?CfplQä, c. ^Politik. n Unö &inS Trtafl5- ir 1925. JWjMr. -Mche 1WÄ ÄL 1*4 Wenn hm - 2lrwlÄ?l)aberr'öfr Io 'st ä?S zu "no wohl btSJ? taiifanV %t. n-ösilchrhttr Ä*1*“ 3. W-b-^L''''!» Mer unb wiot ffl tr^^tml -m Äfirew* ?, ***£ te *■“» °hn« M ?ö lagt uns dort on 7,/i-nchnen. ^5 £üe?eprobuftion«n Jr J * °°n St MAr. uachkirauine' von D. -vod in ottafecniubilQum in Neu. * -Krirtif^ ” ta .;.n Rea)t auf freie unbeeinflußte Selb.iöeRmmung ttä.t ^as staatsrechtliche Schistsal vor.nlhalten toirkönnen nicht Ruhe un) Frieden eintreten. Als die gewählten Vertr..er der Seulfa;en Ra.ionai- partei erklären wir daher beim Zusammentritt der neugewählten Parlamente, daß wir unverbrüchlich an der vom Abg. Lobgman am 1. 3uni 1920 im Ramen der im beuf.vcn parlamentarischen Verdanke verc n gten Parteien, des Bundes der Landwirte, oer Deur- schen Rationalpartci, der Dru.schen Chri llich- sozialen Volts artei und ber Deutschen Demokratischen Fr llheits. artei. abgegebenen staatsrechtlichen Erklärung f e st h a l t e n. Wir t>era>er;e.i d.e Phrase vom reinen tschechischen Staat und der tschecho. lowaiischen Ration und von der tschechoslowall chrn Sprache als mit den Tatsachen handgreiflich im Widerspruch stehend. Wir werden niemals die Tschechen als Herren anerkennen, niemals uns a ls Knechte indiesemStaatfühlen. älnrecht kann auch durch tausendjährige Hebung n.e Recht werden, solange es nicht von dm Betroffenen selbst aus freier Anschauung anerkannt wurde. W.r verkünden daher feierlich, daß wir niemals aushören werden, die Selbstbestimmung unseres Vrl.es zu forbern, daß wir dies als den obersten Grundsatz aller unserer Maßnahmen und unseres Verhältnisses zu diesem Staat, den gegenwärtigen Zustand aber als unser unwürdig und mit den Grundsätzen unserer modernen Entwicklung unvereinbar betrachten. Dies als ein Vermächtnis denen zu hinterlassen, die unsere Nachkommen werden, Kalten wir für unsere Pflicht. Für die übrigen deutschen Parteien gab Professor Sr. Spina eine Erklärung ab, in der auf die Erklärung vom Iahre 1920 hingewiesen wurde, der Protest aber auf Hultschin und die später annektierten Gebiete Nieoerö ster-reich 5 arrsgedehnt wurde. Die Erklärung kündigte den Kamps gegen da- nationalstaatliche System an, aus dem die Tsthechoslowakei ausgebaut fei und das zu schwersten Benachteiligungen der nationalen Minderheiten auf dem Gebiete des Schulwesens, der Wirtschaft und der Kultur geführt habe. CL ------ Hessischer Landtag. Darmstadt. 18. Dez. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.45 Uhr. Abg. H a u rt (Nat.-foz.) fragt wegen des Verbotes einer nationalsozialistischen Versammlung an, in der Abg. Strasser sprechen sollte. Ministerialrat S p a m e r erwidert, daß das Verbot aus Gründen der öffentlichen Sicherheit erfolgt fei. Mit diesem Verbot sei kein allgemeines Dersammlungsoerbot für nationalsozialistische Versammlungen ausgesprochen. Abg. D i n g e l d e y (D. 23p.) fragt an, ob die Regierung bereit sei, eine Verlängerung der Frist des § 16 des Aufwertungs. gefetzes bei der Reichsregierung zu befürworten. Ministerialrat Dr. Schwartz erwidert, daß die hessische Regierung bereits im November einen entsprechenden Antrag gestellt. Zur Fristverlänge- rung sei aber ein Reichsgesetz notwendig, da jedoch der Reichstag in die Ferien gegangen sei, bestände feine Aussicht, daß bis zum 1.Januar eine Fristverlängerung eintreten könne: auch ständen ihr eine Reihe von Bedenken entgegen. Abg. Angermeier fragt nach den Einkünf- ten aus den fiskalischen I a g d p o ch t e n. Landforstmeister Hesse bemerkt dazu, daß im Jahre 1914 die Einkünfte 79000 Mark betrugen; für 1929 stände der Ertrag noch nicht fest. Das Haus tritt hierauf in die Tagesordnung ein, und es werden olle Anträge, die sich mit der Polizei und Gendarmerie befaffen, zusammen beraten. Von den vielen Anträgen, etwa zehn, die hierzu vorliegen, beziehen sich die meisten auf eine Neuregelung der Vefoldungsoerhältnisse dieser Beamten- fategorien. Weitere Anträge beziehen sich auf die Neuorganisation des Polizei- und Gendarmeriewesens. (Sie Anträge sind seinerzeit in den Ausschußberichten mitgeteilt worden.) Abg. Seid (623.) erstattet einen ausführlichen Bericht über die verschiedenen Anträge und Vorstellungen und teilt die Ausschußberichte hierzu mit (H(ese sind ebenfalls bereits veröffentlicht worden.) 3m wesentlichen wird den For- Leinmgen der Polizeibeamten nicht ftattgegeben, weil die Legierung daS Reichssperrgesetz dagegen geltend macht, sowie eine zu starke Belastung der Staatsausgaben. Wohl hat sich die Legierung bereit erklärt in be- ftmteren Notfällen helfend einzugreifen. Die Regierung hat es abgelehnt, eine Winterbeihilfa für Polizei, Staatsbeamte und Staatsarbeiter zu zahlen, doch empfiehlt der Ausschuß einen entsprechenden Antrag anzunehmen. Die meisten der Dorstelllmgen der Polizei und Gendarmeriebeamten tottb vom Ausschuß durch die Legierungsantwort fü «erledigt erklärt. Es ist also von (allen Besoldungsanträgen nur der Antrag Delp . (Soz.) übrig geblieben, der eine einmalige Beihilfe an Beamte und Staatsarbeiler vor- t sieht. Abg. Heinstadt (Z.) erstattet Bericht über einen Antrag über Äntrrkunstsabzüge für F die Schutzpolizei. Der Ausschuß hat Annahme dieses Antrages beschlossen. Abg. Kindt (Dn.) erklärt, eine Notlage der Polizei, Gendarmerie und Strafanftaltsbeamten sei unbedingt anzurrkennen. Der Staat müsse sich der Pollzeibeamten besonders annehmen. Der Staat Hobe die Pflicht, fo für die Polizeibeamten zu sorgen, daß sie nicht notleiben, namentlich für die unteren Gehaltsgrunnen. Wenn die Regierungs- - Parteien hätten helfen wollen, Halle dies geschehen können. Aber alle Anträge, die eine wirkliche Hilfe wollten, waren im Ausst'-"*' von der Mehr- heil der Koalttionsparieien niedergestimmt worden. Der fozialdemokrallsche Antrag Leuschner- Stork fei nur eine große Geste gewesen. Auch die anderen sozialdemokratischen Anträge wären nur agitatorischer Natur. Auch der Antrag Delp zeige in feinen ersten Positionen auch nur das Bestreben, den Anschein zu erwecken, als wenn etwas geschehe, in Wirklichkeit werde aber den Beamten nichts gegeben. Die hessische Regierung sollte nur die Polizeibeamten nach dem badischen Beispiel höher einftufen. Abg. Hetnstadt (Z.) weist auf die reichsgesetz- lichen Bestimmungen hin, die eine Veränderung des gegenwärtigen Zustandes nicht zuließen. Das badische Beispiel könne nicht ohne weiteres von Hessen nachaeahmt werden. Wegen der reichsgesetzlichen Bestimmungen sei nicht möglich, den Anträgen der Oppositionsparteien zuzustimmen, weil das Sverrgefetz dagegen spreche. Der Redner wendet sich u. a. gegen eine Herausnahme der Polizei- beamten aus der allgemeinen Besoldungsordnung. Der Antrag Dingeldey über die Strafanteile möchte nochmals an den Gesetzgedungsausfchuß zurückver- wiesen werden, .s sich hier wahrscheinlich um wohleNuorbene Rechte handelt. Der Redner empfiehlt den Zusatzantrag über die Hinterbliebenenversorgung der Staatsbeamten. Abg. G a l m (Komm.) empfiehlt den Antrag feiner Partei über eine Wirtschaftshilfe an Ange- stellte, Staatsarbeiter und Beamte zur Annahme. Abg. Dingeldey (D. V.) spricht zunächst über den früheren Verlaus der Polizeidebatten im Landtag. Die Polizeibeamten hätten damals schon die Auffassung gehabt, daß die Anträge ein Be - gräbnis erster Klasse erhalten würden. gäbe für die Regierung und die Regierungsparteien nichts Bequemeres als das Sverrgeftf); Im gegebenen Moment könnten sie alle Versprechungen und (Erflärungen wie Papier zerreißen und brauchten nur auf das Sperraefeh hinzuweisen. Man streitet sich in Hessen um Widerstände, die in anderen Ländern nicht vorhanden sind, nickst In Baden und in Preußen, denn dort besteht der positive Wille, etwas für die Polizeibeamten durchzusetzen. Unter allen Umständen muffe die hesillche Regierung veranlaßt werden, diesen Streitfall über die Besoldungsordnung bis zur letzten Instanz bis zum Deichsschiedsgericht auszutragen. Die platonische Beteuerung, das Sperrgesetz verhindere die Erfüllung der Be- anttenwÜnfche, habe in Kreisen der Polizeibeamten Erbitterung erregt. Es gehe doch in erster Linie um die Erhaltung der Dienstfreudigkeit der Polizei: diese müsse durch ein HerauSheben der Beamten auS der allgemeinen Besoldungsordnung geschehen, denn für die Polizei wären die ^fahren für Leib und Leben so groß und es tou-^e so viel Diensteifer und Pflichtgefühl von den Beamten gefordert, daß sich dieses Berlangen rechtfertige. Cs liege in der Anerkennung dieses Tatbestandes durchaus keine Zurücksetzung der anderen Be- amtenkatcgorien vor. Der von der Linken des Hauses vorgeschlagene Weg der Devision der allgemeinen Besoldungsordnung könnte doch erst nach Zähren Erfolg haben. Der Dedner spricht dann für Annahme seines Antrages, der mo- n a t l i ch e n B e i h i l f e n für die Pelizcibeamten nach bestimmten Grundsätzen (Dienstalter, Ver- heiratung usw.) vorsieht. Auch hier müßte, wenn sich Widerstände ergeben, die Angr'egenheit bis zur letzten Instanz, dem ReicbssÄiedsgericht, durchgefochten werden. Der ursprüngliche Antrag Leuschner habe ähnliches gewollt, aber die Sozialdemokratie habe einen Dückzug angetreten und ihn zugunsten des allgemeinen Antrages Delp fallen gelassen. Dieser Antrag spreche in feinen ersten Absätzen nur allgemeine Wünsche aus, gehe aber nicht auf die besonderen Wünsche der Polizei ein. Dach einer Pause wird der Mißtrauen s- antrap^des Abgeordneten Galm auf die Tagesordnung gesetzt. Abg. Galm (Komm.) begründet seinen Antrag durch einen Hinweis auf die gestrigen Vorgänge im ßantHag. Abg. Glaser (Hess. Landbimd) gibt folgende Erklärung ab: Angesichts der Haltung, die die hessische Regierung wiederholt gegenüber Mehrheitsbeschlüßen des Landtags, zuletzt zu dem Antrag auf Drucksache Dr. 322 eingenommen hat, obgleich diese Beschlüsse nur durch die Stimmen einer Koalillonspartei ermöglicht wurden, mißbilligen die Fraktionen des Bauernbundes, der Deutschen Volkspartei und der Deutsch- nationalen Volksparlei diese Stellung der Regierung und sprechen der Regierung ihr Mißtrauen aus. Bei der Abstimmung über den Antrag der Kommunisten werden sich die drei genannten Fraktionen der Stimme enthalten, weil sie trotz ihrer grundsätzlichen Einstellung zur gegc loärtlgcn Regierung die überradikale kommunistische Auffassung in staatsrechtlichen Fragen nicht zu teilen vermögen. Der Antrag Galm wird abgelehnt. Es wird hieraus ei ie 31 ä ibe.unj zum Volks- schulgesetz in zwei Lesungen angenommen. Ferner wird der Tierärzteordnung in zwei Lesungen ohne Debatte zugestimmt. Auch zu der Regierungsvorlage über die baulich rn Derän- derungen am KurhauS in Bad-D anheim wird der Ausschußantrag (der etwa die Hälfte der geforderten Kosten bewilligt) angenommen. Dach Erledigung einiger weiterer Punkte der Tagesordnung werden die Verhandlungen über die Polizeifrage wieder aufgenommen. Abg. Leuschner (Soz.) wendet sich gegen die Anträge der Rechtsparteien, deren Durchführung .wegen der Finanznot deS Landes nicht möglich sei. Er empfiehlt dafür die Anträge feiner Partei. Der Redner verlangt in längeren Ausführungen eine DeuorganisationderPo- lizei, vor allem einen Abbau der Offizierstellen. Abg. Reiber (Dem.) meint, jetzt sei eine höhere Einstufung der Polizeibeamten nicht durchzuführen, aber in Zukunft, bei Beratung eines neuen Besoldungsgesetzes könnte man wohl den Wünschen der Polizeibeamten nähertreten. Oberregierungsrat Dr. S i e g e r t gibt im Damen des Innenministers eine Erklärung ab, worin er die Dotlage der Polizeibeamten anerkennt, auch das Verlangen der höheren Einstufung der Polizeibeamten sei anzuerkennen. Alle Wünsche müßten jedoch an der allgemeinen Finanzlage des Landes, an der Desoldungsord- nung und am Sperrgesetz scheitern. Dach weiteren Reden der Abgeordneten Heinstadt (Z.) Kindt (Dntl.) und Widmann (Soz.) wird die Abstimmung auf die Samstagsitzung vertagt. Bankzinsen und Wirtschaftslage. Berlin, 18. Dez. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages setzte in seiner heutigen Sitzung die Erörterung der Einwirkung der hohen Dankzinsen auf die Wirtschaft fort. Abg. Dr. Hilferding (Soz.) forderte eine umfassende Wirtzchaftsenqurie. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise sei immer mehr eine allgemeine Wirtschaftskrise geworden, die nicht mehr nur als Reinigungskrise anzusehrn fei. Die Ursache liege darin, daß schon seit 1914 eine falsche Steuerung der Wirtschaft zu burbach- ten sei, ermöglicht durch den Ausschluß der ausländischen Konkurrenz. So fei eine falsche Verteilung des Kapitals als Produk- tionsmittcl für die einzelnen Produktionszweige eingetreten. Die Kriegs- uno Inflationswirtschaft habe die Wirkung einer technischen Rückständigkeit der deutschen Industrie gehabt. Die schematische Kreditkontingentierung der Reichsbank könne keine volkswirtschaftlich nützliche Wirkung haben, weil dabei kein Ülnterschied gemacht werde zwischen vollswirtschaftlich nützlichen und anderen Betrieben. Die Situation unserer Währung fei sehr günstig. Ieht haben die Großbanken infolge der Kontingentierung ein vollständiges Kreditmonopol. Fällt dieses, dann wird auch der Zinssatz sinken. Von Reichsbankdirektor Hasse wurde erwidert, es sei zunächst unvermeidlich gewesen, bei der Kreditkontingentierung mit einer gewissen Schematisierung vorzugehen. Jetzt könne man nicht mehr von einer reinen schematischen Regelung sprechen. Auch die Leitung der Reichsbank verfolgt das Ziel, die Kontingentierung allmählich a u f z u h e b e n. Begründete Anträge würden heute nicht mehr zurückgewiesen. Reichs- finanzministerium, Reicks, ahn und RelchLvcr'iche- rungßanftalt für Angestellte haben eine Vereinbarung getroffen, daß sie bei der Ausleihung ihrer verfügbaren Gelder nicht einen höheren Zinssatz als 7,5 Prozent verlangen. Dur der Post und der Reichsversicherungsanstalt wurden für langfristige Gelder 8 Prozent zugestanden. Die mit der Weitergabe betrauten Beamten haben sich verpflichtet, ihren Zinssatz für ihre Gelder nur einen Prozent höher zu bemessen. Im weiteren Verlaus ber Aussprach: wurde betont, daß die Gefahr des Aö.inkens der deutschen Wechselkurse nunmehr überstand:n fei Besorgnisse in Währungsfragen sche i- den ganz aus. Der Status der Reichsbank ist ausgezeichnet. Das Gerede von einer neuen Inflation ist aus dunflen Motiven oder aus grundloser Sensatlonsfucht in die Welt gesetzt worden. Von verschiedenen Seiten wurde noch mit Nachdruck gefordert, daß wir endlich ooa der Zwangsbewirtschaftung loskommen. Dicht nur Lockerung, sondern die völlige Beseitigung der Kontingentierung des Kredites sei das Erfordernis des Tages. Ebenso nötig sei natürlich auch die Senkung der produktionsverteuernden Bankzinsen und des Diskontsatzes der Reichsbank. Dicht minder wichtig fei auch die Behebung der Absatzstockung durch ausgiebige Stärkung des Binnenmarktes auf dem Wege der Preissenkung. Der Ausschuß ersucht die Regierung, den Beschluß des Reichstags auf Abhaltung einer Wirtschastsenquete möglichst bald auszuführen. Kleine politische Nachrichten. Der Hauptausfchuß des preußischen Landtags hat sich mit einem Gesetzentwurf befaßt, der die Ausnahme einer Anleihe von 1 50 Millionen Mark für werbende Zwecke des preußischen Staates vorsieht. Die Anleihe soll nicht d.'.zu dienen, neue Unternehmungen zu erwerben, sondern die vorhandenen werbenden Betriebe der Elekirizitäts-, Bergbau- und Hafenverwaltung auszubauen und Mittel für die innere Kolonisation (Ordlandkulturen, Melioration, Siedlung) zu beschaffen. Oberreichsanwalt Dr. Ebermayer hat In Sachen des geplanten Mordanschlages auf Reichsauhenminister Dr. Dtresemann beim Staatsgerichtshof zum Schuhe der Republik die Gestellung eines Untersuchungsrichters beantragt. Man glaubt, daß die Wahl auf Landgerichtsrat Graske (Berlin) fallen wird. Die deutsche und die französische Regierung haben Abmachungen über die Durchführung des deutschen Gesetzes über die Behandlung dec Markanleihen der elsaß-lothringischen Gemeinden sowie über die nach dem Vortrag von Versailles sequestrierten deutschen Anleihen getroffen. Die fran- zösifchon Staatsangeh rigen werden für ihre deutschen Anleihen dieselbe Vorteile erhalten wie die Angehörigen einer jeden anderen Nation. Die sequestrierten deutschen Anleihen werden zum Teil freigegeben. Die holländis ch-deutschen Verhandlungen über die Abschaffung des Pahvisums haben zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Die Pahvisen im deutsch-n lederländ:f chn Fremdenverkehr sollen abgeschafft werden, auch soll eine Erleichteurng im kleinen Grenzverkehr zum 1. Februar 1926 in Kraft treten. In Königstein i. T. sind hier bisher von den Franzosen beschlagnahmte Hotels von der neuen Besatzung freigegeben worden. « Der Regent von Abessinien will Ende Februar eine zweite Reise nach Europa unternehmen. RaS Safari beabsichtigt diesmal auch in Berlin längeren Aufenthalt zu nehmen. Auf Beschluß des Kriegs- uni> Revolutionstribunals wurde der General Dogdanitzki, seine Frau und sein Adjutant in Taschkent standrechtlich erschossen. D gdanihki war deS Verrates beschuldigt, sowie bezichtigt worden, Beziehungen zu den Generälen der Weißen Armee und den russischen Emigranten im Auslande unterhalten zu haben. General Dogdanitzki war biS zuletzt Chef des Militärkreises Turkestan. Kunst und Wissenschaft. Cine deutsche arktische Flugzeug- cxpcdition. Der in Frankfurt a. M. lebende Nordpol- ßorscher Theodor Lerner wird mit Unterstützung deutscher und amerikanischer Interessenten und Mäzene im Mai nächsten Iahres eine deutsche arktische Flugzeugexpedition unternehmen. 2llö Expeditionsslugzeug dient ein mit den neuesten Verbesserungen ausgestattetes Dornier- Wal-Flugbovt, das bekanntlich auch von Amundsen benutzt wurde. Zum Startplatz auf der Amsterdam-Insel Nordfpitzbergens sollen die Flugzeuge in mehreren Etappen fliegen. Die Expeditionsflugzeuge erhalten Funkstationen von ca. 1200 Kilometer Reichweite, photographische Aufnahmeapparate, sowie ein modernes Instrumentarium für Ortsbestimmungen, geographische, ozeanographische und aerolog.sche Untersuchungen. Die Hilfskräfte bestehen aus erfahrenen Meteorologen, Funkern, Reservepiloten, Monteuren u. a. An Bord der Flugzeuge befinden sich je ein Führer (zugleich Beobachter), ein Funker und zwei Piloten. Technischer Mitarbeiter ist Dr. v. LangSdorff, bisher Dozent für Luftschifffahrt an der älnioerfltät Riga. Die Forfchungü- flüge sollen mit einem Flugzeug ausgeführt werden, während das zweite in Reserve bleibt, aber die dauernde Verbindung mit dem ersten aufrecht hält. Von dem Startplatz auf Nord- spitzbergen aus sind Flüge über Nordostland nach Franzjofephslanv und darüber hinaus, andererseits nach Grönland geplant, die außer anderen Aufgaben durch Lotungen über die vermuteten früheren, jetzt versunkenen Landbrücken Klarheit zu schaffen versuchen werden. Der Aktionsradius der Flugzeuge beträgt über 2030 Kilometer. Die Ausreise der Expedition erfolgt im Mai nächsten Iahres von Frankfurt a. M. aus- Für die Rückkehr ist der Qlugujt in Aussicht genommen.. Aus aller Welt. Lawinensturz in Thüringen. Zwischen Spechtsbrunn und Puchbach bei Gräfenthal ist kurz nach 10 Uhr Freitag vormittags eine größere Schneelawine mit ae- wattigem Getöse 3 u T a l gegangen. Aus dem Schiefergriffelbruch arbeiteten im Tagbau fünf Ausräumer. Sie wurden sämtlich von der Lawine verschüttet. Aus den Nachbardörfern hcrbeieilenden Einwohnern gelang es, um 2 Uhr nachmittags die ersten Verschütteten aus dem fast haushoch liegenden Schncemassen zu bergen. 3n halbstündigen Etappen wurden weitere Verschüttete zutage gefördert. Zwei von ihnen sind tot, drei konnte man lebend bergen. Verkehrsstörungen in Pommer«. In Pommern find so starke Schneefälle zu verzeichnen, daß der Verkehr auf den Staatsbahnen nur mit größeren Verspätungen aufrecht erhalten werden tonnte. Die Kleinbahnen haben den Verkehr fast überall eingestellt. Besonders stark waren die Schneefälle in Oft- Pommern, wo verschiedene Züge der Staatsbahn ebenfalls im Schnee stecken blieben. Heute sind zahlreiche Schneepflüge zur Beseitigung von Verkehrshindernis, en entsandt worden. Wolssplage in Iugvs'awien. Aus allen Teilen Iugoslawiens laufen Meldungen über Schnee stürme ein. Der Eisenbahnverkehr wurde eingestellt und die Fernsprechverbindung vielfach unterbrochen. Nachrichten aus ^leskueb besagen, daß Wölfe sich mehreren Ortschaften genähert haben. Eine Gendarmeriepatrouille wurde von Wölfen angegriffen und wird seither vermißt. Die Gendarmen wurden wahrscheinlich zerfleischt. Auch mehrere Kinder sind den Wölfen zum Opfer gefallen. Gemäldeschwindel in Düsseldorf. Die Düsseldorfer Kriminalpolizei ist einem großen Gemäldeschwindel auf dir Spur gekommen. Der Gemäldehändler Iohawr Fertzki, ein früherer Friseurgehilfe, wurde sestqenommen, weil er überführt worden ist, eine große Anzahl von Gemälden, die er mit den Namen berühmtem Maler versehen hat, in den Handel gebracht zu haben. Die Gemälde wurden in Elberfeld, Homburg v. d. Höhe, Ruhrort und Essen umgesetzt. Bei einer Haussuchung bet Fertzki fand man noch 85 Gemälde, die gefälschte Namen trugen. Die Polizei nimmt an, daß noch mehrere Personen in diese Angelegenheit verwickelt sind. Wettervoraussage. Nachts kalter bei schwächerer Bewölkung, später wieder südwestliche Winde und trüber. Die Entwickelung eines Randwirbels im Rük- fen der nach Finnland abziehenden skandinavischen Störungen über der Nordsee hat das Zuströmen kalter Lust in unser Gebiet, das in Schweden wieder ein Fallen der Temperaturen bis zu Minus 20 Grad Celsius verursacht hat, bisher verzögert. Nach dem Writerziehen deS RandtiefS In Richtung des Hauptwirbb.8Ubr. - 8>t0l) Danksagung Für die zahlreichen Glückwünsche zu meinem 70. Geburtslage, die alle einzeln zu beantworten mir unmöglich ist, danke ich herzlichst Dr. August Roeschen örMW MAN "gewLnWeu .«oditatrnng itllreln v.or?isiverl Ole BWkfie unlü.-Dniüetet. R. Longe. Gietzev. Skvvfftt.7. Der bewährte 6/24 PS D i x i • Personenkraftwagen, besonders geeignet für AfirZtC* BG3filtleilcvwaren. . _ uöUia ncu.28 nmet Bettkolter,Frottierwasche,Tischdecken,weiße nissend. lethiufiub Tischtücher, Servietten, Teegedecke, Unter- ll**ü I8-1 wäschefür Damen und Herren, Reform sch lupf-, nl!!Ük!l ulllkü' hosen, Damen-Strümpfe Soll Etagengeschäft Sonneborn AHcestraße 11, neben dem „Hessischen Hof“ ' stelle d. G A- OluOfM1 Dipl.-Ing. Wilhelm Hommel, Frank.urv a.M.» Paul-Ehrlich-Str. 23 ften Umtausch n°ch^! iie Eeschästrleuü w* ein( nicht behaupVlwB Iber S'bA Tatsache, igen, ri£f,ercm „ Än, »o’J* gerade W W braucht. - iü> was sie »"A. das nch t es gak n'^L„ sshststbaum 1“ . 2Leihnachls|leu°e , Biel M kAKL SiK? sfs'sst er I MW a-ibwasch,^. 