmrrfsMg. *k Boarärtte......... 6% Aotomcrfl«* ..... Berliner Handels«efeMchaN 6ommerU' and Privat.Bant Lärmst, und Wattoaalban! Deutsche «auk......... Turnen, Sport und Spiel. Z Bad-Aauheim, IS. Fan. Der hiesige Turnverein 1 860 -ähit in seinen Leihen bereits sieben Mnglleder, di: vom AcichSaus- schuß für S?tib?Sübung?R durch Brrkeihung des Turn - und Sportabzeichens in Bronze ausge-eichuek worden lmd. Ss find die Turnerin Sina Schneider, sowie die Sumer Srnst Barette r, Aart Hahn. Aimo May, Äarf Lampr echt ^ermann Grünschlag und Kurt Derth. — Trotz des nicht gerade einladend« Wetters unternahm der Turnverrin 1860 gestern ein« Turngang nach Cransberg im T^uinus. Die Beteil'tzung war vorgüg ich. Sin Bortrupp Hane lich bereits am Samstag voraus- begeben und in dem Jugendheim, das die hiesige Oberrealschule in ö-raitsfc *rg erworben und ein- SWefced Montan ..... teilus Beradao...... Hamdurtz-Amerfta gaktt. rtorbbeutnter Llovd . . . CberamMdle Serie IWn Zememwerf Hetdeldera . vbtitpö Holzmaun . . . . »nato Tont -«uano . . . ««dtsche A.ktN»...... 6b:miicte Mayer Llavt, Soldllvmidt....... »rieS ebner Llectr« . . Höchster Farbwert» .... eouverfobüme . . ..< Wutoertwerft ....... Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. (Aus der ^Aadio--.Umfchau".) Donnerstag, 22. 3anuar: 11,55 12hi Zeitangabe. 12 ilhr. AachrlchtenB dienst 4.30 bis 6 Ubr: Aundsimknachmittag in Mufik und Wort. 6 U&r: Wirtschaftsmeldung«. 6 bis 6JO Ahr: Die Lesestunde (Aus fernen Ländern». Aus „Unter dem Halbmond, Aeisebilder auS der Türkei^ von Knut Hamsun. 8,30 bis ? Hbv: Bortrag von Alfred Auerbach: „Süddeutsches von Hans Thoma". ? bis 7.30 Uhr: Bortrags-Yklus d«. Bhllofophifchen Bereiniaunp Frankftwt (Dozent: Pfarrer Taesler,, U.'Bor- trag: „Kants Begründung der Sittcnlehre". 7,30 Hbr: Funkhochschule. Bortrag von Prof. Dr. Baumann: „Wolfram von Gichenbach, Hartmann von 2^ue und Gottfried von Straßburg". 8.3011fri : Tanzmusik von Jonnys Hawaiian Iazz- Bmid Wiesbaden. 9,30 ilbt: Aachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 9,40 Uhr. Dic Spotankün- bigung „Summa summarum!" 9.55 Uhr: Zeit" Vorbereitung. 9.56 Uhr. Drei Minuten der Hausfrau. 10 Uhr: Zeitangabe. 10 bis 11 Uhr: Bunter Abend. > Md SüM Ob, 19. Jan. Eine gemeinlM rchevvvrstände und Ätt1 evertretungen des ano1 e unter Dilvelenheit MNh; Dr.-rernbeä vvn Damstat luie statt. Kurz vor dem W Dmncrod, bestehend aus ervd. durch mit wurden, erweitert. Vvrdm . [ Dinneroö durch 6,1 n int «*n » «-Z tÄ" s rMich« £ Sh» debeine J.Ä’*’"" N.MM SrLM °ch'" ^efcn. (uiMun(fZn NttüV®1 ™ 'rvhvi ^ xl ,s. Ech L ? Bismarck da« Ä" ** Ä Mwwn. Der "ach kmT I deS Deutschlevdüriv» iK E«tvr .untll ßtihii^ öon DJ geboten dvrdk. h über ic Einrichtung^ rkehrzliille von Hirsch. Erfelden verhandelt, tnoÄ Amberg berührt werden, fc. Sießruiut-tonig-Jffnfh eben gemfen werden, On-Naßau, »rg, 20.3an. 'M chtetL b« SeibeiübuRgen . haben sich im hichgen fc# t Turn- unb Shielder MMNgeschlvisen. um sich den Krungei aus diesem Gebiet ar irtzubilden. Spiel. Sport Md Hai tatkräftig gepslegl werden ^attsindendvi Dettlämpsen unb 3ift dieDereimgimg fördernd M - In der lrtztm Zeit wÄ l f^t M Mn ßigeunerr. :emzelt konnte man Händen un mit 17-20 Wohnwagen 6e der Aichtung nach Siegen liff iren. Jeder Kreis sucht aatürfi® ischreörn. 6t* wurden die in den jefchoöenvi Agemer am nach' re den DcWrris zurückgelchob.^. 26,25. Höchster Fai Berliner Bors«. (6igener Drahtbcricht des „Giestenri. Anzeigers".) B e r l i n , 20. 3an. Die gestrige AcgierungS- ernärung. Lic »ich als ein Programm praktischer Arbeit dartzellt. wurde von der Börse recht günstig auf genommen, und man glaubt, in ihr eine Möglichkeit Mvi weiteren wirtschaftlichen Ausbau unter 'Berückfichtigimg der notwendigen Aeformen zu sehen. Besonders die Ausführungeti IfiBcr die Steuerreform haben die Borle befriedigt. Die gestrigen stark erhöhten Aachbörsen- furfe am Bkontanaktienmartt konnten teilweise noch überschritten werden. Auch die übrigen Märkte eröffneten durchschnittlich fest, obwohl sich hier das Geschäft in wesentlich engerem Aahmrn hielt. Am Bankaktienmarkt blieben Aeichsbank» anteile gesucht, doch kam auch infolge von Gewinnrealisationen reichlich Material heraus. 3m übrigen werden erneut Hochbahn gesucht. Auch für Kanada hat sich daS Interesse wieder belebt. Am Markt ter heimischen Renten hat die AegierungserNärung über die Aufwertungsfrage keinerlei OhrtoirLung ausgeubt. Die Börse hat sich damit abgesunden, daß daS Auswertungsproblem vom sozialpolitischen Standpunkt aus gelöst wird. Am Geldmarkt sind keine Ber- änterungen eingetreten. Geld ist zu den seitherigen Sätzen leicht zu haben. Privatdiskont war zu 8 Prozent gesucht. Am Devisenmarkt waren nm geringfügige Veränderungen zu verzeichnen. Börtenkurse. (Ohne Gewehr.) Deutscher Hochschulring. F r r c k- o e r g . 20. Ian Der heutige Tag der Birhand!'.-ge- drs Deutschen Hoch- schulrinn» stand ocIfääntRg unter dem Gin- druck tei 7 4 ersten Vorsitzenden des D.