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Fernsprech Anschlüsse: Schriftleitung 112, Brr« lagundDefchäftsstelleöl. Anschrift für Drohtnach» richten: Anzeige rEletzen. poltschecNonto: grenffitt a. M. UM. SiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vruck und Verlag: vrLHI'fche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderei B. Lange in Stehen. Schriftleitung und Sefchäftzftelle: Sckuvtrahe 7. Annahme Anzeigen für die Tage,nummer o»s zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit. preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite önlichrj, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- klame-Anzeigen v 70 um Breite 35 Goldpfennig. Playoorfchrift 20 .Auf- schlag. - Verantwortlich für Dolilik u. Feuilleton: Vr Friede. Wilh Lange; für bn übrigen letl: Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil: Han, Beck, sämtlich in Dietzen. Das Kabinett Marx und die Parteien. wird am verschleierten Weimarer hervorgegangeneS. sondern auch kommen, zur De- Kommu- Koalition e d e S a n - auf keine Mehrheit stützt, und er mutz dann zu dem Entschluß dem Volke noch einmal Gelegenheit kundung feines Wi.'lenS zu geben. 2lbg. Leinert (Soz ): Ohne die nisten find die beiden Rechtsparteien eine hoff. nungSlole Minderheit. Es hat sich aber zwischen den Dreien eine solche GefinnungSgemeinschaft nett kann man sagen. Herr Marr denkt im besten Sinne deS DaterlaydcS. Herr Severing lenkt im besten Sinne der Sozialdemokraten. Bei dieser Zusammensetzung des Kabinetts ist eine segensreiche Arbeit für das Vaterland nicht möglich. On dieser Zeit der Rot kann eS sich überhaupt nicht um die StaatSsorm handeln. Es handelt sich bei unS nicht um den Kampf gegen die Republik. Der Herr Ministerpräsident Freitag einsehen, daß er sich Berlin, 19. Febr. DaS HauS überweist Zunächst den Antrag der Sozialdemokraten. deS Zentrums und der Demokraten auf Annahme eines Gesetze« über die Mahlzeit der Protz i n z t a l l a n d t a g e und der Kreistage dem AuSschutz für Gemeindeangelegenheiten. Dem gleichen AuSschutz wird der Entwurf überwiesen. Der die Aufnahme ausländischer Kom- munalkredtte an die Genehmigung der Aufsichtsbehörde knüpft. Daraus wird die Aussprache über die Regierungserklärung fortgesetzt. Abg P i e ck (Äom.) fordert die Auflösung deS Landtages und legt die Gründe für dcn k mmunistifchen MhtzsttrouenSantrag dar. Ruhrgeldschiebung, Barmatslandal, Ebertprozetz zeigten die heutige Korruption. Abg. Falk (Dem.): Gehr bedauern wir im Interesse der SiedlungS frage, datz Dr. W en« b o r f f dem neuen Kabinett nicht angehört. Don Dr. M a r f wissen wir, datz er der rechte Mann am rechten Platz ist. Er verbürgt unS das Festhalten an der Außenpolitik, dem weitaus wichtigsten Gebiet der deutschen Politik überhaupt. Wie nötig e« gewesen ist. die Schupo zu schaffen, aeigt der Tfchekaprozetz. zeigt auch die erfolgte Aufforderung zum Bürgerkrieg. Wir können keine Außenpolitik treiben im Gegensatz zum Reich, sondern nur al« dienendes Glied deS Reiches. WaS würde die Entente für eine Stellung gegenüber dem Reiche einnehmen, wenn in Prcutzen die Deutschnationalen die politische Macht in die Hand bekämen? Die Oppositionspolitik der Deutschen DolkSpartei ist schon deshalb unberechtigt, weil sie nicht imstande ist, an die Stelle der gestürzten Regierung eine neue zu sehen. Kommt eS zu Reuwahlen, so trägt für die dadurch in da« Volk getragene Unruhe die Rechte allein die Verantwortung. (Widerspruch und Därm recht«). Abg. Ladenborff (Wlvtfch. Dgg.) Die Wirtschaftliche Vereinigung könnte dem neuen Kabinett Mar» ihr Vertrauen nicht entgegenbringen. daS für die Verarmung deS Mittelstände« in Stadt und Land die Schuld trage. (Widerspruch und Sturm der Entrüstung in der Mitte und links.) Abg. WiegerschauS (Ratfoz.) verliest eine Erklärung seiner Fraktion, in der es u. a. heitzt; Wir möchten darüber keinen Zwesiel auf- kommen lasten, datz wir nicht nur ein aus der gegen die Sozialisten herausgebildet, datz man schon von einer Koalition sprechen dars. Wir können die StaatSkrise nur vermeiden, wenn wir verhindern, datz die Deutschnationalen wieder an die Macht kommen. A'g. Schwering (Zentr.) Die Rechtsparteien sind mit langen Erklärungm gegen die Regierungserklärung aufgct'eren. Glauben Sie. datz man miderSwo sich mit Moskau gegen das eigne Qanö verbinden formte? Herr Dr Winkler geht mit Herrn Pieck. Er hat doch noch einen Rainen 8u verlieren I (Stürmische P°ui- und Entrüstungs- rufe rechts, die minutenlang anhalten und den ^bner am Weitersprechen hindern. Andauernde ^lutzrufe.) Severiug soll kein Fachminister sein? ^t es der neue Reichsinnenrninister Schiele? (0cbr gut links und Unruhe rechts.) Severing b vom Auswärtigen Amt gezwungen, daS Visum zu erteilen." Der Zeuge bezieht sich demgegenüber auf seinen Drief vom 6. 5.. der nur eine Empfehlung erhielt. Räumung und Sicherheit. Die Ttrllnna Englands. London, 19. Febr. (Wal f.) Rich ben übereinstimmenden Meldungen ber Blätter hat bas K binett sich gestern m.t bet Frage des Genfer Protokolls nicht besaht. „Daily Retos" schreibt, man alaubc, dah eine etwas schwierige Lage in Zusammenhang mit dem Meinungsaustausch mit den Dominion- cingctreten sei. Der diplomatische D richterftntter der „Westminster Gazette" schr-ibt. di - britische Regierung wünsche nicht, ben französisch n Wunsy nach Sicherheit mit b n De)ingungen bec Räumung bes Kölner Brückenkopfes zu verbinben Die britische Aufisung sei bah das Datum ber Räumung genau in Heber- einftimmung mit bem Versailler Vertrag 1 estgeseht werden müsse, d. h. dah die brit sche Garnison zurückg zog^n werden mühte, sobald die deutsche Rrgierung die Vor- kch i ten d r Abrüstungsdestimmungei des Ver- f aller Ve.tcag^S entsprechend die Forderungen der Kontrollkommission erfüll habe. Man hoffe, datz der Kölner Brückenkopf und das Ruhrgebiet während des Sommers geräumt werden könnten. Die britischen Truppen würden ta n rheinauswärts nach Wiesbaden verlegt toerben. Da sie nicht viel mehr alS diese Stabt besetzen würden, würden sie eine beträchtliche Verminderung erfahren, wodurch man Ersparnisse zu erzielen hoffe. Die „TimeS" betont, datz die Räumung der Kölner Zone nur aus rechtlichen Gründen aufgeschoben wurde. Das Blatt sprich! die Hoffnung auS, dah jetzt, nachdem der endgültige Bericht der Inter- al.iierten Kontrollkommission vorliege, die alliierten Regierungen ihre Entscheidung so schnril wie möglich treffen werden. Wenn die deutsche Regierung alle durch den Dersailler Dertrag bor- geschriebenen EntwassnungSbestimmu' gen erfüllt haben werde, dann -oerde nach der britischen Auffassung die weitere Bclehang de» Kölner Zone nicht mehr gerechtfertigt sein. Diele besondere Frage habe nichts mit bet allgemeinen Frage hinsichtlich späterer weiterer Vorkehrungen für die Sicherheit in Westeuropa zu tun. Die Kölner Frage sei zu lange in der Schwebe geblieben Deut chland müsse jetzt genau erfahren. waS von ihm gefordert werde, und die alliierten Regierungen, wie auch die öffentliche Meinung in den alliierten Ländern sollten sich darüber einigen, was gerechterweile verlangt werden müsse. Auf jeden Fall dürfe man erwarten, datz die britische Regierung an ihrem Standpunkt festhalten und nicht gebot- t e n werde, datz d i e Kölner Frage in unangemessener Weife erweiter t oder mit anderen Fragen vermischt werde, di» »üvcHldt nichts h o m i ♦ - ,» ♦ u n fwxOo»- zech« „Minister Stein" sei als Antrei! be< . Das wettere Verfahren foIUc möglichst vereinfacht werden. Das beste wäre es, wenn die alliierten Regierungen Deutschland ihre berechtigten Forderungen so schnell wie möglich mitteilen würden, damit die deutsche Regierung diese sofort erfüllen könne, und damit für den Aufschub der Räumung keine weiteren juristischen Enischuldigungen übrig blieben. Ein weiterer Aufschub würde nur zu übertriebenen Ansprüchen und zu einer Erhitzung der Leidenschaften führen. Dies könne die Frage unendlich komplizieren, die doch im Grunde ganz einfach sei. Das Dortmunder Unglück im Reichstag. Berlin, 19. Febr. Zur Beratung kommen die Interpellationen über die Kontrolle der Sicherheit der Gruben, die anläßlich der jüngsten Gcubenkatastrophe von verschiedenen Parteien eingebracht worden sind. Abg. Schwan (Korn.) begründet eine Interpellation der Kommunisten, in der die letzte Grubenkatastrophe als ein neues Zeichen für die grenzenlose Unsicherheit in den Gruben bezeichnet wird. Diese Unsicherheit werde noch verschärft durch die rücksichtslose Ausbeutungs- Politik der G ru b en kap i t a li sten , die die Kontrolle der Betriebssicherheit in den Gruben und die Betriebsräte sabotierten. Abg. 3m- busch (Ztr.) schildert den Verlauf der Gruben- katastrvphe. 3m Gegensatz zu dem Dorredner betont er, die Zechenverwaltung habe der Untersuchung der Ursache des Unglücks durch die Kommuni ft en keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Staatsrekretär Geib vom Reichsarbeitsministerium gibt zunächst im Ramm des erkrankten Reichsarbeitsministers dem tiefsten Mitgefühl Ausdruck für die Hinterbliebenen der Opfer sowie den Dank für die Tätigkeit der Hilfsmannschaften. Die aus öffentlichen und privaten in- und ausländischen Quellen geflossenen Gelder für die Hinterbliebenen hätten den Betrag von 1V? Millionen Mark schon überschritten. An der Ueberwachung der Sicherungseinrichtungen seien tiv Betriebsräte beteiligt. Ein besonderer Vorschlag d s Preuftilchen Handelsministeriums sicherte die ungestörte Tätigkeit der Betriebsräte auf diesem Gebiete zu. Schon am letzten Freitag sei den Hinterbliebenen das Sterbegeld und am Samstag die Hinterbliebenenrente ausgezablt worden. Die Beerdigungskosten hätte in großherziger Weise die Stadt Dortmund übernommen. Die Regierung werde alle- tun, um einer Wiederholung ähnlicher Katastrophen vorzubeugen. Ministerialrat Hatzfeld vom Preußischen Handelsministerium gibt dem tiefen Beileid der Preußischen Staatsregierung Ausdruck. Der Redner war selbst am Anglücksort und gibt eine Schilderung der örtlichen Verhältnisse. Die Wetterführung sei in Ordnung gewesen. Auch die Berieselung habe funktioniert. Aber sie sei nach Ansicht von Fachleuten nicht als ein geeignetes Mittel zur Verhütung von Kohlenstaubexplosionen anzusehen. Die Verwaltung der Anglückszeche sei eine der ersten, die gerade jetzt dabei war. das moderne Stcinstaubverfahren einzuführen. Ein endgültiges Urteil laste sich über die letzte Arsache noch nicht abgeben. Gewisse, im Untersuchungsausschuß geäußerte Vermutungen darüber hätten sich noch nicht bestätigt. Abg. H u s e m a n n (Soz.) b gründet einen Antrag auf Bereitstellung von Mitteln für Einrichtungen zur Untersuchung und Verhütung von Unfällen im Bergbau. Sine große Katastrophe wie die jetzige lenke die öffentliche Aufmerksamkeit auf die großen Gefahren des Derg- mannsberufes. Dabei werde aber auch zu wenig derer gedacht, die als einzelne verunglücken. 3m deutschen Bergbau g^be estäglichzweiTote und 280 Verletzte. 3m Auhrbergbau sei die Zahl sogar noch höher. Abg. Winnefeld (Dt. Vpt.) verliest eine gemeinsame Erklärung der beiden Rechtsparteien, der Bayerischen Volks- vartei und der Wirtschaftlichen Vereinigung, in der den Opfern der Katastrophe und den Hinterbliebenen die Anteilnahme der Parteien ausgesprochen wird. Die Erklärung lehnt es ab, vor der genauen Ermittlung der Ursache der letzten Katastrophe ein Urteil darüber zu fällen, oder Schlüsse daraus zu ziehen. Rotwendig sei es, den Sicherheitsvorkehrungen die ganze Aufmerksamkeit zuzuwenden und die Betriebsvertretungen in verstärktem Maße heranzuziehen. Abg. Ziegler (Dem.) ist der Meinung, daß alle schönen Sicherheitsvvrschriften keinen Schutz gegen Grubenkatastrophen gewähren, solange es die Arbeitsverhältnisse bÄ den Zechen den Bergleuten unmöglich machten, alle diese Vorschriften zu beachten. Gerade die Unalücks- kannt. Sie habe im Dezember 1924 die Förderung auf das Anderthalbfache der Vorkriegszeit gesteigert. Das starke Beladen der Kohlenwagen habe die Staubexplosionsgefahr gesteigert. Das jetzige Gedinge und Prämiensystem steigerten weiter die Unfallgefahr. Damit schließt die Aussprache. Der sozialdemokratische Antrag wird dem Haushalts- ausschuh übertragen. Der Geschäftssührungsausschuß beantragt weiter die Ablehnung der kommunistischen Anträge, Einstellung der gerichtllchen Verfolgung und Hastentlastung der kommunistischen Abg. Heckert und Pfeifer, die als Mitglieder der kommunistischen Zrnt ale wegen tz chverratS verfolgt werden. Der Auslchußberichterstatler Abg. Dr. Rie» s e r (D. Vp.) schildert ausführlich das Ergebnis der Voruntersuchung gegen die Zentrale der K. P. D., der vorgeworfen wird, Terrorgruppen eingerichtet zu haben, die mit allen, auch gesetzwidrigen Mitteln, mit Was- fen, Gift und Spreng st offen gegen die Gegner der Kommunisten vorgehen sollten. Abg. Dr. Dell (Ztr.) gibt für die Fraktionen der Deutschnationalen Volkspartei, der Zentrums- Partei. der Deutschen und Bayerischen Dolks- parteien und der Wirtschaftlichen Vereinigung eine Erklärung ab des Inhalts, die beiden Abg. Heckert und Pfeiffer würden derart schwerer Verbrechen bezichtigt, daß die Wahrung ihrer Immunität in unlösbarem Widerspruch stehen würde zu der gebotenen Sicherheit von Staat und Gesellschaft, zur Aufrechterhaltung der Rechtsordnung und zum Schuhe LeS Lebens der Staatsbürger. Darum mußten &te genannten Parteien die Anträge auf Haftentlassung und Einstellung des Verfahrens ab- lehnen. Abg. B r o d a u f (Dem.) erklärt, auch die demokratische Fraktion werde für die Genehmigung zur Strafverfolgung stimmen. Abg. Henning (Rat.