Tätigkeit KKW “nd /?"• medikomechanischen ^en.med. Bädern tonsaure) sowie allen Verordnungen in der M'ege empfehlen sich nd Frau lieh geprüft le” (Stadtpost) ___________ 4D nachung. iS Kohlen , koks- und hessischen Staatsbehörden, Rechnungsjahr 1925/26 Vreis- und Lieferangeboten Meinen DienMellen und und Mengen /M bi( Beifügung von 50 *Pfq. >n Stelle bis Wiens yi erjagen, wobei an- bezw. Orte die Unterlagen tie mjjen bei dem unter» . spätestens 14, Februar !. Februar eingehende An« -n nicht mehr berücksichtigt Januar 1925. 3MU WWK-MU ibrik aSe 17 , Lager in: Schlafzimmer bd; Einzelmöbel iusbau teuer ti zx jit Kj ,6t )SL »»örr üg* rS'- °n® -d *•*, M9**6 ezM’”'D6f * 01«'6' ^nnndgegebenen ^baftePre«® eichterung j ^den / Ztr. 15 Erstes Slott 175. zayrgang Montag, |9. Zaiwar 1925 Erscheint täglich, autz»r Sonn.- und Feiertags. Beilagen: töiekenerFamilienblälter Heimat im Bild. MonatL.vezr.g,preis. Goldmark u. 20 Gold» cfennig für Trägrrlohn, -luch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fern, prech,Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: Hnjeigtr thefjen. Postscheckkonto: $ranffurt a. M. 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: Vrühl'sche UnioerfttStr-vuch- und Steinbruderei B. Lange in Stehen, rchnftlettung und Geschäftrftelle: Schnlstrahe 7. Annahme oon Anzeiger für bi« lageenummet bl» uim Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichüeit Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Drelle örtlid)8,au»roärte 10 (Bolbpfennig; für Ne» klame-An;eigen o.TOitun Breite 35 Goldpfennig. Platzvorschrift 20" . Aus» schlag. - Dcrantworllich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr.Wilh L'ange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Die Teilung des Bärenfelles. AuS der Sntentepresse ertönt ein tauted „Uff" Her Erleichterung, man hört ihn förmlich poltern, den Stein dec den alliierten Herrschaften vom Herzen gefallen ist. Man hat sich nämlich auf dec Finanzministerkonferenz in Paris geeinigt, und das ist in der Tat ein Grund, erleichtert aufzuseufzen. 3a, wenn es sich tn Paris nur darum gehandelt hätte, ein paar neue Riemen aus dem deutscheii Fell zu schneiden! Tann hätte man sich mit Sorgen nicht weiter zu belasten brauchen, denn das ist ja am Ende immer noch gelungen und das bihchen Brirn- dorium. daS darum gemacht wurde, sollte immer nur dazu dienen, da« Gesicht zu wahren in einer Angelegenheit, über die man im Grunde von norherein einig war. Aber diesmal handelte es sich nicht barum, den Deutschen das Fell übev die Ohren zu ziehen, sondern es galt, das Fell zu teilen das man ihnen bereits über die Ohren gezogen hatte, und darüber drohte es bei den Alliierten zu argen Differenzen zu kommen, wie so oft. wenn es in den Kumpaneien von Deutemachern an die Teilung des Raubes geht. Die Vereinigten Staaten verlangten einen Anteil an den Einkünften aus dem Dawes-Abkommen. den wollten aber ihre guten Freunde ihnen zunächst nicht mgestchen. einmal, weil Amerika den Frieden von Versailles nicht unterzeichnet hätte, und zudem was wohl die Hauptsache war — weil chr eigener Anteil an dem Braten hätte verkürzt werden müssen, wenn sich Amerika mit zu Tisch sehen wollte. Dann aber galt es — und das war ein besonders heikles Problem — die Deute zu teilen, rund eine Milliarde Geldmark, die Frankreich und Belgien bei ihrem Einbruch ins Ruhrrevier gemacht hatten. Don dieser Deute wollten die Einbrecher nun schon gar nichts hergeben. England hat ja, so sagten sie. den Einbruch nicht mitgemacht. es hat nicht einmal Schmiere gestanden, sondern hat sich in den Mantel der Tugend gehüllt und den Einbruch für ungesetzlich erklärt. Und jetzt will e« uns einen Teil von dem abnehmen, was wir im Schweifte unseres Angesichts zusammengeraubt, zusammengeplündert und zusammengcstohlen haben? Aichts da! Aber England hat Den Mantel der Lugend längst auS- gezogen und hat sich, indem es auf Drängen Frankreichs in die Richträumung der 5Y ö l n c r Zone einwilligte. der französis:-bel° gischen Ginbrechergescllschast angeschlossen. 31r habt, sagten die Engländer zu ihren französisch-belgischen Freunden, eine bare Milliarde aus dem deutschen Hause an Der Ruhr heraus- geholt. Dar Geld lacht und riecht nicht im mindesten. also her mit unserem Anteil! Das waren die Disserenzen, die es in Paris zu schlichten galt, und da man weih, dah beim Geldbeutel die Gemütlichkeit aushört, so wird man verstehen können, dah das eine recht unbehagliche Angelegenheit war, wird auch begreifen, dah Den Alliierten jetzt, nach glücklich erfolgter Einigung in Paris, wie der Zeche lustiger Gesellen in Auerbachs Keller ganz kannibalisch wohl ist. Wie die Alliierten die Deute unter sich verteilt Haden, kann uns am Ende gleichgültig fein. Ob die Anteile Der einzelnen Genossen größer oder kleiner sind — das ändert nichts an Der Tatsache, dah wir zahlen m ü f s e n bis zum Weißbluten, und auch dessen können wir sicher sein, dah keiner von Den Genossen an Dem Dissen ersticken wird, den er sich gesichert hat. Was natürlich auherordentlich beruhigend ist für unser christliches Empfinden. — Was Den Ententegenossen am meisten Freude verursacht, ist die Tatsache, dah zum erstenmal seit dem Frieden von Versailles Amerika an einer .Konferenz Der Alliierten offiziell teil- genommen hat, und daft man somit wieder, wie in Den schönen Tagen von Versailles, von Dfen ..alliierten und assoziierten Mächten" sprechen iann. Las ist. so heben englische Blätter hervor. die Rückkehr der Vereinigten Staaten nach Europa, und verglichen damit hätten die Ergebnisse der Pariser Konferenz im einzelnen gar keine Blutung. „Jetzt ist." sagte Der amerikanische Vertreter Kellogg aus Der Konferenz, „Amerika tief interessiert an dem Erfolg Des Dawesplanes." Jetzt — nachdem es für Amerika Darauf ankommt, dah es feinen Anteil an der Deute bar und richtig ausgezahlt bekommt. Das ist Realpolitik in Dem robusten amerikanischen Stil! „Die Tatsache, dah Amerika wieder zur Politik Der alliierten und assoziierten Mächte zurückgelehrt ist." sagt ..Westminster Gazette", ein liberales Blatt, das Deutschland manchmal Gerechtigkeit hat widerfahren lassen, „bedeutet, dgh kein weiterer Ansporn für Deutschland vorhanden ist. mit seinen Zahlungen in Verzug zu geraten, und außerdem wird Deutschland jetzt wissen, dah Die Mächte. Die sich dazu vereinen, ih n c n gegenüber billig zu verfahren, in Zukunft stark genug sein werden, ihren Willen Durchzusetzen." Die Mächte, Die sich vereint haben, Deutschland gegenüber billig zu verfahren? Wo sind diese Mächte? Wo sind ihre Vereinbarungen zu einem billigen Verfahren gegen Deutschland? Hat nicht dieselbe ..Westminster Gazette" die Politik der Alliierten. Die zu Dem schnöden Vertragsbruch von Köln führte, als ordinär und frivol, als Englands unwürdig bezeichnet? Uns würde ein solcher Gesinnungswechsel nicht in Erstaunen setzen, denn gerade die Beschlüsse der Pariser Finanzkonferenz sind ein besonders abschreckendes Beispiel für die englische Art, die heute salbungs- Die erste Tat des neuen Kabinetts. (Ein soz atpolit scher Deschlutz in der Arbeitszeitfrage. Berlin. 18. 3an. (WTD.) Da« Reichs- tabinett hielt Samstag nachmittag eine Sitzung ab, in der die Frage der Arbeitszeit in den Kokereien und H o ch o f e n w e r k e n behandelt wurde. DaS Kabinett verkannte in keiner Weise die Schwierigkeiten, die der Industrie aus der teilweisen Rückkehr zum Drei- chichtshstem gerade in dem gegenwärtigen Zeitpunkt erwachsen. Es hielt jedoch die sozialpolitische Bedeutung der Frage für so chwerwiegend, daft es gleichwohl einstimmig dem Anträge des ReichsarbeitSministerS beitrat, den Schuh des 6 7 der ArbeitSzeitverord- nung auf die Kokereien und Hochofenwerke zu erstrecken. Um den Betrieben für die Umstellung Zeit zu lassen, ist bas Inkrafttreten der Verordnung, das ursprünglich für den 1. Mär- vorgesehen war, auf den 1. April festgesetzt worden, da der größere Teil des Januar schon verstrichen ist und auch ein wesentlicher Teil der Mitglieder des Reichswirtschaftsrates die Einführung des Dreischichtshstems erst für einen erheblich späteren Zeitpunkt vorgeschlagen hat. Interimistische Besetzung des Finanz- und RheLr Ministeriums Berlin, 17. Jan. (WTD.) Wie der .Reichsanzeiger" meldet, hat der Reichspräsident Reichskanzler Dr. Luther gleichzeitig mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsministers für die besetzten Gebiete und Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fischer bis auf weiteres mit der Wahr, nehmung der Geschäfte des Reichsministers der Finanzen beauftragt. Die Blätter melden, daft mit der Ernennung des Reichsfinanzmini st ers Montag bestimmt zu rechnen sei. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daft Reichskanzler Dr. Luther vermutlich den früheren preuftischen Finanzminister und jetzigen Vorsitzenden deS Reichsrechnungshofes S ä m i s ch erneut aussorbern werde, dieses Ressort zu übernehmen. Wie der „Montag" meldet, werde eine Besetzung deS ReichsverkehrSministeriumS vorläufig nicht erfolgen, da von verschiedenen Seiten für eine Zus ammenlegung dieses Ministeriums mit einem anderen Portefeuille, ähnlich wie eS bereits mit dem für die besetzten Gebiete geschehen ist, eingetreten werbe. Der neue Reichsjustizminister. Berlin, 17. Ian. (WTD.) Das Reichs- justizmin'sterium hat Oberlandesgerichts- präsident a. D. Stenten in Köln übernommen. * Der neue Reichsjuftizminist er ist 1854 in Heinsberg geboren. 1878 wurde er Referendar, 1883 Assessor. 1889 Staatsanwalt beim Landgericht Köln, 1897 wurde er an die Oberstaatsanwaltschaft Köln verseht und blieb hier seit 1898 Oberstaatsanwaltschaftsrat bis zu seiner Berufung als Hilfsarbeiter im Justizministerium im Jahre 1899. wo er im Juli 1900 Geheimer Iustizrat und Vortragender Rat wurde. 1913 erfolgte seine Ernennung zum Wirklichen Geheimen Oberjustizrat. am 30. April des gleichen Jahres zum Ministerialdirektor. 1914 er Dielt Frenken den Posten eines Unterstaatssekretärs im Ministerium für Clsah-Lothringen. In dieser Stellung erwarb er sich um das Deutschtum im alten Reichsland grofte Verdienste. 1916 übernahm er den Posten eines Oberlandesgerichtspräsidenten in Köln. Der Reichskanzler vor der Presse. Berlin, 17. Ian. (W»lff.) Reichskanzler Dr. Luther empfing heute die Vertreter der deutschen Presse, vor denen er im wesentlichen folgendes ausführte: Ich lege das größte Gewicht auf die Zusammenarbeit mit der Presse und werde meinerseits alles utn, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Die Ursache der bisherigen Hinauszögerung der Regierungserklärung lag Darin, dah wichtige Ministerposten infolge von Schwierigkeiten in der Personenfrage noch nicht besetzt waren. An den Gerüchten über grobe innere Meinungsverschiedenheiten innerhalb des neuen Kabinetts fei kein wahres Wort. Er bitte die Presse, solchen unbegründeten Krisengerüchten kein Ohr zu leihen. Das Justizministerium habe Oberlandesgerichtspräsident a.D. Frenken in Köln, welcher dein Zentrum nahestehe, übernommen. Dah sein verehrter Vorgänger Dr. Mar? so lange nicht zum Ziele gekommen sei, liege in der objektiven Tatsache der Zerrissenheit im Reichstag und demgemäh im Volke. Wie wenig gut dies sei. darin seien alle einig; aber Die Gründe dafür sehe jeder wo anders. 3m Dienst unseres Volkes mühten wir Dafür sorgen, Die einigenDen Gesichtspunkte zu sehen. Er lege entscheidendes Gewicht Darauf, Die Regierung zu bilDen, hinter welcher in irgend einer Form Die Mehrheit des Reichstags. wenn möglich. Der ganze Reichstag. stehe. Jemand. Der wie er keiner Partei angehöre, könne gar keine anDere Regierung bilden als eine solche. Die mög 1 ich st alle Kräfte zusammenfasse, welche zu positiver Mitarbeit bereit sinD. Er wolle versuchen, mit feiner Arbeit Diese alle zu gewinnen. Der Reichskanzler widmete dem scheidenden Reichspressechei Spieler Worte Des Dankes für dessen Arbeit in schwerer Zeit unD stellte beit neuen Pressechef Ministerialdirektor Klep vor, der. wie er selber, keiner politischen Partei angehöre. Dr. Brauns und das Zentrum. Berlin, 18. Ian. (SU.) Der Reichsar- beitsminister Dr. Brauns übersendet Der „Germania" unter Hinweis auf eine anderslautende Mitteilung dieses Blattes eine Klarstellung. in Der er sagt: „Ich habe er vor versammelter Fraktion ausdrücklich abgelehnt, auf "ein bloßes Gestatten hin in Das Kabinett einzutreten. Die Fraktion hat Daraufhin in meiner Abwesenheit Durch förmlichen Beschluß einstimmig oDer fast einstimmig Den ausdrücklichen Wunsch ausgesprochen, ich möchte als ihr Verbindungsmann in Das Kabinett ein treten. Dieser Wunsch ist in einer späteren Sitzung am 14. Januar, als sich für mich neue Bedenken gegen Den Eintritt in Das Kabinett ergaben, nochmals ausdrück° lich und in aller Form bestätigt worden. Ich würde es nach wie vor ablehnen, mit bloher Duldung Der Fraktion Dem Kabinett anzugehören." voll Tugend predigt und morgen die Tugend, Die sie eben geprebigt hat, für dveihig Silberlinge verkauft, wenn ihr Der HanDel vorteilhaft erscheint. Ein Engländer ist es, Der uns das bestätigt. Tatsache sei. so fährt Der Pariser Berichterstatter Des „Manchester GuarDian" aus. dah Chur chill absichtlich Den Standpunkt Englands in der Ruhrfrage preisgegeben habe, um auf der Pariser Konferenz einen Erfolg zu erzielen. Roch vor furjem würde Der britische Vertreter sicherlich Die Frage Der Rechtmäßigkeit in Der ganzen Ruhrangelegenheit aufgeworfen haben, jetzt aber brauche Churchill mit einer so unangenehmen Frage nicht zu rechnen. Auch mit Schwierigkeiten seitens Deutschland brauche Churchill nicht zu rechnen. Denn daft Deutschland die Frage nach Der Rechtmäßigkeit Der Ruhrbesetzung nicht anschneiden werde, sei ziemlich sicher im Hinblick auf ;Dic Tatsache, dah Die Hinterlassung dieser Fragen deutscherseits für England immer ein Anlaß zu Erstaunen war. Warum sollte Berlin, nachdem es solange geschwiegen habe, jetzt dieses Schweigen brechen? Es liegen für uns bittere Wahrheiten in dieser ätzend scharfen Ironie des Engländers. Auch uns scheint, dah Churchill richtig kalkuliert. wenn er mit unserem Schweigen zu dem Pariser Kuhhandel rechnet. Denn wir haben uns um anderes zu kümmern, als um diesen Kuhhandel. Zum Beispiel um die Frage, ob das neue Kabinett ein formelles Vertrauensvotum vom Reichstag verlangen oder ob es sich mit einer allgemeinen Billigung seines Programms begnügen soll. Auf diese Art haben wir es herrlich weit gebracht und werden es auch noch weiter bringen. Richt zwar bis an die Sterne weit, aber nach der anderen Richtung. Die Ruhrbilanz. Paris. 