-'itsäx-' Hvchschu!rings. .^vld- Dien. Au»der mri grobem Beifall aufgenpmmcnen Aete sei hier tax- "2deicnt!ichste oxrvorgehr den. Studieren herstt Streben nach "Dahrheil. In diesem ömne toll ter Stutent vor allem wahr fein zegc - «ich selbst Der Deutsche Hochschul- rmg wi>' und must Auibauarbeit leisten. Der tehrf'. - bauek-teil im Sinne des großteutfchen Gedankens Archternheit und Ehrfurcht vor dem TSteite tollen den Stutenten ausAeichnen. Gr soll ferner aus ten Ursachen unseres Zusammenbruchs Auckfchlufse zi^en auf sich selbst, und aus den Fehlern ter Vergangenheit lernen. Diese Vergangrnbc.t war keine Hoch-Zeit unseres Boltes. Lir haben uns iahrzehntelang in äußerem Glan>c- über innere Hohlheit hinweggetäuscht. Es bestand em Aainngeben an fr ernte Geistigkeit. Die äußere Form war leer. Gs fehlte dir Idee Deshalb ist es unsere Pflicht, die 3tee wieter amzusuchen und ihr äußere Form zu geben. Mir wollen ater nicht Selbsttäuschung, Selbstüberschätzung anheimsallen Bücht alle Führer sein wollen, sondern die Plattform Herstellen, auf welcher ter tonrmmte Führer stehen kann. Aicht mit Abendkurstn und dergleichen gewinnt man das Volk. Wir müffen uns dem Volksganzen gegen über wieder verantwortlich suhlen. Der Glaube an unser Volk muß die Triebkraft zum Hanteln und Schaffen fein. Ghre haben, heißt feiw Bott ehren und achten, ihm dienen zu Autz und Frommen. Freiheit heißt nicht Angebunden- Seit; Freiheit liegt in höchster Tebundenheit teS Höchsten .Tn fein Volk. Die Freiheit kann nie Ziel, fw Imin mir Voraussetzung für ein Ziel fein. LiefeS Ziel zu suchen, haben wir die Pflicht. Dazu bietet ter Freihellskainpf ein Mittel Das Ziel ist nicht die Frechell um unserer selbst willen, nein, cs ist um der Freiheit unseres Volkes willen. DaS deutsche Volk ist berufen, der Welk etne Ordnung zu bringen. Ai-pt aus Dünkel unft Stolz, sondern aus Pflichtgefühl terr feine Lauen und Gleichgültigen mehr geben. Auch ist es nicht genug, daß wir bereit sind, für bas Vaterland und die groß- deutsche Otec zu sterben: wir müssen das Schwerere können, Z^nechtschaft, Spott und Schmach ertragen, Demütigungen in uns ausspeichern bis zu dem großen Tag. ter uns mit einem gewaltigen Au^k frei macht. Wir müssen leben können um des Vaterlandes willen. 38 28.es l-.r 17,40 16 2 22. 2«,70 12,75 33 21,75 22,62 mchntarh waren 695 dlfid Großvieh und 68 halber auigetvteben. Der Handel war biS zum Snte schleppend, so daß sich der A^.'kt langer als sonst hi iauszog. Bezahlt wurden für Kirbe 1 Qualität 500 550 M.. 2 Qualität 350 «50 2K Schl'Tchtkuhc kosteten 130 200 Vs Kälber 30—70 Blark Isis Stück. Frankfurter ©elreitetötfe. (Eigener Diahttertcht des .Oleftencv Anzeigers-.) 5 r a n l f u v l a. TR.. 20. Oan «1* wurden notiert: Weizen. T5??Uciauci 21.50 bis 2t. loggen, inländ. 22 bin 25,30. Sommergerste für Brau- zwecke 26 bio 31. Aafcr inländ. 18 bis 22.50 Mais (gdb) 22.50 bis 23. Deizeimiel:!. inländ. Spezial 0 41 bis 43.50 Aoag> nmehl 36 biS 30,50. Weizenllcie 14.75 bi» 15.25, A>-ag«mtlele 11,50 bis 15 TRt Den den-, fest. Berliner Prod»kteuborf< Berlin. 20. 3an. Der Biodukt^nmartt vor* kehrte heute etwas ruhiger aui Sev>in.imitnay«e. öS notierten: TDeizen, märt 25^ bis 266. Np. März 286. bto. Mai 2<>9 bis 295 bi '^gen märt. 252 bis 260, dto. Februar 260 bis 278, bto. März 282 bis 280. dto April 286 bis 284, dto. Mai 291 bis 288 berste, märt 280 bis 313, Futtergerste 230 bis 2-52. Hasn . märt. 193 bis 203 dto. pomm. ISO bis 193 dto Mai 227 bis 225 MaiS llokv Berlin> 225 bis 22« dto. Mai 22250 biS 220.50, Aaps qefAoHSltrff. Ccinfaat aetchäfts- los: per 100 Kilo. Deizenmohl 35 bis 38, Rog- qenmehl 35 bis 38, 'Stei.jenFtci-* 16,70 bis 16,80, Aoggenkleie 16.70 bis 16.80, Biktoriaerbs«» 30 bis 35. kleine Erbsen 20 bis 23. Futtcrorbfen 2C bis 20,50. Belulchken 17.50 bis 18. Ackerbcchner 20 bis 21. Dicken 16 bis 18. Lupinen blau 15 biS 13,50, gelb 16 50 bis 17,50. Serradelle uci 17,50 bis 18,50, Aat>stuchen 18,85 bis 19. Leim kuchen 26 bis 28.20. Drockenschnitzcl 9,90 b's 10, Torfmelasse 10. .^artosfelslocken 20,50 biS 20,70. Aus ter ietzt veröfieutlichteu Nruppbllanz famt man deutlich ersehen welche HubstanzvLr- luste die rl>einllch'wettiälische Schwerindustrie feit 1914 erlitten hat. Das Kruppaktientapital ist ,4ufamm.enget tgl von 360 Mill. Q1U. auf 160 Mill Mark, Las ist ein Betrag, der dem Kapital von 1903 entspricht. Die Krupplche Aeichsrnark^Er-- cfhnmgbbüco) jchlllßt in Aktiven unb Prrsfiven mit einer Summe von 380 Mill, gegen 616 Mill. Mark im 3fli)re 1914 ab. Man muß um 20 Jahre zurückgehen, um wieder einer derart niedrigen Bitanzlamme zu begegnen. Grundeigentum und ‘Sertordagcn sind ousaemiefen mit 188 Mill. Bll. gegen 245 MUl. Alk. im Fahre 1914. Material^ beftänte belaufen sich auf rund 68 Mlll. Mk. gegenüber 158 MUl. Ml. 1914. An fest verzins licheu "Dertpavieren, meist Staatspapieren, lind nur 200 000 Mk. ausgcmirten gegen 70 Mill. Mk. in ten letzten FrieteuSiahren: fast bei ganze Frieden»bestand an d^icn 'lüerlen ist allo ter Geldentwertung zum Opfer gefallen. 