Nr. Ur Erstes Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 20. Mai <925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Prud und Verlag- vrühl'lche Universlt«r-Such- nnd Slcinörudcret H. Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschästritelle: Lchulitrahe r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlicbkeit Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich-, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne. klame-Anzeigen p 70.nm Breite 35 Goldpfennig. Platzvorschrist 20” ,Auf fchlaa. - Berantwonlich für Politik u. Feuilleton: vr. Friede Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: ©■.efenergamilienblätter Heimat im Bild. Monatr.Vezvtzkpreis: 2 ©olbmarh u 2b Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. i?er>isprech'Anschlüsse: Schnflleilung 112, *ikr» lagundlöeschäftsstel!k51. Anschrift für Drahtnachrichten riKzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Die politische Aussprache im Reichstag ; be- i die voll- Derlii, 19 TilA. ön bet Besprechung der gestrigen Jlcb? de. Außenministers Dr. Strese- Die Zoütarifvorlage. Die Reichsregierung schlägt Wiedereinführung landwirtschaftlicher Zölle vor. Berlin. 19. Mai. (MTB.) Bei dem heutigen Presseempfang machten der Reichskanzler, der Reichsernährungsminister und der Reichswirtschaftsminister längere Ausführun- gen über die neue Zolltarif Novelle. Graf Kanitz befaßte sich eingehend mit der Lage der deutschen Landwirlschast und führte u. a. aus: Die Reichsregierung ist der Auffassung, daß die Frage der Wiedereinführung der landwirtschaftlichen Zölle ohne politische Voreingenommenheit lediglich vom wirtschaftlichen Standpunkte aus zu behandeln ist. Deutschland braucht heute mehr denn je eine starte Landwirtschaft, die imstande ist, so weit als möglich den Aahrungsmittclbedarf des deutschen Boltes aus eigener Erzeugung zu schaffen. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands fordert gebieterisch, daß die inlandissen Probuk- tionsmöglichkeiten nach bestem Können aus- genutzt werden, daß jede unnötige Einfuhr aus dem Auslande vermieden und daß unsere Ausfuhr nach Möglichkeit gesteigert wird. Die deutsche Landwirtschaft muß infolge ungünstiger klintatisch r und Wohnungsverhältnisse, ferner infolge der Belastungen durch die Reparationsleistungen, Steuern usw. teurer produzieren als das Ausland. 3n erster Lime haben unter der Konkurrenz des Auslandes d i e kleinen und kleinsten Betriebe zu leiden. So hat die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse trotz der zum Teil mehr als ausreichenden einheimischen Erzeugung einen außerordentlich starken Ilmfang angenommen Eine Exlensivi.rung der deutschen Landwirtschaft muß aber unter allen Umständen verhindert werden. Aach der wirtschaftlichen Etruttur Deutschlands kann die Landwirtschaft nicht mit einem anderen Maß gemessen werden als die Industrie. Ohne eine gdunöc Landwirtschaft ist eine ge- deihliche gorlc.itoid ung der deutschen Volkswirtschaft nicht möglich. Die Handelsver- tragsverhandlungen der lehren Zeit haben deutlich gezeigt, welche Sch . ieeigleiten die gegenwärtig noch anoauerrch- Zolls re i b ei t für unsere Hantelsvertragsverhandlungen bringt. Aus solchen Erwägniigen heraus bat die Reichsregierung in dem Entwurf der Zolltarllnovelle I auch die Wiedereinführung von landwirtschaft- llchen Zöllen Vorgeschlagen. Der Entwurf schlägt die W:ede:einsührung der früheren allgemeinen Getreidezölle vor, die ja auch bestimmt sind, bei wichtigen Handelsverträgen eine bedeutsame Volle zu spielen. Da aber noch nicht ohne weiteres gesagt werden kann, wann die gegenwärtig schweben den Verhandlungen zum Abschluß kommen werden, sind in dem Entwurf für die llcbcr- gangszeit bis zum Beginn des nächsten Gc- treidewirtschaftSjahres, also bis zum 31.3uH 1C26, o ß.i 9 t c Zölle vorgeschlagen, nämlich 1 10 Doppelzentner Roggen, 3,50 Mk. je Dz- Merzen. 2 Alt. je Dz Gerste und 3 Alk. je Dz- Hafer. Der Entwurf bringt ferner den Vor- fchlag eines Zolles auch für Herbstkartos- feln. Die richtigen Kartosselanbaugebiete sind durch den Dersarller Vertrag für Deutschland verlorengegangen. Die deutsche Landwirtsäast hat aber mit Erfolg den Versuch unternommen, die ?rCtf^0un9 bcc deutschen Bevölkerung vom Auslande unabhängig zu mar,en. OIuS Diclcm Grunde sieht der Entwurf einen Kar- tofselzoll von 50 Pf. je Doppel entner vor. Für d'-e riebergangszeit bis zum 31. 3uli 1926 schlägt Der entourf einen ermäßigten llebergangszoll tn Hohe von 25 Pf.-vor. Die drille große landwirtschafllicho Zollfrage, die in dem Entwurf geregelt ist, ist die Frage der Vieh- uud Fleischzölle. Die deutsche Landwirtschaft ist an s.ch in der r°9e- .Jf^igen Fleischbedarf' vollständig zu r- ivL.®5 -rLar' die starke Einfuhr au> 1 Fleisches, das in Süoamerita wesent- hergestellt werden kann, als in ^^lah des deutschen DieheS und Fletscht^ ungünstig beeinflussen und dadurch zu einem Rückgang der deutschen Viey- h?l^Uch>g führen muß Aus diesen ©rünb:n &trö die Wiederherstellung der allgeme nen Vor- krregszölle vorgefchlage:'. Bei Gefrierste sch. ^perk und Büchsenfleish lieht d.r Entwuii bis z^on 31. 3uti 1926 ermäßigte Zollsätze, und zwar kür Gefrierlleisch und Büchft-Tfteish in Höh: v a 20 Mk. lanstatt 45 bzw. 75 Mk ), für Ev < v, 24 Mk. (statt 38 Mk., Aaß rde.n sind i-. l Entwurf auch Fragen des Zollschutzes fü müfe, Obst. Gartenbauerzeugnifse Butter, Käs? Oele und Fette geregelt. mann nih ut als erster Redner auS dem Hause Abg Dr. Breitscheidt indet nnS nicht, bem Präsidenten b:t stlepublil den Respekt entgegenzubringen. d r ihn als Person und vor allem feinem Amt eg /• brt. solange er sich im Rahmen der von ibm b.schworenen Derfafsung hält. Eine Gefahr für die deutsche Politil kann erblickt toerben in brn Bestrebung ei d:r Leute, die den neugewählten Reichspräsidenten beeinflussen wollen. Diele Deutschnationalen bezeichnen offen bie Wahl Hindenburgs als den ilebergang zur Rückkehr zur Rlonarchie. Es wäre eine u n - qualifizier bare DMr dächligung. wenn wir auch nur im geringilcn annehmen wollten, baß Herr v. Hi, b.nburg seinen Eid nicht durchaus ehrlich geschworen habe, daß er nach dein Wortlaut des leides nicht wirklich bemüht fei, die republikanische Derfafsung zu erhalten und gegen ihre Feind? zu verleid gen Der Kumpf der Deutschnationalen richtet sich vor :11cm gegen den von der Regierung vorge- schl.-.g nen Sicherheitspalt. Wir können nicht zugeben, daß Deutschland im Westen etwas aufgibt, über was es sonst verfügen könnte. Wir halten die Grenzen im Osten keineswegs für gc- rcd)t und unabänderlich. Aber wir unterstützen keine Politik, die jemals darauf auSgeht. diese Grenzen gewaltsam durch einen Krieg zu ändern. Wir rcxi)ncn auf eine spätere Aenderung durch Schiedsgerichte ober dur.ch die Institution des Völkerbünde-. lleder di? Räumung des Ruhrgebiets ist gar nicht 1» titulieren: sie muß nach Recht und Gesetz am 15. August erfolgen. Wir protestieren gegen die weitere Besetzung bc.- ftölncr Zone. Dr verlangen für Deutschland Gleichberechtigung. Dir fordern, daß auch ine anderen Staaten die Avrüttung, nach dem Deutschland ausgczwungenen Tstaßstabe be- . innen. V5i>r bezweifeln, daß d e Regierung diese wirk- lich nationale Verständigungspolitik mit dem ,'i der V'rein'gten Staaten von Europa führen kann Zusammen mit b?n Deutschnationalen. Die at rung s 'I fi d aber nicht d-m Wahn Hingaben. fi ■ ' mute die Innenpolitik mit der Rech- ten. die Aus .npvlit k mit der Linken, den Zolltarif mit der Rechten, den deutsch-spanischen Handelsvertrag mit iv-c Linken machen. Pinc solch.- Politik m i t doppeltem wachen wir nicht mit. Gerade nach der Wahl Hindenburgs sagen wir: Run erst recht Revublikk Wir wollen die Souveränität des V-ll-/. stabilisieren wie einen Felsen von Erz. Dir sind mit den übrigen republikanischen Par- tci:n nicht auf die Dauer verbunden, sind auch mit dem Zentrum nicht verheiratet. Das Zentrum ist der grundsätzliche Gegner von Misch- eben. iHükeriZt.) Wer mit uns kämpfen will, ist uns willlommen. Sonst gehen wir unseren Weg allein. (Beifall links.) '2lbn Graf v. Westarp (Dtntl.): Unsere Außenpolitik /: beherrscht durch die Tatsache, laß da} Siehr nicht über die Gewalt siegt raß dem wehrlosen Deutschland fein Recht vor- - ($ i*e , ■ -ruf untere t>erfcbTcxert*n -xiregungcn über den Si ßerseitspakt nicht ge- < fann man ÖU dieser Frage nur grunr atäic.-b f ;gcn: Frankreich will mit Hilfe nur seine Herrschrft am ? * grun cn und dHerrschaft über den L ,:crrt erobern und festhaltrn 'Sehr r'chng?) to r Regierung darin recht, daß l- sich vor allem auch darum handelt, For- wetungen für Deutschlands S-cher- beit zu ersteoen. Zusa^bediigunaen für Frank- tcub müssen zurückg:w estm wer' en. (Zustim- mung.) Der Eintritt Deutschlands in bOTnoririrJrfi6C crfoIicn wenn rcr Jrt . K .. -t. tnts dr iure für Deutsch Ian» ausgeschl , m wird, e nft bebrütet - der Antritt Deusarlan^: Völkerbund und Krieg! Sehr wahr! rechts.) Wir wünschen k-ne am'l ch? er I rrung, di: den Inhalt d^s A^ k-ls 233 des Vmsailler V rlrages der d^- bchuld Deutschlands am Kriege behauptet cis erzwungen zurückw:ist. den. Wir würden eine solche Entwicklung grüßen unter der Voraussetzung, daß sich europäischen Staaten in diesem Bunde i schieren lassen und Deutschland würde zu>n Schlachtf eld werden. Um so wicht ger ist unser Gintrill in den Völkerbund, damit wir in der Lage sind, ihn von solchen Duinrnheiten ab- zuhalten. Richt auS pazifistischen Gesichtspuuk'en heraus spreche ich für den Eintritt in den Völker ■ bund. sondern well ich meine, daß Deutschland dabei sein muh, wenn über seine Enteret c . sprachen wird. Ruch der Kamps gegen die Schuldlüge sollte uns zum Eintritt in den Völkerbund bestimmen. Wenn wir clntreten. dann müßte kategorisch erklärt werden, daß einer der Hauptgründe für unseren Eintritt der Artikel 19 der Völkerbundsakte sei, wonach der Döllerbund da;u da ist, Verträge zu ändern, die nicht mehr zeitgemäß sind. Als Mitglied des Völkerbundes können wir auch viel leichter das Mandat für unsere Kolonien erlangen und schließlich auch, wenn es sich als der Wille der beiden Völker herausstellt, den Anschluß Oesterreichs erreichen. Der Gedanke der Vereinigten Staaten von Europa, natürlich mit Einschluß Englands, gewinnt immer mehr an Bo- daß die englische Politik wenigstens die klaren Trechtsverhältnisse wieder Herstellen will, die der Versailler Vertrag und gelassen hat. 3m Saargebiet sehen wir eine Tätigkeit des Völkerbundes, die sich nicht einmal an die allgemein anerkannten Grundsätze des Völkerrechts häll. Die französische Politik ist überall, auch im Osten und Südosten von uns, eifrig tätig, um ja nicht das Ziel der Defriedung Europa-, dem wir znstreben, erreichen zu lassen. Wir verkennen nicht, daß der Eintrill Deutsch- lans in den Döllerbund uns gewisse Vortelle bringen könnte. Dem steht der Rachteil gegenüber einer Bindung, die uns den letzten Rest der deutschen Aktionsfreiheit nehmen würde. (Sehr wahr!) Wir billigen den Standpunkt der Regierung zur Völkerbundsfrage. Und erscheint ein Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, auch auSgeschlosseir, solange die nördliche Rheinlandzone nicht bedingungslos geräumt ist. (Beifall.) Abg Frau Volke (K): Trotz der scheinbaren Dllserenzen besteht hier volle Einigkeit, von den Deutschnationalen bis zu dem unglücklichen Dr. Breilscheid. Rur über die Motive sind die Herren sich uneinig, in den Taten stimmen sie ganz überein. Die Herren von rechts wollen das Geschäft mit England ganz trocken und nüchtern machen. Herr Rudolf Breitscheld gießt ein bißchen ölig: Soße darüber, weil es den Arbeitern sonst nicht schmackhaft sein würde. (Heiterkeit.) Herr ©trefemann, Sie können niemand darüber täuschen, daß Sie als Preis für ein Entgegenkommen Englands und Frankreichs angeboten haben die Preisgabe deutschen DodenS und deutscher Arbeit zu einem künftigen Krieg gegen Rußland. (Sehr wahr bei den Kommunisten). Abg. Graf v. Dernstorff (Dem.): Wir haben einen neuen Reichspräsidenten, dem wir mit Ehrfurcht begegnen. Auch in unserer Fraktion bestehen manche Bedenken gegen den Eicher- heitspakt. Wir behalten uns unsere Stellungnahme vor bis zu dem Zeitpunkt, wo er uns vorliegt., Unser Streben muh dahin gehen, dem Selbst- bestlmmungsrecht der Völker überall zum Siege zu verhelfen. Auf den Völkerbund hat man bei uns vielleicht zu große Hoffnungen gesetzt, weil wir ihm den schönen Ra men Völkerbund gaben, währntd die andern in ihm eigentlich nur eine Gesellschaft der Regierungen sehen. Eine Gefahr wird darin gesehen, daß der Völkerbund Sirren Krieg gegen Ruß l an d unternehmen könnte. Wir wollen keine feindlich: Haltung gegen Rußland einnehmen: wir halten fest an dem Rapallovertrag. Wenn die Entente w^rllich gegen Rußland Irieger sch vorgehen sollte, so müßten wir, da wir wehrlos sind, sie durch Deutschland inar- kommene Gleichberechtigung und die freie Entwickelung ihrer nationalen Eigenarten garantierten. Abg. Graf v. Lerchenfeld (Bayr. Dp.) wünscht Reformen im inneren Dienst des Auswärtigen Amts. Die Entwicklung des Flugwesens werde auch auf die Beziehungen der Länder untereinander nicht ohne Einfluß sein. Deutschland habe hierbei wegen seiner zentralen Lage eine besondere Bedeutung. Abg. Graf Reventlow (Bölt.): Der Gedanke dos Sicherheftspaktes sei vom englischen !tiot schafter ausgegangen, der damit nichl das Wohl Deutschlands, sondern ausschließlich die politischen Interessen Englands fördern wollte. Eine Anerten- nung der Westgrcnze würde dem Selbstbestimmung^ recht der Doller widersprechen. Wir müssen eine Volksabstimmung in Clsaß-Lochringen verlangen Weitere Aussprache Mittwoch. Präsident L ö be macht Mitteilung von einem inzwischen eingegangenen sozialdemokrati scheu Mißtrauens an trag mit dem Wort laut: Die Reichsregierung besitz' nicht gut Vertrauen des Reichstages. Das sozialdemokratische Mißtrauensvotum gegen das Reichskabinett wird in der heutigen Reichstagssitzung von dem Abg. Landsberg begründet werden, und zwar damit, daß die Sozialdemokraten im Zweifel darüber find, ob ci dem Reichskabinett gelingen wird, die von ihm als richtig erkannte Außenpolitik gegen b c u t f d) n a t i o na le Widerstände durch- zusetzen. 3n der Begründung des Mißtrauens- Votums soll bann weiter auf die i n n e r e P o l i- t i t der Reichsregierung, insbesondere auf die Agrarschutzzollvorlage, Ve^u? genommen werden, die die Lebenshaltung der arbeitenden Massen erheblich verteuern werde. 3n bezug auf die Znnenpolittk gilt es vor allem, notwendige Abänderungen der Weimarer Verfassung vorzunehmen, was in einem besonderen Ausschuß geschehen könnte. Die Farbenfrage würde da u. a. zu erwägen fein. Der Redner wendet sich dann gegen die Behauptung des Abg. Breitscheidt, daß R e i ch £- Präsident von Hindenburg Mitglied der Deutschnationalen Dolkspartei sei. Die Wahl Hindenburgs war ein Dekenntniszurn Gedanken der Führerpersönlichkeit, der Ehrfurcht Vor der ruhmvollen Vergangenheit Deutschlands, die vor 1918 war «Beifall rechts, Gelächter links.) zu Zucht und Ordnung, zum Vertrauen auf den Beistand des ewigen Gottes. Dos vorn Feinde ausgezwungene republikanisch deniokratisch - parlamentarische System hat im deutschen Volke nicht Wurzel gefaßt. (Hört, hört! links.) Wir werden mit aller Kraft daran arbeiten, daß die nationale Welle, die uns ter Sieg vom 26. April gebracht hat, nicht verebbt. (Lebhafter Beifall rechts.) 