Eg aus da§ ©elänber ttn 1 (Er neigt, gnäbiße *^N Boot 1 Schatten her 1 ®Qren l*on ,CÄ? M und stand Mr <«8. in? * hu Uten. ■ ÄuSiubrnng Wv KM Eieret, fr \ iingn- chen SS 'benotet et, Arant cr* 1O97OA ,eamte ufnv teilt. 4 LLL SPEH slager: **■ eßen sweg 12 H« Illi» »bis 60 «* Ären*** ^1«75D Nr. 272 Erster Blatt cnn man sie vergleicht mit der kurzen Dauer' hüc großen Koalition, die ja allerdings in eine iirnerpotttisch noch viel schwerere Zeit hineinkam, Die sich aber doch dank der Einstellung der ZLziatdemok.aten im wesentlichen in innerpoliti- ichcn Kämpfen erschöpfte und nach drei Monaten ouseinanderbrach. Mit den im Sommer angenommenen Gesetzen i t allerdings die Ausgabe des Reichstags noch nicht gelöst, er findet auch für seine Herbsttagung ein reichliches Pensum vor. Zunächst gilt es, den Etat für das laufende Haushaltsjahr zu lerabschieden, der am Ende der zweiten Lesung |(tetfcn blieb, und als zweites großes Kapitel bleiben h a n b c l s f r a g e n zu erledigen, die anknüpsen m die Verträge mit Italien und Rußland. Zwischen ist ja auch ein neues Provisorium mit Spanien zustande gekommen, mit Polen und Frankreich wird verhandelt. Darüber wird im Reichstag vermutlich mancherlei geredet werden; eine Aussprache ist auch nötig, weil doch vielfach das Gefühl besteht, als ob die Taktik der deutschen De- egationen bei den Verhandlungen nicht immer sonderlich geschickt gewesen ist, während anderseits die ireiheit der Handelsbeziehungen und die Möglich- iii! des Exports unserer Jndustriewaren die selbst- ü.'rständliche Voraussetzung für die Herstellung des imanziellen Gleichgewichts in unserer Zahlungs- ickcmz bildet. 2m inneren Zusammenhang damit ieht auch die P r e i s a b b a u a k t i o n der Re- qierung, die sichtbare Erfolge bisher nicht buchen Mimte, das Beste, was man ihr zum Lobe nach- r.gen kann, ist, daß sie ein weiteres Anziehen der ßreife verhindert hat. Alle diese Fragen treten vorläufig zurück hinter bcti Abschluß des Locarnowerkes unb Jbcr. daraus sich ergebenden innerpolitischen Folge- miigen. Daß im Reichstag jetzt eine Mehrheit für iie Unterzeichnung in London vorhanden ist, kann !aum noch zweifelhaft fein. Vielleicht ist es bcdauer- liif), daß die Juristen das Vorliegen einer Derfaf- ^ngsönderung verneinten, denn andernfalls würden ied) auch vielleicht die ntehr wirtschaftlich orientier» ich Kreise der deutsch nationalen Anhänger ms ihrer Reserve herauszulocken gewesen sein. Daß :ls o die deutschen Delegierten nach London fahren luib ihre Unterschrift geben, wird im Reichstag wohl 'aum auf Schwierigkeiten stoßen. Aber was soll i-chher werden? Wir haben bisher immer darin ier gelitten, daß für den Reichstag die Regie- .miigsFrifc das Primäre und die Folgen das Se- ifonbäre waren. Die Sozialdemokraten laten zunächst Neigung gehabt, wieder so zu tak- Üicren, sie hoben sich das inzwischen aber anders iberlegt. weil sie auch beim Zentrum keine Gegenliebe sanden, so daß praktisch wohl die ilnbilbung der Neoierung auf die Zeit nach dem -l Dezember zurückgestellt ist. Dann ßiben töt Sozialdemokraten es in der Hand, das Kabinett 'iiirf) ein Mißtrauensvotum zu stürzen. Sie selbst reiben vielleicht heute nicht einmal mehr in eine :ctie Regierung eintreten wollen, weil sie sich vor :dergnind. die sich nicht unschwer herauskriftalli- V.tm läßt, von der es aber doch fraglich ist, ob sie iio nötige Schwergewicht in sich hat, um wechseln- rn Anstürmen von rechts oder links standhalien können. Ns MinifterpräsidsnLen- konferenZ. Zustimmung zn dem Gesetzentwurf über Locnrno. Berlin, 19. )!ov. (TU. Amtlich.) Heute tra- m bie Staats- unb 2H i n i fi e r p t ä f i b c u- leti der Länder mit ben Mitgliedern des Aeichskabinetts unter Vorsitz des Reichs- ka -v z l c r s zu einer gemeinsamen Beratung der aitzmpolilischen Lage zusammen. Sie wurden über ifn gesamten Tatbestand, wie er sich in ben letzten Tudjen entwickelt hat, unterrichtet. Auf Grund bet Die französische FinanzdebatLe. Painlev^s Kamps Paris, 20. Nov. (WTB.) Seit einer Woche hält die Debatte um die Finanzsanierungsvor- schlöge der Regierung PainlevLs die französische So erklärte gestern wieder der Vorsitzende Kammer in Atem. Positives ist dabei bislang wenig genug herausgekommen. Lange Rückblicke auf die Sünden früherer Regierungen sind häufiger als praktisch brauchbare Vorschläge für die Gegenwart. Malo i), daß die Mehrheitsparteien ebenso wie die Opposition Gegner der Inflation seien. Aber die Anleihepolitik, die die Regierung des natio- nalen Blocks getrieben hätte, hätte auch ein wenig zur Inflation beigetragen. Damals habe man immer noch geschrien, Deutschland werde bezahlen. Man habe das Volk in einer Illusion gehalten. Dem Kartell der Linken fei es im Jahre 1925 vorbehalten geblieben, das Budget zum ersten Male feit dem Kriege auszugleichen. Schon jetzt bis Ende des Jahres brauche man noch fünf Milliarden für Rückzahlungen. Um diese durchführen zu können, sei auch die B e - fteuerung der Staatsrenten als gerechtfertigt zu bezeichnen. Die Rentenpapierbesitzer Fönn- ten dem zustimmen, da ja durch den Sanierungsgesetzentwurf der Wert der Renten gehoben werden soll. Die Gegner des Regierungsgesetzentwurfs hätten noch keinen Gesetzentwurf, der bas Kapital und das Einkommen treffe, eingebracht. Hier und da höre man, man solle Staatsmonopole verkaufen, aber niemand habe ein derartiges Amendement einzubringen gewagt. Infolgedessen sei es notwendig, Maßnahmen zu treffen, um die jetzige Finanzkrise zu beseitigen. Diesem Zwecke diene der Gesetzentwurf. Der ehemalige Minister 2 o u ch e u r tritt für die Konvertierung der Renten und für die Stabilisierung der Währung ein. Der Regierungsgesehenttour? verlange zum ersten Male vom Reichtum in allen Formen Abgaben. Er fürchte nichts von der Inflation. Die Inflation führe zweifelsohne zur Steigerung der Preise, aber umgekehrt behaupte er, daß die Preissteigerung in Frankreich zur Inflation ge- siihrt habe. Die Vertrauensfrage allein loir.me hier in Betracht, denn in uen Jahren, in denen das Vertrauen vorhanden war, habe man ja auch den Rotenumlauf erhöhen muffen. Ictzt müsse man eine rasche Lösung finden. J e d e Lösung werde Llngelegenheiten bringen. Eine gute Politik müsse zwischen den Ungelegen* heiten wählen. Der Staat habe die Aufgabe, seine Schulden anzuerkennen und Zinsen zu be* zahlen. Was die Opposition Doriajlage, um zu diesem Ziele zu gelangen, miß alle ihm, denn das führe immer wieder zur Emiftion von neuen Schatzbons. Endlich bliebe nichts anderes übrig, als neue Steuern auszuschreiben. Lou- cheur verwahrte sich dagegen, die Monopole an französische oder ausländische Kaufleute zu verkaufen, um so mehr, als eines der Monopole die Post beireffe. Das Havasmonopol bringe 2,6 Milliarden Franken Einnahmen. Aussprache wird die Reichsregierung nunmehr cnk- fprcdjenb betn oorreftern unter dem Vorsitz bes Herrn Reichspräsidenten erfaßten Beschluß den gesetzgebenden Körperschaften, und zwar zunächst dem Reichsrat ben Entwurf eines G e - setz es über bie vertrüge von Locarno unb den Eintritt Deutschlands in ben völkerbuud zugehcn lassen. Die bie Blätter bemerken, fehlt diesem amtlichen Kommunique bie Formel von dec einmütigen Zustimmung, wie bas „B. 1“ erfahren haben will, handelt es sich um die Stimme eines Minister- yrafibenten, brr seine Zust-mm. ng zu der Außenpolitik der Reichsregierung nicht gegeben habe. Das Blatt glaubt in ber Annahme nicht fehl zu oeten, baß es sich hierbei um ben mecklenburgischen Ministerpräsidenten Freiherrn von Branden st ein handle. Die Minlsterpr: sibenken von Bayern und Thüringen unb der Staatspräsident Bazille (Württemberg) haben dagegen dem Beschluß des Reichskabinetts z u - gestimmt. Eine Rede des Präsidenten Coolibge. Amerikas Anteil am Wiederaufbau der Welt. R e u y o r k, 19. Rov. (WB.) In einer Rede Vor der Handelskammer oes Staates Reuyork erklärte Präsident Eoolibgc. Es war uns möglich, aus dem llebcrschuß unserer Ersparnisse große Celdsummen für den finanziellen Wiederaufbau der Alton Welt unb den Ausbau der Reum Welt vorzuschießeu. Wenn die vom uns gewährten Anleihen zur Entwickelung der Industrie und Förderung des Handels im Auslände verwendet werden, so erhöhen sie die Konsumptionsfähigkeit des Auslandes, was unserem eigenen Handel offenbar zustatten kommt. Wenn sie jedoch in u n » produktiver Weise, wie zur Aufrecht- erhaltung großer militärischer Anlagen oder Bestreitung von Gemeindeausgaben verwendet werden, die von einer fpabamen Regierung entweder gestrichen oder durch Steuern ersetzt werden sollten, so erscheinen sie nicht als nutzbringend verwendet unb verdienen keine Förderung. mit der Kammer. Rach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung ergreift Ministerpräsident Painlev6 das Wort. Er wisse sehr gut, daß der Entwurf nicht vollkommen sei, aber sei eine Besserung der Finanzlage möglich, ohne Opfer zu fordern? Alles, was er bis jetzt in der Kammer gehört habe, sei negativ gewesen. Keine Konsolidierung, keine Anleihe, keine Inflation! Damit könne man nichts anfangen. Es gebe den Grundsatz des Geschehenlassens und den Grundsatz des Intervenierens. Zwischen beiden müsse man wählen. Die wahre Gefahr werde darin bestehen, daß die schwierige Debatte zu Ende gehe, ohne daß eine Lösung gefunden sei. Jetzt handle es sich darum, zu wissen, ob man den Sturz der französischen Währung aufhalten wolle. Der Franken zeige die Tendenz, im Innern Frankreichs nicht ebenso zu sinken, wie im AuSlande. Er habe sich glücklicherweise über seinem Auslandwert gehalten. Aber wenn nichts geschehe, dann werde des Franken im Innern bald den gleichen Wert annehmen wie im Auslande. Das würde zur Inflation führen müssen. Rur durch Arbeit und durch den Willen, aus der jetzigen Lage herauszukommen, könne inan die Situation retten. In allerkürzester Zeit wolle man den inneren Wert des Franken stabilisieren und internationale Abkommen treffen, um ihn im Auslande ebenso zu stabilisieren. Dos Ministerium sei geneigt, in den Gesetzentwurf einen Paragraphen einzufügen, der diesen Willen bekunde, aber nicht nur den Willen der Regierung, sondern auch den des Parlaments, sobald wie möglich die französische Währung zu stabilisieren. Wer das tun wolle, müsse Auerft das Du dget ausgleichen. Das erste Mal, daß Frankreich feine Verpflichtungen nicht erfüllt habe, sei gewesen, als man unter tragischen Umständen dem Papierfranken einen Zwangskurs auf erlegte und er- klärte, daß er nicht (n Gold eingelöst werden könne. Diese Bestimmung habe man zu lange aufrecht erhalten und dadurch sei vielleicht die jetzige Lage gekommen. Ich weiß, daß ich eine undankbare Rolle spiele: ich weiß, daß die, die jetzt in der Regierung sitzen, sich nidjit de t allgemeinen Sympathie erfreuen. Was ich von Ihnen verlange, ist, daß Sie meinen Gesetzentwurf annehmen und daß Sie die Debatte hierüber nicht unnötig in die Länge ziehen. Das Land fordert vom Parlament die Regelung einer brennenden Frage und die Regierung hat ihre Pflicht durch Vorlegung eines Gesetzentwurfes erfüllt. Jetzt ist die Reihe an Ihnen, meine Herren, Ihre Pflicht zu tun.“ Die Rede des Ministerpräsidenten wird bis weit in die Mitte des Hauses hinein mit Beifall ausgenommen. Es ist allgemein Ee'tnnt, daß Europa durch unfere Hilfe vor dem völligen Zusammenbruch bewahrt blieb. Unmittelbar nach dem Waffenstillstand waren es unsere Kredite und Lebensmittellieferungen, welche die Situation retteten. Als das Werk des Wiederaufbaues d r Staatsfinanzen in Europa begann, ermöglichten wir durch unsere Mithllse seine Fortsetzung und Vollendung. Als Oesterreich sich entschloß, seinen Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, gewährten wir einen Teil des erforderlichen Kredites. Als Deutschland gesunde Finanzver- hältnisse einzuführen sich bemüßte, beteiligten wir uns wiederum in hervorragendem Maße an der dazu notwendigen Goldanleihe. Ohne diese wäre der Reparcttionsplan kläglich gescheitert, denn Deutschland hätte aus anderen Mitteln nicht zahlt» können. Die Desatzungsarmem hätten weiterhin zur Vermehrung der internationalen Verstimmung und Erregung bngetr. gen. Un- fer Garantiekredit half Großbritannien bei der RüLkchr zur Goldwährung. Was wir für Frankreich, Italien, Belgien, die Tschechoslowakei, Polen und andere Länder getan haben, sind Aeußerungen der gleichen Hilfsbereitschaft. Ob diese Temühunaen unb Leistungen bei uns anerkannt oder im Auslande barübat ausgenommen wurden oder nicht, sie bedeuten hervorragende Dienste für die Welt. Amenka hat seine große Armeen aufgelöst und die Stärke seiner Flotte verringert. Wenn wir Gerechtigkeit zu üben suchten, indem mir andere an unseren finanziellen Hilfsquellen teilhoben ließen, so haben wir für den Frieden mehr getan, als wir mit unserer ganzen Militärmacht hätten tun können. Aber der Oeffentlichkeit fällt es sehr schwer, Gerechtigkeit und wirtschaftliche Zweckmäßigkeit aus- einanberzuhatten. Das Problem, dessen Lösung mir versuchten, ist die Zuruckführung der Völ- kerderErdeauf dieBahnenberwerte- schaffenben Betätigung. Es war notwendig, ihnen wieder Zuversicht unb neuen Mut zu geben. Das amerikanische Geld hat an der Erfüllung dieser Ausgabe großen Anteil. f ---------------------------- Das japanische Reich in Kultur, Politik und Wirtschaft! Vortrag von Generalmajor a. D. Professou K. Haushofer, München in der GesellschafS für Erd- und Völlerkunde. Wenn wir die stärkste, rein pazifische Weltmacht, das Japanische Reich, in seinem eigensten! Kraftfeld, dem des Paztfistischnr Ozeans, gänzlichi seine Kultur- und Machtpolitik ändern und seine Wirtschaftspolitik auf schwere Zeiten einstellen sehen, so wird uns ein rein völkerpsychologisches Interesse bestimmen können, dieses Reich in seinen kulturpolitischen Machtlage und Wirtschaft zu betrachten, auch toetrn nicht eine seltsame Gleichläufigkeit zwilchen Deutschland und Japan in der geschichtlichen Kultur- und Machtentwicklung bestünde und die gleiche Wirtschaftsgeographische Gefahr: ein Vühn überlasteter und übersteigert hochgeführter Wirtschaftsbau mit zu dichter Bevölkerung auf zu schmalem Grunde. Dor wenigen Jahren noch haben wir im Japanischen Reiche nächst den Veremigten Staaten den größten Kriegsgewinnler des Weltkrieges zu sehen geglaubt; noch 1920 erlebten wir eine wirtschaftliche Hochkonjunktur und eine überseeische Cr- pansion, die in beiden angelsächsischen Großreichen als eine ernste Gefahr geschätzt und mit scharfen Abwehrmaßregeln bekämpft to-rbe. Roch kurz zuvor haben japanische Stappenkomman- banturen in Irkutsk-Dsch.ta, in der Mitte von Sibirien, gesessen und vor ihnen eine japanische Truppen-Expedition. Lind heute sehen wir das Reich nach einer ununterbrochenen Kette kluger und kühner Ausdehnungshandlungen sich vorsichttg auf sich selbst zurückziehen, den ganzen Reichsbau auf schweres Wetter einrichten. Es hat seiae Festlandstellung mit Ausnahme des südmanoschurischen Eisenbahngerüstes abgebaut und nach dreijährigem Anlaufe den Sowjets die Hand geschüttelt. Es zuckte in instinktivem Ahnen großer Gefahren vor Wunschzielen zurück, um die es jahrelang ungestüm geworben hat und die ihm heute — wie die Lostrennung der Mandschurei vom alten chinesischen Reiche — fast auf Reichweite zu liegen scheinen. In seiner überseeischen Stellung hat es einen Schlag ins Gesicht, wie das amerikanische Einwanderungsverbvt, mit der höflichen Rätselhaftigkeit des Samurai entgegengenommen, ohne der empörten öffentlichen Meinung für einen diplomatischen Kamps gegen die Abichließungspolitik der angelsächsischen Mächte nachzugeoen. Wenn noch ein Symptom dieser merkwürdigen Konzentrationsbewegung auf sich selbst $ur Sammlung latenter Energie genannt weroen soll, so sind es auf kulturgeographischem Gebiet die plötzlichen Zweifel an der- Richtigkeit der Durchdringung mit westlicher Zivilisation, die Versuche.^auf den alten Kulturboden zurückzutreten, die über der Industrie» alifierung versäumte körperliche Ertücht gung der Ration zu erneuern. Gleichzeitig mit scheinbar so pazifistischen Bewegungen, wie der Entlassung von 54 000 Mann des Friedensheeres nach Hause, der Rückgabe von 12 000 Pferden der Kavallerie und Artillerie an die Landwirtschaft, findet es ra finierte Steigerungen der technischen Kriegsrüstung, wirft man über 1000 der besten körperlichen Erzieher des Heeres in die Hochschulen, Mitte.schulen und Volksschulen hinein, um die Verbindung zwischen dem Wehrfinn der Schule und der Landes und ben leitenden Zentralstellen des ewigen Reiches sicherzustellen. Mach p ot 1 i t i s ch sind einige der S.tznhmaß- regeln schon genannt. Der künstlichen Rieder- h.Itung der Kriegsflotte durch die Konferenz von Washington — einer Lebensfrage für ein Insel- reich mit 41 500 Km. Küstenausdehnung — auf 300 000 Sonnen gegenüber 500 000 Sonnen jeder der ang.-lfächn.chon Mächte, begegnet man durch die Hirstellung ganz hochwertiger und schneller Kreuzer in ber noch erlaubten 10 000 Sonnen- Stärke und hebt die Wirkung dieser Rinderhaltung durch raffinierte Steigerung der Stiftungen des lebenden Ersatzes und der Ä-Boote au;. Wirt sch aftsgeographifch aber steht das Reich wie wir unter dem Druck einer schwe.en Krise unb nur fein eigenartiges, geschichtliches Familiengefühl und der Zusammenhang dieser Familien mit Grund und Boden hat es ermöglicht. daß die ungefähr 2 Millionen Arbeitslosen nicht zu einer öffentlichen Gefahr wurden, wie man es ja auch durch große unb Fluge Geldopfer zur rechten Zeit dahin brachte, den Arbeiterzustrom der Kriegsindustrie wieder auf das Land zurückzuführen. Wie ganz anders die Einstellung der pazifistisch.n Macht auf kommende und geahnte Gefahren sich vollzieht, sieht man vielleicht aus feiner Maßregel besser als daraus, daß bie boch im wesentlichen freiwillig, langsam und llug im Verlause ber Verfassungsgeschichte gesteigerte Wä.hlerzahl nun von 3,5 Millionen auf über 12 Millionen erhöht wird. Wie diese 12 Millionen freilich wählen werden, ob sie bas Zweiparteicmspiel des Landes von heute beide hall en ober sprengen, das weiß kein Mensch vorher zu sagen. Auch hieraus erklärt sich bie Fluge und vorsichtige Haltung gegenüber der chinesischen Krise. Nach einem solchen allgemeinen Bild wies der Vortragende, den japanischen Reichsgedanke n in Kultur, Politik ur.d Wirtschaft an großen Kartenbildsrn Oftafiens, des Indischen Ozeans und des Pazifischen Ozeans nach: wie die ursprüngliche Kulturgemeinschost, die politisch im wesentlichen reibungslos aneinander liest und die wirtschosttiche Selbsigenugsamkeil der drei großen Monsunländer gesprengt und gestört wurde durch die Annäherung der expansiven allamerikanischen Äultur; wie man «tx.