18. Jan. (TU.) Ter Bericht Der Finanzminister über Di? Bilanz des Ruhrunternehmens. d. h. über Einnahmen und Ausgaben, die die Ruhrbesetzung vom Jan. 1923 bis 31. Aug. 1924 verursachte, weist folgende Ziffern auf: Die Gesamteinnahmen werden mit 4.5 Milliarden Franken. Die Ausgaben für die Ausbeutung selbst mit einer Milliarde Franken beziffert. Das ergibt einen Lieber s chuh von 3.5 Milliarden Franken. Davon müssen jedoch 781 Mill, für Die Desatzungskosten im Rheinland und Die Erhaltung Der Kontrollkommission in Abzug gebracht werben für Die Zeit nach dem 15. Rovember. wo die französisch-belgische Eisenbahn regie aufgehört hatte, zu bestehen. unD keine Einnahmen mehr erzielt werden konnten. Der Rettorein- gewinn Der Ruhrbefehung betrug nach dieser Aufstellung 2 Milliarden Franken. Von dieser Summe hat Frankreich während der Zeit Der Operationen bereits 1,2 Milliarden Franken an Sachlieferungen und Belgien etwas mehr als 1 Milliarde an Sachlieferungen vereinnahmt. Frankreich umgeht Den Dawesvertrag. Militärisierunq der Eisenbahnregie. Berlin. 18. Jan. (D. Z.) Mit dem 31. Dezember sollte der restlose Abbau Der Eisenbahnregie nach Dem LonDoner Abkommen unD nach den Abmachungen zwischen Reichsbahn und Regieverwaltung beendet sein, und zu diesem Termin nur noch vereinzelte A b - wicklungsst,ellen sich in Tätigkeit befinden. Run hat aber die Desatzungsbehörde die Londoner Abmachungen dadurch umgangen oder hintergangen, daß sie aus einem Teil der ehemaligen Regiebeamten eine militärische Behörde zusammenstellte. Die Section R h e n a n e ist eine militärische Eisenbahnerformation. Die etwa 560 Köpfe stark ist unD in 5 Unterabteilungen zerfällt, von Denen jebe sich aus Angestellten einet bestimmten französischen Eisenbahngesellschaft rekrutiert. Die früheren Beamten und Angestellten der Regie sind militärisch eingekleidet und unterstehen den militärischen Behörden Abrüstung. Äriegdminifter NoUct fordert die militätifrfic Vorbereitung der französischen Jugend. Paris. 18. Ian (WTD) 3n Anwesenheit des Präsidenten der Republik hat heule nachmittag eine Kundgebung des Verbandes Der Gesellschaften zur körperlichen Ertüchtigung und zur Vorbereitung für Den Militärdienst stattgefunden, auf Der Kriegsminister Rollet an die Le.ter d.-i Vereinigungen eine Ansprache hielt, tn Der cc unter anderem aus führte. Der Krieg habe endgültig Den Gedanken der bewaffneten Rationen sich entwickeln lassen. Er habe auch gezeigt, daft eine bestimmte Zeit nötig sei. um einen tüchtigen Soldaten Ixranzubilden. Untier - meidliche ilcberlcgungcn politischer, sozialer unD wirtschaftlicher Art machten jedoch die Unterhaltung einer zu zahlreichen aktiven Armee unmöglich. und eS scheine, daß Der Krieg in Zukunst nicht mehr mit Der aktiven Armee, ocrftärlt durch eine Reserve, sondern Durch die Masse Der Reserven selbst, die Die wahre Armee f ü r Die Schlacht bilden, geführt werde. Der Körper des Schlachtbeeies. seine Muskulatur werde von Der gesamten Ration gebildet. Damit das Fleisch dieses Körpers gc^ sund und seine Muskulatur kräftig sei, müsse Die Volksmasse herangebildet werden, Damit die Zeit, die man im Regiment verbringe, nützlich angetoentet werde. Durch die Sorge Der Führer Der heute in Paris vertretenen Vereinig güngen müsse Dies oorbereitet werden. Das Werk der Militärvorbereitung sei die Vorbedingung für Die Reorganisation des Heeres, über die die Regierung demnächst einen Gesetzentwurf vorlegen werde. Diese Reform müsse die Hauptgrundlage Der französischen Sicherheit bilden, eine Grundlage. Die nur von Frankreich allein abhängig fei und die dem Lande keine schwer tragbaren Opfer auferlege. Schlägerei in Der französischen Kammer. Es dürfte noch frisch in aller Erinnerung sein, daß ans Anlaß Der durch die Kommunisten int vorigen Jahre im Deutschen Reichstag inszenierten Prügelszenen unter Der ausländischen Presse besonder- die französische die Rase rümpfte über die zunehmende Verrohung der deutschen parlamentarischen Sitten. Inzwischen hat die französische Kammer verschiedene ähnliche Tumulte erlebt, die aber doch mit Der letzten allgemeinen Schlägerei zwischen Den Regierungsparteien und Der Opposition keinen Vergleich zulassen. Schon Die Antrittsrede des neugewählten Kammerpräsidenten P a i n l e v 6 löste heftige Zwischenrufe Der Rechten aus, zu einer halbstündigen Lärmszene kam es jedoch erst, als Der sozialistische Aogeordnete Masson das Wort zu einer Interpellation über Den Fischerstreik auf Sardinien nahm. Eine regelrechte Schlägerei fetzte ein, als Die Kommunisten auf Dem Plan erschienen und Der Opposition einige Schmeicheleien zuriefen. Einen pikanten HintergrunD erhielten Die Ausschreitungen Der Rechten Durch Das Vertrauensvotum für die Regierung, Das wohl 230 Stimmen auf sich zu vereinigen vermochte, aber doch sehr schwach ausfiel, Da sich 206 AbgeorDnete der Kammer Dagegen aussprachen. Herrn H er- r i o t s Stern scheint allmählich im Schwinden begriffen zu fein. Schon einmal war feine Situation Der Kammer gegenüber höchst kritisch: sein Kriegsminister General Rollet, gleichzeitig aber auch Vertrauensmann Der Rechten, verstand es. damals noch im letzten Augenblick Herrn Herriot zu retten, allerdings nur unter der Bedingung. Dah dieser Rollets Vorschläge in Der Deutschland gegenüber in Der Entwaffnungsfrage anzuwendenden Politik restlos annahm. Neue belgische Contumazurleile. Paris, 18. Ian. (Wolff.) Das Kriegsgericht von Ql am u r hat in Abwesenheit gegen drei deutsche Offiziere verhandelt: gegen Den Major Heyne vom 3. Ulanenrcgimcnt, der beschuldigt wird, einen 18jährigen Bankangestell ten in Temloux angeblich ermordet zu haben: gegen den Hauptmann v. C o 11 a n i, Der angeblich überführt fei, einen Geistlichen von der Taubstummenanstalt von Douge ermordet und ein als Lazarett bentchtes Schloß in Brand gesteckt zu haben, wobei Die sich in demselben befindlichen verwundeten Franzosen und Belgier im Feuer umgekommen feien, und gegen den Obern v. Ompdeta. der in Flavion angeblich vier Häuser in Brand gesteckt haben soll. Das Gericht verurteilte Heyne und Collant zum Tode und Ompteda zu 20 Jahren Zwan gs arbeit. — Das Kriegsgericht von Lüttich hat gegen den deutschen Oberst Theftmann und den deutschen Major v. Hedemann in Abwesenheit verhandelt. Beide Offiziere wurden der Tötung von 121 Zivilpersonen aus Der OcgenD von Rossignol im August 1914 beschul- Digt unD zum Tode verurteilt. Auswärtige Truppen in Schanghai. Paris. 17. Jan. (TU.) Rach Meldungen aus Schanghai sind gestern unter dem Oberbefehl eines japanischen Admirals in Schanghai Abteilungen von 350 Mann französischer, englischer, italienischer und javanischer Mamuttruvven ge- lanbcr worden. Sic Abt«! urig en toctben für oie Aufrechterhaltung der Ordnung in den Aus- larrdSniederlassungen sorgen. Die Lage in den Niederlassungen ist normal. Doch werden in den Eingeborenenvierteln jeden Tag Plünderungen ausgeübt. Das Ergebnis der baltischen Konferenz. HelsingforS, 18. San. (WTB.) Die Konferenz der Außenrninist« von Finnland. Polen, Estland und Lettland beendete die Beratungen innerhalb des von der finnischen Regierung vorgesehenen Zeitraumes. Sn allen Fragen und ^nterhandlungspunkten ist eine älebereinstimmung erzielt worden. Hinsichtlich der Bemühungen des Völkerbundes um Durchführung des Schiedsgerichtssystems und der Abrüstung war die Konferenz in dem Wunsche zur Erziäung einer endgültigen und für alle Staaten ausreichenden Garantie einig und stimmte dem vom Völkerbund gemachten Vorschlag der Einberufung einer allgemeinen Konferenz zur Besprechung der Abrüstungsfrage bei. Die Konferenz beschloß ferner, die Aufmerksanlleit ihrer Regierungen darauf zu lenken, wie wünschenswert die Durchführung der auf der Warschauer Konferenz vom 14. Suli 1924 angeregten Bestimmungen über die kulturellen Veziehungen ihrer Länder wäre und chnen die Durchführung verschiedener Maßnahmen zur Entwicklung des Verkehrs, darunter Erleichterungen bet der Zollabferttgung und im Pahwesen, zu empfehlen. Die Konferenz unterzeichnete schließlich den von der Sachverständigenkonferenz vom 9. Dezember ausgearbeiteten Entwurf d«8 Schiedsgerichtsvertrages. Die nächste Konferenz findet in Reval statt. Die Koalitionskrise in Hessen. Darmstadt, 19. San. C£iL) Die demokratische Fraktion hat sich erneut f ü r di e kleine Koalition ausgesprochen. Sie fahle in ihrer gestrigen Sitzung folgenden De- fchluh: „Ster Landesvorstand der Deutschdemvkra- tischen Partei Hessens hat in feiner Sitzung vom 3. Sanuar im Einverständnis mit der Landtags- frattion sich zur Fortsetzung der lleinen Koalition in Hessen bekannt. Inzwischen hat die sozialdemokratische Fraktion beschlossen, keinesfalls ein« Erweit«ung der seitherigen Regie- rungskoalitivn zuzustimmen. Für die Landtagsfraktion der Deulschdemokratischen Partei besteht daher keine Veranlassung, sich von neuem mit der Frage zu befassen. Steuerermäßigung in Vaden. Karlsruhe, 18. Ian. (TU.) Dom badischen Staatsministerium ist bem badischen Landtage ein Gesetzentwurf über die Regelung des Staatshaushaltes für das Rechnungsjahr 1924 25 zugegangen. Der Gesetz-Entwurf bestimmt, daß für das Rechnungsjahr 24-25 auf die Grund - und Gewerbe st euer nur 7/s erhoben werden soll. 3n der DeMÜnbung heißt es, daß auf Ende März 1925 die Rechnung mit einem Restbeträge von 6 284 546 Mk. ab- schließen dürfte. Dieser Lieberschuß wird sich allerdings noch um den nach dem Finanzgeseh «vom 8. August 1924 verbleibenden ungedeckten Fehlbetrag von 4422896 Mk. vermindern. Sn diesem Sinne scheint eine Herabsetzung der Landes steuer möglich und vertretbar. 3n Betracht kommen nach Lage der Verhältnisse nur die Grund- und Gewerbesteuer. Dine Senkung der Gebüu besonder st euer fifrtne aus vebchiedenen Gründen n i ch t in Frage Zwirnen. Als erster Bundesstaat ist damit Baden Mran gegangen, eine Herabsetzung der Landes» stxuer ins Auge zu fassen. Da der badische Staatshaushall erhebliche äleberschüsse aufweist, darf wohl damit gerechnet werden, daß der Landtag der Steuersenkung seine Zustimmung erteilen wird. Es wäre zu begrüßen, wenn auch in den übrigen Bundesstaaten in der gleichen Weise vorgegangen und im Reich endlich das Lastenausgleichsgesetz Wirklichkeit würde, um die Finanzwirtschaft von Reich und Ländern, die bisher darin gipfelte, möglichst große Lleberschüsse zu erzielen, auf eine neue Basis zu stellen. Besonders im Hinblick auf unsere Wirtschaft, die sich in ein« starken Kreditnot befind«, erscheint nicht nur eine Steuerreform, sondern auch eine planmä ßige Spars am keit in den Staatshaushalten angebracht. Reichsgründungsseier in Wien. Wien, 18. Son. (WTB.) Die deutsche Studentenschaft in Wien beging in Verbindung rn.it ein« Heldengedenkfeier in b« Llniversität die Fei« d« Gründ ung des Deutschen Reiches, an der als Ehrengäste u. a. der deutsche Gesandte Pfeiffer und in Vertretung des Heeresministers d« Stadtkommandant von Wien teilnahmen. Vertreter verschiedener Studentenv«einigungen, darunter auch die der in Wien studierenden Reichsdeutschen, richteten unt« Hinweis auf die schwere Rot des deutschen Volkes Worte d« Mahnung an ihre Kameraden, wobei sie auch der Weiterbesetzung des Kölner und des Ruhrgebiets und der abgetretenen deutschen Landesteile gedachten. Rach der Feier zogen die Mit- glieder der deutschen Studentenschaft vor das Bundesministerium für Heerwesen, wo eine in nationalem Sinne gehaltene Entschließung verlesen wurde, welche den Mitgliedern der Re- gierung überreicht werden soll. Eine Abordnung b« deutschen Studentenschaft wurde in der deutschen Gesandtschaft vom Gesandten Pfeiffer empfangen. Sechster Frontsoldatentag in Magdeburg. Magdeburg, 18. San. (WB.) Der vom Stahlhelmbund veranstaltete 6. Frontsoldatenlag, b« zugleich als Reichsgründungsfei« gedacht war, hatte seinen Höhepunkt in Gedächtn is-> feiern. die nach dem Llmzug der Tellneh- m« anschließend an einen Gottesdienst in den vier größten Sälen der Stadt abgehalten wurden. Unter den Ehrengästen waren Admiral v. Scheer, General Sixt v. Arnim, Forstrat E s ch e r i ch , viele Offiziere des alten Heeres und zahlreiche Vertret« der Frontverbänbe. Die Festrede hielt der Bundesführer und Gründer des Stahlbundes S e l d t e, der die Ziele des „Stahlhelms" darlegte und wiederholt erklärte, daß d« „Stahlhelm" nicht daran denke, an d« Verfassung zu rütteln, sich vielmehr dem Staate und der Regierung zur Verfügung stelle. Lebhaften Beifall fand eine Ansprache des als Ehrengast erschienenen schwedischen Majors Alft r v e m , der des längeren ausführte, daß Europa ohne die deutsche Tatkraft nicht auskommen könne. Nordmarkseier in Berlin. Berlin. 