Dienstag, 20. Moder (925 M. 246 Erstes Blatt (u 115. Jahrgang GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Das Vertragswerk von Locarno Artikel 8 der Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfitäts-Vuch- unb Stembruderei R. Lange in Stehen, ächriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe 1. Stimmen mit tretet der in Teile auf sich des er» kerbundes, die zur wirksamen Wahrung Weltfriedens geeigneten Maßnahmen zu greifen. Deutschland. Belgien, Frcink- und Italien (Anlage A), zwischen Deutschland und Vertrag zwischen' 'köih, Großbritannien Schiedsabkammen Belgien (Anlage B), Schiedsabkommen Ausnahme Derjenigen der Ver- bie Feindseligieiten verstrickten vereint haben. Artikel 5. zwischen Deutschland und Annahme von Anzeigen fürdie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jcdcDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Boldpfennig, Platzvorfchrift 20"/, Auf. schlag. - Verantwortlich für Politik xl Feuilleton: I)r. Friede Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen Lrschetnt täglich, außer Sann- und Feiertags Beilagen: «LiebenerFamllienblättei Heimat im Bild. AonatL-öezvgrpreis: .?Goldmark u 20 Gold- w'ennig für Trägerlohn, ,,xch bei Nichterscheinen man einzelnen Nummern i:-.folge höherer Gewalt. Fiernsprech-Anschlüsfe: Schriftleitung 112, Der- lxgundGcschäftssielleol. Anschrift für Drahtnach- । chten:AnreigerSiehen. Postscheckkonto: : Sjranffurt a. M. 11686. Die Destirnmung des Artikels 3 des gegenwärtigen Vertrages wird in nachstehender 'Decke unter die Garantie der vertragschließenden Teile gestellt: Wenn sich eine der im Artikel 3 genannten Mächte weigert, das Verfahren zur friedlichen Regelung zu befolgen, oder eine schiedsgerichtliche oder richterliche Entscheidung auszuführen und eine Verletzung des Artikels 2 des gegenwärtigen Vertrages oder einen Verstoß gegen die Artikel 42 oder 43 des Vertrages von Pariser Besprechungen über die „Rückwirkungen" auf Rhein Beratungen des Reichskabinetts. Versailles begebt, so finden die Bestimmungen des Artikels 4 Anwendung Falls eine der im Artikel 3 genannten Mächte ohne eine Verletzung des Artikels 2 des gegentoärtigen Vertrages oder einen Verstoß gegen die Artikel 42 oder 43 des Vertrages von Versailles zu begehen sich weigert, das Verfahren zur friedlichen Regelung zu befolgen oder eine schiedsgerichtliche oder richterliche Entscheidung auszuführen, so wird der andere Teil die Angelegenheit vor den Völkerbundsrat bringen, der die zu ergreifenden Maßnahmen Vorschlägen wird. Die hohen vertragschließenden Teile werden diese Vorschläge befolgen. Artikel 6. Die Bestimmungen des gegenwärtigen Vertrages lassen die Rechte und Pflichten unberührt, die sich für die hohen vertragschließenden Teile aus dem Friedensvertrag von Versailles sowie aus den ergänzenden Vereinbarungen einschließlich der in London am 30. August 1924 unterzeichneten ergeben. Artikel 7. Der gegenwärtige Vertrag, der der Sicherung des Friedens dienen soll und der Völker- bundssahung entspricht, kann nicht so ausgelegt werden, als beschränke er die Aufgabe des D ö l - Der Inhalt der Vertragsentwürfe. - und Saar ter deutscher erungs-KonM !) hat für verf-bledene Bv zirke die anderen Signatarinächten anzukündigenden Antrag eines der hohen vertragschließenden Seile mit einer Mehrheit von mindestens zwei Drittel der Stimmen feststellt, daß der Völkerbund den hohen vertragschließenden Teilen hinreichende Garantien bietet. Der Vertrag tritt alsdann nach Ablauf einer Frist von einem Jahre außer Kraft. Artikel 9. Der gegenwärtige Vertrag soll keinem der britischen Dominions noch Indien irgendeine Verpflichtung auferlegen, es sei denn, daß die Regierung der Dominions oder Indiens anzeigt, daß sie diese Verpflichtung annimmt. Artikel 10. Der gegenwärtige Vertrag soll ratifiziert werden und die Ratifikationsurkunden sollen sobald als möglich in Genf im Archiv des Völkerbundes hinterlegt werden. Er soll in Kraft treten, sobald alle Ratifikationsurkunden hinterlegt sind unö Deutschland Mitglied des Völkerbundes geworden ist. Der gegenwärtige, in einem einzigen Exemplar aus- gefertigte Vertrag soll im Archiv des Völkerbundes hinterlegt werden, dessen Generalsekretär gebeten wird, jedem der hohen vertragschließenden Teile beglaub'gte Abschriften zuzustellen. Zu ilrfunb dessen haben die eingangs genannten De- vollinächtigten den gegentoärtigen Vertrag unterzeichnet. Geschehen zu Locarno am 16. Oktober 1925. L. — Str. — E. V. — A. D. — A. C. — V. M. B. u. C Die Schieds- verträge mit Belgien und Frankreich. Der deutsch-belgische und der deutsch-französische, ebenso wie die Hauptbestimmungen des deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Schic: svertra- ges bestimmen, daß alle nicht auf gewöhnlichem diplomatischem Wege gütlich zu regelnden Streitfragen einem Schiedsgericht oder dem ständigen internationalen Gerichtshof zur Entscheidung unterbreitet werden sollen. Der Art. 1 betont, daß der Vertrag keine Anwendung auf Streitfragen findet, die aus vor dem Abkommen laufenden Tatsachexx entsprungen sind. Vor jedem Schiedsverfahren und vor Anruftmg des internationalen Gerichtshofes kann nach Art. 2 jede Streitfrage einer ständigen Vergleichskommis s io n unterbreitet werden. Diese besteht aus fünf Mitgliedern, von denen je ein Mitglied den beiden vertragschließenden Mächten, die drei übrigen unter gegenseitigem Einvernehmen aus Staatsangehörigen dreier verschiedener Mächte gewählt werden. Ihr liegt die Klärung der strittigen Frage ob, Ixe hat das Recht, alles geeignete Material auf dem Wege der Untersuchung oder sonstwie zu sammeln, um einen Vergleich zwischen den Parteien zu ermöglichen. Sie schließt ihre Arbeit mit einem Protokoll ab, das den Vergleich oder den Mißerfolg seststellt. Bei einem Mißerfolg gelangt die Frage dann zum ftänbigen internationalen Gerichtshof oder zu einem Schiedsgericht auf Grund des Haager Abkommens von 1907. Alle nicht im Art. 1 bezeichneten Fragen können der ständigen Der- gleichskominission unterbreitet werden. Findet dort keine Einigung statt, fo gelangen fie gemäß Der gegenwärtige Vertrag soll gemäß Völkerbunbssahung beim Völkerbund eingetragen werden. Er bleibt so lange in Kraft, bis der Rat auf den drei Monate vorher den Art. 15 vor den Dö Ik e r b u n d s r a t. Besonders wichtig ist die Bestimmung, daß alle hier formulierten Schiedsablommen' auch bann zwischen den jeweils beteiligten zwei Mächten zur Anwendung gelangen, wenn andere Mächte gleichfalls beteiligt sind. Hierunter fallen alle aus dem Versailler Vertrag ent« stehenden Streitfälle, da hier Deutschland jeweils den Alliierten oder den alliierten und assoziierten Mächten gegenülersteht. Es kann jeden einzelnen Streitfall auf Grund der neuen Schiedsverträge für jede einzelne Macht vor die vorgesehene Schiedsbehörde bringen. D. u. E. Die Schiedsverträge mit den Ostmächten. Der deutsche Reichspräsident und der Präsident der Republik Polen, gleichermaßen entschlossen, b:n Frieden zwischen Deutschland und Polen aufrechtzuerhalten, indem sie die friedliche Regelung der zwischen beiden Ländern etwa entstehenden Streitigkeiten sichern im Hinblick auf die Tatsache, daß die internationalen Gerichte zur Achtung der durch die Verträge begründeten oder aus dein Völkerrecht sich ergebenden Rechte verpflichten, sind einig darin, daß öie Rechte eines Staates nur mit seiner Zustimmung geändert werden können, und in der Erwägung, daß die aufrichtige Beobachtung des Verfahrens zur friedlichen Regelung der internationalen Streitigkeiten die Möglichkeit gibt, ohne Anwendung von Gewalt die Fragen zu lösen, die die Staaten entzweien könnten. Sie haben beschlossen, ihre gemeinsamen Absichten in dieser Hinsicht in einem Vertrage zu verwirklichen uitb haben zu Bevollmächtigten ernannt: ..........die, nachdem sie ihre Vollmach- ten ausgetauscht und in guter und gehöriger Form befunden haben, über folgende Bestimmungen übereingekommen sind. (Die einzelnen Artikel des Entwurfs entsprechen den Artikeln des vorstehend in feinen Hauptzügen wieder- gegebenen Schiedsabkommens mit den West- Mächten. Der deut s ch -1 s chech i scheSch'eds- vertrag hat den gleichen Wortlaut wie der deutsch-polnische.) F. Das Durchmarschrecht. Die deutsche Delegation hat gewisse Klarstellungen hinsichtlich des Artikels 16 der Völkerbundssatzung verlangt. Wir sind nicht zuständig, im Namen des Völkerbundes zu sprechen. Wir zögern aber nicht, nach den in der Versammlung und den Kommissionen des Völkerbundes bereits gepflogenen Beratungen und nach den zwischen uns ausgetauschten Erläuterungen ihnen die Auslegung mitzuteilen, die wir unsererseits dem Artikel 16 geben. Nach dieser Auslegung sind die sich für die Bundesmitglieder aus diesem Artikel ergebenden Verpflichtungen so zu verstehen, b^ß jeder der Mitgliedstaaaten des Bundes gehalten ist, l o t) a l und wirksam mitzuarbe i ten, um der Satzung Achtung zu verschaffen, und u m jeder Angriffshandlung entgegen- z u t r e t e n , in einem Maße, das mit seiner militärischen Lage verträglich ist, und das seiner geographischen Lage Rech- II u n g trägt. E. D.— A. B. — A.C.— B.M.— Dr. B. — A.S. iicher q?C c'n HwL-Mk Nen J unö, 6i L denken, j“ k^gte, Jaden c hangen ßr r«? «n ' untergraben"^ ÄL'T»« . NkgeblaÄ. H 4re ^te. 3m umher toif Emnns Ulanen jj»* Wl( h'"" folgt.) icanfreitf) (Anlage C), Schiedsvertrag zwischen Deutschland und Polen •? IZTnlage D), Schiedsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei (Anlage E). Liese Urkunden, die schon jetzt „ne varietur" ; paraphiert werden, sollen das heutige Datum H tragen. Die Vertreter der beteiligten Parteien vcr- iubaren, anx 1. Dezember d.I. in London lijammenflutreten, in einer Sitzung die förm- ’ i -d) e Unterzeichnung der sie betreffenden Ur limbcn vorzunehmen. Der französische Minister hc auswärtigen Angelegenheiten macht Mitteilung hwon, daß im Anschluß an die obenerwähnten tiriroürfc von Hilfsverträgen Frankreich, ‘,'elcn und die Tschechoslowakei in Lo- -irno gleichfalls Entwürfe zu Abkommen auf- S’fieUt haben, um sich gegenseitig den Nutzen dieser .’itrugc zu sichern. Diese Abkommen werden rcgel- i dfct beim Völkerbund hinterlegt werden. Herr frianb hält aber schon jetzt die Abschristen davon |ic Verfügung der hier vertretenen Mächte. Der x ohbritannische Staatssekretär für auswärtige An- > lnburgF«S°^ ulrliolst . „«5 iie'in eTfabreti&enbfte Unten q u o, die Unverletzlichkeit dieser Grenzen, wie sie durch den in Versailles am 28. Juni 1919 unterzeichneten Friedensvertrag oder in dessen Ausführung festgesetzt sind, sowie die Beobachtung der Bestimmungen der Artikel 42 und 43 des bezeichneten Vertrages über die entmilitarisierte Zone. Artikel 2. Deutschland und Belgien und ebenso Deutschland und Frankreich verpflichten sich gegenseitig, in keinem Falle zu einem Angriff oder zu einem Einfall oder zum Kriege gegeneinander zu schreiten. Diese Bestimmung findet jedoch keine Anwendung, wenn es sich ^handelt: a) uni die Ausübung des Rechtes der Verteidigung. das heißt des Rechtes zum Widerstand gegen eine Verletzung der Verpflichtung des vorstehenden 2lbsatzes oder gegen einen flagranten Verstoß gegen die Artikel 42 und 43 des Vertrages von Versackles, sofern ein solcher Verstoß eine nicht provozierte Angriffshandlung darstellt, und wegen der Zusammenziehung von Streitkräften in der demilitarisierten Zone ein sofortiges Handeln notwendig ist: b) um eine Aktion auf Grund des Art. 16 der Dölkerbundssatzung; c) um eine Aktion, die auf Grund einer Entscheidung der Versammlung oder des Rates des Völkerbundes oder auf Grund des Art. 15 Abs. 7 uer Dölkerbundssatzung erfolgt, vorausgesetzt, daß sich die Altion in diesem letzten Falle gegen einen Staat richtet,' der zuerst zum Angriff geschritten ist. Artikel 3. Im Hinblick auf die von ihnen im Art. 2 beiderseits übernommenen Verpflichtungen verpflichten sich Deutschland und Belgien sowie Deutschland und Fi'anlreich auf friedlichem Wege, und zwar in folgender Weise alle Fragen jeglicher Art zu regeln., die sie etwa entzweien und die nicht auf dem Wege des gewöhnlichen diplomatischen Verfahrens gelöst werden können. Alle Fragen, bei denen die Parteien über ihre beiderseitigen Rechte im Streite find, sollen Richtern unterbreitet werden, deren Entscheidung zu befolgen die Parteien sich verpflichten. Iede andere Frage ist einer Q5 e r - gleichskom Mission zu unterbreiten. Wird her von dieser Kommission vorgeschlagenen Regelung nicht von beiden Parteien zugestimmt, so ist ■ ie Frage vor den Völkerbundsrat zu bringen, der gemäß Art. 15 der Völkerbunds- satzung b:findst. Die Einzelheiten dieser Methoden friedlicher Regelung bilden den Gegenstand besonderer Abkommen, die am heutigen Sage unterzeichnet worden find. Artikel 4. a) Ist einer der hohen vertragschließenden Teile der Ansicht, daß eine Verletzung des Art. 2 des gegenwärtigen Vertrages oder ein Verstoß gegen die Art. 42 oder 43 des Vertrages von Versailles begangen worden oder begangen wird, so wird er die Frage sofort vor den Völkerbundsrat bringen. b) Sobald der Völkerbundsrat feftgeftellt hat, daß eine solche Verletzung oder ein solcher Verstoß begangen worden ist, zeigt er dies unverzüglich den Signatar mähten des gegenwärtigen Vertrages an, und jede von ihnen d e r b f I i d) t e t sich, in einem solchen Falle der Macht, gegen die sich die beanstandete Handlung richtet, sofort ihren Beistand zu gewähren. c) Im Falle einer flagranten Verletzung des Art. 2 des gegenwärtigen Vertrages oder eines flagranten Verstoßes gegen die Art. 42 oder 43 des Vertrages von Versailles durch einen der hohen vertragschließenden Teile verpflichtet i i d) s ch o n jetzt jede der anderen vertragschließenden Mäd)te. sobald ihr erkennbar geworden ist, daß diese Verletzung oder dieser Verstoß eine nicht provozierte Angriffshandlung darstellt und daß im Hinblick, fei es auf die bleberschreitung der Grenze, fei es auf die Eröffnung der Feindseligkeiten oder die Zusammenziehung von Streitkräften in der demilitarisierten Zone, ein s o - sortiges Handeln geboten ist. demjenigen Teile, gegen den eine solche Verletzung oder ein solcher Verstoß gerichtet worden' ist, sofort ihren B e i st a n d zu gewähren. Dessenungeachtet wird der gemäß Abs. 1 des gegenwärtigen Artikels mit der Frage befaßte Völkerbundsrat das Ergebnis seiner Feststellungen bekanntgeben. Die hohen vertragsd)ließenden Teile verpflichten sich in solchem Falle nach Maßgabe der Empfehlungen des Rates zu handeln, die alle Das Schlußprotokoll. Berlin? 