-i.rii bereits in der Sprache der indischen und chinesischen Selbstbestimmung einen Sammelbegriff für die europäischen Westmächte und Amerika den Kultur- und Machtbegriffon eines um seine Selbständigkeit ringenden Asiens entgegenstellt, eine Bewegung, die man bei uns in Mitteleuropa, mit der eigenen Not beschäftigt, viel zu wenig beachtet, die doch eine große Erleichterung für unsere Lage durch intensivste Dehnpng der Westmächte, der Vereinigten Staaten und Rußlands bringen kann und die nebenbei gezeigt, wieviel mehr noch den europäischen Westmächten an der Rückenfreiheit durch Locarno gelegen war, als sogar uns in unserer Not. Diesen Ausführungen über die raum- politischen Gesichtspunkte der satanischen Fragen so'gte dann eine Lichtbilderreihe, in der die wichtigsten Grundzüge der sä' a rischen Reichs- bildung in Kultur, Macht und Wirtschaft in außerordentlich interessanter Weise gezeigt wurden, die in der Regel in Mitteleuropa am fremdesten sind und am wenigsten verstanden werden: die Abhängigkeit des Reiches in Geschichte und Gegenwart von seiner riesigen Küstenentwickelung von 41 500 Kilometer bei etwa 2,5 Millionen unmittelbar und 12 Millionen mittelbar von der Meer-Ernährung lebenden Menschen, die vom Meer durch Südstämme bezüglich Temperament und Reigung landeinwärts getragene Kultur, die Küstennähe und Küstenbestimmung aller wichtigen Großsiedelungen. Die einzige „küstenferne" Großstadt Japans ist daZ alte Tokio, nur eine Schnellxugstunde vom Meere und mit einem Schiffahrtskanal mit ihm verbunden. — Die zweite Reihe zeigte dann, wie genau wie bei uns der Lebensraum trotz seiner intensiven Bebauung zu schmal für das rasch wachsende Bolk mit rund 60 Millionen auf den Inseln und 83 Millionen im Gesamtreiche geworden ist, wie notwendig deshalb Auswanderung und 3ndustrialisi erung geworden sind und woher die Mittel — die persönlichen wie die sachli5en — bei diese.r überraschenden Industrialisierung kamen. Dann folgten noch ein'ge Type:-' charakteristischer Großsiedelungen: eine, die auf fremde Anregung von außen her im Lande entstanden ist: V o k o h a m a, eine, in der ursprünglich eine fremde Wachtumsspitze eingedrungen war. Oie aber längst verkapselt ist: Raga sali und eine typisch japanische: Kagoschima. der Marine- Hauptstützpunit, und in einigen Bildern wurde gezeigt, wie Erdbeben und Sturmfluten dauernd daran arbeiten, diese Siedlungen immer wieder im Laufe dec Geschichte zu zerstören und zu erneuern und wie gewaltige, fast regelmäßig wiederkehrende Katastrophen die eigentlich augenblicklich älteste Weltmacht b:r Erde immer wieder erneuern und verjüngen, die sonst in einer zu glücklichen und 'klimatisch zu reich gesegneten Harmonie erschlaffen und überaltern würde. Orientkonferenz in London. London. 20. Rov. (TU.) Gestern nachmittag ist der neuernannte französische Oberkommissar in Syrien, de 3 ouvenel. zu Besprechungen mit der englischen Regierung über die Lage im nahen Orient eingetroffen. Der Oberkommiffar hatte heute abend im Auswärtigen Amt eine anderthalbstündige Unter- rebung mit Chamberlain und Amery über die Regulierung der Grenzen zwischen Syrien und Palästina sowie zwischen Syrien und dem Irak. In einem Interview mit einem Reutervertreter erklärte Iouvenel, er glaube, daß die französisch-britische Zusammenarbeit im Orient, die sich gegen niemand richte, sondern im Interesse aller Rationen liege, eine viel gerechtere Lösung für die verschiedenen Probleme ermögliche, denen sich beide Länder gegenüber» sehen. Die Lage in Syrien. London, 20. Roo. (ZU.) Die Berichte, die heute aus Syrien kommen, sprechen von einer weiteren Verschärfung der Lage. TYrus und Sidon, zwei der nilesien Städte der Well, sind in unmittelbarerGefahr, von den aufständischen Drusen eingenommen zu werden. Die Franzosen habcm große Verstärkungen nach Damaskus gesandt. Gegenwärtig wird ein versuch unternommen, 3000 aufständische Drusen, die sich nach dem Fuße des Berges Hermon zurückgezogen haben, zu umzingeln. Die gegenwärtig in Beirut gelandeten Verstärkungen find zur Teilnahme an dieser Operation bestimmt. Sultan Atrasch soll sich verpflichtet haben, £cbbn und Eigentum in Damaskus nicht mehr durch weitere Angrisfe auf die Stadt zu gefährden. Handgemenge in der italienischen Kammer. Rom, 19. Nov. (TU.) In der heutigen Nach- mittagssitzung der italienischen Kammer tarn es zu wüsten Szenen. Als der kommunistische Abgeordnete M a f f i die Atrentatsmeldung auf Mussolini als Fälschung der iralicnischen Volksstimmung bezeichnete. bemächtigte sich der fas,Mischen Abgeordneten eine ungeheure Wut. Der Generalsekretär der sadistischen Partei Farrinacci sprang von seinem Sitz auf und stürzte sich auf den Abg. Masst und versetzte ihm zwei Faust sch läge ins Gesicht. Zwei Kommunisten kamen ihrem Genossen zu Hilfe und es entstand eine wüste Rauferei zwischen Fajzisten und Kommunisten. Masst wurde blutüberströmt hinausgetragen. Andere Kommunisten wurden zur Tür hinausgeworfen. 9m Handgemenge hatten sich mehrere faszistische Führer hervorgetan. Auch auf den Tribünen war ein Handgemenge zwischen den Anhängern des Kommunismus und des Fafzismns entstanden, bei dem ein Kommunist von faszistischen Journalisten in den Saal geschleudert wurde. Nach einer Unterbrechung der Sitzung brachte der Innenminister Federzoni ein Hoch auf Mussolini aus und eröffnete dann die Tagung des Parlaments. Die Bedrohung Tirols. Innsbruck, 20. Rov. (TU.) Im Tiroler Landtag ist gestern ein von allen Parteien unterzeichneter Antrag eingebracht worden, in dem auf öie Bedrohung Rordtirols durch die Faszisten und auf die Verletzung des Weltvo st Vertrags durch die italienischen Postorgane, die deutsche Briefe und Zeitungen nicht zustellen, hingewiesen wird. Dieser Zustand habe in Rordtirol ungeheure Erbitterung ausgelöst, die sich in unliebsamen Zwischenfällen auswirken könnte, um so mehr, als auch die nationale und wirtschaftliche Entrechtung der Deutschen in Südtirol die Stimmung in Rordtirol geradezu zu einer verzweifelten gemacht habe Die Landesregierung wird gefragt, ob sie bereit fei, die Bundesregierung I auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam zu I machen und zu verlangen, daß die Bundesregierung bei der nächsten Sitzung des Völkerbundes auf diese Verhältnisse hinweist, falls unmittelbare Vorstellung gen bei der italienischen Regierung ohne Erfolg bleiben sollten. Die Völkerbundsra.ssitzung. Paris, 19. Rov. (211.) Zu 6er Tagung des Bölkerbundsra es, die am 7. Dezember in Genf stat findet, sind an 12 Staaten Einladungen zur Entsendung von Vertretern ergangen. S ü d- afrifa, Reuseeland und Australien sind von diesen (5. aalen an der Prüfung de, Berichtes der Mandatskommission beteiligt, Griechenland und Bulgarien wegen der Regelung des Grenzzwischen, alles, Griechenland außerdem noch wegen Regelung der griechischen Minoritäten in Konstantinopel, der türkischen Minoritäten in Westthrazien und der autonomen Behörden für die griechischen Flüchtlinge Ferner ist eine Einladung an Polen ergangen, und zwar wegen der Danziger Frage, an Persien wegen der Entsendung der Untersuchungs- kommission über den Opiumhandel, an Oester- re i ch und Ungarn wegen des finanziellen Wiederaufbaues beider Länder. Eine besondere Einladung an Ungarn wegen der Regelung der ungarischen Iudenfrage. Jugoslawien und Rumänien sind zur Entsendung von Vertretern aufgefordert, weil diese an dem finanziellen Wiederaufbau Ungarns, beteiligt sind. Rumänien außerdem noch besonders wegen der Verteilung der Entschädigung von 700 000 Gold- sranks an die Landwirte in Transsylvanien. Ferner ist ine Türkei an der Regelung der Wossulsrage beteiligt, außerdem an einem Streitfall wegen Armenien und der Regelung der vicherheitssrage in Westthrazien. Deutschiands Vertretung beim VöMerbund. Berlin. 19. Rov. (WTB.) Das „Berliner Tageblatt" will wissen, daß für die Stellung eines stündigen Vertreters Deutsch- lairds beim Völkerbund der frühere Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Knehlmann in Aussicht genommen ist. Es sei jedoch wahr- schrinlich. daß der jeweilige deutsche Außen- rn in ist er sich die Teilnahme an den Ratstagungen selbst Vorbehalten werde, wenn er auch vielleicht nicht immer daran teilnehmen könne. Die polnische RegierungsWs. Neue Betrauung deö recht zweifelhaftem Wert. Gegenwärtig genie- 1 6en ihn nur 20 Herren und Damen. Richt nur trägt ein zu lange ausgedehnter Aufenthrllt in diesen Breiten zur Verkürzung des Lebensfadens bei, auch werden sie hier nur geduldet. Dieses Empfinden wird kein Deutscher los. Die Le- bensfühmmg ist zu teuer. Ersparnisse vom Einkommen stehen gar nicht im Verhältnis zur Höhe desselben. Sollte ein Deutscher das Mißgeschick habe11, ohne Verdienst hier leben zu müssen, er würde gezwungen fein, bald abzurersen oder er könnte sich leicht ausrechnen, wie lange er noch bis zu seinem zwangsweisen Abtransport sich in diesem Lande aufhalten darf. Ueber das Verhalten der Engländer uns gegenüber können wir nicht klagen. Sie sipd kühl, aber korrekt. Mit eiserner Strenge halten sie die Ordnung aufrecht und haben auch dis Prügelstrafe nicht nur für Eingeborene, sondern auch für Europäer eingeführt. Vor einiger Zeit wurde ein deutscher Heizer zu 2 Jahren Gefängnis und 10 Peitschenhieben verurteilt, wegen unerlaubten Veickanfs von 2 Pistolen an einen Chinesen. Gegenwärtig erschwert ganz besonders die japanische und americanifche Konkurrenz sowie die französische drwch die Inflation des Franken den Eingang deutscher Waren. Es ist den Deutschen ni 5)t leicht gemacht und nach meiner Ansicht nicht mehr möglich, den verlorenen Handel in dem Umfange wieder zu gewinnen wir in der Vorkriegszeit, da die Alliierten die Zeit: unserer Abwesenheit gut benutzt haben. 3m allgemeinen gibt den Kaufleuten der bessere Gummipreis und die Aussicht auf den baldigen Ausbau der Flottenbasis in Singapore Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Freude chinesischer Kaufleute über das Wiedererscheinen Deutscher ist begründet in ihrer Erwartung besserer Handelsmöglichkeiten. Sonst hat das Ansehen aller Europäer in den Ländern des Ostens sehr gelitten. Die Besorgnis vor der gelben Gefahr ist nicht unberechtigt. Mag sie auch nicht durch Waffengewalt in Erscheinung treten, so viel ist sicher, daß eine Zeit nicht mehr fern liegt, die es den (Europäern zur Qual macht, unter den gelben Völkern zu leben. tez kr Ä •sSäi x.N°Ud°. ^.L»des * °'m Tana. ieä?,a?men' »«««. ittttta. S,?*» m. yjootn btt J Sommer fotlt jWAenen Mk littaft ; Sä Jt das @tft füt ^raus ihrer sich Planniuchen. Mmack loiott dir Fmilicn- •cn ilch an dem «m. begleitet von tlcnifbctgif. ltchloaren Stbaer* morgen gcstvr- illenmitgfiebec fo ^gesahr. .Mdeck ist Lien, leuer aucgrbrch^ a großes 6c(i. nem her umliegtr, gibt, brannte dabei r. Nur dos angrtn der 5fnftrtngwi,q;ii ' ganzen Umgegend Fabrikgebäude war- bub 05 gerier an ic reiche Mrung find vernichtet wer t nach unbetanni. ijtong in Detrachi. rung gedeckt (ein. I“ 3 Ähr drangen in , vo mehrere Bc- ireajnung beffiäj» nntr ein, die mit 'Beamten Pi- , Die Wuder ent- ettoa 5600 Hot!, tn nach Digrria > ftnb naJ) einem gypten nach Jtano > eingetVffcn. Sic lisch« Weilen. i AMr. letzten zehn Mm i au,miß m W1' iis und D-migE rjKn (ahm ufo nd^s ausfallend in g der eingeboren; ti kann man W Mmortischr M® . in Singapore kann Msersählten ver- -r Darzug, ist M n-arnvÄtig flenk MusMltm r 2c- Mrniss« vomA K°L'«K >3# Vie lang« Ä®r "«sy« nd S sondern t. 5ot frifay i 2 ^3Ljff Wn x Deruneuf. ) Pistolen an MH >!» * .»sicht am gingab^ S/ÄS ia'tliH?,^. das ™ - teö s fe *«&*** ** AU5 der Provinzialhauptstadt. Dieben, den 20. November 1925. Die LleKIriziLät im Haushalt. Ausstellung«»! frülzcrenHotel (Einhorn. Es ist eine außerordentlich intereffante Schau, die das städtische Elektrizitätswerk in dieser Ausstellung dem Publikum bietet. Zwar wühle man bisher schon, dah die Derwendungsmöglichkeiten der Elektrizität im Haushalt gor vielseitig sind, dennoch findet man bei einem Gang durch uen großen Ausstellungssaal noch vielerlei weitere Gelegenheiten ausgezeigt, die die Verwendung der Elek- trizität im Haushalt zu einer sehr angenehmen und auch sparsamen Sache machen. Leim Betreten des Ausstellungssaales sicht man zur Rechten eine anheimelnde Wohnung eingebaut, bestehend aus .Herren,zimmer, Eßzimmer, Schlafzimmer und Küche, und in all diesen Räumen spielt die Elektrizität (nicht nur als Licht und Heizkrast) rinc Rolle, die ob ihrer Vielseitigkeit überraschend ist, schasst sie Behaglichkeit, die man gern genießt. Einzelheiten hier herauszuheben ist nicht gut möglich, do man andere wohl ebenso wichtige Dinge der Elektrizilätsverwcrtung dann beiseite ließe. Diese Wohnung müssen sich die Hausfrauen in Ruhe und Gründlichkeit eben ansehen, sie werden ihre Freude daran haben und sicherlich bereichert um zahlreiche neue Gesichtspunkte, wie sie den Ihrigen dos Heim gemütlich machen, sich dann der gegenüberliegenden Abteilung zuwenden. Hier finden sie Küchengeräte der verschiedensten Art, Bade- zimmer, Warmwasserbereiter usw. in einer Fülle der Elektrizität:Verwendbarkeit, die einfach verblüffend ist. Die Frau im Gesellschaftr- oder Sonntagskleid in der Küche stehend und bratend ist keine Redensart mehr, wenn man die hier gegebenen Winke sich zunutze macht, skohlengefchwärzte Finger, aschebedeckte Schuhe und Kleider sind in der „elektrischen Küche", wie im ..elektrischen Haushalt" überhaupt ganz unbekannte Dinge. Und dazu die schnelle und stete Belriebsbercitschast, die sicherlich nicht gering zu veranschlagen ist. Daß die Verwendung der Elektrizität dem Wirtschaftsgeld der Hausfrau nicht roch tun soll, will das Elektrizitätswerk durch eine günstige Tarifgestaltung veranlassen. Grund genuq, daß die Hausfrauen sich diese neue Seite der Hauswirtschaft ansehen, sie ernstlich überlegen und dann, wenn sie die Vorteile erkannt haben, mit frischem Mut zugreifen. Reben der hauswirtschaftlichen Verwendung des elektrischen Stromes sieht man seine hohe Bedeu- tung auch auf medizinischem, geschäftlichem und landwirtschaftlichem Berufsgebict eindrucksvoll dargestellt und vorgeführt. Durch diese Erweiterung der Ausstellung wird das Bild der elektrischen Gebrauchsnutzung in bester Weife abgerundet. Es ist im Rahmen einer kurzen Gesamtübersicht über eine so umfassende Ausstellung nicht möglich, all die vielen dort gezeigten Details zu erwähnen. Zusammenfasiend kann nur gesagt werden, daß unseren Mitbürgern in Stadt und Land hier eine Schau geboten wird, die der Inaugenscheinnahme sehr wert ist, die man im eigenen Interesse mit sorgfältiger Gründlichkeit und Ueberlegung durchwandern sollte, lieber die Besuchszeiten und die Stunden der Vorträge geben die Anzeigen in unseren Spalten die nötige Auskunft. 40 Jahre Gießener Männerturnverein. Man berichtet uns: Am 18. November kehrte zum 4 0. Male der Gründungstag des Männerturnvereins Gießen wieder. Zur Geburtstagsst'ier hatten sich am Samstag feine Mitglieder und eine Anzahl geladener Gäste in der schön geschmückten Turnhalle des Turnvereins 1846 am Oswaldsgarten versammelt, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Ein Dorspruch, in altbewährter Weise von dem Ehrenmitglied A. Bindewald verfaßt und von dem 2. Sprecher R. Rautenberg kernig und tiefcmpfundenvorgetragen, gab einen kurzen Rückblick auf die Geschicke des Dereins während der vier Jahrzehnte, auf Freuden und Leiden, die über ihn ausgeschüttet wurden. Mit dem Turnen der Turnerinnen am Niederreck wurde darauf der Reigen der turnerischen Vorführungen eröffnet, die alle mustergültig dargeboten wurden und den freudigen Beifall der Zuschauer sanden. Der Oberturnwart R. Paul darf mit Zufriedenheit auf die gebotenen Leistungen zurückblicken. Dann folgte die Ehrung verdienter Mitglieder. Auf der sinnig geschmückten Bühne, vor der Büste des Vaters Jahn und unter den beiden Fahnen des Vereins, übergab zunächst der 1. Gauvertreter des Gaues Hesien, Pfeiffer- Wetzlar, mit zündender Ansprache drei Kreisehrenbriese an alte wackere Kämpen der Turnsache. Den Kreisehrenbrief erhielten: 1. Turner Georg Kling, „der langjährige Sprecher des Aännerturnoereins, der umsichtige und verdienstvolle Leiter des 32. Mittelrheinischen Kreisturnfestes", 2. Turner Wilhelm Michel, „der in vorbildlicher Turnertreue 36 Jahre lang die Uebungs- stundcn besucht mit einer Regelmäßigkeit, die weit über Gau und Kreis hinaus einzig bafteben dürfte", 3. Turner Karl Wenzel, „das langjährige Vorstandsmitglied im Männerturnverein und 1. Schriftführer des (tzaues Hesien". Auf diese Ehrung seiner verdienstvollen Turnbrüder ist der M.-T.