D A $6-d6 Sä!? $ S'C? Seö-ps *T«.g i(if „sR5Xe4! ibS*»' ter dortreffsjch 2 ^Xt2 40 TeUte g.»4i 42. Te8- e6 43. Sdl-e3 ]4- Kg8-h7 45. Te6-g6 46. Td2xg24. 48 48- Tg6xg3 ^ ***«*». 2. Dg8++ 2-C7++ 2. Sbö+4- » f Tchachwelt. 9^ int Moskauer SchaL. anber« zu erwarten toar, rrg un Schwarzwald woh i. ' -Bogoliuboto im Moskauer i- Obwohl Eapablanca ihm eine Niederlage beibringrr ' gegen Lasker temifieten Sprung so grob, bah et fünften Plus Erster wurde, te Mal in einem Turnier, iben Weltmeister beteiligen, ister vor ihnen landet. Die tächsten Jahre in Moskau er stattsinden, an welche isker, Aljechin und üben. Ton russischer feit i 25 000 Dollar gestist« Kin. des Moskauer 2umd ist ’/i Punkte, 1. PftsMg«'. Pr.: Capablanca, 13l/s P>. 2l/} P., 4. Pr.: Zattdotoet, d 6. Pr. geteilt: Mi, lo« 1. und 8. Pr.; Srünseld, yrt/chu/. Gcnew/H, IO1/, P, folgen: Xubinftein, Spiel« . P..- Löwenfisch, 9 P.: Iates 7P.' Gotthilf, Tvcharev, 4Mi P- rreMappe. „te vom «edak^E t Deleuchtung. Hans ist gestern ausgrM^ n Wagen ohne Licht war^ az natürlich, Hans war ü- igen nicht." *■;.—* äSÄSfffi Klaue." teilung g-lang^ mul,er2tiaS bleibt dic nbctL Werte. ^^?2Fm«Konzers. 2« iat des -anuus- . 2üg, ) Prozent. 2 ••M’VSää- S nnen in t J-u nennensveri ?ur,eWte"nZnegen®i«1« 3unt bi des H0* ^rdenno- Str^tin, inl^Ä -rauer 25-J gaui^ ^ ncrflcrfte Nr . 22, 9/n I** ° •.»IMS ^^Aate: * Mast' 58. 5 % geringere zhxic ^bis^. f > KS- L » li°A ?oj® m. 296 Erstes Blatt 175. Jahrgang Zreilag, 18. Dezember 1925 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Schölte Msnarr-.kezvgsprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: Schriftleitung 112. Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vntck ttttd vtrlaa: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- unö Steinörnderei 8. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlllrahe 7. Annahme von Anzeige, für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis fir l mm höhe für Anzeigen ean 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfermig, Platzvorschrift 20’, mehr, llhesredakteor Dr. Fnedr Wilh. Cangc. Verantwortlich. für Politik und Feuilleton Dr. Friede Dich. Gange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich tn (Biehen. Die Moffulentscheidung und das Irak. [ • Bon unserem Genfer vr.-tt.-Berichterstatter. 1 (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Genf, 15. Dezember 1925. Die Entscheidung über die Mossulfrage hat man zu Unrecht meist nur unter dem Gesichtspunkte ihrer Bedeutung für die Türkei oder für die englische Stellung nn Orient gesehen. Ist doch der dritte nur selten genannte Staat, das Irak, unter dessen Vermattung das strittige Gebiet heute steht, an der Losung der Frage mindestens soweit interessiert, wie cs die beiden anderen auch sind. 3a, darüber hinaus kann man sagen, daß von dem Ausgang dieser Angelegenheit für das Irak alles, wenn nicht zum mindesten Englands Stellung zu dem Lande abgehangen hat. Denn der Bündnis- und Schutzoertrag, auf Grund dessen England die Vertretung des Landes vor dem Völkerbund führte, und der zugleich die rechtliche Grundlage des erst 1924 erteilten Mandates ist, wurde ja von der Nationalversammlung des Gebiets nur unter der Bedingung ratifiziert, daß das Mossulgebiet in seinem ganzen Umfange dem Lande verbliebe. Und selbst, wenn man diese juristische Tatsache als bedeutungslos bezeichnen will, so bleibt doch eben die Tatsache übrig, daß der Verlust des Mosiulgebiets strategisch und wirtschaftlich das schwache Land so sehr geschädigt hätte, daß zum mindesten innerpolilisch eine sehr schwierige Situation daraus erwachsen wäre. Das möge kurz aus der inneren Struktur des Landes begründet werden. Das Irak umfaßt unter Einschluß des strittigen Mosiulgebietes etwa 320 000 Quadratkilometer, allo ungefähr fünf Sechstel der Größe des heutigen Deutschlands, hat aber nur eine Bevölkerung von etwa 3 Millionen Köpfen. Ist bereits die unregelmäßige Vertellung der Bevölkerung über das Land verwaltungstechnisch von Bedeutung, da hier neben Großstädten wie Bagdad und Basra Wüsteneien liegen, so wird diese Schwie- rlgfeit noch dadurch vermehrt, daß es sich hier um eine stammesmäßig, kulturell und religivnsmäßig außerordentlich differenzierte Bevölkerungsmasse handelt, die ihrerseits durch kein besonderes Band, wie etwa ein Nationalitätsbewußtsein, verbunden ist. Sv stehen etwa einer Million Beduinen etwa zwei Millionen Ansässige, 2,4 Millionen Arabern Minderheiten von 350 000 Kurden, 60 000 Türken, 60 000 Persern, 40 000 Chaldäern, 30 000 Ieziden, 20 000 Armeniern und 60 000 Juden, etwa 1,4 Millionen Sunniten, die gleiche Zahl Schiiten und etwa 200 000 Andersgläubige gegenüber. Der im Lande bodenständige Neligionshaß zwischen den oehen, die Gegnerschaft dor Scheichs der Stämme und der Fanatismus und jeder Neuerung feindlich gesinnte Geist der ungebildeten Stadtbevölkerun- gen verschärfen dabei die Gegensätze zwischen allen diesen Volkssplitern so sehr, daß es sehr unwahrscheinlich märe, wenn diese Bevölkerung von selbst zusammenhielte. Da jedoch auch kein einzelner Dolksteil allein für sich imstande ist, die anderen zu majorisieren, so liegt die tatsächliche Macht in den Händen der zahlreichen angesehenen Familien und Priesterschaften, die natürlich nie mehr als den jeweiligen Vorteil zu vertreten vermögen. Würde eine Zentralgewalt fehlen, so würde im Lande wahrscheinlich eine politische Verwirrung herrschen welche an das bekannte Bibelwort von der „babylonischen Sprachen- und Völkeroerwirrung" nur allzusehr erinnern würde. Trotzdem also das Schwergewicht des Landes in der Zentralregierung liegt, hat es diese schwer, allen diesen mannigfaltigen Elementen gerecht zu werden. Denn über sie ohne weiteres hinwegzugehen, hieße die Leidenschaften der Bevölkerung wecken, was, wie es ja auch der Aufstand von 1920 zeigte, äußerst gefährlich märe. Diese Zentralregierung muß aber dennoch über ein gcroiffes Maß von Ansehen und positiver Macht verfügen. Der kriegerische Geist der Kurden und Beduinen, der Glaubenseifer der Schiiten wollen durch Bajonette gezügelt sein. England hatte daher von Anfang an es nicht leicht, zwischen den beiden Schwergewichten der inneren Politik des Landes eine Politik des Ausgleichs und der mittleren Linie zu treiben. Aber die Hauptschwierigkeit war eben die, eine geeignete Persönlichkeit für die Zentralregierung des Landes zu finden. Der Emtr Peisial, den man 1920 in das Land berief, und 1921 nach einer Volksbefragung zum König des Landes proklamierte, mar ja nach feiner politischen Vergangenheit zweifellos eine für die Engländer sehr bequeme Persönlichkeit, aber er war völlig landfremd und flammte aus einer Gegend Arabiens, in der noch wildere Sitten herrschen, als im vergleichsweise zivilisierten Mesopotamien. Ließ man jedoch diesen Mann im unbeschränkten Besitze seiner Macht, so hätte er gefährlich werden können. Es mußte daher erst erprobt werden, ehe man ihn dauernd auf dem Throne lassen konnte. Anderseits war dieser Mann den Nationalisten des Irak, obgleich er ja auch Panarabist gewesen war, keineswegs eine genehme Persönlichkeit. Er galt als Werkzeug der Engländer und begegnete im Anfänge feiner Regierung ausgesprochenem Mißtrauen, daß erst seine kluge und nicht ungeschickte Vertretung der Interessen des Landes in den Verhandlungen mit England zu beseitigen vermockte. So war die ^Regierung des Landes lange nicht stabil, und die Stimmung des Volkes eine häufig schwankende. Die Verwaltung des Landes selbst blieb icdoch, was europäische Beobachter häufig zu übersehen haben scheinen, durchaus eine stetige, die sich dem gesetzten Ziele, nämlich dem Aufbau einer geregelten Verwaltung von Jahr zu Jahr mehr zu nähern vermochte. Das gesamte Land wurde vermessen, die Bevölkerung gezählt und registriert, eine vernünftige Steuererhebung eingeführt. Schulen wurden erbaut und ein Verwaltungsapparat geschaffen, der zweifellos von der großen staatspöli- Das Scheitern der Großen Koalition. Koch gibt seinen Auftrag zurück. — Vertagung der Regierungsbildung. Berlin, 17. Dez. (TU.) Die heutige Parteiführerbesprechung unter Vorsitz des Abg. koch (Dem.) war nur von ganz kurzer Dauer. Am Schluß der Sitzung wurde folgendes Kommunique ausgegeben: „3n der heutigen abschließenden Parteiführerbesprechung gab der Abg. Müller-Franken (So;.) folgende Erklärung ab: „Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion erkennt an. daß der Abg. Koch, dessen republikanische und denwkratische Zuverlässigkeit außer Zweifel fleht, sich auf das eifrigste bemüht hat, für eine Regierung der Großen Koalition eine Basis zu finden, die für die Sozialdemokratie, das Zentrum, die Demokraten und die Deutsche Volkspartei annehmbar Ist. Die Fraktion muh jedoch seftstellen. daß durch das mangelnde Entgegenkommen der Deutschen Volkspartei, besonders in den sozialen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die In diesem Winter überaus dringend sind, diesen Bemühungen kein Erfolg beschieden war. Selbst ;u dem Programm des Abg. Koch hat die Deutsche Volkspartei jede klare Stellungnahme vermieden. Die Fraktion kann in der Formulierung. die ihr auf Grund der Besprechung der Parteien neuerdings oorgelegt wurde, eine geeignete Grundlage für die Bildung einer Re- glerung der Großen Koalition nicht erblicken." Das Zentrum erklärte, daß es sich aus den Boden der Richllinien gestellt habe. Die Deutsche Volksparlei erklärte gleichfalls, daß sie zwar an einigen Stellen Bedenken erhoben habe, sich trotzdem aber auf den Boden der Rich t- llnien stellen könnte. Dieselbe Erklärung wie das Zentrum gab die Demokratische Partei ab. Der Abg. Leicht erklärte für die Bayerische Volkspartei, daß sie von einer etibgültigen Stellungnahme absehe. Der Abg. Koch stellte daraufhin fest, daß die Bemühungen um die Errichtung der Großen Koalition gescheitert seien. Er werde seinen Auftrag alsbald dem Reichspräsidenten zurückgeben.- Minister Koch gibt seinen Auftrag zurück. Berlin, 17. Dez. ($H.) le die Telegraphen-Llnion erfährt, ersch'en heute vormittag um 11 lUjr der Abg. Koch beim Herrn Reichspräsidenten und gab ihm den Auftrag zur Regierungsbildung auf der Grundlage der Großen Koalition z u r ü ck. Der Herr Reichspräsident dankte dem Abg. Koch für seine mühevolle Arbeit, die, wenn sie auch kein posb- tives Ergebnis hatte, doch wesentlich zur Klärung der politischen Lage beigetragen habe. Jin Hinblick auf die heute im Reichstag beschlossenen Weihnachtsferien des Parlamentes ersuchte der Herr Reichspräsident den Reichskanzler und die Reichsminister, die Geschäfte auch fernerhin weiterzuführen. Der Herr Reichspräsident wird seine weiteren Entschließungen in der Frage der Reubildung der Reichsregierung rechtzeitig vor dem am 12. Januar nächsten Jahres folgenden Wiederzusammentritts des Reichstages machen. Der Herr Reichspräsident hat im Laufe des heutigen Abends den geschäfts führen den Reichskanzler Dr. Luther empfangen. Die Richtlinien Kochs. Berlin, 17. Dez. (TL1.) Die Richtlinien des Abg. Koch, die die Grundlage der Partriführerbesprechungen der letzten Tage bildeten, werden nunmehr im Wortlaut ve.öfsentlcht: Punkt 1 fordert Sicherung und Festigung der Verfassung und der Republik, sowie Kamps gegen alle verfassungsfeindlichen Elemente. Punck 2 die Fortsetzung der Außenpolitik Luthers zur europäischen Verständigung und zur Herbeiführung der Gleichberechtigung und Freiheit Deutschlands, sowie Rü- stungsbeschräntung.n aller Staaten Europas. 3. Durchführung des Selbstbestim- mungsrechtes der Völker, auch, wo es sich um Deutsche handelt. Vertiefung der Beziehungen zu deutschen Minderheiten im Ausland. 4. Befreiung des deutschen Bodens von fremder Besatzung, Beschleunigung der Abstimmung im Saargebiet, Gleichberechtigung zur Lust. 5. Eintritt in den Völkerbund entsprechend den Erklärungen der Regierung Luther, Annäherung der europäischen Staaten, um Europa seine wirtschaftliche, kulturelle und politische Stellung zu erhalten. 6. Herbeiführung eines europäischen Wirtschaftsfriedens, Drrständigung der europäischen Völker über Produktion und Absatz, entschiedene Handelsvertragspolitik, Beteiligung an einer Weltwirtschaftkonferenz. 7. Förderung einer gesunden Erwerbs- und Wettbewerbswirtschaft, Bekämpfung einer Vormachtstellung der Kartelle, Förderung der Hmftetlung der Wirtschaft durch Hand-in-Hand-arbeitcn von Regierung und Wirtschaftskreisen, hierzu zielbewußte Kreditpolitik. 8. Intensivierung der Landwirt- schäft und Förderung des Siedlungswesens unter besonderer Berücksichtigung der Verdrängten. 9. Ein Gesetz zur Durchführung einer gerechten und mit dem Staatswohl vereinbarten Abfindung der ehern. Für st en. 10. Ein neues Schulgesetz nach dem Grundsätzen des Artikels 146 der Reichsverfas- sung unter Wahrung von Gewissensfreiheit und Elternrecht. 11. Politische und konfessionelle Gleichberechtigung bei der Aemler- besetznng. 12. Schaffung einer Reichshandwerks- o r d n u n g. 13. Verabschiedung eines Arbeiterschutzgesetzes, das den Kinderschutz, den Frauen- sch. tz und die Sonntagsruhe kodifiziert und die Arbeitszeit im Rahmen des Washrngtoner Abkommens auf der Grundlage des achtstündigen Arbeitstages regelt. Ratifikation des Washingtoner Abkommens unter der Voraussetzung, daß mindestens Frankreich und Belgien die Ratifikation vollziehen. 