flr. 9( Erster Blatt V5. Jahrgang Montag, 2u. April 1925 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: VießenerFamllienblälter Heimat im Bild. Msnatr.vezngrpreir: 2®olbmark u 20 Gold- Pfennig für Tragerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse; Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: rlnzelgerGießen. Postscheckkonto: Srenffurt o. M. 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vruck und Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Buch- und Stcinöruderci R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftrstelle: Zchulttrahe L Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorder ohnejedeDerbindlichkrit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mir. Breite örtlid}8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne» nlame-Anzeigenv 70n i * Breite 35 Goldpfenniq, 'platzvorfchrift 20° «Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Bech. sämtlich in Gießen. Vie lommunistifche Offensive. Sine Welle von Blut geht feit einem halben Jahr schon über Bulgarien. Die Morde Hausen sich, seit der Führer der Mazedonier von politischen Gegnern erschossen wurde, und fast scheint c* so, alS ob die Methode der Blut- rache die Grundlage der bulgarischen Politik lverden sollte. Ader es ist leider noch m e h r. Welche abgrundtiefe Gemeinheit liegt darin, daß ein bekannter Abgeordneter ermordet wird, nur um daS ganze führende Bulgarien zur Trauerfeier in die Kirche zu bekommen und dann in der Kirche eine Höllenmaschine loszulassen, mit deren Hilse alles, was Träger des gegenwärtigen Staatssystems ist, mit einem Schlage zu vernichten. Ein Plan von einer solchen Infamie, von solcher teuflischen Rieder- iracht kann nur in den Gehirnen der Moskauer Bolschewisten entstanden fein, und deshalb ist auch kein Zweifel darüber möglich, daß alles, was Bulgarien jetzt durchzumachen hat, von den Lieberfällen auf den König an, die zunächst als das Räuberstück kühner Wegelagerer dargestellt wurden, bis zu diesem Massenmord in einer Kirche, ein wohlüberlegter Plan ist. der von Moskau aus befohlen wurde, um die Brandfackel nach Bulgarien hineinzu- werfen und van da aus den ganzen Balkan in Unruhe zu stürzen. Schulbeispiele dafür haben wir ja int eigenen Lande gehabt. Es ist knapp drei Jahre her, als in Berlin an der Siegessäule eine Höllen- maschiite gefunden wurde und unschädlich gemacht werden konnte, bevor sie losging, als auch ähnliche il nternehmungen gegen Gerichte und Kirchen geplant waren, die als Einleitung für einen neuen kommunistischen Putsch dienen sollten. Bei uns ist der Stoß aufgefangen. Daß die kommunistische Gefahr noch leineswegs vorüber ist. lehrt uns mit erschreckender Deutlichkeit der Leipziger T s ch c k a - P r o z e h. der trotz aller Sabotageversuche findiger Anwälte jetzt sich seinem Ende nähert und uns gezeigt hat, wie stark die Unterstromungen im eigenen Lande noch sind. Aber die Kommunisten werden doch wohl die Zuversicht aufgegeben haben, daß sie auf dem Wege über Deutschland in absehbarer Zeit den grvszen Stoß nach Westen vornehmen oder bei uns auch nur Erfolge erzielen können, die imstande wären, die europäischen Staatsformen zu unterwühlen. Sie suchen sich daher andere Dege. Sie wühlen in E h i n a, sie wühlen in Italien und in Kleinasien. Indessen, die Zeit, die vergehen muß, um diese Umtriebe zur Auswirkung zu bringen, dauert ihnen $u lange, und so ist es eigentlich ganz naturgemäß, daß sie ihre Hauptaufmerksamleit auf den Balkan gerichtet haben, als auf denjenigen Teil Europas, der ihrer Agitation den geringsten Widerstand bieten kann, wo ihnen also die Erfolge sozialpolitisch und nationalpolikisch am raschesten reif werden. Und ebenso selbstverständlich ist es, daß sie wieder in Bulgarien die Ernte zuerst in die Scheune bringen wollen, Bulgarien war der Bundesgenosse Deutschlands, hat also nach der Methode der Sieger schwer zahlen müssen. Denn das ist das eigentliche Geheimnis der Höllenmaschine von Sofia, daß ihre Konstruktion zurückgeht auf den Abschluß des Weltkrieges, und daß die eigentlichenDerantwortlichen dafür alle die sind, die in brutaler Ausnutzung ihres Sieges Recht und Gerechtigkeit mit Füßen treten. Bulgarien hat das erfahren müssen. Das unglückliche Land kennt seit fast einem Jahrzehnt den Frieden nicht mehr, es hat erst gegen die Türken, dann gegen die Serben und Rumänen um feine nationale Existenzberechtigung kämpfen müssen, trat dann auf die Seite Deutschlands, um sich die Luft zum Leben zu sichern und. nachdem es zusammenbrach, glaubte jeder, ihm noch einige Fußtritte geben zu können. Kein Bulgare erkennt die Lösung des mazedonischen Problems, wie sie in Paris gefunden wurde, als richtig an. dazu ist das Land überschwemmt von Hunderttausenden von Maze» donierNüchtlingen. die nicht allein den Staatssäckel belasten, sondern auch Haß und Rot in das kleinste Dorf fragen, durch ihr Dasein allein die Möglichkeit eines Rational bolschewis- mus gerade vorbereiten helfen, wo ohnehin schon der Agrar-Kommunismus Etambu- l i n s k i s. der bis zum Umstürze durch Zankow rücksichtslos die Städte majoris'erte. in seinen Ursachen noch keineswegs überwunden ist. Rationale Unzufriedenheit. allgemeine Der- ärgerung und gewaltiger Steuerdruck vereinigen sich also hier, um eine Gärung zu schaffen, d'e von den Russen geschickt ausgenutzt wurde, nicht nur, damit der Funke von hier aus nach Griechenland und Altserbien überspringen sollte, sondern auch, um Rumänien im Rücken zu fassen, das durch die Eroberung Bessarabiens der schlimmste Feind auch des heutigen Rußlands ist. Riemand kann sagen, wie die Dinge weitergehen. Möglich, daß die bulgarische Regierung noch stark genug ist, um der Bewegung Herr zu werden. Aber sie wird auf einem Pulverfaß sitzen bleiben, so lange, bis der Grund zur Unzufriedenheit dem bulgarischen Bolle genommen ist, und der kann ihm nur genommen werden. wenn die Pariser Machthaber sich entschließen, auch da das Unrecht von 1918 wieder gutzumachen und das Selbst best im- mungsrecht der Völker-, für das sie angeblich Krieg führten, auch zugunsten der Besieg t e n. des Weltkrieges gelten zu lassen. Gespannte Lage in Sofia. Belgrad. 18. April. (TU.) Es steht nunmehr fest, daß das Attentat in Sofia gegen hon König gerichtet war. Zur Lrichen- Hindenburg spricht. Des Feldmarschalls Programmrede in Hannover. Hannover, 19. April. (TU.) Die Versammlung in den Gesellschaftsräumen der Stadthalle, wo Hindenburg seine Kandidatenrede hielt, war aus allen Teilen DeutsOandS stark besucht. Unter den Anwesenden bemerkte man den früheren Reichskanzler Cuno, den früheren Reichsminister H e i n h e, den bayerischen Justizminister G ü r t n c r, Reichsinnenminister Dr. Schiele, Dr. von Richter, Exzellenz W a t J- raf, Staatssekretär a. D. Kempkes, General v o n S ch o ch - München. Admiral D o n c d) r n - der, Reichstagsabgeordneten Dr. Schulz- Dromberg und viele Vertreter von Dehörderr und des Wirtschaftslebens, Staatsminister a. D. von Loebell begrüßte den Generalfeldmarschall mit Dankesworten für das große Opfer, das er durch die Annahme der Kandidatur dein Daterlande bringen wolle. Dies fei ein Beweis für das hohe Pflichtgefühl uno die große Vaterlandsliebe, die den Feldmarscholl beseele. Dos ganze deutsche Volk werde ihm Dank wissen, daß er seine ganze Kraft in den Dien st der Einigung des deutsche p Vaterlandes stellen wolle. Der Rome Hindenburg kennzeichne eine Führung des deutschen Volkes auf friedlicher Bahn. Der Gedanke der Ueberparteilichkeit habe sich durch die Aufstellung Hindenburgs durchgeseht. Der Redner wies die Vertreter der ausländischen Presse besonders auf die Märchenerzählungen hin, die seit Aufstellung der Kandidatur Hindenburgs verbreitet würden und kennzeichnete diese Wahlmanöver der Gegner als Lug und Trug. Der Rame Hindenburg werde dem deutschen Vaterland Ruhe verbürgen und ganz Europa den Frieden bringen. (Starker Beifall.) Darauf erhob sich Generalfeldniarschatt von Hindenburg und entwictelte in längerer Rede fein Programm. Meine sehr verehrten Herren! Dieses gesellige Zusammensein hat für das deutsche Volk für Sie als politische Führer und auch für mich vielleicht eine tiefe Bedeutung. Sie haben sich heute abend hier versammelt, um mit mir die politische Lage und die politischen Ziele des Reichsblocks zu besprechen. Wir wollen uns hierbei nicht durch Angriffe unserer Gegner stören lassen. Mich lassen jedenfalls persönliche Angriffe, auch die gehässigster Art. kalt, denn ich baue auf das Gerechtigkeitsgefühl meiner Landsleute. 1 Hier sind heute die Vertreter von Parteien und politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verbänden sowie von deutschen und ausländischen Zeitungen versammelt. Die Tatsache, daß sich Parteien und Verbände, die nicht in allen Zielen der täglichen Kleinarbeit übereinstimmen, zu gemeinsamem Wirken zusammengefunden und die natürlichen Gegensätze zum Schweigen gebracht haben, i.st mir ein Beweis dafür, daß es in Deutschland wieder vorwärts geht. Deutschland hot in schweren Stunden bewiesen, was es durch Einigkeit zu erreichen vermag. Mir ist das Glück besch.eden getoefen, mit einem einigen Volk den Feind von unseren Grenzen sern zu halten. Dieser großen Zeit deutscher Geschichte sind schwere Jahre gefolgt. Wir haben die ganz«; Last eines unglücklichen Kriegsausganges und eines unseligen Umsturzes auf uns nehmen müssen. Es ist dabei leider auch vieles von dem Einigkeitswillen bei uns verloren gegangen. Das Schönste meines Lebens wäre eS daher, wenn ich noch sehen dürste, daß wir uns wieder mit gleicher Einigkeit in friedlicher Arbeit am Wiederaufbau zusammenfinden, die uns einst beseelt hat. Ich bitte die hier so zahlreich erschienenen Vertreter der ausländischen Presse, die Bedeutung des Willens zur Einigkeit, der nichts mit Partei- Politik zu tun hat, sondern dem gesunden Rationalgefühl des deutschen Dolles entspringt. nicht gering achten. Der Reich Zblock hat nun geglaubt, dem Gedan'en der Überpart filichen Einigkeit bei der Wahl eines deutschen Reichsfeier Georgiews war unter der Hauptkuppel der Kathedrale ein Thron aufgestellt worden, auf dem der König hätte Platz nehmen sollen. Die Teilnahme des Monarchen an der Leichenfeier wurde erst im letzten Augenblick abgesagt. Dafür erhielt der Chef des Generalstabes Dawidow den Auftrag, in Vertretung des Herrschers bei der Trauerfeier zu erscheinen. Die Bombe war knapp oberhalb des Thronsessels angebracht, der durch die Explosion in tausend Stücke zerrissen wurde. Der davor stehende General Dawidow wurde Aur Unkenntlichkeit z er st ü ckel t. .lieber das Attentat erfährt die Telegraphen- ilnion von der Berliner Bulgarischen Gesandtschaft, daß sich unter den Toten der Polizeipräfekt von Sofia, vom Kriegsministerium die Generale der Reserve Raide- n o f f und R o r e s o f beide frühere Kriegsminister und die Generäle Dodoff und Popo f f. unter den Abgeordneten Oberst der Reserve R a t s ch e f f. ein Vertrauensmann der Regierung, Letarski, Komuscheff, der frühere Gesandte in Konstantiiwpel und Z a n o f f befin= tw Auch PrjvatfekÄär d-sö Mmisterpräsi-- präsidenten dadurch am besten dienen zu können, daß er mir für den zweiten Wahlgang die Kandidatur antrug. Ich habe zunächst schwere persönliche Bedenken gehabt und ich b.dauere es nicht, daß darüber auch die Oefsentlichkeit unterrichtet worden ist. Der Appell an mein Pflichtgefühl hat diese Bedenken überwunden. Erleichtert wurde mir diese schwere Entscheidung nicht zuletzt dadurch, daß der von mir hochgeschätzte Kandidat des ersten Wahlganges, Herr Dr. Jarres, mich auch um dieses Opfer bat. Seine lautere Persönlichkeit und feine hingebungsvolle Akbeit haben ebenso wie fein staatsmännisches Programm starken Eindruck im deutschen Voll beruorgerufen. Rachdem ich einmal die Kandidatur übernommen habe, ist es mein Wille, mich während des Wahlkampfes an der politischen Arbeit des Reichsblocks in der mir angemessen erscheinenden Weise zu beteiligen und für den Fall meiner Wahl meine ganze Kraft für das Wohl Deutschlands einzusetzen. Ich würde auch als Reichspräsident nur die Pflicht kennen, auf den einmal gegebenen Grundlagen der Verfassung und der heutigen Stellung Deutschlands in der Welt das Beste für mein Vaterland zu erstreben. Rücksichten auf irgendwelche Parteien oder unberechtigte Sonderinteressen würde ich dabei nicht kennen. Anders darf auch der Staat nicht denken. Seine vornehmste Aufgabe muß cs immer bleiben, das Wohl derjenigen Volkskreise immer im Auge zu behalten, die am schwersten unter der Rot der Zeit leiden. Jeder Arbeit muh der gerechte Lohn wer den. Wenn Sorgen und Lasten gerecht auf alle Schultern verteilt sind, wird sich hierauf gegenseitiges Vertrauen auf bauen. Rur so können wir zum sozialen Frieden gelangen. Bei einem Teil unserer politischen Parteien spielt die Auffassung eine verhängnisvolle Rolle, daß nur unbedingte Anhänger des eigenen Parteiprogramms oder wenigstens der in den Revolutionsstürmen geschaffenen Parteikoalition das Recht haben, am Staat mitzuarbeiten. Als ruhiger Beobachter der politischen Entwicklung der letzten Jahre habe ich geglaubt, immer wieder eine falsche Auffassung vom Wesen und von der Bedeutung der politischen Parteien im parlamentarisch regierten Staat feststellen zu müssen. Diese führte dazu, das an sich schon zur Zwietracht neigen b e deutsche Volk noch weiter zu verwirren. Weite Kreise streben aber nach großen gemeinsamen Zielen. Darum scheint mir der Reichsblock, der diesem Gedanken dienen will, die Forderung des Tages richtig erkannt zu haben. Erwarten Sie also, meine sehr verehrten Herren, nicht von mir das Programm eines Parteimannes, der sich mit politischen Fragen auseincnrdersetzt. Weit wichtiger ist die Aufgabe, dem deutschen Volke wieder die Grundlagen wirtschaftlicher und politischer Lebensfähigkeit zu schaffen. Ohne die Wiederherstellung des deutschen Ansehens in der Welt ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Ansehen in der Welt wird jedoch nur gewinnen, wer sich selbst und sein Volk achtet. Vertrauen wird nur gewinnen, wer sich selbst vertraut. Es wird noch langer und schwerer Arbeit bedürfen, ehe unser ganzes Volk wieder zum Bewußtsein des höchsten