-Soz.) erllärt unter Entrüstungslundgebungen der Kommunisten auch die Rationalsozialisten würden dem Geschäfts- ordnungsausschuhantrag zustimmen. Abg Münzenberg (Kom.) bekämpft den Antrag. Es handelt sich hier um einen politischen Ten- denzprozeh zur Vernichtung der kornrnu istischen Partei. Der Ausschuß Hit die unbewiesene Behauptungen des Oberreichsanwalls einfach als wahr übernommen, obwohl sich diese Behauptungen nur auf Spitz tm.it rial stüzea. Was jetzt Heckert und Pfeiffer als Hochverrat vorgewor-sen werde, seien die Abwehem.ßnahmen vom He bst 1923 gegen den bewaffneten Aufmarsch der Faschisten, die mit Zustimmung der legalen Landesregierungen Sachsens und Thüringens gemeinsam mit den Sozialdemokraten unternommen wurden. Abg. Dittmann (Soz.) lehnt es ab, auf die Angriffe des Vorredners zu antworten, die Delirien eines Anzurechnungsfähigen gewesen wären. (Lärm bei den Kommunisten.) Vic Kommunisten bekämpften keine Partei so fanatisch wie die sozialdemokrati che Partei. Dennoch müssen wir im Interesse der Gerechtigkeit den Antrag des Ausschusses auf Aufhebung der Immunität der Abg. Heckert und Pfeiffer a b l e h n e n. Die Anträge auf Haftentlassung der Abg. Heckert und Pfeiffer werden unter Lärm der Kommunisten gegen die Stimmen der Sozicü- demokraten unb Kommunisten abgelehnt. Eine Volkszählung. Berlin, 19. Febr. (WD) 3m Reichs- rat widmete der Vorsitzende Reichsinnenminster Schiele den Opfern des Grubenunglücks einen Rachruf, den die Mitglieder des Reichsrats stehend anhörten. Der Gesetzentwurf, durch den der Reichswirtschaftsminister zur Vornahme der Volkszählung im 3ahre 192 5 ermächtigt wird, wird angenommen. Der Tag der Zählung ist noch festzusehen. Das Saargebiet bleibt von der Zählung ausgeschlossen. Bei der Zählung soll jedes Eindringen in die Vermögensund Einkommenverhältnisse ausgeschlossen bleiben. Die Ergebnisse dürfen nur zu statistischen Arbeiten benutzt werden. Der Reichsrat ermächtigte ferner den Reichsfinanzminister zur Ausprägung von Münzen im Rennwert von unter einer Reichsmark je nach den wirtschaftlichen Bedürfnissen. Preußen und der Finanzausgleich. Berlin, 19. Febr. (WTB.) 3m preußischen Staatsrat äußerte bei der Behandlung des Haushalts 1925 der Berichterstatter des Hauptausschusses, Kaiser (Z.), Zwei.el, ob sich die Einnahmen und Ausgaben auf den im Etat angenommenen Grundlagen ausgleichen werden, da bei den Einnahmen voraussichtlich d i e Steuereingänge den Doranschlag nicht erreichen werden. Finanzminister Hoepker-Aschoff bemerkte, in der Einschätzung des Reiches befänden sich erhebliche 3rrtümer, dir besonders die Finanz n der Gemeinden betreffen. Das Reich glaube, die Grundvermögens steuer könne 530 Millionen aufbringen. Tatsächlich könne sie nur 425 Millionen ergeben. Roch schlimmer sei es bei der G e w e r b e st e u e r. Sie sollte für Preußen 500 Millionen ergeben. Rach den Schätzungen kämen aber nur 250 in Frage. Die Pläne des Reiches sind also außerordentlich bedrohlich. Preußen müsse in stärkerem Maße an dem Ertrag der wichtigsten Reichssteuern beteiligt werden. Gewerkschaften und Steuerreform. Berlin, 19. Febr. (WB.) Die gewerkschaftlichen Spitzenverbäni'e erl ssen einen Ausruf, in dem sie gegen dte Steuerreform protestieren unter Hinweis aus die starken Eingänge autz der Lohn - undAmsahsteuer und aus den Zolleinnahmen. Die Gewerkschaften verlangen von der Reichsregierung eine Steuerpolitik, die nicht zuerst den Bedürfnissen der 3n- dustriekönige und der Agrarier, sondern den Lebensnotwendigkeiten der breiten Masse des Dolles entspricht. Zentrum und hessische Regierungskrisis. Darmstadt, 19. Febr. (Priv -Tel.) Die Antwort des Zentrums an die demokratische Fraktion ist, wie wir hören, gestern ergangen. Das Zentrum stellt in der Zuschrift mit Bedauern fest, daß die wohlgemeinten Versuche, die Sozialdemokraten als stärkste Fraktion des Landtages in der Regierung zu halten, nach der letzten oftiz. Erllärung der sozialdemokratischen Fraktion als gescheitert zu betrachten seien. Das Zentrum hält aber auch nach Scheitern dieses letzten Versuches die Möglichkeit zur Bildung einer wenigste ns einigermaßen tragfähigen Regierung noch nicht für erschöpft. Wie wir hören, ist der A e l t e st e n r a t des Landtages auf nächsten Dienstag einaeladen. Zur Besprechung steht der Antrag des Abgeordneten D i n g e l d e h und Fraktion wegen sofortiger Einberufung des Landtages mit der Tagesordnung: Initiativantrag der Deutschen Volkspartei und des Bauerrckundes auf Abänderung des Artikels 24 der Hess. Verfassung. Mandalswechsel im Hessischen Landtag. Darmstadt. 19. Febr. (Eig. Der.) Die bereits vor einiger Zeit angekündigten Mandats- nicdcrlegungen durch den Abgeordneten Dr. Strecker (Soz.) und Knoll (Zentrum) sind jetzt erfolgt. Für Dr. Strecker, der bekanntlich nach Berlin übersiedelt tritt der frühere Abge- «ordnete Lang-Arberach und für Knoll der frühere 2lbgeordnete F e l d n e r-Mainz in den Landtag ein. Elektrisierung der badischen Bahnen. Finanzmüiister Köhler gab im Badischen Landtag eine Erklärung über die Elektrisierung der badischen Bahnen und sagte u. a.: In den nächsten Tagen beginnen die Ver- handlungen mit der Dauverwaltung der Reichsbahn. um in der Frage der Elektrisierung der badischen Bahnen einen Anfang zu machen. Dis zum 15.11. hofft man mit der Erstellung der 100 000 Voltleitung des Badenwerks fertig zu sein. Damit wäre die große Verbindung zwischen den Wa)serkräften des Oberrheins und jenen der Dinnenflüsse hergestellt. Der Minister betonte, daß der baldige AusbaudesRheinszwi- schen Basel und dem Bodensee zu den wichtigsten Aufgaben gehöre, die je eine badische Regierung zu vollbringen gehabt habe. Hier handele es sich nicht nur um die Gewinnung wertvoller Kratt, sondern auch um die Wetterführung der Schijfahrt bis zum Bodensee. Gemeinsam mit der Schweiz erfolge der Ausbau der Stauufer am Oberrhein. Schwere Mißhandlung eines Deutschen. Landau, 20. Febr. Am 6. Februar, abends 7 Ahr, wurde, wie erst jetzt bekannt wird, ein junger Mann aus der Umgebung Landaus, als er nach Geschäftsschluh auf dem Wege zum Bahnhof war, von einem französischen Offizier ohne i de Der nl sfu g fest genommen und unter Bedrohung mit dem. Revolver in das frühere, jetzt von den Franzosen besetzte Bezirkskommando gebracht. Dort wurde er von dem Offizier eine Diertelstunde lang in der fürchterlichsten Weise mißhandelt, so daß ihm das Blut aus Mund, Rase und Ohren strömte und seinen Rock tief durchtränkte. Beschwerden über den Dorfall hat der Bczirksdelegierte von Landau, Major P r u d» Homme, bisher keiner Antwort gewürdigt. Belgische Krieysgerichlsurteile. Ramur, 19. Febr. (WD.) Dom Kriegsgericht sind wegen angeblicher 1914 begangener Derbrechen folgende deutsche Osfiziere verurteilt worden: General von Laffert wegen Ermordung eines gewissen Dubois in Duissonville zum Tode und Rittmeister H e l h e r und Zahlmeister Scheffler wegen D.andstiftung zu 20 Jahren Zwangsarbeit. 740 000 Dollar Lufitania-Entschädigungen. Berlin, 20. Febr. Der Obmann der deutsch-amerikanischen Kommission gab als Entscheid dieser Kommission bekannt. Deutschland sei verpflichtet, die Schäden zu ersehen, die in Amerika lebende Angehörige englischer, bei der Bei senken" der „L u s i t a n i a" ums Leben g k mmener Untertanen erlitten haben. Die Kommission gab evenfalls bekannt, daß die verschiedenen schiedsrichterlich erkannten Forderungen amerikanischer Bürger die Summe von 704 000 Dollar ausmachen. Die Frankeninflation. Herriots Fitianzpolitik. — Keine Auslandhilfe. London, 20. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die „Times" befaßt sich in einem Leitartikel mit dem Sinken des Frankenkurses. Das Blatt sagt, die französischen Minister schienen ?ar nicht die eigentliche Wurzel des lebels zu erkennen. Seit dem Kriege habe der Hauptfehler der französischen Politik darin gelegen, daß zuviel ausgegeben worden sei und die dadurch entstandenen Lücken in den Einnahmen nicht durch Steuererhöhungen, sondern durch Aufnahme von Anleihen in verschiedenen Formen aufgefüllt wurden. Frankreich sei jetzt dahin gelangt, daß es sich entscheiden müsse, ob es mit der Dorgwirtschaft fortfahren wolle, die zu einer finanziellen Katastrophe führen müsse, oder ob es die Politik einer energischen Sparsamkeit betreiben wolle, die die Finanzen stabilisiere und eine allmähliche Derminderung der Schull>2N ermöglichen würde. Der von Clementel geäußerte Gedanke, Anleihen im Auslande aufzunehmen, werde bei den auswärtigen Kapitalisten keine Gegenliebe finden, es fei denn, daß de französische Regierung sehr wirksame Schritte unternehme, um ihre Finanzen gründlich in Ordnung zu bringen, e Straßburg, 20. Febr. (TA) In letzter Zeit wird Elsaß-Lothringen von Polen und Tschechoslowaken, die alle mög.ichen Spekulationsgeschäfte betreiben, derartig überschwemmt, daß die heimische Geschäftswelt sich beschwerdeführend an Behörden und Presse wendet. Da es sich aber um Angehörige von mit Frankreich verbündtten Rationen handelt, hat man wenig Hoffnung, mit den Beschwerden durchzudringen. Aus aller Welt. 134 Opfer auf „Minister Stein" geborgen. Wie die „Telegraphen-Anion" erfährt, sind jetzt 134 Opfer der Katastrophe auf „Minister Stein" geborgen. Es fehlen jetzt nochzwei Leute, deren Bergung infolge der schweren Bruchschäden der Grube noch nicht möglich war. Motorenunglück. In einer Kupferschmiede in Rauen bei Berlin explodierte der Kompressen eines Dieselmotors. Der in der Rähe stehende 17jährige Lehrling Richard Dechmann wurde von den herumfliegeaden Metallstücken so schwer verlebt, daß er nach wenigen Minuten starb. Der Spinnerstreik in Schanghai. Die Eingeborenenpolizei von Schanghai sprengte heute mit der Kolonialpolizei an der Gebietsgrenze eine Versammlung von Streikenden, wobei 16 Leute verhaftet wurden. D i e Menge stürmte hierauf eine chinesische Polizeistation, wurde jedoch durch einheimische Polizei auseinandergetrieben. — Rach den amtlichen Angaben befinden sich 30 800 Spinnereiarbeiter im Ausstand, wodurch 22 japanilche Handelsniederlassungen in Mttleidenscha t gezogen worden sind. VettefvornuHsf-ae. Rachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, morgens Rebel, tagsüber heiter bis wolkig, trocken. Das Rordseetief hat sich aufgefüllt. Von Mittelskandinavien bis zu den Pyrenäen erstreckt sich heute morgen ein langgestreckter schmaler Hochdruckrücken, während zwischen Island und Irland sich eine neue Tiefdruckstörung zeigt. Zunächst ist bei zeitweise heiterem Himmel Anhalten der trockenen ruhigen Witterung zu erwarten. Die Rachttemperaturen werden nahe Rull, jedoch nicht viel darunter liegen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Februar 1925. (5'ittsvännrr. Man kennt sie, diese Raturen, die am liebsten mit sich allein sind und ihr Einsamkeitsbedürfnis so weit treiben, daß der bedächtige Bürger den Kopf schüttelt. Manche bemühen sich, etwas für den Mann zu tun, der' ein Einsiedler geworden ist. Aber was? Wenn man ihn einladet, findet er einen Grund, sich zu entschuldigen: wenn man mit ihm gemeinsam ein Stück Weges gehen will, ist er so einsilbig, daß es wirllich keinen Spaß macht.' seine Gesellschaft zu teilen. Wenn man ihm jemanden vorstellt, kehrt er die ganze Anwirt- lichkeit seines Wesens heraus, um dem andern auf den .ersten Blick zu zeigen, daß er ein Einspänner ist. „Diese armen Einsamen", denkt die liebe Hausfrau, deren ganzes Glück es ist, eine Schar von Kindern um sich zu haben und für sie zu sorgen. Tiefes Mitgefühl steigt aus ihrem Herzen auf; sie möchte auch hier so gern bemuttern, wenn sie nur bemuttern dürfte, aber alle Versuche werden zurückgewiesen. Die Einspänner sind, wie es scheint, unbelehrbar. Solange der Einspänner jung ist, geht es. Da bildet er immer wie dec., das Angriffsobjekt von töchterreichen Müttern, die so gern entschuldigen, wo nur irgend ent- schuldigt werden kann. Gewiß, seine Rockärmel zeigen gelegentlich ausgefranste Stellen, und bei Kragen ist oft nicht immer gerade sauber, er könnte auch öfter einmal feine Hose auf bügeln lassen, und es würde nichts schaden, wenn er sein Haar mehr pflegte und sich öfter rasierte; aber das sind alles Fehler, die sich leicht beseitigen lassen, eben durch die liebevolle Hand, die man ihm zugedacht hat. Ob der Einspänner von all diesen Mühen wirklich nichts merkt, oder ob seine g mze Klugheit darin besteht, daß er sich nicht merken läßt, daß er etwas merkt? Einsam zieht er seines Weges, beschäftigt mit sich, versunken in seine Arbeit oder in seine Liebhaberei; einer der nicht gerade viel dazu beitragt, daß die menschliche Gesellschaft sich miteinander gut unterhält, aber doch .einer der getragen werden kann, weil et noch lange nicht der Schlechteste ist. And mag er ruhig seine Pfade ziehen, wir wollen nicht einmal lächeln über ihn. Er hat das Recht, sein Leben zu leben, wie er will. Wer weiß denn, ob er nicht wirllich glücklich ist in seiner Act! •• Das Preisgericht für das Festhalle-Projekt. In der gestrigen Sitzung des Dau-Ausschusses für die Fest halle wurde das Preisgericht für die einzureichenden Entwürfe wie folgt gebildet: Bürgermeister Ären- dien, Stadtbaudirektor Braubach, Regie- rungdbaurat Kuhlmann, Gewerbeschulrat Du n nings , Stadtv. W i n n und Prof, von Löhr- Frankfurt a. M. Zur Auszeichnung der Entwürfe sind Preise von 1200, 800 und 500 Mark vorgesehen, außerdem noch 500 Mark für den weiteren Ankauf von Entwürfen. Zu dem Wettbewerb werden nur Gießener Architekten zugelassen. " Karnevalstreiben auf der Straße i st verboten! Das Polizeiamt weist erneut darauf hin, daß nach einer Der Ordnung des Hessischen Ministeriums deS Innern jede Maskerade und jedes karnevalistische Treiben (dazu gehört auch daS Wersen von Konfetti und Luftschlangen) auf der Straße verboten ist. Dagegen unterliegen alle larnevalistischen Veranstaltungen, die in Lokalen abgehalten werden, nur den Beschränkungen, die für öffentliche Lustbarkeiten überhaupt gelten. Diesbezügliche Gesuche sind schriftlich bei dem Pollze'amt einzureichen. *’ Sine öffentliche Sitzung deS Kreisausschusses findet morgen, Samstag, vormittags 8’•> Ahr beginnend, im Schungsfaale des Regierungsgebäudes babier statt. Aus der Tagesordnung stehen: 1. Gesuch des Städtischen Elektrizitätswerks Gießen um Erlaubnis zur Errichtung eines Wasserkraftwerks an der Lahn, 2. Reneau des Heinr. Schmidt XI. zu Lich; hier: Beschwerde des P. Hch. Zimmer zu Lich wegen Anlage eine- Sägewerks mU Gatterbetrieb. *' Am denWohnwagen plahander Lahn. Gegen das Urteil deS ProvinzialauS- schuffes vom 29. Rovbr. 