Hr. 142 Erster Blatt 175. Jahrgang Samstag, 20. Juni 1925 Erscheint täglich, duftet Sonn» und Feiertag». Beilagen: VieftenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monats-Vezvgrpreir: 2 Goldmark u. 20 Bold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lag undBeschäftsstellebl, Anschrift für Drahtnach» richtemAnjelaerGietzen. Postscheckkonto: Sranffurt o. M. 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Umversitäts-Vuch- und §1eindrnckerei K. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für dieTagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne» Klame-Anzrigenv 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°,Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Ehrhard (Eoers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gieften. Briands Antwort. Die französische Antwort auf das deutsche Tflemorandum vom 9. Februar über die Sicherheitsfrage liegt nun der Öffentlichkeit vor. Es kann nicht gerade behauptet werden, daß sie an übergroßer Deutlichkeit leidet. Die monatelangen Beratungen, Verhandlungen mit England und die ileberarbeihmgen sind wohl schuld daran, daß sich hinter den scheinbar glatten Worten viele Spitzfindigkeiten verbergen, die erst noch der Aufklärung bedürfen. Aus diesem Grunde wird cs auch der Regierung nicht möglich sein, bald eine Antwort zu geben, da vorher durch Rückfragen und Verhandlungen alle Mißverständnisse und Undeutlichkeiten aufgeklärt werden müssen. Zu einer Klärung würden vielleicht auch bis zu einem gewissen Grade alle die Schriftwechsel beitragen, die zwischen Paris und London über die Antwort geführt wurden und die jetzt auch der Öffentlichkeit übergeben werden. 3m allgemeinen steht die Regierung auf dem Standpunkt, daß die Vorschläge in der französischen Antwort Gelegenheit geben, die Verhandlungen über die Sicherheitsfrage fort- zufpinnen, was ja wohl auch die eigentliche Absicht der französischen Regierung zu sein scheint. Andererseits verhehlt man sich in Regierungskreisen nicht die Schwierigkeiten und Verwicklungen, die sich daraus ergeben, daß die französische Rote die verschiedensten Probleme miteinander verquickt und nahezu alle europäischen Probleme von Bedeutung auf- rollt. Frankreich macht den Versuch, auf diesem Umwege alle solche Fragen zum Gegenstand eines einzigen Losungsversuches: den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, den Garantiepakt der Westgrenzen und vor allen Dingen das Verhältnis Deutschlands zu den Staaten an der Ostgrenze Deutschlands, die ihr Entstehen erst der Entente verdanken. Es ist ja selbstverständlich, daß alle diese Fragen nicht durch einen bloßen Roten wechsel gelöst werden können, zumal es besonders bedenklich erscheinen muß, daß gegen die ursprüngliche Absicht Deutschlands Schiedsgerichtsverträge mit Polen und der Tschechoslowakei ein» geführt werden. Die Ramen dieser Länder sind zwar nicht genannt, aber durch den Hinweis aus gleichartige Schiedsgerichtsverträge mit anderen Rachbarn Deutschlands ist das Problem angeschnitten worden, das während der englischfranzösischen Verhandlungen in der Presse einen sehr breiten Raum einnahm. Da England sich gegen eine solche Garantie ausgesprochen hat, mußte sich Driand mit dem versteckten Hinweis begnügen. Daß die deutsche Regierung trotz aller Schwierigkeiten alles tun wird, was zur Befriedung Europas beitragen kann, ist ja bekannt, und Reichskanzler Dr. Luther hat in feiner Düsseldorfer Rede ausdrücklich auf die Bereitwilligkeit Deutschlands dazu hingewiesen. Gerade aus dieser Tatsache sollte Frankreich die Verpflichtung herleiten, nicht Schwierigkeiten in die kommenden Verhandlungen hineinzutragen, die von diesem Ziele nur ablenken. Amundsens Pläne. Rach Blättermeldungen aus Oslo hat Amundsen dem Direktor Thomssen von der Rorwegischen Luftverkehrsgesellschaft mitgeteilt, er hoffe in drei Wochen nach Oslo zurückzu- kehren, um eine neue Polarexpedition zu organisieren. lieber seinen Flug äußerte sich Amundsen Pressevertretern gegenüber, er hätte nicht geglaubt, da ß solche Strapazen, wie er sie in diesen drei Wochen durchgemacht habe, möglich wären und er hoffe, daß kein anderer jemals solche Dinge durchmachen müsse. Einige Wale sei die Lage so furchtbar gewesen, Daß die Forscher versucht waren, sich aufzugeben. Die Eisverhältnisse auf dem Wege nach K ap Columbia seien derart gewesen, daß eine Wanderung dorthin den sicheren Tod bedeutet hätte. Ein GeschwadernorwegischerMarine- flieget wird Amundsen aus Spitzbergen nach Oslo geleiten, wo der norwegische Forscht Anfang nächster Woche eintrifft. Mae Millan von Amundsens Rückkehr benachrichtigt. Reuhork, 19. Juni. (TU. Kabel.) Mac Millan, der heute von Wiscasset absegeln wollte, wurde telephonisch von Amundsens Rückkehr benachrichtigt. Er gab seiner großen Freude Ausdruck und wird natürlich seine Reisepläne ändern. Vertreibung des Exkalifen Hussein durch die Engländer. Berlin, 20. Juni. (T. U.) Wie aus Jerusalem gemeldet wird, haben die Engländer am 8.5. dem Exkalifen Hussein durch ein Kriegsschiff eine ultimative Note des Ministers Chamberlain überreichen lassen, worin er aufgcfordert wurde, Akaba und Maan an Transjordanien abzutre- t e n und dieStadtAkaba innerhalb drei Wochen zu verlassen. Am 18. Juni haben die Engländer die Mandatsgewalt, die sie bisher über Transjordanien ausübten, auch auf Akaba und Maan ausgedehnt. In der Bevölkerung herrscht eine ausgesprochene a n t i e n g l i s ch e Stimmung und die Scheichs haben geschworen, jeden Engländer zu töten, der die Stadt Maan betreten sollte. Kommentare zum Notenwechsel. Paris. 19. 3uni. (WTB.) Die Abend- p resse bespricht, abgesehen davon, daß sie sich zum Teil eingehend mit dem englisch-französischen Rotenaustausch, der im B l a u b u ch wiedcrgegebcn wird, beschäftigt, die französische Antwortnote auf die deutschen Sicherheitsvorschläge sehr zurückhaltend. Der „Temps" schreibt, es hänge jetzt von Berlin ab. daß nützliche Verhandlungen eingeleitet werden können. Man habe in Deutschland fest- gestellt. daß Frankreich die Angelegenheit ernst nehme, und daß in der französischen Rote nichts enthalten fei, worüber Deutschland nicht verhandeln könne. Deutschland müsse jetzt beweisen, daß auch es die Angelegenheit ernst nehme, und daß. indem die Reichsregierung die Role betreffend den Abschluß eines Sicherheitspaltes unterbreitet, sie eine ernste Anstrengung habe machen wollen, nicht aber ein Manöver, um den Versuch zu machen, sich den Fesseln des Vertrages zu entziehen. Das „Journal des D 6 b a t s" vertritt den Standpunkt, daß der deutsche Vorschlag und die französische Antwortnote an sich, da sie weitschweifig und verworren seien, der Oeffentlichkeit kein klares Bild geben. Sie drücken nicht formell den Gedanken ihrer Verfasser aus, und man hat notwendig, gewisse Paragraphen mehrmals durchzulesen, um ihren Sinn zu verstehen. Man wundere sich darüber, daß man fünf Monate nötig gehabt habe, um einen Entwurf fertigzustellen. Möglicherweise verbreite die zwischen dem Foreign Office und dem Quai d'O rsah gepflogene Korrespondenz ein wenig Licht in diesem Rebel. Aber, so fährt das Blatt fort, der Pakt ist noch nicht unterzeichnet und seine Unterzeichnung ist auch noch nicht nahe. Die deutsche Regierung wir dAusflüchte machen, oder sie wird die Sache bis zum September hinziehen. Versäumen wir aber nicht die Zeit, die uns von der 6. Doll- Derfammlung des Völkerbundes trennt Die an der Aufrechterhaltung des Friedens am meisten interessierten Regierungen müssen die Zwischenzeit ausnutzen, um alle wesentlichen Punkte, die noch dunkel geblieben sind, aufzuklären. Der „3 n t r a n r i g ca n t“ bringt die Vor- i>|fenttid)ung des Rotenaustausches mit der jetzt in Düsseldorf gehaltenen Rede des Reichskanzlers in Verbindung. Man könne Zweifel hegen, daß Deutschland seit diesem Vorschläge aufrichtig gewesen sei, da der Reichskanzler gestern das Vravenire gespielt und sich zu einer unschicklichen Kundgebung verstanden habe, öte einer Proklamation des Reichspräsidenten gefolgt ist, der die sofortige Räumung der Rheinlande forderte. Der Reichskanzler hat gegen die Besetzung von Köln protestiert, und erklärt, daß das Entwaffnungsproblem nicht gegen eine einzelne Macht, sondern im Hinblick auf alle auf dem Fuße der Gleichberechtigung durchgeführt werden müsse. Ulan müsse sich deshalb besonders beglückwünschen zu dem Einverständnis. das zwischen Paüs und London erzielt worden sei und das Frankreich mehr Autorität verleihe, um seine Rachbarn auf die Probe zu stellen. Die „Sibert6“ schreibt, jetzt habe die deutsche Regierung das Wort. 3m allgemeinen unterstreiche die deutsche Presse die Höflichkeit der französischen Antwortnote, um gleich nachher zu erflärcn, daß die Verhandlungen trotzdem nicht leichter sein werden. Die französische Antwort werde zu Verhandlungen führen, die noch lange dauern werden und aus denen der Sicherheitspakt. wenn er nicht im Hafen zerschelle, wahrscheinlich sehr abgeändert herauskommen werde. Reichsaußenminister Dr. Stresemann, der z'u manövrieren verstehe, und es beweise, habe eine ausgezeichnete Gelegenheit, habe er doch sehr genau gewußt, was er tue, indem er die Frage des Paktes mit der Frage der Entwaffnung vermengt habe. Es sei ihm ein Leichtes, den Alliierten zu sagen: Entweder ihr müßt räumen, und dann verstehen wir nicht, daß ihr den' Gedanken eines gegenseitigen Sicherheitspakts annehmen wollt! Ober ihr habt Vertrauen zu unserem guten Willen. Warum wollt ihr uns also so behandeln, als ob wir die Absicht hätten, den Krieg wieder zu beginnen? Briand zur Sicherheitsfrage. Paris, 19. 3uni. (WB.) Der Senatsausschuß für auswärtig: Angeleg nheiten hat heule nachmittag eine Sitzung abgehalten, in deren Verlauf sich Außenminister Briand über de Frage der in der Entwaß'nungsnote angeführten Verfehlungen Deutschlands und über die Frage des Sicherheitspaktes aussprach. B.iand hat die Komm s'ion über die bis heute seit der Ueberreichung des deutschen Memorandums bis zur Abs nbung gef hr:en Verhandlungen unterrichtet. Er hat nach dem Bericht der Havasagentur hervorgehoben, daß man erst am Anfang eigentlicher Verhandlungen stehe, daß m:n jedoch schon anerkennenswerte Erfolge erzielt habe. 3eht müsse man die Antwort der deutschen Regierung ab- warten. Eine Anzahl Mitglieder des Au schuf es, darunter Millerand und Poincars. stellte Fragen an Briand, die er auf Grund des an die einzelnen Mitglieder der Kommission verteilten Blaubuches beantwortete. Abwartende Haltung in England. London, 19. Juni. (WTB.) Die Presse befaßt sich weiter eingehend mit dem gestern veröffentlichten Weißbuch über die Paktfrage. Die Preß Association betont, daß es die amtlichen Kreise in London angesichts der am nächsten Mittwoch tattfindenden Unterhausdebatte über die Paktoerhandlungen ablehnen, die gestern veröffenUichten Dokumente zu erörtern. Die Aeußc- rungen der Berliner und Pariser Blätter zur Paktfrage werden viel beachtet. In den Berichten über den Standpunkt der deutschen Presse wird hervor- gehoben, daß fast alle Blätter darin übereinstimmen, daß die Erörterungen über den Sicherheitspakt erst beginnen und daß langwierige Ber- Handlungen notwendig sein werden, bevor Dies oi- tale Problem zur Befriedigung aller in Betracht kommenden Parteien geregelt ist. „Manchester Guardian" weist darauf hin, daß, wenn die von der deutschen Regierung voraeschla- aene Vereinbarung zustande komme, Deutschland, statt ein feindlicher Staat im Herzen von Europa zu bleiben, wieder eine verantwortliche Macht wird, die ihren Platz im Völkerbund einnimmt und ihren Teil zur Lösung der großen europäischen Aufgaben beisteuert. Die Erleichterung, die ein solcher Wechsel der Lage für Europa bedeuten würde, würde riesig sein. Sowohl die französische als auch die britische Regierung hätten es gegenüber ihren Völkern nicht verantworten können, ein solches Angebot au verwerfen^ Das Blatt bemerkt, die Antwort der französischen Regierung an Deutsch- land sei in vieler Hinsicht bewundernswert. Teil 4 enthalte jedoch Zweideutigkeiten und die Korrespondenz zwischen der französischen und der britischen Regierung zeige, daß es wichtig sei, die Bedeutung dieses Teils vollkommen klar zu stellen. Die Sprache sei für ein diplomatisches Dokument sicher zu unklar. Die Minister würden dazu gedrängt werden, eine sehr klare Auslegung der Bedeutung dieses Teiles zu geben. Auch das Blatt hebt hervor, daß ein Plan dieser Art gründlichste und sorgföl- tigfte Erörterung erfordert. England lehnt neue Verpflichtungen ab. Lonbon, 19.3unL (WB) Reuter verbreitet folgende Mitteilung: 3n unterrichteten Kreisen besteht .zwar krine Reigung, stch zu Verhandlungen über den Sicherheitspakt zu äußern, i)a das Blaubuch für sich selbst spreche. Jedoch kommt die Auffassung zum Ausdruck, Großbritannien werde tatsächlich fein’ neuen Verpflichtungen übernehmen. Es wird darauf hingewiesen, baß England als Mitglied des Völkerbundes selbstverständlich durch dessen Satzung gebunden ist und als etwas auffällig bezeichnet, daß in gewissen Kreisen, in denen das Genfer Protokoll befürwortet werde, nunmehr der Sicherheitspakt bekämpft wird, denn letzterer beziehe sich letzten Endes auf nur zwei Staaten, während das Genfer Protokoll alle Staaten umfassen sollte. England stellt kein Eingreifen in einen Krieg in Aussicht, an dem seine 3nteressen nicht beteiligt sind, aber es glaubt, seine Stellung klar umschreiben und die Mächte, zwischen denen kriegerische Verwick» lunaen möglich sind, zur Unterzeichnung eines mit verstärkten Garantien versehenen Paktes veranlassen zu sollen, um Kriege zu verhüten, in die es jedenfalls ohne Vorhandensein einer Oarantie verwickelt werden könnt:. Englische Blälterstimmen. L o n d o n, 19. 3uni. (Wolff.) „Daily Erpreß" wendet sich, auf den gestern veröffentlichten Rotenwechsel zur Paktfrage bezugnehmend, aufs heftigste gegen den Kriegspakt, dessen Klauseln über die Verbindlichkeiten Großbritannien schließlich zwingen würden, für die Grenze irgendeines Staates in Osteuropa zu kämpfen, der vielleicht noch nicht einmal imstande war, seinen Bürgern eine anständige Regierung zu geben Die „M or ning Po st" ist tief befriedigt. daß der Rotenwechsel die enge Annäherung der Auffassungen zwischen den beteiligten Ländern zeigt, und sagt: Wenn Deutschland die französische Auffassung in der Form, die sie auf die Anregung Chamberlains erhielt, an- nimmt, dann ist endlich ein wirklicher Friede in Europa in Sicht. Deutschland könnte, wenn es die Friedensverträge revidieren will, in dieser Richtung nicht auf dem Wege des Krieges, sondern auf dem des Rechtes vorgehen. Hoffentlich werden auch die Dominions begreifen, daß der vorgeschlagene Pakt das Britische Reich nicht in europäische Verwicklungen hineinzieht, sondern daß er es im Gegenteil davon befreit. „Daily Telegraph" schreibt: ES herrscht jetzt eine Atmosphäre, in der die wirkliche Befriedung und Sicherheit mit Aussicht auf Erfolg gesucht werden können. Die französische Antwort an Deutschland erwähnt zwar nicht, daß Frankreich das Recht besitzt. Polen oder ber Tschechoslowakei zu Hilfe zu kommen, wenn Deutschland ihnen gegenüber den Schiedsgerichtsvertrag verletzen sollte, aber die Bekräftigung dieses Anspruches ist in der juristischen Formulierung des fünften Teiles der Antwort eingeschlossen, in der erklärt wird, baß die Unterzeichner des Rheinlandpaktes daS Recht haben sollen, cllS Bürgen der östlichen Schiedsgerichtsverträge aufzutreten. Die „T iin es" führt aus, wenn die über dem Rhein schwebenden Kriegsgespenster durch den festen und gemeinsamen W.llen Frankreichs und Deutschlands mit britischer Hilfe gebannt würden, würde ein großer Schritt zur Kräftigung des europäischen Friedens unternommen sein. Großbritannien könnte die Ausdehnung von schiedsgerichtlicher, Vereinbarungen auf entferntere Gebiete Europas zubilligen, aber leine Garantie dafür übernehmen. Iahrtausendfeier in Köln. Köln, 20. Juni. (T.U.) Im Gürzenich fand lestern abend das F e st m a h l aus Anlaß der Iahrtausendfeier stall. Oberbürgermeister Dr. Adenauer begrüßte die Vertreter der Reichs- und Staatsregierung, der Lander, der Provinz, die Vertreter der Provinzialverwaltung und die Vertreter der Religionsacsellschasten. Er führte aus: Es wäre nicht richtig, die Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage durch öffenlliche Besprechung all der Fragen, die sich aus dem gegenwärtigen Notenwechsel ergeben, zu schildern, ehe das Reichskabinett und die verantwortlichen Vertreter des deutschen Volkes dazu Stellung genommen haben. Ein Wort aber muß ich heute noch dazu sagen: Wir Rheinländer tragen Ketten. Wir in der Kölner Zone tragen diese Ketten nach unserer ehrlichen Heber- Acugung z u Unrecht. Aber das eine rufe ich Ihnen, die Sie verantwortlich für die Entscheidungen sind, die jetzt getroffen werden, au, und ich bin mich einig mit dem überwältigenden Teil meiner engeren Landsleute: Schmieden Sic keine neuen Ketten freiwillig für Deutschland. Sieber wollen wir die Kelten, die wir jetzt tragen, noch so lange weiter tragen, bis Recht und Gerechtigkeit, auf deren Sieg wir unerschütterlich bauen, uns diese Ketten abnimmt. Sie wissen. Daß ich immer ein Freund einer Verständigung in Europa gewesen bin, aber es muß wirklich eine Verständigung fein. Wenn das alternde Europa sich wirk- lief) s o in bic Atmosphäre des Hasses, Des Unfriebens, Die gegenseitige Sc- argwöhnung verrannt hat, so hoffe ich, Daß schließlich Das junge Volk von jenseits Des Ozeans, Das in Diesen Krieg eingegriffen hat, sich auch Der Verantwortung roicDer bewußt wird und den Mut dazu findet, in Europa den Geist des wahren Friedens wiederherzustellen. Oberbürgermeister Dr. Adenauer wandte sich Dann dem Gedanken zu, auch in Deutschland Dem „unbekannten Soldaten" ein Denkmal zu errichten. Der Rhein sei das Ziel des ganzen Krieges gewesen und an den Rhein gehöre auch dieses Nationaldenkmal. Deutschland stehe allein in Der Welt. Der Schwache habe keine FreunDe. Deshalb müßten wir sorgen, einig zu sein. Aus Dem besetzten Gebiet könne nicht oft unb laut genug unb nicht bringend genug der Ruf heraustönen in Das unbesetzte Gebiet: Seit einig, einig, einig! Dann werben wir roieber frei unb ein mächtiges deutsches Volk werben, ein Volk, bas für ganz Europa fegenbringenb fein soll. Die Versammlung fang barauf stehenb bas Deutschlanblieb. Der Reichsminister für bis besetzten Gebiete, Frenken, entbot barauf im Namen bcs ver- hinderten Reichskanzlers Dr. Luther feine Grüße und Glückwünsche zur Iahrtausendfeier. Er gab dem Wun che Ausdruck, baß bas heutige Bekenntnis zum Deutschtum überall in ber Welt gehört unb geroür- bigt werben möchte. Der Bunb zwischen bem Reich unb bem Rheinlanb werbe nie vergehen. Ferner sprachen noch Kultusminister Becker, Reichs- arbeitsminifter Brauns, ber Vizepräsident des Reichstags Dr. Bell und ber württembergische Staatspräsibent a. D. Dr. Hiebe r. Bayern und das Rheinland. München, 20. 