19. Okt. (Wolff.) (Vorläufige lieber- c zung.) Die Vertreter der deutschen, belgischen, 'aitischen, französischen, italienischen, polnischen und ^lahechoslowakifchen Regierung, die vom 5. bis zum 1165. Oktober 1925 in Locarno vereint waren, um encinfam die Mittel zum Schutze ihrer Völker ■ce: der Geißel des Krieges zu fudjen unb für die 1lrieblid)c Regelung von Streitigkeiten jeglicher Art ji« etwa zwischen einigen von ihnen entstehen lo unten, zu sorgen, haben ihre Zustimmung zu ben limhDürfen der sie betreffenben Verträge unb Ab- 'o mnen gegeben, bie im Laufe ber gegenwärtigen Konferenz ausgearbeitet worden sind unb sich auf- imanber beziehen. falls einem Spruch des Haager Schiedsgerichts unterordnen, der zwei andere schic dsver trag lich gebundene Mächte in der gleichen Sache betrifft. Die sogenannten -Rückwirkungen" ergeben sich teilweise aus Dem Vertrag selbst. Die Auswirkungen des grundsätzlich veränderten Verhältnisses zwischen Deutschland und seinen Vertragsgegnern, die aus d«: naheliegenden Kompetenz und psychologischen Gründen von der Initiative der Gegenseite ausgehen sollen, sind in aller Kürze zu erwarten. Ausdrücklich ist dabei von deutscher Seite die Frage der ersten Rhelnlandzone angenommen worden, deren Vereinigung als Selbstverständilchkeit und nicht als Rückwirkung des Paktabschlusses zu gelten hat und nächster Tage durch wechselseitige Erklärungen erfolgen dürfte. Es würde die ideelle Bedeutung des Vertrages verkleinert haben, wenn die als freiwillig gedachten Leistungen der Gegenseite. über deren Rotwendigkeit sich bei den Verhandlungen kein wie immer gearteter prinzipieller Widerspruch ergeben hat, als von Deutschland verlangte und ausgehandelte Konzessionen betrachtet würden Dah es ernst wird mit ihrer Erledigung in der kürzest technisch möglichen Zeit ergibt sich daraus, dah Der englische Außenminister Chamberla in zur Weiterbehandlung dieser Fragen mit dem französischen Premierminister Painlev4 in Gesellschaft Briands alsbald nach Paris gereist ist und das der Oberkommissar im Rheinland Tirar d und der Oberkommandierende General Guil- l a u m a t nach Paris gebeten worden sind. Das Reichskabinett hat heute die Sach- verständigenverträge und die Berichte Der beiden deutschen Hauptdelegierten über Die Locarno- Konferenz entgegengenommen unD ist iu Die Beratung Der Materie eingetreten. Voraussichtlich wird der bevorstehenden Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder schon ein fertiges Ergebnis dieser Kabinettsberatungen zugrunde liegen tonnen, aus dem hervorgeht, dah die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen Deutschlands er st nach den Erklärungen des französischen und englischen 2Iu» fjenminifters in ihren Parlamenten gefaßt zu werden brauchen. Berliner Pressestiminen. Die deutsch national en Zeitungen erkennen an, daß manches in Locarno erreicht worden sei. manches jedoch zweifelhaft oder sogar unbefrieDigend sei. Das endgültige -Urteil behalten sie sich für den Zeitpunkt vor. da man weiß, ob und inwieweit Die Gegenseite sich bereit gezeigt habe, Den deutschen Forderungen hinsichtlich Der Rückwirkungen des Vertrages von Locarno nachzukommen. Die konservative »Kreuzzeitung" unterstreicht, Dah Die Ostschiedsverträge ebenso wie Die westlichen entgegen den französischen und polnischen Wünschen nach dem deutschen System entworfen worden feien. UnbefrieDigend gelöst fei Die Frage des Kündigungsrechts und auch Die Erklärung Der Bertragsgegner hinsichtlich des Art. 16 des Völkerbundsftatnts könne in Der vorliegenden Form nicht gutgeheißen werden. Die Deutsche Tageszeitung, das Organ des Neichslandbundes, erklärt, dah man den Charakter eines Verzichts auf deutsches Land aus dem Wortlaut des Westpaktes, wenigstens bei loyaler Auslegung, nicht herauslesen könne. Die schwersten Bedenken dagegen äußert Das Blatt hinsichtlich Der Regelung Des Artikels 16, Der französischen Ostgarantic, Die zwar in Direkter Form in den Abmachungen nicht erhalten sei. Die jcDodj indirekt in Den Bertragskomplex hineingeschmuggelt werden könnte, und des französischen Einmarschrechts. In Den ganzen Völkerbundsfragen müßte ein sehr viel klareres Recht für Deutschland geschaffen werden, als es bisher Der Fall sei. 3m Gegensatz zu Den eben genannten Blättern bezeichnet Der Deutschnationale „Lokal- anzeiger" Die Regelung des Art. 16 als ausreichend. Auch Daß Die Ostgarantiefrage gefallen ist, wird von dem Blatt hervorgehoben. Bedenklich mühte freilich der Abschluß neuer Abkommen zwischen Frankreich, Polen und der Tschechoslowalei stimmen. Das Blatt betont Dann weiter. Daß entsprechend Der Rote vom 20. 7. Der Verzicht auf Deutsches Land beseitigt ist. Denn Der territoriale Status quo dürfe zwar nicht durch militärische Mahnahmen abgeändert werden, je- doch seien Diplomatische Wittel dazu Der 3Dee nach nicht ausgeschlossen. 2luch Die Dem Außenminister nahestehende „Tägliche R u n D s ch a u", Die hervorhebt, Daß Die deutsche Ausfassung sich in allen Punkten in Locarno durchgesetzt hat, weist darauf hin, daß eine Aenderung Des Versailler Vertrages auf friedlichem Wege auch fernerhin nicht ausgeschlossen sei. Daß die Frage Der Rückwirkungen in Locarno nicht in vertraglicher Form gelöst worden fei, habe feine Ursache Darin, Daß Den Außenministern Die Vollmacht zum Eingehen vertraglicher Bindungen gefehlt habe. In Der Sache selb st habe jeDoch weitgehende Uebereinftimmung bestanden. Auch Die französische Delegation habe bestimmte Rückwirkungen Des Sicherheitspaktes auf Fragen Der Besetzung für ganz selbstver- stänDlich gehalten und sich nur auherstanDe erklärt, ohne die Hinzuziehung gleichberechtigter Minister bindende Verpflichtungen zu übernehmen. Jedenfalls sei allen ^Beteiligten klar, daß eine Unterzeichnung des Vertrages von Locarno nur erfolgen könne, wenn Die notroenDigen Rückwirkungen vorher sichtbar geworden find. Die „G e r m 6 n i a“, Das Berliner Zentrumsblatt, weist auf Den großen Unterschied zwischen Versailles und Locarno hin. Während es Dort hieß: Deutschland verzichtet, DeutschlanD erkennt an. handelt cs sich hier um «Ine Konferenz von Gleichberechtigten und der Vertrag von Locarno ist das Ergebnis freier Verhandlungen, in denen Druck und Drohungen keinen Raum hatten. Locarno hat Den 'Beweis erbracht, daß Deutschland wieder als Weltmacht gewertet wirb. Das demokratische Verl. Tagebl. unterstreicht vor allem Die englische Garantie des Rheinpattes. Roch niemals in seiner Geschichte habe sich England in einer ähnlichen Form gebunden. Der Rheinpatt sei Die magna charta des künftigen Gemeinschaftslebens der Völker Europas. — Die links demokratische Voss. Z t a. weiß mitzuteilen, daß Die 'Delegierten Der Westmächte bei Den unformellen Verhandlungen in Locarno folgende Zusage gemacht haben: Verminderung Der Truppen im Rheingebiet (schwarze Truppen Dürfen überhaupt nicht mehr verwandt werdens, Reuregelung Der Lu ftver- lehrsverhältnisse: Deutschland kann feine Luftflotte, die nicht für Kriegszwecke bestimmt ist, auf denselben Stand wie Die der Alliierten bringen. Erleichterung des Rheinlandregimes und Abänderung der Verhältnisse im Saargebiet. Der sozialistische „Vorwärts" meint, mit dem Locarnovertrag höre Die Zweiteilung Europas auf. Die völkische „Deutsche Zeitung" nennt Locarno eine verlorene Schlacht und das Vertragswert eine selbstlose Selbstaufgabe. Acmkreichs Schiedsgerichts- Verträge mit Polen und der Tschechoslowakei. Paris, 20. Ott. (W.) Der französisch- polnische Schiedsgerichtsvertrag, der mit dem französisch-tschechischen Schiedsgerichtsvertrag im Wortlaut vollkommen identisch ist, besteht aus vier Paragraphen, von Denen der wichtige erste folgenden Wortlaut hat: Für Den Fall, daß Polen oder Frankreich durch einen Verstoß Der heute von ihnen und Deutschland zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens übernommenen Verpflichtungen berührt werden, verpflichtet sich Frankreich und umgekehrt Polen, in Anwendung des Artikels 16 des Bölkerbundpaktes sich unverzüglich Hilfe und Beistand zu leisten, wenn ein solcher Verstoß von einer unprovoziertea Ergreifung Der Waffen begleitet wird. Für den Fall, daß der Völkerbundsrat bei Beurteilung einer Frage, Die auf Grund Der erwähnten Verpflichtungen zu feiner Begutachtung unterbreitet wird, es nicht durchsetzen kann, daß ein Bericht von seinen sämtlichen Mitgliedern und den Vertretern Der beteiligten Parteien angenommen wird, und daß Polen oder Frankreich ohne Herausforderung angegriffen wird, werden sich Frankreich und umgekehrt Polen aus Grund des Artikels 16 Absatz 7 des Bölkerbundpaktes unverzüglich Veistand und Hilfe leisten. Chamberlain in Paris. Besprechungen mit dem Minister* • Präsidenten Painlev^. Paris, 10. Oft. (IU.) Der englische Außenminister hat sich entschlossen, bei seiner Rückreise Aufenthalt in Varis zu nehmen und Dort mit Dem französischen M i u i st e r p r ä s i D c n t e n Pain - l e ü 6 eingehenD Rücksprache über Den Vertrag von Locarno zu pflegen. Die Unterredung Dauerte 11 Stunden. BrianD, Der Der Aussprache beiwohnte, blieb nad) Der Sitzung noch eine volle StunDe bei Dem MinisterpräsiDenten. Journalisten erklärte er über Die UnterreDung: „Wir haben uns über Die Folgerungen, Die man aus Dem Vertrag von Locarno ziehen muß, unterhalten. Die Umgruppierung Der Truppen im RheinlanDe wirD Hauptaufgabe Der Botschasler- konserenz sein. Wir Ijaben Den französischen MinisterpräsiDenten nur genau Darüber informiert, was in Locarno geschehen ist. NiemanD in Frankreich kann jetzt behaupten, Daß Die französische Grenze nicht geschützt sei. Frankreich hat in Locarno keines seiner Rechte aufgegeben. Der „Temp s" hebt mit Rachdruck in seinem gestrigen Leitartikel hervor, daß die Alliiertere im Hinblick auf die Räumung der Kölner Zone und der Erleichterung des 'Besatzungsregimes Deutschland gegenüber keinebindendenAb- machungen eingegangen find. Die französische Auffassung hierüber werde in vollem Umfange von englischer Seite geteilt. Die Unterredung zwischen Painleve und Chamberlain könnte daher nur erneut das Einvernehmen zwischen Frankreich und England in den Deutschland gegenüber einzuschlagenden Methoden zum Ausdruck gebracht haben. Die geplante Zusammenarbeit mit Deutschland dürfe auf keinen Full für die Alliierten eine Politik der Derzichtleistung werden. Alte Möglichkeiten der Entspannung und Verständigung bestehen, wenn man sich im Rahmen des Friedensvertrages bewege. Außerhalb des Vertrages fei nur eine Aben-- teurerpolitik möglich, die dazu führen werde, daß die in Locarno erzielten Ergebnisse vergebens seien. Chamberlain über Locarno. Paris, 19. Ott. (WTBH Staatssekretär Chamberlain. der beim heutigen Empfang der französischen, englischen und amerikanischen Pressevertreter vor allen Dingen Die Deutsche Initiative vom 9. Februar als eine „große Aktion" bezeichnete, erklärte alsDann noch folgendes: Ich bin in das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten mit bestimmten Ansichten über die Lage in Europa gekommen, und was ich in Der Folge erfahren habe, Hal meine erste Meinung mir bestätigt, daß näntlich der Friede noch nicht abgeschlossen sei. Europa blieb in zwei Lager geteilt. Der Geist Der Völker war immer noch der Geist aus der Kriegszeit. Obzwar der Friede unterzeichnet war, herrschte noch die Kriegsatmosphäre und lastete auf uns, beeinflußte alle unsere Handlungen. Ich habe mir alsdann gesagt. Daß, wenn Dieser Zustand noch einige Jahre anbauern wird, es zu spät fein wird, ein Heilmittel zu finden, und daß, wenn man nicht ziemlich rasch dazu gelangen würde, den Krieg weil hinter sich zu lassen dadurch, daß man die ehemals feindlichen Völker versöhnt, dies notwendigerweise früher oder später zu einer Katastrophe führen müsse, die für alle Länder noch verhängnisvollere Folgen haben mühte, als dec große abgeschlossene Krieg. Ich wollte ein Mittel Les Ausgleichs zwischen Den Alliierten von gestern und Den Feinden von gestern finden, und wir haben es gefunden. Wir haben ans einer herzlichen, sehr festen Entente zwischen Frankreich und Deutschland den Frieden aufbauen könne». Ich habe immer die Ansicht vertreten, wenn ein absolute- Vertrauen zwischen den beiden Regierungen herrschen würde, es möglich sei, eine Aussöhnung mit Deutschland herbeizuführen, die wir alle, ob wir Deutsche, Engkänder oder Franzosen sind oder irgendeiner anderen Ration angehören, so nötig haben. Wenn wir in der kleinen reizenden Stadt am Lago Maggiore zu einem Abkommen gelangten, so geschah es deshalb, weil wir auf dem Fuß« Der Gleichheit verhandelten, d. h weit jcDer von uns im Rahmen Der ihm obliegenden Verantwortlichkeit den Frieden gewollt hat. Eben Deshalb haben wir Das Mittel gefunden, um zu jenen Abkommen zu gelangen. Riemand hat sich Durch Die Verträge unerträgliche Opfer auserlegt, nicmanD hat versucht, den anderen zu betrügen. In Locarno hat es nur einen cieg gegeben, Den Sieg des Friedens über Den Krieg. Es ist notwendig, daß die Ablounnen von Locarno, die von Vertretern von Regierung paraphiert wurden, in dic Herzen der Völker eindringen. Es ist notwendig, daß diese Abkommen, Die Durch die Regierungen geschlossen