1924, durch welches die Klage des Lorenz Krätzner in Gießen gegen den die Räumung des Platzes an der L ihn an« ordnenden Polizeibefehl als unbegründet zurückgewiesen wurde, ist durch den Vertreter deS Klägers Berufung verfolgt worden. Run- mehr wird sich der Derwaltungsgerichtshof in Darmstadt mit der Sache zu beschäftigen Haden. *• Ei n Revisionsverfahren. In der Sacke „Festsetzung der Gemeindebeamtenbesoldung in Ober-Seibertenrod" ist gegen Öa8 Urteil des Provinzialausschufses vom 13 Dezember 1924, durch welches die Berufung der Gemeindebeamten gegen das die Besoldung reaelnde Arteil des Kreisausschusses des Kreises Schotten als unbegründet abgewiesen Worten war, Revi- s i o n beim Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt eingelegt worden. ** Keine Anmeldepflicht fÜ r sportliche Veranstaltungen. _ Das Oberste Landgericht in München f)at kürzlich eine für Sportkreise wichtige Entscheidung gefällt. Der Vorsitzende des Südbayerischen Landesverbandes für Leichtathletik hatte eine leichtathletische Ver» anstallung in München nicht polizeilich angemerct und war dafür angezeigt worden. Das Landgericht München sprach ihn frei und legte die Kosten der Staatskasse auf. Das von der Staatsanwaltschaft a1 gerufene Oberste Landgericht verwarf die Revision und legte die Kosten des Verfahrens abermals auf1 die Staatskasse. " „K r e i d e k r ei s". (Druckfehlerbe» r i ch t i g u n g.) In unserer gestrigen Desorechung der Aufführung muß es bei dem Kapitel Dekorationen im dritten Absatz heißen: „daß eine Farbigkeit herrschte, die das märchenhafte Kunterbunt . . , und im sechsten Absatz: „Paul Schubert war nicht so. Er c •fiyien ein Sklave der Regie, unfrei in nicht passendem Gewände." •• Aniversitäts - Gottesdienst. Am nächsten Sonntag findet in der neuen Aula der Aniversität der letzte Aniversitäts-Gottes- dienst in diesem Winter-Semester st tt, zu dem ie'c-m nn eingeladen ist. Prediger: Priv.ttdrzenl Lic. Dr. Adolph. fpd. Freifahrt für Kirchenglocken. Auf ein an den Reichsverkehrsminister gerichtetes Schreiben hat die Reichsbahngesellschaft mitgeteilt, daß das vorläufig bis zum 31. Dezember 1924 befristete Zugeständnis frachtfreier Deför» Silber v-läng« auSerb entlaß vegung feil. ®a tzcnbutg $arur WJ Pfarrer qiebigei Pertrei vollem nach ? schaff feien iier nicht b Partei« als Fv helfen, ihrer k hie kat? Stellun gar ni Kirche zeigt u- mit Zen geliW tung te Klosters ücber „ Jeiö" M Mi ohne Ael Gesetze v Eine reg dah ein' auch in qtünbun sich nad erwartet Staötlhe SeseM großer ? ein Dud versanm .Die Lu WW gen." - wird u .Ztge tagaven Herren mann wirken. Auffühl die in als ße! eine letz nvrstelli buhhc Lachh Hers". bi'toeift der 11ml bon mehl mg Dorf iagnachm etwa zw serem h ab mb i bif)'i e «lek morgen, -ßaudtve Üb 0 A Fürd sollen A dormitt. meifterei Fuhrleis Drainaq 2kaurer< Mockie! in einzel Die 7 ZMlchn Angebot, verschloss« versehen. Termin eh 3ufdjf( Dießen « He 5.6t Monta'i ,1OrWttngs Wb 3 in 3 - >.o । PAn 50 r u'Jlani °'Ucy). !nö 9Qn[i 1-'9erunq Unte, Zeller; ^I) De I ■ ■■■ II U>-". MRD n^E^m Der neue Superinrendent der Superintendentur Giehen. 2lS Rachfolger deS am 1. 3anuar M. 3s. in den Ruhestand versetzten Siebener Superintendenten D Petersen ist jetzt der Pfarrer Karl Wagner au3 Da.ma stad ;um Super- intendenlcn der Superintendentur Drehen ernannt worden. Superintendent Karl Wagner ist ein geborener Ober Hesse. ®r wurde am 3. September 1870 zu Grebenau, Kreis 2L6reB>, als der älteste Sohn des damals dortig na Pfarrer- Heinrich Wagner geboren. 2 J fein Vater. der n -ch feinem Grebenauer Piairdienst einige 3ahre Pfarrer in Romrod gewesen, nach Wett erleid verfehl woden war. besuchte Karl Wagner das Gymnasium Fridericianum in Laubach, das er Oiiem 1888 mit dem Zeugnis der Reife verlieh. 2Iui die Gymnusialz i. foigtcn die Saudienjahre in Erlangen und Giehen Das FakultätS- etomen legte er im Lam.ner 1991 ab. 2ln die Studienj h.e schloh sich der Bauch drs Freiberger PredigerscminarS an. Die D.f nitorial- prü ung bestund dec Kandiaat im Februar R9i. Am 16. April 1893 trat Karl Wagner in den Dienst der hessi chen Evan^ellsche-i Landeskirche als Piar verw-l ec von Ober-® en i n Dekanat Alsseld ein. Ein Jahr später wurde er Psarr- vecwalter zu G.lnhaar im Dekanat Büdingen. 3n den definitiven Pfarrdienst trat Wagner am 31. Oktober 1893 durch Hebern ahme der Plarrstclle SttingShausen-Hat enrod. Am 6. Äug. 1901 wurde er zum Dekan deS Dekanats Grünberg gewählt und am 19. 3uni 1902 $um ersten Pfarrer in Gr5inberg. Rach jcjriäb l er Tätigkeit in Grünberg nahm Wagner Abschied von Oberhessen und wurde am 16. 3u ti 1912 Pfarrer an der Peters lieche zu Durmstadt-Des- fungen. 3n der h ssischen Landeskirche hat der neue Superintendent lange 3ahce schon eine beb u- tende Rolle gespie t. Er toit l in^jährigeS QH.t- glich der Landessynode und des späteren San- deskiichentageS (von 1902 bis jetzt». Hier war er zul ht der anerkannte Fahrer der Gcuvpe der Rechten. Aber alle Richtungen schätztet die ho e organisatorischen Begabung und die reiche Sach- lenntnU d s MenneS. der bei Einführung der neuen Kirchenverfasfung Mitglied der Landes» kirchenregiecung wurde. Ferner i't W a ec he - vorgetretcn als Vo.sitz nd?r des H:s i ch v ß in- deSoercins für 3nnerc Mis ion, der grcaue unter seiner Leitung einen grohen Au ichwung genommen hat. Sein Wirken galt bisher weiter der Epileptischen-Anstalt und dem He!s. Krüppel- Heim in Rieder-Ramstadt, dem Hess. Hauptverein des Evana. Bundes, dem Diakonissen- haus Elis.rbethensttft. der ErziehungSan'lalt Aumühle, dem Verband evang. Erziehungsvereine in Hessen, der Kinderheilanstalt 2 i aeelhhaus in Bad-Rauheim u. a Dem hessi ch n Pfarr- stand hat Superintendent W^ner viele ersprieh- liche Dienste geleistet in der Wahrung dec Ea- desinteressen und in der Schaffung von mancheickei Einrichtungen (Krankeik^sse uw.) die das Wohl dcS Pfarrstandes förderten. Man kann ohne lleberlr.'lbung f g'u. dah es keine Gelegenheit, kein kirchliches 3 >stitut keine Wohlfahrt eiaiich- tung, kein bedeutsames Gesetz gab. an dem Wagners Mitarbeit ge ehlt hätte. Den Gemeinden denen er biente, war Wagner allezeit ein treuer Pfarrer. Seine AmlSb.äixn: schätzen an ihm seine kollegiale Gesinnung unb den Eiker, mit dem er sich ihrer 3nterefien stets annahm, und die Provinz Obe'helfen wird einen SuM r- intenbenten an der Spitze haben, der wir liich ihre Art kennt und Laad und Leute versteht. Es ist zu hoffen, dah der neue Superintendent wie es auch die Ktrchenverfassung voriieht, in Giehen f men Amtssitz haben wird. Auch der Stadt Giehen i't Suverint.n'ent Wagner kein Fremder. Seine Gattin ist als die 6. fiiefemst. 2. Md. nur 50 Pfg. Kinderzeitung „Der kleine Coco" grafisl Neu er-chicnen: „Fips Lachzeitung für liebe kleine Kinder*4. Mäusburg 10 1799a 7. 8. 9. 41,84 47,75 52,24 48,28 1,82 3,07 21,43 die den fiicuci.an.. Oer KUche Schaft! Der Hausfrau Glück! Das große Buiicr-MelslersiUclc I älteste Tochter des verstorbenen UntversitätS- buchhändlerS Wilhelm Ferber ean Diehener Kind. Die evangelische Beoölkeruna Oberhef^ens bearüht cs. dah ein Mann aus ihrer Mitte die Geltung der Suberiirtenbcntur Giehen üb morn- men hat. Sic bringt dem neuen Ooerhirten ihr Vertrauen cn'g gen und wünscht ihm für sein neu cd Amt GotteS reichen Segen! dlrbeitdVerqcbuitq- FürdieFelddereinigungKlein-Linden sollen Mittwoch, den 25. Februar 1925, vormittags 9 Vfor, auf der Bürgermeisterei Klein-Linden SuhrleiRungen veranschl. zu 100.80 Mk. Drainagear eiten . „ 817,63 „ Maurerarbeiten . . 75.00 „ Pflocklieferung „ „ 6.00 e in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen aus Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aut chr ft versehen, posttrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. ZuschlagSfrist 2 Wochen. Giehen, den 17. Februar 1925. Hessisches Äullu bauamt. 17810 H. Steinbach. Reg -Baurat. Buntes Allerlei. Aus der Urye^ch chle des Kreuzworträtsels. Die Leidenschaft für Kreuzworträtsel, jetzt die Menschheit befallen hat, veranlaht Herausgeber eine- amerikanischen Kreuzwortlexikons, sich mit der „Urgeschichte" dieser Rätselform zu beschäftigen. Er nennt als die Ahnen des Kreuzworträtsel- die Rätselspiele, die bei Chinesen und 3 n ß e r n schon um das 3ahr 1 0 00 v Ehr. üblich waren und bei denen ebenfalls Worte in Kreuzform angeordnet wurden. Die Bewohner Rordamerikas kannten vor der Entdeckung durch Kolumbus ein Rät elspiel, daS mit Getreidekbrnern ausgesührt wurde, und bei dem die Körner in Kreuzform gelegt waren. Cs Leicht au bedienende, iviiltefdjonenbe Waschmaschine ta icivcilc sh verleibe». 1777c ObertzessischeS KorbwarenhauS. Holzsttbiuission. •Dienstag, den 24. Februar 1925, nachmittags 2‘ , Uhr, l-ommcn ans dem (Bemeinbcroalb Obenhau|en folgende Holzsortimente zum ‘Perkauf Shaw lernt Tango Shaw, der soeben von einem Ferienaufenthalt auf Madeira zurückgekehrt ist, erklärt sich von seinem Aufenthalt für sehr befriedigt und ist stolz darauf, den Tango gelernt zu haben. Er hat eifrig Unterricht bei einem bekannten Tanzlehrer genommen. Aber auch sonst war er nicht mühig. Er bat während der Ferien mehr geschrieben, als jemals sonst auf einer seiner Reifen, und ein Stück vollendet, daS demnächst erscheinen wird. Holzversteigerung. Montag, den 2. März 1925, 9 Uhr normihags bcgmnenb, werhen im Martz- roalb zu Bellersheim ve steigert: Bau- un^ Nutzholz: Stä-me. 1 Eiche 3 fii , 10 Eichen 4. fil, 32 Eichen 5. kl-, 153 Eichen 6. AL, 1 Buche 4. fit, 1 Linde fil., 2 Lärchen 4 fil., 15 Lärchen 5 fil, 2 fi-efem 5 fil, 1 Fichte 3. fil.. 2 Fichten -fil. 90 Fichien 5b-fil Derbhangen: E'^kn, 2 Lärchen, 303 Fichten 3-iiammenhunft im Oberhol; (Stein- biuch). Die Bersteigerungsbeb'.ngungen sind günstig unb werbe" vor ber Der- fteigerung behimtgegeben ober sind bei ?: - llnterzeichnete^i zu erfahren. Bellersheim, den 19. Februar 1925. J7MGI) Der Martzmeifter. Hahn. 2' Uhr, bei ber unterzeichneten ‘Bürger- meifterci emzureichen, woselbst in D me en- beit ber e schienenen ‘Bieter bie röffnung erfolgt. Angebote mit 3ufammenge30ge1.cn Sortimenten ober mit Der merk versehen, haben keine Gültigkeit. Die ‘Berkau s- behi igungen werben vor ber Eröffnung bekanntgegeben unb können auch an bem- f. Iben Tage vorher eingesehen werden. Für bie Bezahlung werben günstige Iah- lungsbebingungen gewährt. Odenhaufen, ben 19 Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Obenhau en. Nachtigall. 1813D 1. Fichtenst 2. fil. 4 St*, mit 9.08 Fstm. 2. Rundfunk-Programm deS frankfurter TcnderS. (Aus ber ^Radio-Umschau''.^ Samstag, 21. Februar: 11.55 UÖr: Zeitangabe. 12 Uhr. Rachrichten- dienst. 1 Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bis 6 Uhr: L6hai>Rachmittag de» HauSorchesters unter Mitwirkung von Frau Lisa Rado vom Reuen Operettentheater. 6 Hbr: WirtschastSmel- düngen. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde lAn die Fugend): AuS dem Roman „Die Schatzinsel" von R. L. Stevenson. 6.30 Ubr: Der Briefkasten. 7 biS 7.30 älhr. Vortragszyklus ber Handelskammer. 1. Vortrag: Prof. Tr umpler, gefchäftsführen- der Syndikus, „Forderungen der Wirtschaft zur zukünftigen Steuerpolitik". 7.30: Fun: Hochschule, Vortrag von Pros. Dr. Raumann „Das Spül von der Päpstin Johanna". 8—8.30 Uhr: Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Dr. Leser: „Rasse, Volk und Kultur". 8.30 älhr: Sinfonie-Konzert. 1. Ouvertüre zur Oper „Anakreon" (L. Cherubini). 2. Sinfonie Rr. 2 in O-Dur (L. v. Beethoven). Musikalische Leitung Dr. Ludwig Rottenberg, Erster Kapellmeister deS Frankfurter Opernhauses. Orchester auS Mitgliedern deS Frankfurter Opernorchesters Antchliehenb Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 1 Ur da« Fest- gestriaen eidung e 8eft(wne wurde nzureichenden 8m- rgctmcifier Ären« raubach. Aegir- - ©ctccrbef^ulrat in und Pros, von c Auszeichnung der 1200, 800 und 500 noch 500 Marl für ntwürsen. Zu dm ichener Architekten Altes Blei 'Blelröbrem tauft Brühljche Druckerei " I) SchulNr. 7 J. F" i 150 cm breit, in den Preislagen M. 1,10,1,30,1,50 u. 1,80 FrQH7 ATTA L. LCl! I I I 11 ö wieder eingetroffen । । Ql I L LJU LIU rrornotizeu. — TageSkalenber für Freitag. Stadttheater, 7*/t Uhr: „Der TeufelSschüler". — Gesellschaft der Giestencr Kunstfreunde. 