3unL (TU.) AIS Auftakt zur 3aßrtaufenD feier Der Rhein- lan De in München fanD gestern abend auf Dem KönigSplah eine Kundgebung Der vaterländischen DerbänDe statt, bei Der Ministerpräsident Dr. Held eine Rede hielt. Die 3ahrtausendfeier Der Rheinlande sei eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes. Was sich in Den letzten sechs Fahren Im Rheinland zugetragen habe, sei eine schwere Versündigung an Der Kultur Europas. Die verlragswiDrige Richträumung Des Ruhrgebietes unD Der Kölner Zone empfände man auch in Bayern als schreiendes Unrecht. Die Revision des Versailler Un- friedensVertrages, Die internationale Klärung und Beantwortung der SchulDsrage müßten als Dringendste und höchste Forderungen erhoben werden, deren Erfüllung ein besserer Sicherheitspalt fei als alle schriftlichen Hin- und Herversprechungen. Deutschland sei ein wehrloses, aber kein ehrlose- Volk. _ , Wenn man heute mit neuen Verlangen nach Vernichtung an Deutschland herantrete, so möge man davon überzeugt lein, daß das deutsche Volk Erfahrungen nicht ohne Gewinn für seine Erkenntnis und seinen Haß machen werde. Der Bund mit Dem unausrottbaren Rechtögefühl. mit dem Gott der Gerechtigkeit, der straft und belohnt nach bem Maß: Der Verdienste, sei Deutschlands Völkerbund. Eine Ration, in Deren Land Der FeinD stehe, könne kein Partner für einen Völkerbund fein, der zum Diener machtpolitifcher 3nstinkte gemacht werden soll. Was wir heute laut und offen vor aller Welt fordern, sei die Anwendung gleicher Rechtsgrundsähe. Die deutsche Freiheit in Ost und West sei eine wirkungsvollere Friedensgarantie als der Westpakt. Sicherheitsabkommen und Schiedsgerichtsabkommen. Dem Rheinland entbiete Die Versammlung von innigem Dank erfüllte Grüße. Treu Rhein und Saar entbiete sie ihre Wünsche für eine glückliche Zukunft und gelobe: Lieb Vaterland magst ruhig sein. daS ganze deutsche Volk häll treu Die Wacht am RHÄn! Ein Wirtschaftsprovisorium zwischen Deutschland und Polen Pofen. 20. 3uni. (TU.) Obwohl der „Cur- Ijer Poznanski" bereits melden zu können glaubt, daß die deutsche Regierung Den Zollkrieg gegen Polen eröffnet habe, ist an die ®reiu- Bilder ausgesetzt worden. 4 sich rungsrat Prof. Wunderer. J auszusprechen. kes der Be> Gemälde- 17. 3uni Gemälde- die die Das Storthing entbietet Ihnen und Ihren Ka- meroden ein herzliches Willommen nach der kühnen Der König telegraphierte: Die Königin und ich entbieten Ihnen und Ihren Begleitern ein Willkommen. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz sowie dafür, daß Sie abermals dem Namen Norwegens Ehre gemacht haben. Der kommandierende Admiral erhielt die telegraphische Nachricht, daß das Schis „Heimdal" (Beifall.) Abg. Schmidt- Hirschberg (D. Dp.) bedauert unter Zustimmung des Houses, daß bei der Besprechung einer so wichtigen Angelegenheit wie der Hilfe für Oberschlesien so wenig Abgeordnete im Saale ßnd. Abg. Lemmer (Dem.) meint, die mit Polen schwebenden Handelsvertragsverhandlunzen sollten der Reichsregierung Gelegenheit geben, nicht nur privatwirtschaftliche Interessen, sondern auch nationalpolit sche zur Geltung zu bringen, was ihr leicht fallen würde, da Polm auf das Zustandekommen des Handelsvertrages angewresen sei. Damit ist die Besprechung der Interpellationen beendet. galerie acht Gemälde im Werte von 50000 Mark durch Einbrecher entwendet worden. Der Dieb hat die Gemälde aus dem Rahmen herausgenommen. Es sind dies: Ostade „Der Gefärbte Vögel. Die Farben im Gefieder mancher Vögel sind schönsten, die die Äatur darbietet, aber über Entstehung und die Zusammensetzung dieser behörücn noch keine Verfügung ergangen, die Warenein- und ausfuhr oder den Personenverkehr and.rs zu behandeln, als es bisher üblich war. Wer-.7 von deutscher noch von polnischer Seite Ist bet Zollkrieg ausgenommen worden. 3it polnischen Kreisen ist man immer noch zu- ve.sichtlich. Es verlautet sogar, daß in den Brn- handlungm zwischen den beiden W.r.schaftsdelc- gationen. die weiter geführt würden, ein provisorisches A b k o m m e n zustande kommen würde. Deutscher Reichstag. Polizei, Technische Nothllfe, Gesundheitswesen. Berlin, 19. Iuni. Unter lebhaftem Beifall des Hauses teilt Präsident Lobe mit, daß er im 'Hamen des Reichstages und des deutschen Volkes dem kühnen Rordpolfahrer und Raturforscher Amundsen herzliche Glückwünsche zu seiner gesunden Rückkehr telegraphisch ausgesprochen habe. In der fortgesetzten Etatsberatung des Haushalts des Innenministeriums spricht sich dann Abg. Drewitz- Berlin (Wirtsch. Vgg.) für die Bewilligung der Etatposition für die Polizei aus. Auch die Technische R o t h i l f e sei heute noch in vollem Umfange ohne Etatsabstriche erforderlich, weil die Gewerkschaften gegenüber den Radikalen das Heft doch noch nicht in der Hand hätten. (Beifall.) Abg. Cremer (Dt. Dp.) fordert eine größere Konzentrierung derPolizei und billigt die Tätigkeit des Reichskommissars für die öffentliche Ordnung. Der Zeitpunkt der Entbehrlichkeit der Technischen Rothilfe sei zwar vorauszusehen, im gegenwärtigen Augenblick aber noch nicht erreicht. Staatssekretär Zweigert: Ich halte es für den größten Erfolg eines Führers der Technischen Rothilfe, wenn es ihm gelingt, auf die streikenden Arbeiter so einzuwirken, daß sie die Rotstandsarbeiten selbst vornehmen. In den Arbeitsgrundsätzen der Technischen Rothilfe kommt zum Ausdruck, daß bei Streiks eine Füh- lungnahme mit den Gewerkschaftsvertretern ausgenommen werden soll. Bei der I Aufstellung der Technischen Rothilfe sind die von den drei großen Gewerkschaften namhaft gemachten Dertrauensleute herangezogen worden. Der Zusammenarbeit mit den Vertrauensleuten ist abträglich der Beschluß der Freien Gewerkschaften, daß keines ihrer Mitglieder der Tech- j nischen Rolhilfe angehören kann. Trotzdem hält die Technische Rothilfe ihre Beziehungen zu den Freien Gewerkschaften aufrecht. DieTechnifche Rothilfe wird nur auf behördlichen Anruf undbei behördlicher Anerkennung eines Rotstandes eingesetzt. Gegenwärtig ist trotz der Derantwortungsbereit- schast der Gewerkschaften der Moment kür die Auflösung der Technischen Rothilfe noch nicht gekommen. Deshalb dürfen im Etat auch keine Abstriche mehr vorgenommen werden. Abg. Dr. gticf (Völk.) erklärt, daß die Völkischen den Anträgen auf Aufhebung des Ausnahmezustandes in Bayern zustimmen würden. Die hohen Polizeiausgaben seien eine Folge der Zertrümmerung des alten Heeres. Mit Bezug auf die neue Rote der Alliierten erklärte der I Redner, daß der Deutsche Reichstag es ablehnen müsse, Gesetze nach dem Willen der Feinde zu machen. • Damit schließt die Debatte über die Kapitel Polizei, Technische Rothilfe und Reichskommis- t sariat für öffentliche Ordnung des Etats des ».Innern. Die Anträge gegen den bayrischen Aus- 1 nahmezustand werden an den Rechtsausschuß $ überwiesen. Die Abstimmung für die Anträge zum Kapitel Technische Rvthilfe werden wegen der überaus schwachen Besetzung des Hauses zurückgestellt. Das Haus wendet sich dann der Beratung des Etatskapitels des Innern Gesundheitswesen zu. die mit einer Interpellation. des Zentrums verbunden wird, die sich für die oberschlesischen Flüchtlinge und Verdrängten ein- seht und die biS jetzt getroffenen gesetzlichen Regelungen als unzulänglich bezeichnet. Abg. Ulitzta (Z.) begrüßt die Interpellation und hebt hervor, baß die Wohnungsnot und Erwerbslosigkeit unter den bei der Abstimmung treu zu Deutschland gestanden rn Oberschlesiern erschreckend überhand nehme. Die Arbeistlosigkeit sei in keinem anderen Teile Deutschlands so groß, tote in Oberschlesien. Besonders setzt sich der Redner unter Zustimmung seiner Parteifreund«: für die Lehrer ein, die in erster Linie für das Deutschtum in Oberschlesien geworben hätten. Die Entwicklung der Dinge in Oberschlesien müsse zur Wiedervereinigung deS ganzen Landes mit Deutschland führen. Durch eine wesentliche Hilfe für die Deutschen Aus aller Welt. Eisenba^nstalastrophe in Amerika. Während eines starken Gewitters ereignete bei Hackettstown (Reu-Iersey) ein schweres Eisenbahnunglück. Der Zug fuhr des Rachts von Ehikago nach Hoboken, wo ein Teil Verschärfung der Lage in China. Beschleunigte Verhandlungen gefordert. - Die englischen Freiwilligen in Bereitschastsftellung. Leiermann", Bega „Die lustige älnterhaltungE, Wilhelm Dietz „Das Derhör", A. Kaufmann „Unterhaltung in der Sennhütte", Waldmüller „Sonntag Rachmittag", Pistorius „Der Sorfri geiget“, Lovis Eorinth „Bildnis der Frau Kommerzienrat Simon" und Willi Stöwer „Panzergeschwader". Die Kriminalpolizei ist be* nachrichtigt und von der Stadt eine Belohnung! von 1000 Mark für die Wiedererlangung bei; Der größte Staudapim der Welt. In Sennar Makwar am Blauen Ril, 175 Meilen südlich von Carturn, ist der größte Staudamm der Welt fertiggestellt worden. Durch einen 60 Mellen langen Kanal mit Hunderten von Abzweigungen wird eine großzügige Bewässerung der Ebene bei Gezira und damit eine bedeutende Förderung des Baumwollanbaues ermöglicht. In der Tleberschtoem- mungsperiode bildet das Flußbett mit dem neuen Damm ein 50 Meilen langes Staubecken. rufung eingelegt. Das Kammergericht fam^in beiden Fällen zur Verwerfung Fahrt mit dem Dank für Ik)ren Mut und Ihre Tatkraft zum Nutzen der Forschung und zu Ehren unseres Landes. heute abend von der Kingsbay nach der Lady Franklins Bay abgeht, um die dagelassenen Flugzeuge zu holen. rufung. Diebstähle in der Königsberger galerie. In der Rächt vom 16. bis zum sind aus den Räumen der städtischen Wettervoraussage. Winde unverändert aus nördlicher Richtung, heiter bis wolkig, etwas milder, meist trocken. Rach dem Durchgang eines Hochdruckausläufers durch Mitteleuropa ist die Bildung unserer Wetterlage nun wieder dieselbe tote zuvor. Im Rordosten liegt das Tiefdruckgebiet mit seinem Kern über dem Baltikum, im Westen ein langgestrecktes Hoch, dessen Kern westlich von Ismnd lagert. Die von Rorden einströmende kalte Lust hat auf dem ganzen Kontinent die Temperaturen auf 10 bis 15 Gr. sinken lassen, während bei stark bedecktem Himmel die Wänne- einstrahlung nur gering war. Bei Rachlassen der Bewölkung werden die Temperaturen etwas steigen. Deutsche Kriegsschiffe in Norwegen. Oslo, 19. Juni. (WTB.) Die deutschen Kriegsschiffe „Hannover" und „Elsaß" warfen heute im hiesigen Hasen Anker. Außer dem gewöhnlichen Flaggensalut wurden anläßlich der Rückkehr Amundsens weitere 21 Schüsse abgegeben. Der deutsche Gesandte ging am Rach- mittag an Bord. Am Mittwoch setzen die Schiffe .ihre Reise fort. Hauptmann verllagt den Rundfunk. Vor dem Berliner Kammergericht als Berufungsinstanz wurden die Klagen Gerhart Hauptmanns und Hugo v. Hoffmannsthals gegen zwei Rundfunkgesellschaf- ten verhandelt. Die Rundsunlge'ellschaften waren vom Landgericht zu Schadenersatz verurteilt worden, weil sie zwei Werke der Kläger ohne Genehmigung der Autoren aufgeführt hatten. Außerdem wurde ihnen das weitere Senden der Werke durch einstweilige Verfügung untersagt. Die Rundfunkgesellschasten hatten dagegen Be- Die Ablösung öffentlicher Anleihen im AuswertnngsQUsschuß Berlin, 19. Iuni. (Wolff.) Im Aufwertungsausschuß des Reichstages äußerte sich heute Reichsbankpräsident Dr. Schacht zu dem Gesetzentwurf über die Ablösung öffentlicher Anleihen. Er wies darauf hin, daß jede Auswertung für die deutsche Wirtschaft eine ungeheure Belastung bedeutet. Rach seiner Anschauung wäre es der richtige Weg gewesen, wenn man die durch die Inflation Verarmten durch soziale Hilfsmaßnahmen unterstützt hätte. Cs sei ganz abwegig, bei solch außergewöhnlichen Ereignissen, wie Erdbeben, Weltkrieg, Inflation und ähnlichen unerhörten iln- glüden von Treu und Glauben zu sprechen. Das Reich habe selbstverständlich die Pflicht, seinen durch ein solches entsetzliches ülnglück geschädigten Mitbürgern zu helfen, aber durch soziale Hilfe. Die Inflationsgeschädigten seien ebenso vom älnglück des Vaterlandes getroffen, wie diejenigen, denen im Kriege der Ernährer toeg- geschossen wurde oder die ihr ganzes Hab und Gut im Stich lassen mußten, wie die Kolonial- deutschen. Wenn Deutschland unter die Vergangenheit einen Strich machte, so würde das keine Schwächung, sondern eine Stärkung der Kreditfähigkeit des Deutschen Reiches bedeuten. Er hielte es für richtig, die Aufwertung der privat- rechtlichen Forderungen gegenüber den öffentlichen Anleihen zurückzuschrauben. Er mache schon jetzt darauf aufmerksam, daß die privatrechtliche Aufwertung über die deutsche Wirtschaft eine solche geldliche Belastung herausführen würde, daß dasselbe Gremium, das jetzt diese hohe Aufwertung beschließen will, sich würde versammeln müssen, um i den Fehler so gut wie möglich wieder auszugleichen. Zum Schluß riet der Reichsbankpräsident dazu, bei neu auszugebenden Anleihen den Grundsatz des gebundenen Besitzes festzuhalten, damit der Spekulation nicht Tür und Tor geöffnet werde. Färbungen weih man bisher noch recht wenig. Man hat festgestellt, daß die Rahrung, die ein Vogel zu sich nimmt, die Färbung seines Gefieders beeinflussen kann. So verändert man z. B. das Federkleid der Kanarienvögel dadurch, daß man der Rahrung Cayenne-Pfeffer oder die Hülsen von spanischem Pfeffer beimengt; das gewöhnliche helle Gelb der Kanarienvögel verwandelt sich daraufhin in einen schönen Orangeton. Auch die Umfärbung von Tauben hat man auf diese Weise erreicht. So hat kürzlich ein amerikanischer Gelehrter Dr. Sauer- man Tauben gezüchtet, die er mit einer Nahrung aufzog, der unschädliche Anilinfarben beigemischt waren. Durch die Verwendung eines Färbemittels erhielt er Tauben, die in einem kräftigen Rot strahlten, und mit einem anderen Färbemittel gelang eS ihm sogar, blaue Tauben zu erzielen. Im Londoner Zoologischen Garten hat man jetzt an zwei afrikanischen Tuvalus merkwürdige Versuche vorgenommen. Diese Vögel haben scharlachrote Federn, aber diele Farbe ist nicht beständig, und wenn die Vögel einem starken Regen ausgesetzt sind, so Der- blaßt ihr Gefieder zu einer rosa Tönung. Steckt man die Federn der Turakus in heiß Waffer, so kann eine schöne Umfärbung erzielt werden, da sie bann ein helles Grün annehmen. Die Vögel mit der schönsten Färbung, die es in der Welt gibt, sind wohl die Paradiesvögel von Reu-Guinea. Die Krone dieser Vögel ist ein wundervolles Orange; die Brust zeigt eine tiefe Rotweinfarbe, die von einem samtenen Schwarz umrahmt ist. Die Deine sehen aus wie blaues Porzellan. Aut jeder Sette hat der Vogel Federn, die denen der Pfauen ähnlich sind, und vom Schwanz gehen zwei lange Federn aus, die sich zu einem vollkommnen Kreis zusammenfügen. Manche Kolibris schillern in so glühenden Farben, daß man sie nur als „lebendige Edelsteine" beschreiben kann; aber die mannigsach- ten und leuchtendsten Färbungen linden sich bei )en Papageien. Kunst und Wissenschaft. Musikleben. Am 27. Juni gastiert in Darmstadt auf Ver- anlassung der städt. Akademie für Tonkunst das Orchester der Wiener S t a a t s o p e r unter Leitung von Generalmusikdirektor Bruno Walter in Darmstadt. Das Orchester ist auf einer Konzc: ise begriffen, auf der folgende Städte berührt uk ?n: Breslau, Berlin, Lübeck, Hamburg, fDlagbc. arg, Essen, Köln, Darmstadt, Baden-Baden, Mannheim, Stuttgart, Nürnberg, München. Das Orchester wird folgendes Programm zum Vortrag bringen: Beethoven: Leonoren-Ouvertüre. Mozart: Symphonie Lö-Dur. Mahler: 1. Symphonie V-Dur. Am Freitag mittag sind in Berlin die W i e n e r Philharmoniker, insgesamt 90 Herren, eingetroffen. Sie wurden von der Vertretung der österreichischen Gesandtschaft und der Stadt Berlin sowie von zahlreichen Verehrern ihrer Kunst begrüßt. Namens des dienstlich verhinderten Präsidenten des österreichisch-deutschen Volksbundes, des Reichstagspräsidenten L o e b e, hielt Abgeordneter Dietrich eine Ansprache, in der er Grüße des Präsidenten Loebe überbrachte und daraus hinwies, daß die Musik allen deutschen Stämmen gemeinsames Gut sei. Die Pflege der geistigen und künstlerischen Gemeinschaft sei Voraussetzung für die Weiterverfolgung der Pläne des politischen Anschlußes Oesterreichs an das deutsche Vaterland. Der Redner schloß mit einem Hoch auf Oesterreich. Namens der Gäste dankte der Vorsitzende der Philharmoniker, Regie- bet Reisenden die Schiffe besteigen wollte, die sie nach Deutschland bringen sollten. Rach einer Meldung ist durch daS Gewllter das Dahngleis unterspült wcrdm, so daß ein Dammrutsch erfolgte, während nach Mitteilungen Ueberleben- der außerdem der B l i tz in den Zug eingeschlagen haben soll. Die Eisenbahnwagen stürzten den hohen Bahndamm hinunter, überschlugen sich und gingen in Trümmer. Abgesehen von sieben Mitgliedern des Fahrpersonals sind sämtliche Tote und Verwundete wohlhabende Deutsch-Amerikaner; 182 Passagiere gehörten einer Reisegesellschaft von 250 Personen an, die zur Tausendjahrfeier des Rheinlandes nach Koblenz fahren wollte und von dort nach München, Stuttgart, Frankfurt a. M. und Mainz zu reifen beabsichtigte. Rach den neuesten Rachrichten dürften von den schwerverwundet eingelieferten Opfern der Eisenbahnkatastrophe noch drei ihren Verwundungen erliegen, so daß mit einer Gesamtzahl von 51 Toten zu rechnen ist. Von den deutschen Passagieren sind 126 mit einem besonderen Zuge nach Hoboken gebracht worden, wo sie an Bord der „Republik" gingen. Die ^Überlebenden loben die aufopfernde Hilfstätigkeit der in der Nähe wohnenden Farmer, die wenige Minuten nach der Katastrophe an der Tlnglucksstelle eintrafen. Hilfe aus den umliegenden Städten kam erst eine Stunde später, da die Telegraphendrähte zerrissen waren. Beim Schein der Caterne wurde eine große Anzahl der Verunglückten von den Farmern und ihren Arbeitern unter den Trümmern hervorgezögen. Deutsches Beileid. Wie das W. T. D. erfährt, ist der deutsche Botschafter in Washington angewiesen worden, anläßlich des Eisenbahnunglücks bei Hackettstown der Regierung der Vereinigten Staaten das Beileid der Reichsregierung und des deutschen Dol- Die Streikenden hab.n von der Sowjetregierung eine weitere Summe in der Hohe von 10 000 Pfund empfangen. Die von den bn- tischen Arbeitergewerkschaften an die chinesischen Streikenden gesandten Gratulationstelegramme haben die Chinesen zu der Auffassung gebracht, daß die britische öffentliche Meinung mit ihnen fei Den verbreiteten Flugblättern zufolge soll der Generalstreik am 25. d. Mts. beginnen. In Peking ist die Lage ruhig. Wie di« „Daily Rews" aus Schanghai berichtet, sind die Verhandlungen für die Lösung der Schanghai er Frage infolge von Forderungen der chinesischen Delegierten, die in keiner Beziehung mit den Zwischenfällen stehen, zusammengebrochen. Die Kommission des diplomatischen Korps, die mÜ den chinesischen Delegierten zum drittenmal zusammentrat, habe diesen gewisse konkrete Vorschläge ausgehändigt, die nach Ansicht der Kommission eine Basis für öle Beilegung der Zwischenfalle bildeten. Die Finanzierung desAufsiandes Reuter erfährt von maßgebender Seite, daß das Derkehrsministerium an die Telegraphen-, Post- und Eisenbahn-Angestellten einen Befehl erlassen hat, nach dem jeder Angestellte einen Beitrag zum Streikfonds zu leisten hat. Rach den letzten Rachrichten bereiten die Studenten auch in 2 s ch a n g eine fremöenfeinö- licke Bewegung vor. In § an tau haben zahlreiche Ausländer Zuflucht an Bord der dort liegenden Kanonenboote gesucht. In Shunging ist ein neuer Aufruhr aus- gebrochen, der britische Konsul und andere Ausländer sind gezwungen worden, die Stadt zu verlassen. Der Verkehr ins Innere d er Mongolei ist gesperrt. Weitere rusfische Munition für den christlichen General Seng soll unterwegs sein. Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß das neue Vorgehen der Studenten von der Regierung unterstützt wird. in Oberschlesien könne der Weg zur Wieder- ß Vereinigung am besten geebnet werden. (Lebhaf- Ää-HlpjC ttl VJlGVORROe Ein/ sozialdemokratische Interpellation in glei- 19: (WB.) Wie amtlich aus cher Angelegenheit begründet Abg. Stelling Fez beichtet wird, hat nördlich von Ouezzan (Soz.). Der Redner verweist auf die in Oberschlesien bm Allad eine manövrierende f r anzofische unhaltbar gewordenen Wohnungsverhältnisse. Allein u lebhaftem Kainpfe einen vor- für die um ihres Deutschtums willen aus Polen ^schobenen Posten befreit. Eine irn Gebiet von Vertriebenen müßten 7-8000 Wohnungen gebaut Neni Mesgüda operierende Abteilung wurde p von Dissidentenstämmen bei Fellakine heftig In seiner Beantwortung der Interpellation angegriffen, konnte jedoch^das gesteÄe Ael erweist Staatssekretär Zweigert darauf hin, daß reichen u,ck> soll dem Feind beträchtlichen Schaden die Aufgaben der Flüchtlingsfürsorge den Ländern zugefügt Haven übertragen seien. Trotzdem habe die Reichsregierung den Willen, weiter, wie sie es bisher schon OMÜchtDÜnfche für AmUNdieN. getan habe, dazu beitragen, daß die beklagenswerten tDluatwUiqaje «luunu^iu Zustände in Oberschlesien bald beseitigt würden. Es O s l o, 19. Juni. (WTB.) Anläßlich der Rückseien Maßnahmen dahin getroffen, daß die Woh- kehr Amundsens nach Spitzbergen prangt die nungsnot in Oberschlefien in absehbarer Zeit be- ganze Stadt in reichem Flaggenschmuck. Eine seitigt sein werde. große Anzahl von G l ü ck w u n s ch t e l e g r a m - Abg. d. Lindeiner - Wildau (Dntl.) hebt her- men wurde au Amundsen abgesandt. Die heutige vor, daß man Oberschlesien solange nicht endgültig Sitzung des Storthing wurde mit einer Rede des helfen könne, solange dieunnatürlicheGrenz- Präsidenten Lykke für Amundsen eingeleitet, die regulierung nicht beseitigt sei. Die oberschle- die Abgeordneten stehend anhörten. Die Absendung fische Frage dürfe innerhalb Deutschlands nicht als folgenden Telegramms wurde einstimmig be- Parteifrage behandelt werden. Die Oberschlesier | schlossen: hätten im Weltkriege gezeigt, daß sie für Deutschland zu bluten bereit seien, damit hätten sie verdient, daß sie in Deutschland menschenwürdig leben könnten. Peking, 19. Juni. (WTB.) Reuter. Das chinesische Kabinett erörterte die gestrige Note der interessierten Mächte. Das Außenamt wurde angewiesen, eine Antwort abzu- sassen, in der die Angaben der Note bestritten werden. Zwei Brigaden des Kriegsministers Wukwanghein sind in der Umgegend von Peking eingetroffen, wie es heißt, als besonderer Schutz für die vollziehende Gewalt. Marschall Tschang- tsolin entsandte ebenfalls ein Bataillon für den Polizeidienst in Peking. Ein DermiMungsversuch. London, 20. Iuni (TU.). Wie aus Peking gemeldet wird, haben die beteiligten Gesandten den chinesischen Außenminister benachrichtigt, daß sie s o f o r t Verhandlung gen zu einer gütlichen Regelung der Lage in Schanghai zu eröffnen wünschen. Falls die «chinesische Regierung es wünsche, werden die auswärtigen Delegierten bet ihren Regierungen um die Erlaubnis ernkommen .die chinesischen Vorschläge über eine Reorganisation der internationalen Riederlassungen in Schanghai zu erörtern. CEirt Zwischenfall. Eine Bande von Chinesen bemächtigte sich des englischen H a n d e l s d a m p s e r s, der zwischen Hongkong und Macao verkehrte. Der Streik hat sich auf die Mannschaft der britischen Küstendampfer ausgedehnt. Generalstreik gegen England? London, 20. Juni (TU.). Infolge des Fehlschlages der Schanghaier V.r- handlungen zwischen den Vertretern der Mächte und Chinas über den Streik in Schanghai hat sich die Situation in Schanghai bedeutend verschärft. Sin allgemeiner Streik in ganz China gegen die Engländer soll geplant fein. In Kanton, wo die Kommunisten am Ruder sind, ist ein Boykott bn- tischrr, japanischer und amerikanischer War.n erklärt worden. ©en Ä Hrhost dies e Me nid)1 f] ihr gcl sich/ Schlau Fvui selbst l eines das lb> er stch i nialchss aü 3ut Sest tot uni nichts z> mal da hatte laugatm elfen ei da l«n sollte b aber er Au lich, ur schmau< er wost ich mul zimmer dem A «2 schnell i faßte ich ganze 2 Sa bru-zelt blamiere bares < Decken i zerloppÄ Mestern fleischlich noigebur in spritzt. ■ armen 1 gegvsser Di war be: Pofllav hätte d gemeinte «« Saarg geschrieb gebiet ü jähriger Schon | Saarbri auf torl Qtefamtr M*o nr Heitnid Vsnürli Nerven, erhätl.i. Droge für ® l Sn weisb 4 Sqi Herr, Vltbei stell.,, 3- Un von c °n I, 'n bester W 381 ^ernter * "°ener z mschast. . und wenn die ■51 sind, |d ver« Zonunq. Steckt Heih Wasser, so werden, da fte Die Ddgei mit der Dell gibt, >n Äen-Tmnra. idervvllrs Oran. )tweinfarbe, die iml ist. Die Deine Aul jeder Seite )er Pfauen ähn. zwei Iflrqe 5fr Ikominnen isreis Ichillm in so ,t als.lebendige die mannigfach' i linden sich bei \Aa ’S aber Uber IW wenig. «nestzMnr nQ" 8. T das H man ^Luisen von belle Adamshin Umlarduna Ifwe! )«nDr. tzaurr. emerAahrung oen beigemilcht Färbemittels igenAol siraHl. uttel gelang es ilen, 3m Von« an seht an zwei Us S§- k - S",l! eSSLS ®L i die Dänut' **J5 rnftabt auf 'M- r Tonfunff bat p e r unter Lei' nv Wniier in inet Äony . Wt derichri w m: urg, Magd. ..rfl. «den, Manrchcim, !Q6 Orchester wird io bringen! B«l' rzart: Hymphonie 0-Dul. T[in dieDiener it 90 chrmn, em- -rtretung der oster- Stabt Berlin sowie Kunst begrübt. > , Prösidenten der !6, der Aeichrtagr- rbnetcr Dielt'® ute binmiis, «ill! qem«n!«ite * Anschlüsse» oestcr- Der Redner M 9iomenV/r9kflie' jannoniktt/ "tg ,4?» E der tJf* Ltlli ®tlt. 1 V," a't »Ä; ?.-Ä ^ra unb (tj Aaum. Ä*«- c neuen ubecken. Aus Stadt und Land. (Ziehen, den 20. 3uni 1925. Wenn die .Hausfrau verreist... Mein Freund Heinrich hat seine Frau zur Erholung in die Sommerfrische geschickt Gs war dieS entschieden eine noble Lat, zumal er keine Hille im HauShalt hat. Sie wollte ursprünglich richt fortsahren. die gute Hausfrau, aber er hatte chr gesagt, sie müsse, und da muhte sie. Er hatte sich daS nämlid) sehr schön ausgerechnet, der Schlaumeier: Wahrend der Iuniwochen sollte die Frau aus Erholung sein, im August wollte er selbst fahren. Freilich hatte er nicht an die Mühen cincS Hausstandes gedacht und sich eingebildet, daü könne er alles allein besorgen. Morgens kocht er sich ja seinen Kaffee tadellos auf der Spiritus- moschine. Mittags aber. ja. da hapen's ein wenig, und er geht doch lieber in sein Gasthaus, wo er als Junggeselle immer gegessen har. Gestern abend hielt ich ihnr das im Ulf mal vor und meinte, als Koch schiene er sich doch nicht- zuzutrauen Außerdem könne er nun doch mal merken, was eine Hausfrau wert sei. 21a, da hatte ich ihn aber beleidigt. 2lm Schlüsse seiner langatmigen Entgegnung lud er mich zum Mittagessen ein. das er selbst zubereiten wolle, um da sein Können unter Beweis zu stellen. Heute sollte das Essen steigen. Dorsorglich ast ich mich aber erst auherhalb satt, und das war gut . . Auf der Treppe roch es schon so eigentümlich. und als Heinrich mir öffnete, halte er eine schmauchende Pfanne in der Hand, dast ich dachte, er wolle mich gleich ausrauchern. Trotzdem schritt ich mutig In das Innere der Gemächer. 3m Eßzimmer hiHerte sich Rolf, der Terrier, jaulend auf dem Teppich und wischte sich das heiße Fett vom Fell. Als fein Herr kam. kroch der Hund blitz» schnell unter das Sofa. „Schone Bescherung hier", sagte ich vorwurfsvoll. Da hörte ich denn nun daS ganze Mißgeschick. Da halte Freund Heinrich versuchsweise gebrutzelt und gekocht, weil er sich doch nicht blamieren wollte, und hatte auch ein annehmbares Schnitzel fabriziert. Während er beim Decken im Eßzimmer in der Eile etliche Teller zerloppert hatte und dann wieder überall nach Messern und Gabeln suchte, hatte Rolf in fleischlicher Gier sich das Schnitzel in der Küche vorgebunden. Die Pfanne war umgefallen, das Felt in den Gasherd und auf Rolfs Pelz gespritzt. Mein Freund hatte in seiner Angst dem armen Wauwau erst einen Eimer Wasser über» gegossen und ihn dann vor Wut verhauen.... Wir gingen beide in das nächste Gasthaus. Er war betrübt und schrieb seiner Frau gleich eine Postkarte, ob sie nicht bald wiederkäme. man hätte doch mehr vom Urlaub, wenn man ihn gemeinschaftlich verbringen konnte. •’ Zur 3ahrtaus endfeier des Saargebtetes wird uns vom Saar-Derein geschrieben: Rächsten Sonntag begeht das Saargebiet in festlicher Weise die Feier seiner tausendjährigen Zugehörigkeit zum deutschcm Daterlande. Schon seit Wochen hat man sich nicht nur in Saarbrücken, sondern im ganzen Saargebiet darauf vorbereitet, diese Feier zu einem machtvollen DekermtniS zum deutschen Daterlande, von dem eS noch auf zehn 3ahre getrennt ist, zu gestatten. Es ist erklärlich, daß die Saar-Regierung bzw. ihre französischen Elemente, dieses Treubekenntnis zum Deutschtum, das der ganzen Welt die wahre Gesinnung des Saarvolkes feierlichst kundtun wird, nicht wahr haben will und versucht, diese mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu unterbinden. Sie hat stch darin wieder iln- erhörtes geleistet, indem sie den Beamten und Schulen die Teilnahme an der Jahrhundertfeier verboten und die Herunterholung von schwarz-weiß-rvten Zahnen durch Polizeiorgane angedreht hat. Die trcudeutsche Saarbevöllerung aber kümmert das eine so wenig, wie das andere. Die Flaggen, die am 21. Rovember 1918 zum letzten Male die zurück!ehren den Fronttnippen gegrüßt hatten und beim Erscheinen der nach- rüdenben Franzosen mit einem Schlag verschwanden, werden nun wieder dasein und den Festtagen den äußeren Glanz verleihen. Am Sonntagabend werden auf allen Höhen des Saar» gebiete- die Flammen lodern und das Winter- berg»Denkmal. das Zeichen hehrer, deutscher Hel» dengröße von 1870. daS Wahrzeichen Saarbrückens. in festlichem Glanze erstrahlen, so wohl am besten die heiße Liebe, die das Saarvoll zum deutschen Daterlande beseelt, symbolisierend. Auch heute stehl das Saaroolk im Schützengraben an der Westfront. Es hat bis jetzt erfolgreich alle französischen Angriffe auf seine Kultur und sein Deutschtum abgeschlagen, unter Hintansetzung aller Eigeninteressen sind sich die Parteien in diesem Bestreben einig. Der Feind des Deutsch- tums steht für sie nicht link- oder rechts, sondern im Westen. Rur durch diese Einigkeit ist es erllärlich. daß die Franzosen in ihrem Bestreben, das Saargebiet zu annektieren, bisher keinen Schritt vorwärts gekommen sind, und so wird es auch in Zukunft bleiben, bis die Stunde schlagt, wo der Treue der Lohn zuteil wird und wir mit, der heißgeliebten Mutter Alldeutschland wieder vereinigt sind. — 3n diesem Zusammenhang sei auf die Saar-Kundgebung hin- gewiesen. die heute, Samstag, abend, 8' .> Ufjr in der Turnhalle stattfindet. •* Universität sgottesdien st. Morsen, Sonntag, findet in der Neuen Aula der Universität der zweite Universitatsgottesdienft dieses Semesters statt. Jedermann ist dazu eingeladen. Näheres im kirchlichen Anzeiger. ** Bereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums Gießen. Man schreibt uns: Die ^Bereinigung, die vor mehreren Wochen unter dem Vorsitz des Sanitätsrats Dr. B e ck e r - Sprendlinyen gebildet wurde, tritt, wie aus dem Anzeigenteil unseres Blattes ersichtlich ist. heute mit einem Ausruf an die Oefsentlichkeit. Sie wird am Samstag, 4. Juli, im Saalbau Sauer am Oswaldsgarten ihre offizielle Gründungsfeier abhalten. Um 4 Uhr nachmittags findet die Gründungs- Versammlung statt. Um 8 Uhr abends beginnt der Festakt, zu dem auch die Angehörigen der Teilnehmer eingeladen sind. Die Festrede wird umrahmt sein von a» erlesenen Darbietungen namhafter Gie- fjener Künstler und Musikfreunde. Auch für das ich anreihende gemütliche Zusammensein ist ein anziehendes Programm aufgestellt. U. a. wird ein reizendes zweiaktiges Lustspiel von Björnson zur Aufführung kommen. — Bei der freudigen Zustimmnug, die die Gründung der Vereinigung in allen Kreisen gefunden hat, darf erwartet werden, daß die einstigen Gießener Realgymnasiasten in großer Zahl von nah und fern an dem Feste teiinehmen werden. Der vorbereitende Ausschuß bittet, daß jeder ehemalige An- gehörige der Schule sogleich seinen Beitritt, der keine nemrenswerte finanzielle Belastung verursacht, an« Zeigt und zugleich die genauen Anschriften aller ihm bekannten auswärtigen Kameraden angibt, damit ihnen der Aufruf zugesandt werden kann. Aus dem Gießener Standesamt s r eg i st er. Es oerftarben in der Zeit vom 2. bis 15. Juni: 2. 3un:: Elise Lehrmund. geb. Spill. 41 Jahre alt. Lonystr. 2. 3. Ium Henriette Luise Groas. geb. Demmer. 77 I. alt, Klinikstr. 22. 4. Juni: Wilhelm Koch, Zahnarzt. 61 I. alt, Süd- anlagc 20; Katharine Andernach, geb. Schmalz. Witwe. 76 I. alt, Walltorstr. 5-3. 9. Juni: Otto Koch, Verwaltungs-Oberinspektor. 42 I. alt. Roonstr. 33. 11. Juni: Wilhelm Sturm, 4 Monate alt. Budde- straße 9. 12. Juni: Margarete Gerhard, geb. Zerr- ncr, Witwe, Nahrungsberg 3. ** Das erste Abonnementskonzert der Kapelle Topp fand am Donnerstag abend auf der Liedigshöhe statt. Trotz des ungünstigen Wetters — die Veranstaltung mußte deshalb im Saale abgehalten werden — war der Besuch recht gut. Das Programm war vorzüglich ausgewählt- fast jedes Stück brachte der Kapelle lebhaften Beifall, so daß immer Zugaben erfolgen mußten. Die Besucher dürften also voll und ganz auf ihre Rech- nung gekommen sein. Es ist hervorzuheben, daß die Kapelle der ehemaligen Militärmusiker unter der Leitung des Musikmeisters a. D. Hermann Topp sich gut aufeinander eingefpiett und erhebliche Fortschritte gemacht hat. Der Anfang am Donnerstag läßt erwarten, daß auch die weiteren Konzerte die Besucher zufriedenstellen werden. -z. *• ,.W ege z u Kraft und Schönher t." 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft gegenwärtig ein sehr beachtlicher Film, dem überall daS weitgehendste 3nteresse entgegengebracht toovben ist. Behandelt er doch eines ber wichtigsten und aktuellsten Themen aus dem so scharf um- kämpften Gebiete der Erziehung. „TDege zu Kraft und Schönheit" ist ein Filmstreifen, der inhaltlich tote technisch zu dem Dollendetsten gehört, was je in dieser Richtung geschaffen worden ist. Er umfaßt den gesamten Konrplex der Bewegungen, seien sie künstlerischer, seien sie sportlicher Ratur, immer dabei als Leitmotiv Kraft und Schönheit des Körpers betonend. Er gibt einen Tleberbltck über die Arbeit am menschlichen Körper, wie sie die verschiedenen Schulen und Systeme [elften. er zieht Beispiele aus allen Dölkern und Kulturen der Erde an, betont aber bei alledem stets den Gegenwarts- und Zukunftstoert all dieser körperbildenden Hebungen. Laban. Wigmaitn, Korsevina, Impekoven. Haffelgeist sind Ramen, die Prag amme enthalten: Dalcr-ze, Mensendieck, Bode und ihre Anhänger sind im Bilde festgehalten; die Prominenten auf dem Gebiete des Sports. Massenübungen und Einzelleistung za leicht- und schwerathletischer Ratur Tiere im Lauf und Sprung, alle diese Dinge, z. T. mit der Zeitlupe ausgenommen, tragen v.el zur Vertiefung des Derständnisses für das Wesen der Leibesübungen bei. Riemand, der sich ernsthaft mit den Fragen des Tages beschäftigt .sollte versäumen, sich diesen Film anzusehen. ** Waldfeste des Evangelischen Bundes finden im Juli in Lauterbach, Treis a. d. Lumda und auf dem Schiffenberg statt. Dabei soll Schönherrs Drama „Glaube und Heimat" aufgeführt werden. Vornotizcn. — Tagcskalender für Samstg. Bund „Saarvercin": Saarkundgebung 81 Uhr Turnhalle, Dorträge. — Tageskalender für Sonntag. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 21 Uhr nachmittags Ruder-Regatta — Markus-Gemeinde nachmittags 21 Uhr Gemeindefeier. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der Schwank „Die vertagte Rächt" von Arnold und Bach, der einem leider schwach besetzten Hause als Dencfizvorstcllung des darstellenden Personals gegen Ende der Winter- spielzeit so ausnehmend gefallen hat, wird am Dienstag, 28. d. Mts. zum erstenmal wiederholt. Die Besetzung ist dieselbe wie im Winter, und der Besuch kann allen, die einmal herzlich lachen wollen, bestens empfohlen werden. — Gießener Schwimmoerein. Der Vorverkauf von Karten für die 2. Nationalen Schwimmwettkämpse findet in der Müllerschen Badeanstalt statt. (<7iehe heutige Anzeige.) — Deutscher Jugendbund Bismarck. Morgen, Sonntag, Sominersest auf der Karlsruhe. (Näheres im Anzeigenteil.) Rotwein-Rezept für 25 Liter. 3m Dorjahr stellte ich mir nach den Angaben des neuen Weinbuchö, baß ich zufällig in einet Drogerie erhielt, aus Sauerkirschen 5 Liter Rotwein her, der so köstlich war, daß ich ihn in diesem Jahr in größerer Menge Herstellen will. Jeder meiner Freunde trank ihn für echt französischen Rotwein, keiner wollte es glauben, daß ich ihn selbst und dazu aus Sauerkirschen gemacht hätte. Da die Kirschenernte jetzt bald beginnt, will ich das Rezept nachstehend bekanntgeben. Sie sollen sich auSrechnen, daß eine ganze Flasche guter Rotwein höchstens 20 Pfg. kostet, wenn Sie die Kirschen kaufen müffen: 25 Pfund Sauerkirschen mit Steinen werden un» zerquetscht mit 15 Liter kochendem Wasser in einem Sleinguttopf übergoßen. Rach dem Abkühlen gibt man ein Päckchen Dierka-Dordeauxhefe hinzu (in Apotheken und Drogerien zu erhalten), verdeckt gut und läßt 24 Stunden stehen. Dann kocht man 71/, Pfund Zucker mit 5 Liter Wasier klar, läßt abkühlen, gießt die erkaltete Lösung zu dem Kirschen» ansah und läßt wieder 24 Stunden stehen. Darauf gießt man durch ein Leinentuch, ohne aber zu drücken, füllt die Flüssigkeit in einen 25-Liter-Ballon und gibt soviel Wasser hinzu, daß es 25 Liter sind. Der Wein ist unter Gärverschluh in 14 Tagen bis 3 Wochen fix und fertig!!! «Will man probeweise nur 5 Liter Rotwein machen, so nimmt man von allen Zutaten den fünften Teil ivon der Dierkaheke aber muß man immer ein ganzes Päckchen nehmen). Die übrigbleibenden Kirschen werden teilweise zu Kirschsuppe und Kirschkuchen verwendet, teilweise kocht man sie mit Zucker ein. 3m letztem Fall ergeben sie noch ein tadelloses Kompott, da» ähnlich einem solchen aus Süßkirschen bereiteten schmeckt und auSsieht, da ja doch der Hauptteil der Säure und Farbe in dem Rotwein ist. Während man andere Weine, z. B. aus Feigen, Rosinen, Aepfeln, da« ganze Jahr mit Dierkahefen bereiten kann, ist dieser Rotwein ja nur zur Zeit der Reife der Sauerkirschen herzustellen. Hoffentlich erscheint mein Rezept daher noch rechtzeitig genug, damit Sie es noch in diesem Jahre probieren. 