wurden, durch die Völker ratifiziert werden. Alsdann werden diese Völker nach allen erduldeten Leiden und nach allem Elend den Frieden haben. Sie lönnen sich alsdann mit ihren Geschäften beschäftigen, ohne sich um Die Sicherheit und Die Stabilität der Lage ihres Landes kümmern zu müssen. Ueber die Gründe seines 24stünDigen Aufenthalts in Paris erklärte er. er habe mit Painleve Die logischen Folgen Des vollbrachten Werkes Diskutiert. Ich' hoffe, Daß Sie sie balD erfahren werden. Was jetzt zu tun ist, hängt von uns allen ab. Die Abmachungen von Locarno müssen auf allen Seiten eine Rückwirkung haben: Wir müssen nach Hause zurückkehren und alle mit derselben Einstimmigkeit und Einmütigkeit Des Geistes handeln wie in Locarno. England und die deutschen Kolonia-Mandate. London, 20. Ott. Die gestern erörterte Frage aus Uebertragung eines SoIonialmanDats an Deutschland nach dessen Eintritt in Den VälkerbunD wirD, wie Der Vertreter Der Tetunion erfährt, in LonDoner Regierungskreisen als vorläufig ata = Demischer Natur betrachtet. Es ist jeDenfalls fein St o l o n i a l m a n D a t frei. Zudem sind in England zweifellos noch eine ganze Reihe psychologischer Hemmungen zu überwinden, Die atterDings kaum so ernst jein Dürften, als es manche Aeuße- rungen englischer Politiker ober Zeitungen vermuten lassen. In urteilsfähigen politischen Kreisen, Dic nicht ohne Einfluß sind. würde man sogar die Zuweisung non KolonialmanDaten an Deutschland aufrichtig begrüßen. Auch verschiedene wirtschaftliche Kreise sind einem solchen Gedanken nicht unbedingt abgeneigt. Man sagt, Daß ein Teil Der kolonialen Mandatsgebiete zur Zeit recht schlecht bewirtschaftet würde, und daß es im allgemeinen Interesse läge, wenn Dort praktische brauchbare Arbeit geleistet roürDe. Eine anDere Frage ist es, wie sich Die englischen Dominions, wie beispielsweise SüDafrika, zu einer eventuellen Rückgabe DentschsüDwestafrikas stellen würben. In LonDon glaubt man, Daß ein Vorschlag auf Uebertragung eines Kolonialmm.dals an DeutschlanD von Der süDafrikanischen Union a b - gelehnt werden würde. Scherzhastermeise wird zuweilen die Uebertragung des Meso- patamien-Mandats an Deutschland vor- geschlagen, doch ist die Erwähnung Mesopotamiens zweifellos von dem Wunsche eingegeben, Deutschland ober der deutschen Oessentlichkeit das Streben nach Kolonien zu verleiden. Bor einem neuen Bürgerkrieg in China. N e u y o r k, 20. Ott. (TU.) Die Entwicklung der kriegerischen Vorbereitungen in China ist in den letzten Tagen weit vorgeschritten. Die Truppen Marschall Tschang-Tfo-Lins ziehen sich langsam unb unbehindert über den Hangt sekiang zurück. Es scheint, als ob der Marschall Dic Absicht habe. Die Provinzen Kingsu unD Anhuei ohne Kampf zu räumen, um so einen vorzeitigen Abbruch Der Feindseligkeiten vor dem Zusammentritt der chinesischen Zollkonferenz zu vermeiden. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß er sich über Su-Tschou zu- rückzichen wird. Da er sonst sehr wichtige strategische Ausgangsstellungen aufgeben mußte. Falls feine Gegner bis Su-a.schou nachrücken sollten, wäre Der Beginn Der Kriegsoperationen nicht zu vcrmeiDen. Die Feng-Tien-Truppen haben Die Eisenbahn- brütfc vor Su-Tschou gesprengt unD ziehen sich auf Tschangsu zurück, nm ihre Rückzugslinie nach Nanking frei zu halten. Ans Den südlichen Provinzen wird eine verstarkte Tätigkeit der roten K a n t o n t r u p p e n gemeldet. Die Stantonefen haben die Stadt Ueisu nach heftigen Stümpfen erobert unD sinD im weiteren Vorrücken nach Süden begriffen. Der chinesische General T s ch u-T schang- M i n g, Der Führer Der Äantonarmce unD früher Dic rechte Hand Sun-Hat-Sens, ist in Moskau cingetroffcn. Der General wirD sich etwa Drei Monate lang in Der Sowjet-Union auf-- halten, um Dic Taktik Des Bürgerkriegs, Die Volkswirtschaft unD Das Kriegswesen Der Sowjetunion kennen zu lernen. Die Drusen in Damaskus. Beirut, 19. Oft. (Havas.) Die Drusen find in die nördlichen Viertel von Damaskus eingedrungen und hoben mit Unterstützung der Frankreich feindlich gesinnten Bevölkerung sowie mit Unterstützung einiger Kommunisten gestern abend Zwischenfälle her- vorzurufen versucht. Diese Berfnche find gescheitert. Die Drusen nördlich von Sueida haben Abgesandte beauftragt, den Zusammentritt einer Versammlung anzufündigen, in Der Die Eventualität ihrer Unterwerfung geprüft werden soll. Reichsbankpräfident Dr. Schacht in Neuyork. N c ii y o r k, 20. Oft. (TU.) Reichsbankpräsi- Deni Dr. Schacht ist mit bem Dampfer „Deutschland" in Neuyork eingetroffen. Er erklärte bei seiner Ankunft, er habe nicht die Absicht, über irgendwelche Anleihen zu verhandeln ober gar Anleihen abzuschließen. Er sei lediglich gekommen, um Dem Gouverneur Strong von Der Federal Reservebank of Neuyork einen Gegenbesuch abzustatten unD Den amerikanischen FinanzjachverftänDigen Die Versicherung abzugeben. Daß DeutschlanD Den Wunsch habe, seine JnDustrie uuf gesunden finanziellen und wirtschaftlichen Grundlagen aufzubauen. Preußischer Landtag. 'Berlin, 19. Off. Der preußisch: Landtag nahm nach kurzer Aussprache den Haushalt der Porzellan Manufaktur, Den Haushalt der Lotterieverwaltung, die Etats der Münzverwaltung, des Gesehsammlungs- amtes und des Deutschen Reichs- rind Preußischen StaalSanzeigers, der Oberrech» nunplaminc r. Der Staatsschuld, de« Landtages und Staatsrats an. Das Haus geht dann xuv 2. Beratung des Iustizhaus. Halles über, mit dessen Beratung der Bericht über die Feststellungen des Höflc-Ausschusses verbunden wird. W-erj Del Stad' Parlamentarisches aus Hessen. Der '21 bg. Dingeldey (D. Vp.) hat im Land- tag folgende Kleine Anfrage gestellt betr. Offen- halten der Läden in Gießen am Sonntag, 2. August, und Sonntag, 6. September 1925: Am Sonntag, 2. August 1925, fand in Gießen das große T u r n e r f e st statt, zu dem über 5000 auswärtige Turner gemeldet waren. Am Sonntag, 6. September 1925, feierte man in Gießen ein Fest der Angehörigen des früheren Infanterieregiments 116, zu dem ebenfalls viele lausende auswärts wohnende Festteilnehmer erschienen. Jüu beide Sonntage hat die Gießener Geschästswelt bei dem zuständigen Poki- zeiamt dic Anträge nuf Offenhaltung der Läden rechtzeitig cingereicht und dabei daraus hingewiesen, daß in anderey Städten aus gleichen und ähnlichen Anlässen solchen Anträgen regelmäßig statt- gegeben worden sei. Die ursprünglich genehmigten Anträge wurden aber schließlich pvn dem Poti- zeiamt a b g e l e h n t, und zwar am zage vor dem ersten Feste mit der Begründung, daß das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft die Erlaubnis versagt habe. Nach der Verordnung über Sonntagsruhe im Handel und Gewerbe vom 5. Febr. 1919 kann die Polizeibehörde für 6 Sonn- und Festtage und die höhere Verwaltungsbehörde für weiters 4 Sonn- und Festtage im Jahre eine Beschäftigung bis zu 8 stunden zulassen. Diese Aus- > nahmen sind aus wohlerwogenen Gründen int । Interesse des Hartdeks- und Gewerbeftandes reichsgesetzlich zugelassen. Es ist nicht ersichtlich, in i t weicher Begründung das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft angeblich dem Polizeiamt in Gießen innerhalb der diesem zukommen-' den Amtsbefugnis gegen den Geist der Bcrordimng über die Sonntagsruhe im Handel und Gewerbe verstoßende Anweisungen erteilen konnte. Ich frage an: 1. Sind diese Vorgänge der Regierung bekannt? 2. Mit welcher Begründung wird von der Regierung die in jenem Falle getroffene Entscheidung vertreten? 3. Ist Die Regierung bereit, in künftigen Fällen Den Interessen Der Geschäftswelt innerhalb Des gesetzlich zugelafsenen Rahmens in e h r R e ch n u n g zu tragen? ; > SMS»» i freut* . M den in e len w ah {gctldyW, handhab-« deshalb W üätta »ft D Hrcisschulral 'jungen des -d Zügen die -i hin Stadtparia 1 fiellimg der Stadlverr Wung zu fo das! die '-H te5 Dablvor! Partei lauter Schreinern »Geheimrat Ei Leopold Ma: Höhn, 6. 3 77. Iran Dr. r lkreisaus! Ls- Mw, fänfai'n a? l'jcblcn unM ys? Die Fraktion des Bauernbundes yat im Landtag den nachstehenden Antrag einge- bracht: Rach zuverlässigen Angaben werden Don den Forstämtern bei Erhebung der diesjährigen Pachten für fiskalische G rund st ü d e 20 Prozent zu den bisherigen Pachtverträgen geschlagen, ohne Rücksicht auf die bisherige Höhe des Pachtwertes Der einzelnen Grundstücke und ohne Rücksicht auf die Angemessenheit der Pachterhöhung. Gs wird bsau- tragt. mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Notlage der Landwirtschaft von einer allgemeinen Erhöhung der Pachten um 20 Prozent abzusehen. Aus aller Welt. Gin italienisches Flugzeug in Danzig. Danzig, 19. Oft. (WTD.) Heute nachmittag traf hier von Libau kommend ein italienisches Marineflugzeug ein, das nach einem Fluge über der Stadt im Danziger Wasserflughafen landete. Die aus vier Offizieren, drei Monteuren und einem Vertreter des „Popolo d'Ita- lia" bestehende Besatzung ist während ihres Aufenthaltes in Danzig Gast des Senates. Das Flugzeug wird am Mittwoch nach Kopenhagen und von dort über Köln. Mainz und Zürich nach Italien zurückfliegen. Eugen Sandow t. Eugen Sandow, der bekannte „starke Mann" und einer der frühesten Befürworter der Körperkultur. ist Mittwoch in London gestorben. Ein Opfer der Wissenschaft. Der britische Technologe Maxwell Le» fron, der sich bei Experimenten mit einer neuen Gasart eine Vergiftung zugezogen halte, ist an deren Folgen gestorben, nachdem er bereits vor vier Tagen das Vewuhtsein verloren hatte. Anto-Heilige. Die Automobilisten, die ja mancherlei Gefahren und Unglücksfällen ausgefeht find, gehören zu Den Abergläubischen, unD diese Erscheinung findet Darin ihren Ausdruck, Dah man gern einen Talisman vorn am Wagen anbringt. In manchen LänDern gibt es sogar ausgesprochene Auto-Heilige. In Frankreich hat man zur Schutzherrin der Kraftwagen Die Heilige V a r b a r a auserkoren. Sie gilt feit langem als Patronin Der Feuerwehrleute, schützt auch vor plötzlichem Tod und vor Vlihschlag, und so ist sie sehr geeignet dazu, auch in Den Gefahren Des Automobilismus angerufen zu werden. In England ist man geneigt, eher Den hl. Christophorus für Den Schutzpatron Der Kraftwagen zu halten. Dieser Riese, der das Ehriftuskind Durch Den an* geschwollenen Fluß trug, gilt ja als Der Heilige Der Wege Der Reisenden. Die Zahl Der Autoamulette ist Legion. Man finDel alle möglichen Figuren, häufig auch dic Des Merkur. Der Automobilist hat auch Den Glauben an das Hufeisen, Der ja überall verbreitet ist, ausgenommen unD befestigt gern ei" Hufeifen, Das er am Wege findet, an seinem Wagen Wenn sich ein Spinngewebe an einem Kraftwaga finde», so soll man es nicht w gnehmen. bevor inan Den Wagen in Die Garage bringt, weil feine Ent« fernung Unheil zur Folge haben kann. WeLLervorauÄsage. Wind auf südliche Richtung Drehend und etwas milder, stärker bewölkt, stellenweise wieder Regenfälle. Die ftärkre Zufuhr nördlicher Luft und schwache Himmelsbedeckung in Der Rächt ließen die Temperaturen in den letzten 24 Stunden stark sinken. In Ostdeutschland liegen die Morgen' temperaturen nahe an 0 Grad, während Diel Minima allenthalben Durchweg unter 0 lageir Bon den britischen Inseln her greift tiefer 5)rud| ostwärts aus, dessen Ausläufer auch unseren 'Bc"i zirk beeinflussen wird. Temperaturen: Maximian 9,0 Grad Celsius,! Minimum 1,8 Grad Celsius, Morgentemperatvri 0,2 Grad Celsius. M Henl -lagefochi Bc 3m Aegst < eitern eine ö üuitoullea Halt. Aus der'. I'ung über die mchnvahlen amb die N Ihausen. Arn 5. : -Lürgerme TNißtJm Sui &^entonbibci ®tgen diele ‘1 borgen, weil 1 Imegelwähiglei fein bitten, in# t-Tobrädjl mori fcor eine Mei i-”lc sich eine gi l'Mung cingel beugen nahm läi e ngchnk Prü Freibier Der ab -mhte. Aus tzr >»'ch geheimer b' c Entscheidung Born 5. 3u(i Soften des H Eningen zur: Am 12. 31 ^nhl -es war von t*. tveil § *n' und währ, xu-det würden. M nid SÄ'** der Da =SN)6tk 'Büjunq i ÄL* -werden i(t. die ' taA K.Wrme Stil, span ; nie SÄ: Banknoten. Geld Brie» Getreidebörse. 67,5 Färsen höchsten 89, ü* 91,62* Turnen, Sport und Spiel. S Weltersburg. o £E Q 9781D Henkers Bleich- u. Waschmittel 2 6 86,5 58 56,13 ior 80 % aus bic vsrlschasäichr 'S» Schaft von einer allqemfM Wen um 20 Prozent abwlebe 27 4 87.5 58 50,70 65' 70 25' ;124.25 124.9 70 91,4* 86 31,75 34.9 42 3. 1. 66.62* 73* 86,5 57,5 66,13 53,75 92 5 127 74 .23,25 125 69 124,9 73,75 124.25 123.5 51 75 70 94 100* ■9 72.5 70.25* gibt schneeweiße Wäsche spart Seile und ersetzt die Rasenbleiche Völlig unschädlich. — OHNE CHLOR Sport Kassel — Kassel 03 2:2. Sp.-Vg. Göttingen — Göttingen 05 3:0. S.-Vg. H.»Münden — Hessen 09 Kassel 3.2. Borussia Fulda - Sp.°V. Kassel 1:4. 37 36.25 26,1 36.1 drs Lauernbundes k üachstehrnLen Anlrag c> lässigen Angaben werden» ei Erhebung der blei' Hlen für fiskalisch! Prozent zu den Dtzech« hlagen. ohne Rücklicht aus du Man schreibt uns: Die dieser Tage abgehal» Mitgliederversammlung der deutschen Demokratischen Partei war :«f)t gut besucht. In seinen einleitenden Worten ixb der Vorsitzende, Rektor Loos, in knappen Umrissen ein Bild der politischen Lage. An »and der Entwicklung seit den lehten Reichs-» i«swahlen wies er nach, wie auch die frühere ?hpcfition in dec Außenpolitik dem Zwang der ! «rhältnisse sich fügen müsse und die seit Jahren i geschlagene Linie verfolge, um durch Veredlung und Berständigung Deutschland aus i Laer Rot läge allmählich herauszuführen. Das ii die kluge und besonnene Politik, die seit Iktisang an von der Demokratischen Partei emp» Donnerstag.d. 22.Okt. abends Metzel- Suppe. Kühe: vollfl. ausgemästetc Ab 10 Uhr vormittags Wellfleisch mit Äraut Es ladet freundlichst ein Heinrich Weller. " Der Winter naht. Die leljic ^Racht brachte uns zum erstenmal empfindlichen Frost. Auf dem Hvherodskopf wurden heute früh 4 Grad minus festgestellt, in G i e ß e n zeigte das Thermometer 1.8 Grad unter Rull an. Beschweren können wir uns allerdings noch nicht, wenn wir bedenken, daß in Mittelskandinavien bereits eine Morgentemperalur bis zu 12 Grad unter Rull herrscht !