llr. ö ) Erster. Statt 1Z5. Jahrgang Donnerstag, <9. ITIäri 1925 Erschein! täglich, außer Sbriu und feiertags. Beilagen: GtehenerFainilienbläller Heimat im Bild. Monatr-Vezngsprelr: 2 Goldmark u. 20 Gold Pfennig für TrLgerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt F e r n s p r«ch-Anschltisse: Schriftleitung 112, Verlag undMeschaftsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnreiger«ieheu. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11886. SiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univeksitätr-Vuch- und Steinömderei B. Lange in Sietzen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze r. „nahm« m l*$ttaei für bit lageonummer vi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindltchkei^ Preis für l mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örUich8, auowärt» 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 GoldpfenniL Playvorschrist 20e „Suf* schlaa. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für de« Anzeigenteil: Hans Beä^ sämtlich in Gießen. Das Ende der hessischen Krisis. Der Preis des Zentrums. Lar«stabt, 19. Marz. sEigener Bericht.) Zu der schon gemeldeten Rückkehr deS Kabinetts her Weimarer Koalition in Hessen ist nach- zutragen, daß das Justizministerium seht von dem Minister des Innern mitverwaltet werden soll, doch soll künftig der erst« Justizbeamte, der den Minister vertritt, Im Gesamtministerium eine beratende Stimme erhalten. Die Sitzung des Landtags, worin der Staatspräsident gewählt und die Regierung gebildet wird, ttndet Dienstag, 24. Mär», statt. Der bisherige Staatspräsident rllrich wird wiedergewählt werden; außerdem wird über baS Rotqesetz zur verlängerten Dauer des Staatshaushalts abgestimmt werden, daS die Rechtsparteien bereits hn Finanzausschuß abgelehnt haben. Die verlautet, soll das Zentrum als De- dillgnng für seinen Eintritt in bte Regierungs- koalitioa di« Errichtung von Professuren für katholische Philoso phie und Weltanschauung an der Landesuni- verfität Gießen und an der Techni. scheu Hochschule in Darmsta dt verlangt haben. Die beiden anderen Kcalittonsparteien sollen dem z u g e st i m m t haben, ebenso wie der Erhaltung der katholischen Pri- vatsch n len. 3m .Finanzausschuß zog die Regierung ihre Vorlage über die Organisation der Bad- Rauheimer Polizei zurück, weil ihr sämtliche Parteien widersprachen. Dagegen nahm der Ausschuß einstimmig einen Antrag non Dr. Leuchtgens (Bbd.) an, in bem. Die Regierung ersucht wird eine Statistik über die Beamtenbesoldung feil 1914 vor- zulcgen. Ferner nahm der Ausschuß u. a. gegen die Stimmen der Rechtsparteien den CMc' t= Wurf über die Gewerbesteuer für 1925 an. Die preußische Krisis. Der Plan eines reinen Beamtenkabinetts. Berlin, 19. März. (Priv.-Tel. d. DB.) Zur Frage der Regierungsbildung In Preußen melden btc Blätter, daß im Vordergrund: der gestrigen intersraktivnellen Verhandlung n der Plan eines Kabinetts gestanden habe, das sich lediglich aus Beamten zusaminensehte, die den Parteien von den Sozialdemokraten bis zu den Deutschnationalen; nabestehe. Die Verhandlungen, die a.-ftern noch nicht zu einem Abschluß gelangten, sollen heute fortgesetzt werden. Ministerpräsident M a r i wird sich laut ..Germania" heute entscheid.n, ob cr an die Spihe eines solchen Kabinetts treten, oder sein Mandat in die Hände des Landtags- Präsidenten zurückgeben werde. Der »Lokal- anzetger" nennt bereits als Ministerpräsidenten für den letzteren Fall den Kammerg.-'ichtspräsi- benien Tlgges, den früheren preußischen Fi- nanzminister S ä m i s ch und der denr Zentrum nahestehende Landeshauptmann der Rheinprovinz H o r i o n. Beamtensraaen im Haus^altsausschuh. Berlin, 18. ^Ilärz (Wolff.) Der Haus- yallsausschuß wandte sich den Anträgen auf Erhöhung des Teuerungszuschlags von 1 2* •> auf 20 Prozent für b i e De - fvldungsgrupven 1 bis 6 zu Reichs- ftnanzminister v. Schließen wandte sich gegen den Antrag, solange die wirtschaftliche Lage die Steuergefetzgcvung. der Finanzausgleich und die Aufwertungsfrage so wenig geklärt seien, dürfe man nicht neue dauernde Lasten au? sich nehmen. Ministerialdirektor S i tz l e r vom Reichsarbeitsministerium erkannte an, daß nach den bisherigen Erfahrungen eine Erhöhung der- Be- amtenqehälter nicht ohne Rückwirkung auf die Privatindustrie bleiben würde. Reichsveriehrsminister Kröhne betonte die schweren Rückwirkungen einer Erhöhung der De- cuntenbesoldung auf die Personen- und Gütertarife. Abg. Morath (D. Vp.) beantragte mit Rücklicht auf die Regierungserklärungen, die eine Stellungnahme der Fraktion notwendig machten, die Anträge zu vertagen. Hierauf vertagte sich der Ausschuß, Die Nmwahl des Hamburger Senats. Wüste Tumultszenen derKonttunn'sten Hamburg, 18. März. (DTD.) Bei der heutigen Reuwahl Senats durch die Bürgerschaft kam es zu wüsten Tum ult sz e n e u Die Kommunisten brachten eine 3 t:; pellation über d'.e Verweigerung von Mrlo l> an die polttischen Festungsgefangenen ei ' ''. deswegen in den Hunger st reik eir.n • sind- Als die Bürgerschaft die Belprechun. .vt zuließ, wurden von der vieren Tribüne Zettel tn den Saal geworfen, worauf der P 'ident diese Tribüne räumen ließ. Die . imunisten Levy und Hoffmann trugen Plakate im Saal umher, auf denen die Forderung nach Entlassung der Festungsgefangenen stand. sie sich der Aufforderung deS Präsidenten, Dr. Jarres vor seinen Wählern. Das nationale Programm des polittfchen und sozialen Ausgleichs. Wie an allem übrigen, so fehlt es uns auch bei dem Wahlkampf um die Präsidentschaft an Tradition. Auch da müssen erst noch bestimmte Formen gefunden werden, die, ohne ge- fehlich festgelegt zu werden, unbedingte Richtschnur für alle Parteien und alle Bewerber sein sollten. Dabei beschütze uns aber Gott vor dem amerikanischen Vorbild, der W ahlrum- m e l. den sie drüben inszenieren, ist für unser Bolls empfinden etwas so fremdes, daß er nur abstoßend wirken könnte. Das scheinen auch alle Parteien zu empfinden, jedenfalls zeigen sich bisher nur ganz bescheidene amerikanische An- llänge. Am Mittwoch hat Herr Zarres offiziell den 'Wahlkampf eröffnet in einer Versammlung, die von Vertretern aus dem ganzen Reiche beschickt war. gewissewnaßen also eine Zusammenfassung aller der Organisationen darstellte, die hinter seiner Kandidatur stehen. Es ist also an sich lein Wunder, wenn er bei seiner Vorstellung jubelnden Erfolg hatte. Aber, auch wenn man sehr viel abzieht, was aus der Augenblicksstimmung geboren war. so bleibt doch seine Wahlrede in ihrer Form und in ihrem Inhall vorbildlich; man darf nur hoffen, daß die anderen Bewerber — und vor allen Dingen deren Wahlmacher — seinem Beispiel folgen. Dann werden wir dahin kommen, daß der Wahlkampf, wie Herr Jarres es wünscht, ritterlich geführt wird und alle Angriffe auf die persönliche Ehre der Wettbewerber vermieden werden. Es ist schon richtig, daß. wer b?i höchsten Vertrauensposten des Dolles etnneh . i soll, cm besonderes A ?cht darauf hat, daß ihm gegenüber der politische Anstand in jeder Form gewahrt wird. An die Spitze seiner sachlichen Ausführungen hat Herr Jarres das Treubekenntnis zu seiner rheinischen Heimat gestellt. Dabei werden ihn zum großen Teil Empfindungen! deS Gemüts bestimmt haben. Jeder Deutsche bleibt doch, wohin ihn auch das Schicksal verschlägt, letzten Endes immer das Pro butt der Hei- mat und des Elternhauses. Aber bei Herrn Jarres ist eS noch mehr. Die Gegner rennen gegen ihn an mit dem Schlagwort der 3er- sackungspolitik. worunter sie den versteckten Vorwurf verstehen, daß Herr JarreS eine Politik befürwortet hat. die das besetzte Gebiet im Stich lassen wollte. Was er damit im Auge hatte, war etwas ganz anderes. Er hat es aber vermieden, auf diesen Streit jetzt bereits näher einzugehen, eben um alle Verschärfung des Kampfes zu umgehen. Deshalb beobachtete cr hier eine mehr defensive vornehme Zurück- hallurg, die lediglich darauf berechnet war, das auseinanderzu^ehen, was er wollte. Aber er hat gleichzeitig zu verstehen gegeben, daß er, wenn cs fein muß, eine gründliche Darlegung nicht zu scheuen hat. daß er dann aber a l s Ankläger auftreten muß, sich jedoch diese Rolle lieber erspart. Auf diesen Ton der Versöhnlichkeit ist auch sonst das Programm gestimmt, unter dem Herr Jarres in den Wahlkampf hinein geht. Er weicht keiner der brennenden Fragen aus, die in der Polemik der lehren Jahre ausgerolll sind, aber die Art. wie er sie anpackt, hat immer etwas versöhnliches; er sucht nicht den Gegensatz, sondern den Ausgleich, schon um zu zeigen, daß der Reichspräsident niemals der Vertreter einer einzelnen Partei oder einer einzelnen Gruppe sein dari. sondern sich in allen seinen Handlungen als Repräsentant des ganzen Volkes fühlen soll. Die Verfassungstreue ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, wie für jeden anständigen Menschen, der einmal den Eid geschworen hat. Aber er lehnt den Buchstaben- glauben ab Er weist hin auf die Lieberspannung des unitarischen Gedankens, die den Ländern nicht das notwendige (Eigenleben läßt und deshalb die deutsche Einheit nicht fördert. Eine organische Entwicklung scheint ihm daher notwendig, nicht allerdings im Sinne einer Restauration. Was morsch war. kann nicht wiederkehren, aber deswegen sollen wir doch das Blld des alten Deutschland in einem treuen anhänglichen Gedächtnis bewahren. Der Wille zum Ausgleich, der Versuch einer Vermittlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, also auch hier, benso wie in dem unglücklichen Flaagenstreik, die Anerkennung. daß schwarz-rot-gold die verfassungsmäßigen Farben sind, aber auch das Zugeständnis, daß es ein nationales Verhängnis war, wenn in Weimar diese Frage vorschnell unb kurzsichtig entschieden worden ist. Achtung vor der verfassungsmäßigen Fahne, Achtung aber auch vor den aller, Farben schwarz-weiß-rot, in denen fick die Symbole einer ruhmreichen Vergangenheit verkörpern. Wir hoffen, daß es mit dieser Formulierung Herrn Jarres gelungen ist. den Wahlkampf soweit zu entgiften, daß weder der Streit um die Monarchie und Repu- blü noch der Streit um die Flagge in den Mittel- punll gerückt ist Dafür gab er die Parole aus: Gegen Kastengeist und Klassenhaß, für Staats wo hl und für nationalen Fortschritt. Mit dem Schlachtruf: „Der deutschen Zwietracht mitten inS Herzk" will Herr Jarres sich durchsetzen. vr. Jarres' Berliner Rede. Berlin, 18. März. (Wolff.) Der Reichs- block veranstaltete heute nachmittag im großen Saal der Philharmonie eine Del egier ten- versammlung, die von Vertretern aus dem ganzen Reiche besucht war, vor dem der Kandidat deS Reichsblockes für die Präsidentenwahl, Oberbürgermeister Dr. Jarres, seine erste Wahlrede hielt. Schon lange vor Beginn der Versammlung waren Saal und Tribüne über- füllt Anwesend waren u. a. Reichsaußenminister Dr. Stresemann, Reichsinnenminister Dr. Schiele, General von Hutier, führende Vertreter des Reichsbürgerrates und der großen Parteien und Wirtschaftsverbände, die dem Reichsblock angeschlossen sind. Der Präsident des Reichsbürgerrates, von Loebell, begrüßte die erschienenen Delegierten und stellte ihnen den Kandidaten des Reichsblockes. Dr. Jarres, vor, der von der Versammlung mit stürmischem Beifall begrüßt wurde. Zu Beginn der Ausführungen gab Dr. Jarres feiner hohen Achtung Ausdrucks die er unbeschadet der Verschiedenheit der gegensätzlichen politischen Einstellung dem Andenken des verstorbenen Präsidenten Ebert bewahren werde, unb fuhr fort, nur der Gedanke, daß nach ihrer Ansicht durch meine Kandidatur das hohe Ziel der Zusammenfassung aller den Staat bejahenden nationalen Kräfte gefördert -toirb. konnte mich betragen. Ihrem ehrenvollen Rufe zu folgen. Ich geftei>e offen, daß ich die Kandidatur einer einzelnen Partei, wenn |ie an mich herangetreten wäre, hätte ablehnen müssen; beim ich bin der Auffassung, daß der Präsident des Reiches nicht Vertreter irgendeiner emf eiligen Parteirichtung oder einseitiger Wirtschaftsinteressen fein darf. Auch mein dringender Wunsch war es. daß die überparteiliche Basis für die Wahl des Präsidentschaftskandidaten eine noch weiter- gehendeie Verbreiterung finden möge. Dr. Jarres gab dann einen kurzen Bericht über seine Person und 'seinen Lebenslauf, den er mit der Feststellung begann: Alles, was ich bin unb habe, verdanke ich meiner rheinischen Heimat. Wie tausend andere hatte ich die Ehre, für meine Pflichterfüllung als Beamter und Bürger zu büßen. Auch nach wiederholter Ausweisung beteiligte ich mich nach Kräften an dem Abwehrkampf meiner Landsleute. Wir mußten schließlich den passiven Widerstand aufgeben. Niemals werden wir W derstand gegen irgendwelche LoStrennungsbestrebungen unserer Gegner einstellen. Der Rhein muß deutsch bleiben. Der waffenlose Kampf um Volkstum unb Heimat würde nicht vergebens gekämpft. Gr hat die kerndeutsche Art des Rheinlandes vor aller Welt offenbar gemacht unb hat den b e u tfxbe n Ram en wieder z u neuem Ansehen verholsen, die Selbstachtung unseres Volkes