Wertes einer Ration so erwacht ist. daß dieses Bewußtsein sich auch im täglichen wie im öffentlichen Leben durchsetzen kann. Das aber erscheint mir der sicherste Weg. um uns vor so beklagenswerten Erscheinungen zu schützen, wie sie die letzten Monate brachten. Sie waren in hohem Maße geeignet, den Glauben an deutsche Ehrlichkeit und Treue zu erschüttern. Wir haben heute die Pflicht, unser gesamtes öffentliches Leben und unsere praktischen politischen Ziele so einzustellen, daß unser aufrichtiges Streben nach friedlicher Orientierung unfereö Vaterlandes und friedlicher Mitarbeit am Fortschritt der Welt sich durchsetzen kann. Hierin beuten und ber Oberbürgermeister von Sofia zählen zu den Toten. Die Reihe ber Attentate ist auf ein planmäßiges bolschewistisches Vorgehen zurükzuführcn. Das die bolschewistische Organisation im Lande stellenweise bereits Erfolge erzielt hat ist nicht ausgeschlossen. Amtliche Meldungen darüber liegen aber noch nicht vor. Die Einsahrtsstrahen und sonstigen Ausgänge von Sofia werden durch die Truppen der Miliz bewacht. Streifen halten alle Vorübergehenden an und verlangen Rachweise. Der Verkehr dort nut zwischen 5 Uhr früh und 8 Uhr abends ftattfinben. Die Amtsgebäude und die Wohnungen bei Minister werden durch Polizei bewacht. Die in der Provinz stehenden Truppenteile werden nach der Hauptstadt zusammengezogen, und die Sofioter Garnison geht an die West grenze, ang blich um das lieberschreiten der Grm;e durch die in Jugoslawien befindlichen Em grauten zu verhindern. Der Glöckner ber Kathedrale ist unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet worden. Die Stadt steht noch immer unter dem schmerzlichen Eindruck des furchtbaren Attentats; iebod) wird bas öffentliche Leben wieder normal liegt eine wichtige Grundlage deutscher Außenpolitik. Richts kann diesen friedlichen Zielen mehr schaden als das verlogene Geschrei von einer drohen den militaristischen Reaktion in Deutschland, die sich in meiner Kan bitatur angeblich ausprägen soll. Ich glaube gern, daß Herr Marx diesem höchst verwerflichen deinagogrschen Treiben seiner Anhänger persönlich fein stehl. Ich muß aber mit allem Ernst auf die große Gefahr hrn- tocifcn, die eine so verantwortungslote Wahlpropagauda für das ganze deutsche Volk bedeutet. Ich betone mit aller Deutlichkeit, daß ich nichts anderes erstrebe alS was die Gegner meiner Kandidatur für sich allein in Anspruch nehmen, nämlich dem deutscher Volke i n voller Souveränität uni in voller Freiheit seinen Platz nute: den andern Völkern zu sichern. Um biet zu erreichen, muß aber baldigst die schwere Anschuldigung unserer Verantwortung für den Weltkrieg fallen. Das find die Gedanken, die mich leiten und darum werden Sie mir glauben wenn ich Ihnen versichere, daß all das Geschwätz von versaffungSwidrigem Dor« gehen, daS ich beabsichtigen soll, von sogenannten reaktionären und sonstigen gefährlichen Destre- bungen Unsinn ist. Ich bin gewohnt, meine Pflicht zu tun und würde daher, wenn das deutsche Volk mir das große Vertrauen schenken sollte, mich zu seinem Präsidenten zu wählen, unbeirrt durch Tag-smeinungen und persönlich« Angriffe, mit Sachlichkeit dahin wirken, daß unserm Vaterland, daS wir In feinem llnglüd um so heißer lieben müssen, eine glücklicher« Zukunft beschieden sein möge. Wird diese- Ziel erreicht, so wäre das der schönste Dank an all die Helden, die einst im festen Glauben an Deutschlands Größe ihr Leben Hingaben oder ihre Gesundheit opferten. Die Rede des Feldmarschalls selbst war fast ununterbrochen von Beifall begleitet, der überall da stürmischen Charakter an- nahm, wo die Einigkeit des deutschen Volkes im Kriege und in der Zukunft sowie von der Rotwendigkeit, das deutsche Ansehen wiederher zustellen und das deutsche Doll von der schweren Anschuldigung der Verantwortung für den Weltkrieg zu entlasten, die Rede war. Aber auch die Stellen, in denen der Feldrnarschall betonte, daß er seine Ziele auf verfassungsmäßigen. Wege erreichen wolle, wurden mit starkem Beifall aufgenommen. Alsdann gaben die an wesen den Vertreter der Parteien und Verbände. bU im Reichsblock vereinigt finb. besondere Erklärungen zur Kandidatur Hindcnburgs ab. Für die Deutschnationale Dollspartei sprach Dr. Wink- I e r den Dank und das Treugelöbnis der Partei aus. Für die Deutsche Volkspartei nahm Dr v. Richter das Wort, um besonders zu betonen. daß der Rame Hindenburg drs Fanal deutscher Treue und Pflichterfüllung sei. Für die Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes sprach Herr Drewitz, um zu betonen, daß Hindenburg das h iliglte Kle nod des deutschen Dolles sei. Der deutsche Mittelstand fei felsenfest davon überzeugt, daß der Ehrenmeister des deutschen Hand- we rks den Mittelstand wieder zu der Stelle verhelfen werde, auf die er einst so stolz gewesen sei. Für die BayerifcheDolks- Partei sprach der Abgeordnete Leibl begeisterte Wirte. die starken Beifall auslösten Für den Reichslandbund betonte Herr von Goldacker das Treugelöbnis des deutschen Landvolkes. Für die vaterländischen Derbände Lnahm Admiral von Schröder das Wort Jedem einzelnen der Sprecher reichte Hinden- burg die Hand. Alsdann nahm der Feldmar- schall noch einmal das Wort zu folgender kur- 8en Ansprache: Ich möchte nun noch einmal meinen aller» herzlichsten Dank dafür zum Ausdruck bringen, was mir an Liebe entgegengetragen worden ist. In meiner Rede, die ich vorhin gehalten habe, ist klar zum Ausdruck gebracht, was uns not t u t und wohin wir kommen möchten. Darum Die Beisetzung der Opfer erfolgt auf Staatskosten Die meisten werden in eitern Massengrab beerdigt. Im ganzen Land? arbeiten Telegraph und Eilenbahn wie gewöhnlich. Reue Verhaftungen und Haussuchungen führten zu wichtigen Entdeckung-n die im Interesse der Untersuchung geheimg chatten werden. In den Dierteln, wo gestern wegen der polizeilichen Untersuchungen der Verkehr einige Zeit unterbrochen war. find bedauerlich? Zwischenfälle zu verz-ichnen. In einer Unterreduna mit Qk-tr<,tem verschiedener politischer Parteien besprach Krieos- minifler Wulkoff die Lage und bat um die Unterstützung aller, was bereitwillig ve-fp-ochen wurde Die Sozialdemokratische Partei richtete einen Aufruf an das Doll, in dem es heißt, daß. so schwer die durch die verruchte Tat auferlegten Opfer und so groß der Schmerz der heimgesuchten Famifien auch fe en die Gefahr nicht vergessen werden s Ile die dem unglücklichen Land drohe. Der 21 fmf schli ßt mit den Worten: Bleiben wir faltblütia und b wahren wir untere Se b''beherrschung Stellen wir das Blutvergießen und di? gegenfe tige Der» nichtung ein! Zum Zeichen der Trauer wurden alle Sportveranstaltungen die für die OÜertage geplant waren, ghhestellr oocwotib uiti Son ftir unjei leures oeut= sches Vaterland. Das deutsche Vaterland Hurra! Die Versammlung stimmte in den Rus des Feldmarschalls begeistert ein. Der Feldmarschall machte einen äußerst frischen Eindruck. Hindenburg an die Presse. Hannover. 20. April. (TU) Während des Zusammenseins bei einem Glase Bier empfing Ge- ncralfeldmarscholl von Hindenburg die V e r t r e - ter der Presse noch einmal besonders in einem andern Saal, um einige Worte an sic zu richten. Von einem alten Soldaten können Sie nicht viel Worte erwarten. Ich will den Frieden in Ehren halten und ich hoffe, daß der Versuch, ihn zu erreichen, gelingen wird. Sie werden sehen, daß ich nicht der Militarist bin, der Krieg will. Ich habe den Krieg in meiner Jugend und im Alter kennen gelernt und ich kenne das Elend, das er unoermeidlich mit sich bringt. Schon deshalb wünsche ich ihn nicht noch einmal zu erleben. Wenn man etwas anderes behauptet, so sind das Verleumdungen, die ich zurückweise. Ich bin nicht der Massenmörder, zu dem man mich gestempelt hat. Ebenso wenig bin ich auch d e r a l t c M a n n i m R o l l w a g e n. Mein politisches Programm steht fest, soweit man ein solches Programm feststellen fann,~ denn die rauhe Wirklichkeit ist eine vielgestaltige Sache. Ein Reuter-Interview mit Hindenburg. Hannover, 20. April. (TU.) Der Bcr- finer Vertreter des Reutcr-Vurcaus hatte eine ilnterrcöung mit dem Generalfeldmarschall von Hindenburg. Wie die Telunion erfährt, hat dies interview folgenden Inhalt: Frage: Wird Ew. Exzellenz bereit sein, den vorgeschriebenen Eid zu leisten, worin es heißt, daß der Präsident die Verfassung und die Gesetze des Reichs wahren, feine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde? Antwort: .^R a t ü r l i ch bin ich bereit, denn im andern Falle hätte ich ja gar nicht das Recht gehabt, mich als Kandidaten aufstellen zu lassen. Frage: Würden Ew. Exzellenz es vorziehen, den früheren Kaiser wieder auf dem Thron zu sehen, lieber als selbst Präsident der Republik zu werden? Antwort. Die Frage Republik oder Monarchie steht in der Politik gegenwärtig n i r- genbs zur offiziellen Erörterung. Persönliche Wünsche spielen deshalb keine Rolle. Frage: Ist Ew. Exzellenz bereit, den vor- geschlagenen Sicherheitspakt zu unterzeichnen, der Frankreichs und Delgiens Grenzen garantiert? Antwort: Die Sicherheitsfrage befindet sich gegenwärtig noch im Stadium der internationalen Erörterung. Ich kann deshalb durch eine eigene Stellungnahme nicht in solche Fragen eingreifen, die zunächst Sache der Regierungen sind. Selbstverständlich verfolge ich diese wichtige Auseinandersetzung mit besonderer Aufmerksamkeit. Frage. Ist Ew. Exzellenz der Ansicht, daß die gegenwärtige Grenze im Osten zugunsten Deutschlands geändert werden müßte? Antwort: Dieser Ansicht bin ich ebenso toie jeder Deutsche ohne Unterschied dex Partei. Damit der Frieden dabei nicht gefährdet wird, muh man den Derhandlungs- wcF eingeschlagen. , Frage: Wird Ew. Exzellenz als Präsident allSs, was irr seiner Macht steht, tun, daß die militärischen Klauseln des Versailler Vertrages erfüllt werden? Antwort: Der Versailler Vertrag ist so lange für uns bindend, bis er durch neue Abmachungen zwischen Öen Vertrags- Mächten geändert wird. Zur Vertragserfüllung gehören natürlich auch die militärischen Best immungen. Frage: Wird die Politik Ew. Exzellenz den früheren Feinden Deutschlands gegenüber der Verständigung und der Völkerver- s ö h n u n g gewidmet sein? Antwort. Ich habe schon in meiner Oster- botschaft an das deutsche Volk gesagt, daß ich immer und immer dem Fricd en dienen will. Frage: Ist es die Ansicht Ew. Exzellenz, daß Deutschland nur etwas von einer friedlichen Entwicklung nach innen und außen zu erwarten hat und daß es töricht sein würde. Deutschland in krieg er ische Abenteuer zu stürzen? Antwort: Ich bin dieser Ansicht durchaus. Ich habe mich in den ganzen Rachkriegsjahren gegen kriegerische Abenteuer gewandt. weil ihr Verlauf für Deutschland nur unglücklich sein müßte. Frage: Ist Deutschland nach Ew. Exzellenz Meinung imstande, auch nur einen Verteidigungskrieg gegen irgendeinen seiner Rachbarn zu unternehmen? Antwort: Deutschland ist nach meiner fachmännischen,Militär.scheu Ansicht nicht einmal in der Lage, sich gegen irgendeinen kleinen Rachbar st aat kriegerisch zu verteidigen, denn .auch Staaten wie etwa Polen und die Tschechoslowakei haben ein viel größeres stehendes Heer als wir und sind durch Militär sche Bündnisse gesichert, so daß wir uns in jedem Falle einer weit überlegenen Kriegsmacht gegenübersehen würden. Französische Fälschungen. Die angeblichen dentschen Rüstungen. Berlin, 18. April. (WTB.) Der „T e in p s" veröfentlichtc am 15. April einen Bericht aus Berlin, der sich mit dem deutschen Reichshaushalt beschäftigt. Der Kritiker erklärt den deutschen Haushaltsvoranschlag für gefälscht. Die Einnahmen !o:cn absichtlich so niedrig angesetzt. um zur Täuschung der Demokratie und des Auslandes Fälschungen ’.ugunften der deutschen Rüstungen vor- nehmen zu i rinnen. Schon hieraus ist zu erkennen, von welchem Geiste die Ausführungen getragen find. Der Verfasser bekämpft, zum Teil g e st ü tz t auf b i e V e r ö f i e n 11 i d) u n g e n gewisser deutscher Pazifisten, die Höhe der Ausgaben für die Reichswehr. Er und seine Gewährsmänner jonglieren mit den Zahlen nach Belieben. So werden für 1025 die Ausgaben für die Schutzpolizei dem Heereshaushalt zuge rechn et und für 1924 nicht, woraus sich dann natürlich eine erhebliche Steigerung der Ausgaben ergibt. Bei dem Vor- k r i e g s e t a t, der zum Vergleich herangezogen wird, oerechnet man sich um volle 400 Millionen, indem man Bayern, Sachsen und Württemberg unterschlägt. Dann fabuliert der Artikel von zahlreichen Feldwebel - und Aspirantenschulen über den Bedarf. Das deutsche Heer hat keine einzige solcher Schulen. — Das deutsche Heer soll fast nur aus Chargierten bestehen. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, rechnet man böswillig die Gefreiten und Obergefreiten zu den Unteroffizieren, obwohl jedermann bekannt ist, daß sie zu den Mannschaften gehören. Leute, die 12 Jahre dienen, müssen in späteren Dienstjahren doch irgendwie von den Rekruten unterschieden werden. Der Artikel führt dann an, daß die Interalliierte Militärkontrollkommission kürzlich sehr eindrucksvolle Ziffern über die Zahlen der deutschen Offiziere im deutschen Heere veröffentlichte. Diese Zahlen sind seit 1921 bekannt; seitdem hat sich an ihnen nichts geändert. Daß die Durchschnittskosten für den einzelnen Soldaten höher sind als vor dem Kriege, liegt, abgesehen von der Preissteigerung, an der Errichtung eines Heeres von langdienenden und freiwilligen Soldaten und an dem Verlassen des Grundsatzes der allgemeinen Wehrpflicht und daran, daß immer nur einzelnen wenigen Firmen eine Monopolstellung für die Anfertigung von Waffen und Geräten in Deutschland eingeräumt ist. Reichsminister Dr. Frenken in Mainz. Mainz, 18. April. (WTB.) Der Reichs- Minister für d i e besetzt en Gebiete weilte heute in Begleitung von Referenten seines Ministeriums und der Reichsvermögensverwaltung für die besetzten Gebiete in Mainz. Nachdem vormittags das hessische Gesamt Ministerium in Anwesenheit von Vertretern der Städte des besetzten hessischen Gebietes mit dem Reichsminister verhandelt hatten, fand am Nachmittag im Sitzungssaale der Stagtoerordneten im Stadthaus eine Besprechung statt, an der Vertreter der Reichs- und Landesbehörden und der Wirtschaftsorgani- I a t > o n e n des besetzten Gebietes teilnahmen. In der Ausiprache kamen die Not und die Lasten der besetzten Gebiete zu beredtem Ausdruck. Die Tatsache, daß die hessischen besetzten Gebiete mehr wie die übrigen besetzten Gebietsteile durch die Besatzung schwer betroffen ist, gab der Besprechung das eindrucksvolle Gepräge; andererseits wurde auch der Wille der Reichsregierung, m i t allen Kräften z u helfen, nachdrücklichst ausgesprochen. Vor allem wurde anerkannt, daß dem besetzten hessischen Gebiete und insbesondere der Stadt Mainz auf dem Gebiete des Wohnungsbaues weitestgehende Hilfe zugestanden werden müsse. Barmat vor dem Untersuchungsausschuß. Berlin, 18. April. (WTB.) Vor dem Reichstags-Untersuchungsausschuß für Äreditaffären wurde heute die Vernehmung B a r m a t s im Schwurge- richtssaal Moabit fortgesetzt. Zunächst wendet sich die Vernehmung wiederum dem Kondensmilch ge- ch ä f l zu, bei dem Barmot an die Reichsstellen Milchdosen von 14 Unzen Inhalt, die mit 16 Unzen bezeichnet waren, geliefert haben soll. Barmat chob die schuld an dem geringeren Inhalt auf die L i e f e r f i r m a und versprach, gegen diese Firma im Klagewege vorzugehen, was er jedoch trotz w i e- derholten Drängens der Reichsstellen nicht getan hat. Die Lieferfirmen erklären übereinstiin- mend,daß Barmat bei dem Abschluß der Geschäfte gewußt habe, daß tatsächlich nur 14-Unzen-Do- en geliefert wurden. Eine holländische Firma hat auf Veranlassung Barmats besondere Etiketten über 16 englische Unzen Herstellen lassen, wobei Barmat gesagt haben soll, die Firma könne ruhig 16 Unzen drucken lassen, denn die Berliner würden nicht merken, daß der Inhalt tatsächlich nur 14 Unzen betrage. Barmat bestreitet dies und behauptet, bei seinen Lie- erfirmen 16-Unzen-Dosen bestellt und auch bezahlt zu haben. Demgegenüber wird von dem Zeugen Rommel heroorgehoben, daß von dem Direktor der Firma, die die falschen Etiketten aufgeklebt hatte, erklärt worden sei, daß diese falschen Etiketten auf Veranlassung Bar in als angefertigt worden feien. Weiter hätten die Direktoren der Lieferfirmen erklärt, daß sie niemals die Absicht gehabt hätten, mehr als 14-Unzen-Dosen zu lie- ern, und daß sie auch keine höhere Bezahlung erhalten hätten. Nach der Aus- assung des Zeugen sei ein Scheinoertcag abgeschlos- en worden. Dor der Regierungserklärung Painleves. Paris, 20. April. (£11.) Ministerpräsident Painleve hat den gestrigen Vormittag mit der Vorbereitung der Regierungserklärung ausgesüllt, gelegt wurde. Sie dürste dir dürftigste sein, die beten Wortlaut aber noch nicht endgültig sest- je im französischen Parlament zur Verlesung kam. In erster Linie wird sie die Absicht der Regierung bekunden, die Politik des vergangenen Kabinetts sort-usetzen und die nachstehenden angeführten Punkte enthalten: 1. Finanz-Problem, 2. Verkürzung der Militärdienstzeit, 3. Elsaß-Lothringen. Gerade diesem Problem mißt das neue Kablnert eine besondere Bideutung zu, was wohl daraus hervorgeht, daß Bonnet, der Unterstaats- fetretär der Ministerpräsidentschast mit der Behandlung der elsaß-lothringischen Frage beauftragt wurde. Rach allgemeinen Eindrücken zu urteilen find lleberraschungen ausgeschlossen. Es deutet jedoch alles daraus hin, daß es auf Grund der beiden Interpellationen Cachin über die alt» gemeine Politik des Kabinetts und Der trans über die Anwesenheit Caillaux' am Re- gierungstisch zu einer stürmischen Debatte tommeu wird, ca die Regierung bereits ihre Absicht mitgeteilt hat, die Eröffnung der allgemeinen Debatte zu beantragen. Die Senatsfl h u n g wird ohne Zweifel ruhig »erlaufen Asher liegen keine Interpellationen vor Wahr- fcheinlich wird der Senat nach Verlesung der Regierungserklärung sich damit begnügen, die Sitzung auf Mittwoch zu vertagen. Die Regierung wird unmittelbar nach Erlangung des Vertrauensvotums die Eröffnung von zwei neuen pi ovisorrschen Zwölfteln beantragen. Die Kammer ttntb sich dgnn Ende btr Woche vertage^. Serriot Kammerpräsident- schastskandidat. Paris, 18. April. (WTB.) Die Delegierten der Parteien, die das Kartell der Linken bilden, haben den zurückgetrelencn Ministerpräsidenten H e r r i o t heute vormtttag gebeten, sich als Kandidat der Linken für die Kammerpräsidentschaft aufstellen zu lassen. Herriot hat den Delegierten erklärt, daß er die Kandidatur annehme. Die Wahl des neuen Kammerpräsidenten wird am nächsten Mittwoch erfolgen. Die Bedingungen Banderveldes für die Regierungsbildung. Brüssel. 20. April. (TU.) Der Kongreß des Generalrates der Sozialistischen Partei trat gestern früh unter dem Vorsitz Vanderveldes zusammen. Es wird erwartet, daß heute die offiziellen Verhandlungen zwischen den sozialistischen Führern und dem Ausschuß der katholischen Kammer-Gruppe beginnen. Vandervelde hat gestern im „Peuple" folgende Bedingungen seiner Partei für die Bildung bes Kabinetts mitgekeilt: Die Sozialisten bilden die Regierung nur gemeinsam mit den Demokraten und sind nicht gewillt, sich in dem Kabinett mit einer untergeordneten Rolle zu begnügen. Ihre Gruppe bildet die Mehrheit und dementsprechend muß auch ihr P r o - gramm die Grundlage für die Regierung bilden. Don den 11 Ministern wird die sozialistische Partei 6 übernehmen, darunter das Amt des Mini st er Präsidenten wrd bas Amt des U n t e r r i ch t s m in r st e r s. Die sozialistische Partei ist damit einverstanden, baß bie christlichen Demokraten die Landwirtschaft übernehmen. Die Verschwörer von Sofia entdeckt. Berlin, 20. April. (TU.) Die Morgenblätter melden aus Paris: Dem „Matin" wirb aus Sofia gemeldet, die Sicherheitspolizei habe die Urheber des Attentats auf die Kathedrale entdeckt, und zwar in der Person des B o r s i tz e n d e n und des flellveriretenden Vorsitzenden des kommunistischen Zentralkomitees in Sofia, Jankoff und Minkoff. Letzterer, ein ehemaliger Pionieroffizier, soll die Höllen- maschine am Tage des Verbrechens auf dem Dach der Kirche untergebracht haben. Nach einer Belgrader Meldung des „Petit Parisien" beläuft sich die Zahl der F e st g e n o m m e n e n auf mehr als 500. Das Mitglied des Exekutivkomitees der bulgarischen kommunistischen Partei, Max Friedmann, befindet sich unter den Verhafteten. Die Entdeckung von Dokumenten beweist, daß das Attentat auf die Kommunisten zurückzuführen sei. In einem dieser Schriftstücke heifot es, diejenigen, die von Menschlichkeit und Mitleid sprächen, seien Toren. Es sei unerläßlich, selbst Frauen und Kinder zu töten, um den Sieg des Proletariats zu gewährleisten. Gegenwärtig befänden sich alle Führer der kommunistischen Bewegung hinter Schloß und Riegel. In der Wohnung einer Französin habe man Schießbaumwolle und eine Bombe entdeckt. Am Bahnhof von Kostonetz Bania wurde eine Frau verhaftet, die Explosivstoffe bei sich führte. Gerüchtweise verlautet, daß der Führer der revolutionären mazedonischen Bewegung, Protegureff sich unter den Toten befindet. Aus aller Welt. Die Untersuchung des Reichs - wehrunglücks auf der Weser. Minden, 18. April. (TU.) Die Zahl der geborgenen Leichen von dem Reichswehrunglück bei Beltheim hat sich auf 67 erhöht, so daß nunmehr noch 14 Mann vermißt werden. In Gegenwart der Staatsanwaltschaft Bielefeld und dcr militärischen Behörden ist das Uebersetzungsma- n ö v e r an der Unglücksstelle mit einer mit Säcken beladenen Fähre wiederholt worden, ohne daß sich wesentlich Neues für die Untersuchung ergeben hätte. Auf Wunsch der Staatsanwaltschaft soll unter Anwendung aller Sicherheitsmaßnahmen dos Manöver mit der gleichen Anzahl von feldmarschmäßig ausgerüsteten Soldaten noch einmal stattfinden. Das Schachturnier in Baden-Baden. Bei dem internationalen Schachgroßmeist er- turnier tourben am zweiten Tage die Hängepartien erledigt Carls-Deutschland gab gegen Rabinowitsch-Rußland nach 59 Zügen auf. Thomas-England verlor gegen Rubinstein-Polen, bie Partie Tartakower-Oesterreich gegen Reti-Oester- reich wurde remis, und nach fast achteinhalb- stündigcm Kampfe siegte Marshall-Amerika über Colle-Dejgien. Am Sonntag, dem 19. April, wird mit der dritten Runde begonnen. Feuer im Waisenhaus. In Hamburg entstand aus bisher unbekannten Gründen, wie man vermutet, durch Kurzschluß, in der in der Heinrich-Hertz- Strahe gelegenen Doppelbaracke des Waisenhauses Feuer, das sich infolge der reinen Holzkonstruktion des Bauwerks rasch über die ganze Baracke verbreitete. Der Feuerwehr gelang es unter großen Mühen, das llebergreifen des Feuers auf die anderen Baracken zu verhüten und sämtliche Kinder in Sicherheit zu bringen. Die Bekämpfung des Feuers war infolge des ungünstigen Windes äußerst schwierig. Einige Personen erlitten leichte Brandwunden. Der Gatte als Mörder. Aus Mannheim wird- berichtet: In Reu- hosen wurde in ihrer verschlossenen Wohnung eine Ehefrau mit eingeschlagenem Schädel und einem Strick um den Hals in ihrem Bett aufgefunben. Daneben lag unverletzt bas zwei Iahre alte Kinb. Als Täter kam bet- Ehemann, der sich aus der Wohnung entfernt hatte, in Frage. Es ist der Polizei gelungen, den flüchtigen Ehemann, der bei dem hier anwesenden Zirkus Arbeit suchte, auf dem Meßplatz festzunehmen. Er gab die Tat unumwunden zu. Beim Spiel verhafteter Raubmörder. Am 22. März wurde von Schutzpolizisten in dem Glienicker Forst ein junger Mann wegen Glücksspieles verhaftet. Sein Benehmen ließ vermuten, daß er feine wahren Personalien verheimliche. Ietzt gelang es der Berliner Kriminalpolizei, den Unbekannten als den 26iährigen Alois Klein ans Dz'elau im Kreis Kosel sestzusteUen, der feit 1921 vom Landgericht Oppeln wegen Teilnahme an einem Raubmord an zwei Stoffhändlern aus Königshüttc gesucht wird. Seine Mittäter wurden seinerzeit baß» seft- genommen. Klein nannte sich auch Gustav Thoms und Zujek und hielt sich in der Zwischenzeit in Hannover. Oberhausen, Duisburg. Kassel Leipzig uni» Berlin auf. Schüsse auf ein Auto. Auf der Chaussee nach Crottingen, kurz vor Memel wurde ein Auto, in dem sich Direktor der Memel-litauischen Wirtschastsbank. Konczius, seine Frau und eine zu Besuch weilende Dame befanden, von zwei Beamten der litauischen Staatspolizei, die auf ein Spritschmug- gebaute fahndeten, beschossen. Durch die Schüsse wurde der Chauffeur getötet und die Fran Konczius so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit v e r st a r b. Die Untersuchung des Vorfalls wurde eingeleitet. Typhus in Westfalen _9n fünf Familien der Gemeinde Volmarstein ilt -Typhus ausgebrochen. Acht Erkrankte, darunter aud>_ Erwachsene, wurden dem Krankenhaus zugeführt. Die Krankheit ist auf den Genuß t»on Wasser aus einem Pumpbrunnen zurückzu- führcn. der polizeilich geschlossen wurde. Aus der benachbarten Bauernschaft Seglebusch wurden ebenfalls zwei Typhuserkrankungen gemeldet. Wettersturz im Aicsengebirge. Nach Meldungen aus Hirschberg im Riesen- gcbirgc ist ein Wc11ersturz eingetreten. Mit erheblichem Temperaturrückgang setzte im Gebirge ein heftiger Stur m ein. Seit Doo'nnerstag abend schneit es auf dem Gebirge ununterbrochen, so daß die Schneehöhe auf dem Kamm am Freitag mittag schon wieder 15 Zentimeter betrug. Bis zur Schlingelbaude liegt der Schnee. Weiter "unten erfolgten Niederschläge, Regen mit Schneeflocken gemischt. Eine Aeberschtoemmungskatastrophe. In Skemorlie bei Greenock (Schottland) ist infolge starker Regenfälle der Damm eines Staube cke n s gebrochen und hat ein Haus zerstört und den unteren Teil des Dorfes überschwemmt. Wenigstens vier Personen sind ertrunken. Man befürchtet, daß die Katastrophe weitere Opfer gefordert hat. Der Sachschaden ist sehr bedeutend. Unglück oder Selbstmord? Dic „©iornale d'Italia" meldet aus Chiusi aus der Strecke Florenz—Rom. daß heute morgen um acht Uhr an der Eisenbahn- strecke ein Mann aufgefunden wurde, der so schwer verwundet war, daß er nicht sprechen konnte Aus den Papieren wurde festgestellt, daß es sich um einen Dr. Hermann Hanau, einen gebürtigen Frankfurter, handelt, der jetzt in Rom wo'hnt und eben vom Zug herausgefallen oder gesprungen war. Ein Selbsttnordoerfuch scheint wahrscheinlich, da Dr. Hanau schwer nervenkrank gewesen sein soll. Eröffnung des Deutschen Museums. An der Eröffnung des Deutschen Museums in München, bie am 6. und 7. Mai stattfindet, werden nach dem heutigen Stand der Zusagen u. a. teilnehmen: der stellvertretende Reichspräsident Dr. Simons. Reichskanzler Dr. Luther mit allen an dem Museum beteiligten Reichsministern. unter ihnen auch Dr. Strcfcmann, Reichstagspräsident Q o e b e. Mitglieder des Reichstags und des Reichsrats. die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder, der babcrische Landtagspräsident. Kardinal Faulhaber, Runtius P a c e l l i, der Präsident der evangelischen Kirchen rechts des Rheins, dic Vertreten der deutschen Länder in München, die Dürger- m et ft er der Städte Berlin, Frankfurt a. M„ Dresden. Stuttgart usw. Oesterreich entsendet den Bundeskanzler Ramek. den Generaldirektor der österreichischen Dahnen, Vertreter der Stadt Wien und den Leiter des Technischen Museums in Wien. Außerdem wird eine große Zahl prominenter Persönlichkeiten der Wirtschaft, Technik und Wissenschaft an den Eröffnungsfeierlichkeiten teilnehmen. Der Unfall des R.33 Major Scott von der Luftschiffftation P u T» Ham erklärte, daß, ehe das Luftschiff „R 33“ vom Sturme entführt wurde, der Mast, an dem cs verankert war, weg brach. Das Schiff lag zunächst mit der Spitze nach unten. Der Kommandeur des Luftschiffes D o o t h lieh von der Spitze aus Ballast abgeben. „R 33“ konnte sich nun aus dem Gefahrenbereich der Baulichkeiten des Luftschiffhafens in die ßuft erheben. Es stellle sich heraus, daß das Rippentoerk am Vorderteil Beschädigungen und Brüche erlitten hatte und daß Gas ausströmte. Der Schaden an den Gaszellen konnte aber notdürftig mrd mit dem Erfolge ausgebesfert werden, daß ein weiteres Ausftrömcn von Gas vermieden wurde. Der Flug bewies, daß es notwendig ist, Luftschiffe mit großer Eigengeschwindigkeit zu bauen, die gegen die Gewalt heftiger Stürme ankämpfen können. Luftmarschall Sir Sefton 'Stander äußerte tn einer gestern gehaltenen Rede, daß die neuen in Dau zu gebenden englischen Luftschiffe Maschinen erhalten würden, die anstatt der bisher vorgesehenen Höchstgeschwiirdigkeit von 4 5Knoten, wie sic auch „A. 33“ besah, solche vrn? 70 Knoten entwickeln können. Der Zeppelinflug nach den Dermudasinfeln erneut verschoben. Der Flug des Zeppelinschiffcs .Los Ange» l c s" nach den Bermudas-Inseln ist infolge einer geringfügigen Beschädigung des Wasserbehälters "verschoben worden. Die Fahrt findet wahrscheinlich 24 Stunden später statt. Deutschland und der Internationale Etudentenverband. Lille. 