Nr. 271 Erstes Blatt >. ermessen, den immerhin der kleine Erfolg von Locarno bcöeutct. Es war ein Verhängnis. das sich das deutsche Volk vom Herbst 1918 vis zum Herbst 1922 Regierungen und Ministerien gefallen lassen mußte. Die schon wegen ihrer innerpolitischen Taktik im Ausland fein Vertrauen erwecken konnten. DaS ist das eigent- Derdienst der Regierung Luther-Strescmaim, daß es ihr gelang, die scharfen innenpolitischen: Gegensätze soweit abzuschleisen, daß sich wenig- srens der Versuch wagen ließ, die Politik der Verständigung und des Ausgleichs überhaupt ernstlich aufzunehmen. Es sind auf den Tag fast drei Zähre verflossen, daß die Regierung Wirth den Verbündeten den Bankerott der „CrsüllungSpolitik" anzeigen mußte. Die Folgen waren der Einmarsch in das Ruhrgebiet, der Zusammenbruch von Wirtschaft und Währung. Der Dawes- Plan, der die Verfailler Gewaltpolitik zunächst einmal nach der wirtschaftlichen und finanziellen Seite in feste Bahnen wies, war noch kein „Befrei ungSfriede". Aber er war die Voraussetzung. die Formel für die Verständigung zu finden, um den besetzten Gebieten die Freiheit und volle Eingliederung in das Reich wisderzugeben. 3n dem Vertrag von Lo-. um einen Block europäischer Rationen gegen Rußland zu'ammeinübringen. Chamberlain erwiderte nachdrücklich: Rein, es ist nicht der Fall. Macdonald sagte, et sei sehr froh, dies zu hören, und fuhr fort, er habe bei feinem Ausentha't in Deutsch.and in älnterredun- gen erkiärt, daß er nicht glaube, daß irgend etwas derartiges beabsichtigt sei, und er habe diese erste Gelegenheit im Parlament ergriffen, um eine solche Erk.ärung von feiten der Regierung zu erhalten. Dann be.onte Macdonald, daß der Geist von Locarno sich erst auswirken könne, wenn die französische Regierung bereit sei, einer freundschaftlichen Revision aller jener Bestimmungen von Versailles, die sich in der Praxis als undurchführbar oder bedenklich erwiesen hatten, zuzustimmen. Die Tatsache, daß die Dominions keinen Einfluß auf den Abschluß des Paktes von Locarno gehabt hätten, bezeichnete Macdona d als ein ernstliches Symptom für die Auflösung der Einheitlichkeit und des Zu'ammen- ha'tens des Empire. Die Regierung müsse schleunige Schritte tun, um das ganze Empire wieder zusammenzusalsen. Rach kurzen Erkärungen Lloyd Georges nahm daraus das älnterhaus unter Ablehnung des Zusatzantrages Macdonalds den Antrag Chamberlains aus Billigung der Ratifikation des Vertrags von Locarno mit 375 gegen 13 Stimmen an. carno ist diese Formel nicht enthalten. Es ist eben immer noch ungleiches Recht in Europa. Auf der einen Seite die Verbündeten, die übet das furchtbare Instrument des Versailler Vertrages betrügen. Auf der anderen Seite Deutschland, das nichts für sich in die Wagschale werfen kann, als sein gutes Recht, als den harten Willen, sich selbst zu behaupten. Das ist nicht viel. Unö dem entspricht die Reuaufteilung ö e r Kräfte durch öen Vertrag von Locarno. Das wirkliche Recht der Völler spielt in Europa des Versailler Vertrages nur eine untergeordnete Rolle. Das erklärt. daß die „Rückwirkungen" so äußerst gering und bescheiden ausgefallen sind. Es ist zu verstehen, wenn sie in der ersten Aufwallung unö in gerechter Empörung als unzulänglich auf die Seite geworfen toeröen. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß das Befrei- ungswerk denDeutschen im besetzten Gebiet gilt. S i e sind es, die leiden, nicht wir, im unbesetzten Gebiet. Sie sind es, die frei werden wollen vom Druck der Fremdherrschaft, ein Druck, der nicht nur das staatliche, der auch jedes soziale Leben zu zerbrechen droht. Gewiß, das liegt einstweilen noch in weitem Felde. Koblenz soll noch vier Jahre, die Rheinpfalz und Rheinhessen sogar noch neun Jahre besetzt bleiben. Und ebenso lange soll es, immer auf Grund des Versailler Vertrags, dauern, bis die Saarbeoöllerung und das Saargebiet sich mit dem Reich wieder als unlösbar vereinigen und verbinden können. Das deutsche Volk denkt nicht daran, diese Fristen gehorsam und stumm auf sich zu nehmen. Es wird von sich aus nichts tun, was das Wachstum des Geistes von Locarno verhindern und beeinträchtigen kann. Es wird aber alles tun, um die Verbündeten, die unerschöpflich sind in der Erfindung von Worten und Gesten, um das Vertragswerk von Locarno zu feiern, um diese Verbündeten unablässig daran zu erinnern, daß der Geist von Locarno nur ein Geist der Befreiung ist und sein kann. Wir können ruhig zugeben, daß die Rückwirkungen, so wie sie sich heute darstellen, nicht die Opfer lohnen, die wir dem Dertragswerk als Ganzes bringen. Wir nehmen die Rückwirkungen an, weil sie einen Anfang bedeuten sollen, wie es auch die Verbündeten versichert haben, so noch Austen Chamberlain in seiner Guildhallrede. Der Vertrag von Locarno ist als solcher nur Stückwerk, dessen Unzulänglichkeit wir kennen, eine Unzulänglichkeit, die durch das System der Rückwirkungen eben wieder bestätigt worden ist. ver Beschluß des Reichrlabinetts. Berlin, 17. Rav. (Wolff.) Das Reichsministerium hat heute unter Äorfih des Herrn Reichspräsidenten die gestern vormittag begonnenen und in den Abendstunden fott- gefetzten Beratungen über die außenpolitische Lage abgeschlossen. Der Reichsminister des Auswärtigen wurde beauftragt, die erforderliche Vorlage an die gesetzgebenden Körperfchuf- len auszuarbeiten. Die Beschlußfassung über die Vorlage wird in einer für Donnerstag etnbenrfenen Konferenz der Staats- und 2M i n ift e c- präfibenten der Lander erfolgen. e Heber die Beweggründe, die die Reichs- rcgicrung zu ihrer heutigen Entscheidung geführt haben, erfährt die Telegraphen-Union von zuständi- | ger Seite noch folgende Einzelheiten: Die heutige Besihlichjastung des Kabinetts kann nur als eine | Das Reichskabinett und Locarno. grundsätzliche bezeichnet werden. Wie schon aus dem Text der amtlichen Mitteilung hervor- geht, wird die Beschlußfassung der Sache nach und über die Einzelheiten erst nach der .Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Lander stattsindct, da die einzelnen tn Betracht körnenden ERntschlüsto tief in das Leben der Länder eingreisen. Es handelt sich hierbei nicht nur um das besetzte Gebiet, sondern auch nm die Frage der Polizei. Es ist selbstverständlich, daß die Entscheidung der Reichsregierung nicht leicht gefallen ist, und zwar nicht etwa wegen Locarno — die Regierung hält bekanntlich das Locarnoer Dertragswerk für gut und im Interesse der Lebensnotwendigkeit des deutschen Volkes gelegen — .sondern vielmehr wegen der Rückwirkungen, die in der Rote der Alliierten nicht in dem erwarteten Maße und nickt in der Präzision angekündigt worden find. Trotzdem hat die Regierung geglaubt, einen zustimmenden Beschluß fasten zu sollen, da Locarno ja nicht das Ende, sondern der Anfang einer langen Entwicklung sein soll und deshalb hat sie sich ein- schlossen, das Dertragswerk in der vorliegenden Form zu Ende zu führen. Bei der Vorlage handelt es sich um die (Ermächtigung zur Unterzeichnung des Vertrages und zum (Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Rach dem vom Reichsjustizministerium und Reichsinnenministerium erstatteten Gutachten ist eine Zweidrittelmehrheit für die Annahme dieser Vorlage nicht erforderlich. Was die Entmafsnungsfrage anlangt, so ist in bezug auf die Kasernierung der Polizei ein Kontingent von 32 000 für die Kasernierung zugestanden worden, aber ohne Einrechnung der Polizeischüler. Die deutsche Forderung belief sich auf ein Kontingent von 35 000 Mann unter Einbeziehung der Polizeischüler. Die Rückwirkungen bleiben insofern hinter den deutschen Forderungen zurück, als die Frage der fiandelsiuftschiffahrt nicht mit einbezogcn worden ist. fiter wird aber sick das Weitere daraus ergeben, daß die letzte Luftsayrnote der Gegenseite von Deutschland nicht anerkannt worden ist, daß also neue Verhandlungen stattsinden werden. Wenn das Saargebiet in dieser Verbindung genannt und eine Neuregelung der Saarsroge vermißt wird, so wird man darauf Hinweisen können, daß die Saarländer selbst erst nach der Gesamter- ledigung der Räumungsfrage ihre Wünsche vorgebracht haben wollen, da sie zweifellos in das besetzte Gebiet einbezogen werden würden, wenn die Volksabstimmung vor Erledigung der Räumung stattfände. Die Aenderung des Regimes im Saargebiet wird angeschnitten werden, sobald Deutschland die Möglichkeit hat, im Völkerbund für feine Interesten einzutreten. Was die Verminderung der Truppen anlangt, so hat man auf deutscher Seite den Wunsch, daß die farbigen Truppen bei dieser Gelegenheit als die ersten zurückgezogen wer- den. Man kann erwarten, daß dem auch von der Gegenseite Rechnung getragen wird. Die Vorlagen werden sofort an den Reichs- tag gelangen, ohne vorher den Auswärttgen Ausschuß zu beschäftigen. Man rechnet im Reichstag mit einer zweitätgigen Debatte. Die Erleichterungen im besetzten Gebiet. CFi» Erlast der Nheinlandkomm sfion. Mainz, 17. Aov. (WTB.) Rach einem von der hiesigen Havasagentur veröffentlichten Kommunique der Rheinlandkommisssvn hat dies« mit Rücksicht darauf, daß die Locarnoabkommen tn dem besetzten Gebiet eine Atmospäre der Entspannung unö der Annäherung zeitigen sollen, beschlossen, zu ihren Ovdon- nanaen und Instruktionen die Erleichterungen zu treffen, die mit dem Versailler Vertrag, dem Rheinlandablommen und den Rottvendigkeiten der Besetzung im Rahmen der allgemeinen Beschlüsse der alliierten Regierungen im Einklang stehen. So wird nunmehr folgendes bekanntgegebm: DaS System der Delegierten wird am 1. Dezember 1925 aufgehobeü. Die vorhergehende Prüfung der Suspensive der Rhein- lanttvmmilsion wird a b g c f cha f f t. Die Rbein- landkommission reserviert sich mir in Gemäßheit des Rheinlandabkommens das Recht, Wortlaute zu streichen, die den Rotwendigketten der Unterhaltung. der Sicherheit und den Bedürfnissen der Armeen widersprechen. Die 'Beamtenkategorien, für deren Ernennung die Zustimmung der RheinlandkommisNon erforderlich ist, werden auf einige wichtige Kategorien beschränkt. Gewisse durch Äe L^donnanzen vor- gesehenen Strafen werden herabgesetzt. Die Dispositionen, welche eine Reihe von Personen, die den Besatzungsbehörden Dienste geleistet haben, betreffen, und die einseitigen Beschlüsse der alliierten Behörden werden abgeschafft. Für bew Derkehr werden noch toektere Er- lefthtarunsen getroffen, insbHondere was die Ausweispapiere und den Wohnsitz ht den befehlen Gebieten anbetrifft. Erleichterungen werden getroffen bezüglich der Verfügung und der Strafen für leichte Dev-, gehen. Die Sanktio ns vollmacht, welche die Delegierten bezüglich der Dresse bis heute hatten, wird abgeschafft. Das Recht der gerichtlichen Belangung wird auf folgende Behörden beschränkt: Rhnnlandrommifsion und Kommandierende Generäle der Armeen. Die BerwaltungSsanktivnen selbst werden nur von der Rhcinlandkommisfwn ergriffen und erst nachdem sic von einem GerichtSausschufi gekommen sind, dem auch ein Deutscher als Mitglied angehövt. Die Verbots- befugnisse der Delegierten bezüglich der Ver-- sammkungen werden abgeschafft. DaS Recht, eure Versammlung zu verbieten, bleibt der Rhein-- landkommtssion vordehaltcn. Die Verpflichtung, das Flaggen anzugeben, und daS Verbotsrecht der Besatzungsöehörden werden abgeschafst. Die Verpfllchtung, an den Waren Preistafeln anzubringen, und gewisse andere Formalitäten werden abgeschafft. Die Ober- defehlshaber haben die Absicht bekundet, die Aufstellung von Radioemp- fängern grundsätzlich zu gestalten. Die «z-rage des Flugwesens wird von den zuständigen Behörden geprüft werden, soweit sie das uever- sliegen deS besetzten Gebiets durch deutsche Flugzeuge betrifft. Die pvstalische Zens urtoirö abgeschafft. Die alliierten Behörden beabsichtigen, Amnestie- und Gnad en Maßnahmen zu ergreifen, welche die Timstände und die erwartete gegenfeittge Beruhigung rerhffertigen. Die Erledigung der Entwaffnungsfrage. Ern amtliches Kommunique über die Verhandlungen mit der Votschaftcr- konferenz. Berlin, 17. 2tev. (SIL) Das letzte Stadium der Verhandlungen über die Entwaffnungsfrage wird durch eine Reihe nunmehr veröffentlichter Schriftstücke gekennzeichnet. Wie sich auZ foefen Schriftstücken ergibt, bezogen . sich die Verhandlungen auf folgende Punkte: 1. Polizei: Die von der deutschen Regierung in dauernder Fühlung mit den Länderregierungen geführten Verhandlungen hatten über die meisten Fragen bereits zu einer Verständigung geführt. Offen waren nur drei Punkte geblieben, nämlich die Art der Einstellung der Schutz- polrzeibeamten. die amtliche Bezeichnung der Schuhpolizeivffiziere und die Stärke der kasernierten Polizei. Die nunmehr vereinbarte Regelung bewert sich den Wünsche der Länder entsprechend m der Richtung, daß die Schuhpolizeibeamten auf Gründ der in den einzelnen Ländern geltenden allgemeinen beamlenrechtlichen Bestimmungen oder auf Grund der für die Orbnungsdolizei geltenden Sonderbestimmungen angestellt werden können. Hinsichtlich der Amtsbezeichnungen der Polizei- Offiziere sowie hinsichtlich der Kasernierung ist den polizeilichen Rvtwendigkeiten der deutschen Ander Rechnung getragen worden. 2. Vberbese-l: Bei der Frage des Oberbefehls handelt es sich um die Stelle des Chefs der Heeresleitung. gemäß den Bestimmungen des Vertrages von Versailles. Seine Befugnisse sollen durch eine Verordnung umschrieben to erb en, die dem Artikel 8 des in Geltung befindlichen Heeresgesehes vom 23. März 1921 entspricht. 3. Ausbildung der Truppen: Hier waren noch einige Punkte strittig, die sich auf die Ausbildung ehtaelncr Truppengattungen mit bestinnnten Waffen bezogen. Für diese Punkte ist jetzt eine Regelung gefunden, die den militärischen Rvlwendig- der Reichswehr in genügenderWeise Rechnung trägt. 4. Festung Königsberg: Die noch offene Frage der Armierung der Festung ist dahin geregelt worden, das; die schweren Geschütze der Festung entsprechend den deutschen Wünschen bewegliche Lafetten behalten. 5. Behandlung der in Deutschland bestehenden prida-en Derbündr und Orxmüsativnen. Es handelt sich nicht um die Auflösung der Verbände, sondern um die Handhabung des Gesetzes vom 22. März 1921, daS die militärische Betätigung dieser Verbände verbietet. Das Gesetz wird durch eine Ausführungsverordnung erleichiert werden. Die vorstehend behandelten Fragen haben, wie bekannt, schon seit langem Sen Gegenstand schwieriger Auseinandersetzungen mit der interalliierten Mi- litärkontrolllommission gebildet. Sie waren es in erster Linie, die bisher einer endgültigen Erledigung der Sntwaffnungsfrage entgegenstanden. Rachdem nunmehr auch für diese Fragen die grundsätzliche Regelung gefunden ist. bleibt von der ge'amlen Entwaffnun-sfrage nur noch die letzte te6)nische Abwickelung von einzelnen Punkten übrig, bei der neue Schwierigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten mit den alliierten Regierungen nicht mehr au befürchten sind. Dementsprechend ist auch die den alllierten Militär-Kontrollkommissionen noch verbleibende Ausgabe nur eine rein technische, die nicht allzu lange Feit in Anspruch nehmen wird. Mit dem Abbau der Kommissionen ist bereits begonnen. Gewer^schaftsverLreter beim Reichskanzler. Berlin. 18. Rav. (Priv.-Tel.) Ger Vorwärts veröffentlicht einen Bericht üb:r den Empfang von Gewerkschaftsvertretern b:im Reichskanzler. in dem es u. a. heißt: Die Vertreter der Gewerkschaften waren gestern abend beim Reichskanzler eingeladen, um von ihm über die Verhandlungen von Locarno und die daraus folgenden Rückwirkungen unterrichtet zu werden. Der Reichskanzler erläuterte die Gründe über die Rotwendigkett der iUnterzeich-- nung des Vertrages, die insbesondere au q im Interef se der deutschen Wirtschaft geboten sei, und sprach die Hoffnung aus, daß eine möglichst große Mehrheit deS Volkes sich hinter den Vertrag stellen möge. Der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Ge- werffcheftsbundeS erllärte. daß bis freien Ge- werksHaften daS Werk von Locarno aus poli- Üschrn und wirtschaftlichen Gründen durchaus billigen und nur wünschen, daß es in Zukunft auch im Geist der Verhandlungen von Locarno durchgeführt und weiter fortgesetzt werde. Rücktritt Lord D'Abernons. Paris. 