1 i uhe. %„biel VrnhI1( uberw " 0U^|r KR6B ?H 5;.,n I 5 le S &• ,eiato, nb h>;r) t6U?urbe t!! imD den s? & M is Voraussage. ^öllung. Winde und Mh« : ^andwirbrls bn W ,7r Dct Dordsee hat da» unser Temperaturen uäSK esvruikslvrungen vom qtlan* 1 * und für die nächsivi 1 3u tarnen von kalter west. ; len ist. mahlten: Aarinmm iß mm 0,7 Grad Celsius, aiie« neter. Heutige Aorgentm- elsiuS. Ländern nock bestehenden, nicht tn seinen Plan passenden besonderen Einrichtungen zu beseinaen. Der Verband möchte nicht, dost er mit seiner Warnung zu spät komme. *• Die Ortsgruppe Gissten de» Ge-- werkschaftsbundes der Angestellten (©. D. A.) veranstaltete am (eamstaq aus der Lie- bigshöhe ihre diesjährige Weihnachtsfeier, die einen überaus zahlreichen Besuch durch die Mitglieder sowohl, als auch durch Gäste aufzuweisen batte. Nach einem von Frl. M. Schupp gesprochenen Weihnachtsprolog hielt, so berichtet man uns, der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Zecher, die Begrüstungsansprache, in welcher er auf die Be° deuiunq beutfdjcr Weihnachten hinwies, und die in dem Wunsche ausklang, oast wir dieses schönste aller deutschen Feste recht bald wieder als freie Menschen in einem vom Feinde freien Deutschland feiern möchten. Bei verdunkeltem Saal und brennendem Weihnachstbaum erklang alsdann das alte deutsche Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht". Darauf hielten weitere Einsprachen der Geschäftsführer des Gaues i)effen im G. D. A., Stadtverordneter G e st n e r - Frankfurt a. M., so- • wie Bezirksgeschäftsführer Heger- Wetzlar. Ein sorgfältig zusammengestelltes, sehr reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm, bestehend aus zwei Theaterstücken, Elfenreigen, Volkstänzen der Iugendgruppe, Musifstücken, Verlosung und Tanz füllte den übrigen Teil des Abends und der Nacht aus. Besonders hervorgehoben zu werden verdient hierbei der Elfenreigen, der von 8 Mädchen der Jugendgruppe bei bengalischer Beleuchtung aufge- führt wurde und brausenden Beifall auslöste. Die Veranstaltung nahm einen genußreichen, harmonischen Verlauf, und die Ortsgruppe kann mit dem Erfolg dieser Feier sehr zusriegen sein. weist". Dabei wird sich — so schreibt man uns — „die weltbekannte Jodlerlönig-n Martha R e u b i mit ihren heimatlichen Gebirgsw'isen. AlPenliedern und verschiedenen Jodlern hören lassen. Die in allen Grostsiäbten gefeierte Schweizer Diva gibt ihre e genen Schöpfungen im Rahmen eines Alpensings.1ms von landumsassen- den Motiven und Stimmungsbildern, wie die herrliche Schweiz zuvor nie im Bild festgehalten wurde." ■* Einmalige Zuwendung für Tlilitärrcntenempfänger. Die Militär- rentenempfänger erhalten für Dezember eine einmalige Zuwendung in Höhe eines Viertels der einmalige Zuwendung in chöhe eines Viertels der ihnen im Dezember zu gewährenden laufenden Ver- forgungsgebührnisse. Die Auszahlung erfolgt in der Weise, daß die Versorgungsämter die Zahlung der einmaligen Zuwendung mit der Zahlung der lausenden Rente für Januar 1926 verbinden. Den Gesamtbetrag an Rente erhalten die Empfänger vo 1 28. Dezember an. Die Zahltage bei den Post- anstalten sind der vom 28. Dezember an. Die Zahltage bei den Postanstalten sind der 28., 29. und 30. Dezember. Die Fürsorgestellen zahlen als einmalige Zuwendung ein Viertel der für Dezember zu gewährenden Zusatzrente möglichst noch vor Weihnachten an die Empfangsberechtigten aus. " Glückwunschkarten zu Wei'h- nachten uni) Reujahr dürfen, wenn sie in Form von Postkarten vs.e i versandt und im Fernverkehr gegen die Gebühr von 3 Pf. befördert werben sollen, außer d?n sog-nannten Al-s.nder- angaben (Absendetag, Rame, Firma. Stand und Wohnort nebst Wohmung des Ab'enders, gern- sprechnummer, die Telegrammanschrift und Tele- grammschlüssel sowie Postscheck- und Bankkonto und sonstige geschäftliche Merk» und Kennworte) auch noch die für Teildrucksachen zugelassenen Änderungen und Zusätze bis zu 5 Wort:n, die in sachlichem Zusammenhang mit dem Vordruck auf der Karte stehen müssen, wie „wünscht Dein" oder „zum Jahreswechsel sendet mit Grust" u. dgl. enthalten. Auf Glückwunschkarten, die in offenem Briefumschlag verschickt wenden, sind andere als die Absenderangaben sowohl im Orts- als auch im Fernverkehr nicht gestattet, wenn die Beförderung für eine Gebühr von 3 Pf. erfolgen soll. Mit Zusätzen der obenerwähnten Art bis zu 5 Worten kosten sie 5 Pf. Gedruckte Besuchs- (Visiten-)Karten, auf denen handschriftlich mit höchstens 5 Worten ober üblichem Anfangsbuchstaben Glückwünsche, gute Wünsche, Danksagungen, Grüste ober- ähnliche Höflichkeitsformeln zum Ausdruck gebracht sind, kosten in offenem Umschlag versandt ebenfalls 5 Pf. ülnzureichend fr-i- gemachte Sendungen werden mit Nachgebühr belastet. Hm Weiterungen zu vermeiden, kann daher den Versendern nur dringend geraten werden, die angegebenen Bestimm ngen zu brachten. ** Die Ausweise zur Inanspruchnahme von Fahrpreisermästigungen verlieren mit dem 31. Dezember ihre Gültigkeit. Die Iugendpslegevereine unserer Stadt, die von dieser Vergünstigung auch im neuen Jahre Gebrauch machen wollen, werden heute in einer Bekanntmachung der Stadtverwaltung zur Einreichung von entsprechenden Anträgen aufgefordert. Näheres in der Bekanntmachung. ** Ausstellung „Hessische Künstle r - Hilfe" im Turmhaus am Brand. Die für die Auslosung angetauften Kunstgegenstände sind in der Ausstellung an einer Wand zusammengestellt. Trotzdem die Lose recht guten Absatz fanden, steht immerhin noch eine größere Anzahl zum Verkauf. Hoffentlich findet Sonntag ein recht reger Besuch statt mit dem Ergebnis, daß der Nest der noch vorhandenen Lose verkauft wird. Die Aus- lifung ist bekanntlich am Montagnachmittag. Das Ergebnis wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Die Badezeiten im Volksbad sind während der Weihnachts- und Neujahrswoche ge- ändert. Näheres ist an dem Aushang im Volksbad unb Gaswerk ersichtlich. (Siehe heutige Bekanntmachung.) •* Goldene Hochzeit. StuHlschreiner- melfter und Rohrmöbethändler PH. Henkel und Ehefrau Emilie, geb. Schoninger. feiern am Montag, 21. Dezember, das Fest der goldenen Hochzeit. •• Personalien. Ernannt wurden die Schulamtsanwärter Ernst Lotz aus Ober-Hör- gern zum Lehrer an der Volksschule zu Höingen, Kreis Alsfeld, und Ernst Zinßer aus Grün- berg zum Lehrer an der Volksschule zu Busen- born, Kreis Schotten. — In den Ruhestand versetzt wurden der Oberassistent bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Wilhelm Heß auf Nachsuchen mit Wirkung vom 16. Januar 1926 und auf Grund des Altersgrenzegesetzes der Oberbademeister Franz Kissel zu Bad-Nauheim am 1. Januar 1926. ** D i e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Lich, Großen-Linden und Allendorf an der Lumda feftgefteUf worden. Die üblichen De- kämpfungsmaßnahmen sind angeortmet. In Stein- Heim ist die Seuche erloschen. '* Aus dem Gießener Standesamt s r e g i ft e r. Cs verftarben in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 6. Dezember: Lotte Wilker. 2 Tage alt. Steinstrahe 61; Katharine Schmidt, geb. Olbrich, Wwc., 78 Jahre alt, Frankfurter Straße 79; Peter Merkel, ohne Beruf, 72 Jahre alt, Licher Straße 74; Heinrich Schäfer VII., ohne Berus, 70 Zähre alt, Licher Straße 74. 7. Dezember: Johanna Müller, ohne Beruf. 77 Jahre alt, Wcidengasse 6; Auguste Johannette Bourgeois, geb. Petri, Wwe.. 68 Jahre alt, Wolkengasfe 27; Hermann Menzel, ohne Beruf. 69 Jahre alt, Licher Straße 74. 8. Dezember: Hildegard Lenz, geb. Freiin v. Wol- zogen, 42 Jahre alt, Ludwigsplah 10. 9. Dezember: Katharine Becker, geb. Werner. Wwe.. 58 Jahre alt, Bahnhofstraße 355,10. 10. Dezember: Melchior Wallbott, Bahnhofsvförincr L R.. 77 Jahre alt, Frankfurter Straße 81. 13. Dezember: Julius Kann, Kaufmann, 42 Jahre alt, Lindenplah 1: Friedrich Karl Schreiner, Bäckermeister. 67 Jahre alt. Edcrstraße 5; Anna Schwabe, geb. Flick. Wwe.. 57 Jahre alt. Lud- wigsplatz 15. 14. Dezember: Hermann Höpfner, Finanzamts-Bureauvorsteher L R., 69 Jahre alt, Bückingstraße 2. 15. Dezember: Gerhard Dirlam, Weißoinder, 62 Jahre alt. Kaiserallee 38. ** Der Reichsoerband der Bureau- an^e ft eilten und Beamten, Sitz Berlin. Bezirk Mainz, Fachgruppe der Finanzamtsanaestell- ten und Untererheber, hielt in Gießen seine Herbsttagung für die Provinz Oberhessen ab. Neben der Erledigung der allgemeinen Berufs- und Lebensfragen der Finanzawtsangestkllten und Untererheber entspann sich eine längere Debatte über den zur Tagesordnung stehenden Punkt des weiteren Bestehens der hessischen Untererhebstellen. Nachdem bereits im vorigen Jahre und im Frühjahr dieses Jahres durch den energischen Abwehrkampf der Berufsgewerkschaft der Untererheber sowie der Hess. Regierung, des Hess. Landtages und insbesondere des Hess. Bauembundes und der Hess. Zentrumspartei das Reichsfinanzministerium gezwunaen wurde, von seinem Plane, die Untereryeberstellen in Hessen aufzuheben, Abstand zu nehmen, ist von feiten des Reichsfinanzministeriums die Beseitigung der hessischen Untererhebstellen erneut ins Auge gefaßt worden. Daß die Aufhebung der in Hessen feit 25 Jahren bestehenden und gut bewährten Einrichtung der Untererhebstellen für die Bevölkerung des flachen Landes große Nachteile bringen würde, bedarf feiner befände ’n Erwähnung. Die Derbcmds- leitung des Reichsverbandes erachtet es als ihre Pflicht, schon heute die Vertreter der Landbevölkerung im Hess. Landtag, als auch die Hess. Regierung auf die erneut von Berlin drohende Gefahr der Beseitigung der Hess. Untererhebstellen hinzuweisen. Der Zentxalifck onsgedonte des Reichsfinanzministerieums sucht mit allen Mitteln die in einzelnen süddeutschen Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Jos. Strauß und Eo. und deren Inhaber H Aalt in Gießen wird heute' am 16. Dezember 1925, nachmittags 5 Uhr, das Konlur^verfahren eröffnet. Der Buchhalter Heinrich Friedrich, Gießen. Kepierstraße Ar. 5, wird zum Turnen, Sport und Spiel. Der neue Tennisdav. vo. Mit dem 1, Januar 1923 treten für den internationalen, wie für den deutschen Tennissport wichtige neue Da l Ire g ein. die die Federation Internationale in Pr Hontnnmnn. k'r W. Klein. Engelavoidek«. Zatzuar»t: Dr Haubad), Seltervrvea. jlMkitnWne uni) -Ivkibchku vrciSiv. a. verk. 010009 Scbottttr. 15 III r. Einine Kanarien- hähne btütg abtiiflcb. 01010• v. StGt.Haminstr.34 LiiliGer- nnö M- Es wird zur Befchlußsaffung über die --------- Beibehaltung des ernannten oder die llllllllllllllllllllllillllllllllin j Wahl eines anderen Derwallers, sowie 1 Einspänner- Über die Bestellung eineß GläubigerauS- DiESEiMOTQKt In jeder Größe / für alle Treiböle als Langsam- und Schnelläufer in gesc ho bener und otfenor Bauart H ...................„.luiiil'lHiumimimwmnmmnni Plötzlich und unerwartet verschied am 15. Dezember in Goslar mein lieber Lohn' Fa ie Marie M K Schwalb unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe im Alter von 60 Jahren, im blühenden Alter von 29 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Dezember 1925. Gießen, den 17. Ww. Adjutant Friedhofes aus statt. oieoio im 15. Inf.-Regiment Die Einäscherung fand am 18. Dezember in Braunschweig statt. 11859D Schmiedemeister i. R. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Henriette Schreiner geb. Nikolei Steinbach, Hausen, den 17. Dezember 1925. findet Sonntag, den 20. Dezember, Gießen, den 19. Dezember 1925 nachmittags 2'/, Uhr, statt oioora 11867D Stellenangebots) Herrn Melchior Wallbott herzlichen Dank. Svatere Im Namen nicht ^schlossen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Gießen, 18. Dezember 1925. 010088 Bellersheim, Hungen, den 18. Dezember 1925. Danksagung Im Namen Herr Gastwirt Johannes Waldschmidt im Alter von 85 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen (Stellengesuche) 010103 Leihgestern, den 18. Dezember 1925. lMietgesuche~| evtl. Familie Karl Stühlen Großen-Buseck, 17 Dezember 1925. 010034 Danksagung, Marianne Die Hinterbliebenen Lieh, den 18. Dezember 1925, 010049 Vertreter: Ernst Krause, Mühlstr.20 findet Montag, den 21. Dezember, Uhr, von der Kapelle des Neuen gesucht. Heirat Ängeb unter 010102 a. d. Gieff. Anz erb Die Beerdigung nachmittags 2'/, mit Heizung. Sehr Angeb. mit Preis um 118631) an den Gleff. Anz. erbet. Zum 1. trüber nach langem schweren Leiden im 77. Lebensjahre zu sich zu rufen. Jonny Möhring und Frau nebst Kindern und Verwandten. ns- chrtftl. Heute Nacht 12 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Auf diesem Wege danken wir allen herzlich für die überaus zahlreichen Blumenspenden und die Beileidsbezeigungen, welche uns bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen zu teil wurden. Emilie Angermüller geb. Ußner Adolf Angermüller und Familie Willy Korker und Frau Berta geb. Angermülle Beerdigung: Montag, den 21. Dezember, nachmittags 3 Uhr. 11910D Herr Gastwirt und Bierverleger der Gambrinus- Brauerei Melchior, Butzbach Wiesbaden, Worms, Gießen, 17. Dez. 1925. Wilhelm Weil. Gießen, den 17. Dezember 1925. hssgd Heute nachmittag 41/, Uhr verschied nach langem -chweren Leiden meine liebe Frau, gute Mutter, Großmutter und Tante Aeltere, gebildete Landwirtstochter, oö. kinderl. Witwe, dte VI be zuKmdern bat, auf mittleres '.Bauern int als Haushälterin Drucksachen oller M die vrühl'fche UniversitSts-Drmkerd, 8. Lang'e, Stehen. Schulftr. 7 Landw -Tordter, 22J,wünscht Stelle in besf. Harne, wo Gelege nh. geb ist, das Wochen zu erlernen. Gute Beb Beding. Angel), ni. GehaLSana- nn.er I . 8. vottlaacrud Vieh (OVeibJ. UaejD Herzlichen Dank für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Mädchen 18 Jahre oh, aus Jugenbetiii a. d. B , such! Stelle a. 15. I. ob. l. II. I!f26 als Alleiumadchen um sich in feinerem Hausdali weiier aus- Auliilbcn. Lchr.Ang. u.OHOUDn. ö G. Anz. tt - Zimmer Wohnung ekucht ocfl Voraus- rnbluna der Miete auf 1—1' , Jahr. Schr. Angeb. unter 010078 a. d. Äst. Anz. ierm. 1*2 Usiaer, .•lehr Vicht, Gas, Kochgeleq'Nbett. •teuer, in gutem Hause, wenn einige 1000Ulf ans l.Hyv regel), wrd . Für die vielen Beweise wohltuender Anteilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Für die innige Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter und Schwester sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. ßenarierMlie und -MMe» dieSjahr. prämiiert. Stamm, billig ab- Augeben. 0100 >7 Wettergasse B III. «ounen ■Lauen .trabe r» iofoit a. venn. Räb. Becker, Landgraf Vbil.-Vl. 10 I. Mg?s. loidiges Mädchen aus guter Jamilte. a. liebst, vom Vande, f. kl. Haurh los. ob. später gesucht. Anmeld. bei ^ran Groh, Wieiert, Altccur. 4t$. [010083 Benftou Brenü Neuen Bane 22 Gut mW. Zimmel Beite Bervftegung Teu 1085. M!2D BasallslöHi geeignet f. ®roi= u. Klelnvslaitersteine, tu d. Nähe d. Bahn gelegen mit fämil. Inventar. weg. Aus« mibe des Geschäfts preiswert zu verf. Schr. Ang u. 11 75D an den Gieff. Anz. der trauernden Hinterbliebenen: Marie Wallbott geb. Häuser. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Größer geb. Krausch Heinrich Größer und Familie Karl Größer und Familie Christoph Größer und Familie Anton Haas und Familie. Heinrich Angermüller im Alter von 58 Jahren. Frau Sanitätsrat Dr. Gebb Herta Weil Werner Gebb, Oblt. und tiiiiiiiiiiiiiiiiiwiiiiiniHiiini Tüchtiges MW in Küche und Haus bewand, mit guten Zeugnissen gesucht zum 1. Januar 1D2B ober später. Borzustellen alltags von 4-f> ItOr. 1118981 > Frau 3ofep Deu'er Senivelsabrik Frankfurter Str. 129 QllllllllllllllllllllllllllllllllD Die trauernden Hinterbliebenen Philipp Pfaff Philipp Pfaff und Familie. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme wie für die reichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe bei dem uns getroffenen schweren Verlust sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. der trauernden Hinterbliebenen Dr. Ernst Schwabe. Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel M" E te v,r I I ■■ M H MM K W D .■ \"(A, DM MM H KKW i 8 L KW i WM tv " 8 % ■ Lebensmittel- Vertretern die tnfolfle jahrelanger Geschäftsverbindung bet den Feintoü- u. rrolonialwaren- geschäslen, Fleischereien ufro. bestens e»n° gefühlt sind, bteict sich Gelegenheit »um ständigen Berkaus eines erstklassigen Fabrikats in Schnellwaagera bei outen VerdtenItmögUchketten Bei entsprechendem Grkolg wird Alleinvertretung übertragen Nur allererste, unbedingt seriöse Berkansskrä'te gesetzten Alters finden Berück ichtigung. Schriftliche aus führ!. Angebote unter 118181) an den Gies?euer Anzeiger. Ve rtreter für Gewürze. Tee, Kakao und sonstige Genmniittiel von erster Firma gegen t-ohe Provision gesucht. Eingei. Herren bevoiz. Off unt. F, T. 4301 nn ALA Haesrneteia & Voller, FranXtnrt a. BK — 11 51A Zchristsetzerlehrling vruckerlehrling Wir stellen zu Ostern 1926 noch je einen in der deittschen Sprache sowie im Rechnen und Zeichnen belästigten Jungen ein örühl's eklnlvttfitäts-vuch- und Steinüruckerei, Schulstr. Z Bekanntmachung. Beir.: Anträge auf ^ahrpreisermäffigung. Die für das laufende Jahr ausgestellten Ausweise zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung verlieren mit dem 31. Dezember ihre Gültigkeit Jugendpflegevereine der Stadt Gießen, die für das kommende Jahr in den Genub der Fahrpreisermäffigung kommen wollen, müssen schriftlichen Antrag unter genauer Angabe von Flamen und Sitz des Vereins und der Anschrift des DereinSvor- sthenden dem Jugendamt der Stadt Giehen, Gartenstraffe 2, Zimmer 14, einreichen. Die Ausgabe der Ausweise erfolgt durch die hiesige Eisenbahnstation. Verein e, die seither nochnicht im Besitze eines Ausweises waren, haben dem Antrag eine Bereinssatzung beizufügen. Giehen, den 16. Dezember 19z5. Der Oberbürgermeister. Wohlfahrtsamt (Abteilung Jugendamt) Dr. Frey. 11857B I p. Vamen- süer, 1.72 1 Kinderlicgcwa- geu. I Kinder sitz- wagen, 1 Kindcr- badewanne zu verkaufen. Aäheies in der Geschäftsstelle deö G). Ani. 010077 Isitzig. Rodelschlitten bilitq zu verk. 0luOS1 Westanl. 44. 2 Tr. SlützlstUIM» zu verkaus-n. ,l0063 Weierftr. 16 v. Ein Zweisitzer' LtiiMilikii zu verlauf. 010071 'itiilbclmftr. 1? v. MKM mit Schienen und v el Zubehör ab» zugeben. 010082 torabenftr. 4 I. r Ipita'ieii aller Art billig »n ueifmifcn. 010091 Ebelstraffe iS y. Drei schwarze SmeMe zu veikan'en An- Aiifetien Babnbok» ftttüc 10V. f,iWD | KaufgesuchT] Äleinei Füiiof«*n iu laufen gesucht. ff. u. v79an Herio. Block li'. 5. I19»h 1. T. V. Arn Sonntag, bem 20 XII, nböo. 8 UOr, tu. Bereintzhelm, Fau'sdiii, Bahnhof' straffe: W'ilMMnrivc. Nege Beteiligung der Turner u. Tnr- nextnnen erwartet iit» sc derVo stand. [" Vereine MMMM UEZlstffegs- SkMMiglük und 8'l?griWlsi' hii-äeaer E. V. Ortsgruppeökr en. Wävaihls-Kicr Sonntag, 20. Xll., Laalbau Sauer, Oswaldsgarten 3 Ubr: Bescherung der Kinder, 8 Uhr: VyanuUenfcier. Wir laben unsere Mi «gl- nebst w An- gehörtgen hetri. ein. Der Vorstand. Stadttheater Sonntaa, 20. Dez. Auster Abonnement Kleine Pieife von 3 bis nach 5 Ubr Die fflSiiftröntgln ober Wie der ®oiö 19 öle statt km. Weihnachtsmärchen mit Munk u Tanz tu 5 Bildern von Geiffler. 10. fonrrag-Hö.-Brff. von 7 btS aeg. lO llhr Det wollte 3cicö. Schivank >n 3 Ak en von Arnold u. Bach. DienStaa, 2?.Dcz., ll.Dle^sMg-Av. Vrll. von 7'/, bi§ 10 Ubr Lanze'ot o. Sanderein Aliflämilckes Schauspiel. ans dem flämischen von Huebner Hier auf: Vas UDOftfilDiei von Mell. Mittwoch,2».Dez., 11TMllM0ly-AÜ.-vrsl. von?' ,b. nndtloUbr bßumeifter SolneB. Lchausvteltit3Akten von Henrik J.'sen. Freitag. 25. Dez., (1 Reiertngi 12.3l"»lIsI'AVll.'vrsk. von 7 ris 9*, Uhr lanze'ot u. Sanderetn. AltflämilcheS Schau« spiel, anS dem,'lä« mischen von Huebner Hieraus: Das Avosikisplel von Mell. Samstag. 26. Dez. (2. Feiertag' Auster Abonnement. Ermästtate Brette Bum letzten Male von 3'/., b geg. tl i hr üer Sotnlllentsg. Viififotel tu 3 Akten von Gust.Nabelburg. Auster Abomiement. Getvöbnltche Preise. Von 7 biS 9*/4 Uhr Heimliche Erautlahrt. Vustspiel in 1 Vorspiel und 3 Akten von Venz. Sonntag. 27. Dez. (3. Actertafl): Auster Abonnement. Kleine Preise Ton 3 biS n -ch siUbr Sie milufetflnifiiü oder Wie der WM in cte Staat inm. Wethnachismärchen mit Musik und Tanz tn 5 Bildern von Geistler. n*Lc 11. NlilagM.-vksl. von 7 btS 9'/, '-be Ser rootjte 3otoB. Schivank in 3 Akten von Arnold u. Bach. * nt.29 Kn-f °nde 'fern 3, flamme Kn fiel, tre*en, |[| wacht Qis --ht ei8er Andere friste xngeht n Autze Von Ist 5 Finnland ihnen °b doch ve l ein l,arte auf denen Sn derM'N Di hat die 9 toi " »h--° hat und f- aen mH de PubMaste Sie erkläi des für r Frage no-i fonurxn, wäre. So, ,'chen §ngl' Mt bi£ Völkerbund etwas Enk Abrllstu an Deutfd 15. Janua Wirtschaft! und deren inan auck stehe, bei! beiden ist wird die ( men und und so Q Wünsche. Die® weilergeD renj von Berlin im mrgezeichn sagüche ja i Konkreter, hart aasen politischen Abrüstung dem Völk« schon in l wrische N denken? Ü anderen € man ein 1 nnb untere es sich mit ' nichts errei formuliert darüber zr gejagt Has denken, z.' htüstuna", nmgsstark eines jede! Andustriek rüstung 1| ichend her Ansprüche nachdrückl Die 3 mit der । arbeit be frage aui biem in d 'luseinani Staat da! Unnbabrül heute van die Abruf! Amerika i Washington uberläht A weiletiubti Verhattniz ru(tung un o>e ganze' und unters bekannt, b Kankrei» Nutzung Ä 3m a fSrnpft m legen die "ator 8oi machen. 2| l°8e der h"d doch jr geworden, man weiß UM 8 Rettung A y °as bi t*l|! t ^un «NI bi B bei" Er-naK Maie Vttbr. 9um l-«^i!Ur ihr- S?«S A»«H! '"z -klt '»iel JnnVen«-... iin^j AWi> MV» » men- 1.12 icgcwa- nberffc flinber e Mi vrr- beieö in if/büelle . 0100/7 010071 :r. HS: !inSbc>^, $nbni>of Stadttheater SonntM.M. 1t». Aui-.n ttbotmtment kleine ’öitilt von 3 bi Z nach üW Die BlWiWi ober WUM Ml neu und -hör nb- U10US2 r. 4 I. r nntiiiachuna. Mieten mit mber ihre Güitig,cjt Jugend. ÄS?1!1 ®*eben, die ,üi ,n.ben ®°uib bet mihtgung tommen wollen l'chen Antrag unter gena^ n Damen und Sih bei Btt. et Qlni^nft des Aeteinsovt. 1 Jugenbamt berStabiSiehm e 2, »immer 14, einreichen. ’ Sgabe bet Ausweile erfolgt lebge EilenbahnNativn. , die seither nochnichi im Ae. luSweises waten, haben dem e Aereinslatzung beyufigm. den 16. Se^mber 19t5, r Obetbürgermcifler. amt (Abteilung tytnimi Dr. $reb. I185ZB LKL ■ A-°-L bPAfH n'llr, $i‘De,nL W* ;,e®^en' !^nn licn'Hre in 5 Silbern uoc 1 Geinter. IQ/OOWÖ.