18. San. (WTB.) Der Schleswig- Holsteiner Bund (B«lin) veranstaltete um x/?12 Uhr vormittags im großen Schauspielhaus «ne Rordmarkfeier. Rach dem Einzug ber Fahnen bet bem Schleswig-Holsteiner Bund in Berlin angeschlossenen Vereine ergriff ber außerordentliche Professor für schleswig-holsteinische Larrdesgeschichte an der Universität Kiel. Scheel, das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Hierauf sprach unter lebhaftem Beifall der Versammlung Dr. Eckener-Friedrichshafen, Ehrenbürger ber Stabt Flensburg. Hierauf ergriff Professor SuliuS Petersen von ber Berlin« philosophischen Fakultät bas Wort, um Dr. Ecken«, ber am Samstag zum Ehrenmitglied ber Berliner technischen Hochschule ernannt worden war. unter stürmischem Beifall des vollbesetzten Hauses das Diplom eines Doktor tcrum poljticarum h. c. der Berliner Universität zu überreichen. Zahlreiche Vertret« b« Behörden waren zu ber Kundgebung erschienen, u. a. Reichsinnenminister Schiele mit dem Staatssekr«är Z w e i g e r t und Reichskommissar Kuenzer. Der Ertrag der Veranstaltung dient zur Unterstützung bedürftiger Deteranen von 1848/50, 1864/66 und 1870/71. Der Kreuzer „Berlin" in Mexiko. Ueber den Empfang ber Offiziere, Kadetten und Mannschaften des Kreuzers „Berlin" in der Hauptstadt Mexiko' b«ichtet die Agencia Duerrs: Eine ^ach vielen Lausenden zählende Volksmenge Halle sich am Bahnhof versammelt und bereitete den deutschen Seeleuten eine geradezu stürmische Begrüßung. Bei dem feierlichen Empfang im Rationalpalast richtete Präsident Calles, umgeben von den Mitgliedern der Regierung und den Spitzen der Militärs ’,nb Marine, an den Kommandanten des Kreuzers „B«lin" eine herzliche Begrüßungsansprache und drückte seine auftich- tige Bewunderung für das deutsche Volk und seine Kriegsmarine aus, die die Traditionen seiner ruhmvollen V«gangenheit mit Stolz und Zuversicht wahre. Der Besuch des deutschen Kreuzers sei ein weithin sichtbar« Ausdruck ber herzlichen Freundschaft, die beide Völk« in dem gleichen Streben nach den hohen Aufgaben des Friedens und der Völkerwohlfahrt verbinde. Am Rachmittage unternahm eine Abordnung des Kreuzers eine Rundfahrt durch die Stadt. Am Abend fand ein festlicher Empfang in der deutschen Gesandtschaft stall, an dem hohe mexikanische Regierungsbeamte als Vertreter des Präsidenten und zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie teilnahmen. Zur Feier des Tages b« Reichs grün- buitg und anläßlich des Besuches des Kreuz«s „B«lin" v«anstaltete die deutsche Schule in Mexiko eine Fei«, d« der deutsche Gesandte Dr. Will und ber Kommanbant beS Kreuzers „Berlin" mit seinen Offizieren und Vertreter ber deutschen Kolonie beiwohnten. Direktor Dr. Traugott B o e h m e gedachte der Bedeutung des Tages und brachte ein Hoch auf das deutsche Vaterland aus. Auf dem Tochimileosee fand eine deutsche Ruderregatta statt, an der die Mannschaften des Kreuzers Berlin, des Rud«vereins der deutschen Schule und des Deutschen Ruder- v«eins teilnahmen. Der mexikanische Präsident wohnte mit Vertretern seiner Regierung der Regatta bei. Die hauptstädtische Bevölkerung nahm an den Wettkämpfen lebhaften Anteil und brachte den siegreichen deutschen Farben herzliche Ovationen dar. Kleine politische Nachrichten. Rach ein« Meldung aus Detinold hallen die lippifchen Landtagswahlen folgendes Ergebnis: Es erhielten: Sozialdemokraten 8 Mandate, Deutsch-Rationale 6, Deutsche Vollspartei und Zentrum je drei, Christ!. Gewerkverein, Kommunisten. Demokraten und Wirtschaftliche D«einigung je ein Mandat. * Der Ort Münchweiler, wo der Separatistenführer Helfrich am Donnerstag gelegentlich eines Wortwechsels den Schmied Wable erschoß.und durch einen Weiteren Schutz den Schreinermeister Klein verletzt hat, erhiell eine Strafbesahung von 39 Mann. Außerdem wurde über den Ort eine Verkehrssperre verhängt. Der Bevölkerung hat sich angesichts dies« Sanktionsmatznahmen eine große Empörung bemächtigt. Die interalliierte Rheinlandkommission hat angeorbnet, bah vom 1. Februar 1925 ab die mitteleuropäische Eisenbahnzeit für das rheinische Eisenbahnnetz in Kraft tritt. Don d« Desatzungsbehörde in Duisburg ist die Aufführung von „Wilhelm Teil" verboten worden. Sn Verbindung mit dem Mord an dem Deutschen Hinzpeter wurden in Mexiko sieben Banditen von verfolgend« Kavallerie gefangengenommen und summarisch erschossen. Aus aller Welt. Abschluß der Untersuchung gegen Garmat. Wie wir erfahren, dürfte in der kommenden Woche in ber Uittersuchung b« Barmatangelegenheit die Vernehmung des Geheimrats Ruehe und des Geheimrats Hellwig abgeschlossen werden. Beide bestreiten, für die dem Barmatkonzern gewährten Kredite persönliche Vorteile erhalten zu haben. Cs wird infolgedessen erneut die Frage geprüft, ob der Haftbefehl noch weiter aufrechterhallen werden kann. Snzwischen ist die Untersuchung gegen Kutisker ebenfalls weiter gefördert worden. Das Landesfinanzamt Prüft zur Zeit die Steuerkonten Kutiskers und zog zu diesem Zweck auch Beamte des Zollkommissariats hinzu. Ueber die Geschäftspraktiken der Stein-Dank werden umfangreiche Zeugenvernehmungen vorgenommen. Kutisker wird sich nicht nur wegen Kreditbetrugs, sondern auch wegen Wuchers zu verantworten haben. Großfeuer in Oppau. 3m Oppauer Werk ber Badischen Anilin- und Sodafabrik, und zwar in dem Werk O 33, in dem sich die Oelreinigung befindet und in welchem auch große Oelvorräte unt«ge= bracht sind, ist Großfeuer ausgebrochen. Ueber die Entstehungsursache wie auch über die Höhe des Schadens konnten bis jetzt noch keine näheren Angaben gemacht werden. Rach Annahme der Fabrikfeuerwehr, die sofort tatkräftig einsetzte, besteht keine Gefahr, dah das Feuer weiter um sich greift. Diebstähle in den Staatsarchiven. Der Privatgelehrte Dr. phll. Hauck in Berlin ist wegen umfangreicher Diebstähle in Staatsarchiven von d« Kriminalpolizei verhaftet worden. Er hat bereite! ein Geständnis abgelegt. Mit ihm zusammen wurde ein 33 3ahve alt« früherer Zuschneider Karl Maria von Hohenlocher festgenommen. Die beiden wohnten zusammen und bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung fand man eine große Menge von Autogrammen, Driesen usw., die aus den verschiedensten Archiv«! stammen. Feuersbrunst in Osaka. London, 19. San. (WTB. Funkspruch.) „Times" meldet aus Tokio, daß durch eine Feuersbrunst in Osaka 1200 Personen obdachlos geworden sind. Es sollen nur 50 Personen Verletzungen erlitten haben. Gießener Stadttheater. Schiller : „Wilhelm Tell". Unter ber Spielleitung des Sntcnbantcn 6tein g o c tter gelangte gestern abend Schillers „Tell" zur Aufführung. Sn dreizehn Dil- öern rollte sich bai Spiel mit dankenswerter Schnelligkeit ab und lieh so keinen Augenblick das Sntereffe erlahmen. Ein feinempfundener Ruhepunkt in d« Kette des Geschehens erstand in d« Szene vor Teils Hause, wo die Spiel- lellung verständnisvoll öon Karl Suhnke und Freya Sturmfels unterstützt wurde. Auf dem Rütli allerdings konnte weder die Zahl noch die ganze Stimmung der Verschworenen glaubhaft machen, daß hier Männer standen, die mit bem Letzten für die geliebte Heimat«de einzutreten bereit waren. Daß am Schluß des Stückes Schiller ein Hurra loder war es ein „Hoch"?) privatim auszurufen vorgeschrieben hätte, kann ich mich nicht entsinnen. Karl Suhnkes Tell war kraftvoll und schlicht, vermied jede pathetische Ueoersteigung (lediglich in der hohlen Gasse würde weniger Bewegung mehr sein) und wußte den bescheiden- stolzen ‘Befreier des Landes mit menschlich« Wärme zu durchbringen. Als sympatische Leistung neben ihm. vielleicht noch über ihm stand Freya Sturmfels als Hedwig. Die Wie- dersehnsszenen mit dem geretteten Kind und mehr noch mit dem geliebten Gallen waren echt mütter- liu) und fraulich; sie wurden zu Höhepunkt« des Abends. Sn diesem Zusammenhang muß als dritter Kurt 3vachim Daum genannt werden, dessen M e lchlhal in Fürsts Hause selbst bem gefürchteten „O, eine schöne Himmelsgabe ist das Licht des Auges" Leben einhauchen konnte, dessen Klage stark ergriff und ber auch in der Apfel- schuhszene seine Eidgenossen lebendig mitriß. Adolf Telekys G e ß l e r war nicht eigentlich ein Bösewicht, es fehlte der sonst durchaus auf einer einheitlichen Linie stehenden Leistung die Glaswand, hinter der sich der Tyrann von seiner Umgebung abschließt. Aeußere Hemmungen schienen nicht vorzuliegen; vielleicht fehlt ein inneres Verhältnis zu der Figur. Felix R o r f o l k gab dem Sohann Parricida eigene Züge. Karl Volck (A t - tinghausen) war ehrfurchtgebietender, alter Aristokrat mit patriarchalischen Zügen, Paul Schuberts Stauffacher schwächte den guten Eindruck seiner Anfangsszene im Rütli durch eine gewisse direktionslose Mattigkeit ab. Gerda Vachfelb (Bertha von Druneck), der der Theaterzettel reiche Mitgift, der Zuschauer gutes Aussehen bescheinigt (ehrlich in ber Aufwallung gegen den pflichtvergessenen Geliebten, etwas zu spröde seinen Werbungen gegenüber) hatte einen schweren Stand durch ihren schönen Partner Max Hoffmann (Rudenz), der sehr viel Fleiß auf feine Maske, sehr wenig auf seine Rolle verwandt hatte. Das Publikum war sehr beifallsfreudig, e—s. Line pirandello- Uraufführung in Frankfurt. „ 3m Reuen Theater kamen zwei neue Stücke des italienischen Dramatikers zu «folgreicher Uraufführung. Pirandello hat, man kann lagen, mit einem Schlage die Thsat« Europas erobert. Mit doppelter Spannung sieht man überall seinen Werken entgegen, denn er ist nicht nur ein geistvoll« Meister des Dialogs und der Szenenführung, fonbern gleichzellig auch ein ungemein tiefschürfender Dramatiker. „Die Wo llust der Ehrlichkeit" ist eine Komödie, wie sie Leben und Schicksal zu liefern pflegen, die Geschichte eines Wahrheitssanatllers, der von ber Gesellschaft als dunkler Ehrenmann verworfen wird, in moralischer Deziehung aber hoch über den Moralischen steht. Die andere Komödie „Der Musikant" schildert die Enttäuschung des Edelgesinnten, der fein letztes aus idealen Motiven hergibt, über die Wirklichkeit seiner Sdeale. 3n beiden Stücken besticht neben der ausgezeichneten Charakterisierung wieder das geistige Raffinement und ber philosophische Einschlag der Handlungen, die durch das kluge Spiel des Reuen Theaters und die geschickte 3n- szenierung durch Robin Robert zu wirksamer Geltung kamen, L. W. Für den deutschen Wald. Die im Mai 1923 in Dresden gegründete Gesellschaft zur Förderung Zter forstlichen Forschung und des forstlichen Hochschulunterrichts in Mitteldeutschland gibt in allernächster Zeit eine Kunstmappe „Für den deutschen Wald" h«aus, für die Max Slevogt das Widmungsblatt gezeichnet hat und die nachgenannten Künstler Beiträge geliefert haben: Karl Dantzer, Ludwig Dettmann, Richard Dreh«, Otto Fischer, Erich Grün«. Olaf Gulbranson, Chinesische Piratenfrechhett. Sn Singapore gingen 30 Piraten als Passagiere an Bord eines großen Dampfers namens „Hongs", der zwar einem Chinesen Cgehörte, ab« unter b ritis cher Flagge fuhr und mit mehreren hundert chinesischen Passagieren nach Hongkong bestimmt war. Am 13. Sanuar, fünf Tage nach der Abfahrt aus Singapore, üb«raschten die Piraten mit bem Revolver in ber Hand den Kapitän und die Offiziere beim Frühstück, zerstörten die drahtlose Funkanlage und zwangen die Offiziere, in einer Ducht bei Hongkong zu landen, wo sie mit einer beträchtlichen Deute flüchteten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. Sanuar 1925. Gießener Wochenmarktpreise am 17. Sanuar (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Dutt« 170, Matte 35, Käse 70, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rotkraut 20, gelbe JRübcn 10, rote Rüben 10, Spinat 50. ^lillerEhlrabi 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 60. Feldsalat 100, Zwiebeln 15. Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 50. Kartoffeln 5, Aepfel 10 bis 20. Dirnen 12. Dörrobst 40. junge Hahnen 100. Gänse 100 bis 120. Endivien 120 Pf. das Pfund. Ei« 17 bis 18. Dlumenkohl 120 bis 180. Lauch 5 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück. Bornotizen. — Tages kalender f ü r Montag: Verein für das Deutschtum im Ausland: 8 Uhr im „Augustiner" Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Harald Lloyd-Licht- spielwoche. — Astoria-Lichtspiele: „Das Mädel von Capri". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Da die Aufführungen von älngers „Mutterlegenbe“ hi« stark«Teilnahme begegnet sind, sei darauf aufmerksam gemacht, dah am 21. Sanuar die letzte Aufführung des Werkes im Mittwoch-Abonnement oe- geben wird. N< Ein interessanter Rechtsstreit um die Aufkaufpreise ber Milch Händler beschäftigte das Amtsgericht Dieburg. Reun Milchhänbl« hatten, um mehr Milch zu «hatten, statt den durch die Verbrauch« in Verbindung mll den Dauernorganisallonen vereinbarten Preisen von 21 bzw. 23 Pf. solche von 25, 27 unb 30 Pf. bezahlt, D« Staatsanwalt sah darin eine Preistreiberei, denn bas Verfahren werbe schliehlich zu einer Verteuerung ber Milch führen, auch für die Verbrauch«. Das Gericht stellle sich j^och auf den Standpunkt, daß es sich um eine Angelegenhell b« Milchhändler handle, man könne erst bann von ein« Preistreiberei reden, wenn der Verkaufspreis für die Verbraucher erhöht worb« wäre. Die Angellagten wurden freigesprochen. Der Karneval 1925. Die Hessisch Regierung hat sich veranlaßt gesehen, eine Milderung des seitherigen Karnevalverbvts ein® treten zu lassen. Während im Vorjahr öffentliche karnevalistische Veranstaltungen jeder Art untersagt waren, sind jetzt öffentliche Maskenbälle. Kappenabende usw. toieöer zugelassen und unterliegen nur den Beschränkungen, die für öffentliche Lustbarkeiten überhaupt gelten. Auch die Strafbestimmungen, die sich gegen die An- fünbigungen derartig« Veranstaltungen richteten, sind damit gefallen. D«bvten ist dagegen, wie bish«, bas karnevalistische Treiben (wie z. D. Maskierung, Konfetti- unb Luftschlangen-- werfen) auf öffentlichen Straßen unb Plätzen. fpd„ Schon wieder neues Falschgeld. Seit Donnerstag tauchen im Frankfurt« Verkehr gefälschte Rentenmarkscheine üb« 50 Mark auf, die recht gut nachgeahmt sind. Auch falsche Hundert-Billionen-Roten wurden feftge» stellt. Es handelt sich um echte Hundert-Milllo- ncnfdyeinc, bei Denen das Wort „Millionen" in „Billionen" abgeändert worden ist. ** Diebstahl am Güterbahnhof Einer hiesigen Firma wurden in tret Rächt zum Freitag aus einem Waggon am Güterbahnhof mehrere Säcke Stricklumpen im Werte von 30 Mark gestohlen. Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Äriminafc Polizei entgegen. ** Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Och* sen 386. Dullen 68. Färsen und Kühe 983, Kalber 346, Schafe 177, Schweine 2039. ** Aus dem Gießener Standes« amtsregister. Es starben in d« Zeit vom 1. bis 15. Sanuar: 1. San.: Emilie Möll, geb. Heyer, 36 Jahre alt, Steinstraße 86. 