19. Nov. (WTD.-Yunkfpruch.) Wie dem .Journal" aus London gemeldet wird, werden als Nachfolger für den Ende dieses Jahres zu» rucktretenden englischen Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, genannt: der Unterstaatssekretär im Foreign Office, Sir W. T y r e 11, und der ehemalige Minister Massingham. General Sarrails Bericht Wer Syrien. Paris. 18. Rov. (WB.) Bor den vereinigten Ausschüssen für HeereSwesen und auswärtige Angelegenheiten hat hcute vormittag der ehemalige iranzösifche Otcriommiffar für Syrien. General Sarrail, in Anwesenheit des Außenministers und KriegSininisters Bericht erstattet über die Ereignisse, dte sich in den letzten Monaten in Syrien aügrspiell haben. Rach dem amtlichen Bericht gab er zunächst einen ilcßer» blick über die Haltung seiner Vorgänger gegenüber der Familie Atrasch. Er erstattete über die Zusammensetzung der qegen daS Land der Drusen abgesandten Ableitungen, über die Belagerung und Befreiung von Sueida und über den gegen Damaskus versuchten Angriff Bericht und setzte auseinander, daß er, um die christlichen Stadtviertel zu schützen, die Stadt mit Artillerie habe beschießen taffen müssen. Außerdem zählte der General die Maßnahmen auf, die ihm geeignet erscheinen, in Syrien die Ruhe und das Prestige Frankreichs als Mandatarmacht wiederherzustellen. Nach Mitteilung einzelner Abgeordneter erklärte General S a r r a i l, daß die Herabsetzung der rein-französischen Truppenkontingente in Syrien eine der Hauptursachen für die Schwierigkeiten gewesen sei, denen man jetzt ausgesetzt sei. Außerdem habe der General auf die großen Schwierigkeiten hingewiessn, die sich aus her Vielseitigkeit der Rassen und Re - llgionsgemeinschaftcn ergeben, und die die Behandlung der syrischen Bevölkerung so außerordentlich schwierig machten. Der General habe erklärt, daß die Truppenstärke von 70 000 Mann, die General Goucreauo während seiner Residentschaft in Syrien unterhalten habe, zu groß gewesen sei. Aber 20 000 Mann, die man ihm zur Verfügung gestellt habe, seien nicht genügend gewesen. Die polnische Kabmettskrifis. Graf Ekrzyxskts Bemühungen gefchettert. — Gespannte Lage im Lande. Warschau, 19. Nov. Der Staatspräsident hatte den seitherigen Außenminister, Grasen Skrzynski, mit der Kabinettsbildung beauftragt. Dessen Bemühungen blieben jedoch erfolglos, weil ihm die Neubesetzung des Kriegsministeriums nicht gelang. Die Rechtsparteien verlangten, den General Sikorski zu behalten, während die Linksparteien den Marschall Pilsudski im Kabinett sehen wollten. Der Staatspräsident hat nun den Sejmmarschall Rataj beauftragt, die Bildung des Kabinetts ßu übernehmen. Wie verlautet, wird die Kabinettsbildung in Verbindung mit dem Bauern- führer Witos erfolgen, dem ein sehr maßgebender Einfluß im Kabinett eingeräumt werden soll. Die Lage wird allgemein als ä u ß e r st ernst bezeichnet. Die Krise hat bereits sehr ernste Wirkungen gezeitigt. Die Stimmung im Lande istäußerst gespannt. Die Leidenschaften sind in gefährlicher Weise hockgepeitscht. Gestern in den späten Nach- mitiagftunoen wurden in Lublin, das nur vier Stunden von Warschau entfernt liegt, Extraausgaben herausgegeben, in denen mitgeteilt wurde, daß sowohl der Kriegsminister Sikorski wie auch Marschall Pilsudski den Beschluß gefaßt hätten, Warschau zu erobern und die D i k t a t u r zu verkünden. Jeder von beiden soll die ihm treuen Truppen zur Gefolgschaft aufgefordert haben. Das neue italienische Arbeits- gesstz. Mailand, 18. Nov. (TU.) Der heute zu- sammenaetretenen italienischen Kammer wird ein neues Arbeitsgesetz vorgelegt, das die A u s s v e r - runa und den Streik verbietet und anordnet, daß alle Differenzen obligatorisch den Schlichtungsinstanzen beim Appellationsgericht überroiefcn werden müssen. Die Industriellen, die Arbeiter aussperren, werden mit Gefängnis- strafe bis zu einem Jahr und hohen Geldbußen, die Arbeiter mit 1—3 Monaten Gefängnis, die Strelkführer mit 1—2 Jahren, streikende Beamte sogar mit Zuchthaus bestraft. An Arbeiterorganisationen werden in Zukunft nur noch die foszi- st Ischen Gewerkschaften bestehen, die Unternehmer und Arbeiter der verschieder"n De- rujßgruppcn zusammenschließen. Die Arbeitsver- träge sind auch für die Nichtorganisierten bindend. Wiedereintritt Wirtes in die genttumsfrQktton. Kassel, 17. Rov. Auf dem Zenttumsparkei- lag kam es auf Grvnd einer Erklärung des aus der RÄchstagsfrakllon des Zentrums aasgeschiedenen früheren Reichskanzlers Dr. lvirlh zu einer Einigung zwischen Dr. Wirch und der Partei. Der Vorsitzende, Dr. Marx, erklärte unter stürmischem Bestell: Ich schlage in die Hand ein, die Mrlh uns entgegengettreckt Hal. Die Einheit unserer Partei v.nb Frakklon sind meines Erachtens durch diesen Avsgsng des Parteitages gewährleistet. Kleine politische Nachrichten. Der Petitionsausschuß deS hessischen Landtages lehnte eine Vorstellung des Verbandes der Gemeinde- und Dtaatsarbeiter (Gau Mainz) auf Einsetzung einer parlamentarischen Kontrollkommission für die hessischen Heil- und Pflegeanstalten ab. — Zu einer Vorstellung deS BäckereiverbandeS Hessen und des Snnungsverbandes Rhein-Main- Rahe über den Beginn der Arbeitszeit in den Bäckereien beschloß der Ausschuß gegen zwei Stimmen, daß dem Antrag auf Beginn der Arbeitszeit in den Bäckereien vormittags 5 Uhr versuchsweise im Winterhalbjahr statt- gegeben werden solle. Sn Madrid ist ein modus vivendi von der deutschen und der spanischen Handelsdelegation u lerzeichnet, wodurch der Zollkrieg aufhört. Da; ^rovijorium gilt für sechs Monate. Die Verhandlungen über den endgültigen Handelsvertrag werden sofort auf genommen werden. Sn Cherbourg wurde ein neues Unters eebovt vorn Stapel gelaffcrt. DaS Fahrzeug ist 85 Meter lang, 7 Meter breit und hat einen Tiefgang von 5 Meter sowie eine Wasser- verdrängnug von 1400 Tonnen. Das neue Unter- seedovt fährt an der Oberfläche 16 Knoten in der Stunde und unter Wasser 10 Knoten. Rach Meldungen aus Peking ist zwischen den Vertretern T scha n g - T so- L in ß und Feng-Vu°Hsiangs ein Friedensvertrag unterzeichnet worden, wonach Tschang- Tso-Lin Tientsin räumt und seine Truppen 30 Meilen östlich der Linie Pellng-Hankau zurück- Sieht. ___________ Kunst und Wissenschaft. ErössmingSfeier des Pädagogischen Instituts zu Mainz. Die Ausbildung der Dolksschullehrer wird bekanntüch ganz neu organisiert. Bei uns in Hessen treten an Stelle der Seminare drei .^Pädagogische Institute". Zwei davon sind nunmehr errichtet, in Darmstadt und Mainz, beide mit der Technischen Hochschule zu Darmstadt, die zum Teil die Lehrer stellt, in einer für beide Teile fruchtbaren Arbeitsgemeinschaft. Die Institute haben bereits im Frühjahr 1925 ihre Arbeit eröffnet. Runmehr ist aber das von Direktor Dr. Feldmann geleitete Mainzer Institut durch eine großzügig organifierte Veranstaltung, deren Hauptstück einVädagogi- fcher Kursus am 16. und 17. Rovember war, mit starkem Erfolg in die Oeffentlichkeit getreten. Die Vorträge, bei denen Pädagogen ersten Ran- aes, wie Geh. Rat Kerschensteiner, München, Prof. Litt, Leipzig, mitwirkten, waren von annähernd 1000 Lehrern und Lehrerinnen besucht, die zum Teil aus weiter Entfernung, auch aus der Lahngegend, nach Mainz gekommen waren. Zu der Veranstaltung, Die unter der umsichtigen Leitung von Dr. Feldmann stand, waren alle Hochschullehrer der Pädagogik als Gäste der Stadt Mainz geladen worden, und sie waren in größerer Zahl dieser Einladung gefolgt. So hatten sich einaefunden der derzeitige Rektor der Universität Bonn, Geh. Rat D y r o f f, ferner die Professoren Cohn, Freiburg. D e u ch l e r. Hamburg, Hoffmann, Heidelberg, Messer und Roller Gießen, Kabitz, Münster, Luchtenberg, Darmstadt, M v o g, Braunschweig, Schultze, Königsberg, u. a. Diese persönliche Fühlungnahme der Pädagogen an einer größeren Zahl von Hochschulen wird, wie wir hoffen, von. dauernder Bedeutung sein. Wie bei dieser Veranstaltung, sv hat auch schon bei der Begründung des Instituts die Stadtverwaltung von Mainz durch die Tat ihre hohe Wertschätzung der bedeutsamen Äeugründung bewiesen. Sie hat dem Pädagogischen Institut in dem Prachtbau der Höheren. Mädchenschule drei Säle, ferner Direktorzimmer und Bureau (mit Personal) zur Verfügung gestellt und die Begründung einer Bibliothek durch eine sehr stattliche Summe ermöglicht. Wie wir vernehmen, wird nunmehr auch an die Stadt Gießen in aller Kürze die Aufgabe herantreten, bei der Begründung eines Pädagogischen Instituts mitzuwirken. In den Lehrerkreisen und weit darüber hinaus hofft man bestimmt, daß das Institut auch in Gießen ein würdiges Heim und ähnlich verständnisvolle Förderung finden wird. Die neue Studeutenbertretuag an der Frankfurter Universität. Die Wahlen zur Studenterckammer der Universität brachten dem Deutschen Student enring (Hochschulring deutscher Art, Sungdeutsche Gruppe, Völkische und Wlrtfchaftsfriedliche Gruppe) 804 Stimmen und 9 S'.he; auf die Liste deS Republikanischen Studentendundes (Deutschfreiheitliche Studanr en schäft) entfielen 388 Stimmen und 4 Sitze. In der Zusammensetzung der Studentenkammer hat sich also nichts geändert. Don der Universität Marburg. Die Zahl der Studierenden an der Universität Marburg beträgt zur Zeit 1842, darunter 230 Frauen. Acf die einzelnen Fakultäten Verteilen sich dieselben wie folgt: Theologie 123 Männer, 6 Frauen, Juristen 569 Männer, 11 Frauen, Meoizln 273 Männer, 32 Frauen, Philologie 647 Männer, 181 Frauen. Im Sommersemester hatte die Zahl der Studierenden! 2156 betragen. Aus aller Wett. Schiffsbraud an der amerikanischen Küste. Reuhork, 18. Rov. (TU.) DaS Paffagier- schiff „Senat) e", das mit 100 Passagieren von Rewyork nach Florida unterwegs war, geriet nahe der Delawaremündung in Brand. Die zur Hilfeleistung auSgesandten Schiffe erreichten gegen 2 Uhr morgens den mit dem Untergang schwer kämpfenden Dampfer. Infolge des schweren Sturmes muhten sie jedoch von einer Rettungsaktion absehen und untätig bleiben, während das Feuer sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Der Brand hatte sich schon fast auf dem ganzen Dampfer ausgebreitet, als eine heftige Explosion erfolgte. Das Schiff barst auseinander und fing sofort an zu brennen. Die Passagiere und Mannschaften des Dampfers mußten trotz des Sturmes über Dord springen. Darauf begannen dieHilfs- schiffe sofort mit der Rettungsaktion und suchten die ganze Umgegend ab. Rach einer amtlichen Erklärung wird gemeldet, daß die meisten Passagiere g e rettet worden sind. Todesfälle sind nur vereinzelt zu verzeichnen, dagegen gibt es eine große Anzahl von Schwerverletzten. Gegen Morgen hatte der Sturm nachgelassen, so daß die BeraungSboo.e mit ihrer Tätigkeit beginnen und zahlreiche mit den Wellen kämpfende Passagiere aus den Fluten retten konnten. Die Verletzten wurden sogleich in verschiedene Hospitäler gebraut. Reue Fliegec-Dettrekorde. Dem französischen Flugzeugführer B o s s v u» t r o t ist cs gelungen, vier Weltrekorde zu schlagen. Er erreichte mit einer Last von 6000 Kilo eine Höhe von 3500 Meter und blieb eine Stunde, 12 Minuten und 21 Sekunden in der Luft. Der Aufstieg dauerte 55 Minuten. Das Flugzeug wäre demnach imftanbe, von Paris nach London mit 50 Passagieren an Bord in drei Stunden zu gelangen. Dieser Apparat könnte ferner in Kriegrzeiien fünf Tonnen Munition auf einer Distanz von 500 Kilometer befördern. Mit den sieben in der Vorwoche aufgestellten Rekorden hält Dosioutrot nunmehr elf Weltrekorde in der Hand. Tragisches Ende einer Ehe. Rach einer Blatternrcldung and Wien hat sich die Gattin des früheren LandeSchefs von Bosnien und der Herzegowina durch SturA aus dem Fenster ihrer im 4. Stock gelegenen Wohnung daS Leben genommen. Das Ehepaar war nach dem Zusammenbruch der Monarchie in finanzielle Schwierigkeiten geraten amb der Gattin gelang e3 nicht, die Mittel zur Hellung ihres schwer erkrankten Manne,; aufzu- bringen. Aus Verzweiflung darüber verübte er Selbstmord. Der Zustand dÄ Generals ist hoffnungslos. Bei lebendigem Lewe verbrannt. In Groß-Wardein ist die 23jährige Prinzessin G h i k a, die Gattin des Flugeladjutanten des rumänischen Königs, bei lebendigem Leibe verbrannt. Sic war damit beschäftigt, ihre Hond.- schütze mit Benzin zu reinigen, als die Handschuhe Fc-uer fingen. Dis Prinzessin konnte trotz der sofortigen Hilfe nicht mehr gerettet werden. Furchtbarer Tod eines amerikairrfchen Groh, industriellen. Als der Präsident der Standard Extract Works Oscar Fox auf dem Bahnhof von Per- thanrboy in Rew Jersey d ie Eisenbahngleise überschreiten wollte, um zu dem Zug zu gelangen, blieb er mit dem einen Fuß in den Gleisen stecken. Da in diesem Augenblick ein Zug ankam, versuchte Fox sich zwilchen die Schiene zu werfen, was ihm jedoch nicht gelang, da er den eingeklemmten Fuß nicht uimfniaen konnte. So blieb ef -feeun aufrecht stehen und wandte das Gesicht von dem heran- brausenden Zuge ab. Es wurde völlig zerstückelt. Anglücksfall. Ein 21 jähriger Schlofser ist auf dem Bahnhof in Oggersheim in gräßlicher Art und Weise ums Leben gekommen. Er hatte bei dev Arbeit einen 40 Zentimeter langen Bohrer, mit der Spitze nach oben in der Hand, rutschte aus und stieß sich bei dem Sturze den Bohrer so tief ins Auge, daß er am Gehirn verletzt wurde. Er ist bald darauf gestorben. ---------------- ; Wettervoraussage. Rebelbildung, tagsüber woMg, geringe Milderung, nördllche bis westliche Winde. Steigung zu leichten Riederfchlägen. Bet vorwiegend östlicher Luftströmung und schwach bewölktem nächtlichen Himmel sind die Rachttemperaturen wenig tiefer gesunken, während die Morgentemperaturen in Deutschland mit Ausnahme des Ostens 1—2 Grad unter Rull liegen. Sn Skandinavien, das bisher tiefe Temperaturen aufwies, ist starke Milderung ein- getreten, da ein isländischer Wirbel hier stark an Raum gewonnen hat, der südöstllche Zugrichtung angenommen hat und dessen Auslauser südlich ausgreifen. Aus der Proviuzialhauptftadt. Gießen, den 19. Rovember 1$25. ** Der gestrige preutz Ische Duß- und Bettag brachte unserer Stadt wieder den alljährlich gewohnten ^Massenbesuch aus der preußischen Rachbarichaft. Die meisten der Besucher haben die Stunden aber wohl zum Schauen, statt zum Kaufen benutzt, wenigstens hörte man von Angehörigen der GeschäftSwÄI, daß der Amsatz gestern nicht über das alltägliche Maß hi nausgegangen sei. Auch das Stadttheater verzeichnete nicht den Massenbesuch, den es erwartet hatte. Die Geldknappheit in der Landwirtschaft erklärt alles. •• Don einem Auto angefahren und geschleift wurde gestern vormittag in der Reuen Baue, Ecke Weidengasse. das achtjährige Töchterchen eines Anwohners der So- hannesstrahe. Erfreulicherweise sind die Verletzungen der Kleinen, die schleunigst zum Arzt gebracht wurde, nicht schwer. Die Schuld an dem ÜnglückSsall liegt bei dem Kinde selbst, das im letzten Augenblick vor den Wagen gelaufen und dabei zu Fall geEömmen war. Zum Glück konnte das Auto aber rasch zum Stehen gebracht werden. ** Aus dem Gießener Standesamts- r e g i ft e r. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. November: 1. November: Jakob Mohr, Arbeiter. 65 Lahre all, Wetzlarer Weg 80. 2. November: Johannes Heinrich Schneider, Fabrikarbeiter, 60 Jahre alt, Wilsonstraße 4. 4. November: Jakob Winter, Schreiner, 74 Jahre alt, Ederstraße 4. 6 November: Christian Kühn, ohne Berus, 64 Jahre alt, Vruchstraße 5. 11. November: Lina Hansull, Handarbeitslehrerin i. R., 74 Jahre alt, Sencken- bergstraße 7. 12. November: Elisabeth Noll, geb. Winkelmonn, 47 Jahre alt, Südanlage 11; Kurt Tetzner, Leutnant, 26 Jahre alt, LandgrafiPhilipp- Platz 4. 