-V. stolz. Darauf ernannte der erste Sprecher (9g. Kling folgende Mitglieder in Anbetracht ihrer großen Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern: Carl Lang, Wilh. Michel, Gg. D o e p - f e r, Job. Hirz, O. Bergen. Carl Stück- r a t h , Th. Baumann, O. Meyer, Ferd. R e n n st i e l, Ehr. Franz, Fr. Wenzel, Louis T r e ch, Sta|v. Stein. Ferner übergab er einer Reihe von Mitgliedern Ehrenurkunden für langjährige, treue Mitgliedschaft. Es sind dies: A. Spengler, R. Teator. Dr. Schliephaks, H. Elges, I. Weinert, Ferd. Hornickel, Gust. Hamann, H. Zieprecht, L. Wied- nicner. E. L. Sack, Dr. Spohr. Damit aber der Würdigsten einer nicht vergessen würde, überreichte anschließend der 2.Sprecher, R. Rautenberg, dem 1. Sprecher, Georg Kling, ebenfalls die Urkunde zum Ehrenmitglied und brachte dann nach altem Brauch ein kräftiges Gut Heil auf die Geehrten aus. Für diese dankte in launiger und humorvoller Weise Otto Bergen. Sein Gut Heil galt dem Männerturnverein. Glückwünsche zur Jubelfeier überbrachten Turner Erle für den Turnverein 1846 Gießen, Turner Schneider für den Turnverein Butzbach und Turner Pfeiffer für den Turnverein Wetzlar. Außerdem waren aus einer Reihe von Städten Glückwunschadressen und -telegramme eingelaufen, die der 2. Sprecher verlas, und die Zeugnis ableg- ten von der weitverzweigten Familie des Männerturnvereins. Daß das Programm ausgefüttt war mit flotten Musikvorträgen, ist noch zu erwähnen, wie auch dos gemütliche Tänzchen nicht vergessen werden soll, das manchen allen Mto.er neben den jungen Turnern das Tanzbein schwingen ließ. Am Sonntag beschloß ein Familtenausflug nach der Karlsruhe das in jeder Beziehung glänzend verlaufene Fest. Gretzener Wochenrnarktpreise. Cs kostete auf dem gestrigen Wochenmarkt des Pfund: Butter 200 bis 220 Pfennig, Matte 40, Käse 65 bis 75, Wirsing 6 bis 10, Weißkraut 5, Rotkraut 10, gelbe Rülen 12. rote Dübcn 10, Spinat 35. Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 20, Rosenkohl 40 bis 50, Feldsalat 100, Zwiebe-n 12, Meerettich 30 bis 100, erchwarz- wurzeln 50, Kartoffeln 3 bis 4, Aepfel 15 bis 20, Dirnen 20 biS 30, Russe 60, junge Dahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 100 bis 110; das Stück' Eier 18, Blumenkohl 20 bis 100, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Pf. Vornotizeu — Lageskalender für Freitag. Stadttheater: 7,30 Uhr „König Ricvlo" (Ende nach 10 illjr). — D. Sy C. Gießen 8,30 Uhr „Saalbau Sauer" Konzert. — Obst- und Garten- bauvercin 8 Uhr .Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts Lichtbildarvortrag. — Lichtspielhaus Bahnhvfstr.: „Blitzaug der Liebe". — Ästoria-Lichtspiele: „Dir bleibt die Luft weg". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei noch ganz besonders auf die Volks- und Schülervorstellung am Samstag, 21. November, nachmittags 3$ Uhr, hingewiesen. Zur Aufführung gelangt Schillers „Die Braut von Messina". Die Vorstellung wird zu kleinen Preisen gegeben. Bei der Presse und beim Publikum hat das von Intendant Hosrat Stein- goetter äußerst sorgfältig einstudierte und inszenierte Werk den wärmsten Anklang gefunden; ein Besuch sei ollen, besonders aber auch der reiferen Schuljugend empfohlen. Wcttorvo r^us; Kgc. Leichter Rachtsrost, Winde aus nördlicher Richtung, wolkig, vorwiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 3,7, Minimum — 5,6 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: — 4,1 Grad Eelsius. LU. Don der Landesunioersität. Der ordentliche Prosesior der Theologie, Geheimer Kirchenrat D. Dr. Gustav Krüger, ist aufgefordert worden, an der Universität Chikago während der Frühjahrsmonate April bis Juni k. I. kirchen- geschichtliche Vorlesungen zu halten. Er gedenkt der Äufforderung Folge zu leisten. — Dem Oberregierungrat i. R. Geh. Iustizrat Dr. L i n ß in Darmstadt und dem Generalstaatsanwalt a. D. Geh. Rat Dr. Preetorius in Untergreinau wurden aus Anlaß des 50jährigen Doktorjubiläums das Diplom erneuert. Personalien. Ernannt wurden: Der Ge- richtsasiessor Dr. Wilhelm Kalbfleisch in Lauterbach zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Lauterbach; der Lehrer Wilhelm H e n k e l zu Bisses, Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Dau bringen : der Kanzleigehilfe August Konrad zu Rainrod (Kreis Schotten) zum Kanzlisten; der Kanzleigehilfe Wilhelm Kraushaar aus Gießen zum Kanzlisten bei dem Sekretariat der Landesuniversität Gießen; die Schulamtsanwürt^r Wilehlm Jung aus Dorn-Affenheim, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Oder-Erlenbach, Kreis Friedberg, und Dr. Henn. Meuher aus Gonterskirchen, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Alten-Buseck, Kreis Gießen. — In den Ruhestand versetzt wurden: der Amtsge- richtsrat August Seibert in Vilbel auf Nachsuchen mit Wirkung vom 1. März 1926; die Handarbeitslehrerin an der Volksschule zu Bad-Nauheim, Elise M ü h l p f o r t h , auf ihr Nachsuchen vom 16. November ab. ** Das Befahren der Kaplansgasse mit Fuhrwerken ist nach einer neuen Polizeioerordnung nur in der Richtung von der Bahnhofstraße nach dem Kreuz zu gestattet. Alle durch bie Kaplansgasse gehenden Fuhrwerke dürfen nur im Schritt fahren. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Hast bis zu vierzehn Tage bestraft. ** Probealarmierung des Gießener Ei send ahn-Hilfszuges. Die Eisenbahnbehörde hatte in der vorgestrigen Nacht kurz nach 11 Uhr den Gießener Hilfszug probeweise nach Butzbach alarmiert. Aerzte, die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne sowie die Aufraumungsmannschasten waren in 30 Minuten zur Stelle, so daß der Hilfszug schon nach 50 Minuten an der angenommenen UnfalffteUe in Butzbach eintraf. Im Sanitätsdienst schloß sich eine Hebung an, bei welcher die Gießener Sanitätsmannschaft zeigte, daß sie den an sie gestellten Forderungen voll gewachsen ist. Wenn man berücksichtigt, daß von den zerstreut wohnenden Sanitätsleuten 14 an der Zugfahrt teilnahmen, so kann auch die Schlag- fertigtest der Kolonne nur lobend erwähnt werden. Wie wir hören, war die Eisenbabnoerwaltung mit der Hebung vollauf zufrieden. Hoffen wir, daß eine ernstha'te Alarmierung nicht in Erscheinung zu treten braucht. *• Vom Straßenbahnbetrieb. Der leDte Straßenbahnwagen ab Friedhof fährt vom nächsten Montag ab um 4.35 Uhr nachmittags. *• Lautsprecher schau in Gießen. Man schreibt uns: Wohl der am meisten umstrittene Teil einer Rundfunkanlage ist der Lautsprecher. Soweit die Meinungen in den Kreisen der Rundfunkteilnehmer auch auseinander gehen, hier herrscht eine Einmütigkeit, die auf feinem anderen Gebiete zu finden fein dürste. Selten wird einem Lautsprecher das Prädikat gut erteilt, „schlechter als ein Grammophon", das ist das allgemeine Urteil. Da hat nun der Gießener Radio- tlub es als eine dankenswerte Aufgabe angesehen, einmal durch eine Veranstaltung die Frage noch der Leistungsfähigkeit der handelsüblichen Laut- sprecher bekanntester Typen zur Diskussion zu stellen. Durch langwierige, mühevolle Verhandlungen ist es dem Gießener Radioklub gelungen, über 20 verschiedene Lautsprecher zu einer Lautsprecher- schau zu vereinigen, wie sie wohl in gleichem Aus- maß noch nicht stattgefunden hat. Zur Zeit werden diese Lautsprecher in dem Physikalischen Institut der Universität durch den 1. Vorsitzenden Dr. Mül- l e r, einer eingehenden Untersuchung auf ihre besonderen Eigenschaften hin unterzogen, der auch den Begleitoortrag bei der Schau übernommen hat. Arn morgigen Samstag, 21. November, und namentlich für Auswärtige am Sonntag, 22. November, werden alle diese Lautsprecher in dem großen Hörsaal des Physilalischen Institutes öffentlich vorgeführt. Jeder Zuhörer hat dabei Gelegenheit, durch Ausfüllen eines Stimmzettels seine eigene Meinung über dis Leistung eines jeden Lautsprechers zum Ausdruck zu bringen. ** Warnung vor einem Schwind- [er. Der Polizeibericht meldet: In zwei hiesigen Bäckereien sprach in den legten Tagen ein junger Mann vor, der sich als Kammerjäger P o st aus Hanau vorstellte und ein sogenanntes unfehlbares Mittel zur Vertilgung von Ungeziefer verkaufte. Es handelt sich hier um einen Schwindler, der den Namen Post zu unrecht führt und dessen Mittel vollkommen wertlos ist. Q Eine neue Kinderheil stätte in H e sj en. Wie wir hören, hat der Gejamtoorstcmd des Heilstättenvereins in Hessen die Errichtung einer Kinderheilstätte vejchlossen, in die alle Formen der Tuberkulose, insbesondere schwer erkrankte tuberkulöse Kinder und solche, die chirurgischer Behandlung bedürfen, ausgenommen werden sollen. Die mit allen modernen Heilfakloren aus- gestattete Heilstätte soll in nächster Nähe der Eleo» norenheilstätte bei Winterkasten im Odenwalde errichtet werden. Die Vorarbeiten für den zunächst 60 Betten umfassenden Bau sind soweit gediehen, dotz in Kürze mit den Grundarbeiten begonnen werden kann. *' Neue deutsche Wohlfahrtsbriefmarke n. Auf Anregung der Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Nothilfe gibt die Reicheposiverwal- tung am 15. Dezember drei neue Wohlfahrtsbriefmarken zu 5, 10 und 20 Pf. heraus, die zur Frankierung sämtlicher Postsendungen nach dem In- und Auslande verwendet werden können. Die neuen Marken werden zum Doppelten ihres Nennwertes verkauft. Der Zuschlag flieht der Deutschen Nothilfe zur ergänzenden Fürsorge, vor allem für Kinder und Erwerbsunfähige und für die Mittelstandsfürsorge zu. Die Briefmarken Heden sich durch Mehrfarbendruck und ihre ovale Form von den ge- wöhnlicben deutschen Briefmarken wirkungsvoll ab. Sämtliche Postanstalten mit Ausnahme der Post-- agenturen werden Wohlfahrtsbriefmarken vom 15. Dezember bis 15. yanuar 1926 verkaufen. Außerdem wird ein umfangreicher Vertrieb der Marken außerhalb der Post durch die Deutsche Not- Hilfe mit Unterstützung aller in ihr vereinigten Behörden, Wohlsahrtsverbände, Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und die Presse durchgeführt, der am 1. März beendet wird. Mit dem 31. März verlieren die Briefmarken, die nur in einer beschränkten Auflage hergestellt werden, und keinesfalls nach gedruckt werden, ihre postalische Gültigkeit. Wenn alle Kreise der Bevölkerung die Wohlfahrtsbriefmarken zur Frankierung verwenden, wie dies im Ausland alljährlich zu Weihnachten in größtem Umfang geschieht, ist zu hoffen, daß die Marken mindestens den gleichen Betrag zur Linderung der Not bringen werden wie die 1924 ausgegebenen Wohlfahrtsbriefmarken, die einen Erlös von rund 1$ Millionen Reichsmark erbrachten und viel Elend lindern halfen. 0 Die Feuerbestattung. Die Zahl der Anhänger der Feuerbestattung hat sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Für die Einäscherungen stehen im Deutschen Reiche jetzt 70 Krematorien zur Verfügung. Die Zahl der Einäscherungen belief sich im Sabre 1915 auf 10 650 und ist seitdem fortdauernd gestiegen. Im Jahre 1924 betrug die Zahl der Einäscherungen 33 557. V Der Evangelifche Arbeiterverein beging am Sonntag abend im Gaalbau Sauer sein diesjähriges Stiftungsfest. Drr Abend wurde emgeleitet durch musikalische Darbietungen des Vereins „Wanderlust". Der 1. Vorsitzende, Stadtv. Kirchner. begrüßte darauf d e Vereins-- Mitglieder und Gäste, di: den Saal bis aus den letzten Platz gefüllt batten. Er gab einen turzen llcberblick über die Arbeit des Dereins. sowie der Sv. Arbeitervereine überhaupt. Dann sprach Frl. Ella Reitz einen Prolog .Grüß Dottl", daran schloß sich ein vom gemischten Ehor vorgetragenes Gebet von E. M. v. Weber und der Choral „Gobe den Herrn". Dem Leiter der Ge- sangSabteilung, Lehrer Möller, gebührt besondere Anerlennung für die vorzüglichen Leistungen, die er aus seinen Gängern heraus- holte. Pfarrer Haupt stellte in seiner Festansprache Luthers Persönlichkeit den Zuhörern lebendig vor die Seele. Kämpfer wie er müßte jeder evangelische Arbeiter sein für den rechten Glauben, nämlich ten Glauben an die Arbeit, die nicht allein dem Gelderwerb dienen solle. Die Versammelten sangen darauf gemeinsam daS Lied »Ein feste Burg". Rach einem Musikdor- trag führten einige Damen der Gesangsabtei- lung einen lustigen Schwank auf Humoristische Musikvorträge, Gesänge des gemischten Chors und des Damenchors und die Aufführung einer DurleSte bestritten den weiteren Dell des AdendS in bester, dankbar anerkannter Weise. 3um Schluß folgte der übliche Tanz. Dom yrovinzialausfchuß Der Prooinzialausschuß für die Pro- vinz Oberhefsen hatte sich in seiner jüngsten Sitzung nut folgenden Angelegenheiten zu beschäftigen: Gesuch des Hugo Döll in Ober-Schmitten um (Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. — Hugo Döll hatte im Juli d. 9s. bei dem Krei-amt Schotten um die Genehmigung zum Betriebe einer Gattwirsichast in seinem, im vorigen Jahre neucrbo.uen Hause gegenüber dem Bahnhof zu Ober-Schn'itten nachgesuchi. In Ober-Schmitten bestanden früher 3 Wirtschaften, davon gingen in der Kriegs, und Nachkriegszeit zwei ein. Bon den 3 bestehenden Wirtschaften ist nur eine einzige Gast- wirtschaft, in der Uebernachtungsgelegenhcit für zwei Personen gegeben ist Antragsteller begründete sein Gesuch damit, daß in Ober-Schmitten ortsansässige Industrie (2 Papierfabriken) ist, an diesem Plage starker Verkehr herrscht und schon häufig Gäste in der Gemeinde nicht übernachten konnten. Außerdem bestände tn allen drei anderen Wirtschaften, die au der Ortsdurchfahrt Ober-Schmitten gelegen seien, feine Ausspannmöglichkeit für Fuhrwerke. Bekannttich sei mit Rücksicht darauf, daß das Geleite der 'Nebenbahn Nidda—Schotten auf einem großen Teil der Ortsdurchfahrt liegt, aus ver'ehrs- polizeilichen Gründen das Anhalten von F"hrroer° ken in dieser Straße untersagt. Der Gemeinderat Hai die Bedürfnisfrage verneint. In der mündlichen Verhandlung vor dem Kreisausschuß zu Schotten vom 23. September wurde dein Gksuchsteller die nachgesuchte Erlaubnis erteilt. Da gegen dieses Urteil der Kreisdirektor des Kreises Schotten im öffentlichen Jnteresie Berufung einlegte mit dem Antrag, das Urteil aufzuheben und die nachgesuchte Konzeision zu versagen, kam der Antrag in bie Be- rufimgsinstcmz. Die Entscheidung des Provinzialmis- schusjes erging dahin, daß die Berufung unter B e - sr ä t i g u n g des erstinstanzlichen II r» teils als unbegründet zurückgewiefen wurde. D u r g c r m e i ft c v w n h l in Bönstadt; hier: Berufung der Rekstlmanlen Friedrich Wagil c r II. und 16 anderer gegen das Urteil des Kreis- ausjchusics des Kreises Friedberg vom 10. August 1925. — Am 12. Juli d. Is. fand in Bönstadt Vürgermeisterwahl statt. Es erhielten der seitherige Bürgermeister Meis; 200 Stimmen, sein Gegenkandidat, llltbürgenneiftcr Friedrich W a g n er II., 199 Stimmen. Gegen diese Wahl erhoben Letzterer und 16 andere Einspruch, weil 1. die Wahlkommission nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, vom Gemeinderat bestellt, sondern vom Bürgermeister selbständig ernannt worden mar, 2. vom Wahlnorsland mit Stimmenmehrheit 1 Stimmzettel, lautend auf den Namen des Bürgermeisters Meiß, für gültig er klärt worden war, obwohl er neben dem aufgc druckten Namen des Kandidaten Meist noch mil 3 mit Bleistift hergeslellten Kreuzen versehen wor den war und somit ein Kennzeichen trug. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg hat in der Sitzung vom 10. August nach Beweisaufnahme die erhobenen Einwendungen als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Gegen dieses Urteil verfolgten die Reklamanten Berufung mit dem Antrag, das Kreisausschußurteil aufzuheben und die Bürgermeisterwahl aus den in der ersten Instanz vorgebrachten Gründen für ungültig zu erklären. Der Provinzialausschuß erkannte $u Recht: „Das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 10. August 1925 wird aufgehoben und die B ii r - germei st erwähl zu Bönstadt vom 12. Juli 1925 für ungültig erklärt. Mit den Kosten des Verfahrens, ausschliestlich der Kosten der anwaltlichen Vertretung der Reklamanten, wurde die Gemeinde Bönstadt belastet. Berufung des Kreisdireklors des Kreises Friedberg gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreis. Friedberg vom 17. Marz 1925 betr.: Faselvieh z u Rieder-Weisel; hier: das Halten eines schwarzbunten Bullens. — Der Gemeiuderat zu Nieder Weisel hat im Juli 1924 beschlossen, anstelle von 5 Bullen der Simmentaler Rasse 4 Bullen dieser Rasse und 1 Bullen der Niederungsrasse einzustellen, weil ein großer Teil der Diehhalter infolge der wirtschastlichen Notlage und der Nachwirkungen des Krieges dazu übergegangen war, Kühe der Niederungsrasse zu hallen. Während der Dffenlagefrii't dieses Gemeinderatsbe- fchlusies erhoben 87 Viehbesitzer gegen die Anschaffung eines Niederungsbullen Einspruch mit der Begründung, daß mit der Einführung des Niederungsviehes in der Gemeinde Nieder-Weisel der gute Ruf der Gemeinde als erstklassiges Zuchtgebiet der Simmentaler Raffe in der Provinz Oberhessen verloren gehe. In dem hierauf eingeleiteten Vermal- tungcstrettoerfahren erkannte der Kreisausschuß des Kreises Friedberg am 17. März 1925 zu Recht: „Der Gemeinde Nieder-Weisel wird gestattet, Faselochsen der Simmentaler- und der Niederungsrasse nebeneinander zu halten unter der Bedingung, daß für jeben Dullen ein besonderes Register geführt wird, daß zur Vermeidung von unzulässigen Kreuzungen streng darauf geachtet wird, daß nur Tiere der gleichen Rasse oder Tiere, die im allgemeinen die Merkmale ein und derselben Raffe zeigen, zur Paarung zusammengesührt werden." Der Kreisdirsktor des Kreises Friedberg legte im öffentlichen Interesse Berufung gegen dieses Urteil ein mi‘ dem Antrag auf Aufhebung. Der Provinzialmrsschuß Hörle in der mündlichen Verhandlung verschiedene Sachverstündige an. Es erging folgendes Urteil: „Der Berufung wird unter Aufhebung des erftinstanzlichen Urteils statt- gegeben und der Gemeinde Nieder-Weisel die Oe- nehmigung zur Einstellung eines Niederungsbullen nicht erteilt." Mit den Kosten des Verfahrens wurde die Gemeinde belastet. «j " . ?— ■■■ > ......-.Maa «Hilft du deinen huften ftillen, nimm faye Sodener paftillen. Kochen kann jede Hausfrau. Aber gut zu köchun will verstanden sein. Auch die Zubereitung guter Suppen ist nicht leicht. 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November, mittags 1 Uhr, verschied nach kurzem Krankenlager unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Römer IIL Schmiedemeister im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Familie Wilh. Römer III. Witwe Familie Ludwig Römer I. Familie Friedrich Römer Familie Richard Krieger. Heuchelheim, den 19. November 1925. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 22. November, mittags 1 Uhr, vom Sterbehaus Kirchstraße 21, aus statt. 110I8D Äls. Krise ci ab#, unb des HMliU von EN sranzvsl aenug, Wul schle-hie linier^ sozilE' Paris,1 S n»r de. blieb di Jriand.' Wk ein ' xab aber Was frage, eine Irr Fr land n Staattheater Samstaa.2ß.Nov., von 37, bis 67« Uhr Bolks- u. Schüler- Vorstellung Meine Preiset Die Braut von Messina Ein Trauerspiel mit Chören in 5 Bildern von Schiller. ■j t i aut erhalten, für 650 9)1e. ZU verlausen. August Förster, Gieften, Dabubosftr. 