Mittwoch, 19. August 1925 (75. Jahrgang Nr. 193 Erster Blatt Asien den Asiaten Der Bolschewismus in Dorderasien Chinas Unabhängigkeitskampf Der Fall Stinnes Eine Erklärung Dr. Stinnes Die Rolle der Banken 's HZS. - sf einer ft r tegs- m 11 to 8 co to 3 to 3 rt 3 v s- 53 S Ja6, ü 2 3 » S 2.2 0-5 B Dor Ueberreichung der französischen Antwort. pari», 19. Aug. (1.11.) Line halbamtliche Mitteilung besagt, bah die französische Antwort aus die deutsche Rote vom 20. Juli sich bereits in den Händen der Berliner sranzösischen Botschasl befindet und der Reichsregierung sofort überreicht werden wird, wenn in Paris die Antworten der belgischen und Italienischen Regierung eingctrossen sind. Wahrscheinlich wird das französische Schriftstück heute nachmittag in der wilhelmstrafze übergeben werden, da Mussolini seine Auslassung bereits gestern früh der französischen Botschaft in Rom übermittelt Hot und die belgische Zustimmung für heute mittag in Paris erwartet wird. Keine amerikanische Beteiligung am Sicherheitsproblem. Paris, 19. Aug. (TU.) Line halbamtliche Washingtoner Erklärung stellt fest, dafz die Unterredung des amerikanischen Botschafters in 'Conbon mit Briand und Chamberlain zu falschen Gerüchten über eine Beteiligung Amerikas am Sicherheitspakt Anlaß gegeben habe. Eine solche Vermutung sei durch nichts gerechtfertigt. Die Bereinigten Staaten erwarteten keine Einladung zu einer Konferenz und würden eine solche wahrscheinlich auch nicht anneh men. Die amerikanische Regierung oerfolge alle Vorgänge, die der Befriedung Europas bienen, sie stehe aber nach wie vor auf bem Standpunkt, daß die Sicherheitsfrage nur bie europäischen Mächte angehe. Die Lage in Schanghai. Schanghai. 18. Aug. 'Reuter.) Die Lage im Hafenbezirk bessert sich allmählich. Der größte Teil der Poßarbeiter hat die Arbeit wieder angenommen. Das chinesische Verkehrs Ministerium in Peking Hal der hiesigen Postleitung die Ermächtigung erteilt, den streikenden Postbeamten eine Erhöhung der Gehälter anzubieten; aber die Streikenden haben das An- Bestimmungen eine Verletzung der Vertragsrechte aller fremden Regierungen und gleichbedeutend mit einer Kriegs- erflärung fei. Erscheint täglich, nutzer Soniu und Feiertag» Beilagen: GietzenerFamilienblüttei Hejmat im Bild. monatiiBeiegsprds: 2 Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-.Anschlüfse: schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle51. Anschrift für Drahtnach- lichten.AnzeigrrSieben. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. gebot abgelehnt. Rach bem Angebot sollen die Anfangsgehälter, die bisher 20 Dollar monatlich betrugen, auf 35 Dollar festgesetzt werden. Aber die Streikenden verlangen 52,50 Dollar als Anfangsgehalt. Die Leitung des Postamtes hat das Publikmn aufgefordert, die "Brieflüften nicht weiter zu benutzen .sondern ihre "Briefe im Postamt abzugeben. Die engttsch-französtsche Orient« Politik. London. 19. Aug ("2B5B. Funkspruch.) Die .Times" drückt ihr Erstaunen darüber aus. daß verschiedene verantwortliche Organe der fran- zösischen Presse die Londoner Reise des Königs Feissal von Mesopotamien in einer weder für diesen noch für die Politik Großbritanniens im nahen Osten schmeichelhaften Weise erörtern. Das Blatt schreibt, die Mandatsmächte im nahen und mittleren Osten müßten sich entscheiden, ob sie gemeinsam die Bedingungen für eine fruchtbare Entwicklung ihrer Bemühungen während der letzten fünf Jahre herbeiführen wollten, oder ob sie durch hartnäckige Berfolgung rivalisierender Ziele ihre Arbeit neuen und ernsten Gefahren aussehen wollten. ■9 33 __n 2, Itonen aus dem Vermögen der Hugo-Stinnes- Firma, die ihm in Raten vom 1. Januar 1926 ab gezahlt werden sollten. Er habe sich für diese Werte Kredite verschafft, um den Betrieb der Gesellschaft und seiner anderen Untemc(>mun- gen durchzuhalten. Der Vorwurf, er habe die Rordstemaktien zu billig weggegeben, sei vollkommen unberechtigt. Er habe sie zum gestrigen Börsenkurse verkauft. Die Banken hatten z. B. die Aktien der Deutsch-Lukemburgischen Berg- werksgefellfchaft aus der Masse des Stinnes- konzems weit unter dem Börsenkurs verkauft. Bei einer späteren Unterredung mit der Leitung des DankenlonsortiumS habe er sich zu einer Ausfallbürgfchast bereit erklärt, aber nicht etwa, weil dafür eine juristische Verpflichtung bestanden hätte, sondern lediglich aus moralischen Gründen. Die Banken hätten ihm die Berechtigung bestritten. die ihm ausgelieferten Vermögensstücke nach seinem Ermessen zu verwenden. Er habe das Empfinden, daß der Vertreter des Banfcnfon- sortiums einen Mißbrauch mit feiner Macht ihm gegenüber geübt habe, und er habe ihn zur bedingungslo'ea ile&ergabe des D e- fihes der Aga-Aktien zwingen wollen, das aber hätte ihm nicht zugemutet werden können. Als keine Möglichkeit bestand, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln den Betrieb der Aga aufrechtzuerhalten, habe er die Hälfte seiner Aktien der Arbeiterschaft an* ?e b o t e n , damit auf diese Weise eine ft a a t * iche Hilfe für das feiner Meinung nach vollkommen lebenskräftige Unternehmen beschafft werden könne. Er glaube, daß, wenn etwa drei Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden würden, die Umstellung des Werkes auf Massenproduktion vollkommen durchgeführt werden und das Unternehmen rentabel gestaltet werden könne. Dr. Stinnes bestätigte, daß Verhandlungen wegen des Verkaufes des Werkes mit einem ausländischen Konsortium schwebten, und daß im Falle des Zustandekommens des Verkaufes die Möglichkeit bestände, die gesamten Aktien, also auch die der Arbeiterschaft überantworteten unter Sicherstellung der finanziellen 3ntereffen der Arbeiter zur Verfügung zu stellen. Die Krisis der „Aga". Regelung der Lohnschwierigkeiten. Berlin, 18. Aug. (TU.) Wie die Telegraphenunion von unterrichteter Seite erfährt, werden die noch rückständigen Löhne bei den Aga-Werken jehtt aufgebracht. Die am Freitag fälligen Löhne sind schon so gut wie sichergestellt. ES werden dem Betriebsrat einige gute Wechsel zur Diskontierung übergeben, um damit ebenfalls für die Löhne eine Grundlage zu schaffen. Von Amerika liegen Angebote vor, die zeigen, daß das Interesse für das Werk sehr groß sein muß. Außerdem hat sich bereits eine große Anzahl ausländischer Geldgeber gemeldet, die das Werk unterstützen oder sich beteiligen wollen. Abbau bei 6er „D. A. g.". Frankfurt a. M, 19. Aug. (TU.) Wie die Telegrapheit-Union erfährt, beabsichtigt der »um Stinneskonzern gehörende Verlag der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" die Gesamtauflage des Blattes, einschließlich der sübdeutscheu Ausgabe, ab 1. September in Berlin herzu- stellen. Die Frankfurter Flliale der „D. A. Z." wurde aufgelöst. Der Verlag der Stinnesprestc in Berlin steht nach wie vor zum Verkauf. 4 h tfft 5 n und UN Fernen Osten. das stehende Heer einschägt, stellen zwar keinen modernen Gefechtswert dar, find aber, mit 5)ilfe Rußlands, durchaus in der Lage, jede unerwünschte Macht aus dem Innern des ungeheuren Kontinents fernzuhalten: die schwierige Voraussetzung dafür ist freilich, daß die Einheitsfront absolut gewahrt bleibt." Die chinesische Wirtschaft würde mit der europäischen zugleich zugrunde gehen, aber das russische Beispiel zeigt, daß ein Volk auch das auf sich nimmt, wenn ihm andere Belange wichtiger er- scheinen. Diese Kombinationen, die uns vorläufig phantastisch erscheinen, kann man heute in Kreisen der Bewegung ernsthaft erörtern hören und daraus lernen, daß kriegerische Verwicklungen in China in einer nahen ober ferneren Zukunft nicht so lächerlich erscheinen, wie man sie in London darzu- stellen pflegt. Die gegenwärtige jungchinesische Bewegung wird in demselben Augenblick in unmittelbaren Kontakt mit Indien kornernn, wenn es ihr gelingt, das Auslandchinesentum in Südostasien für sich zu gewinnen. Die chinesische Kaufmannschaft in den Straits-Settlements stellt den wirtschaftlich führenden Faktor Hinderindiens dar: hinter iyr stehen etwa 30 Millionen chinesischer Kulis, die im Laufe der Zeit in diese wirtschaftlich aussichtsreichsten Gebiete Asiens ausgewandert find und durch ihre Entwurzelung und organisatorische Zufammenfassung den Chinesen des Mutterlandes an Aktivismus weit überlegen find. Die Sturmzeichen mehren sich, die ein llebergretfen der Bewegung auf diese Gebiete anzeigen. Am 30. Juni haben die chinesischen Kauf- mannsorganisationen in den Straits-Settlements in einer Adresse an das Auswärtige Amt in Peking die Kriegserklärung an England gefordert, da sie nach ihren Erfahrungen das einzige Mittel fei, um England zum Nachgeben zu zwingen, und gleich- zeitig eine größere Geldsumme für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Diese Geste gewinnt durch die Tatsache, daß die Indochinesen in Singapore den Hauptstützpunkt Englands in Süd- und Ost- afien umklammert halten, einen weltpolitischen Hintergrund. Am weitesten sind heute die Dinge in Kanton gediehen. Hier, wo ein direkt von Moskau inspirierter Stadtrat das Heft in Händen hält, kann jeden Tag der Wirtschaftsboykott in Blutvergießen übergehen. Nur die Klarheit darüber, daß ein Angriff die baldige Niederlegung von Kanton bedeuten würde, hält vorläufig die roten Bataillone von einem Generalangriff auf Shamoen zurück. Wahr- scheinlich wird hier und nicht in dem kühleren Norden einmal der Würfel der Entscheidung fallen, welche Rußland mit allen Mitteln herbeizuführen bestrebt ist. Die ..-ae der Generale in der nationalen Bewegung ist noch ungewiß: jebenfaUs werben sie zu Zugeständnissen an die öffentliche Meinung gezwungen fein. Vor allem dem „christlichen General"' geben sie Gelegenheit, sich durch Eintreten für die raterlänbifd)e Sache vor der Oeffentlichkeit zu rehabilitieren. Das Bild hat sich seltsam verändert: Während noch vor wenigen Monaten das Spiel der militärischen Machthaber den chinesischen Kontinent beherrschte, treten sie heute ganz hinter der allgemeinen Volksbewegung zurück. Man möchte glauben, daß für China eine Zeit gekommen ist, in der niuyl mehr der Säbel, sondern Ideen herrschen, bie im Rahmen der panasiatischen Bewegung vielleicht ein neues China schaffen können. Welche Folgen dies für Europa haben wirb, ober ob bie gegenwärtige Epoche nicht von einer noch ausgeprägteren Säbelherrschaft abgelöst wirb, ist ganz ungewiß, denn China ist heute bas Lanb ber unbegrenzten Möglichkeiten. Die nationalistische Bewegung in China. Englandfeindliche Maßnahmen in Kanton. Kanton, 19. Aug. (Reuter.) Die chinesischen Behörden haben Bestimmungen für die Küstenschlffahrt erlaffen, wonach Dampfer aller Rationalitäten mikAusnahme der britischen und japanischen die oerschledenen käsen antaufen dürfen, vorausgesetzt, daß sie h o n g- r o n g nicht berühren. Alle Dampfer, welche die Häfen anlaufen, müssen sich einer Durchsuchung seitens der wachen der „a n t i i m peri a l i ft i f d) e n Union“ unterwerfen. Rach den Bestimmungen ist ferner die Ausfuhr von Lebensmitteln und Roh ft offen aus dem 3nlanbe verboten. Ls verlautet, bah ber britische Generalkonsul an bie chinesische Regierung die schriflliche Anfrage gerichtet hat, ob diese Bestimmungen offiziell seien. 3n dem Schreiben des Konsuls wird daraus hingewiesen, daß diese m m gsL,»| GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vntck und Verlag: vrühl'fche Univerfilälr-Vuch- und Steinöruderei H. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Hnnagmc von Anzeigen für die lagesnummtr bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerdmdliibNcit. Preis für l mm BÄe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20', Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschcin: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen Die Darmstädter Bank, die Deutsche Bank und die Direction der Discontogefellschaft veröffentlichen eine längere Erklärung, die die Stellungnahme der Banken gegen Dr. Edmund Stinnes verteidigt. Die Erklärung sagt, daß die Banken sich erst e i n eigenes Urteil über die Verhältnisse des weit- verzweigten Stinneskonzerns bilden mußten, weil die Angaben seiner leitenden Persönlichkeiten sich zum Teil als unrichtig und lückenhaft erwiesen hätten. In den letzten zwei Monaten hätten die Banken auch bereits ein Drittel ber Gesamtschul- benlaft tilgen können, unb sie seien weiterhin überzeugt, bie von ihnen übernommene Aufgabe, den Stinneskonzern im Interesse ber beutschen Volks- wirtschaft ohne erhebliche Erschütterungen organisch abzubauen, burchführen zu können. Die Erklärung macht Herrn Dr. E b m u n b Stinnes in erster Linie mit verantwortlich für bie Geschäftsführung unb bie finanzielle Lage des Stinneskonzerns unb lehnt den Standpunkt ab, daß es Aufgabe der deutschen Banken sei, Unternehmungen die sich in Bedrängnis befinden, durch Hergabe von Krediten zu unterstützen. Die Erklä- rung bringt bann einen Auszug aus einem Brief, mit bem bie Vertreter ber Berliner Hanbelsgesell- schaft, ber Discontogefellschaft, ber Darmftäbter unb Nationalbank unb des Bankhauses Delbrück- Schickler ihren Austritt aus dem Aufsichtsrat der Aga damit begründen, daß diese Tätigkeit sie als Mitglieder des Konsortiums zur Sanierung der Firma Hugo Stinnes in I n te r e s s e n k o n - f lif t bringe. Die Banken hätten sich nämlich von vornherein auf den Standpunkt gestellt, daß der Vertrag des Herrn Dr. Edmund Stinnes mit seiner Mutter durch gütliche De r st ä n - bi g u n g aufgehoben werden müsse. Die von Dr. Edmund Stinnes abgegebenen, zum Teil widerspruchsvollen Erklärungen hätten bei den Banken die Ansicht hervorgerufen, daß er nach wie vor in der Lage sei, über die abgetretenen Werte, also dem Besitz an Rordstern- und Rordsternbankaktien, die Forderungen gegen die Firma Hugo Stinnes in Höhe von 6 Millionen usw. zu verfügen. Die Banken hätten weitere Verhandlungen von entsprechenden Erklärungen und eine Hilfsaktion von einer eingehenden Prüfung der Verhältnisse der Aga unter Ausschaltung jeglichen Einflusses des Herrn Dr. Edmund Stinnes abhängig machen müssen. Die Banken würden die ihnen gegenüber ihren Attionären und Gläubigern wie auch der gesamten Wirtschaft obliegenden Pflichten verletzen, wenn sie einem Unternehmen blindlings Kredite gewähren würden, das unter Einfluß des Herrn Dr. Edmund Stinnes steht. Eine in wesentlichen Puntten abweichende Erklärung gab Dr. Edmund Stinnes in einer Aussprache mit Pressevertretern. Die Auseinandersetzung der Firma Hugo Stinnes mit seiner Familie sei ohne Beteiligung der Banken erfolgt Die ihm überantworteten Vermögensstücke bildeten den Erbanspruch an seinen Vater. Er habe volles Derfü- gungsrecht darüber gehabt. Als die Banken bei der Abwicklung der Schuldverpflichtungen des Stinneskonzerns Schwierigkeiten hatten, verlangten sie von ihm, daß er mit f einem Vermögen mit in die Stinnesmasse bedingungslos eintrete. Er habe dies abgelebt. da keinerlei juristische Verpflichtung stir ihn bestand. Die Banken hätten dagegen der Aga die Kredite entzogen, auf die er glaubte mit Bestimmtheit rechnen zu können. Er sei daher gezwungen gewesen, seine Vermögensstücke zu veräußern, insbesondere die "Rordftemaktien-Zuslcherung von sechs Mil- tfflts iet3 !Trl Mit ledern Tage wird es beullicher, daß sich ber Weltkrieg zu einer großen kolonialen Niederlage brr Siegerstaaten auszuwachjen beginnt. Während die Wcsimächte mit ber Durchführung ihres Kreuz- zuges für „Recht unb Menschlichkeit" beschäftigt waren, unb farbige Truppen in ungeheuren Massen auf bie Kriegsschauplätze Europas warfen, begann sich in ben Kolonien unb Halbkolonien Asiens unb Norbafrikas ein ©anbei von ungeheurer Tragweite zu vollziehen. In bem gleichen Maße, wie bie trabi- lionelle Hochachtung vor bem weißen Manne im cdjroinben begriffen war, steigerte sich bie tatsächliche wirtschaftliche unb militärische 'Bebeutung ber unterdrückten Kolonialvölker. Die militärische Ueberlegenheit des Abendlänbers, auf ber allein seine Vormachtstellung in Asien basiert ist, würbe zum ersten Male ernsthaft in Frage gestellt, gleichzeitig begann eine weitgehenbc wirtschaftliche Emanzipation ber Kolonialländer im Stillen unb im Inbischen Ozean. Ihr natürlicher Reichtum unb ihre Entwicklungsfähigkeit mochte sie in bem gleichen Augenblick zu selbstänbigen Wirtschaftskörpern, als die Kontinuität bes europäischen Machteinflusses auf kurze Zeit unterbrochen war. Das weltpolitische Schwergewicht, bas bis bahin ausschließlich in Europa gelegen hatte gab einen merklichen Anteil an die fernöstlichen Länder ab unb bie kolonialen Probleme, bie bis bahin ihre Erlebigung vor ben grünen Tischen unb auf ben Schlachtfelbern Euro- oas gefunben hatten, erhielten eine Reihe beach- tenswerter Mittelpunkte in Süb> unb Ostasien. Die Zeit, in ber bie „afiatisch-afrikanischen Eroberungen als „Niemanbslanb" betrachtet unb nach Gutbün- ken ber Parteien aufgeteilt werben konnten, werben nicht mehr wieberkehren, nachdem in ben unterworfenen Völkern das Bewußtsein für nationale Integrität erwacht ist. Die zivilisatorischen Maßnahmen ber Kolonisatoren selber, welche bie unterworfenen Völker burch freiwillige Gaben bes Fortschritts zu gewinnen suchten, haben recht eigentlich diese Bewegung ins Leben gerufen. Jeder Asiate, der einmal in die Atmosphäre des europäischen Chauvinismus hineingespürt hat, ist ein Todfeind kolonialer Unterdriickungsmethoden. Aus die Erweckung Asiens hat das Ausscheiden Rußlands aus bem europäischen Völkerringe in hohem Grabe beschleunigend eingewirkt. In dem Augenblick, als Rußland von seinem europäischen Kothurn herabstieg, und als Asiate zu ben Asiaten kam, war bie Vormachtstellung bes weißen Mannes in Asien bahin. Weniger sein bolschewistisches Wirt- schastsprogramm als fein Schlachtruf. „Asien ben Asiaten" hat Moskau bie Vormachtstellung in Asien gegeben. Es wußte, wo ber abenblänbifche Kapitalismus am empfinblichften zu treffen war unb hat feine Kampfesrnethobe geschickt ben vitalen Schürf- nissen ber Asiaten angepaßt. Rußlanb gab ber Pan- aftenberoegung, bie burch Uneinigkeit unb Inbolanz gefährdet war, das große Ziel und die Note des Aktivismus, der auch vor Gewalttaten nicht zurückscheut. Hierdurch, nicht durch bie Verbreitung seiner neuen Wirtschastslehre, ist es ben Kolonialmächten Europas furchtbar geworden. Es ist durchaus unwahrscheinlich, daß ein asiatisches Territorium nach erlangter Unabhängigkeit das Moskauer Programm kopieren würde: die völkischen Verschiedenheiten bilden in Indien wie in China unüberfteig- liche Schranken. Der Meinungsstreit über die besten Methoden des Kampes hat zuerst in Indien praktische Bedeu- tung gewonnen. Wenn wir den parlamentarischen Kampf ausscheiden, von dessen Erfolglosigkeit sich der kürzlich verstorbene indische Führer Das überzeugen mußte, so bleiben Krieg unb Wirtschaftsboykott bie Mittel bes allgemeinen Widerstanbes; bie indische Bewegung hat sie „Vielenz" und „Non- vielenz" genannt. Die unblutige Methode des Wirtschaftsboykotts und der passiven Resistenz hat zweimal in Indien (1919/20) und zweimal in China (Shamoen-Hongkong, Japan) Proben ihrer Wirksamkeit gegeben; wieder wirb heute in China als Antwort auf bie Schanghaier Vorfälle mit bic- fer Waffe gekämpft. Aber bamals wie heute zeigt es sich, baß auch ein starker wirtschaftlicher Druck keine Aenberung ber politischen Maßnahmen erzwingen kann. Zu groß find bie machtpolitischen Interessen, bie auf bem Spiele stehen, als daß um der Wohlfahrt Weniger willen der ganze Kolonialbau erschüttert werden dürfte. England wird bei seinem Verhalten von den in Asien machtpolitisch interessierten Staaten sekundiett: diese sind sich bewußt, daß ein Nachgeben an einem Punkte die ganze gärende Maste in Bewegung setzen kann. Die Drahtzieher der asiatischen Bewegung sind daher dazu übergegangen, die Möglichkeiten eines bewaffneten Widerstandes ernsthaft ins Auge zu fasten. Der ostasiatische Kontinent ist seit bem Eintreten ber Mächte in den östlichen Kulturkreis zweimal Gegenstand fremder Invasionen gewesen: Im Opiumkriege und in den Boxerwirren: in beiden Fällen hat sich bie Ueberlegenheit westlicher Kriegführung zweifelsfrei erwiesen. Auch heute wäre im Falle eines offenen Krieaes bie Küstenzone einschließlich aller bebcutenöcrcn Hafenplätze ben Kriegsschiffen unb Lanbungstruppen der Mächte schutzlos ausgcliefert. Ein Eindringen in ben asiatischen Kontinent dagegen dürste wohl heute wie damals völlig ausgeschlossen sein. Es ist durchaus damit zu rechnen, baß sich China in einem äußersten Falle ebenso wie Rußland ganz aus seinen maritimen Positionen zurückzieht und wieder der Äontincntalftnnt wird, der er Jahrtausende gewesen tft Die eineinhalbmillionen Soldaten, auf bie man 4-M -HS D i» Fortgang der polnischen Ausweisungen. Grabskis Rückzug vor den Rechtsparteien. Warschau, 19. Aug. (Sil.) Ministerpräsident Grabski empfing gestern Vertreter der Rechtsparteien, die an ihn in der vorigen Woche die Frage richteten: „Wie imn der Innenminister dazu, die Woh- woden von Posen und Pomerellen telegraphisch zu beauftragen, die Ausweisung der deutschen Optanten e i n z u st « H c n?