15. November: Johannes Schmücker, Rentner, 83 Jahre alt, Licher Straße 74. •• Zum Postverkehr mit Danzig. Vorn 15. Rovember an gelten im Verkehr mit der Freien Stadt ®anxig für gewöhnliche und telegraphische Postanweisungen, Postaufträge und Rachtrahmen auf EBtteffenbungen die Snlanbge* bübren; bei Paketen wird nur die Rachnahmen- gebüfyr nach den Inlandsätzen erhoben. Ferner ist eS von olefem Zeitpunkt an zugelasfen, Nachnahme- und Posiauftragsbeträge auf Sendungen nach Danzig auf ein PostschecNonto des Absenders im Reichspostgebiet überweisen zu lassen. Zu den Postanweisungen, Postauftragen und Rachnahme-Postanweisungen sind nach wie vor die AuslandSvordrucke zu benutzen. Der Meistbetrag für gewöhnliche und telegraphische Postanweisungen nach Danzig bleibt auf 1000 Danziger Gulden, in umgekehrter Richtung von Danzig nach Deutschland auf 800 Rm. festgesetzt. Postanwe.sungZ- und PostauftragSbeträge sind wie bisher in der Währung des Bestimmungslandes anzugeben. Rachna^mebeträge müssen auf die Währung des AuLgavelandes lauten. Soll der Detrag jedoch auf ein Postscheckkonto im Vc- stimmungSlande der Sendung gutgeschrieben werden, so ist in der Währung des Bestimmungslandes (bei Rachnah men nach Danzig in Danziger Gulden) anzugebeir. Den Rachnahmesendungen und Postaufträgen nach dem Gebiete dec Freien Stadt Danzig, Deren Beträge auf ein Postscheckkonto in Deutschland gutgeschrieben werben sollen, sind wie im inneren Verkehr Zählkarten beizu- fügen. Aus den Rachnahme-Postanweisungen unv -Zahlkarten hat der Absender den Betrag nicht elnzurücken. Die Spinn st üben. Im Laufe der letzten Tage sind wieder die winterlichen Spinnstuben er- öffnet worden. Jtzr Beginn ist niclst an einen bestimmten Tag gebunden, sondern setzt nur die 2e- endigung der Feldarbeiten voraus, wie auch ihr Korpulenz macht alt und tcirEt unschön. Wir rtven in der vc>>beke 60 Gramm ech'c ? o Hi 6 n • St e i u c zu kaufen, tue unschädliche, dabei fetir wirksam-», den .vettonfau te> dinierende Stoffe enthalten. Bestandteile am der Packung. Ä“ SKr C|n’0tn ?nb: rt. Agard UL piS (ht b/”!n aufrecht **te ll. 'V®uf dem "Safin sSL-sr 1 derÄi?°bteri A!** «* lssage. 1 Äft.w We, Neigung ' WriMvg und J. H>°mel lind die ^ser ge|imkn, väh. °« m Deutle Trab unter Nll bisher tiefe Tem- rke Äildenmg ein- '[ Wirbel hier ftarf der südöstliche Am- md deslen Auslauler olhaiipWt. l). Aovember Ifö 'reuhilche I-tz- nsercr Ciiibt ttnctcr MallMH gus der . Die mtijto der -Leen aber wohl jum t benuhr, wenigstens ui der TesWLwrK, lht über das aHtag- set. Auch drs Stadien Nassmbesuch, ta MMnappteii in der to angefagrcn cstern vormittag in idrngassr, das acht- Lnwvhnnr der 2o- reise sind die 2er- schleunigst -m Arzt t. Die 6iu6 an 6cm Kinde IM das im Wagen gelaufen md ar. Zum ®IM bnn!c um Stehen gW eretanbesemt: n der Seitoo31> »er: 3atob Mck, rer Weg 80.2. W hneider, Nn,atK 4 4. November: W hre all, GbtNH n, ohne »nember- tjansult, Ä olt Senckem Südanlage u> J® 'all, ßonbgtaywipp- mnes echrnuckcrM- $ mitSaniil Iten imDMJ MS S «6* S ft an ruF'Aungen lallen. ä s £.i»r ZSI rSirs intiUSmun9-ac Ö des W Ianz.gl ch S^^nielenö^y isgsfi zßstz «aSfe: iterl*0^ an c>§^ . „ in ntaJ1. nlir die hW* j>**,,iy Ende von dem Wiederaufleben der Frühjahrsarbei- ten abhängig ist. Die einzelnen Cpinnstuben des Dorfes haben nicht einen gemeinsamen Eröffnungsabend, sondern beginnen gewöhnlich nacheinander. Die Jugend eröffnet den Reigen. Nach altem Brauch wird den Mädchen einer Spinnstube am Vorabend von den Burschen die Spinnstube „angesungen". Bon dieser schonen Sitte ist man aber vielfach ab= gekommen, und nur vereinzelt lassen sich die Bur- schen noch herbei, vor den Häusern der Mädchen ihr Lied ertönen zu lassen, um damit zur Spinnstuoe einzuladen. Sie wird abwechselnd in den Häusern der zur Gesellschaft gehörenden Mädchen abgehallen. In neuerer Zeit sind die Eltern dazu übergegangen, am Spinnstubenabend zu verschwinden, damit sich die Jugend durch ihre Anwesenheit nicht beengt vorkommt. Diese Rücksichtnahme ist eigentlich sehr zu bedauern. Eine Spinnstube, die in sich selbst auf Zucht, Sitte und Ordnung hält und nicht gewohnt ist, über den Rahmen des Schicklichen hinauszu- gehen, kann auch unter dem Blick des Elternauges froh und ausgelassen [ein, ohne das Gefühl zu haben, beaufsichtigt zu sein. £ Die Freie Turnerschaft Gießen hielt am Samstag im Katholischen Dereinshaus chr 2 3. Stiftungsfest ao, dos außerordenllich stark besucht war. Aus der Fülle des Gebotenen müssen die Leistungen der Tumerinnenabteilung ganz besonders heroorgehoben werden, die außerordentlich Gutes boten. Das Keulenschwingen und das Turnen am Darren und besonders die am Schluß gezeigten plastischen Bilder (Brunnengruppen) fänden stürmischen Beifall. Die Freiübungen der Schülerinnen zeigten eine gute Schulung, während die Volkstänze sehr starken Anklang sanden. Schließlich fei noch ' das Reckturnen der Aktiven lobend erwähnt. Ein Turnerfchwank, der von den Mitwirkenden sehr gut auf die Bühne gebracht wurde, eine reichausgestattete Verlosung und ein gemütliches Tänzchen ließen keine Langeweile aufkommen. Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Färsen und Kühe 1, Kälber 798, Schafe 1010, Schweine 761. Vorirotizcn. — Tageskalender für Donnestag. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 8.15 Uhr, Reue Aula der Universität, Lichtbildervortrag. — Verein für das Deutschtum im Auslande: 8.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Husarenfieber. — Astoria-Lichtspiele: Dir bleibt die Lust weg — Zur Ausführung von Gade's „Kreuzfahrer" durch den hiesigen „Sängerkranz" wird uns geschrieben: Earl An- derseu's dramatisches Glicht nach Motiven aus Lasso s „Das befreite Jerusalem" ist von Viels Uv. Gade in hervorragender Weise vertont worden. Die Kunst, den lyrischen und dramatischen Gehalt der Dichtung auf eindringlichste Art zu erschöpfen, ist Gade in genialer Weise gelungen. — Die Handlung ist kurz folgende: 3m ersten Teil wird der Zug der Kreuzritter durch die Wüste geschildert. Mit dem Chor. „Heiß wogt das Sandmeer, gelb wie Flammen" sind die Mühen und Qualen des Wüstenmarfches charakteristisch zum Ausdruck gebracht. Der gesunkene Mut deS Heeres wird durch den geistigen Führer des Zuges — Eremit Peter — neu bvlebL Gemeinsam beiet alles: „Da er schirm uns, führe unS zum Ziel!' Dun folgt die Hauptepisode: Die Derlockung des H.ersührers Rinaldo durch die Zauberin Armida. Während die mit üppigen Klängen auSgestatteten Chöre der Sirenen in Form unb Inhalt stark an Schumann erinnern, besitzen die Gesänge der Armida viel von den verlockenden Schmeicheltönen der Wagner schen Kundry. Aber alle Derfuh- rungskünste der Zauberin zerschellen an der Macht des Kreuzes. Wei. er geht es dem Ziele entgegen und bald ist das Ziel erreicht. „Hin SkWMmMWs-MW für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Sahausstattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags Benos öe§ MemMMrs 0S18D ist Rot und Harm" und jubelnd erklingt der Schlußchor: „Jerusalem! das Ziel ist da! Hosiannah!" — Das Konzert beginnt mit dem Finale und dem „Ave Maria" aus der unvollendeten Oper „Loreley" von Mendelssohn-Bartholdy. Der gottbegnadete schöpferische Genius dieses Meisters zeigt sich auch in diesem Fragment in vollendeter Weise und läßt sehr bedauern, daß Mendelssohn dieses Werk nicht vollenden konnte. Den Besuchern des Konzertes wird dringend empfohlen, sich mit Programm und Textbuch zu versehen, welche bei Challier und an der Kasse zu haben sind. — Ob st - und Gartenbauoerei n. Morgen, Freitag, abend Vortrag im Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts: „Der Obstbau im Kleingarten". (Siehe heutige Anzeige.) Vom Iung-D.H.C. + Frankfurta. M., 17. Rov. Samstag fand unter dem Dorsih des Obmanns der D. H. C.-3ugend, Prof. Bender- Frankfurt, hier eine Führertagung der Jung-D. H. C. -Gruppenführer statt. Cs wurde Rechenschaft über die im Jahre 1925 geleistete Arbeit des 3ung-D. H. C.-Vor- standes gegeben. DaS auf der Herchenhainer Höhe errichtete Jugendheim geht seiner Vollendung entgegen: das Shrendenkmal ist ebenfalls soweit fertiggestellt, 3m Mai nächsten Jahres soll Die feierliche Einweihung deS Heimes und deS Denkmals stattsindcn. Die noch fehlende Inneneinrichtung des Heims wird im nächsten Frühjahr beschaitt werden. Die neugewahlte Leitung des Iung-D. H. C. besteht aus Pro". Gg. Bender- Frankfurt, Vorsitzender. Odersludiendireltor Dr. D i n z e l - Butzbach, Stellvertreter. Dr. Riedel- Friedberg als Schriftführer, Kurt D o r f f I c r - Frankfurt als Stellvertreter, Gg. Hühn als Schatzmeister. In den Beirat gewählt wurden: Adam- Langenselbold, L i l l e r - Gambach, Geißler- Mainzlar, Stein- Hirzenhain. Anna Luft- Friedberg. Die D. H. C.-Iugend trifft sich nächstes Jahr am 1. Sonntag im Januar auf dem Hoherods- kopf, nimmt an den Einweihungsfeierlichkeiten im Mai teil und gibt sich dort oben voraussichtlich im Olugu'. noch ein Stelldichein. Auch eine Zusammenkunft m t dem Jung-Odenwald- Hub ist vorgesehen. Organisationsfragen bett. Zusammenfassung bestehender Ortsgruppen zu Tezirlen, Schäften neuer Ortsgruppen uff. werden erörtert Den Verhandlungen wohnte der Leiter der Zentralstelle für Dollst'.ldung und Jugendpflege in Hessen. Direktor Halfinger -Darmstadt, bei. Am Abend hatte der Zweigverein Frankfurt die Vertreter der Iugendgruppen zu einer Ver- fammlung eingcladen, in der eine ganze Anzahl neuer Mitglieder feicrlichst ausgenommen wurde. Zum Schlüsse sei noch ein kurzes Wort über die Benutzung des Jugendheimes getagt. In der Oeffentlichkeit ist vielfach die Meinung verbreitet, das Heim auf der Herchenheimer Höhe fei nur für den V. H. C. erbaut und dürfe auch nur von diesem benutzt werden. Dem ist jedoch nicht fo. Das Jugendheim soll folgenden Zwecken dienen: 1. Das Haus soll eine große, neuzeitliche Jugendherberge mit über 90 Schlafstätten werden, offen für die gesamte deutsche Jugend, wie beim Verbände Deutscher Jugendherbergen, in dessen Verzeichnis diese Jugendherberge nunmehr auch kommen soll. 2. DaS Heim soll auch zu längerem Gemeinschaftsleben allen Schulgatt ungen zur Verfügung stehen und wird dadurch vielen Schulen das Schullandheim ersehen. 3. In dem Heime können Lehrgänge für Lehrer abgehalten werden, damit der unter Rr. 21 erwähnte, längere Landaufenthalt auch richtig gestaltet wird. 4. Das Heim kann von den Handwerkerorgani- sationen zu längerem, billigerem Landaufenthalt der Lehrlinge benutzt werden. 5. Das Heim soll längere GemeinschastStagungen aller 3 u » gendverbände in sich aufnehmen. 6. Dolks- vildungsvereine können das Heim für ihre sozialerzieherischen Lehrgänge benutzen. Gsrichtssaal. DER. Mainz, 17. Rov. Kommerzienrat Fcli? Ganz wurde vom hiesigen Gericht nach dreitägiger Verhandlung wegen zweier Vergehen gegen § 312 des Handelsgesetzbuches zu einer Gesamtgefängnls strafe von sechs Monaten und außerdem zu einer Gesamt- geldstrafe von 20 OOO Mark verurteilt, die im Falle der Richtbeibringung für je 100 Mark mit einem Tag Gefängnis zu verbüßen wären. Von der Anllage gemäß § 314 (Verschleierung des Statuts einer Gesellschaft gegenüber den aufsichtführenden Behördeni wurde der 3nge- Cagte freigelprochen. Die Kosten wurden, soweit die beiden ersten Ank azeyunk:e in Betracht lammen. dem Angeklagten auf erlegt Mit dem Rest wurde die Staatskasse belastet. Als strafmildernd wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte noch nicht bestraft ist und daß er sich vielleicht bis in alle Einzelheiten der Konsequenzen seines Tuns nicht ganz bewußt war. -------- A Rundfunk-Programm deS Frank'urtrr Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 19. Rovember: 4.30 bis 6 Uhr: RachmittagSlonzert des Hausorchesters: Schubert. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 7 älhr: Liebertragung von Kassel — „Programm und Repertoire in Kon- zert'aal und Over', Vortrag von Ernst Ärenei, musikalischem Beirat am Siaats:heaier Kassel. 7 bis 7.30 Ahr: „Die Erhaltung des Wisent". Vortrag von Dr. Primel, Direktor des Zoologi- schen Gartens. 7.30 bis 8 H5r: Funlhochschule. „Goethes Weltanscka'mngsgeiachte". Vortrag von Dozent Pfarrer TaeSler, sechster Abend: GoetheS religiöse Weltanschanunesgedichte (Geheimnisse. Prooemion). 830 bis 9.30 Mr: Uebertragung von Kassel: Bläser-Kammermusik-Abend. 10 bis 11 Hljr : Jean Paul. Vorträge aus seinen Werken. Freitag, 20. Rodember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Hausfrauen-Rachmittag. Programm iu a.: „Erziehung des Kindes zur Selbständigkeit", Vortrag von Lehrer Karl Stricker. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 6.45 Uhr: Die Besprechung. 6.45 bis 7 Uhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. — „Aus Sage und Geschichte unserer Heimat", Vortrag von Carl Heinrich. 7 bis 7.30 Ühr: Die Bücherstunde 7.30 bis 8 Uhr: Schachstunde. 8 bis 8.30 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 830 bis 9.30 Uhr: Tanzmusik der Tanzkapelle Steinmetz. 10 bis 11 Uhr: Heiterer Abend. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr.ReliglonSgrmelntze. Gottes), i. d.Synagoge (Südanlage). Samstag, 21. Rovembrr 1925. Vorabd. 4.30, mvrg. 9.00, abds. 4.45 u. 5.25. Gottesdienst der ifr. ReligivnSgesellschaft. Sabbatfeier, den 21. Rovember 1925. Frettac, abds. 4.10, DamStag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 5.25. Wochengottesdienst morg. 7.00 und abds. 4.00. 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Ler gekaufthav wird schon ani Grund der Güte wieder kaufen, wer noch nicht, soll eS nidu versäumew die Gelegenheit auS-unüyen. 093cß Sie erhallen nochmals 1 Karton St. Äiartin-Pralincu 1OO(5r. i Ta cl St. Martiu-S melzichok.-valbsüß 100®r. 1 Tafel St.Martin ^rcmeichor.,Arrakvv. 100®r. und dazu l Karton er Postfach U2, Wiesbaden. «0» I D verlrekkrMM) redegew., zum Be» suche d. Landbevölkerung für (Sieben u. Umgeb, v besteingef. Btehnahrmttteifabr. geg. bohr Brov. gef. Wu.es Elnk. gestch. Angeb u 1. 344 a. b. An.-Exv. D. Se flr- Bliseliler;. Ausseher od. Schacht- meister für Crdarbeiten in Gießen gesucht. Schrtstl. Angebote mit Gebttttsanfpr. unter 109730 cm den Gieß. Anz. erbeten. Mannlmachung. In unser Handelsregister Abt. wurde eingetragen: Am 31. Oktober 1925 a) bei der Firma Gustav Hermes, Gi-tzen: Die Firma ist erloschen: b) die Firma Heinrich Klaholz in Dietzen. Inhaber ist der Kaufmann Heinrich Klaholz in Dietzen. Am 6. Rovember 1925: bei der Firma Karl Schröder, Leihgestern: der Karl Schröder Ehefrau, Christine geb. Dertder in Leihgestern ist Prokura erteilt. Gießen, den 16. Rovember 1925. ,6B78c Sy.'f i\Ae3 A mtsgericht. ooooooooooooooooooooooooo ßlffliseloBps von 44.— Mk. an. Möbelhaus C. Leisler Neuenweg 23. 1O999D OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Zahnarzt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 09344 Gießen (Friedrichstr. l 5), Rorschach (Schweiz), Frankfurt a. M., 17. November 1925 Die Beerdigung findet Freitag, den 20. November, nachmittags 3 Uhr, 10963D Der Vorstand 11001D Herr Leonhard Stern Gießen, den 18. November 1925. 10991D nefuctt. 09318 statt. 09348 09357 jungeö Gießen, den 19. November 1925. kaufen. 10933V kamen. 10994 L) aus statt 10993D 10900V Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Ein sauberes ordentliches Brauerei Weis. Ober-CViddershalm. Gießen, den 16. Nov. 1925. Union ssinm Möbelfchretnerei LangSdork. Frau Albertine Reinewald Dr. med.Theophil Reinewald Die trauernden Hinterbliebenen: Ph. Stengel II. und Familie. Fisch-Centrale Marktlaube. Nreiraa vormittag findet in der Markt- lande Berkaus von frischen Sendungen Fluh- und Seefischen sowie srrfchen Seemuscheln Die Beerdigung findet Freitag, den 20. November, nachmittags 21/* Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs Großen-Linden, Hamburg, (New Yersey Amerika) Styrum (Westf.), Gießen, 17. November 1925. Gestern entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Bruder und Onkel MM-MM MW Der A. H.-Verband der Gießener Burschenschaft Frankonia erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben A. H. und Freunde von dem plötzlichen Ableben seines Vorstandsmitgliedes Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Johanna Bergen geb. Berdux heute in Wiesbaden, wo sie Genesung suchte, durch einen sanften Tod von ihrem langjährigen, schmerzhaften, mit großer Geduld ertragenen Leiden erlöst wurde. Heute entschlief nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante und 6 Enkelkinder. Beuern, Wieseck, den 17. November 1925. Die G. B. Frankonia I. A.: Kümmel (x) x Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, guten Vater, Schwiegervater u. Großvater Herrn Johannes Schmücker Die Beerdigung findet Freitaz, 20. November, naehm. 