18. April. (TU.) Der Rational, kongreß der französischen Studentenschaft hat zur Frage der Aufnahme deut- cher Stubcittcn in den inlernattonalen Studen- lenverband Stellung genommen. Rach einer mehrstündigen Aussprache, an der sich die Vertreter von vierzig Universitäten beteiligten, wurde eine Entschließung angenommen, in der der Wunsch ausgedrückt wird, unter der Voraussetzung mit dem deutschen Studentenverband zusammen- zuarbeitcn, daß er die Bestimmungen des internationalen Studentenverbandes anerkennt Wettervoraussage. Vorwiegend nördliche Winde, tagsüber mi|* heiternd und wärmer, trocken. Uns erreich! heute die Rückseitenströmung eines vom Daltikum südwärts sich ausdehnenden Wirbels, in deren Dereich der Luftdruck an- steigt und vielfach Aufklärung eintritt. Das Zentrum des Steiggebietes liectt im Ravn" zwi-> sch"' ^sländ und Ittand II i Los nur 1 Mark WS. Fraakfarter Pferde-Lotterie UM Gewinne L V, v. 45000« LOOOO 5 000 2 5 00” uv. uv. e*w. 11 Lew 10 M. Porto Lbte Pfc. extra. Lose in allen 1-otterie- und Zigarren - Geschlften erhältlich. 2587«^ ununterbrochen wcitergear- betannien Seekarten find ja uns Lchr.Aaneb.umer Giek An». Handlung über öffentlicht, an beitet wird. das dem Snrschaftl. Sineifamilienbaas mit gr. Garten, m feiner '2?obnla;jc,rntt bald be tebb. be- irblaanabmefrcicr 7°Zimn'erwobnung vreiSw. au verkamen öd» Behaue Merger * Sehe, Vudwigstr.^il. 33jäbr. Srau. er« fahren in Küche nud HauS, sucht »um L 5» Stellung al» Haushälterin. Schrrstl. Änaeb. unt. 034») a. d. Gteh. An». Qujtumi. ischea Museums Mai sloltfindel, ad der Zusagen nde Asichspräfi- *t Dr. Luther ei/igten Äeichö- jtrefemann. TitqHcber bei c Staats-- und der bahctW Saul^abct, ni der evangc- J, die Jerirrlc« zn, die ‘Bürger- nffurt a. M.. ich entsendet den icralbirettor der der der Stadt nschen Museums zrohe Zahl Pro- Lirtschast. Lech- jssmiitgsscierlich' gesucht. Zu erfr. in der Geschäft»st be» aflropfc, hot'land) js, m. 1 eines Ltau i J)ous zerstört überschwemmt. > cNrunken. ic weitere Opfer lehr bedeutend. erb? Del aus CHU, n. dah heute der Eisenbahn- -n tourbe. der so er nicht sprechen urbc sesfgestellt, mann Hanau, idett. der jetzt in l berausgefakien elbstmordoersuch Hanau schwer Buntes Allerlei. Das deutsche Seekartenwerk. Die 5orfd)ung»reife des deutschen Dermef- lungSfchiffes Meteor“, über dessen Ausfahrt soeben berichtet wurde, lenkt die Ausmerkfnm-- keit auf die nun wieder mit verstärktem Gifer aufgenommene wissenschaftliche Tätigkeit der deutschen Marineleitung. Die QL beiten des Schiffes bei seiner zweijährigen Fahrt Im südlichen Atlantischen Ozean werden auch neuen wertvollen Stofs für die wichtigste wissenschaftliche Leistung unserer QHarinc bringen, das grobe Seekarten werk, das zu einem We l t s e e k a r t c n- HiminHohii. per sofort gesucht. Miete nach Vereinbarung. Schriftliche Angeb. unter 034:19 an den Gien. An». gaben uoer ^leere-Ncten cnthaUen. criaxmen im 16. Jahrhundert, und die grundlegend» Arbeit bietet der 1584 erschienene öceatla» ..Spiegel der Seefahrt- de» .Holländer» Waghencr. dessen „Qkttonungen“ sich bi» zum hemiaen Tage in unseren Seekarten und Seedanddüchern erhalten haben Während die italienischen und spanischen Seekarten bis zum Ende des 17 Jahr - Hunderts auf Pergament gezeichnet waren, wurden die nordländitchen Starten schon gedruckt, und zwar rührt die erste gedruckte Deekan« aus dem Jahre 1477. die erste in Kupfer gestochene von 1560 her Die erste deutsche Seekarten- f a m m I u n g in französischer Sprache war der eccatla# des ^eldn.arfchalis von Schmellau non 1749 Erst mehrere Jahrzehnte Ipater tauchen Stoftenfart.n auf; die die Hamburger und Bremer Hafenbehörden nach eigenen Bermesiun- gen herstellten £>te ersten nautischen Dermefsun- gen Preusiens stammen aus dem Jahre 1833. und das erste Seekartenwer! in deutscher Sprache ..Preustens Seeatlas" wurde 1841 bis 1843 vom preussischen Handelsministerium herausgegeben. Die preustifche Kriegsmarine nahm dann 1854 zum erstenmal eigene Vermessungen vor, und von dieser Zeit an entwickelte sich allmählich da» deutsche Seekartenwerk, das zunächst die Ausgabe verfolgte, den deutschen Seemann auf allen Meeren unabhängig von iremländischen Hilfsmitteln zu machen, darüber hinaus aber auch die deutsche Weltgeltung zu fördern. Bei Ausbruch des Kriege» umfaßte das Seekartenwerk im ganzen 508 Seekarten; jetzt bat iich das Werk trotz der schwierigen Verhältnisse stetig weiter- entwickelt und zahlt 720 Seekarten Da die vorhandenen Starten immer wieder berichtigt werden müssen, so können bei den geringen vorhandenen Mitteln jetzt höchsten- 15 neue Starten im Iabr erscheinen, während vor dem .Kriege jährlich 50 neue Seekarten ausgegeben wurden Die Ausgestaltung zu einem Weltfeekartenldstem wird noch eine Reihe non Jahrzehnten beanspruchen, aber schon heute ist die beul lebe Seekarte wegen ihrer unbedingten Zuverlässigkeit und vollkommenen Ausführung ein geographisches Äunfttocr' ersten -Range«, das viel zum Ruhme des deut schon Hamen# in der Welt beiträgt BoiMngt werden schucüsteu- flcreiniflt, gesyanui und gebügelt. An aahmestellc 0322s VlMllMr. 15III. Direktor Schüttler gab sodann erneu Bericht über dasErgebnisdesRechnungsiahres 1924, das in Einnahme mit rb. ?onuOO '1ÄL in Ausgabe mit rb. 176000 Mk. abschlieht. (fr verbreitete sich hierauf über bic Umkiqcerbebung im Jahre 1924 uub mustte mit Bebauern reftfuitcn, das, vielfach die Gkmcinbcn die Ablieferund der Umlagen erheblich verzögerten, \a etwa 98 Gemeinden, ba runter auch größere. bis jetzt überhaupt noch nichts an bte Handwerkskam mer abgeführt hatten. Nunmehr siebt sich bic Jtam wer gezwungen, die Angelegenheit ben zuständigen Rreivamtern norutlegen und odxibencrfapaniprud)? an hie säumigen (Bcmeinbcn geltend zu machen. Die Prüfung der Aaste wurde fatzungsgcmäh von dem Vorsitzenden N o h l im Laufe des Jahres oorgenoib- men, ebenso hat bic Revision der Bucher und Be lege durch die im Borjahre bestellte Kommission ftattgefunben. Der Vorsitzende 'Hobt trug sodann den jedem Sxammermitglicb ausgehändigten Voranschlag für das Rcchnungsiahr 1 925 vor. Die Einnahmen und Ausgaben bilanzierten mit 165 600 Mk. Unter ben außerordentlichen Ausgaben sind u. a. für befonbere Zwecke .53 000 Mk. vorgesehen, die zum Teil zum Ausbau ber in ben größeren Stählen be- stchenben Handwerksämter als Handwerks- tarn mer-Neben st eilen Verwendung finben sollen. In ber Aussprache über bieten Punkt würbe die segensreiche Bedeutung ber Handwerksämter unterstrichen unb bereu Ausbau im «inne des Hand werks begrüßt. Das Handwcrlsamt soll auch das slache Land mit versorgen; in Hellen bestehen zur Zeit 7 Handwerksämter. Der Vorsitzende schlug vor den Betrag auf 100 000 Mk. zu erhöhen. Wenn bic Neueinrichtung, wie zu erwarten ist. sich bewährt, soll später ber Ausbau noch auf bic Streife erstreckt werden. Der Antrag wurde mit 18 gegen 11 Stimmen angenommen. Zur Ergänzungswahl des Vorstandes teilte der Vorsitzende Nohl mit, dah satzungs gemäf, bic im Jahre 1919 gewählten Herren Becker unb Leonhard auszujcheiden hätten. Mit Rücksicht auf die in ben Jahren 1917—21 oorgetommenen zahlreichen Verschiebungen im Vorstand durch Ableben bzw. Amtsniederlegung lei es crforberlid), den in der Satzung vorgesehenen Wechsel in der Mitgliedschaft des Vorstandes wieder herzustellen; cs wurde vorgeschlagen, die diesjährige Ergänzungs- wähl zunächst auf 3Jahre vorzunehmen. Dom Jahre 1927 ab scheidet dann wieder satzungsgemäh olle drei Jahre bic Hälfte der Vorstandsmitglieder aus. Die beiden ansscheibenden Dorftanbsmitglieber rour den sodann einstimmig wiedcrgewählt. Die Versammlung genehmigte ferner einen Betrag non 30 000 Mk. für eine Silberbeilage zu der Zeitschrift „Hessisches Handwerk und Gewerbe". Ebenso wurde, wie im vorigen Jahre, ein Betrag von 100 000 Mk. zur Errichtung eines Gebäudes für bte hessische Handwerkskammer einstimmig genehmigt. Schliehlich wurde befchloffen, dah dah 2 5 jäh - rige Bestehen der Handwerkskammer am Mittwoch, dem 10. Juni, durch eine interne Feier begangen werden soll. Auch ist beabsichtigt, einen E h r e n m e i st e r b r i e s zu ftif ten, ber für 50jährige Mei st et-tätigkeit verliehen werden loll. Keine Asthma- und Bronchitis - Beschwerden mehr! \\ onn Asihmador-Zigaretten nicht sofort beidöl allcrsch wersten Anfällen von Asthma, Bronchial Asthma. Atemnot und anderen asthmatiachen Begleiterscheinungen von Bronchitis Linderung bringen, so wird Ihnen ihr Geld zurückgcgebcn werden, das ist die Bedingung, unter welcher alle, hiesigen Apotheker, wie auch in jeder Stadt Deutschlands. Dr. Schiffmann Asthmador-Zlgu retten verkaufen. Wie schwer und hartnäckig ihr Leiden, wie oft oder befti dfo Anfälle auch sein mögen, Asthmador Zigaretten werden Ihnen sletsLindeiungbringen.gc wohnlich inllkSekundcu immer aber innerhalb 15 Minuten. Di*- Apotheken sind von Dr. Schiffmnnu erirAchtigt worden, jed« Packung seiner Asthmador-Zlgaretton unter dei Garantie zu verkaufen, daß »las Gold in jeden einzelnen Falle zurückerstattet wird, wo Asthma dor-Zigaretten nicht sofortige Linderung gewähren oder wo man nicht findet, daß sie zu den besten Mitteln zählen, die man je angewendet hat. Ihre Meinung ist aUcin maßgebend, um unter positiver Garantie riskieren Sie absolut nichts, da ja Ihr eigener Apotheker Ihnen da.- Geld zuruckeistattet, v-enn Sie, mit dem Erzeugnis nicht zufried n sind. Euter diener Garantie wird Ihnen das Mittel jetzt zum ermäßigten Preise von Mk. 3.00 per Nachnahme zugeechickt. Palls Sie trotzdem vorher (-inen Versuch machen wollen, wird Ihnen eine Gratisprobe auf Wunsch zugesandt werden, wenn Sie sich umgebend an Dr. R. Schiff- manns Niederlage, Postfach S. 2, Berlin SW 48. wenden, im Falle Ihr Apotheker diese nicht liefern kann. 4043A Turnen, Sport und Spiel. Giefteuer Lchwimmverein. Frl. Tilly Arndt vom (Siesten et Schwimm verein weifte am Samstag um' Sonntag bei den Internationalen Sch Wimm wettkämpfen des SV. ..Blau Weitz' in Bochum. Unfcr Sonderberichterstattet teilt mit. dast Frl. Arndt im 100-Meter-Rücken fchwimmcn Zweite und im l(X)»Aketer-Vruft> schwimmen Erste wurde. frankfurter Spvrtsountaq. spd. Frankfurt a. Ak. 19 Aprtl. rAe' ben Ädmpfen um die Inddeu 1 schc Meiste» schäft im Zutzballspott siegte heute de, Verein tü-r Rasensport gegen den Frankfurter Sportverein mit 2: 1 Eieren Hämorrhoiden. Dringt nutomntifrf) in die Sitze d. Krank beitk-keiinc ein. be- seirtgl rasch bte Be- schwerd. u. bringt die Hämorrhoiden aut Schrumvnmg. RM.3.— ZnAvoibek. Bestimmt Hirsch Apotd. Zrkft.Ltr.4. „ Eiraltövrosvet, Nr. 24 durch ^ss Chemische Fabrik Herz A Co. Srankfueta.Main. Die ersten____ erstaunlich spät geschaffen worden. Die älteste erhaltene Seekarte stammt aus dem Jahre 1325 und gehört zu den ..Kompastkarten" des Mittelmeers. die die Italiener verfertigten. Die ersten „Seebücher" der nordischen Völter, die ältesten erhaltenen nautischen Hilfsmittel, find auS dem 15. Jahrhundert und enthalten einen die Fahrt längs der Küste beschreibenden Text sowie „Vertonungen", d. h. Ansichten der Küste von See aus. Die ersten Seekarten, die überhaupt An- Aus Stadt und Land. Diesten, den 20. April 1925. Gietzencr Wochcnmarktprcise. am 18. April (Händlerpreifc-. Es kostete auf dem heutigen Wochrnmartt das Pfund Butter 200, Matte 40. Käse 70, Wirsing 30, Weißkraut 20. Rotkraut 30, gelbe -Kühen 10, rote Rüben 10. Spinat 25, Ronusch- kohl 20 Ünterlohlrabi 8. Mischgemüse 20. Grünkohl 20, Rosenkohl 80, Feldsalat 100, Tomaten 150 Zwiebeln 30, Meerrettich 30 bis 100, Schwarzwurzeln 70, Rhabarber 35. Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 12. Dörrobst 35, Aonifl 40. junge Hahnen 100, Suppenhühner 120; b.a8 Stück Gier 9. Blumenkohl 60 bis 150. Salat 35 bis 40. Salatgurken 130, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 40; bai Bund Radieschen 25. Bornotizeu. Lageskalender f ü i Montag. Dolksblock. 8'/4 ^lhr. öffentliche Wahlerversamm- lung. Turnhalle. - Lichtfpielhaus. Bahnhofstraste: .Aschermittwochs. — Astoria-Lichtspiele: „Unter der Sonne Mexikos". - Volkshochschule. Heute abend 8Uhr: 2. Austauschabend in Staatsbürgerkunde: DaS Wohlfahrtsamt iFürsorgewesen). Alte Bürgermeisterei, Gartenstraste. (Siehe Anzeige.) Villa eine ber schönsten ®iefeenb,15 .Zimmer, über 4000 qm Park, Autogarage ufro. sofort bezieltbar, An- zabluna fiOOOO Mk. 81M 11 Zimmer enthalt., davon? Zimmer mtt fliidic. beziebdar.Pr. :Z000«iMk.Auj,erbem L-ohn- tu (veichästy- bau fei in all. Preist. Sdtleenbctter Mol'keitr. ü Telephon 633. *♦« werk ausgebaut werden sott. Der Kommandant des „Meteors", Fregattenkapitän Spiest, hat soeben in der bei E. S. Mittler <1 Sohn in Berlin erscheinenden Sammlung ^Meereskunde" eine Ab- " deutsche ©eefartentoerf ver- !«<• F Land geteilt zu verpacht mflibargeiStr.M tonte «... zahle ichbemjenigen, ber mir nadiroetft. wer meinen Nomen in Nr. W des Metz. An zeigers ohneinein ü-tiien u. Willen ein icuen hat (affen, ko, dost ich Um gerichtlich belangen kann U. KloS, Annerod II Ä-K! toutben n Wbtt. titgt. ”Wettn. A,. efi,c 'm Stbirqc ;?nn^lQ9 abtnh ’ttnterbrodjen, i0 mm am ^reila. n?* r-szut imtpaa mögt Aahe SiorbouL au mieten gek 2d?r. Anged. unter 4"67v an den Gieh. AnA- 1 leerer Sianm, ea. 4mal 5 qm, i art. ob. Selter, Nähe Ltnben- olav, gesucht, ^chr. Angeb. unter 4058D an den Gietz. Anz. Wir suchen verkäufl. Häuier Awecko Unterbret- titnn an Interessenten. Auch stlloolstkl-solveüve unb c Id gebe f schreiben an bei Verlag 40±_V ßans- 11. Gkllllvvest«' rttanfinrt a. M. ?>eil 51. 