“ Er beruhigte die Abordnung und erklärte, daß der Innenminister diese Telegramme tatsächlich abgeschickt habe. Er habe jedoch nur beabsichtigt, Zeit zu gewinnen, um sich genauer über die Zahl der noch in Polen verbliebenen deutschen Optanten und über ihre Zugehörigkeit zu den verschiedenen Kategorien zu unterrichten. Rach Erledigung der technischen Arbeiten würden die noch verbliebenen Optanten unter allen Am- ständen und unverzüglich Polen verlassen müssen. Da zu erwarten sei, daß auch Deutschland daraufhin die polnischen Op- tanetn abschieben werde, habe das Ministerium alle Maßnahmen zur Aufnahme der Optanten getroffen und zu diesem Zwecke 2 Millionen Zloth zur Verfügung gestellt. Drohender Streik in der saarländischen Hütten- und Schwerindustrie. Saarbrücken. 18. Aug. (Sil) Die Ge- werkfchaften haben das Angebot der -Unternehmer der saarländischen Hütten- und Schwerindustrie auf eine 5—öprozentige Erhöhung der Arbeitslöhne abgelehnt. Die Metallarbeiterverbände haben als letzten Versuch zu einer gütlichen Einigung die Regierungskommission um Vermittlung gebeten. Sollte bis Ende dieser Woche keine Einigung zustande kommen, beabsichtigen die Gewerkschaften den Streik zu erklären. Die Arbeitgeber erklären, daß die Schwer- undHütten- industrie unter keinen Umständen die Forderungen der Gewerkschaften erfüllen könne, da die Lohnerhöhung der Dergwerksarbeiter eine öprozentige Kohlenpreiserhöhung nach sich gezogen habe, die von der Hüttenindustrie getragen werden müsse. Erneute Wohnungsbeschlagnahme in Landau. Landau, 18. Aug. (TU.) Hier sind von der Besatzunasbehörde erneut 18 Vier- Zimmer-Wohnungen angefordert worden. Es wurde ein großer Neubautenblock, der mit Landesdarlehen soeben fertiggestellt wurde, beschlagnahmt. Mit den früher beschlagnahmten Wohnungen erhöht sich die Zahl der in Landau beschlagnahmten Wohnungen auf 83 mit 100 Zimmern. Die belgisch-amerikanische Schuldenregelung. Während der verflossenen Jahre hatte die amerikanische Oesfentlichkeit sehr wenig Interesse für die europäischen Probleme und für die endgültige Regelung der Kriegsschulden mit den früheren verbündeten Rationen gezeigt. Auffallender Weise ist seit dem Zustandekommen des Dawes-Gutachtens das Interesse an den europäischen Dingen und an der Schuldentilgung ein viel größeres geworden und zwingt die Re- ' gicrung der Vereinigten Staaten, auf die säumigen europäischen Schuldnernaiionen einen star- * ken D r u ck auszuüben, wenn sie nicht der Unpopularität verfallen will. Der hartnäckigste aller Schuldner ist natürlich Frankreich, der zur i Zeit mit England verhandelt und anscheinend erhebliche Zugeständnisse gemacht hat, um die diplomatische Unterstützung Englands in der Sicherheitsfrage zu erlangen. Zwischen Velgien und Amerika ist jetzt eine endgültige Regelung zustande gekommen, die für ^Belgien sehr günstig ist, da der Zinsfuß kaum über zwei Prozent betragen soll. Die T i l g u n g s z e i t ist auf mindestens 62 Jahre festgesetzt, also erheblich mehr als aller Voraussicht nach die deutschen Reparationszahlungen laufen würden. Vemerlenswert ist, daß Amerika keinerlei deutsche Zahlung oder Sicherheiten annimmt und daß die Tilgung der belgischen Schuld regulär durch eigene Mit - t e I. die aus dem Etat genommen werden müssen, erfolgt Die aufgelaufenen Zinsen sind erheblich ermäßigt, man spricht von einem Rachlaß von einer halben Milliarde Reichsmark, so daß Velgien dabei immerhin noch ein sehr gutes Geschäft macht. Dieser Abschluß wird aber seinerseits dazu beitragen, den Druck Amerikas auf Frankreich und Italien — die beiden bis jetzt noch ausständigen säumigen Zahler — zu verstärken, so daß über kurz oder lang Frankreich mit der Zinsenzahlung an England und Amerika zu rechnen hat. Die französische Offensive in Marokko. Paris, 18. Aug. (WTB.) Ministerpräsident P a i n I e d e hat über eine Besprechung mit Marschall Petain folgende Erklärung gegeben: Marschall Petain kehrt nach Marokko zurück, wie cs bereits bei seiner ersten Reise ausgemacht worden ist. Es handelt sich darum, mit Marschall Lyautey und dem Oberstkommandierenden der Marokkotruppen, General Naulin den endgültigen Plan für die Offensivopera- tionen festzulegen, dessen Vorbereitung gegenwärtig bereits beendet sind. Marschall Petain wird die Durchführung dieser Vorbereitungen überwachen, für die er einige Direktiven angegeben hat, z. B. die Besetzung der Front mit mobilen Truppen und die Verteilung der Transportmittel. Diese Transportmittel sind bei den Operationen außerordentlich wichttg, um die Offensive möglichst schnell und wirksam durchzuführen und gleichzeitig auch möglichst an Menschenleben zu sparen. Zu bemerken sei. daß die Mehrzahl der zu unternehmenden Operationen den einzigen Zweck verfolgen, künftig die französische Sicherheit in Marokko zu gewährleisten, denn sie würden es gestatten, die Nordgrenze der französischen Zone mit möglichst wenig Truppen zu überwachen. Im übrigen sei die Haltung der französischen Marokkotruppen glänzend. Sie hätten ihr volles Vertrauen wiedergewonnen, nachdem sie überall über den Gegner die Oberhand gewonnen hätten. Marschall Pötain wird morgen nachmittag in Algeciras mit Primo b e Rivera Zusammentreffen, um mit ihm über die zwischen den französischen und spanischen Truppen zu vereinbarende Zusammenarbeit zu beraten. Nach den letzten Nachrichten entwickelt sich der französische Angriff auf die Front der Tsouls weiter günstig. Der Feind scheint lokalen Widerstand leisten zu wollen. Der amtliche Bericht stellt ferner fest, daß der Feind an der Front von Taza geschlagen wurde. Die im Osten vorrückenden vier Kolonnen haben das ge st eckte Ziel erreicht. Der zurückweichende Feind wird von den Kampfgeschwadern verfolgt. Im Süden haben sich einige Stämme unterworfen. painleve und die Sozialisten. Der Sozialifteukongreft lehnt eine Unterftützrrngspolitik ab. Paris, 18. Aua. (TU.) Der Kongreß der sozialistischen Partei Frankreichs ist geschlossen worden. Es wurden zwei Entschließungen, eine von Leon Blum und eine von Renaudel eingebracht, die darin übereinstimmen, daß die gegenwärtige Unter st ützungspolitik nicht fortgesetzt werben könne. Die Entschließung Blums würbe mit 2210 gegen 559 Stimmen angenommen. In ber Entschließung heißt es u. a. wenn es bie sozialistische Partei augenblicklich für unmöglich hält, bie Unterstützung bes jetzigen Kabinetts fortzusetzen, so geschieht bas, weil sie bem bei ben letzten Wahlen ausgebrüdten Volkswillen treu bleiben will. Daher ist bie Partei auch bereit, jeher Regierung volle Unterstützung zu gewähren, bie bie vom Proletariat geforberten Reformmaßnahmen burchzu- führen beabsichtigt. Die Unterstützung einer Koalitionsregierung mit bürgerlicher Beteiligung wirb entschieben abgelehnt. Zur Marokkopolitik wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, nach der die Partei für die Anerkennung ber Unabhängigkeit des Rifgebiets burch Spanien eintritt. Ferner wird gefordert, daß das Rifgebiet unter bie Aufsicht des Völkerbundes gestellt werden müsse. Es wird bedauert, daß die französische Regierung ihr Friedensangebot an Add el Krim nicht amllich übermittelt und veröffentlicht habe. UeberfaU auf den bulgarischen Sobranjepräfidenren. Paris, 19. Aug. (Wolff.) Der Prä- sident der bulgarischen Sobranje, Kul - j v f f, und der Vizepräsident W a s f e f f, die sich in Paris zum Besuch der Kunstausstellung aufhalten, wurden am Eingang der Ausstellung von etwa 40 bulgarischen Kommunisten Überfällen, die mit Stöcken auf die beiden einschlugen. Die äleberfallenen sprangen auf einen vorbeifahrenden Autobus und entkamen ihren Verfolgern. Von der Polizei wurden Verhaftungen vorgenommen. Der Reichspräsident an die Stockholmer Kirchenkonferenz. Berlin, 18. Aug. (X. U.) Reichspräsi- deut von Hindenburg hat an die in Stockholm tagende Allgemeine Konferenz der Kirche Christi für praktisches Christen- tum folgendes Begrüßungstelegramm gerichtet: „Hunderte von offiziellen Vertretern ber christlichen Kirche haben sich in biefen Tagen in Stockholm 3ufammengefunben, um die großen Lebensfragen der Gegenwart nach den Grundsätzen christlicher Sitllichkeit gemeinsam zu behandeln, die ungeheure Aufgabe der Weltgestaltung vom Standpunkt bes christlichen Gewissens aus anzupassen und bie schweren Nöte bes sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens der Völker im Geiste des Evangeliums zu lindern. Ich begrüße mit herzlicher Freude diese Zusammenkunft als ein besonders wertvolles Glied in der Art der vielen Bemühungen, die um den wahren Frieden der Menschheit ringen, und hoffe, daß dieser Konferenz für praktisches Christentum zu ihrer großen und wichtigen Arbeit Gottes reicher Segen be- schieden sei. Mögen ihre Beratungen in dem Geiste der Liebe und des Sichverstehens der Völker sich vollziehen und möge von ihnen eine Kraft zur inneren Gesundung der Menschheit ausgehen." Ein protestantisches „Märtyrer- Denkmal" in Ober-Oesterreich. Ein neues Märtyrer-Denkmal wurde am Montag auf dem Haushamerfelde bei Salzburg bei überaus starker Beteiligung der protestantischen Bevölkerung Ober-Oesterreichs enthüllt. Der Denkmalssetzung liegt folgender historischer Vorgang zugrunde: Hm die protestantische Bevölkerung Ober-Oesterreichs zur katholischen Kirche zurückzuführen, ließ vor 300 Jahren der Statthalter Graf Adam Herber st orff 36 evangelische Bürger unb Dauern zu zweien um ihr Leben würfeln. Die verlierenden wurden an der Linde auf dem Haushamerseldr bei Frankenburg oder auf den Kirchtürmen der umlicgenben Orte zuTodegebracht. Den Ort dieses Dlutgerichtes, das den darauffolgenden oberösterreichischen Bauernkrieg veranlaßte, kennzeichnet das jetzt nach dem Entwurf von Professor Ernst Liebermann -München errichtete Denkmal. Rach der Enthüllungsansprache von Schulrat Dr. Stallinger, der die Glaubenstreue und Heimatliebe der österreichischen evangelischen Dauern hervorhob, sang die Menge das alte Glaubenslied „®in feste Durg". Landbund-Obm an n Rationalrat Maier bezeichnete das Heldendenkmal als eine Mahnung an die lebenden und kommenden Geschlechter, das ererbte Vätergut der Glaubensfreiheit zu wahren. Der Vertreter der evangelischen Dauern- schaft, Trautenberger, führte noch einem Rückblick auf jene Zeit der Gewissens knecht- schäft aus, daß die Zukunft insofern lichter erscheine, als hier heute, nach 300 Jahren, Prote st a n t e n und Katholiken Schulter an Schulter ein Treugelöbnis zur Glaubensfreiheit ablegten. Landeshauptmann- Stellvertreter L a g o t s ch legte namens des Landeshauptmanns von Ober-Oesterreich zu Ehren der heldenmütigen Kämpfer um Glaubensfreiheit und Heimat am Denkmal einen Kranz nieder. Abreise des Nuntius Paeelli von München. München, 19. Aug. (T. U.) Gestern abend ist mit bem fahrplanmäßigen Schnellzug München— Berlin, in ber auf Veranlassung ber Reichsregierung ein Salonwagen eingestellt war, ber neuernannte Nuntius in Berlin, Msgr. Pacelli, ber bislang bie Münchner Nuntiatur inne hatte, nach Berlin ab- gereift. Das Geleit gab ber bayrische Ministerpräsident Dr. Held, ber Kultusminister Dr. Matt, ber frühere bayrische Ministerpräsibent Dr. von K n i 11 i n g , ber Reichsgesanbte in München von Haniel, Herren vom Ministerium des Aeußern und vom Kultusministerium und der Domkapitular Degenböck an ber Spitze zahlreicher Domherren. Als bie Herren aus bem Fürstensalon auf ben Bahnsteig heraustraten, würbe der Nuntius von einer großen Menschenmenge mit lebhaften Hochrufen empfangen. Von der bayrischen Grenze sandte der Nuntius an den bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Held folgenden Abschiedsgruß: „Im Begriff, die bayrische Grenze zu überschreiten, hege ich ein Herzensbedürfnis, indem ich den Ausdruck erneuter großer Verehrung Eurer Exzellenz und ber bayrischen Staatsregierung entbiete mit ben wärmsten Wünschen für bas Wohl bes ganzen bayrischen Volkes." Deutsche Dischofskonferenz in Fulba. Dienstag früh ist in Fulda die Deutsche Bischofskonferenz zusammengetreten. Als Teilnehmer sind eingetroffen der Fürstbischof von Breslau, die Erzbischöfe von Köln, München und Freiburg, die Bischöfe von Trier, Paderborn, Meißen und Osnabrück. Der Wiener Ironisten-Kongreh. Wien, 18. Aug. (WTB.) Heute würbe hier ber 14. Zionistenkongreß in feierlicher Weise burch ben Präsibenten ber Weltorganisation Dr. Weizmann eröffnet Der Feier wohnten u. a. bei: Bunbes- minifter Resch, Polizeipäsibent Schober, ber Generalkommissar bes Völkerbunbes Dr. 5 i m m ermann , Mitglieber bes biplomatischen Korps sowie Delegierte aus ber ganzen Welt. Dr. Weizmann wies auf bie Fortschritte bes Zionismus seit dem Auftreten Herzls hin. Seit dem letzten Zionistenkongreß vor zwei Jahren habe die Einwanderung nach P a I ä ft i n a in bedeutendem Maße zugenommen und in ungeahnter Weise habe sich der Ausbau des Landes entwickelt. Minister Resch überbrachte die Wünsche der österreichischen Regierung. Mit einem Vortrag bes Wiener Oberrabbiners Dr. Chases über ben Zionismus als Weltproblem schloß bie Feier. * Nach bem Polizeibericht haben sich in einzelnen Stabtteilen förmliche Kämpfe abgespielt. Beim Burgtheater würben aus ben Bänken in ben Anlagen Barrikaden gebaut, bie von der Polizei g e ft ü r m t werden mußten. Die Demonstranten verteidigten sich mit den eisernen Rasenschützern. Ein Versuch, das Parlament zu stürmen, konnte recht- zeittg oerhinbert werben. Am Dienstagabenb setzten erneut Kunbgebungen gegen ben Zionistenkongreß ein. Demonftrierenbe Nationalsozialisten sammelten sich in der Hauptverkehrsgegend bei ber Oper und am Schwarzenbergplatz. Die oerschiebenen Gruppen würben von ber Polizei in bie Seitenstraßen ab- gebrängt unb zerstreut. Aus aller Wett. Die Feuersbrunft auf Amrum. Das Seebad Rorddorf auf Amrum ist am Montag, wie schon kurz gemeldet, innerhalb einer Stunde bei starkem Rordwest- sturm durch Feuer zu einem Drittel vernichtet. Zahlreiche Badegäste sind obdachlos. Richt weniger als zehn Wohnhäuser, Pensio- nate oder Privathäuser mit landwirtschaftlichem Betrieb fielen den Flammen zum Opfer. Das Feuer kam um 3 Uhr nachmittags zum Ausbruch und wurde durch Funkenflug aus dem Schornstein des Ambronenhauses verursacht. Der starke Rordwind sachte das Feuer, das anfangs nur das Ambronenhaus ergriffen hatte, in kurzen Augenblicken zu einem gewaltigen Flammenmeer an, dem zehn nebeneinander- liegende zum größten Teil strohgedeckte Häuser rettungslos preisgegeben wurden. Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr blieb nur noch die schwierige Aufgabe übrig, ein noch weiteres Umsichgreifen des rasenden Elements zu verhindern. Don dem Inventar der einzelnen Häuser konnte nur wenig gerettet werden. Eine geringe Anzahl Vieh kam in den Flammen um. Schweres Dampfer-Unglück in Amerika Reu Port (Rhode-Islaird), 19. Aug. (WB. Funkspruch.) Auf dem Dergnügungsdampfer „Macfinac", auf dem sich 6ZZ Ausflügler, darunter viele Frauen und Kinder, befanden, explodierte der Dampfkessel. Das ganze Mittelschiff wurde durch die Explosion zerstört. Unter den Passagieren entstand eine Panik. 1Z Personen wurden durch den ausströ- menden Dampf getötet, 75 wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Da sich die Explosion in der Rähe eines Warine-Aebungsplatzes ereignete, konnte das Schiff mit den darauf verbliebenen Passagieren von den in der Rähe beftndlichen Kriegsschiffen an das Alfer g ebracht werden. Das Schlachtschiff „Wyoming" sowie eine Reihe von Aufklärungskreuzern und Torpedobootszerstörern wurde durch Funkspruch an die Alnglücksstelle gerufen und beteiligte sich an dem Rettungswerk. Der Breslauer Doppelmord. Nach mehrstünbigem Verhör ist am Montag in später Abenbstunbe bas junge Ehepaar Stanbtke, bie Adoptivtochter bes ermorbeten Professors Rosen, unb ihr Mann von ber Morb- kommission ber Breslauer Kriminalpolizei plötzlich verhaftet worben. Sie stehen beibe in bringen« bem Derbacht, an ber Ausführung ber furchtbaren Tat, zum minbeften an ben Vorbereitungen zu bem Verbrechen hervorragenb beteiligt gewesen zu sein. Bei ihren Vernehmungen, bie während bes ganzen Vormittags von einem großen Beamtenstab fortgesetzt würbe, leugnen sie beibe noch hartnäckig, von dem Verbrechen irgendwie etwas gewußt zu haben. Zur Zeit wird außerdem nach die alte Mutter bes verhafteten Stanbtke polizeilich vernommen. Verschiedene Wibersprüche in ben gegenwärtigen Aussagen konnten bereits festgestellt werben. Aufregender Kampf mit einem Mörder. Die Verhaftung eines Mörders erregte am Mcmtagnachmittag in der Kolonie Berlin- Grunewald großes Aufsehen. In der Villa Douglasstraße 22 befinden sich die Räume des Filmregisseurs Willy Murn au, der zur Zett in Schweden wellt. Seine Abwesenheit benutzte einer seiner Diener, der 32jährige Russe K a - mhchenkoff, um 'seine Freundinnen in ber Wohnung Murnaus zu empfange:,. Am vergangenen Samstag führte Kamychenkoff einen feiner Kollegen in fein im dritten Stock gelogenes Mansardenzimmer, wo auf dem Bette eine vollständig bekleidete junge &rau tot dalag. Der Russe erklärte, daß sich das Mädchen in der Rächt zum Samstag in seinem Znnmcr erschossen habe. Der Diener riet ihm, so schnell wie möglich die Polizei zu benachrichtigen, was Kamychenkoff auch zu tun Verspracy. Als dieses aber bis zum Sonntag noch nicht geschehen mar, erstattete der Diener Anzeige. Die Beamten begaben sich sofort nach der Douglasstraße, erhielten aber leinen Einlaß und der Russe drohte ihnen, sie zu erschießen, falls sie sich den Zutritt erzwingen wolllen. Zwei Beamte schnallten sich nun einen Panzer um und begannen, die Tür des Zimmers mit Gewalt zu erbrechen. Der Russe feuerte sofort, ohne jedoch Schaden anzurichten. Dann fiel in dem Zimmer ein einzelner Schuß und als die Tür zertrümmert war, fanden die Beamten den Russen tot am Boden liegen. In dem zugedeckten Bett lag die Leiche des erschossenen Mädchens. - Jleuer 2ftorb bei Berlin. Dienstag morgen wurde in Oermcnborf bei Oranienburg ber 60jährige Kaufmann Emil Lohmeyer von Ortsbewohnern in ber Küche feiner Wohnung ermorbet aufgefunben. Rach ben Feststellungen des Arztes erhielt Lohmeyer mit einem scharfkantigen Gegenstand vermutlich einem Beil, sechs bis sieben Hiebe auf ben Schädel, bie teilweise bas Gehirn freilegten. Ob Raubmorb vorliegt, wirb erst bie genaue Durchsuchung der Sachen ergeben. Nach den bisherigen Feststellungen erscheint dies unwahrscheinlich, da die unverschlossene Labenkasse unangetastet Dorgefunben wurde. Von bem Täter fehlt bisher jede Spur. Großfeuer in Kölw-Mülheim. Dienstag abend brach in der Fabrik feuerfester Erzeugnisse von Martin & Pagen st echer in Köln-Mülheim ein Brand aus, der sich mit großer Schnelligkeit über die Fabrikanlagen verbreitete. Außer den Baulichkeiten fielen wertvolle Maschinen und eine Menge geformter und ungeformter Steine bem Feuer zum Opfer. Der Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist, beträgt etwa 250000 bis 300 000 Mk. Großfeuer auf ber Insel Föhr. Dienstagnacht entstand auf der Insel Föhr ein Großfeuer, das in kurzer Zeit das Gutsanwesen von Christian Arffen ein« äscherte. Die Ursache des Feuers konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Vier benachbarte Wohnhäuser fielen ebenfalls den Flammen zum Opfer. Der Mobiliarschaden ist groß. Die gesamte Kornernte, die erst kurz vorher eingebracht worden war, ist mitDerbrannt. Zehn Bauernhöfe niedergebraant. 