14. Ein Gesetzentwurf auf Grund des Artikels 16 der Reichsverfassung (paretätische Arbeitnehmervertretungen). 15. Beschleunigte Verabschiedung des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung, bis dahin Anpassung der Erwerbslosenunter- stühung an die wirtschaftliche Rot. 16. Verabschiedung des Arbeitsgericht s ge s e tz e s. 17. Rachprüfung des Steuerwesens zur Herbeiführung von Steuererleichterungcn, besondere Rücksichtnahme darauf, daß Lohn- und Hm- satzsteuer und die übrigen indirekten Steuern eines Abbaues zum mindesten in demselben Maße bedürfen, wie die Desitzsteuern. Verschärfung der Steuerkontrolle, Dabei Beteiligung von Vertretern der Oesfentlichkeit. Vereinfachung des Steuerwesens, Ersparnismahnahmen im öffentlichen Haushalt. 18. Heranziehung von Lieberschüssen aus Reichspost" und Branntwe'.n Monopol, Abgrenzung des Aufgabenkreises zwischen Reich, Ländern und Gemeindcn. erhöhte Selbständigkeit der Länder und Gemeinden in der Deckung ihrer Ausgaben. 19. Beschränkung aller finanziellen Maßnahmen durch die Rotwendigkeit, die deutsche Währung zu erhalten. 20. Berufung eines Sachvevständigen-Aus- schusses zur Begutachtung und Durcharbeitung der vorgeschlagenen wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen. Das Zentrum hält an der Großen Koalition fest. Berlin, 17. Dez. (TU.) Die Zentrumsfraktion beschloß, auch nach Ablehnung der Sozialdemokraten e.nmütig an ihrer bisherigen Auffassung festzuhalten, daß die Große Koalition allein den Erfordernissen der Gegenwart entspricht, sie wird dieses Ziel auch weiterhin mit aller Entschiedenheit verfolgen. Vertagung des Reichstags. Berlin, 17. Dez. Der Reichstag ist heute in die Weihnachtsserien gegangen, die bis zum 12. Januar 1926 dauern sollen. Ohne große Debatte wurde in allen drei Lesungen ein Gesetzentwurf angenommen, der die Ausfuhr von K u n st g e g en st ä n d e n bis zum 31. Dezember 1927 verlängert. Bei dieser Geleaenheit verlangte der Zentrumsabgeordnete Schreiber staatlichen Schutz der Dome in Mainz und Köln gegen die Gefahr des Zerfalles. Die 3. Beratung des Lanowirtfchaftsetats wird im nächsten Jahre fortgesetzt. Der ReichstagSpräsi- dent L o e b e entließ die Abgeordnetcn mit den besten Wünschen zum WeihnachtSfeste und zum Reuen Zähre. Aus dem Preußischen Landtag. Berlin. 17. Dez. Der Preußische Landtag beendete heute die dritte (Slatbctatung und stimmte auch dem Etatgesetz zu. Bei der Beratung des Etats der Bergverwaltung, die die dritte Haushacksberatung abschloß, gelangten Anträge zur Annahme, die Bezug nehmen auf die schweren Grubenunfälle der letzten Zeit, die eine Beseitigung der elektrischen Grubenlokomockve forderten und die Durchführung deS schon vor längerer Zeit im Landtag behandelten Prämienverbotes von der Regierung wünschen. Zur Behebung der Arbeitsloiigleit wird Förderung und Ausdehnung der Rotstandsarbeiten durch die Gemeinden gewünscht. Die schwierige Lage der deutschen Grenzgebiete kam in der Beratung von zahlreichen Anträgen des OstausschusseS zum Ausdruck, die gewissermaßen ein Programm zugunsten eines wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Wiederaufstiegs der durch den Versailler Frieden vom Mutterlande abgetrennten Provinz Ostpreußen darstellten. Schließlich nahm bas Haus noch in zweiter und dritter Ve- tatung das Gesetz über die weitere Gültigkeit des bisherigen Schutzpolizeigesehes an. Dadurch wird die Dauer des Gesetzes bis zum 31. März 1926 verlängert. , (Ein Mahnruf der deutschen Industrie. Vom Reichsverband der deutschen Industrie ist ein umfangreiches Wirtschaftsprogramm veröffentlicht worden, das gerade im gegenwärtigen Augenblick der Re^icrungs eubi fcung von ganz hervorragender Bedeutung ist, da es sich doch eben erst bet den Verhandlungen zwischen Koch und den Sozialdemokraten gezeigt hat, daß es nicht die rein politischen Fragen, sondern diejenigen wirtschaftlicher und finanzieller Ratur sind, von denen das Zustandekommen eines neuen Kabinetts abhängt. Aus diesem Grunde, und vor allem auch deswegen, weil gewisse Parteien trotz aller sichtbaren Zeichen fortschreitenden Wirtschaftsverfa'.lS und seiner verheerenden Rückwirkungen auf das deutsche Volk die Wirtschaft noch immer als eine nie versiegende Steuerqueile ansehen, die um so stärker in Anspruch genommen werden kann, je heftiger die Rot wird, ist es zu begrüben, daß der Reicl's verband in durchaus sachlicyer Form einmal rach allen Seiten hin nicht nur mahnende Worte rich.et, sondern auch gleichzeitig Wege weist, die unbedingt beschritten werden müssen, wenn wir nicht eines Tages vor dem Ruin stehen und unter eine ausländische Wirtschasts- und Finanzdiktatur geraten wollen, wie sie uns von dem mit den weitgehendsten Vollmachten ausgestatteckn Repara- tionsagenten droht und tote sie Oesterreich sehr zu seinem Leidwesen schon über sich ergehen lassen mußte. Als erste Voraussetzung einer Wicdergene- sung der Wirtschaft und damit Beseitigung der Arbeitslosigkeit fordert die Spitzenorgairisation der deutschen Industrie Rückführung der Steuern auf ein erträallches Maß und Anpassung der steuerlichen Abgaben an die Leistungsfähigkeit des einzelnen Betriebes. Man kann wohl getrost behaupten, daß tischen Begabung der hier eingesetzten englischen Ratgeber spricht. Allein die Verfassung des Landes hatte unter dcn ungünstigen politischen Konstellationen zu leiden. Zwar war bereits 1920 eine konstituierende Nationalversammlung einberufen worden, aber erst 1923 wurde das Landesgesetz, das zugleich mit dem englischen Vertrage verhandelt wurde, unter Dach und Fach gebracht, ur.d erst 1923 konnte ein Wahlgesetz verkündet werden. Und, was besonders charakteristisch ist, erst am 1. November d. I. wurde das erste verfasiungsmäßige Pailamenl eröffnet. Erklärlich daher, wenn man angesichts dieser Vorgänge die Lage sehr lange für sehr unsicher gehalten Hot. Jedoch liegen die wirklichen Gefahren für den mesopotamlsche-u Staat nicht auf diesen Gebieten. König und Parlament halten sich bis zu einem gewißen Grade im Gleichgewicht. Vielmehr sind die gefährdeten Elemente in zwei anderen untereinander eng verbundenen Fragen zu sehen: In her Militär, und Finanzfrage. Ein Bud- I get von 150 Lakhs Rupien (ein Lakh sind etwa ! 120 000 Goldmark) ist für dieses arme Land eine ganz ungeheuerliche Last. Heißt das doch eine Belastung von fast 10 Mark auf den Kopf der Bevölkerung, die ungefähr mit dem zehnten Teil dessen auskommen muß, was mir als Standard zu bezeichnen pflegen. Anderseits braucht das Land, wenn es wirklich erschlossen werden soll, Eisenbahnen und kostspielige Bewässerungsanlagen, und endlich eine ausreichende Armee zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung. In den ersten Jahren der Verwaltung trug nun zwar England einen großen Teil der Ausgaben, aber unter dem Druck der eigenen finanziellen Lasten wurde die anglo-indifche Regierung aczwungen, mit dem Irak einen Vertrag adzu- schließen, der eine allmähliche Ueberführung der Armeelasten aus das Irak oorsieht. Wenn heute bereits, nachdem erst die Hälfte des Programms verwirklicht ist, diese Lasten über 30 Lakhs betragen, so kann man sich oorstellen, welche Sorge den König erfüllt, wie das erst in der Zukunft werden soll. Es bleibt eigentlich dem Lande nichts anderes übrig, als feine Eisenbahnen (was zum Teil geschehen ist) und feine Delfelöer zu verpachten, um sich hiergegen Anleihen gewähren zu lassen. Das Land hängt also am goldenen Faden der englischen Subsidie. Und unter diesem Gesichtspunkte war die Mossulfrage von besonderer Bedeutung. Denn der Verlust Mossuls würde nicht nur den Verlust von einem Drittel der Bevölkerung, sondern auch den Verlust der Delfelber und des aussichtsreichsten Bauernlandes im ganzen Gebiet bedeutet haben und würde, eben infolge der strategischen Bedeutung des Gebietes, au erhöhten militärischen Sicherungen gezwungen haben. Das wäre natürlich von nicht ab- zufchender Wirkung auf das Irak selbst gewesen. Wenn man also schon dem etwas künstlichen Gebilde des heutigen mesopotamischen Staates eine Lebensberechtigung zuerkennen will, fo haben die Engländer mit ihrer Behauptung, daß sie in der Mossulfrage nur die Interessen des Irak vertreten hätten, nicht ganz so unrecht, wie man es gemeinhin annimmt. Denn die Zuteilung des Gebietes an das Irak durch den Völkerbund nützt eben nicht nur England, sondern auch diesem jungen Staate. die Steuerpolitik des Reiches, der Lauder und Gemeinden eS war, die mti an den Rand des Abgrundes brachte, die t>;e Wirtschaft so erheblich belastete, bat) eS ihr heute einfach unmöglich ist, wirksam an dein nun einmal nötigen Preisabbau mitzuarbeiten. Steuerermätzigungan sind aber nur bet allergrößter Sparsamkeit möglich die leider heute in den Qkrtoal» tun gen nicht überall zu finden ist. Gewiß stellt ein verlorener Krieg erhöhte QInforberimgcn an die Steuerzahler, trotzdem aber läßt sich manche Ausgabe vermeiden und unser gesamter Verwaltungsapparat ganz erheblich ve.emsachrn. Aber nicht allein den Stcuerabbau fordert der Reichsverband, er ermahnt auch seine Mitglieder. die deutsche Industrie, nichts unversucht zu lassen, um durch vernunftgemäße Anwendung ihres Produktionsapparates höchste Leistungen zu erzielen. Ebenso wendet er sich auch an die Arbeiterschaft, durch Arbeitszeitexperimente die ohnehin schon bedenkliche Situation der Wirtschaft nicht noch kritischer zu gestalten. Kurzum, das Wirtschaftsprogramm ist von dem ehrlichen Bestreben getragen, auf- klar e n d zu wirken, vor den drohenden Gefahren zu warnen und Mittel an die Haird zu geben, wie diese Gefahren erfolgreich zu bekämpfen sind. Unsere wirtschaftliche Gesamtsituation ist aber bereits so katastrophal, daß die Mahnung des Rcichsverbandes gleichzeitig eine Warnung in zwölfter Stunde ist. Verhallt sie ungehört, dann ist der Zusammenbruch mit all seinen unglücklichen Folgen besonders für die breiten Schichten der Bevölkerung unabwendbar. töirtfdmftshrife und Bankzinsen Berlin, 17. Dez. (Wolff.) 2m Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags wurde heute die Wirkung der hohen Bankschulden auf die Wirtschaft behandelt. Zunächst gab Ministerialdirektor Dr. Schäfer (Reichswirtschaftemini- sterium) einen allgemeinen Ueberblick über die augenblickliche Lage der Wirtschaft, die sich als eine ausgesprochene Absatz- und Betriebsmittel k r i s e darstellt. Die Frage einer weiteren E r - leichterung der Bankbedingungen müsse auch weiterhin ernstlich im Auge behalten werden. Die Aufgabe des Staates könne nur darin bestehen, Banken, die der baldigen Gefurtdung der Wirtschaft entgegenstehen, zu beseitigen. Maßnahmen dazu seien sowohl auf dem Gebiete der Gesetzgebung wie im Verwaltungswege im Gange. Ministerialrat Dr. M u a s s o w s k i (Reichsernäh- rungsministerium) betonte, für die Landwirtschaft handle es sich darum, die durch die mangelnde Ab- satz'inanzierung veranlaßte Stockung des Absatzes der Ernte zu überwinden. Die Forderung, den landwirtschaftlichen Betriebsumfang im Hinblick auf die Schwierigkeiten bei der Kreditbe- schaffung einzuschränken, wurde eine Extensioierung der Landwirtschaft bedeuten. Der Ausschuß vertagte sich darauf. Der Attentatsplan gegen Dr. Stresemann. Berlin. 17. Dez. (LH.) Zu dem AtteittatS- plan gegen den ReichSauhenminlster Dr. Stresemann wird folgende- mitgeteitt. Gegen die beiden Verhafteten Kalt ho ff und Lorenz ist das Verfahren wegen Versehen gegen § 1 des Re- publikschutzgeseheS eröffnet worden. Es wird darauf hingewiesen, daß in diesem Salle die ®r- vffmmg des Verfahrens wegen Mordversuchs nach dem Strafgesetzbuch nicht möglich war. da r nach den bisherigen Feststellungen nur vorbereitende Handlungen in Frage zu 5 kommen scheinen. Zu den Personen wird folgendes ,t mitgrteilt: Kotthoff hatte sich während derR ä t e- republik in München zu dieser geschlagen und war daraufhin b e st r a f t wor- dem Später trat er jedoch vor allem im Ruhrkampf der völkischen Richtung, besonders der Hitlerorganisation, bei, Lorenz hat nach seinen Aussagen bisher keiner einzigen Organisation angehört und ist lediglich erst vor kurzem Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei geworden. Rach den bisherigen Unter» luchungen konnten irgendwelche Beziehungen zu Verbänden oder Organisation:n oder politischen Persönlichkeiten nicht festgestellt werden. Die »D. 3.