4. San.: Wilhelmine Weisel, geb. Westphalen, Witwe, 80 Sahre alt, Goethestrahe 57. 5. San.: Sohanna Mellinger, 1 Sahr alt, Steinstraße 73. 8. San: Elsa Katharine Schmidt, 3 Wochen alt, Frank- Albert Haueisen, Franz Hein, Ülllrich Hübner. Arthur Kampf. Eugen Kirchner, Walter Klenun. Max Liebermann, Fritz Mackensen, Käthe OlS- hausen-Schönberger, Emll Orlik. Bernhard Bankok, Hans Thoma, Walter Tiemann und Hans von Volkmann. Den kommissionsweisen D«lag der Mappe hat Fritz Gurlitt in Qterlin W, Potsdam« Straße 113, übernommen. Der Reinertrag der Mappe wirb ungekürzt ber Gesellschaft für ihre Zwecke zufliehen. Shaw als Uebersetzer eines deutschen Dramas. George Bernard Shaw hat seinem rührigen deutschen tteberseher Otegfrieb Trebllsch txxÄ für ihn geleistete W^rk vergolten, indem er seinerseits ein Stück von Trebitsch „Frau Gittgs Sühne" ins Englische übertragen hat. Die Tragikomödie. die ihre Erstaufführung im Februar 1920 am Durgtheat« in Wien «lebte, wird unt« dem Xitel „Sillas Atonement" am ®ranb Theatre in Fulham aufgeführt werden. Die Hauptrolle gibt die englische Schauspielerin Violet Vanbruah. Shaws Ueberfehung, die demnächst in Buchform erscheint, wird von ein« „Vorbemerkung des riebersetzers" eingeleitet, in ber Shaw feine Beziehungen zu Trebitsch schildert und in sehr eigenartiger Weise seine Anschauungen über riebersehungen unb seine eigene Methode des Ülebersetzens beb anbell. Zur Erhaltung des Salzburger Festspielhauses. Ster zuständige Landtag har für das Salz* bürg« Festspielhaus eine Subvention von vier Millionen Kronen für öa£ Sahr 1925 l-eS-illigs dus besteJEüx£nnukhs«A?e tiz-zartemeiße ßaui ^Jch litt_ seit 3 Jahre« cm gelblichem r Giehen, den 18. Januar 1925 deS 6“Pf I. D.: vr. Rosenberg. 6128 0568 6260 Bürgermeisterei. eng- eine 192 biS 202. (loko Berlin) Leinsaat 410 34 biS 36,75. DCt- Die alsbald bei den Bürgermeistereien Heimatorts in Empfang zu nehmen. Gießen, den 17. Januar 1925. Der Oberbürgermeister. ei, o 64,18 16, e •M.26 16.*6 V.10 M.11) 10.9 «,47 7,931 17,83 M35 1385 Vir MS 6,76 D0.C2 16 bis 16,50, Serradelle, neu 16> bis 18, Raps tuchen 1850 bis 18,75. Leinluchen 26, Trocken schnitzel 9,80. Torf »»«lasse 9,60 bis 10, Kartoffel- flocken 19,80 biS 20,30 Alt. Die trauernden Hinterbliebenen: Carl Quirein und Frau Elisabeth geb. Altvater. Gießen (Wilhelmstr. 5011), 19. Januar 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Januar, nachmittags 21/» Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. bis 281,50, Gerste, märf. 280 bis gerste 225 bis 250, Hafer, märt. pomm. 180 bis 193, Mai 223. Mais 227 biS 230, Mai 219, Raps 405. 63.77 14.81 112,98 11,551 17,4? 20,01 4,196 «2.83 *MW 69,23 8,911 17,58 8,80-, 1,67? 8,u6ä 1..M 6.« 8 0 73 18.98 71.-4 64,02 78,81 ! 112,98 »0.68 , 17,68 i 20.V61 I «.1'1 «2.70 80,75 •a.33 8,911 U,S9 6,815 W« 3,045 ’*08 t,487 6,77 1-.93 Die Devisen lagen kaum verändert, daS lisch« Pfund hat sich gegen gestern um Kleinigkeit abgeschwächt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Ian. Der Produttenmarkt Winterkur für Nervenkranke und Erholungsbedürftige Ivkiu Kelheim a. Tinen« beiWiesbeä. Am Samstag, dem 17. Januar, nachmittags, entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe, gute Mutter und Schwiegermutter Fm Hm Italer Ww. geKGIebe kehrte weiter fest, namentlich für Roggen. Ausfuhr von Mehl nach Polen und der Tscheche» slowakei treibe die Kurse wieder an. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märt. 252 bis 259, März 277 biS 279. Mai 289 bis 289.50, Roggen, märf. Kreni-Dree. Angnst Soll. P. J. Hl (he, Dro-j. Geert Wellen!eie, Drop. 0. WlnterhoU. 64o biS 420; pro 100 Kilo: Weizenmehl Roggenmehl 33,75 bis 36,50, Weizcnlleie 16,25. Roggenkleie 16,25. Biktoriaerbsen 30 bis 35, kleine Erbsen 20 bis 23, Futtererbsen 18 bis 20. Pe luschlen 17 bis 17.50. Aderbohnen 18 bis 20 Wicken 16 bis 18, Lupinen, blau 12 bis 13. gelb Brennholzversteigerung vom 15. Januar 1925. Die Versteigerung vom DienStag, dem 13. Januar 1925, in den Abt. 2a, 3b, 5, 6, 8a, 11b und 12 tm Fernewald (Bezirk des Försters Arft, ForsthauS Hoch- wart) konnte, soweit daS Scheit-, Knüppel- und SLockholz in Frage kommt, nicht genehmigt werden. Dagegen wurde sämtliches Reistg zu den jeweiligen Steigpreisen zugeschlagen. Die Abstrhrscheine für das Reisig sind Telegraphisch« Auszahlung. 247 bis 250, März 273,50 bis 275, Mai 280,50 ... .. _ — , . 312, Futter- VrN -Nnkw IbrtfMnnt«. Äot*nbagee Stockholm - bflfmafori. . BenWu. .. Neutzor? . . Partß.... eHindl . . Spanien. . Sten in ®.- Ctft adgeft Prag . . . Bnbaptft . . Buen-Nir,« iPnlvflrttB Japan . Wo bröen Belirab . Kifiabon ■ :*iZtw«sL* 9t toar > «n bi? f ÄsM «n Ljfesg !««». « (SänikrS'6 * 20. ÄafS is. w» bis ro iahten ion 7ttncn 12 Ä V das Stück 5 bli Ä. uotizeir. •JSS«; ÄaroHr ?Echt«kreit öer Milch das Amtsgericht Dieburs Mlm, um mehr Mch ju Ech die Verbraucher in Sauemorganitationai ver- vn 21 bzw. 23 Ps. solche Ps- bezahlt. Der StcM' ne PrMreibrrei, dem das ichüch zu einer Derteuermg ch für die Verbraucher. Dos iedvch aus den Stcmdpun!i, ie Antzüegmheit der Mch. n könne erst bann von einer n, wenn btr Dertaufspleis i' erhöht worden wäre. Die m freigesprvchen. neval 1925. Die tzessischc bcranlabt gesehen, cme M« rigen KarnevalverbvtS ein- Dahrend im Porsahr off ent- DeranKaltungen jeder An nb jefrt öffentliche Masken- uftD. Mieter gugdaficn und i fyfdpänfiurgen. bk für ;en überhaupt gelten. Auch m, die sich men die QIjv ger DeransialtMaen nchte- xttax. Derbvien ist dagegen, crrnevaiWche Treiben (ttne Kvnsetti- und Lustichumgen- ichen Strasten und M«. wieder neueS Falsch- ccstag tauchen ün sranlfurter Kntenmarkfcheme llber » st gut nachgeahmt M M llionen-Äoten vtmdv> Kst c« sich um echte Huird^'Wvw m to D°rl 2W°» ändert worden kft. s am Güterbohnhoi S5W a.7 Jnlau toirh fldDam • -ui Es » «eb. : !■ I M: alt. Steinst^ ■ gg [ geb MstE!k. .i«fwmna ** SSSiSS !»**?*»• btrite-V _ ,er 'EM «’S ÄS' kfo s*1 n P* Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Giehener Anzeigers".) Berlin, 17. Fan. Zu Beginn der bcu tiaen Börse zeigte sich im allgemeinen eine ziem lich uneinheitliche Tendenz. Di« Börse übte zu nächst mit Rücksicht auf die erneut ausgetretcne-i Schwierigkeiten bei der Kabinettsbildung ein1 gewisse Reserve auS. Später brach aber eine freundlichere Tendenz durch, die sich zunächst auf dem Montanmartt auswirtte. Die ersten Kurse, die hier gehört wurden, bawegten sich zum Teil über den gestrigen Schluhkursen. Boni Montanmarkt griff die freundlichere Stirn mung allmählich auch auf die anderen Märkte über. Eine gewisse Belebung zeigte sich beson ders am Schiffahrtsmarkt, wo Hapag etwa Vs Prozent höher einsetzten, während Ham burg-Süd gegen den gestrigen Schlustkurs > Prozent verloren. Am Petroleummartt zeigte sich ebenfalls etwas Interesse, die ersten Kurse bewegten sich auf gestriger Höhe. Interesse zeigte sich ferner auch für Spritaltien Der nachlässigt lagen der Banken^ und Maschinen- markt. Etwas regeres Interesse trat für ßlcf- trotoertc und Textilattien in Erscheinung. Am heimischen Renten markt ist mit Rücksicht auf die freundliche Haltung Dr. Luthers in Aufwertungsfragen das Interesse konzentrie- ter. doch setzte sich nur schwer eine leichte Kurs besserung durch Der Geldmarkt liegt unverändert. Tägliches Geld ist mit 8—12 Proz. p. a. angebvten. Monatsgeld 9—12 Proz. Pri- vat-Diskont war mit 8 Prozent zu bekommen. wöchentlich 100 Mark Mindesteinkommen ist möglich durch Ueber- nahme einer Spezialvertretung *^8Q für den Kreis Kiesten. Branchekenm- niste nicht erforderlich, da Etnarbettung durch Generalvertreter. Angebote mit Pak bild erbeten unt. Df. V. 2614 [625ss] an den (Siebener Anzeiger erberen. pnD n?n voUinoll '.'Oll voll vcu< 0011 voll \'ll roll voll voll voll ooU«t'N toll uoll i'DUinoK inUDoU voBtooil voll Doll i’OUOTU .041-.'U ■ou voll . vlitoott vuiooU 11,10 64,08 76,09 7 t.,« IUM 77,46 W: ii.o? 194.7 W 1/81 8,07 b 1.612 t,50C 6,7 10,02 futter Strafe ez. 10. 3crorbneteu MorS- drel - Friedberg, der besonders auch die Der- hältnisse in Friedberg streifte, wo man so weit gegangen sei. in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag einzubringen, dah Innungen und Korporationen bei Vergebung von Arbeiten ausgeschlossen würden. Auch er bedauerte die grohen Preisunterschiede, die bei Einreichung von Angeboten vorlägen, die stellenweise bis 400 Prozent betragen hätten, und richtete zum Schlüsse an die Anwesenden einen warmen Appell, alleS daranzusehen, dah der frühere gute Ruf des Handwerkes wieder hergestellt würde. Rachdem noch mehrere Diskussionsredner, besonders auch über daS Dergebungswesen und die Derhältnisse in Bad-Rauheim gesprochen und Stadtverordneter Füller einen kurzen Bericht über seine Tätigkeit im letzten Landtage gegeben hatte, schloh der Dorsihende die sehr interessante und anregende Dersammlung. Wirtschaft. Der Ausbau der Lahnkraftwerke. Wie der D. H. D. aus Köln erfährt, steht nunmehr der Ausbau der Lahnkraftwerke bzw. die Kanalisierung der Lahn unmittelbar bevor. 27 Landkreis« zwischen Rhein. Main und Saar werden zum Dersorgungsgebiet der neuen Anlage gehören, die vom BezirkSverband Wiesbaden sowie von den Kreisen und Zechen gemeinsam im Rahmen einer gemischt-wirtschaftlichen Unternehmung errichtet werden soll. Das Reich wird sich für die zu gründende Gesellschaft das Recht zum Ausbau der Lahnwasserkräfte im Einvernehmen mit Preuhen verleihen lassen. Die Beteiligung Preuhens wird 25 Prozent, die des Bezirkes Wiesbaden, der Städte und Kreise 55 Prozent und die der Mainkraftwerke 20 Proz. betragen. Zunächst wird bei Camberg im Unter- lahnkreis eine Wasserkraftanlage mit 12 Mill. Kilowattstunden errichtet werden, die 3,5 Mill. Mark kosten wird. Die Bauzeit deS Werkes und des 600 Meter langen Stollens ist auf eineinhalb Jahre veranschlagt. Später werden Bauanlagen bei Rassau. Dausenau und Revern errichtet werden. * Des chluh der Berliner Stempelvereinigung über Zinsermähigun- gen. In der letzten Sitzung der Berliner Stempelvereinigung wurde, wie der ,D. H. D." erfährt, beschlossen, den Provmz-Banlvereinigungcn ZinSermähigungen bergeftalt vorzuschlagen, dah Habenzinsen für ^Tägliches DeD" von 6 auf 5 Prozent herabgesetzt werden. Weiter wird vor- geschlagen, die Kredit-Provision von % auf V« siir den Monat zu ermäßigen. Unverändert bleiben die Sollzinsen für Kontokorrentkredtte mit 2 Prozent über dem Reichsbankdiskont. — Die Frankfurter Dankierveretnlgung gibt bekannt, dah sie mit Wirkung vom 19. Januar Guthaben mit höchstens 5 Prozent p. a. verzinst. - 311 (gemeine Elektrizitäts-Gesellschaft. Der 7. Senat des Kammergerichts hat die Berufung der DorzugSattionäre der AGG. gegen das die FeststellungSklage abweisende Urteil des Landgerichts 1, Berlin, zurückgewiesen. Die Dorzugsattionär« verlangten bekanMlich bei der Umstellung Gleichstellung der Dorzugsattien mit den ©tammaftlen. Wie verlautet, will die klägerische Partei beim Reichsgericht Revision hiergegen einlegen. " Kruppinteresfen in Spanien. Der Limes-Korrespondent in Madrid berichtet, dah die Firma Krupp den Kauf der MiereS-Gru- ben» und Hüttengesellschaft nunmehr perfett gemacht habe. Krupp werde eine neue Gesellschaft gründen mit einem Kapital von ungefähr 100 Mill. Pesetas. Don dieser Summe werden 25 Mill. Pesetas den bisherigen Inhabern der spamschen Gesellschaft gezahlt, 25 Mill, zur Schuldendeckung verwendet und der Rest von 50 Mill, für die Ausgestaltung des Unternehmens bereitgestellt. In 'Finanzkreisen Madrids glaubt man, dah die Firma Krupp auf grohe Schwierigkeiten in der Unterbringung der Antelle der neuen Gesellschaft in Spanien flohen werde, da die leitenden Mitglieder der spanischen Banken dem Projekt keineswegs günstig gesinnt seien. Dieser letzteren Dermutung wird man mti einer gewissen Borsicht zu begegnen haben, da die Meldung der „Limes" selbstverftändllch in englischem Sinne gehalten ist. Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gietzener Anzeigers".) Frankfurt, 17. Jan. Tendenz: Schwankend. — An der Börse sind die Dedenien, die die innerpolitische Lage auslöste, noch nicht als überwunden anzusehen, obwohl die Stimmung sich etwas freundlicher gestaltete, als gestern. Di« Statt Karten Meine Verlobung mit Fraulein (Bettrub ÄUTlfeclf Tochter des Herrn Lehrers Karl Kunkel und seiner Gemahlin Elisabech, zu Darmstadt beehre ich mich anzuzeigen Schultheis, PfarraMent »560 16. Januar 17. Oanaar RtDari 16. 17 AmNNd« Plottrnmg ®clb iHrNf NmtUH« ••tetifr 11, »eil drtil Vrvn*. 17. Januar. PtTb I Frif’ Nepa Watte . , . , . 4.17 4,192 ritt velgtsidt NoN» ........ DünNchr Rott« ........ 11,Oj 74 71 21 10 7 .09 i'»a 1*011 toiarmfct ...... . . 19.» 4C.0 Fraiuvsischr 9?oftn ...... k2,70 :? P >vU ßoflänblftor Nottn...... 1l>',08 c. M i nu rnaliknischt Noten ...... Monveattche Note» ...... Druisch-Qeslerr. 6 ivo Start* 17, 6 63, 9 5,9? 17 6. ipfi (4,11 6,94* 1»L ERumanifdjt '.Polen . 2, 1 2,235 rpQ etbrotbUdf Noten ..... 112,72 1’8, ;•« toll Echweiier Noten ...... 60,81 11, 0 SvanNche Noten ...... ItckieldvtloivaNsch« Not« . . £9.00 11, >4 19,30 12,60 »oll von Unaarifdje Noten . ... 5.78.' 5,805 VCU M. BerNn Schlub» Aurs Schluhk. Abenb- bSrse Schluh. Rute SdiluSk. Mittag. b^rle 1 >. 1. 17. 6.1. 1 1. ru »renttf tttioeanuat X)tDtfd>< SietchSanlethr 0,91t- U,94 1,19 0,1 1,17 0.-6 1,18 5'/••/. Dcuklche Strtchbaiileth, 3*/. Deutsche -teichSinleth« Deutsche Svarprannenaoleld, w 1.19 1,12 1.1 — 1,4 1 436 1,49 2,58 0,576 0,626 <•/. Brruhllchl Äon'oU - 1.8 1.33 1.31 4* . ttfier ........ 1,5 1,6 1,5 S*/,•/, htilm . 1.45 1 47 94 75 1*4 £>f!kn......... 1,46 93,7. Deutsch« Sertb Dollae-Lat. 94 7 bl» Doll -Vchatz-Lno-eüns. 83.25 90,1 4^. ^»nttirten......... 1 5e/e öotome-flene ..... 1 10, 1 3)1 '0,5 10.30 - 88 ,9 | 4 ,5 4 ,8 Berliner Handel-aesellschatt Lourmer». und Pnvat-Bank »\ 168 6,8 168,75 6.9 65.50 6 75 Kann ft und Äaiionelbent Deutlche Bant......... % 14,-tO 1J.10 14,82 .3,30 14,6 13,2 Deutsche VeremSbank .... — Dticonto Lommandit . - . 