1914 betrugen die Bantguthaben und andere Guthaben 98.2 Mill. Mk. setzt dagegen nur 57,< 2HÜL 'Mk. Die Schulden bei ten Banken dagegen sind jetzt ungefähr um 30 Mill. Mk. höher als in bet Bortriegszell. Dielen 'BcrmögenSeinbubcn gegenüber ist ein Gewinn zu verzeichnen infofern, als ter Betrag an Anleihen gegen 1914 zuruckgegan- gen ist vm, 51J2 Mill. Mk. auf 12,5 Mill. Mk. Dabei ist jedoch nicht zu nergejfcn, daß die aus ter Geldentwertung entstandenen Verluste viel großer gewe'en find als der Gewinn. Dieser wirb auch noch ausgeglichen dadurch, daß nach dem Industriedelastungsgesetz auf Grund des Dawes- Planes auf der Firma Krupp jetzt eine O6lb gationSbelaftung in Höhe von 31 Mill. Mk. ruht, die vom 4. lZahre ab eine jährliche Dcr^insung und Tilgung in Höhe von 2 Mill. Mk. erfordert. Also auch hier ist ein Vorteil nicht vorhanden. Die Kruppsche 'Bilanz ist deshalb für öTc Beurteilung der Qkrbältniffc ter Schwerindustrie so wertvoll, weil die Finna Krupp mit ihren weitverzweigten ^knternehnrungen mannigfachster Art das beste Spinell»ild ter schwerindustriellen Verhältnisse des Auhrtezirks gibt. Dieses ist bisher — in ter Aegcl absichtlich — völlig verzerrt gesehen worden. Die öffentliche Meinung scheint von der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie sehr viel zu halten, insofern sie von ihr glaubt, daß sie selbst unter ten schwierigsten Verhältnissen noch Gewinne erzielen könne. Mährend ihr in der Vorkriegszeit Syndikatsgewinne nachgesagt tourten, soll sie in ter Kriegszeit Kn'-asgewinne. in der Aachkriegszell durch starte Ausfuhr Valutagewinne, bann Reparativnsge- Winne, weiter 3nflationSgetoüme und schließlich sogar noch Ruhrsampsgewinne erzielt haben. Daß im Gegensatz zu diesen Behauptungen die Verluste tm Laufe der Fell selbst die übrig gebliebenen Gewinne well überschritten Haban, davon wird nicht gerebet. Auch fintet man keinen Hinweis darauf, daß die in tet letzten Zeit vvr- genommene scharfe Kontrolle der Verteilung der Ruhrtampfkr^ite. die inzwischen bei rund 3/3 sämtlicher Firmen durchgeführt worden ist, im großen und ganzen eine durchaus korrekte Verwendung der vom Reich gegebenen Gelder ergeben hat. So brauchten 4. D. in ganz Essen bei mehr als 3000 Lohnstcherungsfällen nicht einmal 1,5 Prozent der für Lvhnsicherung gegebenen Gvldmarkbeträge zurückerstattet zu werten. Genaue amtliche Rachprüfungen haben ergeben. daß statt Gewinne in ter Regel nur große Verluste zu verzeichnen waren, die schon deshalb eintret en mußten, weil die Kredite in ter Regel wertbeständig gegeben waren, das ganze Risiko ter Geld ent wertuna also vom Ärebiinebmcr getragen werden muhte, der zu einer Abwälzung meistens nut ganz unvollkommen in der Lage war. Alles in allem sollte man annehmen, daß das Märchen vom Reichtum der Industrie allmählich verstummen solle. 3n den Tatsachen fintet es jedenfalls nicht die geringste Stühe. 1* "V-HUlIl merzvant 6.87. Darmstädter Dank 14.50, Deutsche Vereinsbank 0,36, DiScontogefcllschaft 18.85. Dresdner Dank 950. Metalldank 19.70. Millel- teutfdK Kredi!l>ank 2. Reichsbanl 7850—7925, Rheinische Kreditbank 3.60, Oesterveichische Kre- büaftien 10.87. OHrnlanafficn. Buteru^ 22. Den tsch-Lu i eailurgc r 96.50. Gelsenkirchen 10-3. Harpener 15050 -152. Phönir 6225. Rheinische Braunkohlen 53,25, Rheinstahl 58 57,75. Rom- dache, Hütte 33,75. Laurahütle 7.50, Kali Westeregeln 22- Etemische Aftieu Batefche Anilin 33. Chemische Griesheim 26.25. Scheidcanstait 25.70, Elberfelder Farben 27,37. Gvldlchmidt cbe Liflachen g-E , »licht ernft^' [ebtt Zien ' ufiten d« »ÖL' eit auf " 10.25. Hülgci-Stoerfe 22.50. Elettrvwerlc. AEG. 12,75. Sonstige Industriewerie Bingwerke 4.50. Zemeni Heide'.terg 101. Deutsche Erdöl 60.50, Dyckcrhvff und Widmann 5.10, 3nag 2.20. Gebr. 3ungbanS 13. Lechwerke 23.55. MetaUgesellschaft r 18. Miag 1.80. Rheinisches Metall 12.90, Zulius | Sichel 3.06, xPeicrS Union 2.575, • Wanß und Freyiag 3.95. Badischer Zucker 4J55, Jrankcn- tyalzuckci 5,70, Offsteinzucker 4,70. Geschäftliches. 'S c r (So tim o weiß c s und jede Haus- frau sollte es beachten, daß fettreiche Rahrung den besten Schutz gegen Kälte und Err'ältungS" krankhellen bietet. Gebe:i Sie 2khren Kindern reichlich von ter neuen Feinkostmargarinr „Schwan im Blaubandderen billiger Preis einen vermehrten Verbrauch gestattet. Die Blauband- Margarinc ist von cistklastrger Qualität, sie zeichnet sich durch ein köstliches Aroma aus und ha: sich für Tisch unb Küche gleichermaßen bewährt. Fragen Sie Ihren Arzt er wirb Ihnen gegen Husteu. Heiierteik und Katarrh die mebtiinlfcbeu Sagitta-Husten-BonbonS wärmstens emvfeblen. Satzitta.Husten-B«^0U» fstrd in allen Avorbedes erbolllirb. olsss F*r20. Januar. •eTb Frte* •1. runrrftanifet Rette ..... 4.1f 4,1« rov f rlgtlchr 'Jlotot........ H.C6 21.11 doll Tnn«»t ‘\otee ....... 74 40 74.44 BOtt Sngliichr Uioteit........ 70,0 «CH teil ftruruofHAe 'Xctu .... poQänbHtftt Holen...... 