3m Dorfe Gewiesen in Pommern entstand in einem, Arbeiterhause Feuer, das schnell um sich griff und in kurzer Zeit zehn Bauernhöfe einäscherte. Das Vieh wurde größtentells gerettet. Die gesamte Ernte ist verbrannt. Grubenunglück. Aus der Zeche „Konstantin ber Große" (Bochum) Schacht 8 und 9 bestiegen der Betriebsführer Pretzier und der Reoiersteiger Möller einen Auf - äug bes Reviers. Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache r i ß plötzlich bas Seil unb ber Färber-- torb fauste in bic Tiefe. Die beiden Beamten wurden noch lebend, aber mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen und ins Krankenhaus transportiert, wo sie inzwischen ihren Verletzungen erlegen sind. Eine Tobessahrt. Auf einer abschüssigen Straße in Hamburg wurden die Pferde eines Wagens aus Heinrichshof im Sachsenwald scheu unb gingen durch. Der Wagen siel um. Der Kutscher und ein junges Mädchen fanden den Tod, während ein Dritter schwer verletzt wurde. Ein Lustfahrtinstitut an ber Aeuyorker üniberfitäi. Der amerikanische Millionär Guggenheim hat der Hniberfität Reuyork 500 000 Doll, zur Gründung eines Lustfahrtinstituts gespendet. Die Halste der Summe soll für die Besoldung von 5 Professoren dienen. Die Vereinigten Staaten besitzen wohl 22 Fliegerschulen, aber bisher nur drei Luftfahrtwissenschaftliche Institute. Elektrifizierung der Eisenbahnstreckr Bozen—Brenner. Rom, 19. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das offizielle Gesetzblatt veröffentlicht ein Dekret, kraft dessen die Staatseifeiibahnverwaltung berechtigt ist, die Elektrifizierung der Strecke Bozen-Brennen für eine Dumme von 60 Millione n ■Oire vorzunehmen und die Summe auf die Finanzjahre 1925/26 und 1926/2Z zu verteilen. Ein neuer Polarflug Amundsens. . Amundsen plant, im nächsten Sommer einen Polarflug mit einer Dorniermaschin e aus- zufühoen, um das Gebiet zwischen Spitzbergen undAlaska zu erforschen. Sein Polflugzeug Hot er für eine Flugexpedition nach der Südsee nach England verkauft. Der erste Flug fron Süd- nach Nordamerika. Aus Balboa wird gemeldet, daß zwei Fvkkerflugzeuge mit fünf Deutschen an Bord auf dem Wege nach Key West (Florida) aus Darranquilla (Columbia) wohlbehalten auf dem Francefield gelandet sind. Die Flugzeuge gehören der Deutsch-Kolumbi- schen Lufttransportgesellschaft, die zwischen Darranquilla und Bogota Passagier- unb_ Postverkehr einrichtet. Hauptmann Fritz erklärte, die Reise hätte keine Schwierigkeiten und Gefahren. Sie habe insofern geschichtliche Bedeutung, weil zum erstenmal die Reise von. Süd- nach Rordamerila über Zentralamerika im Flugzeug zurückgelegt worden wäre. Wettervoraussage. Nachlassen der Nieberschläge, doch noch oer- anberlich und mäßig warm. Ein Ostseewirbel greift mit Ranbbilbungen in unser Gebiet hinein unb bewirkt leichte Regenfälle. Gleichzeitig rückt eine schwache westliche Zyklone ostwärts. Der östliche Wirbel verlagert sich mit seinem Sern nach Rußland so baß sein Einfluß auf unseren Bezirk allmählich nachläßt. Temperaturen: 24,8 Maximum, 13,2 Minimum, Morgentemperatur 14,2. iiu Jlo sE & L Saun i.« tu» i ynmittclf Minen, wie dtt Vorfalls Da wöhnliil was er farnmcH' pbon 0, oröcitm ander - baren >n arbeiten Klo sau _ das 1 halben 6 6o c ich habe die ich ü nächsten 3eitm Sv Leitung sländlia geBügel Gehirne gewohnt der Das Ausbau jolgenbi veifichei tsthM Grünt teno Smdei Mic drw tlQi M mit eii Auch r erhöht« nachgh niipt ji bliebent nwnaier fttfung Crfjöljinu neuen M in S Wette a 1. Sept« Harten miger A träge so 1925 si Morten bersch mark n Zug ber gebet Beiträge sind von sich zu entsprich 2 Mcu Komps« das $r so dreh ÜraM oder Ej 'M1 kenkasser d-e Ära; Ar Kr ^achtsph dabei zu Unzen, des fyuq N> einer 'ch!. 5) Men sü "er bie1 se'chnet. 2er lanbs, § Interesse' Massen fr1 iola W b? 2et °"k°ss! chr § tafii ."eoei Wche GlltcH 6in?ad Möbk. mheiet Obigen ,3in dntlen Z>-n rQuföem? ««• lodete ’ Crfl5tf< ÜV' L« A dener “'s Mn V4 tajl WtiL6!^ fatal s y*1 (W keinen ’ M »u er. kktrn h Zvingv, rottoy, 3ün- ÄtMe ein einJz^ten. « Ä% -'OL Berlin. r-j-N »•‘“«ytf '«S »t* ä‘x 4Emük l,wK ^Dülhei». Lm der Fabrik ^chememDrmd M!M über die Wer drn 'Saufi^ Maschinen urj» ' ungelvrmler Slme Schaden, der durch «ragk etwa 250«» 3n[el Ahr. tuf ter 3nfe( Ahr oeit das Suts- u 2rffen ein- Feuers konnte bis- m. Dm brnachbaNe den Kaminen H tztvß. Die z^amie z vorher eingebracht biannt itbttgtbtMiL .n Pommern cnifmb tucr, das schnell um jeil zehn Baucrnhose irde größtenteils gc- ifi verbrämt. kuck. der Große" (Bochums LemebrsührerVrtß' Rodet einen äuj- noch nicht aufgeflärtcr ilunbbergärber- je. Die beiden Beamten mit iebenstzesährlichen ins Arantenhaur trans- ihren Berlegun- ifaftt. Straße in Hom- e eineß Wagens sentvoll» scheu unb en siel um. Der Mädchen Ian» Dritter schwer xäv infrttut ilmbttfüfll LÜhsnat Auggen« Wrt 500000 M ibrtinstituts gespenoet^ oll sür die Des°Y Die Dereimglen Stau aerschulcn, aber bisher Wiche Onstüute. Eiscnbohitstreckr ^^Funkspruchi ®a* die Summe au w 1926 2? AU verteilen, id Amundsens. * K5 .jermaschl"?"^, 3ss» H-ZH ege na7 vohl' ,ell> u.m.^ ' eui Mfh.«! “t sfenJ«* )entralau^" wäre. Aussage- oer- -schlag-' ,Äirf^ GO 'SP”"'* 132 ^ininm 1' 62:10; des auch hier auf Profit gearbeitet ! Den wirtschaftspolitischen Bestrebungen Zutaten zum Belag; . 100 g Butter 100 g Zucker i 50 g Mandeln '/, Päckchen Dr. Oetker'» Vanillinzucker turtfl und den Berkaus von Arznei- und 3)cilmiudn, Näbnnilteln. Verbandstoffen. Brillen, Bruchbän- dern, Artikeln der Krankenpflege u. dgl. Er ist de- strebt, dieseni Unternehmen unter Ausnutzung seines Einflusses Lieferungsmonopole bei den kaffen )u verschaffen, wie ihm dies beispielsweise durch den Vertrag mit dem Deutschen Bärferocrbarb für die Lieferung von Brunnen- und Ouellprodutten gelungen ist. Die genannte Gesellschaft har auch die Mehrheit der Aktien der .Dskar-Skaller-A.-G." (öie Verbandstoffe herstellt) erworben in der Absicht, dieses Unternehmen durch Zuführung eines erweiterten Kundenkreises und billigeren Geldes an Stelle des teueren Bankkredites wieder rentabel gu machen. Erklärtermaßen wird nicht daran gedacht, die Skaller-A.-G. zu einem gemeinnützigen Unter- nehmen ohne Dividende zu gestalten. Es wird also Hauptverbandes deutscher Krankenkasien stehen wir fern ;die Verquickung von öffentlicher Fürsorge und Geschäft lehnen wir aus naheliegenden Gründen ob. Wir bitten die uns angefchloffenen Kranken, kosten dringend, von der .Heilmitteloersorgung deutscher Krankenkasten, A.-G., Berlin** nichts zu beziehen und ihr Gefchäftsgebahren in keiner Weife zu unterstützen. Hessischer Bund für Heimatschutz. Der Ende Juli und Anfang August in den Tageszeitungen veröffentlichte Aufruf zum Bei- trit zu einem Hessischen Bund für Hei. matschug hat, wie aus den cingegangenen Zu- stimmungserklärungen zu entnehmen ist, lebhaften Widerhall gefunden. Trotzdem ist anzunehmen, daß eine grobe Anzahl Leser den Aufruf zwar zustimmend gelesen, aber doch versäumt hat, ihn aufzu- heben und so bis jetzt nicht in der Lage war, den etwa beabsichtigten Beitritt auszusprechen. Allen diesen, denen — ohne ein Feind neuer Gestaltungsformen zu fein — an der Erhaltung der Hei- matschönheit und Eigenart unseres Landes gegenüber unerwünschten Eingriffen in das Stadt-, Orts- und Landschaftsbild, wie sie unsere Zeit leider mit sich bringt, gelegen ist, und die sich für althergebrachtes Kulturgut einsetzen, sowie solches als wertvolles Erziehungs- und Anschauungsmittel im Sinne fortbildungsfähiger Ueberlieferung ancr- kennen, sei daher nochmals Gelegenheit geboten, sich zu dem Bund anzumelden. Ministerialrat Wagner, Darmstadt, Liebigstr. 25, ist zu Aus- fünften gern bereit und nimmt auch Beitritts» erklärungen an. 9lod) einmal: Helft den Optanten. Zur Ergänzung der staatlichen Fürsorge wegen Linderung der Not besonders bedürftiger Optanten aus Polen hat die R e i ch s g e f ch ö f t s st e l l e der Deutschen Nothilfe sich im Einverständnis mit den mabgebenben Behörden bereit erklärt, Spenden für diese ergänzende Fürsorge entgegenzunehmen. Die Spenden können eingezahlt werden an die Deutsche Bank, Berlin, und die P i s c o n t o- ge se llf cha f t, Berlin, Konto Deutsche Not- hilse, Optanten spende" oder auf das Postscheckkonto ..Deutsche Nothilfe, Optantenspende", Berlin Nr. 4900. denn die Neichspost labt hier den Sabel- sträng Frankfurt — Gießen — Dort, mund bzw. Hannover durchführen. Es war eine schwierige Arbeit, die armdicken Kabel durch die Nähren über die Brücke zu bringen, trotz der lautesten Nufe des Vorarbeiters: ^))au — Nrrrruck" ging die Arbeit nur langsam vorwärts. Der Verkehr über die Brücke staute sich, unb auberbem sammelte sich eine große Menge Neugieriger, die den inter- efienten Arbeiten zuichaute. Auf dem Fußsteig des Bahnhofsplatzes angelangt, biegt das Kabel zum Poftgedäude ad. " Gleibergvcr« in. Am Sonntag, dem 23. August, findet von nachmittags 3*, . Uhr ab ein großes, öffentliches Gleibergfest statt. Burgbeleuchtung und Feuerwerk ist vorgesehen. Don Oßwaldsgarien ab ist für Fahrgelegenheit gesorgt. (Näheres siehe Anzeige.) Rechnen Sie'» nach wie billig sich ein selbstgebackener Kuchen nach Dr. Oetker s Rezepten stellt! Zum Beispiel ist Bienenstich in Springform, ein noch nicht «Dganein bekanntes Gebäck, von vorzüglichem Geschmack and für jede Jahreszeit geeignet, außer- ordentlich preiswert. Zubereitung« Zuerst bereitet man den Teig. Die Butter rührt man zu Sahne, fügt Zucker. Ei, das mit dem Backin gemischte und gesiebte Mehl, Milch und eine Pose Salz hinzu. Diesen Teig rollt man auf einem gefetteten Kuchenblech reichlich -/» cm dick aus. Die Butler zum Belag läßt man schmelzen, nimmt aie vom Feuer, fü"t den Zucker, Vanillinzucker, die gemahlenen Mandeln hinzu und verrührt alles gut miteinander, streicht die Masse auf den Teig und backt den Kuchen bei Mittelhitzc reichlich eine halbe Stunde. Will man den Kuchen füllen, so bereitet man eine Buttercreme, indem man 1 Päckchen Dr. Oetker • Vanille - Saucenpulver mit */u I Milch und 120 g Zucker unter ständigem Umrühren zum Kochen bringt und dann die Gräme bis zum Erkalten rührt Hierauf rührt man 100g Butter und 20 g Palmin schaumig und gibt teelöffelweise die erkaltete Gerne darunter. — Es empfiehlt sich, den Kuchen erst am Tage des Gebrauches zu backen. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriff en,umsonst und portofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld. 14. 12. 12:10. — Freiherr August v. Amtsgericht Wetzlar. Q Wetzlar, 15 Aug. Wegen Forstdieb- ft a h l s war gegen den Maurer Friedrich K. von Niederwetz durch Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar auf 89 Mark Geldstrafe und 8,90 Mark Werlersatz eot. zwei Tage Haft erkannt worden. Auf seinen Einspruch hiergegen stand K. heute oorrn Einzelrichter. K., bei dem gelegentlich einer Haussuchung Fichtenstammholz geftmden wurde und über dessen Erwerb er verschiedenartige Angaben machte, bestreitet, den Forstdiebstahl ausgeführi zu haben. Jedoch das Gericht sieht den Angeklagten im Hinblick auf die Aussagen der vernommenen Zeugen als den Täter an und verurteilt ihn zu 44,50 Mark Geldstrafe und 8 Mark Wcrtersatz, im Nichtdeitrei- bungssalle für je 5 Mark ein Tag Haft. Auch wird die Einziehung der bei der Tat benutzten Säge an- geordnet. Wegen unentschuldigter Schuloersäumnis seines Sohnes waren dem Kaufmann Hermann K. von Wetzlar durch die Polizeiverwaltung Wetzlar 3 Mart Geldstrafe zudiktiert worden. K. stellte hiergegen Eintrag auf gerichtliche Entscheidung mit der Begründung, infolge Krankheit seiner Frau hätte er seinen Sohn zu Hause benötigt. Die Verhandlung ergibt dagegen, daß der Sohn an diesem Tage vor- mittags mit seiner Mutter von einer Reise zurück- gekommen ist. Auch war er schon öfter unentschul- dlgt der Schule ferngeblieben. Das Gericht erhöht daher die Strafe auf 10 Mark eot. zwei Tage J)aft und Auferlegung der Kosten. Aus Stadt und Land. Vieh en. den 19. August 1925. Bis in die Zeitung. OHan hat als Zeitungsschreiber kein rechtes Gefühl dafür, ob den Leler überhaupt die Technik der Derichkerstattung interessiert. Der Fachmann letzt vieles als selbstverständlich voraus, was vielleicht den Außenstehenden fesselt, und glaubt umgekehrt auf Interesse zu st osten, wo ihn nur Gleichgültigkeit erwartet Immerhin höre ich ab und zu so beiläufig im Gespräch von folchen, die nicht wissen, daß ich für die Zeitung schreibe, wie ihnen manchmal die Schnelligkeit, mit der wir die Aachricht weitergeben. imponiert. „ , Wenn der Zufall günstig ist, und eine Meldung ohne Zeitverlust durchgegeben wird und unmittelbar vor dem Abschluß der Zeitung noch Ausnahme findet, dann kann es allerdtngÄ Vorkommen. dast die Zeitung so früh Moon erzählt, wie der Leser, der unterwegs noch Zeuge des Vorfalles war. wenn er zu Hause ankommt. Während z.V. bei einem Unglück der gewöhnliche Mensch ratlos dasteht und nicht weist, was er machen soll, bat der Reports die Zusammenhänge rasch erfragt, ist zum nächsten Telephon gestürzt, hat den Wortlaut telephonisch in bic Maschine diktiert. Aach redaktioneller Ueber- arbeitung geht die Meldung zur Druckerei, wird an der Maschine gesetzt, korrigiert, eingereiht und dann in Druck gegeben. Mit rasender Schnelle arbeiten die modernen grasten Maschinen. Das Auto saust zur Post oder zu den Ausgabestellen — daS Ganze ist das Werk von kaum einer halben Stunde. So etwas wirkt natürlich verblüffend. Und ich habe selbst schon gestaunt, daß ich Meldungen, die ich vor 20 Minuten durchgegeben hatte, beim nächsten Zeitungsaushang schon in der fertigen Zeitung gedruckt vorfand. So arbeitet ein unsichtbarer Stab hinter der Zeitung. Und das. was dem Leser eine Selbstverständlichkeit geworden ist. besorgt ein fein ausgeklügeltes System von vielen Handgriffen und Gehirnen, die alle nötig sind, damit der Leser zur gewohnten Zeit feine unentbehrliche Zeitung hat. Ausbau der Angestelltenverficherung. Das neue Reichsgesetz vom 28. Juli 1925 über Ausbau der Angestelltenversicherung usw. bringt u. a. iolaenbe wichtige 21cnberungen in der Angestellten - Versicherung. Mit dem 1. Juli 1925 treten folgende Erhöhungen in Kraft: Grundbetrag für das Ruhegeld aus der Angestell- tenversicherung von jährlich 360 auf 480 Mark, Kindcrzuschuß von jährlich 36 Mark auf 90 Mark, jährlicher Sleigerungssatz aus den für die Zeit seit dem 1. Januar 1924 gültig entrichteten Beiträgen von 10 vom Hundert auf 15 o. H. Ruhegeld und Hinterbliebenenrenten erfahren damit eine Erhöhung um durchscknitlich ein Drittel. Auch die bisherigen Rentenempfänger erholten die erhöhten Bezüge ohne Antrag im August d. I. nachgezahlt. Bis zum Schlusie des Jahres 1928 gelingt zur Erfüllung der Wartezeit bei den Hinter- bliebenenrenten die Zurücklegung von 60 Beitrags- monaten auf Grund der Berficherungspflicht. Zur Deckung der erhöhten Leiftunaen war eine mäßige Erhöhung der Beiträge nicht zu umgehen. Die neuen Beiträge treten mit Wirkung vom 1. Sept. 1925 in Straft. Es ist zwecklos, Marken der alten Werte auf Vorrat zu kaufen: für die Zeit vom 1. September 1925 ab dürfen nur noch die neuen Marken verwendet werden. Andererseits tut ein säumiger Arbeitgeber gut daran, die rückständigen Beiträge sofort zu entrichten. Nach dem 10. September 1925 sind auch für rückliegende Zeiten die neuen Marken zu verwenden. Vom 1. Juli 1925 an ist bei Versicherten, deren monatliches Entgelt 50 Reichs^ mark nicht übersteigt, sowie bei Lehrlingen ein Abzug der Beitragshalfte unzulässig. Der Arbeitgeber hat jetzt für diese Versicherten die vollen Beiträge allein zu entrichten. Für Halbversicherte sind vorn 1. Juli 1925 an Beiträge in der Gehalts- flösse zu zahlen, die Dem halben Arbeitsverdienst entspricht. Die Scheidung innerhalb der Krankenkassen. Man schreibt uns: So wie es sich in dem Kampfe zwischen Krankenkasien und Aerzten um das Problem drehte, Angestellter ober freier Arzt, so dreht es sich in den Wirttchastsfragen bei den Krankenkassen um die Frage der Selbstbelieferung ober Eigenbetriebe im Kampfe um die freie Wirtschaft. Der Versuch der oclbftbelicferung der Krankenkassen hat Fiasko erlitten, ttatz alledem haben die Krankenkassen bzw. der Hauptvorstand Deutscher Krankenkassen auf alle Weise versucht, ihre Machtfphäre zu erweitern. Die Krankenkasien sind dabei zur Herstelluna eigener Heilmittel übergegangen. Diese wirtschaftspolitischen Maßnahmen des Hauptverbandes Deutscher Krankenkasien haben zu einer Spaltung innerhalb der Krankenkassen gc- führt. Die Mehrzahl der deutschen Krankenkasien haben sich durch untenftehende Erklärung als Gegner dieser wirtschaftspolitischen Experimente bc- .zeichnet. Der Gesamtoerband der Krankenkasien Deutschlands. Sitz Esien, der Verband zur Wahrung der Interessen der deutschen Betriebskrankenkasien, Sty Essen, der Reichsoerband der deutschen Landkrankenkassen, Sitz Berlin, und der Hauptoerband deutscher Jnnungskrankenkassen, Sitz Hannover, erlassen die folgende gemeinsame Erklärung vorn 1. August d. Js.: Der sogenannte Hauptoerband deutscher Krankenkassen, e. V., Sitz Berlin, betreibt unter dem anspruchsvollen Namen .HeilmittelVersorgung deutscher Krankenkasien, Aktiengesellschaft", die Herstel- Zutaten zum Telgi 100 g Butter 1 Ei 50 g Zucker '/, Pfund Mehl Vi Päckchen Dr. Oetker s Backpulver Backin i/„ I Milch etwas Salz Vissing-Sri nnerungs-Renncn: 1. Gest. S'.arpels Orkus. 