2V» Uhr in Beuern vom Sterbehause aus statt Schriftliche Arbeiten werden schnell und ander anselg.Masch. betbill.Berechn.aus- geiübrt.Schr.Ang u. 09323 an d. G. An;. im Alter von 43 Jahren. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 21. ds. Mts., nachmittags 31/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Alter von 83 Jahren durch einen n ein besseres Jenseits abzurufen. Luise Peters geb. Schmücker Ludwig Peters, Rechtsanwalt und 3 Enkelkinder. 09319 Beerdigung: Freitag, 20. November 1925, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Friedhofes aus. Mmimttl Militär, hechtgrau!, neu, grosre schwere Qual., für 14 ./< au verk Zuerfr.i d. Ge- schäftsst. d. G. A. Mädchen für vormittags zu 3 Mindern, im Alter von 2—4 Zähren. NoU, Nordanl. 19 p. Alter von 63 Jahren. Nieder-Ohmen, Pforzheim, den 18. Nov. 1925. Die trauernden Hinterbliebenen. Dr. Stern Hermann Stern Adolf Stern von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Die Beerdigung unseres Kameraden PaulReinewaMJaiwzl findet Freitagnachmittng 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Die Seelenmesse findet Freitag, 20. Nov., 6*/3 Uhr, statt. Geschäfts Haus im SelterSweg. auch fürMctzger geeignet, ttaden u. Wohnung frei, zu verk. Anz. 12000 Mt. Schrtitl. Angebote mit. 09850 an den Gteh. Anz Stadttheater Freitag, 20. Nov, 7. Zc-llag-'ritwn.-UrsL v. 7% b. nach 10 Uhu fifinla nttolo oder So ift öo5 cevkll. Schauspiel in 3 Aus« zügen (9 Bildern! mit einem Prolog von Frank Wedekind Heute entschlief nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Schwiegersohn am 15. d. M. im plötzlichen Tod i R. i. P. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Bundesbrüder von dem Ableben unseres 1b. alten Herrn Die trauernden Hinterbliebenen Otto Bergen, Fabrikdirektor Hans Bergen Otto Bergen Else Berdux Frau Anna Schwan geb. Möser im Alter von 62 Jahren. Gießen (Mäusburg 16), Mannheim, Krefeld, den 18. November 1925. In Namen der trauernden Hinterbliebenen Carl Schwan und Familie. Ehrliches 10980V »W iit ruhigen Haushalt tArzr), aufs Land ae ucht. Anfragen oder Borstellung (Sichen, Frankfurter Str. 29 v. Zirka luOOebrn guter AnsMWid abzugeben. 09315 Karl Sier jna., Im Garlseld 2. Telephon 1561. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. November 1925, nachmittags */a4 Uhr statt. 10979 D Die Beerdigung findet Freitag, den 20. November, nachmittags 31/« Uhr, in Großen-Linden statt. 09341 Dr. Paul Reinewald Zahnarzt, Gießen, (aktiv 1902, zugl. Saxonia-Hann.-Münden) in Kenntnis zu setzen. Der A. H.-Verband verliert ein überaus treues und tätiges Mitglied. Der Verstorbene stellte seine ganze Kraft in den Dienst seiner Burschenschaften. Sein Scheiden trifft uns hart und schwer. Wir werden ihm ein dauerndes, ehrendes Andenken bewahren. Der A. H.-Verband der G. B. Frankonia. I. A.: Nikolaus, Forstrat, Romrod, Vorsitzender. Fischer, Studienrat, Butzbach (zugl. Saxonia) Schriftführer. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß heute nachmittag 68/4 Uhr unser guter Vater. Großvater, Bruder und Schwager Bbt itipp Stenge II. nach langem Leiden sanft im Herrn entschlafen ist. Dr. Paul Reinewald (aktiv 8.8.1902 - W.S. 1903/04) in Kenntnis zu setzen. Habe zwei Belgier Stuten Fuchs und braum. d it 10 Jahre alt. weil iLerzä ilig, ab- zugeben. 10987V Ph. Schneit, Londorf. per sofort gesucht. Direktor Mdoa „etchSbank 1(e«D Blsmarckstrake 5. AelrereS, solides mit guten Zeugnissen Verkäufe (£itt schweres Wsplri FuchS-Wallach, 3‘/s Jahr, ein- und zwetspännig, zu ver- Ba mbosstr. 54 II. iSiellenoesuche] Am Dienstag. 17. Nov., abends 10 Uhr, verschied sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld erlr.acenem Leiden meine Hebe, unvergeßliche Frau, unsere 2rite Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, bchwägerin und Tante Frau Katharina Lepper ceb. Hahn im Alter von 70 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Lepper Wilhelm B.epper und Frau Ludwig Krieger und Fran Maria geb,Lepper - Kaufgesuche | Lebte Ausgabe der Adreßbücher der Städte (Sicken, Marburg, Wetzlar zu kaufen gesucht. Schr Ann n. 09333 an den Gien. Anz. Verschiedenes! & A. Verhetz. 1 Büfett^ u. 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Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 10964D Ter Vorstand. Q2D.ZI 8l,oühr KrflizchoM. Wer erteilt junger Dame Ittderriait im Limle Wie»? Schr. Ang. u. 09320 an den triefe. Anz Kleines MenWltkel- geiSiOfi soson zn verpachten. Lchr. Ang tt 09352 an den Gies;. Artz Wer strickt SIMM an? Schr. Angebote mit Preisangabe u. 09326 an d. G. Anz. SMmsWiiikN neueft. Koniiruktton tauch Teilzahlung). Otto Müller, Slagüsdsrg,Rogätzer Siratze 2. 1076-1A Drei versch. nebr. Qescn u. ein Herd avzugeben. 09334 Biirklnastratze 4. .'s euer ttM) mit Weste, r. schm. Fig., zu verk 09132 Steinst'.-. 12 IL r. 'A I MA? v!: A K .a X M •'T-y N a I ■ •> s M; WM-,- MW tz K I ■*3<, ■ fyy! i K Kl N I I hM I© ^8®® Donuerrtag, (9. November 1925 Gießener Anzeizer (General-Anzeiger für Gderhessen) ■5F Letzte Wahlmeldungen 1 3 747 Patt. Ebenso war r 7 rbach v. d. $)., wo Sozialdemot raten Freie Bauernschaft 5 330 12 745 35 451 17 131 5 879 Deutschnationale Volks> Partei Demokraten Zentrum Deutsche Dolkspartei Kommunisten 43 006 Stimmen 12 497 Arbeitsgemeinschaft schaftlicher Verbände Aus dem AmLsverkündigungsblatt. • Das DmtSverkündigungsblatt Nr. SO vsm 17. November enthalt: Staatliche Stenosraphielehrerprüfung. — ^erbstkonferenzen der Lehrer. — Straßensperre. — Polizeiverocd- mmg über dcrS Befahren der Kaplonsgosfe zu Dietzen. - Dienstnachrichten. x , 13 Sitze 4 „ wirt- Brief aus Deutsch-Südweftafriba. Vor zwei Monaten habe ich über 500 Kilometer mit dem Ochsenwaaen zurückgelegt und dabei mit über 30 Farmern die allgemeine Lage besprochen. Die meisten konnten über einen gewissen Fortgang berichten, denn fast alle liefern jetzt Sahne an die Molkereien in Gobabis und Windhuk oder cm die Pommersche Gesellschaft in Okahandja. Das hat ihnen ermöglicht, etwas freier aufzuatmcn und ihren Frauen wieder einige der allernötigsten Wäschestücke in den Schrank zu legen. Nicht wenige arbeiten mit Mut und Entschlossenheit weiter, um wenigsten den Kindern einmal ein Erbe hinterlassen ßu können. Jeder versucht es aus seine Weise; viele m die,em Jahre mit Mais und Kartoffeln, andere mit Fischen, Bienen ober Kapaunen; einer hatte sich sogar vorwiegend auf den Fana von Löfselhunden und Schakalen gelegt, deren Felle sehr beghrt sind. So ringen sie sich weiter; doch nun kommt das Aber. Fast die Hälfte von diesen 30 Farmern würde ihr Besitztum lieber heute als morgen verkaufen, „wenn sich ein Dummer fände"! Warum? Natürlich wegen der Eingeborenenverhältnisse, die jeder Beschreibung spotten; genauer gesagt, wegen der jahrelangen, ganz unverantwortlichen Eingebo- borenenpolitik der Regierung. Wahrhastig, die Deutschen verstanden sich auf die Erziehung der Eingeborenen hundertmal besser als diese mittelalterlichen Herrschaften, die uns erst zeigen wollten, wies gemacht wird! Da sind nun die riesigen Frciwerften der Eingeborenen eingerichtet, wunderbar, dauerhaft, mustergültig erschlossen mit Bohrlöchern, Wasierbecken und Tränkrinnen. Zwei gewaltige Landstrecken allein hier im Bezirk Go- vabis, Epukiro mit 284 000 Hektar und Aminuis mit 543 000 Hektar. An sich sollen nur ältere und arbeitsunfähige Eingeborene dort wohnen und chr eigenes und das Vieh ihrer Angehörigen hüten. Aber auch junge Leute, die sehr gut arbeiten könnten, treiben sich dort umher, leben herrlich und in Freuden, und die Negierung zieht ihnen das Geld für Wasier und Weide ab, wobei sie übrigens eine recht gute Verzinsung herauswirtschaften soll. Und derweil kann sich der Farmer seine Dienstleute aus den Fingern saugen. Augenblicklich, wo bei mir Viehirt und Platzarbeiter krank sind, findet sich z. B. hier in Gobabis kein einziger Eingeborener, der die Lücke ausfüllte; mein Vieh läuft seit einer Woche im Gelände umher. Ich kann doch unmöglich das Gobabiser Üßeibegebiet einzäunen, um mein Vieh vor dem Weglaufen, das heißt zu deutsch, vor Diehdieben zu schützen! Hunderte von Stücken Großvieh sind auf diese Weise schon über die Ostgrenze gebracht worden und verloren. Wer nicht eingezäunt hat und womöglich noch einen Kraftwagen besitzt, um schnell selbst überallhin kommen zu können, dem bleibt nichts übrig, als sich einen „Dummen" zu suchen, der ihm Vieh und Farm abkauft. (Auf einer Farm, die ich besuchte, gehörte das monatliche Abreiten und Flicken der Einzäunung sogar zu den Arbeiten der Farmersfrau!) Die Negierung fuhrt jetzt Barotse ein, Eingeborene aus Südafrika, die noch nie gearbeitet haben. Das Land ist aus die Stufe der ersten Leutweinjahre zurückgedrücki; auch die Farmwirtschaftsgesellschaft ist ja nun fast tot! Und da werden junge Leute aus Deutschland unter falschen Vorspiegelungen hierhergelockt, und unser — zum Glück abgehender — Londesverweser Hofmeyr singt sich selbst ein großes Lobgetön, wie das Land unter feiner Obhut „aufgebläht'^ fei! Einen anderen, der das täte, fände er allerdings auch nicht! Wer nach Südwest kommt, der soll wissen, daß er in ein abgewirtschaftetes Land und in traurige politische Verhältnisse kommt. Er soll, wenn Deutschland ihm zu eng geworden ist, wissen, daß hier ein Kampfplatz auf ihn wartet! Nauheim fanden gleichfalls kurze Gedächtnisfeiern am Zuge statt. In Gießen nahm die Heldenehrung, die ange- sichts des knappen Aufenthaltes des Zuges nur kurz sein konnte, einen würdigen Verlauf. Gegen H Uhr lief der Zug langsam in den Bahnhof ein, an dessen Bahnsteig 1 Offiziere der Garnison, Vertreter der hiesigen Militärvereine, der Universität, studentische Fahnenabordnungen in Wichs, Angehörige des Jungdeutschen Ordens, des -Stahlhelms, des Luftfahrtvereins und eine große Menschenmenae Aufstellung genommen hatten. Feierlich grüßte die Menge den toten Helden, cn dessen Sarge zwei Fliegerosfiziere (ein Armee- und ein Marineflieger) Totenwachl hielten. Kränze überreichten die Arbeitsgemeinschaft der militärischen Vereine durch Prof. Wentzel; die Landesui'.iversität durch Se. Magnifizenz Prof. Dr. Bürker mit den Worten: Die Landesunioersität Gießen mit dein Wahlspruch Litt teris et armis ob utramque parati widmet diesen Lorbeer dem toten Helden, eingedenk der unsterblichen Taten, welche der rote Kampfflieger als ein wahrhaft leuchtendes Beispiel treuester Pflichterfüllung vor dcm Feinde für das Vaterland vollbracht hat , ferner der Hochschulring, der Gießener S. C., der Hessische vaterländische Block, der Verein für Luftschiffahrt durch Geheimrat Prof. Dr. König und die Luftverkehrs A. G. Oberhessen durch ihren »cn Leiter, Hauptmann a. D. Behrens. »sprachen hatte man abgesehen. Nach einigen Minuten, die man in stillem Gedenken an den Helden noch am Zuge verweilen konnte, verabschiedete sich die Menge mit dem Liede: ,^Jch hott' einen Kameraden" von dem nun weiter nach Norden rollenden Transport. Pünktlich um 104 Uhr gestern abend traf der Sarg mit dem v-Zuge in Berlin ein. Auf dem Bahnsteig hatten sich zahlreiche ehemalige Fliegerosfiziere und Vertreter der Reichswehr eingefur.den, um den toten Helden zu ehren. Der Wagen, in dem der Sarg stand, war über und über mit Kränzen bedeckt. Die Ehrenwache hielten vier Reichswehroffiziere. Der Saig wurde von acht ehemaliaen Kameraden Richthofens aus dem Wagen gehoben und zum Leichenauto getragen. Die große Menae, die sich auf dem Bahnsteig und vor dem Bahnhof ange- sammelt hatte, grüßte ehrfurchtsvoll. Um 11 Uhr fuhr der Leichenwagen zur Gnadenkirche ab, wo heute nachmittag von 12—4 Uhr bie öffentliche Auf- vahrung erfolgt. Oberhessen. Larrdkrers Gietzen. al. A l l e n d o r f a. d. L a h n , 17. Nov. Bei der am Sonntag stattgehabten Gemeinderats- wahl haben erhalten: Der bürgerliche Wahlvorschlag 186 Stimmen 5 Sitze, bie Arbeiterliste 147 Stimmen 4 Sitze. y. Dau bringen, 16. Nov. Bei der gestrigen Gemeinderatswohl ging es dahier sehr still zu, weil nur eine Liste mit den seitherigen Gemeinderäten aufgestellt war. Somit hat es leine Veränderung gegeocn. y. Staufenberg, 16. Nov. Hier standen sich bei der Gemeinderatswahl 2 Listen schroff gegenüber, wie überhaupt das Parieileben in um fercm Orte in großer Blüte steht. Die vereinigte bürgerliche Liste gewann 5 Sitze, bie reine Arbeiterlifte 4 Sitze im Gemeinderat. y. Ruttershausen, 16. Nov. In unserer kleinen Gemeinde mären 2 Listen zur Gemeinderatswahl ausgestellt. Die Liste Becker (Vereinigte Bürger, Dauern und Arbeiter) erzielte 134 Stimmen oder 5 Sitze, die Liste Schon (Bauernbund) 77 Stimmen ober 2 Eitze. f Treis a. d. Ldo., 16. Npo. Bei ber gestrigen Gemeinderatswahl wurden gewählt: Bauernbund 142 Stimmen (4 Sitze), Mittelliste 94 Stimmen (3 Sitze), Liste Amend 64 Stimmen (2 Sitzes, sozialdemokratische Liste 125 Stimmen (3 Ditze). Von 754 Wahlberechtigten machten 425 von ihrem Wahlrecht Gebrauch, also knapp 60 Proz. Es ist eine allgemeine Wahlmüdigkeit zu bemerken, verbunden mit der Unzufriedenheit über die Listenwahl, die sich für Gemeindewahlen je länger je mehr als ungeeignet erweist. :—: CI im bad), 18. Dov. ©in harter Kampf wurde in unserem kleinen Dörfchen bei den am letzten Sonntag ftattgefuntenen Gemeinderatswahlen gekämpft. 138 Wähler, also rund 84 Prozent, schritten zur Wahlurne. Gültig waren 135, ungültig 3 Stimmen. Nur 26 Wähler enthielten sich der Wahl. GS wurden abgegeben auf die „L i ste Hermann Stein" 48, auf die „List e Karl Backhaus" 66 und auf die „Liste Friedrich Conrad" 21 Stimmen. Da in unserem Dörfchen Z Gemeinderäte zu wählen waren, so verteilen sich die Sitze folgendermaßen: Liste Herm. Stein 2 Sitze, Liste Karl Backhaus 4 Sitze. Liste Friedrich Conrad 1 Sitz. Da Zweifel über die Verteilung der Sitze entstanden sind, wird das KreiSamt Gießen entscheiden müssen. :—: Opvenrod, 16. Nov. Die gestrigen Wahlen in unserem Dörfchen zeichneten sich durch Wahlmüdigkeit aus. Da für die Gemeinderotswahl nur eine Liste vorlag, so wurde hierfür überhaupt nicht gewählt. In den neuen Gemeinderat ziehen 7 bäuerliche Vertreter ein, während im alten Gemeinderat 6 Dauern und 1 Arbeiter vertreten waren. Die Arbeiter hatten auf eine Vertretung un Gemeindeparlament verzichtet. So tritt nun hier der vielleicht einzig dastehende Fall ein, daß eine Gemeinde nur rein bäuerliche Vertreter hat. Für die Wahlen zum Kreis- und Provinzialtag stimmten von 196 Wahlberechtigten nur 50 ab, also rund 25 Proz., die sich auf nur zwei Parteien verteilen, nämlich Deutschnationale Volkspartei und Hessischen Landbund vereinigt mit 44 Stimmen und Sozialdemokratische Partei mit 6 Stimmen, auch ein Fall, ber vielleicht einzig dasteht. : Bersrod, 16. Nov. Infolge einer Vorwahl hotte man sich auf eine Einheitsliste geeinigt, so daß am letzten Sonntag für bie G e - meinbeoertretung überhaupt nicht gewählt wurde. Die Zusammensetzung des Gemeinde- rots ist die alte geblieben, nämlich 5 Bauernvertreter und 2 Arbeiterve rtreter. t Grünberg, 16.Nov. Das bereits gemeldete Wahlergebnis für die Gemeinderatswahl erfährt dadurch eine Aenderung, daß nachträglich eine Stimme für die Volksliste in einem Stimmzettel für die Provinzialtagswahl lag und dadurch erst mttberechnet wurde. Infolgedessen verringern sich die Sitze der Mittel st andspartei von 7 auf 6, bie der Volksliste erhöhen sich von 2 auf 3. * Albach, 17. Nov. Bei der hiesigen G e - meinderatswahl erhielt die Liste Lenz 4, die Liste Zimmer 3 Sitze; erstere erzielte 114 Stimmen, letztere 99. o. Ober-Bessingen, 16. Nov. Bei ber gestrigen Gemeinderatswahl erhielt die 1. Liste 5, die 2. Liste 2 Sitze, wovon einer durch das Los zufiel. Im neuen Gemeinderat wird ber Bauernbund mit 6, bie Sozialbemokratische Partei mit 1 Stimme vertreten sein. Don ben 7 seitherigen Vertretern wurden 5 wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 72,8 Pro). Kreis Friedberg. 