6179A Frau Lotte Krause. erhätl.LGießen, Central-Drog. Emil Karn,Schulstr. Drogenhandlung Georg Wallenfels, Markt 21. Mkl KMIMM gelernter Bankbeamter, 20 3ahre, Reife für Obersekunda, sucht sich zu verändern. Schristl. Angebote unter 05305 an den Gießener Anzeiger. Alte deutsche BersichernngS tflesklllchaft — alle Lach- und Personenbranchen br treibend — sucht rührigen Haupt-Vertreter für Gießen. Ter getarnte Inkasso-Bestand ivird übertragen. Schristl. Angebote unt. 6074D an den Gteuener Anzeiger erbeten. ncr Genuümtttelbranche hat ihre General-Vertretung für Gießen und Umgebung zu vergeben. — Wir bieten: L Sichere LebenSeristen» bei gutem Verdienst. 2. 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Als Deutschland mit seinem ersten Vorschlag im Dezember hervortrat, tat es damit der englischen Regierung einen großen Gefallen, denn cs half ihr aus der europäischen Sackgasse heraus, in die sie sich sestgerannt hatte. Davon ist heute feine Rede mehr, in der Politik gibt es nun einmal keine Dankbarkeit, die wir auch nicht verlangen. Aber trotzdem ist der Ausgang des deutschen Sicherheitsangebots entscheidend für die ganze künftige europäische Politik. England hat in Versailles es verstanden, einen großen Teil seiner Forderungen durchzusehen, es hat die deutsche Flotte verschwinden lassen, hat sich in unseren .Handelsschiffen und an unteren Kolonien Jatt- gegessen, es hat trotzdem den Krieg nicht gewonnen. Der militärische Gewinner ist Frankreich qetoeicn, das auch heute noch stark genug ist, um leinen Willen auch den Engländern diktieren zu können, weck England kurzsichtig genug war, das deutsche Heer entwaffnen zu Iaffen. Was tetr nachher erlebt haben, waren eigentlich alles nur Versuche der Engländer, den schweren Fehler wieder gutzumachen, den sie in Versailles begingen. Sie waren zuletzt zu dem Ergebnis gekommen, daß sie nur mit amerikanischer ilntcr- flÜbung auf dem älmwege über den Finanzmarkt Frankreich klein bekommen könnten, weil das Vierzig-Milli rmen-Volk der Franzosen doch nicht stark genug ist. um auf die Dauer seine militärische Vormachtstellung geldlich untermauern zu können. Das ist die einzige Hoffnung auf eine Besserung der Atmosphäre, die England hat, und die auch wir haben. Die Engländer glauben »Dar, Laß ihnen als letzte Rettung der Rückzug dont Kontinent bliebe. Sie werden sich irren. Dazu ist ihre Wirtschaft viel zu eng mit dem übrigen Europa verflochten. Deswegen erwarten wir immer noch, daß sie trotz der französischen OiDte, die ja auch die Zustimmung ihrer Regie- rung gefunden hat, ebenso tote die der Polen und Tschechen, alle Hebel in Bewegung setzen werden, -im auf einer Konferenz die Giftzähne aus der iranzöstschen Politik herauszubrechen, die für Deutschland den Abschluß eines auf Gegenfeit g- leit und Anerkennung der deutschen Hoheits- rcchte beruhenden Sicherheitsvertrages tragbar mcchen. Delle Alliance. Eine zeitgemäße Erinnerung. Von Hans Arthur v. Kemnitz, Kais. Gesandter z-D.. M.d.R. Am 18. Juni sind 110 Jahre vergangen, seitdem )ei Belle Alliance oder, wie die Engländer sagen, Vaterloo, preußische und englische Truppen die Ilacht des korsischen Eroberers endgültig brachen. !s ist lange her, wird mancher sagen, und so sagte -uch ich zu meinem englischen Begleiter, mit dem ich Mi Jahre vor dem Kriege das englische Parla- nentsgebäude besichtigte, als wir vor dem bekannten jrestogemälbe angenommen waren, das Blüchers iiü> Wellingtons Begegnung am Abend der Schlacht SarfteUt. Angesichts der politischen Spannung, die hon damals zwischen Deutschland und England strrschte, hatte ich es absichtlich vermieden, mit mei- letn Begleiter über Politik zu sprechen. Aber angesichts dieses Bildes konnte ich mich doch nicht enteilten, zu ihm zu sagen: „Es ist lange her." Und Jas antwortete der Engländer, der, nebenher beSiebener Anzeiger (Generat-Anzeiger für Gderheffen) merkt, em Privatmann und kein Politiker war? Er antwortete Es ist deshalb schon lange her, weil wir glauben, daß Ihr jetzt so etwas wie ein neuer Napoleon sein wollt." Natürlich bemühte ich mich, ihm das Irrtümliche seiner Auffassung klar zu machen, ober es war vergeblich. Der englische poli- tische Jnstinli hatte sich bereits von neuem gegen die stärtstc Festlandmacht orientiert, die nun nicht mehr Frankreich, sondern Deutschland hieß. Diese fecen die stärkste Macht auf dem europäischen Festland gerichtete Politik ist für England zwangsläufig gegeben, und es ist ein Trost für uns, daß dem so ist Dem; |o wie vor über 1 Kl Jahren England sich gegen Frankreich wandte, um bann in unserem Jahrhundert zunächst gegen Deutschland Front zu wachen, so nu ß mit mathematischer Notwendigkeit der Tag temmen, an dem es von neuem g-'ßen Frankreich einst'.,wenkt. Gegen Frankreich, das, wie zur Zeit des Korsen, wieder übermächtig gemorfceii ist, während Deutschland ohnmächtig am Boden liegt Im Augenblick sehen wir allerdings von solchem Einschwenken noch wenig. Wir haben soeben von unseren Kriegsgegnern eine Note erhalten, die auch Englands Unterfchrift trägt, und in der eine Reihe von zum Teil jedenfalls unerfüllbaren Forderungen gestellt werden, deren „getreuliche" Erfüllung die Voraussetzung der Räumung der Kölner Zone bilden soll. Und Minister des Aeußern ist Herr Austen Ehamberlain, der die ihm nachgesagte Franzosenfreundlichkeit dadurch betätigte, daß er anfänglich nicht abgeneigt schien, dem alten französischen Wunsch zu willfahren und das gegen Deutschland gerichtete Kriegsbündnis mit Frankreich in defensiver Form zu erneuern. Die Mehrheit des englischen Kabinetts Hal eine solche Politik verworfen, aber auch der doppelseitige Sicherheitspakt, über den verhandelt wird, soll Englands ganze Wehrmacht für die 23er- teibigung der neuen Ostgrenze Frankreichs und Belgiens zur Verfügung stellen und die Entmilitarisierung des Rheinlandes dauernd sichern. Nicht nur Frankreich, sondern auch England sieht immer noch ein Interesse in der Aufrechterhaltung einer gemeinsamen Verteidigungslinie am Rhein. Das Glacis der englischen Festung, das einst nur Belgien bildete, bleibt auf bas Rheinland ausgedehnt. Worin ist der Grund hierfür zu suchen? Wie kommt es, daß nicht nur das hysterische Frankreich, sondern auch das kaltblütige Albion noch immer deutsche Gefahren wittert, und daß England nicht begreift, daß die französische Gefahr am Kanal hun- benmal größer ist als die angebliche deutsche Gefahr am Rhein? Offenbar, weil es immer noch nicht gelungen ist, den Engländern klar zu machen, daß ein wieberecwachenbes und wiedererstarkendes Deutschland überhaupt gar nicht daran denken kann, sich wieder gegen England zu wenden. Gewiß ist England mit seiner Politik des Handelsneides, der planmäßigen Einkreisung und skrupellosen Verhetzung einer der Hauptschuldigen des Weltkrieges, und es wäre zu verstehen, wenn die zu nationalem Empfinden wieder befähigte deutsche Volksseele nicht nur mit französischer Gemeinheit und Raserei, sondern auch mit englischer Falschheit und kühler Vernichtungsabsicht Abrechnung zu hasten wünschte. Wer niemand in Deutschland ist so töricht, nicht zu roiffen, daß ein Rachekrieg gegen die vereinigten Westmächte eine Tat des Wahnsinns märe, und daß, weil mit Frankreich eine ehrliche Verständigung niemals möglich ist, und gar nichts anderes übrig bleibt, als uns mit England zu stellen. Die durch den Vertrag von Rapallo vollzogene deutsch-russische Annäherung war ohne Zweifel nützlich und nötig; solange aber die Sowjets in Rußland regieren, wird dieses Land allein uns niemals eine ausreichende Stütze sein können. Und da Italien von altersher im Fahrwasser Englands segelt, und die Vereinigten Staaten sich nur noch wirtschaftlich in Europa betätigen wollen, so kann das einfachste Gemüt sich an den Fingern einer Hand abzählen, daß England die einzige Möglichkeit für uns bedeutet. Und weil dem |u ist, und weil es immerhin noch ehrenvoller ist, englischer Landsoldat als französischer Sklave zu fein, so sollten wir den Engländern mit größerer Deustichkeit sagen, daß wir auch nicht im Traume mehr daran halfen, die englische Seeherrschaft beherrschen zu wollen, sondern bah unser einziges real- politisches Ziel nur darin bestehen kann, das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das bis zur Stunde Deutschland vorenthasten wird, auch zu unseren Gunsten durchzusetzen und ein national geeinigter, souveräner Festlandstaat zu werden. Gewiß, eine Handelsflotte müssen wir wieder aufbauen, sonst können wir wirtschaftlich nicht leben und auch keine Kriegsentschädigung zahlen. Das muß auch England ei'.sehcn, und es sieht es ein. Aber die Polizei auf dem Weltmeer, das unsere Handelsschiffe befahren, die müßen wir, ob wir wollen ober nicht, ebenso wie zu Bismarcks Zeiten wieder in die Hände Englands legen Nicht das Deutschland Wilhelms II. wieder au^urichten, kann das Ziel sein, sondern das Deutschland Bismarcks und Kaiser Wilhelms des Großen. Tas güt es den Engländern klar zü machen, und dann wirb sich sehr bald der Augenblick ergeben, wo auch öer rechte Flügel der englischen Konserva- tuen, der heute noch deutschfeindlich gesinnt ist, seine Gedanken fallen lassen wirb, zur alten, gegen bie stärkste Festlandmacht gerichteten englischen Polistk zurückzukehren und die Wiedererstarkung Deutsch- lands in jeder Weise zu fördern, damit bas nötige Gegengewicht gegen Frankreich wieberhergestellt wird. Es gibt kein anderes Mistel für uns, um roifber fre» zu werden, und es gibt fein anderes Mittel für England, um sich vor Frankreich zu schützen. Ueberail in der Welt stört Frankreich die englischen Kreise. Nur durch den Kanal werden die britischen Inseln von der stärksten Militärmacht der Jetztzeit getrennt, und, was die Hauptsache ist, diese stärkste Militärmacht ist in der Lust allen anderen Ländern, und insbesondere England um ein Vielfaches überlegen. Das Aermelmeer wird von Flug- zeugen ebenso überflogen wie festes Land, und so haste Herr, Chamberlain völlig recht, wenn er vor einigen Monaten im englischen Unterhause sagte, baß England keine Insel mehr ist. Die weittragenden französischen Geschütze, die am Kap Gris Nez eingebaut sind, können London unter Feuer nehmen, und wie ganz anders würbe ein auf bie langgestreckten Küsten Frankreichs gestützter U-Boot-Krieg wir- ken als der, den wir einst aus der engen und leicht zu sperrenden deutschen Bucht heraus führen mußten. Nimmt man dazu bann noch bie englandfeindliche beinahe im französischen Machtbereich gelegene irische Republik, so muß man sagen: Lauter akute Lebensgefahren für das Herz des englischen Weltreiches." Diese englische Schwäche in Verbindung mit bei törichten Angst vor deutschen Racheplänen ist der Hauptgrund, warum wir England in deutschen Dingen Frankreich gegenüber immer wieder nachgeb-m sehen Gelingt es uns, diese Angst zu beseitigen, so ;nl'ß die verbleibende Schwäche dazu fuhren, daß England uns in seinem ureigensten J-ueresse die Hand zur Wiedererstarknng bietet, damit Frankreich roifber einen Nachbarn erhält, der ihm ein Paroli zu bieten imstande ist. Der Gießener Haushalts-Voranschlag für 1925 II. Dem Schulwesen wird in der neuen HaushaUsrechnung ebenfalls weitgehende 5öri>e- rang zuteil. So sind z. B. für die V o l k s - und Fortbildungsschule. Stadtschulamt und Horte 186 220,08 Mk. gegenüber dem Vorjahr 73 234,80 Mk., also mehr 112 935,28 Mk. vorgesehen. Der Zuschuß aus der Stadtkasse ist für das neue Wirtschaftsjahr auf 178 052 Mk. veranschlagt. In der stark angewachsenen Ausgabeziffer sind vor allem erhebliche Beträge für bauliche Erneuerungen vorhanden. Daß diese Ausgaben geleistet werden müssen, steht für die Kenner der Verhältnisse außer allem Zweifel. Weiter sieht man in dieser Rechnung die ersten Zinsraten für die zu den Volks- und Fortbildungsschulbauten aufzunehmenden Kapitalien eingesetzt. Die Dermögensrechnung weist im Kapitel 72, Erbauung gern einheitlicher Gebäude, die Summe von 650 000 Mk. aus, die als erster Teilbetrag zur Herstellung von Schulraum für die Volks- bzw. Fortbildungsschule beschafft werden soll. Wenn diese Geldoperation, für die ja nur der Anleihemarkt in Betracht kommen kann, abgeschlossen ist, dürfte wohl der Inangriffnahme des Schulhausneubaues nichts mehr im Wege stehen. Die dringende Rotwendigkeit dieses Baues, die schon seit einer Reihe von Jahren gegeben ist, kann von niemand bezweifelt werden, der unseren Schulhausverhältnissen auch nur gelegentliche Aufmerksamkeit schenkte. Hoffentlich gelingt es, mit der Verwirklichung dieses Bauvorhabens rasch und großzügig vorauzukommen, damit die jetzigen mißlichen Zustände baldigst beseitigt werden können. In der Doranschlagsberechnung des Lyzeums und der erweiterten Mädchenschule ist besonders bemerkenswert, daß das Schulgeld, berechnet nach der Schülerzahl am 15. Mai 1924, jetzt 110 328 Mk. bringen soll gegenüber 56 100 Mk. im Vorjahr; an jenem Tage zählte man in der Höheren Mädchenschule 696, in der Erweiterten Mädchenschule 83 Schülerinnen. Das Hinaufklettern der Schulgeldveranschlagung zeigt, wie stark der Staat mit seiner Schulge ldf estsetzung den Dogen angespannt hat. Bedenkt man, daß diese Bildungsstätten in sehr starkem Maße von den Kindern des wirtschaftlich schwer ringenden Mittelstandes und von den Kindern kleiner Beamter usw. besucht wird — durchweg wohl nicht aus Dünkel, sondern aus der Erwägung, dah diese Kreise ihren Kindern als Lebensmitgift nur eine gute Schulbildung mitgeben können — so muh man auch heute wieder sagen, dah Hessen mit seinem notorisch höchsten Schulgeld im ganzen Deutschen Reiche die unsozialste und mittelstandsfeindlichste Schulgeldpolitik betreibt. Der Staatszuschuh zum Lyzeum beziffert sich auf 27 627 Mk., der Zuschuß der Stadtkasse auf 39 567,56 Mk. Recht interessant ist der Voranschlag der Studienanstalt i. E. (Obersekunda). Die Ausgaben werden mit 6072 Mk. ausgewiesen, die durch 1800 Mk. Schulgeld und 4272 Mk. Zuschuß aus der Stadtkasse gedeckt werden sollen. Für das Jahr 1925 trägt unsere Stadt zunächst die Zuschuhlasten allein. Man muß aber erneut an den Staat die Forderung stellen, daß auch er zu dieser Anstalt seinen Geldanteil beisteuert. Das ist einmal erforderlich vom Standpunkt der Gerechtigkeit aus. denn ebenso toie Darmstadt und Mainz für ihre Studienanstalten vom Staate Hilfe erhalten, muh der Hauptstadt der Provinz Oberhessen das gleiche gewährt werden; und zum andern ist die staatliche Beihilfe auch unerläßlich von dem Gesichtspunkt aus, dah ja die Segnungen dieses Instituts nicht nur in Gießen allein, sondern zum Besten der Gesamtheit unseres Volkes auch über unsere Stadtgrenzen hinaus wirksam werden. Für daS Gymnasium, Realgymnasium und O b e r r e a l sch u l e mit 145 820 Mk. Zuschuß gegenüber 90 698 Mk. im Vorjahre muh die Stadt 55 122 Mk. im neuen Jahre mehr leisten. Interessant sind einige Angaben über die Schülerzahlen; im Gymnasium zählte man am 15. Mai v. Js. 209 Schuler, davon 159 Einheimische — 76 Proz., der Beitrag der Stabt zu den ungedeckten persönlichen Ausgaben beträgt hiernach 45 Proz.; im Realgymnasium waren es am gleichen Tage 369 Schüler. davon 243 Einheimische ----- 66 Proz., der Beitrag der Stadt zu den ungedeckten persönlichen Ausgaben beträgt hiernach 40 Proz.; in der Oberrealschule betrag die Schülerzahl ebenfalls am 15. Mai v. Js. 816, davon 450 Einheimische — 55,1 Proz., der Beitrag der Stadt zu den ungedeckten persönlichen Ausgaben beträgt hier also 35 Proz. Für die Wiederaufnahme des Zinsendienstes der städtischen Anleihen sind rd. 100 000 Mk. eingestellt. Recht ansehnliche Beträge sind auch in den Voranschlägen der Betriebe für den Kapitalzinsendienst unb für Schuldentilgung vorgesehen. Rechnet man alle diese Beträge zusammen, so erhält man rund 200 000 Mk. für den Zinsendienst. Hnö dieser Aufwand dürfte wohl auch notwendig fein. Rach unseren Ermittlungen beläuft sich die städtische Anleiheschuld heute noch auf etwa 20 Millionen Reichsmark. Rechnet man mit einer 25 bis 30prozentigen Aufwertung, so kommt man auf ein zu verzinsendes Schuldkapital von 5 bis 6 Millionen, dessen Zinsendienst, zu 4 Proz. gerechnet, 200 000 bis 300 000 Mk. erfordern würde. Die Bereitstellungen des Voranschlags dürsten also voraussichtlich den ersten Erfordernissen im großen und ganzen genügen. Einen recht energischen Anlauf zur Bewältigung dringender Aufgaben der Stabterweite- rang bzw. baulichen Vervollkommnung offenbart die Dermögensrechnung. Wir haben bei der Betrachtung ber Schulerforbemisse schon darauf hingewiesen. daß ein erster Teilbetrag von 650000 Mark für den Schulhausbau tn ber Dermögensrechnung angeforbert wird. Weiter werben in dem Titel , Erbauung gemeinheitlicher Gebäude" 50 000 Mk. für bie Errichtung ber Feuerbestattungsanlage auf dem Reuen Friebhof verlangt unb bamit b|e Durchführung eines Ge- bankens in bie Wege geleitet, ber schon lange unb immer mit Recht in den Vordergrund ber Samstag, 20. Juni 1925 zu erfüllenden kommunalen Zukunftsaufgaben gerückt wurde. Zur Förderung des Wohnungsbaues sind wieder 300 000 Mk. vorgesehen. Die Verwaltung erwartet für Woh- nungsbauzteecke eine Einnahme von 100 000 Mk. aus der Eondersteuer, mithin ist lic bereit, aus den übrigen Mitteln der Stadt 200 000 Mk. zuzu- schießen. Gemessen an dem Wohnungsbedarf, ist bie Summe von 300 000 Mk. freilich nicht allzu groß. Aber man darf hoch nicht übersehen, daß bie umfaffenbe Wohnungsproduktion gar nicht Ausgabe einer Stabtverwaltung ist, baß bie Stabt höchstens rcgulicrcnb auf ben Wohnungsmarkt eintoirfen soll, die eigentl che Produktion dagegen der privaten Bautätigkeit obliegt. Wenn man den Wohnungsbau-Titel des Voranschlags unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, wird man nicht umhin können, ber Stabtverwaltung für bie erneute Bekundung ihres starken Interesses an der Lösung ber Wohnungsfrage Anerkennung auszcH) rechen. Für Straßenbauten unb Strahenbefestigungen sind insgesamt 240 500 Mk. als Ausgabe vorgesehen, gegen 62 500 im Vorjahre. Man muß anerkennen, daß hier ein kräftiger Schritt vorwärts getan werben soll, namentlich auch hinsichtlich der Reubefesti-- gung von Straßen, für bie allein 100 000 Mk. aus- geworfen sind, während im Vorjahre hierfür nichts bereitgestellt war. In der Gesamtheit betrachtet und mit ben vielen, vielen Rotteendigkeiten verglichen muß jedoch gesagt werben, daß auch die runde Viertelmillion noch zu gering ist zur Bewältigung ber dringlichen Ausgaben. Es kann freilich nicht alles, was in einer langen Reihe von Jahren zwangsläufig versäumt werden mußte, in einem einzigen Jahre nachgeholt werden, aber wir meinen, man hätte gut unb gern doch mindestens eine halbe Million für Straßenbauten unb -befeftlgungcn vorsehen sollen. Ramentlich hinsichtlich der Daulanderschliehung liegt bei uns bekanntlich noch sehr viel im argen. Daß hierfür noch wert größere Mittel, als heute verlangt, auszubringen sein werden, dürfte wohl niemand zweifelhaft fein, sicherlich am wenigsten der Stadtverwaltung. Zur guten Vorsorge für Die Zukunft muh man bie an unb für sich recht lobenswerte Zugeknöpftheit im Bewilligen, die namentlich in Stadtverorbnetenkreifen besonders beliebt ist, hinsichtlich ber Daulanbbereitung mehr als bisher aufgeben, denn eine kräftige Aufwärts- bewegung in ber Entwicklung unserer Stabt ist nur bann möglich, wenn in großzügiger Weise Mittel bereitgestellt werben. Zu b esem Zweck muß man sich unter ilmftänben vorübergehrnb auch zu Maßnahmen verstehen, bie vielleicht bei manchem Steuerzahler wenig oder gar keinen Beifall finben, bie aber doch m ihrer Auswirkung weit ivichtiger unb bebeutungsvoller sind als Jnterefsen. bie sich nur auf das Heute richten. Mit diesen Gedanlengängen kommen wir zu dem außerordentlich wichtigen Steuerkapitel. das wir in den nächsten Tagen in einem Schlußartikel einer Betrachtung unterziehen werden. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. ' al. Aklendorf (Lahn), 17. Juni Am Sonntag kehrte unser Gesangverein ^Einheit" vom Gesangswettstreit in Großen-Linden preisgekrönt zurück. Unter Leitung seines tüchtigen und hochgeschätzten Dirigenten Heinrich Köhler konnte der Verein in ber 3. Landklasse einen 1. Preis unb einen Ehrenpreis erringen, sowie ben Hauptehrenpreis aller ßanbfiaffen mit nach Hause bringen. Dieser selten schöne Erfolg legt Zeugnis ab von ber SangeSfreublgfeit in unserem Kleebachtal-Dörfchen. Kreis Friedberg. Sf. Friedberg, 18. Juni. Die heutige Stadtoerordnetensitzung war von besonderer Wichtigkeit, da sie sich mit dem st ä d t i s ch e n Voranschlag befaßte, der in diesem Jahr wegen der großen Anforderungen für Schulneubauten, Pflasterungen, Kanalisationen von besonderer Bedeutung ist. Das Haus war deshalb auch vollständig besetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Bürgermeister noch bekannt, daß Einladungen zu dem Auaustinerschultage am 20.Juni und zu dem * u r n f e ft e am 28. und 29. Juni eingelaufen finb. Der städtische Voranschlag, der den Stadtverordneten im Auszüge gedruckt vorlag, schließt in Einnahme und Ausaabe mit 2 600 000 Mark ab. Als besonders wichtiae Poften in der Ausgabe sind zu erwähnen je 400 000 Mark als e r st e Rate für Erbauung der Schillerschule (höheren Mädchenschule) und des Polytechnikums, 172 000 Mark für Pflasterung und Herstellung von Straßen, 75000 Mark für Herstellung erhöhter Fußsteige, 80 000 Mark für Kanalisation des südlichen Stadtteils, 25 000 Mk. für Errichtung eines Verkaufspavillons mit unterirdischer Be- bürfnisanftalt in ber süblichen Kaiferstraße, 25 000 Mark für Errichtung einer Friebyofsverwal- terwohnung mit Leichenwagenhalle auf dem Friebhofe. In ber Einnahme sind für Steuern 462 700 Mark vorgesehen. Der Bürgermeister verlas die einzelnen Posten des Voranschlags, über die sich bisweilen eine sehr lebhafte Debatte entspann, besonders wurde die Getränkesteuer, für die eine Einnahme von 30 000 Mark vorgesehen ist, von einer Seite des Hauses lebhaft bekämpft, und deshalb auch beschlossen, daß über diesen Posten getrennt abgestimmt werden soll. Nach mehrstündiger Verhandlung wurde bie Betriebsvermögensrechnung m i t 2 5 gegen 2 Stimmen angenommen, bie Getränke ft euer bei ber befonberen Abstimmung mit 14 gegen 13. Ein Antrag ber Kommunisten auf unentgeltliche Lieferung ber Lehrmittel an bie Dolksschüler würbe abgelehnt. Der Bürgermeister teilte noch mit, bah bie Beschaffung bes benötigten Baukapitals für bie Schulen auf fast unüberwinbliche Schwierig« Das beste Rad Qwol'tätsarke von Weitfl/ Elegante neue Modelle unfere fahrrad - ZHändler^ keilen stoße, und daß an die Ausführung dieser Projekte erst dann gedacht werden könne, wenn die Bewilligung langfristiger Kredite möglich wäre, lieber den Voranschlag des Armenfonds berichtete Beigeordneter Langsdorf-, er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 565 000 Mark, der Referent teilte noch mit, daß in dem Bürgcrhospital demnächst größere Umbauten und Verbesserungen unbedingt nötig wären. Es wurde sodann noch einstimmig der Beschluß gefaßt, einen P r o t e st gegen die Steuerpolitik des Landes, die die Rechte der Städte aufs ärgste beschneidet, an den Landtag gelangen zu lasten. < Bad-Nauheim, 19. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden die Rechnungen des Gaswerks und des Elektrizitätswerk für 1919, 1920, 1921 und 1922 ohne Debatte genehmigt. Dann wurde in die Beratung des Voranschlags des Jahres 1925 eingetreten. Die Etatberatung wurde aber zeitig unterbrochen, sie wird noch weitere Sitzungen beschäftigen. Wir bringen nach beendigter Beratung einxn Gesamtbericht. Für die Instandsetzung der Sprudel- a p o t h e k e waren 6000 Mk. angefordert. Die Vorlage wurde zur nochmaligen Prüfung an denMau- ausschuß zuriickgcwiesen, weil verschiedene Stadtverordnete der Ansicht waren, daß es sich hier um Luxusausgaben handle. Der S a n i t ä ts- ko l o n n e wurde ein weiterer Betrag von 200 Mk. bewilligt. Eine Ergänzung der städtischen Vertreter bei der B e z t r k s s p a r k a s s e „Mathilden- st t f t" (Friedberg) wurde für notwendig erachtet. Bestimmt wurde Bürgermeister Dr. K a y s e r. Dr. Stoll wurde die Konzession zur Führung des schon von seinem Vater innegchabten Sanatoriums erteilt. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde für Freimachung einer Wohnung ein Betrag von 500 Mk. bewilligt. Ferner wurde die Gewährung von zwei Bauhilfsdarlehen beschlossen. Die Wohnungen im jetzt fertiggestellten Neubau Mittelstraße 22 wurden vergeben. — Unsere Stadt hat drei Beigeordnete: Kling, Stahl und Dberbabemeiffer Kissel. Die Amtstätigkeit der beiden ersteren war abgelaufen. In der heutigen Sitzung der Stodtoerorneten wurden aber beide wiedergewählt, und zwar Beigeordneter Kling mit 24 von 27 Stimmen, Beig. Notar Stahl mit 21 von 27 Stimmen. Erörtert wurde in letzter Zeit die Frage der Schaffung einer vierten Beigeordneten stelle. Es wird ober Abstand davon genommen. *<£ Nieder-Mörlen, 18. Juni. Dem hiesigen Turnoerein, der vor 21 Jahren gegründet wurde, fehlte noch das äußere Symbol der Zusammengehörigkeit: die Fahne. Nachdem im letzten Jahre in hochherziger Spende die Mittel dazu beschafft waren, konnte nun am Sonntag ihre Weihe erfolgen. In einem Festgottesdienst nahm Pfarrer Dietewig die kirchliche Weihe vor, während am Nachmittag bei Bezirksvertreter des 5. Bezirks im Gau Hessen, Studienrat Schuchmann (Friedberg), in einer längeren Festrede die Bedeutung der Vereinsfahne würdigte und dis Ziele des deutschen Turnens treffend zeichnete. Ein Schau- t urn en, an dem erste Kräfte aus Aschaffenburg und Frankfurt a. M. beteiligt waren, gewann der Turnsache zahlreiche neue Freunde. △ Reichelsheim, 18. Juni. Heute mittag gegen §1 Uhr ertönte in unserem Dorfe Feueralarm. Die mit Heu reichlich gefüllte Scheune des Landwirts Coburger stand in hellen Flammen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer griff bald auf den anhängenden Stall über, der ebenfalls bis auf das Gewölbe niederbrannte. Das Vieh konnte gerettet werden. Der herrschende Wind begünstigte das Feuer, doch konnte die Wehr nach zwei Stunden angestrengter Tätigkeit Herr des Elementes werden. Der Brand hätte durch den einsetzenden Nordwestwind und anfänglichem Wassermangel leicht eine größere Ausdehnung nehmen können. Der Hochbehälter unserer Gruppenwasserleitung liegt bei Bisses. Da die Leitung gerade ob gestellt war und die telephonische Meldung den Wassermeister nicht gleich zu Hause antraj, dauerte es einige Zeit, bis Wasser in dem Leitungsstrang war. Man holte deshalb - das Wasser zuerst in Pfuhlfässern aus der Horloff. Kreis Büdingen. A Aus der Wetterau. 19. Ium. Die Heuernte ist so ziemlich beendet. Sie ergab diesmal große Quantitäten. Das Heu war durch die förmigen Tage durchweg gut getrocknet. und, Da unberegnet, von vorzüglicher Qualität. Da der zweite Kleeschnitt durch die Trockenheit ganz minimale Erträge liefert, kommt die Fülle der Heuernte dem Landwirte sehr zustatten. Kreis Schotten. ~ Schotten, 19. Iuni. Die Beigeordnetenwahlen im Kreise finden am Sonntag, 2 8. 3uni, ftatt. Auch sie wirbeln in vielen Orten Staub auf, weil selbst dieses Ehrenamt stark umworben ist. Vielfach beeinflußt die Stellungnahme in der Bürgermeisterwahl die Kandidatenfrage. — Ab nächsten Sonntag verkehrt das Postauto Schotten — Ellrich- st e i n — L a u t e r b a ch und zurück, das seither nur werktäglich fuhr, auch an den Sonntagen. Zunächst ist der Verkehr nur ein probe- weiser auf zwei Monate. Erweist er sich als unrentabel, so sollen die Sonntagsfahrten nach dieser Zeit wieder eingestellt werden. § Ulrichstein, 19. Iuni. Die Heuernte ist hier oben etwa zur Hälfte beendet; immerhin wäre jetzt im Interesse der Feldfrüchte ein ausgiebiger Regen sehr willkommen. — Das Dach des seinerzeit durch Brand schwer mitgenommenen Kirchturms ist bereits zu 2/s wieder gedeckt, fo daß unser Städtchen im Rahmen der Landwirtschaft bald wieder das gewohnte Bild bieten wird. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 19. Iuni. Bei der B a h n- bedarfs-A.-G. ist es seit einigen Tagen zu Differenzen zwischen der Firma und den Arbeitern gekommen, so daß diese zum größten Teil die Arbeit niedergelegt haben. Die Firma hat bekanntlich den Auftrag, 1500 Eisenbahnwagen auf Reparationskonto zu liefern. -!- Offenbach, 19. Iuni. Schon seit einiger Zeit hört man von Gerüchten darüber, daß die Firma Opel in R u ! s e l s h e i m mit der hiesigen Stadtverwaltung verhandelt wegen Ankaufs von Gelände zur Errichtung eines Opelzweigwerts. Wie wir hören, haben diese Derhandlungen nunmehr Aussicht auf Verwirklichung. Es handelt sich um etwa 57 000 Quadratmeter Gelände an der Biederer Straße in der Äähe der Grenzstraße. Wenn die Verhandlungen befriedigend abschließen, erhält die Stadt Offenbach einen guten Steuerzahler und ihre Arbeiter erhalten vermehrte Beschäfti- gungsgelegenheit. Es wird Dann vor allem ein großer Fabrikbau entstehen, der das Baugewerbe belebt. Kreis Wetzlar. d. Hörnsheim, 19. Juni. Bon einem Feuerwerker des Artillerieregiments 5 zu Fulda wurden hier zwei Granaten gesprengt, die man im Schwindbach an der Straße nach Hochelheim infolge des seichten Wassers aufgefun- den hatte. Die Granaten rührten jedenfalls noch von dem Rückzüge der Truppen im Jahre 1918 her und waren in dem Dache durch den bisher höheren Wasserstand unbemerkt geblieben. d. Ebersgöns, 19. Juni. Die hiesige Gemeindevertretung hat den Erlaß eines Straßen- unb Baufluchtlinien planes beschlossen, der in der Hauptsache bezweckt, einzelne Stra- ^enteile, die sich in ihrem jetzigen Zustande für den öffentlichen Verkehr als zu eng erwiesen haben, zu verbreitern. Ein Einwohner hat gegen den Plan Einspruch erhoben, der jedoch von dem Kreis- ausschuß in Wetzlar abgewiesen wurde. Hessen-Nassau. spd. Frankfurt, 19. Iuni. Die heutigen Verhandln.-g:n der S t r a h e n b a h n e r mit dem MagFttat s nd nach h >b ü d gerD ue- ergebnislos v.,laufen Ais D;c Magislratsvertreter auf Die Forderungen nach Gewäh.ung von Mo- natslöhnm ausweichend antwortete, brachen die Abgeordneten der Straßenbahner die Verhandlungen gegen 2 Ahr ab und proklamierten für Frankfurt Den Beginn des Streiks. In wenigen Augenblicken waren D.e Straßenbahner Der einzelnen Bahnhöfe verständigt. Von 2.30 Me ab fuhr kein Straß e nba h nz ug mehr aus den Bahnhöfen, die einlaufenden wurden zurückg.h'lten. Kur; nach 3 älhr ruhte Der g e f m t e St rahenbah verkehr. Der Streit m.chie sich sofort .m gesamten Vertehrs- leb.n empfindlich bcme lb r T '.us n e von Angestellten, Die gegen 3 iUjr in ihre Geschälte wollten, mußten den Weg zu Fuß zurücklegm und kamm infolgedessen zu spät. Das Hauptgeschäft m..chen infolge des Verkehrs, lr>iks die Kraftwagen und Droschken, die überreich in Anspruch genommen find. Im Laufe des Tages kam es d inn b i den in Darmstadt auf Der nl ssung d.s R ich.arbeitem nisters g - führten Verhandlungen zu einer Einigung. Lei von dem Schlichter für Hessen, Staatskom- missar Dr. Bernheim, gefällte Schiedsspruch ist von beiden Parteien angenommen worden. Die Arbeit wird morgen früh in der üblichen We se wieder au genommen. Maßregelungen aus Anlaß des Streiks finden nicht statt. Das Abkommen ist kündbar zum 30. 9. — Als heute vormittag das Auto der Heilanstalt sechs Kranke nach Cichberg bringen sollte, wurde es bei der Einfahrt in die Mequel- straße von einem Motorsahrer angerannt und beschädigt. Die geisteskranken Insassen des Autos benutzten den Augenblick und flohen, konnten aber nach längerer Iagd von rasch alarmierten Wärtern wieder erglffen und in Sicherheit gebracht werden. Der Motorfahrer brach bei dem Zusammenstoß ein Drin. Das Rad ging in Trümmer. — Von der Sodener Falsch münzerwerk st ätte aus wurden, wie jetzt feststeht, zahlreiche falsche E i n m a r k st ü ck e in Umlauf gesetzt, besonders in Höchst a. M, Frankfurt a. M. und anderen Rachbarorten. Als Verbreiter und auch mutmaßliche Hersteller des Geldes, das aus Blei mit einem leichten Aluminiumüberzug besteht, verhaftete man in Bad Soden bereits drei junge Burschen. spd. Dillenburg, 19. Iuni. Sanitäts- rat Dr. Frick wollte mit seinem Auto zwischen Dillenburg und Oberscheld einem jungen Mädchen, das auf seinem Rade noch recht unsicher fuhr, ausweichen. Er verlor dabei die Gewalt über seinen Wagen und fuhr gegen einen Bau m. Dabei wurden er, feine Frau und die junge Radlerin nicht unerheblich verletzt. GLanzleifiung eines Flugzeuges fpd. Frankfurt a. M. 19. Iuni. Das von Frankfurt nach Zürich verkehrende P o st f l u g z e u g Der Aerollohd-Fluggesellschaft legte heute vormittag diese Strecke in zwei Stunden zurück. Eia Cisenbahnzug braucht zu dieser Strecke bei allerbesten Berbmdungsmog- lichkeiten neun Stunden. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 16. Iuni. In Laasphe in Westfalen wurde vom Iahre 1913 ab eine Gerberei betrieben, an der u. a. auch zwei Gießener Geschäftsleute beteiligt waren. Der Geschäftsführer hatte verschiedene Erfindungen, bestehend in verbesserten Gerbverfahren, gemacht, die er 5um Patent hatte anmelden lassen, und von denen er eine an Die Gerberei abgetreten hatte. Die Weitervertretung der Patentanmeldung und Die Erwirkung der Auslandpatente war einem Herrn aus Gießen, dem heutigen Angellagten, übertragen worden. Im Frühjahr 1921 geriet Die Gerberei in Konkurs und die Konkursmasse wurde im Laufe des Verfahrens von dem Angellagten, der für seine Tätigkeit eine größere Forderung an sie hatte, erworben. Etwa zu dieser Zeit begann sich eine große Dank für die Erfindungen zu interessieren, und es kam unter ihrer Führung ein Konsortium zustande, das die Reugründung einer Gesellschaft zwecks eventuellen Erwerbs Der Erfindungen und Der Konkursmasse in Aussicht nahm. Die Baick beauftragte einen Berliner Sachverständigen. den heutigen Pcivatlläger. mit Der Prüfung dieser Erfindungen und Der Erstattung eines Gutachters. Trotzdem dieses sich über Den Wert der Erfindungen sehr günstig aussvrach, kam es in Der Folgezeit aus verschiedenen Gründen nicht zur Gründung Der in Aussicht genommenen Gesellschaft, die Verhandlungen scheiterten vielmehr. Der Angeklagte, Der hierdurch in eine sehr unangenehme finanzielle Lage kam, schob dem Privatkläger Die Hauptschuld Daran zu und schrieb ihm einen Brief, in dem er ihm ein höchst fragwürdiges, ihm, dem Angellagten feindliches Verhalten, das keiner anständigen Gesinnung entspreche, vorwarf und behauptete, daß er. Der Privatkläger, Die Gegenseite in ihrem höchst hinterhältigen, sogar erpresserischen Vorgehen gegen ihn, Den Angeklagten, auf das lebhafteste unterstützt habe. Auch äußerte er sich dem obenerwähnten Geschäftsführer gegenüber mehrfach in äußerst beleidigender Weise über Den Privatkläger. Das Gericht hielt den Beweis Der Wahrheit nicht für erbracht und billigte auch Dem Angellagten Den Schutz Des § 193 StGB, nicht zu. weil es Die Absicht zu beleidigen für erwiesen hielt, verurteilte ihn vielmehr mit Rücksicht auf Die Erregung und die mißliche finanzielle Lage, in der er sich Damals besunDen hat, zu zwei Geldstrafen von j e f ü n-f u n d z w a n- zig Mark. Große Straffammer Gießen. *G i e ß e n, 16. Juni. Die beiden Einbrecher, Die in Der Nacht vom 6. auf 7. Januar bei Dr. I. in Der Alieestraße eingebrochen waren, hatten ver- chiedene Der gestohlenen Sachen dem Angeklagten W. von Gießen zum Weiterverkauf gebracht. Das Schöffengericht hate W. wegen Hehlerei zu einer, anstelle Der an sich verwirkten Gefängnis- irafe von 30 Tagen tretenden Geld ft rufe von 15 0 M k. verurteilt. Die Kammer hielt zwar den Angeklagten in hohem Maße für verdächtig der Hehlerei, erachtete ihn aber nicht für hinreichend überführt und sprach ihn deshalb frei. Sie legte dabei dem Urteil entscheidende Bedeutung bei, daß W. zur Ergreifung des einen Einbrechers mitgewirkt hat, was er wohl nicht getan hätte, wenn er ich schuldbewußt gefühlt hätte. Der Polizeiwachtmeister N. war vom Schöf- engericht Gießen wegen Körperverletzung im Ami zu einer Geldstrafe von 150 M k., hilfsweise 15 Tage Gefängnis, und wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 30 M k., hilfsweise Drei Tage Gefängnis verurteilt worden. Außerdem war dem Beleidigten, dem Studenten P., Die Befugnis Zugesprochen worden, das wegen Beleidigung ergangene Urteil auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekanntzumachen. Der Polizeiwachtmeister Kr., Der beschuldigt war, gemeinsam mit N. die Körperverletzung an dem Studenten K. begangen zu haben, war freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil hatten Die Staatsanwaltschaft, Der Angeklagte N. und der Verletzte K., der sich als Neben- fläager angeschlossen hatte, Berufung eingelegt. Die Kammer erachtete in Uebereinftimmung mit der ersten Instanz folgenden Tatbestand für festgestellt: Die beiden Wachtmeister waren auf ihrem Patrouillengang nachts gegen 2 Uhr in der Kaiserallee, als sie in der Richtung Ludwigsplatz ruhestörenden Lärm wahrnahmen. Sie gingen deshalb nach dem Ludwigsplatz und bogen in die Gartenstraße ein. Hier sahen sie drei junge Leute, die sich an Der Ecke der