12,7? «284 l-oll ie»,03 09.67 roll StalfenHdje Noten ...... Noilvegltore 92etex...... T7,Sb 17,44 voll e\7t > 1,06 VO'J T-£<ß«r, i 160 Krem, winninhd« Nvien ...... T, 8,943 2.24 toll rott ed>n.rf.Kt< Noten...... m,7-> 60,90 1*3,33 61,30 voll tte*olloroaFhcte Rota .. Ä.545 1.',*G3 Ni Unvcni^t 9?»mi . . .... 4,775 »,7iS wu Jrnnifmrt-, M yrrfht Schluß. W‘ Mrie 1 1. | 2S 1. . 1. U 1. iS. Januar «0 Januar Rawn 11» *0 «BHltSe Leid tortctwti *»rier amtu 81 O.i.'t t t: tikl» K», - 1.8,77 voll »oll >nnn» C5r!ft.Tnla. 71,-7 51,2 21 a8 51,17 voll izott 63,97 64,13 63.97 64,14 voll voll ÄoDenfaceen 4,57 14,73 T4. 6 7»^4 voll rod Srsctdolrn . 6-> voll voll 'M? 1^31 :4«J v« cottood SBokeria 1.845 3 ecu mu fhuxm . . 'N io de 5 an. *-/12 V0d '^12 »6!1 »eti 's” »^-ci M 8 DSU oed 6.42 644 uou voll Lrffaoou - • 29« UptttooU Aus dem Reiche der Frau. Jugend und Alter in der heutigen Zeit. Don Gabriele Schulz. Ein Driefblatt flattert mir auf den Schreibtisch. „Schreibe mir doch, bitte, einmal Deine Ge- danken über das Verhältnis der heutigen Jugend zuni Alter!" So lautete der sorgenvolle 'Anruf einer Mutter von vier erwachsenen Kindern. Ja — das ist eine Frage, die so manches Er- zieherhcrz jetzt bewegt, denn das Derhältnis der Jugend zum Alter hat sich völlig verändert. Das Alter gibt der Jugend die Schuld und vergißt dabei, daß auch die äußeren Lebensumstände für die Heranwachsenden Menschen anders geworden sind. Die jungen Mädchen lebten früher in fest ungrenzter Abhängigkeit von den Eltern. Aus seren Schutz gingen sie in den des Mannes über, -der sie ergriffen einen durchaus weiblichen Beruf als Stühe — Hauslehrerin — Dienstmädchen — Gesellschafterin, der sie immer int sicheren Gewahrsam des Hauses hielt und vor Gefahren schützte. Jetzt ist das alles anders geworden. Mit 16—17 Jahren, oft noch früher, tritt das junge Mädchen eine Stellung außerhalb des Hauses an, weite Wege führen es morgens mtb abends zur Stätte seines Berufes und zurück. Dielen Versuchungen und Gefahren ist es ausgesetzt. Ich weiß von einer Siebzehnjährigen, die in Zeiten vermehrter Arbeit abendliche Aleberftunben machen muh und dann durch den dunkeln Tiergarten in Berlin nach Hause wandert. Kein Vater und kein Bruder kann sie geleiten wie die wohlbehüteten jungen Mädchen früherer Tage beschützt wurden: sie muh sich selbst Berater und Schutz sein. Wach und entschlossen muh sie ihren Weg gehen. Auch der 'Beruf an sich erzieht zur Selbständigkeit. Es ist natürlich, daß die Mädchen ihr durch angestrengte Arbeit erworbenes Geld auch selbst verwalten und anwenden wollen — oft verständig und sparsam, oft aber auch töricht und unbedacht. Denn sie sind doch eben noch jung, und wer selbständig ist, der wird auch selbstbewußt, das ist gar nicht anders möglich. Das gibt manchen Zusammenstoß mit Müttern und Tanten, die nicht einsehen können, daß ihre Zeit vorüber ist und die Lebensverhältnisse andere sind. Es wächst ein neues Geschlecht heran, das verstanden sein will im Rahmen seiner Zeit — und das ist gerade oft so schwer. Denn die gute, alle Zeit tragen die älteren wie in einem Reli- quienschrein mit sich herum und verkriechen sich vor dem frischen Wind, der brennenden Sonne und dem tiefen Schatten der neuen Zeit. Aber wir leben nun einmal in einer großen ■3ßitentoenöe, in der sich alles wandelt. Die Ael- teren können sich nur schwer von den Ansichten und Gewohnheiten ihrer Jugend frei machen. Die Jugend selbst aber lebt schon in den Anschauungen der kommenden Zeit. Alles ist noch ungeordnet, es fehlen bestimmte Ziele und Bahnen, das Leben rast dahin wie ein wlld gewordenes Pferd. Das aber gerade weckt die Abenteuerlust und .Tatkraft! Dies Pferd einfangen, es meistern mit starkem Arm und starkem Geist — welch lockendes Ziel! Die hemmende Hand wird zurückgestoßen, denn die Jugend fühlt und will nur sich, sie ist oft schroff und rücksichtslos und kann roh wirken, 1 ofcne doch schlecht zu sein. Eine Kluft hat sich ^aufgetan zwischen der alten und der neuen Zeit, und da die Jugend mit allen Kräften in die neue s hineinstrebt, so überschreitet sie wirlliche und vermeintliche Hindernisse mit der größten Rücksichtslosigkeit. ■ilnb das Alter? Kraft der größeren Erfahrung, Weitsicht und Reife, kraft der stärkeren Liebe vor allem muß der stärkere Mensch verstehen lernen und besonders: Geduld haben. Richt die herablassende Art, die immer auf dem Sockel steht und sich wie ein Gnadenbild her- nieberneigt, sondern ein festes, ruhiges, zuversichtliches Wartenkönnen. Denn Jugend und Alter brauchen einander. Weisheit und Erfahrung müssen wettergegeben werden von Geschlecht zu Geschlecht, denn eines steht immer auf den Schultern des andern. Das Feuer und der Wagemut aber, die Hoffnung unb Tatkraft sind bei der Jugend, und von ihr leiht das Alter, was es an Frische und Zuversicht braucht. Der Jugend fehlt es für das wechselseitige Geben und Rehmen an Einsicht. Aber wir Alten haben sie unb müssen voll