5 Butzbach, 16. Nov. In Oppershofen war nur ein Wahloorschlag als E i n h e i t s l i st e eingereicht worden, eine Wahl fand daher nicht man jid) auf den einen Wahloorschlag des Hessischen Landbundes geeinigt hatte. In dem abgelegenen Taunusort Dodenrod am Hausberg, wo man von früher her nur selten Wahlkämpfe kennt, ging es diesmal nicht ohne Wohl ab. Die Liste W. Häuser erhielt mit 25 Stimmen 3 Sitze, die Liste W. Jack mit 15 Stimmen 3 Sitze. ö Butzbach. 17. Dor». In Ost heim fanb eine Wahl nicht statt, man hatte sich auf eine Einheitsliste geeinigt. — 3n Hoch-Wei- s e l wurden gewäKt 6 Mitglieder des hessischen Bauernbundes und 3 Sozialdemokraten. — 3n Maibach wurde der seitherige Gemeinderat wiedergewählt. 5 Vilbel, 15. Nov. Das Bürgertum, das sich seit seinem Erfolge bei der Detgeordnetenwahl mehr seiner selbst bewußt geworden ist, Hot gegenüber der letzten Gemeinderatswahl infolge feiner inneren Geschlossenheit an Stimmen gewonnen. Es wurden in den Gemeinderat gewählt: 9 So- zioldemokraten, 1 Kommunist, 8 Bürgerliche. — In Büdesheim wurden 7 Sozialdemokraten, 5 Bürgerliche gewählt. Z Nieder-Wöllstadt, 16. Nov. Die Sitze im neuen Gemeinderat verteilen sich wie folgt; Landbund und Beamte 5, Handwerker 2, Sozialdemokraten 4, Kommunisten 1. Der Wahloorschlag ber Kriegsbeschädigten brachte keinen Äanbibaten durch. 5 Wohndoch, 16. Nov. Ergebnis der Ge- meinberatswahl: Bereinigte Bürgerliche 6, Sozialdemokraten 3 Sitze. 5 Ober-Rosbach, 16. Nov. Es wurden in ben Gemeinderat gewählt: 7 Sozialdemokraten, 5 Bürgerliche. Umgekehrt ist das Derhältnis in R o d h e i m o. b. H., wo 7 Bürgerliche und 5 Sozialdemokraten gewählt wurden. Ober-Mörlen, 16. Nov. Wenn von ben meisten Orten der Nachbarschaft nur eine geringe Wahlbeteiligung gemeldet werden kann, so macht unser stark politisch eingestellter Ort eine Ausnahme. Die Bevölkerung, die heute zum 7. Mal seit Juli wählt, hat sich anscheinend allmählich an das Wahlgeschäst „gewöhnt". Wenn auch die 98 Prozent der Burgermeisterstichwahl vom vorigen Sonntag nicht erreicht wurden, so schritten aber heute doch noch 90 Proz. der Wähler zur Urne, trotzdem wir heute unsere „Martinikirmes" feierten. Das Ergebnis der Gemeinderatswahl folgt nachstehend: Zentrum 410 (4 Sitze, seither 3), So- zialbemokraten 331 (3 Sitze, seither 4), Vereinigte Liste des Landbunbes und der Gewerbetreibenden 294 (3), die unpoltische Liste der Beamten und Bediensteten 105 (1), christliche Gewerkschaften 94 (1). — In Rieder-Mörlen fand keine Wahl statt, da man sich bei einer Vorwahl auf eine Liste geeinigt hatte. 5 Assenheim, 16. Nov. Gewählt wurden: Bürgerliche 3, Sozialdemokraten^ Kommunisten 2, Gewerbetreibende 2, Bauernbund 2, Parteilose 1. In Ossenheim erhielt die Vereinigte Liste ber Arbeiter und Beamten mit 135 Stimmen 5, ber Lanbbund mit 74 Stimmen 2 Sitze. In Dornas s e n h e i m fielen 7 Sitze bem Zentrum, 2 ber Ar- beiterschast zu. X Reichelsheim i. d. W., 16. Nov. Gewählt wurden in den Gemeinderat 5 Sozialdemokraten, 1 Kommunist, 3 Bauernbund. Ockstadt, 15. Nov. Don 950 Wahlberechtigten machten 55 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Nachfolgend das Ergebnis: Zentrum 261 (6 Sitze), Sozialdemokraten 113 (3 Sitze), Bauernbund 125 (3 Sitze). Niederflorstadt, 16. Nov. Nach ber geflogen Wahl haben in unserem Gemeinde- rat bie Sozialdemokraten 8 (7), das Gewerbe 2 (3) und bie Bauern 2 (2) Sitze. Der Stimmenzuwachs ber S. P. D. ist sehr gering, denn ben eroberten 8. Sitz verdanken sie einer Stimme. Bei 551 Stimmen und je 73 für einen Sitz haben sie bei 7 Sitzen 40 Reststimmen. Gewerbe und Bauern haben bei 162 bzw. 169 Stimmen demnach je 2 Sitze und 16 bzw. 23 Reststimmen, bie durch Listenoerdinbung zusammengezählt werden und 39 ergeben. Also die 40. sozialdemokratische Reststimme bewirkte ben Sitz. Don 1107 Wahlberechtigten hatten 904 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Einer bavon hatte keinen Zettel zur Gemeinderatswahl abgegeben, 21 Zettel waren unbeschrieben oder ungültig. ch. Münzen berg, 16. Nov. Bei ber hiesigen Gemeinderatswahl erhielten: < Wahl» Vorschlag der Landwirtschaft 123 Stimmen (4 Sitze), des Fortschritts 127 Stimmen (4 Sitze), ber RUttel- partei 48 Stimmen (1 Sitz). Kreis Biwinaen. !! Büdingen, 17. Nov. Die Gemeinderatswahl, zu der sieben Wahloorschläge Vorlagen, erbrachte folgendes Resultat: Wahloorschlag „Für Recht und Fortschritt" 1 Sih, Wahlvorschlag 1 des Bürgervereins 5 Sitze, Wahlvorschlag 2 des Dürgervereins 1 Sitz, Wahloorschlag „Arbeiter, seid einig" 1 Sitz, Wahloorschlag „Für Ordnung, Recht und Volkswohlfahrt" 5 Sitze, Wahlvorschlag „Einigkeit macht stark" 1 Sitz und Liste Büdingen 1 Sitz. —!— Ortenberg, 16. Nov. Bei den gestrigen Gemeinderatswahlen entfielen aus die Listen Böhm 2, Suhl 3, Meuer 3 und Schäfer 1 Sitz. Die Listen waren größtenteils nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten aufgestellt, doch dürfte die Zusammensetzung des Gemeinderats so sein, daß bie Linke, bie Mitte und die Rechte über je drei Sitze verfügen. Die Wahlbeteiligung mar sehr schlecht, von 630 Wahlberechtigten machten nur 373 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. th. L e i b h e ck e n, 17. Dov. Bei ber hiesigen Gemeinderatswahl erhielten bie; Llrbeiterliste 4 Sitze, bie Liste Karl Hof 2 Sitze, die Dcruernbunbliste 1 Sih. Kreis Schotten. lg. Gebern, 16. Nov. Bei ber hiesigen Gemeinderatswahl erhielten Stimmen: Sozialdemokraten und Demokraten 198 (3 Sitze), Landbund 286 (5 Sitze), Deutsche Dolkspartei und Deutschnationale 127 (2 Sitze), Ueberparteiliche Liste 150 (2 Sitze). Die Wahlbeteiligung betrug bei 1202 Stimmberechtigten 64 Prozent. Id. Eschenrod, 16. Nov. Infolge ber Parteikämpfe bei der Bürgermeister- und Beigeordneten- wähl gab es hier zwei Wahloorschläge. Die Partei des wiedergewählten Bürgermeister» bekam 4 Sitze, die Gegenpartei, die auch den Bei» geordneten burchbrachte, 5 Sitze im Gemeinde- r a t. Zu den noch vorhandenen 8 Mitgliedern des alten Gemeinderats kam etn neues Mitglied hinzu". Der gesamte Ortsvorstand besteht, wie es ber Zusammensetzung des Dorfes entspricht, aus Bauens Kreistag Gießen. 3n unserem Bericht vom Dienstag über bas Ergebnis ber Gießener .Kreistagswahr ist bei ber Angabe ber Mandatsvertei- lung eine ilntiarfyeit enthalten. ($3 muh dort heißen: Mandate erhielten Deutsche Dolkspartei 3 (bei ber vorigen Wahl 4), Deutschnationale Dolkspartei und Hessischer Lanbbund 13 (11); beide zusammen 1922: 15. DerProvinzisUagStarkenburgs WSN. Darmstadt, 18. Nov. Bei den Wahlen zum Prooinzioltag ber Provinz Star f en bürg wurden, wie jetzt feststeht, gewählt: 19 Sozialdemokraten (vorher 21), 8 Zentrum (7), Deutsche Dolkspartei 6 (7), Hessischer Landbund 6, Deutfchnationale Dottspartei 3 (vorher Hessischer Landbund und Deutschnationale zusammen 8), Demokraten 3 (3), Kommunisten 5 (4). Der ProvLnziatt«g für Rheinhessen. klr. 27 s Sweites Blatt r*j ii —■ iiii m » x.T3 •wuu—kuiiiw r i»im Dem Gedächtnis Manfred Freiherr v Richthosens. Die in diesen Tagen erfolgte Ueberführung der sterblichen Ueberrefte des Rittmeisters Frhrn. von Richthofen aus Frankreich nach dem Jnoalidenfried- hof in Berlin laßt unsere Blicke unwillkürlich rück- wärts schweifen zu seinem Wirken, das vornehmlich seinem Volke aalt und uns führt inmitten einer großen Zeit, da Deutschland einig und stark war, weil cs getragen wurde von Idealen, die alles Per- sönliche hintanstellten. Manfred Freiherr v. Richthofen huldigte von Jugend auf dem Sport, er war Reiter und Jäger. Bereits als Knabe hatte er infolge seiner körperlichen Gewandtheit großen Einfluß auf feine Kameraden, er war damals schon eine kleine Persönlichkeit, bie sich im Laufe ber Zeit mehr und mehr scharf ausprägte. Bei Beginn des Krieges war er Ulanenoffizier, im Juni 1915 kam er zur Fliegertruppe und konnte hier besonders fein Können zeigen und feine Tatkraft voll entfalten. Als in ber Sommeschlacht 1916 unser unvergeßlicher Boelcke an bie Spitze einer neuaufgestellten Jagdstaffel trat, nahm er auch o. Richthosen in bie Reihe der Seinen auf und bildete ihn persönlich aus. So war der junge Offizier ein Schüler Boelckes, wie er denn auch fein Nachfolger wurde. Boelckes vierzig Luftstege find in Richthofens Kriegstaten verdoppelt. In überreichem Maße hat er besten Wahlspruch erfüllt und sein Gelöbnis eingelöst: Ein Boelcke will ick) werben! Achtzig feinbliche Flugzeuge abgeschosten; nur bie draußen im Felde waren, wissen, was das unserer Front und Führung bedeutete. Welche Kraft, Ruhe und Unermüdlichkeit liegen in diesen Taten eines einzigen Menschen! Sein Pflichtgefühl, seine eiserne Selbstdisziplin verliehen ihm eine natürliche Würde — feine Fähigkeiten eine vorbildliche Sicherheit. Es erschien fast fclbftDcrftänblid), daß er bereits in jungen Jahren an verantwortungsvoller Stelle stand. Da unser Held jede wirkliche Leistung richtig einzuschätzen wußte, war es klar, daß der Mann tm Schützengraben für ihn das größte Interesse hatte. Ihm helfen zu können, ihm bie feindlichen Flieger abzuwehren, war sein vornehmstes Bestreben. Durch diese Eigenschaft trat Manfred auch nach Abschuß seines 16. Gegners im Januar 1917 mit der Verleihung des höchsten Kriegsvrdens, des Dour le mGrite, in das Licht, in die Wärme der Volkstümlichkeit ein. Mit einer märchenhaften Schnelligkeit, die selbst die gespanntesten Erwartungen noch übertraf, folgten bann feine Siege aufeinander. Als schließlich am 21. April 1918 ber „Rote Kampfflieger" einen Tag nach feinem 80. Luftsiege, von Deutschlands Volk geliebt und verehrt, von feinen Gegnern gcadjtet, ben Heldentod starb, vollendete sich eine glänzende Fliegerlausbahn. Dies oft befürchtete Fliegerschicksal, das jedoch wegen einer durch seine einzigartigen Leistungen stets wieder neubegründeten Hoffnung als unwahrscheinlich von der Hand gewiesen wurde, hatte sich plötzlich erfüllt. Die Trauer, die bie beutsche Nation über den Verlust feines kühnsten und siegreichsten Fliegers emp- fand, war mit hohem Stolz gemischt. Und dennoch hafte das Leben des erst 26 Jahre alten Schlesiers, reich an Toten und Ehren, ein schmerzlich frühes Ende gefunden. Richthofen hat nicht gezweifelt an dem Siege der deutschen Sache, ihm hat ein gnädiges Geschick erspart, Deutschlands Selbstpreisgabe mitzuerleben. Wir dürfen nicht klagen, wenn rauben jungen Rittmeister recht verstehen wollen: Stolz wollen wir auf ihn sein und auf die vielen gleichbeseelten, gefallenen Jünglinge, die einst im Kampf fest zusammenstanden, dem Sieggewohnten in Todesgefahr die Treue hielten, und denen von Richthosen Führer und Meister war. Was uns der Verblichene war, wird er uns auch bleiben: Ein lebendiges Sinnbild mannhaft deutscher Unerschrockenheit und Unerschütterlichkeit. Lernen wir deshalb von ihm, daß ber wahre Lebensinhalt für den einzelnen wie für bas ganze Volk heute mehr denn je in der Hingabe an die Gesamtheit besteht. Mit ihm und unseren teuren Fliegerhelden sank dahin die ölte glorreiche Zeit; die Ehre unseres Vaterlandes, ihr höchstes irdisches Gut, nahmen sie mit ins Grab. Edle Frucht braucht lange, bis sie reift. Unsere Toten sind die Saat, aus denen Deutschlands bessere Zukunft erblühen soll. Ihr Geist ist uns nahe, ihre Ideale sind die unseren. Die Mahnung der Toten ist die Pflicht ber Lebenden: Wofür sie starben, dafür leben und wirken wir. So hoffen wir denn, daß diese Opfer dereinst sich lohnen werben, wenn unser Do!k aus den Wirrnissen der Gegenwart durch zähe, stille Arbeit wieder zu altem Glanz ersteht. Ihnen aber, die den Weg gebahnt haben, sei Treue um Treue vergolten. Zum Beweise dafür, daß Jungdeutschland nicht schlechter denkt und fühlt, ja bereit ist, sein Leben dem Daterlande zu weihen, erneuern wir an dcm Tage, da treue Kameradenhände unfern erfolgreichsten ersten Jagdflieger in heimatlicher Erde zur Ruhe betten — über alles Trennende hinweg — das feierliche Gelöbnis, burd) das einst die hinter- laffene Schar seiner begeisterten Schüler Meister Richthosens unausrottbaren, kühnen Jagdfliegergeist für alle Zeiten lebensstark bekundete: „Was du begonnen, dein Lebenswerk, Wollen und müsten wir vollenden." Richlhofen-Ehrung. In erareifenber Weise kam gestern erneut bie dankbare Liebe und Verehruna des deutschen Volkes für semenHiegreichsten Kampfflieger des Weltkriegs, Manfred Freiherr von Richthofen, zum Ausdruck, als bie sterblichen Ueberrefte dieses großen Helden aus fremder Erde in die Heimat überführt würben. Die Leiche traf am Dienstagnachmittag auf beutschem Boden in Kehl ein, wo bereits zahlreiche Kranzspenden am Sarge niebergelegt wurden. Gestern morgen 6.30 Uhr ging der Wagen mit dem reich mit Kränzen bedeckten Sarge im fahrplanmäßigen Zuge nach Berlin ab. In Karlsruhe, Heidelberg, Darmstadt, Frankfurt a. M. fanden kurze, würdige Feiern am Sarge des „roten" Fliegers statt, an denen sich viele ehemalige Krieger, staatliche und städtische Behörden, Angehörige aller Volksschichten ufro. beteiligten. In Frankfurt am Main hatten sich in seltener Einmütigkeit Abordnungen ber Offiziersverbände, des Kreiskrieger- verbanbes, des Stahlhelm, des Reikhsbanners Schwarz-Rot-Gold, der Arbeitsgemeinschaft Schmarz-Weiß-Rot, des Jüdischen Frontkämpfer- bundes und vieler anderer Vereinigungen einge* funben, um ben im Luftkampfe gefallenen großen Kameraden noch einmal zu ehren. Ein Zug Schupo erwies dabei dem gefallenen Kameraden die mili- iärifchen Ehren. 3n Friedberg tmb Bad- S i mal nur nur lhr r/r in Deut , Gelt« Vrvf Fr.'i .. 3t:l Sii sich k Denn , lani) fi - ton • tortiur der jüjtf Qlußgkid soweit n tung kon 2on ist ein ungünsti örhöhur die Ich schlechte; den dir lichen « Die Fi ziehung der Fr tritt ei ein Au verganj Frauen den oi allo sä' 1919/21 liche C Zählm geben über d der D die Al sind ö! Irach! I betonte gingen ttorten. ton 18 Merifi ^eute fin >v°chsener Mvui, weil wir 11c neburtf biolog' nung treffen Knabe len tst Seite' 5c vcrB ändert W feit* gen -nente entschri primiti W ner get & päba Ich w erzählen warten G 'ch bin ke eine Pla E 8!^' §>i S'L '= Tief, s4 21 bis Mr.ner Verlaus immer Sroucn' u All gleicher neu. J und 2 erzeugt der Zc £< ^nen’g, '?Mer r * iw ÄL. e der Turnen, Sport und Spiel g e w e r b e zugestimmt. Unter den Müder end von «fhw 1® maddetroni. Tel. 240 mrch nachtS (Kreis Erbach) hätten nach dem Wahlergebnis dec Gemeinderatswahl auf die List« Preußen. Marugau. Frankfurt a. M., 17. Aov. (WSA.) Der Magistrat hat. um den fortwährenden Klagen der Franksurter RestaurationSbetriebe und Vergnügungsstätten entgegenzukommen und eventuelle Stillegungen zu vermeiden, im Prinzip einer Steuerermäßigung für das G a ft Wirts- Dei den internationalen Boxkämpfen in Stockholm kämpfte am Dienstagabend und Frau Prätorius-AoDnagel ____ Darmstadt, Fräulein Schünemann und Herr Christian Schmidt von Friedberg und Herr Wilhelm L a m b von Frankfurt verdient. Die Klavierbegleitung hatte Herr Professor Dr. Carl Schmidt übernommen. Bürgerlichen und der SozialDemolra- ten je sechs Sitze entfallen müssen. Die bürgerliche Liste enthielt aber nur fünf Romen. Infolgedessen ist der eine Sitz noch den Sozialdemokraten zugesallen, die jetzt über sieben Sitze verfügen, die Bürgerlichen aber nur über fünf. !-! Offenbach, 17. Noo. Das bereits gemeldete Ergebnis der Stadtoerordnetenwahl ist eine starke Verschiebung auf der äußersten Linken. Die Sozialdemokraten verlieren 6 Sitze, die den Kommunisten zufielen. Demokraten und Vereinigte Bürgerüste behaupteten den seitherigen Status, während das Zentrum einen Sitz gewonnen hat. Die Sozialdemokratte hatte seither 21 von 48 Sitzen und hat jetzt nur noch 15. Sie ist künftig noch mehr auf ihre Koalitionsfreunde angewiesen und verfügt mit diesen erst genau über die Hälfte der Stimmen. Bisher war es ihr möglich, schon mit einigen Stimmen aus Zentrum oder Demokraten ihren Willen durchzusetzen. Die neue Sitzeoerteilung läßt je nach der Art der Einzelfälle recht interestante Konstellationen erwarten. Viele tausend Wähler sind wieder zu Hause geblieben, die natürlich vorzugsweise der bürgerlichen Liste fehlen. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, Bahnholstr 60 vorn. Herma Neue Kurst v täglichA n) nahmt Spiele gewinnt und Kurhessen alle bis auf eins, und das könnte das gegen Sport fein. Die Privatspielniederlage der Kürhessen mit 9:1 gegen A. S. V. Nürnberg dürfte deren Rückgrat nicht gerade besonders gestärkt haben. Aber — warten wir ab! Acmdlmü in her deichen Tnrnerfchast. A. T. D. Sietzen—B. f. L. Marburg 5:0. Zum Verbanösspiel trafen sich diese Mannschaften am Sonntag auf dem Sportplatz Stieb. Das Treffen stand im Zeichen der Männer- Turner, die durch die seitherigen Spiele an Können bedeutend gewonnen haben. Sie führten ein flüssiges und gut durchdachtes Kombinationsspiel vor, dem die Gäste nur ihren Eifer entgegensetzen konnten. Dem Halblinken des M. T. V. gelang es, in der ersten Halbzeit durch wuchtige und Plazierte Schüsse 3 Tore für seine Farben zu buchen. Auch nach der Pause war der Platz- herein überlegen und erzielte durch feine Ver- bindung-stürmer noch 2 Tore. Als Schiedsrichter war H. Fisch vom Surn- und Sportverein Butzbach zur Zufriedenheit beider Mannschaften tätig. Schwrmmwe-tKSmpse in Offenbsch. Am Sonntag heranftaltcl-e der „Offenbacher Schwimmverein von 1 696" ein gauofseneZ Weltschwimmen im dortigen städtischen Hallenbad, das von den Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Wettkämpfe, besonders die Staffeln, waren oft sehr spannend und zeigten, daß die Leistungen im Gau 1 Kreis 5 des Deutschen SchwimmverbanDes (D. S. B.) immer besser werden. Besondere Anerkennung verdienen die Leistungen des Darmstadter S. C. „2lun g d e u t s ch la n d", der die große Freistilstaffel 10y4 Bahnen ge.cann (Dahnlange 14 Meter). Unter seinen Leuten zeichnete sich besonders Gils auS, der infolge seiner phänomenalen Wendetechnik das Seniorfreistilschwimmen über 8 Bahnen vor Seip, Frankfurt, gewann. Auch der Veranstalter Offenbach 96 stand nicht hinter Darmstadt zurück, toaS allerdings auch darauf zurück.ulühren ist, daß seine Schwimmer auf die Dahn sehr gut eintrainiert sind. Der „® ie6ner Schwimmverein" hatte diesmal nur zwei Meldungen abgegeben: Zur Seniorbruststaffel 4, 6. 16 Bahnen und zum Knabenfreistilschwimmen 4 Bahnen. Die Brust- staflel sah zunächst Offenbach 96 in Front, dann holte mit dem zweiten Mann Oungdeutschland, Darmstadt, auf und übernahm die Führung, und auch Gießen holte durch Eck etwas auf, so daß Pascoe 2—3 Meter hinter Gils, Darmstadt, abgehen konnte. Es enttoidelte sich zwischen diesen beiden ein hartnäckiger Kampf, den Pascoe im Endkampf sicher für Gießen entschied, während Offenbach 96 ganz aus dem Bennen fiel. Das Schiedsgericht disqualifizierte jedoch Gießen, weil Pascoe nur mit einer Hand !gewendet haben sollte, und ebenso ging eö Darm- tadt. so daß Offenbach 96. das fast zwei Bahn- längen zurücklag, Sieger wurde! 2m Knabenfreistilschwimmen mußte sich Bau, Gießener S. D., von dem auf feiner eigenen Bahn ein- geschwommenen Engelhard, Offenbach 96, ganz knapp geschlagen bekennen. Leider lagen beide in verschiedenen Laufen. Die Zeiten von 36 und 35,5 Sek. sind für Knabenschwimmer hervorragend. Kreis Büdir; ^r. !! Büdingen, 17. Nov. Der Gemeindc- r a t beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Anschaffung von vier weiteren Anschlagtafeln, über deren Benutzung eine Ortssatzung ausgearbeitet werden soll. Dem K l e i n t i e r - zuchtoerein wurde zur Bestreitung der Unkosten bei der am 5. und 6. Dezember stattfindenden Ausstellung ein Zuschuß von 50 Mark bewilligt. Zwischen den beiden projektierten Straßen zu beiden Seiten der Dammländcr wurde die Projektierung einer Verbindungsstraße genehmigt. Weiter wurde beschlossen, daß die Gemeinde von 1926 ab die Pachtung der B u r g w i e s e n übernimmt. Sodann gab der Dürgermeister einen Ueberblick über die bei der Hessischen Kommunnalen Landesbank aufgenommenen Kapitalien und die Art ihrer Verwendung. Nidda, 16. Nov. In dem Wirth und Trottschen Steinbruche dahier ereignete 2 Sitze verloren. LleberraschenD war der starke Erfolg brr Liste „StanbeSherrschaft", traten die dem Gräflichen Hause nahestehenden Krri.fr doch zum erstenmal selbständig In den Wahllampf. Bor dem Kriege war die StandeSherrfchaf-t gesetzlich im Gemeinderat vertreten. Don den 1673 Stimmberechtigten hoben 60 Proz. vom Wahlrecht Gebrauch gemacht. Starkenburg. * Darmstadt, 17. Noo. Die Verteilung her Sitze im Kreistag Darmstadt ist folgende: Sozialdemokraten 14 (13), Zentrum 1 (1), Deutsche Dolkspartci 8 (8), Demokraten 2 (3), Landbund 2 (2). Deutschnationale 2 (2), Kommunisten 1 (1). Die Zahlen in Klammern zeigen die bisherige Zusammensetzung an; im wesentlichen ist diese die gleiche geblieben. Nur die Sozialdemokraten haben einen Sitz mehr auf Kosten der Demokraten erhalten. 0 Darmstadt, 18. Rov. 3n Dielbrunn no. Ober-Seemen, 16. Noo. Zu der G e - meinderatswahl waren drei Wahloorschläge eingereicht Es entfielen auf den Wahlvorschlag 1, eingereicht von der Arbeiterschaft, 170, auf den Wahl- vorschlag 2, eingsreicht durch die Bauernschaft, 163 und auf den Wahlvorschlag der Kleinbauern 53 Stimmen. 5. reis Alsfeld. te» Alsfeld, 17. Nov. Zu dem am Montag berichteten Ergebnis der hiesigen Gemeinde- r a t s w a h l ist ergänzend nachzutragen, daß auch die Demokratische Partei und die Freie Bürgerliche Vereinigung 3 Sitze erhielten. m. Flensungen, 16 .Aov Dm den Ge - meinderatSwahlen entfielen auf Wahl- Vorschlag 1 (Bürgerliche Partei) 46 Stimmen, auf Wahlvorschlag 2 (Mücke) 46 Stimmen und Wahlvorschlag 3 (Arbeiterpartei) 105 Stimmen. Liste 1 und 2 waren verbunden. Somit sind von Liste 1 3 gewählt. 4 Vertreter hat die Arbeiterpartei. (!) Groß-Felda, 17. Nov. Die hiesigen G e ° meinderatSwahlen brachten folgendes Ergebnis: Gewerbeoerein 61 Stimmen (2 Sitze), Siedlerbund 45 Stimmen (2 Sitze), Sozialdemokratie 35 Stimmen (1 Sitz), Bauernbund 198 Stimmen (7 Sitze). L Brauerschwend, 16. Nov. Die Wahlbeteiligung bei der Gemeinderatswahl war sehr gering. Kaum 40 Proz. der Wahlberechtigten schritten zur Urne. Es waren zwei Gemeinschaft s l i st e n aufgestellt, es entfielen auf Wahl- Vorschlag 1 5 und auf Wahlvorschlag 2 4 Sitze. Kreis Lauterbach. ö Schlitz, 17. Aov. Der amtlichen Bekanntmachung der Bürgermeisterei zufolge hatte die DemeinderatSwahl hier folgendes Ergebnis: Wahlvorschlag „Beamte und Prlvat- angeftente“ 99 Stimmen (1 Mandat). Wahlvorschlag „StandeSherrschaft" 149 (2). Wahlvorschlag ^Sozialdemokratische Partei" 236 (3). Wohlvorschlag „Bereinigtes Gewerbe. Landwirtschaft, Beamte und Angestellte" 320 (4), Wahlvorschlag „Habicht" 212 (2). 98 wurden gewählt 4 Gewerbetreibende, 3 Arbeiter, 2 Lehrer, 2 gräfliche Beamte, 1 Landwirt. Die Sozialdemokraten haben Obsrhesien. LanvLrctS Gr -. f. Klein-Linden, 19. Nov. Zn unserem Orte ist kaut amtlicher Bekanntmachung die Geflügelcholera ausgebrochen. Vier Gehöfte sind bis letzt davon betroffen, einzelne Tiere fino schon eingegangen. Die Krankheit soll durch eingefüljrte Hühner übertragen worden sein. Bekämpfungsmaß- nahmen find im Gange. ri. Lich, 16. Rov. Zu den alten Häusern unserer Stadt, denen man wieder ihr ursprüngliches farbenfrohes Gewand angezogen hat, gehört jetzt auch das alte Pfarrhaus auf dem Liebfrauenber^, Die frühere Stistsdecha» nei, das jetzt dem StistSpfarrer als Dienstwohnung dient. Bei Der jetzigen, schon feit Jahren vorgesehenen Wiederherstellung des Aeußeren dieses Hauses trat altes rotbraunes Fachwerk zu Sage, das bloßgelegt, auSge&effert und mit einem entsprechenden dunkelbraunen Anstrich versehen wurde. Das dunkle Gebälk hebt sich in wundervoller Wirkung von Den weißen Fenstern und den grünen Fensterläden ab; durch einige rote Linien wird die Wirkung noch erhöht. Die alte Türe aus Eichenholz wurde lasiert und in ihrer Aaturfarb? wiederhergestellt. Das Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert, ist aber seitdem mannigfach baulich erweitert worden, z. B. durch eine vorgebaute Veranda. Seit etwa hundert Zähren dient es als Pfarrhaus. Die Bau- aufsicht bei den Wi^>erherstellungsarbeiten lag in den Händen von Daurat Schuh in acher-- Gießen; die Arbeiten wurden von den hiesigen WeißbinDermeistern Gebrüder Schäfer ausge- führt. Aus Mangel an Mitteln kann die Wieder- herfiellung der Seiten erst im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. # L i ch, 17. Aov. Dieser Sage feierte Der Gesangverein „Cacilia" in Stein'sSaal- bnu sein 87. Stiftungsfest. Mit einem von Der Kapelle Sommer flott gespielten Marsch, dem sich die Mozart'sche Ouvertüre „Entführung aus dem Serail" anschloß, wurde der Abend eröffnet Bäckermeister Karl Lotz begrüßte als Dorsihender des Vereins die Gäste, danach erfreute der festgebende Verein in gewohnter Meisterschaft die aufmerksam lauschen- den Zuhörer, die mit Beifall nicht kargten. Ähren Höhepunkt erreichten die Chöre wohl in Der mit erhobenem Schwung vorgetragenen und mit hoher 'Begeisterung auf genommenen „Rheinischen Brautfahrt" von Fritz Carl Ferber, die gerade jetzt von besonderer, von symbolischer Bedeutung ist: „Deutsche- Reich, du herrlich Land, Land der Poesie, Deutscher Rhein, der Freiheit Strand, von Dir laß ich nie!" Im Mittelpunkt der Feier stand „Das Stiftungsfest", ein Lustspiel ‘in Drei Auszügen. Sämtliche Mitwirken de gaben ihr Bestes, einzelne hervorheben hieße die anderen zurücksetzen. Lokale Färbung und örtliche Anspielungen gaben' der Darbietung ihr besonderes Gepräge und lösten oft stürmischen Beifall aus. Ein Tanzvergnügen beschloß die vortreffliche Feier in schöner Weise. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 16. Rov. 3n Dein Fest- faale des Hotel Trapp feierte gftern abend Der Evangelische Kirchengesangverein unter überaus starker Beteiligung Die Feier seines 25jährigen Bestehens. Der Verein ist seinerzeit von Pfarrer Kleberger gegründet und lange Jahre geleitet worden, der jetzige Dirigent ist Oberreallehrer Reinheimer. Am gliedern einer seit einiger Zeit beim Vororte Eckenheim lagernden Zigeunerbande ist in der vergangenen Rächt zwischen 2 und 3 ilfrr ein blutiger Streit entstanden. Die beiden Parteien bearbeiteten sich gegenseitig mit Messern Derartig, daß einem Zigeuner die Kehle durchgeschnitten wurde und er nach wenigen Minuten völlig verblutet war. Ein zweiter Zigeune rwurde lebensgefährlich verletzt, während zahlreiche andere mit leichteren Verletzungen davonlamen. Die Polizei hat 20 Zigeuner verhaftet und im Polizeipräsidium eingeltefert WSN. Hanau, 17. Nov. Der seit August dieses Jahres flüchtige Eisenbahnräuberhauptmann Däsner aus Neugronau konnte hier f c ft g e n o m m e n werden. iDäfner hatte bekanntlich im Laufe dieses Sommers mit feinen Brüdern fahrende Eisenbahnzüge auf der Strecke Steinau-Schlüchtern beraubt. Seine beiden Brüder haben bereits langjährige Zuchthausstrafen wegen dieser Räubereien erhalten. Bei der Festnahme von Däfner wurden eine Reihe von Einbrecherwerkzeugen und eine vollständige Jagdausrüstung mit Gewehr vorgefunden. Seit seiner Flucht im August bis jetzt hat er sich oov Died - st äh le n und Einbrüchen genährt. Der Fr«nMrrrrer S. C. 1830 in GnHZsnd. vo. Der deutsche Rugbymeister, Sport- club 1 8 8 0 Frankfurt, hat in England sein erstes Spiel gegen Die Oxforder Rugbymannschaft Greyhounds auSgetragen. Die Engländer waren im April deS IahreS bereits in Deutschland und haben hier Drei Spiele, darunter eins gegen die Frankfurter, durchgeführt, Dabei dieses mit 3:8 verloren. Das gestrige Spiel gegen Die Oxforder Mannschaft sah aber diese hoch mit 32:3 als Sieger. Neuer Reksrd Arne Bsrzs. vo. Arne Bora konnte wiederum einen neuen Rolord o.ufstelten. Er verbesserte Weißmüllers Rekord über eine Diertelmeile von 4:57 auf 4:53. üch heute in den Morgenstunden ein ernster Unfall. Es sollte eine Sprengung oorgenom- men werden, aber die Detonation blieb aus. Nach vorschriftsmäßiger Wartezeit begab sich der Bruch- meister Wilhelm Wirth aus Ober-Schmit- t e n an die Svrengstelle, um nach der Ursache des Versagers zu forschen. In diesem Moment erfolgte die Detonation. Von dem unheuren Druck der Pulvergase wurde er nach rückwärts geschleudert und erlitt neben Versengungen der Gesichtshaare und unbedeutenden Verletzungen im Gesicht ernstere Zerreißungen an' beiden Händen,' deren Tragweite jetzt noch nicht beurteilt werden kann. Zum Glück hat das Augenlicht keinen Schaden genommen. Man hofft, daß der Verletzte, der mit gelähmtem Sein aus dem Kriege zurückgekom- men ist, und den Ruf eines äußerst'strebsamen und fleißigen Mannes genießt, ohne weitere Minderung seiner Arbeitskraft den Unfall überstehen wird. th. Leidhccken, 17.Aov. 5)ter verstarb Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Margarete Katharine Krieger, geb. Llmsonst. Sie erreichte Das hohe Alter von 8 4 V$j Öa hren. Kreis Schotten. lg. Aus Dem Vogelüb^r^ 17. Aov. Hier unD Da wirb Der Gedanke erörtert und Der ReichLpostverwaltung ans Herz gelegt, eine Autolinie Schotte n—Esch :nr,D-Busenb-rn —Dreungeshaii>-H oherodsropf-Taufstein —3 lbeshausen zu schaffen, wodurch es einerseits möglich würde, in bequemer Weise Die ohnehin schon viel besucht: beiden höchsten Erhebungen Des VvgelsbergeS, Den Hoherodsiopf und Taufstein zu erreichen und zum anderen Teck Der Anschluß an Die Bahnlinie Stockheim-Lauterbach hergestellt würde. In Der Tat verdient Dieser Gedanke Die älnterstützung weitester Kreise, er ist wert, in die Tat umgesetzt zu werden. Die gedachte Linie würde gar manchen, für Den unser heimisches Gebirge bis jetzt weiter nichts als einen geographischen Begriff bedeutet, mit Den Schönheiten Des Vogelsberges bekannt machen und ihn erkennen lassen, daß auch er unter Den deutschen Mittelgebirgen mit Ehren bestehen kann. lg. Aus Dem südlichen Vogelsberg, 16. Aov. Die W in ter Herr lichkeit hat nicht gehalten, was sie versprach. Unter Dem Einfluß höherer Temperatur löste sich Die d ü n n e Schneedecke in Wohlgefallen auf und enttäuschte so die Hoffnungen der Kinder, die bereits von Schlittenfahren unD Schneeballschlachten geträumt hatten. Kreis Als-cw. IN. Stockhausen b. Mücke, 14. Aov. Heute morgen kurz nach 6 Llhr entstand durch Kurzschluß in der Scheune des Landwirts Hopp dahier ein Brand, Der das Gebäude in kurzer Zeit vernichtete. Durch Da5 rasche Eingreifen der Feuerwehren von hier und Den benachbarten Ortschaften konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Hopp, Der nur- schwach versichert ist, erlitt Durch die Feuersbrunst einen recht großen Schaden, Denn nicht nur seine Heu- und Strohvorräte, sondern auch seine in Der Scheune untergebrachten landwirtschaftlichen Maschinen und Ackergeräte, ferner ein großer Teil seiner Hühner wurden ein Raub Der Flammen. Die Scheune war erst 1913 erbaut worden. bekannte Berliner Mittelgewichtler Alex K i a u s ch gegen den Schweden H u 11 g r c n. In dem Kampf, der lange hin und her schwankte, wurde schließlich Hultgren als Punktsieger erklärt. Don derDezirksligameisterschaft in Heflen-Hannover. Y. Das überraschende Ergebnis des Sonntags kann man nicht vorweg nehmen. Es fällt schon genug durch sich selbst auf. Greifen wir deshalb zunächst den Kampf um dre Spitze heraus: Sport Kassel sollte sich gegen Borussia Fulda programmäßig 2 Punkte holen. Es war froh, wenigstens einen mtt heim nehmen zu können, und den verdankt er einem Manne, feinem Torhüter. Das 0:0-Resultat ist seit Einführung der neuen Abseitsregel etwas abhanden gekommen. Es ist seitdem das erste dieser Art im Bezirk und spricht für die Güte der Verteidigungen und für mangelhaftes Stürmerspiel. — Ebenfalls unentschieden spielten S. Vg. Göttingen und S p i e I o. Kassel, und zwar 1:1. Dies Ergebnis ist gerecht und entspricht in allen Tellen dem Spielverlauf und dem Stärkeoerhaltnis. Im übrigen ist dieses Spiel für Auf- und Abstieg bedeutungslos. Jnterestanter ist da schon das Treffen Hessen 09 —S. 23. 0 3 Kassel. 