3Ibg. Dr Kaas (Zentr.): Die deutsche Außenpolitik muh immer wieder in würdiger Wahrung der Rechte Deutschlands und in aufrichtiger Betonung feiner friedensvollen Ver- ständigungspolitik einen Zustand bringen, der Deutschland zunächst ohne Aenderung der Vertrage die wirtschaftliche und politische Bewegungsfreiheit wiedergibt, ohne die es nicht leben lann. (Beifall.) Mag es in der Entwaffnungsfrage auf Deutschlands Seite Verfehlungen gegeben haben, auf keine Weise waren sie in doloser Absicht geschehen, oder sollten sie sogar eine Bedrohung Frankreichs sein. Seit Rtonaten schon verlangen wir die längst angekündigken Beweise für die uns nachgesagten Verfehlungen. Während das deutsche Rheinland die Jahrlausend- feier feiner Zugehörigkeit feiert, schickt man sich an, rechtswidrig die Besetzung dieses deutschen Landes ad calendas graecas zu verlängern. Dieses verhallen Frankreichs und vor allem auch Englands, von dem man anderes erwartet hatte, müsse in Deutschland und besonders im Rheinland ein Gefühl von Bitterkeit erzeugen und kann die seelische Entwaffnung nicht fördern. Wir müssen nach der völligen Entwaffnung Deutschlands fordern, daß die Entente nun auch die im Versailler Vertrag gleichfalls festgelegte Abrüstung an sich selbst vornimmt. Das Zeiitrum begrüßt die Fortentwicklung der internationalen Rechlsformen. Darum sind wir auch damit einverstanden, daß. die Regierung den Völkerbundsgedanken fördert. Die Dölkerbundsverwaltung des S a arge b i e t s mit ihrer Verletzung deutschen Rechts, mit der Begünstigung französischer Machtgelüste, ist aber mit dem Dölkerbundsgedanken schwer vereinbar. Die Ausführungen des Außenministers zum Eicherheitspakt waren in einem so wenig durchsichtigen Halbdunkel gehalten, daß wir dazu heute weder 3a noch Rein sagen können. Wir warnen aber vor zu weitgehender Bindung bei den Verhandlungen. Wir Rheinländer wollen nicht unser Land zu einem neuen Saargebiet machen. Der Friede Europas läßt sich nicht begründen auf dem Grabe rheinischer Freiheitl (Beifall.) Eine freiwillige Bindung über den Versailler Vertrag hinaus kann für Deutschland nur in Frage kommen, wem: auch die Gegenseite uns Konzessionen über den Vertrag hinaus macht. Diese könnten liegen in einer Abkürzung der Besetzung und in der Beseitigung des Deutschland zugefügten Kolonialunrechts. (Beifall.) Wir hatten es für einen verhängnisvollen Irrweg, wenn der Reichsaußenminister feine Auhenpolltil unter Ausschaltung der Sozialdemokratie treiben will Wir müssen loskommen von der Antith.se: Bürgertum und Arbeiterschaft zur ehrlichen Synthese Volksgemeinschaft auf der Grundlage des neuen Vollsstaates. (Beifall.) Die Worte des neuen Reichspräsidenten atmen den ehrlichen willen, nicht dem stainpsgedanken zu dienen, sondern der Versöhnung. Sein abgegebenes Manneswort gibt uns die Gewähr dafür, daß er ehrlich bestrebt sein wird, feinem Wort die Tat folgen zu lassen. Aur ein geeintes deutsches Volk kann das Ziel erreichen, das wir alle erstreben: ein gleichberechtigtes. starkes Deutschland. (Beifall im Zentrum.) Abg Frhr. v. Rheinbaben (D Volks- parrei): Ich kann mich nicht der Formulierung des Grafen Westarp anschliehen, daß die Hindenburgwähler sich gegen das republikanisch- demokratisch - parlamentarische System erklären wollten. Die volksvart.llich eingestellten Wähler Hindenburgs gaben vielmehr ihre Stimme Dem Wtzigen Reichspräsidenten. weil sie den Staatsgedanken dem Gedanken des Parteiintcresses voran st ellen wolltm. und weil sie von dem neuen Reichspräsidenten erwarten, daß die Einigung und Zusammenfassung unseres Volkes zur Erzielung unserer Gleichberechtigung und Freiheit gelingen wird. Wir müssen uns jedenfalls dagegen wenden, wenn Hindenburg'eiem und Pro- leste gegen die gegenwärtige Außenpolitik oer- ounben würden. In der Außenpolitik müssen wir der tiefen Enttäuschung über die Haltung Eng- ands Ausdruck geben. In denr betannten Briefwechsel bei den Londoner Verhandlungen hat der englisch, Minist.rpräsideTrt betont, der 15.3.1925 fei der letzte Höchsttermin für die Ruhrräumung: die englisch? Regierung werde mit aller Kraft auf eine frühere Räumung hinwirk.rn. Wir haben Von solch en englischen Bemühungen nichts bemerkt. Ja wir merken und fühlen sehr wenig. Die neue Zollvorlage solle vor allen Dingen die Möglichleit geben, in ben Handelsver- trogsverhandlungen Weiler gU kommen. Die Lage unserer VolÄwirtsck>aft drücke sich in Der Passivität unserer Handelsbilanz aus. Das vorige Jahr habe eine passive Handelsbllanz von 2.5 M ll.arden ergeben. Sin Weg, aus der Passivität der Handelsbilanz herauszukommen, sei einmal die Eingliederung in die Weltwirtschaft und zum andern in ganz besonders starkem Maße die Kräftigung des inneren Marktes. Man habe bei den Erörterungen über die Zollvorlage oft gesagt, das sei eine reine Produ-- zcntenpvlitik. Das sei aber unrichtig. Was die Reichsregierung aber treiben wolle, das sei eine Prodük'ionsvolitik, und Prodnitionspolitik sei durchaus K o n s u m e n t c n p o l i t i k. Der ^m= Handelsgei ai.ke. vell durchgeseht, könne vielleicht einem großen System einen starken Impuls zur Entwicklung der Wirtschaft geben. Aber wenn isolierte einzelne Dinge Herausgenom,nen würden, so könne das zwar im ersten Augenblick für die Konsu,nenten eine Preisverbiluguirg darstellend wenn das aber gleichzeitig eine Störung oder Hemmung der Produltionspoli- 1 i t sei, dann nütze am Ende des Marktes das den Konsumenten auch nichts mehr. Die Lage sei heute in unserer Volkswirtschaft durch den Mangel an Konsumtionskraft da? Bevölkerung charakterisiert. Die Produktionskraft bei der Landwirtschaft müsse gesteigert werden. Dazu gebe es verschiedene Wege. Wege dazu seien z. D. die fortgeschrittene Technisierung oder Verbesserung der Saarguterzeugung. Alle diese Dinge kosteten Geld. Diese Aufwendungen würden in der VollswiNschaft nur gemacht, wenn eine gewisse Sicherheit der Preisge st a l t u n g vorhanden sei. Vun sei die Unsicherheit in der Preisgestaltung, wie sie sich in den Getreide- Preisen in den letzten Monaten in geradezu typischer Weise ausgewirft habe, in sehr starkem Matze durch die Weltnrarltpreisgesraltuna des Getreides bedingt . Wenn nun der Zollschutz dahin wirke, dah eine gewisse Sicherheit der Preisgestaltung immerhin gegeben sei, so könne die Landwirtschaft ein viel größerer Verbraucher von industriellen Erzeugnissen als sonst werden. Wenn dann die Industrie mehr zu tun habe, trete dabei noch eine ganz besondere Wirkung ein, auf die in Deutschland jetzt ein sehr starkes Gewicht gelegt werden müsse. Es bestehe nämlich eine starke Ueber - schätzung des Handels. Das hange mit der Verarmung unserer Bevölkerung zusammen. 3c mehr die Produktion gesteigert werde, desto mehr seien die Möglichkeiten vorhanden, daß die Menschen, die heute innerhalb der Verteilung im Handel tätig seien, in die Produktion hineingingen. Das müsse auf der ganzen Linie preissenkend wirken. Sobald wir aber eine Preissenkung hätten, erhöhe sich die Kaufkraft der Konsumenten, und damit erhöhe sich auch weiter feine Sparkraft. Durch die gesteigerte Kapttalbildung werde das GÄd, das die Industrie und auch die Landwirtschaft benötige, billiger, und so werde die Steigerung des inneren Marktes einen Gesundungsvorgang auf dem ganzen Gebiete der Wirtschaft herbeifuhren. Vach älcberzeugung der Reichsregierung werde diese Iollvorlage eine allmähliche Besserung herbeiführen. Der Plan sei von der ä1Ä>erzeugung getragen, daß auf diesem Wege die Produktionskraft im gongen gesteigert werde. Trete das ein, so sei der Zollschuh ein Mittel zur Gesundung unserer Volkswirtschaft. Neue Verschleppung der Kontrollnote. Paris, 20. Mai. (DTV. Funkspruch.) Die . Votschasterkouserenz hat ihre für Mittwoch geplante Sitzung vertagt, lieber die Gründe der "Vertagung der Botschafterkonferen) glaubt „Petit Iournal" folgendes mittellen zu können: Die oor- gefchlagene englische Rote enthalte eine Spezifizierung der deutschen Verfehlungen, die in zwei Kategorien eingeteilt seien: in Verfehlungen ernsten Charakters und in solche geringfügiger Art. Die franzöfische Regierung sei der Ansicht, daß diese Unterscheidung wenig befriedige. man suche deshalb nach einem Cin- vernehmen aus etwas obaeänderler Grundlage. Die Alliierten würden danach darauf verzichten, die Verfehlungen zu katalogisieren und einen Enkwaff- nungskalender aufzustellen. Deutschland würde auf- gesorderl werden, sich nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages zu richten und die Konkroll- kommision in Berlin würde beauftragt werden, nach einer gewissen Zeit feslzustellen, ob eine Erfüllung der Forderungen erfolgt sei oder nicht. Die Marokkokrifis. Innere Schwierigkeiten des Kabinetts Painlevs. Paris, 20. Mai (WTD. Funkspruch j. Gestern nachmittag hat unter dem Vorsitz des Minister-Präsidenten Painleve und in Anwesenheit des Außenministers Dciand und des Finanz- Ministers Caillaux eine Besprechung stattgefunden, in deren Verlauf man sich mit den An- gelegenbeiien der Marokkofrage und mit drr Frage der interalliierten Schulden beschäftigte. Vach Beendigung dieser Besprechung hat Mimst erpräsident Painlevs der Presse eine Mitteilung zugehen lassen, in der es u. a. heißt? In dem Augenblick, in dem das Kabinett Painlevö gebildet wurde, hätte Marschall Liautey schon Verstärkungen verlangt gehabt, um einer Offensive begegnen zu können. Diese Verstärkungen seien durch das voraufgegan- gene Kabinett vorbereitet und durch das Kabinett Painlev-a abgesandt worden. Der Marschall sei nunmehr hinlänglich mit schwerer Artillerie Flugzeugen und anderen Waffen versehen. Es handele i>) hierbei vor allem um keine koloniale Expansion. Alle kriegerischen Ereignisse spielten sich in dem fanzö fischen Protektoratsgebiet ab und die Regle- rung habe keine anderen Ziele in Marokko, als einen sicheren Frieden herzustellen, der der Würde Frankreichs entspreche und im R ihm en der bestehenden Verträge bleibe. Diese Politik werde von Marschall Liautey getreu verfolgt. Keine Regierung hätte anders handeln können, als die jetzige Die Regierung fordere von drr öfsent- lichen Meinung, sich nicht durch falsche Vachrichten beunruhigen zu lassen. Man möge den Truppen und ihrem Führer volles Vertrauen schenken Trotz dieser Deruhigungsversuche entwickelt sich der Marokofeldzug zu einem inneren Problem ersten Ranges. Es verlautet, daß nicht nur von den Kommunisten, sondern auch von den Sozialisten Interpellationen ein- gebracht wurden, in denen die völlige Räumung der Marokkozone verlangt wird. Ministerpräsident Painleve, der in seiner Eigenschaft als Kriegsminister di.' Interpellationen zu beantworten hat. beabsichtigt, wie zuverlässig verlautet, die Vertrauensfrage zu stellen. Man hÄt es für nicht ausgeschlossen, daß die Stellung des Kabinetts schwer erschüttert wird, oder dah sich nur eine geringe Mehrhett zu seinem Gunsten ergeben wird. Außerdem ist die Rede davon, daß der linke Flügel der Sozialisten gegen die Regierung stimmen wird. England, Spanien und Marokko London, 20. Mai. (I. 1L) Das politische Interesse Englands an den Vorgängen und Kämpfen in Marokko ist trotz der zur Schau getragenen Teil- nahmlosigkeit der englischen Presse, die offenbar nicht einmal Berichterstatter nach dem Kriegsschauplatz entsandt hat. sehr groß. Gerüchtweise verlautet, daß die letzten Kämpfe für die Franzosen alles andere als erfolgreich gewesen sind, und daß die militärischen Vorbereitungen Frankreichs weit umfassender sind, als die zensurierten Pressenachrichten erkennen ließen. Das Interesse der gesamten mohammedanischen Welt des nahen und mittleren Ostens ist ganz außerordentlich groß. Daß man in Spanien die Schwierigkeiten der Franzosen in Marokko mit einer gewissen Schadenfreude beurteilt, wird sogar in den englischen Blättern als pikante Einzelheit hervorgehoben. Diese Beobachtung ist nicht ohne politischen Beigeschmack. Frankreich kann einen wirtlichen durchgreifenden Erfolg in Marokko nur mit Hilfe Spaniens erzielen. Spanien hat aber durchaus kein Interesse an einem großen französischen Sieg in Marokko, weil dadurch die spanische Niederlage in Marokko zu sehr unter- ftrid;en werden würde. Es würde also eine Unterstützung Frankreichs bssi feinem marokkanischen Abenteuer für Spanien eine gegen das spanische Prestige gerichtete Aktion bedeuten. In England sieht man in dieser Sachlage den besten Schutz dec englischen Interessen, fo daß man der Notwendigkeit eines direkten Eingreifens einstweilen enthoben zu sein glaubt. parlamentarisches aus Hessen. Anträge der Deutschen Volkspartei im Landtag. Darmstadt, 18. Mai. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat nachstehende Anfrage im Hess. Landtag eingebracht: Bei Ableben des Reichspräsidenten Ebert" fiel nicht nur der Schulunterricht am Beisehungs- tage aus. sondern es wurde außerdem in sämtlichen hessischen Schulen eine Schulfeier an- geordnet. Wir fragen an. welche Gründe haben das Hessische Landesamt für das Bildungswesen bewogen, von Schulfeiern am Tage bei Einführung des neuen Reichspiäsi- benten von Hindenburg im Gegensatz 5 u anderen Landern des Reiches abzusehen? Die «Fraktion hat ferner die nachstehenden Anträge un Hess. Landtag eingebiadjt: Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, die bringend notwendige bessere und gerechtere Besoldung der hessischen Polizei, sowohl der Schutzpolizei als auch der staatlichen Ortspolizei nach folgenden Grundsätzen durchzuführen und dem Landtage alsbald eine ent- fprechende Gesetzesvorloge zu geben: I. Schutzpolizei: a) nach Avtauf der Ausbildungszeit Besoldung aus Gruppe 3 und 4 je zur Hälfte: während der Ausbildungszeit aus Gruppe 2; b) Polizeileulants aus Gruppe 7. Polizeioberleutnants aus Gruppe 8 und 9, Polizeihauptleute aus Gruppe 10 und 11. II. Staatliche Ortspolizei: a) Polizeiwachtmeister Besoldung aus Gruppe 5; für ältere Wachtmeister Aufstieg nach Gruppe 6. b) Kriminal- Wachtmeister aus Gruppe 6. c) Polizeioberwacht- meister, Kriminaloberwachtmeister, Polizeisekre- täre aus Gruppe 7. d) Polizeikommissäre aus Gruppe 8. e) Polizeiinspektoren aus Gruppe 9. f) Polizeiobeiinfpeltoren aus Gruppe 10. g) Po- lizeiräte aus Gruppe 11. III. Betr. Gendarmerie beantragen wir: a) sämtliche Ocnbarme» riewachtmeister in Besolbungsgruppe 6; b) sämtliche Stationsführer in Besoldungsgruppe 7 unter Bewilligung der vor dem Kriege bezogenen Sta- tionssührerzulage in Höhe von 200 Mk.: c) sämtliche Kreiskommissäre in Besoldungsgruppe 8 einzureihen. Da die Klagen für die völlig unzureichende, den individuellen Fällen in keiner Weise Rechnung tragende Handhabung der Fürsorge durch die Fürsorgeverbände nicht verstummen wollen, da ferner zahlreiches Material für die Annahme vorliegt, dah hinsichllich der Cßcrbfänbung des Mobiliars die Reichsgesetze von den Fürsorgeverbänden ebensowenig beobachtet werden, beantragen wir, der Landtag wolle bc= schlichen, die Regierung zu ersuchen: 1. dem Landtag alsbald eine genaue Zusammenstellung sämtlicher hessischer D rorbnungen des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft und sämtlicher Dienstanweisungen dieses Ministeriums über die Kleinrentnerfürsorge vorzulegen.' 2. dem Landtag alsbald eine genaue Zusammenstellung dec von den Fürsorgeverbänden in Hessen geleisteten -Unter3 slützungen, und zwar getrennt nach der Gesamtsumme der vom einzelnen Verband gegebenen Unterstützungen und nach den einzelnen Unterstützungssätzen, vorzulegen: 3. dem Landtag alsbald eine genaue Zusammenstellung vorzulegen, aus der die Zahl der für die Kleinrentnerhilse in Frage kommenden hessischen Fürsorgeempfänger und ihre Vermögens- und Emkunftsverhältnisse, sowett sie statistisch erfaßt sind. hervoigehen: 4. dem Landtag eine Vachweisung über die aus hessischen Staatsmitteln für obengenannte Zwecke geleisteten Zuschüsse, getrennt nach Art der Verteilung und Verwendung, vorzulegen- Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. D a r m st a d t, 19. Mai. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags beschäftigte sich heute in einer längeren Aussprache mit Kap. 38 (Kirche n). Es lag hierzu ein Antrag Dr. Diehl vor, die dafür angesetzte Summe von 497 421 Mark um das Dreifache zu erhöhen, lieber den Antrag wird morgen abgestimmt werden. Ebenso wurde die Abstimmung über einen Antrag Dr. Werner zurückgestellt, I worin verlangt wird, daß das Gutachten über die I Rechtsverhältnisse von Staat und Kirche möglichst bald sertiggestelll werden. Bei Kap. 58 (S ch u l - । turn- und Sportwcsen) wird ein Antrag Dr. Keller, die Stelle des Landcsturn- inspektors wieder herzustellen, gegen 4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Birnbaum wurde gegen eine Stimme der Regierung als Material überwiesen. Der 'Antrag will, daß ein einjähriger Tur n- lehrgang für Lehrerinnen mit wöchentlich 8—10 Turnstunden eingerichtet wird, damit sie sich gründlich für dieses Lehrfach vocbcreiten. Das Kapitel wurde angenommen; ebenso Kap. hl (Gymnasien). Kap. 62 (Höhere Bürgerschulen und Nähere Mädchenschulen), Kap. 63 (Fortbildung der Lebrec an Volks- und Höheren Schuten) und Kap. 64 (Jugendpflege) wurden angenommen. Zu Kapitel 65 (Volksbildung) hat der Abg. Leuchtgens einen Antrag auf Streichung der Einnahmen und Ausgaben dieses Kapitels eingebracht. Der Antrag wurde gegen zwei Süinmen bei zwei Stimm- entgaltungcn abgelchnt. lieber einen Antrag Sturmfels, der eine Erhöhung des im Voranschlag eingesetzten Betrages miü,' wird morgen, ebenso wie über das ganze Kapitel, abaestimmt. Die Kapitel 69 (Landesbibliothek) und 70 (Landesmuseum) wurden angenommen. Luther und Stresemann beim Reichspräsidenten. Berlin, 20. Mai. (TU.) Der Reichspräsident v. Hindenburg nahm gestern vormittag einen längeren Vortrag des Reichskanzlers Dr. Luther und des Reichsaußenministers Dr. Strefemann über Fragen der Außenpolitik entgegen. Im Laufe des Nachmitags ftatteie der Reichspräsident dem päpstlichen Nuntius Msgr. Pacelli, dem Doyen des diplomatischen Korps, einen Gegenbesuch ab. Geyen dieRevolulionsseierLage. Dessau, 19. Mai. (WTB.) Der A n hallt j ch e Landtag beschloß gemäß einem Antrags der aus der Deutschnationalen und Deutschen A o l k s p a r t e i gebildeten bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft die Aushebung des 1 Mai und 9. November als gesetzliche Feiertage. Für den Anttag stimmten außer den 'Antragstellern die Demokraten und Mit- glieder der W i r t s ch a f t s p a r t e i. Die Annahme erfolgte mit 18 gegen 17 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten. Der Waldbrand bei Stettin. Schützengräben gegen das Aener. — Das Wild in den Flammen verbrannt. Berlin. 