Takt und Zartheit der Jugend nachgehen und auf sie einwirken ohne viele Worte durch unser ganzes Wesen mit dem Recht unserer Liebe. ,1 IUI UMBUHI———M IHM IIIBM l|l|| Mutter und krankes Kind Von Dr. W. Schweisheimer. Die Mutter besitzt eine erstaunliche Gabe, schon im frühesten Zeitpunkt eine bei ihrem Kind im Anzug befindliche Krankheit zu erkennen. Jene Muller nämlich, die sich in der Tat mütterlich mit dem Kinde beschäftigt und die kleinsten Eigenhellen seiner Lebensweise erfaßt hat. Besucher sagen: „Das Kind sieht heute vorzüglich aus", selbst drr befragte Arzt kann vielleicht noch nichts Krankhaftes an ihm wahrnebmen — aber die Mutter sagt schon: „Das Kino gefällt mir heute nicht, es ist krank". Unb in beit seltensten Fällen wird dieses feine Gefühl trügen. Woraus die Mutter diesen Schluß zieht, das vctmag sie selbst oft gar nicht recht anzugeben. Die allgemeinen Krankhritsanzeichen, wenn sie einigermaßen ausgeprägter sind, fallen jedem auf: Mattigkeit, müdes Aussehen, Anlust zum Spielen, Klagen über Kopfschmerzen, Appetitlos-gkeit usw. Aber der Mutter fallen schon viel unscheinbarere Anzeichen auf, die niemand merken kann, der nicht täglich von früh bis abends mit dem Kind zusannnen ist. Das Kind bevorzugt beispielsweise Spiele, bei denen es sich öfter hinlegen kann, während es das sonst nicht tut; es spielt etwa viel „Schlafengehen" oder ähnliche, ihm unbewußt Ruhe verschaffende Spiele. Ein solcher Zug fällt natürlich nur der Mutter aus. die die sonstige rastlose Lebhaftigkeit ihres Kindes kennt. Manche Zeichen gestatten der erfahrenen Muller schon die objektive Feststellung, um welche Krankheit es sich handelt. Im allgemeinen ist es ja viel wichtiger zu erlenncn, daß eine Krankheit vorhanden ist, als, welche Krankheit vorliegt. Das Bestreben nach selbständiger Diagnosestellung führt zu bösen Irrtümern: das ist Sache des Arztes, nicht der Mutter. Aber Wenn die Mutter sich cmgewvhnt» ihren krank . Wenn einst der junge Most ausgegoren hat und ruhigere Zeilen kommen, dann findet sich auch die Jugend wieder zurecht, und das Alter findet sich in sie hinein. Kinder-Geburtstage. Von Marie Reuter. Wenn bei uns das Weihnachtsfest und Reujahr vorübergegangen, wenn der Weihnächte- bäum zur großen Betrübnis der Kinder seines Schmuckes beraubt und hinausgetragen war, dann leuchtete ihnen ein neues Freudenlichllein auf: „Run kommen die Geburtstage! — Drei unserer Kinder sind im Januar geboren. — Geburtstagsfeiern Her Kinder sollten in jeder Familie in ein Festgewand gekleidet sein. Richts prägt sich dem jungen Herzen tiefer ein, an nichts gedenken sie dankbarer auch noch im späteren Leben, als an diese Tage, die ihnen durch der Mutter treue Fürsorge zu so hohen Freuden- und Ehrentagen gestaltet wurden! — Cs gehört nicht viel dazu, um Kinderherzen zu beglücken, — nur etwas liebevolles Rachdenken. Cs ist leicht einzurichten, daß nützliche Gegenstände unb Kleidungsstücke, die wir ben Kindern ohnehin an- schaffen müssen, auf den Geburtstagstisch kommen. Sie gewinnen bedeutend an Wert, wenn sie, bestrahlt von den Geburtstagslichten neben dem Festkuchen auf dem Tische liegen. Ein Festkuchen allerdings darf nicht fehlen. Wenns auch nur ein ganz einfacher Blechkuchen, Rosinenkringel oder Rapskuchen sein kann, der schon am Tage vorher in so freudige Erwartung verseht: „Wird er auch gut geraten?“ — Dann nämlich gerät auch unser Kind im nächsten Jahre gut! — And Lichter dürfen ebenfalls nicht fehlen, nach der Zahl der Jahre des Kindes, — unb so sinnreich und hübsch wie möglich angebracht in einer Krone ober einem Kranz: von Ruten gebunden, mit Tannen ober Moos beslochten, entweder auf dem Tisch steheitt» oder, was noch hübscher aussieht, schwebend an der Decke befestigt. Gut macht sich auch ein Lichtbogen, wobei zwei dicke Ruten zusammengebunden, grün be° flochten, mit den dicken Enden an zwei Stuhllehnen befestigt werden, unb so ber Dogen mit den Lichtern über dem Geburtstagstisch schwebt. Wo Moos und Tannen fehlen, steckt man die Lichter in halbierte Kartoffeln und umstellt den Tischrand damit. Außerdem aber gehört zu einem rechten Kindergeburtstag noch zum Mittagessen ein vom Kinde gewünschtes Leibgericht (natürlich nur, was die Speisekammer bieten kann). Das sind Aeberraschungen und Freuden, die jede Mutter ihren Kindern bereiten kann, und die dieselben in dankbarer Erinnerung behalten werden, solange sie leben! Elisabeth v. Heyking f. Das Schicksal hat es mit Elisabeth v. Hehking gut gemeint, als es die 64jährige ohne langes, verhählichendes unb quälendes Leiden aus dem Leben nahm. Es bekundete Respekt vor dieser so ganz auf ästhetische Lebensführung bedachten Persönlichkeit unb rief sie in einem Augenblick ab, der symbolisch war für ihre Wesensart, für ihr äußeres Schicksal unb für ihre Kunst — zu großer Geselligkeit geschmückt, im Begriff, den Wagen zu besteigen, setzte das Herz aus, sie verschied. Eigentümlich, wie das Leben dieser so ganz aus geistiger Kultur