19 19,50 2 1885 11, ' 18,9 18.90 MttleldeuNche Dreditbanf. 2 2 2 Oesterrelchtsche üredttauftaU 11 10,90 11 10,76 0,25 81,75 02 vochnmer Gaß........ — 92.26 Buder^S............ 20,5 21. 0 21 21,6 Laro ............ 13,4o 18,8 5 13.80 13> Deutsik-Lurembura...... 94,5 9 9i Srlsei^trchener Sera tot* . . — 1Ü9 10 105 Harpener Bergbau..... 138 140 139 14'M 17,4 Kaliwerke ÄscherSleden. . . . 17, c 17 Äatlrotrf Westeregew..... 21,8; 21,62 21, n Laurahülle.......... — 7 25 7/3 13 90 -.9,5 56,92 n Pyvnir Bergbau ....... 60 14 59,60 56, 50,10 13, 0 60,2 56 71 8’,61 Rdeümahl......... . Rtebeck Monlao........ 66 75 61, 0 ItOul Bergbau. ...... 3,30 bamburg-Amerika Paket. .. vlorddeuNcher Llovd..... 29,25 4 29,90 3.8 30,1 4 Lheramtsche «Serke Bfbtn . . Zementwerk Heidelberg . . vbtlipv Holtmann...... 102,<0 102 — «W. 6,3 6,3. 6.4 136 25 6,26 V9.5 Nnglo-Lont -t-uano ..... Badische Anilin........ 140,4 32,7 32,75 32,50 32 6? Lbemilche Mayer Llaptr, . . 0,7 Soldscbmidt......... 28 26.9 25,75 262 BrieL etmer Ltectrou .... 26 2 .25 iS,76 2 Höchster Farbwerke...... 27,13 i7,4C 27 27,40 holiverkobluog . . ...... mütger-werse ......... 10, 0 22 1u 75 22, 26 22 22,40 kcheideanftall ........ 28 Allg. rieklrt-itLtR-Gesellschatt 12,70 12,80 12,75 12,937 Bergmann .......... 21,'.76 14 22, 0 21 4 Mainkraftwerke ...... . — Schuckert........... 72,4 71 71.60 72 Siemens 4 HalSk»...... 86,90 Ä 66 7> klblerwerk« Kley« ...... 3,80 3,76 3.7 Daimler Motor«. ...... 5,4 6,50 5,40 Hevligenstardt......... — 4 _ 'Ä/eautn............ — 10,4 0 76 1,25 10,5 1,3 10,6 Frankfurter Nrmoturr» . .. Konserverriabrik Braun . . - Meiallgeiell^chast KrankfuN. Pet lluivn «..»........ Schublabrik Herz ...... 17,6 179 2,45 2?6 2,6 4,1 4,6 4,7 Sichel... ......... Zellstoff Bauhof . . .... •• 3,07: 1 ,9 3 12,90 3 12,6 Zuckerfabrit Frankenthal .. nuckersadrit fBnabäukf - ■ — 5,80 4 6 JullusSchulze, Kreuzplatz 631a Sämtliche WoIIwaren wie Strickwesten für Herren, Damen und Kinder, Blusenschoner, Rodel-Garnituren, Jumper für Damen und Mädchen, Schals und Mützen werden zu bedeutend herabgesetzten Preisen verkauft. Auf alle übrigen Waren 10% Rabatt während des Ausverkaufs Inventur- Ausverkauf vom 19. Januar bis 31. Januar -——*------- Cafe Astorla Heute abend 8 I hr: Humoristische Vorträge de» Frankfurter Lokal-Humoristen :: Emil Kopp:: Astona-Lichtspiele, Seltersweg Nur 3 Tage! 0T Ein wundervolles Programm! "W Das Mädel von Capri Schauspiel in 5 Akten. — Hauptrolle: i LYA MARA y. 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Stiftungsfest, Landesoerbandsmeisterschaften, Vereins- u. Bundesbeiträge. 616D Die Tagesordnung ist für aktive, wie passive Mitgliedor von größter Wichtigkeit und ist deshalb das Erscheinen unbedingt erforderlich. Der Vorstand. o Haltskauf. EtaaeuhauS oder Einfamilienhaus nut mindestens sreiwerdender 4-Aimmer- Wobnung an kaufen gesucht. Tausch- niobnunn von 3 Zimmern ufiu. in tzrank- furt a. M. steht urr Verfüg. Onerlen unter F. T. 1144 an 'Ala Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. 62sz\ MIWöeüWe ZlMMsgW sucht für den Bezirk Gietzen und Oberhefsen tüchtigen HMkillMklkl. Herren, welche auf langjährige Tätigkeit in dieser Branche zurückblicken und einen guten Kundenstamm haben, wollen umgehend schriftliche Angebote unter 0550 an den Giehener Anzeiger einreichen. Zur Gründung eines Agentur- und Kommissionsgeschäftes suche arbetts reu- digen, bilanzsicheren, branchekundigen Kaufmann gegen Gewinnanteil. Gest. 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Anz. erb. Ü Z Bauersitcr Ncsliügvtrkiiik.L Dicnstaa,20.Ian-, Viinktl. 8 U. abb<<.: Singstunde im Singsaal d.Ober- real schule.619c .Hier Dr. Unblutig!" — »Hier die Zofe von Madetaine Pedesudatiol“ .Die be- rühmte FilmkünMlerln?" — »Jawohl. Das gnädige Fraulein Ußt Herrn Doktor bitten, doch sofort zu kommen. Sie batte einen Hühneraugen-Operatcur ersucht. Ihr ein Hühnerauge zu schneiden, und das scheint etwas zu tief gegangen zu sein, denn es blutet, und blutige Ereignisse kann das gnädige Fräulein nur tm Film mit aneehen. Sie ist ohnmächtig.- — „Das kommt davon, wenn Laien operieren. tinfete tletne 3ton. -eiche Druckschrflt über die Notwendigkeit der Fußpflege. «von AvervH^ Kukirol-Fabrlk Groß-Salz» W? bei Magdeburg Kuklrolen soll siel Ich komme sofort. Bis dahin lassen Sie aus der nächsten Apothekeloder' Drogene folgendes besorgen. Notieren Sie bitte! Erstens eme Packung des uohjtuenden Kukirol-Fnßbades. Das sollte man überhaupt Immer im Hause haben ^enn man einen so duftigen Namen hat, wie Fräulein Pedcsudatlo. * *rst® genügt eine Packung für 30 Pfennig, die größere kostet oO Pfennig- Das wohl- tuende Kuklrol-Fußbad wirkt desinfizierend, muskel- und nen-enstärkend,^verhütet übermäßigen Fußschweiß. Brennen und Wundlaufen. Wassagcn Sie? Chromsäure- Fußbäder hat das Fräulein bisher angewandt? Sind Sic denn des Teufels? Sind Sie der Arzt, oder bin Ich es? Chromsäurc, die allerdings leider v.elfach als Fußbad aneeortesen wird beseitigt allerdings den Fußschweiß, aber nur daduren. daß sic dhf Schweißdrüsen zerstört * Lassen Sie sich also nicht etwa etofaHen ein Fußbad zu benutzen das Chromsäure enthält, sondern nehmen Sie nur das echte Kuklrol- Fußbad Zweiten, besorgen Sie eine Packung KukirobStreupuder. Das Fußbad wendet man abends und den Streupuder morgens an. Er macht die Haut so glatt und fein wie Elfenbein, und während das Fußbad die Füße abends warm hält und deshalb besonders bei Schlaflosigkeit zu empfehlen ist. die vielfach allein von kalten Füßen herrührt, wirkt der Streupuder in derselben Weise wahrend des Tages. 1 eute mit Fußschweiß sind immer sehr der Gefahr einer Erkältung ausgesetzt. Und drittens besorgen Sie eine Schachtel des ärztlich empfohlenen, in vielen Millionen Fällen bewährten Kukirol-Hühneraugen-PfUsters. Damit entfernen wir die übrigen Hühneraugen unblutig, schmerzlos und gefahrlos. Die ganze Kukirol- Kur bestehend aus den vorerwähnten 3 Kukirol-Präparaten, kostet nur 2 Reichs- mark Achten Sie aber genau auf den Namen Kukiro) und die Schutzmarke Hahnenkopf mit Fuß' In 5 Minuten bin ich dort. Schluß." * Unsere unter ärztlicher Leitung stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle die Fußpflege und Fuß- feiden betreuenden Fragen. 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Lange, Sietzrn, Schulftr. 7. ‘Co. chatt $n Rapiere dlnBungen Ijjunn Börsen ,ch|OBSenen Depot, Sch*c*'R»=hnung,„ Wolagm echseln Ausland chrankVäeliern Jß der Mieter 46D haft für (erkunde , pünktlich 8 Uhr uladerUniversitat: len Plan einer Dedition er, Darmstadt irschungen in :htbi(dem) durta.M. ii.-Nichtmitglieder üler, Militär Mk. 0.50 iervorsitzende. M' |eäTcufeJ’fußMd diVdi=i6',wielnla’lta;Mehukl'ü!i S'Ä'sÄ’w LZÄ-S'" Montag, 19. Januar 1925 Gteyener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) M. 15 Zweites Blatt Rückschau im Ruhrgebiet Don unserem 5t-Korrespondenten. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Essen. Januar 1925. In den Lagen des Nebels haben wir Zeit und Muhe zu besinnlicher Etnkehr. Der Rebel ist ja nicht ganz so schlimm wie der in London gewesen sein muh. aber cä herrscht doch immerhin eine für unsere Anschauungen ägyptische Finsternis. Handel und Wandel ist stark beein- trächtigt und es ist nur gut. daß hter Die Rebelschwaden nicht wie in London auch die Zimmer ausfullcn. So sängt das neue Iahr statt mit einem richtigen Winter mit dtescr druckenden Undurchsichtigkeit an. Auch über dem Schicksal, das uns für dieses Iahr beschieden ist, liegt dichter Rebel. Wann werden wir endlich auch die letzten Desahungstruppcn aus unserem arbeitsamen 2tancr hcrausziehen sehen? Freilich, der Abschluß des Londoner Pakte«, das bedeutendste Ereignis des vergangenen Iahres. hat der Devölkerung und der Wirtschaft des Ruhrgebietes manche Erleichterung in der seit dem Ianuor 1923 so unerträglich leidvollen Situation gebracht. Die Zollschranken und die Paßschikanen verschwanden ebenso wie die Eisenbahnregte und das Raubsystem der Micumverträge. Tausende von Ausgewiesenen durften in ihre Heimat zurückkehren. die Ge- sangnisse öffneten sich und liehen wenigstens die meisten Gefangenen frei, wenn auch mancher Drove, der sich während des passiven Wider- standes aktiv betätigte, noch heute die von den Franzosen diktierte Freiheitsstrafe abbühen muh Trotz allem aber fehlt noch das letzte, die tatsächliche Wiedervereinigung mit unserem deutschen Daterlande, die erst erreicht ist. wenn auch der letzte Franzose aus dem Lande, da cm Wald von Schornsteinen zum Himmel ragt, verschwunden ist. Wenn das Iahr 1923 auSgefüllt war mit dem passiven Widerstand gegen den französischen Einbruch, so standen die ersten neun Monate des jetzt hinter uns liegenden Iahres 1924 im Zeichen der R a u b w ir t s ch a f t derMicum, die rücksichtslos den Ruhrbergbau und unsere Eisenindustrie ausbeutete. ganz gleichgültig, ob die einzelnen Werke imstande waren, die aüberlegten Lieferungspflichten zu erfüllen oder nicht. Wie die Bevölkerung selbst in ihrem Kampfe gegen den französischen Eroberer wegen ihrer Ausdauer und Hartnäckigkeit uneingc- schranktes Lob verdient, so muh auch anerkannt werden, dah es die Ruhrwirtschaft verstand. trotz der ungeheueren auf ihr ruhenden Losten sich vor dem gänzlichen Zusammenbruch zu bewahren und auch für die Zukunft einer der wichtigsten Pfeiler deS deutschen Reiches zu bleiben. Das aber war nur durch Lieber- nähme ganz unerhörter Schulden mögllch, deren Abtragung noch Iahre in Anspruch nehmen wird Dte ersten Anfänge des wirtschaftlichen Wiederaufbaues an der Ruhr fallen zeitlich mit dem Deginn des vergangenen Iahres zusammen. Eisenindustrie und Bergbau versuchten gemeinsam, in der Erwartung der im Laufe ves Iahres erhofften wirtschaftlichen Wiedervereinigung mit dem Reich eine Basis zu finden, auf der sowohl die Micumverträge erfüllt wer- Den konnten als auch die Ruhrwirtschaft selbst erhallen werden muhte. Das war nur möglich, durch grobe finanzielle Unterstützung aus Privat-- und Reichsmitteln. Es galt aber auch. daS ganze Problem der Produktion und des Absatzes neu zu regeln, durch umfangreichen Personalabbau die Selbstkosten einzuschränken und die well über den Weltmarktsätzen liegenden Kohlen- und Eis en preise zu senken. Die Konkurrenzfähigkeit der Ruhrkohle blieb aber nach wie vor im wesentlichen nur auf das rheinisch-westfälische Industriegebiet beschränkt, da oberschlesische und englische Kohle den innerdeutschen Markt vollständig beherrschten. Zudem verbot sich ein weiterer Preisabbau schon deswegen, weil in der Zeit der Micumverträge auf jede Tonne Förderung ein Derlust von 8 bis 14 Mark entfiel. Ganz ähnlich stand es um die Eisenindustrie, die ebenfalls mit größten Schwierigkeiten kämpfte, da die Franzosen durch M.cumlieferungen und Die rote Kaschgar. Roman von Fedvr von Zvbeltih. 45. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Ende Februar erhiell Hellmut eine wichtige Dachricht aus weller Ferne. Über die er zuvörderst mit der klugen Alexe zu sprechen wünschte. Er sagte sich telephonisch bei ihr an und fuhr im Schlitten nach der Wesenburg. 2llere emfing ihn, unverändert in ihrer stolzen Schönheit, gebietende Herrin und zärtliche Schwester, bet ollem Macht- bewuhtsein ohne Händefalten, aber in gespannter Doraussicht lauernd auf das. was kommen muhte, in der Empfindungsttarhett. nichts umsonst haben zu wollen, nicht einmal das Leben. Du entsinnst dich. Lepe." begann Hellmut. dah Onkel Geisbach vor seinem Tode einen amerikanischen Detektiv beauftragt hatte, m Iar- kent noch einmal Rachforschungen nach der Expedition Murray anzustellen. Der Mann heißt Beardsley und hat nun einen eingehenden Bericht geschickt, mit unverschämten Forderungen für seine Bemühungen, die totr ihm aber Wohl oder übel bewilligen müssen, zumal der Bericht neue Aufschlüsse bringt...