19. OKai. (Wolff.) Ueber den großen Waldbrand in Pommern, durch den 600 Hektar Forst vernichtet wurden, werden folgende Einzelheiten bekannt: Das Feuer ist am Montag vormittag gegen 11 Uhr auf den Kahlflächen der staatlichen Oberförstereien von Friedrichswalde und Puett. die durch den Abtrieb des Culenforstholzes entstanden sind., zum Aus- b r u ch gekommen, hat diese Flächen unb den angrenzenden, bereits auf g Mr beitet en Holzschlag durchlaufen und von dort in den Stadtforst Alt dämm übergegriften. In den ersten Vachmittagsstunden trafen außer den benachbarten freiwilligen Feuerwehren in Lastwagenzügen Reichswehrtruppen aus Altdannn. Stargard und Stettin ein. Unter Leittrng der Reichswehrkom- ntanfccurc wurde die Bekämpfung des Waldbrandes energ sch ausgenommen, war jedoch wegen ungünstiger Winde zunächst vergeblich. Um 5 Uhr nachmittags war das Flammenmeer bereits so dicht an das Dorf Horns trug herangekommen, daß die verzweifelten Bewohner zu räumen begannen und alles bewegliche Inventar auf bereitstehende Militär autos und sonstige Fahrzeuge verluden. Das Vieh mußte aus den Ställen geholt und unter der Obhut der Frauen und Kinder auf die Weide getrieben werden. Die männlichen Bewohner, die Schützengräben und Dämme um den Ort austoarsen, hatten stark unter den Einwirkungen des Rauches und der furchtbaren Hitze zu leiden. Aach teetierem Vordringen des Flammenmeers mußte die Chaussee Altdamm-Gollnow gesperrt werden. Trotz ausopfernder Tätigkeit der Reichswehrtruppen, der Feuerwehren und zahlreicher freiwilliger Helfer brannte abends 6 Uhr nach vorsichtiger Schätzung ein Gebiet von 15 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite. Es schien unmöglich. den Flammen Einhalt zu gebieten, die durch den lebhaften Wind immer mehr auf3 gepeitscht wurden. Riesige Feuersäulen stiegen allerorts in den Himmel und wurden auf weite Strecken durch die Luft getragen. Immer weiteres Waldgebiet wurde durch die Flammen erfaßt. Durch das schauerliche Schauspiel und die w^thin sichtbaren Rauchschwaden wurden Tausende von Zuschauern angclocft, die selbst von dem in der ßuftlurie über 10 Kilometer entfernten Stettin herbeieilten, bis wohin der Sturm den Rauchtrieb. Vachdem bzreitd auch eine Reihe von Bahnhofsgebäuden geräumt waren, trat endlich gegen 8 Uhr abends durch Drehung der Windrichtung eine Wendung zum Disseren ein und schließlich vollkommene W'ndstllle, so dah buchstäblich im letzten Augenblick das Dorf Hornskrug uns die beiden Eisenbahnstationen Arnims- walde und Grost-Christinenberg verschont blieben. Die Reichswehrtruppen sind erst atn Dienstagvormittag toieber abgezogen. Das große Waldgebiet, dessen schöner Forstbestand vollständig vernichtet ist. bietet ein Bild traurigster Zerstörung. Der Wert der vernichteten Baumbestände wird allein auf 10 b i s 15 Millionen Goldmark geschäht. Der Gesamtschaden soll bei weitem größer sein. Auch der wertvolle Wildbestand ist vollständig vernichtet. Die vor dem Feuer herftleheuden Tiere schreckten bor den Zuschauermengen zurück unb rannten wieder in den brennenden Forst, wo sie ein klägliches Opfer der Flammen wurden. Menschenleben s inb nicht zu Schaden gekommen; doch ist eine Anzahl Rettungsmannschaften namentlich auch bei der Reichswehr an Rauchvergiftung erkrankt. Mit dem Auto unter den Güterzvg. Ann aber g i. Crzgeb.. 20. Mai. (WTB. Funllpruch ) B im Passieren des Bahnübergangs in der Gemeinde Schlema wurde gestern c3ötB kurz nach 8 Uhr das Auto des Kupfcrschmiedeoei- besitzers Veugebauer aus Annaberg von einem Güterzug ersaßt und vollständig zertrümmert. Der Besitzer und der Chauffeur wurden sofort getötet, drei weitere Insassen erlitten schwere Verletzungen. Feuer in der Untergrundbahn. 75 Personen verletzt. An der Grand Central-Station der Veuyottcr Untergrundbahn entstand während der verkehrsreichsten Morgenstunden infolge Kurzschlüsse s in einem überfüllten Zuge eine Panik. Etwa 75 Personen. meistens Frauen und Kinder, wurden in dem in Rauch und Flammen ein- gehüllten Zuge verletzt. 2n dem Zuge spielten sich Schreckensszenen ab. Diele Frauen und Mädchen warfen sich zu Boden oder suchten verzweifelt die Ausgänge zu erreichen. Andere wurden durch die Fenster geschleudert ober niedergetreten. Durch das Erlöschen bei elektrischen Lampen wurde die Panil noch verstärkt. Vielen Leuten wurden die Kleider vom Leibe gerissen. Die Verletzten fanden zuerst in den benachbarten großen-Hotels Aufnahme, wo die Foyers und Speisesäle zeitweilig in Hospitäler üertixmbelt waren. Fünf Männer, welche, um sich selbst zu retten, d i c Frauen zurückstießen, wurden von d e r Polizei niedergeschlagen. Von dem angrenzenden Danderbilt-Hotel ließen die Angestellten Leitern in den Schacht der Untergrundbahn hinab und halfen den Passagieren, durch einen Votausgang die Straße zu erreichen. Explosion in einem Zelluloidlager. Aus Raat wird gemeldet: Im Zelluloidlager einer Sackleinewandfabrik ereignete sich eine Explosion, in dem sich ungefähr 12 Wagen mit Zelluloid befanden. Die Fabrik, sowie eine benach barte Kunstlederfabrik wurden durch die Explosion saft gänzlich zerstört. Glücklicherweise ereignete sich die Explosion während der Mit tagspause, so daß von den Arbeitern nur einer schwer und einer leicht verletz! wurde. Auch einige Passanten erlitten leichtere Verletzungen. Die Fensterscheiben der anliegenden Häuser wurden in weitem Umfange zerbrochen. Romantische Entführung. Eine aufregende Szene zwischen einem Chauffeur und einer Tänzerin spielte sich kürzlich des nachts in einem Berliner Droschkenauto ab. Eine Tänzerin wollte sich kurz nach Mitternacht von einem ihr völlig unbekannten Chauffeur nach Hause fahren lassen. Sic mußte plötzlich entdecken, daß der Wagen eine ganz andere Richtung cingeschkagen hatte. Der Chauffeur, den sie durch Hilferufe zum Halten zwingen wollte, fuhr mit rasendem Tempo und gelöschten Laternen weiter. Schließlich wurde dec Wagen von P o l i z i st e n durch ein zweites Auto eingeholt und zum Halten gebracht. Kurz vor- her war die Tänzerin aus dem Wagen gesprungen. Bei dem gefährlichen Sprung zog sie sich Verletzungen an Armen und Knien zu. Der Chauffeur wurde verhaftet. Fleifchvergiftrmg. Infolge Genusses von gehacktem Pferde- f l e i s ch sind in Mühlheim etwa 20 Per f o n e n erkrankt. Einige mufjttn dem Kran- tenhause zugefühtt werden. Eine Person ist tn= folge der Erkrankung gestorben. Kunst und Wissenschaft. Dr. Richard Stegemann t- In Braunschweig, seinem Wirkungsorte, ist soeben der Handelskammerpräsident i. R., Geh. Regierungsral Dr. Wichard Stegemann gestorben. Größte Verdienste hat er sich wahrend seiner 30jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Deutschen Verbandes für das kaufmännische Bil- dungswesen erworben. Seine Tätigkeit ist grundlegend für den Aufbau und Ausbau des eben genannten Bildungswefens in Deutschland gewesen. Insbesondere verdanken die deutschen Handelshochschulen, die Rüstwerkstäten des deutschen kaufmännischen Geistes, seiner Anregung ihre Entstehung Imb hohe Entwicklung. Auch über die Grenze« Deutschlands hinaus knüpfte er durch Gründung der Internationalen Gesellschaft für das kaufmännische Bildungswesen sruchtbringende Verbindungen mit dem kaufmännischen Bildungswesen des Auslandes. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Mai 1925. Christi Himmelfahrt. Vor etwas mehr als hundert Jahren brachten deutsche Auswanderer.' die aus Amerika wieder nach der Heimat zurückgecehrt waren, ein Lied mit, das in frommen Kreisen bis aus diesen Tag gern gelungen wird. Es ist ein Lied der Sehnsucht, man hört es in der Sommernacht, wenn junge Menschen durch stille Felder schreiten, seine Melodie, von Posaunen geblasen, erllingt bei Begräbnissen über dem Gottesacker; die erste Strophe lautet: „Wo findet die Seele die Heimat, die Auh? Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt uns an. Wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten tarnt? Vein, nein, nein. nein, hier ist sie nicht: Die Heimat der Seele ist droben im ßid)t“ Diese Strophe berichtet von des menschllchen Herzens Sehnen und Empfinden, von dem Verlangen nach einer Heimat, in der die Seele zur Ruhe kommt. Jeder liebt seine Cxdcnheimat. Mit tausend Fasern haftet er an ihr, das Derweilen in ihr macht ihn froh, jeder Baum, jeder Stein, jedes Haus erzählt ihm eine lange Geschichte, die mit seinem innersten Sein ver- bunben ist, die Frühlingsfluc und die Herbstnacht, die er in der Heimat verbringt, führen ihm die Erlebnisse ferner Tage herauf. Hier steht das Haus, in dem der Vater ihn heran- leitete, dort liegt der Friedhof, auf dem die Mutter schläft, diesen W?g ging er in jubelnder Freude, auf jenem Pfade schritt er, als er in bitterem Leide um liebe Menschen bangte, sein Leben haftet an den Feldern, den Wäldern, am Lufthauch, der durch die Heimat weht, am Bach, der durch ihre Wiesen rinnt. Dennoch, wie nahe die Heimat auch seinem Herzen steht, ungetrübtes Glück vermag sie ihm nicht zu geben. In seinem berühmten Erbauungsbuche „Von der Aachfolge Christi" sagt der Mönch Thomas von Kempcn: „Wo ist einer, dem alles nach seinen Wünschen geht? Weder ich bin es. noch du. noch irgend ein anderer Mensch auf Erben. Keiner ist ohne einige Trüb- fei unb Qtot, er fei Jtaifer ober Papst." Unb Schiller läfit in bet .Braut Don TUrfina“ den Lhor sagen .Wer besitzt, her lerne nerüercn.“ Wieviel muh der Mensch 3abc um 3al>r verlieren! Sr verliert btc 3ugenb. er sieht seine» Geben« Kraft dahinfchwinten. ein 3becl nach dem anderen sinkt ihm in Trümmer. liebe Menschen gehen schweigend Dem ihm weg Wir. die wir heute leben, haben so viel verlieren müssen, toa» mit unserem vaterländischen Empfinden zusammenhing. Harle Lage erlebt der. der seine Gesundheit und Leben-krost dahin- schwinten stehl und io qualvollen Stunden unter einer Dcrbeet'enben Krankheit leidet. Da« Lied hat recht, wenn e« auf die Frage wo findet die Seele Me Heimat. Vie Ruh? Vie Antwort gibt: hier ist sie nicht. Aber es weift auswärts die Heimat der Seele ist droben im Licht. Ohne den Glauben an ein Weiterleben in einer Well, in der die Grdenmängei unb die irbi!4>e Unvollkommenheit un» nicht mehr an- fcj fcn. wären wir arme, gebrochene Äaturen nicht imstande, den Kamps de« Geben» nur einen T^g tpcttenufübren. 3n 3efu» ist die jenseitige Welt TDirnkrf'lt geworden Sein ganze« Geben unb Wirken, jebe« seiner Worte weist nach oben, ricftci sich aus eine jenseitige Welt und fern gröftter Apostel, nämlich PauluS. gibt die Losung: Trachtet nach dem. da« droben ist. nicht nach dem. bas auf Orden ist. Die Himmelfahrt 3efu ist die Bestätigung seiner von der ewigen Heimat redenden Worte, unb der Mensch, der mit ihm Im Glauben verbunden ist. hält unter dem Druck der Ordenschicksale au«, well chm da» Ziel in dem alten Liede angegeben ist: »Zeuch un« nach dir. so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin. ba bu bist. Herr 3esu Obrift, au« dieser Well gegangen.“ H. B. » Mehr Lchuu dem Philosophenwald? Obr Leser schreibt un« Die Stadtverwallung wird höflichst gebeten, doch dafür Sorge tragen zu wollen, bah dem Philosophenwald da« Grün seiner Bobendecke und damll bet Charakter al« Erholungsstätte für die Bevölkerung erhalten bleibe. Wird dem Schäfer wellerhin gestattet, seine Herde eln- »utreiben, bann ist e« mit der Frische und Schön- hell be* Walde« bald vorder Abgesehen von einem kleinen, geschonten Teil, sieht c« schon jetzt trostlos genug darin au«. Auch ba« Anbringen einiger Papierkörbe wäre wünschenswert. Pornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. . Stahlhelm- Bund der Frontsoldaten 9.30 Uhr kaall-au Sauer DründungSversammlung. — Lichtspielhaus. Dahnhofstraftc: Der Demütige unb Vie Sängerin. — Astoria-Lichtspiele. Flammen der Leidenschaft. - Tageslalender für Donnerstag. AchtspielhauS Bahnhof strafte. Wie sage ich« meinem Kinde? — Astoria-Lichtspiele:: Flammen der Leidenschaft. — S ta d t t hea t e r. Wan schreibt un«: Das für den 13. Mai ungesagte Operettengast- spiel findet nun bestimmt am Sonntag. 24. Mai. abend« 8 U6r, statt. (Siehe Anzeige.) - Gießener Hochfchulgesellfchaft. Glächsten DtcnAtng abend im groften Hörsaal der ^Iniversität Dortrag am bichromatischen Harmonium. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage. Heiter bi« wollig, wechselnde Winde, trocken. Heute morgen erstreckt sich eine schmale "Rinne tiefen Drucke« vom Kanal bi« zu den Alpen, die durch daS Dorvringen höheren Druckes von den Pyrenäen bi« nach Mittelengland entstanden ist. lieber Rordost-Europa^j bet hohe Druck an Stärke verloren, auberbem nahen westlich von 3rlanb neue Tief-AuSlLufer Die Stabilität der bisherigen Wetterlage scheint durch die eingetretene Luftbruckverteilung stärker aU seither bedroht ** O i n Gottesdienst für Himmelfahrt - A u S f l üa le r findet morgen vormittag 11 Uhr in Kloster Arnsburg statt ” Sine Tagung zur Einführung in die 3ugendwohlfabrrSarbeit beginnt am Freitagvormittag in der Aula der llniDcrfltät Die DvrtragSfvlge ist aus dem heutigen Anzeigentell erfichlltch. •• Medizinische Filmwoche in Hef - Jen. Man schreibt uns: Der bekannte ‘Berliner Chirurg Dr. A. v. Rothe erfand einen Apparat, der et ermöglicht Operationen unmittelbar über der Wunde aseptisch im Film feftAuballen Sie zeigen bat Operaliontseld mit den Händen des ar oeitcnden Chirurgen in zwanzigfacher Dergröfte^ rung, so duft jede Faser des (Eingriffe verfolgt wer den kann. Durch solche Filmaufnahmen lassen sich Operationen der berühmtesten Fachleute den Aerz ten, Medizin-Studierenden dem Pflegepersonal in einer Weise oorführen, die bisher nicht möglich war. J)unberie können gleichzeitig, noch dazu in vergröberten Bildern, jedes Detail des Operanden Umgriffet sehen. Man versteht daher, daß die deutsche Retchsregierung aus der TOallä.iber Aut- ftellung 1925 außer dem Zeppelin und dem Rotor Flettners nur noch den Aufnahme-Apparat Dr. o. Roches im Reichspaoilion autftellte. Die epochale Erfindung Dr. o. Rothes lieft den Plan reifen, in Form von Wochenübersichten derartige Aufnahmen regelmäßig zu zeigen unb sie durch Vortrage von Fachärzten zu ergänzen. Den Aerzten und Studenten werden so Möglichkeiten besonderer Art zur Ergänzung ihres Wissens, zu ihrer Fortbildung gegeben. Die Hessische Bildstelle beabsichtig, die medizinische Filmwoche auch in Hessen einzusühren. Am Freitag, 22. Mai, abends 8j Uhr, finde, in der arauen-Älinif eine Vorführung der Filme statt, zu der die Interessenten im heutigen Anzeigenteil eingeladen werden. •• Oie Kirchengesangvereinc des Dekanats Gießen gedenken ihr diesjähriges Iahretfest am Sonntag, 24. Mat (Cxaudi) in Beuern zu begehen. Der Festgottesdienst beginnt 2i Uhr pünktlich, die Nachversammlung 41 Uhr. Auch der Posaunenchor Großen-Buseck hat seine Mitwirkung beim Feste zugesagt. In der Nach- Versammlung wtrd jeder Chor ein frei gewähltes geistliches unb weltliches Lied fingen. Das Fest verspricht nach den Vorbereitungen einen schönen Der- lauf. (Siehe Anzeige.) * 3u bet Fahnenweihe ber ehern. Seibgarbisten in (Siesten am nächsten Sonntag nachmittag, zu der im heutigen Anzeigenteil eingclabcn wirb, teilt man uns mit, daft die Aegimentssahnen durch eine Fahnen- lompagnic und Vie "RegimentSmusik von derZeug- hauSkaseme nach der Neuen Kaserne verbracht werben. Daselbst findet der Weiheakt statt, an- schlietzend ist eine Feier aus der LiebigShöhe. ** ZurRichtig stellv na. Der Dortrag von Profesior Herzog über das Asllepieion und die Aerzteschule von Kos findet Freitag, 2 2. M a i (nicht Juni) statt. (Siehe Anzeige.) "• WohnungSeinbrüche. Der Polizeibericht meldet: Am Sonntagnachmittag, zwischen 3 unb 5l/j 32hr wurde in der Goethestrafte und Bruchst raste je ein Wohnungseinbruch verübt und nachstehc,ll>e Sachen entwendet: Sine Kasselle au« Stahl mit grünlichbraunem Farbanstrich, auf dem Deckel ein ®olbftreifen unb vernickelter Griff, zwei Scheckbücher, darunter ein« mit Postschecknummer 161 153 Frankfurt a. M mit 71 amen Speer, eine Haaruhrkette mit Goldeinfassung und Arbeitsvergebung. Benflon Brandl Neuen Baue 22 B e r t h. 5143c 3. 