erwachsenen, auf Harmonie unb Maß ruhenden Frau doch gelegentlich jähe, heftige Stöße empfing, die es in steiler Kurve emportrieben und nun in Plötzlichkeit enden ließen. Heftig, jäh unb steil war die Kurve, die die Schriftstellerin emporführte: Als 1903 ihr erstes Buch, „Briefe, die ihn nicht erreichten" — zuerst anonym — erschien, setzte sie ein. Das Buch, Briese einer in der internationalen Welt, in Diplomatie unb Wellhan- delstum heimischen Frau an einen in China weilenden Freund, bestach ebenso durch seine geistreichen Plaudereien über fremde Menschen und Länder, das elegante Milieu, tote durch die feine Psychologie einer durch Rasse und Kultur überaus zarthäutigen Frau. Anterirdische Schwingungen des Gefühls, ein con sordino des Herzens, umwoben von der Bewegtheit unb Buntheit eines Rahmens, den bald Amerika, bald Japan, bald Europa abgeben. Ein scharfer Blick, neben aller Weichheit des Empfindens für das Charakteristische, eine geistreiche Formulierung, aphoristische Prägnanz — all diese Vorzüge des Buches gaben ihm einen geradezu sensationellen Erfolg, noch ehe der Ramen seiner Verfasserin, scheinenden Kindern in den Hals zu sehen, so wird sie oft auf den ersten Blick eine Rötung unb Schwellung, einen weihen Belag feftftellen können, der sie verhindert, die Kinder in die Schule oder ins Freie zu schicken. Ein Griff an die Stirn, an den Puls des Kindes zeigt der Mutter, ob Fieber vorhanden ist ober nicht. Freilich beruhigt sich die gewissenhafte Mutter mit dieser Wahrscheinlichkeitsdiagnose nicht, sondern sie mißt mit dem F i eberthermom et er — bem wichtigsten Bestandteil der Hausapotheke — die Körperwärme des Kiirdes. Allein auf diese Weise wird sie Zweifel lösen, Sicherheit gewinnen und gleichzeitig dem erst später eintreffenden Arzt eine wertvolle Mitteilung machen können. Die Mutter, die sich flar gemacht hat, um was es sich bei der Krankheit des Kindes handelt, die auf die erklärenden Worte des Arztes hört, wird sich von vornherein vor allzu großer Aengst- lichkeii, vor schädlicher Fassungslosigkeit bewahren. Auch in schwer und gefährlich aussehenden Krankheitsfällen ist Hoffnung auf Genesung bei Erkrankungen des Kindes nie aufzugeben. Solange das Kind überhaupt noch lebt, kann es nrch gesund werden. Denn dem Körper des Kindes stehen ganz andere unverbrauchte Reservekräfte zur 'Verfügung als dem Erwachsenen. Das, was an kindlicher (Srfrantung so arg erschreckt: die , starke Reaktion auf die Krankheit, gerade das ist das Heilbringende. Hohes, sehr hohes Fieber, das bei Erwachsenen vielleicht eine besonders schwere Erkrankung anzeigt, kann bei manchen Kindern schon bei ver- hättnismäßig durchaus harmlosen und rasch vorübergehenden Infektionen auftreten. Der rasch und stark reagierende Körper beantwortet das Eindringen und die Einwirkung der Krankhetts- erreger mit Erzeugung hohen Fiebers — und das ist eine der besten nafürTt*h?n Hm^estrebungen, die dem Körper zur Verfügung stehen. Die bernünftige Mutter, die ihrem Kind wirklich helfen will, wird den 2Inoronunaen des der Gattin des Gesandten v. Hehking, bekannt war. Wurde durch ihn dann die Vertrautheit mit der diplomatischen Welt, ihren Formen und Schwächen auch erklärt, so blieben bann immer noch die ganz persönlichen Vorzüge des Buches als eines literarischen Werkes von Rang. Reue literarische Früchte reiften: „DerTag rüderer", ein Rovellenabenb von eben der leise gedämpften seelischen Haltung, die ihr erstes Werk so charakteristisch machte, der zweibändige Gesellschaftsroman „Ille mihi", dann „Tschun". die „Geschichte aus dem Vorfrühling Chinas", wie der Untertitel sagt — die Geschichte des christianisierten Chinesenknaben, der als Diener zu einer vornehmen Dame kommt, unb wir lernen mit seinen Augen uns selbst unb unser westeuropäisches, nach dem uralten Land der Mitte verschlagenes, ihm aufgezwungenes Gehaben, andere Sitten und Anschauungen beurteilen. Das heutige große, aufs neue zur Entscheidung gestellte oder ihr weiter zugetriebene Problem: AsienoderEuropa — das Hingt, geformt von dem klugen Geist dieser an Erkenntnissen und tiefem Einblick in fremde Kulturen so reichen Frau, in jenem Buch schon an. Ihre späteren Werke: „Die Orgelpfeifen", „Liebe, Diplomatie unb Holzhäuser", diese reizvollen Plaudereien vom und über den Balkan, bestätigten immer aufs neue Eilsabeth v. Hehking als Frau von Geist, Seele unb form- bildender Stärke. Seit einer Reihe von Jahren lebte sie in einem schönen Schloß in Crossen, den Erinnerungen an ihr reiches, bewegtes Leben, an ihre Gestorbenen — zwei Söhne hat sie im Krieg verloren — und den geselligen Verpflichtungen hingegeben, die sie zeitlebens mit ber alten geistigen Tradition pflegte, die schon ein Erbe ber geborenen Gräfin Fleming war, die zu ihren Verwandten Bettina von Arnim, deren Enkelin sie war, wie Theodor Mommsen zählte. Ihre Schwester, Irene Forbes- M o s s e , repräsentiert nun als letzte Erbin diese adelige und geistige Kultur, deren hervorragende