2. Qlain Aain, 3. Diego. Lot. 23: 10; 13. 13:10. — Eduard v. Drucrlius-Erinnerungs- Aennen: 1 2 und E. von Weinberg» Mdron. 2. Humboldt, 3 Giselher. Lot. 19:10; 15. 25, 40:10. Nationale Leichtathletiktvettkämpse in Frankfurt am Main. Irofobad) läuft 14,6. Bier deutsche Meister am Starhalänzende Ergebnisse bei starker Beteiligung, beinahe Weltrekord, so ging's in Frankfurt bei dein Leichtathletik Sport- fest der Frankfurter Eintracht zu. Jedenfalls ein voller Erfolg". Besonderes Interesse erregte der Rekordversuch des deutschen Hürdenmeister» Trotzbach im 110-Meter-Hürdenlauf, erregte auch der Start des neuen deutschen Meisters Eorls über 100 Meter, schließlich die Starts von Brechenmacher und 5?än- chcn, ebenfalls deutschen Meistern. T r o tz b a ch unterbot bei seinem Versuch die Weltrekorbzcit, warf aber eine Hürde um, so datz eine offizielle Weltrekordleistung nicht verzeichnet werden konnte. Dabei lief er 14,6 Sek., also eine ganz hervorrragende Zeit. Den 100-Meter-Laus gewann C o rt s leicht in 10,7 Sek. Auch in den übrigen Läufen gab es in Anbetracht des starken Gegenwindes gute Zeiten. In einem 3000-Meler-Vorgabelaufen hatte Walpert- Cassel bereits sämtliche Vorgaben aufgeholt, als er noch zum Schlich dem Endspurt des Frankfurters Jordan zum Opfer fiel. Breitcnsträter schlägt Clement «. P. Der schon mehrmals angesagte Kamps zwischen ‘Brcitenfträtcr und dem Halbschwergewichts- meister von Europa Clement (Schweiz) sand nun doch — in Essen — statt. Breiten st räter konnte in den zehn Runden nach Punkten siegreich sein. Mehrmals muhte Clement gute Treffer einstecken, manchmal auch zu Boden gehen. Aber auch Breitensträter wurde durch den Kampf mitgenommen, ihm wurden beide Augen aus- geschlagen. Immerhin reichte seine lleberlegen» heil gegen den technisch sehr guten Schweizer zu einem Punktsieg. — Kaube und Tomlowiak bvkten unentschieden, Dersinger verlor gegen Griese nach Punkten, Gores wurde gegen Sasse disqualifiziert. Die Radweltmeifterschaftcn in Amsterdam. Am Sonntag kamen bic Fliege r Weltmeisterschaften zum Austrag. Schon am Samstag waren hierfür die Vorwettbewerbe aus- getragen wordri,. Von den deutschen Vertretern waren noch die Kölner Oßmella, Krewer und Stesses im Rennen. Es gelang aber nur noch Otzmella, in den Zwischenlauf zu kommen, mutzte sich aber gegen Meyer-Holland beugen. Somit erringt Jaap Meyer Holland die Fliegerweltmeisterschaft der Amateure. Bei den Berufsfahrern schied der einzige Vertreter Deutschlands schon in den Ausscheidung- kämpfen am Samstag aus. Endlauf: 1. Kaufmann- Schweiz: 2. Schilles-Frankreich (eine halbe Länge); Endlauf der Zweiten: 1. Michard; 2. Moeskops. Hiermit gewann Kaufmann-Schweiz die Flieger- Weltmeisterschaft für Berufsfahrer. Die höfliche Reichsbahn. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat an alle Dienststellen und Bediensteten ihres Bezirks eine Verfügung erlassen, die zur Hebung des Reiseverkehrs und dessen glatter Abwicklung beitragen soll. In dieser begrüßenswerten Verfügung wird hervorgehoben, daß „zur Hebung des Reiseverkehrs beiträgt, wenn von jedem Bediensteten pflichtgemäß ein zuvorkommendes und höfliches Gebaren den Reifenden gegenüber überall und ftän- big, mehr als bisher, wirklich und aus innerster Ueberzeugung geübt wird. Jeder Bedienstete lerne, sich in die Lage eines mit dem Eisenbahn- wesen nicht vertrauten Reisenden zu versetzen unb gebe jebe Auskunft kurz und sachlich und in der Form, inderersieinähnlicherLagefür sich erwartet! Jede mögliche Hilfeleistung unb bereitwilligste Auskunfterteilung tragen dazu bei, die Reiselust zu wecken: jeder Mangel an Umgangs- formen dagegen entfremdet die Reisenden der Eisenbahn. Rechtzeitiges Oefsnen der Schalter und der Bahnsteigsperren, entsprechend den jeweiligen Verkehrsbedürfnissen, die Ausgabe direkter Fahrkarten nach dem Reiseziel in allen möglichen Fällen, bereitwillige Anweisung der Plätze usw. werden die Reisenden stets dankbar anerten- nen." — Das von der Reichsbahndirektion Frank- furt erstrebte Ziel, das Reisen angenchm zu gestalten, wird nur dann erreicht werben können, wenn sich auch das Publikum bemüht, den Beamten die Erfüllung ihrer Pflichten nicht zu erschweren. * *♦ Fahrplanänderung. Vom 20. August an erhält der Personeitzug 554 in Göbelnrod von 11,20 bis 11,21 Uhr vorm. Aufenthalt. •• Grummetgrasversteigerung der Stadt Gießen. Am Montag, 24., und Dienstag, 25. August, findet die Versteigerung des Grummets von den städtischen Wiesen statt. Näheres siehe heutige Anzeige. •* Anlagenkonzert findet morgen Donnerstag, nachmittags 7 Uhr, am Liebigdenkmal durch das Musikkorps des 1. (Hessischen) Bataillons 15. Jnf.-Regts. unter Leitung von Obermusikmeister Löber statt. "Das 8. Abonnementskonzertaus der ,L i e b i g s h ö h e", ausgeführt von der Kapelle der ehemaligen Militärmusiker unter Leitung von Musikmeister a. D. Topp, findet am Donnerstag, dem 20. August, abends 8 Uhr. statt. (Siehe Anzeige.) !•! An dem Oberhessischen Steg, der über die beiden Bahnlinien Gießen—Fulda und Gießen—Gelnhausen führt, herrschte gestern nachmittag bis in die Nacht hinein ein reges Treiben, Turnen, Sport und Spiel. Deutsche Tennis-Meisterschasten Frau Ueppach schlägt 5rau Friedleben. Froitzheim—Kreutzer Doppelmeisler 1925. Die für den Sonntag angesetzten Runden um die Deutsche Internationale Tennis- m e i st e r s ch a f t 1925 konnten infolge der vielen Regenschauer nicht zu Ende geführt werden, so daß vor Dienstag kaum mit dem endgültigen Abschluß der Meisterschaften zu rechnen ist. Eine Ueberraschung brachte das Dameneinzelspiel, in dem bereits das Schlußspie! ausgetragen werden konnte. Nachdem Frau Friedleben mit 6:4, 6:0 Frl. Kallmeyer geschlagen hatte, die vorher Frau Schomburgk 3:3, 6:3 aus dem Rennen warf, trat sie gegen Frau Neppach an. Wahrschein, lich war sie durch die zahlreichen ooraufgegangenen Spiele etwas ermüdet. Nachdem sie den ersten Satz mit 6:2 gewonnen hatte, kam Frau Neppach mehr auf, sicherte sich den 2. Satz mit 6:4 unb konnte schließlich auch den 3. endlich mit 10:8, damit Spiel unb Meisterschaft mit 2:6, 6:4, 10:8 gewinnen. Die Meisterschaft würbe auch im Herrendop pelspie 1 ausgetragen. Hier hatten Demasius-Mol- benhauer von Kehrling-Rahe 3:6, 3:6, 6:1, 6:3, 6:2 geschlagen, während Froitzheim-Kreutzer sich durch einen 6:4, 6:3, 7:5, 6:3, 6:2 Sieg über Lange- Heydenreich für die Schlußrunde qualifizierten. Hier holten sich Froitzheim-Kreutzer mit 5:7, 6:2, 6:3, 6:4 die Meisterschaft 1925 gegen Demasius-Moldenhauer. Im Herreneinzelspiel spielte sich Land- mann mit 6:2, 6:3, 6:1 gegen Lane in die nächste Runde, im gemischten Doppelspiel waren Gräfin Schulenburg-o. Kehrling 6:4, 7:5 Sieger über Frau Delacroix-Heydenreich. Das Ehepaar Schomburgk schlug Frl. Heimann-Staphanus 6:2, 6:0. Von der Rhön. Gersfeld, 18. Aug. (WB.) Alnfer Sonderberichterstatter berichtet von der Wasserkuppe: DaS Wetter war am heutigen Tage hier schön, aber es ging wenig Wind. Im ganzen wurden 17 Segettlüge ausgeführt trotz der schwachen Winde. Die Routinierten unternahmen Segelflüge: Kegel und Espenlaub legten 11 eberland- slüge von neun Kilometer zurücL Seiler-Liegnitz, dessen eigene Maschine D. 1 in aller Kürze wieder startbereit sein wird, segelte auf dem Alten Dessauer unb kam tief ins Land hinein und be endete dielen Flug nach 14 Minuten. Den schönen Tag benutzten die jungen Segelflieger zu großen und kleinen Sprüngen, um sich zu üben und vor allem sich auf die vor geschriebenen Prüfungen oor^übereilen. In den Abendstunden traf im Kraftwagen Prinz Heinrich von Preußen auf der Wasserkuppe ein und bewies erneut sein lebhaftes Interesse für die von ihm gegründete. Rhön-Aosillengesellschaft. Außerdem trafen die ersten russischen Maschinen im Lager ein. Die Verspätung wurde dadurch hervorgerufen, daß die Maschinen den polnischen Korridor nicht passieren durften. Sie mußten auf dem ©cctoeae nach Stettin gebracht werden, wodurch die nicht unerhebliche Verzögerung entstand. Frankfurter Pferderennen. Der zweiteTag der August-Rennen nahm bei starken Feldern und gutem Besuch einen spannenden Verlauf. Bemerkenswert ist das Versagen der Weinbergschen Pferde in den beiden Hnuptprühingen Nachstehend die einzelnen Ergebnisse: Preis von Schwanheim: 1. ®. ® Buht es Margarethe. 2 Feinsliebchen, 3. Aomrelle. Tot. 24:10; 14. 15:10. Iunghos-Rennen 1. M. Vussenows Sapientia, 2 Trajan, 3. M doniuS. Tot. 27:10; 11. 11. 12:10. — 1 D. Vlumenseld und 2L SamsonS Troja. 2 Orma, 3. Kalmaczi. Tot. 38:10; 14. 12:19. (DaS zn>ei:e Rennen wurde in zwei Abteilungen gelaufen.) Iagd-Rennen der Dreijährigen: 1. QL u. M. VenjaminS Doktor Marbuse. 2. Tornado. 3. Seestern. Tot. 18:10; 12, 12. 18:10. - Landgraf en-Rennen: 1. Gest. Mydlinghvven» Boni- dura. 2. Aurelius. 3. Oblige. Tot. 43:10; 10, 10:10. — Preis von Frankfurt 1. D. Obren- srieds Del lac. 2. Ganelon. 3 Panter Tot. {Vermietungen] üenfion Stund! Neuen Baue 22 bolllllgemövi.Zllllwer (öute-Verpflegung. Tel. lOSä- t-nD mit elektr. Licht an ruhigen Herrn zu vermieten ImD 5tclttftr.l2ILL Zimmer zu vermieten [wm Neustadt 67 1. Marburg a. d.L. gegenüber dem Hauvtbahnbof oroher schöner Lotzen m. !i Nebenrär:men au vermieten. -mD Nab- HauSbesttzer- Verein Marburg a. d.Labn, Markt 2. [Stellenangebote! ’ . '' , , , «lloVers-Zwetqeges. Marger Kaüeeröslerel tAuchAutv.i Sinarb. am Wohnort. Deögl. VertcaueoSleute allerortÄgel. Melbg. erb. il F. T. B. 1689 an BalolIBaiee.Freik- Iirt a. BL 782285 fuchl tackt. Vertreter oi.Belienden,Ja:}?ri., z. Besuch v. 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August 1925 a) vormittags 9 Ähr an Ort und Stelle an der Anneröder Straße von den Wiesen am Altentisch und Litersbrunnen, anschließend an der Rödger Straße, von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen; b) nachmittags 1 Ähr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grohen-Buseck und Rödgen. Dienstag, den 25. August 1925 a) vormittags 9 Ähr Zusammenkunft am Schlachthof von den Wiesen im Reu- städter Feld, Hohleiche und auf der Insel; b) vormittags 10l/2 Ähr in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4 von den Wiesen am Weiher, Ohleberg. Heegstrauch und am alten Steinbacher Weg (Rußland); c) nachmittags 2 Ähr im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, ca. 42 Morgen „An der Eselswiese" (ft. Staat) und von 'Öen Wiesen in der Gemarkung Wieseck. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister-Stellvertreter Klos, Am Rodtberg 5, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Dorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Mmm gesucht. 7828V MarburgttStr.KK Achtung! Achtung! Bin unter Nummer 2490 an das Telephonnetz Gießen angeschlosfen Karl Wallbott Gastwirtschaft und Metzgerei Vertretung mit hoher Derdienstmöglichkeit. Größ. Weinbandlung m. ausgedehnt. Weinbergbesitz a. Rhein, günst. Fracht- - basis, sucht tücht., bet Industrie, Wirten „.Privat, gut eingef. Herrn, z. Vertrieb ihrer laQualitäts-Eigenbauweine, zu konkurrenzlos billigen Preisen, gegen hohe Provision ev. Svesenzuschuß. Es kommen nur solche Herren in Frage, die nachweisb. beste Beziehungen zu obigen Kreisen besitzen. Offert, unt. R. 578 an Annoncen-Eipeditlon D. Frans, G. m. b. B., Mains. [7800nz Men echtrot sederdichl Daunenköper, VI->« schlfrg.,grohesOber- bett, Unterbett und 1 Kissen mit 14 Pfb. grauen Federn gefüllt, ä Geben Gm. 43.— , dass Gebett, 2 Kiffen und 16 Psd. zartweichen Federn gefüllt, Gm. 63.—. 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Sayn man, wenn man die Ende Januar 1918 bestehenden Verhältnisse zugrunde legt, dem Kaiser, dem ®eneralfelbmar|d)aU von Hindenburg, dem General Ludendorss, dem Reichskanzler Grasen Hertting aus der Entwicklung zur Katastrophe einen vertretbaren Borwurf machen? Beginnen wir mit den Männern der Obersten Heeresleitung. Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß rast, tose Tätigkeit und hoch entwickeltes Verantwortlich, teitsgesühl für die militärische Ausbildung in Preu- ßcn und Deutschland grundlegend waren. Ein Gehenlassen der Dinge wog schwerer als ein Fehl- greisen in der Wahl der Mittel. Wenn die Männer der Obersten Heeresleitung die Ueberzeugung in sich trugen, daß die seitens der Zioilleitung zu tressenden Maßnahmen nicht mit dem gebührenden Nachdruck erfolgten, daß die Heimat durch Bernachlässiaung verantwortlicher Verwaltungsstellen in den Leistungen zurückblieb, die man vor ihr fordern mußte, um den Krieg siegreich zu bestehen: war es dann nicht em begreiflicher Gedankengang, wenn die Männer der Obersten Heeresleitung auch im Heimalgebiet auf Grund ihrer ungeheueren Popularität Wandel zu schassen suchten'!' Diente nicht alles, was geschah, einzig der Verteidigung des Vaterlandes und dem Wunsche, die Zukunft des Deutschen Reiches sicher- zustellen? Wenn sich hierbei Kämpfe mit der politischen Leitung des Reiches ergaben, mußten bann biesc Kämpfe — mit ben Augen bes Großen Hauptquartiers gesehen — nicht gerabezu als eine u n - ausweichliche Notwcnbigkeit und als ein vaterländisches Verdienst erscheinen? Nicht der Schatten eines Beweises ist dafür erbracht worden, daß etwa persönliche Motive oder unedle Regungen irgendwelcher Art den Kamps der Obersten Heeresleitung gegen die Reichsleitung oder gegen die persönliche Umgebung des Kaisers be- stimmt hätten. Alle die zum Teil unerfreulichen Erscheinungen, die wir haben klarlegen müssen, entsprangen dem reinen Motiv, dem Vaterlande zu dienen, oie werden dadurch in moralischem Sinne geheiligt. Schossen sie über das Ziel hinaus, griffen sie in die Kompetenz der Reichsleitung ein, so gab es ja in der Person des Monarchen den notwendigen Ausgleich. Der Kaiser Übernahm die tatsächliche und formelle Verantwortung für die großen Haiiplentschcidungen. die Männer der Ooersten Heeresleiiung dursten sich dadurch in jedem Sinne gedeckt fühlen. Eine vertretbare Schuld kann ihnen daher nicht beigemessen werden. Die Gegensätzlichkeit der militärisch gerichteten Anschauungen der Obersten Heeresleitung gegen die politische Reichsleitung lag in der Natur der Sache begründet. Ebensowenig wie es dem Fürsten Bis- marck erspart geblieben ist, um den ihm gebührenden Einfluß zu ringen, ebensowenig konnten Belhmann Hollweg und die ihm nachfolgenden Reichskanzler daraus rechnen, ohne Konflikte durchzukommen. Nur war es für sie bei der ungeheuren Popularität der Obersten Heeresleitung ungemein schwierig, den ihnen gebührenden Einfluß auch tatsächlich zur Geltung zu bringen. Ausschlaggebend hierfür war die Person des Monarchen. Damit rühren^vir an die empfindlichste Seite des Gesamtproblems. Dem Kaiser, als Obersten Kriegsherrn lag es ob, in allen Hauptfragen den Ausschlag zu geben. War eine Einigung zwischen den widerstrebenden Anschauungen nicht zu erzielen, so mußte er persönlich entscheiden und — unter Umstanden —andere Persönlichkeiten an die maßgebenden Stellen bringen. Die Verantwortung für die hierbei getroffene Auswahl fiel wiederum ihm allein zu. Kaiser Wilhelm I. verdankte seine großen Erfolge in der Hauptsache dem Um- •) „Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918.“ Vierte Reihe im Werk des Untersuchungsausschusses der Deutschen Verfassung- gebenden Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages 1919—1926. Verhandlungen — Gutachten — Urkunden. Im Auftrage des Deutschen Reichstages. Unter Mitwirkung von Dr. Eugen Fischer als Generalsekretär und Dr. Walther Bloch als Sekretär des 4. Unterausschusses herausgegeben von Dr. Albrecht Philipp, M. d. R., Vorsitzenden des 4. Unterausschusses. 3 Bände. 1. Band: Verhandlungsbericht, Stenographische Protokolle, Entschließungen usw. 2. Band: Gutachten bes Sachverständigen Oberst a. D. Bernhard Schwertfeger. 3. Band: Gutachten bes Sachverstänbigen Generals der Infanterie a. D. von Kuhl. Korreferat bes Sachverständigen Geheimrat Pros. Dr. Hans Delbrück. 1925. Deutsche Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8. stände, daß er mit scharfem Blick den richtigen Mann an die richtige Stelle zu setzen wußte, aber auch Tatkraft genug besaß, bei Konflikten oberhalb des Streitfalles zu bleiben und sachlich ben Aus- schlag zu geben. Aus ben Verhandlungen um ben Nikolsburger Frieben unb vor Abschluß bes deutsch- österreichischen Bündnisses 1879 wissen wir, daß es Bismarck mitunter sehr schwer geworden ist, den Monarchen zu den Schritten zu veranlassen, die er politisch für nötig hielt. Bedurfte es doch bei Nikols- bürg des persönlichen Eingreifens des Thronfolgers, um endlich den Verzicht des Königs auf weitere Forderungen gegenüber Oesterreich zu erreichen. Wie damals, wo der König im tiefsten Unmut von einem „schimpflichen“ Frieden und davon sprach, daß sein eigener Sohn unb fein erster Ratgeber ihn vor dem Feinde verließen, hätte es auch im Weltkriege schwerer persönlicher Auseinandersetzungen beburft, um bie Gegensätzlichkeit der politischen unb militärischen Ratgeber des Kaisers von Fall zu Fall zu überwinden. Verschiedentlich hat Kaiser Wilhelm II. in scharfer Form Uebergriffc in das Gebiet der poli- tischen Leitung, wo er sie als solche zu erkennen glaubte, zurückgewiesen, so z. B. in den kritischen Tagen vor dem Sturze des Reichskanzlers o. Beth- mann Hollweg, und gelegentlich auch später. Als Bethmanns Entlassung beschlossen war und der Kaiser den nach Berlin gerufenen Generalen der Obersten Heeresleitung diese Tatsache mitteilte, wies er sie ausdrücklich darauf hin daß sie als ©enerole zu gehorchen hätten. Auch bei diesen Vorgängen hat die Person des Thronfolgers, wenn auch in anderer Weise als 1866, eine bedeutende Rolle gespielt. Er war es, der in engem Einvernehmen mit dem Obersten Bauer den endgültigen Anlauf zum Sturze Beth- mann Hollwegs unternahm. Für den Kaiser wurde die Lage dadurch nur um so schwieriger. In jeder Richtung fühlte er sich durch die Entwicklung der Dinge gehemmt. Für ben Reichskanzler hatte er auch nach seiner eigenen Ueberzeugung keinen ausreidjenben Ersatz. Die Generale der Obersten Heeresleitung aus ihrer Stellung abzu- berufen, um ben Reichskanzler von Bethmann Hollweg zu retten, war bei ber bamaligen Stimmung in Deutschland ganz unmöglich. Das persönliche Eingreifen bes Thronfolgers gab ben ganzen Ausein- anberfeßungen noch einen ernsteren Charakter. Die einzige Lösung ber ungemein schwierigen Lage hätte es bebeutet, wenn der Kaiser jetzt in ben Vordergrund trat unb bie oberste Leitung in scharfer Zügelführung se 1 bst übernahm. Die Entwicklung der Dinge schrie geradezu nach einer derartigen Zusammenfassung der obersten Gewalt, nad) einer solchen legalen „Diktatur" von oben. Aber dazu suhlte sich der Monarch nicht imstande, war auch durch die bisherige Gesamtentwicklung der Dinge so verstimmt, daß ihm dieser Gedanke wohl kaum gekommen ist. Er blieb im Hintergründe, gewährte den Männern der Obersten Heeresleitung breitesten Spielraum und begab sich in steigendem Maße seines persönlichen Einflusses. Hierbei glaubte er zweifellos in Uebereinftimmung mit den weitesten Kreisen seines Volkes zu handeln, empfanb also seinen persönlichen Verzicht als pflichtmäßig unb wirkungsvoll. Auch hier also wäre es verfehlt, von einer Schuld zu sprechen. Nicht Schuld, sondern Schicksal ist es gewesen, daß das deutsche Volk bei seinem schwersten Waffengange nicht einen Mann an seiner Spitze fand, der die Eigenschaften Friedrichs des Großen besaß und den fast über- menschlichen Anforderungen der obersten Führung in einem derartigen Weltkriege entsprach. Bei den Männern der obersten Reichsleitung von einer Schuld zu sprechen, erübrigt sich nach den bisherigen Ausführungen. Selbst einer Persönlichkeit von ben überragenben Eigenschaften eines Bismarck würde es schwer gefallen sein, seinen Standpunkt durchzusetzen. Die höchste Verantwortlichkeit verblieb immer dem Monarchen, der ja auch jeder- zeit in der Lage war, den obersten Beamten bes Reichs aus feiner Stellung abzuberufen. Unsere Frage nach einer vertretbaren Schutt) ai^ ber Entwicklung ber Derantwortlichkeitsfrage be- antwortet sich also bahin, daß trotz aller nicht hinwegzuleugnenden unerfreulichen Einzelerscheinungen, wie sie sich besonders in der Eigenpölitik nachgeordneter Persönlichkeiten des Großen Hauptquartiers geltend gemacht haben, von einer eigentlichen Schuld nirgends gesprochen werden kann. Don niemandem kann man verlangen, daß er ein großer Mann sei. Ob aber einem Volke in den Krisen seiner Entwicklung große Männer an den richtigen Stellen zur Legenden aus Afrika. Eine Lücke in der ethnologischen Literatur wird durch ein bedeutsames Werk „Afrikanische Legenden" ausgefüllt, das so- eben im Verlage Don Ernst Rowohlt, Berlin W 35, erscheint. Carl Einstein ' gibt bie Sammlung heraus, bie tiefen Ein- blick in bas Seelen- unb Gefühlsleben der Negerstämme gewährt. (455) Legende. Ganz zu Beginn lebten auf ber Erbe ein Mann unb eine tjrau. Eines Tages geht die Frau in ben Watt), Holz zu sammeln. Bei einem dichten Busch vernimmt sie Geräusch in den Zweigen. Erstaunt wendet sie sich. Eine Stimme bringt aus dem Dickicht unb spricht: .Komme hierher, ich habe bir ein Ding zu lagen, ein Geheimnis zu enthüllen." Die Frau, neugierig zu erfahren, was dies sei, nähert sich unb schaut auf einer Staude ein seltsames Wesen; wie ein Drache. Sie gebt noch näher unb spricht: „Wer bist du, unb was willst du mir?" Die Stimme antwortet: „Ich bin Kizimu unb briege dir große Wohltat. Hier zwei Früchte, bie Kostbares umschließen. Hüte bid), sie zu öffnen. Zuvor muß bein Gatte bie seine empfangen haben; denn jebem von euch ist eine Frucht bestimmt. So bu dem Gatten bie ihm zugedachte Frucht gegeben, so nimm deine und öffne sie. Schütte dir den Inhalt auf ben Hals, unb bu wirst zufrieden sein.