4. 5. 6. 4V'/« 04454. Auf Grund der ministeriellen Bestimmungen sollen die bei den ftaatL Gebäuden in Giesten, Baublock Wilhelm- strast',vorkommenden äußerenPutz- und Anstreicherarbeiten in fünf Losen, sowie die Maurer», Schreiner- und Schiosterarbeiten für die Einfriedigung de« Bau- blockS in je einem LoS im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Die Bedingungen und Zeichnungen liegen von Mittwoch, den 20. Mai ab. auf unserer Zweigstelle im Physikalischen 3nstitut zur Einsicht offen, woselbst auch die Angebotsvordrucke, solange der Dorrat reicht, zum Selbstkostenpreis abgegeben werden. Die Angebote sind verschlosten. mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis Donnerstag, den 28. Mai d. FS., vormittags 11 älhr, bei vorgenannter Zweigstelle abzugeben. Die Eröffnung erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bieter. ZuschlagSfrist 14 Tage. Diehen, den 16. Mai 1925. Hessisches Hochbauamt Gießen. flgo von 3449 qm gr.Baum- Uau stück an der Leihgeflerner । PfÖC 5tra&e ZU verpachten, l Ul du 8i$manfffraffe45p.| Garagen für Personen- unb Lastwagen mit Waschplatz zu vermieten. Schriftliche Angebote imt 5103V a. d. Gieh. Anz. Lebenrmittelver-ingung. Am 2.3uni 1925,9Uhr Dorrn., werden die Kuchenbedürfnisse des 1. (Hess.) Bataillons 15. 3ns.-Agts. hinsichllich der Lieferung von Kolonialwaren und Gemüse für die Zell vom 1. Juli 1925 bis 30. September 1925 in der Kaserne 2, Zimmer 119, verdungen. Die Lieferungsbedingungen liegen Dom 22 Mai 1925 dis 30. Mai 1925 einschließlich in der Seit von 9—12 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags bei der Küchen- Verwaltung de« Bataillons zur Einsicht aus. Sie können auch gegen eine Gebühr von 50 Pf. von der Küchenverwaltung bezogen werden. Angebote mit der Aufschrift: Angebot auf Lebensmittel für 1. 3uli bis 30. September 1925 sind bis zum 2. Juli 1925, vormittag« 8 Uhr. an die Küchenver- waltung einzureichcn. 51680 Küchenderwaltung de« 1. (Heff.) Bataillons 15. Fnf.-Rgl«. Möbl. Zimmer von Dauermieter gesucht. Schr.Armebote unierölÜ10a.den Gieft. Anzeiger. Möbliert. Zlmmrr per 1. 8. zu mieten aef. Ost', mit Preis- ang.tr. 04465 n.d G-S. Heinrich Stickt 'uS, Smferastee 2. (Sin tüchtige- Zinnnemttn sofort gesucht. Hotel Lenz. fchlieftend verschiedene städtische Grasstücke bei der Kläranlage und sämtliche Feldwege. Gräben usw. zwischen der Lahn und der KreiSstrahe nach Schiffenberg gelegen Mittwoch, den 27. Mai vormittags 9 Ilhr an Ort und Stelle sämtliche Feldwege und Gräben usw. zwischen der Kreisstrafte nach Schiffen- berg und der Wieseck. 4 Grasstücke bei der Liedighöhe, die GraSnutzung vom Friedhof auf dem AahrungSberg in 20 Abteilungen, sowie eine Wiese am Schiffenherger Weg recht«. Zusammenkunft am Bahnübergang des Schiffen- berget Wegs Donnerstag, den 28. Mai vormittag« 8 tthr an Ort und Stelle die GraSnutzung von den Wiesen am Fürstenbrunnen in 23 Abteilungen, an» fchlieftend sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Wieseck und der Lahn, ’jormittag« ' .10 Uhr die Grasnutzung ?om Friedhof am Rodtberg. vormittags ' ,12 Uhr die Wiesen in der Schwarzlach in 19 Abteilungen. Zusammenkunft am Hause Marburger 6trabe 60 (Schmoll). Tieften, den 18. Mai 1925. S)cr Oberbürgermeister. 3. B.: l)r. Rosenberg. 51708 Bekanntmachung. i>tr efattt ßitBtn. Die Stadt Gtetzen läftt Montag, den 25. Mai, Dienstag, den 20. Mai, Mittwoch, den 27. Mat und Donnerstag, den 28. Mai 1925 folgende GraSnutzungen für da« ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern Montag, den 25. M i 1. vormittag« 9 tthr an Ort und Stelle die Wiesen beim städtischen Freibad in 3 Abteilungen, desgleichen 4 Abteilungen von der Hospitalwiese auf der Hohlelche, sowie die frühere Ockelsche Wiese an der Rodheimer Strafte in 4 Abteilungen. hieran anschließend sämtliche städtische Feldwege, Gräben usw. im Reustädter Feld. Dienstag, den 26. Mai 2. vormittag« 9 Uhr an Ort und Stelle die GraSnutzung von den Wieseck- bSschungen, Zusammenkunft in der Gartenstrafte an der Wieseckbrücke, an- Heller H« für Werkftattzivecke zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt.04467 an den Gien, «nz. Stsliensngsbviej Herren u. Damen auch Erwerbslose ftnben dauernden Berdienftdurch leichten Berkavi eine» tn jedem Haushalt unbedingt erforderlichen bell. Bedarfs- Artikels. Berdienft Sonnige mötn.3hnmer Gute Verpflegung. Tel. 1085. Dih Gut möbliertes Zimmer zu vermieten, L«B- konzert des HauSorchesterS: Franz v. Suppe ('s 21. Mai 1895). 6-5.30 Uhr: Die Ccfeftunbe (Aus fernen Ländern): Au« dem „Fapanbuch" von Lafcadio Hearn. 6.30 Uhr: ilebertragung au« dem Frankfurter Opernhaus Aida. Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi. (Aenterung Vorbehalten.) Anschlieftend Rachrichtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Donnerstag, den 21 Mai. iLhnstt Himmelsahrt Stadtkirche. 9* Pfr. Becker. — Fohanneskirche. 9' ,: Psr. AuSseld. - Kapelle deS Alien Friedhof« Dorm.8: Psarrasi. Hertel. - Mrchberg. 10. Lollar 10. - Watzenborn-Garben- teich. Watzenborn-Steinberg. 1 Garbenteich. ' ,10. - Wiejeck. 9*/.. Opfer f. d. Spileptlschen-Anstall in Rieder-Ramstadt Katholische Gemeinden. Gießen. Mittwoch, den 20. Mai. 4', u. 7 Beichte, Donnerstag, den 21. Mai^ Himmelfahrt. 6'/, Deichte. 7 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt m. Predigt, 11 Messe nt. Predigt, 2' Vesper m. Segen. — Grünberg, 9". Meffe mit Predigt. - Hungen. 8 Hochamt mit Predigt. — Sich. 10 Messe mit Predigt. 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Beuern, Rödgen, Reiskirchen, den 20. Mai 1925. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 2V2 Vhr, statt. 04475 Bekanntmachung Der von der Vertretung der Landjudenschaft der Provinz Oberheffen durchberatene Voranschlag der Landjudenschaft Lev Provinz Oberhessen für das Rechnungsjahr 1925 liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage lang in der Wohnung des unterzeichneten Landjudenschaftsvorstehers, Alicestratze 2, offen. Giehen, den 19. Mai 1925. Der Vorstand der Landjudenschaft d. Provinz Oberheffen: L o uis Marcus. 5184D das schon längere Zeit m besseren -Häusern gedient bat und beste Zeugnisse besitzt, zum 1. Juni gesucht. 5171D Franks. Str. 36 p. Olllllllllliiilllllllllllllllllllf) Ab heute bis einechließlich Sonntag: Flammen d. Leidenschaft Großfilm in 6 Akten dazu ein lustiges Beiprogramm. MllMWlW. 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L, ■ 3le Lj iMingsL Isen fit i ^cht aus 9 At , LHel'. fjAtbar ? in oll und l W Nt bet aS.Nt d, fft "eben R S« «ii bO.bi feiÄ Hin v^Se in6 hui -A fiepen FOjntümer. uuswertungs K'e,-6em® r2I0?n könne, ei • bi? ipateren mi ; feilos den ’florl d-r Pfandbriesl ttagezugeHrt pon Fr-b dritten hm *'riii!cl|fanbc5 w WAisellos unb ■ erbfitft hc r nnaen ein (5i piinftig sollen a. sie hr pixben. 6s ist io hin Msch 5 neen. :1“ *# il67a srl ’8 6 D. H. V. lorgen- tberung Katkbi'i» item ui®- punfi: < Ubr iönmo^«’ t Wahr* 1885 1.1 meliibri ühtour fort 7 Ubx, Hoi'. 5197c \Wo\ ot^id“ isty. elfabrt ^lgöburo 1' irth eSlMbm. 3e'mbCn. 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Ihr 5ic- ■ultal war eine Einigung in den großen gründ- »;enden Fragen, die in den sogenannten Richt- iln ien vom 1 M a i 19 2 5 zusammengefasit i wrbc. (£& liegt also eine doppelte Einigung vor: > nmnl eine solche zwischen den Regierungsparleien 1 rb dann eine solche zwischen diesem und dem < ichskabinc'i Das, das Ergebnis eines solchen '.ppelvergleiche nicht allenthalben befriedigen kann, 1 em aus ber Hund. Zweck der folgenden feilen soll ■ in, einmal kurz zu umreißen, inwiefern eine Eini- Ung erziili wurde, bi weite Bevöllerungskreise die ’ tapp gefaßten Richtlinien nicht vollständig verstau- । 7sn haben dürften, und weiter offen aufzudecken, VHS von den Forderunaen erreicht wurde und welche < - ch unerfüllt bleiben Schematische oder individuelle kliiswertung. Grundsätzlich ist die schematische Lösung 'ssbehatten uwrdei. Allerdings ist der Kreis der eck)tsoerhultnisse, die künftig individuell aufgewertet oerben sollen nicht unerheblich oermel)rt worden 1 (I. § 3 und § 12 des Entwurfs, die künftige Auf- srtung her Kommunalanleihen, leßten '-ttdes auch der Auswertung der I n d u st r i c o b l i- a t i o neu). Ick) stehe nicht an zu erklären, daß X Verzicht aui die individuelle Aufwertung mir er n tioh i. br schwer gefallen ist. Wir irden zwar nie die sehr weitgehende individuelle lining, h'C bei Abg. Lest vertrat, gefordert, wohl XV erb!' tten wir in dem sog. M ü ge 1 sche n Ent. ’jurf tNormalsa.: mit der Möglichkeit, bei grober ’llbiUigfeit nach oben und unten abzuweichen) eine ) )lo| isch bester gcroirlt. .«tun ege; tu ber war aber zu bedenken, daß die zweiten «fi *' biiltcn Hypotheken vielfach in den Händen des '.u Beistandes waren, die in einer Differenzierung c-'ell". und mit Recht eine schwere Benachteili- f -i erblickt häi-.-.i. Außerdem ist aus technischen 1 i iibcn ein Einheil'satz bedeutend günstiger, weil ’f r den Grundbuchämtern schwierige Berechnungen i d damit Streit unter den Beteiligten erspart. Ich 1 । deshalb letzten Endes eigentlich für den Einheits- : Ji i eingetreten. s : 3. Die (Einräumung einer freien t - 1 le in derHypothekenfolge für den l qentümer. Bei allen Vorschlägen zur Lösung Bt1 Aufwertungsproblems bot die meiste Schwierig. Bit, wie dem Grundbesitz die Möglichkeit geboten P oden könne, einen dringend benötigten Realkredit rr r iüfzunehmen. Der Regierungsentwurf schlug vor, k. den erststelligen Hypotheken zu scheiden zwischen Himmelfahrt. Don Karl Kotiger. Llcbermächtig ward der Dust Silüerlichter. grüner Fuhlingstagc. 2lLc Glocken, die da schlagen Durch d n Morgen, müssen tragen Durch die morgertblaffe Luft jrühlingÄ&uft auf ihren Schwingen. Mülsen fingen: „Geist und Liebe, "rast aus innen. Jener, Licht! "'aß nicht ohn' Vollendung bliebe in: Seel'. Aus Hohen regnet lusichtbar, was olles segnet lind in olle Herzen spricht: Licht und leicht ist alles Leben Der Dol.endung! Laßt c.id) tragen, ilnb mit leisem FlügeAchlagen Könnt ihr in Entrückung scyweben." Tk Maler und der Krutzling. IBon Walther Appell. '.'.’?an nennt den Frühling die Zeit der Dich- ' J -^un 'st aber bas Dichten nur eines der oer- , s Lienen lui'.stleriichen AvedruckSmittel, die gleich- ; tLhligt neben einander stehen. Wenn also wirk- I I her Frühling die Dichter (b. h. die wahren '-er, nicht nur Dilettanten und liebende Gym- ullen) mehr anregte als die andern Jahres- l iet, bann müßte ganz das Gleiche auch für die il.r gelten, die wir einmal herausgreifen wol- I 1 Gewiß steigert das neu erwachende Leden und - te.sbewußlsein vielfach auch die schöpferischen r.f.e . . . aber dos ist doch wohl nicht nur in r J.unft so. Jedenfalls sind die Darstellungen und tHerschläge in der Malerei durchaus nicht auf. | Ug überwiegend. Eher ist das Gegenteil der |il. Dos mag feinen Grund darin Huben, daß Ui Frühling in farblicher Hinsicht nicht mit fo Mckm Vielfältigkeiten aufzuwarten hat wie die dem Aufwerrungsdetrag von 15 Proz. und einer Zufatzauiwertung von 10 Pro;., diese letztere in die zweite Wertshälfte des Grundstücks zu verweisen und ihre Stelle vorn hinter dem Auiwertungsbelrag dem Grundstückseigentümer als Eigentümergrund, schuld einzuordnen. Ich habe diese Gestaltung als viel zu künstlich bekämpft und immer auf die großen technischen Schwierigkeiten bei der Durchführung Hingewielen. Dagegen habe ich mir vorzuschlagen erlaubt, hinter der ersten Hypothek, die ohne Schei- düng zwischen Auswertungsbetrag und Zusatzauf- Wertung geschlossen bleiben soll, eine Eigentümer- grundschuld einzuschreiben, >edoch nur in einer Höhe, baß die zweite Hypothek unbedingt an die Stelle des jetzigen Grundstückswertes zum 3uge kommt, der ihr nach dem Wenoerhältnis jeder Zeil der Begründung gebührt. Damit geschieht den zweiten und Nachfolgern den Hypotheten keinerlei Unrecht. Ich gebe ohne weiteres zu, daß noch diese Löfuna technische Schwierigkeiten in sich birgt. Schließlich einigte man sich jedoch hierauf in der Erwartung, baß weitere Der Handlungen noch eine Vereinfachung finden lasten werden. Hierzu besteht begründete Hoffnung. 3. Der Hypotheken zinssotz. Der Regierungsentwurf schlug vor, die den ersten Hypotheken gewahrte Zusatzaufwertung erst von 1928 an ju ver- zinsen. Trotz Bemühungen aller Parteien blieb die Reichsregierung hier unnachgiebig. Hauszinssteuer und Finanzausgleich boten angeblich unüberwindliche Hinderungsgründe. Es mußten sich schließlich die Re- gierungsparteien damit abfinden, baß von dem Auf. wcrtungsiatz von 25 Proz. ein Teil von 10 Proz. erst ab 1928 verzinst wird. Ich gebe offen zu, baß mir kein Zugeständnis so schwer gefallen ist wie dieses. Es ist das meines Erachtens die schwächste Stelle der Einigung. 5. Die Rückwirkung. Hier haben die Parteien gegenüber dem Reaierungsentwurf einen vollen Erfolg erzielt. Der Stichtag für die Rückwirkung ist auf den 15. Juni 1922 zurückgesetzt und dadurch der Termin erreicht worben, ben ich schon im vorigen Herbst im alten Aufwertungsausschuß vorgeschlagen hatte. Auch wirb ben rückwirkenb ausgewertctcn Rechten der volle Aufwertungssatz gewährt, nicht nur die Hälfte. 6. Sie Aufwertung der Industrie» Obligationen. Auch in diesem schwierigen und heißumstrittenen Kapitel ist erreicht worden, daß der Auswertungssatz letzten Endes 25 Proz. beträgt. Hier war der Schwerpunkt zu überwinden, baß bie G o l d- bi langen der Jnduslriegesellschanen inzwischen aufgeftelll waren, in bie sich ein neuer Schulbpoften nicht ohne weiteres einsügen ließ. Der 'Ausweg wurde gefunbep mit Hilfe von Genußscheinen, die tch’glid) auf ben Gewinn der Gesellschaften gestellt ivare», die Golbdilanz also nicht berühren. Der Gebante rührt von E^z. M ü tz e I her, und die Deutsche Voltspartei hat ihn seit vorigem Herbst auf meinen Vorschlag konsequent verfolgt. Es sind danach lediglich Gewinnverlelliingsvorschriften aufzustellen, nach welchem Schlüssel der Gewinn zwischen Genuß- scheininhadern und Aktionären ausgeschüttet werben soll. Die Genußscheininhaber sollen die vertrags- mäßigen Zinsen und weiter eine Rücklage erhallen, aus der alljährlich ein Teil der Genußscheine aus- g-löst werden muß. Auf letzterer habe ich besonderen Werk gelegt, damit bie Scheine einen leiblichen Börsenkurs erzielen. Diese Regelung gestattet gutgehenden Unternehmen, die Genußscheine sehr bald abzustoßen, während die notleidenden längere Fristen zugebilligl erhallen, so daß insoweit eine gerechte Individualisierung Platz greift. 7. Reichs- und Länderanleihen. Die Einigung hält hier an der von der Regierung vor- geschiayenen Scheidung von All- und 9teubesig fest. Don einer sofortigen Auszahlung von Zinsen soll abgesehen werden da ja der geringe Betrag, der bei der Finanzlage des Reiches'hätte gemährt werden fönnnen (2,50 Mk. alljährlich für 1000 Mk.!), eine Riesenarbeit, aber wenig Nutzen geschaffen hätte. Wohl aber wird eine verstärkte Auslosung durchgeführt, bie ben Gläubigern bas Doppelte des im Entwurf vorgesehenen Betrages (100 auf 1000 Mk.!) und außerdem 5 Proz. Zinsen davon bringt, allerdings ohne Zinseszins. Man wird diesen Betrag, der dem Reiche schwere Lasten aufbürdet, immerhin als eine leidliche Konkursdividende bezeichnen können. 8. Gemeinbeanleihen. Die größten Schwierigkeiten waren hier zu überwinden, weil sich die Ansichten der Regierung und der Parteien schroff gegenüberftnnben. Die Parteien wünschten sämtlich eine höhere Auswertung der Gemeindeanleihen, und zwar je nach der Leistungsfähigkeit der Gemeinde, und hätten am liebsten einen festen Rormalaufwertungsfatz eingestellt, mit der Möglich Feit, bei Leistungsunsähigkcit der Gemeinde nach unten abzuweichen. Hiergegen hat die Regierung andern Jahreszeiten (einschließlich des Winters mit seinem Schnee, der immer eins der anziehendsten Probleme sein wird). Die Maler des Frühlings müssen mehr haben als ein offenes 'Auge. In einem gar nicht unbeträchtlichen Winkel ihres Herzens müssen sie Poeten fein, d. h. dem verträumten Klingen, bas unter der Oberfläche der Dinge schwingt, zu lauschen verstehen. Damit ist schon gesagt, baß ein Erbe gesunder Romantik in ihnen fein muß. Deshalb wohl nimmt ber Frühling eines Rur-Romantikers wie M. v. Schwind einen breiten Raum ein, wenn nicht immer als Eigentliches, fo doch als unierftrcichender Stimmungshinter- grunb des DargefteIllen. In dieser Beziehung — wie in manchen andern — führt ein gerader Weg von Schwind zu Hans Thoma. 