65 B, Teleoh. 1367. 110Uc Birfa luOOcbm guter AiisiüögrMti ab^ugeben. 09315 Karl Sier jtiiL, 9m Ganseld 2. Telephon 156L | Kaufgesuche~| Alter Blei libletrötircro lauft Brühls che Lrackerel v" . Schulür 7 !) ^Lmflieklungen^ 0013. korst-. Bür- ften-c. öeiierroacen LMWcsteseii.öotz- m, WDOtlngen. kletsterstürstkn M rolletteMM. WÄ. mit und ohne ,vtlz. emuRehlt 1100SU LudwigKoblermannlV. Bieich'trane 12. I Verschiedenes) Privat- W 8a Mirtagstisch ikudwiastraftc 6 II illlllllllllllllllllllliilllllllllll 6000 Mk. ans l. od. 2 Hnvothek sof.auö-nlSchr.Ang. u. U9374 o. d G. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll wegen der HM erhöh T \\W Ht. 272 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhetzen) Zreitag, 20. November 1925 Frank und Frankreich. Von Dr. Paul Rohrbach. Als in Locarno kurz vor dem Abschluß eine Krise eintrat, weil die Franzosen nicht davon abgehen wellten, auch ihre Verträge mit Polen und der Tschechoslowakei unter das Dach eines Garantiepaktes zu bringen, verkaufte die Dank von England an einem Tage für 23 Millionen französische Franken — keine große Summe aber genug um bei der Schwäch? der französischen Währung den Frankenkurs weiter zu verschlechtern, Caillaux, damals Finanzminister, unterbrach seine Teilnahme an dem Kongreß der sozialistischen Parteien in Rizza und eilte nach Paris, mit den zornigen Worten, er wisse wohl, wer den Franken unterminiere! Tags darauf war der französische Verzicht da. Es blieb die Frage der „Rückwirkungen". Driand in seiner bekannten Schlußrede übernahm zwar eine allgemeine moralisch? Verpflichtung, gab aber keine einzige bestimmte Zusage. Was war der Grund? Die Prestigefrage, sagte man. Sicher spielte diese auch eine Rolle. Außer den: aber noch etwas anderes. Der Franken verkauf der Dank von England (natürlich nur ein Stück der allgemeinen Methode des währungspolitischen Drucks, unter dem die Franzosen englischerseits gehalten wer- den) war ein kleiner Ruck an der Kandare, der Frankreich darauf aufmerksam machen sollte, an welchem Punkt es abhängig von England ist. Außerdem aber wurde ihm auch ein Stück Zuckerbrot gezeigt: das bekommst Du, wenn Du vernünftig bist und „Rückwirkungen" eintreten läßt, die Eindruck auf die Deutschen machen! Das Zuckerbrot aber hielt nicht England fefijft in der Hand, sondern ein anderer. Der andere ist Amerika, und gleichzeitig mit der endlichen Bekanntgabe des Räumunas- termins für Köln und der Erleichterungen für das besetzte Gebiet wurde auch die Decke fortgenommen, die für die Oeffentlichkeit aus dem Zuckerbrot lag: Amerika hat eingewilligt, für die Verhandlungen über die französische Schuld eine günstigere Grundlage zuzugestehen, als die war, mit deren Mitteilung vor einiger Zeit Caillaux nach Hause geschickt wurde. Als Cail- laux in Amerika reiste und der amerikanische Senator D o r a h, gewissermaßen zur Vegrü- ßung, eine scharfe Rede gehalten hatte, die Franzosen sollten sich nicht einbilden, daß die amerikanische Ration ihnen Geld schenken würde, schrieb die Zeitung „L'Oeuvre" in Paris: „Man sollte 6ierc Leute der Reuen Welt, die Immer noch recht primitiv sind, nicht voreilig als Wilde hinstellen. Cs ist eine zivilisierte Ration, nur ist ihre Zivilisation anders. Wir gehören ja schließlich ja alle zur menschlichen Familie. Wenn wir Charlie Chaplin in einem Film sehen, so hift uns das zum Verständnis jenes außerordentlichen amerikanischen Senators, dessen Rame wie Waschpulver (Borax) klingt und der unser- Land so intensiv haßt. Er glaubt, wir sind eine Ration, die vom Raube lebt und zum Vergnügen mit Kanonen schießt. Und wenn Borah unser Geld will, so will er es nicht, weil er es nötig bat, sondern weil er uns schwächen und verhindern möchte, Krieg anzufangen. Er denkt sich, daß das eine gerechte Strafe, vielleicht auch ein Vorbeugungsmittel sei. Mit welchem Rechte mischt sich dieser Charlie Chaplin Salbader in unsere Angelegenheiten? 3ft linde Sam durch den Krieg der oberste Richter der Welt geworden und müssen hie Europäer als demütige Vasallen an ihm vorbeimarschieren und vor seinem Haufen Gold niederknien? Keinesw"gs. Charlie Chaplin hat uns nur gezeigt, daß Franzosen und Amerikaner anders geartet sind. Sie haben ihre Herzen nicht an demselben Orte. Wir denken nicht gleich und fühlen nicht gleich. Vielleicht wäre es nicht übel, trenn Calllaux die Amerikaner seinen Rücken bewundern ließe. Es würde uns freuen, wenn er es täte.“ Die Tonart dieser Sähe ist eigentümlich genug für die Unterhaltung eines Schuldners mit seinem Gläubiger, aber was die Motive der amerikanischen Politik betrifft, ist die Formulierung, die Amerikaner forderten das Geld von Frankreich nicht, lveil sie es nötig hätten, sondern weil sie einen Druck auf d i e französische Politik ausüben wollten, für ein französisches Blatt bemerkenswert scharfsinnig. Der amerikanische General Allen hat das seinerzeit noch deutlicher ausgedrückt, indem er sagte: Amerika ist bereit, über die Herabsetzung, ja vielleicht 'ogar über die vollständige Kapierung der französischen Schuld zu sprechen, toerm Frankreich — ab ruft e t! Das Motiv ist bekannt: man will in Amerika aus geschäftlichen Grün- Ein Vorkämpfer des modernen Fe ille ons. Zum Gedächtnis Gruft Ecksteins. Wenn wir in diesen Tagen des 25. Todestages von Ernst Eckstein gedenken konnten, so tritt ein Unterhaltungsschriftsteller, ein Verfasser von große* historischen Romanen, vor allem aber ein Humorist eigenen Formats („Besuch im Karzer" u. a. Schülerhumoresken) aus der Vergangenheit. 3n seinem Buche „Beiträge zur Geschichte des Feuilletons" hat der Verstorbene theoretisch das festgelegt, was er als Redakteur und Mitarbeiter der bekannten Zeitschriften und Zeitungen seinerzeit praktisch bewies: Die Veredlung des deutschen Feuilletons. Wenn das Publikum heute gewöhnt ist, „unterm Strich“ geistig bedeutsame Beiträge zu finden, so hat Eckstein das Seine dazu beigetragen. Den Begriff seuilletonistischer Darstellungsweife hat er schon in den 70er Jahren also definiert: „3I)r nennt's Sonett, doch Hingt es nicht sonettig", ruft A. W. von Schlegel den unberufenen Produzenten mißlungener Klanggedichte zu. „3hc nennt's Feuilleton, aber es klingt nicht feuilletonistisch“, so dürfen auch wir einer großen Anzahl sonst sehr achtbarer Schriftsteller zurufen, die sich vergeblich abmühen, von der Muse der Causerie einen freundlichen Blick zu erhaschen. -Die Kunst des Feuilletons kcmn ebensowenig erlernt werden wie irgendeine andere. Wen die Ratur nicht zum Feuilletonisten veranlagt hat, der leistet, falls er sich zu „plaudern" bemüht, ungefähr etwas ähnliches wie die alte Kokette, die in jungfräulicher Raivität Verse macht. Richts berührt widerlicher und peinlicher, als die gezwungene Grazie, der anempfundene Humor, 6er den ein wirklich befriedetes E u r o p a haben, und man toeiß, daß davon keine Rede sein kann, solange das militärisch? System in Frankreich herrschend bleibt. Die Räumung von Köln und i ic zu erwartende Herabsetzung der französischen Besatzungsstärke im Rheinland bedeuten, wenn man sie mit den Zeiten des Poincaris.nuS und selbst noch mit der Rede von Paul Boncour vergleicht (Frankreich würde an den Rheinbrücken stehen bleiben, bis es eine Sicherheit nach seinem Sinn habe!) ein entschiedener Fortschritt. Es konnte also auch eine Prämie dafür versprochen werden. Der Vermittler war, wie gesagt, England. Sowohl von englischer als auch von amerikanischer Seite betrachtet man aber den Rückzug der Franzosen im Rheinland nur als einen Anfang, oder, wenn man will, als eine gewisse Fortsetzung nach dem Londoner Abkommen vom Sommer 1924. 3n diesem wurde die Reparationskommission, das nische und tschechische, vermutlich auch die r u m ä n i I d) c und die der Balkan st aalen folgen wird. Polen ist wirtschaftlich schon nicht nicht mehr vor dem Zusammenbruch, sondern mitten darin. Die bekannte polnische Gemütsverfassung will das nicht sehen und immer noch von großer Politik reden. Die Tatsachen werden aber starker sein als das polnische Gemüt. Alle diese Ding? könnte nur ein harmloses Gemüt damit zusammen bringen, daß irgendwelche freundschaftlichen Gefühle für Deutschland von innen heraus bei seinen früheren Kriegsgegnern erwachen. Gefühle spielen da gar keine Rolle, sondern Interessen. A^ch der Trunk aus dem Liebesbecher in London wurde zumeist von dem Bedürfnis danach kredenzt, daß die öffentliche Meinung in Deutschland sich auf den Gedanken einer gemeinsamen englisch- deutschen Linie in der europäischen Politik einstellt, speziell gegenüber Rußland. Der Kampf, der jetzt in Frankreich um die Finanzreform wivd V0« morsen an im Gietzener Anzeiger veröffenittcht werden. Mer untere Settuns vom 1. Dsrember an bestellen will, erhält die Kummern bis Gude Kovember täglich kostenlos ins .Haus sedvacht. Neftsllrmsen nehmsn entsesen in Götzen die Geschäkts- ftslle des Gietzener AnZeisers, Gchnlstratze n»r> die Jettnnss-Träserinnen, auswärts die örtlichen Oertriebsstellen und die Rost Hauptinstrument der Gewaltpolitik Frankreichs, „geköpft" und die Franzosen wurden gezwungen, die Räumung des Ruhrgebietes zu versprechen. Außerdem aber wurde ihnen deutlich gemacht, was die Deutschen ihnen im Höchstfall zahlen würden. Die Zauberformel, mit der die französische Regierung ihren Sparer fünf Jahre lang bewegen konnte, dem Staat immer neues Geld langfristig zu borgen, hieß: „Le Boche payera toutl“ Damit war es seit dem Abkommen von London zu Ende. Der frostige und überhebliche Ton der Roten, in denen die Dotschafterkonferenz ihren Schriftwechsel mit der deutschen Regierung wegen der angeblich immer noch nicht genügenden Entwaffnung und wegen der Räumung von Köln geführt hat .zeigt, wie gering auf der französischen Seite das innere Bedürfnis nach der nominell prollamierten Aufrichtigkeit und Versöhnlichkeit im Verkehr mit Deutschland ist. lieber diese Tatsache ist man sich in England klarer als selbst in gewissen deutschen Kreisen, für die der Himmel nun schon voller Pazifistengeigen hängt. Man sieht das deutlich in der ernsthaften französischen Presse. Am Tage, bevor der Räumungstermin von Köln bekanntgegeben wurde, brachte die „Westminster Gazette" einen Artikel, der auf die Stärke der französischen Armee von mehr als 7000'0Mann hinwies, und auf den Unsinn, von den Reparationsgeldern einen großen Teil für die Kosten der Besatzung im Rheinlande zu verwenden. Das wahre Ziel der englischen wie der amerikanischen Politik wird erst erreicht sein, wenn der französische Militarismus so weit a b g e r ü ft e t hat, daß ein bedeutender Teil des jetzt für ihn verpulverten Geldes in die Kanäle von Weltwirtschaft und Welthandel hineinfließt. Das wird umso stärker geschehen, als der französischen Abrüstung notwendig die p o l- bewußt arrangierte Esprit. Das Feuilleton muß aus dem ganzen Reichtum der Stimmung hervorquellen, genau wie das lyrische Gedicht: ein echtes Feuilleton wird nicht gemacht, sondern erlebt. Ich erblicke das eigentliche Wesen des Feuilletons i.i dem Durchschimmern der Subjektivität. Aus diesem Gesichtspunkte habe ich einmal die Causerie ein lyrisches Gedicht in Prosa genannt, das natürlich cum grano salis aafgefaßt werden will. Der Feuilletonist gibt uns die Dinge, wie sie sich in seiner Persönlichkeit widerspiegeln, er beleuchtet alles mit den Strahlen seiner individuellen Stimmung; er verrät überall die Teilnahme an dem Gegenstände. Hierdurch zieht er fein Publikum ungleich entschiedener in Mitleidenschaft, als der Verfasser eines trockenen Referates; ja. er schmeichelt dem Leser mit der Illusion, als ob alles, was er da liest, zur Hälfte seinem eigenen Gehirn entspringe oder doch entsprungen sein konnte. Und gerade hierin liegt vielleicht ein Hauptreiz dieser Darstellungsweise. Dergleichen gilt besonders vom satirischen Feuilleton. Der satirische Feuilletonist findet ein Dichtwerk, eine Institution, eine Sitte, die bei der Majorität der Menschen für höchst respektabel gilt, unberechtigt und lächerlich. Er wendet sich nun mit dieser Entdeckung vertrauensvoll und siegesgewiß an den Leser; statuiert also gewissermaßen dessen geistige Ebenbürtigkeit. Der zwischen den Zeilen hervorleuchtende Grundgedanke ist der: Ich, der Autor, sehe Harer als die Philister; du. mein Leser, der du natürlich ganz ebenso scharfsinnig bist wie ich, teilst unbedingt meine Ansicht: Laß uns die Sache einmal entre nous verhandeln und in ihrer Lächerlichkeit aufdecken. Diese Zuversicht wirkt unwiderstehlich als cablatio beneoolentiae. Man erinnere sich, um gleich ein hochgewichtiges Beispiel anzuführen, getoiffer Auseinandersetzungen Arthur Schopen- geführt wird und der in der französischen Geschichte in dieser Form und in diesem Ernst etwas Unerhörtes ist, wird die französische Politik, sowohl was den Osten als au$ was die Abrüstungsfrage betrifft, immer mehr in die Linie dec englischen Wünsche drängen. England und Amerika fitzen am längeren Arn des Hebels, und eine Politik, die wirklich da^> Geld der Großbourgeoisie gekostet hätte, ist in Frankreich noch nie gemacht worden. Sie wird auch in Zukunft nicht gemacht werden! Aufwertung der Gemeindeanleihen. Vom Presseamt des Hess. Staatsministeriums wird mitgeteilt: Gläubiger der Markanleihen der Gemeinden und Gemeindeverbände glauben trotz mehrfacher Hinweise in der Presse vielfach immer nod),_ bereits jetzt ihre Forderungen anmelden zu müssen oder wenigstens anmelden zu können. Cs sei deshalb nochmals darauf hingewiesen, daß für die Gläubiger von Marlanleihen hessischer Gemeinden und Gemeindeverbände z. Z. noch keine Fristen laufen. Aus die demnächst ergehenden diesbezüglichen hessischen Ausfüh- rungsbeftimmungen zum Anleiheablösungsgeseh wird in der Presse bei ihrem Erscheinen genügend hingewiesen werden. Anmeldungen, die vor Beginn des Fristenablaufs bei irgendwelchen staatlichen oder Gemeindestellen erfolgen, wahren nicht die Rechte der Gläubiger; sie müssen sämtlich während des Fristenablaufs nochmals wiederholt werden. Auch Anträge der Gläubiger auf eine über 12'/° hinausgehende Aufwertung der Gemeindeanleihen sind unnötig. Da sie nach dem Gesetz allein von dem Anleiheschuldner und dem Treuhänder gestellt werden können, sind sie sogar nicht in der Lage, rechtliche Wirkungen zu erzeugen. Wie wir hören, Hauers, dessen Schreibweise vielfach als feuille- tonistisch zu bezeichnen ist. Mit welcher Genugtuung folgen wir seinen Erörterungen, wenn er ausdrücklich ober implicite versichert, dergleichen sei nur für privilegierte Köpfe verständlich! Unwillkürlich verneint man in solchen Augenblicken mit dem Autor eines innigen geistigen Rapportes zu pflegen; man hat das Gefühl, als spreche er persönlich zum Leser. Diese Schreibweise, die dem Publikum fortwährend ans Herz greift, ist ein wesentliches Kriterium des Feuilletons." Der erste deutsche Iigarrenmacher. Heber den Zeitpunkt,wann das Zi garren- rauchen in Deutschland heimisch geworden, ist nichts Genaues bekannt, da in allen Rachrichten über das Rauchen, das die Deutschen zuerst im 30jährigen Kriege von den englischen Soldaten lernten, immer nur vom Tabakrauchen bzw. Tabaktrinken die Rede ijt Wenn auch wahrscheinlich meist nur das Pfeifenrauchen gemeint ist, so ist es doch nicht ausgeschlossen, daß auch schon damals ab und zu Zigarren geraucht wurden. Sehr verbreitet kann aber die Zigarre in jener Zeit nicht gewesen sein, denn man sieht auf keinem der Bilder aus jener Zeit einen Zigarrenraucher. Dagegen ist es ganz genau bekannt, in welchem Jahre die Fabrikation von Zi- garren in Deutschland selbst begonnen hat. Cs war im Jahre 1788, als ein gewisser Hans Heinrich Schlottmann in Hamburg Anlage zu der ersten deutschen Zigarrenfabrik in die Wege leitetete. Bis dahin hatte man in Deutschland wohl ab und zu einmal eine Zigarre, die aus Holland, England oder Amerika eingLführt wurde, hat für Hessen die Treuhänderstelle übrigen» die für solche Anträge am 14. d. Mts. abge- laufenc Frist vorsorglich allgemein gewahrt. Ooerhessen. Die Lchw egcrtochtcr im Jähzorn erstochen. □ N i e d c r - F I o r st^i d t, 19. Non. Gestern vormittag e r st a ch ein Schmiedemeister in Stamm beim feine Schwiegertochter im Jähzorn. Folgende Einzelheiten sind dazu zu berichtens Bormittags beim Marfeetrintcn geriet der 5d)niiebemci|ter Johann Tobias Schenk mit feiner Schwiegertochter in einen Wortwechsel, der zu Tätlichkeiten ausartete, wobei Schenk in feinem Jähzorn mit feinem Taschenmesser, das er zufällig noch vom Essen in der Hand hielt, seiner Schwiegertochter in den Oberschenkel stach. Durch diesen totid) wurde eine Hauptblutader verletzt. Troß ärztlicher Hilfe konnte die Blutung nicht aufgehalten werden, so daß alsbald der I o b_ b u r d) Verbluten eintrat. Schneidermeister Schenk wurde sofort verhaftet und ins Gefängnis nach Altenstadt abgeliefert. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht weilten heute am Tatort und nahmen um- fangreiche Vernehmungen vor. Landkreis Gietzen. X Klein-Linden, 19. Nov. Allgemein klagt man hier über das starke Faule n der Kartoffeln, namentlich die ..Industrie" ist zum größten Teil direkt unbrauchbar, fo daß starke Verluste eintreten. — Fast jede Woche erhält unser Ort sehr unliebsamen V e s u d) du r dj ganze Trupps von Zigeunern^, die hier oft tagelang ihr Quartier an geschützter Stelle auf« schlagen und die Bewohner diird) ihr zudringliches Wesen belästigen. Da sie meistens barfuß laufen, kommen sie fast unbemerkt in die Gehöfte, die nicht eher verlassen werden, bis eine Gabe verabfolgt wird. * Klein Llnden, 19. Nov. Auf Veranlassung des hiesigen Schulleiters Rektor M ö n n i g wurde von der Gemeindesd)ule eine Geldspende von 49,15 Mk., an der Mädchenfortbildungsschule eine solche von 5,30 Mk. für K r ü p p e l s ü r s o r g e zustandegebrachk. Zusammen wurden für diesen Zweck 54,45 Mk. von den Kindern und Mädchen geopfert, ein für die Not der Zeit recht schönes Zeichen der Gebefreudigkeit in unserer Gemeinde. G r d ß c n - ß i n b c n, 19. Rov D.e h .esige Gemeinderatswahl ist angefochten worden. Anhänger des Wahlvorschlags „Dürger- vereinigung" haben den C i n s p r u ä) erhoben. Run wird der Kreisausschuß zu entscheiden haben, ob hier nochmals zu wählen ist odev nicht. X Wieseck. 