Loge befanden, von Denen Der eine — es war Der Student P. — einem vorübergehenden Ehenaar in lautem Tone die Worte zurief: „Haben sie einen Paß?" Dies nahmen die Wachtmeister zur Veranlassung einzuschreiten, nach Ansicht des Gerichts zu Recht. Der Wachtmeister N. tat dies mit Worten, durch die er sich der Beleidigung schuldig machte. Der Student K. war inzwischen weiter gegangen, kehrte aber wieder um, als er merkte, daß es zu einer Auseinandersetzung kam, und erklärte, er wolle Zeuge sein. Der Angeklagte N. forderte nun K. auf, weiter zu gehen und, als K. dieser Aufforderung nicht nachkam, drückte N. ihn weg, versetzte ihm einen Stoß vor die Brust und gab ihm schließlich mit dem Gummiknüppel einen heftigen Schlag über den Kopf. Die Wachtmeister behaupten, K. habe die Amtshandlung gestört, indem er mehrfach laut zu seinem Kameraden gesagt habe, „Theo, Du gibst Deine Personalien nicht an". Das Gericht hält diese Behauptung Der Angeklagten für unwahr und ist der Ansicht, daß K. berechtigt war, den Vorgängen aus der Nähe beizuwohnen, und daß der Angeklagte N. sich einer Uederschreitung seiner Amtsbefugnisse schuldig machte, als er den Zeugen K. mit Gewalt und unter Anwendung der Waffe zurückdrängte. Der Angeklagte hatte auch keinen Grund anzunch- men, K. werde ihn angreifen, denn dieser hatte seinen Stock über dem linken Arm hängen. N. hat also nicht in Putativnotwehr gehandelt. Der Zeuge K. taumelte infolge des Schlages mit dem Gummiknüppel zurück und machte Dabei eine Bewegung, als ob er einen Halt suchte. Er nahm Dann Den» Stock in Die rechte Hand und schlug Damit dem Angeklagten N. über den Kops, daß dessen Mütze zu Boden fiel Dann lief K. fort. Der Angeklagte N. eilte hinter ihm her. K. kam auf Dem Bürgersteig zu Fall; er lag auf dem Rücken und hielt Den Stock fest. N. war über ihn gebeugt und schlug it dem Gummiknüppel auf ihn ein, um in Den Besitz des Stockes zu kommen Der Wachtmeister Kr. kam hinzu, und mit dessen Hilfe gelang es, Dem Zeugen K. den Stock zu entreißen. Die Kammer ist der Auffassung, daß der Angelagte N. keine Veranlassung hatte, mit dem Gummiknüppel zu schlagen. Der Zeuge K. lag auf dem Boden, er hatte durch seine Flucht zu erkennen gegeben, daß er den Kampf aufgegeben hatte, der Wachtmeister Kr. stand Dabei; es wäre für beide Angeklagte ein leichtes gewesen, Dem K. den Stock zu entreißen. Die Verordnung über den Waffengebrauch bestimmt, daß die Polizeibeamten erst bann von der Waffe Gebrauch machen dürfen, wenn alle anderen zur Verfügung stehenden Mittel versagen. Der Angeklagte hat daher auch hier seine Befugnisse überschritten und sich strafbar gemacht. Dem Angeklagten Kr. konnte nicht nachgewiesen werden, daß er sich an Dem Schlagen beteiligt hat; es blieb daher bei Dem frei sprechenden Urteil. Zugunsten Des Angeklagten N. wurde berücksichtigt, daß er sich bisher tadellos geführt hat und daß er sich in der fraglichen Nacht offenbar nur in Der Erregung zu der groben lleberschreitung seiner Befugnisse hat hin- reißen lassen. Die ausgesprochenen Stra- f e n erschienen daher ausreichend. Die Bern- f u n g c n wurden daher sämtlich verworfen. — Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Cramer, Die Anklage vertrat Staatsanwalt Locher, Den Nebenkläger Rechtsanwalt Albrecht, die Verteidigung lag in Händen von Rechtsanwalt Dr. Sinzheimcr - Frankfurt. Turnen, Sport und Spiel. Vom ältesten Turnfest, dem Feldbergfest. Von Max Sandkaulen - Berlin. Zum 72. Male wird am morgigen Sonntag, 21. Juni, auf dem 5 e l b b ej g im Taunus das Felbbergfeft veranstaltet. Es ist dies bas älteste deutsche Turnfest, und seine Geschichte bietet recht interessante Einblicke in die Entwicklung des deutschen Turnens und seiner Feste. Als im Jahre 1814 der Jahrestag der Schlacht von Leipzig festlich begangen werden sollte, war es E r n ft Moritz Arndk, der in rastloser Tätigkeit und mit warmem Feuereifer für die hehre Feier des 18. Oktober 1814 wirkte. Arndt, der in Frank- furt a. M. wohnte, übernahm die Organisation dieser yeler in Gemeinschaft mit Dr. Karl Hoffmann auf dem höchsten Berge des Taunus, dem Feldberg. Viele Taufende machten sich am 18. Oktober von Frankfurt und den umliegenden Ortschaften auf den Weg zum Feldberg, wo die Sänger und Turner den Hauptanteil an der Feier bestritten. Um 6 Uhr abends loderte ein mächtiges Feuer auf dem Gipfel des Berges empor, das für die ganze Rheinebene das Zeichen gleichen Tuns war. Ernst Moritz Arndt hielt um Mitternacht eine herzerhebenbe Rebe. Für bie Folgezeit waren es wieder die Turner und Sänger, die in den Sommermonaten Fahrten nach dem Feldberg machten und unter Gesang und Turnspielen den Tag nutzten. Auch kleine Volks- efte wurden auf dem Gipfel des Feldbettes gehalten. Der Mangel eines Hauses auf dem Feldberg machte sich von Jahr zu Jahr immer mehr fühlbar. Aber es sollten noch Jahre vergehen, ehe dieser Wunsch erfüllt wurde. Der erste Aufruf hierzu er- chien im Jahre 1842. Zwei Jahre später kam man auf den Gedanken, durch Sammlungen in Serbin- Dung mit einem großen Volksfest die Mittel zu einem Hausbau zu erlangen. So wurde zum 1. Feldbergfest am 23. Juni 1844 eingeladen. In den Stunden der gemeinsamen Unterhaltungen brachten die Gesangvereine ihre Lieder zu Gehör unb bie Turner zeigten ihr Können im Ringen und Steinstoßen, owie Turnspiele. Wohl an 6000 Menschen waren bei diesem Feste zugegen, und der Ueberschuß betrug 192 Gulden. Im folgenden Jahre wurde das turnerische Programm durch Marschieren unb Laufen erweitert. Von biefem Zeitpunkt an übernahmen Die Turner bie Führung unb Ausgestaltung der Felbbergfeste, bie eine ständige Einrichtung wurden. Der Gedanke war immer noch die Beschaffung der Mittel für einen Hausbau auf Dem Feldberggipfel. Bereits vom 4. Feldbergfest, am 8. August 1847, berichtet die Chronik von Wettkämpfern unb Siegern, welche Gedenktafeln unb Die ersten Sieger kleine Ehrengeschenke, freiwillig gestiftet, erhielten. Gegen 80 Jünglinge, Männer reiferen Alters, jeden Standes, Turner unb fchlichte Canbleutc traten zum Wettkampf an. Der Wettlauf war 300 Schritt lang, der Stein wog j Ztr. Außerdem erprobten bie Kämpfer ihre Kräfte im Ringen. 1. Sieger im Wettlauf war Will). Linbenschmidt, Maler, Mainz, 1. Sieger im Steinstoßen Lehrer Heinr. Jung, Walsdorf b. Idstein. Genaue Ergebnisse sind erst vom 6. Feldbergfest (1849) an verzeichnet worden, wo drei junge Männer (Theodor Haenlein, Frankfurt, H. Brendel und Joh. Müller, Ar- noldshain) für Den Wettlauf über 300 rhein. ober preuß. Fuß 4 Setunben gebrauchten, während Anton Kempf aus Cronderg Den 1 Zentner schweren Stein aus Dem Stand 151 rhein. Fuß weit warf. Am 26. Juli 1859 wurde endlich der Grundstein zum Hausbau gelegt. Der eigentliche Zweck Des Festes war somit erfüllt. Aber die Feste hatten sich so eingebürgert, daß sie auch weiterhin gepflegt wurden unb in Der weiteren Folge zur größten Veranstaltung dieser Art emporwuchsen. Für die Wettkämpfe wurden besondere Bestim- mungen im Jahre 1861 gegeben. Die Abschätzung geschah nach Punkten mit unbeschränkter Punktzahl. Freihochsprung, Hüfthöhe gleich 0, unb bei Freiweitsprung unb Steinstoßen doppelte Körperlänge; die Punktzahl wurde durch Verhältnis Der besten unb schlechtesten Sprünge im Verhältnis 10:0 ermittelt. Auch wurden bie Ergebnisse aller Leistungen der fünf Hebungen (Hoch- und Weitspringen, Stein- stoßen, Schwebegehen unb Wettlaufen) zusammen gewertet. Es trat somit an die Stelle des Einzel« kampscs der Mehrkampf. Einige Einzelergebnisse mögen als besondere Leistungen erwähnt werden: 1884 Freihochsprung 1.70 Meter, 1887 Weitsprung 6 20 Meter B. Gräser- Frankfurt a. 5)1.; 1890 Hochsprung 1,70 Meter Henz - Bornheim, Weit- Heitmann'^ Entfärber entfärbt farbige Stoffe soweit, daß sie mit den seit Jahrzehnten bekannten und bestbewährten Heitmann’s Farben beliebig neu gefärbt werden können entfernt auch Flecken von Rost, Farbe, Jod, Kaffee, Kakao, Tee.Obstz^ein usw. aus weißer Wäsche, sowie ausgelaufene Farben aus bunten Stoffen. 5320ag Unschädlich ittr alle BtoHe. Einfache Anwendwa. Auf den Namen Heitmann und die Marke Fachs- hon! Im Stern besonders achten und andere Er- zeupm iss e zurückweisen. Erhältlich in Drogerien, Apotheken usw Kuchen und Torten sowie Kleingebäck und Keks aller An veriemern Sie, wenn Sie nicht nur reines Weizenmehl verbacken, sondern das aufquellende und dadurch ausgiebige Mondamin zu Hilfe nehmen. Die aus Mondamin bereiteten Gebäcke werden besonders zart und locker. Hierzu kommt noch die leichte Bekömmlichkeit und der grosse Nährwert, den Mondamin als Kohlehydrat hat. Das kann Ihnen jeder Arzt bestätigen. Lassen Sie sich aber nichts anderes verabfolgen als MONDAMIN Nätsel-Ecke non — pig — tci Die si tik — töp — u — uhr en-Lerlm. gung. 11 7 2 9 13 3 121 1 Gicszener c.p reise. Sauer Pianohaus * Flügel und Pianos £ntfärbe' ™D □Q0ae bqq J REINHARDT CPAMERG FRAENKEL A. G.] 10 8 11 14 12 5 4 8 = 2 6 no — fen — 1 13 ma — rie — thä — ur — auggetragen wurde. Der Turnverein Friedberg- bach hatte den wertvollen Preis zu Wurst und Schinken Erstklassig! Solange Dorrat riecht! Es bedeuten: Donlinksnachrechts: 1. Altgrichischer Sänger, 5. Monatsname, 8. Schmuck des Bau- mes, 9. Körperteil, 10. Teil des Auges, 11. griechischer Buchstabe, 12. belgische Festung, 14. Ab- Lchlüfscl. = Behausung des Adlers, 8 — Sudfrucht, Unterhaltungsspiel, Oansportwettkämpfe des Turuganes Hessen. SonutanSdienst d. Aerrtc u. ^lvotbcken am 21.6.25 Dr. Neumann. Arau Dr Niarx Peltkanavothekc. Zahnarzt: Dr. Weriheim. Bahnhosstr 35. Gießen, galten sie doch der Ausscheidung für die volkstümlichen Wettkämpfe beim Kreisturnen und gleichzeitig der Feststellung der Gaumeister in den einzelnen Uebungdarten. Der Besuch war vorzüglich, der Derlauf liest nichts zu wün!ch»n übrig. Man darf nach dieser dritten Derartigen Veranstaltung im Gau sagen, daß Der Turnsport auch im Gau Hessen marschiert. Die erhielten Resultate berechtigen zu Der Hoffnung, das) unser Gau auch beim Krcisturnen in Ehren abschneiven wird. kürzung für Oberlausitz. 16. gnechischc Insel, 18. tierifebei Produkt, 20. Gartenschnruck, 22. Schienenweg, 24. alkoholisches Getränk, 26. ehemaliges Mast, 27. Raubtier. 28. europäische Hauvtstadt, 29. ErzählungSart. Don oben nach unten. 1. Die gesamt« Welt, 2. Ackergrenze. 3 biblische Person, 4. sibirischer Strom, 5. Zeichen, 6. modernes Fahrzeug. 7. Bibelübersetzung. 9. Halbgott, 11. französischer Romandichter, 13. weibl. Personenname. 15. Ton» setzer, 17. Heilmittel, 19. Figur aus Wallenstein, 21. Äönig von Rom. 23. Dorgebirge deS Harzes, 25. englische Insel, 27. Fluh in Italien. UW Halb Surfer, -«1» Seid «ab fdtmtrff Mriöfti* t H-perfwt A(W . eawrt = i pf». z-s« 1V SchMkich m Äotentateerm-, ungtn trab Pom Tutngau Wetterau. Dorheim, 17. Juni Der zum Südwest deutschen Turnverband zählende T u r n g a u W>e 11 e r a u, dem etwa 50 ländliche Turnvereine Der Provinz Oberhessen an- gehören, hielt sein diesjähriges Gauturnfest in unserem Orte ab. dessen Turnverein gleichzeitig die Feier seines 25jährigen Bestehen- begehen konnte. Das Fest nahm einen echt turnerischen Derlauf. Den Auftakt bildete am SamStag nachmittag eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefallenen, sowie für die verstorbenen Mitglieder des hiesigen Dereins. Pfarrer Kn ab (Schwalheim) sprach dabei ergreifende Worte des Gedenkens. Der Festkommers am Abend brachte in feierlicher Handlung die Ehrung der noch lebenden Gründer, sowie des derzeitigen Dorstandes des Dereins durch Überreichung sehr geschmackvoll auSgeführter Ehrenurkunden. Turnerische Darbietungen, u. a. ein sehr wirkungsvoller Fackelreigen, sowie Gesangsvorträge des Gesangvereins „Germania" sorgten für abwechslungsreiche Unterhaltung. Das W e 11 u r n e n, bestehend aus 12- und 9-Kampf (Geräte und die volkstümlichen Uebungen Freihoch, Kugelstohen, 100-Melcr-Lauf sowie Freiübung), begann am Sonntag früh 7 Uhr und nahm, da Witterung und Turnplatz günstig waren, einen flotten Derlauf. Unter der umsichtigen Leitung von Gau- turntoart Fink war es schon gegen 12 Uhr beendet. Die Zahl der Wetturner war geringer als in den Dorjahren. Ans 25 Gauvereinen nahmen 270 Turner teil. Die schwächere Beteiligung ist in erster Cmic auf die im Kreise Büdingen an Dem Tage stattgefundenen Bürgermersterwahlen zurückzuführen. Auch mehrere Gesangswettstreite taten der Veranstaltung Abbruch. Erfreulich waren aber die gebotenen Leist ungen, die zeigten, daß unter bewahrter Leitung im Gau alle Zweige des deutschen TurnenS eifrig gefördert und gepflegt werden. Besonderem Interesse begegnete der Wettkanrpf um den Wanderpreis der Schüler, der in 4 volkstümlichen Hebungen Auslösungen. Silbenrätsel. Prüderie Robert, Ober, Barometer, In fetten, ßtHingeii. Raupe. Eldena. Reisse, Glei chung, Dbro, Hieroglyphen, fEcnnifl. Probieren geht über Studieren. Rätsel. Leichtfertig — Leicht fertig. Disitenkartenratscl, Maurermeister Krcuzrätsel. Delphi, Ala Adel, Philadelphia. Montag, 22. 3uni: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Spanische Musik. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Die Novelle): „Der tolle Invalide auf Fort Ratonneau" von Achim von Arnim (Fortsetzung). 6.30—7 Uhr: Vortrag von Lic. Dr. Schwarzlose: „Griechische Wanderungen". 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7—7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Vortrag von Dr. Bauer: „Kurvenform und Effektiowert". 7.30 bis 8 Uhr: Sprachliche und praktische Hinweise für Jta- lienreisende. 8 bis 8.30 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30—9.30 Uhr: Neue Streicher-Kammermusik. Ein Zyklus, Dritter Abend. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung. Sportbericht. 10—11 Uhr: Der Mord in der Kohlmessergasse. Posse in einem Aufzuge von A. Bergen. mat — ne ro — sei Das Ende „. . . und dann setzte er Den Revolver an die Schläfe, um feinem verlorenen Dasein ein Ende zu machen." (Schuh folgt.) verteidigen und wurde mit schönem Dorsprung auch wieder Sieger. Um für das Turnen gerade unter der Jugend zu werben, war eine aus Den zehn besten Schülern des Gaues bestehende Riege zusammengestellt worden, die Dorzügliches bot. Die von den 10 Schülern an Den Geräten vorgeführten Kürübungen wurden gewertet. Erster Sieger wurde Weitzel- Bönstadt, e.n elfjähriger Junge. Rach dem F e st z u g e am Mittag wurden auf dem Festplahe die allgemeinen Freiübungen exakt ausgeführt. Sie boten in ihrer tadellosen Durchführung ein äußerst harmonisches Bild und ließen Den Zuschauer unwillkürlich etwa- vom Gerneinschastsgeist verspüren, der d e Turnerschaft beherrscht. Der Gauvorsihende Dietz- Fauerbach-Friedberg begrüßte Turner und Festgemeinde in kerniger Ansprache und überreichte anschließend dem festgebenden Iubiläumsverein einen silbernen Fahnennagel. Die Jungfrauen des Ortes ließen die von ihnen gestiftete Fahnenschleife durch Frl. Holler und Frl. Stein, die in einem gehaltvollen Dialog das deutsche Turnen priesen, überreichen. Unter den turnerischen Darbietungen des Abends fand ein Reifreigen, vorgeführt von Ehrentum- toart Löw (Dorheim,, besonderen Anklang. Am Montag trug das Fest dann noch rein lokalen Charakter. Die Siegerverkündigung, zu der die Preisturner am Sonntagabend geschlossen aufmarschiert waren, verlief fe^r feierlich. Aus Der Siegerliste bringen wir in den nächsten Segen noch einen Auszug. Heute nennen wir nur die ersten Sieger im 12- und 9°Kampf der aktiven Turner. Cs find dies im 12-Kamps: 1. Max Lilienfeld- Leihgestern. 2. Hrch. Dolk - Leihgestern: im 9-Kamps: Ehrensieg Gg. B a y c r - Rendel, 1. Sieg Hrch. Dolk - Leihgestern, 2. Max Lili en feld- Leihgestern. StntfcL Bist du's, steht'S gewiß dir gut. Wirst du S. fei auf deiner Hut Lilbenrätsel. Aus Den Silben: an — bahn — der blut — bürg — cham — de — di — dieb — GEGRÜNDET 1876 Bahnhofstr. 65b GIESSEN Fernruf 1367 Filiale: Lieh (Oberhessen) us — vem — ze — zeit — zu find 18 Wörter zu bilden. Deren Anfangs- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen, ein Goethe-Zitat ergeben. 1. Erdperiode, 2. Evangelist, 3. Sprachlehre. 4. Schmuckgegenstand, 5. Handwerk, 6. Derlehrs- mittel, 7. Gemüse, 8. Regerstamm, 9. Gewicht, 10. Müßiggänger, 11. Dokument, 12. Monat. 13. Weichtier. 14. Südfrucht, 15. Stadt in Ostpreußen, 16. Bogel, 17. Pilz, 18. Chrenbezeu- fil Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Gießen. Sonntag, Den 21. Juni. 2. n. Trinitatis. Stadtkirche. 8: Psr. Mahr. Zugl. Christenlehre für die Reukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. 9",: Pfr. Becker. 11' Kinderkirche für Die Markus- gemeinDc Pfr. Decker. - JohanneSkirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer. Zugl Christenlehre für D-Reukonstr» mierten auS Der Lukasgemeinds. 91/,: Pfarrassist. Schultheis. 11: Kinderlirche f. d. Iohannesgemeinde Psr. Ausfeld. 8: Bibelbesprechung im Johannes- saal Pfr. Becker. Konfirmandensaal (Liebigstr. 56). 2: Taubstummengotlesdienst Pfr. Bechtolsheimer. UniverstlätsgotteSdienst. 11'/.: In Der Reuen Aula Der Universität Pros. D. Hans Schmidt. - Kirchberg. 10. 11 Christenlehre für die konfirmierte männl. Jugend. - Lollar. 1'.,. Daubringen. I1/,. - Wiefeck. 8'/,: Christenlehre. 9‘/,: Hauptgottesdienst. — Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn- Steinberg: 1: Garbenteich 9*/, (mit Christenlehre). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, Den 20. Juni. 4’ , u. 7 Beichte. Sonntag,21.Juni.3.Sonntagn.Pfingsten.6' „Beichte, 7 Meße, Kom.d.Iungfr., 8 Kom.. 9 Hochamt m.Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Christenlehre und Andacht, 3 Jungfrauen-Kongregation. Grünberg. 9", Messe m. Predigt. Hungen, d Meße mit Predigt. Laubach. 10 Meße mit Predigt. Lich. 10 Meße mit Predigt. Mn srW mtrchnö cmWt MW, hki6 z. Bim* W. Hankel 7 Stiel Lm 7 Teleph. 612. Aus Vc.n Amtsvcrkündigungsblntt. ** Das Amtsoerkündigungsblatt N r. 4 9 vom 19. Juni enthält: Bestimmungen über die Vergnügungssteuer. — Vorkehrungen gegen Beschädigungen der Straßenpasianten bei Vornahme von Dachdeckerarbeiten. iw ket — tun — le — lu — am 20. Juni (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 35, Käse 50 bis 70, Wirsing 35, rote Rüben 10 bis 20, Römischkohl 10 bis 15, Dohnen 50 bis 60, Erbsen 35, Mischgemüse 10 bis 20, Tomaten 180, Zwiebeln 20, Rhabarber 30, Kartoffeln (alte) 6, Kartoffeln (neue) 15, Dörrobst 40, Kirschen 50 bis 80, Stachelbeeren 35 bis 40, Johannisbeeren 50. Erdbeeren 80 bis 100, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120; das Stück: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 80 bis 120, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 70, Oberkohlrabi 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 30; das Bund: Radieschen 15. gelbe Rüben 25 Pfennig. ta — te — un — ur — w*« d-, „ ’.e n b. He»'r°' '$tsbire(tOc° j e n- J^anioalt n.