“ Die Frau nimmt bie Frucht unb kehrt heim, dem Mann zu berichten, was ihr begegnet; doch sie verschweigt, baß Kizimu für ihn eine gleiche Frucht gegeben. Sie verbirgt sich im Winkel, öffnet die Frucht. Ein zauberischer Staub bringt hervor: sie schüttet ihn auf die Brust. Sogleich schämt sie sich, ihr Sinn ist verwirrt; sie sieht, daß sie Frau ist. In- des ging ber Mann zum Wald; in ben Heften hört er nämliches Geräusch, nämliche Stimme. Er nähert sich, Kizimu sagt ihm: „Empfingst bu bie Frucht, bie ich beinern Weibe für dich gab?" „Nein, ich erhielt nicht." „Also tat sie übel. Ich gab ihr für dich eine Frucht und gebot ihr, sie zu öffnen und auf deine Brust zu schütten. Was tuts, hier eine andere." Der Mann nimmt/ und ehe er in seine Hütte kehrt, öffnet er die Frucht und schüttet sie auf bie Brust. Zugleich erkennt er, daß er Mann ist, und fühlt im Herzen Begierde wachsen. Er kehrt unverdrossen zur Hütte; dort sucht er das erstemal mit seiner Frau Zank. „Warum erstattest bu mir nicht, was Kizimu bir gab? Warum öffnetest bu bie Mebizin vor mir? Ich hätte sie als erster öffnen müssen. So balgten sie sich ärger unb ärger. Der Tangmrika. Weit oben stanb auf einem Gebirge ein kahler Fels, wohin bie Vögel kamen, sich auszuruhen. Welche Vögel? Wir wissen es nicht; es waren große Vögel. Also sie hatten Durst und sagten, versuchen wir Wasser zu nehmen, unb mit ihren Schnäbeln icn sie gegen den Felsen mit solcher Kraft, daß die Schnäbel zerbrachen. Sie starben. Andere kamen, taten gleiches unb starben. Dann kam ein kleiner Vogel, ber mit seinem Schnabel ganz sanft schlug, und er bröckelte Staub um Staub ab. Und lange danach kam ein Tropfen Wasser, und er tränt ihn. Er fuhr fort zu schlagen, und bas Wasser kam plötzlich wie ein Wildbach? Der kleine Vogel flog weg unb fang. Die Leute, bie nicht auf den Bergen waren, ertranken alle mit ihren Dörfern. Zwei neue Elemente zu entdecken, ist der deutschen Wiflenschaft gelungen; dabei ist auch eine Frau beteiligt: Verfügung stehen, das ist Schicksal. Diese Gunst bes Schicksals ift dem deutschen Volke im Weltkriege versagt geblieben. England; vergeblicher Kampf gegen die deutsche öagdadbahn 1904-1908 Von Dr. Gustav RoIoff, ord. Professor der Geschichte an ber Universität Gießen. Wie in einem früheren Artikel erwähnt ist, ftanben England unb Ruhlanb von Anfang an ber Bagdadbahn übelwollend gegenüber, weil ihnen die wirtschaftliche unb politische Kräftigung ber Türkei unwillkommen war. Deutfchlanb war zwar bemüht, bas Mißtrauen ber beiden Mächte dadurch aus- zuschließen, daß es dem englischen Kapital die '.Beteiligung an dem Unternehmen empfahl — russisches war nicht vorhanden — indessen die englische Finanzwelt hielt sich auf Betreiben ihrer Regierung zurück, in der Hoffnung, hierdurch das Werk über Haupt zum Scheitern bringen zu können. Diese Hoffnung trog, da das deutsche Kapital, dem aus kleinen Ländern unb auch aus Frankreich einige Summen zuslossen, für ben Bahnbau ausreichte. Am 25. Oktober 1904 konnte bie erste Strecke von Konia nach Eragli .eröffnet werden. Wie der Botsdiafter von Marsd)all berichtete, begriff die Bevölkerung, daß es sich um ein segensreiches Werk handle, und nahm in großen Massen an der Einweihungsfeier teil. Ader die Gegnerschaft ruhte nicht. Zunächst suchte die englische Regierung der Bahn durch Konkurrenzunternehmungen Schwierigkeiten zu bereiten, schlug dem Sultan die Schiffbarmachung des Euphrat und Tigris durch ein großes Kanal- fystem vor und forderte den Ausbau der Bahn Smyrna—Aibin burch eine englische Gesellschaft, aber die türkische Regierung lehnte ab, weil ihr diese Pläne weniger zur wirtschaftlichen Hebung Kleinasiens und Mesopotamiens, als zur Stärkung des englischen Einflusses in diesen Gebieten bestimmt schienen. Gleichzeitig erwog man aber auch in England, ob es nicht angezeigt sei, da die Bagdadbahn nun einmal nicht verhindert war, die Zurückhaltung auf- zugeben und das englische Kapital zur Beteiligung zu veranlassen, um so wenigstens gewissen Einfluß auf den Betrieb zu erlangen. Es beweist die Objektivität und Friedfertigkeit ber deutschen Regierung, daß ein englisches Anklopfen in Berlin sofort bereitwilliges Entgegenkommen fand. Nur war es selbst' verständliche Bedingung, daß, da die Konzession zum Bahnbau einer deutschen Gesellschaft erteilt war und das deutsche Kapital den Hauptbetrag gestellt hatte, auch die Leitung des Unternehmens in deutschen Händen bleiben müsse. Aber da der letzte Teil der Bahn im Gebiet des Persischen Golfs die englische Interessensphäre berührte, war man gern bereit, über diesen künftigen Bau eine Verständigung mit England zu suchen (Mai 1906). England belohnte das deutsche Vertrauen schlecht. Es suchte die grundsätzliche Bereitwilligkeit Deutschlands zu einer Intrige in Konstantinopel zu benutzen, indem es seine Beteiligung an der Bahn, über die erst verhandelt werden sollte, als vollzogen hinstellte, um den Sultan, ber von einer Beteiligung Englanbs eine Hemmung des Werkes erwartete, Mißtrauen gegen Deutschlands Absichten einzuflößen. Dielen Anschlag vereitelte Deutschland sofort durch eifrige Bemühungen, die Fortsetzung des Bahnbaus über ben Taurus in bie Wege zu leiten, worauf ber Sultan hohen Wert legte. Auch nach bem Fehlschlagen biefes illoyalen Der- suchs konnte sich England nicht zur Beteiligung unter den deutschen Bedingungen entschließen, weil mittler- weile die Ententeverhandlungen mit Rußland vor- schritten unb in ßönbon bie Hoffnung wuchs, mit Hilfe Rußlanbs den Bahnbau entweder zu hemmen oder zu „internationalisieren", d. h. unter englisch französisch-russischen Einfluß zu bringen. In Berlin ahnte man solche Pläne und war um so mehr auf der Hut, als gleichzeitig auch Iswolsky von der Beteiligung Rußlands am Bahnbau zu sprechen begann. Man stand offenbar einer gemeinsamenAktion Englands und Rußlands gegenüber (Herbst 1906). Mehrere Monate lang begnügten sich beide Regie- rungen nur mit Andeutungen, wohl in ber Absicht, Deutfchlanb zu einem Angebot zu veranlassen, dann trat Grey, der englische Minister des 2(usroärtigen, mit deutlichen Forderungen hervor. Er begründete den Wunsch nach einer englischen Beteiligung mit politischen und militärischen Betrachtungen: Diese kürzeste Verbindung zwischen Europa und Asien, diese Parallelroute zum Suezkanal sei von weit- tragender politischer Bedeutung, da sie am Persischen Golf, im Herzen des englischen Interessengebietes, münden und bie militärischen Kräfte der Türkei fördern werde. Der deutsche Botschafter, Gras Metter- nid), lehnte die Berücksichtigung solcher Gründe ab, da Deutschland nur wirtschaftliche Zwecke verfolge. „Ich erwiderte, in der Nähe ber Bagdadbahn lägen nirgends englische Grenzen, und ich vermöge bis Dr. Berg, Dr. Noddack unb Frl. Dr. Tacke. Sie füllen wieder zwei Lücken in dem sog. periodischen System der Elemente aus, ihre Stellung und Eigenart war also schon im voraus bekannt. Sie gehören zur Reihe des Mangans. Nach der Ost- und Westmark des deutschen Vaterlandes haben die Entdecker diese Elemente Masurium und Rhenium ge- genannt. Ihre Verbreitung auf der Erde ist sehr gering, entdeckt wurden sie in Platinerzen, auch in einigen anderen seltenen Mineralien kommen sie vor. Dies hindert natürlich die Aussicht auf praktische Verwertung, zunächst haben sie nur wissenschaftliches Interesse. Uebrigens steht das Rhenium dem Wolfram nahe und hat einen hohen Schmelzpunkt, weshalb seine Verwendung für Glühlampen möglich märe. Und gerade dies führte im Laboratorium von Siemens und Halske mit zu der Entdeckung. Der größte deutsche Bildersammler. Mit Geheimrat Eduard A r n h o I d ist der größte Sammler von Werken der modernen Malerei oahin- gegangen, den Deutschland je besessen. Sein Name war ein halbes Jahrhundert aufs engste mit den großen Künstlern seiner Zett verknüpft. Die Galerie Arnhold hat Hugo von Tschudi „bie künstlerisch wertvollste Prioatsammlung moberner Kunst“ genannt, bie Deutfchlanb besitzt. Diese kostbare Sammlung hat etwas von ber Art einer öffentlichen Galerie, indem sie jeder Richtung gerecht yi werden versucht. Arnhold hat nie gesammelt, was „Mode“ war, son- dem er wählte mit feinem Geschmack das, was ihm gefiel, unb meinte, daß sich „Maler, bie sich tm zum Beweis bes GegenicOs, ben er mir schulbig geblieben sei, nirgenbs durch sie eine Bedrohung englischer Interessen zu erblicken. In Deutschland werbe baher erwartet, daß hier (in London» keine übelwollende Haltung gegen die Bagbadbahn eingenommen werde. Andernfalls würde sich allerdings ber Glaube bei uns einbürgern müssen, daß England sich jedem deutschen Unternehmen mit Uebelwollen und Neid entgegenstellen wolle.“ Als Grey anbeutete, Englanb habe ein Recht auf Zulassung seines Kapital bei bem Bahnbau. mußte er sich sagen lassen, baß England ein solches Recht so wenig habe wie etwa Deutschlanb auf Beteiligung bei einem englischen Unternehmen in Aegypten ober Argentinien. Wenn jetzt England im Gegensatz zu früher bie Beteiligung wünsche, so möge es bei der Vahnleitung darum »achsuchen und die von der deutschen Gesellschaft, die auch allein finanziell imstande sei, den Bau zu Ende zu führen gestellten Bedingungen erfüllen (Januar—März 1907). Diese energische Wahrung des deutschen Charakters der Bagdadbahn schreckte die englische Regierung nicht ab. Eine Kommission des Auswärtigen Amte» beschloß jetzt, der Finanzwelt die Beteiligung zu empfehlen (April 1907), und Grey präzisierte ber bentschen '.Regierung seine Ansprüche: Er verlangt« den ausschließlichen Einfluß auf die Endstrecke ber Bahn am Persischen Golf. Natürlich konnte Deutsch- land hierauf nicht eingehen, weil Englanb mit ber freien Verfügung über das Endstück die ganze Bahn durch Tarifbestimmungen und ähnliche Verwalttings- maßregeln hätte schädigen können Die Verhandlungen stockten daher bald, aber indirekt erhielt der Botschafter in London Nachrichten, daß England nicht einmal mehr mit ber Herrschaft über bas Endstück vom Golf bis Bassorah zufrieden fein wollte, sondern die Bahn vom Meer bis über Bagdad hinaus, bis etwa Mossul, verlangte, wenn auch das Ganze „eine deutsche Fassade“ behalten könne (August 1907). Es ist wohl nicht zuviel vermutet, wenn man diesen steigenden Appetit der Engländer mit der Vollendung der russischen Entente und dem daraus hervorgehenden Gefühl der llebcrlegenljeit über Deutschland erklärt. In London wird man gemeint haben, der Sultan werde angesichts dieser Verständigung in Sachen Bagdadbahn nicht mehr mit Deutschland allein zu verhandeln wagen. Bald darauf fand man in London sogar ein neues Argument für bie Notwendigkeit einer hervorragenden Beteiligung Englands an der Leitung des Unternehmens; da der türkische Staat eine Kilometergarantie für die Bahn übernommen habe, werde er in den Provinzen, die die Bahn durchlaufe, die Steuerschraube mehr als bisher anziehen, so daß die Bahn die Provinzen aussauge, den Türkenstaar in Schulden stürze und so den englischen Handel gefährde. Selbstverständlich konnte die Vorstellung, daß bie Bahn die berührten Länber ärmer statt wohlhabender machen werde, nur ein Lächeln erwecken, und bie türkische Regierung blieb in ihrem Vertrauen zur Leistungsfähigkeit ber beutschen Fi- nanzwelt wie zur politischen Zuverlässigkeit der Regierung fest. Ungeachtet aller englisch russischen Intrigen übertrug sie der Anatolischen Eisenbahngesellschaft eine neue Aufgabe: die Entwässerung und Bewässerung der Koniaebene, wodurch ein bisher ödes Gebiet von über 50 000 Hektar der Bebauung gewonnen wurde (Herbst 1907). Unb ein Halbjahr später bewilligte sie unter ber bisherigen Ärlomctergarantie ben Weiterbau ber Bahn um nahezu 1000 Kilometer bis über ben Taurus unb Euphrat hinaus. Mit ber Feststellung, bah mit der Bewilligung dieser Strecke, die den technisch schwierigsten Teil enthalte, auch die weit einfachere Fortsetzung bis Bagdad gesichert sei, schließen die Bakschafterberichte über dieses schwierige aber erfolgreiche Kapitel ber deutschen Drientpoütif. In Persien, wo man verbriefte Rechte nicht besaß, hatte Deutfchlanb auf Schritt unb Tritt Nachgiebigkeit gegen die näher interessierten Mächte bewiesen, auf biesem alten Betätigimgsfelbe deutschen Fleißes unb beutscher Intelligenz hat es sich zu behaupten gewußt.__ Akteneinsicht bei Beschwerden in Mieterschutzsachen. Aus einer allgemeinen Verfügung bes preußi- schen Iustizministers über bie Einsichtnahme in die Akten im Verfahren vor der Beschwerdestelle des Gesetzes über Mieterschutz und Mieteinigungsämter (I. 13 339) teilt der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes mit: Nach § 27 der Anordnung der Reichsregierung für das Verfahren vor bem Mieteinigungsamt unb der Beschwerdestelle vom 19. September 1923 gelten für das Verfahren vor der Beschwerdestelle die Vorschriften über das Verfahren vor dem Mieteinigungsamt entsprechend. Die Vorschriften der Zivilprozeßordnung können daher nur insoweit her- angezogen werden, als sie für anwendbar erklärt Leben nicht verstanden, ja wohl gar angefeinbet haben, bei mir ruhig ins Auge blicken müssen“. Die bedeutendsten Meister der deutschen Malerei, Menzel und Leibi, Böcklin und Lenbach, Ude und Liebermann, wurden seine Freunde unb fanden bei ihm liebevolle Aufnahme. Menzel sagte zu ihm immer nur: „Herr Wirt". Um manche feiner Lieblinge hat Arnhold kämpfen müssen, so um Böcklin, von dem er Hauptwerke aus allen feinen Schaffensperioden besitzt, und dessen letztes Gemälde, das Triptychon mit bem Motto aus Schillers „Jüngling am Bach" für ihn gemalt wurde. Die Museen, die um wichtige Bilder mit ihm rangen, schlug er oft durch rasches Zugreifen. Für die große französische Kunst hotic er von Anfang an ein feines Verständnis, kaufte zuerst bie großen Lanbschafter ber Schule von Barbizon und wandte sich bann den Impressionisten zu. So konnte er eine unvergleichliche Reihenfolge von Meisterwerken fein eigen nennen, bie von ben Meistern von Barbizon über Courbet unb Corot zu Manet, Monet, Degas, Renoir, zu Pissaro unb Sisley fuhrt. Von Manet besaß er so viele Ge- mälbe ersten Ranges, bas er vor wenigen Jahren ein berühmtes Bild für 400 000 Schweizer Franken verkaufen konnte. Diese hohe Summe verwendete er dann ausschließlich für Wohltätigkeitszwecke. lieber- Haupt ist Arnhold ein Mäzen großen Stiles gewesen, der für junge Kunst und junge Künstler immer eine offene Hand hatte, der großartige Stiftungen machte und bie deutsche Kunst gefördert hat wie kaum ein anderer Privatmann. Die Kunst war ihm eben nicht nur Sammelobjekt oder Modeschau, sondern innerltchstes Lebensbedürfnis, und er pflegte zu sogen, daß er sich jeden Morgen, bevor er in fein Bureau gehe, seine Bilder ansähe, bann hätte er für den ganzen Tag, der so manchen Aerger mit sich brächte, einen Vorrat Freude, der ihn für bie Unannehmlichkeiten entschädigte. A , o. Dies gilt nicht für § 299 ZPO. Die Parteien haben daher in dem Verfahren vor der Beschwerber stelle keinen Anspruch auf Gewährung von Einsicht in die Akten oder Beiakten oder auf Erteilung von Ausfertigungen, Auszügen und Abschriften daraus. Werden derartige Anträge gestellt, so hat die Beschwerdestelle unter Würdigung aller Umstände zu befinden, ob und inwieweit ihnen stattzugeben ist. Handelt es sich um Beiakten, die von einer Behörde zu dem Verfahren überreicht sind, so wird sich die Gestattung der Einsicht und die Erteilung von Abschriften regelmäßig nur insoweit rechtfertigen lassen, als die Behörde zuvor ihre Einwilligung dazu erteilt hat. Aus der Provinz. Landkreis Gieße«. X Klein-Linden, 18. Aug. In unserem Orte sind jetzt zwei Dreschmaschinen in Tätigkeit, die eine steht im Freien, während die zweite in den Hofraiten der Landwirte arbeitet. Der Ertrag an Körnern und Stroh ist geringer als im Vorjahre, was auf die verschiedenartige Beschaffenheit der durch die Feldbereinigung vereinigten Grundstücke zurückzuführen ist. Die Vorteile derselben wirken sich erst nach und nach aus, wenn Bearbeitung und Düngung gleichmäßig ist. Die Qualität der Ernte ist gut und man sucht bei dem schönen Wetter alles bald unter das schützende Dach zu bringen. Kartoffeln und Hackfrüchte stehen seyr gut und versprechen einen sehr reichen Ertrag, so daß die in den letzten Jahren bestehende Kartoffelknappheit nicht eintreten wird. — Am nächsten Sonntag findet das Sommer- fe st der hiesigen Kleinkinderschule im früheren Rinnschen Garten statt. Dg. Großen-Buseck, 16. Aug. Bei der gestrigen Wahl, an der sich rund 60 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten, wurde der seitherige Beigeordnete Wilhelm Harbach mit 836 Stimmen wiedergewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Die Ortsvereine brachten auch dem zweiten Bürgermeister einen Fackelzug. 