geweckt, unb damit eine wichtige moralische Voraussetzung für die allmähliche geistige und wirtschaftliche Gesundung geschaffen. Ich bin stolz darauf, in diesem Kampfe in vorderster Reihe gestanden zu haben. Wenn tn diesen Tagen wrederum trotz oftmals erfolgter Aufklärung und Richtigstellung mit dem Schlagworte .Versackungspolitik" gegen mich gearbeitet wird, an das sich die abenteuerlichsten Vorstellungen knüpften, so sage ich Ihnen, daß dieser Verwurs eine frivole persönliche Verleumdung und geradezu eine lä cherliche Verdrehung der geschichtlichen Vorgänge und Tatsachen darstellt. Ich darf hier batan erinnern, daß bie von mir cmempsoh- Cene Politik gerade in den nationalen Kreisen unserer Bevölkerung, nicht zuletzt im Rheinlande selbst, Verständnis und Billigung gefunden hat. Der Gedanke einet Preisgabe hat zu keinem Zeitpunkt auch nur im entferntesten im Bereich meiner politischen Erwägungen gelegen. Olein, ich darf von mir sagen, daß ich nach dem unglücklichen Ausgange des Krieges meine Lebensaufgabe gerade darin erblickte, die unantastbare Zugehörigkeit der Rheinlande zu Deutschland innerhalb des Reichs- und StaatSgeftihls zu erhallen unb zu sichern. Ztt den Aufgaben und Pflichten des Reichspräsidenten übergehend, erklärte Dr. Jarres, daß sich für jeden Mann von Ehre die selbstverständlichc! Verpftichtung ergebe, die Verfassung und den Staat nötigenfalls unter Anwendung der zu Gebote stehenden Machtmittel zu schützen. Dr. Jarres fuhr fort: Rach dieser notwendigen Feststellung will ich aber kein Hehl aus meiner inneren* Heberscugung machen, daß ich unb, wie ich glaube, mit mir große Teile des deutschen Volkes in der jetzigen Verfassung nicht das Ideal erblicken können, daß sie mir vielmehr in vielen ihrer Bestimmungen schon heute reformbedürftig erscheint. Das gilt auch von dem Verhältnis zwischen dem Reich und den Ländern. Zweifellos hat bie Weimarer Verfassung den unitarischen Gedanken In einer Weise überspannt, die den Ländern nicht das notwendige Eigenleben läßt, und auf die Dauer die deutsche Einigkell und Einhell nicht fördern wird, sondern im Gegenteil gefährden kann. Ich Halle daran fest, daß die Verfassung auf der Bahn organischer Entwicklung weiter gebildet werden muß. Wir find keineswegs der Auffassung, ba£ die „Restauration" der Zustand« vor 1914 möglich oder auch nur wünschenswert Ware. Auch wir, die wir das Bild des alten Deutschlands in treuem und anhänglichem Gedächtnis bewahren, find keineswegs blind gegen die Fehler und OÄängel der allen Zett. Was sich tn den Stürmen deS Krieges und der Revolution al- morsch erwieS, kann nicht Wiederkehr«». Wir lehnen die Auftassung ab, als ob es b«4 dieser Wahl deS Reichspräsidenten um die Gnt- scheidung über bie Streitfrage .Monarchie ober Republik' ginge Letzten Endes ist nicht die Form des Staates entscheidend, sondern sein Inhalt. Ich Halle es für ein nationales Verhängnis» daß man in Weimar die Flaggenfrage so vorschnell und kurzsichtig entschied, ohne aut die heiligsten Gefühle in unserem Volke unb bte eindringlichen Warnungen auS den Kreisen bet Auslanddeutschen zu achten. Die Aufgabe des Reichspräsidenten sollte eS sein, seine vermittelnde Tätigkeit hierbei versöhnend einzuschalten. Schwarz-Rot-Gold sind die verfassungsmäßigen Farben des bestehenden Staates. Die Achtung, bie darum dieser Flagge entgegengebracht werben muh, würbe nach meiner äleberzeugung eine allgemeine sein, wenn man nicht dazu übergegangen wäre, bie Farben Schwarz-Rot-Gold zu partelaglta^ torischen Zwecken zu mißbrauchen. Wir bringen ber verfassungsmäßigen Fahne die schuldige Achtung entgegen, aber wir fordern auch für uns das Recht, die alten Farben Schwarz-Welß-Rot, tn denen sich uns die Symbole unserer ruhmreichen Vergangenheit verkörpern, ungehindert zu ehren unb hochzuhallen. Ein Deutscher, der die Vergangenheit schmäht, well uns das Unglüd eines verlorenen weiß Gott nicht verschuldeten Krieges traf, handelt wie ein Mensch, der seine Mutter, die Hüterin glücklicher Kindheitstage, verleugnen wollt«, well sie in Rot geriet. Wir treten für bk Fortentwicklung unb (Erneuerung bes Staate- auf nationaler, christlicher unb sozialer OrunMage ein. Darum bekämpf en wir den undeutschen Geist bet Rovember-Revolution. Rur ein national emip- sindendeS Doll, dessen Bürger und Arbeiter sich nicht als Angehörige befeinbeter Klassen und Kasten, sondern als Glieder einer großen Familie fühlen, bietet in sich bie Gewähr einer neuen Zukunft unb deS nationalen Wiederaufstiegs. Die geistigen und sittlichen Kraftguellen, bie in bet Revolution verschüttet würben, müssen wieder zum Fließen gebracht werden. Um d ries Wert der geistigen unb sittlichen Erneuerung unseres Dolles glücklich zu vollerrden, bedarf es der innigen Zusammenarbeit allerGlau- bensbekennt nisse. Jeder Gedanke an einer wie immer gearteten Kulturkampf würde eine schwere Versündigung am deutschen Dolle bc^ deuten. Dr. Jarres schloß mit den Worten: „Der deutschen Zwtetcachl mitten ins Herz! Es lebe das einige und unteilbare deutsch«. Daterland! Aach der Rede Jarres, btc an vielen Steller von stürmischem Beifall unterbrochen wurde, sprach v. Loebell Dr. Jarres den Dai^k der Dersammlung aus und richtete an d e vnckammri- ten Delegierten die Frage, ob sie bereit seien, für die Dahl Dr. Jarres als Reichspräsidenten einzutreten. Die Versammlung stimmte begeistert zu und fang das DeutschlandliÄ!. c Plakate aus dem Saal zu entfernen, nüber- •lVh, wurden sie von der Sitzung ausgeschlossen. Don der unteren Tribüne rief hierauf eine Frau: Wir fordern Amnestie! Wir wollen unsere Festungsgefangenen wieder! Der Präsident ließ diese Frau unb auch noch eine zweite Frau durch Dramte des Hauses entfernen. Die Kommunisten versuchten hierauf wiederholt, das Wort zur Geschäftsordnung zu bekommen. Als es ihnen verweigert wurde, redeten sie trotzdem weiter. Die Sitzung wurde hierauf mehrfach unterbrochen und eine Reihe von Kommunisten für die Sitzung ausgeschlossen. Hierauf verließ ber übrige Teil der Kommunisten unter dem Rufe: Hoch die Wellrevolution! den Saal. Der Präsident schloß hierauf die gesamte übrige kommunistische 5raftlon von der Sitzung aus und ersuchte sie, den Saal zu verlas- s e n. Teilweise folgten bie kommunistischen Abgeordneten erst ber Aufforderung der herbeige- rufenen Haus beamten und Kriminalbeamten. Später teilte der Präsident mit, daß er sämtliche Ausgeschlossene nunmehr für vier Wochen ausgeschlossen habe und gegen diejenigen, die auf den Tribünen Skandal gemacht hätten, eventuell auf Grund seines HauSrechteS strafrechtlich einschreiten werde. 3m Saal Hieben nur, da die Kommunisten ausgeschlossen und die Deutschnationalen unb Völkischen überhaupt nicht erschienen waren, die Mitglieder der R c - gierungskoalition, die nunmehr bie 15 von dem Wahlausschuß vorgeschlagenen Senatoren wählten. Gewählt wurden vier Mit- glieder der Deutschen Dolkspartei, vier Mitglie- oer ber Demokraten und sieben Sozialdemokraten. 3m großen Saale bes Rathauses fand bann in Anwesenheit der Koalitionsparteien der Bürgerschaft und einer großen Reihe geladener Gäfco oie feierliche Vereidigung be* ne-- Vw-ch den PrüftSenten bet Bürgerschaft, Lotz, ftatt In einer Ansprache berührte Lotz auch Vie Grvhhamburgeo Frage und sprach die Hoffnung aus. datz es feem neuen Senat gelingen möge, mit Preußen Eine DerstLndigung »u erzielen, die Hamburg als dec ersten Ssehanddsstadt des Festlandes den nötigen Atemraum beschaffe, in dem es seine Ärüftc zum Lützen und Wohle ferner eigenen Bevölkerung und deS deutschen Vaterlandes entfalten möge. Das Aufrvertungsgesetz. Berlin. 19. März. (Wolff.) Wie die ..Boss. Stfl.“ hört, sind die Besprechungen der Reichs- regierrmg mit den Parteien aus Grund eines vom ReichSjustizminifterium ausgearbetteten Gesetzentwurfes zur Regelung der Auf- meittMAsfrage soweit gediehen, datz mit dem Abschluß der Verhandlungen vielleicht schon für heute gerechnet werden kann. In der Frage der Hypothekenaufwertung scheint, wie das Blatt wissen will, eine Einigung auf eine Erhöhung der Aufwertungsrate von 15 auf 25 Prozent bereits erreicht worden zu sein, während der Regelung der Anleihenaufwertung noch größere Schwierigkeiten entgegenständen. Das Blatt weist auch darauf hin, datz im Verlaufe der gestrigen Berliner Börse für Dorkriegspfandbriese der Hypothekenbanken sehr rege Kauflust herrschte. Die VorsäSe in Halle. Halle, 18. März. (TH.) Der Polizeipräsident Runge ist im Zusammenhang mit den blutigen Vorgängen im Dollspark zur Disposition gestellt worden. Er hatte den ausländischen Rednern das Auftreten in der Versammlung verboten, obwohl die Bestimmung, auf die er sich stützte, nicht mehr besteht. In den Ermittelungen über die blutigen Vorgänge hat die Polizei übrigens sestgestellt, datz der Engländer, der für die Internationale sprach und mit seiner Rede den Zwischenfall auslöste, ein Deutscher ist, der lange Iahre in England gelebt hat und jetzt von Moskau zur kommunistischen Propaganda nach Deutschland geschickt ist. Der Leiter der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums, Oexle. wurde von her Regierung als Rachfolger für Runge bestimmt. Ludendorff Präfidentschasts- LandidaL der DöMischen. Berlin, 18. März. (TH.) Die nationale Opposition der Freiheitsbewegung, bestehend aus btt Äationalsozialistischen deutschen Arbeitervar- tei, den völkischen Verbänden und Organifationc.it, hat heute unter Führung AdolfHii lers Generäl Ludendorff als Reichspräsidentschafts- kandidaten ausgerufen. General Ludendorsf ist heute in Berlin eingetroffen. Herriot, der Vatikan und das Saargebiet. Rom, 18. März. (WB.) Der „Poppolo Ro- lnanv" schreibt, die Erklärung Herriots im Senat, der französische Geschäftsträger beim Vatikan die Geschäfte Elsah-Lothringens wie des Saargebietes wahrzunehme.t haben würde, hatte Staunen erregt, weil Herriot anscheinend nicht wisse, datz das Saargebiet unter Iuris- dßktion des Trierer Bischofs stehe und dMher in den Rahmen der deutschen katholischen Hierarchie hineingehöre. Schon früher habe Herriot einmal von einem Saar bischo f gesprochen. Ein solcher existiere aber nur in 5er Phantasie Herriots. Im Rom seien alle bisherigen 'Versuche Frankreichs, die zuletzt durch General Eastelneau unternommen wurden, mittels kirchlicher Einrichtungen die Saarfraqe in einem Deutschland schädlichen Sinne zu beeinflussen, fehlgeschlagen. Die päpstliche Diplomatie wisse genau, datz das S a arge b i e t noch zum Reich gehöre und denke nicht daran, aus diesem Gebiet nach dem Wunsche Frankreichs ein zweites Lothringen zu machen. Der Rothardtprvzeh. Magdeburg, 18. März. (WTB.) Als erster Zeuge wird unter Aussetzung der Dee eidigung G o b e r t vernommen, her aus dem Hntersuchungsgesängnis in Berlin durch einen Polizeibcamtea vorgeführt wird. Er bekundet, datz er in keiner politischen Partei organisiert und national gesinnt fei; an der Versammlung im Treptower Park habe er teilgenommen. Schon einige Tage vor der Versammlung war in den Betrieben in Spandau, wo er arbeitete, aufgesordert worden, in den kommenden Streik einzutreten. Er sei aber im Betriebe geblieben. In der Treptower Versammlung sprach Ebert von der Böschung an der Spielwiese aus. Er, der Zeuge, stand fünfzehn bis zwanzig Meter von ihm entfernt und es waren nur wenige Menschen vor ihm. Er und seine Kollegen aus den Spandauer Betrieben feien interessiert gewesen, wie Ebert sich zu den Gestellungsbefehlen verhalte. Er habe deshalb einen Zettel geschrieben mit der Frage, wie sich Ebert zu den Gestellungsbefehlen verhalte und ihn Ebert hinaufgereicht. Rach einigen Minuten habe Ebert geantwortet, den Gestellungsbefehlen sei Folge zu leisten, wer einen bekomme, solle sich an die Partei wenden. Dann werde die Partei das nötige veranlassen. Auf Vorhalten des Vorsitzenden, datz viele Teilnehmer an der Versammlung die Rede Eberts anders verstanden hätten, erklärte der Zeuge, es sei ganz ausgeschlossen, datz er sich verhört habe. Dee nächste Zeuge Froehse erllärt über die Gestellun gsb cs c h lc. Ebert habe auf eine diesbezügliche Frage erklärt: „3a. wenn Ihr Gestellungsbefehle bekommt, mützt Ihr ihnen selbstverständlich folgen. Wir als Dartei wilden aber dafür sorgen, datz die Gestellungsbefehle rückgängig gemacht werden." Als Ebert dies gesagt habe, habe sich ein großer Tumult erhoben. Man habe ihm zugerufen' ..Bremser, Verräter, Hallunke!" Run wird Syrig vernom men, der zuerst über die Versammlung aussagt. Ihn interessierte nur die Frage her Gestellungsbefehle. Ebert habe einen Zettel hinausgercicht bekommen und dann gesagt, wer einen Destel lungsbefehl bekomme, solle ihm nicht Folg, leisten. Vorsitzender: Häbeii Sie das genau verstanden? Zeuge. Iawohl. Auf die Foaae des Do^ihenden, ob der Redner nicht vielmehr ge- fagt ycwe. ee wa r ne davor. Dem Streikbefehl nicht Folge zu leisten, antwortete Shrig: Dein, denn dann wäre rch am nächsten Tage einer der ersten gewesen, der wieder in den betrieb gegangen