“ gibt euren Brief wieder, den K a l t h o f f an einen Münchener Rechtsanwalt geschrieben hat und dessen Anzeige zur Verhaftung führte. Der Brief ist datiert von Berlin- SlemenSstadt, 3. Dez. In dem Brief heißt es: „Ich mache den Reim: .Stresemann. verwese man". Ich habe zwei Offiziere, die mitmachen. Auch die Finanzierung ist all right. ES wäre mir fepr lieb, wenn du ein paar Zeilen schreiben würdest, daß ich für die Sache gut bin. Wenn Du mir auch noch als Referenz dienst, so ist daS eine sehr wichtige Unterstützung meiner Berliner und Mecklenburger Referenzen. ^Verwese man"-Schwein muß gekillt werden. Flugzeug ist auch zur Verfügung. Lat geht aus mein Konto: die zwei Offiziere tun mit. e Gewisse politische Parteien übm sich in einer Propaganda, den schon feit langem den Unwillen aller vernünftigen Elemente erregt hat. Mehr als einmal hat eS wegen der Art und dem Znh.lt dieser Propagandatätigkeit, die mitunter stark die Grenzen der Mordhetze streifte, in der Oeffentlichkeit, in Presse und Parlament schwerste Auseinandersetzungen g.geben. Bisher vergeblich Immer wieder mußten sich Männer, die das Beste ihres Volkes ansireben. die übelsten Unterstellung.n, die gehässigsten Angriffe gefallen lasen. Riemals vordem ist wohl ein Mann andauernd so verunglimpft worden, wie gerade Minister S t r e s e mann, der heute zu den brstgrhaßten Politikern gehört. Kein Wunder, wenn ihn gewisse Kreise tödlich hassen, sich in ihrem Haß so wett vergesse, daß sie selbst vor Mordplänen nicht zurückschrecken. Aber was sind das für Gestalten, die immer wieder der Vergiftung von rechts und kinis her erliegen? Willensschwäche. unreife, beschränkte, vielfach arbeitsscheue und vielfach schon in ihrer frühesten Jugend mit d:m Str.-fgesetzbuch in Konflikt geratene Burschen. Auch jetzt wieder das gleiche Bild: der eine geistig nicht normal, d:r andere Revolutionär und Anirchist von D ruj, d r bald In d e,em, blld in jenem Lager steht, jedmfalls immer dort, wo man rhn für dunkle Pläne gebraucht. Beide s.n) nicht verantwortlich zu ma^xn für ihre Ab icht, die gan-e Verantwortung ir gen diejenigen, die unser Volk politisch vergift en, die den politischen Word — wenn auch geschickt verschleiert — predigen, die derartige Kreaturen zu ih-en Werkzeugen machen und ihren Plänen Vorschub leisten. Das sind die wahren Schuldigen! Konfiift im hessischen Landtag. Darmstadt. 17. 2)ca. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.30 Uhr. Abg. Dr. Keller (D. Dp.) macht in einer Kleinen Anfrage auf ba 5 Auftreten des Messingkäfers im schlösse und im Kreisamt zu Büdingen aufmerksam. Die Regierung solle Maßnahmen dagegen ergreifen und Aufklärung verbreiten in der Bevölkerung nach Art der Warnungen vor dem Koloradokäfer. Staatsrat Kratz erwidert, daß die Regierung alle Maßnahmen gegen das schädliche Insekt ergreifen werde. Zunächst sei zu Beunruhigungen kein Anlaß. Die Beratung der landwirtschaftlichen Anträge, die sich hauptsächlich um den Deutsch-spanischen Handelsvertrag und die L a g e der Landwirtschaft drehen, wird wieder anfgc» nommen. Abg. Weckler (Zentr.) spricht für die Annahme des gestern mitgeteilten Antrages: er wendet sich namentlich an die Sozialdemokraten, von denen viele auf dem Lande den Antrag befürwortet hätten. Abg. Lux (Soz.) meint, die Lags der Landwirtschaft sei keineswegs schlechter als die anderer Berufe. In feinen weiteren Ausführungen wendet sich der Redner gegen die vorliegenden Anträge über eine Herabsetzung der Pachten und unterbreitet dem Hause einen neuen von der Sozialdemokratie ge- stclllen Antrag mit nachstehendem Wortlaut: „Der Landtag wolle beschließen, die mit den Pachtausschüssen für das Jahr 1925 festgesetzten Pachtpreise können auf Antrag um die 20prozen- tige Steuererhöhung ermäßigt werden bei Betrieben, bei denen der gesamte Wert der landwirt- schaftlich genutzten Fläche den Betrag von 8000 Mark nicht übersteigt: als Maßstab für die Bewertung gilt der berichtigte Wehrbeitragswert. Abg. Dr. Werner (Dntl.) macht darauf auf- merksam, daß zu den Ausführungen des Abg. Blank (Zentr.) über landwirtschaftliche Fragen die Zenirumspartsi sich vollständig still verhalten hat, während die Rechte Beifall spendete. Der Hesi. Bauernverein möchte davon Kenntnis nehmen. Wenn die Sozialisten die Weltwirtschaft regeln würden, so wäre damit der Untergang mancher nationalwirtschafllicher Zweige besiegelt, wie Weinbau, Obstbau usw. Der demokratische Antrag Schreiber-Eberle über die Weinsteuer wäre im Ausschuß in der Versenkung verschwunden, wenn nicht die Deutschnationalen sich seiner angenommen hätten. Der demokratische Abg. Korell habe sich im Reichstag durchaus nicht ablehnend gegen die Weinsteuer verhalten, auch die Demokratische Partei im Reichstag nicht. Es sei eigentümlich, daß jedesmal vor einer wichtigen Abstimung über landwirtschast- liebe Fragen im Reichstag der Abgeordnete Korell erkranke und der Abstimmung nicht beiwohnen könne. Abg. Schreiber (Dem.) erklärt, die Pacht- preife seien vielfach so hoch, weil von den Päch- lern die Preise bei den Versteigerungen so hoch getrieben würden. Gegen die hohen Pachtpreise der evangelischen Kirche ja« die Rechte des Hauses nichts. Die Demokratische Partei stimme dem so- zialdemokratischen Antrag über die Pachtherab- setzung zu. Rach weiteren Erklärungen der Abg. Borne- mann, Schaub, Blank. Weckler, Dr. Werner, Galm und Lux, die nichts wesentlich Neues bringen, warnt Finanzminister Henrich nochmals vor Annahme des Antrages von Helmolt über die Pachten. Er bittet, auch -en Antrag Lux abzulehnen, der zwar finanziell schwächere Wirkungen habe, jedoch auch bei dcr Durchführung große Schwierigkeiten mache. Zunächst wird über die Anträge zum Deutsch- spanischen Handelsvertrag und dem Weinbau abge- fttmmi. Die Anträge werden in Uebereinftimmung mit den Ausschuhanträgen angenommen, d. h. die meisten Anträge werden durch die Regierungo- antroorten für erledigt erklärt. Hierauf wird über die Pachtanträgc abgc- stimmt. Der Antrag Angermeier wird abgelehnt, der Antrag' Dr. Müller und Dr. o. Helmolt wird angenommen, Ein Ankrag Werner, der eine Aufstellung über die Pachtverhältnisse will, wird ebenfalls angenommen. Ferner wird ein Antrag Weckler angenommen. Der Antrag Lux wirb abgelehnt sowie ein Antrag Angermeier. Jlnanzminlster Henrich gibt unter lebhafter Bewegung des Hauses die Erklärung ab, daß er dem Antrag Dr. Müller unb Dr. o. helmolt auf Herabsetzung bet padjlprelfe nicht sialkgeben könne, well gesetzliche Bestimmungen einer allgemeinen Herabsetzung der Pachtpreise enlgegenftänben. (Er könne Auftrage des Hauses nicht entgegennehmen. Abg. Galm (Komm.) wünscht eine sofortige Aussprache über di? Erklärung des Ministers. Der Präsident erwidert, es müffe hierzu ein Dringlichkeltsantrag vorliegen. Um 11.45 Uhr tritt eine Pause ein. Wie Präsident Dr. v. Helmolt nach Wiederaufnahme der Berhandlimgen mitteilt, hat Abg. Galm (Komm.) einen Dringlichkeltsantrag eingebracht: Aussprache über die Erklärung des Flnanzmini - st e r s. Der Antrag wird auf die Tagesordnung gesetzt. Abg. Galm (Komins wendet sich gegen die Bemerkung des Finanzministers, daß er Aufträge aus dem Hause nicht entgegennehme. Der Minister habe nicht gesagt, aus Grund welcher gesetzlichen Bestimmung er diese ablehnende Haftung einnehme. Die Stellungnahme des Finanzminifters widerspreche ieber demokratischen Auffassung des Parlamentarismus. Die Regierung habe die Beschlüsse des Landtags, in denen der Wille des Volkes zum Ausbfck komme, unbedingt auszuführen. Der Landtag möge mit allem Nachdruck den Eingriff der Regierung In feine Rechte zurückweifen. Abg. Dr. Werner erinnert an die Erklärung des Ministerialdirektors U r st a d t zur Grundschul- frage: damals habe man erklärt, weil der Aus- druck „Ersuchen" nickt einbeutig aufgefaßt worben sei, bie Formel gewählt: „Die Regierung wirb beauftragt". Der Finanzminister habe seine ab- lehnenbe Haltung nicht einmal begrünbet, er verschanze sich nur hinter dem Ausdruck „beauftragt", den er ablehne. Die Fassung müffe wohl künftig lauten: „Das hessische Volk beschließt durch den Landtag": bei dieser Fassung von Beschlüssen sei kein Widerspruch möglich. Finanzminlfter Henrich bestreit:t, daß er sich hinter e'nem Ausdruck verschanze, sondern es ba-bft sich h'e- um tiefgründig? Unterschied? b?r Auffassung. Das Iustizmin'ste.-i'lm stimme seiner Meinung über ber-. Begriff „Auftrag" zu. Der Landtag habe verfa'fungsmäßlg kein Recht. Aufträge zu erteilen; Sach? der Regierung sei die Exekutive, die Führung der Geschäfte, wozu sie verfassungsmihig verps'fthtet f?i. W-mn der Landtag mit der Reg'eruna oder einem Minister nicht zufrieden wäre, so könne er sie ja abberufen. Der Minister verliest hierauf einige Stellen aus dem Gutachten des Justizministeriums. die feiner Auffassung Recht geben. Staatspräsident Ulrich meint, eine Aufforderung an die Regierung oder an einen Minister könne nur in der Form eines Gesetzes geschehen, nicht durch einen Beschluß des Landtags. Im weiteren Verlauf kommt es zr einer sehr gereizten Aussprache zwischen dein Staatspräsidenten und dem kommunistischen Abgeordneten Galm. Abg. Dr. Leuchtgens (Hess. Landbund) bittet, die hier zur Debatte stehende Frage ohne Leidenschaft zu prüfen. Dis jetzt wären Regierung und Finanzminister nicht in der Lage gewesen zu erklären, gegen welches Gesetz der Antrag eigentlich verstoßen hat. Ollan könne nicht behaupten, daß der Antrag gegen das Finanz- gefeh sei. Die Mehrforderung der Regierung für Die Pachten wäre durch kein Gesetz zu begründen. Der Landtag habe zweifellos ein Recht, ein Gesetz zu interpretieren. Die Regierung habe immer nur dann es abgelehnt, einen Beschluß auszuführen, wenn ihr dieser nicht paßt. (Große Unruhe bei der Anken des Hauses.) Wo soll der Landtag hinkommen, wenn so verfahren werde? Auf eine solche Demokratie müsse man pfeifen. Was sollten dann die Abgeordneten überhaupt noch im Landtag tun? Hier sei nicht eine demokratische, sondern eine despotische Regierung. Das Verhalten der Regierung sei durchaus verfassungswid rig. Früher habe die Regierung auf ein Ersuchen hin den Auftrag aus- geführt; warum soll die Regierung nicht einen Auftrag annehmen können? Bei diesem Zustand habe der Landtag gar kein Recht mehr. Es ist bem Hanse ein Antrag der Koalitionsparteien (Sozialdemokraten, Zen- tnnn und Demokraten) zugegangen, In dem ersucht wirb, den Ausführungen deS Finanzministers in Uebercinstimmung mit Artikel 4 und 5 der Verfassung zuzustimmen. Ein Antrag Dingeldey und ®en. spricht seine Mißbilligung aus über das Verhalten des Finanzministers, wenn dieser Beschlüsse des Landtags nicht ausführt. Minister von Brentano bittet, daß erst einmal der Gefetzgebungsausschuh sich mit der Angelegenheit befaßt, über die hier debattiert werde, um Klarheit zu schaffen. Ein jetzt eingebrachter Antrag Galm erklärt: Die Regierung hat nicht mehr das Vertrauen des Landtags. Finanzmmister Henrich vertritt nochmals den Standpunkt, daß der Landtag, außer in gesetzlicher Form, kein Recht habe, der Regierung einen Auftrag zu erteilen. Abg. Dingeldey (D.V. P.) vertritt zwar die Meinung, daß die Exekutive b:i der Regierung liege, aber eine Derfassungswidrigkeit liege in dem Landtagsbeschluß, die Pachtpreise hrrab- Öen, nicht vor. Ruch in einem Ersuchen des tags an die Regierung sei keine Gesetzes- Verletzung zu erblicken, denn die Regierung habe ja bas Recht, eine Gesetzesvorlage über Veränderungen im Etat vorzulegen. Der Redner legt bann die Gründe bar, warum feine Partei den Antrag eingebracht habe; als Oppositionspartei könne sie nicht die Der- anttoortung für bie Finanzgebarung der Regierung tragen. Abg. Kaul (Soz.) bekämpft bi.e Ausführungen des Vorredners. In dem Antrag Dr. Müller unb Dr. von Helmott stehe nicht, daß die Regierung aufgesordert wird, einen Gesetzentwurf vorzulegen, fonbern einfach, daß sie die Pachten herabsehen soll. Als dann der Redner auf den sozialdemokratischen Antrag Lux zu sprechen kommt, weist die Rechte des Hausrs darauf hin, daß dieser in demselben Sinn gestellt sei unb auch keine Gesetzesvorlage verlange. Abg. Kindt (Dntl.) erinnert daran, daß Dutzende von Anträgen wie der Pachtantrag hier angenommen wo den sind, aber erst als ein Antrag der Regierung nicht paßte, sei sie dagegen. In der Abstimmung wirb ber Zustimmungsantrag ber Ä o a 111 i o n 5 p a r t c i e n mit 35 gegen 20 Stimmen angenommen. Die Kommunisten haben sich ber Abstimmung enthalten. Hieraus wirb ber Antrag S i n g e l b ? i) in einfacher Abstimmung ab gelehnt; bie Kommunisten übe» wieber Stimmenthaltung, lieber ben kommunistischen Mißtrauensantrag wirb morgen abgestimmt. Nachbem bann noch eine Anzahl weiterer Punkte der Tagesordnung erledigt worben ist, werden die Beratungen um 3 Uhr abgebrochen; nächste Sitzung Freitag 9 Uhr. Aus aller Wett. Jludjt eines polnischen Gefangenen. Die „Voss. Ztg." meldet, daß der wegen Verdachtes des Landesverrates im Moab ter Gefängnis in Berlin befindliche LI atersuchungsgefangene Kromer auf einem Spaziergang, den er in Begleitung zweier Gefängnisbeamten machte, entflohen ist. Kramer hatte sich m t den beiden Beamten in seine im Westen der Stadt gelegene Wohnung begeben unb war dort, nachdem man im Speisezimmer tüchtig g e - zecht hatte, durch ein Hinterzimmer verschwunden. Gegen die beiden Beamten, die sofort vom Dienst suspendiert worden sind, ist bas Ber- fahren eingeleitet worben. Zugtelephonie ab 4. Januar 1926. Hamburg. 13. Dez. (WLB. Funkspruch.) Die Zugtelephvnie wird nunmehr, nachdem die fortgesetzten Versuche immer bessere Ergebnisse gezettigt haben, am 4. Januar 1926 zunächst auf de r Strecke Hamburg-Berlin bei den E-v-Zügerr in Betrieb genommen werden. Anfall einer Artistin. Im Essen stürzte bei der Abendvorstellung im Zirkus Karl Hagenbeck Miß Asiata in ihrem Luftvottigeakt aus einer Höhe von vier Meter ab, verfehlt« die Schutzvorrichtung und mußte schwerverletzt in das Städtische Krankenhaus übergeführt werden. Stärkerer Rachtfrost, tagsüber veränderlich bei vorwiegend westlichen Winden, ohne starke Riederschläge. Infolge starker Einströmung westlicher Lust hat sich in Äord- und Mckteldeutschland Tau- Wetter durchgcsetzt. Vorübergehend ist auf der Rückseite der skandinavischrn Zyklone wieder ein zunächst mäßiges Fallen der Temperaturen zu erwarten. Gestrige Tagrstemperaturen: 21a): im um 1,5 Grad. Minimum: minus 2,8 Grad C. Rieder- schläge 1,4 Mm. Heutige Morgentemperaturi plus 1,5 Grad E. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 18. Dezember 1925. Die Höchstsätze der Erwerbslofensürsorge betragen nach der Anordnung des Reichsarbeitsministers vom 17. Dezember für die Zeit ooip 14 Dezember 1925 bis l.Mai 1926 in dem Wirtschaftsgebiet Mitte, zu dem Ober Hessen unb Nachbarschaft gehören, wochentäglich: 9n ben Orten ber Ortsklassen A, B, C, D unb E 1. für Personen über 21 Jahre 162, 152, 142 unb 132 Reichspsennig; 2. für Personen unter 21 Jahren 98, 92, 86 unb 80 Reichspfennig: 3. als Familienzuschläge für a) ben Ehegatten 55, 52, 49 unb 46 Reichspsennig, b) die Kinder unb sonstige unterstützungsberechtigte Angehörige 39, 37, 35 unb 33 Reichspfennig. Einschließlich ber Familienzuschläge barf bie Unterstützung, bie ein Erwerbsloser erhält in keinem Falle folgende Beträge übersteigen: in den Orten ber Ortsklassen A, B, C, D unb E 360, 340, 320 unb 300 Reichspsennig. Zu bemerken ist, daß bei der Bezeichnung der Ortsklassen A, B, C, D unb E D unb E eine Klasse bilben. Bornotizen. — Lageskalender' für Freitag. Stadttheater: 71/- Ahr „Baumeister Solneß". (Ende nach 10 Ahr.) — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Moral der Gasse". — Astoria-Lichtspiele: „Die Flamme". • * • Paketannahme am Sonntag. 20. Dezember. Vom Postamt wird uns mitge- teilt: Am Sonntag, 20. Dezember, ist die P a ket- an n a h m e des Postamts! (Bahnhofstr.) von 8 Ahr vormittags bis 11 Ahr vormittags geöffnet. Das Postamt 2 (Dchulstr.) bleibt geschlossen. * • Weihnachts- und Reujahrs- post verkehr. Die Deutsche Reichspost richtet an die Bevölkerung das Ersuchen, mit der Versendung der Wechnachtspakete möglichst frühzeitig zu beginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Fest zu^ sammendrängen. Durch die Beachtung dieses Hinweises und der nachstehenden Punkte können die Paketversender wesentlich dazu beitragen, daß der Weihnachtspaketverlehr sich glatt ab* wickelt und die Pakete ohne Verzögerung in die Hände der Empfänger gelangen. Die Pakete sind unter Verwendung guter Verpackungsstofse recht dauerhaft herzustellen, die Aufschrift ist haltbar anzubringen, und der Rame des Bestimmungsorts unter näherer Bezeichnung der Lage besonders groß und kräftig nlederzuschrei- ben. Ferner darf nicht unterlafssn werden, auf dem Paket die vollständige Anschrift deS Absenders anzugeben und in das Paket obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen. Auch der Berkehr am Jahreswechsel laßt sich flüssiger gestalten, wenn die Aeujahrsbriese mit vollständiger Anschrift des Empfängers (Straße unb Hausnummer, Postbezirk, Zustell-Postamt) versehen und möglichst frühzeitig auf geliefert werben. Es wird auch dringend empfohlen, die Freimarken für Reujahrsbriefe nicht erst am 30. unb 31. Dezember, sondern schon früher einzukaufen, barmt im Schalterverkehr keine Stockungen eintreten. • • Der Winter im Boge lsberg. Dort oben schneit es andauernd tüchtig weiter, heute früh sogar ausnahmsweise stark. Der Schnee liegt über einen Meter hoch, die heutige Morgen- temperatuc betrug 4 Grad Minus. Das Ski* gelände ist ausgezeichnet. * * Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde ber jetzt im einstweiligen Ruhestcmb besinb- liche ötublenrot Lubwig Storck in Gießen mit Wirkung vom 1. 9ani:ar 1926 ab. Ernannt wurde der Verwaltungspraktikant Otta Lenz in Bübingen zum Derwaltungsobersekretär mit Wirkung vom 1. Dezember ob. Stimmungsvolle W e ihn achts- feiern bereiteten om Montag unb Mittwoch in bem festlich geschmückten Saale ber „Liebigshöhe" großen Kinberscharen beglückenbe Feierftunben, in benen bie kleinen Herzen froher als sonst, die Augen vor Freude blanker wurden. Am Montag waren etwa 70 Kinder des Bolkskinbergartens mit ungefähr 130 noch nicht schulpflichtigen Kriegerwaisen. Amtsmünbeln ufw. bort oben unter bem ftrahlenben Christbaum versammelt Auf Mittwock nachmittag hatte ber Alice-Frauenocrein einige hundert Krieger- waisen unb ältere, aber nach schulpflichtige Münbel zusammengerufen, um ihnen ebenfalls einige freube- volle Stunden zu bereiten. Die Feier am Montag unter der Leitung ber Kindergärtnerinnen beschäftigte bas kleine Volk zunächst mit niedlichen weik)-> nächtlichen Spielen, später kamen ber Knecht Ruprecht unb bas Christkinb, bie ben erwartungsvoll gestimmten Bübchen unb Mäbelchen allerlei schöne Sachen mitbradjten, so baß man überall nur frohe Gesichter sah. Beglückt trat bie kleine Schar ben Heimweg an, erfüllt von beit schönen Stunben, von denen sie wohl noch manchmal begeistert erzählen wirb. Der Leiterin des Kinbergartens, Fräulein R h u m b I e r unb ihren Helferinnen gebührt volle Anerkennung für bie verstänbnisoolle, mühereiche unb erfolggekrönte Arbeit. In ber Feier am Mittwoch würbe ber mehrhunbertföpfigen Schar ber Kriegerkinber unb Münbel von bem Veranstalter des Festes, bem Alice-Frauenverein, zunächst eine fteubig begrüßte Bewirtung mit Schokolabe und Kuchen bereitet, wobei bas junge Bolk ben erwarteten guten Appetit entwickelte. Dann kamen allerlei weihnachtliche Spiele auf ber Bühne, benen bie große Zuschauerschaft mit regster innerer Anteilnahme folgte. Unb schließlich kam der Höhepunkt, bie Weihnachtsbescherung unter ben lichterstrahlenben Chriftbciumen, bei der den Kinbern gute praktische Sachen (Kleibungsstücke) unb bcrzu kleine Geschenk- S.'lchen ausgehänbigt würben. Da gab es strah- e Gesichter! Die Gaben waren aus ben Erträgnissen der Sammlung für den Alice-Frauenverein unb bas Rote Kreuz im letzten Sommer beschafft worden, beide Vereine hatten in dankenswerter Weife ausgiebige Mittel zur Verfügung gestellt. Um bas heruorrngenbe Gelingen bss schönen Christfestes haben sich neben ber verdienstvollen Dor- sitzenben bes Alice-Frauenoereins, Frau Professor Kramer, bie Oberfürsorgerin unb Dorstanbsbame bes Alice-Frauenvereins Schwester Anita Hermanni), bie Vorstanbsbame Frau Bach unb deren Töchter unb zahlreiche weitere Damen bes Dercins- vorstanbes unb ber Bürgerschaft, insbesonbere aus ben Kreisen ber Geschäftswelt, in hohem Maße verdient gemacht. Ihnen unb den beiden spcnbenben Organisationen muß ein besanberes Wort ber Anerkennung ausgesprochen werben bafür, baß sie sich in biefer trüben Zeit besonbers ber ftinber unserer JÄ** ,enNetee önunq h,. J ’i" li' bk"fert1^ ‘SsSfts ,clb91DlrSLbQrf di. M» feinem °w. 340, 320 Stift otizen. "der füt Solneh" "e • Mna-Licht- Äe Q,m Sonntag, 20 sSdfS ?Pnber,ift die Pakit, !w’n k®*« t ?/al ft vormittag» 12 lSchuistr.- bleibt g? V und AeujahrS« richtet ™ fluchen, mit der Jer. Wpakete möglichst sM. mit die Paketmasseir sich boflen vor dem Fell z» die Pachtung dieses Hingehenden Punkte können >e!entiich dazu beitragen, oketverlehr sich glatt ab- ohne Verzögerung In die :r gelangen. Die Pakete tg guter DerpackunMsie gellen, die lLisichrig Iß und der ‘Home M > näherer LezeichnW btt und kräftig nitderzalchrei- )t unterlassen oerden, ®x\ indige ÄnschB de» W» iö in das M obenauf chrift mi legen. M der chfel W sich MWr ge. chrsbck'eMvvWndig« igers sLtratze und W Zustellpostamt) versehen g aufgtlieltit ll-erden. SS nhfobtai, Die Freimarken * er ft am 30. und 31. De- rüher einzukausen, fcimit xt ötoäW» Mitten. rmBotzef »berg. Dort Xttb Wft tvrüer ^ut« Lweise stark. Der Schm c hoch, die heutige Argen. Grad MinuS. Da- ell« Un den Ruhestand W slweillgen Ruhestand K- iiq Ztorck in Tiche»' ar 1926 ab. Ernannt °M fnnt Vito Lenz m vvM AliÄrmilWW"!«» «7fS- » pW” &;nM mut« fr** 1 «in einige Km'derl Wf. L Me ® £öer0ärtnennn.en MN ,„Mst mit niedbcyen d Ct men der M ie ben ermattunfl «Jg ib Nädelchen ,„he > doh 7" L --har den t trat die, UcinLunicn, von on den erBlen StiÄÄ -SS« t***sS* »w«’ i Bott»-» Sei SStzS? * ?L"^- ®elS Gaben »°r zllic-'^ he- mg ^6ie«ten ®on2nlen5- ceuö J Wen '“i 6e- ins *rflU ®aSL ^rei"^ itsöflÄmen Ebete e11,61 jLft Whe tzi-'KK be|on» der Hochschulgruppe bei. Zum 1. Dor- Ich.'nden wurde stud. rer. Pol. W. Meyer ge- wahlt _ 'x Dringt Briefkasten an! Seit Iahr .n sucht die Reichspost durch S.nw rkungen au) die Ha asbesi.)e. vereine, Bauunternehmer, Baugenossenschaften ufw. zu erreichen, dah bei der Errichtung neuer Wohngebäude am Gitter des Borgarlens oder im Hauseing-ang zu eben.r Erde Bricskasten usw. zum Einlegen der zuzustellen, do-n gewöhnlichen Bnefsendungen und Zeitungen angebracht werden. Leider haben die Bemühungen d^r Reichspost bis jetzt nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Wie w r hören, ist das Reichspost- miniKcrium im Interesse der Förderung der Sache nunmehr an die einzelnen Reichsressorts, Länder, Gemeinden und Körperschaften mit dem Ersuchen herangetreten, die zu errichtenden neuen Dien st Wohngebäude, und mögl chst auch die schon vorhandenen, mit Driefkastencinrich- tungciT der vorerwähnten Art zu versehen. GeiMl M öimgernoen Eög?l! Oberhessen. Krcrs Schotten. Ig. Aus dem DogelSberg, 17. Dez. Jetzt rückt die Zeit wieder heran, wo keine Woch-- vergeht, ohne baß in diesem oder jenem Distritt eine Drennholzversteigerung gewesen wäre. Hier und da haben die ersten schon stattgefunden, um Mittel zu bekommen für die Entlohnung der Waldarbeiter. Es wäre nun zu wünschen, dah die Phantasie- preise der letzten Jahre, die auf manchen Der- steigerungen durch unsinniges Drauflosbieten erreicht wurdvir, endgültig der Borgangenheit an- gehörten. Die allgemeine Geldknappheit dürfte ja wohl schon ihr Teil dazu beitragen, dah die Preise sich in erträglichen Grenzen halten. Auch haben sich viele Leute, die früher auSschliehlich Holz verbrannten, dem billigeren und gleichmahi- geren Kohlenbrand und dem äuherst boliebten Brikettbrand Angewandt, der sich bei der bäuerlichen Bevölkerung in steigendem Mabe ein- bürgert X!X Schotten, 17. Dez. Dem eifrigen Bemühen der Kreisstrabenoerwaltung Schotten ist es zu oanken, daß nun auch die Kraftpostlinie U l ri ch st e i n—S chotten wieder verkehrt. Der Streisbireftor und der Regierungsbaurat waren wiederholt an Ort und Stelle, um die nötigen Anordnungen zu treffen, damit die Schneewehen von den Kreisstratzen aufgemacht wurden. Manche Strecken waren lo verwebt daß selbst die Benutzung des Schlittens gefährlich war. Der diesjährige Schneefall kostet den Kreis Schotten viel Geld. Eine Heranziehung von Erwerbslojen war nicht möglich, da in den in Betracht kommenden Gemeinden keine Erwerbslose vorhanden sind. — Zu Ehren des demnächst von hier scheidenden Lehrers Weitz vereinigten sich im „Darmstädter Hof" die Sänger des Männergesangoereins Schotten zu einem Abschiedsabend. Dem Dirigenten wurde ein Ehrengeschenk für die in selbstloser Weise geleistete Arbeit überreicht. Während des einjährigen Bestehens des Bereins herrschte zwischen dem Chormeister und den Sängern ein herzliches Einvernehmen. Es ist zu bedauern, daß durch den Wegzug des Herrn Weitz der Verein um seinen Dirigenten gekommen ist. Für den Scheidenden selbst mag es eine Befriedigung sein, dah von der seinerzeitigen Gründung des Vereins ab, die unter besonders schwierigen Umständen stattfand, bis zuletzt fast alle Sänger (40—50 Mann) dem Dercin die Treue hielten und die Singstunden besuchten. n Laubach, 17. Dez. Die Drogerie Stotz in d.r D chnhosstrahe feiert in dies cm Zahr ihr 25jähriges Jubiläum. Die'e F muie erscheint hier bereits in ber zweiten Hälfte des 16. Jahrhund.rts (1574), wo ein Johannes Glut- zius aus Laub ch zum zweiten Lehrer an ber hiesigen Lateinschule ernannt wurde. — Für Die Hess ifche Fürsorge für Krüppel hat die hiesige Stadtschule 22 Mark 40 Psg. gesammelt. )—( Ruppertsburg, 17. Dez. Nachdem Ende voriger Woche Tauwetter eingetreten war, konnten nunmehr auch die Holzhauer wieder ihre Tätigkeit beginnen. Es sind aus unserem Orte beschäftigt in den hiesigen Gemeindewaldungen 4, und im Grüfl. Laubachschen Walde 3 Rotten mit insgesamt 53 Arbeitern. Darunter sind 50- bis 60jährlge Leute, die diese schwere Arbeit schon seit ihrer Konfirmation verrichten. Man bewundert die Ausdauer, den Humor und Frohsinn, die die Holzhauer bei der Ausübung ihres Berufes, der ganz besonders in dickem Winter bei stellenweise noch hohem Schnee müysam, beschwerlich und gefährlich ist, zeigen. — Don Mitgliedern und Freunden des Vereins für „Kriegsgräberfürsorge" wurden in diesen Tagen an den Vorsitzenden des Vereins 50,20 Mk. abgeliefert. Mreis Büdingen. !! Büdingen, 18. Dcz. (Eigener Drahlbe- richt des „©iefi. Anz") Die für gestern abend angesetzte Wahl eines Berusvbürger- m e i st e r s wurde aus unbestimmte Zeit verschoben, da das Ministerium des Innern die bedingungsweise erteilte Genehmigung der Ortssahung für die Anstellung eines Berufs- bürgenneisters zurückgezogen hat. Der Grund dafür ist darin zu suchen, dah eine Bedingung des Ministeriums von der Gemeinde nicht erfüllt wurde. Starkenburg. Darmstadt, 17. Dez. (WSA.) Aus dem Wege von Darmstadt nach Frankfurt hat ein Automobil der Chemischen Fabrik von Merck in der Rähe von Reu-Isenburg eine Büchse mit 18 Kilogramm eines der gefährlichsten Gifte verloren. DaS Gift hat Pulverform und ist von schneeweiher Farbe. Rheinhessen. Mainz, 17. Dez. (WER.) Heute nachmittag gegen 4 Uhr fuhr bei heftigem Schneegestöber ein Arbett-zug dem Güterzug Rr 8615 in die Flanke, wobei mehrere Wagen des Güterzuges und des Arbeitszuges entgleisten Hierbei wurden 6 Reichsbahnbedienstete verletzt und der Heizer des Arbeitszuges getötet. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht geklärt. Preußen. Dom hessen-nassauischen Provinzialausschuh. Der Provinzialausschuhhalin seiner gestrigen Sitzung mKafselfein Einvernehmen mit der Ernennung des Polizeipräsidenten Ehrler- Frankfurt a. M. zum Regierungspräsidenten m Wiesbaden mit 14 Stimmen bei einer Stimmenthaltung ausgesprochen. M.t dem gleichen Stimmverhältnis wurde beschlossen, den Landrat von Pappenheim in Kassel für den Posten des Regierungspräsidenten in Kassel in Borschlag zu bringen. Wie Wagners Südwestdeutscher Nachrichtendienst erfährt, wird Regierungspräsident Ehrler noch vor Neujahr vom Oberpräsidenten Dr. Schwander in fein neue# Amt einge- sührt werden. kreis Wetzlar. kz. Wetzlar, 17. Dez. 82 französische Kriegerleichen wurden in den letzten Tagen auf dem Waldfriedhof in der Nähe des ehemaligen Gefangenenlagers (heute Stadtteil Wetzlar-Büblingshausen) unter Leitung zweier französischer Agenten und in Anwesenheit hiesiger Pelizeiorgane ausgegraben und nach Frankreich abtransportiert. xp. S a l z b ö d e n , 17. Dez. Heute nacht gegen 3 Uhr brach im AiUvesen des Landwärts Schreiner Feuer aus. Die Scheune brannte bis aus die Brand- und Grundmauern nieder. Die Tätigkeit der Salzbödener und Odenhäuser Feuerwehren muhte sich auf Bergungsarbeiten und Verhütung des Ueb'rgreifens aus andere Gebäude beschränken. Das Bieh konnte gerettet werden. Nur ein Schwein wurde abge- tötet. Die Ursache des Unglücks ist bis jetzt noch nicht geklärt. Aus dem Hüttenberg, 17. Dez. Wohl noch nie so grob wie in diesem Jahre war die Zahl der Personen, die sich an den Holzfällungen in den Gemeindewaldungen beteiligen wollen. Es ist dies in erster Linie auf die große Zahl der Erwerbslosen zurüctzuführen, die bei_ den Holz- fällungcn vorweg eingestellt werden müssen. Andererseits ist aber auch bei den kleineren und mittleren Landwirten das Geld so knapp, daß sich diese den sehr willkommenen Winterve di.mst nicht entgehen lassen möchten. Cs wäre verfehlt, wenn von selten der Gemeinden gegen dieses Bestreben Maßnahmen getroffen würden, da einerseits eine wesentliche ÄrbLitsstrectung zugunsten der Arbeitslosen doch nicht erreicht würde und andererseits auch wieder einmal die ßeit kommen kann, in der die Gemeinden troh sind, aus diesen Kreisen Holzfäller gewinnen zu können. Außerdem befinden sich unter den kleineren Landwirten viele, die schon jahrelang Holz gefällt haben, während mancher Erwerbslose die Axt zum ersten Male in die Hand nehmen dürfte. Selbswerstänndlich ist: wer so viel Land bewirtschaftet, daß er von dessen Erträgnissen ohne Nebenverdienst leben kann und schließlich den Fällerlohn auf die Sparkasse legt, sollte so viel Taktgefühl besitzen, daß er zu Hause bleibt und auf den Nebenverdienst zugunsten der Erwerbslosen, die sich zum Teil m bitterer Not befinden, verzichtet. CO Niederkleen, 17. Dez. Um die durch die Berufung des Pfarrers Lic. Müller nach Dutenhofen frei gewordene h efige Pfarrstelle sind 1 3 Bewerbungen eingegangen. Don den Bewerbern werden zunächst 8 Probepredigten halten. Die Besetzung der Stelle erfolgt diesmal durch Ausübung des Wahlrechtes der Kirchengemeinde. — D.e Rohrlegungen für dieW a s ser- Leitung im „S ch n e i de r b e rg" mußten wegen des Frostes eingestellt werden. Die dadurch erwerl^slos gewordenen Arbeiter werden- bei den Holzfällungen beschäftigt. KretS Marborq. )f Marburg, 17. Dez. Die Diehzäb- tung im hiesigen Kreise ergab bei 7320 viehbesitzenden Haushaltungen 4293 Pferde. 4 Maultier«, 2 Esel. 25 329 Haupt Rindvieh. 9369 Schafe. 23 620 Schweine. 5658 Ziegen. 2810 Kaninchen. 95 047 Stück Federvieh und 1698Dtenen- stöcke. Bei der vorjährigen Biehzählung waren es 7307 Haushaltungen. 4259 Pferde, 25 345 Haupt Rindvieh. 11 748 Schafe, 25 594 Schweine. 6226 Z egen und 97 555 Stück Federvieh. Die Dcrminderung der Zahl öcr Ziegen und Schafe ist besonders auf die Leberegelseuche zurückzuführen. DtUkreis. bl. Dillenburg, 17. Dez. Die Stadtverordneten beschäftigten fid) in der jüngsten Sitzung abermals mit der Frage der Herrichtung eines Freibankraumes. Wie der Magistrat hierzu mittedte, war es nicht möglich, einen anbet;n geeigneten Raum als den der ehemaligen Totenhalle am alten Friedhof zu finden. Da die Dcrsammlung jedoch nach wie vor sich für bte Totenhalls nicht entschließen kennte, wurde beschlossen, 2000 M k. für den Zweck zur Derfügung zu stellen und den Magistrat zu ersuchen, einen Neubau auf städtischem Gelände herzustellen, wenn sich kein geeigneter Raum mieten lasse. - Der Magistrat hat den Antrag des hiesigen Wirte Vereins auf H rabsetzung der Getränke st euer um 50 Prozent resp. gänzliche Aushebung a b g e 1 e h n t. da den Ausfällen keine Deaung gegenüberstehcn werde. — Die Dom ©illtriegerbunö zugunsten der Kriegsbeschädigten und Hlntcrblleoenen veranstaltete W o h l t ä t i g f c i t«I o 11 c r l c hat ein äußerst günstiges Ergebnis gehabt. Aogesetzt wurden rund 24 000 Lose, die eine Einnahme von etwa 12 000 Mk. erbrachten. Der Krieger- bund wird damit in die Lage versetzt, schnell und erfolgreich Rot zu lindern, r Mainaau. Hanau. 17. Dez. (WSN.) der hiesige G a st- wirteverband hielt gestern eine stark besuch»? Versammlung ab, in der nach einem Referat des Syndikus Dr. Bentz, der die Rechts- Ungültigkeit der Getränke st euer nach allen Seiten beleuchtete, beschlossen wurde, dem Vorgehen der Wirte In Offenbach und Mainz zu folgen. Streit Anlda. Fulda. 17. Dez. (WSN.) Die Reichs- pvst v e r w a 11 u n g t>ai gelter? ihren Fährbetrieb in bei Stadt auf Kraftwagenbetrieb umgestellt. In den Mittagsstunden führte der letzte P f e r d e P o st w a g e n mit einem Postillon in Galauniform und schmetterndem Posthorn seine letzte Fahrt aus. •AM» ICMWAHtMOW. S Ein nützliches Geschenk, das jedem Freude macht! Krawaitsnsside 2“5,0..™ Winterschuhe Achtung! Achtung! Promenade- u. Leder-Gamaschen. Gummischuhe kaufen Sie preiswert und gut im eine Sendiina em <>10066 Saaotofl vnlms non 11—5 W. 11845a Felle Chaiseloncuedeoken ampfiehli Th. 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Muhens d kriegszcit nahezu 1 rlsfert-l fahrens r sehen, do bauen w also bei 2000 W Aus t yezogen, muffen, u ©parmam 3U beschoss werben, da bau in er Sparer zu Sparmögli lrise sür t beweist do röten össe esse, das sich in bei gebrächt 1 zur Gelbf Äiehes I/aben ( und) 5ijfte l'atz beiproi von 'Bit gezeigt tätigte Äau eint Der hoges zu jährlich lk Es ist ihn weitere 0/ Ihrerseits lann, we o v. h, ve schast au ^öchstsun melle sich hieni sparer 60 zu 4 Pri bis zu 4 Eparfasfe der 1 rk jrima „lem. letten J$W. jSdeo- fale» üler men ns Dez hr, in Ile. tiüler ieder lerzu and. ib iiM’a Leparatuiev Urberz-eh« rmHm M« verz Wunen. Eimer,AüLlSvIc du&erfi blüift. Uw |yerschi*3 Hypo^" ijjr ')!«»<»>« Len UebeUKJ teil führender Muken. Ferner solide Instrumente vohl- eiler Preislage lie- 'en äußerst preiswert und vorteilhaft zu günstigen Zahlungsbedingungen Pianohaus Schönau Seltersweg 91. lei |bTT ,-ll. C45 len || Stellenangebot^ 2fltibeieS,iuüetläff. 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Denn abgesehen von anderen notleidenden Volks- treifen sind 80 Prozent der Deutschen Gehalts- und Lohnempfänger: und daß Gehälter und Löhne, die eine vierfache Miete tragbar machen würdeil, von unseren öffentlichen Kassen nicht ausgebracht werden und unsere Vftrtschaft auf deut Weltmarkt nicht fern1 kurrenzfähig erhalten können, bedarf keiner weiteren Ausführung. Die Hereinnahme von Auslandkapiiol für den ^Wohnungsbau wird von der Regierung mit Recht nicht geduldet, da unsere Zahlungsbilanz es höchstens verträgt, daß Auslanddarlehen für rein werbende Zwecke in beschränktem Umfang herein- genommen werden. Ich habe ferner in vorgenanntem Artikel nachgewiesen, daß die Mittel aus der staatlichen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, die auf Grund des § 26 der 3. Steuernotoerordnung in der Fassung, die er durch 8 11 des Gesetzes über Aendcrung des Finanzausgleichs vom 10. August 1925 erhalten Hai, in den Jahren 1926 und 1927 zur Verfügung stehen werden, nur dazu ausreichen, um jährlich soviel Wohnungen mit geringverzinslichen stdatlichcn Baudarlcheu zu fördern, als nach den seitherigen Erfahrungen jährlich mehr gebraucht werden. Die Wohnungen jedoch, die infolge des Ruhens der Bautätigkeit in der Kriegs- und Nachkriegszeit fehlen — ihre Zahl wird im 9teitf) auf nahezu 1 Million, in Hessen auf etwa 15 000 beziffert — können mit Hilfe des staatlichen Zuschußoer- fahrens nicht gebaut werden. Wir hatten ferner gesehen, daß, wer mit Hilfe dieser Staatsdarlehcn bauen will, 20 bis 25 Prozent der Bausumme — also bei bescheidenstem Bauvorhaben mindestens 2000 Mark — selbst besitzen mutz. Aus diesen Grundtatsachen habe ich den Schluß gezogen, daß Mittel und Wege gejucht werden müssen, um im Inland Baukapital durch besondere Sparmaßnahmen mit besonders geregelter Zinspolitik zu beschaffen. Es muß mit der Zeit wieder erreicht werden, daß das Baukapital für den Kleinwohnungs- bau in erster Linie durch die Fülle der kleinen Sparer zusammengebracht wird. Mögen auch die Sparmöglichkeiten bei der gegenwärtigen Wirtschafts, trise für weite Teile unseres Volkes gering sein, so beweist doch die Zunahme der Spareinlagen bei unteren öffentlichen Sparkassen und das lebhafte Interesse, das den privaten Baujparorganisationen, die sich in den letzten Monaten ausgetan haben, cntgegeu- gebrckcht worden ist, daß der Wille zum Sparen und zur Selbsthilfe in unserer Bevölkerung vorhanden ist. Die hessischen öffentlichen Sparkasse n haben (neben der Eröffnung der Bausparkonten nach System 1, die wir in dem obenerwähnten Aufsatz besprochen haben) durch die Einrichtung von B a u s p a r k o n t e n (System II) Wege gezeigt, wioes durch beharrliche Spartätigkeit möglich ist, das Kapital zum B a u einer Wohnung nach und nach aufzubringen. Der Bausparer hat sich durch Abschluß eines Vertrages zu verpflichten, wöchentlich mindestens 3 oder jährlich 156 Mark auf ein Bausparkonto cinzulegen. Es ist ihm freigestcllt, darüber hinaus nach Kräften weitere Einzahlungen zu leisten. Damit die Sparkasse ihrerseits Darlehen zu erträglichem Zinsfuß geben tann, werden die Einlagen auf Bausparkonto mit 3 v. H. verzinst. Der Bausparer erwirbt die Anwartschaft auf Gewährung von Baudarlehen bis zur Höchstsumme von 10 000 Mark, worauf das angesammelte Bausparguthaben angerechnet wird. Von der sich hiernach ergebenden Summe erhält der Bausparer 60 Prozent aus Mitteln der Bauspareinlaaen zu 4 Prozent Zinsen (Bauspardarlehen), den Rest bis zu 40 Prozent aus allgemeinen Mitteln der Sparkasse (Sparkassendorlehen), zu einem Zinsfuß, der 1 Prozent höher ist, als der jeweilige Einlage- zinsfuß der Sparkasse. Die Darlehensgewährung vollzieht sich nach folgenden Bestimmungen: Sobald jeweils die Gesamtsumme der Einlagen auf allen Bausparkonten die Höhe von 60 Prozent der vorstehend erwähnten Höchstbetragssummc von 10 000 Mark erreicht hat, wird aus der Reihe der Anwärter der Darlehensempfänger festgestellt. Der erste, zweite, vierte, fünfte, siebente, achte, zehnte ufro. Darlehens- empsängcr wird durch das Los bestimmt, wobei jeder Bausparer die Nummer seines Vertrags als Losnummer erhält. Der dritte, sechste, neunte, zwölfte ufro., d. h. jeweils der dritte Darlchcnscmpiänger, wird derart ausgewählt, daß derjenige Bausparer, dem bis zum letzten Tag des vorausgegangenen Kalenderhalbjahres die meisten Zinsen ausgelaufen sind, der also am nachhaltigsten gespart hat, das Darlehen erhält. Wer also am s r ü h e st e n und n a ch - haltig st en mitSparcn ansängt,hatdie größten 'Aussichten auf baldige Gewährung eines B a u d a r l e h e n s. Die Bau- Iparer, die nur die Mindesteinlagen aufbringen können, find an der höheren Spartätigkeit ihrer Spar- genossen ebenfalls interessiert, weil sie dadurch mittelbar auch schneller zum Zug kommen, da die Losziehungen um so häufiger stattfinden können, je höhere Einlagen gemocht werden. Die Bausparer sollen in der Regel zu Gruppen von je 100 Spargenossen zusammcngejchlossen werden, wobei in ländlichen Verhältnissen nach Möglichkeit die Balisparer einer größeren oder mehrerer kleineren Gemeinden eine Gruppe bilden sollen. Ist eine Gruppe vollzählig, dann kann die Sparkasse gleichwohl weitere Bausparer zu dieser Grupve zulassen, wenn die von den Gruppcnteilnehmern bereits einyezahlten Mindestbeträge mit Zinsen nachgezahll werden. Andernfalls werden sie der nächsten Gruppe zuaeteilt. Nur diejenigen Bausparer, die mit ihren Mindestzahlungen nicht im Rückstand sind, und mindestens 300 Mark eingezahlt haben, nehmen an der Losziehung und an der nach Maßgabe der ausgelaufenen Zinsen zu treffenden Auswahl teil. Uever die beiderseitigen Kündigungsmöglichkeiten sind besondere Bestimmungen getroffen, die aus den bei den Sparkassen und Gemeindebehörden erhältlichen