-M von"bt? 010001 ^LlU1 ;vnrze Äk W"Wg isuciie] «tÄ ’S (giitMtnn. ‘ y D.iWeüinüMmarchen — \mh ÄiM u Toni n. 11W x. 16 V. !lsitzer> llr. 297 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejsen)Samstag, y>. vezember 1925 Außenpolitische Umschau. Don Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M. d. R. In Deutschland, Frankreich, Holland, Polen. Finnland und wo sonst sind Regierungskrisen. Reben ihnen aber muh überall die auhenpoltttsche Arbeit doch weitergehen. Denn in diese kommt unzweifelhaft ein stärkeres Tempo als bisher. Die beiden Linien, auf denen sie läuft, sind die des Völkerbundes in den Deutschland im Frühlahr eintritt, und die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Ratsversammlung des Völkerbundes in (Senf hat die M o f s u l f r a g e , wie man so sagt, ent- chieden. Und zwar in dem Sinne, daß das Mossul- gebiet dem Irak zufällt, mit einer Grenzlinie, die ungefähr der sogenannten Brüsseler Linie, der provisorischen Demarkationslinie entspricht. Am 16. Dez. wurde dieser Beschluß öffentlich bekanntgegeben. Er weist also Mossul Großbritannien zu, verlänaert dessen Mandat um 25 Jahre, vorausgesetzt, daß das englische Parlament das annimmt. Zu diesem Zweck hat England einen neuen Vertrag mit dem Irak vorzulegen. Die Idee ist, daß während der 25 Jahre das Jrakgebiet so selbständig hat werden können, um in den Pölkerbund zugelassen werden zu können. Während England diesen Beschluß angenommen hat und seine Bereitschaft zu freundlichen Beziehun- gen mH der Türkei betont, hat die Türkei sich bei der Publikation des Beschlusses gar nicht vertreten lassen. Sie erklärt die Schiedsentscheidung des Völkerbundes für null und nichtig. Zu Ende ist damit die Frage noch nicht. Aber schwerlich wird es zu Gewalt kommen, wo England der Türkei weit überlegen wäre. So werden wohl direkte Verhandlungen zwischen England und der Türkei notwendig werden. Mit dieser Entscheidung wurde die Tagung des Völkerbundsrates abgeschlossen, mit der er also etwas Endgültiges nicht zustandegebracht hat. Be- K hat er, was Europa mehr interessiert, die 'tungskonferenz mit einer Einladung an Deutschland, Amerika und Rußland, die am 15. Januar beginnen soll, und die internationale Wirtschaftskonferenz, die Loucheur vorgeschlagen hat und deren Zusammentritt noch bestimmt wird. Wie man auch zu diesen internationalen Konferenzen stehe, beide sind wichtige Veranstaltungen, und bei beiden ist Deutschland sehr erheblich beteiligt. Es wird die Einladung zur Abrüstungskonferenz annehmen und bei der Wirtschaftskonferenz vertreten sein und so Gelegenheit haben, seine Forderungen und Wünsche nachdrücklich zu vertreten. Die Wirtschaftsfragen werden auf Linien weitergeführt werden, die seit der Brüsseler Konferenz oon 1921, der Sachverständigenkonferenz in Berlin im Oktober 1922 und dem Daroesplan ja vorgezeichnet sind. Hier ist man über das Grundsätzliche ja im wesentlichen einig, hier dreht es sich um Konkretes, Durchführung, Revision (Dawesplan). Hart aufeinander stoßen dabei von allem die handelspolitischen Programme und Forderungen. In der Abrüstungsfrage zeigen die Vorschläge, die Benesch dem Völkerbundsrat gemacht hat, wie schwierig diese schon in den ersten Grundsätzen ist. Was sind rnili- lorische Rüstungen? Wie ist ihre Verminderung zu denken? Wie kann man Rüstungen mit denen des anderen Staates überhaupt vergleichen? Wie kann man ein Verhältnis zwischen Rüstungen des einen und anderen Staates herausbekommen? Wie verhält es sich mit der Lustschiffahrt dazu? Vorläufig ist nichts erreicht, als daß die Probleme gestellt, Fragen formuliert sind und Gelegenheit gegeben werden soll, darüber zu sprechen. Was Benesch sonst noch dazu gesagt hat, gibt auch Anlaß, recht ernsthaft nachzu- denken, z. B. der Gesichtspunkt der sog. „potentiellen Rüstung", das heißt einer Rüstung, die der Bevölke- rungsftdrfe und der Wirtschafts- und Industriemacht eines jeden Landes entspräche. Auch die Frage der Jndustriekontrolle unter dem Deckmantel der W- rüftung spielt bedenklich und Aufmerksamkeit heischend herein. Deutschland wird sehr genau seine Ansprüche und Forderungen au erwägen und sehr nachdrücklich auszusprechen haben! Die Botschaft des amerikanischen Präsidenten, mit der am 8. Dezember die ordentliche Kongreß- arbeit begonnen wurde, behandelt die Abrüstungs- frage auch ausführlich. Sie zeigt, daß nun diesesPro- b(em in den Mittelpunkt der großen internationalen Auseinandersetzungen rückt. Coolidge zieht für seinen Staat dabei bestimmte Grenzlinien. Er nennt die Landabrüstung eine spezifisch europäische Frage, die heute von größerer Wichtigkeit für die Welt sei, als Die Abrüstung zur See. Die letztere würde von Amerika über die bekannten Abmachungen von Washington (1922) weitergeführt werden. Zunächst überläßt Amerika es Europa, die Landabrüstung weiterzubringtn, und damit kommt diese auf das Verhältnis von England und Frankreich auf Abrüstung und Garantie heraus. Aber Amerika wird die ganze Bewegung mit starkem Interesse verfolgen und unterstützen. Und es hat dazu in der Hand, wie bekannt, bas Mittel der Kredithilfe, den Druck auf Frankreich, ob es wolle ober nicht, bas bie Unterstützung Amerikas sucht. Im amerikanischen Kongreß wirb lebhaft gekämpft werben. Die bemokratische Opposition läuft gegen bie republikanische Herrschaft an, unb ber Senator Borah kann Coolibge bas Leben sehr schwer machen. Aber bie großen Gesichtsounkte unb Leitsätze ber amerikanischen Außenpolitik finb boch in biefen Jahren immer fester unb beutlicher geworben. Man weiß, was man in Ostasien will, unb inan weiß ebenso, was man Europa gegenüber wünscht. Der europäische Politiker, der sich nach der Stellung Amerikas zu den europäischen Fragen fragt, kann sich doch ein ausreichendes Bild machen, wie weit auf die amerikanische Unterstützung zu rechnen ist, was Amerika in dem Kreise der internationalen Verhandlungen der nächsten Monate bedeuten wird. RäumungoonKöln und weitere Regelung sowohl der Rückwirkungen wie der Besatzungs- frage überhaupt, deutsch-französische Wirtschaftsbeziehungen, Abrüstungskonferenz unb wirtschaftliche Untersuchung, genauer gesagt für uns: Revision des Damesplanes — mit biefen Schlagworten ist ber Kreis von Aufgaben gezogen, die, wie ersichtlich, alle ineinandergreifen, und in denen eine von der anderen abhängig unb bebingt wirb. Sie in ihrem Zusammenhang richtig zu erfassen, in biefem Zusammenhang unsere Forberungen und Interessen stets zweckmäßig zu formulieren unb zu vertreten, ist ber beutschen Außenpolitik schwerer gemacht als ben anberen, roeil biefe Art Arbeit für uns jetzt eigentlich erst beginnt. Dazu ist es noch ein befonberer schwerer Rachteil, baß in Wochen, bie stärkste Vorbereitung erforbern, bie Krast und Zeit hingeht mit biefem Gezerr, bas man in Deutschlanb bie Regierungskrise unb Regierungsbildung nennt. Unb es ist für uns ein schwacher Trost, daß sich die französische innere Politik in derselben kritischen unb unangenehmen Lage befindet. Oberhessen. rlandtreis (Sicfccn. V Klein-Linden, 18. Dez. Bei der Viehzählung am 1. Dezember wurden in unserer Gemeinde gezählt: 24 Pferde, 351 Stück Rindvieh, ein Schaf, 382 Schweine, 295 Ziegen, 2644 Stück Federvieh, 38 Kaninchen, 9 bewegliche und 1 unbewegliche Bienenwabe. s. Rödgen, 18. Dez. Heute brachte man einen Dete ranen der Arbeit, den 78jähr. Zigarrenmacher H. Da Ise r 5 von hier, zur letzten Ruhe, beit seiner Schulentlassung (1861) hat er bis zum letzten Jahre ununterbrochen bei der Firma Ludwig Georgi in Gießen, in Arbeit gestanden. Die Wertschätzung, die der Verswr- bene überall genoß, zeigte sich deutlich in dem großen Trauerg'.folge und den zahlreichen Kranzspenden. Pfarrer Groth rühmte den vorbildlichen Fleiß des Toten. Die Firma Georgi ließ unter ehrenden Worten einen Kranz niederlegen. Dasselbe geschah vonseiten feiner Arbeitskameraden und dem Wahlverein Rödgen, dessen Mitglied der Verblichene war. : Grohen-Duseck, 18. Dez. Auch in unserem Dorfe breiten sich die Masern immer weiter aus. 3n den unteren Klassen der Volks- schule fehlt fast die Hälfte aller Schüler. 3m benachbarten Alten-Duseck hat die Epidemie bereits ihren Höhepunkt überschritten, nachdem auch dort viele der jüngeren Kinder von den Malern heimgesucht tvaren. — Am Donnerstag, nachmittags und abends, sanden im Saale der Wirtschaft Drück durch den leitenden Arzt der Eleonorenheilstätte zu Lindenfels im Odenwald, Dr. Sell, Dorträge statt über »Die Tuberkulose und ihre Bekämpfung". Der Dortrag am Rachmittag war bestimmt für die Vollsschüler und Fortbildungsschüler von Gro- ßen-Buseck, Alten-Duseck, Deuern und Rödgen. Dr. Sell zeigte, in seinem Dortrag die Entstehung der Tuberkulose und ihre Bekämpfung durch den Arzt. Desonders warnte er in väterlicher Weise die anwesende 3ugend vor den Ge- sahren des Tabak- und Alkoholgenus» s e s als der beiden Hauptverbündeten der Tuberkulose. Auch gab der Dortragende Derhütungs- maßregeln bekannt, um di.se Volks,euche dem Körper fernzuhalten. Diele Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners. Reicher Deifall aller Anwesenden folgte dem lehrreichen Dortrag. Rektor 3nderthal. Großen-Duseck, dankte Dr. Sell für seine Aufklärungen. Der Dortrag am Abend galt den Erwachsenen. Göbelnrod, 18. Dez. Zu den Annehmlichkeiten des Daseins, die man erst empfindet, wenn man sie entbehren muh, gehört die Wasserleitung. 3r.folge der großen Kälte der vergangenen Woche, wo das Thermometer bei uns auf 30 Grad Celsius fiel, fror das Pumpwerk am Fuße des Wirberges ein und leider auch trotz Heizung im Wasserhause entzwei. So sind wir feit. 1 Woche ohne Wasser, und die alte Zeit von vor 11 3ahren ist wieder eingekehrt. Da aber die meisten Pumpen im Dorfe verschwunden oder untauglich geworden sind, ist das Wasserholen, abgesehen von den Wegen, für die meisten Leute -sehr erschwert. Dei der Anlage des Wasserwerkes unserer Gemeinde vor 11 3obren wurde nur eine Pumpe und ein Motor aufgestellt, während vielerorts die Anlage mit doppelter Pumpe unb Motor eingerichtet wurde. So sitzen wir nun im Trocknen. Der Gemeinderat hatte ja schon vor dieser Kalamität die Anlage einer zweiten Pumpe und Motors beschlossen, aber angeschafft ist sie noch nicht. Hoffen wir, daß der Gemeinderat, ber Mittwoch mit Herren von der Kulturinipektion über die 3nstandsehung des Pumpwerkes verhandelte, Mittel und Wege gefunden hat, um unsere Leitung wieder in Gang zu bringen. > Holz heim, 18. Dez. Heute gegen Mittag ereignete sich im hiesigen Basalt st ein- bruch ein schwerer Tknglücksfall. Infolge des eingetretenen Tauwetters hatten sich einige, viele Mein: hohe Steinsäulen losgelöst und sausten mit voller Wucht in die Tiefe. Dabei wurde der Arbeiter Adam Dingel von hier erdrückt. Der Tod trat sofort ein. Bier weitere Arbeiter konnten nur mit Mühe und Rot dem gleichen Schicksal entgehen. Einer von ihnen wurde durch ein Felsstück noch leicht an der Ferse verletzt. Kreis Friedberg. z< Bad-R a uheim , 18. Dez. Den Reigen der Weihnachtsfeiern eröffnete die Srnst - Ludwig-Schule (Oberrealschule), die gestern und heute vor vollem Haus in der Turnhalle des Turnvereins 1860 den Ellern der Schüler unb den zahlreichen Freunden bet Anstalt frohe Stunden vorweihnachtlicher Stimmung bot. Die Preisausschreiben Mit der Herausgabe unserer Jubiläums-Sondernummer haben wir ein Preisausschreiben erlassen, worin gesagt wird: „Um zu erfahren, welche Anzeige in dieser Sonderausgabe unserer Leserschaft am eindrucksvollsten, somit also am wirksamsten erscheiyt, fordern wir unsere Bezieher auf, uns unter Beifügung einer kurzen Begründung den Namen des Auftraggebers derjenigen Anzeige schriftlich mitzuteilen, die sie für die wirksamste halten. Drei Anzeigen, auf die sich die l ö hste Stimmenzahl vereinigt, werden bekanntgegeben. Die treffendsten Begründungen für diese Wahl werden mit je einem Geldpreis bedacht in Höhe von 150 Mark 1OO „ 50 „ Sämtliche Zuschriften sind bis zum 10. Dezember an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers zu richten. Die Entscheidung über die besten Begründungen wird von Sachverständigen gemeinsam mit dem Verlag getroffen.,, Die Begutachtung durch Sachverständige, bestehend aus den Herren Kommerzienrat Schirmer, Röhr, vr. Feld, Winterhoff und zwei Herren des Berlages, fand am Donnerstag statt Der Wettbewerb hatte eine rege Beteiligung aufzuweisen. Die große Zersplitterung in der Bewertung deutet darauf hin, daß den Bewerbern die Wahl der wirkungsvollsten Anzeigen außerordentlich schwer geworden ist, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil alle Anzeigen mit Sorgfalt hergestellt und wirkungsvoll waren; immerhin hatten drei in der Bewertung einen erheblichen Vorsprung vor anderen. Die meisten Stimmen fielen auf die Anzeige „Henkels Persil", mit fast derselben Stimmenzahl folgte diejenige der Firma Gustav Geiste, Gießen. In etwas größerem Stimmenabstand ist an dritter Stelle die ganzseitige Anzeige der Typograph-Gesellschaft auf der letzten Seite der Sondernummer bewertet worden. Der erste Preis von Mk. 150.— für die beste, kurße Begründung der Vorzüge der Henkels Persil-Anzeige wurde einstimmig Herrn Fabrikdirektor Gustav Bergen, Heuchelheim, Wilhelmstr. 21, zuerkannt. Den zweiten Preis von Mk. 1OO. erhielt Herr Zollinspektor Georg Hetz, Gießen, Bismarckstr. 40, für die treffendsten Angaben über die Anzeige von Gustav Geisse. Der dritte Preis oon Mk. 50.— wurde Herrn Güterinspektor Bertold Bechtold, Gießen, Gnauthstr. 32, für die besten Ausführungen über die Typographanzeige zuerkannt. Außerdem wurden die Begründungen von folgenden acht Wettbewerbern lobend hervorgehoben: von Herrn Philipp Hofmann, Lehrer in Lang-Göns Herrn W. I o o st, Eisenbahn-Bauinspektor in Hungen Herrn Dr. Küster, Universitätsprofessor in Gießen, Brandplatz 4 Frau Paula Messer-Platz, Gießen, Stephanstr. 25 Herrn Fritz Rispel, Beamtenanwärter, Gießen, Löberstr. 8II Herrn Karl Ott, Lehrer in Münster, Post Laubach Herrn W. Schmitt, Bankbeamter, Gießen, Wilsonstr. 15II Frau Gertrud Walbrach, Gießen, Iheringstr. 7 Für die lobend heroorgehobenen Preisbewerber ist als bleibende Erinnerung ein gebundenes Stück unserer Jubiläumsausgabe in Abzügen auf feinem holzfteien Papier vorgesehen, sobald deren Herstellung bewerkstelligt ist. Verlag des Gießener Anzeigers. Dorttagsfolge ftanb auf hoher künstlerischer Stufe. Reben gefänglichen Darbietungen unb Deklamationen, unter benen auch ein Weihnacht-- gebicht von C. F. Meyer nicht fehlte, füllten bas ..W eihnachtsspiel" von Waldemar D o n s e IS unb ein ,.H i 11 e n f p i e l" aus bem Erzgebirge ben Hauplteil bes Programms aus. Die mittoidenben Schüler gaben babei ihr Bestes. Die Darbietungen fanben benn auch ungeteilten Deifall. Der Reinertrag ber Veranstaltung, bie, wie oben gesagt, zweimal ftattfinben mußte, wirb für bie Erhaltung bes Iugenbheims ber Oberrealschule in Cransbetg (Taunus) verwanbt. — Zur E.gänzung bes gestrigen Stadtverordneten- berichts sei noch mitgcteilt. baß in bet nichtöffentlichen Sitzung u. a. über bie Vergebung von Freistellen an ber Ernst-Ludwig» Schule unb bie Gewährung eines Baubeihilfe- barlehns Deschluh ge'aßt würbe. Außerdem den städtischen Arbeitern eine außerordentliche Weihnachtsbeihilfe einstimmig bewilligt. Auch in ber ErwerbS- lofenfürforge sollen noch vor Weihnachten besondere Unterstützungen ausgezahlt werden. Kreis Schotten. XlX Schotten, 18. Dez. 3nfolge des gestrigen heftigen Schneefalles sind heute im ob.ren To?clsberg sämtliche Postautos stecken geblieben. Der Schnee liegt stellenweise 1 Meter h:ch. XlX Obet ° Lais, 18. Dez. Auf bem hiesigen Friebhof lag ein französischer Kriegsgefangener namcno 3can Richarb beerdigt. Am vergangenen Samstag wurde nun die Leiche von einem französischen ilmbettungei- kommando ausgegraben und nach Frankreich verbracht. Starkenburg. * Darmftabt, 18. Dez. In der gestrigen Stadtoerordnetensitzung wurden Anträge angenommen auf Gewährung einer ® i r t - schaftsbeihilfe für Erwerbslose und Empfänger öffentlicher Unterstützungen, wonach diesen eine Beihilfe von 40 Mk., auf 5 Monate verteilt, gewährt wird. Die Beihilfe soll grundsätzlich in Naturalien gegeben werden. Die hierfür erforderlichen 27 000 Mk. sind sogleich bewilligt worden. Ferner wurde zur Ausführung oon N o t • ftanbsarbeiten die Bereitstellung eines Kredits von 56 700 Mk. aus Anleihemitteln genehmigt. Die Versammlung stimmte ferner einem sozialdemokratischen Einspruch gegen den Reichs- schulgesetzentwurf zu: die Zentrumsstadtver- ordneten stimmten dagegen. Da die Getränke- fteueroerorbnungen der Städte Mainz und Gießen von den Gerichten für ungültig erklärt worden sind, roeil formale Verstöße Vorlagen, hat die Stadt Darmftabt eine neue Verordnung zum 1. Januar 1926 eingeführt, bei der sämtliche Formalien gewahrt sind. Die Stadtverordnetenoer. sammlung hat dieser Verordnung zugestimmt. Preußen. Kreis Wetzlar. t. Wetzlar, 18. Dez. Der Landrat hat mit Zu. ftimmung des Kreisausschusses für den Umfang des Kreises Wetzlar eine Polizeiverordnung erlassen, nach roddjer jeder Besitzer von Biene n st ö ck e n verpflichtet ist, solche Stöcke, die von bösartiger Faulbrut befallen sind, sofort dem Kreis- ausschuß in Wetzlar anzuzeigen. Ferner ist die Unter- uchung der Bienenstöcke durch eine vom Kreisaus- chuß beftimtme Kommission zu gestatten. Bienen- töcke, bei denen bösartige Faulbrut festgestellt ist, sind gemäß Anordnung der Kommission zu beseitigen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. + Wetzlar, 18. Dez. Zu ber im .Wetzlarer Anzeiger" veröffentlichten Rachr'.cht, bah (in Preußen) bie Schonzeit für Hasen schon am 1. Januar 1926 beginne, bemerken wir, bah an amtlicher Stelle von einer Verkürzung ber 3agbßeit auf Hasen nichts bekannt ist. Die Schonzeit beginnt also, ent- prechend den Bestimmungen der preußischen •dagborbnung, am 16. 3a n uar 1926. — 3n der hiesigen Stadt, sowie in den Gemeinden Oberquembach unb Krofdorf ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Der für vorgestern angesetzte Diehmarkt ist auS diesem Grunde nicht abzehalten worden. <> Aus dem Kreise Wetzlar, 18. Dez. Die Gemeinden und die Ortsgruppen des Kreis- bauernoereins sind augenblicklich damit beschäftigt, die den Landwirten gewährten H e r b ft - und Frühjahrssaatgutkredie nebst Zinsen e i n z u z i e h e n. Die Zinken betragen 6 Proz. jährlich und sind für die Herbstsaatgutkredite für die Zeit vom 20. Oktober 1924 bis zum 31. Dez. 1925 und für die Frühjahrssaatgutkredite für die Zeit vom 16. Januar 1925 bis zum 31. Dezember 1925 zu zahlen: sie sind sofort in voller Hohe fällig, während die Kredite selbst zunächst nur mit einem Drittel zurückgezahlt zu werden brauchen. Es ist jedoch den Landwirten, soweit sie über die nötigen Mittel verfügen, freigestellt, die Kredite zu einem größeren Teil oder auch ganz zurückzuzahlen. Die Rückzahlung der gesamten Kreditbeträge liegt insofern im Interesse ber Darlehnsnehmer, als vom 1. Januar 1926 ab an Stelle der verbilligten Zinsen von 6 Prozent eine Verzinsung zum jeweiligen Reichsbantdiskont (9 Prozent) zuzüglich der üblichen Vergütung von 2 bis 3 Prozent tritt, so daß also von diesem Zeitpunkt ab mit einem Zinssatz von 11 bis 12 Prozent gerechnet werden muß. g. L ü tz e 11 i n d e n , 18. Dez. Bei einem in dem größten Teil der hiesigen Feldmark abgehalfnen Kesseltreiben auf Hasen wurden 5 5 H a - f e n und ein Fuchs zur Strecke gebracht. Kreis Biedenkopf. XX Aus dem Diebertal, 17. Dez. 3m vorigen Winter konnte man wiederholt lesen, der Eisvogel zähle bald zu den au6 ft erbenden Vögeln. Wer gegenwärtig an den verschneiten Ufern der Dieber entlang geht und die Schnee- Überhänge scharf beobachtet, der wird nicht selten diesen tropisch gefärbten Vogel über das Waller schwirren sehen. Oft sitzt er ruhig auf einem Weidenzweig und spähend blickt er auf den rauschenden Dach, bis sich ein Fischlein zeigt. Pfeilschnell stürzt er sich dann auf das Wasser und kommt fast an derselben Stelle mit seiner Deut«, wieder hervor, um sie auf seinem Plätzchen zu verzehren. Häufig kann man auch beobachten, wie er mit einem schrillen drei- odervinnnaligeir „2it, Tit, Tit" dicht über die Wasserfläche streicht. Dann fliegt er allerdings so schnell, daß fetw in uns und er- Handschuheder große Weihnachts-Geschenkartikel Franz Bette Damen-Stoffhandschnhe Q65 QC Herren-Handschuhe ILUU Paap..................2 4 Kinder-Fäustlinge LfeU reine Wolle............ 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Seine Berufung wurde zurückgewiesen, da seine Behauptung, er habe den Wachtmeister nicht gemeint, durch die Zeugen widerlegt wurde. Eine zweite Sache, die sich um die Beleidigung eines Offiziers durch einen Sanitätsunteroffizier handelte, und in der letzterer in erster Instanz zu sechs Wochen Mittelarre^t verurteilt worden war, wurde vertagt, da die Möglichkeit eines Vergleichs und darauffolgender Niederschlagung des Verfahrens besteht. Gerichtssaal. Nach 22 Jahren zum Lode verurteilt. WEN. Aschaffenburg, 18. Dez. Nach viertägiger Verhandlung wurde heute im Büchelberg-Mordprozeh das Urteil gesprochen. Der Angeklagte, Gastwirt 11 m - Höfer, dem vorgewor'en wurde, vor 22 Jahren am Büchelberg die Telephonistin Josefine HaaS ermordet und beraubt zu haben, wurde des Mordes in Tateinheit mit schwerem Naub für schuldig befunden. llmhöfer wurde daraufhin zum Tode und zum Ehrverlust auf Lebenszeit verurteilt. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne besondere Bewegung auf. Nur während der Urteilsbegründung machte er öfters Zwischenrufe. Büchertisch. — Todt: „Was weißt du von ihnen?" (Verlag Hegel & Schade, Leipzig.) Ganzl. 4,80 Mk. Das Werk bringt in kurzer, anschaulicher Darstellung Würdigungen des Lebens und Schaffens einer Reihe großer Männer, u. a. von Michelangelo, Goethe, Schiller, Kleist, Wedekind, Ibsen, Balzac, Dostojewski, Nietzsche, Häckel. 2m Theater, bei der Lektüre, tm Konzertsaal und in den Museen haben uns ihre Werke Stunden stärkster innerer Bereicherung gebracht; es regt sich nun das Interesse an den menschlichen Schicksalen derer, die sie schufen. Wann und wie lebten sie? Und wie gestaltete sich ihre Entwicklung, daß sie gerade diese Werke der Mit. und Nachwelt schenken konnten? Ueber diese Fraaen gibt das Werk in kurzer, aber erschöpfender Weise Antwort. Ein volkstümlich gehaltenes Buch, das besonders denen willkommen fein dürfte, die es sich aus Zeitmangel ober anderen Gründen versagen Die Versicherten find sich in ihrer großen Mehrheit über den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung in der Krankenversicherung durchaus nicht klar. Vielfach laufen die Versicherten wegen jeder Kleinigkeit zum Arzte oder, was noch schlimmer ist, sie lassen auf dem Lande den Arzt oft kilometerweit zu sich kommen. Und oft kommt es vor, daß wegen der leichten, vorübergehenden Unväßlichkeit eines Kindes oder eines anderen Angehörigen, die durch einen Schluck Tee oder einen Umschlag leicht behoben werden könnte, der Arzt herbeitelephoniert wird. Es kostet sa eben nichts. Zch bin fest überzeugt daß der Arzt nicht den dritten Teil so viel bemüht würde, wenn die Versicherten die Kosten dafür selbst auibringcn müßten. Selbstverständlich gibt es auch viele, die sich auf Kosten der Krankenkasse von der Arbeit drücken, und diese Zahl wächst ganz naturgemäß, wenn Arbeitseinstellung zu erwarten ist, oder die Witterung den Fortgang der Arbeit einmal unterbricht. Es muß nach Mitteln und Wegen gesucht werden, um diese Mißstände abzustellen. Dazu ist m. E. vor allen Dingen notwendig, daß zwischen der Verwaltung und den Versicherten ein viel engerer Zusammenhang als bisher gefunden wird. Die 23er« sicherten müssen von der Verwaltung nicht nur wißen, daß sie irgendwo sitzt und ihnen ab und zu den Kontrolleur auf den Hals schickt, und die Verwaltung muß Wege dazu finden, daß der größte Teil der Versicherten gewissermaßen zu Mit« a r b e i t e r n und Mitverwaltern gemacht wird. Die Verwaltung muß also zunächst einmal mit der Masse der Versicherten, engere Fühlung suchen, sei es nun durch die Beamten der Verwaltung oder durch die Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates. Es muffen den Versicherten in kurzen Zwischenräumen öffentliche Aufklärungs» v o r t r S g e gehalten und es müssen in diesen Versammlungen stets Verbesserungsvorschläge diskutiert werden, damit das Interesse jedes einzelnen an der Kasse wächst. Vielleicht ließe sich auch durch Bildung von örtlichen Ausschüssen eine Verhütung unnötiger Krankenmeldungen erzielen. J. Die Krankheitsziffern steigen! Man schreibt uns: Die Zuschrift des Krankenkassenoerbandes unter obiger Ueberschrift im „Gieß. Anz.