wäre. Ebert sagte auch, die Partei würde sich dafür einsetzen, datz die Gestellungsbefehle rückgängtg gemacht würden. Auf weitere Fragen Wendel srch Shrig scharf gegen die Behauptung. daß ihm im Zusammenhang mit dem Prvz.tz Versprechungen gemacht worden seien. In der Rachmittagssitzung erklärte General- iaatsanwalt Storp, datz er die Aussagen Geberts und Syrigs über die Aeutzerungen. Eberts für unwahr halte. Die Beweisaufnahme ging bann zu dem kriegsgerichtlichen Verfahren über, in dem Dittmann als Redner in Treptow wegen Landesverrats verurteilt wurde. Verschiedene Zeugen bestätigen, datz Dittmann zum Ausharren im Streik aufgefordert habe. Generalstaatsanwalt und Verteidiger beantragten erneut die Ladung weiterer Zeugen. Rach der Vernehmung zweier Leumundszeugen wurde die Verhandlung auf Freitag vertagt. Deutscher Reichstag. Besoidungsfragcu. Berlin, 18. März. Am Regierungstisch Reichssinanzmrnister Dr. v. S ch l i e b e n. Aus der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung des Besoldungssperrgesetzes. Abg. Allekvtte (Ztr.) berichtet über die Verhandlungen des Haushaltsausschusscs. Der Ausschutz habe beschlossen, datz das Besoldungsgesetz mit Wirkung vom 1. April 1926 außer Kraft tritt. Wenn die Länder und Gemeinden bereits zum 1. Ianuar 1926 oder zu einem früheren Zeitpunkte durch Einführung des Zuschlagsrechtes zur Ein- kvnrmen- und Kör Perschafts st euer grvtze Selbständigkeit in bezug auf die Ausnutzung dieser Steuern erhallen, so tritt das Gesetz schon mit jenem früheren Zeitpunkt außer Kraft. Abg. Rvhmann (Soz.) protestiert gegen die Verlängerung des Desoldungssperrgesetzes bis zum 1. April 1926. Es sei nur als vorübergehende Maßnahme gedacht worden und hätte längst verschwinden müssen. In Bayern habe man früher ebenso gedacht. Seitdem das Reich reaktionär regiert werde, sei aber auch der bayrische Löwe so zahm geworden wie ein Kanarienvogel. Ser Redner bemängelt die Hn= zulänglichkeit der Regierungsdenkschritt Abg. Eichhorn (Komm.) hall ebenialfä den Geschentwur f für unannehmbar. Abg. Dietrick- Beden (Dem.) lehnt ebenfalls die Vorlage ab. Das Gesetz habe die Gemeinden nicht zur Sparsanckett. sondern zur schlechten Wirtschaft veranlaßt. Es handele sich- jetzt um die große Tal. die V c r w a l t u n g c n der Kommunen wieder in Ordnuirg zu bringen. Wenn man von den bewahrten ©runbfaßen 5er Steinschen Gemeindeordnung abgehsn wolle, bann hatte man den alten Staat weiter bestehen lassen sollen. Der Rechtsausschutz müsse nachprüfen, ob das Gesetz versassungsäirdernd sei. Abg Schröder -Mecklenburg (Rat -Soz.) verwirft ebenfalls die Vorlage. Die Vorlage wird darauf in zweiter Lesung gegen Demokraten. Sozialdemokraten, Kommunisten und Rationalsozialisten angenommen. Der Antrag Dietrich-Baden (Dem.), die dritte Lesung auszusehen und den Gesetzentwurf zur Rachprüfung der Frage, ob er Verfassung s ä n d e r n d sei, dem Rechtsausschutz zu überweisen, wird abgelehnt. In der dritten Lesung werden die Einleitungsbestimmungen des Gesetzes angenommen. Abg SteinroPf (Soz.) beantragt dabei die Abstimmung über die Bestimmung, daß das Sperrgesetz erst mit Wirkung vonr 1 April 1925 ab außer Kraft tritt, auszusehen und auf Donnerstag zu vertagen Der Antrag auf Vertagung wird abaclehnt. Die Abstiurmung über die grundlegende Bestimmung erfolgt namentlich Sie ergibt die Annahme der Bestimmung mit 166 gegen 154 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen In der Schlußabstimmung fordert Abg. Külz (Dem.) namentliche Abstimmung, damit festgestcllt werden könne, ob das Gesetz eine qualifizierte Mehrheit habe. Seine Fraltion halte es für versassungändernd. Die Schlußabstimmung ergibt für die Annahme des Gesetzes mit 165 gegen 153 Stimmen einfache Stimmenmehrheit. Vizepräsident Dr. Dell stellt fest, daß Zweifel daran, ob das Gesetz verfassungänderno sei, da eine qualifizierte, eine Zweidrittel- mcchrhett, nicht vorlrege. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über die vierteljährliche Gehaltszahlung der Beamten. Danach soll die vierteljährliche Gehaltszahlung der Beamten wieder eingeführt werden. Der Zeitpunkt der Wiedereinführung wird die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats und des Ausschusses des Reichstags für den Reichshaushalt bestimmen. Hierbei kann bestimmt werden, daß die Vierteljahrsbezüge zu einem anderen Zeitpunkt als zu Beginn des Kalendervierteljahrs gezahlt werden oder datz an Stelle der vierteljährlichen zunächst eine zweimonatliche Vorauszahlung erfolgt. Der Haushaltsausschuß beantragt die unveränderte Annahme der Vorlage sowie der Entschließung. die Reichsregierung $u ersuchen, die vierteljährliche Gehaltszahlung mrt tunlichster Beschleunigung, spätestens aber bis zum 1. Oktober 1925 einzuführen. Abg. Schuldt - Steglitz (Dem.) empfiehll diese Regelung. Es müsse endlich mit den Verordnungen Schluß gemacht und wieder Ordnung geschaffen toerfcen. Die Vorlage wird darauf in zweiter und dritter Lesung und in der Schlußabstimmung mit der Entschließung angenommen. Die zweite Lesung des Reichshaus- baltsplanes wird fortgesetzt, und zwar mit der Einzelberatung beim Reichsjustizministerium. Abg. Frau Dr. Stegmann (Soz.) spricht gegen den Gebärzwang. Es müsse unter gewissen Voraussetzungen den Aerzten gestattet fern, Eingriffe vorzunehmen. Abg. Frau Agnes (Soz.) tritt für Erleichterung der Ehescheidung ein und bedauert die ablehnende Hallung des Iustizministers. Eine erzwungene Ehe sei nur eine Hölle. Reichsjustizminister Dr. F renken hält daran fest, baß er einer Crteidjterung der Ehe- ' fcheDung niemals zustttmnen werde. Sein Stand- puntt stehe iett zzahrzeynren fest und wevve unveränderlich bleiben, bis des Himmels Wille anders über ihn verfüge. (Lärm links.) Auch bezüglich der Abtreibung sei sein ablehnender Standpunkt ganz bestimmt und unveränderlich (Erneuter Lärm links.) , Abg. Frau Ahrends (Kom.) bedauert die ablehnende Hallung deS Iustizministers. Abg. Brodaus (Dom.) hält die schroffe ablehnende Haltung des Ministers zur Erleichterung der Ehescheidung für äußerst bedauerlich. Ein demokratischer Antrag auf Regelung des Zwangsvergleichsverfahrens wird angenommen. Mg. Schroeder (Rat.-Soz.) beantragt Streichung der Kosten für den Staatsgerichtshof. Der Staatsgerichtshof sei aus gemeiner Angst und aus gemeinem Hatz eingerichtet worden. (Stürmische Pfuirufe links.) Präsident Lobe ruft den Redner zur Ordnung. Damals sprach Reichskanzler Dr. Wirth das Wort: „Der Feind steht nicht an den Grenzen, sondern rechts. (Stürmischer Widerspruch links und lebhafte Pfuirufe.) Der Staatsgerichtshof sei für einen modernen Staat untragbar. Es sei ein Schandfleck für die deutsche Geschichte, daß das deutsche Volk sich etwas derartiges gefallen lasse. (Betäubender, anhallender Lärm links. in dessen Verlauf der Abg. Dittmann (Soz.) zur Ordnung gerufen wird.) Unter anhaltendem Lärm verläßt der Redner das Pult. Abg. Müller- Franken (Soz.) sagt der nationalso ialistischen Demagogie voraus, datz sie bei den nächsten Wahlen aus dem Reichstag verschwinden werde. Unter dem Sozialistengesetz seien Tausende verurteilt worden, ohne um Gnade zu winseln, wie Herr v. Klllinger. Bismarck habe hektographierte Strafanträge gehabt. Das Verhalt en der Rechte beweise, daß der Staats- gerichtshof noch notwendig sei. Wirth habe fein Wort, daß der Feind rechts stehe, mit Recht gesprochen, nachdem ein Mann, der sein ganzes Leben für die Republik eingesetzt habe, von rechtsgerichteten Mördern niedergeschossen wurde. (Große Unruhe rechts.) Abg. Andre (Ztr.) stellt fest, daß Dr. Wirth in seiner Rede nicht gesagt habe, der Feind steht nicht an den Grenzen, sondern rechts. Er habe sich auch nicht gegen die Deutschnationa- len gewendet, sondern g>gen die Mörder, die nicht links, auch nicht in der Mitte, sondern rechts standen. (Große Unruhe rechts.) Abg. Quaah (Dtschntl.), der den Redner als Verleumder bezeichnet, wird zur Ordnung gerufen. Abg. Schultz- Dromberg (Dtschntl.) bedauert. daß wieder an die Rede Dr. Wirths erinnert worden sei. Das republikanische Schutzgesetz fet untragbar, es sei ein Hohn auf die Kultur. Abg. Dittmann (Soz.) wirst den Kommunisten vor. daß sie die Arbeiter in die Putsche bincinttcibcn, während deren sie dann verurteilt werden. Die Ausgaben für den Staatsgerichtshos werden gegen die Rechtsparteien und die Kommunisten bewilligt. Damit ist die zweite Lesung des Iustiz-- hausbaltes erledigt. Abg. Dr. K u e h (Dem) berichtet bann über Verhandlungen des Wohnungsausschusses in Sachen des Mieterschutzes. Der Redi^r gibt dann für seine Fraktion eine Erklärung ab. wo- j nach die befriedigende Lösung der Wohnungsfrage das bringen bfte s o - ziale Gebot der Gegenwart und der nächsten Zukunft fet Pflicht der Reichsregierung sei es. schleunigst die erforderlichen Gesetzentwürfe vvrzulegen. Auch die Frage des Siedl ungs- und des P acht schütz wesens müsse schleunigst behandelt werden. Ein Regierungsvertreter sagt die gewünschte Statistik zu. Die Regierung werde im Abbau der Wohnungszwangsairtschaft fortfahren, soweit das mit den Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot vereinbar sei. Sie werde sich mit den Ländern in Verbindung setzen und so schnell wie möglich die betreffenden Gesetzentwürfe vvr- legert. Damit vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Aus aller Welt. Mesenbrand in Tokio. Tokio, 18. März. (Wolsf.) Gestern nachmittag brach im Aorden der Stadt ein Brand and, der bald einen größeren Umfang annahm, und dem bis 10 Uhr abends schon 1000 Hauser zum Opfer fielen. Um der Feuersbrunst, bk sich nach allen Richtungen ausbreitetet. Einhalt zu tun, wurde Militär eingesetzt, das im Umkreis um die brennenden Stadtteile die Häuser utederreißt, um so einem Wellergreisen des Brandes Einhalt tun. Aus den brennenden und bedrohten Straßen flüchten, mit Hausrat aller Art bepackt, die Einwohner. Die letzten Meldungen des Mittwoch nennen die Zahl der eingeäscherten Gebäude bereits mit 3000. An Menschenleben sind bisher 1800 zu benagen. 20 000 Obdachlose irren durch die Stadt und versperren mit ihrer geretteten Habe die noch freien Straßen. Die Polizei hat die größte Mühe, die Ordnung nur einigermaßen aufrechtzuerhallen. S90 Opfer eines Wirbelsturmes. Reuhork, 19. März. (WTB. Funkspruch.) Aus Chikago w'rd von einem großen Wirbel- sturm berichtet, die Zahl der Opfer in achtzehn Städten in Illinois (Missouri) mit 890 To- t c a und 2099 Verletzten angegeben. Vielfach brach Feuer aus, wodurch der Schaden noch erheblich verschlimmert wurde. Die Schlagwetterkatastrophe in Aircrriount. Das Explosionsunglück in einem Kohlenbergwerk der Bethlehem Mines Corporation hat einen größeren Umfang angenommen, als sich zuerst übersehen ließ. Man nimmt an. daß 50 Bergleute getötet sind. Die Rettungsarbeiten sind außerordentlich schwierig, da die ganze Zeche brennt. Ueber bte Ursache des Unglücks ist bisher noch nichts bekannt, doch wird es für möglich gehallen, daß ein Attentat vorliegt. Es ist bereits eine Verhaftung vvraenommen worden. Aus allen umliegenden Stäbten find Rettungsmannschaften unterwegs. Eine staatliche Untersuckungskommif- s i d n hat bereits an Ort uno Stelle mit ihren 2Irbeiten begonnen. — Rach einer anderen Meldung soll die Ekplosionsursache in der Wetter-- ' sührung Kegen- Dor neuen Polarexpedtttvoen. Wie wir hören, hallen sich zur Zett bt Norwegen die drei englischen Polarforscher ©falten, Dernacchi und Worsley auf, die eine SüdpvlarexpeditionmitTrak- toten an Stelle der gewöhnlichen Hunde- gespannc planen. Die Expedition soll sich nach unbekannten Gegenden von Grahamsland erstrecken. Ihre Dauer wird auf ungefähr ein Iaht berechnet. Auch Roald Amundsen ist mit den letzten Vorbereitungen zu feiner Ro rd- pol-Flugcxpeditivn beschäftigt. Die Expedition soll binnen kurzem nach Spitzbergen abgehen, wohin die von Italien unterwegs be- findlichen Flugzeuge durch das ExPÄ>itionLschifs „Hobby" gebracht werden sollen. Tirpitz Ehrendoktor Großadmiral von Tirpih begeht am 19. März seinen 76. Geburtstag. Die Universität Greisswald ehrt den Großadmiral durch seine Ernennung zum Dr. Phil. h.c. Dic Hebergabe des Doktorbriefes erfolgt am Abend bei einer kleinen Feier im Haufe des Großadmirals. Staffenränber in Teltow. In Teltow drangen drei Männer in die Räume der Sparkasse am Lauterplatz in Friedenau ein. Sic hielten den Kassenvorstand, der sich allein im Kassenraum befand, mit vor- gehaltenem Revolver in Schach und raubten dann den Gesamtinhall der Kasse mit etwa 10 000 Mark. Darauf ergriffen sie die Flucht Sie versuchten in dem Gedränge des Wochenmarktes zu entkommen, es gelang aber den Beamten der Kas^e, nach längerer Verfolgung zwei llkäuber festzunehmen. ©rubenunfaU in Schlesien In Zwogau bei Falkenau ereignete sich in Matiahils- und Mathias-Werken beim Einfahren der Zechenarbeiter ein schwerer Unfall. Der Fötdetmaschinist wurde von einem Unwohlsein befallen und ließ zwei Förderschalen mit je 5 Mann auf fallen Don den 10 Arbeitern erlitten 7 schwere Verletzungen Eine Hütte verschüttet. Aus Lengnau (Aargau) wird gemdbet: In einer Kiesgrube, die von einem in ärmlichen Verhältnissen lebenden Arbeiter namens Schmies betrieben wurde, ereignete sich ein Zusammenbruch der Grubcnwand. Durch den Einsturz wurde die Hütte an der Kiesgrube, in der sich die 38jährige Frau mit ihren sechs Kindern aufhiell, verschüttet. Die fieber Personen konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Der Mann war zur Zett des Unfalls an einer anderen Stelle beschäftigt und kam so mit dem Leben davon. Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. März 1925. Turnen der schulenLLassenen Jugend. Hunderttaufende pon jungen Menschen verlassen jetzt wieder dic Schule und treten m ba£ Berufsleben ein. So mancher Iüngling, manches Mädchen freut sich vielleicht, nun nicht mehr lernen zu müssen, und muß doch nur allzu schnell erfahren, daß das Lernen unb Gehorchen jetzt erst beginnt. Das Leben stellt nur allzu sruh feine Anforderungen an den Menschen, und ge> radc wir in Deutschland müssen angesichts unterer schweren Wirtschaftslage dafür sorgen, daß unsere Iugend in jeder Art und Weife vorbereitet wird auf den Ka»npf ums Dasein, damit sie imstande ist, ihren Platz auszufüllen. Mehr als bisher, wo wir aus einem getoaUigen Menschen- material die Besten aussuchen konnten, ist e8 heute nötig, jeden Einzelnen brauchbar zu machen. Dazu genügt nicht, daß der junge Wann, das junge Mädchen nur im Beruf in technischer und geistiger Beziehung ausgebildet wird. Die Er» pcrlichc Betätigung darf nicht vernachlässigt wer. den, wenn wir die Arbeitskraft des jungen Menschen erhalten wollen bis ins hohe Alter. Leider sind wir iwch weit davon entfernt, daß auch dic schulentlafsene Jugend pflichtmäßig dazu ange- hallen wird, Leibesübungen zu treiben. Ist schon die tägliche Turnstunde em Ziel, dessen Verwirklichung noch immer auf sich warten läßt, so gilt das in wett höherem Maß für die Tum- pflicht der Schulentlassenen. Gerade der jugendliche Körper bedarf aber in der Zeit des Wachstums der körperlichen Betätigung: denn erst hieraus ergibt sich der Reiz zum Wachstum. Herz und Lunge werden gekräftigt und der Knochenbau gestärkt. Die Pflicht, die Schulentlassenen zu Leibesübungen anzuhalten, obliegt in erster Linie iratürlich den Ellem. Sie haben ja auch das größte Iitteresse daran, daß ihre Kinder gefunb bleiben und kräftig werden. Leider fehlt es hier noch recht oft an der nötigen Einsicht. Dafür zu sorgen, daß die Erkenntnis vom Werl der Leibesübungen alle Schichten unserer Bevölkerung durchdringt, ist deshalb nicht minder Pflicht der Turn- und Spvrtverbände, die dic Pflege der Leibesübungen zu ihrer Aufgabe gemacht haben. Greßrener Wochenmarkwreise am 19. März (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkk das Pfund Butter 220, Matte 40. Käse 70. Wirsing 25, Weißkraut 20, Rotkraut 25. gelbe Rüben 10. rote Rüben 12, Spinat 50, Unter- Kohlrabi 6, Grünkohl 30, Rosenkohl 50 Feldsalat 100, Tomaten 150. Zwiebeln 20 biS 25. Meerrettich 70 bis 100. Schwarzwurzeln 70. Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 20. Dirn«n 10 Dörrobst 40 Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Eirdivien 80: das Stück Eier 12. Blumenkohl' 70 bis 150, Salat 30, Ober-Kohlrabi 10 bis 25, Sellerie 15 bis 70. Wettervoraussage. Wenig kälter bis zu leichtem Rachtsrvft, tagsüber schwach bewölkt, vorwiegend nordwestliche Winde, trocken. Heber Mitteleuropa Liegt ein langgestrecktes Gebiet höheren Druckes mit schwachem Druckgefälle. An seiner Rordfront ist aus dem Rord- meer ein Tiefdruckgebiet nach Skandinavien vorgestoßen, ohne daß die südlichen Ausläufer des Tiefs stärkeren Einfluß in Deutschland gewonnen haben. Das Fallgebiet zieht südöstlich Wetter. In Ostdeutschland dürften zettweise Regenfalle eintrelen, während West- und Mitteldeutschland durchweg trockenes, wenig kälteres Wetter bei zeitweise auftlärenbein Himmel zu erwarten haben. Wirtschaft Echeu D.rhällnis 200:3 reduziert 5 000 000 Rm. Börsenkurse Grostc Strafkammer Wetzlar Zu der heutigen Vorhandlung, die ebenfalls um Frankfurter Abendbörfe Die Käufe in den wissen wollen, stimulierten. Deutsche Bank Diskontogesellschaft Das neue Iunkers-Grotzverkehrsflugzeug (Ohne Gewähr.) Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berliner Produk/enbörse nmehl 32,50 dcnz: still' iür je 102 Kilo iMn <11 .6*1 tb an die Cnip ii Grundsätzen Ober6- Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Amtsgericht Gießen iw bei kfusten Lfeiserkeir Kotarrb, Morgen beginnen die Plaidoycrs. 3m Laufe des Aachmittags dürfte das Urteil zu erwarten gestattet jederzeit eine Verständigung Wetterlage. Auch hierdurch ist eine Flugsicherheit der Passagiere gewähr- günstige Aufwertungshoss- Quote von 20 bis 25 Proz Um den Vertretern der Berliner, der auswärtigen und teilweise auch der ausländischen Presse Gelegenheit zu geben. daS neueste deutsche 2 Wetzlar. 18. Mäci gegen wurde Mitglieder-Versammlung Bahrnhoffkr „Quv vadis' * Gießen, 17. Marz. Viele Hausfrauen Bber Dienstmädchen haben die übele Angewohn- Wi- beim Verlassen der Wohnung auf kurze 8 Uhr vormittags begann, ist ein gewaltiger Zeugenapparat ausgeboten. Es wird in der Er- Frankfurt. 18. März. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 19 bis 23. Roggen, inläad. 20 bis 22.50, Sommergerste für Vrauzwecke 23 bis 30. Hafer, inländ. 22 bis 25. MaiS (gelb) 20 bis 20.50, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 37,50 bis 39. Roggcnmehl 32 bis 33 50, Weizenkleie 13L5 bis 13,50, Roggentleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: flau. Frankfurt a- M. 18. März. An der heutigen Abendbörse konzentrierte sich das 3nter- esse in verstärktem Ausmaße aus den Markt der schein zu nehmen, hatte die Iunkersluftverkehr A G. zum Dienstag Rachmittag zu einer Propaganda-Veranstaltung auf dem Tempelhofer Felde in Berlin eingeladen. Berlin, 18. März. Die heutige Börse eröffnete bei denkbar stillem Geschäft. Die Spekulation legte sich auf allen Gebieten größte Zurückhaltung auf. so daß eine Kursbildung nur langsam zustande kam. Da auch von außen har nur minimale Aufträge an die Börse gelangten, zeigte diese gegenüber den gestrigen Schlußkursen eine neuerlich abgeschwächte Tendenr. Am Montanmarkt wurde die Tatsache lebhaft beachtet, daß aus allen Kohlengebieten Deutschlands maßgebende Industrielle in Berlin eingetroffen sind, angeblich zu einer Demarche bei der Reichsregie- bis 35. Tendenz , stetig, Roggen mehl 31,75 bis 34 Tendenz: stetig. Wctzenlleic 1-j. Tendenz: behauptet. Roggenlleie 14 bis 14,15, Tendenz: be- bauotet. Wttoriacrbsen 24 bis 29, kleine Erbsei- 19 bis 21. Futter erbten 18 bis 19. Peluschken 18 bis 19. Ackerbohnen 18,50 bis 19.50, Wicken 18,50 bis 20. Luvinen, blau 12 bis 13,50. do. gelb 14 bis 1550. Seradella, neu 14 vis 16, Rapskuchen 16. Leinkuchen 9,40 bis 9,65, Torfmelasse 9, Kar toffelflocken 18.70 bis 19. toirt gateßet; 1 einem in arm« Icbeüer nament ite sitz em 3u. and. Durch bei ■ der Äirijnibe, mit ihren secht et Die sieben Leichen gebor» M Zeit de- lln- e beschäftigt und «eignete sich .beim Ein- 1 schwerer Un« ^tde von einem vei Förder. sfallen. Don rte Verletz unger 235. Tendenz: befestig! Gerst:, märl. 225 bis 248. Futtergerste 205 b a> 223, Tendenz: still. Hafer, märt 181 bis 186. Tendenz: fest, Raps 390. Ten- Mettalbank 117,50. Mitteldeutsche Kreditbank 101, Reichsbank 149,75, Oesterreichische Kreditaktien 9,25. Montanaktien: Harpen er 139,5, Mannesmann 64, Rheinische Braunkohlen 47,75, Tellus 3,50, Kali Aschersleben 17,75, Westeregeln 22. Chemische Aktien: Badische Anilin 29,70, chemische Griesheim 26,12, Elberfelder Farben 26.70, Th. Goldschmidt 115, Höchster Farben 26,75. Sonstige Inkustrieaktien: Kleyer 3,70, AEG. 11,65, Dyckerhofs & Widmann 4,87. Gebr Iunghans 12,12, Karstadt 3,55, Rheinisches Metall 67,50, Zucker Heilbronn 3.471/;. Offsteinzucker 3,65. Pfandbriefe, für die nungen, die von einer unter Aufrundung des Gesamtbetrags auf volle 10 Pfennig. Die Aushändigung fangsberechtigten erfolgt nach für die Aushändigung gewöhnlicher Briessen düngen. Rach» und Rücksendung findet nicht statt 0 Staatsleistungen an di e evangelische und katholische Kirche in Hessen. Wie wir hören, fand vor wenigen Tagen im Ministerium des Innern in Darmstadt eine Besprechung über die Frage der Erhöhung der Staatsleistungen an die evangelische und katholische Kirche in Hessen statt- Den Vertretern der Kirche erklärte das Finanzministerium sich bereit, die im Entwürfe des Staatsvoranschlages für 1925 vorgesehenen Zuschußbeträge um etwa V« zu erhöhen und außerdem in Anbetracht des erheblichen Steuerausfalls der Kirchen im Ötcucriafrr 1924 und der geringeren Pachi- cingängc der evangelischen Kirche, der katholischen Kirche und der altkatholischen Gemeinde in Offenbach ein Darlehen von insgesamt 1 Million Reichsmark auf die Dauer von 20 Jahren Verzinsung zu gewähren. Weiter :eittoilligleii zugesagt, ab 1. April Ausgeschlossen von der Verteilung sind Druckstücke politischer oder religibfer Art sowie solche, deren Inhalt gegen die Gesetze oder das öffentliche Wohl oder die Sittlichkeit verstößt, lieber die Einzelheiten des Verfahrens geben die Post- anstalten Auskunft. aber den Anschein, daß sich am Geldmärkte eine größere Zurückhaltung der Geldgeber vorzubereiten beginnt, da die Börse bereits jetzt bemüht ist. an die Ultimo-Fonds-Versorgung zu denken Rian rechnet daher in Börsenkreisen für die nächsten Tage mit einer Aenderung der zur Zeit verhältnismäßig flüssigen Situation- 3m internationalen Devisenverkehr konnte sich der Pariser Franken auf Interventionen bin heute vormittag etwas erholen, während das Pfund im Angebot lag. Eine Frau aus Allendorf a d. Lda. erhielt zu Reujahr eine sog ilgtarte mit einer beleidigenden Aufschrift zugelchickt. 3n der Annahme, sie stamme von einer Rach'^arin, adressierte sie die Karte an diese um. schrieb e>ne beleidigende Wendung darauf und übersandte sie ihr. Diese erhob deshalb Privatllage wegen Beleidigung Da die Angeklagte heute erhärte, ein Angehöriger der Privatklägerin. nicht d cse selbst, habe ihr die Karte u:>erschickt, verglichen sich die Parteien dahin, daß die 2Inge= klagte den Vorfall bedauerte und sämtlich? Kosten übernahm. einzelnen Gattungen haben sich in größeren Beträgen fortgesetzt und dürsten die im Mittags- verkehr erreichten noch um etwas übertreffen. 3m Anschluß daran entwickelte sich auch ein etwas lebhafteres Geschäft für 5prozentige Reichs- anleihen, die nach ihrer scharfen Senkung im Rachbölsenverkehr eine '2Iufbcfferung erfuhren. Dagegen blieben die Aktienmärkte bei unverändert lustlosem Verkehr vernachlässigt und neigten weiter zum Rach geben. Besonders für Montanwerte und einzelne Chemieaktien sind neue Kursverluste festzustellen. Der Dankaktienmarkt zeigte keine Einheitlichkeit. Reichsbankanteile waren um 1 Prozent gebessert. Die Börse ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Kühe und Färsen 7, Kälber 1187 Schafe 569. Schweine 691. Für die Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit des deutschen Luftverkehrs dürste dieses Flugzeug mit feinen drei Motoren in Zukunft von einschneidender Bedeutung sein. Alles in allem bedeutet die Type G. 23 für unsere zäh ringende Flugzeugindustrie wiederum ein Mei- rung im Zuiammenyang mit der tritischeu Lage deS Kohlenbergbaues. Das einzige Gebiet, wo zu Beginn ein lebhafterer Verkehr einsetzte, war der Kolonialmarkt, hier wurden besonders Diamand-Shares auch heute Berlin. 18. März. Der Produktenmarkt brachte heute eine unerwartete Preissteigerung, bei größeren Umsätzen, trotz weiter niedriger Amerikameldungen. Festigkeit erklärte sich daraus. daß Liverpool gestern und heute sehr fest war und andere europäische Staaten, namentlich nordische, mit Kaufen eingesetzt hatten. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 246 bis 250. do April 267, do. Mai 272 bis 274, do. Juli 272 bis 274, Tendenz: befestigt, Roggen märt 225 bis 227. do Juli 235 bis 233,50 bis Aus- 9,15 als Begleiter Helge Lindbergs einen großen Erfolg «spielte. — Eine Protest-Versammlung gegen die Diersteuer-Grhöhung beruft der Gastwirteverein in unserem heutigen Anzeigenteil auf morgen, Freitag, nachmittag in bad Kath. Dereinshaus ein. RähereS in der Anzeige. — V. H. E. Gießen. Samstag abend in der Turnhalle 17. Stiftungs- und Dekorierungsfest. Aäheres in der heutigen Anzeige. schloß ruhig bei wenig veränderten Kursen, ländische Renten. Ilngarische Goldrente Bankaltien: Berliner Handelsgesellschaft Eommerzbank 6,40. Darmstädter Bant ' Deutschland ist Englands viert- größter Kunde. Rach der nunmehr end- gültig vorliegenden Außenhandelsstat ist ik ist Deutschland laut Industriekurier mit 42,645 Mill Pfund Sterling ün Jahre 1924 genau wie 1923 der viertgröhte Kunde Englands Rur Indien. Australien und Amerika find ihm voraus. Als Importeur steht Deutschland an achter Stelle mit 46,897 Mill. Pfund gegenüber 34,994 Mill. Pfund Sterling im Jahre 1923, wo es an siebenter Stelle stand. • Frankfurter Gewerbekasse in Frankfurt. Die Hauptversammlung genehmigte nach erregten Erörterungen über feste Auf- werturigs?.usichci ungen den Jahresabschluß und die Verteilung einer Dividende von 20 Prozent. • Chemische und Pharmazeutische Werke Maycr-Alapin A. G.. Frankfurt a. M. Die Gesellschaft veröffentlichte gegen Ende des vorigen Jahres eine Rm-EroffnungS- bilanz. derzufolge dis St--A-Kapital auf 200 000 Rin. das Dorzugsaktienkapital auf her und über die besondere leistet. bprozentigc Reichsanleihe wurden 0,725 umgesetzl Am Geldmarkt gestrigen Sähe genannt, tägliches 10 Prozent, Monatsgeld 10 bis Privatdiskont 8 Prozent. ES hat ö®>2?io DvN' WM Z«t Die Vorpiayturen niQi zu verschließen. Sie dürfen sich berat auch nicht Wundern wenn ungebetener Besuch ihre Abwesenheit bemüht- und in der unverschlossenen Wohnung Diebstähle begeht. So war auch Ende Januar die Frau eines Dachdecker meister- auf wenige Minuten weg gegangen und hatte die Wohnung offen stehen lassen. Gerade in dieser Zeit kam ein Gelegenheitsarbeiter, der angebllch Stühle flechten wollte, und ging, da er niemand vorfand, bis in die Wohnstube, wo er eine auf bem Sopha liegende neue Strickweste entwendete. Diese veräußerte er sofort in einer Stehbierhalle an einen städtischen Arbeiter, der sie ihm unbesehen für 2 Ml. ablau’tc Der Dieb her schon 27 Vorstrafen, darunter 15 wegen Diebstahls hat, wurde wegen RückfallSdiebstahls zu 10 Monaten Gefängnis verurtellk. während der Arbeiter wegen Hehlerei an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen mit einer Geldstrafe von dreißig Mark bestraft wurde Beide erkannten die Rechtskraft des Urteile sofort an. plagt Sie NheumaliLMUL oder Gicht, so toten wir Ihnen, 60 oder 30 Oranint echten älroga-Ertratt zu kaufen. Der echte Llroga-E^trakl enthält Pflanzenauszüge und Stoffe, welche dic Schmerzen schnell beseitigen und die abgelagerten hamlauren Salze auS dem Körper schaffen. Sichet erhältl.: LIniv-ApeLheie „Zum goldenen 6ngelu Die Bestandteile find auf der Packung angegeben Die Wetzlarer Plünderungen vor Gericht lebhaft gefragt, und zwar unter Führung bemerkenswerter Arbitrage Käufer. Der gestrige Dividendensatz von 8 Prozent für dieses Papier wurde auch heute genannt. Am heimischen Anleihemarkt bestand an- gesichts der letzten Vorgänge in der Aufwertungsfrage noch einiges Interesse, es waren aber zunächst nur kleine Kursschwankungen zu örteiung der einzelnen Strafsalle fortgefabren. Längere Zeit nimmt der Fall Steffens in Anspruch, zu dem die Verteidigung mehrere Entlastungszeugen laden läßt. Hier handelt cs sich um die Fortnahme von 1 Paar Schuhen im Schuhgeschäft Rhein. Frau Stessens will diese Schuhe ordnungsmäßig gekauft haben mit der Vereinbarung, daß der Preis am anderen Tage gezahlt werden sollte. Als die Plünderung.>r bei Rhein noch nich! im Gange waren, ist Frau Steffens in dem Laden erschienen und hcv sich 1 Paar Schuhe auf Ratenzahlungen geben lassen. Kurz nachdem Frau Steffens den Laden verlassen harte, drang um die Mittagszeit eine große Menschenmenge in den Laden von Rhein und erzwang die Herausgabe von Schuhen. Wie die Zeugin Rhein nun angibt, fei auch die Angeklagte nochmals erschienen, habe von den oberen Regalen einen Schuhlanon mit Inhalt herunter gezogen, ihr tb-er Zeugin) diesen gezeigt und fei dann mir diesem Karton fortgegangen. In diesem Falle treten auch Zeugen auf, die bekunden, die Eheleute Rhein hätten vor Beginn der Plünderungen geäußert, sie würden lieber sehen, wenn sie ihre Schuhe verkaufen könnten. Die weitere Beweisaufnahme zieht sich bis etwa 5 in>r nachmittags hin. Zum Fall G o 11« wiher werden vom Rechtsanwalt Dr. Aaron noch weitere Deweisanttäge gestellt, welche aber vom Gericht abgelehnt werden, da dieser Fall hinreichend geklärt ist. b Land. 19. Mrz 1925. 1924 die sogenannten Fruchtbesoldungen. wie früher. in vollem Goldmarkbetrag den Kirchen auszahlen zu lassen. •* Eine militärische älebung. an der das 1. Ball. Ins.-Regt. 15 aus Gießen, eine Kompagnie des 3. Jäger-Dail, aus Kassel, eine Schwadron des,. Reiter-Regiments 16 aus Kassel, die 11. reitende Batterie au- Fritzlar, ein Zug des Pionier-Datl. 5 auÄ Ulm und Telle der 3. Kraftsahr-Kompagnie 5 au- Kassel teilnehmen, wird morgen unter Leitung deS Oberstleutnants Detzhle vom Inf.-Rgt. 15 in Gießen in Gegenwart des Kommandeurs des Inf.-Regts. 15 Oberst Fett und mehrerer Offiziere des Stabes der 5. Division in der Gegend von Dellnhausen-Fron- hauson stattfinden. Die Uebung beginnt um 8 Uhr früh in der Gegend von Hachborn. 3m Rahmen der Uebung wird ein kriegsmäßiger .Hebergang über die Lahn mittels Schnellbrückcngeräts vor sich gehen. Die Truppen find heute bereits in daS Ucbungsgelänbe ab gerückt: fowcit sie nach Gießen gehören, kehren sie morgen in bic Garnison zurück. Die übrigen Truppenteile werden am Samstag ihre Standorte wieder erreichen. —b. Stäbtische Brennholzverftei- gerung Dei der gestrigen Drennholzverstei- genmg der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise gelöst: Kiefernscheiter 12 Mk. Birkenscheiter 10,50 Mk., Zichtenscheiter 8 Mk., Kie- fernknüpvel 10 Ml., Fichtenknüppel 7.50 Mk., Kiesernstöcke 7 Mk., Fichtenstöcke 3.50 Mk, Kie- sernknüppelreisig 3 Mk. je Rm RDV. Gebühren für Plahkarten- Vorbestellung. Die Deutsche Reichöbahn- Gesellfchast teilt mit: Für die Vorausbestellung von Plätzen bei der Abgangsstation der l)-Züge durch auswärtige Stationen wird außer der Platz- vvrmerkungsgebühr eine besondere Gebühr nicht erhoben, wenn bic Bestellung schriftlich weitergegeben werden kann. Für telegraphische Bestellungen von Platzkarten Betragt bic Gebühr 60 Pfennig * Die Beförderung auffchrift- Tofer unverschlossener Masscndruck- fachen (Wurfsendungen) wird die Deutsche Reichspost am 1. April versuchsweise aufnehmen. Zur Verteilung kommen Sendungen für beliebige Gattungen von Empfängern, z. D. sämtliche Haushaltungen, sämtliche offenen Geschäfte, bestimmte Berufsklassen ufto. Die Zahl der zu vertellenden Druckstückc ist von dem Auftraggeber auf Grund eigener Feststellungen für jede Postanstalt zu bestimmen. Die Mindestzahl einer Auflieferung beträgt 1000 Stück. Das Gewicht des Einzelstücks darf 20 Gramm nicht übersteigen. Die Gebühr für Wurfsendungen beträgt - 3_bcr tarifmäßigen Drucksachenqebühr für das Stück n Jugend. tn Menschen vev •,nb treten in bat Ingling, mandftf nun nicht mehl mit Mn ) Tchvtchm ich 1 nut allzu W Denschen, ond gern angesichts uns» dafür sorgen, bat > Weise vorbereitet lein, damit sie im; füllen. Mhr ast jaliigen Menfchen- n konnten, ist es ruchbar tu machen, unge Wann, das in technischer M» t wird. Sie wv «machlasslgtvev des jungen Men- >he Mer. LelSer mt, dah auch b« Mg dazu 7^ treiben- 2st WJ Aich * X sich wtm fM gerade der r 3elt des TW'- i Wachstum. Leider IW T* 6t* MtniS 33^*5 Devisenmarkt Derlm—Frankfurt :nbagcn 76,31 '.5 5Ü 'n 00 76 20 ßtortfjohn . 113.OG 113.34 113,05 113,33 HelsingforS 10,56 10 M 10 56 40. ÜU (Italien. . . 17J 5 17 205 17 015 17 13.5 London. . . 20,075 20,115 2O,O<3 20 0)8 Reupork . . 4,195 4,205 4,195 4,10.1 PoriS. - 21.61 ri 70 21. 0'. 21 9.5 Schweiz . 80. Xm 81 C8» 80 8.5 kl 075 Spa nn . 69,6.1 t9,;7 bi 50 59 Gl OapM . - 1.759 1.763 1.733 1,734 •Hro de 3cn Wien 'n D - V,4a4 0,463 0.154 0,46b Ctfl. abgeft 59,12'. 69,285 69.125 59,265 Prag .... 12.45 42,19 12,435 42,175 B« I - . ad . . 6.74 b.76 ( 7t d 73 Budapeü. . 6 81i 6,83 > 5.80 8 6,82'. Du! arieu 8,U»t 3,075 3,055 5,065 L ffabon JO.075 20 415 79 81 20,<25 20,07» Tanun -- .Qorntannu. '«9 6 2 79.4-1 79 69 2.165 2,175 2 455 2,16. Athen- . . 6,29 d 31 6,24 0.31 Berlin, 18. Mär» vev» Br'-' Arnr.-itanilche Noten ..... 4.175 4.125 Belgische Noten ....... H 21 ?! 3t Ton:'che Noten ........ 75 81 16 19 Englische jJc-tfti........ 20 025 20 125 Frän;os,(che Noten ...... Holländische Noten...... VI 92 ;■> 02 167 28 IM 14 klt.ilienische Noten ...... 17 14 17 z2 Norwegische Noteu...... <4 44 18,972 64 76 Deutsch Qesierr. ä ico Kronen 69,272 Nuinänischk Noten...... Schwedische Noten...... 112 8? 111 38 Schwei.er Noten....... 80,71 bl,11 Spanische Noten •..... . Tschechoilawalischr Naten . . 69 37 69,67 12 41 12,47 Ungarisch: Noten . . ... 6.74 5.7« ffrnnTfnrf • M ßdjlub. Äur» btiuhb HbtnD* bi' le "u.. Dalum: 17.3. 18 3. 17.3. 18 8. 5*/. Deutsche mdtDOanlrüte . 0 701 0 720 0 685 0.730 4% Tru'sche Netch uulekhe . 0 87 0,8 0 0.89 0.8- Deutsche ötcid). .mlttbe 0 87 0,889 0 M 0.8" 1% Teutfche Rcichvanlcibe . Druilche (Lvarpramirnanleihe 1.14 1 14 1 17 1.17 0,45 0,45' 0.45 0 470 4e/0 Prcubischc KousolS . . . 1 0,98 0.97 0,185 4" „ Hessen........... — — 1.10 1,10 8'///o Hessen.......... 1.30 1.10 1,25 3*,o Hessen.......... 1.1U 1 1 1.05 Deutichc Werlb. Dollar-Ank. 94.7.5 94.75 «4,7. 94.75 dto. Doll.-Schatz. Amreilng.') tu 90 »1,9 91 50 V3 L 4% .stolltocken......... 5% Goldmcrikaner...... 10,13 9,85 9.8 9,75 38 38 43 Berliner Handelsgesellschaft. Commerz und Prtuat-Bank. 100 159 160 157 (. 4*1 (.40 r 40 106,73 Darmtt. und Nastonolbank . 137 137 137,25 137,13 Deutiche Ban'......... 134.25 134 134,5 13« Deutsche BercinSbank .... 0.38 0,36 — Tiöconto Gommnnbit .... 12- 1:6 126,10 126 Metallbauk........... 119 117,5 101 «w Mulcldeutsche (IrcblibQnf . 100 3 tm Ocstcrreichiswe (SrcoiiunflaU. 9,35 9,25 9.25 V 85 Westbant............ 0 11 0,11 0,3 0,325 Bochumer Guß ....... BuderuS............ —■ — 83.75 82,5 18 17,90 18.2 17.50 Caro ........... . Deutsch.Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 11 10,25 10.6 in 71 76 75 75 76.4 75 84 4 84 50 84.13 83.75 Harpener Deraba-.!...... Kaltwcrke ÄscherSleben.... 143 17,89 139,5 17,75 '42 17 75 141.1 17.60 Äalirocrt Westeregeln. .... 32 -» 22,5 11 62 Laurabulic........... Lborbedars........... 7 11 6 9 11 2.5 6 9 11.2 Phönix Bergbau....... 112,61 62,13 67,40 62 19 fHncinitaljl........... 16 65,75 55 25 Slic deck Montan........ 108 108 75 107 107 TelluS Bergbau........ 3,50 3,50 Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher ülobö ..... 90,75 4,19 90 25 4,1 90 25 4,10 90, ti A Cderamtsche Werke Albin . . —- — ___* Zementwerk Heidelberg . . . 93,75 93 —— —— Philipp Holzmanu...... 6 6.025 5,8 6,1 Anglo-Cont-Kuano ..... _ 160 159.0 Badische Anilin........ Chemische Mayer Slairfn .. 29,90 0.5 29,79 0.47 149,75 148.18 Goldschmidt........ . 115 25 115 115 115 Außcni °n ferte 5" ntflf, J Wun Als E letzte. '^ 6inDar loS* s Santiionen IP«’ # »erben. H L 1° I-h- tiil arbeit und Q lunfl gffien ssür die FE em 'hne ali(btt vtaatsman X ooMen mi fl" ihr _tom Seiner p • die tti* irr am» "AW chglant, mllllig Steuer W e. $, »tausch Kehrn. "^Mkomsvn. "öimmet.lBohn. unter 02424 an ' erbeten. uchhalümg, Staun aschine, an ft!t, nt> sucht passcnben t M 1. April, lt« 02417 an den !N. MUMM nfiebiet luitzi für wen sowie eml itaten Vertreter fall. 28271- en. die schon aus itet haben, wollen ietF.V.S.5026 rankfvrt a. 9L an.ÜLtuir. □Illlliu. »L wfi immus- WM et \rib m6) w DMa norme trab kalte Speise« wi Zürstellberg-Dräu Stadttheatcr r?reitaa,rs^!8tt. 23. ü, ?T. b, nach lOUbr: KiriMh*. Lustspiel in 3 Wtw von Fulda. täte agt Ul und ge- ptrolle: Nero Doraine hen Page-__ an nntae llr.h r Sroettes Blatt Sicherheitspakt oder „Heilige Allianz". Don Otto Corbach. Als eine „neue Heilige Allianz" kennzeichnete neulid) Senator Boroh, der Leiter des außen- politischen Komitees des amerikanischen Senates, den von Frankreich erstrebten „Sicherheitspakt", eine Verschwörung reaktionärer Gewaltpolitiker, die für die wahre Sicherheit der Völker viel gefährlicher sei als die alte Heilige Allianz. Der britische Außenminister Chamberlain lieferte zu diesem amerikanischen Standpunkte nur einen Kommentar, als er dem Genfer Protokoll auf der Dölkerbundstagung den Todesstoß versetzte. Als Hauptpunkte traten in seinen Ausfüh. runaen die Einwande hervor, daß das Protokoll |o überaus eingehend über Zwangsmoßregeln und Sanktionen spreche: „Es kann der Eindruck erweckt werden, daß die Hauptaufgabe des Bundes nicht so sehr darin bestehl, freundlchaflliche Zusammenarbeit und vernünftigen Ausgleich bei der Regelung zwischenstaatlicher Angelegenheiten zu fördern, als vielmehr den Frieden durch die D r • ganisotton des Krieges zu erholte n." Statt den Frieden zu sichern, werde das Protokoll „nur den Krieg ausdehnen". Für die Franzosen liegt eine bittere Ironie darin, daß ein ihnen so freundschaftlich gesinnter englischer Staatsmann wie Chamberlain diese Exekution vollziel en mußte. Möglich, daß ihm sein franzosenfreundliches Herz dabei geblutet hat, ist er doch im Baldwinschen Kabinett als einziger Mi- nister zunächst für ein Sonderobkommen mit Frankreich anstelle des deutschen Dor- fchlages eingetreten. Er mußte sich fügen, hielt feine Unterhausrede im Sinne der deutschen Anregung und reifte nach Genf nicht als Verfechter feiner persönlichen Ueberzeugung, sondern derjenigen des Gesamtkabinetts. Man kann sich eben in London den Luxus einer