Mlisterverträgen ersehen werden können. Es ist selbstverständlich, daß nicht alle Bausparer in kurzer Zeit mit der Gewährung eines Darlehens rechnen können. Wenn schon in Zeiten wirtschaftlicher Blüte ein jahrelanges beharrliches Sparen dazu gehört hat, um zu dem erforderlichen Eigenkapital für einen Hausbau zu gelangen, so ist es klar, daß in Zeiten größter wirtschaftlicher Not die Möglichkeiten nicht günstiger liegen können. Das Unternehmen wird nur dann van Erfolg gefrönt fein können, wenn alle, die an der Bekämpfung der Wohnungsnot ein unmittelbares oder mittelbares oder auch nur ein ideelles Interesse haben, sich daran beteiligen. Man denke an Hauseigentümer, die an der Erleichterung des Wohnungsmarktes interessiert sind, um in absehbarer Zeit von ihrer Zwangseinquartierung befreit zu werden, an Arbeitgeber, die infolge von Wohnungsschwierigkeiten keine Arbeiter und Angestellte bekommen können, an Eltern, die ihren Kindern bis zu ihrer Verheiratung ein Heim sicherstellen möchten, an junge Leute, die den Neberschuß ihres 'Arbeitsverdienstes dazu verwenden wollen, um bis zu ihrer Verheiratung zu einer Wohnung zu kommen, an Beamte in Dienstwohnungen, die bei der 'Versetzung in den Ruhestand nicht dem Wohnungs- elend preisgegeben fein wollen. Wer bald eine Wohnung braucht, hat ohne Errichtung eines Bauspar- Fontes und ohne ensprechendes Kapital überhaupt keine Möglichkeit, sich in absehbarer Zeit durch Neubau einer Wohnung selbst zu helfen. Mit Hilfe des Bausparkontos erlangt er wenigstens die Aussicht auf eine Wohnung. Im übrigen verbessern sich die Aussichten derjenigen, die es aus bestimmten Gründen mit Bauten eilig haben, dadurch, daß alle die, die mit Bauen noch warten wollen, vielleicht weil ihnen bei dem geringen aufgelaufenen Eigenkapital der Zinsaufwand für die aufzunehmenden Darlehen noch zu hoch ist ober weil sie noch in Dienstwohnungen wohnen, die sie erst in einigen Jahren zu verlassen brauchen, zunächst auf das zugefallene Darlehen verzichten, können. Die Betreffenden können dann später nach Bedarf durch schriftliche Erklärung gegenüber der Sparkasse ihren Darlehensanspruch geilend zachen. Die nächste fällige Festsetzung des Darlehenseinofängers wird dann in diesem Falle ausgesetzt. Bausparer dieser Art haben bann die Möglichkeit, neben den vertraglich vorgeschriebenen Mindesteinlagen sich noch ein gewöhnliches Sparkonto bei der Sparkasse zuzulegen und so ihr Bau- kapital zu vergrößern. Der Bausparvertrag enthält bann weiterhin noch Bestimmungen über die Auszahlung ber Darlehen an einen Treuhänder, ber bie Gewähr bafür übernimmt, baß das Darlehen lediglich für den Neubau verwendet wird, und baß biejer auch tatsächlich mit ben vorhanbenen Mitteln bezugsfertig hergejtellt werden kann, ferner über die hypollrekarischc Sicherheit ber Baubariehen und bte Notwendigkeit der Beibringung von Gemeindebürgschaften, inforoeii die Darlehen über die Beleihunas grenze ber Sparkasse hinausgehen. Im Rahmen dieser Ausführungen war es nur möglich, die wichtigsten Grundsätze für die Einrichtung von Bausparkonten herauszuheben. Hervorgehoben darf nun noch werden, baß es sich bei den Bausparkonten der hessischen Sparkassen um ein soziales und gemeinnütziges Unternehmen im besten Sinne des Wortes handelt, zumal die Sparlasstn sämtliche Einlagen aus Bauspar fonien und die mir ihnen erzielten Zinsgewinne zur Hingabe von Baubarlehen mit verbilligtem Zinsfuß an die Bausparer wenden. Es kann also schlechterdings nicht davon die Rede sein, baß burch diese soziale Maßnahme anderen Geldinstituten eine unbillige Konkurrenz bereitet wird. Die Immobiliar- .Unter dieser Lieberschrist schreibt uns unfer L-Mttarbeiter folgendes: Als vor langen Zähren die Elektrizität in ungeahnter Weise ihren Siegeszug antrat, als bas Genie des Meirschengeistes diese Aattir- fräste entfesselte, in geordnete Bohlten lenkte und in seinen Dienst zwang, ahnte niemand die alles wirtschaftliche Leben umwälzende Dedeu- hing dieser Tat. Die treibende Kraft der Elektrizität eroberte sich Fabriken und Werkstätten, als Lichtquelle beleuchtet sie heute Paläste und Hütten, und ist als wichtiger Heilfastor in den Dienst der leidenden Menschheit gestellt. Der nie rastende Menschengeist zwang sie. seine Lasten zu befördern, baute mit ihrer Hilfe schnelle Bahnen — das Leben und Treiben einer Großstadt ist ohne Trambahn heute undenkbar. Das ^lrprodutt zur Erzeugung dieser schier unerschöpflichen Kraftquelle grub der Bergmann im tiefen und dunklen Schacht — heute ist es das Wasser, das — ist der vorgeschriebene Weg einmal gezeichnet — uns fast kostenlos mit Kraft und Licht versorgt. Wer wagt es, die vielleicht schon in 50 Jahren Tatsache gewordenen Möglichkeiten vorauszuahnen? Wer hat vor gar noch nicht so langer Zeit an die Möglichkeit des drahtlosen Fernhörens gedacht? Mit Hilfe des elektrischen Funkens wissen wir heute bereits von einem Fernsehen! — — — Auch wir in unserer vberh^ssi scheu Heimat haben teil an diesen Großtaten einer vorgeschrittenen Technik. Borausschmude Köpfe schufen Kraftzentren, in Derbindung damit die Ueberlanfcanlagc. um Licht und Kraft in die entlegensten Ortschaften zu tragen. Niemand wird dies Produkt unserer Zeit heute missen wollen. Hast gleichzeitig mit dem Entstehen und Werden dieser Unternehmungen schuf sich Gießen seine Straßenbahn. Seit diesem Zeitpunkte setzte ein Drängen der umliegenden großen Orte, die meist weitab von den alles wirtschaftliche Leben verbindenden Derfehrswegcn liegen, ein, um Anschluß an die lebhaft pulsierenden Adern des öffentlichen Handels und Wandels au erhalten. Besonders lebhaft wurde der Wunsch in W i e - s e ck laut, wo In weiter Entfernung die glitzernden Schienenstränge rechts und link« vorbeilaufen. Aachhalttg wurde daS gesteckte Ziel verfolgt, man wußte in Wieseck, daß die ver- schiedenarttgsten wirtschaftlichen Verbindungen und Fäden der fast 4000 Einwohner zählenden Gemeinde nur in der Richtung nach Gießen laufen. Wieseck sendet sein großes Arbeiterheer fast ausnahmslos nach oder über Gießen zu den Arbeitsplätzen, der geschäftliche Verkehr im weitesten Sinne alter Wiesecker Geschäftsleute usw. wickelt sich ausschließlich in Gießen ab, alle Benutzer der Eisenbahn müssen nach Gießen, und schließlich stellt Wieseck eine starke Teilnehmer- und Besucherzahl bei Messen und Märkten, festlichen, sportlichen und allen sonstigen Veranstaltungen in Gießen. Es gibt kein Gebiet des täglichen Lebens, das nicht große Teile der Wiesecker Einwohnerschaft tagtäglich nach Gießen führt. Alles dies wußte und weih man in Wieseck. im Vertrauen hierauf hoffte man da- kredttmöglichkeiten sind heutzutage so gering, daß die vessentttchkelt ben Sparkassen dankbar sein muß. daß sie mit der Einrichtung ber Bausparkonten ben heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen angcpaßie neue Möglichkeiten zur Gewährung von Immobiliar frebit zeigen. Werben sich erst einmal wieder die wirtschaftlichen VerhälMissc aebeflert haben, und wird die Wohnungsnurtschast wieder In organischer Weise dem übrigen Wirtschaftsleben eingefügt sein, wird damit auch ber Immobiliarkredit wieder den Weg zu feinen früheren Formen zuriickgefuuden haben, bann werden diese Notmaßnahmen, wie sie die Dausparkonten barstellen, von selbst mleber über flüssig werben. Die Hebung de» Spürsinns, die gleichzeitig mit der Einrichtung ber Bausparkonten erstrebi wird, ist neben anderen wichtigen Voraussetzungen eines ber wesentlichsten Mittel zur Wiedergefimdung unserer Wirtschaft. mals. vor dem Kriege, auf einen glücklichen Auo- gang der Verhandlungen, die daS Ziel hatten, die elektrische Straßenbahn Gießens nach Wieseck auszubauen. Wollen wir uns heute darüber streiten, wer au dem Scheitern her damaligen Verhandlungen Schuld war? Der Zweck dieser Zeilen wäre verfehlt I Dann kam der Krieg. Aach langen und schweren KriegSjahren folgte eine Zeit scharfer innerer Wirrnisse, die den Bestand des AeicheS bedrohten und das wirtschaftliche Leben fast zum Erliegen brachten. Die Inflation machte das Maß der Leiden voll, jeder großzügige Gedanke wurde im Keime erstickt. Die Verhält" nisse konsolldierten sich dann wieder, der Blick konnte wieder aufwärts und vorwärts gerichtet werden. 3n dieser Zeit kam auS dem Wiesecker Gemeinderat der Antrag, die vor dem .Kriege zerrissenen Fäden mit Gießen wieder anzu knüpfen und erneut in Verhandlungen über die Weiterfiihrung der elektrischen Straßenbahn einzutreten. Auch diese Verhandlungen zerschlugen sich, doch soll auch unter diese Episode ein (Strich gemacht werden — die Auseinandersetzungen sind noch in aller Erinnerung, die beiden Aachdar- gemeinden sind weit auseinandergekornnten. Lind warum alte Wunden auf reißen? Soll unS aber der Kampf umS Leben vorwärtsbrinaen, so ist kein Aebeneinander-^ sondern ein Miteinander arbeiten notwendig: bie Zeit wird Gießen und Wieseck wohl wieder in freunbnachbarlicher Weise zusammen führen. Aun war aber der Drang und bas Verlangen nach einem Verkehrsmittel mit Gießen so stark geworben, daß sich die maßgebenden Männer in Wieseck auf ben Standpunkt stellten, allein daS Wagnis der Schaffung dieser Der^ kehrSelnrichtuna zu unternehmen. Dte Wahl war nicht schwer, sie fiel auf daS heute modernste Verkehrsmittel: den Autoomnibus. Sorgfältigste Berechnungen, in langen SihungSobenben und -Dächten von einem Nelnen KreiS von Männern aufgestellt, schufen die Grundlage Das waren die Optimisten, die sich nicht irremachen ließen und an dem Glauben festhielten: ein bequemes und modernes Verkehrsmittel in den Dienst eines täglich verkehrenden Publikums von durchschnittlich 1400 Köpfen gestellt, muß rentieren. Nachdem alles Für und Wider auf das Reiflichste durchdacht und überlegt war, wurde die Anschaffung von zwei Büssing-SechS- rab-Omnibuffcn im Gemeinderat einstimmig beschlossen. Seit diesem Beschluß ist eine verhältnismäßig lange Zeit verstrichen, bis er nun endlich Ereignis geworden ist. Was dazwischen lag, wissen nur die, die den Kamps mit durchgefochten haben. Zunächst die langwierigen und komplizierten Verhandlungen zwecks Erlangung ber Konzession, überall und an allen Stellen Zweifel und ernsthafte Vorstellungen über die Stichhaltigkeit ber vorgelegten Berechnungen und die voraussichtliche Zahl ber Fahrgäste. Endlich wurde bie Konzession erteilt. 3n der Zwischenzeit wurden Verhandlungen wegen Ausnahme eines Detriebs- kredits gepflogen, die zunächst aussichtsreich Der Auto-Omnibus-Verkehr Wieseck — Gießen. Ein Rückblick auf das Werden und Entstehen — ein Ausblick in die gukunftsmöglichkeiten. Gießener Stadttheater. | Erstaufführung des altslämifchen Schauspiels « „£ a n ) e l o t unb Sanberein“ und des Apostelfpiel» von Max Mell. Die Wiedererweckung eines mittelalterlichen Spiels wirb in einer Zeit wie der unseren, da die Sehnsucht nach dem Mittelalter wieder so rege ist wie von hundert Jahren, nicht mehr als eine literarische Ausgrabung angesprochen werden können, wie man dies zu Beginn unseres Jahrhunderts noch zu tun pflegte. Die ganze Zartheit jener vergangenen Gefühlswelt — man denke an das wundervolle Gleichnis von dem Falken und der Baumblüte im Lanzelotspiel —, die dichterische Verinnerlichung einer an sich groben Handlung in den alten Spielen, wie sehr spricht dies zu unserem Empsinden, das künstlerisch wie weltanschaulich in ben letzten Jahrzehnten auf zu verschiedenen Bahnen einhergehetzt worden ist, um nicht gerne zu jener keineswegs unkomplizierten, aber in sich selbst naiv-sicheren Seelenhaltung des deutschen Mittelalters zu flüchten! Diesem Sehnen kommen unsere Bühnen durch die Neuaufführungen altüberlieferter Spiele unb bie Wiedergabe neuer Dichtungen, die den Geist jener allen neu zu bannen juchen, entgegen. In glücklicher Weise hat das Stadttheater gestern ein altes und ein neues Spiel verbunden. Das altslämifche von „Lanzelot unb Sanberel n", das um die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts ein uns nicht mehr bekannter Dichter geschaffen, ist seit 1917, wo es die Deutschen In Brüssel aufführten, über manche Bühne gegangen. Die Gießener Aufführung, die wie die andern die Uebertragung von F. M. Hübner zugrunde legte, kann sich neben denen anderer Stähle sehen lassen. Karl D o 1 ck s Regie machte in edel ab= gestimmten Szenen den früheren dramatischen Zusammenhang durchsichtig und schuf die isolierten, bloß bildhaften Schauvorgänge zu einer Einheit um; einige Naturalismen in de msonst schön stilisierten Spiele würde ich streichen, wie z. B. das wechselnde Sich- setzen und Ausstehen der Figuren. An der Spitze der Einzelleistungen stand unstreitig der Lanzelot von Willi Hank e. Einer Rolle, die sehr wohl zur Heraushebung des Roh-Sinnlichen hätte verführen können, wußie er alle Sympathie zu gewinnen durch die Zartheit seines Spiels, die sein Begehren und Freveln an der schönen Sar.bercin als eine Unabwendbarkeit, als ein im Lauf des Geschickes Selbsioer- ständttches erscheinen ließ, und die uns mit dem Reuigen, der freiwillig in den Tod geht, versöhnte; dazu kam die überlegene Behandlung der Sprache, bie nichts von ben Schwierigkeiten ahnen ließ, die die gereimten kurzen Verse mit ihrer für uns unbeholfenen Wortstellung der Wiedergabe bereiten, und in dem edlen Klang der Worte schwang