17. Rov. Frl. Lina Han- s u l t, die am Samstag im Alter von fast 75 Jahren auf dem hiesigen Friedhof zur Ruhe gebeitet wurde, war die Tochter des im Jahre 1884 hier verstorbenen Lehrers Georg Hansult. Bon 1871 hielt sie hier zunächst mit ihrer Mutter die Strickschule und war nach deren Umwandlung in eine Handarbeitsschule von 1884 bis 1918 als Handarbeitslehrerin hier angestellt. Im Herbst 1918 trat sie in den wohlverdienten Ruhestand. Tah der kirchlichen Handlung, bei der der Ortsgeistliche über Offb. 2,10 sprach, würdigte Rektor Dr. Rein die Verdienste der Entschlafenen und legte im Ramen des Kreis- schulamts, des Schul- und Gemeindevorstands einen Kranz nieder. — Ein recht gut besuchter Elternabend in der Kirche hatte zum Hauptgegenstand einen Vortrag des Ortsgeistlichen über ..Die Gebetserziehung unserer Kinder". Pestalozzi, Matthias Claudius, Bodelschwingh, Luther it. a. kamen dabei zu Wort ; des letzteren Brief an sein Hänschen von der Koburg las eine Konfirmandin vor. Die Gemeinde rahmte die einzelnen Abschnitte durch Verse von Gebetsliedern ein. Freiwillige Gaben kamen der Blättermission unter der Schuljugend zugute. * Lollar. 17. Rov. Am Samstag veranstaltete der „Turn- und Gesangverein Lollar" in seinem Vereinslokal seinen diesjährigen llnterhaltungsabend mit einem abwechslungsreichen Programm. Außer den drei unter dem Dirigenten Lehrer D ö h n vorgetragenen Chören fanden befonbe’-cn Beifall die von Frau Lehrer Döhn gesung?nen drei Lieder, sowie das musterhaft aufgefüh.c Theaterstück „Der Wildschütz." Der musikalische Teil wurde von der Kapelle Schön ausgeführt, die nach Abwicllung des Programms noch zum Tanz aufspielte. Der Turn- und Gesangverein ist mit 'einem 65jährigen Bestehen der älteste Gesangverein in Lollar; er zählt nunmehr wieder 35 aktive Gänger. In der letzten außerordentlichen Generalversammlung wurde beschlossen, am 27. als etwas Seltenes und Kostbares geraucht. Doch waren dies Ausnahmen, die sich nur reiche Leute gestatten konnten. Diese Ausnahmen vermehrten sich allerdings mit der Zeit. Und da jeder, der sich einmal zu einer solchen Ausnahme entschlossen hatte, von dem Genüsse entzückt war, so kani Schlottmann, der in Spanien das Zigarrenmachen erlernt hatte, auf den Gedanken. in Deutschland eine Zigarrenfabrik zu errichten, um seinen Landsleuten den so hoch geschätzten Genuß in bequemerer und billigerer Weise zu verschaffen. Er eröffnete infolgedessen im Jahre 1788 in Hamburg eine Zigarrenfabrik. Zu seinem größten Staunen blieb der Erfolg anfangs aus, denn auch die deutsche Zigarre galt damals, wie so vieles andere, nichts in ihrem Vaterlande. Der Fabrikant war gezwungen, seine Zigarren zu verschenken, um die Leute daraus aufmerksam zu machen und ihnen die Heberzeugung beizubringen, daß man in Deutschland hergestellte Zigarren sehr gut rauchen könne. 2lbet es hat den Anschein, daß dieses Verfahren ihm noch nicht den genügenden Absatz verschaffte. Es wird nämlich behauptet, daß er die Zigarren nach Cuxhaven geschickt habe, um endlich Käufer zu erhalten. Dort seien sie auf Schiffe, die aus Amerika gekommen, verladen worden. Als „echte amerikanische Zigarren" trafen sie dann in Hamburg ein. Als diese in Hamburg zu billigen Preisen verkauft wurden, habe man angefangen, allgemein 3U garten zu tauchen. So kam das Zigatrenmachen in Mode, wobei man nun auch das heimische Produkt weitestgehend berücksichtigte. DaS beweist auch die Tatsache, daß es schon im Jahre 1796 neben Schlottmann bereits drei andere Zigarren-, fabriken gab, —ad. st-v erbin- Düngen geplant: Schotten — Eschenrod — Wingershausen — Eichelsachsen — Glashütten — Merkenfrih — Gedern; Nidda — Ober-Lais — Glashütten — Hirzenhain; Hungen — Ulfa — Schotten und Nidda. Die Verhandlungen werden mit großem Nachdruck betrieben, Die beteiligten Gemeinden zeigen großes Interesse. Wie man hört, regt sich jetzt Die Reichsbahn und macht gegen einige Auto- verbindungen Einwendungen, Da sie sich geschäDigt fühlt. Es ist jedoch zu wünschen, daß die Gemeinden mit ihren Forderungen, nicht für immer vorn Verkehr abgeschlossen zu sein, durchdringen. Ganz besonders großes Interesse herrscht für Die Strecke Hungen — Ulfa — Schotten. Die Verbindung ©rünberg — Laubach — Schotten hat die Postdirektion vorläufig abgelehnt. Doch dürfte auch hier mit der Zeit eine Aenderung durch intensive Vertretung Der gemeinsamen Interessen der beteiligten Gemeinden zu erreichen sein. LJ Laubach, 19. Nov. Die hiesige Konzert- und Vortrags-Vereinigung bot im Saale des Gräflichen Schlosses die zweite Veranstaltung des Dereinsjahres 1925/26 durch einen in allen Teilen hochbefried'.genten K am -- mermufifabenD. Hierzu war das bekannte „QIma r-= O ua r t et t“ gewonnen worden (Licco Arnar 1. Violine. Walter Caspar 2.Violine, Paul Hindemith Bratsche. Rudolf Hindemith Violoncello). Zum Vortrag kamen: 1. Max Reger, op. 54, II, Streichquartett ^-Dur. 2. W A. Mozart. Streichquartett O-Dur. 3. G. Verdi, Streichquartett L-Moll. Die Künstler boten mit der bis auf das Kleinste klar gegliederten Wiedergabe eine außerordentliche Leistung. Der die Zuhörer begeisterten Beifall spendeten. Die nächste Veranstaltung ist auf den 12. Dezember festgelegt, ein Lieterab end von Paula Werner-Jensen aus Berlin. Am Flügel: Arnold Mendelsohn aus Darmstadt (Lieder von Arnold Mendelsohn). Der Vereinigung sind neuerdings verschiedene Mitglieder aus der weiteren Amgegend beigetreten. lg. Gedern, 19. Nov. In dem Steinbruch von V u l l r i e D e dahier ereignete sich ein älnglücksfall. Der Arbeiter Wilhelm Lapp aus Ober-Seemen wurde beim Entladen eines Kippwagens so schwer am Kopfe getroffen, daß er Dem hiesigen Krankenhause zu-> geführt werden mußte. Ernsthafte Verletzungen sind zu verzeichnen in unmittelbarer Nähe des einen Auges. In einem anderen hiesigen Steinbruch fügte es ein glücklicher Zufall, daß mehrere Qlrbeiter vor einem schweren Unfall bewahrt blieben. Durch Herausbrechen eines Steines hatte sich eine größere Erdmass e losgelöst und stürzte wenige Augenblicke nach Dem Verlassen Der gefährdeten Stelle in Die Tiefe. — Die hiesige Fortbildungsschule ist beruflich gegliedert. Es bestehen zwei Mädchenklassen, eine landwirtschaftliche, eine kaufmännische und drei gewerbliche Klassen (Eisenfachklasse, Holzfachklasse und gemischt berufliche Klasse). Außer Den einheimischen gewerblichen Schülern besuchen 50 auswärtige Schüler die Drei gewerblichen Klassen. An Der Fortbildungsschule wirken ein hauptamtlicher Fortbildungsschullehrer, ein Gewerbelehrer und fünf nebenamtliche Lehrkräfte. Dem hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer sind noch einige Nachbargemeinden zugeteilt, während Der Gewerbelehrer noch Unterricht in Hirzenhain erteilt. Man hofft, in absehbarer Zeit in Der Mädchen- fortbildungsschule Der Einführung des Koch- unterrichtes nühertteten zu können. Eichelsdorf, 19. Nov. Der Dreitägige Obstbaumpflegekursus, Den Obft« bautechniker Wiesner hier abhält, hat gestern begonnen. Er zählt etwa 15 Teilnehmer von hier und R a i n r o D und erfreut sich günstiger Witterung. V o in Hoherodskopf. 19. Nov. Dank der Unterstützung durch die hessische Geschäftswelt, die sowohl Baumaterial al sauch Geldmittel zur Verfügung stellte, ist es der Ski- unb Wander- Abteilung Des Hess. Polizeisportvereins gelungen, sich eine gut ausgcstattete Schutz- Hütte zu bauen. Sie steht auf Dem sog. Horst, 1 ’ Km. östlich von Rudingshain, und kann am 1. Dezember bezogen werden. Zur Zeit des Wintersports auf dem Hoherodskopf soll sie Den Schupomannschaften Unterkunft gewähren, Damit sie nicht mehr, wie im vergangenen Jahre, gezwungen sind, Bürgerquartiere in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig ist sie als S o m m e r a u s e n t h a 1 t gedacht, wenn Wanderungen durch den Vogelsberg zur 'Ausführung kommen. -s- Kaulstoh. 19 .Nov. Dieser Tage fand hier ein Vortrag Der Landwirtschaftskammer über „Obst bäum Pf lege und Sorten- wahl im Vogelsberg" durch Obstbauinspektor Wiesner-Gießen statt. Der Vortragende. ein bekannter Fachmann auf diesem Gebiet, konnte dank seines reichen Wissens aus Theorie und Praxis tiefgründige Ausführungen machen, die sicherlich dazu beitragen werden. Dem Obstbau auch hier im Vogelsberg vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn dies seither nicht geschehen ist. so liegt es nach Qlnsicht des Redners an den schlechten Erfahrungen, die man mit Dem Obstbau in hiesiger Gegend gemacht hat. 3um Anbau empfahl Der Vortragende nur solche Sorten. deren unbedingte Verwendbarkeit für Die hiesige Gegend schon jahrelang ausprobiert wurde. Diese Aepfel- und Birnenforten tourten sehr eingehend durch Wort und Bild erläutert. Weiterhin ist es unbedingtes Erfordernis, von den empfohlenen Arten nur solche Däumchen zu Pflanzen, die im hiesigen Klima herangezogen -'s Zur schlecht i,st. Dillkrcis. f a b r i k war ein Brand ausgebrochen, der L e i m h a u s zum größten Teil vernichtete. Gebäude ist inwendig ruiniert worden. Das ventar wurde ein Raub der Flammen. Auf den för- ver- Der jetzt Schloß- verschönert Schon von das Das In. das Bo- lehrrcich und anregend ab und wird, wie sie lebhaftesten Beifall der Zuschauer fand, ihren dernden Einfluß auch auf weitere Kreise nicht fehlen. unmittelbar die Sprache norddeutscher Küstenland» schasl, in deren rauhe Leute, der Sturm und die Wellen seltsame Töne hineintragen. Die ,.'2laren= hooper Bucht" und das „Aarenhooper Dornenhaus" sind Dinge, die einer S^cne aus den Dramen eines B o s d o r f verwandt sind. Den Holzschnitt behan- veil der Künstler ganz schwer, als Spiel der Flächen, im guter, handwerklicher Zucht. Seinem Wollen gibt das Können den künstlerischen Ade'.. Die Ausstellung bleibt noch einige Tage geöffnet. e-a. ■■'± Königsberg, 19. Ttol). vollendete R o h - Re u b a u auf dec r u l n c ziert das ganze Dorf und das Lanbschaftsbild in hohem Maße. Amtsgericht Gießen. Schrnähschristen in Grünlngen. Gießen, 18. Nov. Im Jahre 1923 wurden weither sieht man das Gebäude stolz sich erheben, und der Wanderer findet beim Durchstreifen des Bieber- und Versiaies, daß Königsberg endlich wieder mit einem Kopf geziert Ist. Die Ausführung des Baues wurde von dem Architekten Fischer. Gießen, geleitet, von dem auch der Plan stammle. — Die Bautätigkeit war das ganze Jahr über rege, sie erstreckte sich hauptsächlich auf Wirtschaftsgebäude und Reparaturen an älteren Gebäuden. Das Rachlassen der Reubaulätigkeit wird hauptsächlich durch die schwierige Geldbeschaffung bedingt, die im südlichen Teile des Kreises Biedenkopf besonders Preußen. Kreis Wetzlar. —.— Wetzlar, 18. Rov. Ein Veteran aus Deutschlands großer Zeit, Karl Ernst Keiner, ist im nahen Werdorf gelt orben. Er nahm als Unteroffizier an den Feldzügen 1866 und 1870/711 teil und kämpfte in den Schlachten bei Königgräh und um Metz. Er erreichte das hohe Alter von 80 Jahren. rtr. Dorlar, 17. Nov. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Deutsche Turnverein ein sehr wohlgelungenes Schau- und Werbeturnen. Daran beteiligten sich 38 Turner, deren gewandte Hebungen an Reck, Pferd und Barren angrenzende Dach des Hauptgebäudes und den den griff das Feuer ebenfalls über und vernichtete von Fleiß und ausdauernder Hebung zeugten. Besonders heroorzuheben ist, daß bei dieser Gelege heit auch wieder zur Gründung einer Damen- riege auigefordert wurde. Es meldeten sich zehn junge Mädchen, die sich mit Ernst der Sache widmen wollen, so daß in allernächster Zeit mit den Hebungen begonnen werden kann. — Zwecks Erlangung einer Haltestelle an der Bahnstrecke Gießen — Wetzlar null man ein Gesuch an die Eisenbahndirektion Frankfurt richten und dazu die Namensunterschriften der Interessenten von hier und Waldgirmes sammeln. Außerdem sind, wie man hört, Ortsbesichtigungen und Kostenvoranschläge gemacht worden, um das elektrische Licht zur Blockstation und damit auch zu den dabei gelegenen Wohnhäusern zu leiten. — Bor geraumer Zeit be- schloß der Kirchenvorstand die innere Ausschmückung der Kirche, insbesondere die Neuanschaffung einer Orgel. Da es an den nötigen Geldmitteln fehlte, wurde eine Sammlung veranstaltet, bei welcher die schöne Summe von über 3000 Mk. gezeichnet wurde. Es wird nun in Kürze möglich sein, die geplanten Neuerungen auszuführen. Kreis Biedenkopf. XX Biedenkopf, 17. Nov. Der Kreis tag erklärte sich in seiner jüngsten Sitzung damit einverstanden, daß der Kreis die Bürgschaft für einen Zwischenkredit in Höhe von 85 000 Mark übernimmt, welcher der Gemeinnützigen Baugenossenschaft von der Preußischen Landespfcmdbriesanstalt zu Berlin für die Herstellung von Kleinwohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung gewährt worden ist. — Das erste Kreis-Kriegeroerbands- f e ft nach dem Weltkrieg soll im nächsten Jahre hier- selbst vom 19. bis 21. Juni gefeiert werden, in Verbindung mit einem Abgeordnetentag des Bezirks- Kriegerverbandes. Zeit des Turnfestes in Grün in gen in der Nähe der Nollstraße Zettel voll der gemeinsten mußten bei der Auswahl und Behandlung des H?bnngss.offes auf eine grundlegende Berücksichtigung hindröngen. Dabei brauchte die Verschiedev- artigkcil der Leistungen eine Gleichwertigkeit- mit denen dcs anderen Geschlechts nicht auszuschließen, und mußte außerdem zu einer erfreulichen Bereicherung turnerischer Formen führen. In die Welt dieser Probleme, die gegenwärtig von den großen Führern auf dem Gebiete des Frauenturnens eingehend und erfolgreich bearbeitet werden, führte auch der Marburger Turn- und Sportverein von 1860 am oonntag« nachmittag ein. Seine Darbietungen standen unter dem Leitgedanken „Kraft und Anmut der deutschen Frau" als Wege und Ziele des Frauenturnens in der Deutschen Turnerschaft. Der Theaterraum in den „Stadtsälen" zu Marburg war bis auf den letzten Platz gefüllt: die ganze Veranstaltung ging aber durch Anlage und Bedeutung weit über den Rahmen eines örtlichen Werbeabends hinaus. Die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, der Gauoorstand des Gaues Hessen und zahlreiche Leiter und Leiterinnen von Frauenabteilungen im Gau waren der Einleitung gefolgt. Die Schülerinnenabteilung stand unter Leitung des 2. Gau- turnwarts Martin Textor, die Turnerinnen führte der Frauenturnwart des Vereins Otto Heuser, ein Sohn des bekannten früheren 2. Gauturn- warts Karl Heuser. Die Vortragsfolge gab einen gedrängten Heberblick über das mannigfaltige Gebiet des Frauenturnens, in fünf Teilen aufsteigend von den grundlegenden einfachen Hebungsarten bis hinauf zu den feinsten Auswirkungen seelisch-körperlicher Rhythmik. Frei-, Stab und Keulenübungen wurden in straffen, langsam zügigen (richtige Atmung und Haltung) und fließenden Formen (Lockerung der Muskulatur) zur Darstellung gebracht, die vorbereitenden Hebungen für den Lauf erregten lebhaftes Interesse, und auch der Humor fehlte nicht in Gestalt einer „fröhlichen Turnstunde". Gruppen von Geräteübungen leiteten über zu Aus- drucksbewcgungen (Druck, Stoß, Zug), zu Sing- und Tanzspielen, Reigen und Volkstänzen mit anmutigen natürlichen Bewegungen. Turnerische Gedanken und Ideale wurden durch „Plastische Gruppen" versinnbildlicht und „Lebende Bilder" allgemeinen Inhalts bildeten den Abschluß. Die überaus reichhaltige Darbietungsfolge wickelte sich, vielfach unter Musikbegleitung, flott und unterhaltsam, aber auch äußerst Serbin: _ Aenrod - h .Mutten - yUUfltn_ ?? Monblw Sen ^eben. en pM In- letzt bic 7 "mge Auto- ba He sich J 8U wünschen, üvrderimgen. ^rkehr ab- 'Mn. Ganz be- ^tsur die Strecke Die Teroinduna u hat bic Post. Doch dürste mich ung durch inten- en Intereisen der chen sein. 'ic Migc Son- Einigung bot wsses die jtoeite X'i 1925.26 durch edigendrn Kam- °ar das bekannte ien worden (Licco Caspar 2. Dio- ratsche. Rudolf m Dortrag Ionien: Quartett A-Snr. kiuartett G=Dur. Stoff. Sie Rünftfcr >ste klar geglieta- Lullichr Stiftung, Deisall fpenMcn. aus den 12. Je- b.'ndM Paula rlin. 2fm Flügel aus Darmstadt sohns. Der Brr- r.ebene Mtglieder beigetreten. 