“ Er zog den Brief aus der Tasche, mehr em Paket mit eng beschriebenen Papieren und allerhand Beilagen, Bestätigungen asiatischer Behörden in chinesischen Schriftzenchen und englischer Tlebersetzung. .. „Sieh das Danze selbst noch einmal durch", fuhr er fort, „es ijt ein wichtiges Material, das einige Helle in die dunlle Angelegenheit bringt — ich möchte vorderhand nur kurz referieren. Beardsley hat es durchgesetzt, daß der Distriktskommtssar von Iarkent in seinem Gebiet bei Gelegenheit der Steuereintreibung abermals Erkundigungen bei den pamiri- scheu Kirgisen einziehen lieft, und da hat man denn in einem ihrer Rester, es ist gleichgültig, Wo — ich tamr die zungenbrecherischen Rainen nicht behalten — hat man eine Sattellasche mit einer Anzahl Karten, zwei Pässen und amllichen Ausweisen verschiedener Behörden für Mister Murray und Gert gefunden." O2Ö)‘‘. rief Alexe auffahrend, „hat man die Lnglücllichen ermordet?" .Rein, das ist so gut wie ausgeschlossen. Die Kirgisen behaupten, und das scheint Wahrheit Der Reichsgründungstag in Gießen. Die Feier der Universität. Zur Feier des 18. Januar als des Grün» tungetagcä deS Deutschen Reiches hatte die Hessische LandeSuniversität bereits am Samstag zu einem akademischen Festakt in die eRue Aula eingeladen, die in ihrem grünen Schmuck, mit den von den Emporen hernieder- wallenden Fahnen der Korporationen und den zahlreichen Chargierten das altvertraute feierliche Bild bot. Unter weihevollen Orgelklängen erfolgte der Einzug des Senats — der akademische Gesangverein fang Conradin Kreutzers schönen Männerchor „An das Vaterland" und dann toanbte sich Seine Magnifizenz, der Rektor der Landesuniversität Herr Geh. Ktrchenrat Professor D. Dr. Krüger mit folgenden lief empfundenen und warm nachklingenden Worten an die Festversammlung: Rach löblichem Brauch der letzten Iahre sind wir auch heute wieder zusammengdommen. um in unserem Kreise das Gedächtnis der weihevollen Stunde zu erneuern, in der im Spiegelsaal des Schlosses von Dersallles das neue Deutsche Reich gegründet wurde. Wir sehen sie mit dem geistigen Auge, die glanzende Dersamm- lung. wie sie der Künstler auf farbenprächtigem Gemälde im Andenken der Rachwelt feftgehalten hat: Auf den Stufen des Thrones, aufrecht und fest, der ehrwürdige Greis, der Preuftens Krone trug, umgeben von seinen fürstlichen Genossen: vor ihm die veckeichafte Gestalt des Reichsgründers. des märkischen Edelmanns Otto von 'Bismarck, in der Hand die Urkunde der Kaiser- Proklamation. neben und hinter ihm die Schar der Staatsmänner und Generäle: Blinkende Helme, blitzende Schwerter, jubelnde Hochrufe! Wahrlich, die stolze Freude, die aus Aller Augen leuchtet, wir können sie noch heute nachempfinden: Rach hartem Kampf, gegen zähen Widerstand, war es erreicht worden, das hohe Ziel, nach dem das deutsche Herz in heißer Sehnsucht verlangte, um das em ganzes Geschleckt gelitten und gestritten hatte: Ein einiges deutsches Daterland. Gewiß hatte auch das Eisen seine blutige Arbeit verrichtet, als es gatt, die Krone zu schweiften. Aber nicht auf der Spitze des Schwertes wurde dem Kaiser die Krone gereicht, und nicht wie ein Imperator der Vergangenheit hat er sie entgegengenommen. Im Gefühl der schweren Derantwortung, die sich mit der Kaiserkrone auf fein greises Haupt senken werde, hat er wenige Tage vor dem 18. Ianuar an die Fürsten und die freien Städte unvergängliche Worte gerichtet. ES ist gut. sie sich in (Erinnerung zu rufen „Ich nehme die deutsche Kaiserkrone an. nicht im Sinne der Machtansprüche. für deren Verwirklichung in den ruhmvollsten Zellen unserer Geschichte die Macht Teutschlands zum Schaden seiner inneren Entwicklung eingesetzt wurde, sondern mit dem festen Dorsatze, soweit Gott Gnade gibt, als deutscher Fürst der treue Schirmherr aller Rechte zu fein und daS Schwert Deutschlands zum Schutze desselben zu führen." Wenn wir diese Worte hören, so steigt ein anderes Bild in uns herauf. Kein zellgenössi- scher Maler hat es in Farben festgehalten, und doch hat es sich uns unauslöschlich eingeprägt. Am Weihnachtstag de« Iahres 800 kniet vor dem Hochaltar der römischen Peterskirche der Frankenkönig Karl. Dem im Gebet Versunkenen fetzt der Papst die Krone auf und begrüßt ihn unter dem Hymnengefang feiner Geistlichen und dem jubelnden Zuruf des Dolkes als Kaiser und Augustus. Das war die Geburtsstunde des Reiches, das wir uns gewohnt haben, als römisches Reich deutscher Ration zu bezeichnen. Es ist das Reich, dem die Machtansprüche in die Wiege gelegt waren, für deren Verwirklichung — ich wiederhole die kaiserlichen Worte — in den ruhmvollsten Zeiten unserer Geschichte die Macht Deutschlands zum Schaden seiner inneren Entwicklung eingesetzt wurde, mit dem aber auch — so muß ich, und sicher nicht gegen den Sinn des Kaiserworts, hinzufügen — manch schmachvolle, den Deutschen demütigende Erinnerung verknüpft ist. Gegen ein solches Reich haben Kaiser Wilhelm und fein Kanzler immer wieder die tr-amenhc Stimme erhoben: bis zum letzten Atemzug treu den Worten der Botschaft vom 18. Ianuar: „iln« aber und Unfern Rach- folgern an der Kaiserkrone wolle Gott verleihen. allezeit Mehrer des Deutschen Reiches zu fein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt. Freiheit und Gesittung." Was besagen diese wundervollen Worte anderes, als was in der Zeit der Sehnsucht der Dichter sang? „Einigfell und Recht und Freihell für das deutsche Daterland. danach laßt uns alle streben, brüderlich, mit Herz und Hand. Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. Blüh' im Glanze dieses GLickes. blühe, deutsches Vater- land." hohe Zollsätze jeden Absatz im unbesetzten Deutschland und im Auslande systematisch unterbanden. So ist es verständlich, baß trotz mancher Enttäuschungen das Londoner Abkommen im Herbst als wesentliche Erleichterung betrachtet wurde Die Eisenindustrie konnte sich, wenn auch nur langsam, wieder erholen und ist zur Zell recht gut beschäftigt. Anders der Bergbau, her nach tote vor unter Absatzschwierigkeiten leidet und wegen der starken auf ihm ruhenden Lasten — Schulden. Steuern. Sozial- lasten, Zinsen. Eisenbahnfrachten — noch oft mit Derlust fördert, also außerstande ist, durch einen weiteren Preisabbau die Ab ahkrise zu überwinden. Dem Preisabbau stehen auch Lohnerhöhungen im Wege, die im letzten Iahre vorgenommen wurden, von denen die letzte im Dezember sogar die Schließung weiterer unrentabel gewordener Zechen notwendig machte. Dte Lohnkämpfe des vergangenen Jahres waren besonders schwer im Monat Mai. Doch war eine längere und anhalt ende Ruhe unter der Arbeiterschaft des Ruhrgebiets im letzten Iahre eigentlich überhaupt nicht zu verzeichnen. Das ist natürlich einmal auf die Teuerung zurück- zuführen, bamt aber auch auf die Agitation der sozialistischen Gewerkschaften, die der Arbeiterschaft von Zeit zu Zeit die nahe Wiedereinführung der achtstünd'gen Schicht über und der siebenstündigen unter Tage in Aussicht stellten — was natürlich niemals eintrat —, dafür aber stets Anlaß zu 'Verstimmungen gab, die dann von so- zialist.scher Selle noch künstlich gesteigert wurden Aber auch unter der Arbellgebrrschaft machte sich, und zwar gerade in den letzten Monaten des vergangenen Iahres. eine scharfe Beunruhigung bemerkbar, da vom ReichsarbellSministerium auS die Arbeitszeit in den Hochöfen und Stofe- reien verkürzt werden soll, was unzweifelhaft auch die Arbellerschaft anderer Produktionszweige mit den gleichen Forderungen auf den Plan rufen wird. Die Ruhrwirtschaft ist nur. in das neue Jahr ftinetngegangen, ohne daß sich bisher wesentliche Aussichten eröffnet hätten, die Eisen- und die Montanindustrie wieder einigermaßen gewinnbringend zu gestalten. Man hat auch wenig Hoffnungen, daß es in absehbarer Zeit gelingen werde, den Absatz von Kohle und Eisen zu vergrößern, da die Reichsbahn an den übermäßig hohen Tarifen und an der im Frieden ganz unbekannten Derkehrssteuer festhält. Ebenso ungünstig wirken die hohen sozialen Abgabe n, bei deren Derminderung aber natürlich mit allergrößter Dorsicht zu Werke gegangen werden muß. Dielleicht würde auch eine gerechtere Verteilung der Steuern und eine Herabsetzung der Zinsen für die großen aufgenommenen Schulden zugunsten einer Preisherab.etzung vor allem für Kohle wirken Hand in Hand damit würde natürlich dann auch sofort eine Preissenkung der Gegenstände des täglichen Bedarfs eintreten, d. h. es würde sich die Kauftrast der Löhne heben. Bis jetzt haben Lohnaufbesserungen eine Hebung der wirklichen Kaufkraft noch nicht zur Folge gehabt, weil Das Reick Wilhelms und BtSmarckS liegt am Boden Die Verhältnisse sind stärker gewesen als die Menschen. Es steht un# nicht zu. Einzelne, gar einen Einzelnen verantwortlich zu machen für das rasende Tempo einer ungeheuerlichen Entwicklung, her tpir zuerst mit Staunen und Bewunderung, bann mit tr-achsender Beklemmung und Sorge gefolgt sind, bis sich der grauenvolle Abgrund auftat. in dessen Strudeln wir verlanten. Run mühen wir uns. wieder aufzurichten, was zerbrach, in anderen Formen. Ob besseren, wird die Zukunft lehren. Wiederum leben wir in her Zeit der Sehnsucht. Wer die glorreichen Tage erlebt hat. in denen das Reich erstand, dem har* man eS nachfühlen, wenn er, Bitterkeit im Herzen, noch im greifen Haar den Blick gerichtet hält auf die Ideale seiner Iugend und die Männer, die ihm Führer waren auf dem Wege zu nationale): Wohlfahrt. Freiheit und Gesittung. Aber er muß auch Verständnis besitzen für die Röte eines anderen Geschlechts, auf das die Schlage des Schicksals mit furchtbarer Gewalt nicbcrge- fault sind, und das in der Bitterkeit seines Herzens sich den Blick nicht frei zu halten vermag für eine größere Dergangenheit. Sie sollen Beide ihre Hoffnung fetzen auf die Iugeid. die un gährenden tteberfchwung ihrer Gefühle nach dem rechten Wege sucht, um unser Daterland aus der Rächt der Pein und Schmach wieder htnaufzusühren an dos Sonnenlicht der Freihett und des Friedens. Was der Kyss- Häuser birgt, werft niemand, und niemand kann sagen, wer ihn offnen wird. Eines aber willen wir alle ober sollten es wissen. Zu Deutschlands Größe geht der Weg nur durch Einigleit und Recht und Freiheit. Wie oft führen wir diese Worte im Munde, und wie tpcniq handeln wir danach! Wo ist unsere Einigkeit, wo unser Recht, wo unsere Freiheit? Zerbrochen, verachtet, besudelt, ihtb wer hält die Wacht am Rhein, von der wir in besseren Tagen gelungen haben? DaS grinsende Gesicht des hohnlachenden Tyrannen wird nicht verschwinden, und der Albdruck auf unserer Brust wird nicht «reichen, solange das Messei des Parleizwistes in unserem Innern wütet. Möchten die Worte der Botschaft vom 18. Ianuar 1871 in uns allen Widerhall finden, toe» Geistes Kinder wir auch sind. Dann erst werden auch die Worte wieder Wahrheit werden, in denen der Dichter unterer aller Sehnsucht und unserer aller Hofftrung zusammengefatzt hat: aus Anlaß der letzten Aufbesserungen sich stets eine Heraufsetzung der Preise im Kleinhandel ergeben hat. Hier hätte das Reich ein dankenswertes Arbeitsgebiet, auf dein es für das Ruhrgebiet nach seinen schweres Leiden viel tun tonnte. Außerdem Liegt eS im Interesse des Reiches, den alten Abs atz- markt her Ruhrkohle auch im unbef ctzten Deutschland wieder zu begründen. Die erfreulichste Feststellung, die man in diesen Tagen der Rückschau aber noch machen kann, ist die Erkenntnis von der unglaublich zähen Lebensenergie des Ruhrgebiets,die sich im vergangenen Iahre bewiesen hat. Es ist bezeichnend, daß bei einem Vergleich der Wohnungsbauten in den einzelnen Städten des Reiches gerade die des R u h r - gebietes mit an erster Stelle stehen. Ueberaü regt sich neues Leben, die einzelnen Städte arbeiten an der Derschönerung des Stadtbildes und an der Vereinheitlichung der Stadttelle, die ia ost aus den verschiedensten Gemeinden zu einem Ort zusammentouchsen. So hat be'onders Dortmund große Pläne. Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk beabsichtigt die Schaffung neuer Verkehrseinrichtungen und durchgehender großer Straften, auf denen ein neuer Krastwagenverkehr durch bai ganze Gebiet hindurch ausgebaut werden soll So ist das Iahr 1925, auch wenn es noch so nebelig beginnt, voll guter Hoffnungen wegen der zähen Ausdauer, die das Ruhrgebiet bewiesen hat und weiter beweist. zu sein, denn zahlreiche Zeugen bestätigten die Aussagen, bei der Schneeschmelze in einer Gebirgsschlucht auf ein verendetes Pferd gestoßen zu sein, das noch vollständig bepackt war, und zwar mit Lebensmitteln, mit Konserven aller Art und mit einer Tasche voll Papieren. Darunter befanden sich auch Empfehlungsbriefe der deutschen. englischen und russischen Gesandtschaft in Peking an die Kommandanten zweier Forts in Pamir, eines russischen und eines chinesischen, und diese Schreiben waren ebenso wie eine Anzahl Anweisungen an die Stammesältesten in den kll- gisischen Lagern und wie die beiden Pässe auf die Ramen Murrays und Gerts ausgestellt. Daraus geht also zweifellos hervor, daß die Expedition gescheitert sein muß, denn ohne Karlen war für sie in dem vereisten Gebirge kein Weiter- kommen möglich, und wenn sie sich wllklich nach einem der beiden Forts hätten durchschlagen können, so wären schon der Paßlosigkeit halber entsprechende Rachftagen nadj Iarkent und Kcllch- gav und vielleicht bis nach Peking hin ergangen, denn das Schicksal der beiden Verschwundenen hat ja halb Asien in Bewegung gesetzt!" Alexe nickte. Sie hatte die Papiere durchblättert und hielt nun den Brief des Herrn Beardsley in der Hand. „Der Mann schreibt", sagte sie, „daß er seinen Auftrag als beendet betrachte. Er sieht in der Auffindung des Packpferdes den Beweis für den Untergang der Karawane. Das Gelände in der Umgebung der Schlucht ist abgesucht worden, man ist auch hier und da auf animalische ileberrefte, auf Menschen- und Tierknochen gestoßen, aber die Schneestürme und die Wölfe Pamirs fordern alljährlich Opfer, und die unzugänglichen Höhen und die Tiefe der Eisspalten bergen unlösliche Geheimnisse. Für Mister Beardsley ist der Tod Gerts gewiß — und auch Theda wird sich in ihre Wittvenschaft sinden müssen." Hellmut schwieg einen Augenblick. Ein Schatten ging über seine Stirn. „Armer Gert", sagte er dann. Alere hatte sich erhoben und trat an das Erkerfenster, ilnö während ihr Blick über die verschneiten Aecker und Wälder draußen schweifte, fühlte sie eine starle Wallung in ihrem Herzen. Lin heißer Tropfen Blut fiel auf diesen geheimen Grundlagen 0erfolgen als vordem Ich lernte sie. sie reichen zurück bis zur Hochzell Gerls und seiner Abreise nach China. Aber ich hätte mich dagegen gefträubt Ich hätte es mll meiner Mannesehre nicht für vereinbar gehalten, einem Fernen das Weib abspenstig zu machen." „Die Mannesehrc Gerts hatte nichts gegen seine Verkuppelung mll einem kranken Kinde. Es wäre eine höhere Ehre gewesen, dies Band zu lösen. Aber streiten wir nicht." „Rein, strellen wir nicht. Heut liegt alles anders. Gerts Tod gibt Theda die Freihell, ich kann um sie werben. Deine moralische Zucht hat mich härter gemacht, Lese. Ich prüfe nicht mehr, ich will " „Und sie?" fragte die Schwester. „Sie ist mein, wenn ich will. „Gut..." Alere glitt in den Sessel. . „Ich habe die Gesetzbücher durchstöbert, sand auch Gelegenheit zu einer Rücksprache mll meinem juristischen Beirat. Seiner Dislretivn bin ich sicher. Gesetzlich ist Gert noch nicht tot, es muß erst feine Todeserklärung beantragt werden. Rack dem bürgerlichen Recht wurde das nicht vor drei Iahren von dem Zeitpunkt ab möglich sein, ber als der Beginn des Derschollenseins anzunehmen ist. und jetzt ist erst die Hälfte dieser Zeit ver» strichen. Aber die letzten Berichte über die Expedition Murray ermöglichen eine frühere Todeserklärung. Ihr müßt versuchen, das Ausgebot bei den Gerichten baldigst zu erreichen — falls Theda damit einverstanden ist." „Daran zweifle ich nicht", erwiderte Hellmut. „Vergiß nicht, wie alles liegt. Ihre Heirat erfolgte unter einem Zwange, ihre Krankheit machte sie willenlos. Sie gehorchte öcm Befehl ihres Vaters. Rach der Hochzeit trennte ihr Mann sich von ihr Rasch geschriebene Briefe blieben die einzige Verbindung. Was sie sonst noch von ihm vernahm, war wenig erheiternd. Dann kam der Skandal von Peking. 