33 Motion Pul« hjff ,R 33“ twt ist cm dem cs Schiss lag zu- Der Komman- üon der Spitze 33“ konnte 1'® v ■Sauli^Idtcn heben. Er stellte ‘am Vorderteil litten hatte und Schaden an den a Md mit dem ab ein ih [Stellenangebote| Energischer ab- gebauter Beamter s. Berfandabteiliing gröberen Betriebes gesucht. Schriftliche Bewerbungen mit Angaben über seitherige Tätigte t, Alter und Vohnforbexuno unt. 40531) an den Gteg- Amteiger erbeten. Ein orbenll. träft. Junge d1 kann bac Manner- banbtoer! ev'.ernen b. Arnold, B agner- mei1 er, Poblgöns. Saubere MsM Vermietungen Gut möbl. Zimmer »u vermieten tooetbeitr. 23 II. An;,ise..en vott 1 bis 1 «3 Uhr. [03426 Nödl.Stmmer zu vermieten tooribcstr. 18 M. torökere'? ttgWw evtl.mitBorderhauS Wellaulage. ober Umgebung vonalter, solventer Groirhan- de ls-s)irn«a zu kaufen gesucht. Schr. Ang. n. 4O44H» a. b. "k Anz. | Kaufgesuche | Aller viel i$51elrubrem lauft Brühlsche Druckerei 111D Schulstr. 7U |Verschiedenes| ^•tan bat noch Tage frei im Rahen und Stopfen. Schr. Ang. t!. "jd.tf; NN d.G. An». Schottischer Terrier auf oen Namen „Michel" hörend, entlaufen. Abzugeben gegen Belohnung [03462 Alicestraste 4. U. wär Clara Gerbel geb. Scharsich Gießen (Ostanlagc 30), den 20. April 1925 all-s W /U< 03445 •ollito2 * Familie Heger-Sersen ■J050D Gießen, 17. April 1925 3999 D 03423 Gießen, den 18. April 1925 03435 in bet Nltlncit 4040D] Gietzener Anzeigers 4030D Afterweg 60 Tel. 1616 ma Schmidt. 4055D vieles flerne, Wiederverkäufer Rabatt! Frau Luise Hce Familie Hcinricl lönnen- 2.90 3.50 5.50 5.50 9.50 F. d. Vorstand: W. Fritzel. 1. Bors. toerl if| ' »um <- cb. Luh leep «2 A Des vollkommenste und unschädlichste selbsttätige Waschmittel Veiditbeiuitt In Cel ... Benzol . . . Machen Sie sofort einen Versucht Er ist für Sie unverbindlich. Ludwig Schäfer III Heinrich Volk Otto Schäfer. 17.50 84.00 7.50 5.50 60.00 11.00 Die Einäscherung findet in aller Stille in Friedberg statt. Beisetzung der Urne erfolgt in Karlsruhe i. B. Kranzspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen. Hl-Supinator. Las elastisch-federnde Schuheinlagen« System mit regulierbarer Spannung. 40 fache Anwendungsmöglichlelt. Liter Mk. 0.45 . „ 0.90 „ 0.50 Familie Familie Familie Wieseck, den 19. April 1925. Familie Jakob Heep Familie Hermann Volk Lina Heep Albert Heep nebst allen Angehörigen. Aliendorf a. d. Lahn, den 19. April 1925. Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 21. April, nachmittags 4 Uhr. 4056D HtiloetfMh- Mmanl. Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen 1,30 a Fürstenberg-Dräu MveMe Mil suA iura Bertrieö oon SlUvllelAnlligen ltivllgeveltretelli!isv.VlliisM welche bei der in Betracht Font- wenden Kundschaft nut ciunefüüvt sind. Angebote un-. M. K. 4151 ntt Rudolf Masse, Stuttgart. *a,'ss DicnStag. 21 91 vr. abends 8l/a llbr Singstunde iw Singsaal der Cbcrrenlfctnilc. Boltz. Öridicincn dringend crforhcrl. Zurück! Df. Mtani Augenarzt Friedberg Kaiserstr. 115 Sprechst.10-1 und 3—5 Uhr. Bekanntmachung. Der vom Gcmeinderat beratene Voranschlag der Gemeinde Steinheim liegt vom 21 ds. Mts. an eine Woche lang auf dem Bureau des Bürgermeisters zur Einsicht der Beteiligten auf. Slawen, düngen können dort schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Steinheim. den 20. April 1925. Bürgermeisterei Steinheim. (AlIg.KralHalirzeuo-Yerlrleb m. b. H.) Wcnetnlncrtv. Karl Stetnmoti, Gloüen. Gießen (Kaiserallee39), den 16. April 1925. 03314 Mh^ns. 62 hätte, war- nur, daß J( rung fein^ längere i5t> sprechen haben. 6>e fl hcruntcrflcLn v ürden wir, Intelligenz,' lerer Ehrlich! lallen sich ihr Wischen Tug für falsche 1 stimmen. Eine ahn rci4), nur m< E rziehung bc jetzt sogar e womim zu h Aber bll bo» dem, wo i ft non reich müßte bei gg lönnm. Als i Kultur ist im und eine allg Nichts findet würdig, Wie i selbst von Sii AvmcNvort na Bewuhlscin, dc stand, einen ft Nichts hat oud Ic6r gegen dic -^/fache. daß MngnisM w war in de ober ein sedri ist, Weiss er n bauen Flenid Nachsicht und eigentlich schc leben. Sie m ötrahe, aber noch gar nich gebrüllt Hal. 1'chls zu nie vtrafandrohe Weiterleit. Qli «end geht ab Wesens. Echt chon haben ei 6chict|j(k vlraßenjunaei tmc höfliche. tolc ein junge GU sein Ziel Tür- Daß er i freilich qU( auch nich, 9k meiste flenten und au( ausdem^ wegungund den viel wahr Die 3tali dK deutsche 1 wenigen ous Mpe i Statt besonderer Anzeige, Gestern vormittag erlöste der Tod meinen lieben Mann, den Stadtbaurat a. D. Hermann Gerbel Königl. Hauptmann der Landwehr von seinem, mit großer Geduld ertragenem Leiden. Für dic wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dein Tode unserer durch einen tückischen Unglücksfall so früh entrissenen kleinen Gertrud sagen wir allen herzlichen Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Albert Schindler. <—■" T i e —s SIEGER- Maschine der 4021c Deutsohlentilahrt „Oiinhpp" daS Motorrad für Jedermann. 3tt afielt Tuvcn sofort lieferbar durch die Geueralvertret. Jnlnb, Keim & Co. ff rankfnrta.M. Gro e Bockeiv betuicr Str. (I 10 Tel. Hansa 5454 verlangen Sie Verlrelerbesach Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für dic reichen Kranzspenden sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Heil, Oberzollsekretär. Stadttheater DieuStag, 21.April 3. Dlenslim - Nliam- Borhellunq von 7'/ "iS 10V8Ubci Biehfllihe3onnnno Dramatische Chronik In 6 Szenen und einem Epilog von Shaw, deutsch von Treßf.sch 'Heuer Schmnimein Heule abend 9 Nbr Babnbof: Molen unterer Siegerin a. Bomum. MIÜ Dir VgreUiJ. Ellslein-Scheille allo Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon. anwesend. Sie prüft in jedem Halle gewissenhaft, ob es sich um eine Stellungs- oüer Formverändernnc. ses Fußes, um einen leichten Fall der Futzüb'erlastung oder vorgeschrittenen Senkfuß handelt, damit auch die geeignetste $orm des Supinator-Systems und diese wieder in der richtigen graduellen Einstellung angewendet werden kann. beseitigt wirklich und nachhaltig Müdigkeit und Schmerzen in Zützen, Änien, Waden und Hüften. Supinator erhöht die Leistungsfähigkeit der §üße. Der Gang wird Lurch Supinator leichter, elastischer und sicherer. jnöuflrle- Sootrarioffein 1. Abtaak, treffen werden noch Bebel. I>wg. angenommen. Weile & Petri (Mrnüenfirnfte 7 Tclcvüon 1313 KJtigrMar V Pickel, WWW Mitesser, Blüten verschwinden sehr schnell, wenn man abends den Schaum von Zucker'» Patent - Medizinal. Seife ein- trocknen läßt. Schaum erst morgens ab - Waschen u.mitZuckooh-Creme nachstreichen. Großartige Wirkung, von Tausenden bestätigt. In allen Apotheken, Drogerien, Parfümerie-u. Friseurgeschäften erhältlich C.Winterbofs,Med.'Droa„^.Kreuzvlatz" 91. Noll, Kren- Drogerie, Bahnhofstr. 51 W.Kilbinger,ilüiven-Drog,Seliersn>.7»a (Eduard (Mutb, Btktorla-Drog, Marktstr.5 H. Noll, dketiftadi Drogerie, ^keiistadt 28 vcrm. Plank, Parfümerie, Selteröweg 8 P. Jof. Müb^i, Setseniabrik. '.Wiiiicbitrn 8 Danksagung. Für alle erwiesene Liebe und Teilnahme herzlichen Dank. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. April, nachmittags um 3 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße Nr. 59 aus statt. Wohnungstausch! Dielen schöneZ-Zimmerwohnung Scholtstr. Suchen große 3-Zimmerwohnung mit inoOnb. Blaus, od. 4.Zimmerwvhn. per sos. Sllliklalü & Benöer O. m. ö. ft. Spedition und BlöbeltranSport Marburger Str. 7 Seltersweg 58 Telephon 1519 In 75 000 Mnrk uerfdjnffcii, da nachweisbar75'/., Vluüen. Angebote unter Angabe der disponiblen Miliet erbeten IcV.fJi?,1" nu Heinrich Eitler, Annen., (fxvebltteit, Berlin SW 18, ffriebvldiftr. «4». Steinbach und Wetzlar, den 17. April 1925. 3980 Geschäfts-Kraftwagen (Abler, 2 Fylinber) neu aufgearbeitet, 15 Ientner Tragkraft mit neuer Bereifung unb abnehmbaren Felgen, nebst reichlichem Zubehör billig zu verkaufen. Für Bäcker, Metzger u. bergl. geeignet. Näheres in ber GeschästssteUe bes LMWm» Ma Generalversammlung am 27. April, abends 8'/, Ahr, im Kaufm. Bereinshause, Rordanlagc 15. Tagesordnung: 1. Erstattung des Jahresberichtes für 1924. 2. Dorlage der Rechnung für 1924 und Entlastung des Rechners. 3. Dorstandswahl. 4. Verschiedenes. Gestern nachmittag um 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Herr Jakob Heep II. Ladcschaffncr a. D. Dic tieftrauemden Hinterbliebenen: Gestern morgen gegen 6 Uhr verschied plötzlich unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder Schwager und Onkel Heinrich Schäfer VII. 'm 66. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: LoziuSsiOc, Vcbcr..... Karbidbeicuchtuna, frfHu. Bcuziufanisicr, 15 L. . . «reicftr. IlblciirbtlnntDe . Tachometer, verich. Nab. Alcktr. Suchscheinwerfer l^lrkr. Oörncr....... „ 16.00 aA?.cllr5cllnr' Satteltafchen, Patent L l'eritl., Bcreifnnarn, 4042a Erster Gießener Billardklnb. Donnerstag. den 23. April 1925 abends 8 Uhr Villard- Meister Wettspiel Donnhaufer— Frankfurt a. M. Haiibi- Oiiehen auf 400 9>ÖUc. Gäste willkommen. Freltin, 24. April 1925 abends 8 Uhr Mitgliederversammlung Taaeöordnuna wird bekanniaegeben. Erschciieuz. beiden Veranstaltungen Pflicht. 4Q59 D Der Vorstand. ♦<>♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Mshocteliule! Austauschabende in Staatsbürgerkunde Aufbau der Stadl- vorwaltung Gießen 2. und 3. Abend; Das Wohlfahrtsamt Montag, 20., und Donnerstag, 23 April, abends 8 Uhr Alto Bür^ermeist. «wie Gartenstr. 2. Mkannn sofort zu verkaufen ober zu vermieten. Schrift!. Angebote unter 03447 an bie häflsstelle tv". Gietz. Anzeigern. 120 Mk. Gehalt und 25% $SS80ll*e Türbt., Aiiurrl. Mitarbeiter X>rHhLi»ncZ?*s.> A 'frb butrd) । sicherer. raucht Ich kbe seit genau einem Jahre auf Eapri wib bab? bjb. i als alter Schulm.ifter auch offene Lugen für die Erziehung der italienischen Jugend. ES wäre allen zu wünsch.-», eüunal längere Zeil in dcr Fremde au leben, um die heimatlichen Zustände au8 der Ferne betrachten zu können. Wir waren und find mit unseren Schulen • nid~,t A’jfricb. n. Was bewcist das? Daß wir un'ere Heimel und unsere Jugend lieben und beide immer noch besser cntwiclelt sehen wollen. „CBir 'i:.d unzufrieden." sagte einmal de Lagarde, „öaS bSfjt, wir leben." Er verwahrt sich damit gegen "bi2 satte und müde Selbstgefälligkeit ^dcrer. die 1 jlk$ beim alten lassen wollen und den nur mit -iroßcr Einschränkung gültigen Satz loben und eben: quicta non movere (21m Ruhigen nicht rütteln!“). Liessen wir dos gelten, so kämen wir ju8 dem Schlaf nicht heraus, erlebten keine Be- Dfflunfl und keinen Fortschritt. Da lobe ich mir den viel wahreren Spruch. „Rast' ich. so rost' ich." Die Italiener sind der Bewunderung voll für Me deutsche Erziehung und deren Erfolge. Bor wenigen Tagen erst war ein Ilniversitälsprofessor l°L oon drt beU |(ö WM! Äustauschabende i»sia,lsMr''S' TuadiAbM M°nl,’’223 April 'SÄ 8 U"r Al(e Biirgermeiat- T Gartenstr- - tiC Loren Menschen sind von einer staunenswerten Rachsicht und Geduld den Kindern gegcnü''er, die eigentlich schon in den Rech'cn der Erwachsenen leben. Sie machen einen Mordsspektakel auf der Straße, aber jeder Italiener erinnert sich, dast cs rod) gar nicht so lange her ist. als auch er mit- sich am ersten Tage noch nicht abschähen. Es durste sich aber, wie auch aus den anderen Messen, in dem durch die allgemeinen wirtschastlichen Verhältnisse bedingten Rahmen halten. D?r erwartete starke Besuch aus dem Ausland machte sich heute noch nicht bemerkbar. Wirtschaft. Die Gründe der Ruhrkohlenkrise. Heber die Ursachen der schweren Absatzkrise km Auhrbergbau wird uns geschriebene Gehen wir ein paar Jahre zurück bis zu den ersten Monaten nach der Beendigung des Weltkrieges, als alles nach Kohlen schrie. Damals lieferten die Ruhrzechen zwei Drittel der Friedensförderung und stellenweise darüber. Durch die Hungerblockade und die starken seelischen Erschütterungen war die Leistung je Kopf und Schicht bis auf 50 Prozent der Friedensförderung gesunken. Die Bergleute, die die Sechsstundenschicht forderten, sanden sich bereit, sieben Stunden zu arbeiten und eine achte Stunde als Heberstunde zu verfahren. Da infolge der Reparationslieferungen die Ruhrkohlenzechen trotz starker Belegschaftsvermehrung die verlangten Kohlen nicht liefern konnten, sondern noch immer unter der Friedensförderung blieben, so wurde der Braunkohlenbergbau mächtig forciert und viele Werke stellten ihre Feuerung aus Braunkohle ein. Technische Reuerungen (Zunahme der Erzeugung an Elektrizität durch Wasserkräfte, Hebergang zur Oelfeuerung usw.) trugen zur Verringerung der Rachfrage nach Steinkohle bei, zumal man gelernt hatte, die Kohle rationeller auszunutzen. Hinzu kam, daß Holland, einst unbestrittenes Absatzgebiet für Ruhrkohle, seine eigene Kohlenerzeugung um vier Millionen Tonnen jährlich gesteigert hat, daß schlesische Kohle bis Hannover vordrang und englische Kohle der Ruhrkohle an der Wasserkante und in Hebersee schwere Konkurrenz macht. So sind denn die Aussichten für einen vermehrten Absatz der Ruhrlohle recht unerfreulich. Erst wenn die verbrauchende Industrie wieder voll beschäftigt ist, kann mit gröberem Absatz gerechnet werden. Diese Absatzschwierigkeiten sind die eigentliche Hrsache, warum das Kohlensyndikat noch nicht zustande kam. Die großen gemischten Konzerne, die auch über eigene Handelsgesellschaften verfügen, stehen am besten da Würde man rein kaufmännisch verfahren, dann würde man nur die Zechen in Betrieb halten und ihre Leistungsfähigkeit voll ausnuhen, die mit Ruhen arbeiten. Das aber bedeutete für die schwächeren Unternehmungen den Tod und für zahlreiche Gemeinden den Ruin. So haben die Zechenstillegungen ein sehr ernstes Gesicht auch nach der sozialen und politischen Seite hin. Das Syndikat hat die Aufgabe, aus-- gleichend zu wirken. Ohne Syndikat würde ein Kämpf entbrennen, der manches Unternehmen aum Erliegen bringt. Der Staat als der Besitzer der nationalen Bodenschätze kann nicht, ohne Raubbau an der Zukunft zu treiben, zugeben, daß noch leistungsfähige und gut eingerichtete Gruben mit einer Lebensdauer von 50—200 Jahren stilk- gelegt werden. Es müßte versucht werden, der Magerkohle .die am allerschwersten unter her Absahkrisc leidet, größere Verwendungsrnöglich- keijen zu geben. Sie eignet sich zur Herstellung von Briketts, die sich auch recht gut zur Feuerung von Lokomotiven verwenden lassen. Man kann auch, wie das bereits mit gutem Erfolg geschehen ist, Magerkohle und Fettkohle mit Gas- ko h le vermischen und so eine gute Kokskohle Herstellen, die auch wertvolle chemische Produkte liefert. Darüber hinaus müßte der Staat