3n dem Stein- ict ereignete sich 'rbeiier Sißjelm ! beim Entladen im Kopse ge- Kranlenhause zu- Schöffengericht Gießen. * Gießen, 18. Nov. Das Verfahren gegen die Frau Anna M. und die wegen Lohnabtreibung schon mehrmals mit Zuchthaus vorbestrafte frühere Heb- amme Julie D. von Gießen wegen Abtreibung wurde ausgesetzt: Frau M. soll durch einen Psychiater begutachtet werden. Die wegen Abtreibung gleichfalls vorbestrafte Katharine St. von Gießen wurde wegen eines Ab- treibungsversuchs im Jahre 1919 und einer Abtreibung im Jahre 1925 zu 1 Jahr Gefäng - n i ö verurteilt. Die übrigen Andcklaaten erhielten Gefängnisstrafen von 8 Wochen bis 9 Monaten. Alle Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Oefsentlichkeit statt. Gerichtssaal. * Darmstadt, 19. Nov. Zu Beginn dieses Jahres war der hiesige Wirt D e s ch wegen eines Notzuchtverbrechens an einer Hausangestellten zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden; er legte gegen dieses Urteil Berufung ein, die gestern verhandelt wurde. In der Zwischenzeit waren diese Hausangestellte und ein bei Dcsch angestellter Koch wegen Meineids zu Zuchthausstrafen verurteilt worden, weil sie in jenem Prozeß unter Eid über einige Punkte falsche Aussagen gemacht hatten. Nach der erneuten Beweisaufnahme in der gestrigen Verhandlung, die unter Anschluß der Oefsentlichkeit statt- sand, wurde Dcsch freigesprochen. — Vor dem Bezirksschöffcngcricht hatten sich der Bildhauer Peter Germann und seine Frau wegen Kindesmißhandlung zu verantworten. Durch Zeugenvernehmungen wurde festgestellt, daß die beiden Söhne aus erster Ehe des Angeklagten, die im Alter von 15 und 12 Jahren stehen, von den Eltern, namentlich von der Frau, schwer mißhandelt wurden. Es konnte fest- gestellt werden, daß einer mit der Feuerzange geschlagen wurde, der andere wurde in einem kellerartigen Raum eingesperrt gehalten und mangelhaft verpflegt. Die Stiefmuter hatte einmal geäußert, wenn die Jungen tot wären, würde sie vor Freude zebn Vaterunser beten. Der Angeklagte wurde zu 3 Monaten und seine Ehefrau zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Die beiden Jungen werden anderweitig untergcbracht. WSN. D a r mstadt, 19. Nov. Vor dem Be- zirksschössengericht Darmstadt fand gestern der Bischofsheimer E i s c n b a h n u n f a 11, der den Tod des Oberschafsners Jansen zur Folge hatte, seine Erledigung. Das Gericht tarn nach kurzer Beratung zu einem Freispruch der Angeklagten F u ch - Nauheim und des Lokomotivführers Johann Damm-Wiesbaden, da es,die Schuld an dem Hnglück höherer Gewalt zuschreibt. Der Hnfall war in der Nacht zum 29. Januar 1925 auf dem Bahnhof Bischofsheim wahrscheinlich infolge falscher Weichenstellung entstanden. WSN. D a r m st a d t, 19. Nov. Wegen Milch» fülschung war ein Gutspächter angeklagt, weil auf seinem Hofe in der Milch Wasserzusatz gefunden wurde. Das Landgericht war der Ansicht, daß ein Betriebsinhaber für die Fälschung der Milch nicht verantwortlich ist, wenn m feinem Betrieb nachweislich tadellose Organisation herrscht und sein Aussichts- und Dienstpersonal so sorgfältig ausgewählt ist, daß er derartige Verfehlungen für ausgeschlossen halten muß. Das Gericht konnte daher ein Verschulden nicht an. nehmen. eine Anzahl Schuleinrichtungsgegenstände die aus dem Boden untergebracht waren. Im übrigen blieb die größte Anlage noch verschont. Man schätzt einen Holz schaden von einigen tausend Mark. Die Entstehungsursache ist noch nicht geklärt, doch nimmt man Explosion des Ofens an. Maino u. WSN. Frankfurt a. M., 19. Nov. In einer der letzten Nächte wurde ein Pelzwarenge- schäft in der Weißfrauenstraße, das am Tage zuvor eröffnet hatte, von Einbrechern heimgesucht und völlig ausgeraubt. Den Einbrechern fielen Pelzjacken und Mäntel im Werte von weit über 5000 Mark in die Hände. Königstein, 19. Rov. (WSN.) Die hiesige katholische Barockkirche, die eine der prunkvollsten Kirchen im Regierungsbezirk Wiesbaden ist und Mitte des 18. Jahrhunderts von hervorragenden Künstlern zu einem vorbildlichen Schmuckkasten gestaltet worden war. im Lause der letzten Jahrzehnte aber durch verschiedene Neuerungen den einheitlichen inneren Charakter verloren hatte, ist jetzt nach IV-iäfcriger Arbeit unter Leitung des Landeskonservators für Hessen- Nassau, Prof. Dr. Wichert, wiederhergestellt worden. Die überstrichenen wertvollen Gemälde sind wieder offengelegt und imter Beibehaltung der Grundlinien durch eine neue For- mengebung dem Charakter unserer Zeit angepaßt worden. Die prunkvolle Bemalung geschah nach Entwürfen des Frankfurter Professors C i s s a r z, der damit ein Meisterwerk geleistet hat. Die feierliche Einweihung der Kirche hat am Soimtag in Gegenwart kirchlicher, staatlicher und Gemeindevertreter stattgesunden. f&QU5 btt neue g„- r°n= ***»be- >tnb J'Jan in it iei??nNtet ' "Nh ? o,. 'et vAn'-ht '• Er fi "m- "et feilte 'hat in hJtur F. 005 2n V? fielt bl. 5) c r b o rn , 19. Nov. Anläßlich des Märtin i m a r 11 e s fand im Hotel „Ritter" eine Versammlung der Kreisbauernschaft des D i l l k r e i s e s statt, an der sich etwa 150 Personen beteiligten. Der Präsident des Reichslandbiindes Abg. Hepp, Seelbach sprach über die wirtschaftspolitische Lage der Landwirtschaft. — Seminaroberlehrer Kupf rian - Dillenburg hielt einen Vortrag über die Tätigkeit des Kommunallandtags, während Dr. Kilbinger-Gießen über Wiesen- und Weidemeliorationen sprach. Heber die bevorstehenden Wahlen zum Kommunnallandtag und Kreistag hielt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Benner-Fleisbach, ein Referat. — 2er. im Jahre 1926 stattfindende Nassauische B a u e r n t a g ist der Kreisbauernschaft des Dillkreises übertragen worden. Soviel bis jetzt festfteht, wird das Fest in unserer Stadt abgehalten werden. — Feueralarm ertönte am Buß- und Bettag nachmitags zwischen 5 und 6 Hhr in unserer Stadt. In der Neuendorffschen Schulbank- Otto Larsen. vorrrag: „Die Technik der graphischen Künste" — Ausstellung im vorlragssaal der Buchhandlung Keihner. Otto Larsen ist, wie ihn Dr. Müller - Rastatt in seinem Buche schildert, eine ausgesprochen norddeutsche Künstlerpersönlichkeit. Am Wasser geboren und ausgewachsen, ist er dem Meere in seiner tausendfache Mannigfaltigkeit zuengst verbunden, erschließt sich feinem Blick der keusche Zauber einer Hallig und das leise Geheimnis einer Düne. 3n dieser Umgebung lebt und arbeitet der Künstler, und von der Technik dieser seiner Arbeit sprach er am Mittwoch abend im Dortragssaal der Buchhandlung Keihner. Die graphischen Künste sind, ihrem Ent- stehungsgang nach betrachtet, in drei Gruppen zu scheiden: Der Holzschnitt entsteht auf dem Wege der Hochdrucktechnik, d. h. von dem Bildstock druckt nur das mit Farbe, was neben dem Herausgeschnittenen stehen geblieben ist: die Radierung ist auf dem Wege der Liefdrucktechnik entstanden, d. h. die in die Metallplatte auf mechanische oder chemische Weise eingegrabenen Linien nehmen die Druckfarbe auf und geben später das Bild; die Lithographie bedient sich der Flachducktechnik, d. h. ein Höhenpofil besteht bei dieser Druckart nicht. Satbetröget- ist hier die mit Fettkreide präparierte glatte Fläche des Steines. Der Anfang der Holzschneidekunst fällt in das erste Viertel des 15. Jahrhunderts. Etwas später taucht auch die Radierung auf. 2n der technischen Behandlung des Materials stand man damals bereits auf derselben Stufe wie heute. Albrecht Dürer erLomm in der Kunst des Holzschnittes einen unbestrittenen Höhepunkt. Seine Bildfolgen wurden von dem des Lesens unkundigen Volke wie Bücher gekauft und gelesen. Spüler kam der Holzschnitt aus der Mode und an seine Stelle trat die Radierung. Mit ihren seinen, leichteren Linien kam sie der sich verfeinernden Geschmacksrichtung der Zeit entgegen. Im Lause des 18. und 19. Jahrhunderts wurden die beiden Künste immer weniger populär, bis endlich Anfang des 20. Jahrhunderts in Dresden „Die Brücke" sich mit ihren Rainen von Klang für ihre Wiederbelebung tatkräftig und erfolgreich einsetzte. Rach diesem kurzen geschichtlichen Lieberblick zeigte her Künstler an praktischen Beispielen die technische Behandlung und Herstellung graphischer Blätter, und es ist ihm als Verdienst anzurechnen, daß er als Schaffender Anregung und Verständnis weckte in den Kreisen, an die sich der Künstler mit seiner Arbeit wendet: beim Publikum. Ein Rundgang durch die Ausstellung beendete den Abend. Otto Larsen Bilder sind reinrassig im besten Sinne des Wortes: unverfälscht gerade und ehrlich, ohne die genngfte Konzession an irgendeinen otil ober irgendeine Manier. Ihre Aufrichtigkeit und ihre Beschränkung sind ihre Stärke. Larsen malt nur das Meer und die Küste. Mit den Bergen wird er nicht fertig. Die liegen ihm nicht. (Wie ganz wenige Versuche zeigen.) Von den ausgestellten Aquarellen seien hier nur die drei wichtigsten erwähnt: „W a i t e n m e e r", ein in ganz schweren Tinten gemaltes Bild, von gebändigter Kraft, von allem Zauber uni) allen Gefahren des Wattenmeeres er fülltes Erlebnis, Himmel und Wasser und Erde zusammenklingend in einem dumpfen, schweren Moll-Akkord. Die „H eilig", in der herben Süße eines späten Tages gesehen, in goldzarten Tönen, voll starker Plastik in der gewollt Hanen Perspektive, unendliche Weite dem kundigen Auge ver- raend im Meer, da wo der Himmel in zart- schmalem Weißstreif sich der Erde zu vermählen scheint. „Regentag": Ein Bild, das erlebt ist. Wie aus nebelna'ffer, schwerer Luft sich Regen bildet, und nun stunden- und tagelang ununterbrochen das Naß niederrinnt, ohne nach dem Wohin zu fragen; ein Bild, das Feuchte atmet aus all feinem Gegenständlichen. Heber die 'Bloter „Die große Welle", „Nach dem Sturm", „Büsumer Fischer", „Holländische Landschaft" ließe sich ebensoviel sagen, doch mag dies wenige hier genügen. Von den Radierungen kann dasselbe gesagt werden wie von den Aquarellen: Entstanden aus innigstem Verbundensein mit den Dingen, sprechen sie Turnen, Sport und Spiel. Dom Turngau Hessen. —o— Das Frauenturnen befindet sich gegenwärtig in einer spannenden und entichei- dungsreichen Hebergangszeit, nicht etwa hinsichtlich der zahlenmäßigen Beteiligung des weiblichen Geschlechts an der Pflege der Leibesübungen — hier bewegen wir uns in aufsteigender Linie —, als vielmehr in bezug auf die Art des Hebungsstoffes. Als um die Jahrhundertwende die Turnvereine sich Frauenabteilungen anzugliedern begannen, brachten es die Verhältnisie mit sich, daß der Hebungsstoff, abgesehen etwa von den dem Frauenturnen eigentümlichen Schritt- und Hüpfübungen, sich im großen und ganzen aus dem Turnbetrieb der Männer aufgebaute. Bald aber führten eigene Erfahrung und mitschaffende Beurteilung zu der Einsicht, daß hier ein naturgegebener Hnterschied zur Entfaltung gebracht werden müße: nicht nur die körperlichen Verhältnisse, sondern insbesondere auch die seelischen Bedürfnisse des weiblichen Geschlechts Worte gefunden, die mit dem Namen eines jungen 'Mädchens non dort unterschrieben waren. Am 26. März 1926 war an einem Tor in der gleichen Straße eine Schmäschrist mit der Hebcrschrist „Der neueste Schlager" ungeliebt. Diese war so abgefaßt, als ob dasselbe junge Mädchen in gemeinster Weise ihren Verkehr mit Männern aus Gröningen schildere. Ende April 1924 wurden an nahe Verwandte des Mädchens zwei Briefe, die denselben Inhalt wie die Schmuhschriit Huben, geschickt. Sie trugen den Bahnpoststempel 794 Kassel — Frankfurt vom 29. April 1924. Der Verdacht, die Zettel, die Schmähschrift und die Briefe geschrieben zu Haden, fiel auf eine Witwe E. von Gruningen und deren verheiratete Tochter Sch. Beide wurden daher vor dem Amtsgericht Gießen wegen Beleidigung und Verbreitung unzüchtiger Schriften angeklagt. Belastend für die Witwe E. kam in Betracht, daß sie im Jahre 1923 in der Nahe der Stelle, wo die Zettel gesunden wurdet, wahrscheinlich gewesen ist, daß sie am 26. März 1924 abends um die Zeit, als die Schmähschrift an dem Tore in der Nollstraße angeschlagen sein muß, in«nnmitielbarcr Nähe des Tatortes gesehen worden ist, daß sie selbst zuaibl, am 29. April 1924 zwei Postkarten zu dem Zug 794 an die Bahn in Lang-Göns gebracht zu Haden, daß sie sich beleidigend über das junge Mädchen geäußert hat, und daß sie nach den Gutachten der beiden Schriftsachverständigen Dr. Popp und P ü hier aus Frankfurt a. M. mit großer Wahrscheinlichkeit die Schreiberin der Schriftstücke ist. Das Gericht nahm deshalb trotz ihrem Leugnen an, daß die Witwe E., wenn sie vielleicht and) die Schriftstücke nicht selbst geschrieben habe, doch jedenfalls die Schmähschrift angeschlagen und die beiden 'Briefe fortgeschickt hat. Ob sie auch die gelegentlich des Turnfestes aufgefundenen Zettel geschrieben dzw. verbreitet hat, konnte nicht festgestellt werden. Eine ganze Reihe von schwerwiegenden Lerdachtsgrün- oen sprach dafür, daß auch die Ehefrau Sch. sich an den Straftaten ihrer Mutter beteiligt hat, ein ausreichender Beweis war jedoch für ihre Schuld nicht zu erbringen. Sie wurde deshalb mangels hinreichenden Beweises freigesprochen. Die Witwe E. dagegen wurde mit Rücksichi auf die äußerst gemeine und kaum zll überbietende rohe Gesinnung zu einer G e s a m t g e fä n g n i & ft r a f e von 2 Monaten verurteilt. Der Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils durch Einrückung in den „Gießener Anzeiger" und Anschlag am Gemeindehaus in Grüningen auf Losten der Verurteilten öffentlich bekannt zu machen. worben sinb und nicht, wie das leider seither oft geschah, solche zu beziehen, bic von gewissenlosen Händlern aus gänzlich ungeeigneten Gegenden, z. D. aus dem Rheingau, ein geführt wurden. Weiterhin empfahl der Vortragende den vermehrten Birnenanbau, natürlich auch nur wieder in geeigneten Sorten. Zum Schlüsse seiner Ausführungen behandelte er dann noch das Obst des Dogelsberges. die Kirschen, sehr cinoringlid) und ausführlich. Auch hier kommt es vor allen Dingen wieder darauf an, geeignete Wildlinge, und zwar die der roten Dogeltirsche, im Vogelsberg selbst heranzuziehen, um sie dann später zu veredeln. Aus diesem Grunde empfahl er den Massenanbau der Kirschen besonders den (Sein einben, bic alle im Vogelsberg die geeigneten Ländereien zur Verfügung hätten und dann in absehbarer Zeit in der Lage wären, ihren Gemeindehaushalt damit zu balancieren. Obstbau- Inspektor Wiesner hat sich bereit erklärt, im nächsten Frühjahr einen Pfropfkursus für die Fortbildungsschulen der Gemeinden Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen abzuhalten, an dem «ich selbstverständlich auch ältere Leute beteiligen tonnen. Weiterhin soll noch bemerkt werden, daß im Dezember ein ähnlicher Vortrag in Hart- m a n n s h a i n für die Orte Herchenhain: Hart- mannshain und Dolkartshain stattfinden soll. Kreis Alsfeld. te* Alsfeld, 19. Nov. Die Feldbereinig um g der Gemarkung Alsfeld, die im Jahre 1910 eingeleitet worden ist, geht nunmehr ihrem Ende zu. Zur Zeit liegen die Gütergefchofsc II, enthaltend die Ordnung der Rechtsverhältnisse für die Wahrung im Grundbuch und das Geldausgleichverzeichnis offen. Sobald die etwaigen Einwendungen hiergegen erledigt sind, kann alsdann der Zuteilungsplan für vollziehbar erklärt werden. Damit hat bann das eigentliche Feldbereinigungsverfahren fein Ende gefunden. Aber es gibt noch viele Arbeit zu leisten, insbesondere bezüglich der Meliorationsarbeiten; so sind noch zahlreiche Wege anzulegen und Entwässerungsgräben zu ziehen. Wenn nach der Zuteilung der Grundstücke auch manchmal eine gewisse Hnzufrie- denheit bei einzelnen Besitzern zu bemerken war, so ist diese doch jetzt verschwunden, man sieht allgemein doch die großen Vorteile der Feldbereinigung ein, die namentlich für die Stadt Alsfeld von ganz besonderer Bedeutung gewesen ist. Homberg a. d. Ohm, 19. Nov. Die der Firma Basaltwerke Gebr. Becker dahier gehörenden Pflastersteinbrüche in Nieder- Ofleiden, Neuhaus und Beilstein (Westerwald) sind non der „Mitteldeutschen Hartsteinindustrie" mit sämtlichem lebenden und toten Inventar käuflich erworben worden. Jeder der drei Geschäftsinhaber, die Gebrüder Becker, sowie Bankdirektor Wilh. Geist, erhalten als Kaufpreis 35 000 Mk. I. Rainrob, 19. Rov. Der im Walbe an der Straße Rainrod—Eifa gelegene Steinbruch Ziehberg, der fiskalisches Eigentum ist, wurde st tilge legt, vermutlich eine Folge der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage. Ein Gang in das verödete Dasaltwerk zeigt, daß hier noch Schätze von unfern Kindern und Kinbeslindern zu heben sind. :/: Atzenhain, 19. Nov. In den nächsten Tagen nimmt hier ein Kursus in Hauswirt- fchafts - und Kochunterricht feinen Anfang. Der Besuch ist für die beiden Jahrgänge der Mäd chenfortblldungsschule verbindlich. Es hat sich aber außerdem eine Anzahl älterer Mädchen zur freiwilligen Teilnahme gemeldet, so daß die Gesamtzahl der Teilnehmerinnen 24 beträgt. Geleitet wird der Kursus von einer jüngeren Lehrkraft, Frl. Deiß, die das Landesbildungsamt für den Kreis Alsfeld verpflichtet hat, da nach und nach auch an anderen Orten des Kreises solche Kurse stattfinden sollen. Die Dauer ist auf etwa sechs Wochen festgesetzt worden. Kreis Lauterbach. > 5 Lauterbach, 19. Rov. Sn beruflicher Hinsicht zeigt unser neuer gemein berat bic folgende bemerkenswerte Zusammensetzung: 6 Beamte (darunter 3 Lehrpersonen), 4 Arbeiter unb Angestellte, 5 Gewerbetreibende. __ Starkenburg. WSN. Darmftabt, 19.Nov. In Worms ist der Volontär Fritz Gülsmann mit 35 000 Mark, die er mittels gefälschten Schecks bei .der Darmstädter und Nationalbank abgehoben hatte, flüchtig gegangen. Rheinhessen. WSN. Rüsselsheim, 19. Nov. Ein hiesiger früherer Separatistenführer hatte auf dem Grabe seines anläßlich der Separatisten- tinruhen in Bauschheim erschosienen 20jährigen Sohnes eine Inschrift anbringen lassen, die bei vielen Friedhofsbesuchern Anstoß erregte, deshalb zweimal nächtlicherweise von Unbekannten entfernt, aber immer wieder, zuletzt in sehr aufreizender Form, erneuert wurde. Das Kreisamt Groß- Gerau hat deshalb jetzt mit Zustimmung des Gemeinderats von Rüsselsheim und des hessischen Ministeriums des Innern als Nachtrag zur Friedhofsordnung eine Polizeiverordnung erlassen, wonach Denkmäler, Grabsteine, Grabkreuze und deren Inschriften, wenn sie der Würde des Friedhofs nicht entsprechen, entfernt werden müssen. Bereits vorhandene Inschriften sind sofort zu entfernen. Verfehlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafen bis zu 150 Mark bestraft. WER. Mainz, 19. Rov. Der kürzlich hier verstorbene Kommerzienrat Schmahl hat testamentarisch verschiedene wohltätige Stiftungen gemacht. So hatte er für Errichtung eines Altersheims 200 000 Mk., für den '-nesigen Feuerbestattungsverein, beiten langjähriger Vorsitzender er war, 10 000 Mk. und einigen älteren Freunden, die ihr Vermögen in der Snflationszeit verloren haben, eine lebenslängliche Rente von je 400 Rkk. ausgesetzt. aste Verletzungen »sbarrr Mhe des ten hiesigen Stein- ,ufaU, dah mehrere t Unfall bewahn m eines Steines srdmalie lvs- Augenblicle nach len Stelle in bic ildungsschust Es beftchen JW eine* Men und gemischt berus- chemischen gW auswärtige Schaler K. An der Fort' .uvtamtlicher rbelehrer und M em hauptamMen nod) einige * Ader Sewerb' ijnenhain erteilt, 'm der jrung des inen. Ä w. » L «ri us. dro M Mast, Sehern SLmrM freut sich 9unW f ig. 'M Dank "l'Üete Schutz/ usgelAoq. horst, aal 'und kann IZeit w röen. E btn n 2^"' nep^ EWöS , uno Obstbau durch !„ ftatt ® 6# .»Sw1 SjäE SgäsS Nil dies Redners Vatfonu» 50pfg. H empfiehlt n Th. Brück nimmt cudi heut und morgen Elektrizitätswerke und Strahenbahn der Stadt Gießen 10808c 10807c -2 8 ^6 tutfudui! hier Schmalz, rein amerikan., per Pfund iiniiiiitiiiiiiiioiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiimiiiii Dause. 09356 Neuen Bäue 10 v. Stott arten Frankfurt a. M. Vorzug. 10995D Kokspreise Gießen, den 19. November 1925. 