*! Der Verband der Regiments- Vereine ehemaliger 116er hält seinen Herbstvertretertag am 22. Rovember in Offenbach ab. *• Kurze Einreise>-Crlcichterung nach Elsaß-Lvthringen. Deutschen, di» an Allerheiligen in Elsaß und Lochringen befindliche Gräber von Angehörigen besuchen wollen, werden Paherleichterungen gewährt gleicher Art wie letztes Jahr; das Paßvisum wird von den französischen Konsulaten erteilt, nur beträgt die Gebühr dieses Jahr 25 Franks, also etwa 5 Reichsmark. Das Visum wird auf Vorzeigen eines Rationalpasses oder mindestens eines amtlichen Jdontitatsscheines erteilt, sowie einer Bescheinigung der Mairie der elsässischen oder lothringischen Gemeinde, aus der sich ergibt, daß sich ein Grab eines Angehörigen der Gesuchsteller auf dem Friedhose der betreffenden Gemeinde befindet. 3nx Rotfalle wird Personen, die sich nicht rechtzeitig an die Konsulate haben wenden können, das Visum auf Vorzeigen der obenerwähnten Papiere durch die Spezialtom- missare der Grenzstationen erteilt. Die Dauer des Aufenchalts in Elsah-LvthringeN beträgt im Höchstfälle 4 Tage, vom 31. Oktober bis zum 4. Rovember. Ausgewiesene seien daran erinnert, daß voriges Jahr Sistierungen und Bestrafungen wegen Bann- bruchs erfolgt sind. Ausge.viesene, die sich im Vertrauen auf die allgemeine Einreiseerlaubnis nach Elsaß-Lothringen begeben wollen, werden daher zur Vorsicht ermahnt. 63 23 4 «,25 57 55.5 Honig goldklac., Heller Bie- nen-Lchleuderh.,gar. rein, vorschmeck. Linde, 10-Psd-Eimer J'» 10.50 franko Nach»., halbe ^6.-. Helbia. Natur-Honig ©pe» zial-Versandv>»»»a 48, Franz str. 9. OT3ss 07' 72,5' 0,35 97 60.5 Stadtkirche Freitag, den 23.Okt.,abeudS s Uhr: Vortrmr von Herrn MisiionSdirektor Dtp v er aus Basel: 9775D DlefremöenfelnölithenBeroeoungen In 6hina uaö öle Won. Eintritt frei; ieöermami ist herzlich wtllkommen.GesangbÜcher mitbringen. Beginn der Zusammenkünfte deS ftrauenmisnonsveretnS: Mittwoch-den 28 Oktober, nachm. 4 Uhr im Matth.* Saal iKirchstr. 91). Mahr, Pfarrer Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 20. Oktober 1925. Der Aufmarsch zur Stadlverordnelenwahl. (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 19. Olt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24, Roggen, inländ. 17,50 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 25, Hafer, inländ. 19,50 bis 21,50, Mais .gelb 19 bis 19,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 37,75 bis 38,25, Roggenmehl 25,25 bis 26,25 Weizenkleie 9,75 bis 10, Roggenkleie 10,50 bis 10,75, Erbsen 30 bis 40, Linsen 45 bis 70, Heu, süddeutsche, gut, trocken 9 bis 9,50, Weizen- und Roggenstroh 4,50 bis 5, Treber, getrocknet 18 bis 18,50. Tendenz befestigt. Amtliche Rotie- rungen für Speisekartosfeln: Industrie, hiesige Gegend 2L0 bis 3, gelbfleischige, hiesige Gegend 2,60, weißschalig, hiesige Gegend 2,20. Tendenz ruhig. Sratifutier Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 19. Oft. Auftrieb: 1775 Rinder, darunter 538 Ochsen, 52 Dullen, 1185 Färsen und Kühe, 360 Kälber, 460 Schafe und 4153 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 58 bis 65. junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 57, mäh g genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 49; Dullen, voll» ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 biS 57, vollfl. jüngere 45 bis 50; Färsen und I 55,2 1 5 I 126.5 0,3 97 62 25.Z5 ha usen. Am 5. 3uli 1925 fand in Grüning et, Bürgermeister Wahl statt. Gewähll wurde Dilhelm Euler mit 235 Stimmen, wahrend der ftgenfanbibat Ishcim 216 Stimmen erhielt, ft gen diese Wahl war Einspruch erhoben norben, weil Wahlbeeinflufsungen und sonstige ilnregelmähigleiten bei der Wahl vorgekommen Mini sollten, insbesondere sollte viel Freibier d! abreicht worden fein Zur heutigen Sitzüng vor eine größere Anzahl Zeugen geladen, auch ftutc sich eine größere Anzahl Zuhörer zur Ver° buiNung eingefunden. Die Vernehmung der .liiigen nahm längere Zeit in Anspruch, weil eine ^«gehende Prüfung der Frage, ob tatsächlich zrsfbier verabfolgt worden war, stattfinden mußte. Auf Grund der Zeugenaussagen wurde rod) geheimer Deratmrg in öffentlicher Sitzung fr? Entscheidung dahin verkündet, daß die Wahl i'ort 5. Juli 1925 aufgehoben wird. Die Hoffen des Verfahrens wurden der Gemeinde Uniningen zur Last gelegt. Am 12 Juli d. I. fand in Rödgen die Dahl des Bürgermeisters statt. Die TW war von Amtswegen beanstandet Soeben, weil angenommen worden war. es sei Ion und während der Wahl Freibier gc= lunbet worden. Die Dorerhedungen konnten ein sl-.reS Bild nicht geben. Es mußte deshalb in vindlichcr Verhandlung hierüber entschieden wer- kiL Die in dieser Sache geladenen 7 Zeugen Mündeten übereinstimmend, daß Freibier loi der Wahl nicht gespendet worden Kur Rach geheimer Beratung wurde in öffent- Ich« Sitzung die Entscheidung verkündet, daß hc Wahl unter Zurückweisung der Beanstan- himg des Kreisdirektors für gültig erklärt totben ist. • Schlachtwerts 56 bis 63, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 52 bis 60, wenig gut entwickelte Färsen 44 bis 55, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 41 bis 51, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 40. gering genährte Kühe und Färsen 18 bis 27. Kälber: Feinste Mast- kälber 85 bis 90, mittlere Mast- und beste Saugkälber 76 bis 84. geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 75. geringe Saugkälber 55 bis 62. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringe Masthämmel und Schafe 36 bis 44. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 35. Schweine: Vollfl von 80 bis 100 Kg. 88 bis 90, unter 80 Kg. 82 bis 87, von 100 bis 120 Kg. 90 bis 93. von 120 bis 150 Kg. 90 bis 92, unreine Sauen und geschnittene Eber 75 bis 85. Marktverlauf: Bei Großvieh gedrückt und Ueberstand, bei Schweinen und Kleinvieh rege und ausverkauft. MWW-AW offene und geschlossene Karosserien, Geschäfts» u. Lieferwagen, Verdecke, Seitengardinen, Aufarbeiten gebr. Wagen. Lieferung schnellstens. S.Mr,"S"-SUei. chlen und angewandt worden sei. Diese Linie ■i demokratischen Politik müsse konseauent so- -cbl in der Reichs- wie in der Lanoespolitik ?eitctgcgongcn werden. Gerade in der Jnnen- ■0 itik bco Reiches müsse aber das letzte halbe '□for jedem Wähler vom 7. Dezember vorigen • Dbree zeigen, was große Wahl Versprechungen m3 Schlagworte in der praktischen Politik beeilten. Bei den bevorstehenden Stadtverord» etenwahlen solle ein gesunder Ausgleich der üchiedeucn Interessen angestrebt werden. Rie- nanb habe euj Recht, außerha b des Rahmens des «^amtwohls besonders berücksichtigt zu werden, t eibalb lehne die Demokratische Partei auch die imfeitigc Vertretung von Sonderinteressen ab. si c Vorsclstäge für die Stadtverordnetenllsle »iaten nach diesen Gesichtspunkten zu erfolgen. Urcisschulrat Fischer ergänzte die Ausfüh- ueigen des Vorsitzenden und umschrieb in großen Bügen die Arbeiten der nächsten vier Jahre pit Stadtparlament. Darauf schritt man zur Auf- tcllung der Kandidatenliste für d i e ötadtverordnetenwahl, die nach kurzer Beratung zu einem einmütigen Beschluß führte, '# daß die ‘Hamen der sieben ersten Kandidaten teS Wahlvorschlags der Deutschen Demokrafischen '?d)3u9eiüijen(- cd)nung zu tragen’ ^6S QUSR tr mb am fi’!1"’ Wirtschaft. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gteßener Anzeiger-".) Berlin. 19. Ott. Die neue Woche brachte keine Fortsetzung der am Samstag unter dem Eindruck der Konferenzbeendigung eingetretenen j) a uff e. Die höchsten Kurse des Wochenschlusses tonnten sich zwar im Bormittagsgeschäft noch aufrechterhalten, doch stellte es sich bei Beginn des offiziellen Verkehrs heraus, daß das Publikum dem Markt im wesentlichen fernblieb. Die Spetulation neigte daher zu Gewinnmitnahmen, die das Kurs- nioeau leicht ermäßigten. Am Montanmarkt verstimmte außerdem die Nachricht über weitere Entlastungen bei Thyssen und die Stillegung des letzten Hochofens der Nombacher Hütte. Allerdings wirkte sich dies kursmähig nicht aus, da bekannt wurde, daß die Gründung des Westdeutschen E i s e n t r u fts voraussichtlich in 14 Tagen e r - folgt. Der Anleihemarkt zeigte, nachdem er sich am Samstag der festen Tendenz nicht angeschlossen hatte, heute eine freundliche Veranlagung. Kriegsanleihe stiegen auf 0,255. Im Devisenverkehr war Baris weiter erheblich abgeschwächt auf 109,75 gegen London. Man bringt dies in Zusammenhang damit, daß die Bank von Frankreich ihren Notenumlauf um weiters" 6 Milliarden Franken erhöhen will. Es handelt sich hierbei um einen rein i n - flationiftifdjen Vorgang, der aus der schlechten Finanzlage des Landes resultiert. Daneben soll auch die französische Handelsbilanz eine weitere Verschlechterung erfahren haben. Die Reichsmark notierte in London 20,32, Amsterdam 59,27, Zürich 123,65, Paris 5,36$. Der Geldmarkt ist etwas angespannt. Tägliches Geld 8—10, Monatsgeld 11—11J Porz. Börsenkurse. 36.5- 37 28 3» 66 54,5 w| 73 75 I 124,75 125,62 52 17,25 911 100,2* 79.5 73 72* Schreibmaschine A Uebungszmeckeu w leiben gesackt. FA Ang. il 0853 > ^Wnr J öt den (Sieh. Sinz. Tel. 240au SruemvösiSe wird Äum Waschen und Bügeln anae« nommen. 08536 Asterweg 9 Hth. vorausgegangener geheuner 'Beratung dahin entschieden, daß der Rellamation stattgegeben und die Wahl vom 9. August 1925 auszu ° heben ist. Auch hier wurden die Kosten des Verfahrens der Gemeinde zur Last gelegt. Die Eisenbahnsahrkarte keine öffentliche Urkunde. Eiue interessante Entscheidung. Das Gießener Schöffengericht hatte gestern in mehreren Fallen die Frage zu ent» schriden. ob nach dem Stande der heutigen Gesetzgebung eine Eifenbahnfahrkarte eine öffentliche UrZunbe ist. Solange die Eisenbahn eine rein staatliche Einrichtung war, wurde diese Frage in der Rechtsprechung allgemein bejaht. Bekanntermaßen hat sich das aber geändert. Mit Rücksicht darauf, daß die Reichsbahn nunmehr eine Gesellschaft sei, hielt das Gericht eine Fahrkarte nicht mehr für eine öffentliche Urkunde und verurteilte demgemäß verschiedene Personen lediglich wegen Fälschung von Privat- urfunben zu Gefängnisstrafen von 2 bis 4 Wochen. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Woch^mnarkt: das Pfund: Butter 220 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 70, Wirsing 8, Weißkraut 5, Rotkraut 10, gelbe Rüben 15, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, älnterkohlrabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, Feldsalat 100, Tomaten 40, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 100. Schwarzwurzeln 60, Kürbis 6, Kartoffeln 4, Aepsel 12 bis 20, Birnen 15 bis 35, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 100 bis 120, Russe 40; das Stück: Eier 16 bis 18, Blumenkohl 10 bis 120, Salat 20, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pfennig. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag; Stadtlhsater: 7V< Tlhr „Der BogelHändler" (Ende gegen IO1/« älhr). — Deutscher Beamtenbund: 73;l Ahr Saalbau Sauer Mitgliederversammlung. — Jungdeutscher Orden: 8V3 Llhr „Bayrischer Hof" Vortrag. — Kamera-Klub: 81,Ähr Dortragssaal der Buchhandlung Keißner. Licht- bildervortrag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die „Blaue Stunde", Lustspiel von Felix Josky, das im Mittwochabonnement zum ersten Mal hier gegeben wird, ist in der Form eines Traumspieles eine graziöse Illustration zu dem Thema „Adam, Eva und die Schlange". In der Aufführung hat Frl. Andre Gelegenheit, sich in einer größeren Rolle zu zeigen, daneben Frl. O ß k e und die Herren Juhnke, Hanke und V o l ck. Das Werk steht zur Zeit auch am Wiesbadener Staatstheater in Vorbereitung. Mer West. es Puqzeug tu Danztz i. Ott. Heute rifr »n Libau fommenö ein itals ßeug ein, iaf nach einem 5bf im Danziger DasserslOül- vier Offizieren, drei >■ Vertreter des »Popolo SesMng ist während w danzig Gast des Serges. :d am Mittwoch nach dort über Äöln.»6'^ h Italien gen Landow i- i), der Mannte Wen Murwoüer M » ttwoch in London qtW .’m 2»*effl” 5% TeutfSe RctchSanleibe . Deutsche Rctchöcml^ih: . 3Va'’/n Deutsche M'chsanleitze y/fl Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarpräuiienanlcihe 4°/0 Preußische Konsolü • • • 4% Hessen.......«... a1/.0/,, Hessen.......... SP Io Heneri........... Deutsche Derto. Dossar-Anl. dto- Doll.-Schav-LnUcisiig.') <°/o ZolltSrkcn 5% Äoldmcrikaner ... . Berliner HandclSaeiellschast. Counncr»- nnv Privar>-Bünk Darmst. und )takionaldcuil . Deutsche Bank......... Deutsche BcretnSbank .... DiSconw Tommandu Metall bank.......... Mitteldeutsche Credilbank. . Desterrcichische Crediianftalt. Wektbcmk ......... Bochumer Guß ....... Buder. S . . ........ Caro ..... Deutsch Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke AscherSleben.... .ssaliwerk Wefteregela Laurahütte....... . . Oberbedarf Pbönrr Bergbau ...... s-kheinstahl • •. Riebeck Montan * . TclluS Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Palet.. . Norddeutscher Llovd . . . . Theramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp öoUmaiut...... Lnglo-Conr.-Guauo . . . • . Badisch- Anilin....... Chemische Mäher Alapin . . Goldschmidt Gries i ebner Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rülgerswerke ........ C-cheideanstalt ........ Alla. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Matukrastwerke ....... «Lchucken ... Siemens & HalSke Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hevligenflaedl......... 'vieguln............. Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Her; . . . .. . Sichel Zellstoff Walohof...... Zuckerfabrik FrmikentbLl . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Westdeutscher Fußball. Germania Osterode — Gießen 1900 Kurhessen Kassel — Sp.