'Aber auch im Werk des unlängst verstorbenen Allmeisters wird betätigt was fast durchweg bei aller ausgesprochenen „Frühlingskunst" zu beachten ist: baß ber K ünstler am ^stärksten ist, wenn er sich bamll bc> gnugt, ben Frühling — freilich unter Erfassung feines lichtwärts-führenben Einflusses auf Natur unb Mensch — barzustellen. Daß hingegen da, wo dieser Einfluß nicht ungezwungen (selbstoerstänb» lich), fonbeni „gestellt" zur Veranschaulichung komnu, feiten Höhepunkte erreicht werden. Und daß vollends ber Kitsch sich zum Worie meldet, wo allegorische Ueberflüksigleiten zum Tatsächlichen treten. — Aehnlichcs wie für Thoma gilt für Böcklin und Klinger. Einen Gipfelpunkt in unserm Sinne bedeutet das Malen L. v. Hofmanns (in des Künstlers besten Jahren). Darin, z. B. in der wu.aderoollen Lithographienfolge „Tänze", ist eigentlich immer und überall Frühling. Unb zwar de.halb, weil daraus, ganz ohne berechnende Absicht und erst recht ohne alle Pose das keusche, sinnende Froh- fein leuchtet, das überhaupt einer ber hervor- stechenbsten Wesenszüge bieses Malers ist. Seine kno.penden Mädchenakte, feine straffen Iünglings- geficlten, feine unerschöpflich bewundernde" Ehr- furcht vor dem Heiligtum „Mutterschaft^ . . . Schach-Ecke. Gearbeitet von 2D Orbach. 2iUe für die ReLakrton bestimmten DEittei- lungen, Lösungen ufto sind zu richten an die Schachredaktion d?S ..Giehenei Anzeigers" Problem Nr. 12. Don 2>r. 3. D. Pilnacek in Prag. (Zlatä Praha.) Schwarz: a b c d c f ß h abedef g h 8 8 6 6 5 5 3 2 Weitz: Matt in drei Zügen. Weitz: 8 Steine. Khl, Dg5, Se5, Sf7, Bb3, Bb6, Bc4, Be2. Schwarz: 5 Steine. Ket>, Bb7, 867, BfS, Bf4. Ein fern pointiertes Problem Partie Nr. 5. Damenbauernspiel. Gespielt in der 9. Runde des Internationalen Schachturniers zu Baden-Baden am 27. April 1925. Weitz: Dr. Larrasch (Deutschland). Schwarz: Epielmann (Oesterreich). 1. 62-64 1. e7-66 2. Sgl - f3 3. Lei — f4 4. e2-e3 '5. Lfl-63 6. Sbl-62 7 Ddl-e? 8. c2-c3 2. 67-65 3. Sg8-f6 4. Lf8-e7 5. 0-0 6. Sb8 —67 7. c7 —c5 8. c5 - c4 . Diese Spielweise ist nicht empfehlenswert, besser b6 nebst Lb7. 9. Ld3-c2 Schwarz Hal am Damenslugel die Oberhand, muß aber auf einen Königsangriff gewärtig sein. 10. e3-e4! 10. 65Xe4 11. S62xe4 11. Lc8-b7 12. 0-0 13. Lc2xe4 14. De2xe4 15. De4-e2 12. Sföxel 13. Lb7xe4 14. 867-sh 15. Sfö-65 16. U4-62 17. Sf3-e5 18. 12-14 19. g2-g3 20. a2-a3 21. Tfl-el Aun wird 22. 14xe5 23. De5-h5 16. D68-c7 17. Le7 —66 18. Ti8-cS 19. T»8-b8 20. a7-a5 21. L6Crxe5? Punll 17 schwach. 22. Tc8-c8 23. Dc7 - 67 An dieser Stelle hält Spielmann Db7 für stärker. 24. L62-g5 24. b5-b4 25 a3xb4 25. a5xb4 26. Tel-e4 26. g7-g6 27. Dh5-h6 27. 17-15 Sin verzweifelter Dersuch. den weißen Angriff abzuschlaaen und selbst zum Angriff zu kommen. 28. e5xfo e. p. 28. b4Xc3 29. b2xc3 29. S65xc3 30. Te4Xe6! 30. Tb8-b2 31. T61-cl! Der stärkste Zug und zugleich der einzige, der den weißen Angriff festhalt und den gegnerischen pariert. 31 31. 067x644- 32. Lg5-e3 33. Tc6-e7 34. Kgl -fl 35. Le3-f4 36. Telxe2 37. Dh6xh74- 38. Te7xe2 39. Te2-12 32. 064 - 67 33. Sc3-c24- 34. 067-15+ 35 015x16 36. Tb2xe2 37. Kg8 -18 38. c4-c3 39 Kf8-e8 40. L14 - h6 Ausgegeben. Der Schluß der Partie itz von Di Tarrasch vortrefflich gespielt worden Lösung be# Problems Ar. 11. 1. 068-10, Sg4x16 2. 867x16+4- 1 L66 beliebig 2. 01b-c6-j-+. 1 Lc2xe4 2. S67-b6++. 1 Lc2 beliebig 2. D!6- 64+4 1 , Sg4 beliebig 2. Te4-644+ 1 , Sc5xc4 2. Df6-n+ +. 1 Sc5x67 2. DF6-64++. 1 Sc5 beliebig 2. Df6-e6+ + . Lchachanckdotr. Wie Emanuel Lasker Weltmeister wurde. Wenige Dagc i p. bem WetUampf mit ö t eini ß im äahre 1894 wurde Lasier mLondon in einem Schach--Easä von einem alten ehrwürdig aussehenden Herrn zu einer Schachpartie aus-- gefordert. LaSker follle die Dame vvrgeben, und als Preis fetzte der alle Herr eine Kiste Zigarren aus. Laster gewann die Partie und befm) sich nun im Besitze der Kiste Zigarren, die äußerst verdächtig aussahen. Als er siegreich nach London zurücklehrte, begegnete ihm wieder der alle ehrwürdige Herr. „Aun," fragte dieser, „wie waren die Zigarren? ' „Ausgezrichiiel," erw bertc Laste: „ohne die hätte ich gar nicht gewonnen." „So? Das freut mich aber sehr." „3al“ sagte Laster. ..ich habe sie atle.Steinitz zu rauchen gegeben." die allerschwersten Bedenken erhoben, unb ich muß offen gestehen, daß ein langes Gutachten eines preu« ßischen Rsgierungsvertreters erst die ganzen Schwierigkeiten enchülll hat, die diese Frage in sich birgt So kam es schließlick), daß auch für die Gemeinde- anleihen dieselben Auslosungsgrundsätze wie für die übrigen Anleihen angenommen wurden, mit dem Unterschied, daß der Mindestsatz 12,5 Proz. beträgt (also 125 Mk. für 1000 Mk.!, unb daß eine höhere Aufwertung, bis zu 25 Proz. bei leistungsfähigen Gemeinden, im Wege eines Befchwerdeverfahrens möglich ist. Als beschwerbeberechtigt sind hier auch bie Gemeindeanleihegläubiger selbst ober ein von ber Aussichtsbehörbe hierfür bestellter Treuhänber anerkannt. Ueberblidt man sich nochmals die Einigung, fo wird man wohl offen unb ehrlich bekennen muffen: „Von Freub' ist nicht bie Rebe." Diele berechtigte Wünsche der burch den Währungsverfall Entrech. teten ist nicht erfüllt worden. Dagegen müssen selbst weitergehende Aufwertungsfreunde einräumen, baß immerhin recht wesentliche Verbesserungen gegenüber dem jetzt geltenben Recht erreicht worben sind. Deo am Kompromiß Beteiligten lag eben vor allem daran, überhaupt etwas und damit eine wesentliche. Besserung nun endlich durchzusetzen. Es war das HocherfreuUcht an den Verhandlungen, baß in biefem Sinne alle Regierungsparteien in rein sachlicher Weise zusammengearbeitet haben. Iebe ein- zelne Partei hat babei Opfer bringen müssen, um alles das ist ohne plumpe Symbolik triebhaft len.j- lich gestattet. So sehr, baß die in feinster Beschränkung meist nur angedeuteten Hintergründe kaum etwas anderes sein können als Frühlingswiesen, blumiges Maienland, — daß ein Saum, ein Zweig oft gleichsam von selber zu blühen an fangen. . . Manches von I. D. C i s s a r z kann so auf- gefaßt werden, weiter vieles von Hans Meid unb fast ohne Ausnahme bie rabierten Lanbschaften von Heinrich R e rf f e r f dj e i b. Die atmen, so wibersprechenb bas zunächst Hingen mag, vielfach auch da edelsten Frühlingszauber, wo sie ganz anderes sogen wollen. Ursache ist wohl auch hier das immer neue Ueberroältigtfein von dem ewigen Werden und Erneuern von dem sonnig blauen Erdenfrühling der ja — von höherer Warte aus betrachtet — auch durch die Unfreuden ber grauen Jahreszeiten verheißend und lockend Hindu rchstrahtt. Malende Poeten im obigen Sinne zu fein, würden die dis zum Fanatismus nüchtern natur-- treu fern wollenden Impressionisten wohl entschieden bestreiten. Und doch muffen wir viele von ihnen fo nennen. Das ist in den Eigenschaften und Eigenwerten ihrer Kunst begründete Verlangen, sich Motive mit differenziertesten atmosphärischen — und ähnlichen — Feinheiten zu suchen, führte manchen unter ihnen dazu, dem Frühllng ein wenn nicht besonderes, so doch immerhin liebevolles Augenmerk zu schenken. Die Frage, inwieweit die Bilder ein bloß äußerliches Ädbild ober erfühlte* Aus schöpfen einer Fruhling-landschoft sind, ist zu- gleich die Frage nach dem Grad malerischen Könnens des Ein-elnen. Neben ben führenden französischen Impressionisten Monet, Corot, Pissarro usw. sinb hier vor allem bie Deutschen Mar Liebermann. Corinch, Leistikow, Trübner, W. Rösler und viele andere an hervorragender Stelle c in zu ordnen. Mil Einschrönlung auch abfeiis des unruhigen Richtungsgetriebes schaffende Landschafter wie G. Kampinann, R. eietf, Ernst Liebermann (der leider nicht immer «ohne figürliches Beiwerk das Zusammenkommen zu ermöglichen. Alle hatten nur den einen Wunsch, daß durch das Zustandekom- men der AufwertungsHcsetze eine ber schwersten Krisen unseres Volkes überwunden werden mochte. Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Gegen die Schundliteratur Der Verein zur Verbreitung guter volkstümlicher Schriften E. V., Berlin, hielt unter Leitung feines Vorsitzenden, Geheimrat Dr. Ernst von B o r f t g, feine Jahresversammlung ab. Als seine dringendste Ausgabe betrachtet es der Verein zur Zeit, bie deutsche Kultur in den bedrohten Grenzgebieten durch uncntgcltlidje Bereitstellung von volkstümlichen Büchereien zu stützen, um ber Änlturpropaganba, bie im besetzten Gebiet wie auch in den übrigen Grenzgebieten durch die Nachbarvölker auf deutschem Boden getrieben wird, entgegenzuwirken. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß ber Verein bisher über 60 000 Bände besten deulschen Schrifttums in die Grenzgebiete versandt hat, davon gut ein Drittel in den Westen des Reichs. Die östlichen Grenzgebiete — Ober- unb Niederfchlesicn, Grenzmark, Ostpreußen —, die durch die slawischen Expansionsbestrebungen bedroht sind, wurden mit 35 000 Bänden bedacht. Auch in der Wende« und im Bayrischen Wald wurde gegenüber der Tschechengefahr die Arbeit ausgenommen, ebrnso wurden u t-sj- w jn.t« auskommt), Hans o. Volkmann, der allerdings neben vielem Guten auch einen .Lenz" mit Elfen- theatralik gemalt ha». u|tn Zum Schluß sei noch ein Bild genannt, — fo allein, wie es tatsächlich in ber neueren Kunst sieht . . . eine Ausnahme sogar zu dem oben bei ^oma skizzierten Schema bildend Es ist das Ge- mälde „Frühling" von Ferblnanb Hodler, der zwar Schweizer, aber doch mit feinem Schaffen gr.n.5 in der deutschen Malerei verwurzelt ist. Das Bild nimmt das Problem figürlich. Aber es symbolisiert nicht durch den üblichen MädchLnakt, es stellt nicht irgendwelche Menschen in eine aufdringliche Frühlmgslanbfchaft, der alles weitere überlaßen bleibt, — sondern- mit der reinen Aus- drucksstrenge, die sonst fast nur die Plastik (und einige Graphik) erreicht, gibt e$ vor einem Hintergrund, der eigentlich nur in der Farbe da» Thema des Bildes stützt zwei Menschen. (Kn Mädchen und einen finabcti, beide an der Grenze ber Reife. Elementar ist in dcnen ein Ahnen des Empfindenskompleres „Frühling" aufgefLammt, das sitz verwirrend bann:. Das fo unerhört stark und in feinen Perfpektioen fo gewaltig ist, daß sic zunächst vor einander — jedes im andern die Erfüllung des 2lufgebrochenen fühlend — zurück- fchrecken. Letzten Endes aber wird die Weite, in die der Knabe fragend starrt, enger fein, als er in dn- fem Augenblick weiß und wissen darf. .Was sich regt, ist ja nur die Pflicht zur Fortführung einer ewigen Kette, der auch diese beiden sich einzu- fügen haben. Sie sind nun einmal Menschen, *3lieber eines Kosmos, in bem nichts rußt, dessen oberstes Gesetz bas ständige Miteinander, Fürein- ander ist. Das Erkennen tiefes Gesetzes, ber — erst leise sich anbeutende — Wille, ihm zu gen Ven, eröffnet diesen wie allen Menschenkindern den Wen, der zum Gipfel führen kann. Und b-rin liegt — in einem höheren S'nne als bem des kalender- mäßigen Jahresablaufes —. ber große, wahr:, heilige „Frühling" im Auf und Ab unseres Erd weges . . . die gefährdeten Gebiete Nord-Schleswigs berück- Die Arbeiten des Vereins wurden unter Vermeidung jeder parteipolitischen und konfessionellen Einstellung in engerem Zusammenwirken mit den «zuständigen Behörden, den Organen der freien Bildungspflege, evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, Schulen und Jugendvorbänden durchgeführt. Die Bücherauswahl geschieht mit literarischer und volkspädagogischer Sorgfalt unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und der Wünsche der Empfänger und in enger Zusammenarbeit mit den provinziellen Geschäftsstellen des Vereins sowie mit den öffentlichen Büchereiberatungsstellen, die die Wetterführung der Bücherei- orbeit im einzelnen gewährleisten. Aus der Provinz. LanvtreiS Gr !*! Klein-Linden, 19. Mai. Wieder ist ein Kämpfer aus dem glorreichen deutsch-französischen Kriege gestorben, der Altveteron Johannes Harnisch. Er war geboren zu Watzenborn, siedelte in unser Dorf über und wohnte seit einigen Jahren in Wieseck bei Verwandten. Harnisch erreichte ein Aller von nahezu 80 Jahren: er diente im 2. Hess. Jnfanterieregimei,. i Grünberg, 19. Mai. Heute morgen 10.15 Uhr ü!-erfloq ein Flugzeug die Südwestseite Grünbergs und landete auf dem Plateau beim Werthof. T'it Flieger kamen von Würzburg und wollten nach Bamberg. Ohne weitere Orientie- ru.'g und ohne Karten hatten sie ihr Ziel verfehlt. Es war ein Doppeldecker mit 70 P. S. mit der Bezeichnung D 513 ,X)berfronten" Die Landung ae fchah wegen Oel- und Benzinmangels. Nach Beschaffung dieser Stoffe aus Grünberg wurde der Weiterflug angetreten. Viele Leute von Grünberg und den nächsten Dörfern hatten sich eingefunden. — Der Kriegerverein zeichnete sein Mitglied Iah. (9 ö r n e r t, Veteran von 1870/71, der seit 189-1 dem Verein angehört, durch eine Ehrengabe aus, die vom Vorstand in feierlicher Weise überreicht wurde. ' Lich, 13. 2Hai. Aus der füngsten Sitzung des St ad! Vorstandes ist zu berichtens Ein Heiner Posten Nutzholz wurde entsprechend der vorausgeganaenen Submission den Höchst- bicLenden zug schlagen. - Jahrzehnte hindurch hat das fürstliche Haus Solrns-Hoben- solrns-Lich in unserer Stadt ein Krankenhaus unterhalteir Das Krankenhaus ist schon für manchen Einwohner unserer Stadt und der Umgebung eine Wohltat gewesen. Während der Inflationszeit konnte die Standesherrschaft den Betrieb nicht mehr weit erfuhr en. Damals übernahm die Stadtverwaltung den Detrieb des Krankenhauses, indem sie das Gebäude nebst Inventar zu diesem Zwecke mietete. Die Stadtverwaltung Mar der Anschauung, daß das Krankenhaus für unsere Stadt eine Notwendigkeit sei und unbedingt erhalten werden müsse. Dieser Gedanke kam auch in der gegenwärtigen Schung wieder einstimmig zur Geltung, als es sich t>ntum handelte, ob die Stadt das Gebäude nebst Einrichtung von der Standesherrschaft käuflich übernehmen wolle. Es wurde befchlos sen, das Gebäude nebst Einrichtung zum Preise von Ml. 23 000 anzukaufen. Die Bezahlung soll in der Weise erfolgen, das) Mk. 10 000 Ende Dezember d Is entrichtet toerbeit, während der Nest zu einem Iahreszinssatze von 6 Prozent 5 Iahre lang unkündbar stehen bleibt - Außerdem wurden noch verschiedene weniger bedeutungsvolle Punkte beraten; u a. wurde ein Ge- • such um Aenderung der Grundsätze der W a s s e r -- gelderhebunD im Iahre 1925 abschläglich t beschieden und ein Betrag für Erholungs- für en kränklicher Schulkinder bewilligt. — * Der Maurer Karl Ludwig Schmidt IV. wurde , ton der Stadt Lich als Hilfsfeldschuh eingestellt und amtlich verpflichtet. Kreis Friedberg. ss. Friedberg, 18. Mai. Gestern fand in der katholischen Kirche die kirchliche Weihe der beiden neuen Glocken statt, die die Gemeinden an Stelle der beiden im Weltkrieg .abgelieferten wieder beschafft hat. Domkapitular Kemmerer von Mainz hielt die Festpredigt, worauf von drei Geistlichen des Dekanats die eigentliche Weihe vorgenommen wurde. Heute Hessische Kunftdenkmäier. Untere an Kunst schätzen reiche Heimat ist für Professor Bronn er--Mainz Anlaß zu einer reichhaltigen Dilderserie geworden, die insbesondere die baulichen Schönheiten des Hessen- landes in großem Zuge vereinigt. Die Aguarell- sammlung der Hessischen Kunstöenkmäter ist augenblicklich im Turmhaus am Brand in den Ausstellungsräumen des O ber h e s s ische n Kunstvereins zu sehen. Sie ist nicht nur für den Kunsthistoriker von Interesse, viel wichtiger noch ist es, daß weitesten Kreisen hierdurch die Augen geöffnet werden für die ungehobenen Schätze unterer nächsten Heimat. So würde besonders der Besuch von Schulklassen ein wertvolles Stück praktischer Heimatkunde bedeuten und zur Erweiterung des Horizontes in jedem Sinne beitragen. Am Domrtagvormittag wurde vor einem kleinen Kreise besonders Interessierter die Ausstellung eröffnet. Prof ssor Bronner hielt einen einleitenden Dortrag, in dem er ausführte: Ein kleines Kabinett der Mainzer Gemäldegalerie in den wiederhergestellten Räumen des «chemals kurfürstlichen Schlosses birgt die Hand- znchnungen des 1828 verstorbenen Domkapitulars Grafen Kesselstedt. Es sind einige dreißig Blätter von bescheidener Größe, die hier in einfachen Biederm"ierrahmen aufgehängt sind. Diese werden die Glocken in dem Turme der Kirche aus- gehängt und morgen werden sie zum ersten Male ihren ehernen Mund ertönen lasten. ^Dad-Nauheirn. 19. Me i. Außer dem Verband des hessischen Einzelhandels tagte unter dem Vorsitz von Earp, Darmstadt, auch der Landesv rLand Hcss nde . hrmacher in unserem Badeorte. Es wurden au. schließlich interne Derufsfragen beraten, eine öst.rttl che Versammlung, war mit der Tagung nid) v rbundeit Für die Uhomeicherinnung des Kreises Fri.dberg begrüßte deren Obermeister L e i n f a u f. Bad- Nauheirn, dir zahlreich aus dem ganzen Land erschienenen Gäste. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagessen^ im Kur Hause Arn Nachmittag hatten die Teilnehmer mit ihren Damen durch das Entgegenkommen der Kurverwaltung Gelegenheit, den Konzerten des Kurorchesters beizuwohuen sowie die Vadeanlagen zu besichtigen. ss. Ossenheim b. Friedberg, 18. Mai. An dem Rande des malerisch gelegenen O s s e n - Heimer Wäldchens, das von jeher für die Bewohner der Wetterau einen beliebten Ausflugs- und Treffpunkt bildet, hat der T u r n g a u W e 11 e r a u seinen im Weltkriege gefallenen Mitgliedern em schönes und würdiges Ehrenmal errichtet. Es besteht aus einer 9 Meter hohen, aus unbehauenem Basaltsteinen gebildeten dreiseitigen Pyramide und trägt auf der einen Seite die Inschrift: ,,Unseren Opfern des Weltkrieges 1914/18 zum Gedächtnisse. Der Turn-- gau Wetterau": auf den anderen beiden Seiten den Turnspruch: „Frisch, fromm, froh, frei ', und ist nach einem Entwürfe des Architekten N e u - bauer ausgcführt. Gestern fand in Anwesenheit von nahezu 50 Vereinen die Weihe des Den k- iitnls statt, nachdem schon am Vormittags turnerische Hebungen das Fest eingeleitet hatten. Der Feftziig setzte sich um 1 Uhr durch die Straßen Lsfenheims nach dem Wäldchen in Bewegung, nach einleitender Ehoralmusik des Posaunenchors des Turnvereins Glauberg hielt Pfarrer Zatzmann von Fauerbach die Weiherede: das Denlmal steht von nun an unter dem Schutze der gräflichen Forstbehörde. Die Regierung war durch Kreisdirektor Gebhardt vertreten; nach der Weiherede wurden zahlreiche Kranzspenden niedergelegt, so von dem Turngau Wetterau durch dessen Vorsitzenden Dietz, von dem Grasen von Solm-Rödelheim durch Kammerdirektor Engelhardt, von dem Südwestdeutschen Turnverband usw. Kreis Schotten. n Gaubad), 18. Mai. Am Samstag far.b abenbs im „Solmser Hof" eine Aufführung des ^Fridericus Rex" statt. Den ersten Teil bildete ein Vortrag deS Oberstleutnants von Hagen mit Lichtbild?rn über die Sch lacht bei Leuth en. den zweiten eine Auswahl aus den Werken des großen Königs, vorgetra- gen vom Vortragslünstler Richard Hell- born. Derselbe Künstler trug im dritten Teil Ernstes und Heiteres aus der Geschichte des „Alten Fritz" vor. Die Vorträge fanden lebhaften Beifall. Leider war der Besuch der Vorträge schwach, da die Landwirte und Geschaj^- Icute meistens durch ihre Berufsarbeit gehindert waren. — Sonntag mittag fand im „Solmser Hof" eine Versammlung von Interessenten zur Erlangung der Aufwertung von Reichs-, Staats- und Kommunal- Anleihen unter dem Vorsitz von Forstrat A n d r 6 statt. Rechtsanwalt L i n d - Grünberg behandelte in längerem Vortrag sehr eingehend die Aufwertungsfrage bis zur Gegenwart. Sodann nahm die Versammlung, die aus über 50 Personen bestand, eine Entschließung an, worin scharf betont wurde, daß man mit größtem Befremden Kenntnis von den Gesetzentwürfen und dem Kompromiß genommen habe. Weiter werde vom Reichstag, insbesondere auch von den hessischen Reichstagsabgeordneten erwartet, daß sie auf einer Regelung bestehen, die den Rechtsweg offen hält, den Rechtsanspruch unangetastet läßt, auf keinen Fall aber Gesetze annimmt, die den Grundsatz von Treu u n b Glauben ausschalten. Sodann schritt man zur Bildung einer Ortsgruppe des „Derbanoes der Interessenten zur Erlamung der Aufwertung von Reichs-, Staats- und Kommunalanleihen" (eiligetr. Derb, mit dem Sitz in Berlin-Charlottenburg). Der größte Teil der Ver- kleinen Bilder sind ein wertvoller Besitz der Galerie. Die Stadt Mainz kann dankbar sei« für dieses Dermächtnis, deirn was Kesselstedt in anspruchsloser Weise abgebildet hat, sind Gebäude aus dein alten Mainz, die heute z. T. nicht mehr existieren, durch Kriegsere'gnisse beschädigt oder, wegen der Ansprüche des wachsenden Verkehrs störend wirkend, abgetragen worden sind. Die Blätter sind mit Bleistift gezeichnet, einige mit indianischer Tusche nachgezogen und leicht koloriert. Sie sind nicht aus irgendwelchen ästhetischen Gesichtspunkten geschaffen, vielmehr bleiben sie ben Dingen treu, sie sorgfältig registrierend und aufzeigend, ohne zu verschönern, hinzuzudichten oder wegz. lassen. Wirklichkeitsschilderungen dieser Art sollen auch die Blatter sein, die in den Raumen des Oberhessikchen Kunstvereins gezeigt werden. Sie sollen der Belehrung und der Anregung dienen, sollen zeigen, was unsdie engereHeimat bietet Wenn sich bei der Betrachtung der Bilder ein Ueberge wicht zugunsten Oberhesfens und Rheinhessens zeigt, so liegt das in der Schwierigkeit der Einreiseverhältnisse ins besetzte Gebiet begründet. Don Rhein Hessen sind bevorzugterweise die Kunstdenkmäler des flachen Landes als die weniger bekannten abgebildet. In MairH, Worms, Oppenheim und Bingen erwartet und reimt jedermann eine Unzahl von Kunstdenkmälern und Kunstschätzen, vom Lande erwartet man gemäß den landläufigen Beschrei- sammelten trat sofort der Ortsgruppe bei. Zum Dorsitzenden wurde Forstrat Andre, zum Schriftführer Kaufmann B e h, zum Rechner Oberjäger K r u s ch k e gewählt. Die Versammlung nahm noch eine Entschließung an, wodurch sie sich verpflichtete, für die Deriechigung ihrer Rechte gegen die Gegner, die vor der Beraubung nicht zurückschrecken, auf das schärfste zu kämpfen. Dor allem wurde noch betont, daß das Reich durch die Derletzung aller Rechtsbegriffe sich selbst ebenfalls am nullten schädigen würde und allen Kredit verlöre. Niemand würde dann noch seine Ersparnisse in einheimischen Anleihen anlegen, sondern in holländischen oder schwedischen Werten. Kreis Lauterbach. !*! Lau terbach, 19. Mai. Ein Prämie n m a r k t findet hier am 3. Iuni für die Simmentaler- Fteckviehrasse, Dogelsberger-Dind- vichrasse, für Saanenziegen und Schweine des veredelten Landschweines statt. Der Landwirt- schaftskcnnmercv sschuß für Ob rHessen, d»r Landwirtschaftliche Bezirlsveroiu, die Stadt Lauterbach, der Kreis rinder-, Kreisziegen- und Kreisschweiiie- zuchtverein werden die Prämiierung vornehmen. Anschließend ist eine Derlosung von Vieh und Geräten. Starkenburll und Nhrinhc^en. 3 Darmstadt. 19 Mai. lieber die Frage der Verbesserung der Verkehrsverbindung zwischen Offenbach und Darm- stad teure!) Herstellung einer Eisenbahn zwischen der Station Dietzenbach im Kreise Offenbach und der Station Messel bei Darmstadt fand vor wenigen Tagen in Offenbach eine Besprechung im dortigen Kreisamt statt. Die geladenen Interessenten — der Oberbürgermeister der Stadt Offenbach, die Handelskammer, die in erster Linie beteiligtenGcmeinden Dietzenbach, Bieber, Heusenstamm und Offenbach — sprachen sich für die Durchführung des Projektes aus. Die Entfernung zwischen diesen beiden Stationen betragt in Luftlinie nur 10 Kilometer. HeMn-MMan. ]f Marburg, 18. Mai. In der jüngsten Skadtverordnetensitzung erfolgte seitens des Oberbürgermeisters Dr. Voigt die Einführung des neuen Stadtbaurats Hilmer aus Cöthen, dem auch Sitz und Stimme im Magistrat zugebilligt ist. Es fand auch eine Aussprache über den Haushaltsvoranschlag statt, der, wie schon mit» geteilt, mit 2 440 000 Mk. abschliefst. Da der Steuerbedarf sich auf rund 1260 000 Mk. stellt, ist vor- geschlaaen, die beiden Hauptsteuern, nämlich die Gewerbesteuer und Grundsteuer, zu erhöhen, erstere von 200 auf 400, letztere auf 375 Prozent, allerdings unter Wegfall der 100 Prozent betragenden Haus- z';wsteuerzuschläae. In der Sitzung wurde ferner der Aufnahme ei-nes Darlehens von 100 000 Mk., sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet, zugestimmt. Für das Elektrizitätswerk sind 75 000 Mk. nötig. 'Auch hier erfolgte Zustimmung. — Am Freitag wurde vom Landgericht ein Mann zu II Jahren G e - f ä n g n i s verurteilt, der vor zwei Jahren im Zuhörerraum des Gerichts einem dörflichen Familienprozeß beigewohnt und diese Kenntnis dazu benutzt hatte, sich später bei der einen Beteiligten, einer in dürftigen Verhältnissen lebenden Witwe, als Rechtsanwalt einzuführen und diese um 31 Ztr. Frucht und zwei (9än(e zu beschwindeln. Es hat lange gedauert, bis die Geprellte den „Herrn Dr." in der Person des Angeklagten, der schon mehr auf dem Kerbholz hatte, ermittelte. Kreisfeue?wehrtQg Metzen. P Lich, 17. Mai. Heute fand hier der diesjährige .Kreisfeuerwehrtag für den Kreis Gießen unter dem Vorsitz des Ober- regierungsrales Dr. Heß statt. Anwesend waren außer dem Kreisfeuerwehrinfpektor D i ct o r e aus Gießen eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Marburg und die fämtlidhen Bürgermeister und Feuerweh rkemmandanten des Kreises. Allgemein wurde bedauert, daß der Vorstand des Landesverbandes, sowie die Hessische BranS- versicherungskammer Darmstadt nicht vertreten waren und daß es auch dem Referenten für das Feuerlöschwesen beim Kreisamt Gießen, Regierungsrat Wolf, nicht möglich war, der Versammlung beizuwohnen. Der Sitzung ging um 21/» Uhr eine Ue&ung der Freiwilligen Feuerwehr Lich vor» bungen saubere Dörfer. Weinberge und Weinkeller, sonst nichts. Die ausgestellten Blätter bringen den Beweis, daß hier sehr umzulernen ist. Bon Ober Hessen sind die interessantesten Städte, Dörfer, Klöster und Ruinen zusammen- getragen; noch fehlt allerdings Alsfeld und Gießen. An Hand der Bilder führte der Vortragende seine interessierte Gemeinde durch die hessischen Provinzen. Reben manchem Bekannten sah man noch viel unentdeckte Schönheiten, deren Geschichte und Würdigung man erfuhr. Die rhein- hessischen Kirchen, die vorwiegend aus Stein gebaut sind, stehen so schon rein äußerlich zu den Kirchen Oberhessens mit feinem größeren Holzreichtum im Gegensatz. In Udenheim interessiert eine Kirche, die in den Größenverhältniffen und Stilfolgen eine fast grotesk anmutenbe Umkehrung aufweist. Der Wetzlarer Heidenturm erinnert an die Architektur ähnlicher Bauten in Brindisi und Bari: eine für die Geschichtsforschung interessante Feststellung. In Lich haben die Glockeng'eßer schon vor Gutenberg bewegliche Lettern bzw. Guhformen gehabt, wie eine Besichtigung der Glocken zeigt. Geschichtliche Daten gab der Redner von Ilbenstadts romanischer Basilika, die 1123 von Gottfried und Otto von Kaz-enberg gegründet wurde. 1150 begann man mit dem Bau, in Den Prämonftratenfermönche einzogen. Letzt ist es ein Benediktinerfitz. Der älteste Teil von Münzenberg stammt aus den Iahren 1150—1170. Vielleicht aus. Die Brandidee war folgende: Das Rtt- Haus ist als Wollspinnerei g^aach! In diesem Gebäude ist im dritten Stoa, des Südflügels bei Südwind Feuer ausgeb roch en. das bereits aus den Treppenbau übergegrifsen hat. Die Arbeiter, die im dritten Stock waren, haben sich nach dem Ostflügel geflüchtet und erwarten durch die Feuerwehr Hilfe. Die Sanitätsmannschafr muh sofort in Kenntnis gesetzt werden, da anzunehmen ist, daß Unglücksfälle vorgekommen sind. Die Uebung wurde in erakter und mustergültiger Weise vorgenommen. Fünf Minuten nach dem Alarm war bereits die Menschen- rettung unter Verwendung der großen mechanischen Leiter und des Rettungssackes erfolgt. Die geretteten Personen wurden der sofort an- gerüdten freiwilligen Sanitätskolonne Lich übergeben, die in dem Hofe des gegenüber liegenden Hotels „Zum Löwen" ihren Verbandsplatz auf- geschlagen hatte und dort in vorbildlicher Weise ihres Amtes waltete. Sechs Minuten nach erfolgtem Alarm ergoß sich der erste Wasserstrahl über das Draridobjekt von der Südseite aus, während die zweite Spritze darum bemüht war, ein Uebergreifen des Feuers auf die Nachbar- gebäude zu verhüten. Nach erfolgt« Menschen-- rettung wurde ein weiterer Wasserstrahl von der mechanischen Leiter aus auf das Gebäude gerichtet. Die Uebung zeigte wieder die hohe Schlagfertigkeit der Licher Freiwilligen Feuerwehr und die Güte ihrer Ausrüstung. Im Anschluß an diese Uebung wurde die Motorspritze der Feuerwehr Gießen zunächst am Stadtturm und dann auf der Bleiche vorgeführt. Die Leistungsfähigkeit dieser Spritze ist anerkennenswert, doch vermochte sie gegenüber der gewaltigen Höhe des vtadtturmes sich nicht recht zur Geltung ru bringen, was ihr bei der nachherigen Vorführung auf der Bleiche, wobei das Wasser der Wetter entnommen wurde, besser gelang. Daselbst waren auch drei Vertreter für Feuerlöschapparate anwesend, um au selbst errichteten Bretterbuden und dergleichen ihre Leistungsfähigkeit zu beweisen, was ihnen mit mehr oder weniger gutem Erfolge auch gelang. In der anschließenden Sitzung entbot Bürger - meifier Völker- Lich dem Regrerungsvertretev sowie den übrigen Gästen den Gruß der Stadt Lich. Der Gesangverein „Cacilia" von Lich hatte es sich nicht nehmen lassen, durch einen prachtvollen Gesangsvortrag die Sitzung zu eröffnen uiü> später noch zwei Chöre in meister- . Hafter Weise unter großem Beifall vor iteagcm. Der erste Punkt der Tagesordnung nahm einen breiten Raum ein. Ec behandelte das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. Ober» Vor Überraschungen >st auch die tüchtige. Hausfrau niemals sicher. Sie hilft sich aber schnell aus der Verlegenheit und bietet z. Ekden kurz zuvor gemeldeten Gästen trotzdem ein vorzügliches Vanille-Gebäck zum Tee an. Dr. Oetkers Backpulver „Backin“ und Dr. Oeikcr’s ausgewählte Rezepte sichern diese Bereitschaft. Bitte versuchen Sie Vanille-Gebäck i Zutaten - ’/□ Pfd. Butter, 150 g Zucker, 1 Päckcflen v.Dr.Oetker’s [Vanillin-Zucker, 100 g Mandeln, 2 Eier, 1 Pfd. Mehl, Päckch. v. Dr. Oetker's I Backin, etwa '/s Liter Milch. Wie billig sich das Gebäck stellt, kann jede Hausfrau selbst sehr leicht berechnen. Zubereitung : Butter und Mehl (die mit dem Backin gemischt) knetet man zu einem Teig. Das Eigelb. 100 g Zucker, Vanillin-Zucker, Milch verklappen man und arbeitet alles mit obigem Teig zu einer Masse, die sich gut ausroilen läßt Den auscerolltcn Teig schneidet man in rechteckige Stücke, bestreicht diese mit Eiweiß, streut die in Spänchen geschnittenen Mandeln, die man mit 50 g Zucker gemischt hat, darüber und b ick, bei Mittelhitze. In Blechdose aufzubewahren. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriffen, umsonst u. portofrei von Dr.A. Oetker, Bielefeld. ...............■■■ !■!!IHMII IIIIUI iraa—x<^yc^ris-JGBacj^u»gronBtxiiiiBi ■— arbeitete hier derselbe Steinmetz wie in Gelnhausen. In Frau-Rombach fand der 'Redner alte, übertünchte Wandgemälde, die He- rakliuslegende. Mit dem Hinweis, daß er an feiner begonnenen Arbeit fleißig weiters.hassen werde - denn sie ist noch immer nicht vollständig, wie z. B. die Lorscher Torhalle, die Einhard -Zasilika und die Peter- und Paulskirche in Wimpfen —, endete der Vortragende feine Führung. In den Räumen des Turmhauses ist noch weiterhin die Rekonstruktion des bereits an dieser Stelle erwähnten Kaiserpfalzmodells nach den Ausgrabungen von Profx'sor Rauch zu sehen, das von Bildhauer Haas angeserttat und von Bildhauer Fries fotorie'f worden ist. Auch die Plastck „Stehendes M'idchen" ist noch ausgestellt: die Arbeit stammt nicht, wie uns seinerzeit falsch berichtet wurde, von Herrn Haas, sondern von Herrn Grafe Tanzspiel: „Aufriß" in 13 Tanzen von HanS E Steinbach. Ein Abend, der ganz Starkes brachte. Im grellen Schlagschatten des ®we.t j ä)och auch sehr Negatives gezeigt hat. — Jedenfalls find diese Leute Menschen, die es ernst nehmen mit ihrem Schaffen. Und das ist immer viel. Cs wird noch mehr darüber zu sagen sein, e—s. 3834V I L 3 ---Verlangen Sie In öie kostenlose »r. rned. A.Henicbel L Co., tsi. m. b. H., Berltu KO. L3. Niederlagen bet: Hirich'Avotbekc, sPriü Bauer, Srankiurtcr Str. t; Viktoria Drogerie. Avotbcker E.Gutb. Markt'tr.t;; Nnkvcrsiiätö Avotßek zum goldenen Engel, A. 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An die Rennfahrei 6 Hr 20 Mm. awren zu du, <■) Kilometer z » eranqe ^ulTerhar W"d, Alsfelk M mit 15, 4 X14'.5- Prei- S Ste ^?en mit 8 'anfangs 6teiunf f«1 mit is, ; S- /ugenbf n; Steinb rJA 6. Albi Ä Werner mit 13 j äs5^ Do Äten- »ogtl lein üSt. 8S.E ©efangoctttn Gonterskirchen 18 Radfahrervereinc. FritzIch hielt die Wecheredc einen sinnigen Prolog, der dach wird am 14. Juni halten. ®rofifeuer in 3nfl genommen werden foCL Sübku» fei, die Spritze nicht in Güsten, das Erlenbach, München nnd Leipzig. (190 92) SS muh dem äffischen Daterländischcn 55, 3. Elsa Daunack, Altv. Lchuchinann, ehinen hierbei unliebsame (Stic auf privaten Anruf dafz dieser durch die ,ut lauten fen mochte. waren Vertreter des Blocks erschienen. D jtfEll ^ihuhcremt % ft.