alle Poesie des Stückes mit. Susanne Heym, die als Sanderein zweifellos eine sorgfältig und mit Liebe erarbeitete Leistung bot, reichte doch nicht an ihren Partner heran. Die ursprüngliche Schlichtheit der kindlichen Magd, die sich, von der Fürstin verlockt, vom Buhlen gemein verstoßen, vom Ritter wieder emporgehoben, gleichbleibt in der Reinheit ihres Herzens, ward zu wenig sichtbar; konventionelle Della- mation, an sich schön unb sicher gehandhabt, lieh, ohne daß es die Künstlerin wollte, die Charakterzeichnung uneinheitlich werden und jeweils dasjenige Spiel an bie Oberfläche auffteigen, zu dem die Worte gerade verführten. So war diese Sanderein je nach der Szene bald nicht unkokett uyd von scheinbar berechneter Verschämtheit, die vom Gegner rasch über» wunden werden konnte, bald lormorjant, und ganz zuletzt, wo nur sonniges Giucksgefühl dominieren durfte, geradezu hämisch überlegen; es war, kurz gesagt, eine Darstellung von Öen Worten, ftat von dem ursprünglichen Erleben des Charakters aus. Gut dagegen war Susanne Heym, der offenbar andere Rollen besser liegen, in der poesievollen Szene mit dem Ritter, wo die Verse selbst bessere Führer waren. Der gütig verstehende Ritter warb von Friedrich G e f f e r s etwas behäbig, aber mit tiefer Keuschheit gespielt, die Rollen der raffinierten Tlutter fian(jelots, des Kämmerers, des Waldhüters (er war zu fein angezogen!) wurden von Auguste Marcks, Hans Wehrt, Paul Gehre sicher ausgefüllt. Schön sprach Marga R u l f die verbindenden Zwischenoerse des explizierenden Erzählers und die moralisierenden Schlußworte. Das neue Stück war das Im vorigen Jahre in Praa uraufgeführte 21 p o ft e l j p l e l von Max Mell, ber schon durch seine tüchtige Erneuerung alter, köstlicher Volksbücher als treuer Diener am deunchcn Mittelalter heroorgetreten ist. Dieses Legendenspiel, dessen Inhalt unsere Leser aus der Dienstagsnummer bereits kennen, birgt in der leisen Steigerung der so unendlich innerlichen, an die Art ber Laaerlöf gemahnenden Handlung unb in ber feinen Dlalog- ührung eine Fülle hoher dichterischer Werte, denen ich der Geist wahrhafter Frommheit ergreifend geeilt. Die ebenfalls von Karl V o l ck geleitete Wiedergabe war ein Kabinettstück an Ausschöpfung des dramatischen und lnrischen Gehalts des Spieles. Da war der von Dolck selbst gegebene bäuerliche Großvater, lebenswahr in der kleinsten Bewegung des Körpers unb Regung des Gesichtes und in dem Heraussprudeln seiner Worte unb Gebauten, Prolog und Epilog wirkten wohl infolge der ständigen Unruhe des drauflos hustenden Publikums, von dem ein Teil obendrein zu Beginn des Epilogs unerzogen nach den Türen hastete, etwas matt. Dann war da die Enkelin, deren rührende Kindlichkeit und gläubig- innige Heilandsliebe von Jngeborg Scherer überzeugend zum Ausdruck gebracht ward. Die junge Künstlerin, die hiermit sehr beachtlich hervorgetreten ist, formte in nicht ermattender S.ch-rheit ebne Abirren den von Anfang an richtig getroffenen Charakter und brachte Höhepunkte heraus (z. B. bei bti Erwähnung von Jesu Kreuzesworten oder bei der Frage: „Wie ist das, .wenn der Heiland liebt?"), die uns zu innerft erbeben ließen. Was das Spiel be trifft, so sind noch einige kleine Bewegungen, die zum Bauemmädel nicht passen, auszumerzen. Carl Juhnke lieh dem edleren der beiden Fremdlinge jene Wärme, die alle Figuren Juhnkes ausstrahlen; fein Spiel war, wie immer, wenn er seelische Kämpfe und Ueberrotnbungen dorzustellen hat, packend und erschütternd, zumal an jenem Punkt der Handlung, wo alles Böse in dem, „ben Gottes Finger berührt hat", zusammenbricht, ebenbürtig in oer natur wahren Zeichnung des anderen Fremdlings, des russifizierten, triebhaft-rauhen Kommunistenapostels, war Paul Gehre, dessen darstellerischer {Realismus, hier em reiches Wirkungsfeld gesunden. Es bleibt noch zu sagen, daß bei beiden Stucken die technischen Vorstände Karl Löffler unb Ludwig Keim in ber Schäftung einer stilgerecht angepahten Rahmen bühne unb ihrer Beleuchtung ein gut Teil zu dem Erfolg bes Abenbs beitrugen. —g. M Hab ma - buftenjlekh ▼ MARGARINE waren Plötzlich iam zu allen Nöten, die Deutschland durchkosten muhte, die heute noch anhaltende Geldnot. In keiner Dank, In keiner kommunalen Kasse nennenswerte verfügbare Geldmittel. Der Kredit wurde seitens der Reichsbank, die unter allen Umständen die Währung halten muhte und wollte, rationiert. Zur Belebung des wirtschaftlichen Getriebe- muhte Auslandsgeld hereingenommen werden, das nur unter bestimmten Voraussetzungen, die im Dawesplan festgelegt sind, weitergegeben wird. Auch Wieseck beteiligte sich mit einer Anzahl Städte und gröherer Gemeinden an einer Auslandanleihe der Hessischen kommunalen Landesbank und ging mit dem größten Teil der Antragsteller leer aus. Trotz all dieser Enttäuschungen gab der kleine Kreis der Optimisten die Hoffnung auf ein gutes Gelingen zu keiner Stunde auf, bis es endlich gelang, die Dank der Arbeiter, Angestellten und Beamten in Berlin zu gewinnen, die sich bereit erklärte, die erforderlichen Mittel bereitzustellen. Nun wickelten sich die Ereignisse in schneller Folge ab, intensivste Kommissionsarbeit brachte das Unternehmen in Fluh, und mit dem Erscheinen der wunderbaren Wagen, die ein Spezialfabrikat der Büssingwerke darstellen, schwanden die Zweifel. Heute schon wird in Wieseck der dringliche Wunsch laut, außer den zwei Wagen noch weitere in Dienst zu stellen, um den Anforderungen des Verkehrs in vollem Ausmaß gereckt werden zu können. Hunderte von Fahrlustigen müssen täglich wegen Heber» füllung der Wagen abgewiesen werden, weitere Bevölkerungsteile versuchen die Mitnahme zur Fahrt garnicht erst. Heute schon kann festgestellt werden, daß das Unternehmen auf festem Boden steht, daß es. wenn es erst einmal Ellenbogenfreiheit hat. sich zum Segen der Gemeinde auswirken wird und daß alsdann an die Lösung der Zukunftsaufgaben herangetreten werden kann. Hierzu gehört ein kühl abwägender Blick, etwas Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich nicht ins Äferlose zu verlieren. Was bedeutet nun dieses Ereignis für unsere engere oberhessische Heimat? Wieseck ist im großen weiten Umkreis die erste Gemeinde, die au- eigener Kraft ein derartige-, bedeutungsvolle« Unternehmen schuf. Die Folgen hiervon sind vorerst nicht abzusehen, zumal in den führenden Kreisen in Wieseck der Gedanke vorherrscht, bei dem jetzt Erreichten nicht stehen zu bleiben und als nächster Schritt die Erschließung des Busecker Tales ins Auge gefaßt werden wird. Heute und morgen verwirklicht sich dies natürlich nicht, denn das sind Aufgaben, die einer reiflichen Durcharbeitung bedürfen. Aber hat Die Wiesecker Tat für ähnlich gelagerte Gemeinden nicht ganz neue Perspektiven eröffnet, ist dies nicht ein Schritt, unserer engeren Heimat ein ganz neues Gepräge zu geben? Die an sich einfache Tatsache der Anschaffung zweier Per- sonen-Omnibusse durch eine Gemeinde von der Größe Wiesecks, die selbständige Regelung und Erfassung des vorhandenen Verkehrs in gemeinwirtschaftlichem Sinne ist in dieser Art von geradezu umwälzender Bedeutung, die Folgen hiervon sind vorerst nicht abzusehen. Die seitherige Inanspruchnahme des Verkehrsmittels hat die Rotwendigkeit desselben glänzend gerechtfertigt. Wenn sich bis jetzt hie und da kleine Mängel einstellten, so sind es solche, die nicht vorausgesehen werden konnten, jedenfalls wird aber die Leitung des Unternehmens alles versuchen.-erfüllbaren Wünschen und Beschwerden der Fahrgäste im weitesten Maße gerecht zu werden. Zu den augenblicklich unerfüllbaren Wünschen gehören die lauten Ruse nach einer Vergrößerung des Wagenparks. Al- notwendig ist dieselbe von vornherein angesehen worden. Ob und inwieweit sich diese Hoffnungen und Wünsche hi naher oder ferner Zukunft verwirklichen lassen, das hängt von der Stetigkeit des Betriebs ab. dem alles Gute zu wünschen ist. ein für allemal gesichert." Und damals gab es gleich zwei Verlobungen! Und ein weiteres ist geblieben, wie es seinerzeit war, eher noch schlimmer geworden: daß nämlich der Wunsch, ein Schneeläufer zu werden, auch von der Mode beeinflußt wird. Trotz aller Aufklärung und trotz der Sintflut von Tinte, die an Belehrung über Schneelauf in Büchern und Zeitschriften geflossen ist, kommen die Leute mit den unglaublichsten Ausrüstungen und — Zumutungen zum Skikurs, einen Kursleiter zur Verzweiflung bringend. Was aber besser wurde, wenn auch bei weitem noch nicht allgemein, das ist die Kursmethode. Die Kurse sind pädagogischer geworden. In den Anfangszeiten legte man nur Wert auf die Erlernung der auffallendsten und schönsten Hilfen der Ski- technik. der Schwünge, und man glaubte auch, daß jeder Anfänger schon beim ersten .Kurs das Springen erlernen müsse. Die Amateurlehrer waren meist junge Skandinavier, die wohl alles schön vorfahren, nicht aber erklären konnten. Der Kurs mar demzufolge meist ein ziemlich planloses Durcheinander. Die Teilnehmer wurden weniger für sicheres Laufen und Geländebeherrschung, als für schönes Lausen und Schwingen am Uebungshang ausgebildet. Die Anwendung der gelernten Hilfen beim Geländefahren blieb ihnen selbst überlassen. Das hat sich geändert. Namentlich alpine Läufer beschäftigten sich eingehend mit den skitechnischen Hilfen, wid° mden sich förmlich einem Studium der Skitechnik und bauten auf der Zusammengehörigkeit der verschiedenen Hilien nach pädagogischen Grundsätzen einen methodischen Lehrgang auf. Die Kursteilnehmer werden heute bei einem guten Kurs nicht nur für das schöne, sondern vor allem für das sichere Laufen in logischem Fortschritt vom Einfachen zum Schwierigen unterrichtet. Man lernt heute beim Skikurs gleich auch die Anwendung der Hilfen für den Geländelonf und verläßt einen guten, modernen Skikurs bann tatsächlich mit dem Bewußtsein, nun mit Touren beginnen zu dürfen und mit Genuß und Freude die sportlichen Reize des Skilaufes, die Schönheiten und stillen Heimlichkeiten der verschneiten Winterlandschaft aufsuchen zu können. Bei einem solchen guten Kurs kommen nicht mehr, wie früher, aus einen Kursleiter ein halbes Hundert Teilnehmer, sondern auf höchstens 20 Anfänger ein Lehrer, der sich jedem einzelnen mit Aufmerksamkeit widmen kann und sich nicht zu zersplittern braucht. Alle zu erlernenden Hilfen werden zuerst in Vorübungen zergliedert, und erst, wenn diese Vorübungen und die Grundlagen „sitzen", werden daraus die eigentlichen Hilfen Der Skitechnik: Stemmbogen, Ouerschwünge, Ausfallschwung usw. gebildet. Diese Hilfen werden bann nicht nur auf dem sanft geneigten Uebungshang, sondern auf Uebungstoiiren im Gelände und an ausgesuchten schwierigen Stellen gezeigt und geübt. Eine Schlußtour auf irgendeinem Skiberg der nächsten Umgebung beschließt meistens den Kurs. Was draußen auf dem Schnee nicht gelehrt werden kann, wird in abendlichen Vorträgen nachgeholt. Seit einigen Bahren sind auch Tourenkurse beliebt geworden. Es sind dies weniger Kurse zur Ausbildung von Skitouristen, als vielmehr gemeinsame Fahrten ins Gebirge für diejenigen, denen es tm näheren Bekantenkreise an Tourenanschluß und Tourenführung fehlt. Unter Skikurs versteht man im allgemeinen ein von einem Skiverein ins Leben gesetztes Unternehmen unter Leitung von Amateurlehrern. In den Wintersportplätzen sind heute vorherrschend Beruss- lehrer tätig, die begreiflicherweise nach Art der Skikurse nicht unterrichten können. Ihr Schüler- material wechselt au sehr. Für ihre Berufspropaganda bedienen sich die Berufslehrer neuerdings des Ausdrucks „Skischule". Zwischen Skikurs und Skischule besteht somit ein Unterschied. Und noch eins! Ueberwindung ist allemal notwendig. Der Schneelauf beansprucht unsere Gehwerkzeuge in einer etwas anormalen Weise. Die ungewohnten Bewegungen und auch der ungewohnte Aufenthalt im Gebirge und in Schnee und Kälte stellen nicht unerhebliche Ansprüche an die Widerstandsfähigkeit und Ausdauer des Lernenden, dem ich zum Schluß zehn launige Gebo t e für Kursteilnehmer zur Beherzigung mit auf den Weg gebe. Turnen, Sport und Spiel. Sfciiuirfe. Von Carl I. Luther. Der Schneelauf hat seinen verblüffend raschen Siegeszug durch ganz Mitteleuropa nicht zum wenigsten dem Skikurs zu verdanken, einer Einrichtung, die in der Heimat des Schneelaufes ganz unbekannt, allerdings auch überflüssig ist. Schon allein durch den Skikurs unterscheidet sich unser Skilaufbetrieb wesentlich vom skandinavischen. Dort das empirische Schneeläuferwerden von Kind aus nach dem Sprichwort: „Wie die Alten jungen, zwitschern die Jungen'"; bei uns gerade das Gegenteil: die Alten lernen von den Jungen, d. h. der Kursleiter und Skilehrer ist zumeist ein junger, gewandter Schneeläufer unter dem Durchschnittsalter feiner Schüler. In unseren Gebieten kann ja nur der junge Gebirgsbewohner, der den Schnee vor der Haustüre liegen hat, ein Schneeläufer nach skandinavischem Muster werden. Die anderen, die weitab von den schneereichen Gebieten in den Städten wohnen, müssen eine Reise tun, ehe sie 3um Schneelaufen kommen, müssen für den Aufenthalt in fchneegefegneten Gebieten Zeit und Geld .aufwenden, und daher kommt es denn, daß sie sich zumeist erst in den vorgerückten Jahren der Selb-- l ständigkeii dem Schneelaus widmen können. ■ Diese Verhältnisse riefen den Skikurs ins ? Leben: an ihnen aber krankt er auch, so fonder- , bar das klingen mag. Wenn wir aber annehmen, r daß ein Skikurs gleichbedeutend sei mit dem Versuch, zwanzig, und mehrjährige Leute, die bisher in feiner Weise sportlich tätig waren .innerhalb weniger Tage etwa zu Fußballspielern heranbilden zu. wollen, so wird man mich verstehen. Daher denn auch das eifrige Mühen der organisierten Schneeläuserwelt, die Jugend heranzuziehen, um mach und nach den Skikurs, als eine überwundene Sache, überflüssig zu machen. 