5'e hat oft mll mir über Gert gesprochen und dabei fiel manches herbe Wort. Dann tauchte er unter, man hörte nichts mehr von ihm. llnd inzwischen hatte Theda die Fesseln der Krankheit abgeworfen, die Genesung brachte ein neues Sehnen — es ist alles so begreiflich! Ich weiß nicht, wie sie die Rachricht von feinem Tode aufnehmen wird aber eine Erlösung ist er für sie." Opfertisch. Kein Weib vergißt eine erste Leidenschaft. Aber Milleid mit Begangenem war ihr fremd. Der Tod Gerts löschte eine Schrift auf der Tafel ihres Lebens, doch den Griffel htelt sie in der Hand und schrieb neu über dem Verlöschten, schrieb die Befehle ihres Bluts, so gewaltherrisch, tote ihre Leidenschaft gewesen war. Sie wandte sich zurück und blieb vor Hellmut stehen. „Warum bedauerst du ihn?" fragte sie. „Es ist ein Glück für ihn. daß er frühzeitig starb. Er war gewiß kein Hinterwettler und feiner von den Dutzenden, llnd daß immer das veredelte Raubtier in ihm schrie, formte mich ihm nur näher bringen, denn es war Instinkt unsrer Rasse, Im Einquecento hätte er eine Welt erobern können, in unsrer Zell der Kompromisse war er ein lächerlicher Eroberer. Er schloß Verträge mit sich selbst, um den andern und sich zu gefallen, und da wurde er zum Pharisäer. Er zerbrach seine Ichsucht, wenn einmal das Herz ihm weich wurde, und dann war er ein Schiff ohne Steuer. Er wußte wohl, was er wollte aber oft nicht, was er tat. Man ist Adler oder Kriechtier, man ist schlecht in den Augen der Blöden oder gut in der Fülle alb enter Tugend, nur soll man nicht halb sein. An seiner Halbheit wäre Gert doch endlich gescheitert." „Ein bitterer Rachruf", sagte Hellmut. „Die Wahrheit ist fein Flötenspiel. Bruder. Auch für Theda ist Gerts Tod ein Glück. Zu Zarathustra sprach einmal ein Weib: Ich brach die Ehe, doch zu oft brach die Ehe mich. So wäre es mll Theda gekommen. Dauerndes Glück konnte Gerl nicht spenden. Rie über die Feierstunde hinaus. Thedas Sehnen geht nach dem kleinen Glück des Behagens, nach dem Familien- tisch und der Kinderstube, nach dem, was du ihr schetcken könntest, weil du zu den Bescheidenen gehörst und den Sichsügenden, zu den Braven der Herde." „Dank für das Urteil, Lexe! Es hat seine Stacheln, aber es mag treffen. Ich war immer anberä als du." „Sei's wie es fei, jedenfalls ift der Tod Gerts auch für dich ein Glücksfall, so wie für Theda und für ihn selbst —“ „Und tote für dich", ergänzte Hellmut. „Denn mm kannst du deine Pläne auf bequemeren 3ojl ber säuntteS nach unb Lehne seine Herrschaft »M in die ArühlingSmonate hinaus auS. Kreis Alsfeld. Mann betrog. 2. Ter Mann des Schicksals, j Schauplatz: TavH-ano. ein kleiner Ort auf dem Kreis Büdingen. ?“ Aus dem Riddatak. 18. Die hohen würdigen menfd den Kanzlers, ; tets einporblic letzten Jahres > der neuen Re Imren ich nach me Verantwort Uche Arbei ich.en Holh Regierung mneren Kräite TO nach Az, Sen- ^tem Sre. Leligeda ^lchstage Wg nachsttebe, ln lebendigem S?H[( ^°eit im 2 Z^'en suche, S«?«nA '^teeren @nfdu ,i4«-Ä NttiontS "Us der1 touröe. Ä» LS-, rr-K Erlich' L5 uni ^eg, nannten Kassen soll keinerlei Zwang auf ihre Mitglieder und deren Angehörigen in dar Benutzung des Institutes ausgeübt werden. Mit der Errichtung des Zahninstttutes hofft man regulierend auf die Preise der Zahnärzte und Lentisten, insbesondere bei der Berechnung von Edelmetallzutaten zu wirken. Zunächst ist die Zahnklinik nur für Larmstadt und Umgegend gedacht. Bewährt sich die Einrichtung, so sollen auch in anderen Stellen des Landes ähilliche Anstalten errichtet werden. Hessen-Nassau. Hanau, 17. Jan. (Molff.) Im benach' barten Hüttenge säst wurde gestern vormittag der 21 Jahre alte Waldarbeiter Philipp Müller beim Fällen einer Eiche erschlagen. — Am Aachmittag fiel das dreijährige Töchterchen des Landwirts Jakob Zieg in Hütten- gesäh in eine Jauchegrube und erstickte. Hochschulnachrichten. Deutsche Hochschulwoche itt Friedberg« Sf. Friedberg. 18. Jan. Zum Beginne der Deutschen Hochschulwvche. welche vom 18. bis 23. Januar hier stattfrndet, und gleichzeitig zur Aeichsgründungsferer fand in unserem herrlichen Gotteshause, der Stadtkirchc, heute ein Festgottesdrenst statt, welcher einen überaus erhebelchen Verlauf nahm. In geschlossenem Zuge marschierte die gesamte Studentenschaft mit ihren Ehargrerten und Fäh- nen, sowie sämtliche Friedberger Vereine von der Mainzertoranlage nach der Kirche. wälche so gefüllt war. dah nicht nur sämtliche Plätze besetzt waren, sondern selbst in den Gängen die Erschienenen Kopf an Kopf standen. Die Chargierten der Studentenschaft hatten sich nut ihren Fahnen um den Altar ausgestellt. Die Fest- predigt, die auf sämtlrche Anwesende einen tiefen Eindruck machte, hielt Prof. Dr. Keller, den Schluß bildete der gemeinsame Gesang des Are- derländischen Dankgebetes. Aach Beendigung des Gottesdienstes marschierte der Zug nach dem Kriegerdenkmal in der Drohen Allee: hier sprach noch Oberst Sold an und gedachte der Groß- toten unserer früheren Armee; ein Vertreter der Studentenschaft legte sodann zum Andenken an unsere Gefallenen einen Kranz an den Stufen Les Denkmals nieder. Don der Technischen Hochschule Darmstadt. Darmstadt. 18. Jan. (Eigener Bericht.) Der Inhaber Les Lehrstuhls für Wasserkraft» maschine» an der Technischen Hochschule ur Darmstadt. Professor Wagenbach, hat einen Ruf an die Technische Hochschule in Wien erhalten. Turnen, Sport und Spiel. Ist Handball ein Fraueuspiel? In der Deutschen Turnerschaft beschäftigt man sich in dem zuständigen Ausschüsse angelegentlich mit der Frage, ob man den Handballspielerinnen nicht Vorschlägen will, statt Handball wieder Korbball zu spielen, da Handball als Kampfspiel für FrcuiSn ungeeignet sei. Es stelle sehr hohe Anforderungen au die Leistungsfähig-- kett, so dah sich nach schwereren Verbaudsspielen mehrfach eine vollkommene Erschöpfung der De- telligten gezeigt habe. Die körperliche Leistung überschreite hier das gesundheitlich zulässige Watz und es werde gerade das Gegenteil von dem erzielt, was man druch ein vernünftiges Betreiben von Leibesübungen erreichen wolle ES wird nun geprüft werden, ob man diesen berechtigten Einwendungen nicht auch entgegen- kommen kann durch eine Aenderung der Spielregeln für Frauen. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der „Rodio-Llmschau".) Dienstag. 20. Januar. 11,55 Mr: Zeitangabe. 12 Mr: Nachrichten-» bienst. 4.30 bis 6 llhr: Rundfuirknachmittag in Musik und Wort. 6 Mr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 Mr: Lustiger Nachmittag des Münchener Komikers Curt Graf. 6.30 Mr: Der Briefkasten. 7,30 Mr: Funkhochschule. Vortrag von Prof. 5*. Schultz. /Thomas Manns neuer Rr» man". 8 bis 8.30 Mr: Vortrag von Fräulein Minna Alt. Stadtoberafsistentin an, der Schularztstelle Offenbach: „Der Selbst Hilfebund der Körperbehinderten im Dienste der Krüppel- fugend". 8.30 Mr: Sinfonie-Konzert. l.Sinfonft tn ODur (Ar. 41) von W. A Mozart. 2- Serenade für Blasinstrumente, Cello und Kontra- bah, op. 44 von A. Dvorak. 'Musikalische Set« tung: Dr. Ludwig 'Battenberg. Erster Kapellmeister des Frankfurter Opernhauses. Ausfuhr rende: Ein Orchester aus Mitgliedern des Frankfurter Opernhaus-Orchesters. 9,30 Mr: Aach-- richten. Wettermeldung, Sportbericht. 9.40 Mr: Reich Die Reg' -BetlinJ um 6'/< vrdnimg stehl m nähme einer M s ident Lobe wn dem ®r- Luth W M 2M# rerschievenen Mi pird von den mischen 31 »g stille Gesellschaft^ AMkanzler Sr. Srflärung ertetn, AMchie! Dnnes AMlimisien um feinen Dgm-ne Der AMa: {Reglet Meine Same Reichskanzler er Ehre, Ihnen da vvrzustelfen. Jh Aeichstagsabger Äeichsminister tagsabgevrdnet« Minister des 3i nanzen Ministi 5en, Zerr Mi Haus atö 2teid tagsabgeordnetz arbeilsminister, i a.D. Dr. Fr Justiz, Herr Dr Herr ReichSmn I postminister, al I' fclretär Dr. Ä i nitz als Aeic ! Landwirtschaft. schäfte des Äeli । Gebiete ist & I Justiz beauftre Mein erstes । Dort dck D : Äeichsretzir ver Äeichslcmzl llrtetl wird m ' nett Marx aus dvrnenreichen ' bedeutungsvoll lands zuruckgel Auf dem Dl klaren Ziel d« | zuschreitrn, toi seither schneefreie Winter gönnt__ bäuerlichen Bevölkerung nicht die sonst übliche Arbeitspause, sondern hält sie in anhaltender Beschäftigung. Mist- und Pfuhlgruben werden leer, man ackert, hackt, sägt, fährt und llopft und nutzt die kurzen, sonnenwarmen Tage mit einer Emsigkeit, als seien sie der Auftakt zu lenzllchem Geschehen. Die Wissen schimmern gelbgrün und zeigen märzliches Gepräge. Sie geben den Schafherden noch immer reichliche Atzung. Selbst alte Leute erinnern sich kaum eines Winters, der mit gleichen oder ähnlichen Er- "'•'ungen aufwartete Hoffentlich ist die De» . ... Mrchtuna unbegrün^ t, der Winter hole Der- Wege von Mailand nach Lodi Deutschland. Deutschland, über alle-. Heber alles in der Welt, Wenn es nur zu Schutz und Trutze Brüderlich zusammenhält. Don der Maas biS an die Memel, Don der Etsch bis an den Bell: Deutschland, Deutschland, über alles lieber alles in der Wäll. Darauf erhielt Prof. D. Hans Schmidt das Wort zu einer Festrede über den Mythos vom wiederkehrenden König im Alten Testament. Der Redner ging aus von der Kyffhäusersage. wie sie im 16. Jahrhundert als die Erwartung der Wiederdchr des Kaisers Friedrich Barbarossa in Thüringen auftritt. Die Illnversrtät feiert den 18. Januar als den Tag der Begründung der deutschen Einheit. Der Weg zu dieser Einheit ist im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts an allen wichtigen Wendepunkten, wie von der Sage vom wiederkehrenden Kaiser als von ein ent starken Stzmbol begleitet. 'Diese Sage ist nicht nur von Friedrich Barbarossa erzählt worden, sondern vor ihm und nach ihm von vielen Fürsten namentlich deS Altertums und des Mittelalters. Der Redner führt nun aus, dah das Alle Testament die wohl älteste Erwartung des wiederlehrenden Königs enthält. Eine Reihe von eschatologischen Prvphetenworten (l.Mose 49, 10; Jes. 7: Jes. 9; namentlich aber Jes. 11) zeigen zunächst. daß die Erwartung des Endzeitskömgs sich auf eine mythische Gröhe, den gvttüchen Bringer der goldenen Endzeit richtet; mit dessen Geburt die Statur sich zu märchenhafter Fruchtbarkeit, die Tierwelt und die Menschheit zum Frieden wandeln. Diese Erwartu^rg, die in ganz ähnlicher Weise in Vergils IV. Ekloge begegnet, ist nun im Alten Testament verbunden mit der Vorstellung von einer Wiederkehr des Königs David. In dieser Vereinigung eines alten Aaturmythos mit der Geschichte liegt die Scho Notzeit und Kraft der «Sage. Ern Aufruf, die in ihr lebendige Ehrfurcht vor der Geschichte und der Glut der Sehnsucht nach Frieden und Recht mit der Aufgeschlossenheit für die Aufgaben der Gegenwart zu vereinigen, schloß den Vortrag. Das „Deutsche Lied" von Hegar und ein Orgelnachspiel beschlossen die eindrucksvolle Feier. Die Burschenschaften von Frankfurt a. M.. Marburg und Gießen vereinigten sich am Samstag zu ihrer Reichsgrün- dungsfeier in Giehen im Philosophenwald. Vachmittags erfolgte ein llmzug durch verschiedene Hauptstrahen der Stadt, der am Philosophenwald ^Vestaurant fein Ende fand. Dort toidcltc sich dann die Feier des Gedenktages ab. Die Deutsche Volkspartei und die Deutschnationale Dolkspartei batten ihre Mitglieder, Freunde und die Übrige Bürgerschaft aus Sonntag vormittag zu einer Erinnerrmasfeier in das Stadttheater geladen, das in allen Teilen sehr stark besetzt war. Die Kapelle Topp leitete die 'Feierstunde mit der Jubelouvertüre von Bach ein. worauf das Mitglied des Stadttheaters Karl Juhnke einen von Frau Sophie Kindt-Wieber ver- labten Vvrspruch zu Gehör brachte, der an des Vaterlandes glänzendste Tage, an seine schwere Prüfung in der Kriegs- und Vachkriegszeit und an- die nationalen Pflichten, die jeder von uns für die Zukunft unseres Deiches und Dolles zu erfüllen hat. erinnerte. Der Beifallssturm iter begeisterten Versammlung klang in dem gemeinsamen Gesang der ersten Strophe des Deutschlandliedes aus, dem die Kapelle Topp das Viederländische Dankgebet folgen lieh. Als Mittelpunkt der Feier hörte man nun die Festrede von Prof. Dr. Küntzel-Frankfurt a. M.. die eine eindrucksvolle Huldigung vor dem staatsmännischen Genius des ersten deutschen Reichskanzlers Bismarck war. DieserStactts- mann führte auf seinem politischen Höhenweg das Deutsche Reich aufwärts zu den lichten Höhen höchster staatlicher Macht und größten Ansehens in der Wett, er machte es stark und gab ihm das 'Mistzeug, sich in der Dell achtunggebietend zu behaupten, bis der Kriegswille jenseits unserer Grenzpfähle, insbesondere Frankreichs, uns ttotz unseres ehrlichen Friedenswillens den Krieg auf» zwang. Unb dann tarn das schmerzliche Ende der stolzen Macht. Frankreich steht triumphierend am Rhein. Die Versprechungen, die von den Männern ■ter Revolution von 1918 gemacht wurden, die für Europa und die Welt den (Beginn einer neuen Zeit der friedlichen Verständigung, der Versöhnung. der Gleichberechtigung aller Völker usw. ankündigten, sind bis heute unerfüllt geblieben, die Feindbundstaaten denken gar nicht daran, uns Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. In dieser Lage müssen auch wir, wie die andern alle, durch eine entschieden nationale Jateressenpolttik versuchen. uns zu behaupten und wieder aufwärts zu entwickeln. Dazu ist notwendig, daß wir uns auf den Geist unß die Grundsätze Bismarcks besinnen, daß wir überall feinen Spuren und Lehvcn folgen und der festen Ueberzeuguna leben, daß nur aus unserem nationalen Wollen heraus, mcht aber aus dem internationalen Gedanken unsere Rettung, die Wiedererringung unferer Freihett und Unabhängigkeit kommen kann. Mit dem ernsten Mahnwort: „Deutsches Volk, laß nie den Bismarck sterben in dir!" schloß der Redner seine glänzenden, alle Herzen packenden, formvollendeten Ausführungen, für die die Zuhörer mit langanhaltendem starken Beifall dankten. Romens der beiden Parteien schlug der Vorsitzende der Deutschen Dolkspartei in Gießen Prof. Dr. Krausmüller die nachstehende Gnt-- schließung vor, die einftimmig angenommen Wurde: „Die zur Reichsgründungsfeier im Stadt- thcatm versammelten Männer und Frauen der Stadt Gießen geben ihrer Empörung über den ungeheuerlichen Rechtsbruch, den der Feindbund durch die Vichträumung der Kölner Zone begangen Hal. Ausdruck. Durch diesen Rechtsbruch ist die wirtschaftliche Entwicklung unseres Vaterlandes d'.essetts und jenseits des Rheins schwer erschüttert. Unsere rheinischen Volksgenossen sind in ihren Hoffnungen und berechtigten Erwartung gen aufs Bitterste enttäuscht. Wir versichern sie in ihrem tiefen Leid unseres aufrichttgsten Mitempfindens und übermitteln ihnen treu» deutsche Grüße unb die Versicherung un wandelbarer Treue. Ihre Rot ist unsere Vot, ihr Leid ist unser Leid. Wir ersuchen die ReichSregierung, mit allen ihr zu bote stehenden Mitteln auf die Wiedergut- lll.Iö Er SU •vs# 3lr!HZuingl« Ifl9unbutor Ira rid)tÄ ZllWkt a. niste Spätankundigung. „Hinc illae lacrimaeJ“ 9,55 Mr: Zeitvorbcrettung. 