einseitig ober auch nur vorwiegend europäisch orientierten Außenpolitik nicht mehr leisten, man muß auf die Dominion shören, um sie nicht zu verlieren, und in den Dominions kann man nicht einsehen, warum sich nach der Beschwörung des Vorkriegsgespenstes einer „deutschen Gefahr" noch in neue europäische Zwistigkeiten verwickelt werden sollen. Der Geist Monroes, gegen dessen Mißbrauch für imperialistische Gelüste Onkel Toms die lateinischen Republiken Amerikas in bemerkenswerter Weise auszubegehren beginnen, geht umso unheimlicher in Kanada, zluftr allen und Neuseeland um, während Indien immer mehr in den Bann einer a l l - asiatischen Bewegung gerät, und in Südafrika das Asrikandertum gegen den Stachel englischer Kolonialherrschaft zu loden sucht. Diesen zentrifugalen Tendenzen innerhalb des britischen Weltreiches allerernsteste Beachtung zu schenken, bedeutet für England selbst mehr und mehr ein Gebot der Selbsterhallung. Daß man es ober in London auf einmal so eilig hat, sich gegenüber dem europäischen Kontinent in einer die überseeischen angelsächsischen Gemeinwesen befriedigenden Weise neu zu orientieren, erklärt sich hauptsächlich aus der für das gesamte Angelsachsentum sehr ernsten Wendung, die die politische Lage im Fernen Osten genommen hat. Sun Pat Sen, der große Führer der chinesischen Unabhängigkeitsbewegung ist tot, aber das der Ausgang des letzten Bürgerkrieges ihm zum erstenmal seit dem verräterischen Staatsstreich Püan Schi Kais im Jahre 1917 den Weg nach Peking ebnete, kennzeichnet den gewaltigen Umschwung, der sich in der politischen Lage in Chino vollzogen hat. Der russische Botschafter Karachan ist außer dem lapanischen Gesandten der einzige Vertreter fremder Mächte in Peking, der noch geachtet und beachtet wird und er ist unermüdlich bestrebt, den chinsischen Militaristen zu einer völligen Lossagung von den „ungleichen Verträgen" Mut zu machen. Diese von der sinkenden Mangschu-Dynastie teils erschlichenen, teils erpreßten Verträge Haden dahin geführt, daß die „fremden Mächte" alle Schlüffel- fteUungen für die weltwirtschaftliche Erschließung Chinas mit den Mitteln moderner Technik beherrschen und ihre Vorrechte dazu mißbrauchen, Natur- und Menschenkräfte des riesigen Landes raubdaumäßig auszunützen. Noch scheinen die Gegensätze zwischen Feng ju shiang dem Die Oberwälder. Roman von Alfred Dock. 25. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) X). Wellandt war. nachdem die Marie das Schulljcius verlassen, seiner Erregtheit Herr geworden. ja es war ihm. als fiel ihm ein Schleier von den Rügen. Mitten in der Rächt war feine Verlobte zu ihm gekommen, sie. die bei hellichtem Tag das Schulhaus nicht betrat. Er hatte keinen Blick, kein Wort für sie gehabt. Einzig von ihm war die Rede gewesen. Das Selbstfücht'ge war chm angeboren. Er hatte sich nie davon frei- machen können. Welch fürchterlicher Ruftritt mußte vorangegangen fein, ehe der Margolfs- ' veter wegen des verhaßten Lehrers feine Tochter in Rächt und Rebel stieß! Indes er. Pöeilandt, der Marie sein Klagelied sang, hatte sie mit ihrem starten Willen bis zuletzt ihr eignes Leid in sich verschlossen, die Heldin, die Dulderin! Er war gefühllos gewesen wie Stein. Er hatte den warmen Strom ihrer Liebe nicht gespürt, hatte > sie noch dazu hart angelasken. Ohne Rbfchied war sie von ihm gegangen. Daß er sich's nur eingestand: dem charaktervollen, vortrefflichen Mädchen gegenüber hatte er sich wie ein Feigling, wie ein Wicht benommen. Eine plötzliche Angst schnürte ihm die Kehle I zu. Wenn sie sich ein Leid antat! Sein Gewissen I würde ihn schuldig sprechen. Er würde sich ewig | Dorwürfe machen. Die Reue würde fein Herz | zerreißen. Was galt ihm jetzt der Kassenspektakel, ; bas Dauerngeschimpf und die Katzenmusik! Dor V der Sorge um das geliebte Mädchen löste sich 1 alles in Richtigkeit auf. Während die Zeit verramr, war vielleicht schon ein Unglück geschehen. Jede Minute, die er zaudernd verlor, belastete ihn mit neuer Schuld. ®r muhte ihr nach, er mußte sie suchen. Seiner Etirnwunde ungeachtet stürzte er fort. Durch die Gassen scholl sein angstvolles Rufen: .QHarte. Marie!" Donnerstag, 19. IHärj 1925 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) ist. „Ree." erwiderte sie mit Festigkeit. „Ich mach sich Du ich Du toe .Wo willst du hin?" „Fort!" sagte sie kalt. .Marie," bat er, .hör mich an!" Eie schüttelte den Kopf. .'s is de best, du schwätzst nix!" Er griff ihren Arm. .Bei Gott im Himmel, du mußt mich hören! warst kaum wes da bat mein Gewissen Der Dolkstranertaa. Jetzt, nachdem der Dolkstrauertag vorüber darf wohl noch ein Wort daru gesagt werden: nachträglich, damit aller Schein vermieden wird, als solle die Feier des 1. März gestört werden. Die vielseitige Zustimmung, die der Dollstrauertag am 1. Mäm gefunden hat. die große ‘Beteiligung, die Veranstaltungen der Kriegervereine, die ^»stgottesdienste und die Feiern auf den Friedhöfen und an den Denkmälern beweisen, wie sehr ein solcher Tag dem Verlangen unseres Volles entspricht. Wenn hier einige Bemerkungen dazu gemacht werden sollen, so geschieht es in der Absicht, gewiß berechtigte Bedenken gegen die Frier gerade am 1. März zu erheben und für später eine noch allgemeinere Seiet eines Volksttauertages anzubahnen. Es ist zu bedauern, daß nicht gleich nach dem Kriege ein allen Schichten unseres Volles zu meiner Patin nach Allmenrod. Da bleib die Rächt. Morn such ich mir ein' Dienst, kannst mir ja schreiben. Meine Patin weih, ich fein." Er kannte ihre energische Art. Was sie Er jagte wie ein Pfeil aus dem Dogen, hierhin, dorthin. „Marie. Marie!" Er suchte den Hegweg, ine Htrzlache ab. Er fand sie nicht Seine Unruhe wuchs. Sein Kopf brannte in Fieberglut. Wo mochte sie fein? Eine ihrer Kameradinnen um Ausnahme zu bitten, ha'te ihr Stolz nicht zugelassen. Dessen war er gewiß. Barmherziger Gott, wo mochte sie fein! Er rannte die Waffergasse hinunter. „Marie, Marie!" Run stand er auf dem Steg. Das Entsetzen faßte ihn an. Aus dem Wasser ragte ein Arm empor. Rein, kein Arm. Es war ein Stück Holz. Schon trug's die Strömung weiter. Er war ganz von Sinnen. 3m nahen Hochwald peitschte der Sturm die Wipfel der Bäume gegeneinander. Der Mond trat aus den Wollen hervor und goß auf die Landschaft fein helles Licht. Dort, wo die Kreisstvahe sich um den Horner- bangnog. schritt wer talab. Vielleicht jemand, der der Marie begegnet war, der ihm Auskunft geben konnte. Er stürmte vorwärts, über Mc Dachwiefe der Kreisstrahe zu. Hundert Klafter vor ihm erkannte er die Gestalt einer Frau. Der rasch Zuschreitenden kam er näher, immer näher. Das Herz schlug ihm zum Zerspringen. Kein Zweifel mehr, sie war s. ..Marie," schrie er. „Miriel" Sie blieb stehen und wandte sich unt Run hatte er sie eingeholt. Er triefte von Schweiß. Der Atem kam keuchend aus seiner Brust. Sturm geläutet, ilnb hat gerufen in mir: ,Du bist gegen die Marie schlecht gewesen. Du mußt ihr nach, du mußt sie suchen, daß du's wieder crutmachen kannst!' Unb ich hab mich aufgemacht. Du darfst mir's glauben, wie ich eben herumgerast bin, das werd ich mein Lebtag nicht vergessen. Gottlob, daß ich dich gefunden hab!" Sie machte sich von ihm IvS. „Wann man eins wirklich gern hat. is man net so wie du. Mir is heut nacht ein Licht aufgegangen. Du bleibst de best für dich allein." „Marie." sagte er bestürzt, „ich war grenzenlos aufgeregt. In so einem Zustand wägt man die Worte nicht ab. 3ch geb's zu. ich hab dir sehr weh getan. 3ch bereu'«, Marie. Reue ist auch Strafe. Dräng deine bitteren Gedanken zurück und sei wieder gut. 3ch mein, 's kann nichts Schöneres geben, als jemand sagen: ich will dir verzeihen!" Don ihren Wimpern tropfte es heiß. „3ch trag dir nichts nach. Aber um mich muh Wahrheit und Klarheit sein. Sonst kann ich net leben. Wann du kein Beständiger bist, is es besser, zwischen uns zwei is es aus." „Marie.' sprach er, .denk dran, wie sie mir mitgespiell haben. Das wischt sich so schnell nicht aus. Defsenwegen fteljt nichts zwischen mir und dir. 3ch wollt, daß du in mich hineingucken könnt'st. Du sollst an mich glauben, sollst.mir vertrauen Ich häU keinen Frieden mehr ohne dich und hält zu nichts Mut. Wie ost pafsiert's, daß zwei in Derlobschaft stehen und meinen, sie haben den Himmel auf Erden. Hernach in der Eheschaft fängt der Leidensweg an, und eine Enttäuschung gibt der andern die Tür in die Hand. Wir zwei, die wir jetzt so viel durchmachen müssen, wir werden den Weg in die Höhe finden und zum Glück. Dazu muß eins dem anbern helfen!" Er hielt inne, aus seinen Worten flang fein warmes Gefühl. .Marie,' schloß er, »nun bitt ich dich, komm I mit xurüdl" einmal vorgenommen, davon würde sie sich nicht abbringen lassen. ..Gut," sagte er, .du wirst von mir hören. Was ich anfang und wohin ich verschlagen werd, das liegt noch völlig im Dunkeln. Aber ich schaff mich durch. Mich und dich!" Er nahm ihre Hand, und sie ließ sie ihm. Obwohl sie in ihn drang, er solle heimkehren solle auf feine Wunde achten, begleitete er sie noch eine Strecke Wegs, bis sie Allmenrod vor sich sahen. Dann schieden sie. — — — Ruf des Pfarrers Geheiß fiel der Schub unterricht am andern Dag aus. Der Lehrer hielt, sich still in seiner Wohnung. Degen Mittag fuhr draußen ein Wagen vor. Gleich darauf trat der Kreis'chulinfpektor herein. Das war ein angehender Sechziger, der wegen seiner Tüchtigkeit, nicht minder wegen seiner rechtlichen Gesinnung im Vogelsberg und darüber hinaus in hohem Ansehen stand. Dellandt, der bleich und übernächtig aussah, ging ihm entgegen. . Der Herr Pfarrer hat mir in der Frühe eine Depesche geschickt." hob der alte Herr ein wenig kurzatmig an. „3ch bin sofort heraufgefahren. Ich war eben beim Herrn Pfarrer 3ch bin von allem unterrichtet. Ich komme zu Ihnen, nicht nur als Ihr Vorgesetzter sondern auch als Mensch, um Ihnen in diesen schweren Stunden nahe zu fein." „Herr Schulrat." sagte Weilandt bewegt, .ich. danke Ihnen, danke Ihnen von ganzem Herzen! Sie waren mir immer wohlgesinnt. Gerade jetzt weih ich das doppelt zu schätzen. Wären Sie nicht gekommen, ich hätt Ihnen heut geschrieben. Ich kann hier nicht bleiben. Und das nicht allein. Ich will etwaS andres ergreifen. Ich gestehe Ihnen offen, mein Amt ist mir verleidet." (Fortsetzung folgt.) „christlichen" General, der die Laye in und um Peking beherrscht, und Tschang tfo Im, dessen Dille in der Mandschurei Gesetz ist, zu groß zu sein, um eine einheitliche nationale Erhebung zu ermög- lichen. Zuverlässige Nachrichten aus Dem Fernen Osten lassen erkennen, daß die beiden Rivalen gegeneinander rüsten und binnen Jahresfrist mit dem Ausbruch eines neuenfBürger- trieges zu rechnen ist. Die bisherige Erfahrung hat aber gelehrt, daß jeder neue innerpotitische Waffengang in China bessere Voraussetzungen für die allgemeine Auflehnung des Volkes gegen das Joch der imperialistischen Verträge schaffen hilft und bei dem Gegensatz zwischen Feng und Tschang handelt es sich von vorn erein hauptsächlich darum, wer den chinesischen Einheitswillen gegenüber dem europäisch-amerikanischen Imperialismus ausfuhren soll. Ein Rest russisch-japanischer Gegensätzlichkeit ist dabei freilich auch wohl mit im Spiele. Som- jetrußland und Japan sind sich seit dem Abschlüße ihres Abkommens wohl im allgemeinen darüber einig, sich im Femen Osten gegenseitig zu unterstützen, aber sie mögen den drohenden chinsischen Bürgerkrieg als eine Art Preisfechten betrachten, das Darüber entscheiden soll, ob ein „unabhängiges" China einen mehr sowjetrussischen oder japanischen Akzent haben soll. In diesem Sinne würde zweifellos Moskau lieber Feng ju shiang, Tokio lieber Tschang tso lin die Ober and gewinnen lassen, zweifellos aber hält der aemeinsame Gegensatz gegenüber Den angelsächsischen Mächten Japan und Sowjetrußland zu fest zusammen, all- daß ihre Freundschaft noch über innerchinesische Wandlungen in die Brüche gehen könnte. England und Amerika ober haben keine Zeit zu verlieren, um für ihr Prestige und ihre Interesten im Fernen Osten zu retten, was noch zu retten ist, bevor es zu einer vollkommen ruf- sisch-japanisch-chinesischen politischen Eintracht ge- kommen sein kann. England braucht jedoch zu einer starken überseeischen Machtentfaltung e i n beruhigtes, möglichst ausgeglichenes europäisches Hinterland. Es kann ihm dabei natürlich nicht mit einer fran zösi - schen Vorherrschaft auf dem Kontinent gebient sein: denn das würde zu einer Neuauflage der napoleonischen Kriege führen. Es braucht Gegengewichte gegen den französischen Militarismus. Daher sein Verständnis für das Be- dürfnis Deutschlands, wenigstens wieder etwas freien politischen Spielraum eingeräumt zu bekommen. Indessen sollte man bei uns dieses Verhältnis nicht überschätzen. Wir dürfen nie überfein, daß es England doch bei allen europäischen Sicher' eitsfragen auf seine Rückendeckung für den Fall überseeischer Verwicklungen ankommen muß. Dazu braucht es ein gefügiges Frankreich noch dringender als