Vertreterin Elisabeth von Hehking war. Tapfere grauen. Als die tapfersten unb opferfreudigsten Frauen der Welt bezeichnete ber Dominikaner Dustan ©urgent in einer Predigt, die er in ber Westminster-Kathedrale in London hielt, die Pflegerinnen der Aussätzigen. Es gibt solche Aussähigenheime überall, unb das Schicksal dieser Kranken ist wohl das Furchtbarste, das man sich denken kann. „Die Zahl der Aussätzigen in der Welt ist erstaunlich groß", sagte ber Priester. „Aber noch erstaunlicher ist ber Heldenmut, mit bem Frauen aller Stände und aller Altersklassen ihr Leben einsehen, um den Anglücklichen zu Helsen. Die jüngste Pflegerin, die sich ganz bem Dienste der Aussätzigen weihte, unb die ich kenne, war erst 19 Jahre. Viele dieser Frauen stammen aus adligen unb reichen Kreisen, sind schön unb anmutig. Sie opfern alles Glück dieser Welt, denn das Dasein in den Aussätzigenanstalten entbehrt aller Bequemlichkeit, wie sie ber moderne Mensch erwartet, überhaupt aller Dinge, die das Leben für die meisten erst lebenswert machen. Diele dieser tapferen Frauen stecken sich selbst an unb nehmen willig unb freudig das furchtbare Geschick grauenhafter Entstellung und schließlich eines schrecklichen Todes auf sich." Wtederverheiratung von Witwen. Seit der Weltkrieg eine große Zahl Frauen zu Witwen gemacht hat, hat auch die Wieder- Verheiratung der Witwen zugenommen. Den statistischen Tabellen des Jahres 1919 entnimmt man die Tatsache, bah im Vergleich mit 1911 zehnmal so viele Witwen unter 25 Jahren und sechsmal so viele Witwen zwischen 25 und 30 Jahren wieder geheiratet haben. Ja sogar zweimal so viele Witwen über 45 Jahre h b n wieder Lebensgefährten gefunden. Vielleicht hat die w.rt-- schaftliche Lage da mitgeholfen. Diele ältere Herren sind durch den Krieg besser gestellt worden und haben sich verheiratet. Diese von Rationalökonomen geäußerte Ansicht scheint durch die Tatsache bestätigt, daß die Zunahme der Verheiratung weit mehr von Junggesellen als von Witwen herstammt. Frauenheimstätten. Die Genossenschaft für Frauenheimstätten, R o w a w e s . hat sich zur Aufgabe gemacht, für gebildete Frauen, die aus bem Beruf aus- geschieden sind, gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen zu billigen Preisen zu Arztes gewissenhaft nachkommen, ohne fid) von den gutgemeinten, aber schlechtgetanen Ratschlägen jeder Rachbarin beirren zu lassen. Sie wird auch die notwendigen Arzneimittel dem Kind durch ruhiges, aber beharrliches Zureden beibringen und nicht aus einem ganz falsch angebrachten Mttleid auf Durchführung dieser bem Kind vielleicht unangenehmen Rotwendigkeit verzichten. Die nervöse, überängstliche Mutter ist eine schlechte Hilfe für den Arzt: die ruhige, überlegte und ihre Angst bezwingende Mutter bedeutet wichtigste Anterstühung, bringt Beschleunigung der Herlung. Die Mutter verschafft bem Kinde einen nicht immer genügend gewürdigten Heilfaktor ersten Ranges: b i c seelische Hilfe, die aus dem innigen Wunsche, das Kind möge genesen, auf dieses überströmt, bietet eine Heilunterstützung. wie sie nur der Pflege der ruhigen Mutter entquillt. Hier liegt der Kern der tiefen und wahrhaften Erzählung von der Mutter, die ihr Kind durch unermüdliches Bitten unb Kämpfen bem Tob abgerungen hat. In bem umhüllenden Gewände des Märchens offenbart sich das un- öeutbare Etwas, das die Hilfe der Mutter zü den körperlichen Wirkungen der krankheitsbekämpfenden Mittel hinzubringt. Seelische Verbundenheiten lassen sich nicht exakt nachweisen, wie etwa Laboratorttuns- versuche. Wie die Heilkraft der Sonne nicht in den Graden ihrer Wärmewirkung allein sich ausdrücken läßt, nicht in ber Wirkung der ultravioletten Strahlen oder anderer aufgefunbencr Einzelheiten sich erschöpft, so leuchtet helfend über allen Heilbemühungen ber Mutter eines, un- greifbar, unbewußt, aber in ber Wirkung auf das Kind sich offenbarend: Mutterliebe. Das furchtlose Baby. Amerikanische Kinderpsycholvgen, die sich jetzt in eingehenden ^Untersuchungen mit ber kindlichen Angst beschäftigt haben, wollen zu dem beschaffen. Sie hat für diesen Zweck erstmalig im Jahre 1914 ein Haus erbaut, an ber Grenze ber Dillenkolonie Rowawes-Aeübabelsberg im eigenen Garten am Wald. Jede ber 14 Einwohnerinnen hat eine in sich abgeschlossene Wohnung von einem bis brei Zimmern, Loggia, Flur mit Toilette, Küche, Speise- und Desentammer. Das Haus hat Zentralheizung: Badeeinrichtung Boden unb Kellerräume stehen jeder Einwohnerin zur Verfügung. Rur Mitglieder ber Genossenschaft können in bem Haus wohnen. Man erwirbt bie Mitgliebschaft burch einen Anteil von 50 Mk. unb 10 Mk. Eintrittsgeld. Der Anteil kann in Raten von 10 Mk. gezahlt werben. Die Geschäftsstelle befindet sich in Ro- wawes, Heimdahlstr. 