10 Mr. Zeitangabe. 10 bis 11 Mr: G. B. Shaw 1. Wie er ihren belbatth über das Thema: „Die europatschen polttischen Verhältnisse von 1866 bi« 1870“. Der Vortrag gab neue Kenntnis von der Vorgeschichte des 70er Krieges aus den Geheimakten des Wiener Archive«. Es geht daraus hervor, daß Vapoleon Bündnis-Verhandlungen mit Oesterreich und Italien gepflogen hat, um das Gebiet des linken Rheinufers zu erlangen und die deutsche Einhett zu verhindern Prof. Oncken in München wird in. einigen Monaten die Akten veröffenllichen. die nicht verfehlen werden, großes Aufsehen zu erregen. Frankfurt a. M. 18. Jan. (Wolfs.) Großadmiral v. T i r p i tz, der heute bei der Reichsgründungsfeier der Arbeitsge-- meinschatt Frankfurter Verbände im Schumann- theater sprechen sollte, hatte wegen dringender Abhaltung in Berlin nicht erscheinen können. Als Hauptredner sprach infolgedessen Reichs- tagsabgeordneter Dr. Kalle (D. Vp.). der die Einhett des Volles in allen nationalen Fragen als mrzerstörbares Gut Deutschlands betonte und als Vertreter der besetzten Gebiete die fallche Einstellung Frankreichs an bat einzelnen politischen Ereignissen darlegte. Am Schluß der Versammlung, in der u. a. auch Bürgermeister a. D. Müller aus Saarlouis für das Saargebiet sprach, wurden drei Entschließungen angenommen, bereit erste sich gegen die Vicht- räumung der Kölner Zone wandte, während Die zweite dem Saargebiet und die dritte den Sudetendeutschen die Sympathien übermittelte. Aus der Provinz. LanLkreis Gretzen. V Watzenborn-Steinberg. 17. Jan. Dieser Tage sprach in einem Gemeinde- abend im vollbesetzten Saale der „Krone" in Steinberg Psr. Haupt-Gießen über die Frage: „Ist ein Leben nach dem Tode denkbar?" Die Ausführungen des Redners, die durch klare Lichtbilder unterstützt wurden, feffeiten die Zuhörer bis zu Ende. Eine Aussprache sand nicht statt. Wie immer verschönte der Kirchengesang- nerein den Abend durch mehrere öid>cr. Dem evangelischen Bunde, dem Veranstaller des Abends, traten eine ganze Anzahl neuer Mitglieder bei. Eine Kvllelle für den ev. Bund ergab 45.16 Mark. + Gründer g, 17. Jan. Der Bürger- Verein beschäftigte sich in seiner gestrigen Mit- gIiebei>Q5erfammlung erneut mit der Frage der Bür germei st erwähl. Gr beschloß, den neuerdings noch aufgetauchten Kandidaturen nicht zuzustimmen, sondern an der früher genehmigten Kandidatur beä Otto Peppler festzuhalten. Zum Schluß wurden verschiedene andere städtische Angelegenhetten besprochen. i. Ettingshausen. 18. Jan. Um die hiesige zweite Lehrer st eile haben sich 10 Bewerber gemeldet. Die Besetzung wird erst mit Beginn des nächsten Schuftahres erfolgen. Kreis Friedberg. B a d - V a u h e i m. 18. Jan. Der Krie-> ger-und Mikitärverein „Hassia" hiett dieser Tage seine 48. Hauptversammlung ab. Der Verein zählt 6 Ehrenmitglieder. 187 ordentliche und 12 außerordentliche Mitglieder. Geehrt werden konnten für 25jährige Mitgliedschaft 11 Kameraden. für 40jährige Zugehörigkeit zum Verein 1 Kamerad. Der seitherige Vorstand mit Stadtv. Ehr. Schäfer an der Spitze wurde einstimmig wiedergewählt. Don den 'Beschlüssen ist hervorzuheben. dah die Sterbekasse wieder ausleben soll: den Hinterbliebenen eines verstorbenen Kameraden soll ein Sterbegeld von 50 Mark auSgezahlt werden. — Die ..Vereinigung ehemaliger 116er“ hielt ihre sehr aut besuchte Hauptversammlung unter dem Vorsitz von Studienrat Dr. Änieriem ab. Sein Geschäftsbericht konnte mit Genugtuung den guten kameradschaftlichen Geist feststellen, der in der Vereinigung gepflegt wird. Die Mttgliederzahl beträgt runb 100. Den Einnahmen von 1100 Mark stehen 800 Mark an Ausgaben gegenüber. 250 Mark wurden dem Grundstock für das zu errichtende ® cf al» lenen-Denkmal überwiesen. Zu dem im März geplanten Familienabend sollen zur Pflege der Tradttion einige Unteroffiziere und Mannschaften der 2. Kompagnie des Jnf.-Rgis. 15 in Gießen (Traditionskompagnie des alten Regiments) als Gäste geladen werden, wie auch eine Festveranstaltung dieser Kompagnie am 19. Jan in Gießen von einigen Kameraden besucht werden soll. — Der Bildungsverein erzielte mit seinem ersten dieswinterlichen Vorttagsabend einen vollen Erfolg. Oberstudiendioettor Altendorf (Friedberg) führte in formvollendetem Vortrag in „Die Eiswelt der Berner Alpen und Zermatt'S". Die zahlr-eichen Achtbilder, meist nach eignen Ausnahmen des Redners hergestellt, zeichnete sich durch Klarheit und Schönheit aus. Der Vortrag kann allen VoUsbildungsveretnen empfohlen werden. Kreis Schotten. wg. Gedern. 17. Jan. In dem ersten dieswinterllchen. vom hiesigen Zweigverein des Evangelischen Bundes veranstalle- ten Gemeinde - Familienabend am Freitag sprach Pfarrer Haupt- Gießen über die <5raae: „Ist ein Leben nach dem Tode denk- bar?“ Der Vortragende behandelte vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft daS schwierige Thema in äußerst llarer und vollStümlicher Weise. Der Ortsgeistliche sprach kurz über die Ziele des Evangelischen Bundes. 'Dem hiesigen Zweigverein traten 19 neue Mitglieder bei Die Tellersammlung für Bundeszwecke ergab den Bettag von 33 Mk. — Aus den Bev'ölkerungsstatistik: Seit der letzten Volkszählung ist hier eine starke Zunahme der Bevöllerung zu beobachtm. Die Gesamt^Ein- wohnerzahl ist auf 1980 angewachsen, wovon 989 männliche. 991 weibliche Personen sind. Der Konfefsivn nach zählt man hier 1777 Evangelische. 7 Katholiken, 37 Baptisten und 159 Israeliten. wurden von einem hiesigen Einwohner Atoei rem de Männer dabei angetroffen, wie sie eine Kuh. die gestern von dem Laubachev Abdecker auf dem hiesigen Schindanger verscharrt wurde, weil fte der Tierarzt infolge starker Tuberkulose verworfen hatte, wiederausgruben, sie zerlegten und das Fleisch auf einen Handwagen luden. Vach Angaben der Männer sollte es als Vahrung für. Hunde dienen. Da man aber nicht weih, wohin solches Fleisch wandert, wäre cS im Interesse der Volksgesundheit dringend geboten, daß die Behörde ein Augenmerk auf diese Vorgänge richte, danrtt das Fleisch von verworfenem und gefallenem Vieh durch geeignete, stark riechende Mittel für den Genuß unbrauchbar gemacht würde. Starkenburg und Rheinhessen. O Darmstadt. 18. Jan. Dem Vernehmen nach soll ein Teil der im Parterrestock der ehemaligen Jnfanterrekasa-rne in der Alexanderstraße gelegenen Räume zur Errichtung eines Zahninstitutes Verwendung finden. LaS Institut ist gedacht für die Behandlung von Mttgliekern der staatlichen Detriebskrankenkasse. der hessischen Beamtenkrantenkasse und der sämtlichen hiesigen Betriebs- und Jnnungs- fron kenkaffen. Von den beiden erstge- machung deS begangenen Anrechts binjuarbeiten.“ Mit einem begeisterten Hoch auf das deutsche Vaterland, dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und den begeisternden Klänaen des Fridericus-rer-Marsches faitb die denkwürdige Veranstaltung ihren Abschluß. Der Iungdeutsche Orden hielt feine Reichsgründungsfeier am gestrigen Sonntag abend in der Turnhalle am Oswalds-« <{arten ab. Die Bruderschaft Gießen, die üe Durchführung der Feier übernommen hatte, konnte an diesem Abend nicht nur zahlreiche Bruderschaften aus der Provinz Oberhessen und ührende Ordensbrüder von auswärts. Jon beim auch eine ganz außerordentlich starke Gästeschar aus unserer Stadt bei sich sehen. Infolgedessen war die mit den Ordensabzeichen, den alten Reichsfarben und den hessischen Landesfastben reichgeschmückte große Turnhalle von Bürgern und Bürgerinnen aller Stände so stark besetzt, wie wir es bisher noch selten sahen, und ein frischer nationaler Zug und ein starker Wille war bei allen unverkennbar. Stehend empfing die große Festversammlung zu Beginn der Feier die Dcnmerabteilung. die unter flotten Marschklängen der Kapelle Topp die Danner der Bruderschaften in den Saal trug. Hieraus entbot der Großmeister der Bruderschaft Gießen. Studienrat Schmidt, herzlichen Willkommensgruß und gab feiner Freude über den außerordentlich starken Besuch Ausdruck. Er wies bann in furjen Zügen auf die Ziele des Jungdeutschen Ordens hin, der eine wahre Volksgemeinschaft aller deutschen Brüder und Schwestern erstrebe, eine andere Volksgemeinschaft als die jetzt von dem Zerrbilde der Parteigruppierung im Reichstag vorgetauschte. Der Jungdeutsche Orden versuche, die Volksgemeinschaft auf christlicher und völkischer Grundlage anzu- streden. und deshalb stelle er das Vaterland über die Parteien. Bis zur Erreichung dreses Zieles seien allerdings noch große Widerstände zu überwinden; so z. B. der EtandeSbünkel. 6er von Marx gepredigte Klassenkampf und Klassenhah. die Ichsucht, die das eigene Wohl über bas Gemeinwohl stelle, die gewissenlose Verhetzung der deutschen Stammesbnider gegeneinander usw. Demgegenüber stelle der Jungdeutsche Orden den Bruärrgedanken, das christliche Gebot der Väch- stenliebe unseren deutschen Volksgenossen gegenüber in den Vordergrund. In diesem Zeichen wolle der Jungdeutsche Orden aus den Trümmern des alten herrlichen Bismarckreiches ein neues schwarz-weiß-rotes Großdeutschland aufbauen, ein Veu-, ein Jung-Deutschland. Voraussetzung hierzu sei, daß das deutsche Voll wieder sittlich geläutert und von allen verderblichen Einflüssen fteigemacht werde, daß es den Weg zur christlichen Religion zurückfinde, daß es seine Sklavenkette breche. (Sin solches Großdeutschland im Herzen Europas könne aber nur befielen, wenn es wieder schwertgewallig werde. Damit das geschehe, müssen wir die heldischen Eigenschaften des Germanentums pflegen, den Sinn für Wehrhaftigkeit. für aufrechtes deutsches Mannes tum und oeutsches Frauentum, den oben Pazifismus bekämpfen, grriebliebenb sind wir und wollen wir bleiben, aber mir einem schwertgewaltigen Deutschland wird es gelingen, in Frieden und Freiheit fein Brot zu essen. Die Schmach von Versailles zu überwinden, ein neues, große- und mächtiges und auch innerlich gefestigtes Reich zu schaffen, das in Einigkeit und Recht und Freiheit zu neuem Glanz erblühen möge, danach sei zu streben mit Herz und Hand. Treudeutsch allewege! Durch starken Beifall bekundete die Versammlung, daß sie mit dem Redner vollkommen übereinftimmte. Aus die gleichen Grundgedanken baute sich auch die Festrede auf, die der Ordensbruder Weher von der Ordensleitung tn Kassel in begeisterten Worten hielt. Er ertoeüerte die Darlegung der Gedankengänge seines Vorredners nach verschiedenen Richtungen hin in fesselnder Weise. So forderte er u.a. die Einführung der allgemeinen und gleichen Aideitsdienstpfllcht, durch die unserer Jugend beigebracht werden müsse, daß sie auch Pflichten gegen die Allgemeinheit habe, die Besettigung aller Standes- gegensätze und die Beseitigung alles Trennenden zwischen den deutschen Volksgenossen, Erneuerung des stttllchen Persönlichketts- und Volls- empfinbens. Einstellung der Schulen und sämtlichen Erziehungsanstalten auf bat wahren und christlichen Dolksgedanken, Schutz der nationalen Ehre, Unterstützung der Familie und Mutter, Besettigung der gewinnsüchtigen Auffassung, wie wir sie gerade in diesen Tagen wieder sehen konnten, da offenbar wurde, daß die Korrup- twnspest auch unter den Führern des deittschen Volles Platz gegriffen hat. Als letztes und größtes, als Endziel forderte der Redner die Entwicklung zum jungdeutschen Staat, dessen Grundlage bas Ehristentum und das stttlich geläuterte Staatsbewuhtsein eines jeden deutschen Mannes und jeder deutschen Frau sein soll. Mtt dem Aufruf zur Wttarbett für die Erringung einer wahren Gemeinschaft aller deutschen Volls- genoffen. für die Wiedererlangung unserer Frei- hett und nationalen Ehre schloß der Redner seine mit begeistertem Beifall auf genommene Ansprache. Die Festauftührung des Schauspiels „Der Ordensritter", dessen Handlung auf der polnischen Burg Szcmowo an der ostpreutzischen Grenze im Jahre der Schlacht bei Tannenberg 1410 spielt, ansprechend dargestellt non hiesigen Dilettanten, musikalische Darbietungen der Kapelle Topp, der gemeinsame Gesang des OrdensliedeS im 21nschlutz an die Festrede und ein markiges Schlußwort des Komturs der Ballei Oberhessen Wichert- Büdingen füllten den übrigen Teil des Abends in bester Weise aus. so daß man auch diese vaterländische Veranstaltung noch lange in angenehmster Erinnerung behalten wird. Feiern in Darmstadt und Frankfurt. Darmstadt, 18. Jan. (Eigener 'Bericht.) Die Technische Hochschule hielt gestern im Kleinen Hause des Heft. Landestheaters eine Reichsgründungsfeier ab, die sehr stark besucht war. In einer Ansprache betonte der Rektor der Technischen Hochschule, Geh. Rat Prof Dr. Schlink. den (Glauben an die Zukunft unseres Vaterlandes. GS habe sich gezeigt. daß Deutschland wtttschaftllch aus dem Weltverkehr nicht ausgeschaltet werden könne, auch die derttsche Wistenschaft nicht. Linser Doll müsse wieder zum Idealismus früherer Zett zurückkehren, zum Geiste von Weimar und Pots- dam. Die Festrede hielt Prof. Dr. W. Win-