03 gewann 3:1, trotzdem die .Hessen" doch noch Chancen auf den zweiten Platz haben wollten. — Bleibt noch der Clou des Tages: 14:1 um Spiel S. Bg. Marburg — Gießen 190 0. Das Ergebnis ist ebenso für die Gießener wie für alle anderen unfaßbar. Zlommentar wahrhaftia überflüssig! Was die Meisterschaftschancen anbetrifft, so steht nunmehr Kurhesien vor Sport Kassel relativ zwei Punkts (Verlustpimkte!) besser. Es kann also zu einem Ausgleich kommen dadurch, daß Sport alle DormittaUe fand in Der StaDtkirche ein gottesoienst statt, daS Festkonzert am ...... brachte außer einem reichen Programm, als Hauptpunkt Schumanns „Der Rose Pilgerfahrt" in einer ausgezeichneten Wiedergabe: als Solisten machten sich besonders Fräulein Lina Cramer Der Sport am Bußtag. Der Buß- und Bettag brachte auf verschiedenen Sportgebieten interestante Ergebniste. Jnfcbafl. ' Der traditionelle FußbaMädtekampf Berlin — Hamburg fand auf dem Diktoriaplatz in Hamburg vor etwa 20 000 Zuschauern statt. Die Hamburger Mannschaft siegte schließlich über die Berliner mit 4:2. — Aus dem Mainbezirk ist das Spiel der Anwärter auf die Kreis-Liga-Meister- fchast 23. f. 91 Frankfurt und Viktoria Hanau 94 besonders hervorzuheben. Das Treffen blieb unentschieden (1:1). — Ebenfalls unentschieden blieb das Spiel der Sondermannschaft der Eintracht gegen die Frankfurter Sportfreunde, das mit 3:3 endete. Rugby. In Hannover spielten die Rugbymannschaf- ten von Norddeutschland und Mitteldeutschland. Die Norddeutschen erzielten in diesem Verbandsspiel mit 20:3 Punkten einen leichten Sieg. Hockey. In dem Spiel der westdeutschen gegen die nord- 'deutschen Mannschaften, das in Rheine stattsand, k zeigten sich die Parteien einander ebenbürtig. Der 6 Kampf endete mit 2:2. ff In dem Skädlekampf im Kunstturnen ■ zwischen Berlin, Hamburg und Leipzig, der im Berliner Großen Schaufviechaus ausaetragen wurde, siegte Hamburg mit 2263 Punkten über Berlin (2239 Punkte) und Leipzig (2199 Punkte). bei Husten, Heiserkeit/ Katarrh Caf 6 Emst Ludwig Heute 3 Uf?r abends Heiterer Abend MS Gaste Die Herren Kremer und Metz. Anichließend: Sans - JazFbanb. Eintritt frei! 10956c Eintritt frei! Aus dem Reiche der Frau. Der Frauenüberschuß. Don Dr. W. Schweisheimer. Hebei all überwiegt die Anzahl der Knaben- aeburten gegenüber den Mädctangeburten. Die biologUche Andeutung dieser seltsamen Erscheinung ist noch nicht geklärt. 3m allgemeinen treffen auf 100 lebende Mädchengeburten 106 Änabengcburten. Der den Tot- und Fehlgeburten tft das Verhältnis zugunsten der männlichen Seite noch beträchtlich hoher. Das zur Zett der Oeburt bestehende Zahlenverhältnis von 100 Mädchen zu 106 Knaben ändert sich jedoch bald. Bereits im ersten Lebensjahre beginnt der Ausgleich: die Sterblichkeit bei männlichen neugeborenen und Säuglingen ist gröber als bei weiblichen. Auch weiterhin sterben mehr Knaben als Mädchen, und bei 21 bis 25 Jahren sind etwa gleichviel junge Männer und Frauen vorhanden. 3m ferneren Verlauf des Geben« werden die Männerverluste immer größer, und bald entsteht ein deutlicher Frauenüberschuh. Alle europäischen Kult'.irstaaten haben in gleicher Weise einen Frauenüberschuß zu verzeichnen. Gmußgifte. namentlich Alloholmihbrauch. und Dolksseuch Chemische Maner Alapin . . Ctoldschmtd, . . . . «'-rteS elmer Electron . . .. Hochtter ffarbwerke Volzverkoulmig ........ ^iütgerSwerke . ecbeibeanßalt ... «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Berpmann ......... Mamkraftwcrke........ Schuckert Siemens L HakSke Adlerwerke Kleber Daimler Motoren Hebligenstaedr......... Meguin. Motorenwerke Mannheim . frankfurter Unnaturen . . •stonservensabrik Braun . . Metallgelell chast ffranffurt. Pet. Union Ä.-G- .... Schuh'abrik Hex, Sichel euftoff Waldboi ..... uderfabdr Frankenthal . . mferfabrif Waghäusel . . . 0 8O7ä 0.197 2075 0,?0 5 — 0,25 0 235 0 235 — ii 225 0.23 0,3175 '.285 0 285 0.3 o O.HI 0,11 0.12 " 12 0,22 O.i2 0 2125 ,-Ui — — 0, i-l w — — 0 2 0,2 - — (> 19 0 2 — IM. 25 91,75 91,75 07,1 97.1 97.35 97.375 7 5 7.62 7.5 43.76 43 135.5* 133.5* 94 25* 134 IW* ’ 4.35* 94 2.V 94 25* 100.2' 11«, 5* 1'3 103.5* 103,r.« — V 104,2’ 104* i 66 66 — — 101.6* 101,2* 102,2* 101.5* 70,75 70 — ’ — 6'.75* 6.75 6.5 '..75 6,75 0.03 0.03 0,03 68.75’ '6,5* 31.5 33,75 34 3.3 31 44 2 * 32.75* 67.25* 6.,5* tW’ i'5,5* — — ■ 74 75* 71.5* 1'0- 97* It'O 7’ i>7* 103 99 5* 103 6 101.1 11'.75 105,5 110 W8.4 85.5 .33.5 34,25 34 13 44.5’ 40.-5* 4. .5* 41,5* "6* 64* <»>* 62.5* — — 53.62* 52* 65.5 — 65.5 64,5 45 43 70* 73 5* 6«,“5* 69.5* 08.75* 73.76* 74.13* 73.62* — 1 53,6 61 — 1 43,5 41,6 43,5 10.3 — — — 68,25 116,7* 115.7* '17.4* 115.7* — * — 57 — 57 4 56 11. 5' 114.9 — 116.2* 114.4* 16,7* 114,6* 44 43 13 55,75* — 55.5* — 73.6 71 — — — • • 90,62* 80.75* 69.75* 68* 71* 68,25* 68 5 69.5 — — 63.5* 69,5* 62.62* 60.25* — 76,5* 78 75* '6.25* 26,13 26 26 2t, 75 22 20 5 22,1 20 IS 18 * 24,5 — 25.5 26 — —- — —- 22 21 - — — — — 86,5 85 —> 55 57 51 53 23 23.25 22 22.15 — 2 4 1 5 1.75 .9,1 7S 5 78.75 78.5 50 45,5 — 50 43,5 39 42.75 42,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. 2IL Telegraphische Auszahlung. 16 Novbr. i7. Nov r. Amtliche 'Jioti runa Amtliche Notierung (Selb Brief Geld Brief Smit.- iHou 168 79 169.21 168.76 169,20 Bum.-Aires 1.746 1,750 19.06 1.750 1.754 19.0fi Brss-Antw 19 04 19,02 Christlania 85.34 85.56 84 59 85.81 Kopenhagen 104.62 1'14,88 104,62 104.88 Stockholm 112.16 112,44 112,21 112,49 HclllngforZ 10 558 10,598 10,55 10,59 Italien. . 16 80 16.93 16 75 16,79 London. . -'0.329 20,3 9 20.331 dO.3tl Vleunot! . . 4.195 4,2W 4,195 4,215 Paris. . . 16 86 '6.90 16.77 16.81 Schweiz . <0 85 M .05 10.87 S1,07 Spanien - 59.7- 54,92 54.63 59,77 Japan . . - ’Hio be Jan 1.768 1,772 i.783 1.787 ) 62: |.624 1.611 0.613 Wien in D-- Ceft. abgest .9 08 59.22 69.11 59,25 Prag .... 12.422 12,162 12.422 12.46 Äelzrab . . 7.43 7.45 7.43 7.45 Bubaprii. . 5.875 5,895 5,8 5 6,895 Bub arten 3.04 d.05 3.04 1.05 Lissabon 21 276 21,32.1 21.275 0,325 Damig. . Konst ntin. 80 kn SU. 78 80.58 80.78 2,J8 2,39 t.86 2.87 Alben 5 74 5.76 5 69 5 71 (Sanaba. . 4 197 4,2 7 4.197 1.21'7 Uruguay 4.30 4.-1 4.30 4.31 Banknote n. Berlin, 17 Novbr Gelb Brie? Amerikanische Noten..... .191 4.211 Belgische Noten ...... lb,b7 19,0 Dänische Noten ....... 104.3' 104.86 Englische Noten...... . 20.297 «0,397 Nran;önsche Noten ...... 16,76 16 84 Holländische Noten ..... Stcficnifrte Noten...... 168,38 16.<7 169,22 1 >.85 Norwegische Noten. .... 85,34 85 7 Teuisch-s7estcrr, 5100 Kronen iS.'Jj 59,25 Rumäni'che Noten...... — Schwebiiche Noten..... 111.89 112,45 Schweizer Noten ...... 80,65 81.05 Spanische Noten ...... 59.38 59 68 Tschechoslowakische Noten . . 12.385 12.44.5 Unaarischc Noten 5,81 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 17. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 23.25, Roggen, inländischer, 17.50, Sommergerste für Brauzwecke 21.50 bis 23.50, Hafer, inländischer, 18.50 bis 21, Mais (gelb) 18.75 bis 19, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 38.50 bis 38.75, Roggenmehl 24.50 bis 24.75, Weizenkleie 10. Roggenkleie 10.25. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Rov. Anfänglicher Festigkeit in Amerika folgte gestern ein Rückgang auch in Berlin. Im Verein mit weniger dringlicheren Fragen folgte heute eine ruhigere Tendenz. In Weizen bleibt das Angebot nicht allzil groß, doch sind die Forderungen teilweise ermäßigt. Das Rivean ging hier um 1,50 Mark zurück. Auch Roggen konnte feine, letzte Preislage nicht behaupten. Hierbei scheint es sich aber nur um eine Reaktion auf die gestrige scharfe Hausse zu handeln. Immerhin nahmen die ersten amtlichen Rotierungen nicht den Umfang einer Abschwächung an. wie sie am Vormittag geschäht wurde. Roggen begann für Dezember mit 164, 2Rärz mit 176,50 und Mais mit 179,50. Gerste ruhig, Hafer wenig nachgiebig, Mehl nach leichtem Einsatz sehr lebhaft. Futterarttkel ohne größere Veränderungen. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 228 bis 230, do Dez. 244 bis 242,50. do. März 247,50 bis 247, do. Mai 251, Roggen, mark. 142 bis 145, do. Dez. 164 bis 162,50. do. März 176,50 bis 174, do. Mai 179,50 bis 177, Gerste, mark. 184 bis 208, Futtergerste 148 bis 160, Hafer, märt. 163 bis 175, do. Dez. 178,50 bis 178, do. März 183, Mais, loko Berlin Schach-Ecke. Bear bettel von W Orbach. Alle für die -Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind »u richten an die Schachredattion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 37. Von K. Grabowski. Mit dem ersten Preise ausgezeichnet im Turnier des „Reuen Illustrierten Blattes" 1900. Schwarz. a b c d e » 2 ■ h a b c d c r g n Weiß. Weiß zieht an und setzt in drei Zügen matt. 8 8 6 6 3 Weih. 7 Steine. Kh 1, Dh2, Ld2, Sc7, Ba2, Bb3, Bgti. Schwarz: 3 Steine. Ke4, Sa3, Sgl. Partie Nr. 28. in oder des 5. Lc8 - f5 6. Sb8 —d7 7. DdSxdT Damengambits, ist die Annahme desselben immer schlecht. a’2 - 34 Sf3-e5 Se5Xd7 f2 — f3.' l. d7-d5 2. c7-c6 3. Sg8-fö 4. d5xc4 in anderen Varianten Damengambit. Weiß: Riemzowitsch. Schwarz: Sämisch. 1. d2-d4 2. c2 —c4 3. Sgl -f3 4. Sbl —c3 Ob hier, Die nachfolgende lehrreiche Partie wurde der elften Runde des internationalen Schachmeisterturniers zu Marienbach am 2. Iuni 1925 gespielt. 5. 6. 7. 8. Man sieht, daß das Rehmen des Dauern c4 ein Fehler war: denn Schwarz kann die Besetzung des Zentrum durch d2—d4 nicht verhindern, wodurch er die schlechtere Position erhält. 8 8. St6-d5? Durch diesen schwachen Zug verstärkt Schwarz das weihe Zentrum noch mehr: besser war g6 nebst Lg7 usw. 9. e2-c4 9. Sd5xc3 10. b2Xc3 10. Lf5-e6 11. 34-35 ilm den Damenflüg«! lohnt zu legen. 11..... 11. g7-bo 12. Ddl - a4 13. Lflxc4 14. Da4xc4 15. Tal-bl 16. 0-0 17. f3 — f4! 18. f4-f5 19. Lei —e3 20. Tfl-f3 21. Tf3xf5 22. Tf5xa5 23. Tbl — f 1 24. Le3-cl Schwarz 12. Lf8-g7 13. Le6-c4 14. 0-0 15. Dd7-c7 16. b7-b6 17. b6xa5 18. Dc7-d7 19. Kg8-h8 20. g6xf5 21. e7-e6 22. Tf8-g8 23. f7-fö 24. Lg7-f8? in gedrückter Stellung sowie in Zettbedrängnts, begeht zwei Fehler, welche sofort zum Verlust der Paritc führen. Aus die Sauen war die Partie natürlich fonnefo nicht zu halten. 25. fflxto 25. Dd7-g7? 26. Dc4-fl Aufgcgeben Die Drohung Tg5 oder die Fortsetzung Th5 nebst Tf7 kann Schwarz schwerlich verhindern. Die Partie ist von Riemzowitsch vortrefflich behandelt worden. Lösung des Problems Ur. 36 / von P. Lea Handwvrth. 1. Dh3! Kd l: 2. Dc3 . -b 1 Kf4: 2. Tf5 + -r 1 Ke6: 2. Te4 + -t- 1...... c2: 2. Df5-r •*- 1 f4: 2. Td5+4- 1...... e3: 2. De34-4- Aus der Lchachwelt. Dom Moskauer Schachturnier. Von den drei ersten Partien, welche dev Weltmeister Capablanea im internationalen Schachmeisterturnier zu Moskau spielte, gelang es ihm nicht, in einer derselben einen Gewimr zu erzielen, und zwar gegen Dr. Emanuel Lacker, Romanowski) (Rußland), (man sieht somit, welche starke Kanonen unter den jüngeren russischen Meistern zu finden sind), sowie Grün seid (Oesterreich). Das Turnier ist bis jetzt noch nicht weit genug vorwärts gediehen, um sich ein einigermaßen vernünftiges Urteil bilden zu können? Der Spitzenstand nach der vierten war folgendere Rubinstein (Polen) sowie Bogoljubow lRußland) 3' Zähler, Marshall (Amerika), Dr. Tartafower «Oesterreich) sowie Sorte (Mexiko) 3 Zähler, Genevsky (Rußland) 2l/o Zähler sowie eine günstig stehende Hängepartie. Bogartirtschvi (Rußland) sowie Capa- blanca (Cuba) 2' , Zähler. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch« Deutöner. Zu dem unter dieser Spihmarke kürzlich gebrachten Scherz schreibt uns Herr Geheimerat Prof. Dr. phil. Dr. jur. h. c. Otto Dehaghel, daß die Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins .niemals daran gedacht habe, etwa Automobil durch Zitter- oder Bebewagen, Regisseur durch Spielbold übersehen zu wollen. Erlebnis im Ballsaal. Hansen ging mit seiner Frau zu Ball. Un- terwegs glitt er aus, fiel bin und riß sich, ein Loch in die älnausspreaftichen. Madame Hansen beschloß, die Sache in der Garderobe zu heilen. Man schloß die Türen: er entledigte sich der Hosen und sie nähte. Geräusch vor der Tür, energisches Klopfen: Eine Dame wäre in Ohnmacht gefallen, man müsse schleunigst hereinI Madame Hansen ent^ deckte mit ihren Argusaugen eine kleine Tür hinten und bugsiert ihren Gatten schleunigst hinaus. Die Dame wird hereingetragen. Dann Donnergepolter an der kleinen Tür und eine angstbibbernde Stimme: .Marte, Marie, mach' aufl Ich stehe im Dallsaall" Segen der Aotbrems«. Der Zug war im Begri.s, abzufahren. Da stieg hastig eine Dame etn u warf sich keuchend auf den Sih einem jungen Mann gegenüber. Gr erhob sich, machte Miene, ihr näherzukommen und sagte: „Fräulein — — —“ „Wagen Sie es, mich zu belästigen — ich ziehe sofort die Rotbremsei" Verschüchtert setzte er sich wieder hin. Indessen sammelte er Mut, nach längerer Zeit dasselbe mit gleichem Ergebnis noch einmal zu wagen. Endlich hielt der Zug. Der Iüngling machte sich zum Aussteigen bereit und sagte: „Würden Sie, gnädiges Fräulein, die Güte haben, mir die Tüte mit Erdbeeren zu geben, auf der Sie jetzt zwei Stunden gesessen haben?" 195 bis 200; für 100 Kilo: Weizenmehl 28 bis 32, Roggenmehl 20,75 bis 23, Weizenkleie 11,20 bis 11,30, Roggenkleie 9,20 bis 9,40, Viktoriaerbsen 23 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Ackerbohnen 19 bis 22. Wicken 20 bis 25, Lupinen, blau 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14 bis 14.20. Leinkuchen 21,20 bis 21,50, Trockenschnitzel 7,60 bis 7,70, Torfmelasse 9 bis 9,20, Kartoffelflocken 13.40 bis 13.60, Zucker 19,30 bis 19,50. Düchertijch. — Meyers Historisch-Geographischer Kalender für das Jahr 1926. Mit 12 erläuterten Sternkarten, 353 Bildern, vielen Gedenktagen, Sprüchen, Zitaten, einer Jahresübersicht und astronomischen Notizen. Als Abreißkalender eingerichtet. Preis 4 Mk. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. — Zum erstenmal seit dem Kriege erscheint der bekannte und beliebte Abreißkalender wieder im alten Umfang und bringt jeden Tag auf besonderem Blatt. Die Ausstattung mit 353 Ansichten geschichtlich und geographisch denkwürdiger Landschaften und Städte, Bildnissen, Darstellungen aus dem Gebiete der Natur-, Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte, der Altertums- und Dölkerkimds ist die bekannte und bewährte. Besonders starke Berücksichtigung bei Auswahl der Landschaftsbilder fanden die entrissenen deutschen Grenzgebiete und ehemaligen Kolonien. Bei den Beschreibungen sind überall die neuesten politisch-geo- graphischen Veränderungen berücksichtigt. Als anschaulich belehrendes Bildungsmittel, namentlich auch für die Jugend, kann der Kalender bestens empfohlen werden. 617 — Abraham Düringer, ein Herrnhuter Wirtfchaftsmensch des achtzehnten Iahr- hunderts. Von Herbert Hammer lIm Furche- Verlag, Berlin). Durch das Leben des Mannes, das in diesem Buche geschildert wird, zieht sich wie ein roter Faden ein selten stark ausgeprägter Hang zu mekaphyfi-cher Reflexion, der alles Reale und Rationale in einem irrationalen Rebel zu verhüllen droht. Er ist von einer Sehnsucht nach dem Lieberirdischen erfüllt, von der jede Forderung des Tages mit seinen Pflichten zurück- zuweichen scheint. Gleichwohl hat dieser Mann eine wirtschaftliche Aktivftät entwickelt, die geradezu an das Unglaubliche grenzt Das Buch zeigt, in selten glücklicher Feinfühlungsgabe geschrieben, das Wechselspiel und die schließliche UebettDinbung der inneren Hemmungen dieses Mannes durch religiöse Gegenvorstellungen und, auf dieser Grundlage aufbauend, seine Bedeutung für die Herrnhuter Gemeinschaft wie auch für die große, europäische Wirtschaftsgeschichte. Was daS Buch wertvoll macht, ist vor allem feine Entstehung auf dem Grenzgebiet zwischen wirtschaftlichen und psychologischen Zentren. Es ist ein Stück lebenverbundene Wissenschaft. 