--Dg. Marburg Sranlfurtcr Adendböric. Frankfurt a. M., 19. Oft. Die Abendbörse verlief ohne Anregung in lustloser und schwacher Haltung. Erneute Abgaben führten zu weiterem Rachgeben der Kurse, das am Montan- und Chemiemarkt fühlbar zum Ausdruck tarn. Deutsche Anleihen fast geschäftslos. Die Börse schloß unter dem Druck weiterer Abgaben in recht schwacher Haltung. Im freien Verkehr hörte man: Kriegsanleihen 0,235, Gelsenkirchen 84, Phönix 75,25, Rhcinstahl 62,5, Badische Anilin 124,5, Höchster 123. Deutsche Anleihen: Schutz- gebietsanlcihe 6,200, 4prozentige Preußische Kon- fols 0,275. Bankaktien: Braubank 91, Commerz- banf 94 (Ultimo), Darmstädter Bank 107,50 | 65' i 70.5' Ein prima erstklassiger Simmentaler Bulle mit Abstammung, 1 Jahr Dienstleistung, steht zu verkaufen, weil Genoffenschast eingegangen ift, zu 9777D Hornsheim d. Gießen H.-Nr. 87 Tel. 14 Amt Gr.-Linden. Am 9. August d. I. fand in Raberts- lia itf en di« Wahl des Beigeordneten fall Eine Partei verwendete die bei der Wahl Bürgermeisters hergestellten und mxh vor- tneilciSn Stimmzettel, in denen der Rame des Bürgermeisters durchslrichen und der Rame des fl-DÜMtcn Kandidaten auf der Rückseite aufgc» »rieben worden war. Von selten einiger Wähler toc gegen die Wahl Einspruch erhoben worden tit der Begründung, die Stimmzettel seien >tzn gültig. In heutiger Sitzung wurde nach der S'ÄÄI'Suf n des AÄ der Redegewandter Reise Ingenieur der tüchtig sowie zuverlässig ist und dies durch Zeugmffe Nachweisen kann, zu bal* digem Eintritt gesucht. Äbote mit Lebenslauf und ZeugniS' en unter 9784D an den G. A- erb. m-QU59,«id)enriil?Ämieimi? ^9tunbunq,Äe "°r her h-ssilcht der Erlaub, und Qemerbe Sonn’ ^'behörde füt 6 V 5ebr. olunben eint ndunq?he|n|Ä.n'i| s-ÄiS; ? "N »anM und £5 «** teilen tonnTe juto-Heilige. ton die ja mancherlei l findet das Zalü* an6tm3Lrie LuW-HeibS^ D°^°7^ehrleue,M attomn öer ö ue Tod und vsr . Ms. ZAikLMZ iudliche örtert ' ®taÖ. 7„t o 1c-1 ,ahc ansut4ipefl Ä tiefet K Stad * (Ultimo), Deutsch« Bank 10SLS. DtSeoutogesell- schast 104,50 (Ultimo), Dresdner Bank 9f (Ultimo), Mitteldeutsche Ereditbank 91, Oeftcrrei- chische Creditaktien 7,12. Montanaktien: Gelsenkirchen 83,50 (Ultimo 84,50), Harpener 109. Mannesmann 67,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 124,87, Elberfelder Farben 123,50, Th. Goldschmidt 73,75, Höchster Farben 123,50, Holzverkohlung 51,75. Transporlaltien: Rordd. Lloyd 70,25, Monastir 11,62. Jndustrieaktien: Ding- werke 42,25, Daimler 36,25, Deutsches Erdöl 81, Eßlinger Maschinen 38,50, Holzmann 55,50, Jnag 0,44, Gebr. Iunghans 50,1, Lahmeyer 84,50, Schuckert 70,25 (Ultimo), Julius Sichel 4,25» Voigt & Häfner 61, Offstein 55,25. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 3m Regierungsgebäude zu Gießen fand getern eine öffentliche Sitzung des Kreis- »lliischusses des Kreises Gießen jatt. Auf der Tagesordnung stand die Derhand- 5 Pachüorrt» der'rin-ck» b'vg über die Einsprüche gegen die Bürger- chne Mäsicht auf bic 2m ' erster Wahlen in Grüningen und Rödgen achtrrhvhung. tzs toirb bv» tnb die Beigeordnetenwahl in RabertS« i 99,6' I 78,25 ,70,75* 180.35* | 37 37 34 Berlin, 19 Oktbr Amerikanische Violen Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten........ Fran;ösische Noten ..... Holländische Noten ..... Italienische Noten...... Norwegische Noten ..... Deutsch-Testerr-, ä ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schwei,er Noten Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten Frankfurter 19 rrt:t. Ännliche Notierung c'n-lb Brief Künstliche Zite AU 2 ML. in Kautschuk ohne Nebenkosten. Stionen, Brücken. Plomben du billigst. Preisen. Auch auf Teilzablg. LOjühr. Praxis. -131 Frau Königer Dentistin. 2- Stetnstrafie 29. Lebende Karpfen Schleien treffen Donnerstag früh zu billigen Preisen ein. 9787c Seeflsche täglich frisch. Hamburger Fischhdlg. A. Kooh XaoMolger. Schulstr. MTeU 1612 17 CItbr. Amtliche Non rung t^cld Brief nachts llis.fij 169,05 168.64 169,05 1.728 1.732 1.727 1,731 IM,13 19.16 l'l 11 19,15 85.27 85,49 85,U 85.36 105,02 105,28 101,9. 105.2.3 112.16 112.44 112.16 112.44 1(1,517 10,587 10.547 10,587 16,547 16,587 16.6'1 16.73 30,30'3 20,352 30.302 20,65- 4.195 4,2)5 4.195 4,205 18.>2 18,86 18.47 18.51 SO. 80 81,06 80 79 80,99 60,22 60.38 60,23 60,38 1.719 1.723 1.723 1.727 '1.609 0.611 0624 >.626 59,13 59.27 59.13 69,27 13,423 1'3,46 3 12.42 12,46 7,443 7,465 7,445 7.165 i,87 3,89 3.87 3,89 3.05 1.06 3.05 8.06 21.225 -0,275 21 225 21,275 80.49 80.69 80.49 80.69 3,385 2,315 2/475 2.385 5.24 5.26 5 61 5.63 4.19.1 4.205 4,195 4,205 4.24.5 4,25 > 4.245 4.255 Frankfurt a.M. Berlin $Uir6 . Jßrie Schluß. Äur» Schluft» Mittag 6Xr1e _______Datum: 17. 19. | 19.10. 17. 10. 19 10. 4,188 4.208 19,04 19,14 104 75 105,26 20,26 20,36 18,43 18 55 118,22 169.05 16.71 1 >,79 S 4.91 85,38 58.94 59.24 —- •w 111,82 112, 8 80,53 60,93 60.00 60.30 12,88 12,44 5.82 6.86 0 240 0 235 0.23 0.245 — — 0.2775 5,2875 0 265 0,24 0.2725 0.285 0 46 1.16 0,46 0,4'15 0.14. 11.140 0.1375 0.145 0,28 0,275 0.265 0.275 — ' .24 0.26 — — 0.25 0.27 0.23 — 0.245 0,265 :".25 90 25 01,75 96,75 96,9 97 97.25 8 | 7,95 8 7.8 40 1 Hl 41 13 — • — * 128.7* 127,9* 95' 94" 96' 95.25' 108.7* 107,5' 107,4' 107* 108.5* uo.r 110' 101 2' — — — 104' 104.5* 105,1* 104,1* 78 78,5 - — * -* 90.25* — 7,05 7.13 7,13 7.13 0,03 0,03 — —* 81 25* 79' 48,5 47.5 46 47.25 46 46.5' 43.5 79 5" 78,5’ 79. M' 70.75* 8>,5“ 84.5" 87* 85.5’ 114,2’ 112* 114,5’ 111.5* 121.5 123.75 121,25 121 75 130.75 135 1 .9 19,9 42.5 44 4t 42.5 58* 56 57.5* 62 75 78.5' 17.75' 79,13* 77' 64.25 03 5 65' 62,5* 75 73 25, 74 74 53 51 .4' Kindeezetfung JDec kleine Coco1 ’/iCtb ruw 5OPfg. £ ,7, Mß * lllll Gießen, den 20. Oktober 1925. Die Beisetzung hat in der Stille stattgefunden. Das Seelenamt findet Mittwoch, den 21. Oktober, 6*/$ Uhr vorm., statt. 9788D Im Namen aller Hinterbliebenen: Marie Erb geb. Schäfer. Häuserhof, den 19. Oktober 1925. [9793c Beerdigung: Mittwoch, dey 21. Oktober, nachmittags 9771c 3 Uhr, in Ober-Widdersheim. 9776V Tapetenhaus OttoTäuberi Fernsprecher 1326 WMMiliMMU 08548 Die trauernden Hinterbliebenen. ßager= j-fansa e. G. m. b. H Platz Preisabschlag! 4-Pfd.-Laib 72 Ps 4 Pfd. per n ii ii ii 50 Pf V* H ft Metöem erhalten h.Hlltgiieöet am WEM 4% Hätfoergütnng sucht. 9746 D Srosvorfer 5tr. 44 o Holsteiner Zervelatwurst. Holsteiner Schinkenwurst ff. Gothaer Mettwurst in kl. 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DieBeerdiguns findet Mittwoch,2L0kt,2ührnachm. vom Trauerhause, Gießener Straße 50, aus statt. t Kleinpflastersteine, lfd. m Randsteine, cbm Alainsand, „ Basaltmehl, Mitglieder 13000 9T8»C 400 — 600 qm grob, Nabe Vtebtflfit., mit guter Zufahrt, zu Mlen oefudjt. Schr. Sinn. u. 9731D an den Giest. Anz. Am 18. Oktober. 12 Uhr abends, verschied in der Klinik zu Gießen nach längerem Leiden unsere liebe Mutt er,Schwiegermutter .Großmutt er,Urgroßmutter Schwägerin und Tante Anna EHsabethe Reichel Gegründet 1901 (Sin Posten gebr. Mistbeetfenster preiswert zu uert Ms<3 Gartenstr. 10. geb. Weller im Alter von 84 Jahren. nimmtäidiheut und nwrgen Statittheater Mittwoch, 21. CT. Z.MtNwlllst'AliN.'Viss von 7*/2 bis 9* 4 Uht (^rstaüfsiibruna! 9le Haue 5iunöe itustsvlel ni 3 Akte» von Ioiku 300 „ Bafaltsplitt öffentlich vergeben werden. Lieferung von Kleinpflaster- und Randsteinen, sowie Mainsand, Basaltmehl und Bafaltsplitt. 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SB [igen überlasse len Anschassu der »i eWsehen. : ^uenjitidjtiq °en. daß nie penteuert l(itc niditret »:.ynLnierr «l6Se$to5[, der §!.F'Qrinig N ei» 4ft n < Auf den ' 2er Soi LK hielt AKellenvc Mag, ftng vern tz°rk in । 1975 - das Da NT** D- labt die Hr. 216 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) vien?taa, 20. GNober (925 rwamriw.'g: --iT2*J1tiWtnraWi J3 jedes 8M B föneugniffc. Vorräte sow'e fonffm-' des umlauf enben B^t'-iebsk^pitals ^dxrfon höchstens mit bem Anschaffungs- o^er Herstellungspreis e;naertellt to»r&>n. der bei CBe» ninn bi>3 Ste'ierabschn'tteö hätte a"sg"wendet wgen n nsa Isschule zelmann lahnhotstr 60 . Hanus u Korse vember. nicht als konnten. Gegenstände sondern dah das nächste Ziel die »Auflockerung" der Großstadt sein muh. Der Londoner Chefarchitekt R. llntoin, der sich mit diesem Problem eingehend beschäft-gt hat, verlangt, dah die Riesenstädte in ihrer Ausdehnung begreift und dah ihnen im Bedarfsfall Trabantenstädte ange-- gliedert werden, weil nur auf diese Weise die Menschen bodenständig gemacht und die Riesenstädte entlastet werden können. Unfern grohen Städte, denen der Kraftwagenverkehr ein beschleunigtes Derkehrstempo gegeben hat, das in den Engpässen der Strahen die Gefährdung des Fuhgängers bedenklich erhöht, wachsen gigantisch in die CBcte. Köln, München, Breslau, Leipzig und Dresden stehen an den: kritischen Punkt, wo die Frage des Daus einer Untergrundbahn aktuelle Bedeutung gewinnt. Reben dem Zwang nach räumlicher Ausdehnung aber besteht der Wille, den kostbaren Boden durch Hochhäuser in erhöhtem Mähe nutzbar zu machen. Reuhork hat das Beispiel gegeben. Allerdings zwang die Jnsellage von Manhattan dazu, die Citybildung (weil keine Ausdehnungsmöglichkeit bestand) nach der Höhe zu betreiben. Heute zählt Reuhork über 70 Wolkenkratzer, von denen das Woolworth-Gebäude 51 und das Metro- politan-Life 50 Stockwerte zählen. Das Singergebäude hat 41, Bankers Trust 39, Equitable 37, Liberty Tower, American Expreß Co. und Adams Expreß Co. je 32, Comnronwealth Hotel 30, American Dank Rote Co. 28 Stock usw. Don den Hochhäusern Reuyorks haben nur vier weniger als zwanzig Stockwerke. Gin neues Wolken- kraherviertel ist während der letzten Jahre am TimeS-Square entstanden, wo jetzt ein Hochhaus von 63 Stockwerken errichtet wird, das den bisher höchsten Wolkenkratzer, das Woolworth- Gebäude, noch um acht Stock überragen soll. WÜlW WH.!® y und Reise- iiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiii ;ken iiinuniimiiiii Seltersweg 70 Dauerwerte angesprochen werden wiend end 8 Uhr: '■Konzert pelle, unter Leitung des Herrn CLAUS MAY wieder jeden Mittwoch M Je ine --«Kc 9t- )lt l.- nnö. B r. 1631- Wolkenkratzer in Deutschland. Von Dr. Hans Faber. Auf dem Internationalen Architektenkongreh, ber im Sommer d. 3. in Reuhork abgehalten wurde, hielt der Präsident des amerikanischen Architektenvereins, Harveh W. Corbett, einen Vortrag, der den Zuhörern eine ungefähre Vor- sjellung vermittelte, wie (nach Ansicht Sorbetts) Reuhork in fünfzig Jahren — nämlich um das Jahr 1975 — aussehen werde. Gr führte aus. dah, trenn das Wachstum Reuhorks in gleichem Tempo weitergeht, d'e Stadt in fünf Jahrzehnten 50 Millionen Einwohner zählen werde, die weit draußen i n den entfernten Vororten wohnen und an jedem Morgen durch Luftdruckröhren mit einer Geschwind'gleit von 250 Kilometer in der Stunde nid) den Arbeitsstätten in der City ..geschossen" ».erden. Corbett erklärte weiter, daß Reuhork dmn einen Umfang von 80 Kilometern und Dolkenkratzer von 800 Meter Höhe haben würde. >cren Verkehr in der Hauptsache durch Röhren und auf beweglichen Plattformen geleitet werden müßte. Dieses D'ld erscheint uns heutigen Menschen rcch phantastisch. Aber wir erleben es ja bereits jetzt, dah die Entwicklung der modernen Welt- tabt. die zugleich nach der Weite und nach der Höhe zkelt. Probleme stellt, die noch vor einem Jahrzehnt niemand zu ahnen vermochte. Die Probleme der heutigen Weltstadt sind duft er ft mannigfaltig: sie Hegen auf dem Gebiet der Siedelung und des Verkehrs. 3n Derlin schien ntxf) etwa 200 000 Wohnungen. Und ihre Erstellung ist nicht nur eine Geldfrage, sondern auch ein Dauproblem, und zwar insofern, als man erkannt hat, dah die Aufblähung einer Großstadt nicht ins Ungemessene gehen darf, wenn her Organismus nicht krank werden soll, ische i. nidjc ö'Pi. u o- «• >150 W- 15 Ps. 45 Pi ttd i0 Ps. eringe, in Gel« r.