auch durch Frachtermäßigungen der Ruhrkohle den Absatz erleichtern, cberfo die Wasserfracht herab- sehen. Da andererseits die Bergarbeiter neue Lohnforderungen gestellt haben, die aber unter dixsen Hmständen nicht erfüllt werden können werden sich sowohl der Reichstag als auch der Preußische Landtag nach ihrem Wiederzusammen- tritt diesen ernsten wirtschaftlichen Fragen zuwenden müssen, um beizeiten bedenklichen Zuspitzungen vorzubeugen. Der „Köln. Ztg." wftd aus dem Ruhrgebiet berichtet. Während bisher von Betriebsstillegungen oder größeren Betriebsein- schrankungcn nur die Magerkohlenzechen betroffen wurden, sind jetzt auch die Kohlenzechen von der Stillegung bedroht. Die Verwaltung der Schachtanlage Westend I und II Duisburg-Weiderich, Schlaswig in Drake bei Dortmund beantragen die Genehmigung zur Stilllegung. Die Belegschaft Efer Zeche Westend II, die der Pho.nix-A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb gehört, beschäftigt zur Zeit 1072 Ar- beiter und 37 Beamte. Zu.r Weiterführung der Verwaltungsarbeit über und unter Tage werden ettoa 200 Wann weiterbeschäftigt. Weitere 100 □Kann Jollen auf der Schachtanlage Westend III und I\ untergebracht werden, so daß rund 800 Arbeiter und Beamte entlassen werden. Auf der Schachtanlage Schleswig soll der Betrieb in ähn- ucher Weile aufrechterhalten werden. Aus dieser Schachtanlage werden 650 Arbeiter und Beamte entlaflen werden. Inzwischen schreitet auch die Stillegung der Magerkohlenzechen selbst fort. In hen Verhandlungen vor dem Demobilmachungs- kommisfar uber die Stillegung der zur lothrin- glsäxn Grupve der Msgerlohlenzechen Schierbant und Charlot ienburg und Johannessegen wurde festgestellt, daß die Stillegungen wegen der schwierigen Absahverhältnisse und der Lohnerhöhungen nicht zu umgehen seien. Von den Magerkohlenzechen hat nunmehr auch die Ge- sellschaft Herdener Steinlohlenbergbau in Bochum hie Stillegung des Betriebes beantragt. Zur Entlassung kommen auf dieser Zeche 500 Arbeiter, 12 kaufmäLnische und 12 technische Angestellte. * * 'Groß-Berliner Tachak messe. Am Samstagmittag wurde in Anwesenheit vieler diplomatischer Persönlichkeiten die achte Großberliner ^Tabakmesse eröffnet. Sämtlich: Verbände der Sabaiinöuftrie und des Tabatgewerbes in ^ord- und Süddeutschland, sowie zahlreiche Firmen aus Mexiko, Brasilien, Italien, Bulgarien und der Tschechoslowakei sind an her Ausstellung beteiligt. Alle Arten Tabake aus aller Herren Länder sind zur Schau gestellt. Dazu kommen alle erdenklichen Rauchutensilien, sowie Dekorationsstücke für die Ausstattung von Schaufenstern des Tabakhandels. * Bayrisch e Konkurse im Mär z. Im Monat März wurden in Bayern 75 Konkurse neu eröffne!. gegen 6.3 im Februar und 77 im Januar. Geschäftsaufsichten wurden 21 angeordnet. * Philipp Holz m ann A.-G. Frankfurt a. M. Der Geschäftsgewinn für 1924 beläuft sich auf 3 318 992 RM. Auf der anderen Seite beanspruchten allgemeine Hnkosleu 1 051 024 Reichsmark. Rach Abbuchung von 45 029 RM. als Verlust auf Wertpapiere und Abschreibungen mit insgesamt 693 971 RM. verbleibt An Reingewinn von 1 528 971 RM. Hieraus sollen 7 Prozent auf die Stamm- und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien verteilt, sowie 173 462 RM. aus neue Rechnung norgetragen werden Der Hmsatz des Jahres 1924 stieg wesentlich üb erden des Vorjahres, wenn e> auch denjenigen der Vorkriegszeit noch nicht hat erreichen können. Die Gesellschaft führte zahlreiche Siedlungsbauten, Wohnhäuser, Fabrikbauten, Hm- und Reubauten ton Geschäftshäusern und Tiefbauten aus. Die Sleinmetzfabrilen und Zicgelcien, sowic die Bau- fabrit seien ausreichend beschäftigt. Die Bemühungen, das Auslandsgeschäft wieder auszu- nebmen. sind von Erfolg gewesen, als der Gesellschaft in Suez ein Auftrag zur Erweiterung der Hafenanlagen und in der asiatischen Türkei ein größerer Bahnbau übertragen worden sind. In Griechenland seien erfolgreiche Studien zur Gründung einer besonderen griechischen Gesellschaft gemacht worden. Das Grundstückgeschäft habe im Berichtsjahre keine nennenswerten Umsätze zu verzeichnen-gehabt. Die südamerikanischen Gesellschaften, bei denen das Unternehmen beteiligt ist, haben sich befriedigend entwickelt und angemessenen Gewinn erzielt. Die Verrechnung der Gewinne ist im Jahre 1924 noch nicht erfolgt. * Adler-Werke vorm. Heinrich Kl eher A.-G., Frankfurt a. Ma i n. In der o. H.-V. der Gesellschaft, in der 16 Stammaktionäre mit 348 115 Stimmen sowie das gesamte Vorzugskapital vertreten waren, wurde der bekannte Geschäftsbericht sowie die Reichs- markeröffnungsbilanz einstimmig genehmigt und beschlossen, das Aktienkapital von 636 Milt. Pm. aus 25,44 Mill. R.-M. umzustellen; auf die Vorzugsaktien ist ein Betrag von 2798 R.-M. ein- gezahlt, so daß das Vorzugsaktienkapital nunmehr 21 000 R.-M. beträgt. Der gesetzlichen Rücklage werden 2,6 Mill. R.-M. zugewiesen. * Deutsche Dank, Berlin. In der o. H.-D wurde der vorgelegte Rechnungsabschluß für das Geschäftsjahr 1924 einstimmig genehmigt. Das Gesamterträgnis des Jahres 1924 beläuft sich bekanntlich auf 18 758 995 Rm. Hiervon erhalten die Attionäre 10 Proz. Dividende, der Reserve werden 5 Mill. Rm. und dem Dr.- Gcorg-von-Siemens-Wohlfahrtsfonds 1,5 Mill. Rm. überwiesen. Der Aufsichtsrat erhält 496 774 Rm. und der Rest von 762 221 Rm. wird auf neue Rechnung vorgetragen. Auf Anfragen von Aktionären führte Direktor Wassermann zur Gestaltung des Geschäftes aus, daß die Entwicklung der Danken im ersten Quartal d. I. nicht ungünstig gewesen sei, und daß die gesamte Umsatz- tätigfeit bewiesen habe, daß die Geschästsent- wicklung nicht rückgängig war. Im Anschluß daran wurde von der Versammlung die Aufnahme der Essener Kreditanstalt sowie der Siegener Bank, unter Ausschluß der Liquidation, beschlossen. * Friedrich Krupp 21.®., Essen. Die zunächst versuchsweise auf dem nordamerikanischen Markt cing(führten Textilmaschinen der Friedrich Krupp 21. G. haben, wie die „Deutsche Derg- Werls-Zeitung" schreibt, dort gute Ausnahme gefunden, so daß die Firma Stöhr & Söhne sich veranlaßt sah, ihre vorläufigen Abmachungen mit Krupp in einen endgültigen Vertrag über die Derkaufsvertretung für diese Maschinen umzuwandeln. In diesem Vertrag übernimmt die Firma Stöhr die Garantie für den Umsatz einer Mindestmenge. Die Aussichten für den Vertrieb her Kruppschen Textilmaschinen werden in der nordamerikanischen Textilfachpresse als günstig bezeichnet. * Continental- C a outschouc- und Gutta-Percha-Com Pag nie in Hannover. In der H.-D. waren 2 555 274 Stimmen mit einem Kapital von 22 210 960 Mk. vertreten. Das umgestellte Kapital der Gesellschaft beträgt 40 Milb Rm.. davon sind 30 Milt. Rm .begeben, 10 Mill, befinden sich im Depot. Es werden 10 Proz. Dividende auf 30 Mill. Rm. 2ütien= kapital verteilt. Auf die 100 000 Rm. Vorzugsaktien werden 5020 Rm. Dividende aus geschüttet. Insgesamt beziffert sich der ausgeschüttete Gewinn einschließlich der Tantiemen auf 3 017 977 Rm. Auf neue Rechnung vorgetragen wird her Rest mit 12 977 Rm. * Konkursnachricht. Heber das Vermögen der Firma Medawerke Paul Meltzer, Aktiengesellschaft in Darmstadt, Holzbauwerk, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Forderungen sind bis zuin 31. Mai beim Amtsgericht Darmstadt I. anzumelden. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers '.) Frankfurt a. M.. 18. April. Tendenz: schwacher. Die gestern infolge einer leichten Kaufbewegung hervorgetretene Erholung erwies sich als eine nur vorübergehende Erscheinung, denn bei Dörsenbeginn waren wiederum größere Rückschläge auf einigen Gebieten zu beobachten. Die Enttäuschung war um so größer, als das Börsengeschäft anfangs wieder durch größere 'Abgaben beeinflußt wurde und völliger Staufer mangel herrschte, doch ist immerhin fest- zustellen, daß trotz des stagnierenden Geschäfts der Martt ettoa» Wider st andskrafl zeigte, wodurch die Rückgänge allgemein eine Milderung erfuhren. Die Abgaben drückten besonders den Chemiemarkt, dessen Werte auf ihre gestrige amtliche Rotierung zurückgingen, Sum Teil sogar noch weitere Einbußen erlitten. 2im Montanmarkt erfolgten nur vereinzelt Abschwächungen, so für Rheinische Braunkohlen und Harpener, während die anderen anfangs zur Rotierung gelangenden Werte nur wenig verändert waren. Dasselbe Bild bot der Elektro- mar ft. Lahmeyer, die bisher start unter Druck lagen, konnten sich mäßig befestigen. Der Dankenmarkt lag, wie die meisten Gebiete, un- e r n he i t l i ch , doch im allgemeinen gehalten Sch'f fahrt sakt ien gebessert. Auto- Z ucker - und Z e l l st o s f a k t i e n behaup- t e t c n ihren Kursstand. Der K a s s a in a r k t der >3ndustriepaplere zeigte bet äußerst stillem ®c- i®a|t nur unwesentliche Veränderungen. Der 86 85 134 1 76,5 79 Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 83 86 ZI 73,25 8,60 55 10 46,8 101,5 85,25 133 132,75 104 25 50 128,9 14,75 80 9,5 69,5 75 130 16 21 <6,25 101 | 76 5 79 9 56 46 5 1 0,2. 3 55 3 40 5,12 2.85 7,1 0 625 0,685 0 675 0,740 0 741 0,720 0 79 0.70 94,75 92 9,9 2,12 2 12^5 3,4 3,49 ; 5.05 3 8 | 7,1 I i 143,5 >109,50 136 12 1 134 9.4 69,40 7.5 130 15,7. 21 55.6» 46,875 3,35 76 77,75 0,62 0,68 0,34t 0,735 0 67 0 68 94,75 11.70 1» 37,12 14 t 10) 136 132.90 89,7.5 115, 0 111 99.75 8 0> 0,11 115,90 100 8.25 0.2 73,13 16 80 69 50 74 90 129,4 15.6 21,20 72.5 8 90 55,3 ' 620 0.695 0 675 0 78 0,340 0,71 0.72 0,7 0 70 94.75 92 | 9'L3 143,25 i 1)9.25 ..6,13 134 0,6 ’ 1 18 126 2,1 52 12,62 4 20 134.25 0,46 104 80 129,5 129.9 7.12 14,25 132,50 10 4) 91 60 10,90 87 59 68.6 3,30 5,12 7,25 105 2,12 2,2 12,62 3,3 Hamburg Amerika Paket. . . 1 75,50 Norddeutscher ülobb.....| 78,5 heimische Renten markt verkehrte wieder schwächer. Von ausländischen Renten waren Türken werte gefragt und zogen im Kurse leicht an. Die Stimmung im Freiver - kehr war etwas abgeschwächt. Api 1.35, Decker Stahl 0,8, Decker Kohle 5,6, Denz 4,75, Growag 0,115, Krügershall 9,62. Petroleum 14,5, Ufa 78,5. Der weitere Verlaus brachte bei Rach- lassen des Angebots vereinzelt Erholungen, die aber auf die Gesamttendenz einen Einfluß nicht ausübten. Die Stimmung blieb schwankend und unsicher. Der Geldmarkt zeigte zum Wochenschluß wieder eine Versteifung. Monatsgeld ist unter ersten Adressen umsatzlos, zweite Ädressen bezahlen 10 bis 11 Prozent. Der Devisen- verkehr lag ruhig. Paris war bei einer Pfundparität von 91,20 bis 91,30 leicht schwächer, während das englische Pfund mit 4,78Vs bis 4,78ü/4 eine leichte Erholung aufwies. Die Mark liegt unverändert. 0,630 1 0,67 0,77 0,30 0,710 0,68 0,68 । 94 7. | 01 70 9,75 I 37,25 ! 142,5 । 109,25 136 133,7.5 89 75 115 75 111,25 99.75 8.1 0,11 104 25 75 128,75 | 10.9 I 87,12 i 59,49 I 69,25 ; 3,39 I 5,20 \ 7.25 I 10» 5% Deutsche NclchSmiielhe . 4% Deutsche NcichSanlcche . 3V36/n Deutsche 9icich^anleihe 3°/„ Deutsche Ncichsanleibe . Deutsche Sparpraniicuanlcthe 4°/o Preußische ÄonsolS . . . 4° 0 vcsscn........... 3V9% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Ant. dto. Doll.-Schatz-Anlretsng.tz 4e/o Zolltiirken S% Äoldmerikaner Berliner Handelsgesellschaft. Kommerz- und Prtvat-Bank. Darmst. und Naiionalbank . Deutsche Bank Dcuische Bereinsbank . . . . Disconto Connnandit . . . . MctaUbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Deste» rcichische Kreditanstalt. Westbank ........... Bochumer Guß ...... ByderiiS........ .. . . Caro Deutsch-Luxemburg ..... oiclsenkircheucr Bergwerke. . Harncncr Bergbau...... ztaiilverke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurahütte Oberbedars Phönix Bergbau Rueinstabl........... Riebcek Montan Tellus Bergbau 0,655 1 18 126,5 21 1 3,75 12,62 | ■1,25 3,10 135 0,43 104 2 127,75 131 7,1z 14,65 1 3 50 10 85 I 87.50 90.5 . 115,75 1ÖÖ | 8 12 I 0,2 I 73 15,8 80 69,50 72,90 i32 15,6 CDeramische Werke Albin . . I Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holjniaiiil......I Anglo Cont -«uano ..... Badische Anilin....... Chemische Mayer Alavirr .. Goldschmidt........ . Gries! eimer Electron .... 1 Höchster Farbwerke Holzverkohlung ....... Rülgerswerke ......... Echeideanstalt......... 1 Alla Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkrastwerke Schuckert........ Siemens Je Halske Adlerwcrke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Hcyligenstaedt eguin Motorenwerke Mannheim . stranksurtcr Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Schulnabrik Hcrj . . .... Sichel . ...... ZcUslon Äaldhos....... Zuclenabrik strankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel - . . ftrcmTfiirtv M. Derl'i RUrS börlc Totum: 17. 4. | 18 4. 17. 4. ! 18 4. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« York. Japan. Nio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) elegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. 17. April 18. April Amtlich, Oirlb Diotkrirtfg Brie " Sinnlich: ■JtoHernit! cheld tzrief klinst.-Nott. 167,64 )i>7.96 167.r>l 167.93 Bnrn. AiroS 1,106 1,6 1 1.6'1 1,605 Brss Äntw. 21 215 21 275 21,19 21.25 Ehristiania. (8.1t <8 29 58.56 18 54 flovenboQcn 57.67 77,87 77,70 77,90 Stockbolm . 113.04 113,32 113,04 113,32 Hcyingfors. 10,56 t 10,601 10,563 10,002 »lalicn. . . 17 28 17.32 17.195 17,235 London. . . 20,074 20,125 20,8 i 20.132 WcuDort . . 4,195 4,202 4,195 4,205 Parid.... 22,05 22,11 21,98 22,04 Schweiz . . 81,(8 81,26 M 1'8 Hl 28 Spanien. . W 93 60,07 60.40 60,60 Japan .. . 1,773 1,777 1,768 1,771 ’Xio de Jan. U39 0,441 0,141 1*443 Wien in D.« Oest. abgeft. 50,085 69,325 59,01 69,23 Prag .... 12,18 12,47 12,43 12,17 Belgrad . . 6 75 6,77 6,75 6,77 Budapest. . 5,812 5,832 5,814 6,834 Bulgarien 8,055 8M5 3,055 8,065 Itzssabon 20,271 20.325 20,221 20 275 Danzig. ... 79 70 79 9) 79,70 79,90 .cronstantin. 2 (83 2,193 2,16 2,19 Athen. . • 7,59 7 61 7,79 7,81 Berlin, 18. April. (Bet') Brl») Aincrllanilchc Noten ..... 4.177 4,197 Belgische Noten . ....... 21.15 21,25 Dänische Noten........ 77 51 77 92 Englische Noten........ Yrancvnsche Noten ...... 20 052 20 153 12 08 1 Uli Holländische Noten...... 1(7 15 118 01 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 17 9) 17-98 iS 18 l>8 82 Deutsch Oesterr .-i 100 Krone« 18 97 19,27 NUmünische Noten...... — t chwcdische Noten...... Schweizer Noten....... 