134 Backe mit „Backin" dann bist du sicher! Das ist der erste und beste Rat erfahrener Hausfrauen, die auf ihr Backen stolz sind Dr. Oetker’s Backpulver „Backin“ hat sich seit über 30 Jahren in Millionen \on Haus laltungen plänzend bewährt. Der Verbrauch ist von diesem Zeitpunkt an ständig gestiegen und steigt auch heute noch. Einen besseren Zuverlässigkeusbeweis gibt es nicht. Versuchen Sie bitte: Käse liehen Zutaten ■ Teig: 65 g Butter 60 g Zucker 150 g Weizenmehl 1 Ei 2 Teelöffel von Dr. Oet ker's Backpulver „Backin“ Belag ; i1 Pfd. Quark 200 g Zucker ! Päckchen Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker 2 Eier d. Wei e zu Schnee geschlagen 75 g Di. Oetker’s Oustin 150 g Korinthen Etwas sauren Rahm Zubereitung: Zuerst bereitet man den Mürbeteig. Ei und Zucker werden mit einem Teil des mit dem Backin gemachten Mehles verrührt. Dann arbeitet man die kalt- bestellte und in Stückchen zerpflückte Butter mit dem Rest des Mehles unter die Masse und fügt nöt genfalls soviel Mehl hinzu, daß sich der Teig ansrollen läßt. Mit dem fertigen Teig belegt man den Boden einer Springform. Den Quark hat man währenddessen auf einem Sieb gut ablaufen lassen, reibt ihn durch ein feines Sieb und ver- rührt ihn sorgfältig mit etwas saurem Rahm zu einer glatten Masse, Dann gibt man nach nnd nach Zucker. Vaniüinzucker, Eidotter, Gustin und Korinthen hinzu und verrührt nochmals gut. zuletzt hebt man vorsichtig den Eiweißschnec unter die steife Quarkmasse, streicht diese auf den Teig und backt den Kuchen bei guter Mittelhitze zirka 50 Minuten. Verlangen Sie vollständige Rezeptbfleher kostenlos in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von: Dr. A. Oetker, Bielefeld. < _____________119188 - Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stege mann. 66. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Vor der Schleuse hielt Ingold eine Ansprache an die Werkarbeiter. Hell klang seine Stimme über den Platz. Hanns Ingold hatte kurz und knapp gesprochen, beinahe ungeduldig. Dann klang die Sirene, schrillten die Dampfpfeisen, und Hanns Ingold empfing am Eingang des Turbtnenhauses die Gäste zur Besichtigung des Werkes. Da ging Ruth mit leuchtenden Augen neben ihm, und jedesmal, wenn sie einander ansahen, zitterte ihnen das Herz vor Glück und Qual. Auf der Wehrbrücke standen sie still, das Turbinenhaus spiegelte sich mit seiner mächtigen, kastell- artig gegliederten Front im ruhig ziehenden Strom. Am Stauwehr rauschte die Flut, in Ruths Haar hing der feine Duft des Rheins. Und mitten unter den Menschen, die da standen, kamen und gingen,'beugte sich Hanns Ingold zu ihr, indem er ihr die schweren Schutzschilder, die sogenannten Schützen, zu erklären schien, die an der Stirnwand des Wehres stromaufwärts angebracht waren, um die Flut nach Belieben zu stauen, und sagte leise: „Es ist vollendet. Ich habe mich ausgegeben darin. Ich habe dich dafür aufgegeben, Ruth. Es ist mein Werk, und ist es doch nicht. Ist vielleicht mehr dein als mein. Ja, ich habe gewählt zwischen dem Weib, das ich liebe, und dem Werk, das ich bauen mußte. 0, du hast ja so recht gehabt, als du mir den Abschied gabst. Ich hatte die Wahl schon vollzogen, ehe du zu mir sprachst. Ruth, sieh, wie der Rhein herankommt. So stürzten sich alle meine Gedanken auf das Werk. Und siehst du, wenn es anders gewesen wäre, so hätte ich es nie gebaut. Auch mit diesen hier, auch mit Tylander nie gebaut!" In einer Ekstase, für die sie keinen Namen hatte, verlebte sie den Tag, aber der Abend sagte ihr, daß Hanns in ihr nur noch das Weib sah, nach dem er letzt, im Augenblick, da das Ziel erreicht war, begehrlich die Arme ausstreckte. Im Kasino war große Gesellschaft. Ruth und Hanns Ingold schöpften zwischen zwei Tänzen im Gärtchen frischen Atem. Das metallne Brummen und Dröhnen des Kraftwerkes erfüllte statt des für immer verklungenen Rauschens des Lauffen die Luft. Eine Zeitlang schritten sie stumm durch die Büsche. Da hatte Hanns sie plötzlich in die Arme gerissen und ihren Mund, ihre Schultern, ihre Brust mit wilden Küssen bedeckt, bis sie, ihres Willens wieder Herr, sich ihm entwand und ihm entrann. Diesmal war ein Widerstand in ihr gewesen, der sie stark machte und aus dem veränderten Wesen des Geliebten gespeist wurde. In heftigen Seelenkämpfen verlebte sie die nächsten Tage und fühlte, daß eine Welt in ihr staro. Sie wollten am 6. Oktober wieder abreisen. Ruch zählte die Stunden, sehnte die Abreise herbei und wünschte sie zugleich weit weg. Unter der Maske des gesellschafllichen Zwanges litt sie mörderische Qualen. Am Nachmittag des 5. Oktober machten sie noch einen Ausflug. Nach Elfenau. Eine kleine Gesellschaft, die letzten Gäste, die noch geblieben waren. Die schönen Herbsttage wollten in diesem Jahre kein Ende nehmen, und so war auch dieser sonnig und warm. Der Wald voll bunter Pracht, die Rebhalde in der Lese, die Flut des Rheins tiefgrün und sttll. Auf der Terrasse von Hohenelfen gelang es Hanns, Ruth von den andern zu trennen. Er tat es so rücksichtslos, daß es auffiel. Tylander kam gerade nut seiner Mutter, die seines Armes als Stütze bedurfte, den Weinbergpfad herauf, als Hanns Ruth aoseits führte. „Ruth, morgen ist es zu Ende. Du reisest. Bist nicht mehr Ruch Engelhardt wie hier. Komm' zu mir, Ruth, nur einmal laß mich in den Armen halten, was mir gehört!" Er sagte es mit starrem, blassem Gesicht, ganz Wille, Verlangen und rasender Wunsch, in dem alles andere verlodert. Sie sah Gerhart über den Burghof kommen, das Kind war dem Fräulein entlaufen und suchte Ieine Mutter. Sie sah es dem Vater entgegen- pringen und glaubte zu hören, wie es nach ihr ragte. Und auf einmal ging es wie ein Riß durch ihr Inneres, ihre Gedanken zerklaftten, ihre Gefühle brachen auseinander. Mit einem Schlage war es geschehen. Ein Trümmerhaufen, ein weithin stürzendes Chaos. Aber zugleich atmete sie leichter, und wie kühler, sanfter Hauch kam eine heitere, von letzten Tränen bebende Resignation über sie — sie sah Lylander und das Kind die Treppe heraufkommen, wußte, daß sie zu diesen gehörte und sagte mit weicher Stimme zu Hanns, ohne chn anzublicken: „Zu spät, Hanns, wir haben uns geliebt, jedes zu einer anderen Zeit. Zusammen erleben wir es nie wieder. In unseren Küssen küssen wir die Jugend, aber wir küssen sie nicht mehr lebendig." „Ruth, sag' das nicht, oder du host mich nie geliebt, wie ich dich!" Auf dieses Wort hatte sie nur ein rätselhaftes Lächeln. Dann sagte sie: „Dort kommt mein Mann mit Elfi. Ich habe dir nichts zu verzeihen, Hanns, leb' wohl!" Als das Kind auf sie zulief und sie sich zu ihm bückte, trafen sich die Blicke Gerhart Lylanders und Hanns Ingolds. Beide hatten in Ruths Augen Tränen schillern sehen. Es war eine Stunde später. Tylander und Ingold waren als die letzten im Begriff, von Hohenelfen niederzusteigen. Unten warteten die Wagen.. Auf dem Rhein trieb schon ein Nachen mit fröhlichen Menschen. Die beiden Männer gingen langsam, wie kampfbereit. Lylander sagte äußerlich ruhig: „Ich weiß, daß zwischen meiner Frau und Ihnen vor Jahren Beziehungen bestanden haben. Ich frage Sie auf Ehrenwort, ob Sie mir eine Genugtuung schuldig geworden sind. Sie, nur Sie frage ich, und niemand soll Ruth mit Fragen beunruhigen." Hanns hatte 1'ylanders Absicht, ihn allein zu sprechen, erkannt und antwortete noch einer Pause: „Ich durfte mich eine Zeitlang als Verlobter Fräulein Engelhardts betrachten, bis sie selbst das Verlöbnis löste. Eine Genuatung glaube ich Ihnen nicht schuldig zu sein, aber ich stehe zu Ihrer Verfügung." Das Ende der Treppe lag vor ihnen, unten warteten die anderen. Die Sonne, die eben noch an den Waldrändern hing, war untergegangen. Farbensatte Dämmerung füllte das Tal. Die breiten, geschmückten Boote für die jüngeren Gäste lagen bereit. Ein Nachen war schon abgestoßen und glitt den Strom hinunter. Zwei Kilometer abwärts, am Lauf- fenbuck, wollten sie die Schifflein verlassen und in Die Wagen steigen zu den älteren Mitgliedern der Gesellschaft, die die Wasserfahrt scheuten. Auch Ruth schloß sich davon aus. Tylander fragte sie noch einmal, ob sie nicht, wie sie geplant hatte, die Kahnfahrt mitmachen wolle. Das Kind verlangte ungestüm danach. Sie lehnte ab. . Da packte ihn in der furchtbaren Spannung, die in ihm zitterte, eine nervöse Gereiztheit, und er hob Elsi rasch aus dem Wagen und erklärte, so werde er mit dem Kind allein ins Schiff steigen. Sie kannte ihn. Jetzt mußte sie ihn gewähren lassen. Sie durfte ihre eigene Absicht auch nicht mehr ändern, denn sie fühlte den Argwohn in seinem Wesen, und das machte sie unsicher. Und — sie mußte allein fein. Die beiden großen, flachen Nachen waren schon abgestoßen. An der Lände lag nur noch eine neue bunte Gondel, auf den Kiel gebaut, wie sie jetzt auf. kamen. Die Jungfer weigerte sich ängstlrch^inzusteigen. Da schickte Xylander sie in den Wagen und hob Elfi ins Boot. Hanns Ingold hatte sich zurückgehalten und stand beiseite. Die Kommerzieurätin rief ihn heran und fragte, ob die Fahrt auch nicht gefährlich fei. Ruth sagte nichts. Aber sie blickte Hanns flehend an. Er neigte den Kopf. ,Zch werde die Bootfahrt mitmachen, gnädige Frau", antwortete er. Er zog den Hut, und Ruth sah ihn zum Boot hinuntergehen, bevor der Wagen im Schatten der Waldstraße ^untertauchte. .rylander hatte das Kind sorgfältig auf das Steuerbänkchen gesetzt, das mit einem Geländer versehen war. Er befahl dem Bootjungen, der die Gondel noch an der Kette hielt, einzusteigen, und hängte die Ruder ein. (Schluß folgt.) 10976B 3 010 Auf Gruppen verbundener Wahlvorfchläge sind Stimmen 3 436 1. 2. e. & ? IOW8C B10976 1. 2. 3. 5. 6. r. 8. s 10. entfallen: Verbundene Wahlvorschläge: Nr. 1 und 16 Stimmen 476 2864 1 195 371 1575 Sieben, den 19. Rovember 1925. Der Stadtwahlkommissar. Ik. D.: Dr. Selb. Kennwort: Zentrumspartei ...... Sozialdemokratische Partei . . . Deutsche Demokratische Partei Lille der Kommunistischen Partei Mittelstands-Vereinigung Gießen Bereinigte Dürgerliste «Deutsche Dolkspartei u. Deutschnationale Volkspartei)........ Schmäht, ttarl, Amtsgerichtsdirektor, Stadtverordneter, Winn, Heinrich, Baumeister, Stadtverordneter, Kramer, Wilhelmine geb. Engel, Ehefrau, Stadtverordnete, Aach der Reihenfolge auf den WahlvorschlLgen sind $mn Wahlvorschlag 1 mit dem Kennwort »Zentrums Partei": 1. Goerz, Heinrich, Lehrer, Stadtverordneter, 2. Schwab, Franz, Hotelier, Stadtverordneter. . Vom Wahlvorschlag 2 mit dem Kennwort „Sozialdemokratische Partei": find folgende Stimmen abgegeben worden: Wahlvorschlag I IngenUuvKhute Technikum JMtenburg-Th STAATSKOMMISSAR Ma,dunenbau-Automobilbiiu«ElfkttoUdimk Preisw.Ve'pfl im Stud.Casino Prograuf Wunyh Ar. 1 2 3 13 14 16 PEIZOlöäjMJlHORM^SSSMN Generalvertretung und Kommissionslager: W92A Ph. Herrmann, Gießen Telephon 1165, Bureau u. Lager Seltersweg 12 H. 1. Kästner, August, Bäcker. Vom Wahlvorschlag 14 mit dem Kennwort „Mittel- fiandSvereinIgung Gießen": 1. AicolauS, Philipp, Architekt, 2. LaunSpach, Heinrich, Malermeister, 3. Ringel, Alexander, Kaufmann, 4. Rahnefeld, Albert, Gastwirt, 5. Kurz, Adolf, Oberingenieur, 6. Balzer, August, Weinhändler. 7. Weihbücker, Max, Elektrotechniker. Vom Wahlvorschlag 16 mit dem Kennwort ,03creinigte Bürg erliste (Deutsche Dolkspartei und Deutschnationale Dolkspartei)": Kraus müll er, Georg, Professor, Stadtverordneter, Aaumann, Mttma geb. Thvrwart, Ehefrau, Stadtverordnete, WIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINIIIIIIIIIIIIIII, I,|||,| Metall betten “”A StahlmatraUen, Kind ^betten ollnst anPriv. Katal.729 fr. Etienmßbellabrlk Sudl (Thflr.) iiiiiiiiiiniiiiiiiiininiiiiiiniiininiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Wo? kaufen Sie tat«*: Platten Radeln Plattenalbums Plattenschränke UWw WM Wetzsteingaffe 8. berechtigten bei Meldung des Ausschlusses Einwendungen gegen die Wahl oder die Gewählten bei dem Oberbürgev-, meister schriftlich oder zu Protokoll erheben. Deckmann, Georg, Angestellter, Mann, Albin, Gewerkschaftsbeamter, Landtagsabg., Ottilie, Frau, Christine geb. Stbhr, Hausfrau, Christ, Wilhelm, Schlosser, Moosdorf, Kurt, Gewerkschaftsbeamter, Detters, Friedrich, Redakteur, Hornberger, Paul, Rechtsanwalt, Diener, Franz, Geschäftsführer, Schmidt, Hermann, Rektor, Maier, Josef, Vermittler beim Arbeitsamt, Bekanntmachung. Bei der Wahl der Stadtverordneten am 15. Rovember 1925 Abgelagerte 3 jährige Eichen- Blockware in Stärke von 20, 25 bis 60 mm in kleineren und größeren Mengen abzugeben. Schriftl. Angebote unter 10975V an den Gießener Anzeiger. Astorla - Lichtspiele, Seltersweg Heute: Dir bleibt die Luft weg Das Tollste an Waghalsigkeit, was Sie je gesehen, Dazu: Fatfy als vierfacher Brttntieam Großes Lustspiel in 5 Akten* 10096c Kennworte: | Stimmen Zentrumspartei'' u. .Bereinigte! zusammen Dürgerliste" (Deutsche DvllS-1 Partei und Deutschnationale Dolkspartei).........| 6. Horn, Wilhelm, Kaufmann, Stadtverordneter, r. Schultz, Wilhelm, Kreisgeschaftsfühver des Deutschn. HandlungSgehilfen-Derbandes, 8. Krailing, Karl, Schlossermeister, Stadtverordneter, 9. Borgmann, Wilhelm, Professor Dr., Stadtverordneter, 10. Schwieder, Theodor, Apotheker, Stadtverordneter, 11. Wenzel, Fritz, Dreher, Stadtverordneter, 12. Loeber, Wilhelm, Bäckermeister, Stadtverordneter, 13. Decker, Georg, Bauunternehmer, Stadtverordneter, 14. Kirchner, Hermann, Geschäftsführer, Stadtverordneter. Die Wahl- und Abstimmungsprotokolle mit den zugehörigen Schriftstücken liegen am 20., 21. und 23. Rovember 1925 aus dem Stadthaus. Bergstraße 20 — Zimmer Rr. 12 — während der Dienststunden zur Ginsicht der Stimmberechtigten offen. Während der Offenlegung können die Stinrm- Zum Totenfest empfehle: 8Wk,8M,MM «iw. in geichmackvoller verkchicd-'nartigster Ausführung und allen Preislagen 109o5D Gartenbaubetrieb und Blumenbindcrei. 11. Daum, Heinrich, Glasermeister, 12. Weißbeck, Christian, Heizer, 13. Reh, Frau, Marie geb. Stieglitz, Hausfrau. Dom Wahlvorscblag 3 mit dem Kennwort „Deutsche Demokratische Partei: 1. Fischer, Martin, Kreisschulrat, 2. Haubach, Georg, Schreinermeister, 8. Diermann, Frau, Emma geb. Dernburg, Witwe, 4. Mayer, Leopold, Kaufmann, 5. Höhn, Heinrich, Stadtbauinspektor. Vom Wahlvorschlag 13 mit dem Kennwort „Liste der. Kommunistischen Partei": Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Heute letzter Tag’. Das herrliche Lustspiel Husarenfieber 7 Akte sprühenden Humors. Dar-o; Fix und Fax In einer tollen Groteske. Großes verstärktes Orchester. Ab morgen: Ossi Oswalda, die beliebte Lustspieldar- steiler!n, mit Jenny Jugo, Lilian Hall-Davis, Ernst Hofmann u. a. in dem grdßen Ausstattung^- und Gesellschaftsfllm Blitzzug der Liebe 6 Akte. Dazu ein erstklassiges Beiprogramm. AlteS, angesehenes seine General-Vertretung ror Oberhessen Ä Gießen zu besetzen. Niedrigste Tariie, beste Bedingungen sowie Verträge mit den Beamten-Organisaiionen gewährleisten hohes Emtommen. > Erste Fachleute belieben sich zu bewerben unter F. T. 4033 an Ala-Haasenitein & Vogler, Frankfurt a. Main. 10970A Vertreter, auch Nichtfachleute, obgcbanie Beamte usw. werden noch in allen Orten eingestellt. &att3utter essen-heis&: Sei-jedemPfund e^/k.l.5Overdienen. Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfund „Blauband-Margarine' das farbig illustrierte Familienblatt „Die Blauband-Woche' kostenlos zu verlangen. st. «irf* S»°> G Zs -reich Jach drem Wie „ U was man fioaütwn W Ltresemam tw lassen, hast st iciftung N Zteuersese wertung un »orlagetoui schassen, aus * nach außen m Das sich /ratischen Mch im Sommer our -usMmengeM, öej Zentrums I Redefreiheit ecr dmokraien geg« mim schwer ch-rr Fehrenba fern ^ar.eitag «ich nach wre l daß die'e Euer, wenn darüber svllle. Es ist woh das) die Episoi Deutschnati und gerade wei feit cnjuciiennei , gebenscht 2 wenn man fie t btt großen Koai inncrtolviiid) ntxf Sie sich aber öi öozia.demok.aien scheu Kämpfen er auseinanderbrach. Mit den im : , 2er ■"etu«9 ein 'SÄ S'nl I iit allerdings die | gelöst, et jindet reichliches Pcnsur F für das lau verabschieden, bei stecken blieb, unb , L tyanbelsiragt an die Verträge n Zwischen ist ja < Spanien jujlani Frankreich wir Reichstag vermut! fine Aussprache ist Wh! bestehl, als Rationen bei den Arlich geschickt gei 'seihcit der Hani test de; Erpons i i verständliche Lora Den Ans?,-,, st «j*» * I finanziellen Eien b'lanz bildet. £n steht auch die 'I nemng, die sich, sonnte, i)25 Lest, W kann, ist, d verhind -> SLb,cie §ra, Abschluß LlR daraus sich e, » M im $ i ^tetstichnunq - d°h die Jurist ^ngsanderuug vem ''b ihre llntersch-ji 'Mb! ?? ««Mita4?: »ft L fc f,"°A » ft* «t; ®ie Wh i 3..........* fc«- ® ineti Sjfe*