3'/, älhr. großer Hörfaal der Universität: Vortrag. — Verein Rudersport, S1/, Uhr. DootShauS: Monats- versammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Die Liebe ist der Frauen Macht". — Astoria- Lichtspiele: .Die 3agb um die Welt in 18 Tagen." — Palast-Lichtfpiele: „Muttertränen". — 2 uS dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: 3n der Aufführung deS .ZigeunerbaronS" am kommenden Sonn- tagaoeaad werden nach neuerlicher Bestätigung die Herren v. Schreck, Roller und Dauer- mann von der Frankfurter Oper bestimmt mit- wirken. GS sei deshalb nochmals auf diese letzte Aufführung der beliebten Operette hingewiesen. die in der hiesigen Besetzung und Aufmachung alS Sehenswürdigkeit gelten darf. — Ebenfalls eine letzte Aufführung bedeutet die Rachm ttagS- Vorstellung deS Kindermärchens .Schnühel- b utz häufel" oder .Die Abenteuer deS LachhanneS und deS Muckenfchnap- PerS". Wie sehr das Märchen gefallen hat. ''.'weist die Refordzahl feiner Ausführungen und der Umstand, daß es für nächstes 3ahr bereits von mehreren atiswärtiqen Bühnen zur Aufführung vnrg-f'hen ist. Diese Vorstellung des Sonntagnachmittags begiamt um 3*/t Uhr und spielt etwa zwei Stunden. — D i e Lukasgemeinde lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem Familien' ab'nd am Sonntag ein. L'hrer Fritzel wird dnb't eineia Vorfrag halfen über „Kirche und VollSleben in Ob'rhesfen". — Der Cvang. Arbeiterverein hält morgen, Samstag, abend im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. (Siebe Anzeige.) ist wahrschetnttch. daß bte 3n6ianer diese- Rätscl- spiel aus Asien empfingen, wie ja überhaupt rätselvolle Beziehungen zwischen der asiatischen unb vorgeschiwtsichen amerikanischen Kullur befielen. „Das moderne Kreuzworträtsel", schreibt dieser Forscher, „steht auch in enger Verbindung mit dem Schachspiel und ist vielleicht eine frühere Form dieses Spiele-. Sodann hängt eS zusammen mit uralten Zauberformen, besonder- mit bem ..Magischen Quadrat". Die magischen Quadrate spielen in dem Aberglauben de.' Mittelalter- eine große Rolle: sie waren den 3ndern und Thineien schon vor dem Beginn der christlichen Zeitrechnung bekannt, und so häng', unser Kreuzworträtsel mit ä lieft en Formen des OkkuliiSmuS zusammen. Bienenfleiß. Der Fleiß der Bienen dient oft, unb mit Recht, alS Vorbild DaS diese« Neine Tier an Arbeit leistet, erkennen wir erst dann mit Erstaunen wenn wir diefe Arbeit summieren. Die Biene bcfuchk an einem Dag etwa 60 Blumen unb dringt ein fünfzehntel Gramm Honig beim. Sie sammelt allo in 15 Tagen ein Gramm und in einem 3ahr 23 Gramm Honig. Um ein Pfund zu sammeln, mußte sie 20 3ab re leben und um einen Zentner heim^ubringen 2000 3ahre. Anders ausgedrückt: 2000 Bienen sammeln In einem 3ohr einen FenMer. dieselbe Menge wird von 24 000 Bienen in einem Monat gesammelt. Run besteht ein Bienenvolk gewöhnlich ans 20 000 biS 50 000 Arbeiterinnen, wovon die Häl'te aus- fliegt, während die andere Hälfte häu-siche Dienste verrichtet. Rimmt man ein mittelgroße- Bienenvolk zu 35 000 Dienen an, fo geben davon rund 17 000 auf die Honigfuche und liefern in einem Monat 35 Kilogramm Honig, alfo mehr als ein Kilogramm täglich. — Kein Wunder, daß über diese- kleine, interessante Tierchen in Deutschland allein schon 6000 Bücher geschrieben Wurden. $ tut. Rm * hniw taan 2 ist n e 8°nze ' uin M ?* '-Ti«* •n unö’ sa! r^r h'tt sb n "en, bdp br. fr .utoelehrb^ U n wj! *• "“fei?? hfi. « ^oen, wenn u Z Kr rafitne; 1 ■ M 'eich, be- luUboU« §arü)> S diesen Man 2 °lnen fann, weil tt ? iß, Ank> mag n toown nicht ein- 1 Rech,, fein E M denn, ■n semn Art! Bekanntmachung Der Installation-meister Karl Schäfer, Giehen, Reuenweg 42, ist zur Ausführung von EntwäsferungsanlaZen gemä^ tz 16 der Polizeiverordnung die Ent- toäflerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Pro- vinzialhauplstadt Diesten betreffend vom 1. August 19J4, zuqelaffen worden Giehen, den 14. Februar 1925. Der Oberbürgermeister _________3. V.: Krenzien. 1775R Ärbeitsvergebiing. Die Ausführung von Kanalarbeiten in der Siedlung Rambach und in der Thielemann-Schnabelr-Sirahe zuAlSfeld soll in einem LoS letwa 1050 cbm fianal- gräben und daS Verlegen von Zement- und Steinzeugrohren von 15,20 u. 30 cm I W) vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde offen. Angebote, auf dem von uns und von demStadtbauamt Alsfeld für l,50Mk. erhäl:lichen AngebotSvor^rucken sind ver- schloffen und postfrei zum EröffnungS- termin Dienstag, den 24. d. M., vormittags 10s älhr, auf unserem Bureau. Frankfurter Straffe 29, einzureichen Zu- schlagsfrist 3 Wochen, freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gieffen. den 16. Februar 1925. Hessisches Kulturbauamt. 1782D _H. Steinbach. Reg -Baurat.__ Bcfnnntmachung. 3n ber Generalversammlung vom 19. Dezember 1924 wurde mit 12 gegen 2 Stimmen beschlossen, bie Genossenschaft in eine solche mit beschränk'er Hafrpst'cht umzu- w.nbeln. Die Gläubiger werden aufgefor- bert, sich innerhalb eines Jahres zu melden. Wahenborn-Steinberg, 6- Februar 1925 Landwirtschaftlicher Konsumverein e. ®. m. u. H.. Wahenborn-Steinberg. Der Dtrehfor: Der '.llechner: Sommer VII. „WD fiarl Hirz II. 6crwf von SN ah-Kivchengvxren nach Benehmen mit der Reich-vogierung b<6 zum 30. Juni 1925 verlängert worden ist. X Evangelische Volksgemeinschaft. 3m Herbst v. 3. begründet, zu spät, um mit einem Wahlvorschlag in den Kampf treten zu können, entfaltet diese neue politische evangelische Bewegung jetzt durch ganz Hessen eine rege Tätigkeit, was auch die KreiSversammlung im ..Hindenburg" in Giehen am Dierastag bezeugte. Warum muhte die Evangelische Vollsgemcin- fchaft in Hessen begründe! werden?" beantwortete Pfarrer Hamburger -Staden mit dem ausgiebigen Rachweis, bah keine Partei für die Vertretung der evangelischen Belange sich mit vollem Ernst im Parlament cinfetjte. Der Ruf nach einer Reformation der nur noch für wirtschaftliche Interessen eintretenden politischen Parteien fei vergeblich, nachdem die Gelegenheit der Revolution zu ihrem idealen Aufschwung r.idjt benutzt worden sei. Den Fehler der alten Parteien vermeidend, wolle sich die E. V. G. nicht ast' Freund bestimmter Stände vorstellen, sondern b Ifen, daff .jedem fein Recht" werde. Dank ihrer politischen Vertretung im Zentrum könnte die katholisihe Kirche sich einen Einfluh und eine Stellung verschaffen, wie sie ihr zahlenmähig gar nicht zukommen. Dah unsere evangelische Kirche auS chrer passiven Haltung heraus muh, ze:gt u. a. die Besetzung verantwortlicher Stellen m t Zentrumsmännern auch in überwiegend evan- geliff en Bezirken (Schulrat-, Lehrerstellen, Leitung der Medizinalabteilung), der Verkauf deS Kloster- Ilbenstadt an den Benediktinerorden, lieber „Politik und Religion" sprach Pfarrer W e i d n e r-Ober-LaiS. Beide g hören zusammen, da Politik Leben fei und die soziale Frage nicht ohne Religion zu lösen, auch alle entscheidenden Gesetze in ben Parlamenten zustande kommen. Eine rege Aussprache schloff sich an. die zeigte, daff ein besonder- günstiger Boden für die Sache auch in Westfalen und Sachfen ist. Eine Reichs- qrünbung wird noch in diesem Iahr, voraussichtlich nach Ostern in Giehen oder Marburg, erwartet. Amtsgericht. • Dieff en. 17. Febr. Sin Kaufmann von Heuchelheim ist wegen Hausfriedensbruch und Beleidigung angcflagi. Sr soll in die Wohnung eine- Maurer- dahier eingebrungen sein, auf die Aufforderung der Ehefrau desselben sich nicht entfernt und sie durch einen Schlag aus den Kopf beleidigt haben. Diese Beschuldigungen gibt er zu. behauptet aber, die Ehefrau deS Maurers habe ihn durch eine vorauSgeyangene Beleidigung zu seinem Vorgehen aereazi Sr hat deshalb gegen diese auch feincrfeiti Privatklage erhoben. Rach stattgehabter Beweisaufnahme stellt sich heraus, dah wahrscheinlich auf beiden Seiten gefehlt worden ist. Die Parteien vergleichen sich deshalb dahin, dah daS beiderseitige Verhallen bedauert wird, dah jeber Teil die auf feiner Seite erwachsenen Kosten trägt, und dah der Kaufmann auherdem die GerichtSkosten übernimmt. Ein Kaufmann wohnt bei einem Wirt dahier in Miete. Zwischen beiden haben schon wiederholt Streitigkeiten stattgefunden, die schon mehrmals das Gericht beschäftigt haben. Der Wirt soll den Kaufmann wiederum beleidigt und mit dem Besen bedroht haben. Ersterer bestreitet dieS und behauptet, der Kaufmann habe ihn selbst mit Schimpfworten belegt, weshalb er Widerklage erhoben hat. Rach umfangreicher Beweisaufnahme und nach Einnahme eines Augenschein- am Ort der angeblichen Beleidigungen vergleichen sich die Parteien dahin, dah die beleidigenden Aeufferungen. die etwa gefallen fein sollten, gegenseitig mit Bedauena zuruck- genommen werden, und dah der Wirt die gesamten Kosten trägt mit Ausnahme deS Svndcr- honorars des Vertreters deS PrivatklägerS, daS letzterem zur Last fällt Gerichtssaal. • Darmstadt, 19. Februar. Der auS Schl:fien stammende Schlosser Ka>l P r e scher, der in Offenbach und Giehen mehrere Dia- b-.uche verübte, dann als Löffelschlucker von sich reden machte und auS dem Krankeahau- entwichen war. ist vom hies gen DezirkSschöffengericht zu zwei Fahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Seine Berufung an die hiesige Strafkammer hatte den Grfolg, dah die Strafe mit Rücksicht auf PrescherS Fügend (er ist erst 21 Fahre alt) in eine Gesängn i S - strafe von gleicher Dauer umgewandelt wurde. 3. „ 27 4. „ 49 5g- „ 83 5b-„ 193 1 3 28 „ 155 „ „ 69,84 „ 10. fiirschbaumst. 3 fil 1 Stck.m. 0.8 Fslm. 11. Eichenst. 2. „ 2 „ „ 3,51 ,, 12. „ 3. .. 4 „ „ 4,05 . 13. 4. „ 3 „ „ 2,17 „ Die Angebote sinb verschloffen, nach Sortiment unb filaflen getrennt, bis zum D enstag, ben 24. Februar 1825, nachm. ben auf btr 1 Das Posizeiam! nach einer Tkrorb* himä bei 3nnem deS karneva- . tzchöai aui) daS aus der toqeqcn unlerfirgen iftaltungm. die in kn. nur den De- üliche ßuftMdeitm gliche Gesuche sind I ei neureichen. e Sitzung deS t mrgrn, Sam'luq. it>, im SHungss^aie Her statt. Lus der iudj des Stabil- rls Giehen um s IDalferfrdlt» Jeu^u bei Heinr. Deichiverde bei P. gen Anlage eine« en platz an der )eS Pr^nziaitius- ^rch welches die *t in Siesten gegen 4 an der L'hn ?«• unbegrünbel Muck- den Derireler bck 'lat tDorhcn. Tiun* BrngWri»* '* ui jfi gegen das u >lung *S"S$ Ä as x>Lchi rer- 6 SÄ«* aatsk^hserbe' ®rud 1kbr^un9 dem einc , Paul me^'?Privutb-^ reöi9 r cken. Ä- Ästorla-Ucfotsplsle Keltcrmwea? Bi* ein*ch!ießllch Sonntag Die Jagd um die Welt in 18 Tagen Ein sensationelles Abenteuer. 8 Akte. Philen* Fogre, der Urenkel des Originals aus Jules Vernes Roman, hat wiederum .Gelegenheit, seine Fixigkeit rund um die Veit zu beweisen, aber diesmal mit modernen Mitteln — inan freut sich, lacht, zittert, atmet auf staunt — und unterhält sich vorzüglich. Niemand versäume diesen glänzenden Film! Ferner: Harry a8s Doppelgänger tolle Groteske in 2 Akten. Preise: 0.60 bl* 1.40 Mk. Anf.: Wochentag* 4 Sonntag* 3 Uhr. Lichtspielhaus Bahnhofs! raße 181» einschließlich Sonntag: FERN ANDRA in dem Zirkusfilm Oie UM is? der Frauen Macht (Kabale und Liebe im Zirkus» 6 Akte nach einer wahren Begebenheit. Ferner: Schnucki als Chauffeup 2 tolle Akte. Außerdem: Die neueste Wochenschau Eintrittspreise von 0.80—2.(10 31k, Anfang: Wochentag* 4, Sonntage3 Uhr. Palast-Lichtspiele Kirchenplatz Heute bis einschließlich Sonntag: Muttertränen Ein Spiel aus dem Leben. 6 Akte. Hauptrolle: Mary Hhilbin. Ferner: Harry phantasiert Groteske in 2 Akten. Eintrittspreise von 0,70—2.00 Mk. Anfang: Wochentag* 4 Uhr,Sonntage 3Uhr. 1798c Namens aller Hinterbliebenen: Regierungsrat Rudolf Kaul Alma Kaul. Danksagung. Für die uns in diesen schweren Tagen in so reichem Maße bewiesene liebevolle Teilnahme danken wir allen herzlichst Braunschweig, Gießen, den 19. Februar 1925. i7ggD ZWNgMlsleigerW Das im Grundbuche für Gießen dem Kaufmann Rudolf Wagener in Birkelbach bei Erndtebrück zugeschriebene An- Wesen, Lessingstraße 18, Fl. 4Rr.!357"/r»o — 296 qm Hofreite, wird Freitag, den 27. Februar 1925, vormittags 9 älhr im Amtsgerichtsgebäude dahier, Sitzungssaal, Zimmer Nr. 101, zwangsweise versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht angeschlagen. Gießen, den 14. Januar 1925. Hessisches Ortsgericht. I. A.: Leo. 523D iiiimiiillllllllltiMlIllllliiminu BLEYLES KNABEN-ANZUGE SWEATER '"und MMehm Julius 8C8HZ8 Kreuzplatz »liiiiiiisilliiiiiirdiitiilliilliiii111111 Gelegenheitskäufe! 1 Adler 4-Sitzer 7 15 mit elektr. Beleuchtung . . . 2250 - 1 Motorrad 8 PS N. S. U. 1922' 23 mit elektr. Beleuchtung 1280.— 1 Motorrad N. 8. U. 3 P. 8. 2-Fiang......... 500 — 1 ßoge-Motorrad 21/. P.S. 1924, 2-Gang und Kickstarter 490.- 1 filtere Maschine 3'/, P. 8. ohne Gänge 290.- 1 Motorrad DeutscheWerk. 3 P. 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[Verschiedenes c yoHK CUPREX Das unfehlbare Mittel gegen Ungeziefer u dessen ßrut bei Menschen u. Tieren. Käuflich in Apotheken und Drogerien. Nr. 43 Swettez Blatt Der Tschekaprozeß. Leipzig. 9. F^>r. (WTB.) Der Angeklagte Alexander S k 0 b l e w I k y auÄ Rußland wird vernommen, der bekanntlich nach ReumannS Auslage identisch mit Gorew alias Hesinuth, alias General Wolf sein soll. Skoblewsky bestreitet dieS. Don den Angeklagten ferme er niemand außer Huke. Namentlich kenne er Reumann und Poege nicht. Erst am 21. Febr. 1924 sei er über Frankreich und Holland nach Berlin ae- tommen, wo er am 24. Rlärz verhaftet wurde. Rach Frankreich sei er 1916 mit einem Transport russischer Soldaten gekommen. Er habe nach Rußland zurück gewollt und aus Erledigung seines SinreisegesuchS burrf) die russische Botschaft warten müssen. Er sei von einem Freunde Huke empfohlen worden, da er ihm Ausweise für seinen Aufenthalt in Berlin besorgen könnte. Er sei unangemeldet in Berlin gewesen und habe keine Papiere gehabt. Rlit einem falschen Daß sei er nach Berlin gekommen. Skoblewsky bestreitet mit aller Entschiedenheit, an der ganzen Angelegenheit beteiligt gewesen zu sein. Auf die Frage deS Dorsitzenden. ob Skoblewsky in der russischen Revolution führend gewesen sei und ob er der Sieger von Kronstadt sei, antwortete der Angeklagte, davon habe er in der Anllageschrist zum ersten Male gelesen. Auch sämtliche weiteren Angaben Reu- rnannS über seine Tätigkeit als Leiter der Ope- rativadteilung in Resir usw. bestreitet Skoblewsky. SS folgt die Vernehmung deS angeklagten Tischlers P 0 e g e auS Leipzig-Sellerhausen. Zu Beginn der Aussagen gibt Poege die Erklärung ab. daß er seine sämtlichen Aussagen, soweit er sie nicht wiederholen werde. alS unwahr widerrufe. 3m Januar 1919 sei er dem SpartakuSbunde beigetreten. 