3n schwungvoller Bede verlieh Schlosser- meister Döring der allgemeinen Genugtuung Ausdruck darüber, daß es auch diesmal gelungen sei, die Einigkeit der Wählerschaft zu wahren. Er dankte dem Beigeordneten für die bisher geleisteten Dienste und forderte ihn auf, im weiteren Einvernehmen mit dem Bürgermeister und Gemeinderat nach bestem Wissen und Können für das Wohl der Gemeinde einzutreten. Die vier hiesigen Gesangvereine trugen Chöre vor. Darauf dankte der Wiedergewählte für die Ehrung und versprach, auch in seinem weiteren Wirken alle Kräfte für das Wohl der Gemeinde einzusehen. Hieraus kehrten die Vereine in ihre Lokale zurück, wo sie noch einige Zeit Gäste des Beigeordneten waren. ib. K e s s e l b a ch, 16. Aug. Der hiesige Krie- geroerein hielt heute ein Scheibenschießen ab, welches sich eines guten Besuchs erfreute. Die Beteiligung am offenen Preisschießen war sehr rege. Die höchste Ringzahl (3 Schuß) erzielte Ludwig Olemotz, Kesselbach und erhielt den 1. Preis, eine Standuhr. Es folgten bann in scharfer Konkurrenz abwärts bis zu 24 Ringen die übrigen 19 Preisträger. Die Herstellung des Schießstandes und Vorbereitung für das Schießen war unter Führung und Mitwirkung alter aktiver Kameraden mustergültig durchgeführt. !! Lich, 17. Aug. Hier fand am gestrigen Sonntag ein größeres Radfahrfest statt, bas von vielen auswärtigen Vereinen besueht war. Um 2 Uhr bewegte sich ein größerer Festzug burch bie Straßen ber Stabt, an bem auch die anderen Licher Vereine vollzählig teilnahmen. Die weiteren Feier« lichkeiten gingen bann in Steins Saalbau vor sich. — Der T u r n h a l l e n u m b a u ist zur Zeit in ' vollem Gange. Man hofft, baß bie Arbeiten bis Anfang Oktober sertiggestellt sinb, so baß bie be- t beutenb vergrößerte unb neuzeitlich hergestellte Turnhalle an ber Kirchweih eingeweiht werden * kann. s Kreis Friedberg. !*! Friedberg, 17. Aug. Die Kanalisierung des südwestlichen Stadtteils ist gegenwärtig in Angriff genommen, es sind Arbeiten in Höhe von etwa 130 00 Mark vorgesehen. Zugleich gedenkt man auch die Rieselfelder an der Zuckerfabrik zu erweitern. 4. Dad--N anheim. 16. Aug. Nachdem vor 14 Tagen etwa dreihundert Saarturner, die am Gießener Kreisturnfest teilgenommen, Gäste unserer Stadt gewesen, hatten wir heute . wieder Saarländer Besuch. Der Männer- gesangverein „L i e d e r k r a n z" aus Saarbrücken weilte in einer Stärke von etwa 150 Sängern und Angehörigen in unserer Stadt. Don Frankfurt a M. kommend, wo sie am Samstagabend noch an der Begrüßungsfeier für den Hermannslauf teilgenommen, wurden sie heute gegen Mittag am Bahnhof feierlichst von den hiesigen Sängern empfangen. Oberbaurat B e r ck bot in kernigen Worten den Willkom- mensgruh der Bade- und Kurverwaltung dar, während der Dirigent des hiesigen Männer- gesangvereins „Frohsinn", Stadtverordneter und Reallehrer Bechtolsheimer, die Gäste für die Stadt Bad-Nauheim und die Bad-Nauheimer Sängerschaft in sehr herzlicher Weise begrüßte. Für die Frauen und Jungfrauen unserer Stadt überreichte Fräulein Marie Knie- r i e m den Sängern von der Saar einen prachtvollen Rosenstrauß. Mit der Versicherung unentwegter Treue zum Reich dankte der Vorsitzende des Saarbrückener „Liederkranzes" tiefbewegt für den herzlichen Empfang. Nachmittags gab der „Liederkranz" gemeinsam mit dem staatlichen Kurorchester ein Konzert auf der Terrasse, die einen Massenbesuch, wie wir ihn selten erlebt haben, aufweisen konnte. Der Chor verfügt über ein klangschönes Stimmenmaterial, und fein Dirigent, Philipp Stilz, scheint auf gute Disziplin zu achten. Mögen die Gäste aus dem Saargebiet das Gefühl enger Zusammengehörigkeit und treuer Volksgemeinschaft als den stärksten Eindruck in ihre Heimat mitnehmen, in die sie nach einem Konzert in Offenbach morgen wieder zurückkehren werden. 5 Dad-Nauheirn, 15. Aug. Heber den Aufenthalt der Neuhorker Sänger in unsere« hessischen Badestadt, worüber wir schon kurz berichtet haben, wird uns noch mitgeteilt: Das an Eindrücken fast überreiche Filmband der bekannten Deutschlandfahrt des „Beethoven- Männerchors" aus Neutzork ist mit dem freundlichen Bilde Bad-Nauheims abgerollt. Die behaglich« Ruhe dieses typischen deutschen Heilbades, in der die Unrast der Empfänge, Besichtigungen und Festkommerse der letzten Wochen mündete, wird eine Anzahl der Neuyorker, die hier Kuraufenthalt genommen, noch einige Zeit auskosten. Die Reisegesellschaft selbst hat sich hier aufgelöst und wird sich zum größten Teil erst, wieder bei der Rückfahrt am 11. September zusämmenfinden. Auf der Terrasse des an musikalischen Traditionen reichen Kurhauses in Bad- Nauheim gab der Beethoven-Chor ein Konzert zum Vesten der Kinderhilse, das einzige Wohltätigkeitskonzert auf dieser Sängerfahrt. Die Veranstaltung fand das regste Interesse, vor allem auch des internationalen Kurpublikums, und errang auch als rein künstlerische Leistung nicht endenwollenden Beifall. Bei einem Abschiedsessen am Abend tauschten Kurdirektor von B o e h m e r und Bürgermeister Dr. K a y s e r mit den Neuyorker Gästen herzliche Trinksprüche. Stürmischen Beifall weckte besonders der Hinweis des Kurdirektors v. Boehmer auf die Geschichte der den Saal zierenden Riesenflagge der Vereinigten Staaten, die von den amerikanischen Gästen der Vorkriegszeit für ihr Festbankett am jeweiligen älnabhängigkeitstage an» geschafft und der Kurverwaltung zu treuen Händen übergeben worden war. Heute hätten sich die Sterne und Streifen zuin erstenmal wieder über Amerikanern und Deutschen entfaltet. Das einzigartige Schauspiel einer großen Park- beleuchtung beschloß die reichen Eindrücke des Tages, der sich zu einem seltenen Feste erhebender Freude für alle Beteiligte gestaltete. <£ Bad-Nauheim, 17. Aug. Wie schon berichtet, war bas kürzlich hier vom Neuyorker Beethoven - Männerchor veranstaltete Konzert zum Besten ber Kinberhilse bestimmt. Von ber Reineinnahme erhielt bie hiesige Kinberhilfe bie Hälfte in Höhe von 1040 Mk., außerbem stiftete ber Chor noch 150 Dollar für ben guten Zweck. Butzbach, 16. Aug. In ber am 14. August stattgehabten Sitzung ber ötabtoerorbneten würben fol- genbe Beschlüsse gefaßt: Die Hebamme Wagner von Griebel soll für bie Dauer eines Jahres aushilfsweise angenommen werben, bis bie Ausbilbung der von ber Stabt angenommenen Frau Michel von hier beendet ist. Es soll die Stelle eines Friedhofsaufsehers ausgeschrieben werden. Es soll möglichst ein Monn aus ber Stabt selbst angenommen werben. Gehalt nach Bes.-Gr. II. Für bie verstorbene Leichenfrau Vierheller soll ebenfalls bie Stelle ausgeschrieben werben. Der Aufnahme eines Darlehens für das Elektrizitätswerk wurde gemäß Beschluß von 1924 zugestimmt. Dem Antrag der Kinobesitzer auf Erlaß der Vergnü - gungsfteuer wurde nur insoweit zugestimmt, als es sich um Vorführung von Kulturfilmen handelt. Für alle anderen Vorführungen muß Steuer bezahlt werden. Das Dach der Maschinenhalle des Elektrizitätswerks ist schadhaft. Das Stadtbauamt soll einen Kostenooranschlag nebst Zeichnung erneut vorlegen, da der vorgesehene Betrag von 15 000 Mk. für viel zu hoch erachtet wirb. <£ Aus ber Wetterau, 17. Aug. Die Erntearbeiten sinb, früher als sonst, fast völlig be- enbet. Nur hier unb ba steht noch ein Streifen Hofer auf bem Holm. Der größte Teil ber Frucht ist auch schon eingefahren. Die Dreschmaschinen sinb seit Wochen emsig an ber Arbeit. Man bars jetzt schon von einer gut geborgenen Ernte sprechen. Kreis Büdingen. !! Bübingen, 17. Aug. Gestern stand Tübingen im Zeichen ber Beigeorbnetenwahl. Schon seit Mittwoch erschienen Aufrufe unb Erklärungen in ber Tübinger Zeitung, wie überhaupt eine eifrige Wahlagitation einsetzte. Zuerst waren nur ber seitherige langjährige Teig. Dotter unb ber Versicherungsinspektor Georg Hilbner (Ge- meinberatsmitgheb) ausgestellt. Am Freitag wurde bann noch bas Gemeinberatsmitglieb Weißbinder- meister Karl Schulz aufgestellt. Hierdurch wurden bie Aussichten ber Kandidatur Dotter lehr verschlechtert. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Hildner 787, Dotter 560 und Schulz 117 Stimmen. Somit ist Gemeinberatsmitglieb Hildner als Beigeordneter gewählt. — Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen schlecht. Da man als bestimmt voraussetzte, baß eine Stichwahl ftattfinben müsse, biteben viele ber Wahl fern. Diese Tatsache dürfte auch zu bem Siege Hilbners beitragen. Ob sich Herr Hilbner nun auch noch für bie Bürgermeisterwahl aufstellen läßt, ist noch nicht bekannt. In biefem Falle müßte er bann auf ben Beigeorbnetenposten roieber verzichten. — Die beiben Büdinger Turnvereine veranstalteten am Samstagabenb anläßlich bes Hermannslaufes in ben Fürstenhofsälen eine Hermannsfeier, bie von ben Mitgliebern ber Vereine unb Gästen sehr gut besucht war. — Die Stafette selbst kam um |5 Uhr am Samstagmittag burch Tübingen unb würbe von Mannschaften ber Tübinger Turnvereine bis kurz vor Tieichenbach gebracht, wo sie bann an andere Vereine weitergeleitet wurde. — Als eine sehr nützliche und not- wendige Einrichtung erweist sich gerade dieses Jahr wieder die große unb saubere Babeanstalt bes Tübinger Schwimmvereins. Die Anstalt erfreut sich schon ben ganzen Sommer unb besonbers an heißen Tagen eines sehr guten Besuches sowohl ber Damen wie Herren. Um biesen Vorteil dürfte uns sicher manch anderes Städtchen beneiden. — Das Jahr 1925 bringt Tübingen eine größere Anzahl neuer Wohnungen, woburch dem bringen- ften Wohnungsmangel abgeholfen werben dürfte. So hat vor allem die Stadt selbst schon jetzt 3 bis 4 neue Wohnhäuser sertiggestellt, die noch dieses Jahr bezogen werden sollen. Die Einfamilienhäuser werden, wie verlautet, von der Stadt an Private verkauft werden. A Bingenheim, 18. Aug. Bei ber Beigeorbnetenwahl erhielt ber ßanbroirt und Lanbes- produktenhänbler Otto Reichert 192 Stimmen. Der Gegenkanbidat, Postagent Karl Müller, erhielt 162 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war eine sehr lebhafte. Aus bem 91 i b b a t a (, 17. Aug. Kaurn ist bie letzte Hafergarbe eingefahren, so klingt schon bie Sense roieber zur Grummeternte. Sie beginnt in biefem Jahre reichlich 3 Wochen früher als im Vorjahre unb verspricht ebenso wie bie Heuernte guten Ertrag. Auch bie Kartoffeln scheinen zur Re- korbernte heranreifen zu wollen, was in ber starken Preissenkung zum Ausbruck kommt. Hänbler bieten nur noch 3 Mk. pro Zentner. Die Apfelbäume tragen reichlich, wenn auch stellenweise einmal leere Bäume anzutreffen sind. Der Ausfall an Zwetschen unb Birnen wirb badurch hinlänglich ausgewogen. Kreis Schotten. # Schotten, 17. Aug. Von ben 7 beanstandeten Bürgermeisterroahlen im Kreise wurden insgesamt 6 für ungültig erklärt. Die einzige vom Kreisausschuß bestätigte in Ober-Schmitten fand heute mit der Einweisung und Verpflichtung des neuaewählten Bürgermeisters K. Mantel ihren Abschluß. <> Schotten, 18. Aug. Der Evang. Bund hielt am Sonntagnachmittag auf bem Bockzahl ein Volksfest ab. Um 1 Uhr bewegte sich ein Fest« zug durch bie Straßen ber Stadt unter Vorantritt f einiger Reiter in Freiheitsuniformen von 1813. Die I Schöttener Männergesangvereine verschönten bas | Fest burch Gesangsvorträge. Gießener Herren unb Damen spielten „Glaube unb Heima t". Eine große Menschenmenge lauschte bem Gebotenen. Pfarrer Haupt- Gießen hielt bie Festansprache. Besondrerer Dank gebührt bem Herrn Pfarrer R ö ° mer> Schotten, ber sich um bas Zustanbekommen des Festes viel Mühe gemacht hatte. •> Rainrod, 18. Aug. Eine blutige Eifersuchtstragödie spielte sich gestern abend anläßlich unserer Kirch weihe am hiesigen Bahnhof ab. Der 22jährige Schneider- gofelle Frank aus Schotten, in Tufenborn gebürtig, unterhielt ein Verhältnis mit einem Schot- teuer Mädchen. Dieses schien aber in letzter Zeit seine Gunst einem andern zugewandt zu haben. Sie trafen sich auf unserer Kirchweihe, wobei es schon am Sonntag zu erregtem Wortwechsel kam. Unter anderem stieß der abgewiesene Liebhaber die Drohung aus, das Mädchen würde nicht mehr lebend in seine Dien st st eile in Friedberg zurückkehren. 9Jlan hielt dies für eine leere Redensart, der man keine Bedeutung schenkte. Als gestern abend das Mädchen mit dem Spätzug nach Schotten zurückkehren wollte, gab der Verschmähte :m Wartesaal drei Schüsse aus dasselbe ab. Ein Schuß traf es in ben Arm, ein zweiter brang bem 21jährigen August Kc> nrab von hier in bas Kinn. Die Kugel blieb in ber Kinnlabe stecken. Der Verletzte mußte am Abend in bas Krankenhaus in Laubach verbracht werben. Nachdem der Revolverheld die drei Schüsse abgegeben, richtete er er die Waffe gegen s i ch selb st unb verletzte sich am Kopse ungefährlich. Er würbe noch am Abend in das Amtsgerichtsgefängnis zu Schotten überführt. Die erregte Menschenmenge, die sich inzwischen vor dem Stationsgebäude angesammelt hatte, in dem Frank festgehalten wurde, nahm eine drohende Haltung ein. Nur ber Standhaftigkeit bes Bahnhofsvorstehers ist es zuzuschreiben, daß bie Menge nicht in bas Gebäube einbrang □ Laubach, 17. Aug. Der hiesige Turnverein hat unter Leitung seines neuen Vorsitzenden, des Kaufmanns Wilhelm Schreiner, einen neuen Aufschwung genommen. Die Uebungen werden wieder eifrig und regelmäßig abgehalten. Auch hat er ein eigenes Pfeifer- unb xrommlertorps errichtet. Er zählt zur Zeit über 200 Mitglieber. Am verflossenen Samstag beteiligte er sich mit 33 Turnern am H e r rn a n n s l a u s. Jeber lief gegen 200 Meter. Die Strecke begann vorn Bahngleife ber Zweigbahn Laubach—Freienseen an ber Schöttener Lanbstraße, führte burch Laubach bis zur Sauter- brücke am Gasthaus Tröller. Das Gelänbe ist hier sehr ungünstig, weil sehr bergig unb steil. Trotzbem gelang es, in 11 Minuten bie Strecke zu bewältigen. Die hiesigen Turner, beren Stafette um 9 Uhr abends ausgestellt wurde, erhielten dieselbe von ben Schottenern unb gaben sie an bie Grünberger weiter. — Gestern unb heute hielt ber hiesige Schützenoerei n sein Hauptschießen ab. Es waren Schützenbruber aus Gießen, Grünberg, Alsfeld, Tübingen unb Ortenberg erschienen. — Die hiesige Getreideernte ist als eine mittelmäßige zu bezeichnen. Die Menge bleibt hinter dem Durchschnitt etwas zurück, es fehlen am Morgen etwa 40 bis 50 „Oebunb". Dagegen ist die Beschaffenheit gut Hackfrüchte stehen sehr gut Die Grummeternte hat gute Aussichten, dagegen wird die O b st e r n t e schlecht ausfallen. Es wird zwar etwas A e p f e l geben, aber wenig Birnen und wenig S t e i n o b ft Ulfa, 18. Aug. Ein beladener Erntewagen fiel auf der Heimfahrt um. Die Frau des Landwirts kam unter den Wagen zu liegen, der über sie wegging. Sie wurde mit gebrochenen Deinen und schweren Quetschungen darunter hervorgezogen. Ein Dein muhte infolge der schweren Verletzungen abgenommen werden. rog. Gedern, 19. Aug. Am Sonntag, 6. September, wird ber Kreisverband Oberhessen ber evangelischen weiblichen Jugend sein diesjähriges Verbandsfest in unserer Gemeinde feiern. Die 22 Jungfrauenvereine Ober» Hessens sind zu dieser Feier eingeladen worden, die unter bem Leitgebanken „Ernte" stellen soll. Für ben Vormittag ist ein reich ausgestalteter Fest- gottesbienft vorgesehen, für ben Nachmittag ein Festzug mit anschließenber Nachfeier auf dem „Wildfrauhaus", unserem herrlich gelegenen Fest- platz. Der hiesige Jungfrauenverein entfaltet zur Vorbereitung ber Tagung schon eine lebhafte Tä- tigfeit. Gebern, 18. Aug. Am Abenb des demnächst stattfindenden Augu st Marktes (25.2Iuguft) wird auf dem als Marktplatz dienenden Turnplatz ein Feuerwerk abgebrannt werden. Die Feuerwerkskörper wurden der Gemeindeverwaltung von Herrn Steinbruchsbesitzer V u (I r i e b e zur Verfügung gestellt. — Man plant bie Verlegung unb Abtragung bes Franseckybenkmals, bas in seinem ber- zeitigen Zustanbe unb nach ber ganzen Art ber Ausstellung nicht gerabe zur Verschönerung unseres Strahenbilbes beiträgt und besonders unangenehm empfunden wird von den Bewohnern des Ziesing- fchen Hauses, welchen es die Aussicht versperrt in der Richtung der Bahn. Das Denkmal wird jedenfalls in etwas kleinerem Umfang Aufstellung finden vor der Lehrerdienstwohnung. Das überschüssige Steinmaterial soll mit zum Tau des Kriegerdenkmals Verwendung finden. Das Denkmal ist erbaut in Form eines Brunnens unb tragt eine Bronzeplakette mit bem Tilbnis bes Generals Eduarb Friebrich o. Franfecky, ber hier im Jahre 1807 als Sohn bes preußischen Hauptmanns Ernst v. Fran- secky geboren würbe unb besten Name in heroor- ragenber Weise mit ben Schlachten von Königgrätz und GraoeloUe verknüpft ist. — Hier bildete sich in Verbindung mit der schon langjährig bestehenden Landwirtschaftlichen Bezugs- und Abfatzgenossenschaft eine Dreschgenossenschaft , so daß nunmehr drei Preschmajchinen am Ort den Betrieb aufnehmen werden. Die neu angekommene Maschine ist mit Selbstbinbeeinrichtung und Strohpresse versehen unb würbe von ber Firma Heinrich Lanz-Mannheim geliefert. Betrieben wirb sie durch einen Rohölmotor. □ Gonterskirchen, 17. Aug> Die hiesige Gemeinde hat beschlossen, Herrn Pfarrer H o h - g r ä f e, der hier 19 Jahre wirkte unb nunmehr mehr nach A s s e n h e i m versetzt würbe, zum Ab- schieb eine befonbere Ehrung für seine treue Seelsorge barzubringen. Am kommenben Sonntag wirb bem hochverblenten Geistlichen eine von ber Meisterhanb bes Laubacher Kunstmalers Karl Varnas ausgeführte Dankabreffe burch ben Bürgermeister Graf unb einige Vertreter ber Ge- ineinbe überreicht werben. Die Abreste ist höchst stimmungsvoll gezeichnet unb geschmackvoll koloriert. Die Gemeinbe hat burch biefe schöne Ehrung sich selbst hochgegehrt. Wie Herr Pfarrer Hohgräfe erklärte, wäre er nie von Gonterskirchen verzogen, wenn Ihn nicht bie Rücksicht auf die Ausbildung feiner Kinder bestimmt hätte, in die Nähe non Friedberg zu kommen. Möge es bem verehrtA Manne unb feiner Familie in ber neuen tietmat allezeit gut gehen. Kreis Wetzlar. . ? K r o f b o r f, 18. Aug. Der hiesige Turnverein (D. T.) hielt gestern sein biesjähriges Schauturnen bei Gastwirt Hofmann ab. Der Besuch war sehr gut Da auch hier eine Samenabteilung gegrünbet werben soll, so konnten sich bie Krofborfer jungen Damen an den Uebungen, welche bie Gießener Turnerinnen zur Schau brachten, ein Beispiel nehmen. Es ist zu hoffen, baß sich bie jungen Mäbchen recht zahlreich melben, unb sie werben bann sehen, wie wohl bie Turnerei auch auf bas weibliche Geschlecht wirkt. ! Krofdorf, 17. Aug. Schon in ben letzten Jahren würbe auch hier ber Wunsch laut, alljährlich im Sommer ein Fest für unsere Kleinen abzuhalten. Leiber kam bies aber bisher nicht zur Ausführung. Jetzt haben Elternrat unb Lehrerschaft sich zur Aufgabe gemacht, ein Sßalbfeft für bie Schuljugend abzuhalten. Der nächste Sonntag ist dafür aus- ersehen. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 18. Aug. Eine Amtsunter- f ctjlagung, bie vor einigen Monaten zu lebhaften Angriffen gegen bie Stabtoerroaltung geführt hatte, würbe heute vor bem BezirksschoffSttgericht ver- hanbelt. Sie betrifft bie Veruntreuung von Ter» braudjsabgaben; an bem Delikt waren ber 40 Jahre alte Verwaltungsoberinspektor Ernst Hille, der 27jährige Bureaugehilfe August Brück, der 60 Jahre alte Steueraufseher Heinrich A11zweig und der 62jähr. Steueroberaufseher Phil. Jordan beteiligt. Brück war nur auf Privatoienstoertrag angestellt, die anderen sind Beamte. Brück war außer der Unterschlagung auch noch ber Beseitigung einer Ur- tunbe angeklagt, benn er hatte, als bie Sache her- auskam, Hefte mit Quittungsbuplifaten verbrannt. Brück würbe zu 3 Monaten 2 Wochen, Altzweig unb Jorban zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Besonderes Interesse beansprucht ber Fall Hille, denn dieser war Stadtverordneter, Vorstandsmitglied ber Gewerkschaft ber Gemeinbebeamten unb nimmt in ber Darmftäbter Sogialbemo- f r a t i e eine führenbe Stellung ein. Er ist in Gehaltsgruppe 10, will mit seinem Gehalt nicht ausgekommen sein, ba er zwei Kinber habe, boch tarn in ber Verhanblung zur Sprache, baß er flott gelebt hat. Hille war xur Last gelegt, baß er einen Betrag von 335 Mark für Getränkesteuer vereinnahmt, aber nicht an bie Zahlstelle gefanbt hat. Anbere Beträge hat Hille erst nach Monaten unb in Raten abgeliefert. Hille behauptet, bie 335 Mark abgefanbt zu haben, aber bei ber Kasse sinb sie nicht eingegangen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Hille 6 Monate Gefängnis, aber das Gericht sprach ihn mangels Beweises frei. Der Staatsanwalt hat gegen bie Freisprechung Hilles T e tu f u n g eingelegt. * Darm stabt, 17. Aug Auf ber Kirch- weihe in Eberstabt fiel ein junger Mann mit 9tamen Grünewalb aus ber Schiffsschaukel, schlug mit bem Kopfe auf unb war sofort t o t. * 2) a r m ft a b t, 17. Aug. Die Darmstädter Industrie- unb Handelskammer hat sich in einem Gutachten für die Zulassung ber Abgabe von B e - triebs ft offen an Kraftwagen usw. nach sieben Uhr abends unb an Sonntagen ausgefpro» chen. Die ständige Zunahme des Automobilverkehrs im Wirtschaftsleben mache eine solche Aenderung ber Gewerbeorbnung dringend notwendig. — Der Doppeldecker „H e s s e n f l i e g e r" ist gestern vormittag bei dichtem Nebel in ber Nähe von St. Georgen in Baden abge stürzt. Der Flieger Busch unb ber Monteur Zotz würben mit leichteren Der- letzungen in das Krankenhaus in Dillingen eingeliefert. Langen, 18. August. Die feit 1892 hier bestehende landwirtschaftliche Haushaltungsschule erfreute sich stets eines sehr zahlreichen Desuches. Meist konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Nicht nur aus den drei Provinzen Hessens, sondern auch aus den angrenzenden Landesteilen besuchten Schülerinnen die Anstalt. Wie verlautet, ist auch der am 3. Januar 1926 beginnende Kursus schon wieder zu 3/< beseht. Das hat die Schule vorzugsweise der günstigen Lage Langens zu verdanken. In waldiger Gegend, zwischen zwei Großstädten liegend, haben die Schülerinnen nicht nur Gelegenheit, prächtige Ausflüge in die nähere Umgebung, in den Odenwald, an die Bergstraße und an den Rhein zu unternehmen, sondern auch Vorträge, Museen, Konzerte, Theater usw. hier, in Darmstadt und in Frankfurt zu besuchen. So können die Schülerinnen neben dem Unterricht ihren Anschauungskreis und ihre Bildung mit Leichtigkeit erweitern. Hessen-Nassau. = Marburg, 19. Aug. Der hn April vorn Schwurgericht wegen Ermordung bes LaiOiägers Schmidt aus Hersfelb zum Tobe verurteilte Hilfs« Monteur Fritz B r o I i u s aus Frankenberg wurde heute früh hier hingerichtet. fpb. Marburg, 18. Aug. Nach bem Genuß unreifer 2t e p fei erkrankte in Zimmersrobe ein fünfjähriger Junge unb starb trotz sofort vorgenommener Operation. fpb. Frankfurt a. M., 17. Aug. Zwischen ben Vertretern ber Landwirtschaft und ben Milchhändlern fanden heute nachmittag Verhandlungen über einen Antrag auf erneute Erhöhung des erst vor einer Woche gesteigerten MiIchpreises statt. Die Frankfurter Milchhändler lehnten die Forderung als unbegründet glatt ob, ba sie ber Auffassung sinb, baß von einer schlechten Futter- ernte nicht bie Rebe sein kann. Da eine Einigung zwischen ben beiben Organisationen nicht erzielt werben konnte, bleiben bemnach bie Milchpreise auf alter Höhe. — Die hiesigen Großbanken haben zum 1. Oktober abermals zahlreiche Kündigungen ihrer Beamten ausgesprochen unb begrünben biefe Maßnahme mit ber wachsenben schlechten Lage im wirtschaftlichen Leben. — Der Pferbehänbler Fr. Michel aus Pfungstabt, ber vom hiesigen Schwurgericht wegen Raubmordes an dem Kaufmann Heinrich Landmann aus Rödelheim zum Tobe ver- urteilt worben war, ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnabigt worben. — Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Kreisstabt Witzenhausen, deren Gründung noch in die Karolinger Zeit fällt, feierte das Jubiläum ihres 700jährigen Bestehens in Gegenwart bes Dberpräfibenten der Provinz Hessen-Nassau Dr. Schwander, besRegierungspräsibenten Sprin« gorum, zahlreicher Vertreter sonstiger Behörden und einer nach vielen Tausenden zählenden Volksmenge. fpd. Frankfurt a. M, 18. Aug. Die Lage im Transportarbeiter streik ist unverändert. In der Hauptsache streiken die Arbeiter der Speditionsfirmen und der Kohlenhandlungen. Wirtschaftliche Störungen sind bisher durch Rl Reichs, öuftne» u Branchen! ? $•: mr den p -"igne Mpt nick Mg aufg JW DO Sud)« rld »Men °uch nur 3m f Mne Bezirks bi er bei der Nt tniebi «nie u Leihen Jr!c95Qn Neigung Ahen: j Konsols «onk ffi Md 5ße Itaöter 3 ?^dner ^editban te 3116: faidjt bi Wirtschaft dienst. 4.2 6 Hr: r Rossini, 2 am ©tot hold We bis 6.30 betn): 2 amerikas 6.30 bis Dirischa des Süd! E. Decker Pros. Dr. die Radir gung vor Detteme Mg: „T 10 bis u Reifen i Dorthe. W?uss' sich «n C fpd-. Lonnes, AranlU'y seht W* em M ® S-r Tost ichwE kleinen T jade, du< schuhe,, Hut bett' vor. - 1 aint um inittelte ' unb die I sWig u Woche em uih Mr in fflwj Somniersn bas übrig Sicherung drei Kaut annähernd weilenden Höchste voll über std. Zromb dieser Tc sehr re diesem 3< mit dem beschäftig Städten fpd.' bireltor eingercirf funq der - H. bemie i Mit den. find im o nen. Test dach sich' den AuSstand nicht eingelreren. Der Streik macht sich im btraßenbilde auch gar nicht bemerkbar. fpd. Frankfurt a. OH.. 18. Aug. 3n der Sonnemannttrah« stürzte Montag abend ein Mann von seinem Habe. Dabei drang ihm das feststehende Taschenmesser in den Unterleib und verlegte ihn derart schwer, dast e furz nach ter Sin'ieserung in das städtische Krankenhaus verstarb. — Die Polizei hat ;C!)t eine Anzahl Polizeibeamten mit Stoppuhren ausgerüstet, um die allzu schnell fahrenden Autofahrer zu prüfen. Das geschah »chon am ersten Tage mir ersichtlichem Erfolg, indem nicht weniger al» 50 Fälle übermäßig schnellen Fahrens festgestellt wurden. Die bc- t reff enden Krastwagenfuhrcr wurden mir recht hohen Strafzetteln bedacht. Die Kontrolle wird jetjt täglich fortgesetzt. An der Main-Hcckarbrücke wurde in der vergangenen '.lacht ein unbekannter etwa 36 bis 38 Jahre alter Mann erschossen aufgefunden. Der Tote ist etwa 1.70 Meter groß, hat volles schwarzes Haar, blasses längliches Gesicht und kleinen Dchnurrdar: Der Tote war mit Wind- jade, dunkelgestreifter Hose, schwarzen Schnürschuhen, Wollhemd und braunem weichen Filz- Hut bekleidet. Es liegt zweifellos Selbstmord vor. A n 10. Juli wurde ein hiesige» Postamt um 21 200 Mark beraubt. Al» Täler ermittelte man den Ausheiser Zimmermann und die Bruder £ i n b e m an n. All« drei gingen flüchtig unh waren seitdem verschollen Letzte Woche entdeckte man ihre Spur im Taunus, und zwar harte sich das Trio in einem Hotel in Altweilnau einlogiert und genoß dort feine Sommerfrische. Die Postpolizei störte das Idyll, das übrigen» auch durch em Mädchen Bereicherung gesunden hatte, und verhaftete alle drei Hauber. 3n ihrem Besitz fand man noch annähernd 17 000 Mark. — Die seit Montag hier weilenden spanischen Aerzte besuchten heute die städtischen Krankenanstalten und die Höch sl er Farbwerke. Sie waren des Lobes voll über die mustergültigen Anstalten. spd. Aus dem Taunus, 18. Aug. Die Srombeerernte hat in den nahen Gebirgen dieser Tage ihren Anfana genommen. Sie fallt |ehr reichlich aus. Zahlreiche Familien, in bleiern Jahre auch viele erwerbslose Städter, sind mit dem oft recht mühseligen Pflücken der Beeren bcschästigt. Das Pfund Brombeeren wird in den Städten gegenwärtig mit 90 Pf. verkauft. fpd. Bad Homburg v. d. f)., 18. Aug. Sur« direktor v. Holwede hat sein Abschiedsgesuch eingereicht und scheidet am 1. Oktober aus her Leitung der Homburger Kur-A.-G. — Hanau, 18. Ang. Die Typhus-Epidemi c in Hanau ist nicht weiter fortgeschritten. Mit den Kranken aus dem Hinterland von Hanau sind im aanzen 79 Typhusfälle zu verzeich- nen Gestern ist eine 51jährige Frau gestorben, so daß sich die Zahl der Todesopfer auf acht erhöht. Rundfunk-Programm deS Frankfurter TenderS. (Aus her „Habio-Umschau".) Donnerstag. 20. August. 3U$r: Wirtschaftsmeldungen. 4Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschastsmelbungen. 4.20 Uhr. Nachrichtendienst 4.25 Uhr: Wirtschastsmelbungen. 4.30 bis 6 Uhr: Hachmittagskonzert des HauSorchesters, Hossini. Mitwirkung: Frl. Alice Baehr (Sopran), am Grotrian-Steinweg-Flügel: Herr Dr. Hein* hold Merten. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (AuS fernen Landern). Aus dem Buch: .Unter Indianern Südamerikas'. von Prof. Dr. Max Schmidt, Berlin. 6.30 bis 7 Uhr: Hebertragung von Kassel. 7 Uhr . Wirtschaftsmeldungen. 7.30 bi» 8 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen HadiollubS (Vorlesung von 9. Decker aus dem Kapitel „Kurze Wellen" von Prof. Dr. Ssau, Jena, aus dem „Wegweiser durch die Hadiotechnik"). 8.30 bis 9.30 Uhr: Uebertra- gung von Kassel. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Ahr: Die Spätankündigung: ..Ted Snhderl". 9.45 Uhr: Sportfunkdienst. 10 bis 11 Uhr: Die Mitschuldigen, ein Lustspiel in Dersen und drei Aufzügen von Wolfgang von Goethe. Wirtschaft. • Da» Branchenfernsprechbuch der Reichspostreklame G. m. b. H. Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt erklärt zum Branchenfernsprechbuch der Reichspostreklame G. m. b. $).; Das Buch ist in seiner jetzigen Form für den praktischen Gebrauch vollständig ungeeignet. Bedeutende Firmen sind darin überhaupt nicht ober unter falscher Branchenbezeichnung ausgeführt. Außerdem enthält es eine ganze Anzahl von Druckfehlem. Es empfiehlt sich, dieses Buches sich nicht zu bedienen, auch bei den Post- anftalten sollte cs keinesfalls als amtliches oder auch nur halbamtliches Verzeichnis geführt werden. 3m Hinblick auf die Schädigungen, die es durch seine Mangelhaftigkeit der Wirtschaft des hiesigen Bezirks bringen kann, ist sogar zu verlangen, daß es bei den Postanstalten, wo es offenliegt, schleu- nigst wieder entfernt wird. Frankfurter Abendbörsc F r a n k f u r t a. M., 18. Aug. An der heutigen Abendbörle hielt sich das Kursmoeau auf dem befestigten Stande der Nachbörse. Für einige wenige Werte zeigte sich etwas Äaufncigung, doch verlie der Verkehr ruhig ohne nennenswerte Umsätze. Am Anleihemarkt setzte eine neue Befestigung für Kriegsanleihe ein. Die Abendbörse schloß ruhig mit Neigung zum Nachgeben der Kurse. Deutsche An- leihen: Sproz. Reichsanleihe 0,145, 3jproz. Preuß. Konsuls 240, Schuhgebietsanleihe 2750. Bankaktien: Bank für Brauindustrie 74,90, Bayr. Hypotheken» und Wechselbank 80, Commerzbank 93,75, Darmstädter Bank 110,50, Diecontogesellschast 103,50, Dresdner Bank 100,50, Neichsbank 121,25, Mitteld. Creditbank 93, Oesterreich. Kreditaktien 7,37. Mon- tanaktien: Deutsch-Luxemburger 55,12, Harpener 88. Mansselder 60, Phönix 62, Rheinische Braunkohlen 112, Rheinstahl 51,50, Kali Aschersleben 119. Chemische Aktien: Badische Anilin 122, Elberfelder Farben 114,50. Theodor Goldschmidt 69^0, Höchster Farben 114,50, Rütgerswerke 62,50. Industrieaktien: AEG. 93,50, Bingwerke 48L0, Zement Heidelberg 67, Dyckerhoff und Widmann 28, Elektrisch Licht un > Kraft 90,75. Holzmann 52, Gebr. Iunghans 62,50. Julius Sichel 20,50, Wayß und Freytog 66,50, Zuckerfabrik Frankenthal 59,50, Zuckerfabrik Heilbronn 54. Berliner Börse. Berlin, 16.Aug. Die Stimmung ist heute tneieniürf) freundlicher geworden. Die Speku- latioi. schritt verschiedentlich zu Deckungskäufen, da men bei Beginn des Verkehrs leichte Internen - tionen zu beobachten glaubte. Begünstigt wurde die bessere Tendenz durch die sehr günstige Dersasiung des Bcrsengeldmarktes und die etwas zuoer- sichtlicher gehaltenen Berichte aus der Eisen- i n b ii ft r i e. Die Shnrfe konnten sich daher bei den variablen Papieren durchweg um 1 bis 2 Pro- zent heben, in Spezialwerten noch darüber hinaus. So wurden besonders einige Auslandanleihen, namentlich Budc.pefler Stadtanleihe, begehrt, letztere im Zusammenhang mit der erfolgten Neuregelung des Zinsendienstes. Auch heimische Anleihen leroegtcn sich etwas höher. Die gestern stark an- gebotenen Aktien der Darmstadter und National- bank gingen nicht weiter zurück, da die Spekulation bereits Eindeckungen m Blankoengagements vor- nahm. Die erste Notiz stellte sich auf 109,5. Am Geldmarkt waren die vorhandenen Mittel kaum unterzubringen, namentlich in tag- lichem Geld. Die offiziellen Leihsätze stellten sich aus 8-9,5 Prozent, es wurden aber auch Abschlüße bis 7 Prozent herunter getätigt. Monatsgeld 10,5 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt zeich- ne:c sich Kopenhagen d >rch eine recht feste Notiz aus (gegen London 21,18). während Oslo mit 26,39 legen London eher etwas ermäßigt war. Auch 8rüffel, Mailand und Amsterdan lagen eher etwas chwächer. Die Reichsmark notierte in London 20,41, Paris 5,13), Amsterdam 59,08. Börsenkurse. $nmtfnrt a-M Berlin 18- Ängnft 17 August Banknoten. Berlin. 18 August. Briet 112.49 81,3« 60.15 12.395 5.83 113,0» 81,70 60.45 12.455 5.87 Neovork . . Parts.... Schwel, . . Spanien. . Sapan . . . Nia de (fan. Bien In D-» Ctft- adgest- 4.21 18,75 6,4*> «0,445 19.60 169.89 15.23 77,94 59,43 korst.» vH- Buen.-LlreS «rss.-Annv. Lhrisilanla. Äopentiogtn etclbolm . fcetflngfor». «olaariea Lissabon Daiulg. . ■ Äonfl .-meta Lchen. . Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. On StOtonen Mart aaäeebrärtt. enenol-Htre«. London, Neu- hort. Iapau. Rio de Janeiro für eine Etnbeti. »ien und Bubepeflffc 100000 (Etit betten. alle» übrige für 100 Ltnhettau) Telegraphische Auszahlung. Lmerttanische Noten Belgische Noten........ Dänische Noten Englische Noten Hramoüsche Noten...... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten T eutich^ Cefterr-. ä 100 jtronen Rumänische Noten Lkbwcdiiche Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... »eld 1.19 18,65 OS 01 J0.345 19,50 168,55 15,15 77.y 59,13 __Datum: 5% Deutsch- Reich»ouleihe . V t Tcatschc Reichs-./leihe . 3',"/» Deutsche Reich: :nl-i!)e 3°,; Deutsche ReichSanleive . Deutsche täparpramicnanleibe 4",o 'preußische KonsolS . . . 4% Hessen........... 3*/?/e Hessen y/e Hetzen Deutsche SBcrtb. Tollar-Anl. dto. Toll-Schatz-Amreisng') <*!<> Zolltürken 5% öolbmerifaner Setliner Handel-geselllchast. cLommcr;. und Prlvat-Banl. Tannft. und Nanonalbank . Deutsche Bank......... Tcuischr DereinSbank .... ZiSconto Lommandit ... Mctallbank........... Mitteldeutsche Srebithanl . . Lesterreichiiche Creditanstalt. Weltbank............ Bochumer Sah........ BudernS............ Caro ............. Deutsch Luxemburg WdknHrdjener Bergwerke. . Harp.ner Bergbau...... Kaliwerke Äscherülebea. . . . Kaliwerk Westeregeln..... La urahütte........... Oberbedars........... Phöntr Bergbau ..... Rheinstatrl........... Siebert Montan :lluS Bergbau........ eurg-Amerika Paket. . . >eutscher Llovo..... Cberamische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont-Guano Badische Anilin....... Chemische Mäher Slapin . . Goldschmidt.......... Örie4 betonet Electron . .. Höchster Farbwerk« ..... Holzverkohlung RütgerSwerke...... ■ Scheideanstalt......... All«. Elektrizität»-Gesellschast Bergmann........... Mainkra-twerke........ Schurtert............ Siemens ,2925 0.210 0.33 ) 242.5 0 26 U.46O 0,500 0.55 0.5625 0.124» 0.100 ). 1125 U 115 0.18 — ü 2d 0.215 0.26 0.24 0.26 — — 0.20 0.21 — 0.150 0.18 0 22 89.75 -9,7'. 91.75 91.75 -44.25 94.35 94.4 94,65 6 6 175 5.« 6 32.5 32,75 — —• 125 125 124 124.5 93.75 03.75 94.5 94,5 109 110.5 109,75 109,5 112,6 112 113 112.5 — — 102,7' 103,5 103 103 so 81.5 — 93 93 92.25 92,25 7.25 7,4 -.4 7.4 0.065 n 06 0.05 0.05 54.75 — 56 57.5 35.25 36 35 6 36.75 35.5 — 35,5 :5.5 ,2.5 55 13 54 54.4 45 45.75 44.75 46 85 88 85,5 «7,25 118,5 119 119 119,5 130 130,5 19.1 20 31 33,5 31.25 33.75 33.5 33 35,5 35 58.50 62 58.76 61 48.5 51 5 48,25 50 70 71 71.75 72.2 44 44 45 46.4 46,6 47.5 46 46,75 46,6 47,62 — | — _ 67 67 — 51 52 51,75 51,6 — — »2 93 120,5 122 121.5 122 U 4 0,4 — 68 69,5 68.75 69 112 — 112.13 113.5 118.75 114.5 112 5 118 « 4.6 4.75 62,25 62.5 61,5 61,13 98 98.25 — 91,75 93.5 92,5 92,25 — — 67.b "8 80 80 50.5 51.2 50.5 51 69 70.6 70 70.25 46,5 46.5 46.5 46,5 38 39.75 38.75 38.5 30 26 — — 40 28 36.5 36 — 61 51 0,4 0,4 — — 0.75 — — 0.75 100 100 * - 64.25 64,5 64.5 64 35.25 35 38.25 38 20 75 20.5 20 19.5 .8.8 8 75 8,9 8.8 58,1 59.5 • — 15.25 55.25 56 55 Amtliche Notturno Lmtliche Notierung (Selb ©rief Geld Brie! 169,09 169,51 t69,ut> 169,44 1.692 1.696 1.694 I.69X 18 73 18,77 18,73 18,77 77,60 77,80 77,70 77,90 96,28 96,52 96,23 96,47 112,76 113,04 112,76 113.04 10,576 10,616 10,576 10.616 15.105 15.145 16.Ui 16.10 20,382 20.434 80.384 80,436 4.195 4.20? 4,195 4.26-' 19,54 19,58 19.495 19,535 81.40 81,60 81.38 61,5X 60.42 60,58 60,40 60.5.1 1.727 1.731 1.721 1,725 ') 508 i.51O 0.516 9.5h 39,0b 59,20 3» ,01 59,10 12,43 12,47 12.425 12.465 7.51 7,53 7.51 7,53 5 895 5.915 5.895 5,915 3.03 3.04 3.03 5.04 20 775 20.825 80,775 20,825 80 80 81.00 80.80 81.00 2.49 2,50 2,47 2.48 6 50 6.55 1.54 6.56 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht he» „Gießener Anzeiger»'^ Frankfurt a W.. 18. Aug. ES wurden notiert: Weizen (Wetterauer, neuer Ernte- 25 bis 25,25, Hoggen (inländischer, Üeuer Ernte) 20 bis 20,50, Sommergerste (für Brauzwecke, neuer Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orb ach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lötungen ufw. find #u richten an die Schachredaktion deS »Gießener Anzeigers". Problem Nr. 24. Bon G. Hume In Nottingham. 1. Preis „Hationaltibenbc" in Kopenhagen. 8 6 7 5 4 2 8 6 5 4 3 2 1 Schwarz. ä bc ä e i gn , Weiß. Matt in drei Zügen. Weiß: 9 Steine. Ka2, Tb3, Tb7, Lc8, Sb6, Ba3, Bb2, Bc4, Bd6. Schwarz: 5 Steine. Ka5, Tg5, Ba6, Bb5, Bg4. der 1. 2. 3. 4. 62-64 c2-c4 Sbl-c3 Lcl-g5 12 13. Lg5-f4 14. b2xc3 15. Lf4x66 16. c3-c4 12. Sf6-c4 13. Se4xc3 14. Lc7 — 66 15. D68X66 16. b7-b5 Partie Nr. 16. Nachfolgende kombinationsvolle Partie wurde in 1. Runde zu Breslau am 19. Juli 1925 gespielt. Indische Partie Weiß: Dr. Tarrasch. Schwarz: Moritz. 1. Sg8-f6 2. e7-e6 3. 67-65 4. Lf8-e7 5. Sb8 - 67 6. 0-0 7. c7-c6 8. a7-a6 5. e2-e3 6. Sgl-f3 7. Tal-cl 8. D61-C2 9. c4x65 Dieser Zug sichert dem Weihen verschiedene Vorteile: er stellt Schwächen des Damenflügels a5. b6, c5 fest, sichert günstige Entwickluna, eine Möa- lichkeit der späteren Aufrollung des Damenslügels durch a3, b4, b4—b5 usw., auch ist der rechte Flügel des Schwarzen hierbei sehr schwer zu mobilisieren. 