-Toie ,eWäecke le Kiss'" e*e&mer cS^in' Die Besteuerung der Gewerbebetriebe nach dem neuen Einkommensteuergesetz Von Regierungsrat Dr. P l o ch - Schotten. "ZS. Stadtthea« In Diesen Tagen sind die Aufforderungen zur Abgabe von Einkommensteuererklärungen für die lemgcn Gewerbetreibenden ergangen, bei denen das Wirtschaftsjahr in der ersten Hälfte des Jahres 1925 abschließt. Hiervon wird jeder Gewerbetreibende be^ troffen, der Handclsbücher zu führen verpflichtet ist, oder solche iatsächlich führt, und sein Geschäftsjahr in der Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 1925 endet. Begriff des Einkommens. Als Einkommen gilt bei Einkünften aus Gewerbebetrieb der G e w i n n. Bei Handwerkern und Kleingewerbetreibenden ist Gewinn der Ueberschuh der Einnahmen über die Ausgaben, dazu kommt der Mehrwert (oder bei Verlust der Minderwert) der Erzeugnisse, Waren und Vorräte des Betriebes, der dem Betriebe dienenden Gebäude nebst Zubehör, sowie des beweglichen Anlage- und Betriebskapitals am Schluß eines Steuerabschnittes gegenüber dem Stand am Schluß des vorangegangenen Steuerabschnittes. Der Gewinn setzt sich also qus zwei Elementen zusammen, einmal aus dem Ueberschuh der Einnahmen über die Ausgaben und ferner aus einem Vergleich des Betriebsvermögens am Anfang und am Schluß des Jahres. Bei einer Reihe von Kleingewerbetreibenden, bei vielen Personen, die ein Verkehrs- oder Ver- miltlungsgewerbe betreiben, wird ein solcher Vermögensvergleich nicht erforderlich fein, weil das der Tätigkeit dienende Vermögen am Schluß der einzelnen Steuerabschnitte wesentlichen Schwankungen nicht zu unterliegen pflegt. Hier genügt es vollständig, wenn bei der Berechnung des Gewinns lediglich der Ueberfchuß der Einnahmen übe»' die Ausgaben zugrunde gelegt wird. Selbstverständlich muß dem Gewinn der Wert aller derjenigen Gegenstände, Nutzungen, Dienstleistungen usw. hinzugerechnet werden, die der Steuerpflichtige aus seinem Betrieb für sich und seinen Haushalt oder für andere Zwecke entnommen hat. Bei Steuerpflichtigen, die Handelsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches zu führen verpflichtet sind ober, ohne dazu verpflichtet zu sein, solche tatsächlich führen, wird der Gewinn nach anderen Grundsätzen ermittelt. Man geht hierbei von der Erwägung aus, daß in der kaufmännischen Buchführung es üblich ist, jeden geschäftlichen Vorgang als eine Veränderung des Vermögens zu be- irachten und dementsprechend zu buchen. Wenn nun auch nicht verkannt werden soll, daß tinc Uebereinstimmung zwischen kaufmännischer Bilanz und Steuerbilanz nicht in allen Punkten besteht, so muh das Steuerrecht dieser Art der Gewmnberechnung doch grundsätzlich folgen. Dem- gemäh bestimmt § 13 hier als Gewinn den nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung für den Schluß des Steuerabschnittes ermittelten lieber- schuß des Betriebsvermögens über das Betriebsver- inögen, dos am Schluß des vorangegangenen Steuer« obfchnittes der Veranlagung zugrunde gelegen hat. Bei der Aufstellung der Einkommensteuerbilanz kann nqtürlich dem Ermessen des Kaufmanns nicht der Spielraum gelassen werden, wie ihn etwa das Handelsgesetzbuch vorsieht. Es müssen vielmehr hinsichtlich der Bewertung gewisse Mindestoorschriften beobachtet werden. Vewertungsgrundsähe. Die Bewertungsvorschriften sind enthalten in den §19 ff. Grundsatz ist hier, wie auch schon in § 40 HGB. und 8 137 der Abgabenordnung bestimmt, daß der gemeine Wert für die einzelnen, dem Betriebe gewidmeten Gegenstände für den Schluß des Steuerabschnittes zugrunde gelegt werden soll. Bei der Ermittlung dieses gemeinen Wertes ist bei (Gegenständen, die nicht zum Verkauf bestimmt sind, also z. B. Gegenstände des Anlagekapitals, nicht der bei der Veräußerung jedes Gegenstandes für sich im einzelnen erzielbare Preis zu ermitteln, vielmehr muß berücksichtigt werden, daß der Gegenstand einen Teil des ganzen Betriebes bildet, und daß er auch fernerhin zur Fortführung dieses Betriebes dient. Dieser gemeine Wert ist nun nicht zwingend vor- fleschrieben. Vielmehr bleibt es dem Steuerpflid)» t igen überlassen, an Stelle dieses gemeinen Wertes den Anschaffungs- oder Herstellungspreis unter Mzug der zulässigen Absetzungen für Abnutzung einzusetzen. Durch dieses Wahlrecht, das dem Steuerpflichtigen gewährt wird, soll anerkannt werden, daß nichtrenlisierte Konjunkturgewinne nicht uerfteuert zu werden brauchen, während anderer» sflit- nichtrealisierte Verluste gbgezogen werden Ist ein Anschaffungs oder Herstellungspreis nicht gegeben, fo genügt der Betrag, der für den Gegenstand im Zeitpunkt feines Erwerbes unter gemeingewöhnlichen Verhältnissen hätte aufgewen- bet werben müssen. Nach dem Grundsatz der Bilanzkontinuität soll nun der Steuerpflichtige in den einzelnen Steuer abschnitten zwischen Anschaffungs- und Herstellungspreis einerseits und ganetnem Wert andererseits nicht beliebig wechseln Dürfen. Es wurde deshalb in § 20 bestimmt, dah bei Gegenständen, die bereits am Schluß des vorangegangenen Steuerabschnittes zum Betriebsvermögen des Steuerpflichtigen gehört haben, der für den Schluß des Steuerabschnittes airgesetzte Wert bei- der Veranlagung des Steuerpflichtigen auch weiterhin für die folgenden Steuer» abfdjnitte einzusetzen ist. Der Vergleich ist zu bilden immer nur zwischen den Werten am Schluß der Steuerabschnitte. Zugunsten des Steuerpflichtigen ist aber bestimmt, daß zu einem anderen Wert bann übergegangen werden darf, wenn dieser neue Wert niedriger ist. Dir Bewertuugsrichtlinien b'.cten fein: besonderen Schwierigkeiten, wenn die Veranlagung einmal in Lauf gebracht ist. Sa nun aber für 1923 und 1924 eine Einkommensteuerveranlagung nicht stattgefunden hat. so entsteht die Frage, welche Anfangswerte für die jetzt vorzunehmende Veranlagung anzusehen sind. Das Einkommensteuergesetz regelt diese Frage in den Heber- gangsvorschriften der §§ 105 bis 108. Danach sollen Steuerpflichtige, die Handelsbücher führen oder zu führen verpflichtet find, grundsätzlich die handelsrechtliche D'.lanz als Grundlage nehmen, und zwar: a) wenn das Wirtschaftsjahr mit deut Kalenderjahr übereinstimmt, die handelsrechtliche Dilanz vom 31. Dezember 1924, b) wenn das Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr nicht übereinstimmt, die Eröffnungsbilanz in Goldmark für den Deginn des Wirtschaftsjahres 1924/25 bzw. wenn eine solche schon vor Deginn des Wirtschaftsjahres 1924/25 ausgestellt wurde, die handelsrechtliche D-lanz für den Schluß des Wirtschaftsjahres, das dem Steuevabschnitt 1924/25 unmittelbar vorausgeht. Die Steuerpflichtigen, die nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ab- schließen, hatten nach der Goldbilanzverordnung das Recht, die kaufmännische Goldmarkeröffnungsbilanz an den Abschluß ihres Wirtschakts- jahres 1923 24 auzuschließen oder an den Abschluß des Wirtschaftsjahres 1922'23, wenn dieles im 2. Halbjahr 1923 geendet hatte. Da die meisten Steuerpflichtigen die Goldnrarkeröff- nnngsbilanz erst im Jahre 1924 ausgestellt haben, wird also meistens die kaufmännische Goldmark- eröffnungsbilairz im Sinne der Goldbilanzverordnung und die Eröffnungsb'lanz nach dem Einkommensteuergesetz zusammenfallen. Es ist nun ohne weiteres klar, daß die kaufmännische D'lauz nicht unter allen Umständen die Grundlage für die Einkommensteuerveranlagung bilden kann. Dei der Bewertung der zum Anlage- und Betriebskapital gehörenden Gegenstände wird unterschieden, je nachdem die Anschaffimg im Jahre 1924 oder ob sie im Jahre 1923 und früher erfolgt ist. Im ersteren Fall ist immer der Anschaffungsoder Herstellungspreis anzusehen. Im letzteren Fall, also bei der Anschgsfung vor dem 1. Januar 1924, sind gemäß § 107 bebaute Grundstücke, die zum Anlagekapital geboren, höchstens mit dem gemeinen Wert zu Beginn des Stexembschn-tts anzusetzen. Die übrigen Geg»nstände des Anlag ekav'tals dürfen mit keinem höheren Wert angefeht werden als dem um ein Drittel verminderten Betrage, der nm Stichtag d»r Erökfnunnsb'lanz in Goldmark für die Anschaffung od"r Herstellung be3 G^en- stand'>s hätte aiifaetoo-b-’t werden mästen. Man gebt hierbei von der Erwägung aus, daß hie de>-- maligen Bre'se noch überhöht waren und deshalb ändere* Frische ZeeM aller Art, »M- rood) an M‘ neiiend, MU fehle infte kinge.MM^ tolien Aieiiagu-Sa-ik M d 'rWe «rt l futter Wurtttn PaarMPs r': ÜB A? Oderhessen. iicn. Bg. Großen-Buseck, 18. Olt. Im Saale des Gastwirts Wagner fand heute eine reich beschickte Dbftausftellung für die Gemarkung Großen-Buseck statt. Leiter der Veranstaltung waren Flurschütz Pfeiffer und Schloßgärtner M e n z. In geschmackvoller Weise waren in der Hauptsache Aepfel und Dirnen zur Schau gebracht. Auch einige Gläser Eingemachtes und sogar Ge- müsetöpfe von erstaunlichem Umfang waren aus- gestellr. Tafelobst bis zu den edelsten Sorten, sowie Wirtschastsobst war in gleicher Rcichhalkig' feit vorhanden. Die Preisverleilung war von zwei Herren der Landwirtschaftskammer vorgenommen worden. Den Ehren und einen ersten Preis erhielt Baron Nordeck zur Rabenau. Auch die Gemeinde Großen-Buseck wurde mit einem ersten Preise ausgezeichnet. Eine weitere bedeutende Zahl erster, zweiter, dritter Preise und lobender Anerkennungen wurde Ausstellern aus unserer Bürgerschaft verliehen. Die große Zahl der Aussteller, wie die Güte des Materials bewiesen, daß der Obstbau in unserer Gemeinde bereits auf bedeutender Höhe steht, und doch dürste die Ber- anftaltung vielen Besuchern neue Anregung und Belehrung gegeben haben. Man trägt sich mit dem Gedanken, im nächsten Jahre abermals eine Ausstellung vorzunehmen. Es wäre wünschenswert, daß dann auch der O b st - und G e m ü s e Verwertung größere Aufmerksamkeit zugemendet wurde, L i ch . 13. Olt. Ein schweres Aerger- nis erregender Vorgang spielte sich heute nachmittag in einer der lebhaftesten Straßen unseres Städtchens ab. Zwei dem Anschein nach etwa 18- bis 20jährige, also demnächst wahl- reife Burschen, wie man hörte aus dem nahen Hof Colnhau'en, hatten wohl am Samstag ihren Wochenlohn bekommen und wußten nun nichts besseres damit anzufangen, als dem Alkohol so stark zuzusprechen, daß sie nicht nur von einer Seite der Straße zur anderen tortelten, sondern sich beim Regen im Straßens chlamm wälzten und bei jedem Versuche, sich zu erheben, wieder zu Boden fielen. Der Vorgang haste eine vielköpfige Menschenmenge hinzu- und an die Fenster der Nachbarschaft gelockt. Als die behördlichen Organe von dem Vorfall Kenntnis erhalten hatten, griffen sie sofort ein und schafften die üblen Burschen in Rümmer Sicher, wo sie ihren Rausch ausschla'en konnten. Hoffentlich wird den traurigen Helden noch ein gehöriger Denkzettel verabreicht. Aber man muß doch auch fragen: Sollte man den gewinnsüchtigen Verabreichet: des Alkohol-Giftes nicht mit an- klagen, der sich nicht entschließen kann, solch jungen, unselbständigen und unfertigen Menschen rechtzeitig zu sagen: ..Jetzt hast du genug, geh beim!“, und ihnen gegebenenfalls die Türe zu weisen? Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 19. Oft. Auch in dem beginnenden Wintersemester werden eine Anzahl hiesiger Vereine, wie der Volksbildungsverein, der Ge- fchichts- und Altertumsverein, der Verein ehemaliger Au-? iftinerschüker eine Reihe gemeinverständlicher Vorträge veranstalten. Den Reigen eröffnete jetzt der Volkbildungsver- e i n mit einem Vortrage von Unioersitätsprofeffor Dr. Schaum über die „Entwicklung der Himmelskörper". Der Redner wußte das an und für sich nicht leichte Thema, welches an die Auffassung der Zuhörer ziemlich starke Anforderungen stellte, so zu beleben, daß man seinem Vortrage bis zum Schlüsse mit Aufmerksamkeit folgte. Gerade die Forschungen der letzten Jahre hätten so bedeutende Fortschritte gezeitigt, daß man mit Recht von einem Jahrhundert der Astronomie sprechen könne. Der Redner gab ein anschauliches Bild der Methode, die Entfernung, Helligkeit, Größe und Temperatur der Gestirne festzustellen, und ging zum Schluß an der Hand einer Reihe von Lichtbildern auf das eigentliche Thema „Die Entwicklung der Himmelskörper" ein. Zum Schluß konnte er mit Genugtuung feftftellen, daß deutsche Forscher an den Errungenschaften dieser Wissenschaft und an dem Bau der dazu benötigten wissenschaftlichen Instrumente den hervorragendsten Anteil hätten. c. Rockenberg, 18. Oft. Unter reger Teilnahme der ganzen Devölke-ung beging gestern der Geistliche Rat Dekan Waldmann sein 2 5 jähriges Ortsfubiläu m. Feierlicher Gottesdienst unter Assistenz vieler Geistlicher sowie des Domprobstes Schreiber, Worms, leitete die Feier ein, die eine Versammlung im „Gasthaus zur Gerste" beschloß. Die Verdienste des greifen Jubi'ars umfassen neben der Orts- Wie Felsen stehen diese Giganten-Häuser in der Brandung der Weltstadt: Symbole einer Zeit, deren Technik wir aufrichtiger bewundern könnten, wenn wir nicht wüßten, dah sie an ihren eigenen Rekorden krank geworden ist. Auch in Deutschland hat das Hochhaus, das der jungen Architektengeneration monumentale A"sgaben stellt, seine ersten prominenten Zeugen erhalten. Am Hamburger Hafen wuchten massig das Chilehaus und das Dallinhaus empor. Und soeben ist man in Hamburg, wo der alte Hanseatengeist in unzerstörbarem Wagemut Verlorenes zurückerobert, dabei, ein Messehaus zu errichten, das all'wd-ngs nicht eigentlichen Messe- Zwecken, sondern den deutschen Ausfuhrindustrien dienen und ein Treffpunkt der ausländischen Käufer fein soll. Der Hamburger Architekt Hermann Distel hat den Plan entworfen: aus zwei nennstöckiaen Häusern ba"t s'ch ein elfstöck'ges auf, und auf diesem ruht ein breiter 25stöckiaer Turm. In diesem Riefengebäude, das eine Mittelstadt an Einwohnern bergen kann, werden 58 Aufzüge den Verkehr vermitteln und zahlreiche Lastenaufzüge eingebaut sein, 60 000 Glühlampen werden am Abend leuchten, dreißig Millionen Wärmeeinheiten pro Stunde die Heizung bewirken. Cs w'rd ein Dau sein, der Ausstellungs- fäle, Kongreßhallen, D''reauräume. Banklokale, Restaurants, Post. Telephonamt und alles andere umfaffen wird, was zu einem solchen Riesengeschäftshaus gehört, wobei noch erwähnt sei. daß man in etwa sieben Jahren das Werk vollenden will. Das Kölner Hochhaus, das Jakob Höfer baute, war in einem Jahr fertiggestellt. Und schon plant Köln ein neues Hochhaus an der Hängebrücke, das freilich ftarf umstritten ist, weil man fürchtet, daß das historische Kölner Stadtbild mit feinen wundervollen Domtürmen feclforge auch die große Arbeit als Anstalts- gciftlia;er im LaadeäzuchthauS Mar'.enichloß. — Die'er Tage verschied nach schwerem Leiden unser Lehrer I. Weil, dec feu nahezu sieben Jahren in unserer Gemeinde gewirst hatte. Ein im Kriege zugc ogenes Leiden setzte seinem hoff- nungsvollen Le'en im 30. Lebensjahr ein Ende. Unter Teilnahme der ge'a-ntcn Lehrer- und Schülerschaft wurde er von hier aus nach seinem nahen Heimatsort Oppershofen zu Grabe getragen. Kreis Büdingett. ub. Ridda. 19. Oft. In der hiesigen Kirche sand gestern baS Jahresfest der O st a s i e n - M i s s i o n statt. Vormittags predigte im Festgottesdienste Pfarrer Marr aus Darmstadt über die Frage: ..Wer Mission treiben soll, um die noch zu zwei Drittel heidnische Menschheit ucr Erde zum Christentum zu bekehren?" D.e Antwort lautete, daß. jeder Gläubige dafür wirken und werben soll und kann. Oiatürlid) fann hierbei stets nur ein bestimmtes Gebiet der Heiden nach und nach bearbeitet werden. Redner lenkte deshalb die Zuhörer nach 0 st a s i e n. insbesondere nach Japan und C h i n a, schilderte die dort herrschende Rot. weit den Menschen die ilrlräftc des Christentums fehlen, und bat um Hilfe, damit die Bekehrung der beiden Kulturvölker, der Japaner und Chinesen, in Erfüllung gehe. An den Hauptgottesdienst schloß sich ein Kinder- gottesoienst an. in dein Pfarrer Hoch von Selters den Kindern von der Dekehrung der Javaner und ihrem Heidentum erzählte, ihn 2 ilhr nachmittags hielt Misfionsinfpeltor De- v a r a n n e aus Berlin einen gutbefuchten Vortrag über „Anteil der Mission am Reubau der Menschheit". Pfarrer Lauf von hier erstattete den Jahresbericht. Abends um 8 ilhr begann ein zweistündiger Lichtbildervortrag über ..Kulturbilder aus dem zerstörten Javan^'. wobei die obengenannten Geistlichen Ansprachen hielten. Besonders verdient hat sich der P o- s a u n e n ch o r W a l l e r nh a u se n bei den Veranstaltungen durch die schönen Chöre gemacht. Obgleich der Verein erst lurze Zeit besteht, verdient er und fein rühriger, für die gute Sache begeisterter Dirigent volle Anerkennung und Lob. SU'eie Alsfeld. H Alsfeld. 