3m Mai 1919 wollte er in die Ehrhardtbrigade eindringen, um die Leute zu beobachten und aufzullären. DaS geschah ohne Auftrag der Partei auS eigenem Antrieb. Er kam zum Personalamt der Brigade in Wilhelmshaven. AIS Ehrhardt dort in einem Ejerzierschiss eine Rede hielt. In der er sagte, «S sei falsch, mit der Sozialdemokratie abzu- rechnen, fei er. da er allein stand, ausgetreten und zur ReichSmarine gegangen. Er wollte sich aber nicht verpflichten, und ging im Herbst 1920 nach Leipzig zurück. Hier trat er offiziell der K D. D. bei. Wie er erklärt, sei er bereit gewesen, selbst sein Leben für die Partei herzu- aeben. 3m Herbst 1923 sei er dem Genossen Paul Böttcher für Parteiaufgaben empfohlen worden, der mit ihm nach Dresden fuhr. Hier wurde er zunächst mit Brandler. dann mit Kleine bekannt. Kleine unterstellte ihn, Poege. dem Reumann. Reumann beauftragte ihn. nach dem Ruhrgebiet zu fahren. Die Rachricht über Wafsenlager -erwieS fich als falsch. WaS den Plan aegen General Seeckt betrifft, so habe Ms) daS nur für Theater und Hirngespinst ReumannS gehalten. Rach der Ermordung SeecktS wäre die Partei ja noch mehr bedrückt worden. Die einzelnen Gruppenmitglieder farmten sich ia gar nicht. Poege hatte den Eindruck, als ob Reumann die Gruppenmitglieder nur immer beschäftigen wollte, um sagen zu können, es geschehe etwaS. Daß .erledigen" ermorden bedeuten sollte, war ihm llar. Er glaubte aber nicht an bcn Ernst Don einer Terrvrgruppe habe er nichts actmiftt Rur In seiner Ratlosigkeit habe er bei der Vernehmung durch den Kriminakkvm- miisar Koppenhöser Ja“ getagt. Kovpenhöfer habe ihm auch gesagt 3a, bo wackelt der Kopf! (Bewegung ) Die Wallen habe er nur a l S Dekoration ausgesaßt Wenn er zu lügenhaften Aussagen gekommen fei. so schäme er sich deren heute. Er habe aber daS Vertrauen zur Partei verlieren müllen, wenn der Führer nämlich Reumann so viel belastende Angaben gegen die eiaenen Genossen machte. Ter Angeklagte Poege behauptete, er sei zu einem willenlosen Werkzeug der Polizei geworden. Da er gedrängt wurde, selbst aber nichts wußte, habe er seine Auslagen auS der hn DorwärtS-Verlag herausgegebenen Broschüre: .DaS wahre Gesicht der Kommunisten“, die ihm der Oberwachtmeister Link gegeben habe, abgefchrieben. Auch seine Angaben über die Tscheka habe er daraus obacfdiricben, um die Polizei loSiuwerden. D-e Protokolle feien niemals untere rieben worden. Der Zeuge Rechtsanwalt Goldstein bestätigte die Darlegung Sven Hedin 60 Jahre alt. Als Oskar MvnkeliuS, der große schwedische Archäologe, seinen Freund Hedin zum fünfzigsten Geburtstag feiern sollte, sagte er unter anderem. „Wenn man ihn selbst betrachtet, wie er dastyt, so meint man einen jungen Mann vor sich zu sehen, sieht man aber die Reihe seiner Werke und überlegt sich, waS er geleistet hat, so möchte man glauben, daß er zwanzig Iahre älter sein müsse!“ DaS Wort trifft den Kern, wer ihn noch vor kurzer Zeit in der Berliner geographischen Gesellschaft sprechen hörte, hatte den Eindruck eines Fünfttndvierzigers. Run, er ist am 19. Februar 1365 zu Stockholm geboren, darüber kann kein Zweifel sein. Grade zur richtigen Zeit erscheint seine Lebensbeschreibung auS der Feder seiner Schwester Alma Hedin, (F.A. Brockhaus. Leipzig), ein stattlicher Band, der uns das Werden und Wirken dieses genialen und auftechten Mannes, der durch deutsche Schule in Berlin und Halle ging, anschaulich vor Augen führt. Und vor allem sehen wir, wie sich allmählich sein Lebenswerk aufbaut, die Erforschung des weihen Flecks in Jnnerafien, die Entdeckung des Tra n s h i mala j c , die Aufllärung des rätselhaften LandrS Tibet. So ist das Buch: „Mein Bruaer Sven“ wert, etn Dollsbuch zu werden, nicht zum wenigsten auch in die Hände der Jugend zu kommen, damit sie das dabei erlebe und verstehen lerne, was in unseren nüchternen Tagen so selten geworden ist, rückhaltlose Hingabe an die große 3bee und eisernen unbeugsamen Fleiß. Schon, wenn Hedin nur die zahlreichen Reifewerke verfaßt hätte, wäre Freitag. 2 *. Fedruar 1925 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) K. Dieser habe aber nichts davon «sagt, n die AuS! agen durch Versprechungen der Polizei abgepreßt worden seien. Hierauf erllärte Pöge bem Vorsitzenden, der ihm seine früheren Auslagen vorhielt, er hätte fich den Befehlen Reumanns nicht widersetzen können, da er dann nach dem Wortlaut der Derpsltchtung hätte befürchten müllen, von Reumann über den Hausen geschossen zu werden. Gr habe den ganzen Plan der Ermordung SeecktS nicht ernst genommen. Reumann allerdings habe sich immer den Anschein gegeben, alS ob es ihm bitter ernst fei. Lange-hegermanns Immunität. Die verschiedenen Dorstöße auS dem Zentrum heraus, den Abg. Lange-Hegernrann a u r MandatSniederlegu ng zu ve: anlassen, sind erfolglos geblieben, er zog es lieber vor, auS der Fraktion auszuscheiden, fein Mandat aber zu behalten, um vor dem Zugriff deS Staatsanwalts gesichert zu sein. Das von ihm eingeschlagene Derfahren muhte naturgemäß zu einem Antrag der Gerichtsbehörden beim Reichstagspräsidenten auf Aufhebung der 3mmunttät Lange-HeyermannS führen, so daß der Reichstag sich vielleicht schon in den nächsten Sitzungen mit dieser wenig erquicklichen Angelegenheit au befassen haben wird. ES müssen stark belastende Momente zutage getreten sein, denn sonst würde die StaatSanwaltschast nicht bis zum Reichstag selbst gehen, auch Lange-Hegermann würde sich nicht wie ein Derzweiselter an sein Mandat klammem. daS ihn vor den 3ustizbehörden schützt. Ob der Reichstag der Aufhebung der 3mmuni- tät zu stimm en wird, hängt ganz davon ab. welche Begründung die Staatsanwaltschaft ihrem Antrag anfügen wird. Soviel kann aber wohl schon jetzt gesagt werden, daß die Parteien des Reichstags schon aus Gründen der Reinlichkeit und vor allem auch daS Zentrum. das durch daS Derhallen Lange-Hegermanns noch um ein Mandat betrogen wurde. Dem Aushebungsantrag zustimmen wird. Dieser Dorsall wird aber der schon jetzt in weiten Kreisen der Reichstagsabgeordneten vertretenen Ansicht, daß durch gesetzliche Maßnahmen ähnlichen Vorkommnissen vorgebeugt werden müsse, weitere Anhänger zuführen, mindestens aber doch die einzelnen Fraktionen veranlassen, sich etwas einaehender als bisher mit der außerparlamentarischen Betätigung ihrer Mitglieder zu beschäftigen. Auch Oesterreich! Man munkelte schon seit langem in Wien bcn dem bevorstehenden „österreichischen Darmat-Skandal“. Run ist auch er auSge- brochen, seine Hauptfigur ist der durch die Wöllerdorfer Werke in der letzten Zeit stark in den Vordergrund getre enen Leon Sklarz, der ja auch in Deutschland nicht ganz unbekannt ist. Die Wiener Zeitung „Der Abend“, die anscheinend über etn sehr gutes Material gegen Sllarz verfügt, beschäftigte sich In den letzten Monaten unausgesetzt mit Herrn Sklarz und dem Präsidenten der Wöllerdorfer Werke, P i 11 n e r, und erging sich dabei in schwersten Beleidigungen mit dem Erfolg, daß die genannten Personen endlich eine BeleidigungSkla ge anftreng- tcn. Als aber am Montag die Hauptverhandlung vor sich gehen sollte, zogen die Kläger knapp vor Beginn der Verhandlung ihre Klage bedtngun gSlos zurück. Dieser Vorgang hat natürlich das allergrößte Aufsehen In Wien hervorgerufen um so mehr, als die Bundesregierung trotz des Verfahrens einen neuen Ve rtrag mit Sklarz unterschrieben hatte, in der Annahme, er werde sich von den kriminellen Anwürfen befreien können Herr Sllarz hat eS vorgezogen, seine Klage z u» rückzuziehen, wird aber damit die erregten Gemüter nicht beruhigen können, da er durch diese Handlung doch bewiesen hat, daß er irgend etwas zu verschweigen und zu vertuschen hat. Sehr interessant wird eS auch seine Arbeitskraft bewundernswert. Dabei vergißt man aber immer, daß er daneben die rein wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Forschungen in mehreren zum Tell vielbändigen Werken niedergelegt hat. 2lllein die Abfassung deS zwölfbandigen wissenschaftlichen Berichtes über die Tibetreisen „Southern Tibet“, an dem er viele Jahre gearbeitet hat, bedeutet eine Aufgabe, die oas Leben eines Gelehrten ganz ausfüllen könnte. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Der Dorfitzende der Gesellschaft, Professor Dr. Klute, begrüßte Mitglieder und Gäste zum 4. Dortragsabend und teilte mit, daß die Gesellschaft den schwedischen Forscher Sven Hedin anläßlich seines 63. Geburtstages am 19. Februar zum Ehrenmitglied vorgeschlagen Habel Sven Hedin hat die Ehrenmilgliedfchaft angenommen und in einem Brief an den Dor- sitzenden folgendermaßen gedankt: Stockholm, den 13. Februar 1925. Hochverehrter Herr Professor! 3ch danke 3hncn herzlichst für einen sehr lieben CBr.cf und für die große Auszeichnung, die mir die Gesellschaft sür Erd- und Döllerkunde in Gießen verliehen hat. 3ch freue mich sehr daraus. Die Stunden, die ich mit Herrn Geheimrat Prof. Dr. Sievers damals verlebt habe, sind frisch und lebhaft in meiner Erinnerung geblieben. Mit vielen herzlichen Glühen an Die Mitglieder der D silllcha t. de mich so feierlich und liebenswürdig geehrt haben, und mit vorzüglicher Hochachtung 3hr dankbar ergebener Sven Hedin." darauf sprach der Redner deS Abends. Herr Dr. Paul Rohrbach über das Thema: Die Zerstörung der russischen Wirtschaftsgrundlagen durch den Bolschewismus und ihre Folgen. Der Dorfür uns Reichsdeutsche sein, welche Entwickelung diese Affäre nehmen und wann sich die Gerichtsbehörden mit Herrn Sllarz beschäftigen werden, der ja auch zu Barmat gewisse noch näher zu untersuchende Beziehungen gehabt haben soll. \ Liman v. Sanders 70 Jahre. Am 18. Februar beging der General der Kavallerie und osmanische Marschall Liman v. Sanders Pascha seinen 70. Geburtstag. Der General gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten des alten Heeres. Rach einer glänzenden militärischen Laufbahn, oic ihn an der Spitze der 22. Division in Kaffe 1 führte, übernahm er auf Wunsch deS Kaisers 1913 die Führung der deutschen QHUitäcmif- sion in Konstantinopel. Der Sultan übertrug ihm die Führung deS I. Türkischen Armeekorps zur lebhaften Unzufriedenh- it der Entente, die das Wachsen des deutschen militärischen Einflusses am Bosporus im Hinblick auf die bevorstehenden Auseinandersetzungen mit Mißtrauen beobachtete. CS kam bald zu diplomatischen Konflikten, die durch die Beförderung General LimanS zum Marschall und Generalinspekteur deS türkischen HeereS beigelegt wurden, während der englische Admiral in Konstantinopel den Oberbefehl über die türkische Flotte behielt. Während des Krieges übertrug der 4x11- tan General Liman die Führung der 5. türkischen Armee auf Galipoli. Unter feiner Leitung also wurden die Angriffe der Alliierten auf die Dardanellen siegreich abgewiesen. DaS Verdienst, daS der General sich um die gesamte Kriegsführung allein dadurch erworben hat, sollte nicht -unterschätzt werden. Rach Abschluß deS Waffenstillstandes wurde General Liman auf der Rückreise auf frcm;ö- sischen Wunsch ge fa ngengesetzt. Der General Franchet d'ESpbrey beschuld.gte ihn der Anstiftung von Metzeleien in Armenien und der Griechenaustreibung aus Konstantinopel. Diese Anklagen standen auf der gleichen Höhe, wie die Üblichen Beschuldigungen gegen die andern deutschen „Kriegsverbrecher“. Auf englisches Eingreifen hin wurde General Liman bald f r e i g e l a s s e n. Er hatte die Zeit der Internierung auf Malta benutzt, um seine Erinnerungen unter dem Titel „Fünf Iahte Türkei" zu verfassen. Auch als Redner und Tagesschriftsteller hat sich Exzellenz ßiman nach dem Kriege eifrig betätigt. Aus der Provinz. Landkreis (vfricfccn. t Allendorf a. b. Lda., 19. Febr. Zu unserem Bericht über den Unterhaltungsabend unseres Männergesangvereins ist noch nachzutragen, daß sehr zum Gelingen deS Abends Frl. L i s e l Berg aus Gießen beitrug. Sie brachte mit ihrer geschulten Sopranstimme einige Lieder zum Dortrag. die sehr viel Beifall fanden. — Am 17. Mai begeht unser Männer- gcsangverein sein 20jähriges Stiftungsfest. verbunden mit einem Wertunas- singen. Die Dorarbeiten dazu sind schon eifrig im Gange. Da wir üoer einen schönen - Festplay verfügen, darf mit dem Erscheinen vieler auswärtiger Dercine gerechnet we den. — Rachdem von 1912—1923 die Bautätigkeit in unserem Städtchen vollständig ruhte, begann sie im Dorjahre endlich w-eder aufzuleben. Es erstanden 4 Reubauten. Dem Dernehmen nach sollen im kommenden F ühjahr noch einige Wohnhäuser errichtet werden. • Climbach, 19. Febr. Der Raiffeisen- Derein Climbach veranstaltete am ScnnS- tag im festlich geschmückten Saale des Gastwirts IohanncS Römer seinen ersten F a m i I i en - abend. Der Verein, im 3uni 1923 mit 16 Mitgliedern gegründet, zählt heute 30 Mitglieder. Sie alle waren mit Familie und sonstigen Angehörigen vollzählig ersch enen, so daß der Saal mit etwa 120 Personen beseht war. Rach einem tragende wendet sich zuerst der Entstehung des russischen Reiches zu, das im Laufe der letzten 3 Jahrhunderte aus der 'Bereinigung verschiedener Dol -stamme und Länder entstanden ist. Zu diesem gewaltigen Ländeckompler bildeten unter der Zahl der Bewohner die Russen mit 42 Prozent nur eine Minderheit. Daneben waren die ilfrainer mit 40 M llionen einve.l äht. ferner Weißrussen, Polen. Finnen. Tartaren und Kaukasier und viele andere. Die heute selbständigen Staaten am Westrande des Reiches sind eben» salls stamm- und sprachverschieden. Sie haben die russische Sprache im Unterricht abgeschasst oder als freiwilliges Fach zugelassen, während die deutsche Sprache meist obligatvr sch als ilntec- richtssach ist. Auch sind die abgetrennten Häsen, Riga an der Ostsee und Odessa am Schwarzen Meer, kerne wirtschaft-- und veckehrsAevg aphisch wesentliche Ein- und Ausgangstvre für Rußland, sondern nur für ein kleineres Hinterland, während Petersburg im Rorden und Rostow im Süden die große diagonale DerkehrSlinie Rußlands an leiden Enden begrenzen und öffnen. Rußland ist somit keine pvlftische. historische, verkehrsgeographische Einheit, noch eine völkische, sprachliche oder wirtschaflliche. Den natürlichen Reichtum Rußlands beleuchtet Rohrbach im folgenden. Während wir in Rord-Dcutschland den gleichen Dlazialboden besitzen wie das nördliche Rußland, so ist doch ein grundlegender Unterschied in der Bewirtschaftung und im Ertrag. Der norddeutsche Boden trägt ein Mehrfaches im Vergleich zum russischen, dank der intensiven Bearbeitung und Düngung, besonder- der künstlichen Düngung. 