* vom 8. d. M. über die steigenden Krankheits- ziftelm und die damit verbundenen Gefahren für ben Bestaub der Krankenkassen kann nicht ernst genug genommen werden. Abbilfe kann aber nur geschaffen werden, wenn die Ursache des Hebeis ganz klar und scharf erkannt und rücksichtslos ausgerottet wird. Wer die Vorgänge in den Krankenkassen mit Ernst und Derantworllichkeitsgefühl verfolgt hat, der hat schon lange mit bongen Sorgen den Augen- olick kommen sehen, an dem die Leistungsfähigkeit her Kasten zu Ende geht, selbst wenn durch das all- gemein beliebte Mittel der Beitragserhöhungen die- >er-Zeitpunkt noch um eine Spanne hinausgeschoben wirb. Amtsgericht Wetzlar. cr Wetzlar, 16. Dez. Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte sich der Arbeiter Georg B. von Wetzlar zu verantworten. Der Angeklagte hatte am 3. Oktober d. I. auf der Straße Nauborn—Wetzlar den Zeugen 21uguft G., als dieser ihm wegen der Mißhandlung seines Neffen, eines zehnjährigen Knaben, Vorhaltungen machte, zuerst mit einem Stock bearbeitet und ihm bann mit einem Messer einen Stich in die Weichteile des linken Lei- stenkanals beigebracht. Der Verletzte war infolgedessen sieben Wochen lang im Krankenhaus untergebracht. Wie der ärztliche Sachoerftändige bekundete, war die Verletzung sehr gefährlich und führte direkt an der Schlagader vorbei. Nur einem Zufall habe der Verletzte fein Leben zu verdanken. Das dem Gericht vorliegende kleine Taschenmesser sei offenbar nicht dasjenige gewesen, mit dem der Angeklagte gestochen habe, Denn die Wunde sei etwa 3,5 Zentimeter breit und sehr tief gewesen. Der Angeklagte wollte von bertT Zeugen G. angegriffen worden sein und sich hierbei nur mit seinem Taschenmesser gewehrt haben, was jedoch durch die Zeugen, die eidlich bekundeten, baß B. ber Angreifer war, widerlegt wurde. Das Gericht sah den Angeklagten als überführt an und versagte ihm mit Rücksicht auf die Schwere der Verletzung mildernde Umstände. Das Urteil lautete auf a ch t Monate Gefängnis unter sofortiger Verhaftung des Angeklagten. Auch wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Wegen Uebertretung des Paragraphen 17 der Verordnung vorn 15. März 1923, weil sie mit ihrem Auto in den Straßen von Wetzlar durch zu starke Rauchentwicklung die Passanten belästigt hatten, wurde gegen die Krastwagenführer Otto odi. und Heinrich Z. von Wetzlar verhandelt. Beide Angeklagten hatten gegen polizeiliche Straf« Verfügungen über ’e 10 Mark Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt und behaupteten, die Rauchentwicklung lasse sich nicht vermeiden, da es sich um alte, unmoderne Kraftwagen handele. Die Behauptung ber Angeklagten war nicht zu wider- legen. Das Gericht erkannte auf kostenlosen F reispruch beider Angeklagten. Der Kaufmann Johann B. von Wetzlar war wegen Ueberschreitung der Polizeistunde und wegen Widerstandes angeklagt. Wie die Verhandlung er« gab, befand sich ber Angeklagte an einem Tage im Oktober nach Schluß ber Polizeistunde in einer Wetzlarer Wirtschaft, als zwei Pottzeibeamie er« schienen und Feierabend boten. Der Angeklagte, der sich zunächst hieran gar nidrt störte, wurde von einem Beamten aufgefordert, sich zu legitimieren, was er mit der Frage: „Wer sind Sie?" beantwortete. 9m Verlauf des sich nun entfplnnenben Wortwechsels nahm ber Beamte den Angeklagten feit, um ihn zwecks Feststellung der Personalien mit zur Wache zu nehmen. Hiebei soll sich ber Angeklagte widersetzt haben. Der Angeklagte bestritt die Wiberietzung, wogegen ber Zeuge M. dies eidlich bekundete. Das Gericht erkannte auf 4 0 M k. Geldstrafe, hilfsweise 8 Tage Gefängnis, unter Auferlegung ber Kosten des Verfahrens. Spielplau der Frankfurter Theater. Opernhaus Sonntag, 20. Dez., nachmittags 3 Uhr: Die Weihnachtsglocke. Abends 6'/r IHjr: Der Aosenkavalier. Montag, 21.: Margarethe. Dienstag, 22.: Eavalleria rusti- cana. Hierauf: Der Bajazzo. Freitag. 25.: Siegfried. Samstag. 26. Dezember, nachmittags 21/» Uhr: Die Weihnachtsglocke. Abends 7 Uhr: Othello. Sonntag, 27. Dezember, nachmittags 2‘/2 Ahr: Die Wcihnachtsglocke. Abends 7 Uhr: Eine Aacht in Venedig. Schauspielhaus. Sonntag, 20. Dezember, abends 8 Uhr: Die drei Zwillinge. Montag, 21.: Wie es euch gefällt. Dienstag. 22.: Der Llnwiderftehliche. Mittwoch, 23.: Der fröhliche Weinberg. Freitag, 25.: Das große Welttheater. Samstag, 26. Dezember, nachmittags 3V-. Uhr: Einer von unsere Leut. Abends 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg. Sonntag, 27. Dezember, nachmittags 3'/- Uhr: Die drei Zwillinge. Abends 71/; Uhr: Der Kreidekreis. Ein Jubiläum der „Gietzener Kalalogbapsel". Zu Weihnachien 1925 werden 40 Jahre feit der Einführung der sog. Gießener Katalogkap« sei an der Universitätsbibliothek Gießen verflossen sein?die sich seitdem in Bibliothekskreisen und in der Gelehrtenwelt weithin einen Namen gemacht bat Als im Herbst 1885 die Leitung der Gießener Universilälsbibliothek auf ben Würzburger Bibliothekar Hermann Haupt überging, stellte sich für ihn die Notwendigkeit heraus, die Hunberttau iende von Zetteln des Bibliothekskatalogs in zweckmäßigerer Weife unterzubringen, als dies bisher geschehen war. Der neue Bibliotheksleiter unternahm, von dem feit 1875 für die Universitätsbibliothek arbeitenden Buchbindermeister I. P. Sann wirksam unterstützt, eine Reihe von Verbesterungsversuchen, die an die von ihm in der Würzburger Universitätsbibliothek geschaffenen Einrichtungen anknüpften, bis es der Findigkeit des Technikers gelang, die Aufgabe , in glücklicher Weife zu lösen. Das Wefenlliche der an und für sich ganz einfachen Erfindung besteht darin, X daß sich aus ben zwei feststehenben Settenwänden der Kapsel deren Vorder- und Rückwände durch F Seitenflügel ein- und ausschieben lasten. So wird es möglich, die Katalogblätter, die immer in zwei ae- 7 sonderte Gruppen auseinanderfallen, in die rechte Lage zum Auge zu bringen, leicht lesbar zu machen und bequem zu durchblättern, ohne daß der Benutzer in Versuchung kommt, die einzelnen Blätter den Kap- sein zu entnehmen und damit etwa die Ordnung der Blätter zu Jtören. In Bibliothekskreisen wurde man bald auf die zweckmäßige Einrichtung aufmerksam, jmb die Sannsche Buchbinderei hat im Laufe ber Jahrzehnte eine Reihe von Bibliotheken, Seminaren und gelehrten Unternehmungen mit vielen Tausenden von „Gießener Katalogkapseln" versehen, die bis heute ihren guten Ruf bewahrt haben. Don jenen Stellen, die die Gießener Kapseln in Gebrauch genommen haben, feien hier nur genannt die Preußische Staatsbibliothek, die Reichstags- und Landtagsbibliothek in Berlin, die Universitätsbibliotheken in Berlin, Königsberg, Leipzig, Postier, Caen, die Marinebibliothek in Kiautschau, das Aegyptische Museum tn Kairo, die Leitung des Thesaurus linguae Latinae, des Grimmschen Deutschen Wörterbuchs, des Sckles- wig«Holsteinscheu und des Neuen Aegyptischen Wörterbuchs. Auf ber Weltausstellung von Chicago ist die Einrichtung durch Verleihung einer Medaille an die Gießener Universitätsbibliothek ausgezeichnet worden. müffen, längere Biographien nachzuschlagen. DaH die Würdigungen in einem lebendigen, flotten Stil abgefaßt sind, kommt in diesem Sinne oem Werke in hohem Matze zu statten. Die Beigabe der Federzeichnungen als Bilder der einzelnen Persönlichkeiten erhöht den Wert des Buches, das auf federn Weihnachtstisch viel Freude bereiten dürfte. 807 — Die schöne Literatur (Herausgeber: Will Vesper: Verlag Ed. Avenarius, Leipzig- Preis vierteljährlich nur 2 Mk.). Das Dezemberyest ist durch feine Fülle an Besprechungen und Bnch- anzeigen recht geeignet, allen für den Weihnachts- emtauf von Büchern ein guter und sicherer Ratgeber zu fein. — Louis (Souperu s: 9s tauber. Der Roman Alexanders des Großen. (PH. Reclam, Verlag in Leipzig. Preis 10 Mk.) — Es ist nicht so sehr der Held Alexander, der krieggeübte Mazedonier, den Couperus auf seinem Siegeszuge begleitet; eü ist vielmehr der grüblerische Mensch mit den weittragenden Gedanken, der in das Reich des Dareios, des „Königs der Könige" einbricht. Das Schicksal Alexander- wird hier für reife Menschen verständlich:' der Dichter hat all icne kleinsten ^ge^rforscht, die selbst einem Alexander ben Großen bei Frauenschön» Heu, Wein und Ueberfluß im Charakter umbiegen. 782 — Ludwig Thoma. Von Fritz Dehnow. Mit einem Bilde Thomas auf dem Einband. Preis in solidem Pappband 2 Goldmark. Verlag von Albert Langen in München. — Dem großen Leser- Freundeskreise, den sich Ludwig Thoma über seinen Tob hinaus bewahrt hat, bringt ber Verlag Langen mit diesem Werke Dehnows eine willkommene (Babe. In Wesen und Denken, persönliche Schicksale und in die Werke des Künstlers führt uns Friß Dehnow auf eine höchst anziehende, frische Weife ein, mit einer seltenen Objektivität, fern aller Lobhudelei und aller liebevollen Beschönigung. Dehnow hat es verstanden, auf eine äußerst geschickte Weise aus Thomas Werken Prosaftellen und Verse zitierend und geistvoll verbindend in verschiedenen Abschnitten „Politik", „Wider das Unechte", „Geistlichkeit", „Geschlechtlichkeit" und so weiter eine Kenntnis des Dichters zu vermitteln, wie sie bester nicht gedacht roert den kann, denn er läßt durch diese Lebensäußerungen Ludwig Thoma sich selbst zeichnen. Denen, die Thoma noch nicht kennen, bietet er in feinem Buche geradezu eine Essenz seiner Dichtungen. 1 — Berner von Heiden ft am, Der heiligenDirgirta Pilgerfahrt. Lieber- setzung aus dem Schwedischen von Ilse Meyer- Lüne. Preis in Leinen gebunden 6 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Der Schatten der frommen und gestveirgen Mutter Birgitta, die ei» gemeinsames Kloster gottsuchender Männer und Frauen gründen wollte. — dieser Schatten aus dem vierzehnten Jahrhundert ist lebendig geworden in der hoheitsvollen Gradl'm'gkeft seines Wesens, der Herbe und Sähe seiner Selbstüberwindung und dem Mysterium seiner Erkenntnisse. Wie diese Gottsucherin, die von sich und dnr Ihren immer das Schwerste fordert, Entsagung bis aufs Blut, durch Gewährung aller ihrer Bitten vom Schicksal aufs wirksamste erzogen und in das verwandelt wird, was sie liebt, wie sie, die einbändige, immer stiller, reifer, milder wird und sich zuletzt damit bescheidet, daß die Gottheit uns die Antwort versagt auf bit buickle Frag«, „warum die, die sich am brennendsten danach sehnen, der Liebe und Gerechtigkeit -u bienen, MfeS tun müssen wie die Dösen, und bah ihnen bittere Tränen auf Erden folgen müssen," — da- alles ist unsäglich schön! 718 — Westermanns Monatshefte. 70. - Jahrgang. Dezember 1925. 2 Wk. Berlag Georg Westermann, Braunschweig Hamburg. Weih- nachtSsttmmung liegt über diesem Heft. SS zeigt in Wort und Bild weihnachtliches Kunstgewerbe und erfreut durch ein entzückendes Weihnachtsmärchen von Walther Aithack-Stahn, während eine reich illustrierte Arbeit über Stefan Loch- ner mittelalterliche Kunst, auf deren Reichtum wir uns zu Weihnachten gern einmal besinnen, dem Derständnis nahe bringt. — Das Onselfchiff, die Zeitschrift für Freunde des Insel-Berlags, sendet soeben das erste Heft des neuen, siebenten Jahrgangs auS. Es ist Rainer Maria "Rilke zum 50. Geburtstag gewidmet und wird durch einen Aufsatz von Felix Braun über ihn eingeleitet. AuS den übrigen Beiträgen nennen wir neben Gedichten von Rainer Maria Rilke in erster Linie die Erzählung „Der Präfekt" von Hans Earossa. ein Stück aus einem künftigen Buche deS Dichters, das den Titel „Die Geschichte einer Jugend" führen soll: ein geistreiches Gespräch von Herman,i Bahr, „Die Geburt Europas" und einen Brief von Albrecht Schaeffer. Zwei Bildtafeln, die eine ein Blatt aus der Manesse- fchen Liederhandschrift, die andere den Heiligen Christoph, ein Werk Peter Dischers des 2kl- teren, darstellend, sind dem von Walter Tiemann mit einer reizvollen Llmschlagzeichnung geschmückten Hefte beigegeben. gelb werte Gegenftänbe in gewöhnlichen Briefen mit ber Post zu versenden, ist tief eingewurzelt. Sie beruht auf dem Vertrauen der Oeffentlichkeit zur Post und auf ber Erfahrung, daß gewöhnliche Briefe nur selten verloren gehen. Es darf aber nicht vergessen werden, baß die Vc. hältnisse jetzt anders liegen als vor dem Kriege. Die Deutsche Reichspost beschöfttgt in ihrem Betriebe rund 30Ö Ö00 Personen. Es ist oerftändlich, daß die Erscheinungen ber Kriegs- und Nachkriegszeit, die sich mit dem Niedergang der sittlichen Kraft des Volkes überall bemerkbar machten, an einem so zahlreichen, dazu mit Hilfskräften durchsetzten Personal nicht spurlos vorübergehen konnten. Die Deutsche Reichspost hat weder Mühe, noch Kosten gescheut, um die in den letzten Jahren heroorge- tretene Unsicherheit des Beförberungswesens, eine Erscheinung, unter der die Eisenbahn gleichmäßig zu leiden hatte, nachhaltig zu bekämpfen. (Erfreu- iicherweiie Haden fick die Verhältnisse seit ben Jahren 1919 und 1Ö2Ö schon sehr gebessert. Immerhin ist die Sicherheit ber Vorkriegszeit tm Postde« triebe noch nicht erreicht; auch das Publikum muß an ber Gesundung mithelfen. Dazu bedarf es, daß es endlich mit der Gewohnheit bricht, Geldscheine in gewöhnlichen Driesen zu verschicken. Durch diese versendungsatt werden ungetreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschaft Anreiz und Mittel in die Hand gegeben, sich auf vAchältnismäßig leichte und bequeme Weise Geld zu verschaffen. Briefkastenräuber,, die kürzlich in einer Großstadt dingfest gemacht worden sind, haben offen zuge« geben, daß es ihnen weniger um die auf den Briesen verklebten unentwerteten Freimarken als darum zu tun gewesen ist, in den Briefen Geld oder Geldeswert zu finden. Ihnen sind auch nack- hafie Geldbeträge in die Hände gefallen. Aber auch die Versendung von Geld in Einschrei b b r t e f e n ist nicht unbedingt sicher. Geht ein derartiger Brief verloren, so erhält der Äb« fenber 40 Mk. Ersatz. Wird aber ein E i n s ch r e i b. b r i e f um seinen Geldinhaltberaubt, so ist die P o st nicht ersatzpflichtig, denn nach § 10 des Pretzgesetzes besteht die Haftung nur für den Verlust, nicht aber für die Befchädi« g u n g eines Einschreibbriefes. Darum Vorsicht auch bei ber Dersenbung von Gelb in Einschreibbriefen. Die einzig richtige Art, Geld zu verschicken, ist die mit Postanweisung ober Zählkarte, u. U. Geldbrief. farbenbrikbttat* Oefkter ra« toentg »6er gar nicht zur Geltung kommt. kz. H e r m a n n ft e i n , 17. Dez. Die gefährlichste Derkehrsecke an ber Wegstrecke von Gießen bi» nach Köln befindet Hm Hierselbst in der Mitte des Ottes, wo die Kreisstraße von Hohensolms aus in die Hauptstraße einmündet. Die Straße ist dott so eng, daß zwei große Autos ein« ander nicht ausweichen können, und das schlimmste an ber ganzen Straßenecke besteht barin, daß bie Wagen nicht eher einander gewahr werden, bis sie voreinander stehen. Selbst starkes Hupen verhindert nickt alle Unfälle. Es wäre allerhöchste Zeit, daß endlich das den Verkehr hindernde Bauernhaus an» gekauft und abgebrochen würde. Im Intsresie einer glatten Verkehr sabwickekung wäre diese Regelung zu begrüßen. Dillkreis. WSA. Dillenburg, 18. Dez. 2!ach dem Gesamtergebnis der am 1. Dezember erfolgten Viehzählung find im Dil 1 kreis 8838 meh- haltende Haushaltungen vorhanden mit einem Bestand von 1194 Pferden, 5 Eseln. 17 905 Stück Rindvieh, 5427 Schafen, 10 820 Schweinen, 4779 Ziegen, 1027 Kaninchen, 71 533 Stück Federvieh iGänse, Enten und Hühner) sowie 1103 Bienenstöcken. bl. Herborn. 18. Dez. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung die Erhöhung des Zuschlags zur staatllchen Wander lagerst euer von 100 auf 150 Prozent. — Gs soll ein neuer Führer durch Herborn herausge- geben werden. Gemäß Antrags des Magistrats wurden 600 Mark für 6000 Stück bereitgestellt. Dem Magistrat wurden 2000Mark zur Ber-- tcilung an Erwerbslose für Weihnachten zur Verfügung gestellt. Ein Antrag des ..Wirtevereins auf Herabsetzung der Getränke st euer um 50 Prozent bzw. deren gänzliche Beseitigung wurde dem Magistrat zu-- ständigkeitshalber abgegeben. Die Stadtverordneten beschäftigten sich ferner noch mit dem 21 n- fauf eines Anwesens in der Hauptstraße für 30000 Mark, das zu Wohnungen oder au einer Badeanstalt eingerichtet werden sott. Aach längerer Debatte wurde der Ma- gistratsvorschlag im Hinblick auf die Finanz- not abgelehnt. Damit dürfte auch die allseits sehnlichst erwattete Badeanstalt ins Wasser gefallen sein, da andere Gebäude schwerlich zu haben sind. --- ) Aus dem Amtsverkündigutt^sblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 98 vom 18. Dezember enthält: Kirchen« und Stiftungsvorschläge. — Maul- und Klauenseuche in Lich, Allenbors a. b. L., Grotzen-Linden und Steinheim. — Amtstage. — Ueberlassung von Schulräumen. — Feldbereinigungen Reinhards- Hain, Harbach und Lauter. — Dienstnachrichten. „3agitta"-Hustenbonbons bei Hutteu, Heiserkeit. Bronchial Natarri', Berschleimung, taubem Hals. Erstklassige, von Aerzien bestens empfohlene Hustemuedt^in tn feitet norm In rillen Apotheken erhälrlicb. 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CntssM bis Währung aller ihnr Dittrn wirksamste erzegei und in . was sie liebt, Vie sie. die stiller, reifer, milder wird bescheidet, -atz die Tollheit ringt auf die dunkle Frage. < h am brenneichsten danach ib Gerechtigkeit zu bienen, । Die tri? 3öfn mb bah iuf Seiten folgen mü^en, ! ich schön! 718 i I ns Mvuai^ritr. 10. • KH. IM- ^agTmg schweig tzawdurg. Mich- : ibei diesem Heft. SS zeiat oechnachtlichei Km^ktoewc in entzückendes M^chtS- cr Jithacl-Stahn. Wend . Arbeit über Stefar Loch' Kunst, auf deren W chten gern einmal HR W di- 3eWlf» Jerlags. lendet soeben toj i, siebenten Jahrgangs M | aria und wird durch s M n über ihn eingeleitet w Mria Alice m Sie Geburt EMM _ brecht Mnesie- J?**Ä llmschlagrerch"^ ö • wsp d-L-. lauter, 4*55 ÄeW'fiX"®« S ö0V ,fÄ?,6ällÄe» Mch ?£«■**? Milündjen lurS1? Franziska. Roman von Liesbet Dill- 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. -Dein, es ist eben nichts genau angegeben." wandte sich der sübrende Bassist zu dem Kapellmeister. „das ist eben das Traurige —“ iSm Wann mit einem grünen Halstuch trat vor .Ich möchte bemerken, daß wir nicht besser 'ingen können, die Hälfte der Herren ist krank - ich auch." (3t stieß ein trockenes, bellendes Husten aus. „Wo haben Sie das Attest?" ries Mariot. Der Mann zuckte die Schultern. „Der Theaterarzt gibt kein Attest. Es sind jeden Tag Proben, gestern bis in die Dachl, heut früh wieder. daS hält ja kein Mensch auS —“ Der Taktstock klopfte auf. „Wir überspringen den ersten Teil des zweiten Aktes und fangen da an, wo die Fanfaren das P geblasen haben. SS war ein regelrechtes ! , meine Herren, fis, fis, fis, wenn ich bitten darf, keine eigenen Kompositionen, also Seite dreiunddreitzig. Buchstabe w." Der Taktswck pfiff durch die Luft. Das Orchester setzte ein. „Wo bleibt daS dritte Fagott?" pief der Kapellmeister. „DaS dritte Fagott hat Umzug", rief jemand^ aus der Tiefe, wo die Musiker bei ihren Lampen saßen. Die Schnitter wurden hinter die Kulissen gedrängt. der König legte seinen Arm um die Hüften der Sopranistin und der Ehor setzte ein. „Etwas mehr Mondschein," dirigierte der Regisseur halblaut nach oben, „langsam, viel langsamer, sobald sich der König setzt, kommt der Mond aus den Wollen heraus, dann erst bitte die Sterne." Der Autor meldete sich, er verlangte mehr rötliches Licht, die Beleuchtung sei viel zu matt. „Wenn wir jetzt schon rotes Licht nehmen, hab ich keine Steigerung mehr zur Abendröte", ries der Regisseur. - „Das Fagott deutlicher, zweite Geige mehr heraus, der Bast kommt wieder im ersten Takt auf zwei. Sie sollen zu mir her- sehen, meine Damen. Wer macht denn den schrecklichen Spektakel dahinten?" rief Mariot. „5>a6 ist der Horizont", erwiderte der Regisseur. Der erste Tenor Wiehler trat auf. verschlafen, verdrießlich, in einer braunen Samtjoppe und einem dicken weißen Rosenkranz auf dem Kopf, er stieß mit der Fußspitze ein paar Glasscherben dem Souffleurkasten $u. Delle Wirtschaft". er räusperte sich und setzte ein. Der Autor unterbrach ihm „Aber bitte. Herr Wühler, nicht diesen Rosenkranz, der sieht ja aus wie eine Karikatur!" Hinter dem Tenor zogen nun die Hofleute auf, Lyra spielende Mädchen, andrängendes Boll, und die Musik auf dem Podest schmetterte der Einzugsmarsch, und zwischm hin und her wogenden Gesängen hörte Hasse plötzlich Franziskas warme Stimme aus der Ferne... „Meine Herren, einen Augenblick." der Autor trat erregt an die Ranwe. „Die müssen, wenn Herr Wühler austritt, entsetzt zurückweichen, als wenn er den Auslatz batte. Der Herr hat etwas Schreckenerregendes — das muß sich auf allen Gesichtern ausprägen. Sie müssen eine Gasse bidlen!" ®r machte es ihnen mit großen Bewegungen vor. Brast erhob sich von der Kiste, den ^leberzieher halb aufgeknöpft, sein schwarzhaariger Koloß mit wulstigen Lippen und Stiernacken wirkte grotesk, aber bei dem ersten Ton seiner herrlichen Stimme schienen alle an» deren zu verbleichen. Dann Ian: Franziska von links, sie trug ein mattgrünes perlgesticktes Kleid und iah blaß und ■angegriffen aus, ihre Augen suchten den dunklen 3ufd>aucrraum ab, sie erkannte Haffe und mefte ihm unmerklich zu, dann setzte sie ein. Ein Auf klopfen auf dem Dirigenlenpull. „Ditte, Fräulein Roll. Ihr Einsatz kommt nach der Fermate. Warten Die doch ab, bis ich winke! Sehen Sie lieber zu mir her, sonst schmeißen Sie alles um. Die Fermate ist nämlich das Wichtigste am ganzen Akt. Los! Währenddessen kann die Berwandlung vor sich gehen." „Also starres Entsetzen", dirigierte Der Regisseur leise, während sich der König feiner Tochter näherte. „Tiefes Mitleid prägt sich aus allen Gesichtern aus, zum Schluß starres Entsetzen, bitte, meine Herren, recht starr, und die Damen nicht schwatzen." FRISCH GEKIRNT Bes&ss Weihnachts Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfand „Blaaband-Margarine“ das farbig illustrierte Familienblait „Die Blaaband-Woche“ kostenlos za verlangen. Küchenuhren 11897c Seinen Stenaöen aal 6önneta U10084 Mlndea, cöMWfse 22 empfiehlt sich für die Weihnächte Einkäufe der Großer Posten moderne Wanduhren (Rcg:“eu,,) 30 Mk. von 8 AAk* an Achtung! Achtung! MWWSIM größte und schönste Auswahl einaetroffen. Verkauf öellerstor gegenüber v. Cast Hettler Frau Frosch Wwe. Sonntag Verkauf von 11 bis 6 Uhr Große Auswahl in pass. Weihnachtsgeschenken. 