11013D Städtisches Gas- u Wasserwerk 11016t D £ 6 ■K v 11002a 11015c Ä» per Liter per Liter 5 6 8 SV, 5; De Dei lags Sämtliche Masebnen lär \ Schreiner, Wagner üsw.wj Glessen Brandplatz (Altes Schloss) 4624V -x 06 J O 7 er es per per per per 5 10 Stück Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund für alle zufet üblid eineß stellen Scheu Dem das t baldi ff. Salatöl ff. Backöl . . Eier..... Weizenmehl Blütenmehl O Auszugmehl . , Phönix i. S. Phönix i. S. . Zucker, fein Kristallzucker Streuzucker. Mandeln Kokosflocken Zitronat . . . Orangeat . . Ammonium . für vom men< der1 fung ' Tüchtige Schneiderin nimmt noch Kunden an in u. auher dem Jlt )nha to i Mel MiaU. */4. Pfund x/4 Pfund L/i» Pfund Det 1 12—1 1 3 Hungen, den 18. November 1925. Hessisches Amtsgericht Düsseldorf. 11021v Bekanntmachung. Betr. Strahenbahnbetrieb. Ab Montag, den 23 November d. 36. verkehrt der letzte Wagen ab Friedhof um 4.35 Uhr nachmittags. Giehen. den 19. November 1925. Direktion der Straßenbahn. ne„c Bürgermeister Rein. ab 23. November Grobkoks Nuhkoks Gaskoks ist heizkräftig. Gaskoks ist leicht zu verfeuern. Gaskoks ist billig und sparsam. 0.98 1.28 1.10 0.18 0.20 0.22 0.26 1.65 3.10 0.84 0.32 0.40 0.60 0.72 0.88 0.50 0.08 für Damen, Herren und Kinder in großer Auswahl kaufen Sie gut und billig im Frankfurter Schuhlager VV" Beste Paßform. Große Auswahl in allen Preislagen. Filz- u. Kamelhaarschuhe Gummischuhe, Gamaschen, Jagd» und Tourenstiesel. Adolf Heid Ria Heid geb. be Haas Vermählte eing in t -uni licht Zeich 1912 Mei) weise Eber Montag, den 23. November v. IS. vormittags IV Llhr, wird ein abgängiger Gemeindeeber auf hief. Bürgermeisterei versteigert. Aliendors a. b. Lumda, den 20. Nov. 1925. _____—_________________ |i! Wurme KindLeczeitung,Dßc kleine Coco oder die Lom£eiJtungel^eg£aii$k Teppiche Vorlagen Felle Chaiselonguedecken Schwaab’s Weinstuben geöffnet bis 12 Uhr nachts per . V« per Bei der Verichtsschreiberei des Amtsgerichts Hungen soll ein Kan-lei geht lfe eingestellt werden Die Bewerber haben den Nachweis der Fertigkeit in Kurzschrift (120 Silben) sowie im Maschinenschreiben durch eine Prüfung bet dem Justiz. Ministerium in Darmstadt zu erbringen Bewerbungen sind bis zum 25. November 1925 unter Dorlage eines vollständigen Führungszeugnisse- vom 14. Lebensjahre ab, der Schul- und BeschäftigungSzeug- niste, eines selbstverfatzten und selbstge- schrlebenen LevenSlaufs mit näherer An- gäbe über Lebens» und Bildungsgang, Familienstand, Staatsangehörigkeit uito sowie eines kreisärztlichen Zeugnisses bei dem unterzeichneten Amtsgericht etnzu» reichen. Bewerber, die bereits bei einer Ge» richtsschreiberei tätig waren, erhalten den Qualitäts- Schuhwaren für Straße B uns' '''ch GU5 me: wjft 5?cin pa om Hk« fr Attg biet. AjfJ Ä» Lri'L wo hQ, -'n,* htoif 05 ybf« ® btt CT Ql MM WM«! Seltersweg?! Gießen Seltersweg 71 ieTSHjeig; che man sich e unb bei win bas ’S W man aut bl"! in ba5' Wieder _ S**s Ausstellung im früheren Hotel Einhorn, Lindenplatz 1 Die «jilötlifl 9051011 iiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimiiimiimiiiiiiniiiiiiiiiiiiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ifloespiootomm für Sanrslsg. 21. Hooemöer 1925 10 Uhr Dorrn.: ab geöffnet. Tanz Gesellschaft Vortragsabend Dr. Leonhard Bläh, Berlin SamStag. den 21. Nov., abdS. 6'/. 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(15 mag (ehr unnnötig erscheinen, nach neuen Rcisewegen und Reisezielen zu suchen, wo es auf Gottes weiter Erde so viele schöne Fleckchen gibt, nach denen Unzählige sich in Sehnsucht verzehren, ohne jemals Zeit, Geld und Gelegenheit zu haben, an das Ziel zu kommen. Und doch sind cs gerade diese drei Faktoren, Zeit, Geld und Gelegenheit, die demjenigen, dem. Golt alsmal öfters die „rechte Gunst" erweist, zwingen, sich nach neuen Wegen und Zielen umzusehen, wofern er keine ausgetretenen Straßen wandern will. Keine Zeit und kein Geld" beutel ist unbeschränkt, und geht der Reiseorang erst mal hinaus auf5 Meer, so verengen sich die gebotenen Gelegenheiten in ganz erheblichem Maße. Ganz vermeiden, wird sich die ausgetretene Straße' nie lassen, aber wenn man sie als Anmarschweg benutzt, so gelangt man zu Zielen, zu denen sonst der Er- holungsreisende nicht so leicht kommt. So ist es auch mit dem syrischen Küftenbummel, der hier geschildert werden soll. Da hat man Prospekte aller möglichen Schifs- sahrtsgesellschasten gewälzt, um immer wieder zu erkennen, daß endweder b'ie Zeil oder das Geld nicht reichte, oder daß die Gelegenheit nicht paßte, und daß man bestenfalls ein Ziel erreichen könnte, das nicht außerhalb des Gebräuchlichen, des Vielbesuchten und also llcberlaufenen läge. Und dann fällt einem das Büchlein des „Lloyd Triestino" in die Hand und man findet einen regulären Schiffskurs, der einen an Orte führt, wo nur derjenige hinkommt, dem ein Amt, ein Geschäft oder sonst ein zwingender Grund dieses Ziel fetzt. Heraus aus dem regnerischen Deutschland in die sonnenbestrahlte Bergwelt Tirols. Salzburg mit seiner hochragenden Feste von schimmerndem Sonnenglast iiberstrahlt und das Gosteiner Tal schwellend und blühend noch »n sommerlichen Farben prangend, lieber die Brücke bei Görz, die immer noch eine Kriegsbrücke ist und die Last des Zuges nur widerwillig erträgt. Tief unten der Isonzo, der so vieles deutsches Blut trank, und dicht dabei der stille Friedhof, auf dem Hundert und Hunderte deutscher Helden zur letzten Ruhe gebettet sind. Dunkel liegt die Nacht über den Bergwänden, und immer stärker wird die Müdigkeit nach fast vierundzwanzigstün- biger Fahrt. Da, ein Ruf vom Fenster her, und alles drängt sich, um dieses Märchenbild zu schauen, bas ba tief im Tal sich ausbreitet. Die Lichter von Trieft. Eine Vision von Schönheit, wie fid) ba Lämpchen an Lämpchen reiht, wie sie das Rund des Meeres uni- kränzen und sich in der stillen Fläche roieberfpiegehi, und wie zuckend die Flämmchen die dunklen Berghänge hinanklettern, um als schimmernde Tropfen wieder hinabzugleiten. Auck) das müdeste Auge weitet sich und trinkt dieses Bild, das jedem unvergeßlich fein wird, der es jemals erschaute. Unvergeßlich wird ihm auch bleiben der Kamps um die Unterkunft in Triest, unvergeßlich das betrübende Bild obdachloser Reifender, die hungrig und müde von einem Hotel zum andern wandern, um überall abgewiesen zu werden, ba sie es unterließen, rechtzeitig vorher Unterkunft zu bestellen. Unvergeßlich auch aber unb alle Beschwernisse der Nacht wieder aus- löschend, am anderen Tag die Fahrt zum Schloß Miramare, diesem Marmortraum inmitten von Lorbeergärten und dann die Fahrt hinauf zum „Optfchina", von wo nun das nächtlich erschaute Bild sein Tagesantlitz zeigt, bas in einem Leuchten unb Sprühen von Farben, in einer Belebtheit son- bergleichen noch bercmschenber ist als dieses. Nein, will man nur Impressionen geben, mit flüchtigen Strichen nur die Umriffe des Erlebnisses zeichnen, so muß man sich losreißen, denn sonst spräche man mit Faust: „Verweile doch, du bist so schön . . . ." Der Dampfer „Carnaro" ist ein wackeres Sd;iss. Glicht gerade groß, fo etwas über 6000 Tonnen, aber stabil gebaut und mit all den Einrichtungen sorglich versehen, die dem Reifenden die schwimmende Wohnstätte aud; für Wochen wohnlich zu machen vermögen. In sinkender Nacht, während wiederum der Lichterkranz von Triest erstrahlt, sticht er in See, um am dämmernden Morgen im Hafen von Venedig anzulegen. So sieht man auch Venedig einmal von der Rückseite, und dies ist nicht ohne Gewinnn, denn ehe man sich aus dem Gewirr der schmutzigen Gäßchen unb der kleinen Seitenkanäle herausgefunden hat in das Venedig, bas ber Fremde sonst nur kennt, hat man auch einen Einblick, einen wirklichen Einblick in bas Volksleben getan unb hat man Studien machen können, die dem Touristen sonst fern bleiben. Wieder — man muß sich losreißen, so neu auch immer wieder, so überwältigend das Erlebnis dieser Stadt ist. Aber wahrlich, es sind Deutsche genug hier, die zurügekchrt, das Erlebnis in allen Farben schildern unb bie es schließlich und endlich doch dadurch zu einer Münze machen, die schon abgegriffen ist. Adriasahrt. Immer blauer das Meer, immer durchglänzter der Horizont. Ancona mit dem köstlichen Juwel der alten Marienkirche am Platze liegt hinter uns, vor uns steigt langsam unb majestätisch aus weißem Schaum und schimmernder Bläue ber Karst Dalmatiens auf. Unser Schiff legt in der Bucht von Vratniza an, um Zement für Griechen- lanb einzunehmen. Köstlich dieses kleine Dörflern, das wie bie Spielzeugnachbildung Venebigs sich auf ein paar Inselchen angefiebelt hat und nun vom Wasser umflossen, unter den Wolkenschatten ber Berge baliegt. Hier ich schon unbekanntes Gebiet. Hier nutzt man bie Zeit, um auf einem braven Eselein hinaufzureiten nach ber alten Römerstadt Salone, wo eben neue Ausgrabungen prächtige unb selten wohlerhaltene Mosaiken zutage gefärbt rt haben. Dann über bie Bucht nach Spalata, wo bas Auge in Köstlichkeiten ertrinkt. Nicht verweilen, nicht verweilen! Aber dieser Marktplatz, ber wie bie Halle eines herrlichen Palastes ist, flankiert von ben Marmorsäulen des Psristyls aus ber Zeit Diokletians, läßt ben Blick nicht los. Was wirb die Reife noch Schöneres bieten können als biefes? Hier müßte man verweilen, hier bleibt ein Stück bes Herzens zurück, wenn man fid) losreißt. Und wieder kreuzt man in der Nacht bie Adria. Wieder ist man auf italienischer Erde. Selten wird ber Tourist hier nach Bari kommen, aber Pilger aus dem Osten, aus Rußland zumal, suchten in Friedenszeiten zu Tausenden unb Abertausenden die Stadt aus, die in einer der ältesten Kirchen der Christenheit, umschloßen vorn silbernen kunstvoll gearbeiteten Schrein die Gebeine bes Heiligen Nicolaus birgt. Einige Plätze gibt es in ber Welt, bie von einer fo andachtsvollen Stille find, daß man Golt nahe fühlt. Das ist am Beguinenhof im toten Brügge, das ist der Platz um Pisas Dom, das ist cber war einmal der Marktplatz von Tctuan in Abendstille. Unb ein solch heiliger Ort ist auch hier der Vorhof vor bem Dom San Nicolo. Brindisi, du bist eine Enttäufchung! Irgendetwas anderes stellst du vor als du bist. Dein Name ist so Delannt in der ganzen Welt, du stehst i.i jedem besseren Kursbuch, jeder Roman, ber weltmännisch fein will, muß einmal bich erwähnen unb doch, was bist du im Grunde genommen für ein Nest! Gewiß, auch du hast deine Schönheiten wie olle italicniidje Stätten ihre Schönheiten haben, cber du bist Provinzstabt, völlige Provinzstabt und dein Ruf gaukelt etwas vor, was du nicht im entferntesten befigt. Aber ein wackeres Fort hast du, das man nicht photographieren darf unb einen Flugplatz, auf dem die junge Luftwaffe Italiens übt. Hinüber nach Dalmatien, das ist kein schwerer Flug!.Wer weiß, ob es nicht bald zu diesem Fluge kommt, denn die Spannungen, die hier diesseits und jenseits der Adria bestehen, scheinen auf bas Höchste gesteigert zu sein unb drängen zur Entladung . . . Der Fall Hau. Aus Karlsruhe kommt die seltsame Nachricht, daß die badische Justizbehörden gegen den 1906 zum Tode verurteilten, dann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten und 6n Herbst vorigen Jahres unter bestimmten Bedingungen mehrere Monate vor seiner Amnestierung frei- gelassenen Rechtsanwalt Karl Hau einen neuen Haftbefehl erlassen habe, weil er gegen die Voraussetzungen seines «trasurlaubes „auf Wohlverhalten" durch die Veröffentlichung feiner Erlebnisse im Z uch t - Haus verstoßen habe. Der Fall Hau, der seinerzeit in Taben ungeheures Aufsehen erregte, ist entschieden einer der interessantesten der modernen Rechtsprechung. Hau wurde damals unter dem Verdacht fesigenommen, auf der Kurpromenade in Baden-Baden seine Schwiegermutter, Frau Molitor, ermordet zu haben und auf Grund eines, wie der Verurteilte in seinem Vuch selbst anerkennt, selten lückenlosen Indizienbe ei^es zum Tode verurteilt. Das alles und seine siebzehn Lahre hinter Kerkermauern hat Hau vor kurzem in einem von ihm der-! faßten Vuch geschildert. („Lebenslänglich", Verlag von Ullftein Verlin.) 3n dieser journalistischen Verwertung seiner Erlebnisse und Eindrücke glauben nun die badischen Justizbehörden einen Grund gesunden zu haben, um gegen Hau einen neuen Haftbefehl loslassen zu können. Das ist in der Tat etwas eigenartig, da Hau doch offenbar nicht gegen die bestehenden Gesetze per* /stoßen hat und ihm schließlich kein Mensch verwehren kann, das, was hinter ihm liegt, seinen Mitmenschen zu vermitteln. Wirtschaft. ' Der amtliche Großhandelsindex. Die auf den Stichtag drs 17. November berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 11. November (119,9) um 0,9 Proz. auf 121,0 gestiegen. * Weitere russische Auslandaufträge. Vach Moskauer Meldungen haben die russischen Handelsvertretungen eine Reihe neuer Lieserungsverträze mit einer Anzahl angesehener Aus andsirmen abgeschlo'sen. So hat die Vertretung in Deutschland Verträge auf Lieferung von Landwirtschaftsmaschinen mit den Firmen Rudolf Sack, Friedrich Krupp, Heinrich Lanz und Fletter-Ha"el abgeschlossen, wobei die genannten Firmen einen dreijährigen Kredit gewähren. Die russische Handelsvertretung in Oesterreich hat unter den gleichen Bedingungen einen Tertia i auf Gielerung von Dreschmaschinen mit der Firn a Hofherr°-Swran--Klyton-Shuttle- worth abgeschlossen. Schließlich sind von der Handelsvertretung in Schweden Verträge auf Lie e.ung von Se, a a'oren und Buttermaschinen mit den Firmen Alfa Separator D'abolo und Ta'tie unter günstigen Bedingungen abgeschlossen worden. berliner Börse lEigenel Drahtoerckch des „G cßener Anzeigers".) Berlin, 19. Rov. Die Rervosität der Börse, die bereits im Spätverkehr des Dienstags verstärkt zum Ausdruck kam, hat heute noch eine Steigerung erfahren. Die Spekulat.on wies vor allem auf die zunehmende 311 i q u i ö i» tät unb Goldleere unserer Wirtschaft hin, die bekanntlich in letzter Zeit die Bilanzen einiger maßgebenden Industriegefell- schasten gele.inzeichnet haben. Reben allerlei beunruhigenden Gerüchten über die Finanzlage ver- sch'.e c e. air e cle er 11?. er. esmu :ge.i tourl e bei Beginn u. a. bekannt, daß die hiesige Bankiirma Ladan, Stiehl & Co. sich unter Geschäftsaufsicht gestellt hat. Diese Tatsache wurde naturgemäß lebhaft besprochen und beachtet, da es sich hier um eine angesehene Firma handelt. Die Kurse des Aktienmarktes erfuhren infolgedessen eine weitere Senkung, die besonders bei einigen Spezialwerten starke Formen annahm. D.ese Mißstimmung nutzte die Spekulation vielfach zu Abgaben au3, so daß die Tendenz von vornherein als schwach zu bezeichnen war. Auch heimische Anleihen wurden von dieser Bewegung ergriffen. Daneben lagen chemische Werte einige Prozente niedriger, wobei besonders die Arbeits- tämpfe in der chemischen Industrie mitwirkten. Im Gegensatz zu dem großen Kapitalmangel in der Wirtschaft behält der Börsengeld- markt ein flüssiges Aussehen bei. Tägliches Geld ist zu 1 bis 9 Prozent und darunter angeboten. Monatsgeld stellt sich auf 10 bis 11 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt neigte Warschau mit 6,90 gegen Kabel eher zu Schwäche. Paris schwankte gegen London und stellte sich mit 122,10 erneut schwächer. Mailand lag stabil. Nordische Valuten waren mäßig befestigt. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,35, Paris 6,02, Amsterdam 59,16^. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 19. Rov. Die an der Rachbörse eingetretene leichte Erholung wurde im Abendverkehr durch eine schwächere Strömung wieder verdrängt: wie man hörte, übten Berliner Abgaben einen neuen Druck aus, der Banknoten. Brier 112,53 Hl 10 59 80 12.44" 5.1:82 111.97 80.70 59.50 l2.:-87 5.8)2 Devisenmarkt Derl'.n—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 4.208 19.07 104 88 20,31) 18 63 189..2 85 7 59.23 kursmäßig aber nicht so sehr fühlbar wurde. Der Schluß war etwas freundlicher gehalten, so daß infolge von Deckungsbedürsnis dte Rachbörsenotierungen zum Teil wieder erreicht werden konnten. Deutsche Anleihen kaum verändert, öproz. Reichsanleihen wurden im Freiverkehr zu 0.180 bis 0.182 genannt. Deutsche Anleihen: Schuhgebietsanleihen 4.000, 4proz. Bayern 0.220, Zoll türken 7.12, 4proz. Türken 1905 6.425, 5proz. Goldmexikaner 43. öproz. Silbermexikaner 13.87, 4* 1 '-Proz. mexikanische Irrigationsanleihe 23.37. Bankaktien: Commerzbank 93.25, Darmstädter Bank ultimo 103. Deutsche Bank ultimo 103, Dresdner Bank ultimo 100, Mitteldeuische Kreditbank 99.25. Oesterreichilche Kredilallien 6.95. Montanartien: Phönix ultimo 60. Chemische Aktien: Badische Anilin ultimo 113.62. Scheideanstalt 68.85. Elberfelder Farben 112.37, Höchster Farben ultimo 113. Transportaktien: Rordd. Lloyd 70.5. Baltimore 63. Industriealtien: AEG. 87. Elektrisch Licht und Kraft 37, Cßlinger Maschinen 28.50, Holzinann 38. Inag 0.35. Löwenbräu München 156.50, Pokorny u. Wittekind 23.12, Wayß u. Freytag 58.25, Offstein-Zucker 40. Börsenkurse. Tciitidjc yicldtSciifclhe 4% Ternsche Reichsanleihe . 3Vi% Deutsche RcichSanleche 3°/. Deutsche RcichZauleihe Deutsche E.'arprämicnanle:he 4°/0 Prcusjische Konlols • . ■ 4° 0 Hessen........ ■ 3'/2°/a Hessen......... 3% Hessen Deutsche Dertb. Tollar-Anl. dto- Doll. Schotr-Anireisna-') 4°/o Zolltürkcn 5°/0 Goldmcrikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Pnvat-Lonk Darmiu und yiationalban! Deutsche Bant Deutsche AcreinSbank .... TtSconto Commandit Metaltbank. ...... Mitteldeutsche Kreditbank Lcstcircichilche Creditanftalt Westbank ...... Bochumer Guh ...... Buder..S ........ Caro . Tcutsch-Lurcmbura .... Gelsenkirchener Bergwerke. Harpencr Bergbau . . . . «aliroerle Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Vaurahütt; Oberbedarf Phönix Bergbau . ..... Rueimtahl ...... Nie bett Montan ....... Tellus Bergbau...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramllche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pdilivv Holjmunn ..... Ängto-Conr -Gncmo Badische Anilin Chcnmche Mäher Alavin . . Goldschmidt .... Gries erntet Electron .... Höchster Farbwerte ..... Holjverkohlllng ....... Rülgerswcrke ....... Schetdeanstatr ..... Allg. ElekrrijttätS-Gesellschaft Bergmann Mcnnkrastwerke . . Schubert ........ Siemens A Halske .... Adlcrwcrke.Hieltet ..... Daimler Motoren Henliyenllaedi 1 cautit. Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun MetallgeseU chaft Frankfurt Tct. Union A.-G Schuh'abrik Her; Sichel ........ Scüfto t Waldbof . . . . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waadäulel Geld «,188 18.-7 UH.36 20,29 16, 5 168,3.8 16.-1 85.34 -.8.93 Berlin. 19 Novbr Amerikanische Woien . . . . . Belgische Noten Dänische Noten ...... Englische Noten....... . Französische Noten ...... Holländische Noten .... 5kl lienische Noten...... Norwegische Noten. . . . . Deuisch-Oellerr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schwerer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . i^rcutf nrt a.M- Berlin Schluß- fturi Stfius Ulerta. n-t; 5d)7uS* JlU.5 MiNa; MtU 17 11. | 19 11 17. 11. 1 19 1t 0.197 0 182 >.'0 5 1 - 185 11,2; — 0 225 0 215 0 225 1 0 185 1,2175 0 195 U 2*5 j 28 0 3 0 26 0.11 0.111 0 Li 1.1175 O.?2 0,19 .*05 ü 1975 — — — — 0,2 0,14 — 0 2 0,19 Ol-’I 90.2 91,75 •— 97.1 97,1 97.375 97.35 7 5 7.13 7,5 6.9 43 43 - 44 132.5’ — • 132* 130* 91 25’ 94* 84 25' v.1,9- 103,5* 103' 103, V 1 >3* * • 103* 11'4* 103.2* 6'5 — - 101.2- 101’ 101.5* 100,7* 70 68 5 _ • 8',75* —• 6.5 6 95 6J5 0,9 0.03 0,03 — - —• —• 6.5* 64* 33,7.) 30 75 33 33.5 —- 28 75' 3'2.75* >1 9* G ,5‘ — ’ 5.5* 63. 5* — __• l.ü' 69 75* 9.* 94’ •J7’ 94 4* 99.5* 1'8 101.1 97 107,5 105.5 1U8.4 10;,5 33.5 32 34 1) 33,5 40.7 5' — * 41 5 39,7 * 61* -'0* 62.5’ 10* — f.o.r 52* 49,5* — 11 64,5 61 43 43 — — 68,-5* 67.5* 68•75* 67.25* 73,75" 70 75* — 73.62* 71 5* 51 50 — — <1,6 38 40.3 — — — 68,25 — 115.7* 113.6* 115.7* 114,2* — — — — — 54 56 55 1 111.9 111 5* >13* Ul.4* 113* 114,6’ 112,9* 43 13 41.4 — — — 49* 49’ 71 68.*5 — — - • 88.75* 189 75* »7.4* 68* —' 68.25* 64.5* 69.5 66 5 - — 61.5* 57.5’ 60.25* 5 .5* 76,5' 75* 6 25* 73* 26 23 •>r 24.5 20 5 15 20 16,5 18 15 — — 26 23 — - — 25 21 20 — - — — 85 83 — — 57 •53 53 50 23.2.5 2' 75 '22 :5 — 2 4 2.1 1.75 1.5 9 5 7 78.5 773 45,5 ^6 50 - 39 39 5 42 5 i? Novbr- 9 Nov r. Ämtliche Nvti runa 9(nu(: De Ndlicruna c.>eld i Brie- ('n * 'J’ncr Äiwl.-Mou 168.7S 169.20 16h 76 139,18 Bu n AircS 1.750 1. 54 1.750 1.754 Brn.-Aniw 19.02 19 06, 19 01 19.05 Chrisliania 84 59 85 81 85.5 ' 85 81 .itopznhnfl.'ii 104.62 104 >8 (04 50 1'14.80 GtorfOolnt U2.21 10 55 16 75 112,49 112.26 112,54 Heliingsors Italien. . London. 10,59 16.73 10,55 >6.72 10,59 16.76 20,331 20.3 1 20.324 20,3 4 Neunork . . 1.19 1.215 1 195 4.20- Paris. . . 16.*7 16 81 16 57 6,-1 Schwei; . -0 87 '1.07 *0 87 81.07 Sva icn ■ 5*.63 59.77 59 6 5 ,82 Iaran . . .783 1.787 1 780 1.784 6 io dr Ian Wien in D-- ) 611 0.613 ') 612 -614 Ceft. abfleft 59.11 59.25 59 10 59.24 Prag . . . 12 122 12 4'. 12.127 12,<67 Bclzrad . . 7.43 7.45 7.435 : ,455 Budapest. • 5,8 5 5,895 •i 875 i,895 B»l arten 3.04 1,05 3.047 3.057 y-ffabou 21.275 0,3 5 21 275 2- ,32 Danda. . 80.58 -0 71 80 f > 80.78 Konst ntin- *.36 2.37 2.'15 2.325 91fhrn 5 69 5 71 5 69 5 71 Canada. . 1.197 1.207 4 197 4.2 7 Uruguay 4.30 4.31 4.315 4, 25 Frankfurter Schlachtdiehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Rvv. Auftrieb: 1 Kuh, 798 Kälber, 1010 Schafe, 761 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Psd. Lebendgewicht': Kälber' Feinste Mastlälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 75, geringere Mgst- und gute Saugkälber 55 bis 64, geringe Saugkälber 50 bis 54. Schaf e: Mastlämmer und Masthärnmel 43 bis 48, geringere Masthämmel und Schafe 32 bis 42, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzfchafe) 23 bis 30. Schweine: Dollsleifchige von 80 bis 100 Kg. 90 bis 94, mrteE 80 Kg. 80 bis 89, Van 100 b^s 120 Kg. 92 bis 95, von 120 bis 150 Kg. 92 bis 94, unreine! Sauen und geschnittene Eber 75 bis 85. Marktverkauf: Kleinvieh bei regem Handel geräumt, norddeutsche Mastlälber auch über Rotiz gehandelt: Schiveine chinterlassen bei langsamem Handel Lieberstand. Frankfurter (Setrcibcborfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 19. Rov. Cs touxbetx notiert: Weizen. Detterauer 23 bis 23,75, Roggen, inlänb. 17.50, Sommergerste für Drauz wecke 21,50 bis 23,75. Hafer, inländ. 18,50 bis 21, Mais gelb 19 bis 19.25. Weizenmehl, inländ, Spezial 0 38.50 bis 38,75, Roggenrnehl 24.50 bis 24,75 Weizenkleie 10, Roggenkleie 10 bis 10,25. Tendenz fefter. Berliner Produklenbörfe. Berlin, 19. Rov. Die überseeische Abschwächung der öctreibcnotierungen bleibt beute hier ohne Einslus!. Das Inlandangebot ist trotz ver- stärkler Drusch arbeiten ziemlich gering und außerdem immer noch hoch im Preise gehalten. Da nun seitens der Exporteure weitere Deckungsfrage bestehen bleibt, finden die erhöhten Preise über- wiegende 'Bewilligung, und zwar für Roggen mehr als für Weizen. Auch im Zeithandel wurden die alten etwas ermäßigten Kurse zum Teil bis zu 3 Mk. überholt. Weizen notierte zum ersten amtlichen Kurse 244.5 per Dezember und für längere Sicht (März) 219, Roggen eröffnete per Lieferung im nächsten Monat 2.50 und für längere Sicht 3 Ml. gebessert. Mehl etwas fester. Futterartikel ruhig. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt. 231 bis 233. do. Dez. 244,50 bis 246,50, do. März 249 b.S 250,50, do. Mai 253,50 bis 254, Roggen, märt' 145 bis 148, do. Dez. 165 bis 167,50, dv. März 177 bis 179,50, do. Mai 180 bis 183,50, Gerste, märt 184 bis 208, Futtergerste 148 bis 160, Hafer, märt 166 bis 178, do. Dez. 178,75, Mais, lofo Berlin 197 bis 202; für 100 Kilo: Weizenmehl 28,50 bis 32,50. Roggenmehl 21,25 6'6 23,50 Weizentleie 11,20 bis 11,30, Roggenllsie 9,20 bis 9,40, Dittoriaerbfen 23 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Ackerbohnen 19 bis 22, Wicken 20 bis 25, Lupinen, 6-iau 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14,40 bis 14,80, Leinkuchen 21,50 b's 21.70, Trvckerrschnitzel 7,60 biß 7,70, Torsmelasse 9 bis 9,20. Kartoffelstöcken 13,80 bis 14,10, Zucker 20,20 bis 20,50. DÄchertisch. — Hegel, Eine Auswahl. (Alfred Krö- ner, Verlag, Leipzig.) Dr. Friedrich Bülow hat sich die 'Aufgabe gestellt, in einem schmalen Bändchen eine sinngemäße Auswahl aus Hegels Werken zu geben. Ilm den Philosophen nicht allzu abstrakt und metaphysisch oder- logijdj verstiegen erscheinen zu lassen, hat er den sozialphilosophischen Leitgedanken über das Buch gestellt und erzielt so in der Auswahl eine einheitliche Formung bes Grund- und Leitgedankens. Den Abschluß bildet der Ausblick auf bie Geschichtsphilosophie des Denkers. 283 — Wilhelm Reuhaus. Der Jakobiner- Prinz und andere Geschichten. (HanS Ott-Verlag, Hersfeld.) Ein frisch-fröhliches Buch mit tollen Geschichten, vom Iakobinerprinzen (Prinz Karl Konstantin von Hessen-Rotenburg), von dem Begräbnis der schönen Eva von Trott und von einem wilernden Pfarrer. Das Buch, der hessischen Heimat verbunden, wird gerade in Hessen viele Freunde finden. 59 Hermann Werder mann, Der evangelische Pfarrer in Geschichte und Gegenwart. Im Rückblick auf 400 Jahre evangelischesPfarrhaus. Le pzig, Quelle LMehcr. Paul DrewS, einst Professor der Praktischen Theologie in Gießen, schuf eine m't großem Dank begrüßte kulturhistor.sche Darstellung der Geschichte des evangelischen Pfarrers. Jetzt, nach etwa 20 Jahren, hat Werdermann in engerem Rahmen eine ähnliche Aufgabe zu lösen gesucht. (Seine Darstellung ruht auf Dcews: das bekennt er selbst mit Dank. Drews' Witwe hat ihm das unveröffentlichte Manuskript der Vorlesung, die ihr Gatte über den evangelischen Pfarrer gehalten hat, zugänglich gemacht. Aber Werdermann hat doch nicht unerheblich aus Eigenem beigesteuert. Er hat mancherlei und b'.sonderes über die mittel-, ost- und norddeutschen Verhältnisse ermittelt und dadurch der Schrift eine eigene Färbung gegeben. Auch hat er über Drews hinaus, der um 1800 abbrach, das 19. Jahrhundert und die Gegenwart berücksichtigt. Mancherlei Eprzelhelten illustrieren und beLb:n in sehr glücklicher Weise. So ist ein recht lesenswertes, fesselndes Buch entstanden, das jedem kulturhistorisch Interessierten empfohlen w.rden farm. I:n Iubi- lärnnsjahr des evang. Pfarrhauses ist das Erscheinen d efer Schrift besonders zu begrüßen. 570 Breslau. M. Schian. —r Johann Sebastian Bach: Kirchen- 51 an taten. Mit einer Einführung in ihre Geschichte, ihr Wesen unb ihre Bedeutung, herausgegeben von F. W. F r a n ck e. (In Reclams Uni» verfalbibliothek, Philipp Reclam, Leipzig.)— Das Buch ist ein Geschenk, bas ben Freunben Bachscker Musik viele Freude machen wird. Es gibt eine Genealogie ber Familie Bach, berichtet über Kirchenmusik nn allgemeinen und bereu typisches Instrument. bie Orgel, unb bringt die Texte ber meist- aufgeführten Kantaten selbst mit musikalischen Erklärungen. 590 — Richarb Metz: Franz Liszt. (Reclanr, Leipzig.) Liszts Leben, über bas noch eigentlich kein grunblcgenbes Werk besteht, hat unendlich viele lebendige Beziehungen zu bem gesamten geistigen Europa bes 19. Jahrhunderts. Der Verfasser hat mit Geschick bas Wichtigste erfaßt unb zu einem abgerundeten Lebensbild zusammengeschlossen. 591 — Friedrich Nietzsche, Heber bie Zukunft unserer Bilbungsan st alten. (Alsreb Kröner, Verlag, Leipzig.) Die so überaus reichhaltige Reihe ber kleinen Vänbchen von Krö- ners Taschenausgabe enthält in Nr. 41 bie fünf Vorträge des jungen Nietzsche „lieber bie Zukunft unserer Bilbungsanstalten". Da es ber bamals erst 27 Jahre alte Professor nicht schicklich fand, den würdigen Ratsherrn und Kollegen ber Universität Basel, bie ihn zu biefem Thema aufgeforbert hatten, seine oftmals bitteren Erkenntnisse und Wahrheiten ins Gesicht zu sagen, kleidete er seine Gedanken in ein poetisches Gewand. Die Klarheit feiner Gebankenführung unb ber prophetische Blick des klugen Denkers sind frappierenb unb erfdjüti temb zugleich. Es ist ein Verdienst des Verlegers, diese Reben m einer billigen Volksausgabe ber Allgemeinheit zugänglich zu machen. 367 ' f/2^2 besonders geeianef zum Genuss mit Milch, oder Sahne als Trühsiüjcks- CLetränh.- Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. (Schluß.) Da schob Hanns den Elfenauer beiseite. „Lassen Sie mich mitfahren, Tylander, ich kenne den Rhein." Er stand schon im Boot. Tylander bezwang seine Abneigung, sagte kurz , bitte", und sie legten die Ruder aus. Schweigend fuhren sie in den Strom. Hanns wollte die Mitte gewinnen. Aber Ty- lander drückte das Fahrzeug aus der Strömung und hielt am Schilfgürtel hin, der weit ins Wasser hineinwuchs. Die großen Nachen, waren schon um die Biegung verschwunden. In flüsternder Einsamkeit trieb das Boot. Die Abendfarben waren im sanften Dämmer verblaßt. In ruhigem Drang zog der gefesselte Strom. „Laß mich auch mal, Papa," bat die Kleine und stand auf. Tylander fing sie auf und stellte sie zwischen die Knie. „Elsi, du bringst mich aus dem Takt", scherzte Hanns, als sie das Ruder ins Wasser drückte. Tylander wandte sich zu ihm um. „Kann ich Sie morgen früh auf Ihrem Bureau oder an einem anderen Ort treffen^ ' „Sie treffen mich von sieben Uhr an im Turbinenhaus." Knapp und spröd fielen Frage und Antwort Hanns hielt die Ruder flach. Dicht strich das linke am Schilf. Gr wollte das Boot durch einen Kreuzschlag in den offenen Strom drängen, um den Reusen und Stcllnetzen zu entgehen. Aber Tylander schlug trotzig das rechte Ruder em und das Boot kragte zurück. Elfi packte lachend zu und half, unwillkürlich verstärkte auch äylander den Zug. „Geben Sie acht, ine Pfähle —" wollte Hanns rufen, da schnellte der Kiel vorn in die Höhe, Tylander gab in der Hast einen falschen Schlag, und die schmale Gondel kippte um. Das geschah so rasch und mühelos, daß das Kind noch mit einem Lachen ins Wasser schoß. „Festhalten!" schrie Hanns und warf sich weit hinaus, um das gekenterte Boot, das halb unter Wasser trieb, zu entlasten. Er war leicht gekleidet und wußte, daß der Strom trug. Ein weißes Bündel, das Kind, Gerhart Tylander hob es an die Oberfläche, und in gemeinsamer Anstrengung schoben sie es auf den Kiel. Das Boot war quergeschlagen und in den offenen Rhein hinausgetrieben worden. Die Männer schwammen zu beiden Seiten und stützten das Kind, das, vom Schrecken erstarrt, halberstickt aus dem glatten Kiel hockte. Nichts war zu hören als der keuchende Atem der Männer und das gleichmäßige Klatschen der Wellen im gekenterten Kahn. Hanns hob sich mit starkem Schlag aus dem Wasser. Das Boot trieb letzt mitten im Rhein. Dünste standen an den Ufern, Wälder blickten herab, der letzte Rosenschein verging am Himmel. Ein Reiher strich mit heiserem Schrei zu Horst. Da schrie Hanns Ingold den Notruf der Rheinschiffer, und „Alli-aho" schallte es mtt voller Kraft über den glitzernden Strom. „Die anderen muffen uns ja sehen," keuchte Tylander. Hanns wußte, daß das nicht möglich war. Das Kind fiel mit einem kläglichen Wimmern vornüber. „Elschen," schrie Tylander und fühlte, wie ihm die Glieder erstarrten im kalten Rhein. „Ich halte sie," antwortete Hanns und ergriff das kleine kalte Bein, das leblos über den Kiel hing Da spürte er, daß das Wasser heftiger zu drängen und zu saugen begann. Das Boot geriet ins Schwanken und drohte sich seitwärts zu wälzen und unterzuaehen. Er begriff, daß sie verloren waren, wenn nicht bald Hilfe kam. „Tylander!" „Ja", keuchte Gerhart. „Ich schwöre Ihnen, daß Ruth rein und un- tadelhast dastcht. Glauben Sie mir?" Er stieß die Worte keuchend hervor, seine Kräfte begannen zu schwinden. Er wußte, daß er den Eid leisten mußte und sprach die Worte ohne Zagen. „Ich glaube Ihnen, Ingold." Gerhart Tylander griff wieder kräftiger aus. Aber es war nur die Wirkung dieser Beschwörung gewesen, seine Kraft war erschöpft. Das Boot sank tiefer, das Kind tauchte schon bis an die Hüften ins Wasser. Tylander verlor den Halt. Das Boot kippte, das Kind fiel. Und dreimal rangen sie mit schwindenden Kräften gegen den Tod, drehten dreimal den Kahn, ehe er wegsacken konnte, und hoben dreimal das erschöpfte, schon leblos gewordene Kind auf den Kiel. Noch einmal warf Ingold mit letzter Kraft den Oberleib aus der Flut. In der Ferne der Gitterstrich der Brücke, um ihn her der stärker saugende, die Füße wegfegende Drang des Wassers — sie trieben dem Lauffen zu. »Lylander — nach rechts — die Insel!" Schwarzer Baumschlaa stand vor letztem Opal — die Insel! Die Insel uno vielleicht die Rettung! Ader Tylander konnte das Boot nicht regieren. Es trieb nach links ab in die Strömung, die zwischen den Quadern des Werkes wie ein Sog wirkte. Da keuchte Hanns: „Lassen Sie das Boot los — schwimmen Sie frei — das Wasser trägt Sie hin." „Das Kind!" keuchte Gerhart und griff nach dem weißen Püppchen, das vielleicht noch lebte. .Lassen Sie los — Sie zuerst — ich das Jtinbl* Und Gerhart erriet, stieß ab und schoß in das Weidengebüsch, ehe sie daran vorbeitrieben. Das Doot lag schon einen Fuß unter Master, gurgelnd entwich die Luft. „Hierher, Jnaold!" Im letzten Willensakt warf sich Hanns Ingold quer über den Kiel, stemmte das Knie auf, schnellte mit dem Kind in die Höhe, spürte das Boot entweichen, fühlte das Püppchen aus feinen Händen gerissen und schlug dann schwer zurück in die Flut. .Lnaold!" Er konnte Tylander nicht mehr antworten. Et das Weinen und plötzlich Armen glatt aus und hob mühsam den Stopf, schon müde, schon vom Rhein in Schlaf gewiegt. Da hörte er ganz fern, ganz süß, ganz voll Liebe und wie letzter Sehnsucht Llbschiedsgruß feinen Namen rufen. „Hanns Ingold!' klang es im Rauschen des Rheins. Und ein stolzes, trotziges Aufbärttneo ging durch seinen Leib, er trat hinunter in die schwerflüssige Tiefe, schnellte auf, und als ihn die Flut hob, sah er in der Ferne, dort, wohin ihn der Strom un» widerstehlich riß, ein mächtiges Fanal aufflammen, Sonnengluten aus hundert Bogenfenstern brechen, weiße Lampen gegen den Rhein schwanken, Lichterketten funkeln, das Tal, den Rhein, die Wälder erglänzen und erblickte dicht vor sich im Mittelpunkt dieser neuaufleuchtenden Welt sein Werk als strahlenden Kern. Da hob er die lallen Hände zum letzten Gruß, und der Strom, den er gefesselt, fesselte auch ihn und zog den Müden hinab. Ende. horte Stimmen hallen und verhallen, des gerettete» Kindes, Hupen heulen Glocken klingen. Ader noch einmal strich er mit den In Beantwortung der vielfachen in den letzten Tagen ergangenen Anfragen gebe ich bekannt, daß ich als früherer Assistent des verstorbenen Herrn Zahnarzt Or. Paul ReinewaM dessen Praxis unverändert und in seinem Sinne weiter führe. uowv Dr.Carl Schott,Zahnarzt Gießen, Friedrichstraße 15 :: Telephon 763 Gießen, Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke Für den Winter: t Wetterfeste Stiefel i für Damen, Herren, Mädchen, Kinder Halb- und Spangen-Schuhe für Straße, Tanz und Gesellschaft Tourenstiefel, Skistiefel Filz- und Kamelhaarschuhe in großer Auswahl Promenade- u. Ledergamaschen, Gummischuhe !! Bei besten Qualitäten billigst gestellte Preise N "«'s Sängerkranz Gießen Sonntag, 22. November, nachmittags 5 Uhr, in der Neuen Aula der Universität, mit einer öffentlichen Hauptprobe am Samstag, 21. November, abends 8 Uhr, ebenfalls in der Aula.: Die Kreuzfahrer Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Niels W. Gade Vorher: Finale aus der unvollendeten Oper LORELEY von Mendelssohn-Bartholdy Leitung: Albert Kasten, Gießen Solisten: Adele Metz (Sopran), August Jordan (Tenor) Dr. Adolf Block (Baß), Frankfurt a. M. Chor: Gemischter Chor des Sängerkranzes Orchester: Kapelle des Reichsw.-I.-R. 15 zu Gießen und andere geehrte Künstler Karten im Vorverkauf ab Mittwoch, 18. Nov., bei E. Challier, Musikalienhandlung. Preise der Plätze: 4 Mk., 3 Mk. und 2 Mk., Hauptprobe: 1 Mk. J0845D Ihr Benzin- bezw. Rohölmotor Ist verrußt! iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw Entrußen Sie ihn mit Zitzol! Mönetecheatainil' Paola-Apparate und 10763c Kinos, Vorrätig in allen Preislagen. Photohaus Karn, Schuistr. 9412c Haus. Hansa in allen feldgrau, 10,— an 0.— an von 'J Tel.'210 auch nachts 1 Trevve! 09368 Stück Ml. IN.- Manchester - Anzüge Piets tagen Lodenjovvcn, auch in von l’it. 14.— an Wtndjackcn von Pit. Gummtmäutel von Mk 17.— an Plaue Ardeitsauzllge Mk Weiirdinder-Anzüae M! i1 — schwarze Hosen für Reihtet Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, tiahnhotsir 60 vorn. 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