3n Rußland dagegen sind die Getreideemker, nördlich der Wolga gering. Außerordentlich viel besser ist der Schwarzerdeboden der Ufraine. Aber auch hier lallen die Ernten sehr nach, nicht allein wegen der durch Mangel an Reg'n bedingten Mißernte, sondern wegen der mangel- haften Bodenbestellung. Der Mißernte folgte eine Hungersnot, der nach dem Bericht von Fridtjof Ransen. dem Dorsitzenden des Hilfsflotten Marsch entbot der Vereinsvorsteher Albert Haupt der Dersammlung herzlichen Will- kommsgruh. insbesondere begrüßte er als Gäste die Herren vom Raiffeisen-Lagerhaus m Gießen. Er wies ferner auf die Ziele der Raiffeisen» Vereine und die Pflichten der Mitglieder bin und forderte die Anwesenden auf. allenthalben für die Ralfs eisensache einzutreten. Hieraus gelangte das Festspiel »Raiffeisen, hilf“ In drei Akten (Verfasser Pfarrer Ernst 26her) zur Ausführung, welches mit Schneid ausgesührt wurde und großen Beifall erntete. Run vereinigte mC sich bei gutem Raisfetsenkallee und Kuchen. au< Raisseisenmchl gebacken, wobei Deklamationen, Musikstücke und gemeinsame Raifseisenlieder abwechselnd zur weiteren Unterhaltung beitrugen Den Kindern wurde durch Beschenkung mit Brezeln eine besondere Freude zuteil. Lager- Hausverwalter Gath sprach bann über Raiffeisens Arbeit und Zwecke und Ziele des ländlichen Genossenschaftswesen-: auch berührte er das Geld- und Warengeschäft. Seinen Ausführungen folgte man mit großem Interelle 3m Schlußwort sprach der Dorsitzende die Hoffnung aus. daß dieser erste Familienabend zur Weiterverbreitung. Stärkung und Vertiefung der Ralfs- eisenbewegung b'irrigen möge Wit einem Hoch auf unsere liebe Heimat, in daS allseits begeistert eingestimmt wurde, schloß die eindrucksvolle Feier. • Göbelnrod. 19. Febr. Bei der gestrigen Holzsubmission ergaben sich folgende Höchstgebote: Lärchen 2. Kl. 32.50 Mk.. 3. KI 28,20 Mk.. 4. Kl. 28 Mk. Kiefern 3. Kl. 28 Mk. 4. Kl. 27 Mk.. 5. Kl. 21.10 Mk je Fstm Höchst- blctcnbc waren Beigeordneter 21 f f und Zimmer- meister Müller auS Queckborn. Bei der Drennholzversteigerung. zu der nur OrtSrinwohner zugelassen waren, wurden bezahlt: Tannenrundscheiter 10 Mk. Tannen knüppel 8Mk Tannenstöcke 5 Mk. je 2 Rm. V Wahenbor n-S teinberg, 18. Febr. Rach jahrelanger, durch die Zeitverhältnisse bedingter Unterbrechung sammelten sich jetzt zum ersten Male wieder die Mitglieder unseres KriegervereinS zu einem gemüisichen Beisammensein mit ihren Familienangehörigen im Saale deS Gasthauses „3ur Krone" in Steinberg. Der Saal war voll besetzt. Flotte Musik- vorlräge der von Steuersekretär H e ß In diesem Winter zusammengestellten Kapelle jugendlicher Kräfte eröffneten den Abend. Mit herzlichen Worten begrüßte der Vorsitzende 3ohannes Schäfer XI. die zahlreiche Versammlung. Studienrat Schmidt auS Gießen zeigte in warmen Worten die hohen Ausgaben, die unsere Krieger- txrciire in den jetzigen Zeitverhäldnissen mit in erster Linie zu lösen berufen sind Pfarrer Stau- bad) führte in 52 klaren, farbigen Lichtbilder» RansenS Rordpvlfahrt den Teilnehmern vor Augen. Run wechselten in bunter Folge ernste und heitere Vorträge mit bcn flott vorgetra- genen Musikstücken der rührigen Kapelle. Das Ganze war getragen von echt kameradschaftlichem Geist und lieh für Stunden alle Gegensätze und politischen Parteihader vergessen. Erst spät trennte man sich mit dem Wunsche, solche Abende öfters wieder erleben zu dürfen. Ein guter Anfang ist gemacht: und nun mutig vorwärts auf dem an- gefangenen Wege für die gute Dache. 4- Ober-Dessingen. 19 Febr. Am nächsten Sonntäg wiederholt der hiesige Radfahrerverein seinen Unterhaltungsabend Dazu beabsichtigt der Direktor der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege H a s s i n g e r aus Darmstadt hierher zu kommen und einen einleitenden Vortrag zu halten. ' Ronnenrvth, 19. Febr. Am Samstag fand hier etn Volksbildungsabend statt. Der rührige Dorsitzende vom Krieger- und Gesangverein, Sägewcrksbesitzer Karl Rinker, hotte den bekannten Dolksbi hungsmann Lehrer Schmoll, Elpenrod, für einen Dortrag gewonnen. Als Thema war gewählt: „Die Fremdenlegion". 3n eindringlicher Welse sprach der Redner über dieses wichtige Thema, und zwei Stunden lang lauschten atemlos 200 Menschen. Wer dielen Redner über die Fremdenlegion Hai sprechen hören, der ist gewarnt und gefeit. Anschließend erzählte Herr Schmoll drei Märchen Froschkönig. Frau Holle, Hänsel und Gretel. Das war sein für 3unge und Alte, humorvoll und warmherzig! Die Veranstaltung war ein Volks- bildungsabend Im besten Sinne deS Wortes. komiteeS. 10 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Bodenbestellung im Schvarzerd gebiet, wie auch in allen anderen Teilen Rußlands, ist mangelhaft, denn durch die Revolution und die Unruhen, die die Düteraufteilung durch bi? Dauern begleiteten, ist der größte Teil der Ackergeräte vernichtet, besonders der moderne i P (ü,e Eggen usw. D S Geld um neue anzuscha en.f hlc. Es ist somit mit der Hauptguelle des na ü lichen Reichtums, dem Doden und dem Getreide schlecht bestellt und eine Besserung ist auf 3ahre hi laus nicht zu erwarten, da zur Besserung Geld gehört. und der russische Handel nicht genügend abwirst. Als mineralische Reichtümer ist das Petroleum m Baku zu nennen, Eisen und Kohle in der Ukraine und bei Moskau, deren Lager aber mit den deutschen, englischen oder amerikanischen keinen Vergleich aushaften. Die Wälder des Rordens sind in der Umgebung der Flüsse, wo der Abtransport leicht ist. schon abgeholzt und für die weiterliegenden Bestänc« macht sich der Transport störend bemerfbar. Es wäre Rußland fast geglückt, unter der Regierung Macdonalds von Eng and eine Anleihe zu bekommen, doch hat die englische Regierung noch zeftig eingesehen, daß der Zusammenschluß von Rußland mit 3apan für 3n- bien eine Gefahr bedeutet, eine Gefahr, die England durch die Gewährung einer Anleihe unterstützen würde. 3m Osten AsienS hat die rullifche Politik Erfolge zu verzeichnen, da sie in China und seinen Randst aalen mit dem Schlagwort »gegen die Auslände?' Sympathien g-winnt, und um die geeigneten Schlagworte ist sie nie ncr- legen. 3n Peking wurde deshalb auch die Preisaufgabe „Wer ist der berühmteste Mann bei Geschichte" von 70 Prozent der Studenten mit .Lenin" beantwortet. Zum Schluß kam der Redner auf die Stellung Deutschlandszu sprechen, die wieder dadurch gekennzeichnet ist, daß es zwischen den beiden Lagern steht, nicht nur räumlich. Es kann sich nach Westen oder Osten neigen, kann aber mit seiner Entscheidung warten. ’ Bettenhausen, 19. Febr. ®te tjeutiyc Holzversteigerung tm Markwald ergab folgende Durchschnittspreise: Duchenscheil la,33 Mark, Buchenknüppel 13,35 Mk., Eichenknüppel 8,60 Mk., Buchenstöcke 7 Mk., Eichanitöcke 6,30 Mark, Duchenceiser 3 Mk., Tichenreiiec 1,80 Mt, je Raummeter. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim, 19. Febr. In der Stadtverordnetensihung am 13. Januar b. 3. war von der Linien unter „Besprechungen" die Anfrage gerichtet worden, ob es zweckmäßig sei, dah in der Oberrealschule das Aufsatzthema „Unser Kaiser" behandelt worden sei. 3n der dieser Tage stattgefundenen jüngsten Stadtverordnetensihung verlas der Bürgermeister ein Schreiben der Ernst-Ludwrg- Schule, das in der Angelegenheit völlige und allseits zufriedenstellen de Aufklärung gab. Aus sozialen Gründen hat man drei Schülern einer der Mittelklassen die Benutzung eines alten Lehrbuchs gestattet, das noch einen kurzen Aufsatz über „Unser Kaiser" enthält. Die Kinder benutzten dieses Lesestück als Unterlage für eine häusliche Arbeit. (Biel Lärm um nichts! Die Redaktion.) — Wieder beherrscht eine Frage allgemeinwirtschaftlicher Ratur das gemeindepolitische Interesse. Die Stadt besitzt seit Jahren einen selbständigen Arbeitsnachweis, der sich mit Rücksicht auf die Vielseitigkeit des Erwerbslebens besonders in der Saison als äußerst segenbringend erwiesen hat, so daß er heute kaum noch entbehrt werden könnte. Der Arbeitsnachweis hat sich selbst getragen, ohne dem Staat und der Stadt besondere Kosten zu verursachen. Da es hier — zum Teil durch seine Tätigkeit — Erwerbslose kaum gibt, konnte er sogar einen stattlichen Fonds ersparen, der die Möglichkeit gibt, daß Arbeitnehmer und Arbeitgeber kaum noch etwas an Beiträgen durch Lohnabzug beizusteuern haben. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft beabsichtigt nun, wie verlautet, den hiesigen Arbeitsnachweis a u f z u - heben, so daß künftighin die Arbeitsvermittlung durch den Arbeitsnachweis am Kreisamt Friedberg erfolgen mühte. Für die Hotelindustrie vor allem wäre das eine bedeutende Erschwernis, aber auch alle anderen wirtschaftlichen Verbände würden geschädigt. In allen Bevölkerungskreifen wünscht man daher, daß unsere Dadestadt mit ihren im ganzen Lande vereinzelt dastehenden besonderen wirtschaftlichen und Erwerbsverhält- nissen ihren selbständigen Nachweis auch weiterhin behält. Die Bürgermeisterei hat sofort den Verwaltungsausschuh des Arbeitsnachweises zu einer dringenden Sitzung einberufen, die gegen die geplante Aufhebung Einspruch erhob. Auch die Stadtverordnetenversammlung, die wirtschaftlichen Verbände, die Gewerkschaften usw. werden sich mit dieser für Bad-Rauheim so wichtigen Angelegenheit zu befassen haben. Die Vereinigung des Bad-Nauheimer Einzelhandels hat in ihrer Generalversammlung bereits den Beschluß gefaßt, alles Mögliche zu tun, dah der Arbeitsnachweis als selbständige Einrichtung hier bestehen bleibt. sf. Friedberg, 18. Febr. Eine auf heute nachmittag in das „Deutsche Haus" einberufene Versammlung zur Gründung einer neuen Partei, die den Ramen „Evangelische Volksgemeinschaft" führen soll, war nicht sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende der Versammlung, Pfarrer Hamburger -Staden, legte in seiner einleitenden Ansprache die Gründe dar, die veranlaßten, den vielen schon bestehenden Parteien noch eine neue hinzuzufügen. Er übte scharfe Kritik an allen bestehenden Parteien, von denen keine, auch nicht die, von denen man es hätte erwarten dürfen, die Belange des evangelischen Glaubens und der evangelischen Kirche mit dem nötigen Eifer und der nötigen Energie vertreten hätten. Gegenüber dem wachsenden Einfluß und den Bestrebungen des Zentrums müsse auO die evangelische Kirche auf der Hut sein und ihre Interessen verteidigen. Der Hauptreferent, Pfarrer Weidner- Oberlais, entwarf dann in großen Zügen das Programm der neuen Partei Die Oberwälder. Roman von AlfredDock. A. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ein gut Teil von der Gemütsfreudig- keit des Großvaters lebte in dem früh verwaisten Enkel wieder auf. Der war von einem Verwandten für das Seminar in Friedberg herangebildet worden. Obwohl er sich keineswegs durch besondere Kenntnisse auszeichnete, hoben ihn doch seine Schlagfertigkeit und eine eigene Art, Menschen und Dinge zu betrachten, über den Durchschnitt der Zöglinge hinaus. Er wohnte bei einem Kaufmann, der nach des Tages Last und Hast öfter das Bedürfnis fühlte, einer guten Flasche den Hals zu brechen, und in dem jungen Seminaristen einen verständnisvollen Genossen entdeckte. Mit einem nicht grade glänzenden Abgangszeugnis verlicH Weilandt die Anstalt, um seine Lehrbefähigung zuerst an einer Pridatschule in Mainz zu erweisen. Dort geriet er in den Strudel rheinischen Lebens, wobei er seine guten Grundsätze manchmal in die Ferien schickte. Just, da die Wogen am höchsten gingen, ward ihm die freigewordene Lchrerstelle in dem entlegenen oberhessischen Dörfchen übertragen. Die Berufung goß Wasser in seinen Wein, doch sah er sie als einen Wink des Schicksals an. In aller Stille packte er seine Siebensachen und schied von dem übermütigen, goldncn Mainz. Die herb« Schönheit des Vogelsbergs war ihm bis dahin fremd gewesen. Im Dunkel der unermeßlichen Wälder, auf den weiten, einsamen Höh-nflächen lernte er sich selbst besinnen. Das Rächst«. Wichtigste schien ihm, daß er da- Vertrauen seiner Umgebung gewann. Das Selbstgefällige, Ueb^rhebliche. wozu er von Ratur geneigt war, wollte er mannhaft unterdrücken." Ungeschminkt seine Meinung zu sagen, für Hne Ueberzeugung einzutveten. würde er sich nicht verwehren lassen. Seinen Schülern und Schülerinnen gegenüber nahm er sich vor, nicht den Zuchtmeister herauszukehren, sondern einen Weg zu suchen, daß sie ihren Freund und Führer r.-zrnu. wuau IIU.MII !!