112 82 113.28 8'1,flK M,38 Spanische Noten....... Tschechollowalische Noten . . 59,87 12 40 . 60,17 12,465 Ungarische Noten ... ... 5,785 5,805 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 18. April. Der frischere Zug, der gestern durch den späteren Verkehr gegangen war, ist am Wochenschluß einer erneuten'Verstimmung der Börse gewichen. Bei Beginn des Verkehrs hielten sich die Kurse zwar auf dem cr= Buiß cpacwl ‘gaßDpag; Ksq nosaiustnschD usrhatz die Spekulation bald wieder mit Glattstellungen vor. Es hat den Anschein, daß die vorübergehende Befestigung nur auf die Eindeckung von Blanko-- abgaben zurückzuführen war. Ramentlich der M 0 n t a n m a r f t verzeichnete reiches herauskommendes Material, wobei die Rachrichten über weitere Zechenslillegungen und die Ausführungen des Reichskoblenkommifsars über die allgemeine Sage des Kohlenbergbaues mitgewirkt haben. Rur Anilinwerte setzen ihre Steigerungen weite.- entschieden fort, da die Gerüchte über eine Dividendenverteilung von 10 Proz. beim Anilinkonzern von der Verwaltung nicht widerrufen worden sind. Die Börse glaubt hieraus günstige Gewinnverteilüngsabsichten ableiten zu können, so daß die Kurse der chemischen Werte allgemein weiter um einige Prozent fester lagen. Arn G c ld- markt hörte man tägliches Geld mit 7' , bis 9l _■ Proz., QKonat5gefb mit 91bis 11' SBroA. Der Bedarf bleibt weiter verhältnismäßig leicht' Arn Devisenmarkt war das Geschäft international still. Der Pariser- Franken hielt seinen gestrigen festen Stand aufrecht und wurde gegen London mit 91,10 genannt. Die Devise Bulgarien blieb durch die Vorgänge in diesem Lande unberührt. Berliner Produttenbörse Ser l in, 18. April. Der Produktenmarkt hafte weiter etwas erhöhte Preise^gufzuweisen. das Geschäft jedoch blieb ziemlich interesselos. Es mHerten pro 1000 Kg.: Weizen (märf.) 247 bis 248, Weizen (Mai) 255. Weizen (Juli) 2521 • bis 252, Roggen (mark.) 223 bis 225, Roggen (Mai) 220 bis 219.75. Roggen (Juli) 219 bis 218, Gerste (märt) 210 bis 230, Futtergerste 185 bis 205 $afer (Mai) 189 bis 188, Hafer (Juli) 184 bis 182.50. Mais (Mai) 180. Raps 390, Leinsaat 380 bis 385; für je 100 Kg.; Weizenmehl 32.25 bis 34.50, Roggenmehl 30.00 bis 32.25, Weizen- riete 14.25, Roggenkleie 15.25, Diktoriaerbsen 22.00 bis 28.00, kleine Erbsen 20.00 bis 22.00. Futter- erbfen 19.00 bis 20.00, Peluschken 19.00 bis 21.00. Ackerbohnen 19.00 bis 20.00. Wicken 20.00 bis 21.00, Lupinen (blau) 10.50 bis 12.00, Lupinen (gelb) 12.50 bis 14.50, Serradelle 14.75 bis 16 00. Rapskuchen 14.70 bis 16.00. Leinkuchen 22.20 bis 22.50, Trockenschnitzel 10.30 bis 10.40, Torfmelasse 9.30, Kartoffelflocken 19.30 bis 19.50, Zucker 17.75 bis 18.50. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Hmschau*.> Montag, 20. April: 4.30 bis 6 Hhr Rachmiftagskonzeri des Hausorchesters; Böhmische Musik. 1. Karneval- Ouvertüre. Dvorak. 2. Phani a. d. Op. ..Dali« bot“. Smetana. 3. Böhmische Rationallieder. Potp. 4. Suite poetique, Dvorak. 5. Aus Böhmens Hain und Flur, Smetana. 6. Moldauklänge, Walzer, Dvorak. 7. Marsch a. d. Op. „Die verkaufte Braut", Smetana. 8. Furiant, Dvorak 6 Hhr; Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Hhr. Die Lesestunde (Die Rovelle): „Die Legende vom weihen Elefanten'', Dilliers de l'Jsle-Adam. 6.55 Hhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 Hhr: Hebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus. „Mignon". Oper in drei Aften von A. Thomas. (Aenderung Vorbehalten.) Anschi. Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. Dienstag, 21. April: 12 Hhr; Rachrichtendienst. 4 Hhr; Wirk-- schastsmeldungen. 4.20 Hhr; Rachrichtendienst 4.30 bis 6 Hhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Weber. 1. Ouv. z „Prezivsa". 2. Aufforderung zum Tanz. 3. Kavatine a. d. Op. „Curyanthe". 4. Ouv. z. Op. „Abu Hassan". 5. Arie der Agathe a. d Op „ Freischütz". 6. Phant. a. d. Op. „Oberon". 7. Grande Polo naise Op. 72. 6 Hhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Hhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 bis 7 Hhr: Die Besprechung (Literarischer Teil). 7 Hhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Hhr: „Die japanische Familie", Vortrag von Hauptmann a. D. Bans<»° Münster i. W. 7.30 bis 8 Hhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamtes, Dr. Martin-Dad- Rauheim: „Die Geschichte der Tanzkrankheit". 8 bis 8.30 Hhr: „Reue Fragen der Berufspsychologie". Vortrag von Dr. phil. Bappert. 8.30 bis 9.30 Hhr: Hebertragung von Kassel: Liederabend. 9.30 Hhr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Hhr: Blasmusik der Kapelle Georgy. ehern. Obermusikmeister de- Feldart.-Rgts. Rr. 66. Spiclplan der frankfurter Theater, Opernhaus. Dienstag, 21. April, abends 7 Hhr: Susannens Geheimnis. Hierauf: Tanzsuite Couperin-Strauß. Zum Schluß: Gianni Schicchi. Im Schumann-Theater. Gastspiel- der Mailänder Opernstagione: Cavalleria rusticana und Bajazzo. Anfang 7lHhr. Mittwoch, 22, abends 7 Hhr. Carmen. Im Schumann-Theater: Gastspiel der Mailänder Opernstagione: Rigo- letto. Anfang Hhr. Donnerstag, 23.. abends 7 Hhr: Susannens Geheimnis. Hierauf: Tanzsuite Couperin-Straust. Zum Schluß: Gianni Schicchi. Im Schumann-Theater: Gastspiel der Mailänder Opernstagione: Tosca. Anfang 71/,. H^r. Freitag, 24., abends 7' Hhr: Madame Butterfly. Im Schumann-Theater: Gastspiel der Mailänder Opernstagione: Troubadour. Anfang 71/» Hhr. Samstag, 25., abends 7> Hhr: Ariadne auf Raxos. Im Schumann-Theater: Gastspiel der Mailänder Opernstagione: Aida. Anfang 71/_> Hhr. Sonntag, 26., abends 7 Hhr: Das Rheingold. Im Schumann-Theater: Gastspiel der Mailänder Opernstagione: Cavalleria rustieana und Bajazzo. Anfang 7* Hhr. Schauspielhaus. Dienstag, 21 April, abends 71Hhr. Liebes Lust und Leid. Mittwoch, 22., abeirds 5'/,, Hhr: Goethes Faust 1. Teil. Donnerstag, 23., abends 6 Hhr Goethes Faust 1. Teil. Freitag, 24., abends 71,J Hhr: Liebes Lust und Leid. Samstag. 25., abends 6 Hhr. Goethes Faust 1. Teil. Sonntag, 26., abends 6 Hhr: Goethes Faust 1. Teil Geschäftliches. Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen! Das ist der Fall bei Dr. Oetkers neuer Auswahl-Packung, die in hübscher Ausstattung zugleich ein passendes Geschenk für jeden Haushalt ist. Diese, jede Geschmacksrichtung befriedigende praktische Geschenk-Packung ist in den einschlägigen Geschäften zu haben. welche eine zarte, weisse haut u. blend, schönen Teint erlangen u. er. halten will, wäscht sich nur mit det die beste Lilienmikhseifc von Bergmann & Co., Radebeul, überall erhältlich. Krenx-Dron- Augast Noll, P. J. fflöbs, Droj. Georg Walleatel*, Drog. 0. Winterhel!. 46c '^>«1 ,® flönfti« n.Ni tiiZ*'- lüge, Arai,9cmet» jm'ii .: btt u/ •’ big AnisW gpM- UI1^ tDurho 6I* nborfe n (ntärf.) 247 219 fS? I?0'' !-«- 'S Ä ;,tt »as hier tun - wie helfen? — Diele Mütter lehn in solchen Zeiten wie Glucken am Enten- «ich, wenn die Zungen auf einmal wegschwimmen. Ibei etwas weiser sollten wir Menschenmütter och sein. Wir sollten wissen, daß aller Most g-ren muh, und daß, wie Fritz Reuter sagt, .die rügsten Fohlen oft die glattsten Pird werden". Bor allem braucht es grabe jetzt eine unendliche Liebe und Geduld. Zst die schon immer not gewesen jetzt wird's erst wahrhaft schwer, lre zu üben. Das Kleinkind ist so hilflos und liebenswürdig in seinen Fehlern und Schwächen das hei anwachsende ost so unliebenswürdig und unzugänglich. Dor allem darf jetzt nicht allzuviel gefragt, ermahnt, gebohrt werden. Das hefte und tiefste Wachstum vollzieht sich immer unbeobachtet, unbeeinflußt Aber daß unsre Kin° bcr Vertrauen zu uns haben und behalten, daß h.f auch in den Roten dieser Jahre wissen, wo fiarfe Liebe und Güte für sie zu finden sind. muß Wunsch und Ziel aller Erziehung 'ein. — 3m Ringen und Kämpfen dieser 3ahre soll her neue Mensch geboren werden. Wieder ist'» ein Loslösen vom Mutterherzen wie damals bei her körperlichen Geburt und wie damals geht's ohne Schmerz und Angst nicht her. Darauf muß sich jede Mutter einftellen wie sie damals zu leiden willig war. Wir können im Grunde nichts tun, als günstige Bedingungen für dies neue Werden schaff en: eine möglichst gesunde Lebensweise mit viel Bewegung in frischer Luft, aber auch genug Ruhe und Schlaf, eine kräftige, einfache Ernährung, ein Fern halt en von Alkohol und andern Reizen. Und dann heißt's ' Beittauen haben und Gott danken, wenn irgend etwas Brauchbares aus all dem Sturm und Braus reift. Meist ist es ' twas ganz anderes, als wir wollten und planten. aber es ist gut. sagt Frenssen im „Jörn 'Jbt“. daß wir Mütter unsre Kinder nicht alle 'elbsi formen und zur echt kneten können, sie würden alle glatt und platj werden. So haben wir Mütter jetzt die beste Gelegenheit. Selbstlosigkeit zu lernen. Wenn die in oben Kinder ihre eignen Wege gehn, heißt'» loartcn, schweigen, entsagen und sorgen, was ihrem Besten dient das ist Mutterschicksal, Mutterpflicht. Aber aus diesem Schweigen und Karten kann das Reue geboren werden: den Sohn, die Tochter wiederfinden, wie man einen neuen freien Menschen findet, einen Freund und Kameraden, den man umso vertrauter und freudiger grüßt, weil er von unsrem Eignen in sich tiägt. Ein köstlicher Ausblick hinauf zu goldnen gipfeln des Lebens, die wir selten erreichen, die aber Glanz und Sehnsucht und Glück unsrer beflen Stunden bedeuten. „Mit Schweiß und Tränen und manchem Tropfen Blut setzen wir Kinder auf diese Erde ind lehren sie Vorsicht üben und Rachficht, bis 'Fe sich selbst mehr lieben als uns." So klinge der Cbor der Mütter von uralten Zeiten her. Und es scheint, als ob unsre Kinder in diesem , Jahrhundert des Krndes" sich in besonders hohem Maß „mehr lieben al» uns" —. Ilm so mehr heißt » für uns. ihnen mit unsrer Liebe. unserm Beispiel helfen. Der freudige Glaube an eine Entwicklung, ein Aufwarts- bauen trotz aller Zickzacklinien und Entgleisungen muß auch hier im persönlichen Leben und im allgemeinen stutzen und tragen auch über alle Sorgen und Röte der Flegeljahre hinüber. Wie lange soll ein Kind schlafen? Da zeigen sich große Unterschiede, je nach dem 2lltcr her ftinöer Neugeborene und Säuglinge der ersten Lebenswochen verbringen den größten Teil des Tages und der Nacht ichiafend: der Säugling tennt den Unterschied zwilchen Tag und Nacht nicht, seine Lebensäußerungen sind noch gering, nur sein Hungergefühl gibt er in drei bis vierstündigen Zn- tcrnäUcn kund, ebenso meldet er sich bei körper- lichem Unbehagen (Naßliegen). Ost verschlaft er die Mahlzein es gilt als Fehler, einen normalen Säugling der Mahlzeit wegen aus dem Schlaf zu rütteln. Während die Schlafzeit jüngerer Säuglinge ungefähr 2n Stunden beträgt, verkürzt sich dieselbe bei älteren Säuglingen und Zileinkindern auf etwa 14 Stunden. Natürlich gibt es auch hier keine seste Regel, vielmehr hängt das Schlafbedürfnis von der Konstitution des Kindes ab. Es fei gleich hier ermähnt, daß man schon zeitlich beginnen soll, den Säugling an regelmäßigen Schlaf zu gewöhnen, das ist ebenso wichtig wie die strenge Einhaltung der Nahrungspausen. Bei Klagen über unruhigen Schlaf der Säuglinge liegt die Ursache oft in Ueberfullerung, feite- ner in Unterernährung ;crft eine sachgemäße Rege- luiifl der Diät bringt für Eltern und Kind die lang» ersehnteNachtruhe. 3m Schlaf nimmt der gesunde Säugling jene bezeichnende Haltung ein, welche an die Lage des Kindes in der Gebärmutter erinnert; der gesunde Säugling liegt immer auf dem Rücken, hält die '21rmc im EUenbogengelenk gebeugt, die geschlossenen Fäustchen den Wangen anliegend. Diese Haltung ist für gesunde Säuglinge charakteristisch. Der Schlaf ist tief und fest, er schlummert mitten im Getümmel des Straßenlärms. Eine nicht gerade gar seltene Ausnahme von diesem normalen Thpus zeigen nervöse (ncuropa- thische) Kinder in bezug auf ihren Schlaf; solche Kinder haben einen leichten, oberflächlichen cchlaf, sind unruhig und mißlaunig, zucken bei geringen Geräuschen zusammen, die Gewichtszunahme bleibt hinter der ihrer Altersgenossen zurück, und es bedarf der ganzen Geschicklichkeit eines erfahrenen Arztes, um erträgliche Zustände wieder herzustellen und der Entwicklung des Kindes ruhigere Bahnen zu geben. Wie leiste ich erste Hilfe? Auf diese Frage, die die meisten Hausfrauen bei eingetretenen kleinen Unfällen in der flinöcr» flubc und im Haushalt praktisch zu lösen hatten, ohne recht zu wissen, ob ihre Hilfeleistung auch fachlich richtig war, gibt jetzt ein Film Antwort, den das Rote Kreuz in der Urania in Bcr- lin erstmalig vorführen lieft. Die hauptsächlichsten kleinen Unfälle: Schneiden, Verbrennen, Knochenbrüche und Verrenkungen, Ohnmächten, die schweren; Ertrinken, Erfrieren usw. werden einer dramatisierten Handlung cingcflodjtcn, die auch die häufigsten Anlässe kleinerer und größerer Verletzungen zeigt. Da ist die Mutter, die beim Brotfchneiden sich in den Finger schneidet — hilfsbereit tragen die Kinder Wasser imd ein Wattepaket herbei. Aber, so erläutert der Zwischentext, das ist unrichtige Hilfe. Durch das Wasser kommen Unreinigkeiten in die Wunde, un- verwahrte, nicht sterilisierte Walle ist ein wahrer Balterienherd. Darum: ein verschlossenes Verbandpäckchen aus dem Medizinschränkchen genommen, ohne Berührung der Innenseite die Mullbinde aufgelegt und verbunden. Nun kann die Wunde ruhig heilen. Der Film will nicht nur die helfenden Handgriffe unb Mittel zeigen, er will ja vor allem auch die schädlichen Folgen zwar gut gemeinter aber falscher Hilfeleistungen klarmachen. Der Präsident des Reichgesundheitsamts Geh. Rat Bumm und der ärztliche Mitarbeiter San.