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Kiel- der, ^eben-mittel re. werden banfbat vo it Unterzeichneten ent« gegen genommen. AusTel.-Anrust78 werden die Gaben tyulilJmilrjmrpiciilll't iid Blockstraße 7 PiflOlllBfiO Telephon 1278 Zu Weihnachten empfehle: olooee hübsche Geschenk-Kartons, Seifen u. Parfüms, Maniküre-Kästen, Bürsten und Kämme nur erster Firmen weit unter Preis u Streng reelle Preise Es empfiehlt sich, meine Außen- u. Innen- A«Stellung ohne Kaufzwang anzusehen. Josel Benkel, DipL-BaMlriseer 2. Weihnachtsfeieitag ist mein Geschäft für Frisieren von morgens 8-12 Uhr geöffnet. Verkehrt rollte es. Beim einlauf oon BeiMls- geWto am !,8&ec Musikhsus Kirchner Müberzugeyen. 1924er Mei» MMen mild und blumig Einzelflaschen Mk. 1.85 bei 25 Flaschen , 1.25 w 60 „ , 1.20 einschl. Steuer ohne Glas Carl Schwaab Weinstuben nssön Ausstellung miinMiiiiiniiiiuiuimimmiiniiiiiiiiimiiimiuinit Die Entwicklung des Kinderbuches. Eine Uebersicht der besten Bilderbücher und Jugendschriften. Eintritt frei! hssöd Buchhandlung Keißner vorm. 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HH iiimiiiiiiiiiimiiiimiiiiiiiiiiuuiiimiiiiiiiiiimiiiiiiuiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiii Gießener Brauhaus-rn61-BOCK ist -m Ausschank! 11778D Kr. 297 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)Samstag, 19. Dezember 1925 Deutschland im Gefolge Oesterreichs. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina. — Aus den diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. DVG Die Abhängigkeit der deutschen Politik von den Maßnahmen des Wiener Außenministeriums, die in den tragischen Wochen vor dem Ausbruch des Weltkrieges eine so verhängnisvolle Rolle spielte, trat zum erstenmal bei der bosnischen Anncxions- krisis 1908.09 klar in die Erscheinung. Halte' doch der Minister des Aeußeren, Baron Aehrenthal, erst wenige Tage vor der Annexion der okkupierten Provinzen den deutschen Bundesgenossen von seinen Entschlüssen verständigt, obgleich dieselben nicht nur das Verhältnis Deutschlands zu feinen türkischen Freunden auss äußerste zu komprimittieren, sondern auch die akute Gefahr einer großen politischen St-rife in sich schlossen, für die man in Wien natürlich die deutsche Bundestreue beanspruchte. Aus den Veröffentlichungen der deutschen Geheimakten') ersieht man deutlich, wie peinlich die deutsche Politik durch Aehrenthals Aktion gestört wurde. Wir sind in dec Lage, bereits jeßt einige Dokumente aus dem in Kürze erscheinenden 26. Band der Großen Akten- publikation zum Abdruck zu bringen, die die damalige Situqtion auss hellste beleuchten lind die Grundmotive der deutschen Politik in der bosnischen Krise aufdecken. Wie wenig man sich über die Gefahren der Aehrenthalschen Aktion, die noch durch Die gleichzeitige Unabhängigkeitserklärung Bulgariens erhöht wurden, in deutschen Kreisen im unklaren war, zeigt zunächst ein Telegramm des Konstantinopeler Botschafters Freiherrn von Marschall, in dem deutlich die Erregung über die „beispiellose Rücksichtslosigkeit" Aehrenthals nachklingt: Der Botschafter in Konstantinopel. Freiherr von Marschall, an das Auswärtige Amt. Telegramm. Entzifferung. Nr. 322 Therapia, den 4. Oktober 1908. Die Folgen des unerwarteten Entschlusses des Freiherrn von Aehrenthal werden die allerübelsten (ein. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina wird die schon 'bestehende nationale Erregung der muselmanischen Türken aufs äußerste steigern. Sie werden darin einen vorbedachten Schlag Oesterreich- Ungarns gegen das neue System erblicken. Die Erbitterung wird sich nicht nur gegen Oesterreich- Ungarn richten, dem man schon lange mißtraut, sondern gegen das verbündete Deutschland, dem auch das neue System bisher Vertrauen geschenkt hat. Falls wir nicht feste Stellung gegen die Annexion nehmen, wird uns niemand glauben, daß man in Wien ohne unsere Zustimmung nor- gegangen ist. Ich kann vom Standpunkt unseres Verhältnisses zur Türkei aus die Aktion des Frei- Herrn von Aehrenthal nur als eine beispiellose Rücksichtslosigkeit gegen uns bezeichnen. Aber auch vom allgemeinen politischen Gesichtspunkt aus wird die Aktion verhängnisvoll sein. Der Bruch des Berliner Vertrags seitens einer europäischen Großmacht erschüttert die Basis, auf welcher heute die staatliche Ordnung auf dem Balkan beruht. England wird gegen die Annexion Stellung nehmen. Die Aeußerung'des Großwesirs, die er mir gestern mit Bezug auf die österreichischen Pläne in Bosnien machte, „celle politique n’aura pas de buccäs", zeigt, daß man hier der englischen Unter» stüßung sicher ist. Italien wird das gleiche tun oder Kompensationen verlangen. Daß Rußland gegen Oesterreich-Ungarn sein wird, unterliegt mir keinem Zweifel. Ich erinnere an die angebliche Zu- *) „D i e Große Politik der Europäischen Kabinette 1871 — 1914." Sammlung Der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amts. 2m Auftrag des Auswärtigen Amts herausgegeben von Johannes Lepsins, Albrecht Mendelssohn-Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe. Erste Abteilung: „W e l t p o l i t i s ch e K o m p l i k a t i o n e n" Band 26—29 (6 Teile). 2m Verlage der Deutschen Verlagsgesellschast für Politik und Geschichte in Berlin 8. Die Nanlle-Ausgabe der Akad'mie. Don Prof. Dr. griebrid) Schneider, Sena. Seit geraumer Zeit hörte b.c deutsch? Ocffent* lidfleit von dem Plane der Deutschen Akademie — diese selbst ist die Ausführung eines Ranke- schen Planes, der sich als S.h der Deutschen Akademie allerdings Weimar dachte — der gebildeten Welt eine historisch-lritrsche Gesamte ausgabe der Werke Dankes vorzulegen. Die Deutsche Akademie in Manchen tritt mit ihrem Plane nunmehr vor bic Öffentlichkeit. das große geisteswi senschastliche LInternehmen ist bereits in Ausführung begr.ffen, bic „Deutsche Geschichte im Ze.talter der Reformation" ist im Buchhandel erschienen (sechs Bande, drosch. 69, geb. 72, für Subskribenten 54, bez. 64,80 Mk. Drei- Masken-Dcrlag München). Die „Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation", bereu zwei erste Bünde 1839 erschienen, ist bas vierte große Werk Rankes, das erste, bas er der Geschichte seines eigenen Volkes widmete. Aber die gewalt'ge Darstellung mit der Diese der nationalen und universalen Betrachtung, die vollendete sprachliche und künstlerische Schönheit der geschichtlichen Charakteristik, die beinahe geheimnisvolle Art^ Rankes, dem Zeitalter die innersten und eigensten Tendenzen aozii- lauschen, sie zu erfassen und zu begreifen, m.t einem Wort: den Genius Rankes bei der Arbeit zu belauschen und sein Schaffen zu verstehen, vermag im letzten Grunde so leicht niemand, der nicht an Ranke historisch erzogen worden ist. Deshalb gibt die historisch-kritische Ausgabe der Deutschen Akademie jedem Werke cir.e Einführung in das Werk selbst mit Für die „Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation" wird sie in dem beträchtlichen Umfange von 117 Seiten bem Münchener Historiker Professor Paul 3oa- chimsen verdankt. Als Ranke die „Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation" schrieb, war es seine Absicht. den Moment zu bezeichnen, wo sich die deutsche Ration als ein staatlich geformtes, geistig bestimmtes Wesen ihrer Selbständ'gkeit innerhalb der abendländischen Staaten und Kulturwelt bewußt wurde. Wenn wir diese A fgab: aus den Röten der Gegenwart heraus wieder aufnehmen, lbemerkt Zoachimsen, werden wir, toemi auch vielfach nicht zu den Ergebnissen, so doch zu den Fragestellungen und Problemen z-rückkehren. die uns Ranke überliefert hat Denn die Wahrheit ftimniung Iswolskys zur Sundschakbohn. So rollt die Aktion Freiherrn von Aehrenthals die ganze Orientfrage in einem Augenblick auf, da mehr als je Ruhe notwendig ist ... Marschall. Auch Kaiser Wilhelm war über das eigenmächtige Vorgehen des Bundesgenossen ernstlich verstimmt und erkannte sofort, daß trog der angeblichen Zustimmung der Außenminister Rußlands und Italiens — Iswolsky und Tittoni — der Schritt Aehrenthals eine große europäische Krise herauf führen würde. Charakteristischcrweife batte er sich eine Lösung derselben durch ein Zusammengehen Deutschlands und Englands, als den in der europäischen Türkei nicht interessierten Großmächten, das er zugleich als Mittel zu einer Annäherung an England benutzen wollie. Er schrieb am 12. Oktober in diesem Sinne: „Die Tat Aehrenthals gewinnt immer mehr den Schein eines Fähnrichsstreichs! Uns hat er nichts gesagt-, Iswolsky und Titioni so verschleierte Andeutungen gemacht, daß sie sich als total betrogen verkommen-, den Sultan total unberücksichtigt gelosten, auf den es doch vor allen Dingen ankommt; den Schein der Verabredung mit dem Vertragsund Friedensbrccher Ferdinai.'o auf seinen Herrn geladen; die Serben zur Siedehitze gebracht; Montenegro aufs äußerste gereizt; die Kretenser zur Empörung veranlaßt; unsere zwanzigjährige mühsam aufgebaute Türkenpolitik über den Haufen geworfen; die Engländer erbost und in Stambul an unsere Stelle befördert; die Griechen schwer geärgert durch feine Bulgarenfreundlichkeit; den Berliner Vertrag in Stücke geschlagen, und das Konzert der Möchte auf das heilloseste verwirrt; die Ungarn aufgebracht, weil Vo-r.ien an sie hätte- angegliedert werden sollen; die Kroaten empört, weil sie die Angliederung an sich beabsichtigen! Das ist für eine Gesamtleistung ein europäischer Rekord, wie ihn noch kein Diplomat je fertig bekommen hat. Ein Weitblicken- der Staatsmann ist er jedenfalls nicht! Wir müssen trachten, in diesem heillosen Wirrwarr mit England wieder auf besseren Fuß zu kommen. Das geht in der Meerengenfrage — falls sie aufs Tapet kommt —, wenn wir ihren Standpunkt wohlwollend cotoyicren und ebenfalls die Dcffnung für alle Mächte, nicht Rußland allein verlangen. Rumänien als Uferstaat wirb bas auch wünschen. Aber diese Frage muß mit der Türkei pri?ntim vorerst beredet werden, und Marschall muß sondieren. England und Deutschland sind die beiden Großmächte, die anscheinend bei dem ganzen Rummel vorher nicht informiert wurden, haben also quasi freie Hand und sollten sich verständigen. Um so mehr, da beide das Wohl der Türkei im Auge haben. 12.10. 08. Wilhelm!. R." Trotz alledem hielt es F ü r ft Bismarck, als der verantwortliche deutsche Staatsmann, für notwendig, von vornherein fest und energisch sich hinter die Aehrenthalsche Aktion zu stellen. Ein gewisser Optimismus in der Beurteilung der russischen Machtverhältnisfe, der sich 1908'09 im Gegensatz zu 1914 als berechtigt erwies, mag ihm biefen Entschluß erleichtert haben. So schrieb er am 13. Oktober 1908 nach London: „An Kriegsgefahr im Orient glaube ich nicht. Rußland nicht in der Lage, gegen die sehr tüch- tige österreichisch-ungarische Armee aufzutreten, Kriegsgeschrei Serbiens und Montenegros nicht ernst zu nehmen. Vielleicht ist es nützlicher, daß die Welt sich einige Zeit wieder intensiv mit orientalischen Fragen beschäftigt, als wenn Marokko oder gar der deutsch-englische Gegensatz im Vordergrund stehen." Der entscheidende Gesichtspunkt in der Politik des Fürsten B'ckow aber war die Furcht vor bem Zusammenschluß der Tripelentente auch b e n letz - ten sicheren Bundesgenossen z n verlieren, wenn man der österreichischen Politik nicht zum Siege verhülfe. Die Abhängigkeit von der Wie- fann auch hier nur ehre fein, ilnb so führt uns denn der verdienstvolle Herausgeber in die Entstehungsgeschichte des W rkes und f :iien 2I’if- bau ein, um bann die Rrfornmtionsgeschichte als Kunstwerk zu betrachten. Reben d.r historio» graphischen und geisteZgeschicht ichen Stell mg des Wertes wird die A' s lahme bei d:r zeitgenössischen Kritik untersucht und die verschiedenartige Wirkung in der Gegenwart beleuchtet. Bemerkungen zur kritischen Dextgestaltung fehlen natürlich nicht. Dor allem wertvoll sind in der Einleitung Joachimsens die besonderen Stellen, wo er die numnehr im sechsten Bande veröffentlichten neuen Materialien aus Rankes noch ungeordnetem Rachlaß geistesgeschichtlich wertet und prüft. Der Rachlaß, früher im Besitz des ältesten Sohnes von Ranke, des Pfarrers Otto v. Ranke, wird jetzt in der Preußischer! Staatsbibliothek verwahrt; zahlreiche Briefe Rankes liegen im Archiv in Rudolstadt, die Bibliothek Rankes sah unser Mnnismatiker Behrendt Pick in e'ner weithin unbekannten nordamerikanischen Universitätsstadt. Die genannten neuen Funde gestatten mm ein immer mehr verfeinertes geistiges Eindringen in die innere Entwicklung der entscheidenden Zugendjahre Rankes. Der Sohn eines Adookaten und Landrates aus dem Thüringischen war schon in jugendlichen Zähren. als Leipziger Student, m l dem Versuch einer Lebensb.schr.ib eng Luih>rs b-schäst'gt gewesen. Run tritt er Luther näher. Und der große Meister der geschichtlichen Charakteristik läßt uns die tiefsten Blicke in den Entwicklungsgang, in das Innenleben der ringenden Seele Luihers tun, für die er Worte prägt, die niemand vergißt, der sich einmal mit Luther beschäftigt hat: „Es war die Sehnsucht der Kreatur nach der Reinheit ihres Schöpfers, der sie sich in dem Grunde ihres Daseins verwandt, von der sie sich doch wieder durch eine unermeßliche Kluft entfernt fühlt" (1 212). Eisleben, Mansfeld, Eisenach, Erfurt — wer kennt nicht die ersten Schritte, die der Knabe Luther bis zum Eintritt in das Kiosten zurücklegt. An allem menschlichen Leben und Treiben der Zeit nehmen wir teil, jetzt sehen wir ihn mit dem Auge Rankes Eck in Leipzig gegenübertreten: „von mittlerer Gestalt, damals noch sehr hager, Haut und Knochen; er besah nicht jenes donnernde Organ seines Widersachers, noch fein in mancherlei Wissen fertiges Gedächtnis, noch seine Hebung imb Gewandtheit in den Kämpfen der Schule. Liber auch er stand in der Blüte des männlichen Alters, seinem 36. Lebensjahre, der Fälle der Kraft; seine Stimme war wohllautend und beut» ncr Hosburg war so stark, baß man selbst eine nachträgliche Kritik bes österreichischen Verhaltens unterließ, ja, sich ängstlich hütete, burch Mißbilli- gungskunbgebungen ben Freund an ber Donau zu verstimmcn. Dank ber großen taktischen Geschicklichkeit bes Fürsten Bülow gelang es zwar, aus der bosnischen Krise mit einem vollen Erfolg der Mittelmächte herauszukommen, aber es war damit ein Präzedenzfall geschaffen, der 1914 zum Verhängnis werben sollte. Die folgenden Schritstücke zeigen Bülows Motive; bas erste ist bie Rückäußcrung auf das oben abgedruckte Marfchallsche Telegramm, bas zweite ein Telegramm, bas zur Information bes Vertreters des Auswärtigen Amtes im Kaiserlichen Gefolge bestimmt war. I. Der Reichskanzler Fürst von Bülow, j. 3. in Rorderney, an das Auswärtige Ami. Telegramm. Entzifserung. Nr. 111. Norderney, den 5. Oktober 1908. Ich bin weit entfernt, ben Wert ber freunb- schasllichen Beziehungen zu unterschätzen, bic wir mii der Türkei unterhalten. Allein Freiherr von Marschall geht meines Erachtens zu weit, wenn er uns vorsck lägt, für dieses Freundschaftsverhältnis unser Bündnis mit Oesterreich-Ungarn zu opfern ober zum mindesten auss Spiel zu setzen. Bci ber Bedeutung, bic bic leitenden österreichisch- ungarischen Kreise ihrem Schritte beilegen, würbe unser Bündnis mit bem Nachbarstaat zweifellos erschüttert werben und einen unheilbaren Riß erhalten, wenn wir in bieser Frage uns als unzuverlässige Frunde erwiesen unb uns nicht loyal an bie Seite von Oesterreich-Ungarn stellen. Eine zweideutige Haltung in diesem Fall würde man uns in Wien nicht veraessen. Bei der jetzigen Weltlage müssen wir darauf achten, uns in Oesterreich-Un- garn einen treuen Bundesgenossen zu erhalten, unb dies um so mehr, als das Wiener Kabinett gerade in den letzten Jahren uns wiederholt Beweise seiner Bundeslrene gegeben hat, zum Teil ohne Rücksicht auf eigene Interessen. Die Ausführungen des Freiherrn von Marschall vermag ich mir um so weniger anzueignen, als ich nicht annehmen möchte, baß das Vertrauen ber Türkei zu uns auf so schwan- fenbem Boben steht. Es muß unserem Botschafter möglich fein, in Konstantinopel verständlich zu machen, baß wir nicht gegen eine Regierung unb einen Nachbar auftreten können, mit denen uns eine 30jährige Allianz verbindet, deren Bestand Europa zum großen Teil seinen langjährigen Frieden verdankt .Außerdem wird die türkische Regierung sich vor Augen halten müffen, daß es sich in Bosnien unb der Herzegowina für sie nur um bie Aufgabe eines Scheins handelt, denn tatsächlich befinden sich diese Länder bereits seit langem unter österrelchisch-unganscher Herrschaft. Es wäre nicht recht erklärlich, wenn es bie Türkei wegen Aufgabe dieser rein äußerlichen Form zu gefährlichen Verwicklungen treiben und deswegen die guten Beziehungen nicht nur mii Oesterreich-Ungarn, sondern auch mit uns trüben wollte. Ich ersuche Euer Hochwohlgeboren ergebenft, bas Telegramm bes Freiherrn von Marschall in biesem Sinne zu beantworten und hinzuzufügen, baß in der Tat bie von ihm gegebene Versicherung, Deutschland habe von dein Annexionsplan nichts gewußt, zutreffend ist. Wir haben unsere Zustimmung nicht vorher in Wien erteilt, sondern man ist dort selbständig mit dem Plan vorgegangen ... Bülow. n. Der Reichskanzler Fürst von Bülow, z. Z. in Rorder::7i, an den Rai im kaiserlichen Gefolge Gesandten Freiherrn von Ienisch, Z. in Rominlen. Telegramm. Entzifferung. Norderney, den 7. Oktober 1908. Ich verstehe vollkommen, wenn Seine Majestät der Kaiser darüber verstimmt ist, daß die Ocsterreicher uns in ihren Annexionsplan nicht früher eingeweiht haben. Auf der anderen Seite können wir jetzt ben Türken wie ben Mächten wahrlich; et war in der Bibel vollkommen zu Hause, und die treffendsten Sprüche stellten sich ihm von selber dar: — vor allem, er flößte das Gefühl ein, daß er die Wahrheit suche. Zu Hause war er immer heiter, ein verz liigter schadhafter Tisch» gonofje: auch auf das Katheder nahm er wohl einen T menftraufi mit; hier aber entwickelte er den t. .-asten, selbstverg.ssenrn Ernst: aus der Tiefe einer bisher noch nicht vollkommen zum Bewußtsein gediehenen ülebetze.'.gung erhob er neue Gedanken und (teilte sie im Feuer des Kam fes mit einer Entschlossenheit fest, die keine Rücksicht m hr kannte; in seinen Zügen las man die Macht der Stürme, welche seine Seele bestanden, den Mut, mit dem sie andern noch ent» gegerging: sein ganzes Wesen atmete Tiefsinn, Freudigkeit and Zukunft." Luther wird um Johann HuS willen einen Augenblick in die Enge getrieben, er sieht sich in einer gefährlichen Lage, aber er schwankt keinen Augenblick, er wagt zu sagen, unter den Artikeln des Johann Hus, welche das BerdammungSurteil des Konziliums zu Kostnih verzeichne, seien einig» grund- christliche und evangelische. Ein allgemeines Erstaunen folgte. Herzog Georg, der zugegen war, stemmte die Hände in die Seite; kopfschüttelnd rief er seinen Fluch aus: „Das walt die Sucht" (I 305 ff.). Wer das darsteller:fch so vollendete Kapitel über die Schlacht bei Pavia und ihre Folgen lieft, wird unschwer erraten, daß Ran'e im Leben der Großen dieser Welt zu Hause war. Die Erzählung von Frundsbergs Tod, in Italien, inmitten der meuternden Landsknechte, auS empörtem Herzen heraus, ist ihm selbst eine wunderbare Katastrophe, aber seiner Erzählung der deutschen Resormationsgeschichte genau so notwendig, wie die großartige Schilderung der Erstürm'.: r.g und Plünderung Roms, der Belagerung Wiens und die Cin'.elheiten der Krönung Karls V. Der große Seher bedurfte dieser Kapitel durchaus, um an ihnen Völker und Menschen, Institutionen und Ereignisse, Kultur und Leben zu messen. Wir haben bisher die Blicke mehr auf das gerichtet, was uns Ranke sinnfällig aus dem wirklichen geschichtlichen Vorgang heraus vortrug und schilderte. Wenden wir uns der Weisheit seiner Werte zu. deren Sätze wenig genug bekannt sind. Sie sind freilich nicht geeignet, vergröbert und halbverstanden als Schlagworte die Welt zu durcheilen. Aber sie deuten uns tiefste Erkenntnis an. die je dem Genius zuteil ward. Sv gewaltig und eindrucksvoll der äußere heitegemäß sagen, baß wir von ben österreichischen Planen erst nach ben Russen unb Italienern unb gleichzeitig mit ben übrigen Mächten Kenntnis erhalten haben. Ein wesentlicher Beweggrunb für bas Vorgehen der Oesterreicher durste in der Wiener Besorgnis vor ber serbisch-kroatischen Irredenta bestehen, die mir in Wien schon im April nicht nur bei Freiherrn non Aehrenthal und Freiherrn von Beck, sondern auch bei Erzherzog Franz Ferdinand und bei seiner Majestät bem Kaiser Franz Joseph entgegenirai. Die Oesterreicher glauben, baß sie auf ber Balkan- Halbinsel entweber bie Serben gegen bie Bulgaren ober bic Bulgaren gegen die Serben ausfpielen müssen. Sie ziehen bic letztere Alternative vor, weil sie annehmen, baß bie Bulgaren auf bic öfter reichlichen Slawen eine geringere Attroktionskraft ausüben als bic Serben, unb auch wohl hoffen, baß ein selbstänbiges Bulgarien ähnlich wie feiner Zeit bas emanzipierte Rumänien in Gegensatz zu Rußland treten werde. Ob diese Rechnung stimmt, und ob bie Oesterreicher nicht den Teufel durch Beelzebub austreiben, kann nur bie Zukunft lehren. Vorstellungen von unserer Seite dürften jetzt nicht viel helfen, bu die Oeftsrreicher denken, daß sie ben Balkanverhältnissen näher stehen unb biefe richtiger beurteilen als wir, wo es sich bort in erster Linie um ihre Haut handele ... Wie bem auch fein möge, so viel ist sicher, baß bie Begleitumstände des österreichischen Vorgehens, ebenso wie seine Folgeerscheinungen für uns höchst unerwünscht sind. Wir dürfen aber herüber nicht bic Hauptsache vergessen nämlich baß wir das Bündnis mit Oesterreich-Ungarn unversehrt erhalten unb bas Vertrauen ber Oesterreicher zu uns nicht erschüttern lassen dürfen. Ich glaube, daß auch in ber Politik nicht nur aus ethischen, sondern auch aus Klughcitsrücksichtcn Zuverlässigkeit lohnt. Oesterreich-Ungarn hat sich uns gegenüber nicht nur in Algeciras, sondern auch noch in biesem Sommer in der Flottcnfraac sehr loyal erwiesen. Wir müssen Gleiches mii Gleichem vergelten ... Bülow. Sitzung der Stadtverordneten. • Gießen, 18. Dez. 1925. Das Stadtparlament 1923'25 ist heute vom Schauplatz des kommunalpolitischen Wirkens abgetreten. Der Oberbürgermeister hat dem scheibenden Hause „für diese fleißige, opfervolle und verantwortungsreiche Tätigkeit namens der S.adt den wärmsten Dani" ausgesprochen. Es waren harte und schicksalsschwere Zahre. in denen die nun audeinan >crg:gangenc Stadtvcrori irteen- Versammlung die Geschicke der Stadt zu bestimmen hatte. Daß ihre Tätigkeit vom lautersten Wollen geleitet war, und bah sie auch vieles mit glücklicher Hand meisterte, kann und wird niemand bestreiten wollen. Frei i ) ebenso richtig ist. daß manche andere Ausgabe nicht soweit vor- ankam bzw. nicht gelöst wurde, wie man das in der Bürgerschaft gern gesehen hätte und wie es auch wohl möglich gewesen wäre. ileBer alle diese Dirge werden wir uns demnächst eingehender aussprechen. Heute möchten wir in Anknüpfung an die Schlußrede des Oberoüraer- meisters jedoch auch unsererseits hervorheven. daß unser Gemeinwesen dem alten Stadtparlament vieles zu danken hat, was nur durch treue, streng fachliche, leidenschaftslose und sorgfältig wägende Arbeit erreicht werden konnte. Bevor das Haus au. .'