>■■ Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine uno betonte an Hand von vielen Einzelsällen, wie überaus nötig es sei, das die Evangelischen zusammenhielten, wenn sie nicht Gefahr laufen wollten, überflügelt zu werden. Er teilte sodann noch mit, daß von vielen Seiten auS Deutschland bereits Zustimmungserklärungen eingetroffen seien, und daß demnächst eine große Versammlung in Friedberg statt inden solle. Bei einer etwaigen Auflösung des Landtags würde die Partei zum erstens Male mit einer eigenen Liste auftreten, da sie gerade jetzt mit einer sehr guten Wahlparole in den Kampf eintreten könnte. Kreis Buvlngcn. !! Düdinge n, 19. Febr. (Vom Kreisamtsneubau.) Die ersten Anregungen zur Erbauung eines neuen Kceisamts- aebaudes in unsrer- Stadt reichen zurück oiS in dis Jahr 1921. Die Dienst äume des derz it'gen Amtsgeüäu es erwieset sih al3 u> zurttch.nd unv b fanden fid) ii einem Zuftan e, der der Würde des Staates nicht me.ir entsvrach. Der Warteraum war so klein, dah an den Amtstagen das Publikum auf den dunllen Gängen stehen mußte, waS zu Indiskretionen und s'gar zu Diebstählen führte. Vor al.'en aber reichen die vorhandenen Schreibzimme. bei weiten nicht aus. In kleinen Räumen muhten die Beamten zu drei und vier sitzen. Dazu kam dann noch der schlechte Zustand der Räumlichkeiten selbst. Die Fußböden waren schadhaft, die Decken schwarz und zum Teil heruntergeüroch?n, die Tapeten schmutzig. Man erwog damals eine gründliche Renovierung des Amtes. Da diese aber nach den ausgestellten Voranschlägen enorm hohe Kosten verursachen sollte, warf sich die Frage auf, ob es nicht ratsamer sei, ein neues Kreisamtsgebäude zu erbauen. Dazu kam noch, daß das derzeitige Gebäude kein Staatseigentum, ist, sondern ber Stadt Büdingen gehört, die grohen Wert darauf legte, das Gebäude wieder zuriickzue.halten, um Wohnungm dar.ms mach n zu können. (Neuerdings wird erwogen, ob nicht das Finanzamt d rin unt^rg b acht tot en kann.) Das Ministerium der Finanzen widersetzte sich anfänglich diesen Plänen. Im Staatsvoranschlag für 1922 wurde dann aber doch die erste Rate für dm Neubau vorgesehen. Die Gemeindevertretung Büdingens e- klärte sich bereit, das erforderliche Baugelände kostenlos zur Verfügung zu ste.lm und außerdem noch einen Darzufchuh zu den Baukosten zu leiten. Auch der Kreistag b.schloß einen Zuschuß aus der Kreiskasse bereit zu stellen. A.s Bauplatz wurde nach längerem Suchen der fürstliche Holzplatz am Dreieck (Saline) gewählt. Da dieser jedoch nicht auSreichte, muhte das übrige Gelände von verschiedenen Besitzern enteignet werden. Als damals bekannt wurde, dah in Büdingen ein neues KreiSamt gebaut.werden sollte, be ntrag e die Stadt Nidda, die biS 18Z2 selbst ein Kreisaml hatte, man möge das neue Gebäude nach Nidda stellen. Als Begründung hierfür wurde angeführt, dah Nidda für dre meisten Kreisgemeinden zentraler gelegen fei als Büdingen. Nidda erklärte sich ebenfalls bereit, den Bauplatz kostenlos zu stellm und namhafte Bar- zuschüsfe zu leisten. Der Landtag lehnie jedoch dieses Ansinnen ab. Im F.-ühjahr 1923 wurde dann mit dem Neubau begonnen. Zur Zeit steht das Gebäude im Rohbau fertig. Fenster und Läden sind angebracht. Mit der Fertigstellung in di sem Jahre wird jedoch nicht mehr gerechnet. In dem neuen Gebäude werden sich im Erdgeschoß nur die Dureauräurne des Kreisamtes, der Kreiskasse und der Fü so bestelle betindrn, im ersten Stock auher dem Sitzungssaal die Dienstwohnung d.s K eiZdi e tors und des Kreisamtmannes, im Dachgeschoß je eine Wohnung für dm Assessor und den Amts- gehilfen. )( Büdingen, 19. Febr. Wie im vorigen Jahre, findet auch in diesem eine Missions - Woche in unserem Dekanat statt. Der Chinamifsionar S ch m ol l von der Basler Mission wird in folgenden Gemeinden an folgenden Tagen sprechen: 22. Februar Glauberg und Dü° in ihm erkannten. Ihm lag ob, die Kinder für die Aufgaben in Staat und Gemeinde vorzubereiten. Dabei konnte er der Mithilfe der Ettern nicht entraten. So war er von vornherein darauf angewiesen, sich zu den einzelnen Familien in ein freundliches Verhältnis zu setzen. In der gesegneten Wetterau ausgewachsen, war er mit den ländlichen Dingen wohl vertraut. Klaren Blicks erkannte er, wieviel Veraltetes, Unzeit- gemätzes hier im Gebirg zu bekämpfen, wieviel zu tun und zu bessern sei. Drei Jahre lang hintereinander besuchte er in der Provinzial» hauptstadt Kurse, die die Lehrer zum Studium der Landwirtschaft anregen sollten. Als einer der ersten unter seinen Kollegen erwirkte er von seiner vorgesetzten Behörde die Erlaubnis, die Landwirtschaft In dm Unterricht der Fortbildungsschule einzubeziehen. Sein Lehrplan umfaßte die Fach- und Naturwissenschaften, deren Kenntnis zur Führung eines geordneten bäuerlichen Betriebs erforderlich war. Doller Eifer ging er ans Werk. Stand die Ernte auch noch in weitem Feld, hatte er doch die Genugtuung, seine Aussaat keimen zu sehen. Was seinem Vorgänger nicht gelungen war, durfte er sich zum Verdienst anrechnen: er begann unter den schwer zugänglichen, steifkövfigen Oberwäldern festen Fi iß zu fassen. Freilich war seiner Volkstümlichkeit die Grenze gezogen. Denn als er mit aller Vorsicht versuchte, dem gehässigen Treiben der Sarteten entgegenzuwirken, stieß er auf entschie» nen Widerstand, ja er steckte noch Grobheiten ein. Dessenungeachtet lebte der Glaube In ihm, der Tag müsse kommen, wo sie hüben und drüben Hand anlegten, die Drücke über den Dach zu schlagen. — Die Matternsleute, die den Lehrer zu beköstigen hatte, brachte das erste Frühstück. Das war 1d reichlich, daß Weilandt meinte, ihrer drei hätten daran genug. „Gut gefrühstückt spürt man den ganzen Dag", Tagte die Lene, eine dickback'ge Dierzi- (tmn. „'s iS merkwürdig, Herr Lehrer, was Sie für ein schlechter Esser fein. Wie können Sie dann nur bestehn? Wann Sie «mal geheirat' delsheim, 23. Februar Düdelsheim oder Hainchen, 24. Februar Ufenborn, 25. Februar Haingründau, 26. Februar Wolf, 27. Februar Mittelseemen, 1. März Ortenberg — Bergheim — Ortenberg. Die Mgsionswoche wird durch ein Dekanats- fest in Stockheim am 2.März abgeschlossen. Die Missionsgaben des Dekanats erreichten im Jahre 1924 die stattliche Summe von rund 2200 Mark. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 19. Febr. Vor etwas über fünf Jahren verschwand von hier spurlos unter Zurücklassung seiner ihm erst kurz vorher angetrauten jungen Frau der Schuhmacher Adam I u m e I. Alle Nachforschungen nach dem Vermißten blieben erfolglos. Infolgedessen wurde vor zwei Jahren seine Ehe für gesetzlich ungültig erklärt und die junge Frau ging eine neue Ehe ein. Nun kann man sich die Ueberrafcfjung denken, als A .fang vorigen Jahres von dem lang Vermißten ein Brief aus Algier eintraf mit der Mitteilung, daß er in der Fremdenlegion biene. Da es ihm sehr schlecht gehe, bitte er, alles zu tun, dah er aus der Fremdenlegion Hera, skomnue. Dieser Tage traf nun die weitere Nachricht von ihm ein, daß er glücklich in Köln bei Verwandten eingetroffen fei. Auf die Erzählung seiner Leidensgeschichte, die unserer Jugend wohl eine ernste und eindringliche Warnung sein kann, ist man hier sehr gespannt. Kreis Wetzlar. §§ Hörnsheim, 19. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten H o l z v e r » fteiaerung wurden verhältnismäß g hohe Preise erzielt. Es kosteten 2 Nm. Duchenscheit- holz 48 bis 55 Mk., 50 Buchen-Wellen 23 bis 30 Mk., 2 Rm. Buchen-Knüppel (Rundholz) 42 bis 45 Mk.. 3 Rm. Stockholz 20 bis 22 Mk. §§ Hochelheim. 19. Febr. Die Drainagearbeiten, welche mit der Durchführung der wirtschaftlichen Zusammenlegung unterer Gemarkung verbunden sind, hat man feit einigen Tagen in Angriff genommen. Die Ausführung ist dem Unternehmer Schneider zu Heuchelheim übertragen. — Die Ausübung des Fischerei» rechts in den hiesigen Gewässern wird mit dem 1. April frei und demnächst neu verpachtet. §§ Dornholzhausen, 19. Febr. Hilfs» förster Blank von Niederkleen erlegte im hiesigen Gemeindewald auf dem Pirschgang ein Wildschwein (Dache), welches aü gebrochen 130 Pfund wog. Dei einer vor einigen Tagen veranstalteten Treibjagd aus Sauen kamen in einem Treiben 15 Wildschweine, darunter mehrere grobe Stücke, vor. Die Iagdpächter rüden den Schwarzkitteln gehörig auf den Leib, um größere Wildschäden, die sie ersetzen müssen, zu vermeiden. — Der hiesige Turnverein veranstaltete in der Turnhalle eine öffentliche Theatervorstellung, die namentlich auch von auswärts gut besucht war. Es wurde das im Siebenjährige Krieg sp elende Drama Lenore, die GrabeSbraut" aufgeführt. Die Mitwirkenden zeigten gutes Spieltalent und ernteten reichen Beifall. Der Turnverein trägt sich mit dem Gedanken, die Ausführung vor Ostern zu wiederholen. §§ Niederkleen, 19. Febr. Neben dem Turnhallenneubau, über den vorgestern schon berichtet wurde, beschäftigt man sich hier auch mit dem Dau einer Wasserleitung. Die Wasserleitungsfrage war bereits vor dem Kri ge aufgerollt, mußte damals aber wegen der schwierigen wirtschaftlichen Derhältn sse vertagt werden. Die Quellenfassung ist bereits vor dem Kriege ausgesührt. Ltarkenburq und Rheinhessen. * Darmstadt, 19. Febr. Regelmäßige Kraftwagenverbindungen sind jetzt zwischen Heppenheim —Donsweiher — Mörlenbach und Heppenheim —Lorsch eingerichtet worden. Der Kraftwagenverkehr zwischen H e v p e n h e i m—C r b a ch—Michelstadt hat sich so gut entwickelt, das) die Wagen jetzt täglich zweimal verkehren. — Die Sammlungen für die Sudetendeutschen haben sein, hat Ihnen Ihre Frau leicht kochen. Etz der Herr Lehrer Hinkler selig, der war anders dadrin. Dem tat's schmecken, daß man das Messer am Leib gewetzen könnt, Unb ließ kein Dröckelchen umkommen. Wann's aber abends Kartoffelklöß. gab. macht er seine Späh und sagt: „Frau Mattern, der Tod guckt über die Hebertüül“ Nfo, so ein Stücker sufzehn tat er bei sich packen." Weilandt lachte. „Am End' ist er daran gestorben." „O nee“, sprach die Lene, so recht in ihrem Element. „Wie ich ihm das letztemal das Essen bracht', sagt er: „'s riecht gar gut, Frau Mattern, aber 's geht nix mehr an mich" 's gab feile» mal Kohlraben und Solper kn öchelcher. 's war schad desür. He Wolf partu nix. Sh am Zwie- wanst is he nct zugrund' gegangen. Der böse Husten hat ihn belangt.“ Sie nahm ihren Korb und watschelte hinaus. Der Lehrer Hinkler selig hatte einen Stein bet ihr im Brett gehabt. Aber auch sein Nachfolger brauchte sich nicht über sie zu beschweren. Sie tischte ihm gewaltige Portionen auf. Lind für geringes Entgelt. Seide konnte sie nicht dabei spinnen. Weilandt trat ans offene Fenster. Sein Blick glitt über daS farbenbunte Gelände. Die Arnika blühte, der Steinbrech und das Denedik» terrfraut. Lieber Nacht, dünkte ihn. war das Dlnmenwunder erstanden. Mit weitgeöffneten Nüstern sog er den Würzduft ein. Nirgends hatte er sich der Natur so nahe gefühlt, nirgends war ihm die Pracht des Frühlings so in die Seele gedrungen wie hier im hohen Vogelsberg. Lind erst gestern hatte ihm ein Freund au8 der Wetterau geschrieben. „Wie mag's Dir in Deinem Sibirien zumute fehl? Ich schicke ein Stoßgebet zum Himmel, daß die Schlehen und Holz- äbH bei Such geraten." Derlei Spch» und Witz- rcden über den Vogelsberg waren im Schwange. W"nn er die Wahrheit bekannte: er trug kein V-rlangen nach dem Land, wo Milch und Honig floß. Die Sibirien hatte fein Herz gewonnen. bis jetzt einen Reinertrag von rund 7500 ML ergeben; sie werden noch fortgesetzt. * Darmstadt, 20. Febr. Der Streik auf Grube und Draunkohlenschwelerei Messel bei Darmstadt ist beendet. Die Technische N o t h i l f e wurde nach dreiwöchiger Tätigkeit zurückgezogen. Dank des Einsatzes der Not» nilfe wurden die Schwelöfen des Betriebes vor der Vernichtung bewahrt und damit 650 Arbeitern die Existeazmöglichk.it aesichert. Der Verfall der Oesen hätte die Belegschaft für nahezu zwei Jahre brotlos gemacht. Lleberdies wäre es frag» lich gewesen, ob das Werk angesichts der ungünstigen Prod^ktivnsbedinaungen g?gen ber der ausländischen Oeleinfuhr überhaupt in der Lage gewesen wäre, einen Neubau der Oefen zu bewerkstelligen. Hessen-Nassau. * Nordeck, 19. Febr. Die heutige Holz- tierfteigerung in dem Interessentenwald Nordeck-Winnen ergab folgende Durchschnittspreise: Buchenscheiter 19 Mk.. Duchenknüppel 17 Mk., Eidstöcke 10 Mk. je 2 Rm., 10 Rm. Reiser 12 Mk., 100 Bohnenstangen 5 Mk. fpd. Frankfurt a. M., 19. Febr. Das Oberlandesgericht hat auf die eingelegte Beschwerde g.'gen die erlassenen Haftbefehle die Haftbefehle g gen Direktor Gresser vom hiesigen Wohnungsamt, des en Schwi gexsohn, den Kaufmann H o s ch und den Architekten Lutz aufgehoben. Die drei Personen wurden sofort auf freien Fuß gesetzt. Dagegen bleibt der Abteilungsleiter Könemund vom Wohnungsamt weiter in Haft. Wenn nicht alles täuscht, verläuft die ganze Frankfurter Woh- nungsaffäre wie das bekannte Hornberger Schießen. S l:sam ist es auch, daß von den Listen, die die Polizei aus allen Revieren über leerstehende Wohnungen und an Ausländer verschobene Wohnung?n dringend einforbecte, bis jetzt nicht eine einzige in den Kreis der Unter» suchung gezogen worden ist. — Seit Ende Oktober 1924 wurde in Dresden die Ehefrau des Technikers Max Seid e l, Helene geb. Verona, vermißt. Die Ermittlungen führten damals zu keinem greifbaren Ergebnis. Jetzt konnte fest- gestellt tocroen, daß der Ehemann, der aus Leipzig gebürtig und augenblicklich in einem großen Frankfurter 032triebe tätig ist, seine Frau im vorigen Oktober in Leipzig getrost m. Gemeinsame Ermittlungen d r Dr Steuer und der F.an fu ter Kriminalpolizei förb:rtcn in Seidels Wohnung mehrere verdächtige Schriftstücke zutage, die mit dem Verschwinden der Frau In Verbindung gebracht werden konnten. Seidel verwickelte sich bei seiner heutigen Vernehmung in Widersprüche, so daß er sich. In die Enge getrieben, schließlich zu einem Geständnis bequemte. Er hat im O t.bcr seine Frau nicht in Leipzig, sondern in Fulva getroffen. Dort ist er mit ihr im Walde spazieren gegangen und hat sie nach einem kurzen Wortwechsel erschossen. Die Leiche will er im Walde vergraben haben. Wirtschaft. * Die Auslandskredite der deut» scheu Industrie. — Vorübergehende Restriktionen der Reichsbank. Von maßgebender Stelle der deutschen Industrie erfährt der „Berliner Lokal-Anzeiger" auf Erkundigungen, daß dort der Gesamtbetrag der Ausb ndskredite ber deutschen Industrie einschließlich des Handels auf 1.5 bis 2 Milliarden Rm. geschätzt wird. Der Versuch der Reichsbank, durch eine Umfrage die genaue Höhe dieser Verpflichtungen festzustellen, wird, wie vermutet wird, kaum zu einem klaren und genauen Ergebnis führen können. Im einzelnen wird die Frage dieser Kredite so beurteilt, daß die Kreditaufnahmen