®* übet- Gemeinde Hungen hat fahrungen gemacht, da hüt in der Annahme BefrifFf BATSCHARI Sichtige Haus- xr schnei'. aus tn kurz zuvor onügiichei i. Dr. Oet- id Dr.Oelkei's sc Bereitschaft lie geqe». ^tunffE } das ihr 5a ) mit m i sand b«®* matte, D« fr 2. AuS einem Rosengarten Indiens Ilhab von Säki. Rohapsel-Verlag, Z Elemvar -kes bra^; Auch Branddirektor Braubach von Dietzen sprach sich für diesen Plan auS Die Diehener Feuerwache Anne bereits eine Minute nach telephonischem Abruf mit der Spritze nach der Feuerst eile abrücken. Bürgermeister Völker von Lich ist der Ansicht, baß eS * ..... . Löbrich, Eberstodt mit 11, 8. Justus roß-Felda mit 10 Punkten. . Begrüßungsansprachen des 1. Vorsitzenden des Landjugendbundes, Landwirts Schmidt (Steinheim), und von Dr. Roß- :c vor europäischem Papier in acht nehmen sollte. Dr. R. Schäfer cht an der Kreisgren^e liege, aufzustellen, sondern dazu einen zentral gelegenen Platz zu wählen Er hält als solchen nod) a* tnk unS ei - :rtu T^s. lonuucn tourlt, br« Jntrettr M an HH krzleicha fort 'as ihnen mit iuch gelang, n'bal CBuxgn. UMgzverlreta ruh der Stadt i>tc Tateii. ^rahl vvn bar (3M& Die bobe hF 5««r' 'tuftung. ”9 toutbt Du ehr tzirhr» berg ergriff der Hauptredner des Tages, Herr v. Voltmann (Berlin), Direktor des Reichs- landesbundcs, das Wort. Seine Ausführungen, die sich mit dem Gedanken des Volkstums und der Erneuerung des deutschen Volkes beschäftigten, machten auf die versammelte Menge einen tiefen Eindruck. Begrübt wurde die Versammlung dann weiterhin von Herrn Stein (Stum- wahrlich nicht der unendlich groben Vorführung und Veranlassung zur Schandung deS reinen indischen Lebens, bas Jnayat 5ti)an Kundgebung seiner Erfahrung veranl das sich a‘ perl en rod) im Auftrage des Bauernbünde«', von einem Vertreter der Starkenburger Landjugend und von dem Vorsitzenden des Hessischen Vaterländischen Blocks, dem Graten Georg Friedrich von SolmS-Laubach. der besonder» an die Frontkämpfer appellierte und stärksten Beifall fand. Jugendklasse: 1. Preis: Ludwig Hofmann, Steinbach mit 20, 2. Jean Leuning, Steinbach mit 19 3. Jakob Horn, Steinbach mit 18, 4. Hch. Stuft, Alsfeld mit 17. 5. Willi Hartmann, Alsfeld mit 16, 6. Albrecht Marr, Ruppertsburg mit 15, I Fritz Werner, Alsfeld mit 14, 8. Theodor Metz, itrforf mit 13 Punkten. Altersklasse 1. Preis: Wilhelm Kraft, Msfelb mit 20, 2. Heinrich Schott. Groß-Felda mit 13, 3. Rohn. Dorheim mit 9, 4. Ratzloch, Dorheim mit 8 Punkten. en, durch einen Sitzung zu «• in mdftet- 11 vorfutr.izn. n nahm etnai mann, Steinbach mit 21, 2. Georg Erb, Flensungen mit 18, 3. Hugo Breuning, Mücke mit 17, l. Georg Gorr, Eberstadt mit 16, 5. Andreas Dietz, üueckborn mit 15, 6. Eduard Seipp, Ettingshausen mit 14. 7 Will — “ ........... ' Irogtnen Banner zum gemeinsamen Kirchgang an. Hn stattlicher Festzug, wie ihn unsere Gemeinde vrhl noch nie gesehen hatte bewegte sich um 2 Uhr )'»rch die Straßen des Dorfes. An iyrn beteiligten fck neben sämUichen hiesigen Dereinea und dem ändig, wtM )ari,2?JSi - in ÄimpsCT ihru"g . rnha^'s ist « brrcitsan^ ,nt>ells nüL ” rjiuua rnlchv,. Freiberg, Berliner Turnerschast 66 Punkte. 3m Dierka mpf der Turner si?gte als Trster am Reck: Fritz Kurz, Mw 1879 München mit 77, 2. Adolf Thorn, Tges. Friesenheim 76, 3. Alfred Mach, Tv. „Frisch-Frei" Hindenburg 75 Punkte. Am Darren siegten: 1. Fritz Kurz, Mtv. München, 75, 2. Vos. Aogel. Tgde. Eßlingen, 71, 3. Willy Blatzeck, Tv. Eintracht, Dortmund, 70, 4. Georg Pfeifer, Eintracht, Frankfurt a. M. 69. 5 Albert Hehl, Turnerschaft 1878, Aue im Erzgebirge, 69 Punve. Am Pferd siegten: 1. Fritz Kurz. Mw. München. 74, 2. Wilh. Reichert, Tg Döckingen, 73, 3. 3osef Weingärtner, Mtv. Pirmasens, 71, 4. A Fischer. Turnerbund Aetzschkau und August Rosenhauer, Mw. München je 70 Punkte. 3m Dreikampf der Turnerinnen (Frei- und Handgeräteübungen) waren 212 gemeldet, 89 angetreten. 54 sah man aus diesem spannenden Kampf als Siegerinnen hervorgehen: 1. Frieda Jby, Mw. Aürn- berg und S. Kammerer. Mw. 1879 München je 58, 2. Dorothea Spanlan, -- - Landjugendbundtagung. Man berichtet uns: Am Sonntag fand auf dem Hoherodskopf eine Tagung des Hesstschen Landjugend bundes statt. Aus allen Teilen Oberhessens und aus Starkenburg waren die Teilnehmer berbeigeeilt, um an der großen vaterländischen Kundgebung teilzunehmen. Ferner hatten zahlreiche vaterländische Organisationen Vertreter entsandt. 11. a. waren der 1. Vorsitzende des Hessischen Bauernbundes, v. Helmolt, Landtageabgeordne^er Fenchel und der Kreisvorsitzende von Schotten, Stein, erschienen. Benachbarte Gruppen des 3ungöeut- schen Ordens, des Stahlhelms und des Wcktng- bundes hatten Abordnungen geschickt, ebenso Büchertisch. 3nayat Khan: 1. Das innere Leben Schöffengericht Gießen. ■ Gießen, 18. Mai Wegen Blutschande wurden der Bahnbeamle Georg B. von ReshelS- Helm und dessen Schwiegertochter Minna B., z. Z. Dienstmädchen in Frankfurt am Mam, zu je 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Mit Rücksicht daraus, daß die Ehe der Schwieg«rtochter bereits vor der Straftat geschieden war, wurden mildernde Umstände in weitgehendem Matze zugebilligt. Ein alter Betrüger ist der aus der Unter- suchunoshaft vorgelührte Jakob Weilbacher von Wicker: er Hai die meiste Zeil feines Leben- hinter Gefängnis- und Zuchthausmauern zugebracht. Heute wurde ihm zur Last gelegt, zu Friedberg und Rieder-Wöllstadt eine Reihe von Metzgern um Betröge von 5, 10 und 16 Mk betrogen zu haben, indem er sich alt Bauführer der 11 eher Ian ban luge ausgab und jene um Darlehen in der genannten Höhe anging. 3n drei Bällen quittierte er auch als Bauführer Wüller. Wegen Betrugs im wiederholten Rückfall und Urkundenfälschung mutz er wieder 1 3 ahr und 8 Monate i n s Gefängnis wa-idern. Auf 5 3ahre wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Mtv. 1879 München - . ----- —-erpFig 54 Punkte 3m Dierkainpf der Turner an den Ringen sah man von 29 Gemeldeten und 18 Angetretenen 8 als Sieger hervorgehen, und zwar: 1. Willy Schmidt. Leipziger Turner- fchaft Südvst 70. 2. UZai StebenS, Hamburger Turnerschafl von 1816 69, 3. Walter Weise. Mg Tv. Lcipzig-Grotzschocher 67, 4. Walter ,n langer k m as5—( Ruppertsburg, 18. Mai. Gestern und heute fand dahier do» Gause st des 2. Gaues de» Oberhessischen Rodfahrcrbundes, verbunden mit B a n n e r w e i h e des hiesigen R a d- johreroereins Germania, statt. UtiserDorf prangte un prächtigsten Festgewand. Schon am Samstagnachmittag trafen zahlreiche Festeste ein, unter ihnen vor allem die Rennfahrer, ungefähr 60 an der Zahl. Gegen 9 Uhr abends bewegte sich ein statt- hd)fr Lampionzug durch die Straßen zum Fest- 'laß unter den Klängen einer guten Kapelle, be- chend aus ehemaligen Militärmusikern. Der G e - angocrein Sängerbund eröffnete den Stemmers mit dem schönen Maienchor „Freue dich, ßerz!" von Möhring. Der Gauvorsitzende Jakob uon Dberbeffingcn und der Vorsitzende Wilh. Parr he» Radfahreroercins Germania hielten Begrüßungs- ansprachen. Am nächsten Morgen um 6 sihr wurden ött Rennsahrcr mit Musik zum Start begleitet. Um 6 Uhr 20 Min. fuhren die ersten ab. Große Strecken mären zu durchmessen. So hatte Klasse A etwa 75 Kilometer zurückzulegen. Es eräugen Preise in Klasse A: 1. Preis: Sari Gerhard Steinbach mit 20, 2. Preis: Karl freund, 2llsfeld mit 16, 3. Preis: Adolf Wolf, Ber- 'labt mit 15, 4. Preis: Wilhelm Hofmann, Dorheim mkt 14, 5. Preis: Heinrich ftnieriem, Alsfeld mit 13, •x Preis: Wilh. Gorr, Eberstadt mit 10, 7. Preis: Äari Kauß, Steinbach mit 9, 8. Preis: Karl Fuchs, hvngen mit 8 Punkten. Anfängerklasse: 1. Preis: Karl Kull. UFUMA vrru S&xh/rrL&rL de. Hasfia-Bezirkstag in Gietzen. !*! Unter Beteiligung sämtlicher Krieger- und Militärvereine aus Gießen und Umgebung fand Sonntag nachmittag im „Postkeller" in G i e ßen der Frühiahrsbezirkstag der Maffia" statt. Der Bezirksoorsteher, Prof. Dr. Krämer, erstattete den Jahresbericht über das abgelaufcne 3ohr. Er empfahl den Vereinen, sich immer mehr dem Fürsorgewesen zu widmen. Der Bezirk zahlte an die Kriegerkamerabschaft ,Hossia" 675 Mk Mitgliederbeitrage, an Unterstützunaen erhielten die Be-> zirksoereine vom Verband 500 Mk. Da» Vorstandsmitglied Heibertshausen vom Kriegerverein Lollar erhielt für 50jährige treue Tlitaroeif eine Ehrentafel. Don besonderer Wichtigkeit war die Beratung der Tagesordnung für den diesjährigen Hafsia. ko g, ber am 27. und 28. Juni in Erbach statt- finbct_ Der Bezirkstag stimmte den Anträgen zu, daß für verdiente Mitglieder der „Hassia" Ehren- tafeln und ein Ehrenkreuz gestiftet, und daß an Sßereine für mehr als 40jährige Mitgliedschaft Fap- nennäoel überreicht werden sollen. Einstimmig wurde beschlossen, daß das Derbondsorgan .^Hessischer Ka- Rohapscl-Derlag »ugeftanben werden, daß er mit seinen Bücherm über Mahatma Gandhi, wenn sie auch durch die Feder 'Romain Rollands erst zugänglich geworden sind, ber mehr auf Tagorcs Seite steht unb nicht das Herolds-Feuer für den mbifchen Meister auf bringt, daß er. sage ich, sich großen Dank erworben hat 3ch glaube aber nicht, daß es eine eben so gn^e Aot- wendigkeit ist. daß jebennann jeten noch so feinsinnigen unb tiesfrommen Inder kennt. Jedermann soll ihn doch wohl sich anctanen. muß ich denken, da ja allgemein in indischer A»t Golt zu suchen als einzige Rettung Europa- gepriesen wird. Welche unerhörte Entweihung und Äoß- stettung indischer intimster Welt unb vor allem indischer Frömmigkeit damit einhergeht, ist aber noch selten jemandem zu Gemüt gekommen. Enk» weder wird ein übelriechender weil moralischer Snobismus damit erzeugt, ober aber btc an unb für sich gesunbe Ablehnung ber vielfach als Gemeinplätze zu empsindenben Sprüche unb Anweisungen schlägt in hochmütige unb blasierte Berachtung um, eine ber wib^wärklasten Formen der Schänbung fremder Art unb Seele. Alm ber wenigen Europäer willen, die den unendlichen sanften Emst und die glühende Gotte-liebe Indiens unb seiner Priester verstehen, bedarf es einen 2. Preis, der Verein Groß-Felda einen 3. Pr., in Klasse B: Kirtorf: Ehrenpreis, Steinbach 1. Pr., Ober-Bessingen 2-, Münster 3., Lich 4., Dillingen 5., Hunaen 6, Rieder-Bessingen 7., Flensungen-Mücke 8., 'IßaUemhäufen 9., Hattenrod 10., Dorheim 11. Preis. Der heutige 2.Festtag war der Schuljugend gewidmet, die sich an schönen Spielen freute. Eine Verlosung von Geschenken, die die hiesige Gemeinde in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte, schloß sich an. Di- Meifterschaftskämpfc ber Deutschen Turnerschast. XU Am Samstag unb Sonntag trafen sich in ber Festhalle in Frankfurt a. M die Besten ber Deutschen Turner schas t zu friedlichem, aber doch ernstem Meisterschafts kämpf. Dor einer zahlreichen Zuschauerin enge wurden die spannenden Kampfe ausgetragen, die folgendes Ergebnis zeillgten: Beim Siebenkampf ber älteren Turner waren 153 genreldet. von denen 110 antreten upd42 als Sieger hervorgingen. 1. Peter DauS. Tv. Sachsenhaufen-Franksur. a .die 124. 2 Willv Decker. Tgmde. Dürnberg 122. 3. Th. Kutterofs. Mtv. Stuttgart 119. 4. Karl Gutsch, T. u. Spv. Berlin-West 118. 5. Wilh. Berg. Tv. Mainz-Amöneburg 117 Punkte. 3m Sechskampf der Turnerinnen waren 255 gemeldet, von denen 142 antraten unb 63 al- Siegerinnen hervvrgingen. 1. Della Meis « r, Tv. 1860 München 111.2. QCQ Pompei Tv. 1860 München 106, 3 Dora Mieih, Mtv. Kiel 105 Punkte. 3m Dreikainpf der Turner (5 r eiuni» Handgeräteübungen) waren 69 gemeldet, 57 angetreten, 25 blieben Sieger, und zwar: 1. 3 ofeph Reuter, Hannover 55, 2. Hans Mahl vom Sportverein St. Pauli- Hamburg. Paul Reinhardt, Essener T. u. Spv. 1859 und HanS Zinnecker. Tv. Augsburg je 51, 3. HanS Hinderlich. Tv. 1856 Weisenau, A Eom- pulik. alter Turnverein. Hindenburg und Mar Scholp. Tginde. Ehlingen je 50. 4. Paul Feller, Turnllub Hannover 44 Punkte. 3m Zehnkampf der Turner (Jahrgang 1888 bis 1907) waren 304 gemeldet. 239 angetreten, von denen 85 die Siegespalme erringen konnten: 1. Fritz Kurz. Mtv. 1879 München 185. 2. Michael Schuler, Tv. 1873 Würzburg 177, 3. Habet Wall. Tv. 1873 Göggingen 175 Punkte. ceaterungÄrat Dr Hetz und KreiSfeuerwehr- inspektor Dickor 6 besprachen m längeren Ausführungen bie bestehenden BerhälQttsse. ®5 wurden die Feuerlöfcheinrichtungen ber einzelnen Gemeinden befanntg. g.b.-n unb hmzugefügt, welche Aenderungen und Derbeskerungen zur Verstärkung deS Brandschutzes notwendig seist Dem KreisfeuerrvcbrinspektOr gebührt besondere Anerkennung und Dank für Die Art und Weise, mit der er mit strenger Sachlichkeit und scharfer Kritik baS Richtige zu treffen weiß Er ist ben Gemeinden und Feuerwehren ein treuer und geschätzter Berater der auf Grund langjähriger Erfahrungen Zweifelsfragen stet- so zu lösen weiß, wie cs der großen Sache am Besten dient. Dem au»führlichen Referat des Genannten fügte Oberregierung-rat Dr. Heß noch eine Reihe eigener Erfahrungen hinzu. Er teilte mit. daß der Kreis eine Motorspritze anzuschaffen und in Giesten zu ftatlonieren beabsichtige, die sämtlichen Gemeinden dienstbar sen. aber nur bei zirksvereine sind dazu eingelaben, auch am Jubiläum de» Str tegeroerein» Lützellinden am 28. Juni wird eine Anzahl Bezirksoereme teilnehmen. In Darmstadt ist für den 21. Juni ein inoffizielles Treffen ber Krieaeroereine geplant. Ehrenoorsmeu- der Saab ermähnt unter Beifall, daß der Ha'jsia- bezirk wieder im Aufbau und Aufblühen begriffen sei. Landgerichtsrat Trümpcrt übermittelte die Grüße des Präsidiums. Zum Schluß gedachte ber Vorsitzende der Wahl bes neuen Reichspräsidenten o. Hindenburg und sprach die Hoffnung aus, daß unter feiner Führung die Gegensätze innerhalb des deutschen Volkes ausgeglichen und Deutschland wieder aus der Tiefe heraufgeführt werden möge zu einer besseren Zukunft. Sein Hoch galt dem deut- schen Vaterlande. .v.Dr.Oei-df i wctai, in jede Hiefrn nen. s^mitder.Rxta Dns Dgdb 10^ ijpperi nun w < Misse, de reig schneid«« mit Eiweiß,*” Idn, die mut' icta bei Mitte» er inS,u.ronofrrir* SEJ 1 EOEV hcüehs 1 rA lirJi Für den Herrn Für die Dame 1050 Tel. 240 nuri) namtS 1050 1750 IO50 - Emaillieren 1800 1300 HAPAC IM AN folge ftai Schottstrabe 10. Seltereweg 56 Telephon 131 04334 Gießen: 1040c Sally Loeb, Bahnhofstraße 52 a. Möbelfabrik KARL HAHN 45O4A Seltersweg 61 4887a Pfund ""D 5165a Scheckdrucker Quittungsdrucker D Mehrzahler- Kellnerkassen frei bin W. Hankel 7 Neuen Baue 7 Telephon 612. Drei-Spangenschuh sehr elegant, Form Irma . Derselbe halbrund, weiß gedopp., Form Fritz............... Derselbe in Braun m. Leder- riernch., sehr bequem, Form Siegfried toorbm s «usländi Handel nicht en- Krcöitne Kredite, empfehlen sich zu Ausführungen von Massage, Elektrisieren Elektr. 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Serradelle sichtlicher und ruhiger. Die Lenden,, zeigte keine Einheitlichkeit. Reben neuen Abschwächungen kam b's biS bis biS 22 19 19 10 13 112,46 81,62 18,61 5,88 am 19. Mal 1925 (Händler preis«). VS kos' en: Butter Psd. 200 Ps., Matte 35, Käse 50 65. Weißkraut 30. Rotkraut 40. gelbe Rüben Päckchen 50, rote Rüben Psd. S,Spinett 15, Komif otzl 15, Spargel 80-100, Unter- Kohlrabi 6, Tomaten 200, Zwiebeln 25. Meerrettich 30. Rhari-arl- 15 -20, Kartosfeln 5. Aepsel 40, Dörrobst 25. Honig ZZ, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120," Vier Stück 11, Blumen - kohl SO 150, Salat 15 30. Salatgurken 120, Lauch 5-10, Rettich 10-25. Sellerie 150-200, Radieschen Bund 10—25. spannuna dr d. arttlage vvl ziehen dürste. t..t> s.en lü ii" i z.i rechnen bah de gcgenwär- ) len vielt nid)'. in a! iihem ihn . Ige onbaiten wird 3m D e - o i! v i-crlc hi waren noröraee Drosen und d.r fr. ,v I k. . Zr..n'en l ich! veseüigt D e OHai! noikrie In Zürich 123.025. Pari- 4,582, Amster dam 59,20. Lo bon 20.40. Feuer am Nordpol, Trchnisch polittscher Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Loffert. n.L< aus Szserioö« :-O kl!- Gegründet 1876 Bahnhofstr. 65b Gießen Fernruf Nr. 1367 Pianohaus IST FÖR KredUakUen 7,65 Montanaktten: B derus 67.75, Rh'ins.abl 95,50, Kali Aschersleben 15,75 Well r- fldn 19. Ehern Ische Aktie.». Sodische Anilin 135.12. Anilin B nin 126. DH ®46|d).n d 99.50. Hvlzo rtoh.u' g 6.95. Tran»perial iai: Qiorü't). -1 vyd 70,13. Baltiiiror. 61.75. Industrienktie? 2! - c n? rke Kl aer 3 10, A chasse .dürrer Icllstosf 92. AEG. 107,53, Daimler 4 60. Elektrisch? Liese- rung 8b. Spinnerei Hammcrsen 81 75, (ISebr. 'U.ighanS 80,50, Rh.inmetall 50. Julius Sichel 51.50. Wuyß & Frcy'.ag 93, Badischer stucker 2.95. Fra"k:nlaalzucker 4. Heilbronwjucker 6 ’. Off ft 7 in* z ucker 2,90. tktn BIN tonen H'-rf ouiotbnlctl Wutuoi Äfre4, l’pnbon. 