.nanberging, hatte es u. a. noch über eine besonders bedeutsame Vorlage zu entscheiden: die Renordnung b~r Ecettr.zi.ätsprerse. Diese Vorlage h at ein etwas merkwürdiges Geschick erlebt. Z.i ber vorhergehenden Stadtverordnetcn-Sitzung sand sie keine Zustimmung, und auch außerhalb des Hauses wurde sie abgelehnt. Heute dagegen wurde sie vis auf eine Aenücrung zweiten Ran- ■=J- ———---_i„.. । So -enkt euren Kindern Wohlfahrtsb rief marken für die Dcu >ct e No:hilf x "fS’ss | Verlauf der Weltgeschichte schon fein mag, Ranke sucht geheimeren Sinn zu sin en. Daher fentt sich jene Ruhe aus sein Gemüt herab, die man fälschlicherweise Ranleschc Objektivität zu n. nm pflegt. Hören wir ihn doch am Beginn ort ResormationSg-.schichte: „D:nn iie Zc n so heißt es da (I 53), durch welche menschliche Zustände begründet werden, enthalten IcuS Gelte liche und Ewige, auS dem sie quellen, doch niemals vollständig in sich. Eine Zeitlan; sind sie wohltätig. Leben gebend; neue Schöpft n;en geben unter ihrem Odem hervor. Allein auf Cri cn kommt nichts zu einem rein n unb voist'o.nme- nen Dasein; darum ist auch nichts uniterblich. Wenn die Zeit erfüllt Ist, erheben sich aus dem Verfallenden Bestrebung n von weiter r-i I ndern geistigen Inhalt, die es vollends zeri r regen. Das sind die Geschicke Gottes in der Welt." ilnö diese Sätze der Weisheit und des Maßes ergeben sich ihm in imnr.r neuer begrün'.eter Form während seiner Lebensarbeit. Sin freundliches Geschick geleitete Ranle. dcr zu Wiehe in Thüringen am 21. Dezember jZ05 geboren wurde, im nahen Schnlpsor a derWi l n- schaft entgegenwuchs und .n V'r.in die sc : fi- barste Tätigkeit entfaltete, zuletzt nur no:> teer Wissenschaft hingegeoen, so täte er die En l- kinder des Sonntags wohl n cr noch sah, ir; sie ein Gebet sprechen zu hören. D n i er suchte auch in der Geschichte das Ewige Als er am 23. Mai 1833 in Berlin ?a~ •, fjatte er s tzbft beinahe ein Jahrhundert r.n.rjjrten gestdichl- lichen Verlaufs getehen. Lebe.', rnd Wi ^:i.,aft deutete er in dem tiefsinnig n Wort, daß je', e Epoche ihr besonderes Verhältnis zu Ooii habe, und dieses Wortes wollen auch wir uns ge- trösten. Die Deutsche Akademie re cht in feierlicher Weise dem deutschen Vocke und der Welt von neuem ein Vermächtnis, das unterer Beteten zum Ruhme gereicht. Mit Ranke und an Rcnle carf sich nur messen, teer an Tiefsinn deS Geistes und geschichtlicher Crte.-. e nte mit bem Senins um die Wette zu denken und zu sorschon und zu wirken vern.ag. Viellrichte dars man aber auch von unserer Zeit sagen, was R"nke in dem Kapitel über den Reichstag zu Worms 1521 ausspricht: »Es lebte eine gewaltsame, geistreiche. ersinderische, ernste, tiefinn'ge Generation. Sie hatte ein Gefühl davon, daß in ihr r:n? große Weltveränderung beg nie (I 339).“ Te: Lied der Rachtigall von Wittenberg ist um nicht verklungen, und wir stehen nicht am Ende, eher am Anfang der Weltgeschichte. ges unverändert in der alten Fassung einstimmig angenommen, un) jetzt sieht man sie auch als Außenstehender mit anderen Augen an. Woher dieser Ilmschwung? Die heutige Entscheidung hatte schon in der vorigen Sitzung getroffen werden können, wenn man damals ein klareres und erschöpfenderes Bild über die Beweggründe für die Vorlage und die Lage der Dinge bekommen hätte. In der vorigen Sitzung konnte sich aber kein Mensch ein rechtes Bild machen von dem, was eigentlich war und was werden sollte. Die Zwischenzeit hat nun die Verwaltung zur Ausarbeitung einer Denkschrift benutzt, die den Stadtverordneten und der Presse überreicht wurde. Diese Ausarbeitung ist so aufschlußreich und in ihren betriebswirtschaftlichen und finanziellen Schlußfolgerungen so zwingend, daß man den Vorschlägen der Stadtverwaltung und dos De- triebsausschusses zustimnren mußte, nicht etwa, iveil man sich hat „einaxdtln'* lassen, sondern ganz einfach aus re'.n fachlichen Gründen. Auf diese Angelegenheit werden wir in den nächsten Tagen noch zirrückkvmmen. Eine Lehre sollte aber die Stadtverwaltung aus diesem Vorfall ziehen, nämlich daß es angebracht ist. bei so wichtigen Vorlagen von vornherein in ausführlichster Weise mittels einer Denkschrift die Grundlagen für eine umfassende, zuverlässige Urteilsbilöung zu liefern, nicht aber sich auf die mündliche Berichterstattung zu verlassen, die sich bisher schon oft als Stückwerk erwiesen hat. Daß das Haus als letzte Lat seines Wirkens erneut eine soziale Hilfeleistung vollbrachte, indem öS den Erwerbslosen und Kurzarbeitern einstimmig eine Geldhilfe für die Weihnachtsfeiertage gewährte, ist anerkennenswert und erfüllt uns mit Befriedigung um der armen, notleidenden Mitbürger willen. . Sitzungsbericht« Anwesend: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. Sei b, Dr. F re y, Dr. Hamm, Jusnzrat Dr. Rosenberg, Kommerzienrat K l i n g s p o r und 30 Stadtverordnete. Der Zuhörerraum ist außerordentlich stark von Erwerbslosen besucht, die der Beschlußfassung über einen sie betreffenden Antrag harren. Die Gemeinde Hunde st euer für das Kalenderjahr 192 6. Auf Antrag des Finanzausschusses wird, nachdem ein Redner sich gegen diese Regelung ausgesprochen hat, metl sie zu hoch sei, folgendes be- schlosien: Die Gemeindehundesteuer beträgt vom Kalenderjahr 1926 an bis auf weiteres: 1. wenn der Beginn des Hundsbesitzes in die Zeit vor dem 1. Juli fällt 24 Mk., 2. vom I.Juli ab 12 Mk. für jeden Hund. Für den mehrfachen Hundebesitz werden folgende Zuschläge erhoben: für den zwciien Hund 24 Ml.. für den dritten Hund 48 Mk.. für den vierten Hund 96 Mk. usw., so daß für jeden melieren Hund der Zuschlag sich verdoppelt. Die Höhe des Zuschlags regelt sich nach dem Zeitabschnitt, in dem der mehrfache Hundebesitz eingetreten ist. Die Sätze sind die gleichen wie in 1925. Im Hinblick aus die schwierlgen Wirtschaftsoerhältnisie glaubt die Stadtverwaltung einen Abbau nicht zu- (äffen zu können. Ilmbettung von feindlichen Krieger- le i chen. Zur Zusammenlegung der auf dem zweiten Teil des Ehrenfriedhofes noch zerstreut liegenden feindlichen Kriegerleichen wird ein Betrag von 2600 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten werden der Firma Pfaff 8- Co. zu den gleichen Preisen der bisher voraenommenen Umbettungen übertragen. Die Beschäftigung von Erwerbslosen bei diesen Arbeiten ist zugesagt. Bei der Umbettung handelt es sich meist um Russen und Rumänen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr ausgeführt werden; bei dieser Gelegenheit will man auch den Friedhof wie- der einwandfrei Herrichten. .Errichtung eines Kraftwagen-Unter- fteUraumeS für das städtische C l ek- trizitätswert. Für die Errichtung eines Kr stwagen-llnter- stellraumes für das städtische Elektrizitätswerk wird ein Kredit in Höhe von 8300 Mark zur Verfügung gestellt. Die Ausführung der Arbeiten soll, soweit sie nicht durch die vorhandene Wertstätteneinrlch ung d?s ElektrizitÜtsw.r es geschehen kann, durch daS Stadtbauamt bezw. die Daudepudation vergeben werden. Das Gießener Handwerk soll zur Arbeit hrrcmgezogen werden. Beschaffung von Transformatoren. Die Lieferung von 14 Transformatoren zum Preise von zusammen 20 000 Mark wird der Firma Siemens-Schuckert-Werke unter der Bedingung rbn:tr'gen. daß die Firma auf die angegebenen Preise einen Aachlaß von 10 Prozent gewährt. Der Wortführer der demokratischen Fraktion fragt, ob außer der vorgeschlagenen Lieferfirma noch andere Llnternrhmungcn Angebote eingereicht hätten. D igeordneler Dr. S c i b gibt in Beantwortung dieser Anfrage einen kurzen Aüabück auf die Entstehung und Entwicklung des ElektrintätwcrkeS. H:cr..u> ist zu entnehmen, daß daS Wer! mit seiner lleberlandanlage im Mctteriallagcrbestcmd auf ein Fabrikat, das von Sieme::S-Schuckert eingerichtet ist, weil das bei einem Werk von der Größe des hiesigen betrieblich mrd auch finanziell vorteilhafter sei. als wenn man zwei Fabrikate ständig auf Lager hatte. Bedenken h'br die Betriebsdepudation allerdings auch hinsichtlich der Preisfrage. Da aber die Preise im Elektrizitätskonzern durch Vereinb rungen der Finnen einheitlich gestaltet und in einer Liste registriert seien, so laufe die Stadt auf Grund dieser Listenpreise von Siemrns- SHuckert. aber auch nur dann, wenn ihr ein gewisser Vorzugspreis (vgl. oben 10 Prozent Aachlaß) dafür eingeräumt werde, daß sie E:in anderes Fabrikat verwende. Daher komme also nur e i n Angebot. Der Fragesteller i't mit dieser Auskunft zufrieden Der Wortführer der Deutschen Dolkspartei bnichtet, ihm sei mit- getcilt worden, daß auf Grund einer Konzern- Abmachung die liefxntfre Firma, wenn sie im Wettbewerb mit anderen gestanden hebe, den ausgefallenen Konkurrenten eine gewisse Entschädigung zahle. Diese Erscheinung trete hier also nicht auf. Neuregelung der Strompreise für Elektrizität. Der Betriebs-Ausschuß ist im Anschluß an die vorige Sladtverordnetensitzung ungesäumt zu neuen Beratungen über die Aeuregelung der Preise für elektrischen Strom zusammengetreten. Das Ergebnis seiner nochmaligen Arbeit ist, daß er einstimmig an seinen in der vorigen, Sitzung vorgelegten Empfehlungen festhält, nur insofern eine Aenderung vorschlägt, als bei dem 10-Pfennig-Tarif nicht mehr eine jährliche Mindestabnahme von 600 Kw. in Betracht kommen soll, sondern nuc noch eine solche von 480 Kw. Der Ausschuß ersucht erneut, auf den Boden dieser Beschlüsse zu treten. Der Führer der Deutschen Volks- Partei erklärt: Wir haben in eingehenden Verhandlungen im Finanz- und Tetriedsausschuß am Montag und Dienstag seststellen müssen, daß die Durchführung unseres Antrages auf weitere Herabsetzung der Stromgebühren augenblicklich mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Stadt unmöglich ist. Wir ziehen daher unseren Antrag zurück. Ohne weitere Aussprache wird darauf die Vorlage nach den Vorschlägen des Betriebsausschusses genehmigt. Die Aeuregelung tritt mit Beginn der Zählerablesung im Monat Januar 1926 in Kraft. Die wichtigsten neuen Tarifbestimmungen bringen folgende Aenderung: Es kostet künftig der L i ch t st r o m 50 Pfg. je Kwst., bisher 61 Pfg. Aeu eingesuhrt wird ein außerordentlich verbilligter Tarif für Heiz- und Kochzwecke (ein Iahresmindestverbrauch von 480 Kwst. zu je 10 Pfg. muh garantiert werden); hiernach kostet die Stromabnahme während der Tages- und Aachtstunden 1 0 Pfg. für die Kwst.. während der Sperrzeiten 50 Pfg. je Kwst. Für die Kraftentnahme des Kleingewerbes werden berechnet: bei einem Jahresverbrauch bis 1000 Kw. 28 Pfg., bis 2000 Kw. 26 Pfg., bis 4000 Kw. 22 Pfg., bis 8000 Kw. 19 Pfg., bis 14 000 Kw. 18 Pfg., bis 20 000 Kw. 17 Pfg., bis 30 000 Kw. 16 Pfg., bis 40 000 Kw. 15 Pfg.. bis 50 000 Kw. 14 Pfg.. bis 60 000 Kw. 13 Pfg., bis 70 000 Kw. 12 Pfg.. bis 72 000 Kw. 11 Pfg. je Kw. Ein Dreis ach- t a r i f für Kraftentnahme des Klein - gewerbes sieht vor: während der Tagesstunden 20 Pfg., Aachtstunden 10 Pfg., Sperrstunden 50 Pfg. je Kwst. Weiter sieht die Tarifneuregelung für gewisse Fälle Rabatte vor. ebenso sind eingehende Bestimmungen über die Sperr stunden zetten festgelegt, die sich in den Wintermonaten auf die Zeit von 4.30 bzw. 5 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends beschränken. Ein Teuerungs-Vergleich. Im Anschluß an die Neuordnung der Elek- trizitätspreife gibt Oberbürgermeister Keller eine vergleichende lleberiidjt über die Preissteigerung bei den städtischen Betrieben gegenüber der Vorkriegszeit bekannt. Das Gas kostete 1914 pro Korn. 17 Pf., heute 20 Pf., Steiger ing mithin 17 Prozent, baä Wasser 1914 pro Kbm. 25 Pf., heute 15 Pf., also eine sehr wesentliche Senkung von 40 Prozent, die El ek t r iz i - t ä t 1914 pro Kw. 45 Pf., heute nach dem eben gefaßten Beschluß 50 Pf., Steigerung 11 Proz. Im Vergleich zu den Preissteigerungen auf allen anderen Gebieten, wo Berechnungen über Verteuerungen von 33 bis 43 Prozent ausgestellt wurden, seien also die städtischen Produkte ganz gering im Preise erhöht worden, jedenfalls verschwindend gegenüber den Proisste g rungen, wie sie sonst in Handel, Industrie und Gewerbe zu verzeichnen seien. Er hoffe, daß das Beispiel der Stadt anderweitig Aachahmung finde. Studio. Löber weist darauf hin, daß die ungeheure Steuerschraube vor allen Dingen schuld sei an den Preisste.gerungen. Den meisten Geschäftsleuten werde es Kalo nicht mehr möglich fein, ihren Verpflichtungen nachzulommen. Weihnachtshilfe für Erwerbslose und Kurzarbeiter. Debattelos und einstimmig wird auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion folgendes beschlossen: 1. a) den in der Fürsorge des Wohlfahrtsamtes befindlichen und den vom Arbeitsamt betreuten Erwerbslosen und den Kurzarbeitern wird eine einmalige Bargeldunterstützung in Höhe von durchschnittlich 15 Mark gewährt; b) die Unterstützung soll nach der Zahl der Familienmitglieder und der Dauer des Aot- standes abgestust werden. 2. Diese Betrage sollen noch vor Weihnachten zur Auszahlung gelangen. 3. Zu diesem Zweck wird ein Kredit von 7000 Mark zur Verfügung gestellt. Kleine Vorlagen. Die Satzung des Dezirksfürforgever- b a n d e s und des Jugendamts wird nach der ministeriellen Einwilligung endgültig genehmigt. Sie tritt am 1. Januar 1923 in Kraft. Der Beschaffung einer Wage fücLebend-- v i e h für den städtischen Schlachthof von K. Schenk in Darmstadt stimmt man zu. Mehrere B.'triebsrechnungen aus 1924 und einige Schankerlaubnis-Vorlagen werden antragsgemäß glatt erledigt. Parlamentsschkutz. Oberbürgermeister Keller wendet sich am Schlüsse der öffentlichen Sitzung mit folgender Ansprache an das HauS: Meine Damen und Herren! Die heutige Sitzung ist die letzte, zu der die gegenwärtige Stadtverordnetenversammlung sich versammell hat. Die Wahl zur jetzigen Stadtoerordnelenoersammlung erfolgte am 19. November 1922. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 9. Januar 1923 wurden die neu- abgelausenen drei Jahren ziemlich einschneidende Acnderungen eingetreten. Durch Abbau und zufolge organisatorischer Aenderungen schieden 42 Personen aus. Es vcrftarben 5 Beamte, nämlich Bauamtmann Köhler, Beamtenanwärter Roß, Bauobersekretär tod)manbt, Bauamtmann Nold, Berwaltunas-Ober- inspektor Koch. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze wurden 11 Beamte in den Ruhestand versetzt, nämlich Hallenmeister Reitz, Verwaltungs- Obersekretär Wörth, Oberwerkmeister Walther. Werkmeister Weydemeyer, Werkmeister Wagner, Feldschütze Kliffmüller, Wiesenmeister Bellof, Oberhallenmeister Geismar, Hausmeister Dechert, Hausmeister Decker und Stadtkassedirektor Möser. Diesen Beamten, die sämtlich jahrzehntelang im Dienste der Stadt standen, spreche ich für ihre ersprießlichen und treuen Dienste herzlichen Dank und volle Anerkennung aus. Bon den durch Ableben und Ruhestandsversetzung erledigten 16 Beamtenstellen sind 11 nicht wieder besetzt, sondern eingespart worden. Wenn trotz dieser beträchtlichen Aernünderung des Personals, die heute der Stadt obliegenden Aufgaben, deren Umfang mit der Vorkriegszeit gar-nicht veralichen werden kann, bewältigt werden konnten, so ist dies der Pflichttreue und dem Fleiße aller städtischen Funktionäre zu danken, denen ich hierfür meinen Dank und meine Anerkennung gerne zum Ausdruck bringe. Meine Damen und Herren! Wenn ich diese letzte Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung hiermit schließe, so geschieht es mit dem Wunsche, daß den ausscheidenden Stadtverordneten, denen ich für ihre Mühewaltung hierdurch wärmstens danke, mit dem Bewußtsein treuester Pflichterfüllung eine freundliche Erinnerung an ihre erfolgreiche öffentliche Wirksamkeit als Stadtverordnete sich verbinden möge. Die verbleibenden Stadtverordneten werden, wie ich überzeugt bin, mit dem bisher bewiesenen Eifer, Gemeinsinn und Gerechtigkeitsgefühl auch in der körnenden Wahlperiode der Stadt Gießen ihre erprobte Kraft widmen. Sladlo. Dr. Krausmüller gewählten Mitglieder in ihr Amt eingeführt und von dem Vorsitzenden verpflichtet. Während der gesetzlichen Mahlzeit traten in der Zusammensetzung der otabtverorb» neten-Aersammlung nur geringe Aende- rungen ein. Durch Amtsniederlegung schied aus am 16. Februar 1924 der Stadtverordnete Bierau, an dessen Stelle Stadtverordneter Fritz trat; am 24. Februar 1925 verstarb Bürgermeister Krenzien, an dessen Stelle die Stadtverordneten- Versammlung am 5. Juli 1925 den Stadtbaurat Dr. Hamm aus Freiburg i. Br. zum besoldeten technischen Beigeordneten gewählt hat. 2(m 2. Juli 1925 erfolgte die Wiederwahl der bisherigen unbesoldeten Beigeordneten Dr. Rosenberg und Klingspor, am 25. September 1925 die Wiederwahl des bisherigen Oberbürgermeisters. Während der abgelaufenen Wahlperiode e r - ledigtc die Stadtverordneten-Versammlung in 46 Sitzungen 1 345 Gegenstände. Weiter erledigten 15 Deputationen in 422 Sitzungen 3369 Gegenstände und 16 Ausschüsse und Kommissionen in 667 Sitzungen 5879 Gegenstände. Schon äußerlich ergibt sich aus diesen Zahlen, mit wie großem Hleiße die Stadtverordneten-Ver- fammlung an der Arbeit gewesen ist. Bedenkt man ferner, wie schwierig bei der Gesamtlaae Deutschlands das öffentliche Leben sich in den abgelaufenen 3 Jahren gestaltet hat, welche Fülle neuer Lasten namentlich Reich, aber auch Staat den Städten auf» gebürdet haben, so wird vollens deutlich die gewaltige Arbeit, die von der Stadtverordneten-Versammlung unter den ungünstigsten Verhältnissen geleistet worden ist. Das in derabgelaufenen Wahlperiode eingeführte Verfahren, daß die Stadtverwaltung die von ihr gestellten Anträge schriftlich mit Begründung den zuständigen Ausschüssen überweist und die Stadtverordneten selbst die Berichterstattung übernehmen, hat zwar sowohl für die Stadtverwaltung wie für die Stadtverordneten eine erhebliche Mehrarbeit ver- ursack t, fördert aber die Erledigung der städtischen Ge'''äste besonders dadurch, daß die Stadtverordneten vollen Einblick in die städtischen Angelegenheiten und sachgemäße Unterlage für ihre Entschei- duv"en gewinnen. Ich spreche der Stadtverordneten-Versammlung für diele fleir:-e, opfervolle und verantwortungsreiche Tätigkeit namens der Stadt den wärmsten Dank aus. Daß es der Stadtverordneten-Versamm- lu>m namentlich gelungen ist, die Finanzen der Stadt durch die Stürme wildester Inflation glücklich hindurch'ubringen und bis heute in einem geordneten Zustand zu erhalten, muß ihr ganz besonders aebanft werden. Mit diesem Danke vervinde ich die Anerkennung, daß die Stadtverordneten-Ver- sammliing allezeit mit vollkommcns r Hingabe, nach beller Kraft, in gewisserhaster und "erechter lieber» zcugung an dem Geschicke der Stadt mitgewirk» bat und frei von Partei- und Sonderinteressen bei ihrer Tätigkeit den Blick lediglich auf das große Ganze und die Wohlfahrt der Allgemeinheit gerietet bat. Im Bereiche der städtischen Beamten und de 5 übrig een Personals sind in den spricht hierauf im Namen des abtretenden Stabt« Parlaments den städtischen Beamten, Angestellten und Arbeitern Dank und Anerkennung für ihre treue Pflichterfüllung im Dienste der Stadt aus. Schluß der öffentlichen Sitzung. Kirchliche Nachrichten. Evangel sche Gemeinden. Gießen. Sonntag. 20. Dezember. 4. Advent. Stadtkirche. 9",. Pfarrer Becker. 11: Kinderkirche für die Markusgemeinbe. Pfarrer Becker. 5 Ufa’ Bfarrasi. Hertel. - IohanneSlirche. 9'/,: Pfarrer Muller. 11: Kinderkirche f. d. Zohannesgem. Pfr. Ausfeld. 5: Pfr. Bechtolsheimer. - Kirchberg. 10: Mainzlar. Nachmittags 1’4. — Wiefeck. 9 /t Beichte. 9\ Predigtgottesdiensti.Anschl. Feier d. heil Abendm. Opfer f. d. kirchl. Jugendarb. 1 Kinberk. Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg. 1. Garbenteich: 10. Katholische Gemeinden. Gieße,». Samstag, den 19. Dez. 4!/, u. 7 Deichte. Sonntag, den 20. Dezember. 4. Adventsonntag. 61/, Deichte, 7 Messe, Korn, der Jungfrauen, 8 Kom-, 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Pred., 4'/, Zungf.-Kongregation 5-1, sakramentalische Druder- schattsandacht. - Grünberg 9'/, Messe mit Pred. 10 Hungen. 8 Messe mit Predigt. — Laubach. 10 Messe m. J'rcb. - Dich. 10 Hochamt m Pred. Das Nsumeyer-Piano wird seit 1864 hergestellt Für seine Beliebtheit zeugt die Tatsache, daß bisher über 60uOO Instrumente dieses Fabrikates in der ganzen Welt verbreitet sind. Alleinvertretung: Pianohaus August Förster GIESSEN Bahnhofstraße 65 B Fernruf Nr. 1367 Filiale: Lich,Butzb.Str,12. - Gegr.1876 44c ULU: DIE FÜHRENDE MARKE! cSchphhaus/J^tmpol -> giessen B tüeg 19. ANGULUS auf dem Gebiete der Schuhfabrikation kann stets nur diejenige sein, welche größte Leistungsfähigkeit mit einer Preiswürdigkeit vereinigt, die Ihre Erwartungen übertrifft -Schuhe erfüllen diese Forderungen in jeder Weise und stehen deshalb an erster Stelle. 