12. Oft. Entschiedenes Pech hatte der Hessenfliegerverein fsir Luftfahrt in Darmstadt mit dem von ihm in Alsfeld re anftaltete r Flugtage. RaH- dem am Sonntag vor v erzehn Tagen die damals vorgesehene Flugveranstaltung ausfallen mußte, weil das einzige erschienene Flugzeug am Tage zuvor nach einer Rek'amefahrt bei der Landung in nächster Rähe des Flugplatzes abgestürzt und in Trümmer gegangen war, fiel die auf den gestrigen Sonntag verschobene Flugveranstaltung wiederum aus. In großer Reklame hatte der Hessenfliegerverein noch am Freitag bekanntgegeben, dah das Publikum für den ausgefallenen Flugtag am 4. Oktober durch ein besonders reichhaltiges Programm am 18. Oktober entschädigt werden solle, daß drei Flugzeuge mit den berühmtesten Kunstfliegern bei jeöer Witterung erscheinen würden, und daß mehrere Fa'hchirmabsvrünc-e gemacht werden sollten. Leider ging dieses Versprechen aber nicht in Erfüllung. Rachdem es bereits nahezu 3 Tlhr nachmittags geworden und immer noch kein Flugzeug erschienen war, tauchte gegen 3 Ähr endlich eine Flugmaschine am Horizont auf. Es war dies ein Dietrich-Eindecker, gesteuert von dem Besitzer selbst, Herrn Dietrich aus Kassel. Des wartenden Publikums bemächtigte sich einer freudigen Erregung, die aber la'd eine* schmerzli 'e i Enttäuschung Platz ma^en sollte. Die beiden anderen angekündigten Flugzeuge blieben nämlich aus, angeblich durch ..höhere Gewalt" verhindert infolge ungünstiger Witterung. Da mit der D^etrich-Malchine aber keine Kunstflüge ausgeführt werden konnten, mußte der Flugtag zum zweiten Male a u s f a 11 e n. Als d'es bekannt wurde, gab das tausendköpfige Pubß'um feinen berechtigten Unwillen in für die SjeTfenflieger wenig schmeichelhaften Ausdrücken kund. Der Vorschlag der §effenfliecer, unter diesen Umständen die Flug- Veranstaltung nochmals zu versch'e'en, und zwar auf den nächsten Sonntag, wurde von dem Vertreter des Kreisamts und dem Bürgermeister abgelehnt, da man sich der Gefahr eines abermaligen Ausfalles nicht aus'etzen wollte. So mußte gegen 4 Uhr die Geschäftsleitung der Heslenflie'er der immer ungeduldiger werdenden Zuschauermenre schließ'ich d'e wenig angenehme durch das neue Hochhaus beeinträchtigt werden könnte. Inzwischen ist das Bauprojekt zurückgezogen worden, und es soll demnächst von der Dauherrin (F'rma Tietz) ein beschränkter Wettbewerb veranstaltet werden. Ferner ist beabsichtigt, in Leipzig, und zwar mitten im Duchgewerbeviertel, ein Hochhaus zu errichten: einen Duchpalast für das graphische Gewerbe, dessen Mittelbau 12 und dessen Flügelbauten 6 Stockwerke umfassen sollen. Inzwischen ragöst bereits in Düsseldorf und Bremen Hochhäuser empor und prägen in daS Straßenbild b efer Städte ihre kraftvollen Linien. Der Potsdamer Architekt Poelz'g hat für ein etwa zwanzigstöckiges Hochhaus in der Fr'edrich- strahe in Derlin einen Entwurf geliefert, der die monumentale Wirkung des Rw'enha>'ses deutlich zeigt. Weitere Hochhäuser find das Lochnerhaus in Aachen und i):e Essener Börse. Würden diefe Hochhäuser lediglich der pathetische Ausdruck des Krastwillens fein, so würde die schw'.erige Wirtschaftslage es von selbst verhindern, daß die Häuser in den Himmel wachsen. Ihre Errichtung ist jedoch in hohem Maß eine wirtschaftliche Rotwend'gkeit und eine Frage des Bodenraums. Unbestreitbar bedeuten diese Hochhäuser, die dem Antlitz der modernen Großstadt einen neuen, bisher unbekannten Zug geben, der neue Maßstäbe schafft, einen neuen Weg der stadtbaulichen Entwicklung und eine Antwort auf die Forderung nach der Gestaltung ne'lzeitlicher Lebensbedingungen, d'e man in die Worte zu- fammengefaßt hat: Wohnen, Arbeiten. Erdölen. Die Verwirklichung des Gedankens, Arbestsstäbt« und Wohnstädte zu trennen, um dem Mensche« unserer Tage eine Reugestaltung seines ä uh-wen Gebend zu ermöglichen, ist ungebahnt Das Ziel ist erkannt, der Weg beschritten. Allerdings, des Weg ist weit Mitteilung machen, daß der Flugtag tn Alsfeld ausfallen, und baß die bezahlten Eintrittsgelder durch die Bürgermeisterei Alsfeld zurückgezahlt werden würden. Der Dietrich-Eindecker erhob sich in die Luft, um in der Richtung nach Kassel die unerfreuliche Situation zu verlassen, während sich die Zuschauer allmählich entfernten. So endete der Flugtag der Hessenflieger in Alsfeld, der jedenfalls für die Veranstalter keine besondere Empfehlung geworden ist. Starkenburg. * Darmstadt. 19. Oft. Kürzlich hatte der Vorsitzende der Stadtverordnetenfraktion der Deutschen Lolkspartei in Gemeinschaft mit dem Vorsitzenden der Partei eine Mißtrauenserklärung gegen den Oberbürgerin e i st e r D r. G l ä s s i n g gerichtet und veröffentlicht, in der dem Oberbürgermeister allzu starkes Nachgeben gegenüber den Wünschen der Linksparteien vorgeworfen wurde. Oberbürgermeister Dr. Glässing antwortet jetzt mit einem Schreiben an den Vorsitzenden der Stadtoerordnetenfraktion der Deutschen Volkspartei, Sanitätsrat Dr. N o e l l n e r, in dem es heißt: „Bei meiner Rückkehr aus der Urlaubsreise habe ich heute zum ersten Male' Kenntnis erhalten von dem Inhalt der Erklärung vom 6. Oktober, die in meiner Abwesenheit veröffentlicht wurde. Auch ich bedauere lebhaft, daß die Fraktion der Deutschen Dolkspartei der Stadtverordnetenversammlung zu einer solchen Entschließung gelangen au müssen glaubte. Wenn Meinungsgegensätze nicht überbrückbar sind, so müssen sie ausgetrogen werden. Der Leiter der Verwaltung hat nach dem Gesetz eine eigene, nur ihm persönlich obliegende Verantwortung. Hinsichtlich des letzten in der Stadtverordnetenversammlung ausgetragenen Meinungsgegensatzes, betr. die Nichtwiederbesetzung der Leigeordnetenstelle, die seither Herr Bürgermeister Daub verwaltete, darf ich darauf Hinweisen, daß ich als Leiter der Verwaltung die Initiative ergriffen hatte. Es ist nicht so, daß ich mich der Auffassung einer anderen Partei angeschlossen hätte. Meinem Anträge auf Nichtwieder- befetzung haben sich sämtliche Mitglieder der Der- waltung ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit angelchlossen. desgleichen die Mitglieder der Deutsch- nationalen Volkspartei, der Demokratischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei und der Wirtschaftlichen Vereinigung. Noch heute steht für mich die Verpflichtung fest, auch in der Verwaltung zu sparen, nachdem die unglücklichen Abbauvorschriften die kleinen und mittleren Beamtenstellen in erster Linie getroffen Hadem Wenn der Herr Vorsitzende der Partei und die Fraktion der Stadtverordnetenversammlung ihre Nichtübereinstimmung mit meiner Auffassung in die Form eines Mißtrauensvotums gekleidet haben, so lehne ich zunächst die Legitimation des Herrn Vorsitzenden der Partei, in Angelegenheiten der kommunalen Selbstverwaltung ein Mißtrauensvotum zu erteilen, mit aller Entschiedenheit ab. Wenn die Fraktion der Stadtoer- ardnetenverfammlung etwa geglaubt haben sollte, mein Amt zu vergleichen mit dem Amte eines Ministers, der den parlamentarischen Grundsätzen der Neuzeit untersteht, so ist sie im Irrtum. Für meine Amtsstelluno und mein Verhalten ist das Städterecht und mein Gewissen entscheidend. Indem ich mir vorbehalte, zur richtigen Zeit und an der geeigneten Stelle auf die erwähnten Meinungsgegensätze zurückzukommen, erkläre ich mit aller Bestimmtheit, dah ich auch in Zukunft mich in meinen Entschließungen und 'Abstimmungen leiten lasse lediglich von der Berücksichtigung des Gesamtwohls der Stadt. Ich habe nicht das Amt eines Oberbürgermeisters der Partei, sondern das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Darmstadt zu verwalten. Den Inhalt dieses Schreibens bitte ich zur Kenntnis des Herrn Vorsitzenden der Partei z'u bringen." Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Wetzlar. 18. Oft. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hatte heute ihren großen Tag. Ein besonderes Schlußstück ihrer Ausrüstung, die neue Motorfeuerleiter, wurde ihr heute nachmittag in feierlicher Weise übergeben. Zu dieser ülebergabe waren auf V4 Ahr die Vertreter der Bürgerschaft, der Landral und eine größere Anzahl im wirtschaftlichen Leben der Stadt stehender Personen geladen. Vorher fand noch eine eingehende Besichtigung der Schaltanlage der ebenfalls neuen Alarmvorrichtung statt. Diese von der Firma Siemens & Halske gebaute Anlage wurde durch den städtischen Betriebsleiter eingehend erläutert lind in ihrer Wirkungsweise vorgeführt. 3n der Moltkestraße vor dem neuen Fabrikgebäude der Firma Hensoldt hatte die Wehr mit der neuen Motorleiter Aufstellung genommen. In Vertretung des Bürgermeisters übergab Beigeordneter H i e p e die Leiter in einer zu Herzen gehenden Ansprache, in der ganz besonders der Dank der Bürgerschaft für die glänzende Organisation und Bereitschaft der Wetzlarer Feuerwehr zum Ausdruck brachte. Eine kleine Hebung in Verbindung mit der neuen Motorspritze zeigte die volle Durchbildung der gesamten Mannschaft. Beigeordneter K l e e - m a n n brachte dann in beredten Worten den Dank der Wehr zum Ausdruck. Wenn man bc= denit, dah die Stadt in diesem Jahre für den Feuerschutz ihrer Bürger eine Motorspritze. eine Motorleiter und eine voll- tommen moderne Alarmvorrichtung über die ganze Stadt mit vier Schleifen beschafft hat, deren Kosten auf 80 000 Mk. geschäht werden dürfen, so ist das eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Kreis Biedenkopf. bl. Bischoffen, 19. Oft. Am gestrigen Sonntag wurde das für die gefallenen Helden unserer Gemeinde errichtete Ehrenmal ein- geweiht. Gegen i/i3 Hfjr marsch erten die hiesigen Vereine (Kriegerverein und Männergesangverein) sowie die Angehörigen der gefallenen Brüder unter Vorantritt von Schulkindern und des Posaunenchors Endbach zur Weihestätte. Im Anschluß an einen Schülerchor und eine Deklamation richtete der Ortspfarrer Haust e i.n - Herborn warme Degrühungsworte an die Versammelten und wies auf den 18. Oktober hin, der durch die Völkerschlacht bei Leipzig eine besondere Weihe erhalte. Ferner dankte er den Erbauern des Denkmals und allen denen, die sich an dem Zustandekommen beteiligt hätten. Es folgten einige Deklamationen und ein stimmungsvoll zu Gehör gebrachtes Lied „Mahnruf ans Vaterland" durch den Männergesangverein. Hierauf ergriff Professor V e i d t - Herborn das Wort 31t einer warmen, von Herzen kommenden Festprä>igt. Aach dem gemeinsamen Gesang „Jesus meine Zuversicht" wurde das Denkmal enthüllt und dem Bürgermeister der Gemeinde in Pfleae und Obhut gegeben. Dieser übernahm den Schlüssel des Portals und versprach, stets für Pflege und Erhaltung zu sorgen. Aumnehr wurden die -Aamen der Gefallenen verlesen, woran sich die Kranznied'rlegnng der Vereine usw. anschloß. Es folgten der Vortrag des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" durch den Pos«unenchor, zwei Chornesänge und eine Deklamation. M-t Gebet und dem gemeinsamen Gelang des altniederländischen Dankgebetes schloß die eindrurksvolle Feier. — Das Ehrenmal hat seinen Stand aus dem Friedhof. Die Ausführung des wichtigen Monuments erfolgte in Grün- stein. Die Rückseite schmückt eine Grünsteinplatte mit den Worten „Ihren tapferen Söhnen gewidmet die dankbare Gemeinde Bischoffen". Auf der Vorderseite find die Aamen der 27 Gefallenen ebenfalls auf einer derartigen Platte zu lesen. Die Einfassung besteht aus einer Mauer. Vor dem Treppenaufgang wurde eine kleine gärtnerische Anlage angebracht, die eine Mauer mit weißem Lattenzaun einfaht. Inmitten der Anlagen wurde das Eiserne -Kreuz in Steinchen» eingesetzt, zu 'beiden Seiten die Zahlen 1914 bis 1918. Danner, ebenfalls aus allen Farben von Kieselsteinen zusammengesetzt, füllen das Ganze aus. In der Gesamtheit betrachtet, ergibt sich ein recht anmutiges Bild. Der Entwurf stammt von dem Bausekretär und Architekten Keil- Dillenbüra. der Dau wurde von dem Steinhauer Karl Wilhelm T h i e l in a n n - Dicken ausgeführt. bl. Hartenrod, 19. Ott. Die vom hiesigen Obst- und Gartenbauverein veranstaltete O b st -, Gemüse- und Konservenausstellung wurde am Samstagnachmittag eröffnet. Ausstellungsraum ist das Gasthaus . Stiel" mit seinem geräumigen Saalkmu. Der Eröffnung wohnte u.a. der Landrat des Kreises Biedenkopf, Reglerungsrat Calsmgnn, Gartenbauinfvektor Lange - lrrantfurt g. M., Winterschuldirektor Remy- Ufingen, Direktor Möhler- Herborn und die Kreishaushaltungslebrerin bei. Der Vorsitzende des hiesigen Vereins, Lehrer Horn, begrüßte die Erschienenen und wies anschließend auf den Zweck der Veranstaltung hin. Gartenbauinspektor Lange- Frankfurt a. M. gab einige Aufklärungen, wahrend der Bürgermeister als Vertreter der Gemeinde sprach. Es wurde daraufhin eine Besichtigung der einzelnen Abteilungen vorgenommen, die sehr be- f-riebigte. Die Fülle des Ausgestellten beweist, daß die Pflege und Zucht von Früchten und Garten- erzeuanissen hier weit vorangeschritten ist. In drei Abteilungen werden Aepfel und Birnen, Konserven und Gemüsesorten gezeigt. Die Ausstellung ist in ihrer ganzen Beschickung und Ausmachung hervor- rnaenb. An Preisen sind eine Anzahl Houshaltungs- unb Wirtschaftsgegenstände berertgestellt. Von der