* 01 ‘Silber, n Ntsoril; d>k FRANKFURT A.M. tertigen seit Jahrzehnten als Spezialität: LADEN-EINRICHTUNGEN Umbauten, Ergänzungsteile Glasaufsätze, Vitrinen usw. Vertreter für den Bezirk Gießen: Franz Brück, Gießen, Schiffenberger Weg 511., Telephon 906. Aeußerst billig! - Verlangen Sie Kataloge! -Ko. - Cntzifferuugsausgabc. 3 — 45673 — 89 10 11 1 12 89 7. 6 2 1 9 5 12 = männlicher Dorname. Verfteckrätsel. Den Löwen sreut's, daß chm der Bär gehorcht. Richt, daß ihn Hund und Katze Koenig schimpfen. Die hervorgehobenen Buchstaben, richtig geordnet, nennen den Dichter des Zitats. Ärcu^toorträticL Tchach. Schachturnier in Darmstadt. Die gestrige 5. Runde brachte den ersten Tag der Uederraschungen, indem nämlich O r b a ch und Dr. Adam, welche die Hauptanwärter auf den Preis sind, beide Partien verloren. Orbach verteidigte gegen Orth ein Damengambit unregelmäßig, opferte zwei Bauern, gelangte zu einem starken Angriff, aus dem Orth mit Müh und Not heraus- kam, versäumte aber im entscheidenden Augenblick den richtigen Zug, verpaßte zweimal das Remis, und verlor somit die Partie. Dr. Adam wollte gegen den Außenseiter Flander eine auf Remis stehende Partie gewinnen, und verlor sie selbstverständlich noch. Auch Bleutgen, der für einen der ersten Preise in Frage kam, versäumte in einer Gewinnstellung gegen Dr. Wolss den entscheidenden Zug und verlor dadurch die Partie. Die Partie Gutke- witsch gegen Sixt wurde nach kurzem wechselvollen Spiel Remis. In Marburg sanden am Sonntag Gaufportwettkämpfe DeS Gaues Hessen statt. Sie waren ein Auftakt zum M i 11 e l r h e i u i! ch e n K r e i s t u r n s e st in Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch Druckfehler. Der Komponist wurde durch eine ansehnliche Menge Kunstdünger begrüßt. hfleCT«Ol>^ ei — fe — ge — gel — ger — gram — gung — hu — hul ■h >6^ iÄCn SÄ’ dos Sllch W biete, S । Dom Schwimmen. Die nationalen Schwimmwettkämose des Gießener Schwirnmoercins. Erstklassige Belegung. — Die zweifache deutsche THeifferin Jrl. Rebbern- Bochum am Start Der Meldeschluß zu den Rationalen S ch w i mm w e 11 kä m p f e n deS Gießener S ch w i m m v e r e i n s am 28. Juni zeigte ein ganz befriedigendes Ergebnis Wenn auch die Zahl der Dereine nicht so groß ist wie früher, so ist Dagegen die Besetzung, insbesondere der Damen- und Iugendwettkämpfe, als erstklassig zu bezeichnen. Dor allem tnterehiert der Start von Frl. Anni Rehborn. Bochum. Frl. Rehborn gewann auf dem letzten Der- bandsfest Dc6 Deutschen Schw immver bandes die Deutsche Meisterschaft im 100 Met:r-Rücken- und 100-Meter- Freistil-Schwimmen, auch hält fie bis heute noch die von ihr in beiden Schwimmen ausgestellten Rekorde Eine Reuheit für Gießen ist die hervorragenDe westdeutsche Damen- springerin Frl. Hanni Rehborn. B?» chum Am Start ist außerdem die bekrönte Offenbacher Schwimmerin Frl. Erna Dackof. Die kürzlich in Frankfurt die österreichische Drust- meisterin Frl. Dienenfeld glatt schlug Richt vergessen sei unsere Gießener Schwimmerin Frl. Arndt, Die kürzlich in Leipzig Die 200° Meter - Brustschwimmen unter Weltrctordzeit schwamm. Bei der Jugend sieht man Die bekanntesten Iugendschwimmer Deutschlands, wie Woltersdorf. Frankfurt, Schröder und Fuhr, Offenbach Am Springen nimmt der süddeutsche Hochschulmeister Herbert, Mainz, teil. 3m llebrigen werden noch Dereine aus Mainz, Hanau, Siegen, Cassel usw. am Start sein. fprung 6,46 Meter 2 ü rf t = Frankfurt. Die Zahl der Besucher, der Wettkämpfer und der Sieger wächst von Jahr zu Jahr. Waren es beim 4. Feldbergscst im Jahre 1847 82 Wettkämpfer und 24 Sieger, so verzeichnete das 41. Feldbergfest im Jahre 1894 445 Wettkämpfer und 290 Sieger, und das 71. Feld- bergfest 1924 1900 Wettkämpfer und 632 Sieger. Auch in diesem Jahre wird mit einer starken Beteiligung gerechnet Ortschaften auf den Ä und Turnet bestritten. Um fi W sruer auf dem @ipifi ,e Sanz« Meinebene 'r-,Ernst Morjtz : eme herzerhebende !5 wieder die Turner mcrmonalen Fahrten >d unter (Belang irnb Auch kleine yolf». des Feldberaes ge- ts auf dem Feldberg mmer mehr fühlbar, ergehen, ehe hieser ! te Aufruf hierzu er- thre später tarn man nmlungen in Serbin, liesest die Mille! ju :o wurde zum 1. Feld- iclaben. In den ebm- altungcn brachten die Zehör und die Turner )cn und Lleinstoßen, M Menschen waren d der Ucberschuh beim Jahre wurde da; Marschieren und Lau- .pnntt an übemahmv! ad Ausaestaltung her e Einrichtung wurden ch die Bcschassung her if dem Feldberggipsel. nm S. August 1847. ■ ‘tttampfm und 5ie- b die ersten Sieger 1 gestiftet, erhielten, eiseren Mer», jeden LaMeute traten zum war M Schritt lang, n erprobten die Rfimp- l. Sieger im ®ettlani .idt, Maler, 5»ainj. >ehrer heinr. 9ung, t Ergebnisse sind erst | an verzeichnet oorwn, rheodor Haenlein, s über 300 rhm.«« gebrauchten, rg den j Zentner sch^- 151 rhein. Fast ®eJ rde endlich der ■er eigentliche Zweck i . >er die Feste - weiterhin geM^ solge zur flrofeten W. d ^Tn?Msamwe> Ein'«- W unM A^eitsprun' Meter. B Rundfunk-Programm des Franksnrter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 21. 3unt: 8—9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom alt- katholischen Kirchenchor Frankfurt a. M. mit Ansprache von Stadtpfarrer Paul Mazura. 4—5 Uhr: Kinderstunde. 5—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 7—8 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „lieber die Anekdote" (Mit Vorlesungen). 8.30—9.30 Uhr: Das Volkslied. — Ein Zyklus. Ungarische Volkslieder. Anschließend Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. Geschästs-Empsehlung. Interessenten zur gefl. Kenntnisnahme, baß wir unseren Fuhrpark durch einen • 5-Tonnen-Lastwagen vergrößert haben. — Wir sind nun in der Lage, Transporte jeglicher Art, auch Umzüge, im Rah- und Fernverkehr jederzeit auszuführen. Hochachtungsvoll Hellmold & Plank Spedition, Lagerung, Fuhrgefchäft. - Telephon 858. aus in der Luftleere gedarrten, niclu au geschliffenen. Hajerbernen, enthalten tu., natürlichen Kaih.- und Phosphorverbindungen, sowie die Vitamine (Ergänzungsnährstoffe) des unversehrten Haferkerns. Tägliche Verarbeitung bis 600 Zentner Hafer. 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Uochtd ®i«bei gestohlenen Sachen zurückzugeben: das hat er aber nirgends feststellen können. Dieser Leugnung jeder kleptomanischen Veranlagung trat in derselben Sitzung der Akademie Dr. Maurice de Fleury . entgegen und „brach eine Lanze" für die Kleptomanen. Die Zahl dieser Kranken sei zweifellos geringer, als man annimmt, und die Krankheit werde sehr häufig von wirklichen Diebinnen als Entschuldigungsgrund benutzt: aber sie existiere doch, und zwar feien die Kleptomaninnen Personen, die von Angstzuständen verfolgt würden, aus denen sie sich durch einen Diebstahl retten wollten. Es seien daher wirkliche Kranke, und man muffe sie wohl unterscheiden von den Berufsdieben, die mit echter Kleptomanie nichts zu tun haben. B. Ein Streit um das Dresdner Rembrandk- Selbstbildnis. Die Echtheit des Selbstbildnisses von Rembrandt in der Dresdner Galerie, das bisher zu den höchsten Zierden der Sammlung gehörte, wird durch einen neuen Fund in Frage gestellt, über den Londoner Blätter berichten. Sie behaupten nämlich, daß aus dem Besitz eines Londoner Kunsthändlers A. F. Rehre ein Selbstbildnis Rembrandts aufgetaucht sei, das bisher unbekannt war und deffen Echtheit unzweifelhaft fein soll. Rach den Angaben von Sachverständigen soll dieses Werk, das in allen Einzelheiten mit dem Dresdner Selbstbildnis übereinstimmt, nach der Entfernung entstellender Tieber- malungen im oberen Teil des Bildes sich als ein vorzügliches Wert des Meisters erwiesen haben, das in der Malweiie und im Ausdruck dem Dresdner Bild überlegen ist. Das Datum der Entstehung wird um 1656 angenommen. Man wird abwarten muffen, ob sich diese Rachricht in ihrem ganzen Umfange bewahrheitet und ob wirklich das neu aufgefundene Werk das Original und das Dresdner Bild nur eine Kopie ist. Der geographieschwache Präsident. Kopenhagener Zeitungen berichten über den Besuch des dänischen Kronprinzen^ auf der Kunstindustrieausstellung in Paris: Die Franzosen haben ja immer mit der Geographie auf gespanntem kiußc gestanden. Daß sie dies auch heute noch tun, geht aus der Unterhaltung des französischen Präsidenten Dvumergen mit dem dänischen Kronprinzen im Anschluß an die Eröffnung des dänischen Pavillons der Ausstellung hervor nach derPräsident Doumergen dem dänischen Kronprinzen mit besonderem Enthusiasmus die besonderen Schönheiten der dänischen Hauptstadt Kristiania pries und von einem Herrn seiner Begleitung, als die Situation für den dänischen Kronprinzen etwas fatal zu werden begann, darauf aufmerksam gemacht wurde, daß Kristiania die Hauptstadt von .... Schweden sei! Was sich ja würdig den geographischen Kenntniffen eines Lloyd George an die Seite stellt, der bekanntlich seinerzeit Oberschlesien „in der Rähe von Kleinasien" gesucht haben soll . . Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Das Wetter hat sich an der Börse in den letzten Tagen etwas zum Besseren gewendet: wer auf eine Besserung der gesamten inneren Lage der Fondsbörse schließen wollte, befindet sich auf falschem Wege. Die jetzigen Kursbefestigungen sind vielmehr nur eine Reaktion auf die ganz enormen ■ Au schlage der letzten Wochen und holen diese bei weitem noch nicht wieder auf. Eine Voraussage für die nächsten 14 Lage lautet schon aus dem Grunde nicht gerade günstig, weil der kommende Monats- . wechsel mit dem Halbjahrsschluß zusammenfällt, an * dem bekanntlich stets eine Geldknappheit über das ^--sonstige Maß hinaus eintritt. Die ganze gegenwärtige Wirtschaftslage in Deutschland verschärft v diesmal noch d'ie Befürchtungen, die auf finanziellem Gebiet bezüglich der zu erwartenden Versteifung des offenen Geldmarktes bestehen. Es ist also anzunehmen, daß der Börse vor dem Monatsschluß nicht mehr die gegenwärtigen reichlichen Mitel zur Verfügung stehen, die für ein Anhalten von Kurssteigerungen bei dem chronischen Kapitalmangel der Spekulation Voraussetzung sind. Monatsgeld ist jetzt schon ohnehin sehr knapp und wird kaum umgesetzt. Während also die gegenwärtige Befestigung der Fondsbörse mehr technische Gründe hat, liegen in einzelnen Spezialpapieren doch besondere Momente als Begründung für deren bessere Kursgestaltung vor. öo wurden die Absichten der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken, Elberfeld, auf eine Erweiterung der amerikanischen Interessen sehr günstig aufgenommen. Mitte dieser Woche bestand in diesem Papier eine solche Materialknappheit, daß . den Käufern nur 15 Proz. zugeteilt werden konnten. Auch die amerikanischen Pläne der Ufa begünstigen die Kursgestaltung dieses Papiers, wobei man allerdings nicht übersehen sollte, daß gewisse Nebenbe- 1 riebe der Ufa gegenwärtig mit ernsten wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen'haben. Bei der Südsee- Phosphat-Gesellschaft spielen die bekannten Absichten der Oppositionsgruppe eine Rolle, die eine Barentschädigung der Aktionäre herbeiführen will. Nach- " richten, wonach die Verwaltung sich den Anträgen der Opposition gegenüber vollständig ablehnend verhalte, treffen nicht zu, wie die Verwaltung den oppo- - nierenden Aktionären auf ihre Anfrage mittcilte. Als weitere gegenwärtigeSpezialpapiere sind wieder heimische Staatsanleihen aufgetaucht. An der Börse behauptet man nämlich hartnäckig, daß die Bundes- nennen, das Ihnen einen so absoluten KenuS vereitel und das so preiswert ist, wie die berühmte floaten über die Aufwertung der Vorkriegsanleihei, anders denken als das Reichssinanzministerium. Die beabsichtigte Unterscheidung zwischen altem und neuem Besitz bei der Aufwertung stößt bei immer weiteren Kreisen auf Ablehnung, lind da bei einer Anzahl dieser Anleihen wohl auch beträchtliche Guthaben des Auslandes bestehen, das seinen Besitz dem Deutschen Reich aus verschiedenen Gründen nicht gern Stück für Stück zur Umstempelung vor- legt, scheint es, als wenn die Bundesstaaten vorge- schickt werden sollen, um die ursprünglichen und bisher noch nicht widerrufenen Pläne bezüglich der Aufwertung öffentlicher Anleihen doch noch abzuändern. Die technischen Schwierigkeiten des ganzen Verfahrens wurden anfangs wohl auch unterschätzt. Ob diese Vermutungen der Börse richtig sind, werden die nächsten Wochen erweisen, sachlich hat dieser Gedankengang jedoch zweifellos eine gewisse Berechtigung. Die reibungslose Möglichkeit, die ganze Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, besteht darin, daß man unter der Hand versucht, die aufwertungsberechtigten Stücke soweit als möglich aufzukaufen. Bei der Kriegsanleihe scheint dies Verfahren in gewissem Umfange angewendet worden zri sein, jedenfalls muß die Börse doch gewisse Unterlagen für ihre Behauptungen bezüglich der bundesstaatlichen Absichten haben, denn sonst ist eine plötzliche 50prozentige Kurssteigerung, wie bei den A'prozentigen Preuß. Consols an der Don- nerstag-Börse, nicht zu errlären. Dabei soll ohne weiteres berücksichtigt werden, daß der spekulativen Nachfrage "in diesen Boitds eine starke Materialknappheit gegenüberstand. Bundesstaatkiche Vorkriegsanleiheii werden überhaupt seit einigen Tagen im Zusammenhang mit den erwähnten Vermutungen reger gefragt. Als bemerkenswertestes Ereignis der letzten Woche dürfen ferner die Bewertimgsfchwankungen der italienischen Valuta betrachtet werden. Gegenüber dem englischen Pfund hat die Lira in den letzten Tagen über 10 Punkte emgebüßl. Während noch vor etwa einer Woche London Mailand um 122 bewerfet wurde, sind jetzt für ein englisches Pfund bereits 133 und mehr Lira erforderlich. Wenn auch die Passivität der italienischen Handelsbilanz und größere Devisenkäufe Italiens zur ^Bezahlung von Getreideimporten die schwache Tendenz der Lira förderten, so geht man doch nicht fehl in der Annahme, daß dem Vorgehen der internationalen Devisenspekulation ein erheblicher Anteil an der Herbeiführung dieses Kurssturzes zukommt. Die jüngsten Diskonterhöhungen Italiens bleiben demgegenüber wenig eindrucksvoll, sie dürfen nach Erwartungen in Kreisen des Devisenhandels nur vorübergehende Wirkung haben. Eine Vermehrung der Notenausgabe wird sich beim Anhalten des jetzigen Lira-Rückganges selbst im abgeschwächten Tempo nicht umgehen lassen. Es seien hier auch noch unter allem Vorbehalt Gerüchte wiedergegeben, die sich trotz des Dementis der in Frage tomenben amtlichen Stellen erhalten. Es verlautet nämlich, daß in Italien die Absicht be letzen soll, die Goldwährung in absehbarer Zeit einzuführen. Als Goldparität komme dabei angeblich nicht der Frie- denssatz, sondern nur ein Bruchteil von diesem in Frage. Man wird sich gegenüber diesen Behauptungen recht vorsichtig verhalten müssen, kann ihnen aber angesichts des starken Fallens der italienischen Währung und des Ausbleibens eindeutiger offizieller Erklärungen über die weiteren Maßnahmen der italienischen' Währungspolitik auf der anderen Seite nicht ohne weiteres jeden Glauben absprechen. Auch der französischen und belgischen Währung dürfte es, auf weite Sicht betrachtet, nicht rosig ergehen, es sei denn, daß alle Anzeichen täuschten. * Besserung der Arbeitsmarktlage in Bayern. Der bayerische Arbeitsmarkt hat im Mai abermals eine Besserung erfahren. Es waren am 1. Juni 23 408 Hauptunterstützungs- und 33 262 Zuschlagsempfänger gemeldet, gegenüber 35 402 bzw. 52 442 am 1. Mai und einer Höchstzahl von 74152 bzw. 104 862 am 1. Februar dieses Jahres. * Ansteigen der bayerischen Kontur s z i f f e r n. Im Mai wurden in Bayern 62 Konkurse und 37 Geschäftsauffichten eröffnet, argen 57 bzw. 25 im April und 75 bzw 21 im Marz. '5ranüar,-r " br dböri' Frankfurt a. M., 19. Juni. An der Abend- borse bewirkten Wochenschlußglattstellungen neue Rückgänge, die am Montanmarkt fühlbarer wurden. Relativ gut behauptet war der Bankaktienmarkt. Die Werte der anderen Märkte bröckelten, soweit sie zur Notiz gelangten, leicht ab. Das Geschäft war lustlos und. der Umfang der Umsätze nicht bedeutend. Am Anleihemarkt war man gleichfalls schwächer. Kriegsanleihen, die mit 0,425 gehandelt wurden, konnten sich bis zum Schluß zu diesem Kurs behaupten. Die Abendbörse schloß zurückhaltend und mit Neigung zum Nachgeben der Kurse. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,425, Schutzgebietsanleihe 5,600. Ausländische Renten: 1905er Türken 7,50. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 123, Commerzbank 99, Darmstädter Bank 122, Deutsche Bank 121,25, Dresdner Bank 102,25, Metallbank 92, Mitteldeutsche Kreditbank 98,50, Oesterreichische Kreditaktien 7,37. Montanaktien. Gelsenkirchen 63,25. Mansselder 63. Phönix 94,25, Kali Aschersleben 13,75, Kali Westeregeln 113. Chemische Aktien: Badiscke Anilin 120, Th. Goldschmidt 88, Höchster Farben 111,40, Rütgerswerke 68,50. Banknoten. Datum: Schiffahrtsaktien: Nordd. Lloyd 63. Jndustrieakticn: AEG. 95, Gement Heidelberg 71, Julius Sichel 38,50, Zucker Frankenthal 4. BörlGikurle. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Berlin, 19. Juni. Die Börse begann heute in einer sehr ruhigen Haltung. Das Kursniveau war immerhin recht widerstandsfähig, vielfach sogar weiter erhöht. Cs spielen hierbei vor allem börsentechnische Momente mit. Während noch 5% Deutsche NelchSanlelde <°l0 Deutsche NcilbSluUeihr . 3V,% Deutsche Ncichsanlctde 3% Deutsche Reichöanlcide . Deutsche Eoarpramienanleide 4u/o 'Lrenßische flonsois . . . 4% Hellen ■ • .... 3'/«e/o Hellen.......... S*/, Hessen Deutsch« Werlb. Dollar-Aul. bto- Doll'Schav-Anlreisng.') 4*/o Hodtürten. ....... 5°/0 Boldmcxikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnoat-Bank. Tarmft. und Nalionalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Vereins bank ■ ■ • • ÄiSconro Commandit Metallbau!........... Mitteldeutsch« Kreditbank . ■ Ccftcrrcidritoc Credüanstalt. Weltbank .......... Bochumer ®u8 ...... Buderus Karo Devtich-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . ßeiter Bergbau..... oerfe Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Uaurahütte........ Qderbcdarf ......... Phönix Bcrgban . Rheinstalil.......... Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Dbilipp Holzmann...... kiugko-Cont.-Guano . . . .. Badische Anilin Che mische Mader Aladtzi .. Goldschmidt Griesbeimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... volzacrkotzlimg sssütgerSwerke . Scheideanftalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann .......... Mainkraftwerk Schmiert Siemens & Halske Ndlerwerke flieget ..... Daimler Motoren. ...... Henligrnllaedt......... Meguin...... Motorenwerke Mannbciin . frankfurter ArmaMren . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselllckaft Frankfurt. Pet. Union . .... Schuhfabrik Herz Sichel. . . -Zellstoff Dalddof ..... Zi:cs?r>abril Jronkcnthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Äevffeüinürkt Berlin—Frankfurt a. M. ,Iu Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-LireS, London, Neu» Saran, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und apest- für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Frankfurt a.M Berlin Schlug- 1-Ubc- Schlub-Anfang fiurs Kur« Kurs «tu?-. 18. 6- 19. G. 18. 6 19 6 11.42 0.55 0.425 0.44 0.4475 — 0.71 0.6-1 0.60 0,56 0,685 0.60 0.84 0.80 0,885 0,805 0,28 0.275 0,2 5 0.29 — 0.62 0,675 O.K>5 — 0,70 0,80 0,75 0.60 0,56 0,58 89,7.» 89 • 75 — 91,75 93 93 93,15 ;3,2 8 ■ «a 7,8 35,25 35,5 — — 121.5 1231 121 98.60 121 09 99 98.5 122 . 122 122,5 122.50 121 121.25 120,75 121 68 (iS — — 108,50 108,50 108,37 168,75 82.37 92 — — 98.5 98.5 98 98 1 .. 11 7 ,37 7,50 7.37 0,10 0.10 — 0,125 — — 60 60 .25 58 56,80 58,50 56 . 1, 54 53 73,50 « 1 74 75,25 63.50 63,25 62 63.50 111 113,5 111,62 113,62 14.50 13.75 14,25 11.2 113 113 16,75 16,87 49 45.50 47 49,75 5.6 5,6 5,40 5,62 114.25 94.25 94,50 95 74,5 76 . 1 75.13 TS, 5 — 76,5 79,75 2.40 2,4 — — 58.5 59 57,25 59,13 60 63 61.25 62,9 <1,25 '1 _ _ 64 63 62,25 64 25 — — 98,50 100,75 119,75 $20 120,50 122 0.48 0.4.8 — — 88 88 ST. 10 90 111 110,75 108,50 112 110,75 111.40 110 87 112 6.62 6.25 — — 116.5 68.5 72 71,8 109 108,25 — — 95 95 94,75 95,62 71 74,5 79 74,50 — 84,5 — — 61,66 63 81,75 62,75 82,7.5 84,5 82 83,25 61 62 61.5 61,75 61 60,5 59 60,5 42 41 — — 42 45 45 46,5 — — 69 69,5 0,41 0,41 — — 0.82 0.8-2 0,87 0,80 108 107 — — -> .25 .1 L. ; , a 3 — •> , 3.8.62 38.5 38 38 9,95 9,75 9,75 9,9 3.85 4 — — a. . a 63,25 56 59 18 Juni 19. Juni Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Arier Geld Briet Qmst^ Noll. 168.74 168,89 168,29 168,71 Buen. Aires 1.683 1.687 1,692 1,696 Brss.-Antw. 19.53 19,57 19,62 19,66 5f)dflinnta - 71,01 71,19 71,16 71,34 Kopenhagen 79,95 80,15 80,20 80,40 Stockholm . 112,23 112,53 112,23 112,51 HelllngforS. 10,56 10,60 10,56 10,60 Italien. . . 15,41 15.45 15,58 15,62 London. . 2O,38i 20,438 20,385 20,497 NetWork . . 4.195 4,205 4,195 4,205 Paris.... 19.72 19.76 19,81 19,85 Schwei; . . 81 465 81,665 81,465 81,665 Spanien. . 61.12 61.28 61,12 61,28 Japan . .. 1,708 1.712 1,713 1,717 Wo de Jan- 0 441 1,443 0.466 0.468 Wien In D-- Lest, abgest. 59,05? 59,197 59,057 59,197 12,437 12.477 Bckzrad .. 12.35 12,37 7,29 7,31 Budapest. . a.835 3,913 5,8S’5 5,915 Bulgarien . .4,045 3,055 3,045 3,055 Lissabon 20 475 .'0,525 20,475 20,525 T anzig. . - 80.81 11.01 80,81 81.01 KoustanUU. -225 2,235 2.237 2,247 Athen. . 6 89 6,91 6.84 6.88 Berlin, 19. Juni. Geld Brief Amerikanische Note» ..... 4.178 4,198 Belgische Noten 19,57 19,67 Dänische Noten ...... 80,00 80,40 C-nglische Noten. ....... 20.355 20.455 Franzöiische Nvtcn ...... 19,77 19,87 Holländische Noten...... 167,88 168,72 Italienische Noten ... . . 15,56 15,64 Norwegische Noten...... 71,07 71,43 Deulsch-Oeslcrr.,5joo Kronen 59,10 59,40 Rumänische Noten...... Schwedische Noten . . ... — — 111,97 11'2,53 81,80 Schweizer Note» ....... 81,40 Spanische Noten ....... 60,90 61.20 Tschechoslowatisch« Noten - - 12,427 12,487 Ungarische Noten...... 5,855 5,895 ESSING POSAi vor einer Woche ein übergroßes dringendes Angebot an den Markt gekommen war, herrscht jetzt in vielen Werten ein ziemlicher Stückmangel. der vielfach zu Exekutionen führte. Dies gilt vor allen Dingen für die im Vordergründe stehenden Spekulationswerte. Rege ülm- sätze fanden vor allem und von vornherein am heimischen Staatsanleihemarkte statt, wo die 3> ^prozentigen Preußischen Kon- sols die Führung hatten. Auf angebliche Aus-- landkäufe ging der start erhöhte Borlagskurs erneut herauf, und zwar bis auf 0,75. Das Geschäft in Kriegsanleihen erfuhr hierdurch eine Anregung und dcr Kurs eine Steigerung von 0,420 auf 0,455. Besondere Gründe für diese Bewegung waren nicht ersichtlich. Demgegenüber lagen Vorkriegspfandbriefe, die ab heute wieder zur offiziellen Rotiz gelangten, schwächer. An den Jndustrieaktien- markten war die anfängliche Befestigung allgemein, obwohl eine Anzahl ungünstiger Rachrichten, u. a. die Ausführungen des Finanzministers über die schwierige Finanzlage- d^I. Reiches, der Bericht der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft über die Fortsetzung der rückläufigen Bewegung fast aller Massen-Gütertransporte und Meldungen über weitere Betriebseinschränküngen bei der Firmck Krupp, vorliegen. Demgegenüber fiel nur ins Gewicht, daß der Reichsbankstatus nach dem heutigen Ausweis eine wesentliche Erleichterung erfahren hat und der Kaliabsah in den letzten Wochen die vorjährigen Ziffern um ca. 100 Proz. übersteigt. Die Geldverhältnisse haben sich etwas verschärft. Tägliches Geld 3 bis 9y2 Proz., Monatsgeld 10 bis 11 Proz. Am internationalen Devisenmarkt trat nach dein gestrigen Liresturz eine Beruhigung ein. Schwächer lag der Pariser Franken. Die Mark notierte in London 20,24, Amsterdam 59.31 V-,, Paris 5,10, Zürich 122,60. SrcnffurSer Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 19. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 23,50, Roggen, inländ. 18,50 bis 20,50, Hafer, inländ. 18,50.bis 22,50, Mais (gelb) 21 bis 22,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,50 bis 37,50, Roggenmehl 28,75 bis 29,50, Weizenkleie 12, Roggenrleis 12,75 bis 13 Mk. Tendenz ruhig. Berliner Produktenvorle. Berlin, 19. Juni. Der Produktenmarkt blieb bei kleinem Geschäft trotz schwacher Auslandmel- düngen behauptet. Auch die Annahme der Zollvorlage durch den Reichsrat veranlaßte. zur Vorsicht. Es wurden notiert für 1000 Kilogramm: Weizen, märf. 266—269, Weizen, Juli 264,50—264, Roggen, märt. 212—216, Roggen, Juli 210—210,50, Gerste, märf. 226—242, Futtergerste 200—215, Hafer, märf. 232—240, Hafer, Juki 191—192, Mais (lofo Berlin) 207—211, Raps 360—370; es wurden notiert für 100 Kilogramm: Weizenmehl 33,75—36,25, Roggenmehl 29,25—30,50, Wcizenlleie 13,20, Roggenkleie 14—14,10, Viktoriaerbjen 26—30, kleine Erbsen 25—26, Futtererbsen 21—24, Peluschken 21 bis 23, Ackerbohnen 21—22, Wicken 23—26, Lupinen, blau 10—11, Lupinen, gelb 13,50—14,50, Rapskuchen 15,60—15,80, Leinkuchen 22,40—22,80, Trockenschnitzel 10,20—10,40, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 19,40—19,60. 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Sie Götter wühlen, ob es nicht das r«ch- ligftc und klügste wäre, noch ein paar Schritte weiter zu gehen, um die Eck zu biegen, sich am nächsten Halteplatz ein Auto zu nehmen, in den <\(ub z.: fahren und die Betreffende mit langer Aase stehen zu lassen, sie sollte sich dann nur die Äugen herausschauen . . . Cm solch kleines ... ja, kurz und gut, ein solch kleines Frauenzimmer! Der Dankdirekloc wandte sich auf den Absätzen um — eine zugleich zornige und unentschlossene Kchrteuchwendung — und wandte sich noch einmal ldas letztemal, schwor er sich!) zum Thecttereingang <$u seinem Aerger sah er, daß die Menge von Autos, Wagen, Herren mit Zylindern, Damen in Pelzwerk, Bedienten in Lio- icen und von schnatternden Backfischen, die alle zusammen gerade noch wie ein ungeheurer Bienenschwarm an den Säulen des Theatereinganges hingen, plöckich verswwunden war. Jehl war es nur mehr der eine oder andere spätkommende Theaterbesucher, der eilig, mit ausgeschlagenem Rockkragen, zwischen den Säulen in das Gebäude schlüpfte und in seinen Taschen schon nach dem Billel und dem Kleingeld für die Garderobe suchte Und hinter jedem von ihnen schwankte ein phantastischer Schlagschatten auf dem Riesenglobus im Säulengang, von wo aus das blau- tiolette Licht in alle Winkel und Ecken sprühte bis hinauf zu den halbverwitterten Säulenkapi- tälen mit der langen Reihe grinsender Medusenmasken Der Theaterportier in seinem langen, giftgrünen, vorn und rückwärts mit schweren Goldstickereien besetzten Rock schloß die beiden Flügel- türen Rur die mittlere lieh er offen flehen. 3m Saal war also der Dartzang i 4 gangen, — und noch war immer nichts s'.ch: ' t-on der jungen Dam. im dunkelroten Ab:nd mantei mit dem imitierten Hermelin besah und mit dem schwarzen Sam'barckt d s krä cui dem einen Ohr sah. Herr Fellips begann die Situation mehr lächerlich als ärgerlich zu siirdea. Da hatte er sich. Harry Fellips, der v eibegehrt?, von ein paar lustigen Mädchenaugen verleiten lassen, einen ganzen, langen, kostbaren Ab:n) zu opfern, einen Abend, um den die Damen der Gesellschaft — ohne Prahlerei gesagt — eine mit einer Riederlage gekrönte Schlacht ausgekochten hätten. — Und da lieh man iyn warten, — warten wie einen Seminaristen o'o?r Kadetten — wenn überhaupt nicht die Absicht bestand, ihn ganz einfach an der Rase hrrumzuziehen und fand Fasson auszubleiben Wer war denit dies, der sich eine solche Kühnheit erlaubte? Eine Fürstin von irgendeinem französischen Gut, eine Herzogin von einem englischen? Keineswegs. Eine Kellnerin, ein Easemädchen, ein kleines Fräulein Lisa ganz unbekannten Rennens, eine junge Dame mit Serviette und Kuchentablette, aus dem Hotel Imperial. Herr Fellips faßte einen Entschluß. Ich werde jetzt, sagte er sich, genau so lange warten, als ich brauche, um das Plakat dort an der Säule zu lesen Aber auch nicht eine Minute länger Die Schrift auf dem blaß.otc r Plakat hatte zentimeterhohe Buchstaben He Fellips konstatierte, daß er nicht einmal eine Ahnung von dem Titel des Stückes gehabt hatte, für das er sich eine Loge hatte reservieren lassen. Jetzt las er ihn und schmunzelte. „Fräulein Lcktttt - meine Frau." Richt übel. Das war ungefähr so, wie er sich den Schlußakt in ihrem kleinen Abenteuer gedacht hatte: Fräulein Lisa — meine Frau. Frau — natürlich mit Beibehaltung des Fräuleintitels Weiter. „Farce in drei Akten." Ganz richtig. Farce. Das ganze luftig und sorglos, da unb dort auch drollig . . . aber warum nur drei Akte? Aus Rücksicht auf den nächtlichen Schlaf, — nun ja, — aber bei Gott, zum Schlafen hat man Zeit genug, wenn man alt wird, oder, wenn nicht swon t über, f 1 d^ch im Grab Hr: Fellips brschlob sofort, originell zu sein und eine Farce in zwölf Altcn zu machen wenn die ersten verlockend genug wären . Es hatte begonnen. — auf der Si.aste, am gleichen Tag. Rach einem Lunch, der sich etwas in die Länge gezogen, hatte der Bankdirektor große Eile gehabt, um noch rechtzeitig zu einer Konferenz mit dem Berwaltungsrat ber ncuge- bildcten Aktiengesellschaft zu kommen, und da mußte er an einer Menge von Leuten vorbei, die sich vor den Auslagefenstern des Iuwelier-s Frcscatello drängten. In der Eile und in der Dämmerung — es hatte an diesem Tag? schon um drei Uhr zu dunkeln begonnen — hatte er dort eine Dame in langem dudlelrolen, mit Hermelin garnierten Mantel und einem schwarzen Santt- barett beinahe vom Trottoir hinabgestoßen . . . „Verzeihung," sagte Herr Fellips artig und lüftete den Zylinder, „ich bitte taufendmal um Entschuldigung " Da wandte die junge Dame ihm ihr Gesicht zu. Herr Fellips merkte sofort, bah ihm die Züge bekannt waren, — man sieht nicht so oft ein so lel>haftes und sympathisches Gesicht — und daher lüftete er noch einmal seinen Hut „Daß ich nur so ungeschickt sein konnte", sagte er in dem richtigen Tonfall fchinerzlichen Bedauerns, „aber ich versichere Sie. es war nur ein unglücklicher Zufall." „Es ist nichts geschehen", versicherte das Mädchen. Und dabei nickte es, als ob es sagen wollte: sehen Sie ihre eilige Wanderung nur fort, mein Herr W Aber Herr Fellips schien d'.e Berwaltungs- ratslitzung der Aktiengesellschaft ganz vergeben zu haben. Er mußte zuerst wissen, wer es war, dieses rafenb süße Ding, dessen Glicht er so gut wieder erkannte, dessen Ramen samt den übrigen Umständen ihm aber gänzlich aus dein Gedächtnis gefallen war. Aus alter Gewohnheit ließ er sich niemals eine Gelegenheit entgehen, ohne sie, zum mindesten prov sorilch für alle Fälle auszunützen „Gestatten Sie, daß ich Sie einige Schritte begleite?" „Gerne, Herr Fellips." < war alb er t Zum Teufel, wer war sie nur ? ..Wissen Sie. was biflina er das Gespräch, während seine Gedanier kreuz und quer wie ein paar I.igohnnde licke, und 11 seine Erinnerung nach Stiwpunkten witterten, „wissen Sie, Fräulein, daß dieses kleine Mißgeschick auf dem Trottoir gan- bestimmt ein besonderer Wink des Schicksals war. - der Wink eines gnädigen Schicksals." .Glauben Sie?' Der Ton. der auf dem ersten Wort lag, hatte eine Spitze, aber sie war noch nicht sichtbar. „Das sicht ein Kind ein", antwortete Herr Fellips ganz sicher wolle., 6,e. daß ich Ihnen die ganze Kelte der Ürfacßm auf rolle?" „Tun Sie es", nickte das Mädchen „Also: Glied eins — der Klub hatte heute einen neuen Koch bekommen, dieser Koch war nervös unb batte nid)' mehr an meine Omelette fines herbes gedacht Glied zwei — ich verspätete mich um eine halbe Stunde und mußte, gegen meine Gewohnheit, zur Bank beinahe laufen . . Hier unterbrach ihn die junge Dame „ilnb i.-rt gehen Sie >? ?' Herr Fellips hatte nur ein Achselzucken. „Der Berwaltungsrat muß warten." „Glied drei,' spottete das Mädchen, „bie Bank macht Konkurs " „Rur langsam", bremste der Bankdirektor mit einer Heiterkeit, die seiner Stimme ganz gut stand, „bis wir dorthin kommen, gibt es noch sehr viele Glieder. Geben Sie zu, daß ich Sie heute nicht getroffen hätte, wenn ich an der gleichen Stelle eine halbe Stunde früher langsam 1 Drbcigegar.gr n wäre?" (Es muß in, vorigen Sommer gewesen sein, daß ich die Kleine getroffen habe, aber too nur. wo nur???) „Dor einer halben Stunde befand ich mich am andern Ende bei Stabt", gab die junge Dame zu. „Sehen Sie Ziehen wir nun Den Schluß. Wenn der Klub heute nicht einen neuen Koch bekommen hatte, und wenn dieser Koch nicht nervös gewesen wäre, wären wir wahrscheinlich -monatelang aneinander varbeigegangen, ohne uns zu treffen. Bietteicht das ganze Leben lang." (Fortsetzung folgt.) VI ■-V ;l E ic-.'w V PW Bi -MM BW GuteÄshrre- ÄnteKesunöheit üurch Mege der Zahne mit Solvolich ist in einschlägigen Geschäften zu haben. Fatiinger.Werke A.stficßÄ. gMM Ä 1 a • J p I 8 M MAWM ■ i ■ / v/-^ ^%eifocd1 RS^ilbrafix Erhältfich tnDrogerien, ftpotfiekenujw. 0 den Länge «1 ,6) -5i fil e» ö5* 5 3 U' 10 ö ~ ~ CM O q <60 C-tl,? *0 = ? o-sQ r-<-8l c« "*a c»?8c e ©S .2!z> «* ■SV« u. Z-H A £ *3 t u-Z) o < ftcao! sa§5 5*JJh Ü-4D Z u £5 o“ .L ofcE ! on c t fh-Ss -PSÖ Ss ß~=S| St F “~e - 4. ~^Q E o E 0 •2» L O L- tQO « q' u E> E £ U a ö tj o u Le« o Ac E 5=0 Q~ y*4 E*T s 5 sA 5e®. E U ■*- S o>Z) hg5 Einzel-Betten Eiche Cannen geltrichen Eilen mit Einlagen auf Ceilzahlung 6092a bei ßausrat * fcindenpkifo Verkaufsbureau: Gießen, Schanzenstr. 16, Tel. 926 Biebrich a. Rh, 6946£) bekleidung 6157a l!i!lllllllllllllllllllllllllUillilUUIlllilU!lllllllll!llllllllllll An und Berkaus von - g Yin: uno wuhui w« Mauersteine la EWD.,«»,»,«»!«».- I?I1' Schwemmsteine" Siillskr 11110 ZillkN.617to 6174V Schwemmsteine i F Linoleum undTriolin Fußbodenbelag in allen Farben u. 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Sie wollen damit einen oft ausgesprochenen Wunsch früherer Gießener Realgymnasiasten einer Verwirklichung entgegenführen. Der Zweck der Bereinigung, die selbstverständlich jede politische Tendenz auSfchlieht. ist zunächst rein ideal: sie soll der Schule gegenüber ein Ausdruck des Dankes sein für die Güter der Bildung, die sie uns auf den Lebensweg mitgegeben hat, für die wisienschaftliche und sittliche Rüstung, deren wir heute mehr als je bedürfen, um uns im Kampf ums Dasein zu behaupten. — Die Vereinigung will und wird dazu beitragen, die in der Jugend geschlossenen Freundschaften, die festesten, die es gibt, zu erhalten, zerrissene Fäden wieder neu zu knüpfen und die Erinnerungen an die sonnige Jugendzeit, an gemeinsame Freuden und Leiden der Schulzeit zu pflegen und zu hüten durch Veranstaltung von Zusammenkünften und Feiern mit den jetzigen Angehörigen der Anstalt, also ein lebendiges Zusammenarbeiten der früheren Schüler mit der gegenwärtigen Schule in die Wege leiten. - Wir wollen dadurch entgegen der beklagenswerten Zerrissenheit unseres Volkes wenigstens im Kleinen das Gefühl der Zusammengehörigkeit bekunden. ..... Daß die Vereinigung der alten Schule auch materiell nutzen möge, ist cm weiterer Zweck der beabsichtigten Gründung. Richt nur, daß bald die Mittel aufgebracht werden müssen, um den für das Vaterland gefallenen Angehörigen des Giehener Realgymnasiums ein einfaches, aber würdiges Denkmal (etwa Gedenktafel im Hause) zu sehen,— das betrachten wir als erste und vornehmste Ehrenpflicht unseren Helden gegenüber — wir spannen die Ziele weiter: Trotz eigener wirtschaftlicher Röte wollen wir unserer alten Schule in geeigneter Weise helfen, ihren Aufgaben auch weiterhin gerecht zu werden. — Und nun, Ihr alten Giehener Realghmnasiasten. auf zur Tat! Meldet Euch selbst als Mitglieder an und gebt schnellstens die genauen Anschriften von Freunden an, denen dieser Aufruf zugeschickt werden soll. X Kommt zahlreich zu der Gründungsversammlung am Samstag, dem 4. Juli, nachmittags 4 Ahr, im Saalbau Sauer, am OswaldSgarten Dieser wird sich am gleichen Tage abends 8 Ahr ein FESTAKT in denselben Räumen anschliehen, für den ein würdiges Programm aufgestellt ist- Zu diesem Festakt und dem ihm folgenden gemütlichen Zusammensein sind auch die Familienangehörigen der Teilnehmer herzlichst eingeladen. Bei genügender Beteiligung findet am Sonntag, dem 5. Juli, nachmittags ein Zarnilienausflug nach dem Schiffenberg satt. Anmeldungen zur Mitgliedschaft und sonstige Mitteilungen oder Anftagen, auch bezüglich Unterbringung auswärtiger Kameraden in Hotels oder Privatquartieren, an Herrn Studienrat Hans Seiler, Gießen, Ludwigstr. 10; freiwillige Spenden an MitteldeutscheCreditbank. Gießen (Postsch.-Konto 782 Frankfurt a.M.) auf Konto: Vereinigung ehemal. Angehöriger des Realgymnasiums Gießen erbeten. W. Bach, Inhaber d. Fa. Jul. Bach: Sanitätsrat Dr. Becker. Sprend. Itngen, 1. Vorsitzender der Vereinigung: Pfarrer E. Decker; HanS Bergen; Staatsrat R. Block, Darmstadt; Prof. Dr. Dittmar; Bürgermeister Fendt, Hungen; Zinanzminister Hennrich, Darmstadt; Kammerrat Jockel, Braunfels; stuck, iur. H. Jüngst; Oberstudiendirektor Dr. Kalbfleisch; Chefredakteur Dr. F. W. Lange; stuck, rer. pol. F. W. Loh; stuck, iur. Möller; Kaufmann Wilh. Moefer; Aniversitätsafsistent H. Rühl; Ministerialdirektor H. Schäfer, Darmstadt; Prof. Dr. Schmoll; Forstrat ®. Schneider; Amtsgerichtsrat A.Schudt; K. Schulze, Inhaber d. Fa. Jul. Schulze; Apotheker Th. Schwieder; Studienrat H. Seiler; Hüttendirektvr a. D. Dr. h. c. P. Stepmann, Büdingen; Studienrat Dr. Stvhr; Kaufmann Arwed Sundheim, Ministerialdirektor Arstadt, Bücherrevisor Th. Baubel; Landforstmeister a. D. Dr. Weber, Eonradsdorf.6158V ff5\t Se'den\Netter-^ejaCken\ Frän*e'r° sollten Sie im Bilde festhalten Photogr. 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