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Von Zeit zu Zeit hört man immer wieder ein paar Neuigkeiten von unseren tschechischen Nachbarn am Grenzkamm des Bayerisch-böhmischen Waldye- biraes. Diese Nachrichten unterscheiden sich inbefjen nicht unwesentlich von jenen, die man aus dieser Gegend vor uqb während des Krieges zu hören bekam. Damals erfuhr man in fast regelmäßigen Zwischenräumen, daß sich die Tschechen in den Tourlstenorten und Lerggasthausern des Bayerischen Waldes recht unliebsam bemerkbar gemacht haben, indem sie auf ihren Wanderungen auf reichs- deutschem Boden tschechische Lieder fangen oder sich in den Wirtshäusern lind Gasthöfen, besonders an den Seen dieses Gebirges, durch auffallend lautes Reden und provozierende Sjaltung hervortaten, so daß es wiederholt zu unangenehmen Auftritten kam. Das war zu einer Zeit, in der es noch keinen tschechischen Zwergstaat gab, sondern ein Königreich Böhmen, und in welcher der deutsche Böhmerwald von feinem östlichen Fuß bis zur bayerischen Grenze von Furth i.W. bis Passau noch zum allergrößten Teil von der erbeingesessenen deutschen Bevölkerung besiedelt war. Heute ist das bekanntlich anders. Im deutschen Böhmerwald ist bas Deutschtum zum gewaltsamen Aussterben verurteilt: beutfche Schulen in urdeutschen Orten werden mehr und mehr geschlossen oder tschechi- slert, und gegen die deutsche Sprache hat ein Ver- nichtungs- und Unterbrückungsfeldzug begonnen, der an Brutalität seinesgleichen sucht. Aber auch die Mechode der tschechischen Touristen und Wanderer hat sich geändert. Sie sieht sich — höchst seltsamerweise — äußerlich harmloser an, als ehedem. Lärmende Kundgebungen tschechischer Gäste im angrenzenden Bäuerischen Wald sind — im Gegensatz zu früher — selten. Sind die schechi- schen Nachbarn gegen uns Deutsche etwa verträglicher, versöhnlicher, liebenswürdiger geworden? Wer das glaubt — und man wird unwillkürlich dazu verleitet — der irrt gewaltig. Der Tscheche ist heute noch unser erbitterter, von fanatischem Haß erfüllter Gegner an der deutschen Ostgrenze, wie es der Franzose am Rhein ist. Und wenn ersterer in Hellen Scharen die landschafllich berühmten Gegen- den des Bayerischen Waldes aufsucht, bann tut er es in erster Linie nicht etwa ber Naturschönheiten halber (die er drüben bei sich ebenso, wenn nicht prächtiger, hat), sondern vor allem aus nationalen Gründen. Der Massenverkehr der tschechischen Touristen und Wandervögel, tschechischer 9u- gendorganisationen und tschechischer Schulen in den Grenzorten und Grenzberg^n des Bayerischen Waldes, wie er sich im heurigen Sommer bemerkbar macht, gibt hierfür einen deutlichen Beweis. Schreiber dieser Zeilen konnte bei seinem unlängst erfolgten Besuch in dortiger Gegend feststellen, daß der Zustrom tschechischer Ausflügler nach Bayern in schreiendem Mißverhältnis steht zu dem Besuch reichsbeutscher Touristen im angrenzenden Böhmer- roalb. Die Urfache hierzu ist leicht zu finden. Die tschechischen Eisenbahnen gewähren den 33er- gnügungsreisenden, Vereinen und Schulen, die nach dem „noch unerlöften" Bayerischen Wald fahren, eine ganz erhebliche Fahrpreisermäßigung, so daß diese Leute um ein Spottgelb an bie bayerische Grenze fahren können. Und das nicht etwa nur aus der näheren und weiteren Umgebung, aus den Böhmerwaldstädten, aus Budweis ober Pilsen, son- dem auch aus dem 180 Kilometer entfernten Prag! Don der tschechischen Hauptstabt fahren fast täglich — besonbers an Sonntagen — beschleunigte billige Sonberzüge nach der Grenzstation Eisenstein, bie Hunberte unb Tausende von tschechischen Wanderern und Schülern beiderlei Geschlechts in die Sommerfrischenorte, an bie Seen unb auf bie Berge des iierrlichen Bayerischen Waldes senden. Wer an chönen Sonntagen eine Zeit lang auf ber Grenz- taate zwischen Bayerisch-Elsenstein unb Böhmisch- Eisenstein promeniert, ber wirb mit Erstaunen ge- wahr, welch ungeheurer Zustrom von jugenblichen unb erwachsenen Wanberern einzeln ober in Gruppen sich über bie weißblauen Grenzpfähle nach bem Arbergebiet wendet. Dort sitzen bie Leute bann in bayerischen Gasthäusern unb Schutzhutten, am Ar- bersee und am Schwarzensee, unb lassen sich's gut gehen. Sie sinb in ber Regel höflich unb betragen sich artig, treten aber mit einer Bestimmtheit unb Selbstoerftänblichkeit auf, mit einer Sicherheit unb Pelzmärtel. ein Nürnberger Spielzeugroman: Nach dem Jia'.ienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Eophright 1925 bh 2L Scherl ®. m. b. H., Berlin. 20. Fortsetzung. Nachbruck verboten. Unb die Störche, stolz auf ihre schönen langen Beine, streckten sie noch steifer und länger von sich ab. Dabei beschleunigten sie den Flug, so daß sie von unten wie pfeilschnell bat)In* stürmende, dreibeinige Gespenster aussahen. Ein Glück, daß man die an ihrem Halse hängenden Puppen nicht sehen konnte, sonst hätte es da unten ein einziges Geschrei gegeben: Halt, halt! Zu Hilfe, zu Hilfe! Bald waren auch die Hochflächen am Horizont verschwunden, und werte Ebenen taten sich auf, aus denen grüne Flecken leuchteten, die nichts anderes waren als junge Saat- und Kleefelder. Zuweilen tauchte eine Stadt auf. Sie Leute drinnen waren aber nicht so neugierig oder nicht so verständig wie die Bauern au* dem flachen Lande, sie hielten die Blicke lieber auf den Boden geheftet, als nach den Wollen zu schauen, und sahen daher die Störche nicht. Wurde aber einmal einer auf sie aufmerksam, dann gab es auch gleich einen Wenschenauflauf, über dem die Stöcke und Schirme nur so wir-* bellen. Hatte man schon so etwas gesehen! Otto und Liesel drückten die Nasen an der Fensterscheibe ihres Neisewagens platt und wollten sich schier krank lachen über die aufgeregten Menschen. Gerne hätten sie auf ihre Fragen geantwortet und hinuntergeschrien: „Jawohl, das sind wir, Otto und Liesel Tand auS Nürnberg! Das sieht man doch aus den ersten Blick, ilnb das sind Luginsland. Schnabelspitz und Wiesenstelz, und noch andere bedeutende Persönlichkeiten sind in unserer Begleitung, unb jetzt reifen wir zu Dater, unb deshalb sind wir so vergnügt, wenn es uns auch schwer angekommen ist, den großen Ein- 'fehler zu verlassen, den Flötenspieler, müßt, ihr wissen, ber früher einmal.. Aber ihre Stimme hätte nicht bis zur Erde hinabgereicht, und sie empfanden es gar nicht schön, so lange stillhallen zu müssen. Das kann ich ihnen auch nachfühlen, denn mir geht eS gerade so: wenn ich etwas recht Schönes weiß, da möchte ich es auch am liebsten sofort toeiter- erzählen. Als die Dämmerung hereinbrach, gingen die Störche vorsichtig herab. 3n einem dichten Waldversteck machten sie halt. Es schien ein Tlrwald, nur daß die Bäume keinen Gummi ausschwitzten, sondern Harz, und die furchtbaren Gorillas und menschenähnlichen Schimpansen bloß Eichhörnchen waren, die vor Verwunderung über den seltsamen Besuch das schwarze Mäulchen verzogen und pfeifend bie Stämme hinauf- und herunterfuhren. Niemand von der Reisegesellschaft stieg ab. Luginsland, Schnabelspitz und Wiesenstelz schliefen, indem sie stets ein Auge offen ließen, und kaum graute der Morgen, ging's weiter. Als Frühstück hatten sie sie nur schnell ein paar Eidechsen ausgepickt. Otto und Liesel waren in dieser Beziehung besser daran, denn der große Einsiedler hatte ihnen vor der Abreise noch Körbe voll Schleckereien in die Nuß hinein- gereicht. Ganz wie vornehme Reisende konnten sie daher die Landschaft zwischen einem Leckerbissen unb dem anderen bewundern und habet über alles mögliche plaudern, als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätten, als in fremden Ländern herumzufahren. Wie es in solchen Fällen immer geht, sanden sie schließlich heraus, daß Italien zwar sehr schön sei, aber nicht so schön wie Nürnberg. Das heft ritten nun natürlich die Marionetten, unb so kam es zu der ersten Auseinandersetzung zwischen den Kindern unb ihren Reisegefährten. Rosaura, Florinbo, Eorallina unb Harlekin waren, Wie ich euch schon erzählte, Kinder deS Südens unb konnten sich daher erstens diese Herabsetzung ihrer Heimat nicht gefallen lassen. Zweitens waren sie keine gewöhnlichen Marionetten mehr, die den Mund zu halten hatten. Sollte es schon vergessen sein, daß sie den ganzen Winter über Komödie spielten, ohne zum Bewegen der Arme und Beine einen Drahtzieher nötig gehabt zu haben? Waren sie etwa nicht beseelte Marionetten, mit einer hohen Ueberhcbung, das inan über den Haupt- oder Ne- benzweck ihrer Reise nicht in Zweifel sein kann. Sie geben diese Absicht durch die Art ihres Wesens zu erkennen, als wollten sie sagen: Wir sind da! Ihr Deutschen jenseits der tschechischen Grenze seid nicht mehr Herr im Haus, und der Grund und Boden, auf Dem eure Berge, Wirtshäuser und Schutzhütten stehen — er ist auf unseren Landkarten längst in tschechischer Sprache verzeichnet, bis nach Straubing und Regensburg hinein' Deutscherseits wird dieser scheinbar harmlosen Erscheinung nicht die entsprechende Beachtung geschenkt. Sonst könnte cs nicht vorkommen, daß die Zahl der deutschen Böhmerwaldfahrer ungleich geringer ist gegenüber der Zahl der tschechischen Wald- reisenden. Auch das hat seine besonderen Gründe. Wenn man z. B. von Nürnberg aus den Bayerischen Wald über Schwandorf-Cham-Lam nur in einer qualvollen achtstündigen Personenzugsfahrt erreichen kann, weil auf dieser Strecke kein Schnell- ober Eilzug fährt, und für dieses Martyrium man noch dazu 6,50 Mk. zahlen soll (über Regensburg—Eisenstein kostet die Fahrt bei Schnell- zugsbenutzung 10 Mk.), dann kann man es den süddeutschen Touristen und Sommerfrischlern nicht Übelnehmen, wenn sie auf eine Böhmerwaldfahrt von vornherein verzichten. Die Reichsbahn müßte — wenn sie für die deutschen Bruder in Böhmen überhaupt etwas tun will — hier unbedingt nach dem Vorbild der tschechischen Eisenbahnverwaltung verfahren und den Besuch des Bayerischen- und Böymerwaldes durch Schaffung billiger und rascher Fahrgelegenheit von Nürnberg, Regensburg, Straubing, Landshut und München erleichtern und fördern, eine nationale Notwendigkeit, für deren Durch- führung man bei unserer nach internationalen und „kaufmännischen" Grundsätzen arbeitenden Deutschen Reichsbahngesellschaft kaum Verständnis finden wird. Die gleichen Beobachtungen treffen auch für den Automoviloerkehr zu. In Böhmisch-Eisenstein, das von der Grenze eine halbe Stunde entfernt liegt, kann man an schönen «onntngen vor den dortigen meist tschechischen) Hotels Dutzende von tschechischen Autos, vorwiegend elegantesten Typs, aus Pilsen und Prag, antreffen, während Bayerisch-Elsenstein vom Autoverkehr nur sehr mäßig berührt wird, ob- wohl die dortigen Hotels an Größe und Aufmachung denen jenseits der Grenze nicht nachstehen. In Böh- misch-Eisenstein sind die Hotels und Pensionen Im heurigen Sommer von zahlungskräftigem, natürlich tschechischem Publikum überfüllt. Letzterem würde es — nebenbei bemerkt, — wohl nicht einfaüen bort bayerisches Bier zu trinken, wogegen man in Bäyerisch-Eisenstein tschechisches (Pilsener) Bier vor- gesetzt bekommt, wenn man nicht ausdrücklich Passauer Bier bestellt hat! Und bie tschechischen Fahrpläne unb Aufschriften in ben bayerischen Grenz- bahnhöfen sinb ein Kapitel für sich. Ein weiteres wirksames Mittel für bie Stärkung unseres bebrohten Deutschtums im Bayerischen ©alb wäre bie Schaffung geeigneter und ausreichender Unterkunftshäuser auf den bayerischen Grenzbergen. In dieser Beziehung ist der Bayerische Wald noch arg zurück. Die kleinen Schutzhäuser auf bem Osser, Arber unb Rachel genügen ben Anforberungen bes gesteigerten Verkehrs in keiner Welse. Besonbers bas vor 40 Jahren erbaute Arberschutzbaus ist bem Massenbesuch nicht Im mindesten gewachsen. Der Bayerische Walboereln (Sitz Passau) unb ber Verein Bayerwald (Sitz Straubing) können mit ihren beschränkten Mitteln bem Uebel nicht abhelfen. Hier müßte ber Staat eingreifen. Es hanbelt sich hier beileibe nicht nur um eine private Angelegenheit, bie etwa bem „Sport" ober bem Vergnügen bient, fonbem um eine im Interesse, unseres Volkstums notroenblge nationale Tat, für bie uns bie Tschechen — lei- ber — ein beschämenbes Beispiel geben. Der tschechische Touriftenklub, ber schon lange vor bem Kriege ein großartiges, massives Unterkunftshaus mit Wirt- fchastsbetrieo unb Aussichtsturm auf bem Cerkoo (Schwarzkoppe) unweit Furth i. W. errichtet hat, hat nämlich biefer Tage beschlossen, auf ber sog. Dreiecksmark bes Dreisessel (1320 Meter), haar- scharf neben ber bayerischen Grenze, ein tschechisches Touri st enhaus zu erbauen, bas schon im tommenben Jahr eröffnet werben soll. Wenn ber tschechische Touristenklub bies aus eigenen Mitteln tun würbe, bann wäre bies allein schon eine Tat, auf bie bie tschechischen Böhmerwalbwan- berer stolz (ein könnten. Die Erbauung bieses Unter- kunftshauses freut aber nicht nur biefe allein, säubern bie ganze tschechische „Nation". Denn ber wirk- Rätsel-Ecke. Siettenrätjcl. 1 2 1 3 4 5 6 7 20 । । 18 bau, de lan, fei, le, ly lüft, mon, ner, on ror, schach, schiss, fet ter, til, tur, von -el, zug 8 9 10 17 15 ' 14 13 12 Die inmitten ber Figur befindlichen Silben sind, beginnend mit der Silbe „schach", so auf die Felber 1 bis 20 zu verteilen, daß jebe Silbe mit der nächstfolgenden ein Wort bildet und das Ganze eine endlose Kette von zwei- stlbigen Wörtern darstellt. Zahlenrätsel. 1 23456789 10 11 Teil eines Festes» 2 7 3 10 4 5 1 2 Brustpanzer, 37884 10 93 Geistlicher, 4 5 1 2 4 7 italienische Insel, 5 9 10 5 9 landwirtschaftliches Gerät, 6 3 4 1 2 6 9 3 Küchengerät, 7 11 3 4 7 10 männlicher Personenname, 83 9 5 6 französischer Kriegshafen. 9 11 4 6 2 weiblicher Personenname, 10 7 4 10 biblischer Ort, 11 3 9 4 9 3 alte Münze. Slbenrätsel. Aus den 24 Silben: a — al — che — chim — de — de — del — e — el — seh — jo — land — lieb — ma — matz — nach — po — rat — rich — rlt — ro — spru — ur — ze find neun Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Männlicher Personenname, 2. Zeitabschnitt, 3. männlicher Personenname, 4. Verzicht auf Befehdung, 5. Heilquelle, 6. Jahrbuch, 7. Staatsbeamter, 8. Fisch, 9. Blume. Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn, sofern man diese aneinanderreiht, zwei biblische Orte. Buchstabenrätsel. eelrst — abchhit — ceehhk Inort — beeeeinrt — a dee e l r s — eelu — egiilnrss — eegir — alnoort — abetu — aepprt — b i is — a a c g h i ll n t — a d f s f m o p — ceeeehhhir— aber — adsfsmop — aehknoruz — a b e e Im r f — hh n u — e e g i l o s v. — Aus vorstehenden Duchstabengruppen sind 21 Vogelnamen zu bilden, von denen die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Zitat ergeben. Auflösungen. Kreuzworträtsel. I iMijljiiijbmö QinaaBWQ qqqqq ansraa Igbbei nnnsi qbbib nraiiRl nnraan Baoan ani—aasmigg wnmlp Weihnachts-Synonym. 1. Höflich, 2. erkenntlich, 3. innig, 4. listig, 5. inländisch, 6. gesprächig, 7. arbeitsam, 8. brach, 9. empfänglich, 10. nobel, 11. dreist. — Heiligabend. Silbenrätsel. Das Dunkel flieht, wo die Oebanlcn schaffen." (Dante: Purgat 1 1. Dreieck. 2. An.enne, 3. Serge, 4. Detektor, 5. ilfebom, (?. Nora, 7 Kain, 8. Erika, 9. Libelle, 10. Farnkraut, 11. Lasso, 12. 3ta* columi, 13. Eiche, 14. Habalul, 15. Trüffel, 16. Wolfgang, 17. Oboe, 18. Donner. Dersteckrätse!. Moses - - Callgula — Feinkost — Ehristklnd- lein — Geldnot — Hochzeit — Nordhausen — Spinoza: O selig ein Kind nach zu sein! Rösselsprung. Jedem Menschen für sein Leben Ist ein Maß von Kraft gegeben, Das er nicht erweitern kann: Aber nach den rechten Zielen Stets die Kräfte lassen spielen Soll und kann ein rechter Mann. (Fr. Rückert.) Die Narrenkappe. Splitter und Sparren ootn NedakttonStisch. Autogramme. Gerhart Hauptmann hat in Qlgnctenborf eine Villa mit einem schönen Garten Eines Tages beschädigt das Fuhrwerk eines Hotels den Zaun des Gartens und einen Baurn. Hauptmann schreibt dem Hotelier einen Brief, in oem er um Ersatz des Schadens bittet. Keine Antwort. Nach acht Tagen schreibt er einen zweiten Brief. Keine Antwort. Endlich enischlieht er sich, selbst zu dem Hotelbesitzer zu gehen, ber ihn mit der Hochachtung aufnahm, bie dem großen Dichter gebührt und ihm sagte: „Herr Doktor, tch habe Ihren ersten Brief einem Ihrer begeisterten Verehrer für 20 Mk. verkauft, für den zweiten habe ich 35 Mk. bekommen, ich habe jetzt auf den dritten gewartet, denn dann hätte ich den Betrag schon rauS, den ich für die Reparatur Ihres Zaunes bezahlen muh." H. G. Wells, ber berühmte englische Romanschriftsteller, wird von seinen Verehrern sehr um Autogramme geplagt. Eines Nachmittags sitzl ev mit einigen Freund n in seinem Garten, als ihm bie Post georacht Wirb. Ein Dries macht ihm Spaß unb er zeigt ihn seinen Freunben. Es ist bie in bewundernd, n Worten abgesahte Ditte eines glühenden Verehrers, mit seiner Gewohnheit, auf keinen Drief zu antworten zu brechen unb bem Schreiber ein paar Zeilen zu schreiben. „Soll er haben", sagt Wells, nimmt ein Dlatt Papier unb eine Feber unb schreibt: „Actr H. G Wells beauftragt rntch, Ihnen für Ihren llebenswürdigen Bries zu danken Er bedauert, aus grundsätzlichen Erwägungen, die keine Ausnahme dulden, Ihnen bas gewünschte Autogramm nicht senben zu können." Und unterschreibt „H. R. Barter, Sekretär." Tennhson ging eS nicht anders mit feinen Verehrern, unb bie Verehrer wanbten mitunter raffinierte Kniffe an. Sines TageS schreibt ihm einer, er möchte bie Güte haben ihm nur zu sagen, Welche- englische L.xtkon besser sei, das von Webster ober das von Ogilvie. Tennyson nahm eine Schere, einen Pinsel, schnitt aus dem Brief ein Stück heraus, klebte eS auf und antwortete so: „Ogilvie". Dem Weihnachtsheft der „Trotzen QBelt“ (Verlag Leipzig, Johannesstratze) entnommen. liche Bauherr ist hier — man höre und staune — der tschechische Staat, der das Werk finanziert, um auf dem Dreisessel. der doch zur Hälfte bayerisch ist, eine nationale Hochburg zur weiteren Tschechi- fierung des deutschen Böhmerwaldes unb darüber hinaus zu schaffen. Der Baugrund wurde von der Besitzerin des @runb und Bodens, der als deutschfeindlich sattsam bekannten Fürstlich von Schwor- zenbergschen Forstoerwaltung in Krumau freiwillig und kostenlos abgetreten. Man sieht daraus, wie die Mission beauftragte Geschöpfe? Aus solcher Lieberlegung heraus erhöhten sie sich selber im Range unb nannten sich jetzt pompös: Komikertruppe. Do vornehme Leute muhte bie abfällige Kritik Ottos unb Liesels empören. Ein Sturm ber Entrüstung brach plötzlich auf bem Buckel bes guten Hans Sachs los. Wie im Theater auf ber Galerie. Der ganze Rucksack war in Aufregung. „Pfui, pfui!" „Wollt ihr wohl schweigen!" „Wir protestieren!" „Raus, raus!" „Basta, basta!" (Das letztere ist Italienisch unb heißt soviel wie „Genug! Aufhören!" Jetzt, Wo Wir in unserer Heimat sinb, dachten die Marionetten, schimpfen Wir auch Italienisch.) Zum Glück für Hans Sachs fiel der Komikertruppe noch rechtzeitig ein, daß man ja nicht unter vernünftigen Leuten War, sondern in einer Gesellschaft von Spielwaren, Kindern und Störchen. Der Tumult legte sich; ein Vergleich kam zustande, wonach die Nürnberger Reisenden Nürnberg unb bie italienischen Reisenben Venedig als die schönste Stadt der Welt etflären dursten. Um seine Meinung befragt, hatte nämlich Hans Sachs, versöhnlich wie er War, erklärt, ihm gefielen beide gleich gut (3m Vertrauen gesagt: ich glaube, Venedig hatte er noch nie gesehen.) Uebrigens, so leid mir's für bie guten Marionetten tut ging bie Reise nicht nach Vene- big: benn bort ist bas Feen land nicht. Es hieß noch viele Wälber unb Felder überfliegen, andere Ebenen kamen, ein wertes, ganz von Eschen überschattetes Tal öffnete sich, man mutzte einen schrecklich breiten Fluß überqueren, ber im Vergleich zur Pegnitz auSsah wie bie Pegnitz neben einem Dach. Don ber grünen Tiefe geriet man abermals in Berggegenben, bie zwar Weniger kalt unb fast schneefrei, aber stachelig Wie Igel waren, wie Otto feststellte. „DaS sinb bie Apenninen," erklärten die Störche, „unb bie Stacheln sind unwirtliche Felszacken." Schrecken herrschte unter der Tierwelt auf diesen Höhen, denn der Königsadler kreiste am Tschechen privat- unb von staotswegen bei jeder Gelegenheit ihre nationale Sache fördern. Pflicht der bayerischen bzw. der Reichsregierung ist es, diesen Tfchechisierungsbeftrebungen im bayerisch-böhmischen Waldgebirge die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen, vor allem aber den Reiseverkehr in diesen Gegenden zu begünstigen. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat in dieser Sache bereits den Anfang gemacht; sie hat kürzlich die Reichsregierung Himmel. Er mutzte wohl eine Herde eräugt haben, bie sich an ben ersten, zarten Gräsern gütlich tat; denn nachdem er sich lange in großer Höhe gehalten hatte, stürzte er plötzlich wie ein Stein herunter und erschien nicht wieder. Eine abseits der Herde naschende junge Ziege muhte jetzt mit ihrem Leben für ihre Unbesonnenheit büßen. Eilig kehrten die Störche dem traurigen Schauspiel den Rücken, und kurz daraus hiellen sie ihren siegreichen Einzug in ber lachenden Toskana. Der Lanbstrich, ber Toskana heißt, ist einer ber schönsten im Garten Italien. Cs sollte ein noch schönerer kommen. Auch hier streckten bie Menschen bie Nasen in die Luft: „Nanu? Störche? Jetzt im Frühling? Steht benn bie Welt auf dem Kops?" „Natürlich steht sie auf bem Kopf", spottete Fräulein Wiesenstelz. „Ihr habt wohl geschlafen?" folgte Lug- inSlanb. „Mararneo!" rief Schnabelspitz. Das War ein italienischer Brocken, ben sie von ben Marionetten ausgeschnappt Halle, und auch nicht gerade ein Kosewort. Die Störche Waren fast am Ziel ihrer mühseligen Reise angelangt, sie durften sich rühmen, eine ber Geschichte ihres Stammes würbige Tat vollbracht zu haben, da konnte man es ihnen nicht verargen, wenn sie ein Wenig übermütig Würben. An biefem Abend, die Sonne war noch nicht ganz untergegangen, machte die Reisegesellschaft halt an den ilfern eines Sees, der so blau und glasklar war wie die Augen von Kunigunde; nein, noch blauer, so blau wie die Augen von Liesel Tand. Diesmal verlieh sie mit ihrem Brüderchen den Reisewagen, unb wieber zwei schöne Kinder geworben, so groh wie ein Junge von acht unb ein Mäbchen von sieben Jahren eben sinb, liefen sie in Hellem Jubel das schilfbestandene Gestade auf unb ab. Sie hatten noch nie einen richtigen See gesehen unb würben nicht mübe, sich im Wasser zu spiegeln und bie gelben Dotterblumen zu pflücken. Gin weißes Kwster- chen, bas aus dem Immergrün ber Steineichen herausleuchtete, erregte ihre Reugierdr, (Fortsetzung folgt.) Börsenkurse. Zellstoff Walddos. . . Suderfabrtf Frankenthal .Zuckerfabrik «Boobäufti t 'Bantnoten. Frankfurter Börse. Tendenz. ©trunken KRAUSE-STEINHÄGER ■ r der Die i« - r Devisenmarkt Derliu—Frankfurt o. M. Tel earaph'sche Auszahlung. 