Landwirtschaftskammer und dem Landesverband erhielt der Verein zur Prämiierung fünf Diplome. Gartenbauinsvektor Lange hielt im Laufe des Jahres drei Lehrgänge hier ab. Der hiesige Obst - und Gartenbauverein wurde im Jahre 1922 mit einer Mitgliederzahl fton 24 gegründet. Heute, nach drei Jahren, beträgt die Zahl schon 116 Mitglieder. Frankfurt a. M. und Umgehend. fpd. Frankfurt a. M., 19. Oft. Das Ehepaar Joseph Dahl und der Tagelöhner Paul Kreide bejahen sich am Sonntag nach mehr als reichlichem Alkoholgenutz in die Wohnung des Kreide und beschmutzten hier in der Trunkenhe'.t in nicht wiederzugebender Wtese die Wohnräume. Vermutlich ist eine der drei Personen an den Gashahn ge.alen und hat ihn geöffnet. Durch das ausströmende Gas wurden die drei Personen bewußtlos. Die beiden Männer fand man, als Hausbewohner die Räume öffneten, bereits t o t vor, die Frau starb kurz nach te; E n ie eatng in !al K nn en» Haus. Der Stratzenbahnerstreik in Frankfurt. fpd. Frankfurt a. M., 19. Oft. Die Lage im Straßenbahnerstreif ist unverändert. Franffurt steht, seitdem der gesamte Straßenbahnverkehr ruht, im Zeichen des Autobusverkehrs. Aeben der Stadtverwaltung haben der Frankfurter Verkehrsverein und eine immer mehr zunehmende Anzahl von Privatunternehmern Autobuslinien durch die ganze Stadt nach den Zentralpunkten und den Vororten eingerichtet. Diese Verkehrsmittel werben, wenn sie auch nicht billig sind, außerordentlich stark benutzt. Sogar von auswärts beteiligen sich zahlreiche Automobile an dieser neuen lohnenden Erwerbsmöglichkeit. Da der Autobusverlehr im Laufe des Tages organisiert wurde, macht sich die Stillegung längst nicht mehr so fühlbar wie am Morgen. Die Stadt- vervrdnetenfraktionen haben sich in ihrer heute abend stattgefunder.en Sitzung mit großer Mehrheit dafür entschieden, dem Magistrat Verhandlungen mit den Streikenden zu empfehlen, aber unter allen Umständen Festigkeit zu bewahren. Das Reichsarbeitsministerium hat bereits einen Schlichter bestellt, der gegenwärtig über die strittigen Lohnfragen mit beiden Parteien verhandelt, während die anderen Fragen, wie Angestell tenverhältnis nach wie vor der Stadt- verordne'enversammlung zur Entscheidung unterliegen. Unter den Straßenbahnern macht sich seit heute eine starke Stimmung für die Wiederaufnahme der Arbeit bemerkbar. Kunst und Wissenschaft. Hessisches Landesthealer. Das Hessische Landestheater hat in der letzten Zeit dem Publikum ein sehr abwechslungsreiches Programm geboten. Unter den Aeuemstudie- rungen ist eine darstellerisch und szenisch ausgezeichnete Wiedergabe von Glucks „Orpheus und Eurydike" zu erwähnen. Ein Volltreffer ist auch die heitere Oper „Der Hochzeiter" von Karl Dleyle, die bei ihrer Erstaufführung eine ungewöhnlich warme Aufnahme fand. Die Handlung, der an die Operette streifenden Oper baut sich auf Otto Ludwigs Erzählung „Aus dem Regen in die Traufe" auf; sie ist zwar in das Biedermeier- gewand gekleidet, aber musikalisch durchaus modern. Der Schneider, der unter der Gewalt einer bösen Stiefmutter steht und dann unter dem ebenso herrischen Wesen seiner Braut zu leiden hat, schließlich aber mit seiner sanften Jugendliebe den Bund fürs Leben schließen kann, ist ein dankbarer Lustspielstoff. Bei der Musik hat insbesondere Wagner mit seinen „Meistersingern" Pate gestanden, daneben noch Richard Strauß und Lorhing, indessen sind diese Anregungen sehr geschickt mit Eigenem verarbeitet. Der anwesende Dichterkomponist konnte daher den Beifall als einen redlich verdienten buchen. Auch für das Landestheater war die Aufführung ein starker Erfolg; die Künstler gaben ihr Bestes, ebenso die Regie und namentlich die Ausstattung Icifte'cn Außergewöhnliches. Von den Gastspielen der letzten Zeit hinterließ das „Hessische Künstlertheater", das seinen Sitz in Frankfurt hat, mit Hauptmanns „Fuhrmann Henschel" den günstigsten Eindruck, der besonders durch den Vertreter der Titelrolle bestimmt wurde. Im ga-»'m ließ die Aufführung erkennen, daß an die'er Wanderbühne fleißig gearbeitet wird. Das Gastepiei der „Münchener musikalischen Komödien" brachte Singspiele, deren Musik Schöpfungen ä lerer Komponisten (Spohr, Marschner und Offenbach) entnommen war, während der neue Text von Erich Fischer stammt. Der Versuch ist als geglückt zu be eichnen; diese Art Singspiele sind jedoch weniger für große Bühnen als für Liebhaber - Aufführungen geeignet. Emil Ludwigs Schauspiel „Die Entlassung" (ein Gastspiel des Altonaer Stadtthea'ers auf eigene Rechnung) ist hier von der Presse aller Mhtungen ab- gelehnt worden; überdies war der ^Besuch der Vorstellung schwach. Ein wertvoller Fund im Zweibrücker Gymnasium. Einem jungen Zweibrückener Referendar, I. Reingold, ist es gelungen, in der Zweibrücker Gymnasialbibliothek einen wertvollen Fund zu machen. Es handelt sich um die Auffindung von rund 25 Bucheinbänden, die — wie schon früher vermutet wurde — nun durch Stempelvergleichung mit Sicherheit als das Werk des bedeutendsten Kunstbuchbinders der deutschen Renaissance nachgewiesen wurden. Der Meister dieser Bände ist Jakob Krauhe (1566 bis 1578), der berühmte Hofbuchbinder des Kurfürsten August von Sachsen in Dresden. Wir kennen heute ungefähr 300 Buchbände, die er geschaffen hat. Die Mehrzahl davon befindet sich in der sächsischen Landesbibliothek. Andere Bände sind z. B. in Darmstadt, 6 in Kopenhagen, 2 in Berlin und einer in der Stadt- bibliothek in München. Wenn man hört, daß ein nicht einmal signierter Krauße-Einband im Handel mit 1000 Marl gewertet wurde, so stellt der Fund Reingolds für das Gymnasium auch einen großen materiellen Wert dar. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch. 21. Oktober: 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: „Die Oper der Woche". 6 bis 6.30 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dem Buche der Sage und Geschichte. 6.30 Uhr: Uebertra- gung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Die Jüdin", Oper tn 5 Akten von Halövh. Der gefesselte Strom. Roman von Hermann ötegemann. 41. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dis in den Schwarzwald hinauf und in die Schweiz hinein zitterte die Erregung. Wie aus jahrhundertelangem Schlaf erwacht, fieberte die Gegend dem Morgen entgegen. Rur der Rhein rollte falt und glitzernd, heute grün und blau, morgen topasgelb und am nächsten Tage eisen- grau, unbekümmert im selbstgewühlten Bett. Ein Automobil fegte die Landstraße. Von Sädingen her huschte es grau und unansehnlich durch die geräumige Landschaft, schrie seltsame fremde Töne in die stillen Dorfgassen, wölkte den Staub in die blaßgrünen Kornfelder, lief in ausholenbem Schwung an den Hügeln hin, blitzte einen Augenblick im Obertor von Rheinau und hielt endlich vor dem Park von St. Io- seph still. Als Ruth aus ’ der Apotheke nach Hause tarn, fand sie es dort stehen. Ein großer staubbeschlagener Wagen mit roten Zierlinien. Ein kalter Schlag ging durch ihre Glieder, eine Erinnerung, die nie ganz untergetaucht war, stieg, nach Leben ringend, in ihr aus. Sie wußte, wer gekommen war. Gerhart Tylander sah unter den Gtanat- bäumen vor dem Refektorium. Er sah sie in ihrem grauen Leinenkleide die Allee heraufkommen. Goldtzne und grüne Schatten gaukelten um sie her. Ihr Gesicht verschwand unter dem Sommerhut. Er stand auf, entschuldigte sich und ging ihr entgegen. Mit dem elastischen, raschen Schritt der Gesundheit. Je mehr Raum er gewann, desto länger war der Weg, den sie gemeinsam zurückzulegen hatten. Als er sich über ihre Hand neigte, wußte Ruth, daß er nicht zum Bleiben, nicht als unangemeldeter Gast gekommen war, sondern um sie zu sehen und um sie zu werben. Er verriet es noch mit keinem Blick oder Wort, keine Andeutung kam über seine Lippen. „Ja, da bin ich nun wirklich noch einmal in dieses verwunschene Land gekommen'^ scherzte er mit glücklichem Lachen, und sein straffes, festes Gesicht erschien ganz jugendlich und weich. „Aber diesmal habe ich den Wagen wieder selbst gesteuert. Meine Mutter weilt in St. Blasien zur Kur. Das ist ja ganz in der Rähe. An einer plausiblen Erklärung fehlt es mit also nicht." Run war er doch beinahe ausgeglitten. Er machte eine schuldbewußte Miene. „Sie sind jünger geworden, Herr Lylander" sagte sie, neben ihm herschreitend. *• „Junger, ach nee. ich war damals künstlich ein Dutzend Jahre älter. Der Starkstrom, Sie wissen ja!" Dreißig Schritte trennten sie noch von den anderen, und Thlandet schüttelte alle seine Gedanken durcheinander, um ihr noch recht viel zu sagen, aber es war keiner darunter, den er ihr jetzt mitzuteilen wagte. Da lud er sie und ihren Vater ein, morgen mit ihm nach Konstanz zu fahren. Er war durch eine Vemerlung dazu veranlaßt worden, die sie über das schöne Wetter und die Annehmlichkeit des Reisens int eigenen Wagen gemacht hatte. „Das geht nicht, Herrn Tylander, hier stände alles stell, wenn wir Reißaus nähmen", erwiderte sie heiter. Sie waren beide von einer merkwürdigen sorglosen Heiterkeit und Frische. „Hier steht sowieso alles still; und ehe es Rächt wird, sind wir wieder hier" versetzte er und brachte seine Einladung sofort auch bei Doktor Engelhardt an. Ruth widersprach nicht mehr, als der Vater sie nach einigem Zureden annahm. Tylander blieb zum Tee. Es war ein schonet Sommertag, das Zirpen der Grillen und Heuschrecken und das Rauschen des Rheins erfüllten die Luft, unfaßlich hoch und blau stand der Himmel über der Welt. Die Pflichten der Hausfrau riefen Ruth ab. Da kam das Gespräch aus das geplante Kraftwerk, und Engelhardt erzählte Tylander davon, daß es gesichert sei und St. Joseph dadurch seines Charakters und Wertes als Sanatorium verlustig gehe. Gechard Thlander hörte zerstreut zu. Er hatte das Geschäft in Berlin gelaßen und jetzt für, daß sie ihm in der Erinnerung nicht lie- davon hören, bemühte sich sogar, nicht darüber nachzudenken, um nicht unwillkürlich gefesselt und von seinem Unternehmungsgeist mitgerissen zu werden. Unruhig blätterte er an seiner Zigarre und wartete ungeduldig auf Ruths Wiederkehr. Er horte nur flüchtig heraus, daß St. Joseph entwertet werde, und das machte ihm keinen Eindruck. Gr wußte ganz genau, warum er gekommen wat, er wollte nicht St. Joseph, sondern Ruth Engelhardt haben und ‘ heiraten. Sie hatte behauptet, er sei jünger geworden, auch sie war ihm verändert erschienen. Roch mehr sie selb st, er konnte es nicht in klare Gedanken fassen, hatte nur die Empfindung dafür daß sie ihm in der Erinnerung nicht liebenswerter gewesen war als jetzt, da er sie vor sich sah. Diel Zeit hatte er nicht. Morgen ober in acht Tagen würde er sie fragen, ob sie seine Frau werden wollte. Er war nur nicht ganz sicher, ob sie Ja sagen würde, hatte bas Gefühl, sie könnte nicht mehr frei sein. Sie war kein junges Mäbchen mehr, er kein Jüngling, er stanb hart an bet Grenze, wo bie Dreier keine Rolle mehr spielen, in brei Jahren würbe er vierzig. Es war Zeit. Sein alter Herr muhte dieses Jahr minbestens brei Monate ausspannen, ba blieb für ihn nichts mehr übrig, beim sein Drüber Willibalb war in Spanien beim Erzbau beteiligt unb Fritz schoß auf ber Wahner Heide mit ben neuen 21-Zentimeter- Mörsern sein Patent als Reserveober heraus. Sie trug keinen Ring, er hatte ihre Hänbe darauf angeschaut. Aber Ahnung unb Ueber- tegung sagten ihm, bah er auf einen Mann stoßen konnte, wenn er um sie warb. Auch tn Rheinau konnte sie nicht ganz weltfremb geblieben sein. Weltfremb? Rein, bas war sie ja gar nicht. Et wartete immer ungebulbiger Cnblich kam sie. Er sprang auf. Jetzt, ba er sie toieber sah, wat es ihm unmöglich, noch länger zu bleiben. Et hätte sich sonst zu einer Liebeserklärung hin- reihen lassen. Unb bas lag ihm nicht, bas wollte er heute auf jeben Fall vermeiben. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich zu verabschieden. „Rein, nein, sonst kommt morgen um fünf der heilige Joseph mit dem Laken und wickelt mich kalt, daß ich blau anlaufe. Ich übernachte in der „Post", und um sieben Uhr gebe ich Trompetensignal vor r dem Tor. Ditte, meine Denzinrosse und mich nicht warten zu lassen, gnädiges Fräulein." „Ganz entschieden — Sie sind jünger geworben, Herr Tylanber", sagte Ruth noch einmal, biesmal ernst, unb blickte ihm warm unb offen ins willenskräftege Gesicht. In bieser Rächt rang Ruth Engelhardt mit dem Schlaf. Seltsam, nicht die Begegnung mit Tylander, sondern ihre Liebe zu Hanns Ingold warf sie unruhig hin und her. Rie hatte sie die Gröhe dieser Liebe so empfunden, nie sich mehr nach ihm gesehnt. In seinen Briefen standen jetzt leidenschaftliche Beteuerungen, er verlangte nach ihr, er verwünschte bie Verhanblungen, bie immer neu an ihn herantretenben Begehren um Abande- rungen seiner Pläne, nichts mehr wollte er, als bauen, bie Hämmer klingen, bie Schüsse dröhnen, bie Bagger stampfen unb bie Arbeiter schürfen hören. Die Gier nach ber Ausführung seines Werkes war gleich bet eines Rausches, und mit diesem ungestümen Verlangen wuchs seine Leidenschaft ins Schrankenlose. Zum offenen Fenster ihres Mädchenstübchens schwoll die Sommernacht herein mit ihren Düften unb bem Rauschen bes Rheines. Eine stcmd- hafte Grille fiebelte am Mauersuh, und in ber großen Eberesche flüsterte wollüstig ber Winb. In bieser Rächt biß Ruth Engelharbt in bie Kissen, um nicht aufzuschreien. Sie bachte an Hanns Ingolb, wie sie ihn gesehen hatte vor sieben unb mehr Jahren, unb wie sie ihn hatte wachsen unb groß werben sehen. Ja, er gehörte ihr, nicht als Jüngling, fonbern so, wie er jetzt vor ihr stanb, seines Werkes Baumeister, bieses Werkes, an bem sie mehr Anteil hatte, als ec ahnen konnte, bas sie um seinetwillen hatte lieben lernen unb an bem sie ihn hatte reifen sehen. Was war Hanns Ingold ohne sein Werks Erft wenn dieses zum Leben gekommen war. schlug auch ihr die Stunde ber Hingabe unb bes Glücks . . . (Fortsetzung folgt)