2. Vom Kuchenbacken. Eine Köchin, welche berühmt ist durch feine Bäckereien, gibt nachstehenden Rat für das Gelingen der Kuchen: Vor allem sollte man nicht mit einem gewöhnlichen Löffel, sondern mit einem ruberförmig geformten Holzlöffel den Teig rühren. Das ganze Geheimnis des guten Kuchenbackens liegt im Schlagen des Teiges, direkt, ehe er in die Form gebracht wird. Der Teig soll bei jeder Berührung mit dem Holzlöffel in die Hände geschlagen werden, so dah möglichst viel Luft durchziehen kann. Wenn man gleichmäßig herumrührt, kommt keine Luft in die Masse. Man soll Kuchenteig nicht rühren, sondern schlagen. Je leichter und flaumiger ein Teig aussieht vor dem Backen, desto zarter und feiner und leichter wird der gebackene Kuchen fein. Für Gewürzkuchen kann man recht wohl halb Butter und halb Schmalz nehmen. Für gutes Hefengebäck aber ist Butter unerläßlich. Ebenso für feinere Dackpulverkuchen. Dann ist zunächst ein guter Backofen erforderlich. Die neueren Gasherde haben riesig praktische Vorrichtungen, die genau die Hitzegrade des Backofens anzeigen. Wer die aber nicht hat, dürfte sich nach dieser Regel richten: Man erprobt die Hitze, indem man ein Stück Papier in die Mttte des Backofens legt; wenn es sofort gelb oder braun wird, ist die Hitze zu groß. Wird es dagegen langsam gelb und zieht sich krumm, so hat der Ofen für das meiste Gepäck die passende Hitze. Praktische Ratschläge. Bänder, Haarschleifen usw. hatten sich lange gut, wenn man sie nach jedesmaligem Gebrauch anfeuchtet unb über einen glatten runden Stock ober über eine Stange wickelt. Holzwürmer aus Möbeln zu entfernen. Man mischt 5 Gramm Karbolsäure mit 100 Gramm Wasser. Diese Mischung bringt man mit einem Pinsel ober einem Oeler, wie man ihn bei Rähmaschinen gebraucht, in bie Löcher. Rach wiederholter Anwendung sind Insekten und Brut erstickt. Auch Petroleum unb Terpentinöl sind zu empfehlen. Ausgefranste Teppiche sehen häßlich aus, wenn man sie umnäht ober einfaht: leimt man dagegen die Fransen an der Innenseite an, so ist der Schaden behoben, ohne daß die Schön- hett ber Teppiche leidet. Apfelsinenschalen zu verwerten. Aus diesen, meist achtlos weggeworfenen Schalen läßt sich eine gute Essenz Herstellen, welche sowohl als Crfrischungsmittel mit Wasser oder auch für den Toilettentisch verwendbar ist. Die Schalen werden soviel wie möglich von dem weihen Futter befreit (dies gibt, mit ein wenig Wasser ausgekocht, durchgeseiht, ein billiges Mittel, um Fruchtgelee steif zu machen), dann in Meine Stückchen geschnitten und in Flaschen etwa zur Hälfte gefüllt, die mit gutem Essig aufgefüllt werden. Sie bleiben mindestens vier Wochen stehen, wobei man sie von Zeit zu Zeit umschüttelt. Dann wird die fertige Essenz filtriert und in kleinen Flaschen verwahrt. Als Getränk wirb es durch Zucker versüßt: als Toiletten Parfüm genügen einige Tropfen ins Wasch- oder Dadewasser. Konservenbüchsen nicht wcg - werfen! Wer einen guten Konservenbüchsenöffner hat und behutsam damit umgeht, kann gut die heut.gen Konservenbüchsen zu allerlei im Haushalt verwenden. Man brühe und scheuere sie aus und verwende sie zum Kompott oder Gurken- ober Kürbiseinmachen. Besonders wer nach alter Zeit — gleich mit Zucker — einmacht. Bindet dann mü Pergamentpapier zu. Mir verdarb eher einmal etwas im Glas, als in sauberer Konservenbüchse. Auch Fett, bc» sonders Gänseschmalz, hält sich so vorzüglich. überraschenden Ergebnis getommen sein, daß daS durchschnittlich gesunde Kind ohne jedes Gefühl der Furcht geboren wirb, mit ein* äiget Ausnahme ber Furcht vor Geräuschen. Der Reuyorker Kinder Psychologe Dr. Cunningham beschreibt einen Fall, bei bem ein Kind, das nur auf bem Lande gelebt hatte, nach der Großstadt gebracht wurde und die erste Rächt in einem Zimmer verbrachte, in dem man die Lichter von den Straßen sah unb die Autohupen horte. Dieses Kind, das bis dahin noch nicht die geringste Spur von Angst gezeigt hatte, wurde dadurch so erschreckt, daß es von nun an beim Schlafengehen Furcht zeigte. Man will gesunden haben, daß Kinder im Alter von einigen Monaten bis zu zwei Jahren furchtlos mit Schlangen spielen. In 90 Prozent aller Fälle wird dem Baby die Angst er ft durch die Elternober das Kindermädchen eingeflöht. Auch die Furcht vor Pelztieren, die man bei Kindern ziemlich allgemein beobachtet, geht nach Cunningham auf Eindrücke zurück, die mit dem Tier nichts zu tun haben. Er beobachtete, daß ein zweijähriges Baby sich vor einem Kaninchen fürchtete, weil einmal beim Anblick eines Kaninchens eine eiserne Stange heruntergefallen War, die bas Kind erschreckt hatte. Gab man dem Kind, wenn es ein Kaninchen erblickte, zugleich ein Stückchen Zucker, so zeigte es vor dem Tier nicht bie geringste Furcht. Bier sollen Kinder nicht erhalten. Leider wird von dieser Vorschrift immer und immer wieder ab gewichen. Die neugierigen Kleinen greifen nach dem, was Papa und Maina genießen, und diese glauben, daß es nichts schaoet, wenn das Kind einmal von dein Vier nippt. Das, einzige Getränk für das Kind bleibt bis zum 6. Lebensjahre außer Wasser ober Limonade die Milch. Mangelndes Gedächtnis, frühzeitig zerstörte Rerven sind die Folgen des Genusses alkoholhaltiger Getränke.