20 84 < 5 M.6 20.5 1 7» 83.6 37 ru 25 Hrmantrtn . . brik Braun . . chaft Frankfurt - in einem Antrag ersucht, alsbald mit der tjchechv- slowakischen Regierung Verhandlungen einzuleilen, nm ein Abkommen zur Erleichterung des Besuches der landschaftlich schönen Grenzgebiete der beiden Staaten zu treffen, und zwar durch Einführung eines Touristenpasses zu ermäßigten Preisen. Wir dürfen erwarten, daß man an oerantworl- licher Stelle in München und Berlin diese Angelegenheit nicht im Sande verlaufen läßt, sondern sich zu Taten aufrafft, die den hartbedrängten Deutschen im Böhmerwald zum Vorteil und Segen gereichen, damit der tschechischen Expansionspolitik an dieser Stelle endlich ein wirksamer Damm entgegengesetzt wird. 33,5 51 5 20,5 50.5 2- 83,76 36 schlesischen Tafelglashütten haben sich zu einem „Verein Sckileftfch-Lausiher Tafelgloshütten G m. b. H." in Sorau zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen zusammengeschlossen. Bei sämtlichen Hütten stockt der Absatz. Sowohl in Schlesien wie in Sachsen mußten bereits Oefen ausgeblasen werden. Die deutschen Hütten leiden, wie gemeldet wird, unter der scharfen Konkurrenz Belgiens und der Tschechoslowakei, die trotz des Zolkes billig offerieren. Die Rentabilität sowohl der Glashütten wie des Großhandels ist ungünstig. in der Lage des Ruhrbergbaues. • Interessengemeinschaft schlesischen Tafelglashütten. höchste Auszeichnung anerk. erstklassige Qualität UB2D einwandfrei doppelt abgebrannt In der Brennerei zu 6ro6en-Llnden börse hervorgetretene leichte Erholung folgte heute bereits wieder eine empfindliche Abschwächung des gesamten Marktes. Die Wirt- schastsfchwierigkeiten, die durch eine Reihe neuer Meldungen ub.r Detriebsstillegungen und Arbeiterentlassung.n ihren Ausdruck fand, drückte außerordentlich stark auf die Stimmung der Börse und förderte die Abgabeneigung. Rach Meldungen sollen die Röchlingwerke beabsichtigen. sämtliche Filialen auszulösen. Einen deprimierenden Eindruck hin.erlie,)en auch die Gerüchte über Verhängung des Belagerungszustandes im Reiche anläßlich bevorstehender Arbeitslosen-Demon- strationen. Bei dem üblichen kleinen Sams- taggeschäst und dem Fehlen jeglicher Aufnahmelust nah:..en die Rückgänge der führenden Werte ein größeres Ausmaß an. Die Spekulation hielt mit neuen Engagements zurück und blieb bestrebt, Glattstellungen vorzunehmen. Vermehrtes Angebot trat besonders für Chemie-- Aktien, Montan- und Schifffahrtswerte ein, während die übrigen Märkte, wenn auch schwach veranlagt, doch weniger davon betroffen wurden. Am Montan- markt wurden Gelsenkirchen 1,5 Prozent und Phönix 1 Prozent niedriger. Auch Chemie-Aktien senkten sich durchschnittlich um 1 Prozent. E le k 1 r o a kt ie n lagen ebenfalls im Angebot und waren schwächer. Bankaktien konnten sich dagegen gut beFrankfurt a. M., 19. D§tz- Schwächer. — Auf die an der gestrigen Abend ponnefelätsTee IL seif 1OO Jahren bewährf haupten. Darmstädter plus 0,25 Prozent. Arn Schiffahrtsmarkt gingen die Rückgänge bis zu 1 Prozent. Autoaktien lagen behauptet. Zuckeraktien umsatzlos. Für die übrigen Märkte bestand keinerlei Interesse, doch war auch hier die Tendenz nach unten gerichtet. Deutsche Anleihen ebenfalls niedriger. Schutzgebiet 4,2. Auch Auslandrenten blieben vernachlässigt und waren im Kurse etwas schwächer. Der Freiverkehr wurde kaum beachtet. Api 0,330, Beckerlohle 39 Prozent, Benz 23 Prozent. Brown-Boveri 50 Prozent, Entreprise 8, Growag 36 Prozent, Petroleum 49 Prozent, Ufa 48 Proz^ Ufra 50,5 Prozent. Eine geringe Erholung, die sich im späteren Verlauf« durchzusehen vermochte, wurde rasch wieder durch die schwächere Strömung verdrängt, wobei alle Aktienwerte erneut nachgaben. Der Geldmarkt ist leichter geworden. Tagesgeld wird heute bereits unter 9 Prozent (gestern 10 Prozent) angeboten, Monatsgeld für erste Adressen 9,75 Prozent, für zweite Adressen 10,5 bis 11,5 Prozent. Bankdiskonten 7 Prozent, Industrie Akzepte 9 Proz 2m Devisenverkehr lag Paris--gegen London mit 126,80 bis 127 stark gebessert. Die übrigen Valuten sind nicht nennenswert verändert. Brrliner Produktenbörse. Berlin, 18. Dez. Die anhaltenden Rückgänge in Liverpool und der damit in Uebecein- stimmung verflauende Weltmarktpreis nahmen der Berliner Produftenborse jede Unternehmungslust. Cs kam daher trotz erheblich reduzierter Forderungen seitens des Inlandes kein Geschäft zustande. Am Lokomarkt waren schon vormittags die Rotierunaen 1 bis 2 Mark niedriger, um bei Beginn des amtlichen Verkehrs weiterhin Rückgänge zu verzeichnen. Auch im Zeitgeschäft gingen die Preise für Weizen und Roggen nicht unerheblich zurück. So notierte Weizen Märzlieferung um Mark und Mai sogar um 5 Mark unter dem Schlußkurs. Doggen ebenfalls etwas schwächer. Hafer war bei etwa 2 Mark ermäßigtem Preis gefragt, Futtermittel lagen ruhig. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märk. 241 bis 246, do. Pomm. 241 b.s 246. do. Dez. 248 bis 250. do. März 257 bi» 257 50 do. Mai 260 bis 260,50, Roggen, mark. 138 bis 146, do. Pomm. 139 bis 146, do Dez. 152 bis 154 bis 152, do. März 170 bis 170.50, do. Mai 179,50 bis 178 bis 179. Gerste, märk. 185 bis 212. Futtergerste 154 bis 166, Hafer, märk. 158 bis 168, do. März 180. Raps 360 bis 365; für 100 Kilo: Weizenmehl 31,75 biS 35,50, Roggenmehl 21,50 bis 23,75, Weizenkleie 11,25 bi« 11,50, Roggenkleie 9,75 bis 10,20. Buntes Allerlei. WaS frißt der Hering! Was der Hering frißt, wissen wir mm seit längerer Zeit. Es sind durchweg kleine Organismen, der Schwebetierwrlt (Plankton) des Meeres: Krischen, Larven von Ringelwürmern und von kleinen Weichtieren. Aber wann nimmt er seine Rahrung auf? Diese Frage wurde aufgeworfen, als man bemerkte, daß die laichreifen Herbst- Heringe der nordwestlichen Rordsee j ebenfalls zu bestimmten Tageszeiten nicht fressen. Eingehende Untersuchunaen von H. Lihner haben jetzt ergeben, daß die nützlichen Schuppenträger erst am Rachmittage, wenn es zu dämmern beginnt, zu fressen anfangen und erst gegen Morgen damit aushvren. Trotzdem scheint da« Licht eine Rolle zu spielen — aber nicht das Licht der Sonne, sondern das von den Leuchtorganen der Deutetiere erzeugte; denn es ist auffallend, daß die meisten vom Hering gefressenen Tiere Leucht- torgane besitzen. Erst wenn mit abnehmender Tageshelligkeit diese Leuchtorgane zur Geltung kommen, reizt die Deute, in wörtlichem Sikme, den Hering. Daß er ein Augentier ist, wußte man fa schon. Die Heringe des Skagerraks freilich der- halten sich anders. Ihre Mägen findet man durchschnittlich zu jeder Tageszeit gefüllt. Rundfunk-Programm de- Frankfurter Tender-, (Aus der ^Radio-Umschau".) Sonntag, 20. Dezember: 8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburqverein Frankfurt. 11.30 bis 12 llhr: „Der Dichter Zuckmayer" (anläßlich der Uraufführung seines Dramas „Der fröhliche Weinberg" am 23. Dezember im Schausvielhaus). Vortrag mit peri vom Frankfurter Schauspielhaus. 12 bis 1 Uhr: Mittaasständchen, veranstaltet vom Haus- Proben aus fernen Werken von Oberregisseur Hil« Orchester: Die Oper der Woche. 4 bis 5 Uhr: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6 Uhr: Uebertragung von Kastel (Wiederholung): „Am Clowes-Owend . Eine Kasseler Nikolausfeier von Nikolaus Berndt. Musik von Johann Lewalter. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Sozialechifche Gedanken im Alten Testament", Vortrag von Dr. May. 7 bis 7.30 Uhr: „Der heutige Stand der Telegraphen- und Fernsprechtechnik", Vortrag von Postinspektor Sinz. 8.30 Uhr: Mozart- Zyklus des Amar-Ouartetts. 10 bis 11 Uhr: Veranstaltung des Weihnachtsliebeswerkes 1925". Montag, 21. Dezember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Franz Lehar. 6 bis 6.15 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.30 Uhr: Vortrag: „Volkswirtschaftliche Beden- tung der kleinen Spargelder und Aufgaben der Mittelstandsbanken". 6.30 bis 6.55 Uhr: Die Bücher- stunde. 7.05 bis 7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeut- schen Radioklubs: 32. Kursvortrag: Jng. M. Randewig: „Die Elektronenröhre als Gleichrichter (Audion). 7.30 bis 10 Uhr: Uebertragung aus dem Großen Saal des Saalbaues: Fünftes Montags- konzert des Frankfurter Orchesteroereins. 10 bis 11 Uhr: Bunter Abend. von Millionen getrunken Jubiläums - Dosen ohne Aufschlag überall erhältlich Berliner Dorfe. (Eigener Drahtberichi des ..Gießener Anzeigers" ) Berlin, 19. Dez. Das wichtigste Ereignis an der heutigen SBürfe war die starke Besserung des französischen Frankenkurses, die mit der beabsichtigten V e r.p f ä n d u n g des Tabakmonopols als Sicherheit für eine Stabilisierungsanleihe und mit den neuesten Vorschlägen der französischen Industrie zur Frage des Franken- fturaes zusammenhängt. Paris besserte sich gegen London auf 126, wo noch vor zwei Tagen ein Kurs von 134 zu hören war. Auf die Effektenmärkte übte diese Bewegung aber keinen Einfluß aus. Hier herrschte das übliche Samstaggeschäft, das im allgemeinen bedeutungslos war. Die Kurse eröffneten wiederum unter den gedrückten gestrigen nchlußkurfen. Die bei Beginn der Börse mit 0,207 gehandelten Kriegsanleihen gingen später ebenfalls auf 0,202j zurück. Man diskutierte heute lebhaft die neuesten Veröffentlichungen über die zu unterstützenden Erwerbslosen, deren Zahl in den letzten 14 Tagen ganz erheblich gestiegen ist. Am Geldmarkt war die Lage leicht. Tägliches Geld 7—9 Prozent, Monatsgeld 9,5—11 Prozent. 3m Devisenverkehr sind außer der erwähn ten starken Frankenbesserung keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. 117,3 auf 115,4 ober um 1,6 v. H und die Industriestoffe von 132,2 auf 131,3 x»t'cr um 0,7 v. H. nachgegeben. ■' Starkes Anwachsen der Zahlungs- c i ii st e l l u n g e n in der e r st e n Dezemberhälfte. In der ersten Dezemberhäslte mar ein weiteres starkes Anwachsen der Konkurse und Ge- schäsisaussichtcn zu verzeichnen. Die Zahl der neu veröffentlichten Konkurse beträgt 843 gegen 609 in der ersten November- und 565 in der ersten Ottoberhälske. Geschästsaufsichten wurden in der gleichen Zeit 652 gegen 408 bzw. 253 angeordnet. Im einzelnen entfallen auf das Textilgewerbe 208 Konkurse und 149 Geschäftsaufsichten, das Ledergewerbe 61 bzw. 42, die Eisenindustrie einschl. Ma- jchinen- und Automobilbau 92 bzw. 101, das Le- bensmittelgewerbc 148 bzw. 89 und das Holz- gcwerbe 53 bzw. 44. Aufgehoben wurden in der Zeit vom 1. bis 15. d. M. 140 Geschäftsaufsichten. * Zulassung von Wertpapieren zur Beleihung bei der R ei chsbank. Das Reichsbantdireltorium hat beschlossen, die nachstehend aufgeführten Wertpapiere zur Beleihung bei der Reichsbant in »Klasse A“ zuzu- sassen: Bayerische Vereinsbant in München- Rürnberg, 8proz. Goldpfandbriefe Reihe 46—50, Frankfurter Hypothekenbank in Frankfurt a. M., 8proz. Goldpsandbriefe Reihe 2. Mitteldeutsche Vodenlredit-Anstalt in Greiz. lOproz. Gold- Hypothekenpfandbriefe Reihe 1 und 2, Preußische Hypotheken-Aktienbant in Berlin, 8proz. Gold- Hypokhekenpfandbriefe von 1925 Reihe 3. Preaß. Landespsanobriefailsta.lt in Berlin '->proz. Goldmarkpfandbriefe Reihe 3. 8proz. Gr .5markpfand' briefe Reihe 4. Preußische Pfandbriesbank in Berlin, lOproz. Gold-Hypothekenpfandbriefe Em. 39 und 40. Rheinische Hypothekenbank in 2stann- heirn. 8tro,v Gold-Hypothekenpfandbriefe Reihe 5, Sächsische Vodencreditanstalt in Dresden. 8proz. Gold-Hypolhelenpsandbriefe Reihe lOproz. Gold-Hypothekenpfandbriete Reih« . Westdeutsche Vodenkreditanstoi! in Köln K proz. Goldpsandbriefe Ern. 5, Eisenbahn-^ > u- unö Stamm-Prioritätsaktien. Königsberq-Eranzer Eisenbahn Gesellschaft in Königsberg lPreuhen) Aktien. * Die deutsche R vH st a h l g e w t n- nung im Rovember. Die Zeitschrift „Stahl und Eisen" bringt die Ergebnisse der statistischen Erhebungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller über die Rohstahlgewinnung im Rov«"".bep Danach wurden im Rovember 876 154 To. hergestellt, oder 60 Prozent der durchschnittlichen monatlichen Gewinnung von 1913. Gegen den Vormonat ist ein Rückgang um «etwa 50 000 To. zu verzeichnen. * Deutschlands Roheisengewinnung im Rovember. Der Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller veröffentlicht in der Zeitschrift „Stahl und Eisen" die Ergebnisse seiner statistischen Erhebungen über die Gewinnung an Roheisen im Rovember 1925. Es wurden crblafen 760 353 To. oder 54 Prozent der Durchschnittsleistung von 1913, gegenüber 741 741 To. im Oktober. Die Leistung hat sich also etwa in gleicher Höhe gehalten. Von 211 Hochöfen waren, wie im Vormonat, 93 in Betrieb. Ihre Leistungsfähigkeit von rund 47 000 To. täglich wurde durch die tatsächlich erzielte durchschnittliche Tagesleistung von 25 345 To. nur zu 53 Prozent ausgenuht. Im Rovember 1924 war in 101 betriebenen Hochöfen die Leistungsfähigkeit zu 61 Prozent ausgenutzt. * Arbeiterentlasfungen auf der Zeche Kaiser st uhl. Nunmehr ist auch die Zeche Kaiserstuhl 1 und II in Dortmund infolge der drohenden Wirtschaftslage zu Arbeiterentlaffungen gezwungen worden. Wie die Verwaltung mitteilt, kommen in den nächsten Tagen auf den beiden Schachtanlagen zirka 180 Arbeiter zur Entlassung. • D i e Einschränkungen im Rührst a a t s b e r g b a u. Die bereits angekündigte Einschränkung des Staatsbergbaues im Ruyr- revier soll am 1. Ianua.r 1926 Wirklichkeit werden. Es handelt sich dad.i um die bereits angekündigten Entiassunge.. auf „Bergmannsglück" mit ca 1400 Mann. Möllerschächte mit ca. über 1000 Mann. Schacht Scholven mit ca. 60 Mann und Westerhold mit 600 Mann. Zwar sind diese Entlassungen nicht in dem Ausmaße erfolgt, wie dies ursprünglich beabsichtigt war, falls die Krise sich verschärfen sollte. Doch zeigt auch die Entlassung dieser ca. 2200 Wann wieder recht deutlich die weitere Abwärtsbewegung Börse und Geldmarkt. Die Vorverträge über die Freigabe des von 'Amerika beschlagnahmten deutschen Vermögens haben, worauf hier bereits des öfteren „ hin- gewiesen wurde, m der letzten Zeit der Börse eine Stütze gegeben. Die Aussichten über das Hereinströmen von Geldsummen nach Deutschland, die bei unserer heutigen Kapitallnappheit immerhin eine Rolle spielen, haben der Kursentwicklung der hiervon betroffenen Werte eine freundliche Richtung gewiesen. In der Berichts- Woche traf nun plötzlich aus Reuyork die Rach- richt ein, daß lt. einem Urteil des amerikanischen Bundesgerichtshofes die Befriedigung der amerikanischen Inhaber deutscher Vorkriegsanleihen in Dollarhöhe aus der beschlagnahmten deutschen Vernwgensmasse zu erfolgen habe. Es ist klar, daß diese Rachricht bei der Spekulation eine starke Verstimmung Hervorrufen mußte. Infolgedessen haben wir letzthin wieder einige recht schwache Effektenbörsen erlebt. Außer dem eben angeführten Grund ist hierfür auch maßgebend gewesen, daß für ein schwach gewordenes auswärtiges Bankhaus Exekutionsverkäufe vorgenommen wurden. Ein: Reihe von Industrie- Aktien, so u. a. die Werte des Anilinkon'.erns, verzeichnen daher im Augenblick leider einen neuen Rekordtiefstand. Ebenso hat die Generalversammlung der Kaliwerte Benthe einen nachhaltigen Eindruck auf sämtliche Kaliaktien, in erster Linie die unnotierten, ausgeübt. Diese mußten infolge der bei Benthe aufgedeckten Miß wirtschaft Prozentweise zurückgehen. Der in London mit einem Agio von 4 Prozent bereits in Gang gekommene Handel in Kalianleihestücken und die günstigen Ausführungen in den Winters- Hall-Generaiver'ammlungen iennten demgegenüber fein Gegengewicht bilden. Allerdings kann man vielfach die Ansicht hören, daß nach überstandenen Winter sich auch die Kursentwicklung der börsenmäßig gehandelten Wertrapiere in günstigeren Bahnen bewegen wird, nachdem dann die augenblickliche überstarke Anfvannung unserer Wirtschaftsverhältnisse eine Erleichterung erfahren haben dürfte. Im Augenblick ist das ^Geschäft jedoch noch so gering, daß oft eine Ten- denzvildung an den Aktienmärkten überhaupt nicht zu erkennen ist. Diese Erscheinung wird sehr charakteristisch durch die Eingänge aus der Börsenumsatzsteuer illustriert. Bei gleichen Gteuersühen find im Rovember 1,76 Will. RM. eingegangen gegen 2.38 Mill. RM. im Oktober. Die Zahl der Sonderkursbewegungen verringert sich ebenfalls ständig. Während bisher noch mehrere Spezial m ä r k t e infolge besonderer spekulativ auSzuschlachtender Vorgänge etwas frischere Umsätze aufwiesen, trifft dies jetzt nur noch für einige Spezial Papiere zu. Dabei greift man sich die Aktien solcher Firmen heraus, die voraussichtlich eine Dividende ausschütten werden. Dies ist verständlich, da die Aktionäre, vor allem die Großaktionäre, bekanntlich von den Dividenden leben und das große Gebiet der dividendenlosen deutschen Gesellschaften nur wenige Oascn aufweist. Die nach wie vor flüssige Geschäftslage des offenen Geldmarktes farm an der ®e- schäftsruhe nichts ändern. Tägliches Geld ist mit 7 und 9 Prozent weiter zu haben. Die Medio- liguidation blieb auf den Geldmarkt völlig ohne Einfluß. Inzwischen glaubt man ober eine Tendenz zum Rachlassen des Geldangebotes zu et- lennen, da von selten staatlicher Stellen Geld- zurückzahlunaen mit Rücksicht auf bevorstehende Gehalts- und Gratisikationszahlungen zu erwarten sein sollen. Diese Kündigungen dürften jedoch nicht so bedeutend sein, daß Besorgnisse bezüglich des Verlaufes der Dezemberregulierung am Platze wären. Der Saatenstand in Preuhen Ansang Dezember. Die Bestellung der Wintersaat ist größtenteils beendet; vereinzelt wurde sie durch Nässe und Frost aufgehalten. Der Umfang der Bestellung scheint im großen und ganzen derselbe zu sein wie im Vorjahr. Die Verwendung von Kunstdünger wird vielfach infolge Geldmangels stark eingeschränkt. In der Provinz Sachsen waren stellenweise die Rüben- felber nicht rechtzeitig frei für die Getreideeinsaat. Im Nordwesten wird noch vereinzelt Roggen gesät, sonst ist auch hier die Bestellung fertig, soweit nicht vorzeitig Frost eintrat. Fn den südwestlichen Bezirken «st die Weizen- und Roggenbestellung infolge von Frost und Nässe allgemein etwas im Rückstand. — Die Saaten sind im ganzen gut eingegrünt, an einigen Stellen allerdings infolge Frostes nicht mehr aufgegangen. Aus den Begutachtungsziffern in 3634 Berichten der landwirtschaftlichen Vertrauensmänner geht hervor, daß der Saatenstand im allgemeinen Der gleiche ist wie im Vormonat. So günstig wie im Vorjahr ist allerdings der diesjährige Saatenstand in keinem einzigen Falle, am stärksten ist der Unterschied beim jungen Klee (3,1 gegen 2,6). Innerhalb Der Regierungsbezirke finden sich Diesmal ziemlich erhebliche Schwankungen, bei Weizen von 2,4 bis 3,1, bei Roggen von 2,4 bis 3,2. Gute und schlechte Noten liegen oft unvermittelt nebeneinander, wobei im großen und ganzen die Mitte des Staates die besten Ergebnisse aufweist. — Mit dieser Aufstellung ist die diesjährige «saateirstandsberichterstattung abgeschlossen. Der nächste Bericht wird erst Anfang April 1926 erscheinen. • D i e amtliche Großhandels^ Indexziffer vom 16. Dezember. Die auf '..en Stichtag des 16. Dezember berechnete Groß- handclsmdexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber Dem Stande vom 9. Dezember (122,5) um 1,3 v. H. auf 120.9 zurückgegangen. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von Frankfurt a.M. Berlin bdjnl • Kur» l»u. r- fture Ächtusi« Nur» Anfang Ditu it: | 18. 11 j 19.12 18 12 | 19 13 5°', Seutfcfic WcItbSöittctbe 4% Deutsche Ncichsanlcihe 0.2037 0.200 1,2075 1,2025 — — 0 2225 — 3‘/»°/n Deutsche Rcichsanlctü: il 2» - 1.2225 — 3% Deutsche Neichörnleihc Deutsche Svarpramicnanleihe 11,.1 — 0 315 0,31 0 114 0.1075 -1 4' HreuhischeWonfoIS • . ■ o 2i ; — 0 215 — 4° o Hessen........ — — 0.185 — 3*/»% Hessen....... 0,18 1 — 0.185 3% Helsen........... Deutsche Wertir. Dollar-An l. .185 — 90 25 91,75 dto. Doll-Schatz-Anweiing.*! 94 — 98.2 —» 4% Zolltürkcn....... 5% Goldnierikaner • 8 05 — —- 43.6? — — — Berliner Handelsgesellschaft 139.7" — 138' '3.9,2* äommers und Privat-Bank 96" — Dir Dannst. und Naftonalbank 105* 106* uw 106* Deutsche Bank....... 107* — 107- 107.2* Deutsche Veticlnsbank w — — — DiSconto Coulmandit . . 104.3" — 104* ito* 69,5 89’ 69.5 88' Mitteldeutsche Treditbank. . Ocsteereichische (Srcbitnnftalt 89’ — 6 >5 6 6 6,1? Weltbank ....... 0.03 6,03 — — Bochumer Guy . ..... «2* 60.5* — Buder.iS ......* . • 28 25 28.'. ■Ä 36,75 38,5 59 5* 64 75* Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke • 59,25* 65* 63,5* 59,12* 63 75’ Harpcncr Bergbau . ■ . . Kaliwerke Aschersleben.... — 91.75* 91 5* — 05,75 93 6 98 5 24 97 25 95.6 26 Lauradiilte — Öderdedars .......... 37’ 36 25* Pbönix Bergbau ....... Rbcinikahl ..... • • • . 61,5* 60 5’ 61.4* 49.62’ 61.5* 49’ Biebcck Montan • ...... 64 65 65 25 66* Tcllus Bergbau. ..... 40 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher LloUd . . . 95 25' 92.75* 85' 92 4* 95,9* »3,26* Cberamischc Werke Albin . . — - Zementwerk Heidelberg . 60 66 — Pbilivv HoUmunn . . . , I 40 40 10 — Anglo-Tom -Guano . ... — 70 Badische Anilin ....... 105,2* 104,5* Ito Cbemischc Maver Alavtn . . — — — Goldschmidt ..... 53 51,25 52.75 Gries eimer Electron ... 104 7* 104 2* 103 •» Höchster Farbwerke...... 105,8* 1.4,5* 104,2* 104.2* Holjvcrkodlung ........ 41 — — Äütgerswerke......... 4? — .8.12 ^chcrdeanllalt ........ — 79 88* Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 87.5' 88 5* 86,76* Bergmann ....... Mainkraftwerk ....... 63 25 66 - 65,4 * — Schucken ......... _ • — 56* 56 12* Siemens A Halske . ..... 08* — 69' 69.45* Adlerwcrke Kteuer ...... 22,6 - 22 22 Daimler Motoren. ...... 20,5 — 20,6 Henligenstaedt......... 15 5 — — n.'eanin. . . . ...... 28 28 •• Motorenwerke Mannheim . — * 18 Dezbr- 19 Dez r. Amtliche Noti rmta Amtliche Notierung Geld । Briet Geld Briet Amil-Violi IÜ8.44 168,80 168 41 ! 68,81 Boen.'AtreS 1.730 1,786 1.732 1.736 Brff.-Antw 19,0 6 19.065 19 < 25 19,06.5 Lhristiania 84 7» 85.U 84.79 85,01 . Kopenhagen 104.-7 104.51 104.27 104,52 Stoäbolm H2. U 113.69 112.31 112/9 HelllngforS Italien. . 10.545 16,90 10.585 16.94 10.515 16.90 10.58.5 16.94 London. ->0.345 eü.8 5 20.372 30.402 O.'euyorl . . 1,195 4,»15 4.195 4.20 Paris. . . 15,68 15, 6 16.26 16.10 Schweiz . ".00 81,20 81 00 81.20 Spanten . 54,45 59/9 59.45 "9.59 Japan . . . .823 1.N7 1 820 1.821 "Hto de Jan Wien in D-- > 556 0.588 59,36 0 59ö d9 18 1.594 59,32 £eft. abgest .19.18 Prag .... 16.40 16 46 12.415 13,45.5 Belgrad . . 7.435 7.465 7.435 7,45:5 Budapest. . >,875 0.875 5,895 Bulaarieu > .037 4,04' 3.037 3,01 Lissabon >1,0.5 1.325 21 275 21,31a Danzig. . Konst ntin. 80,63 80.83 80 68 80.88 2.26 2.25 2,26 Alben 5 29 5 3t 5 29 5.31 Canada. . 4.19' 1.2Üi 4 195 4.2'5 Uruguah 4.235 4.245 4.235 4.345 Berlin, 18 Dezbr Geld Briet Amerikanische Role» ..... *.216 4.216 Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... 18,1)6 103,«4 19,06 101.51 Englische Noten........ 20.505 20,40. Französische Noten...... 15,61 15 7: Holländische Noten ..... ItiS.to 168 Ztalientsche Noten...... Norwegische Noten. ... 16.1*05 16.U8.5 84 54 84 91, Dcutsch-Oesterr, ä ioo .Kronen 59.04 59.34 Rumänische Noten .... — — Sllnvcdische Noten...... 112.07 112.63 Schweizer Noten ..... 80,96 81.36 Spanische Noten ...... 59.17 59 47 Tschechoslowakische Roten . . C2.39 12.45 Ungarische Noten 5.82 5,86 Tapetenbaus Teppiche, Vorlagen, Verbindungsstücke, Laufer- Groher VeMMlS-MM 4-,» Honnftipl TEf™1 nwtMRR-Mi-tim 5nu. imllillici WWW MO! Praktische Obstbaume! **""**!!*& MMWWllNW Weihnaciilsgeschenke i«>hpr Hri unb ftorm, dockst, und niedriac Kakaokannen. Wandteller. 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