ein innerhalb bestimmter Schranken erstarkendesDeutsch- land. Das widerspenstige Frankreich soll gezähmt werden, weil der Preis, den es für eine wohlwollende Neutralität gegenüber den angelsächsischen Mächten fordert, falls diese im Femen Osten in ernste Verwicklungen gerieten, zu hoch erscheint. Man läßt den Franken stürzen, man leiht der deutschen Außenpolitik Krücken, man läßt die Problematik der mitteleuropäischen Kleinstaaten pla- stisch in Erscheinung treten, man läßt britische Gewerkschaftsführer mit dem Gedanken spielen, der 3. Internationalen die Weltrevolution deschleuni- gen zu helfen, nachdem sich das Experiment mit einer sowjetfreundlichen Arbeiterregierung als zu gefährlich erwies, man tut alles das und vieles andere. um den Franzosen zu zeigen, daß die an- gelsächsische Weltherrschaft noch fest genug gegründet ist, um weltrevolutionäre Stürme überstehen zu können, die das durch den Versailler Frieden geschaffene komplizierte fontinintale Staatenfyftem außerhalb Rußlands nicht überfielen könnte. Aber der Wille, handelseinig zu werden, ist immer noch ebensowohl auf englischer wie französischer Seite vorhan - ben und Deutschland wäre bei einer Außenpolitik verraten und verkauft, die alles auf die Sorte eng- Nfchen „Wohlwollens" setzte. Der weltpolitische Horizont hellt sich für alle unterdrückten Völker auf, auch für das deutsche-, wenn nur der „große Moment" bei uns fein schwaches Geschlecht politischer Führer findet. Kredithilse für den gewerblichen Mittelstand! Drei Fragen stehen augenblicklich für Handwerk, Handel und Gewerbe im Miltelpunll des Interesses: die Schaffung eines besonderen Staats- sekretariats für dos Handwerk beim Reichswirtschaftsministerium, die Reichshandwerksordnung, das langst entbehnc Berufs- gesetz, das dem Handwerk die 5roangsorgum|ation bringen joll und die 'J'iilbcrung der gerade im gewerblichen Mittelstand besonders stark herrschenden K r e d i t n o t. Alle bürgerlichen Parteien des Reichstages haben — eingedenk ihrer Wahlvcrspre- chungen — Anträge in dieser Richtung eingebracht. Der der Deutschen Dolkspartei will das schlimmste Uebel, die Kreditnot, beseitiat sehen. Der Antrag wurde am 8. (Dolkswirtsch.) Ausschuß des Reichstages behandelt. Was dabei herauskam, ist nicht gerade erhebend. Immer in hat man die Reichsregierung ersucht, bei der Reichsbank die B e- reit Teilung von dreißig Millionen Mark für den gewerblichen Mittelstand zu veranlassen — natürlich nicht direkt, sondern durch Vermittlung der Zentral-Genossen- schastskasse und der Genostenschastsabteilung der Dresdner Bank. Als erste Hilfe ist dieser Beschluß zu begrüßen. Aber auch nur als solche. Wer di" Derhäinisse kennt, wird zugeben müsten, daß dem Handwerk nur geholfen werden kann, wenn man ihm dauernd Kreditmöglichkeit gibt. Und es ist denn auch beschlossen worden, im Einvernehmen mit den Spitzenoerbänden des mittelständischen Gewerbes und des gewerblichen Genossenschaftswesens Maß- nahmen in dieser Richtung zu erörtern. Die ge» werblichen Kreditgenossenschaften, die früher die früher die Hauptträger des mittelständischen Kreditwesens waren, fallen heute als Kreditgeber kaum noch ins Gewicht Die sich in einer Kreditgenosten- schäft zusammenfindenden Handwerker sind heute alle Kreditnehmer, der Guthaben besitzende Teil der Handwerker fehlt. Die Verstärkung der Mittel der Kreditgenossenschaft aus den Reihen der Handwerker wird man deshalb kaum erwarten dürfen. Es ist notwendig, bei der Verwendung öffentlicher Gelder endlich auch die Kreditorganisationen des Mittelstandes zu bedenken. Die in Aussicht gestellten dreißig Millionen Mark bedeuten im Verhältnis zu der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstandes nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Der Widerstand, den Regierung und Reichsbank selbst der Bewilligung dieser Summe entgegengeffeUt hohen, ist außerdem durchaus nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch politisch unklug. In den Parteien, die die gegenwärtige Regierung stützen, ist der Mittelstand ein nicht zu unterschätzender Faktor. Und zu einer Zeit, in der die unverantwortliche Hergabe öffentlidjer Mittel in Riesensummen an einzelne sehr unsichere Konzerne im Mittelpunkt der öffentlichen Erörterung steht, kann man mit moralischer Berechtigung die Lebensnotwendigkeiten der kleineren und mittleren Betriebe nicht unberücksichtigt lasten. Schließlich kann mit einer Reichsaktion Hand in Hand eine Hilfsaktion der Länder einsetzen. Baden hat den Weg schon beschritten, indem es dem Handwerk eine Landesbürgschaft von drei Millionen Mark, dem Einzelhandel eine solche von anderthalb Millionen Mark zur Verfügung stellte und von ben Zinsen drei Prozent selbst übernahm. Das ist ein Weg, auf dem auch andere Länder sehr gut folgen könnten. genehmer Dollstrauertag festgesetzt werden konnte und festgesetzt wurde. Von leiten der Kirche ist der Versuch dazu gemacht worden. Schon 1915 wurde aber ihr der Totengedenktag, der letzte Sonntag int Kirchenjahr, auch zum Gedächtnis an die Gefallenen und die infolge des Krieges Gestorbenen bestimmt. Waren es doch da gerade 100 Jahre her daß. zunächst in Preußen, dieser Sonntag der Erinnerung an die in den Befreiungskriegen Gefallenen gewidmet wurde Im Ausschreiben des Oberkonsistoriums vom 12. Oktober 1915 heißt eS „Möge durch die Feier des Totensonntags die unarrslöschliche Dankbarkeit zum Ausdruck fommen, die wir den Geiallenen taiür schulden, daß lic zum Schuh und Heil des Vaterlandes ihr Leben in die Schanze geschlagen und unserm Volk in herzergreifendem Ernst das heilige Gottesgeseh wieder zum Bewußtsein gebracht haben, daß hohe, wertvolle Güter wie das Vaterland, das Wohl der Gesamtheit deS Volkes nur durch schwerste persönliche Opfer zu dauerndem Be itz erworben werden köimen." Zugleich to. rbcn die Gemeinden eindring.ich an ihre Verpflichtung erinnert, sich derer tätig anAuneh- men, die durch solch Opfer in Rot und Dcd äilgn S gekommen sind. Jeder einzelne solle das seine tun. um der Trauer und Rot. die dieser Krieg übet unser Volk gebracht, eine fühlbare und wirksame Macht des Trostes und Der Bruderliebe entgegenzusetzen. Rach Beendigung des Krieges hat dann dir Kirchenbehörde, entsprechend dem Bedürfnis, in genieinsamer Feier der für das Vaterland Gefallenen oder infolge des Krieges Verstorbenen zu gedenken, wieder am Totengedächtnistag eine gemeinsame, zusammensassende Trauerfeier angeordnet. „Die Jenen geschuldete unauslöschliche Danlliorbeil sowie die Empfindung, daß sie, die ihr Leben für das Vaterland treu bis in den Tod hingegeben haben, ein bleibendes Ehrendenkmai unseres Volkes sind, in dem es sich in dieser Zeit schwerster Heimsuchung aufrichten kann, verlangen gerade jetzt danach, an einem ernsten Gedächtnistag zum Ausdruck zu kommen." Aehn- liche Bestimmungen hat unseres Wissens auch die katholische Kirche für den Allerfeelentag er- lassen. Bedauerlicherweife wurde an diesem von ben kirchlichen Behörden angeordneten Gedenktag, der sich im Laufe der Zeit fest eingebürgert hatte und durch Schmuck der inzwischen in den Kirchen errichteten Gedenktafeln sowie durch Feiern an den Kriegerdenkmälern begangen wurde, nicht feftgehalten. Wenn für den 1. S nntag im August 1924 mit der Feier zum Gedächtnis des Kriegsbeginns zugleich daS Gedenken an die Kriegsopfer verbunden wurde, so empfand man doch wohl, daß diese Verbindung keine ganz passende sei. Das kam in diesem Jahre zum Ausdruck dadurch, daß man einen neuen Tag. den 1 März, zu besonderem Gedächtnis der Gefallenen wählte. Aber warum denn gerade der 1. März? Wenn überhaupt ein Grund dafür angegeben wurde, so wurde gesagt, der 1. März sei der 1. Sonntag in der Passionszeit. Wollte man aber einen kirchlich bedeutungsvollen Tag wählen, warum beließ man die geier dann nicht auf den Totensonntag? Es ist doch sehr fraglich, ob nicht kirchlich Eingestellte das Gedenken an die Ge- fallencn mit dem Sinn der Passionszeit richtig zu verbinden vermögen. Am Totensonntag ist eine Gemeinsamkeit des Empfindens bis zu einem gewissen Grade eher möglich. Die Kirch? mühte es auch entschieden ablehnen, wenn die Eigenart des 1. Passionssonntags durch den Gesallenen- gedenktag in den Hintergrund gedrängt oder ganz verwischt würde, wo es sich doch für sie darum handelt, den Seelen das Opfer Christi nahe zu bringen, dem das Opfer der Gefallenen, auch wenn es in der reinsten Gesinnung gebracht würde, nie gleichgestellt werden lann. Jedenfalls darf die Kirche dem vielfach an sie gestellten Verlangen, die Feier aus der Kirche auf den Friedhof oder an die Denkmäler zu verlegen, nicht entsprechen. Gegen den 1. März spricht, abgesehen davon, daß für die Wahl dieses Tages kein geschichtlicher Anlaß vorliegt, auch ein äußerer Grund. Ein so schöner Frühlingstag wie in diesem Jahr ist uns in den seltensten Fällen beschert; in den meisten anderen Jahren dürfte die Feier, namentlich im Freien, unter der Witterung beträchtlich leiden. Es scheint ja bezüglich des 1. März auch gar feine volle Einigkeit zu herrschen. Einer Zeitungsnotiz zufolge hat sich die Reichsregie- rung an jener Feier „nicht offiziell beteiligt", sondern nur das Flaggen auf Halbmast ange-- ordnet. Bayern hat sich der Feier unter Hinweis auf den QUIerfeelcntag als Gedenktag für die Gefallenen nicht angeschlossen, und auch das hessische evangelische Laiideslirchenamt hat an die Pfarrämter feine Verfügung für den 1. März erlassen. Cs scheinen mir einzelne private Verbände. wie der ..Vollsbund deutsche Kriegsgräber- sürsorge", den Gedenktag angeregt und festgesetzt zu haben. Gerade um der Gefallenen willen täte Einigkeit in dieser Sache not Ans will es scheinen, als seien hier zwei Dinge initeinander verquickt, linier Volt verlangt nach einem vaterländischen Feiertag, da die früheren aufgehoben sind. Uns auf den Reichsgründunastag. den 13. Januar, zu einigen, verhindert die Parteizerklüftung unseres Volles. Der Dag des Kriegsbeginns kann nach dem unglücklichen Ausgang freß Krieges kaum als ein Tag gemeinsamer innerer Erhebung gefeiert werden. Das einzige, einigermaßen alle verknüpfende Band sind einstweilen die Kriegsgefallenen. Gottlob, daß wir wenigstens dieses Band noch haben: gerade darin zeigt sich der Wert ihres Opfers auch bei verlorenem Kriege. Aber ihr Gedächtnistag lann doch nicht all dem zum Durchbruch verhelfen, was an einen vaterländischen Feiertag aus der Seele ans Licht drängt. Mächte uns bald ein solcher Sag wieder beschielten sein. Er muß uns geschenkt, er kann nicht willkürlich festgesetzt werden. Zum Gedächtnis der gefallenen Söhne unseres Vaterlandes aber eignet sich Wohl am besten der schon in der Geschichte gegründete Totensonntag, der auch dem Tage recht nahe liegt, an dem der letzte deutsche Krieger fein Leben zum Opfer gebracht hat. S. Aus der Provinz. Landkreis Gicnen. is. Steinbach, 18. Marz. Auf Anregung des Kreisbaurates wird unser Ort nunmehr ein städtisches Gepräge erhallen. Durch Vereinbarung mit den Anliegern wird längs der Kreis- straheGießen — Lich durch unseren Ort auf der einen Seite ehre Lindenallee angelegt, die Arbeiten haben heute bereits begonnen — Unsere Gemeinde war eine der ersten im Kreise Gießen, welche den Gefallenen des Weltkrieges ein Ehrenmal errichtete. Dasselbe besteht in einem mächtigen Das alt block mit der Widmung: „Den gefallenen Söhnen, die dankbare Heimat 1914—1918". Nachdem nun in den meisten Gemeinden solche Gedenksteine errichtet worden sind, merfte man hier, daß unsere Anlage nicht vollständig war. Vor allen Dingen fehlte das AamenSverzeichnis der Gefallenen und Vermißten, das hauptsächlich die Erinnerung in der Gemeinde auffrischen soll. Ferner hat niemand der Hinterbliebenen einen bestimmten Platz, seinen Toten gelegentlich durch Niederlegung eines Kranzes zu ehren. Vor drei Jahren war der inzwischen verstorbene Pfarrer Köhler, sowie der Kirschenvorstand und die Kirchengemeindevertretung nahe daran, diesen Mangel zu beseitigen, aber leider tarn man damals zu fernem bestimmten Entschluß. Aus Anregung beS Kriegervereins und durch Beschluß des G e - meinderateS wird nunmehr die Anlage auf Kosten der Gemeinde vervollständigt. Jedem Gefallenen und Vermißten wird, ähnlich wie in anderen Gemeinden, ein Stein, etwa 30 im Halbkreis, um das alle Ehrenmal gesetzt mit der entsprechenden Aufschrift. Die t neue Anlage wird gelegentlich des 50jährigen Vestehens des ÄriegmxremS am 14. 3uni ihre ITDeihe empfangen. * Allendorf a. d. Lda., 18. März. Die *Holzsubmission unserer Gemeinde ergab folgendes Höchstgebot: Eichenstännne 2- Kl. 78 Mk., 3. Kl. 66 Mk., 4. Kl. 44,10 Mk.. 5. Kl. 34.90 Mf., 6. Kl. 20 Mk., Vuchenstämme 2. Kl. 52 ML., 3. Kl. 35,05 Mk., 4. Kl. 30,05 Mk., Fichtenstämme 2. Kl. 42,10 Mk., 3. Kl. 32,10 Mk., 4. Kl. 27,05 Mk., 5a-Kl. 23,80 Mk., 5b-Kl. 21,15 Mf. je Fstm. - * Ruttershausen, 18. Marz. Dei der heutigen Holzsubrnisfion unserer Gerne!nde lagen folgende Höchstgebote vor: Kiefernstämme 4. Kl. 30 Mt., 5. Kl. 17,45 Mf., Fichtenstämme 3. Kl. 32,45 ,Mk., 4. Kl. 30.25 Mk., 5a°Kl. 25,25 Man, 5b-Kl. 22,75 Mk. je Fstm. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 19. März. Dem hiesigen Museum ist es gelungen, in dem Dorfe Glashütten bei Gedern einen allen, noch vollständig gebrauchsfähigen W e b st u h l zu erwerben. Derselbe soll mit einer Anzahl bereits früher erworbener Gegenstände, wie z. D. ein Himmelbett, Schränke, Truhen und allerlei Hausrat zu einem Dauernzimmer vereinigt werden und uns somit einen interessanten Eiichlick in die Lebensweise unserer Vorfahren gewähren. 3n diesen Tagen weilte nun der alte Webermeister, ein Greis von 76 3ahren, selbst in Friedberg und führte Schulern hiesiger Schule,wie D. der Augustinerschule. der Gewerbeschule, das 3nftru- ment im Betrieb vor und gab denselben damit einen lehrreichen Blick in eine 3nbuftric. die natürlich dem Fabrikbetriebe nicht Stand halten konnte. Don besonderem Interesse war es noch, aus dem Wunde des alten Mannes zu erfahren, daß der Tagesverdienst eines Webers in den früheren Zeiten bei harter und schwerer Arbeit höchstens 35 Pf. betragen habe. Vielleicht wird eS möglich sein, die Vorführung auch später einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Bad-Nauheim. 18. März. Zu der großen Tagung des Hessischen Landes- Lehrervereins, die in der Woche nach Ostern hier stallfindet, werden über 200 Vertreter der einzelnen Vezirksvrreine und außerdem noch zahlreiche wellere Besucher erwartet. Gleichzeitig tagen auch die hessischen Züngle h r e r und der Feuerversicherungs-Verband hessischer Lehrer. Eine Lehrmittelausstellung wird mit der Tagung verbunden. Die Bade- und Kurverwallung hat in entgegenkommender Weise den freien Zutritt zu den Konzerten gestattet und außerdem Führungen durch Die Badebetriebe zugesagt. Aus der Tagesordnung der Dertretervcrsammlung stehen wichtige Standes- und 'Berufsfragen, daneben aber auch Fragen der Schulorganisation und Bolkserzie- hung, die über die Organisation hinaus für die Allgemeinheit von Bedeutung sind Kreis Schotten. -> Schotten, 18. März. Der Verein hessischer Forst beamten plant die Errichtung eines Ehrenmals für seine im Weltkrieg gefallenen Kameraden. Da durch die Verlegung der Försterschule in unsere Stadt Schotten ziemlich in den Mittelpunkt des hessischen forstlichen Lebens gerückt ist, soll das Denkmal noch in diesem 3ahre an dem bewaldeten Hang des nahen Altenburgkopfes Aufstellung finden. Der Denkmalsentwurf stammt von Daurat N od nagel zu Schotten. — Die Abgangsprüfung an der hiesigen Förster- schule begann am Montag und dauert P/2 Wochen. Es beteiligen sich 26 Forstschüler daran. — Die bereits im Vorwinter von schuhpolizeilicher und militärischer Seite sichergestellten Quartiere in den Dörfern am Hohe- rodskopf sind jetzt, wo sich der Schnee eingestellt hat, bezogen worden. 3n dem benachbarten Rudingshain sind etwa 50 Schupo- beamte untergebracht, die täglich zu Hebungen im Schneeschuhlaufen herangezogen werden. )—( Ruppertsburg, 18. März. Am Freitagabend fand in unserer Kirche ein Mission s g o t t es d i e n ft statt, in dem der Missionar Krayl einen Lichtbildervortrag über Land und Leute, Sitten und Gebräuche der Chinesen hielt. Die prächtigen Bilder, schön kolorierte photographische Aufnahmen, liehen uns intet- es saute Blicke in die Not des chinesischen Heidentums tun und zeigten, wie notwendig die Arbeit der christlichen Missionare in dem Reiche der Mitte ist. ES wurde darum am Schlüsse des Gottesdienstes eine Kollette für die Basler Mission erhoben. — Unter Vorsitz des Feld- bereinigungSkvrmnissarS von griebberg fand im Saale des Gastwirts Schlörb dahier die Abstimmung über das F eldberei ni- gungSverfahren in hiesiger Gemarkung statt. DaS Ergebnis wird erst in Friedberg zu- sammengestellt. Jedoch ist man allgemein der Meinung, daß die gesetzlichen Bedingungen für die Durchführung der Bereinigung nicht erfüllt sind. Es ist tief bedauerlich, daß nicht vorher ein aufflarenber Dorttag durch i aen Sachverständigen gehalten worden ist. Vielleicht hätte auf diese Weise die Agitatton eine mehr sachliche Form angenommen. Starkenburg und Rbeinheficn. * D a r m st a d t, 18. März. Dor einigen Tagen tauchte in Auerbach an der Bergstraße ein feingekleideter Herr auf, nahm in einem Hotel Wohnung, bezahlte in den ersten Tagen seine Rechnung und kaufte dann ein größeres Grund stück, um sich ein Landhaus zu bauen. Er wohnte ungefähr eine Woche lang tm Hotel, wohin Frau und Kind ebenfalls gekommen traten. Nachdem er seine Rechnung abermals bezahlt hatte, verschwand er spurlos. 3etzt stellt sich heraus, daß er in das Fremdenbuch einen falschen Namen eingetragen hatte: das Geld zum D^ahlen der Hotelrechnungen hatte er sich erschwindelt, weil et als „Grundstückskäufer" Kredit hatte. — Vertreter der Gemeinden Beerfelden, Airlenbach, Fallengesäß und Rothenberg faßten in einer gemeinsamen Besprechung den Plan, eine Autoverbindung ins Neckar- tal nach Hirschhorn zu schaffen. Die Linie soll von den Gemeinden unterhalten werden. — Die Postkraftwagenlinie Miltenberg—Erbach—Michelstadt hat seit dem 16. März täglichen Verkehr eingeführt. — Die Ein Atlas der Weltmisflon. Das 3nftitut für soziale und re- ti g i ö s e Forschung in Neuhvrk hat ein wichtiges Werk vollendet in dem „We l t - Missions - A t la s", der von Harlan P. Beach und Charles H. F a h s hetausgegeben worden ist. Diese kartographische Darstellung der Missionstätigkeit mußte sich frellich auf die protestantische Missionsarbeit beschränken, und es konnte nur eine einzige Karte der katholischen Mission gewidmet werden. Mit dieser Einschränkung aber ist ein erschöpfendes Bild geschaffen worden. Nicht nut die unzähligen Missionsstationen, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser der vielen Missionsgesellschaften sind verzeichnet, sondern es werden auf 230 Sellen Statistiken und Adressen sowie lritische Charakteristiken der einzelnen Geschäften gegeben. Dazu kommen umfangreiche R e g i st e r. lieber den gegenwärtigen Stand der Missionsbewegung bietet dieser Atlas erwünschten Aufschluß. Besonders groß ist die Zahl der infolge der Kriegszeit und Nachkriegszeit aufgehobenen Stationen in der Türkei, da die Regierung von Angora gegen die fremde Erziehungs- und Missionstätigkeit seht unduldsam ist. 3n Nigeria und anderen Teilen West- aftikas macht der Islam große Fortschritte, und die christlichen M'ssionen werden mehr und mehr zurückgedrängt. Ganze Stämme und Völker, die noch hc dnisch waten, als hier die Christen- Missionen zuerst ersch'enen, sind jetzt für den Islam gewonnen. Die Heiratögesehe der Mohammedaner entsprechen viel mehr den Bräuchen der primi- ttven Völler, während die christliche Einehe in Vielen Fällen als eine Verletzung der alten Sitten angesehen wird. Die Bekehrung von Mohammedanern zu Christen ist erfahrungsgemäß sehr viel schwieriger als die Bekehrung von Heiden. Die Missionsbewegung in West- Afrika ist jedenfalls durch den Islam außerordentlich gehemmt, wie die Statistiken des Atlas zeigen. In der Türkei werden sogar Christen häufig zum 3flam hinübergezogen. Sehr imponierend sind die Zahlen, die über die Beteiligung an der christlichen M ssionS- tätigfeit Aufschluß geben. Gegen 30 000 Personen. die in den Ländern, in denen sie Missionsarbeit treiben, Fremdlinge sind, betätigen sich als Missionare, und dazu kommen als Helfer über 15 0 000 Eingeborene der verschiedenen Länder. Diese Arbeit wird durch freiwillige Gaben unterstützt, die sich auf etwa 75 Milliarden Dollar im Jahre belaufen. Der größte Tell dieser Summe kommt aus den (Beieinigten Staaten. Nicht weniger als 700 Gesellschaften beteiligen sich an der Mission, und man schätzt die Zahl der Personen, auf die sich das Werk der protn des Zichlemarsches Korpulenz macht alt, verunstaltet die Körperformcn und ist auch un« gesund. Wir raten Korpulenten und allen zum Starkwcrden Veranlagten, in der Apotheke 60odcr30 Gramm cd)te Toluba-Kerne zu laufen, die unschädliche Stoffe von fettzchrender Wirkung enthalten. Sicher erhältl.: Univ.-Apoth. „Zumgoldenen Engel". logiMerger Rita-W ZwelgvereleOleBea Tamstag, den Ll.^.'ärz.alendS 8' l'.br Vilnttlifb, in der Tnrnballe (Steinstrake) Buntes Allerlei. Menschenschicksale in der Statistik. Richard Morris, ein alter englischer Par- fomentarier, der sich ioeben vom politischen Leben zurückgezogen hit. veröffentlicht eine sehr bemerkenswerte Untersuchung über das Lebensschicksal des modernen Mannes. Es ist eine nachdenkliche, ja traurige Lektüre. 3m Alter von 25 3abixn waren die Hunderi Männer, deren Lebensschicksale den Gegenstand der Mor- risschen Untersuchung bilben. sämtlich gesund und verfügten über normale geistige Anlagen. Zehn 3ahrc später, also im Alter von 35 Jahren, sind nur noch 95 am Leben, da fünf inzwischen gehörten sind. Bon den Lieber!ebenden können in diesem Zeitpunkt 10 wohlhabend genannt werden, toeüerc 10 leben in guten Verhältnissen, während 40 hart zu kämpfen haben und 35 den traurigen Anblick von gescheiterten Existenzen bieten. 20 Jahre darauf ist die Todeslifte um weitere 15 Namen angewachsen Das Alter von 55 Jahren erreichen also nur 80. Ein einziger ist reich geteerten, 3 haben es zu kleinen Vermögen ge- boacht, 46 bekleiden bescheidene Stellungen, 30 sind mehr oder weniger auf Unterstützungen von Sintern und Angehörigen oder auf die öffentliche Wohltätigkeit angewiesen. Wieder 10 Jahre später sind bereits 36 tot. Nur 64 haben also das Aller von 65 Jahren erreicht. Unter ihnen grau Ella valentin-8raun -evr. Lehrerin, Westnnlage 51III. Anmeldungen jederzeit. °**K Statt Karten Es empfehlen sich Fay's echte Sodener Mineral-Pastillen gegen Husten und Heiserkeit Frankfurt a.M. Bad Soden a.T. Obst-u. Gartenbauverein MlWmW IN Sonntag, dem 21. d. 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Näheres bei Fra« Waltber, Walltor^ Kachgeschäften erhältlich. Exterikultur G. nu b. tz., Ostseebad Solberg. Mitt- nno BonOoli-Bet- fteigernngen der 5tsöt Sieben. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 1. Donnerstag, den 2. April 1925, vormittags 10% Nhr beginnend, in der Gastwirtschaft „Hur Liebtgshöhe" in Man überzeuge sich von meiner Leistungsfähigkeit durch Besichtigung meiner großen Ausstellungsräume von meiner Kulanz durch Nachfrage nach meinen Zahlungsbedingungen Bekanntmachung, die Wahl des Reichspräsidenten betreffend. Die Stimmkartei (Wählerliste) für die zu der Wahl des Aeichspräsidenten in der Stadt Gießen mit der Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald stimmberechtigten Personen, liegt vom Freitag, dem 20. Marz bis einschl. Montag, dem 23. März 1925, im Stadthause Berg, strahe 20 - Zimmer Ar. 14 - zu jedermanns Einsicht offen und zwar am Freitag und Montag vormittags von 8-1 Ahr und nachmittags von 3-6Vv Uhr, am Samstag von 8-1 Uhr vormittags, am Sonntag nur von 9-1 Llhr vormittags. Einsprüche gegen die Richtig- und Vollständigkeit der Stimmkartei sind bis zum Ablauf der Auslegungsfrist bei Mei- düng des Ausschluffes, bei dem Oberbürgermeister (Wählamt. Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Ar. 14) schriftlich an- zuzeigen oder zur Niederschrift zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreisausschuh endgültig. Giehen, den 17. März 1925. 27786 Der Oberbürgermeister. 3.03.: Dr. Seib. Backwaren (Brot und Brötchen usw.), an sonstigen Verzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Kaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Butter, Handkäse, Feldhalbschuhe • Paar Mk. 5.90 Albert Vogt Darmstadt:: Abtl. Spedition Guienbergstraße 37 39 Telerhon 2050. "-Ä ®t & 3c 1,L Di Ur dei Tüchtiges,ehrliches WW mit guten Hengn. geg. hohen Lohn zu 3 erro. Pers nach Frankfurt a.M.pr. 1. 4 d.JS. gesucht, ^'orzust. von Frei- mg, d 20. b§.,i)ou teer Hs« der sich zu Buren», zwecken eignet, mit Keller, möglichst Bnbnbofsnahe.I per sofort gesucht. Sckr. Angeb. unter 02419 an d. Gien. Anz. erb Wohnung gegen Bauzuschuß gesucht. Schriftliche An geb. unter 02431 an d. Gieß. Anz. erb. D Vermieterin. Gebilde e ruhige Dante ivi.'l au - wartS). sucht z tn 1. April oder früh r 2—:< leere hübsche Zimmer. Schrtitl- Angebo e mit Bretsang. unter 0’2411 n. d. Gien. Au 6. „ (Wagendeichseln) Kiefcrnbaubolz2. „ „ ' 2. „ 4. „ 5. „ Fichtenbauholz 1. „ „ 2. „ » 3. „ „ 4. „ » 5a-„ 5bfl„ 2£äiiferlßjiDeine zu verk. L. 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0anb. G>eh. Auz. Bekanntmachung. Die Nutzholz- Versteigerung für Handwerker, Gewerbetreibende usw. vom 1£. März 1925 auf der Liebigshöhe wurde mit Ausnahme des Eichenschnitt- nnd Efchenschnitthvlzes genehmigt. Gießen, den 18. März 1925. 28218 Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. 2815g Gießen: 23,54 Fstm. Eichenschnittholz 1. Klasse, 31,49 ff ff 2. 48,10 3. 22,29 4. 1,48 „ Buchenschnittholz 2 1,01 ff ff 3. ff 11,66 4. 6,01 „ Kiefernschnittholz 3. 1,71 „ Eschenschnittholz 1. 0,62 2. 2,58 3. 4,42 „ Fichtenschnittholz 2. ff