der großen Konzerne und Werke, die über ausreichende Auslands- bezieuhngen und -Märkte verfügen. keinen Anlaß zu Bedenken geben. Dagegen sind die Kredite mittlerer und kleinerer Firmen, bei denen es sich überwiegend um kuczf ickige und nicht um eigentliche B t ie. skredite h anbett, mit g öh r r Drunten fuhr der Dölbelsheinrich mit seinem Gespann vorbei. Der hatte kein Auge für1 die Herrlichkeit, die vor ihm gebreitet lag. Einer wie alle. Die Bauern schauten die Natur nur darauf an, was^ sie ihnen gab oder verweigerte. Gedanken, die über das unmittelbar Wirkende, Praktische hinausgingen, kannten sie nicht. Daher auch ihre mehr oder minder versteckte Feindseligkeit gegen die Schule. Lesen, Schreiben und Rechnen, das ließen sie noch gelten. Alles andere war ihnen Alfanzerei. Daß Kinder den Unterricht versäumten, weil sie von ihren Eltern gezwungen wurden, daheim in der Wirtschaft zu schaffen, war gang und gäbe. Erstattete er An- zeige, hetzte er daS ganze Dorf auf sich. Selten, baß gütliche Worte halfen. Meist hieß es den Aerger hinunterschlucken. Man muhte halt au| Die Zukunft bauen. Die Welt schritt weiter. Einmal würde das Licht auch hier oben leuchten 2lls es sieben Uhr läutete, begab er sich hinunter^ in das Schulz immer, wo die Buben und Mädchen bereits versammelt waren. Aus einer der letzten Bänke sah der Christoph Menz, geringer Leute Kind, mit todblassem Gesicht. Weilandt, dessen scharfem Auge so leicht nichts entging, fragte ihn, was ihm fehle. Der Junge schwieg. Die Kameraden aber verrieten, er sei in die Schule gekommen, ohne einen B'fsen genossen zu haben. Weilandt holte das übrig gebliebene Frühstück und stillte des Kleinen Hunger Die beiden ersten Stunden fällten Schreib» und R-xbenübungen aus, die dritte war der Heimatkunde gewidmet. Gegen zehn Uhr erschien Der neue Pfarrer, dem Religionsunterricht beizuwohnen. Die Kinder zeigten s-ch fest im Satte und wurden nach Gesang und Gebet entlassen. „Herr Lehrer", sagte der Ps-nwer. ein Mann in den besten Jahren, d-slen Haltung und Körperbau von Kratt und Gesundheit zeugten, „ich möchte noch etwas mit Ihnen besprachen." ..Die Luft ist hier dick zum Zerschneiden" erwiderte Weilandt. „wenn'S Ihnen recht ist, gehen wir ins Freie." Der Pfarrer war damit einverstanden. (Fortsetzung folgt.) Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten _______________________________________972a Universitäts-Restaurant Plockstraße 5 Fernsprecher 198 falt11118 ffloft* 1 sy , 03. D-M fi/ß. porgelc 'S- tfS- tcrMungscu» Franks' Ä* BefserM ß Hening Ä MV»" von txm öit@dWun rtbn des M 2m Montan» kehlen sich DankenmarN schäften erneut Jeichsbank len mW » holung erkenn« aber etwas qe ten: Sprvzentig tjge Preußische fo!i 1000. 192 Bayern 1300. tiae Werwch Dagbab U 10 ©olbtenie 9,61 (abgestempelh aesellschast IS Donk 13,75, feilschest 124, schäft 17.60. Aeichsbank 7: Wvntanaktien pener 147, M ch 63,25, R 18.50, Wester, bische Anilin Golblchmibl 2 Verkohlung 9, ASS. 12, Li Q3ainfraft 13,i Aoröö. Clopö I •IflC 150 Ä, Da nfnoten Kein Tanzkränzchen braucht verschoben au werden, wenn sich die Teilnehmer vorder und auch für beu Nachhauseweg In der nebeligen NachUust rediucitlo mit (Vntjb echten Lodener Mineral-Pastillen ve,sorgen(krknlinngcn waren alsdann auvaelchlossen. 150 Äg und über 150 Kg 64 bifc 66 Tti Markt verlaus: Kleinvieh bei lobhaflem Handel ge räumt, am Schweinemarkt bei ruhigem Ve- lchäft etwa- Ueber^anb. kehrte lebhafter. ZoMürken hatten eine leicht« Besserung zu verzeichnen, wahrend BoSnier im Angebot liegen. Die Lage am Geldmarkt ist unverändert. Tägliche- Geld 9—12 Proz., Monat-gelb 11—14 Pro», p. a PrivatdiSkonl 8 Proz. Am internationalen Devisenmarkt ist ein neuer erheblicher Rückschlag de« franzöflfchcn Franken festzustellen. Frankfurter Schlachidiehmarkt. (Mgener Srahtberufct deS .Sicst nor An-ciger't Frankfurt a. M. 19 Sehr Auftrieb- 4 Kühe. 1208 Kälber. 663 Schate. 73? Schweine. SS wurden bezahlt für 100 Pfd t.-.'bf Kälber Feinste Mastkälber 65 bis 70. mittlere Mast- und beste Laugkälder 55 bi- 64. geringere Mast- und gute Saugkälber 48 biS 54. geringe Saugkälber 35 bis 45. Schafen Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 45. geringere Masthämmel und Schafe 8-3 bi- 41. mähig gcnähNc Hammel und Schale iMerz- fchafe) 16 bis 30 Schweinen Voilflrilch ge von 80 biS 100 Kg. 63 bis 66. unter 80 Kg 58 bi- 62. von 100 bi- 120 Kg. von 120 bi« H.-V. vorgefchlagen da- Siammakrienkapilal von 200 Mill, im Verhältnis von 33'/s:1 auf 6Mill. Am. und die Vorzugsaktien von 10 Mill. Pm. -luf 160 000 Um. umzustellen. Dem Aeservefond- lollen 616 000 Mk. zugewiesen werden, der Un- lerstü-ung-rücklage 120 000 Mk. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. On -iNlaain Bort anlaebnittt. BbcbcC fltnP. London, fkn- pert. ?a»cn. Rio d» Üenrtre für eine ttebeu. Wien and VodLvcii rär UX)«X) Lu» denen. alles übtigt für 100 Etndetten.) L«iegraphit 22,50. Weizenmehl, inlänbi'cheS. Spezial 0 41 bi- 44.25, "Rogaenmehl 35.50 bis 39. "DeiAenkleie 14.25 bi- 14.50, "Roggenkleie 14.50 bi- 14.75. Tendenz Ruhig. Berliner Produktenbörse. Derk in. 19. Febr Der Prvduktenmarkt hatte im Lielei-ungSgeschäst wenig WMräni»?rte Preise und die Umsätze nahmen wiederum keinen größeren Umfang an. Weiten und CRogien nur mäßig, aber zu teuer, angeboten. M^vlgefchäft sehr gering. Da- Geschäft m Gerste und Hafer stockte vollkommen. Gü notierten je 1000 Kg. Weizen (märt.) 250 bi- 25b. Weizen lMai) 283 biS 284.50. Roggen (märf.) 250 bi- 253 Roggen (März) 261.50. Roggen (Mai) 278 biS 280. Gerste (märf.) 255 biS 270. Futtergerste 217 bi8 240, Hafer (märf.) 187 bi« 195. Hafer (Februar) 210. Hafer (Mai) 217 bi« 218. MaiS (loko Berlin) 224. RapS 390; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.75 biS 36.75. Roggenmehl 34.75 bis 36.75, Weizenlleie 15.20 bis 15.30, Roggenlstie 13.20 bis 15.30. Viktortaerbfen 27.00 b S 34.00. kleine Erbsen 21.00 bi« 22.00, Futtererbfen 19.00 bi« 21.00. Peluschken 18.00 bis 19.00, Ackerbohnen 20.00 bis 21.00. Wicken 19.00 bis 20 00, Lupinen (blau) 12.25 bis 13.75, Lupinen (gelb) 15.00 bi« 16.25, Serradelle (neu) 15.00 bis 16.50. Rapskuchen 18.00 biS 18 30, Leinkuchen 24 50, Trockenschiff Hel 9.30 bis 9.50, Zorfmelaffe 9.50, Kartoffel» slocken 20.00 bis 20.20. 65,75. Anatolier 111 9,10. Sonstige Industrie- aftien: Kleyer 4,12. Aschaffenburger Zellstoff 109,50, Dingwerke 4,15, Holzmann 5.80. Gebe. Oungban« 12,75. Kemp-Stettin 0,56. Lech werke 20. Metallgelellschaft 16. Reckarsulmer 9,12, Rheinmetall 10,75. Voigt und Haffner 2.10, Waldhos 12.90. Frankenthalzucker 4,725, Hetl- brvnnzucker 3,80. Börsenkurse. ,'Ohnc Geu-ähr.) 9/ TrntfOx- Rrlchsan'rllx <*■ Trutf^t ‘Xrttteanldbe . 3*V Trutftfk ‘M.-ttfl.anlttbe 3* Teutfcfrr ‘Jittde mirtot Teui'chr ervororamlenaaleih« <•/• *yrtu6ilttx «onlolS . . . 4"'« brffrn 3'///’• «elfen.......... T'i H.mcn.......... T Sertb. Tollar-Lnl. bro Doll ed}a»*1lnaf ibeanftalt ........ »Oa Elekrrstilätt.Hesellschaft Bergmann ....... Mainkraftwerke........ etbncfert........... Siemen- A HalSke Siblcrtnerfe Kiener ..... Daimler Motoren. Hc»liaenstaedt " cairtn Motorenwerke Mannheim . RranffnTttT Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . MetaNgekell chaft ffranffntt. Pei Union Ä.-G. ..... Schuh'gbrik Her; . . .... Sichel Hrüfio > Salbbor...... Surferrabrlf Frankenthal . . Huderiabrif ©aabäufef . . starke Zustrom an ausländischen Devisen aus Kredtlabschlülsen aulom tt ch g wis e ein chrö - tenbt Mahnahmen, insbesondere die Richte neueiunfl abgclaufener Kredite nach sich äi die zur Erhaltung der Mdr>Partiäl n*t Dcnbig'? starfe RotenauSgabe — etwa 400 MiU. 'M. fett Oktober 1924 — hätte sonst zu Unlrägllchk i- ten führen müssen. Kredit kündiaungen letten« der ReichSbank sind bi« jeyt nicht erfolgt. Di Abnahme de« D oisenzuslcomS macht Vermutungen bezüglich eines schärferen Eingreifen« unwahrscheinlich. • Peter« Union A-G. Frankfurt a. M. Bezüglich der Rm.-^rdlsnungSbilanz per i. 10. 1924 wird der am 3. März stattfindenden Vorsicht zu derrachten. da sie Del einem allzu grofkn Umfange unter Umständen zu Unzukäg- iichkeUen führen mußten. e3o denVorgängenamDeldmarkt, dessen beginnende Versteifung schärfere Kreditrestriktionen der Reichsbank befürchten li h wl d bekannt, dah der seit Oktober 0. 36. ein ehendc Berliner Börse. (Cigcncr Drahtbericht de« .Gichener Anzeigers".) Berlin, 19. Febr. Die heutige Börse eröffnete zunächst recht zögernd und lustloS. Die Ultimoerwägungen belasten den Markt, und so kann sich keine allgemein lebha te Geschäftstätigkeit durchsetzen. MonatSgeld wird nach wie vor stark gesucht. Die allgemeine Tendenz ist wiederum schwach. Sine Ausnahme hiervon machte aber der M 0 n t a n m a r f t. wo die Kurse durchweg auf Grund von Rü skäusen der Spekulation hoher einsetzten. Gesucht waren b'soaderS Deutsch-Lur-mburg G.lsenkirchen und Ha pener, ebenso bestand regeres Interesse für Köln-Reu- elfen, während Hoesch unverändert lag n. Der Dankenmarkt lag uneinheitlich. Berliner Handel waren stark gefragt. Reichsbankanteile dagegen vernachlässigt. Auch 6 d) i f f a hr ts- werte lagen interesseloser gegenüber den Vortagen. es setzten sich auch hier leichte Abschwächungen durch. Der Markt der Elektrvwerte befindet sich in einer weiteren RückwärtSbo toegung. Scharf angeboten waren Schuckert. dagegen Felten gesucht, auch A.kumulatoren lagen im Angebot. Am Markt der Äalitoerte ist ebenfalls eine Abschwächung sestzustellen. Völlig lustlos tag der Markt der heimischen Renten, wo z. B. für KonfolS kein Kurs zu hören ist. Der ausländische Rentenmarkt ver- Fraakfurter Wendbörse. Frankfurt a. M., 19. Febr. Auch die heutige Llbendbörse stand im Zeichen grober OeschäftSstille. doch war insofern eine leichte Besserung au verzeichnen, al« die rückläufige Bewegung bei denjenigen Kursen, die zur Ro- fierung gelangten, zum Stillstand kam. Sine Reibe von Aktien der Hauptmärkte zeigten leichte Besserungen. Da« Geschäft jedoch konnte sich von dem schleppenden Gang nicht befreien und die GefchäftSunlust und Defchäft«stille war wäh- redn deS ganzen Abendverkehr« vorherrschend. Am Montan- sowohl wie am chemischen Markte ’etjten sich geringe Kurserholungen durch. Am Bankenmarkt wurden Berliner Handel-gefell- schaften erneut um 1 Proz. niedriger, während ReichSbank leicht gebelfert waren. Auch der heimische Rentenmarkt lieh eine geringfügige Erholung erkennen. Die Börse s-Dloh In ruhiger, aber etwas gebesserter Haltung Deutsche Renten: 5prozent!ge ReichSanleihe 0.675, 3>/rprozen- tige Preußische KonsolS 1075, 3prozentige Kon- sols 1000. 1923er K-Schähe 1.8, 3«/,prozentige Bayern 1300. Ausländische Renten: 4>^prozen- tige Oesterreichische StaatSrente von 1913 2.80, Daadad II 10,62, Zolltürken 11,12, Ungarische Goldrente 9.62. 5prozentige äußere Mexikaner (abgestempelt) 39. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 158. Tommerzbank 6.60, Darmstädter Dank 13.75, Deutsche Bank 13,15, DiScontoge- selNchafk 124, Dresdner Dank 115, Mekallgesell- schast 17,60, Mitteldeutsche Treditbank 2,05, ReichSbank 78,87. Oesterreich. Kreditaktien 9.50. Montanaktien. Deutsch-Luxemburg 81,75. Har- pener 147, ManSselder 5, Oberbedarf 12,25, Phönix 63,25, Rheinstahl 57,37, Kali Aschersleben 18 50. Westeregeln 23,50. Themifche Aktien: Badische Anilin 3025. Elberfelder Farben 25.87. Goldschmidt 23,50. Höchster Farben 25,87, Holzverkohlung 9. RütgerSwerke 18. Elektroaktien: ADG 12. Licht und Kraft 8. Lahmeyer 12,75, Mainkraft 13,60. TranSportaktien: Hapag 29.87, Rordd. Lloyd 3,95. Schantung 4,50. Baltimore F—1# n#brn-Tt. °".m titaniftfcc Noie«..... •■ciQiftt Jlottn ....... Tani <1 - T <1 fit n fl-.rtt ' ^3 1 r^7 1.6 : 1.6.6 rU.’?efl r stell t*rf1 mtir ’l to 21 35 21.0t ?l II CLnfiuintü 63. M M v> K3 81 M F-r”*» B“r* 66 I« L ' rl« IN r. 19 2 18. t ! 19 t 0,678 0 675 0 7 8 0 905 r 66 0 91* 0.91 0 0 0,91 0 91'5 1.31 1'1 1.30 1 20 0,41 0 199 0.5t n.i6 1.15 1.0» 1.08 l 1..5 1.» — 1.15 1,25 — 1.30 1.30 1 IM 1,20 1 21 1.20 W,75 91,75 91 7» 94.75 »1 10 91 91 10 •1.3) 11,35 11 1 s H.13 11 39 1 - 44 157.5 1.8 157 5 158 6.0 6 60 6.60 6.53 1.3 6' 1 75 13,75 13 75 13.73 13 15 132 131,50 0.150 0.150 124.2-5 124 124.25 124.13 17.6 17 60 2.1 2 05 2,1 2 1,6 9 50 9 50 P S 0 u* 0 1.4 0,225 0 225 — •• e8 75 8: '0 19.1 19 19 18 6 — 12,25 12.1.3 12,10 83 81 75 Kl tt 91 91,25 91 51 91 u. 147 147.75 146 5 19,20 18 5 18 75 18 3 23.50 23.5 23 5) 23 30 7.9-5 7.85 7,75 7.8 IX,50 12.25 12 10 12 62.5 6 25 <3.?5 r«.3 67,75 57 10 7.40 56 75 47 25 46 5 48 75 46.40 3 7 — — 30 29 90 30 13 29 90 SA 8,95 5 4 W* — — _ 97.25 5,8 96 80 _ _ 5,80 5 75 5 75 — — 160 157,75 80.10 80 25 0,13 30 — 0,55 ■■■ 23 70 23 5 3.62 23,75 25.25 54 90 z5' 4 75 t5.90 9 25.1.0 25.10 25 50 17 75 18 17^9 17,62 XI 54 21 10 - 12 1? 12 13 12 19,'5 18 75 IS.80 18.50 13 80 13 60 69 1 fii 69 13 «'.90 82 80 BO 62 79,10 4.10 4 13 1.13 4 6.1 1 6.05 6.1 6 3 775 8,775 — 10.25 9.25 9,5 9 — — 101 101 0.63 0,63 — — 1,15 1 2 1,2 1,2 16,25 16 2,4 t. 5 2Ji 24 4.1 4, 5 2.90 Z 90 2.75 2,85 13 12.91) 13,13 12 GO 4.6- 6 VO 4,725 3.75 — - | -ru« 'fr- rc 4.1'2 4.1-2 Irn 21 07 21.17 iert 74 3« 71 lit ro.1 19 93 70 03 1 ml 21 87 ?1 9> tmi 1b. KM 1'8 54 1 ml 17 19 li 27 10(1 66 v4.*> l Olt b.LOi 6,929 teil «■* 112.77 113 '3 lud so 1? f ' 8 .' 101I 59 30 59 70 tml 1t M 12 44 LOd 5,75 6,77 10.1 Generalvertreter: ABmann & Schneider, Gießen, Kaiserallee 47, Telephon 1248 Stoewer auch 1925 in Front.8 I. Preis Klasse 9 Steuer P.S. Privatfahrer: Klasse 12 Steuer P.S. Privatfahrer: IV Dies sind neue Beweise für die ü ene en. , Zuverlässigkeit und Qualität der „Stoewer“-’ Zuverlässlokeitsfahrt München-Garmlsch: 12 Stoewer am Start — 12 Stoewer strafpunktfrei am Ziel. Berg-Rennen: Rennwagen-Klasse ohne Kompr.: Klasse 10 Steuer P.S. 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