9h u. r>'Tt. Oapan. :Hto be Janeiro kür »int (ttntn-h, Wien und CUb.ipe'i mr lOOOQO (Firlvfftrn. er--* übrl-1' *nr l'K) ritt») Telegraph ische Auszahlung 0 Reichsdaelehcn an di c Reid) S gebens. Stück für Stück sah ich mein Glück entblättern. Schließlich wußte ich es mit unentrinnbarer Sicherheit, daß ich mich opfern müsse. Aber das Opfer mußte ein vollständiges sein, wenn es nützen sollte. Uns lediglich trennen, hieß seine Leidenschaft erst recht entfachen. Ihre Nachricht von seinem unglii»feligen Versuche, fein Leben 311 beenden, rief mich zu raschem Handeln. 3d) verlobte mich mit Stratoff und schrieb ihm einen Abschiedsbi gegen mich selber. Zu genau kenne ich ihn und weife, daß er mich damit für ewig aus feinem Herzen bannen wird. Ob Sie als Mann die Größe meines Opfers ermessen können, weiß ich nicht. Und dach gibt es Augenblicke, wo ich tiefglücklich bin, wenn ich denke, daß ich ihn, den Geliebteften, dem Leben und seiner Arbeit zurückgeben werde. Aber manchmal packen mich wiide Zweifel. War mein Opfer auch nicht vergebens? Wird tr die verlorenen Fähigkeiten wiedergewinnen? Und nur deshalb schreibe ich an Sie. Sie müssen mir mitteilen, wie es mit ihm wird. Noch eine legte Tur haite ich mir offen, (frft wenn Sie mir schreiben, fcafe. er der alte geworden ist. werde ich Strntoff heiraten. So lange warte ich. Und höre ich eines Tages, daß alles umsonst war, dann will ich mir mit festen Händen mein Glück zuriickerobern Dann verlange ich von Ihnen, daß Sie ihm diesen $r;cf zeigen. Und mit der Allgewalt meiner Liebe will ich versuchen, ihn über den Verlust seiner seltenen Begabung Inn- wegzubringen. Nun leben eie wohl. Bleiben Sie dem Liebsten aller Menschen ein treuer Freund und bewahren Sie ihn vor allem Unheil. Stets Ihre dankbare Linda Lahory. e* auch oerei.iz.lt au leichten Besserung en. 3m er- effe trat für fein Gebiet hervor, nur Pfandbriefe qi.gen etwas lebhafter um. Kriegsanlcmeo i xiren ivrna.M-1 tltft und gmien in fre.cn Je, tu 0,570 bis 0.575 um. Die Ab.obbbrse Ichlob in lustloser Gattung Ausländ.sch? Reuten 3oll- Srantfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 19. Mai. Die mung der heutigen Abendbörle war etwas bahn. Zur Orl.kbterur , des 11 >er. der Inflationszeit in d.e s. 1* 1 >.v hatte da- Reich der D .Ich« 1 ich t. schast aus d:n verfügbar« 1 XLb. ein kurzfristiges Darleb n von 8 22 40 bis 22 8'. Trocke isch ühel 9,30 bis 10L0, bis 20. Linda an Nagel. Hochverehrte Frau Fürstin! Ihr Brief erschütterte mich aufs tiefste. Keine anbere Frau wäre eine würdigere Lebensgefährtin unseres Freundes geworden. Was Sie mir schrieben, bleibt ein heiliges Vermächtnis, und eines Tages wird Sanders die Wahrheit erfahren, damit er für ewige Zeiten Ihr Andenken segnet. Einen ganzen Tag nach Empfang Ihres Briefes hielt er sich verborgen. Dann kam er selber zu mir. Kein Leidenswort verrieten die krampfhaft gepreßten Lippen. Nur der Gang war schwer und die Stirn tief gefurcht. Doch in seinen Hellen Augen brannte ein neues Feuer frisch erwachter Energie. Er selber glaubt sich aus dem Wege der Besserung. Ein blitzartiger Gedanke stieg mir auf: Benutze Sanders zu ollem Wichtigen, was es hier in Nova Thule ;u leisten gibt Laß ihn geologische Starten aller bedeutsamen Punkte anfertigen, so daß er entbehrlich wird — und dann enthülle ihm die Wahrheit. Aber ebenso schnell verwarf ich den menschlich schätzen Gedanken. Sein ganzes Leben ist auf diesen Beru, eingestellt, der ihm fast eine heilige stunst bedeutet. Seinen Verlust wurde er nie verschmerzen. Er würde ein anderer, er wäre nicht mehr der Mann, den Sie bewundern und lieben lernten. Also muß Ihr Opfer ein endgültiges bleiben. Doch hat er eines Tages die Leidenschaft zu Ihnen völlig überwunden und steht stark und sicher in neu erworbener Kraft da, bann soll er erfahren, wer Sie waren. Dafe er sich nicht in Ihnen irrte, daß Sie in jeder Hinsicht seinem erträumten Ideal weiblicher Vollkommenheit glichen. (Eigener Drahtbericht des „Gießener An-elgerS".) Berlin, 19. Mai. Die Börse zeigte heute bei Eröffnung gerade das umgekehrte Bild wie am Vortage. Die Spekulation nahm auf zahlreichen Marktgebieten Positionslösungen vor, was zu einer allgemeinen Verstimmung führte. Zu den ermäßigten Kursen wurden ferner Leerverkäufe vorgenommen, die zu den Rückgängen der Kurse auf sämtlichen Marktgebieten beitrugen. Von außen her lagen zunächst keine nennenswerten Kaufaufträge vor. Die Gründe der Spekulation für ihre anfänglichen QLbgabcn werden hauptsächlich in b?r außenpolitischen Spannung zu suchen fein, die durch den Wortlaut der gestrigen Rede des Reichsauhenministers Dr. 6 t r c fe - mann hindurchzogen. Am Anleihemarkt hatten Schutzgebiet die Führung in der Abwärtsbewegung. Der Geldmarkt zeigt unverändert das Aussehen der letzten Tage. Tägliches Geld ist weiter sehr flüssig und mit 7 bis 9 Proz., Monatsgeld von 9' _• dis 11»/- zu erhalten. Die Vorbereitungen für den UltimobeMrf sind bereits seit Monaten im Gange, so daß sich diesmal der Monatswechsel ohne starke An- (Eigener Drahtberich' des „Gießener Anzeiger-".> Zranliurt a. J1L, 19. JRn Es wurden notiert. Weiten. Wette rauer 22,50 di- 24,2.. Ao >1 'n, i.ii.i .)i 5 ifiel? 13.25 bi- 13 50. Roggenkleie 14 50 bis 14 75 IM. Tendenz ruhig. Berkis"" ' e- r'e. Berlin 19. Mai. Der Prvduktemnarkt konnte tron der schvachm A-u-landnoferuagen die Preise behaupten, b.'i ruhigeni Geschäft. Die trockene W tterung und die ör.partung einer Srllseftsetzung v r.nlas'en die Verkäufer zur Zu- rüdbalturq. Gerste hatte wenig Beachtung Hafer blieb fefl und Futterartikel ruhig. ES wurden notiert für je 100) Kilo: Weizen: märt. 267 bis 26) do. Mai 278 b.t 279. do. 3ull 273 225 do Mai 227 biS 226 50. do. Juli 223 biS 222, Gerste, nüirf 226 bis 212. Futtergerste 200 bi- 218, Hafer, märt. 222 bis 230. do. fromm. 213 bis ■ - ros bis 278. für je 10) Kilo. >imrhl 34 bis 36.75. Roggenu )I 30'0 b.S 32.75, W izenkleie 14.50. Rentenmark gewährt, da^ in Hch aou 3 o nen Marl getilgt ist, während noch 82 fi 1 oa n Mark auSsteh.rn, deren Rückz hui, in Mar 1924 fällig gewesen wäre. Die V.nanx ekle '.'age der Reichsbah'gesellfch f. u;b d Unm g.icb . t nach Lage d» Kapitalmarktes sich .ine 21 tle.be zu verschaffen, machte es. zugleich zur Vermeid mg einer weiteren Dar I kurzfristige Darlehen in e n I a n g f r i fi g e «s umzuwandeln und d-r Rei...> > > ll- schafi weitere Mittel in Höhe von 38 M Uionen Rcichsmori (itiadami also 120 0)0 0» Olli » zur V'rsügung zu hellen. 3n dem ittouri eiter Ergänzung zum Entwurl de Hattsha ts ? r Astg. Finairzverwaltung für 1925 fi der crfotb*rIi4K Kredit eingestellt Börsenkurse Briet 4,197 21,10 <9,,S35 41.69 17.01 69,97 9.05 111,90 U.45 5.86 Dorfe. *T"nhTm: TI, TrnfTdjt Nri-v?nnirN>r «•je Deu'Ich, 9lcid)5anleibe 87//, Drutfdh SH.idf-.onletbe FA Drultor Äteichsinle^c Teuilcük äDarpruuuniüiiletbe <•/, t'nuiitot Äon io iS <•« jprflcn ..... 81///» ßcilee ...... «X teilen D.'Uliche öertb. Tovor-Anl. bto Doll •6d)all'91rtKttiiia.e) <•/<- -iollistten ...... Tlf (Sclbmerifaner . . . Berliner HoiideISqelel.'siso'i Lommer». und Privul <-anf Xarniil und Utniiouaioant Deullche Boii.' . . Tein'che vereinSdont . . . DiSconlo (tommanbit ‘UletaUbanf ..... ’ilUiiclbcutfcbe (Lreblibanf Ccltc-rcidütcue lireöiianftaü CBeftbont Bochumer Gutz ....... Badern« . . Cato Teuilch-Lurembitrg OielfenlitdKiicr a.-rotoerfe . telIet Bergbau leih Vifd)cr5leben. . . . Malilocrt 2Dcftcre«ein..... tfourabüUe Cbcrbebarf . . Phonis Bergban ...... ÄbrUiibibl . ....... ytfrbe.t Dtoiiian. ....... Stnuö Bergbau Bnmburg A»ierita Paket. . . Vtorddeuttebcr Llovb . . . Lberanchchr «Berit fllbtn . . Zementwerk Heidelberg . . . vbtlivv Holjmann...... flnglo-ttotu «Ouano . ... Badische Hnlltn tfbcnufdx Maver Hiaiita . Ütoldschniidt vrtcSi ctiner Electron . . . . Hachster ^arbroerte ..... Holzverkohlung ....... MülgcrSlücrte ......... Cdjelbeanftah ........ nno. e[ c> IU* ‘. l-en • kv ' • Heut 18 i 18 5. 19 5 'I 5K7.'i u. 7 > 0.5. U. 772.5 — 0, C — U.M 0,57 U.575 H.7I 0.69 0.72, 0,7175 ii . 0,355 ii,. 75 0.37 0.010 O.M 1.62 o ;s •675 0.7: II 73 0 1 — 0 «... 0.6 o.fi.s — 0.17 o.-i 1.5 ! 1.7 » 91 7.7 91.. > 93.1 XI 5 »2.3 92.3 9 V» 4.3- 9.3 9,25 — 36,25 — —e 136 3 N» •36 188,25 IU-.Z5 10 , 1».' Itr? 1:3 .3 12 25 126 5 125.10 1*3 134,7. :25.2> 1 70 «8 — 111.7a 11’, il 116 111,50 KV! 10!,12 —. - 100.50 100,75 100.so 100,9 7.7.. 7.67 7.77 7.7.5 0.1 0,1 - 0,2 — — - 70.2 71 67.75 71 68 76 .1 74 13 — 9«.ir* 93.2 । o 73.12 76,75 74.2.5 129.90 126,7 > !X>,75 126 1'j 15,75 19 16 15.90 19., 19.5 19,1 67.5 ('n 67.3 67,2 8.1.-3 7.75 H 7.75 1H,- > 112,6' 114.6 112.90 i« 9.5.50 97.'..' «3.75 J« 92 15.2’ 93.75 3.25 i.10 69 67,5 69,90 67.5 72.23 7'1.18 70,6 — 75.5 74,75 75 73,5 75,5 74,25 — - 119.5 115 130.60 135,1 136,90 135,25 0,51 Itti.aO «9. 101 00.25 12«. Hl l25,: . 127,4 126.5 127,75 126.1 - 127,75 126.13 7.2., 6.9'i _ 80.9 *6 88 86.5 122 HU — 108 5 107.50 108. ■ 107.25 X'.: — 87 87,2.5 90,25 RS - - 79 SO, 2.5 78.20 72 70 71.51 69,10 3.15 8.1 3,25 3,10 4.7 1.6 i ,75 4.70 IS 47,5 — — «,s 7 6,5 6.5 — — 100 99,75 0,46 0,4.5 — —- 1,01 116,7“ 1,2 1 11., . — — 2.40 2.3. — 2.3 :i 3 3,3 3,2 3,13 52.5 51,5 1 11 5 11.5 11,1.2 , 11.50 1 05 4 — —— 3.025 2,95 3.1 ! 3,1 < Ttoi । - ’JX.u flmtiitbc Nori rnng 21mthd)e Wotiermia -velb •Hrk” (Weib *hrief ttmfl.-lHoti 168 « 9 1«.9.11 -9 11,9,11 t*nen.'81ire; l 663 I.6u7 1.670 1.1,71 «rss.^niw 21 11 1.17 21.03 21,0 1 tfhnfttiuifo 70.3 7H 49 70.16 70.34 Äottontnoeii ;x w 79.00 76.8.5 79.05 Ctodtolm 112. IN 112,41. 112.IS 112.46 frcli.naiord 10 5«.7 10,607 10.57 10, t stiolie:« . 17.12 17.16 17.005 17.4 London - '« 20.415 fO.371 »1.421 ■’.ruiiorl 1 135 1. 4,19 4...Ii > V ri« . . . 21 7.5 81.815 21,695 21,755 Schwer, . Hl 19 NI. -9 81.16 81.36. «w 1 ’’ 'iü G, 60.NI 60.77 80,93 Japan 1 76.1 1,767 .761 1,767 •Hlo be yan fe'en -:i T . ) 419 0.421_ 0.421 9.426 L ert- abgeft >9.195 59,05. 59,195 Prag . . . 2.1.1 18,47 12.41 18.472 S'cljrab . . '1.82 6,81 6.871 ‘Bitbap.-fl . • . NM 6,91 6,895 5.91 V:il arten 3.0.L5 3,0,55 1.042 3,052 iinljii 375 20.425 .-O..17.5 20,425 Danäo - tei 79 0.90 SV, 80 81.00 51or.il nti» 2 265 2.893 -.295 2,305 SUI,CH. 7 84 7.86 7.69 7.71 ?Un.-r(fnulld,e 'JloUn . . , , , »eloffche Wettn ....... ■i ....... O-nolHfbi 9«ofrrt . ....... Rrantöfi1 pollandl Ilde 'J.'ofen ...... sche 9, oreir ...... .1t illen 11 Waten...... 1 ' 's 7- ........... ' wer Du bist: Dein Aeutzeres verrät es! Vornehmlich zeigt eS die Pflege Deines Haares. Sie deutet gleichsam Dein inneres Ich. sie läht Deine persönliche Eigenart erkennen. 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Zum Vortrag kommen Werke von Beethoven, Brahms, Kreutzer, Kromer, Lachner, Schubert, Schwartz, Silcher, Trunk, Tratini, Ullrich, Wilhelm und Wieniawski. Vorverkaufspreise: Sperrsitz 2.- Mk„ 1. Platz 1.50 Mk., 2. Platz 1.- Mk. Sperrsitz und 1. Platz sind numeriert. Saalkasse pro Platz 20 Pfennig mehr. Vorverkauf bei Herrn Friseur Georg Lotz und Herrn Kaufmann Emil Buß. 5044V Vefuchtöis Deutsche VekAhrs ftusftelkms LNünehsrLlYLH 3uni~®,t">;obev Einladung zu der am Mittwoch, dem 20. Mai 1925, abends 8,30 Uhr, im Saalbau Sauer zu Gießen stattfindenden Gründungsfeier der Ortsgruppe Gieften des »Stahlhelm^ Bund der Frontsoldaten, öhsd Vortrag des Bauführers über Zweck und Ziele des Stahlhelm. Fahnenabordnung und Stahlhelmkapelle aus Frankfurt sind anwesend. Ausün^ler finden am Himmelsabrtötage in Arnsburg* um 11 Ubr vorm. Gelegenheit zu einem Gottesdienst & Httali Bietzen fordern unsere Mitglieder auf, zu der am Sonntag, den 24. Mai, stattfindenden Fahnenweihe der Bereinigung ehem. Leib- gardisten teilzunehmen und hoffen auf rege Beteiligung. Sammelpunktpünktlich 1.20UhrDereinslokal „Postkeller" 5200D Der Vorstand. Der Qrzt tagt: man täglich trinkt 5. muß bekömmlich [ein. bfehmen Sie Quieta ftatt reinem Bohnenkaffee. Trinke Quieta! ____ — Fahrrad® 5201D det am 22. Der Vortrag von Professor die J»pWW$a*il in der Au a der Universität Gießen Tagung zur Einirq io Freitag, den 22. Mai. Vormittags 8% Uhr: Eröffnung der Tagung. 9-10Uhr: Direktor Hassinger-Darmstadt: Die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen,- ihre Aufgaben und ihre Bedeutung für die Volks- und Fugendwohlfahrt. 10- 11 Uhr: Professor Dr. Messer-Gießen: Die Jugendbewegung 11-12 Uhr: Professor vr. Stern-Gießen: Fugendwohlfahrlsarbeit und Erziehung. 1I33 — 4 Uhr: Geheimrat Mittermaier- Gießen: Das Reichsjugendwohlfahrtsund das Reichsjugendgerichtsgesetz. 4-6 Uhr: Amtsgerichtsrat Dr. Rotschild- Frankfurt a. M.: Fürsorgeerziehung und Dormundschastsgericht; Fugendgerichtshilfe und Jugendgericht. 6-7 Uhr: Professor Dr. Huntemüller- Gießen: Die biologischen Grundlagen der Jugenderziehung. Samstag, den 23. Mai. 9-10 Uhr: Frau Regierungsrat Anna Keller-Darmstadt: Entwicklung und Grundlagen der öffentlichen Wohlfahrtspflege im 19. Jahrhundert. 10-12 Uhr: Prof. Dr. v. Düring-Frankfurt a.M.: Die gefährdete Jugend und die Fürsorge für dieselbe im In- und Ausland l’-l Uhr: Direktor Stumpf-Buhbach: Die Straffälligkeit der Jugendlichen und der Strafvollzug an Jugendlichen. Teilnehmerkarten Mk. 2.50 im Vorverkauf in der Keißnerschen Buchhandlung, Reuen Baue 3. 5190V Am Freitag, dem 22. Mai 1925, nachmittags 5 Uhr, findet in der Frauen-Klinik eine Propaganda-VuriOiirnng id.-HS»lialli. Filme statt, zu der alle Ärzte eingeladen sind. Der Dekan der medizinischen Fakultät Der Dekan der veterinär-med.^alultät Medizinische Gesellschafl-Gietzen. Himmelfahrt, um 3 Uhr WW.WW bei der dicken Eiche (IBalbgirmeier Wald) hauptansprache: Herr Missionar (Brot) z. Zt Langd Posaunenchöre, Gesang, Ansprachen Jedermann ist herzlichst eingeladen Antbes, Pfr. erstklassige Marken zu günstigen Preisen und Bedingungen empfiehlt 5182D Albert Wagner Krosdorser Strafte 37. Wsßsss Haus Eckhaus n bester Geschättslage, enthaltend Parterre u. 1. Stock, große Geschäftsräume, je 22 m Front, 14 m Tiefe, 7 große Schaufenster, großer Hof und Kellerräume, Zentralheizung ist lieferbar 1. Oktober d. I Leihgestern 04440 empfiehlt für Himmelsahrttag ihre Loka itä en Für gute Spei en und Getränke ist bestens besorgt. K Seipp zu verkaufen evtl, ganz oder geteilt zu vermieten. Für größeres Unterneh men besond. geeignet A. Goldschmidt Gießen. Schulstraße 611. Ol442 Ein fibiienlMlinri zu verpachten 04446 (guter blauer Besait). Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieß. 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Ihre Verlobung geben bekannt Gießen, Mai 1925. 04474 r Heinrich Weißbach und Frau Die 6i Gießen, 19. Mai 1925 0078 Gießen (Weserstraße 15), im Mai 1925 5216D Eintritt frei! Eintritt freit 5163D 5198V Der Vorstand. und Konzert. Kreuzplatz 9. 5217a Liesel Brehm Dr. jur. Ed. Bötticher Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an - Für die anläßlich unserer silbernen und grünen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege unfern herzlichsten Dank Heinrich Kasper und Frau Anna geb. Müller Anton Balzer und Frau Anna geb. Kasper Berthold Kühne Seltersweg 26 Lleblgshöhe Donnerstag (Himmelfahrt) morgens von 7 - 9 Uhr Großes Früh-Konzert ausgeführt von den ehem. Müitärmusikern Leitung: Herr Topp, Musikmeister a. D. 5162V Heimat Watt-V« ngolömar*1 Pfennig str auch b-'^ vonemM infolge h°h Fernsp" sE lagundCen Anschnsth riAtcniaHj 9 pssti^ zraiiHilt o im Bilde für immer festzuhalten wird besonders im schönen Frühling auch Ihr Wunsch sein. - Schaffen Sie sich deshalb als treuen Begleiter für Ihre Wanderungen einen Photoapparat an, denn alles photographiert wieder. Auskunft und Unterricht kostenlos. PHOTO-HAUS WINTERHOFF Hauses des die Werl -Deutschen u Mer den < klaren Rei scmann, tagspräside Reichstags! tztaatsp Staate iDÜrhcmberi ntetf/er Der drei tpürff: Acherdein ll durch zahle: Kunst. Wisst treten. Äach Paul Ende grüßte Etzel des Verwalt Instituts die Dann c Stresemo die SM prasid zu überbr tagte 9r. J in dieser 6 unter 3f>ne Der Idee, für die l Stresemann Universität und an das Preußen, dc sittlicher was er a loten ha. den Sinn de sammenfuhrt Welt, daß n aber nicht d tum Befennai Aeichsl dataui b'vn, eine Wdiy Parteien ent Reichstags weiter, von sürdie, die §enD Dolles entt der toi r 8«EA!n. Beteinignng O tuen. EeiügarOiiien, 6iefw Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 3 Llhr, Fahnenweihe m Hose der Neuen Kaserne. Antreten 2':t Llhr daselbst. 3m Anschluß hieran: Feier auf der Liebigshöhe. Alle ehemaligen Leibgardisten in Stadt und Land sind hierzu kamerad- fchaftlichst eingeladen. Samstag, den 23. Mai, abends 8‘,; Uhr, Zusammensein „Stad^ Mainmit Kameraden von außerhalb Was al für ljch beai ieanspruch°-rJ 9* *2*i,: v- Kinder- und p\|appWagen P\\ v' in größter Auswahl zu V’' billigsten Preisen bei Liebigshöhe GnHLStm*Kofizert der ehemaligen IVIilitärmusiker Donnerstag (flimmellahrt), 21. Mai IW, nachm. von 4-7 Ohr