- Rat Cramer betonten in ihren Ansprachen bc» sonders diese Ausgabe des Films. Die leichte Ver- brennung wird mit einem ölgetränkten Verband, nicht mit dem beliebten, im ersten Augenblick zwar kühlenden, in der Wirkung schädlichen Wasser behandelt. Der zweite Grad, mit Blasenbildung, bedarf der ärzlichen Behandlung, aber als erste Linderung wird auf sauberer Binde, Innenseite eines frischen Taschentuches usw. Borsalbe gute Dienste tun. Daß man einen Menschen, dessen Kleider in Brand geraten, auf den Boden wirst und durch UcbcriDcrfen von Decken, Mänteln, Herumwalzen die Flammen erstickt, wissen zwar viele theore- tifdj. aber daß man ihm bann, um die glimmenden Stosse nicht noch tiefer fressen zu lassen, mit Eimern kalten Wassers übergießt und den Unglücklichen durch starken Kaffte labt bis der Rettungswagen ihn holl, erzählt den meisten erst dieser Film. Wir sehen, wie leichte unb schwere Knvchenbruche unb Verrentungen geschient werden mit Reisigbündeln, mit Stöcken, Kochlöffeln, Teppichklopfern — kurz, was eben zur Hand ist. Die Handgrisse, die wir anwendeit sehen, sind klar und verständlich, kurze Erläuterungen sagen auch immer, warum dies oder jenes so oder so zu geschehen hat. Die erste Hilfeleistung bei Ohnmacht mit Blutüberfüllung des Gehirns, angezeigt durch dunkelrote Gesichtsfarbe, besteht im Hochlagern des Verunglückten, Luft zu fächeln und kühler Kompresse auf die Stirn. Die durch 'Blutleere entstehende Ohnmacht will gegenteilig behandelt werden: Tiefenlage des Kopfes, Beine hoher, leichte Armbewegungen Es ift zu wünschen, daß viele Mütter und mit ihnen die größeren Kinder sich durch diesen sozial hygienisch wichtigen Film belehren lassen. Was bei kleineren ober größeren Schäbigungen, denen ja jeder Mensch in jedem Augenblick ausgesetzt ift, versäumt, ober — noch schlimmer — falsch gemacht worden ist, vermag die Kunst des Arztes oft genug nicht wieder gut zu machen. Darum ift es zu begrüßen, daß das Rote Kreuz feine saflungsmäftige Aufgabe: Hebung der Volksgesund- heit unb Förderung der Ausbildung männlicher und weiblicher freiwilliger Hilfskräfte hierzu durch das starke Aufklärungs- und Werbemittel des Films zu fördern sucht. Noch viel zu wenig besucht werden die freiwilligen Samariterkurse, die das Rote Kreuz allenthalben für Frauen und Männer einrichtet, möchte der Film dazu beitragen, jedem den Nutzen einer solchen Ausbildung zu veranschaulichen unb dos Gefühl der Pflicht zu sachgemäßer Hilfeleistung wecken unb stärken. Angewandte Mode. Im gleichen Maße, wie man von angewandter Kunst spricht, kann man auch von angewandter Mode sprechen. Das Interessanteste dabei ist das „wie" und „wo". Es gibt immer noch viele Frauen, die der Mode gegenüber eine nicht aus pekuniären Gründen verursachte Passivität wahren. Sie sehen die Erker, besuchen Modeschauen, können aber von all dem Gesehenen nicht die richtige Nutzanwendung auf sich selber ziehen. Es ist eine Sache des Geschmackes unb Taktgefühls, bas bcr Stunbc ent fprechenbe Kleib zu tragen. Am besten kann .man angewanbte Mobc auf Reisen unb in Hotels studieren. Was man da nicht alles sieht im guten unb im bösen Ginn'. Ostern hat viele ins Freie gelockt, einige läge ausspannen am Herzen bcr Natur, wie die Dichter so schon sagen. Dieses Ausspannen hat nun mit Mobc im eigentlichen Sinne sehr wenig ober gar nichts zu tun .ist man auf bem Lande, jo wird man mit einem schicken unb zweckmäßigen Sporttoftüm mit Pullover vollkommen ausgerüstet sein. Geht man in ein Hotel großen Stils mit Diele unb Tanztee, wirb bic Sache komplizierter. Ostern ist vorüber, bas strahlende Frühlingswetter im Regen ertrunken, was tul's, bic Feiertage jchwemmlen einen Strom Großstäblcr ins weite Lanb. „Aus dem hohlen finsteren Tor bringt ein buntes Gewimmel hervor." Faust gewinnt auf feinem Osterspaziergang bieselben Einbrückc, wie sie sich im Kreislauf bcr Erbe mit Naturnotwendigkeit wiederholen müssen. Alles will sic mit Farben beleben; doch an Blumen sehlt's im Revier, sic nimmt geputzte Menschen dafür. Ja, an geputzten Menschen hat cs auch diese Ostern nicht gefehlt; im Gegenteil, man sah, auf wieviel fruchtbaren und unfruchtbaren Boden bic Eindrücke ber Frühjahrvmobe gefallen waren. Farben- freubig sinb unsere Frühjahrskleiber; bas leuchtet in bic noch herbe, auf braun unb grün gestimmte Lanbschaftsbilbcr, bunte Tücher wehen, Strickkleiber in kühner Buntheit klingen auf. Unb bann bre Hüte. Ob Filz, ob Stroh, lila, rot, grün, mit Blumenschmuck, Bänbern, Federn beleben sie Wölb unb Felber. „Selbst von des Berges fernen Pfaden dlm fen uns farbige Kleider an." Modeschaii in bcr Natur! Manches ist aber reizvoll, vieles einen Ton zu stark, bas Ansprechenbe wirb leicht schreienb! Die Sonne bringt bic Farben anbers zum leuchten als Glühbirnen. Sehr hübsch sind bic neuen Frühjahrsmäntel aus Rips, Kasha oder Moullinö, Ottomane, hell und doch diskret. Dasselbe gilt von den ganz verschieden variierten Jackenkleidern. Ueber- haupt, an sich ist selten (wenn nicht in der .zorm ober zu kühner Farbenzusammensetzung) ein Riet- bungsftuck häßlich, gewöhnlich macht es erst die Trägerin dazu. Wenn zum bunten, recht aparten Wollkleid ein nicht dazu gehörender noch buntem Hut getragen wird, ist Kleid und Hut erschlagen Trägt eine Dame ein, ihrer Figur cntgegcngcfcri gearbeitetes Kleid, ist es noch so elegant, die Wn kling wird eine unmögtzche fein. Mit dem Hut ist cs da.- gleiche Lied. In allererster Linie muft auf bu persönliche Note, Kleidsamkeit und innere Zus am inengchörigkeil der zu tragenden Kleidungsstückt Wert gelegt werden, sodann auf die Farben, ihre Wirkung zueinander unb .511111 Gesicht. 'Nicht zu un terschätzen ist auch der Rahmen, in welchem eine Toilette getragen werden soll. Giitzin Geschmack und sicherem Siilwillen ist richtig angewandte Mode ein ache Selbstverständlichkeit. Lcni Wüst. Praktische Winire. Seidentrikvt zu waschen. Mit heißem Wasser und einer milden Seife (Lux-Flocken oder dergleichen» mache man eine Brühe, die man durch Znfatz kalten Wasser» auf handwarme Temperatur bringt. Der au reinigende Gegenstand wird in dieser Brühe hm und her gezogen lgeschwenkt), nicht gerieben, bis der Schmutz sich gelöst hat. In warmem Wasser spülen, nicht auswinden, nur leicht ausdrücken, in ein sauberes Tuch wickeln. Wenn er fast trocken ist, in Form ziehen, niemals bügeln! Teppichpflege. Ausgrsranste Teppiche werben wieder an- sehnlich, wenn man die Fransen an die chnnenlc'te des Teppich» anleim 1. Das sieht besser auS, als wenn man die Tcppichründer mit Borte einfaßt. Lederlappen oder .tiicher waschen. Man wäscht sie in lauwarmem Wasser und seift sie gut ein. Sind die Tücher rein, so druckt man fic au», spült sie in starkem Seisenwafser und läßt sie an einem warmen Otte trocknen. Der zurückgebliebene Seifenrest bewahrt dem Leder die Weichheit und Geschmeidigkeit. Sic dürfen weder in der Sonne noch am heißen Ofen getrocknet werden. Rach dem Trocknen zieht man fic wieder tüchtig hin und her. bis sie weich sind. <^cs«ndi)eitspfleste. wie schützt man sich vor schlechten Zähnen? Die Ursachen für das Schlechtwerden bcr Zahne sinb in letzter Zeit eingehend untersucht worben, unb man führt sie auf eine einseitige Er nährung zurück. Man hat burch Tierversuche her- ausbekommen, daß bestimmte Nahrungsmittel bic Bildung guter unb kräftiger Zähne begünstigen. Das sind solche, die die Vitamine A in großen Mengen enthalten, außer Speck, Milch, Eigelb z. D. Lebertran und tierische Fette. Dagegen üben andere "Nahrungsmittel, zu denen bic Mehle, vor allem bas Hafermehl, gehören, einen ungünstigen Einfluß aus. Künftig wirkt auch das Licht, besonders das ultraviolette. Diese an Hunden gewonnenen Ersah rungen scheinen beim Menschen ebenfalls Gültigkeit zu haben. Es wurde nämlich eine Gruppe von neun Kindern reichlich mit Vitamine enthaltender Nah runa versorgt, erhielt aber kein Hafermehl. Eine zweite Gruppe von 10 Kindern bekam vielfach Hafermehl, wenig Eier und keinen Lebertran. Eine dritte Gruppe von Li Kindern endlich empfing die übliche Krankenhauskost, die eine Mittelstellung zwischen den beiden ersten Gruppen cinnimml. Die Kinder entwickelten sich nun in ollen drei Gruppen im allgemeinen ziemlich gleich, aber bic fiinber bcr zweiten unb dritten Gruppe zeigten eine bedeutend stärkere Neigung zum Schlcchtwcrden bcr Zähne. Daraus ergibt sich also die Lehre, daß inan den Kindern, damit sw gute Zähne haben, hinreichend 'Nahrung zuführen muß, die die Vitamine A ent hält, dagegen w e n i g M e h l und besonders menig Hafermehl. ..Dollsalz" für den Kropf. Tas sehr häufige Vorkommen des Kropfes in einigen Gebirgsgegenden Bayerns hat die Regierung zu umiasfendenMaßnahmen veranlaßt. Wie in bcr „Klinischen Wochenschrift" mitgeteilt wild, stellt bic staatliche Saline in Reichenhall unter bet Aufsicht der Gesundheitsbehörden und Fachgelehrten ein Salz her. bas auf 100 Kg. Kochsalz 05 Gr. Iodkalium enthält und den Ra- men „D 0 l l f a l z" führt. Dieses Dollfalz wirb bereits viel verwendet und überall ärztlich und amtlich für Kinder und Jugendliche zur Kropfverhütung empfohlen. 3m Allgäu wird eS auch zur V r e h f Ü t t e r u n g verwertet. i Die kleine Diebin. Bon Johanna L a n g c r m a n n. Im Frühling bes Jahres war cs, als meiner Klasse zwei Schwestern überwiesen wurden. Kinder non 10 hzw. 11 Jahren, über die mir erst etwa vier Wochen nach der Aufnahme die Mitteilung zu- ging, daß beide das Mein unb Dein nicht zu unter« 1 d)cibcn vermöchten, unb baß eine derselben bereits beträchtliche Geldbeträge, einmal sogar hundert Mark, entwendet habe. — Ich nahm die kleine Sünderin' allein unb sagte ihr in freundlich-ernstem Ton. ich habe mit ihr allein etwas außerordentlich Wichtiges, doch etwas Gutes zu besprechen, müsie aber zu dem Zwecke erst wissen, ob sie mich rach so kurzer Zeit schon für ihren Freund halte; kenn sonst nutze es nicht, und ich müsse meine Ab- sicht wieder fallen lassen. Als sie das nun halb zuversichtlich, halb bänglich bejahte, teilte ich ihr in bedauerndem Tone mit, was mir über sie berichtet worden war. setzte aber gleich hinzu, baß ihre Mit- sihüler bis jetzt noch nichts von der Sache wüßten, ich indessen gezwungen sei, ihnen alles rnitzuteilen, da es nach unserer Ordnung unter uns kein Geheimnis gäbe. Da hätte ich denn gedacht, das müsse ihr doch ganz schrecklich fein, unb habe nun darüber nachgesonnen, wie wir'v machen wollten, daß sie auch so stark werbe, wie bic übrigen Kinber, die nichts anrührten, was ihnen nidit gehöre. Brächten wir’» fertig, fo wolle ich mit der Mitteilung bis dahin warten, und bann zugleich auch sagen, baß unb wie sie geheilt sei; bann würden sich alle mit ihr heuen. 9hin malte ich ihr ihren eigenen Seelen- 3’jftanb, wie es glles so gekommen sei, aus: Wie fic das Geld sah, wie die Lust über fic kam, sich c was dafür zu kaufen, wie ihr flüchtig der Gedanke entstand, cs doch lieber nicht zu nehmen usw. usw. Dabei beobachtete ich sorgfältig ihre Mienen, ob ich's traf. Daß ich's aber wirksich traf, war mir außer ollem Zweifel; denn ihr Kopf sank immer tiefer iuf die Brust herab, ihr Gesicht rötete sich mehr und mehr, und schloss hingen ihr die Anne am Leibe herunter. Da zog ich sie denn an mich und sagte ihr im Flüstertöne, doch mit zuversichtlicher Bestimmtheit: „Liebes Kind, ich kann dir gewiß Hel- fen, wenn du wi11st. Wi11ft du aber auch wir - 1 i ch?" — Sie nickte innig bejahend mehrere Male mit bem Kopfe. — . . _ „So, dann beantworte mir einige Fragen. „Wie machen die Turner es, wenn sie stark werden wollen?" ,( ,, . Sie nach einigem Bedenken ganz leise: „lieben „Wie machst du ߣ, um besser rechnen und schreiben zu lernen?" Sie, wieder ebenso leise:......üben. „Sieh, liebes Kind, das ist der Weg. Was du nicht kannst, mußt du üben, und wenn du nur fleißig üben willst, bann lernst bu alles, was bu nicht kannst. Du kannst aber nicht bas Gelb liegen lassen; darum mußt du's üben, und zwar täglid) üben; da wirst bu auch bas ganz gewiß lernen. Darum folgenbcs: „Du weißt, baß wir eine Schülenparkaffe haben, die augenblicklich von der Maria verwaltet wird. Willst du. daß ich sie in unter Geheimnis ziehe unb sie bitte, baß sie uns ihre Kasse zur Hebung überläßt? Denn ich bars das nicht ohne weiteres tun, weil fic gewählte Kassiererin ist. Aber ich kenne die Maria ganz genau und weiß, daß sie zu den übrigen Kindern kein Sterbenswörtchen lagt; also kannst bu deshalb ganz ruhig fein. Doch sollst du dann die Kaste nicht gleich auf Wochen verwalten. O nein, bas ist viel zu schwer für bid). Wir fangen erst mit einem halben Tag an; bann, wenn'- gelang, nehmen wir einen halben Tag hinzu, bann ioieber einen halben lag mehr unb so fort, dis du's coenfo gut kannst wie bic übrigen auch. Dann tagen wir’s ihnen, unb da sollst du mal sehen, wie sich alle mit uns freuen. Nun, was meinst bu? Willst du's mit einem halben Tay versuchen, unb soll ich bann kommen, um mich mit bir zu freuen ? Denn daß du's fertig bringst, glaube ich ganz gewiß'." Sie ftifhmtc zu. Ich verhandelte bann mit bcr Kassiererin, schilderte ihr die Lage ihrer Mitschülerin, Harte sie über den Zweck der -ache auf unb nahm ihr das Versprechen des -chweGcns■ab. Darauf erfolgte bic Uebergabe der Kasse: Die Addition auf dem Kassenzettel und die Auszahlung des Geldes, und die kleine „Diebin" war mit dem Gelbe allein. Als ich mich nach Entlastung bcr Schüler aus bem Unterricht ihr zuwanbte — sie war allein zurückgeblieben —. sprang sic mir schon ireubestrah- lenb mit bem Ausruf entgegen: „O, Herr L., es stimmt!" Ich: „SW bu ? Hab ich s nicht gesagt? Nun, was meinst bu jetzt zu einem halben Tag mehr? Sie stimmte mir freudigst zu. So nahmen mir die Stufen immer größer, bis sie mir schließlich zu- versichtl.ch erklärte, sie könne es jetzt unb sei letzt einverstanden, wenn ich's der Klasse Mitteilen U,0Uef)er Eindruck war so, daß mir dabei bas Wort im Himmel sein über einen Sünder, ber Buße tut vor neunundneunzig Gerechten, bic bcr Buße nicht Klasse, denn am nächsten 1. würbe bic „Heine bbeürfcn." Der Lohn aber war bas Vertrauen ber Diebin" einstimmig zur Kassiererin gewählt. Kartoffelpudding. Tags zuvor gekochte und geschälte Kartoffeln werden gerieben, fo bah man ungefähr e.n Pfund davon erhält. Dann rührt man 125 Gramm Sutter ober Margarine schaumig, gibt nach und nach 3 Eigelb. 150 Gramm Zucker einige fuße und bittere gebrühte und gehackte Mandeln, die abgeriebene Schale einer Zitrone etwas Zimt, 100 Gramm geriebene Semmel und den Ochnee bcr Eiweiß hinzu und läßt den Pudding rn bcr gut gebutterten Form entweder eine reichliche Stunde baden oder zwei Stunden kochen. Man gibt Obst- oder Rumsoße dazu. Dahrhafte Flöckchensuppe. Zehn große Kartoffeln, eine Knolle Sellerie | unb zwei rote Wurzeln werden gepuyt. Hem- Dreiring ^>-7 eine Reinseife in körniger Form. Vollständig frei von Soda u. Wasser. t#* *», 1L- jUolbmc r'ftnnig । ju