9 9. e6x65 10. Ul-63 10. Tf8-e8 11. 0-0 11. 567-18 12. h2-b3 um den Le8 einzufchränken. Ueberraschend, doch schlecht, da hiernach Weih in den Besitz der offenen c-Linie gelangt, besser war 6c: nebst Le6, Ta 68. 17. c4xb5 17. c6xb5 18. Dc2-c5 18. Te8 —68 19. Sf3-e5 19. Sf8-c6 20. Dc5 —c2 20. g7-g6 21. f 2 — f4 Der Beginn eines wuchtig und elegant durch, geführten Mattangriffs, allerdings mit starker Unter- stützung des Schwarzen. 21 21. Lc8-b7?? Schwarz erkennt nicht Mt Gröhe bar Gefahr, onft hätte er durch f5 den weißen Angriff acftoppL 22. 14-15 23. f5xe6ü Ein glänzendes und überraschendes Damenopjer. 23 23. Tc8xc2 24. e624. Kg8-f8 Bester Kg7 25. Telxc2 25. T68-c8 26. Tc2-f2 26. TcS-68 Das planlos« Hin- und Herziehen beweist die Hilflosigkeit der schwarzen Stellung. 27. Lc2xg6! Der Todesstoß. 27 ... . 27. H7xg6 28 Tf2-f6 (Siehe Anm. 24. Zug- 28 28 Dd6-a3 29. 30. 31. 32. 33. Se5xg6+ n-f8D+ Sg6xf8 Kgl-h2 Tf6-f7+ 29. Kf8-g7 30. TdSxfS 31. Da3xe34- 32. Lb7-c8 Aufgegeben. Losung de» Problems Sr. 23. Don K. Stal in Göteborg. 1. Le5-g7. 866: (V.) 2. Sf4+ ufw. (V.) a) 1. ... Kf7 2. 8(8-4- usw. b) 1.....K67 2. SfS-4- usw- c) 1. . . . , K65 2. T64++ usw. SS droht 2 818 ufw. Die rheinische Meisterschaft. Die Austragung der Meisterschaft deS Hheins. die im vergangenen Jahre in Köln stattgefunden hat, wird für dieses Jahr vorn Mittelrheinischen Schachbund übernommen. GS ist demselben gelungen, den herrlichen Badeort Münster am Stein dafür zu gewinnen. Die rheinischen Schachverbände. Zweckverband Kölner Schachvgreine. Mittelrheinischer Sch^chbund, Oberrheinischer Schachbund. Hheinisch-'Destfäl scher Schachbund, Saarländischer Schacht erband,Pfälzischer Schachbuird sind demzufolge eingeladen worden. zwei beste Spieler nach dort zu entsenden. Das Turnier findet in der Zeit vom 6. bis 13. September statt. Vorläufig erhalten die Teilnehmer des Meistertumiers freie Verpflegung sowie Unterkunft: die drei ersten Sieger Heise- vergütung sowie Wertpreise. gesten? Unvermeidliche Folge. Wer Abbau Wer A sagt, muß auch B sagen. Wcr Avus jagt, muß auch Beinbruch sagen. Wer Abd el Krim sagt, muß auch Blamage agen. Wer Amundsen sagt, muß auch Beinahe agen. Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom HedakttvStnifch. Lin Kenner. A.: „Welchen Gaul hatten Sie gewettet?" B.: „Auf Aditi, vom staatlichen Gestüt mtefelb." A: .Hat er denn gewonnen?" B.: „Nein, er war weit zurück." A.: „Er war wohl den Instanzenweg gelaufen?" (Lustige Blätter.) Seine Entschuldigung. .Hast du denn deine Aufgaben dreimal laut gelesen. wie ich dir sagte?" „3a, Mutti." „Aber du kannst ja nicht ein Dort." ,Lch habe beim Lesen nicht ganz genau zugehört." Gleich. „Mutti, um wieviel Uhr bin ich eiaenllich geboren?" fragte Fritzchen. „Um zehn Uhr." „Ach, dann haben wir wohl gleich zusammen Frühstück ge« sagt, muß auch Beamtennot agen. Wer Annunzio sagt ,muß auch Brechmittel agen. Wer Arroganz sagt, muß auch Benesch [aaen. Wer Affenschwanz sagt, muß auch Briand sagen. Wer Auswertung sagt, muß auch Bescheiden sagen. (Lustige Blätter.) Ernte) 26,50 bi» 28,50, Hafer (inländischer, alter Ernte) 20,50 bis 23, Mais (gell») 22, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39,50 bi» 40,25, Hoggenmehl 29,50, Weizenkleie 11,50 bis 11,65, Hoggenkleie 12,25 bi» 12,50. Tendenz: Huhig. Berliner Produk:?..bvrfe. Berlin, 18. Aug. Der Prodüktenmarkt war bei sehr stillem Geschäft und bei größerer Zurückhaltung der Verkäufer ziemlich feft. Gerste wenig verändert, Hafer preishaltend. Älehl war ruhig. Es notierten pro Tonne: Weizen (mark.) 240 bis 244, Weizen (mecklenbg.) 238 bi» 243, Weizen (September) 254,50 bts 255, Weizen (Oktober) 257 bi» 258, Weizen (Dezember) 262 bis 263, Hoggen (märt.) 177 bis 184, Hoggen (September) 196 bi» 196,50, Hoggen (Oktober) 202,50 bi» 204, Hoggen (Dezember) 207, Hoggen (westpreuh.) 168 bis 173, Gerste (märt) 240 bis 269, Futtergerste 189 bis 197, Hafer (märt.) 189 bis 198, Hafer (September) 183, Hafer (Oktober) 190, Hafer (Dezember) 195, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Haps 345 diS 350; pro Doppelzentner: Weizenmehl 32,50 bis 35, Hoggenmehl 26,25 bis 27,75, Weizenkleie 13,60, Hoggenkleie 13,30, Viktoriaerbfen 27 bis 35, kleine Erbfen 25 bi» 27, Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen (blau) 12,50 bi» 14,50, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, HapSkuchen 16,60 bi» 16,80, Lein» kuchen 23,60 bis 24, Trvckenschnitzel 12.20 bis 12,50, Torfmelasse 9,80, Kartoffelflocken 25,50, Zucker 22.40 bi» 22,60. Büchertisch. — IameS Drhce. dem wir daS außerordentlich aufschlußreiche und auch heute noch nicht veraltete Standardwerk über Amerika verdanken. ist auch der Verfasser eines grohange- legten dreibändigen Werkes über .Moderne Demokratien", das der unternehmende Drei-Masken-Verlag in München soeben in einer m elfter gültigen ileberfc^ung von Karl Loewen- ftein und Albrecht Mendelssohn-Bartholdy t>or- legt Der soeben erschienene 2. Band behandelt die Demokraten der angelsächsischen Welt: die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Heuseeland nach ihrer staatsrechtlichen Entwicklung und Struktur hin, Hegierung, Parlament und öffentliche Meinung und schließlich die politischen Haupttendenzen. Die Lektüre ist keine leichte, aber lohnende Arbeit — Ausführliches Lehrdu ch einer Stenographie. Don Dr. E. Fleischer. (Verlag F. Nemnich, Mannheim.) Ein ookalsymbolisierendes System (wie Gabelsberaer. Stolze-Schrey), besten Hauptbestreben auf Erzielung einer wesentlich besseren Ebenmäßigkeit der stenographischen Schrift | gerichtet ist, die durch eine zweizekltge Lokalisation, bei der nicht nur der Konsonant des Auslautes, sondern auch der des Anlautes in ausgiebiger Weife zur Symbolisierung der Vokale benutzt wird, zu erreichen ist. Bei der Aufzählung der Vorteile feines Systems erwähnt der Verfasser, das System sei nicht schwieriger als andere zu erlernen. Diese Behaup. tung ist dahin einzuschränken, daß sie sich nur auf einen Vergleich mit anderen symbolisierenden Systemen beziehen kann, während der Verfasser lei- der die vokalschreibenden Systeme überhaupt nicht in den Kreis seiner Betrachtungen zieht. 205 — Rudolf Huch: „Der Kirchenbau", Lustspiel in 5 Aufzügen. (Band 6557 von Reclams Unioersal-Bibliothek-, Preis geb. 80 Pf.) Rudolf Huch, der bekannte Romantiker und Satiriker zeichnet in diesem Bühnenwerke die Komödie des Egoismus. Von überlegener Warte sind die Lächerlichkeiten unb Verlogenheiten eines kleinstädtischen Gemeinwesens geschaut und gestaltet worden. Das Werk wird bei allen Lesern ein befreiendes Lachen auslösen. 373 — OskarMeyer,^)allo-Tohuwabohf" Telephongötter und Opfer. (Göttingen 1925 im Selbstverläge des Deriaffers.) An Hand eines umfangreichen Akten-Materials legt der Verfasser Mißstände im Telephonverkehr dar. Seine Ausführun- aen haben besonders in Kreisen der Getreidemakler<> firmen berechtigtes Interesse gefunden. 207 ________L --- — « ineZe^ant^rzpraUi« (ck&'Dtudduuypf, pachung. CtoARETT E NFABKIK CONSTANTIN E 48. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ■M Würzburg Gießen August 1925 Der Ueberschuh fließt d. Unterhaltungsfonds der Burgruine zu. oesi 7798D Der Vorstand des Geselligkeltsvereins Gleiberg 4. Ermahnung. 40 Jahre Kältemaschinenbau Klein-Kälteanlagen Gießen (An der Iohanneskirche), 19. August 1925 7829D Iohs. Balser, Stadtgärtner a. D Telephon: Aschaffenburg 1043. Ooldbacher Straße 41. Augsburg 4: Platzvertreter gesucht! A.K.V. Gießen, Asterweg 60, Tel. 1646 Chaiselongues Knorr Suppenwurst von Mk. 55.— an >a !TIO' Kein Laden! 3875m Ab 2'/, Ahr Fahrgelegenheit von Oswaldsgarten. Preis für die einfache Fahrt pro Person Mk. 1.-. Ml'- Personal: :: 1700 Q £ Z Gegründet :: 1854 :: Hotels, Restaurants, Metzgereien, I Niederlagen, Konditoreien usw. Er Die Eintrittspreise: 1. Für Mitglieder und deren Angehörige pro Person für Kinder bis zu 14 Jahren je............ 2. Für Mchtmitglieder (Erwachsene und Kinder) je . . Damit das Hühneraug’ verschwinde, Nimm Lebewohl*, die Pfläster- blnde! Allen, die anläßlich meines 80. Geburtstages meiner mit Liebe gedacht haben, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus und wünsche allen für das Weitere Zuftieden- heit und Gottes Segen. Gießen, den 17. August 1925. w Motorrad- u. Auto-Zubehör Wir geben bis auf weiteres, trotz unserer bekannt billigen Preise, auf folgende Artikel einen Extra-Rabatt von 20 Prozentl Seltene Gelegenheit, auch für Wiederverkäufer? verkürzt in der heißen Jahreszeit das mühsame Kochen und gibt 6 Teller hochfeine, kräftige Suppe. Fritz Rehnelt Anne-Marie Rehnelt geb. Rinn Vermählte ™4a Bier- L. A. Riedlnger Maschinen- und Bronzewaren-Fabrik Aktien-Gesellschaft Fräulein Fob Roman von Anders Eje. Ihre Verlobung geben bekannt Else Popp Dr. med. Willy Trautmann Lieferant für täglich 15 Ltr. Schlagsahne ». 15 Ltr. Milch gesucht. Schriftl. Angebote mit Preis und Prozenten unt. 06800 a. d. Gieß. Anz. Polstermöbelhaus A. Wehrheim, Bietzen Löb erstraße 17 Da es uns nicht möglich ist, jedem einzelnen für die uns in so überreichem Matze anläßlich unserös goldenen Ehejubiläums dargebrachten Wünsche, Ehrungen und Geschenke zu danken, bitten wir, auf diesem Wege unseren innigsten, tiefgefühltesten Dank entgegennehmen zu wollen. Gießen, den 17. August 1925. Daniel Heil u. Frau Dorothea geb. Trapp LIEBI6SH0HE Donnerstag, 20. August, abends 8 Uhr: 8. Abonnementskonzert ausgeführt v. d. Kapelle d. ehern. Militär- Musiker unter Leitung d.Musikmstr. a.D. Herrn Topp. Bei schlechter Witterung ist das Konzert im Saale. Nach Beendigung des Konzerts stehen elektrische Wagen zur Rückfahrt bereit. Mk. -.50 Mk. -.20 Mk. 1.- WWll.WS ab unserem Werk Oberwiddersheim jede Menge äußerst preiswert abzugeben. Mltuierk 9öernHööei50elni Neuhof (Kreis Fulda), ""v Mit und ohne Eis-Erzeugung. - Erstklassige Ausführung. — Einfache Bauart. - Leichte Bedienung. - Lieferung ab Lager. General-Vertreter: A. Reichert, Aschaffenburg Ht, •ps «.»s 2 Ä- -»Ä XX. Eine auferstandene Exzellenz. Hat der Leser schon einmal bemerkt, daß ein Zimmer von Energie und Spannung wie ein elek- irischer Akkumulator geladen sein kann? Wenn nicht, so hätte er dazu Gelegenheit gehabt, falls er Gabbys Hotelzimmer an dem Tage einen Besuch abgestattet hätte, der dem im vorigen Kapitel zu Ende gegangenen folgte. Waren die Tage bisher voll von überraschenden Ereignissen, bedeutungsvollen Nachrichten, Hoffnung und Furcht, so hatte die Spannung jetzt ihren Gipfelpunkt erreicht. ganze Gestalt schien auf einmal um zwanzig Sabre jünger geworden zu sein. Er war wahrlich zur rechten Zeit gekommen, denn jetzt hieß es rasch und ohne Aufschub zu han. dein. Lebhaft wie ein Jüngling eilte Thorben zum Telephon und hatte schon die Hand an der KurbeL Ein Signal kam ihm aber zuvor. „Das geht Dich an. Am besten antwortest Du selbst, Gabby." „Hallo! Ja, hier Fräulein Dulcroft." Es war die Stimme Milltrops. Sie klang ganz ruhig. „Nun??" fragte Gabby voll Spannung. „Ja, ich habe eine ganze Menge zu erzählen," antwortete Milltrop ruhig, „aber ich kann dies nicht alles telephonisch tun." Gabby hingegen teilte in aller Hast alle ihre letzten Erlebnisse mit, auch die Ankunft der Exzellenz und die famose Zeitungsnachricht. „Exzellenz und ich gedenken jetzt die große Ofsenstoe in Gang zu setzen", schloß sie. „Nein, das müssen Sie bleiben lassen," antwortete Milltrop. „Bleiben lassen? Wie meinen Sie das? Sollen wir jetzt mit verschränkten Armen dasitzen und die „Ereignisse sich konsequent entwickeln lassen," ganz aus sich selbst heraus und ohne störende Eingriffe von unserer Seite?" „Nein, wir werden in die Ereignisse so störend wie möglich eingreifen. Aber ich lege Wert darauf, an diesem Endkampf selbst auch ein wenig mitzu- wirken. Ich sagte ja, daß ich eine ganze Menge zu erzählen habe, und es ist vielleicht von solcher Art, daß der beabsichtigte Offensivstoß überflüssig wird. Es ist das Beste, wir halten einen Kriegsrat ab, hier im Hotel Bellevue. Es wäre schön, wenn Sie und Exzellenz unverzüglich hierher kommen könnten." Gabby machte keine Einwendungen und in der Voraussetzung, daß dies auch Fili nicht tun würde, nahm sie sofort Hut und Mantel. Zehn Minuten später standen sie in Milltrops Zimmer im Hotel Bellevue. Milltrop stellte sich in seiner trockenen Weise selbst vor, und die Exzellenz fand sofort Gefallen an ihm. (Schluß folgt.) Gabby saß auf dem Schreibtisch und stützte die Füße gegen den Stuhl. Ihre Augen glüyten, ihre Wangen flammten, iyre ganzen Sinne waren in vollem Aufruhr. Gegen ihre Gewohnheit war sie nicht allein. Mit großen Schritten ging ein älterer Herr im Zimmer auf und ab. Es war Exzellenz Thorben. Die zwei letzten Jahre hatten in seinem Antlitz deutliche Spuren hinterlassen. Die Wangen waren schmäler geworden, die Falten kreuzten einander in einem viel dichteren Netz als früher, Haar und Bart waren nicht mehr eisgrau, sondern schneeweiß, und sein gewaltiger Körperumfang hatte eine stattliche Einschränkung erfahren. Auch seine Schritte, mit denen er das Zimmer durchmaß, klangen nicht mehr so taktfest wie einst. Exzellenz hatte auch seiner telegraphisch angekündigten Ankunft sofort Gabby aufgesucht. Diese hatte ihrerseits beschlossen, die Exzellenz, die sehr besorgt war, nicht mit irgendwelchen Schönmalereien zu beruhigen, sondern schrittweise mit der Wahrheit herouszurücken. Sie erzählte ihm also ohne jede Beschönigung alles: von Fellips' fabelhaftem Despotismus, von Fobs buchstäblicher Gefangenschaft auf dem Schloß, von der Unterschlagung der Briefe, von all den bezahlten Kreaturen, von ihrer Verschwörung mit Milltrop und Keyler, zuletzt von des Bankiers großem Bravourstück in seiner Wohnung und ganz zuletzt von den drei verheißungsvollen Telegrammen, unter denen das der Exzellenz nicht das unbedeutendste war. Sie er- zählte alles, nur von den belastenden Papieren schwieg sie. Daran zu rühren vermochte sie nicht. Der alte Fili ging während Gabbys Erzählung auf und ab und blieb mitunter stehen und gab wiederholt seinem Erstaunen Ausdruck. Man kann sich denken, welche Gefühle jetzt nach den zwei Jahren ihn durchtobten. Er wußte nicht, sollte er weinen oder lachen. Alles aber trat vor der Frage zurück: „Wo war jetzt Fob?" Nun, die Sache war gewissermaßen einfach. Es gab nur eine einzige Person, die auf diese Frage Bescheid geben konnte, und wollte sie dies nicht gutwillig tun, so mußte sie dazu eben gezwungen werden. 3n M fjolm e.H "( ur pratW 1 6in W>°; M W" Mem Menheii, das | rai erllang e* ' Men fionyl ° 5n den tun die Nationen.1 iotjen für 9er weihe AvgeM mit den unzah flammen. Mar Lichtfülle. Mag schmücken Wän die bunte Prac ten fernster m rode, Müaru ten lütten. Di der Gegenwat And dam Jelltfchlar Mer in anöe. kens Haben |k : mlorifcher 3 , Hochkir che I bann die Dieb .. kerne Kreuze, blauen Salate Gröhes E mit ihm die! eine majestäti schein Koni! großen golbei Platz. 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Junge Ferkel mir Rassol angefüttert, bleiben stets gesund und munter und entwickeln sich überraschend schnell. NB. Man achte beim Einkauf aber ganz genau auf den Namen — Rassol—und Welfe alle Nachahmungen sowie vor allem auch jede Nach» füllung von Raffolflaschen ganz energisch zurück. Rassol hat tausende von freiwilligen Gutachten aus allerersten Fachkreisen. Original Rassol erhalten Sie in der Engel-Apotheke, Gießen (am Markt). Eigene Fabrikation nur hochwertiger Tierarzneimittel. 1 große Originalflasche kostet 2 Mark (Ausschneiden und aufheben t Machen Sie sofort einen Versuch!) Exzellenz blieb mitten in seiner Wanderung stehen und überlegte: Von hier zu Fellips' Bank sind es nur zehn Minuten. Laut aber sagte er dann: „Da gibt es nur noch eins zu tun, Gabby. Ich nehme ein Auto und fahre sofort zur Bank. Der Sicherheit halber muß ich vielleicht vorher einen Revolver zu mir stecken." „Das nützt nicht viel," antwortete Gabby, „weder mit noch ohne Revolver. Der Bankier ist unauffindbar und dürfte dies auch bleiben." „Was sagst du? Unauffindbar? Er hat sich wohl nicht in Atome aufgelöst?^' „Das nicht, aber so etwas Aehnliches. Jedenfalls ist er verduftet, so daß wir ihn nicht schnell erreichen können. Ich habe selbst vor ein paar Stunden einige Versuche mittels Telephon gemacht. Auf der Bank gab man mir die verworrensten Antworten, — und es ist nicht so schwer, die Ursache zu verstehen." Gabby nahm eine Zeitung vom Schreibtisch, reichte sie der Exzellenz und zeigte auf einen ganz kurzen Artikel, der mit großen Titeln auf der ersten Seite stand: „Ein entthronter Bankfürst! Eine Sensation in der Bankenwelt! Dieser Tage ist ein Ereignis eingetreten, bas in hiesigen Bankkreisen großes Aufsehen erregt. Der Direktor einer unserer größten Banken ist spurlos verschwunden. Die in einem solchen Falle naheliegende Annahme eines Unglücksfalls entfällt, da die Ursache ziemlich klar zutage liegt. Die fragliche Bank, die von ihrem Chef schon seit langem auf eine unglaublich despotische Weise geleitet wird, hat sich in den letzten Tagen in immer gewagtere Transaktionen eingelassen. Einige ganz phantastische Angebote an andere Banken bezüglich Zusammenarbeit und Kapitalbeteiligung haben sowohl dem Personal der betreffenden Bank wie den übrigen Banken einen bevorstehenden Krach als unvermeidlich erscheinen lassen. Nach dem Verschwinden des Bankdirektors kann man annehmen, daß der Bankerott nunmehr unmittelbar bevorsteht. Aus Rücksicht auf viele, die unschuldigerweise in diese Affäre hineingezogen werden, unterlassen wir es bis auf weiteres, Namen zu nennen." Die Exzellenz legte die Zeitung weg und brach in ein breites, jugendliches Lachen aus. Ja, die Brillen (Cellon) Hupen Elelctr. Hörner Tachometer Soziuskissen Soziussattei Soziusfußrasten Spiegel Carbld-Beleucht. Eiektr. Beleucht. — < M Ata Wohnhaus in Näbe der Babnböse 1W)1h mit schönem Garten, 2x8 Zimmer, zu verkaufe». 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Ich steckte selbst die Papiere in ein Kuvert und legte sie zu unterst in die Tasche. Und jetzt, — jetzt ist das Kuvert fort! Kurz und gut: die kostbaren Papiere sind verschwunden!" Gabby hatte sofort einen Verdacht: Er spielt Komödie! Selbst war sie natürlich bis aufs äußerste verdutzt und hielt schon das ganze Spiel verloren. Keylers Verzweiflung erschien ihr aber dann doch echt. Er mußte auf eine ganz übernatürliche Weise um die Papiere bestohlen worden sein, auf die Fellips seine Macht über Fob aufbaute . . . Nach einer Weile raffte er sich aus und sagte ent- schossen: „Entweder haben Sie morgen die Papiere oder Sie sehen mich niemals wieder!" Dann verschwand er aus dem Zimmer. Gabby stand einige Minuten am Fenster und sah ihm nach, wie er in der Richtung zum Bahnhof eilte. Halblaut zitierte sie Milltorps Telegramm: „Bitte nicht überrascht zu sein, was auch kommen mag." • Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene HÜhneraugen-Lebewohl für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die Fußsohle, Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf-, erhältlich in Apotheken und Drogerien. 3785A Photo-Haus Winterhoff Kreuzplatz 9 das Fachgeschäft für den gesamten Photobedarf ■ •. für