9m Laufe der Entwicklung des Wintersportes haben sich auch die Fremdenverkehrsinteresfenten des Skikurfes bemächtigt. Daß er eine gute Gelegenheit zur Heranziehung der Fremden ist, liegt ja klar auf der Hand. Und wenn in diesen Tagen fast jedes Gebirgsdorf und jedes Hotel einen Ski- knrs ausfdjrcibt, so hat das manchmal leider mit der eigentlichen und sportlichen Entwicklung des Scknee- laufes wenig zu tun. Rur ein kleiner Teil der heute ausgeschriebenen Kurse wird von den Veranstaltern als sportliche Angelegenheit und als ein Unternehmen zur Heranziehung oder Weiterbildung guter Schneeläufer betrachtet. So ist denn her Skikurs im Laufe der Zeiten aus einer rein sportlichen Angelegenheit auch ein winterlicher Bergnügnngs- nnd Erholungsanlaß geworden, eine Gelegenheit, wintersportlichen Anschluß zu finden, wobei oft auf Kurzweil und Anschluß mehr Gewicht gelegt wird als auf Schneelauf. Daß die Skikurse der ersten Zeit viel schöner als die gegenwärtigen waren, ist lautere Wahrheit. Da zog man vor 20 und noch vor 10 Jahren hinaus in ein einsames Gebirgsdorf, verlangte nicht nach Bequemlichkeit, begnügte sich mit einfachen Bauernstuben und einfacher Kost. Man war nur um des Schneelaufes willen da, schärte sich in heller Begeisterung und Verwunderung um irgendeinen jungen Meister, übte unermüdlich den ganzen Tag, daß es nur so krachte, und sank bann abends todmüde, aber glückselig über einen gelernten Telemark, ins 'Bett. So ganz anders war es damals als heute. Rur eines war schön, wie es heute noch ist: allemal gab’s mindestens eine Verlobung! Mit Vergnügen erinnere ich mich an meinen ersten, vor IS Jahren für einen Münchner Klub abgehaltenen Sk'kurs, vor dessen Beginn mir ein erfahrener Freund auf die Schulter klopfte und meinte: „Sehen Sie zu, daß bei dem Kurs wenigstens eine Verlobung zustande kommt, dann ist ihr Renomee als Kursleiter 1. Du sollst vor, während und nach dem fturs auf die Kursleiter vertrauen, sollst nicht auf das Schneegigerl hören, das auch Schiebkarren stoßen würde, wenn es gerade „modern" wäre, und sollst nur nach Dingen fragen, die bei ruhiger Ueber- legung dein Laienverstand wirklich nicht selbst beantworten kann. 2. Du sollst deine „besonderen Wünsche" im Zaume halten wie deine Skier und sie nicht zahlreicher machen als deine Stürze im Schnee. 3. Du sollst die Pünktlichkeit deinerseits und die Menschlichkeit der Kursleiter heilig halten und nicht an ihrer Fähigkeit zweifeln, wenn sie mit der Antwort auf deine Frage nach der Ursache deines häufigen Fallens aus Höflichkeit nicht das Richtige treffen. • 4. Du sollst deine Schneeschuhe vor dem Kurse richtig verpassen, sollst sie pflegen und hegen, teeren und wachsen, auf daß es ihnen wohlergehe und du selber lange gehest auf ihnen. 5. Du sollst nicht die Geduld verlieren, wenn die Erklärung und Demonstration des Telemarkschwun- ges auf dem Wege durch dein Agge, Hirn und Bein ihre Klarheit verliert. Auch das Avffassungs- uermögen will trainiert sein. 6. Du sollst nicht dahin gehen, wo deine Skier hin wollen. Auch dann nicht, wenn du sie vorher unvernünftig glatt gebügelt hast. Wenn du dem Hausknecht diese Sache überlasten hast, so geschieht es dir recht, wenn du dieses Gebot zu deinem 1 eigenen Nachteil nicht halten kannst. 7. Du sollst nicht anderer Leute Stöcke gebrauchen, wenn sie dir auch noch so griffbereit stehen. Andere Leute greifen im Notfall auch nicht gerne in die Luft. 8. Du sollst dich nicht rühmen, den Ehristiania zu können, wenn du einmal nicht nach hinten, sondern mit überkreuzten Skiern und verknoteten Beinen seitlich gefallen bist. 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Skiwachs, Fell, Messer und alles, was sein ist. 10. Schneelaufen und nicht verzweifeln. Sportvorschau für Sonntag, 20. Dezember. Bas ensport: Der Fußball bringt wiederum Punktspiele. di« ja jetzt Sonntag für Sonntag — in tinsichl auf die bevorstehenden Meisterschaft-- ntscheidungen — immer interessanter werden Aehnlich verhält es sich auch im Handball der, soweit es Witterung und Bodenverhältnisi zulassen, im Zeichen der Meisterschaftsspiele stehe wird. Dasselbe ist auch vom Hockeyspvrt z sagen. Tennis ist auf den Tisch verlegt worden, und 'in Berlin werden die Meisterschaften von Berlin im Rahmen eines Tischtennis-Turniers des T. E. Borussia 02 (unter zahlreicher Beteiligung) am Sonntag In den Endspielen entschieden. Leichtathletik und Turnen haben wiederum nur ein recht mageres ober schließlich gar fein Programm. Das erste gilt von der Leichtathletik, auf deren Gebiet in Düsseldorf ein für den Westdeutschen Spielverband offenes Hallensportfest vonstatten geht. Man erwartet erste westdeutsche Sprinterklasse am Start. Schwerathletik: Die Europameisterschaften im Ringen der Amateure werden unter ausgezeichneter Beteiligung Deutschlands — hier liegen 11 Meldungen vor — Oesterreichs, Ungarn«, Jugoslawiens. Italiens, Schwedens. RorwegenS und Frankreichs in Thailand durchgeführt, der Sonntag bringt die Schlußkämpfe. Wintersport: Die hauptsächlichste Begegnung tm Eislauf findet am Samstag und Sonntag im Berliner Sportpalast statt. Der Berliner Schlittschuhllub hat den österreichischen Gishockehmeifter, den Wiener EiSlaufverein zu Gaste, der am Samstag gegen S. E. Eharlottenburg und am Sonntag / gegen den deutschen Meister antreten wird. In Schierke wird die Wintersportsaison mit einem Eröffnungsbobrennen eingeleitet. In St. Anton am Arlberg beginnt der Lehrkurs des Deutschen Skiverbandes. In Nürnberg veranstaltet die Nürnb erg- FurtherMotorradsahrervereinigung ihr 1. Motorrad-Eisrennen auf dem Dutzendteich. 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten. jenes, sah. es Einsatz-Hemden, Herren-Socken Hosenträger U83»p Franziska. Roman von L i e s b e t Dill. deine Welt, laß mich dich kennen lernen. Sie fühlte, daß er ihr viel zu geben hatte. Wenn Hasse ihr dasselbe gesagt hätte, würde sie es mit ihrem leichten Achselzucken abgewehrt haben. ilnb doch war in dem, was Mariot ihr sagte, vieles ihr von Hasse her bekannt, nur daß es jetzt auf fruchtbaren Boden fiel. „Sic können etwas", das Wort machte sie stolz und sie arbeitete wie int Fieber an dieser neuen Rolle. Normal-Hemden, Normar-Hosen Normal-Jacken Hauch von „______ ____ trug sich auf die Sänger und Sängerinnen, die Orchesterleute und den Chor. „Es war wieder Mariot machte ihre weichen, sentimentalen 'Bewegungen spöttisch nach und karikierte ihre leicht zum Detonieren neigenden Einsätze. Sie stand auf der Bühne wie in Flammen gehüllt. Aus ihren Augen sprühte die Wut, sie zerbiß die Taschentücher hinter den Kulissen, und oft, wenn sie aus liefen anstrengenden Proben beim» kam, warf sie sich auf das Bett, um zu weinen... Eines Morgens begegnete Franziska Mariot auf der sonnigen Treppe des Hoftheaters. Er rauchte eine seiner langen Zigaretten. „Die find heimlich verlobt, höre ich?" fragte er plötzlich. Sie stand wie mit Feuer übergossen, ihre Verlobung kam ihr in diesem Augenblick als etwas Verbotenes', Anerlaubtes, ja fast Lächerliches 'wr. „Darüber brauchen Sie doch nicht ry. zu werden", lachte er und warf ihr einen prüfenden Blick zu. „Es kommt mir vor, als ©b Sie mehr könnten, als ob Sie von unbekannter Seite beeinflußt worden seien. Jeder Einfluß ist unmoralisch. Das Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung, das eigene Wesen soll zum Ausdruck gebracht werden. Run, so tun Sie's doch! Sie brauchen in der „Königstochter" nur sich selber zu spielen, dann sind Sie gut. Mehr verlange ich gar nicht. Aber Sie schauen immer rückwärts, als ob Ihnen jemand über die Schulter sähe. Hat man Ihnen Handschellen angelegt?" .Und er warf einen spöttischen Blick auf ihre goldenen Armbänder. „Befreien Sie sich davon. Dann erst können Sie spielen. Sie können nämlich etwas", setzte er nachlässig hinzu, indem er den weichen Hut aufstülpte. „Aber freilich, man muß erst etwas sein, um etwas zu machen." Er grüßte und ließ sie in der Sonne stehen, winkte einen vorüb erfahrenden Magen heran und fuhr davon. Franziska sah ihm nach, es war das erstemal, Daß er ein persönliches Wort zu ihr gesprochen, das erstemal, daß durch seine Worte etwas wie Interesse geblitzt hatte. Sie hätte ihn fest» halten mögen. Sprich mehr mit mir... offne mir Wohlgemut immer etwas Rundes, Abgefchlos- *—e dem man mit Seelenruhe entgegen- -i ging eine Gemütlichkeit, ein wärmender on dem alten Dirigenten aud und über- t Aug.Waag s j Haffe unb Franziska sahen sich wenig zu dieser Zeit. Wenn Hasse zue Stadt in Franziskas neue große Wohnung kam, war Franziska ausgegangen oder noch nicht aus Der Probe zurück. „Wir werden zu sehr ausgennht", beklagte sie sich. „Wenn die „Königstochter" endlich vorbei ist, bann", tröstete sie ihn. Er fühlte aus ihren kurzen, flüchtigen Briefen heraus, daß sie mit Ihren Gedanken ganz bei der neuen Arbeit war und nicht gestört sein wollte, und er sagte sich, daß er sie selbst darauf verwiesen hatte, an sich zu arbeiten. Daß sie die Eben- Hausen nerbränpt hatte, machte auch ihn stolz. Er wollte ihr mchts in den Weg legen, bis diese Premiere vorbei war. ®r sagte sich das, während er im Park spazieren ging, aber er fühlte, daß iljm etwas fehlte. Der Gedanke an die Zukunft kam ihm immer wieder. Würde Franziska diesen Beruf, in dem sie lebte, aufgeben, würde sie dies nicht bereuen oder auf einmal doch wieder zur Bühne zurückkehren wollen? Eine Frau, die einen Beruf hat, gehört einem Manne nur halb. Er hatte das oft erlebt und gesehen? und dasselbe sollte sich diesmal wiederholen? Er hatte nie an Ehe gedacht, aber je mehr er mit Franziska zusammenlam, desto inniger verbunden fühlte er sich mit ihr, die Gegensätze ihrer Charaktere, der Unterschied ihrer Erziehung und Anlagen machten sie einander airziehend. Es blieb ihnen Immer etwas zu sagen, sie blieben einander .Immer neu. Im Grund fand er, war er ungerecht, er verlangte eine außergewöhnliche Frau, und weil sie außergewöhnlich war, machte er ihr daraus wieder einen Vorwurf? Aber wie er auch grübelte und mit dem Stock gegen die Büsche schlug, er kam wieder aus den Ausgangspunkt zurück: cs war eine einmal alles wie aus dem Guß", wurde nachher In den Zeitungen gelobt. Cs war so Gebrauch, Wohlgemutsche Premieren lobend zu besprechen, so daß man Die erste beißende Kritik der Morgenzeitung wie eine Revolution enrpsand „gegen einen alten, verdienten Meister, Der seine Sache immer brav gemacht". Hasse saß in einer kleinen, dunklen Parterreloge in dein völlig verdunkelten Zuschauerraum und blickte in das Orchester, wo Mariots Kopf über den Lichtem und Pulten der Musiker auf- tauchte. Sein feingemetßeltes Profil hob sich blaß unb grünlich in der grauen Beleuchtung hervor. Zum ersten Male sah Hasse ein Theater am Morgen, sah die Künstler in ihrem Zivil. halbe Frau, niemals würde er, wie fein Chef, eine Gattin haben, die nur für ihn lebte. Er hatte jetzt wieder für Franziska sorgen, ihr die Wohnung mieten, die Möbel kaufen, Tapeten aussuchen müssen. Sie sagte immer nur: „Ich habe keine Zeit dazu." Solche Dinge interessierten sie gar nicht. Was ihm Lebensbedürfnis war, helle, angenehm temperierte Rgume, saubere Eingänge, ruhige Straften, alles störte und benötigte sie nicht. Sie lebte in ihrer Theaterwelt, aus der sie nur dann und wann den Kopf steckte, um frische Luft zu schöpf en. Er fürchtete, dieses ungesunde Leben in den staubigen Räumen würde sie krank macheir. Sie neigte zu Herz- assektionen, ihr Puls ging in diesen arbeitsreichen Tagen wie im Fieber: sie war zu keiner ruhigen ■Unterhaltung zu zwingen, jeder Zärtlichkeit abgeneigt, zerstreut unb unruhig. Sie bachte, wenn sie zusanmren waren, nur an ihre Rolle, ihre Proben. Mariots Rügen, Marivts Lob. Mariots Känrpse und Randbemerkungen beschäftigten und erregten Franziska. „In die Hauptprobe mußt du kommen," hatte sie ihm gesagt, „der Portier läßt dich herein, wenn du ihm eine Karte von mir gibst." Der Tag der Hauptprobe zu der „Königstochter" tarn heran. Die Hauptprobe war bei Der erste Akt spielte auf einem GutShvf, der durch Kulissen angebeutet war. Aus der grell beleuchteten Bühne ging der überlebensgroße Stephansberger, der König, mit der kleinen Königin, einer blonden Koloratursängerin, auf und ab. Das Orchester setzte ein, die Schnitter kehrten Helm vom Felde, ihr fünf stimmiger Ge fang erschallte hinter den Kulissen: man sah die Hand des zweiten Kapellmeisters taktieren. In der grellen Beleuchtung zogen die Cho- riftinnen auf, paarweise von dem Regisseur in Reih' und Glied geordnet, mit ihren Locken- chiMons, in weißen Blusen mit Lackgürteln und gleichgültigen Gesichtern. Die Männer trugen Tücher um ben Hals, sie sahen verdrießlich aus, einige hatten Bäuche, ein paar jüngere waren mit geckenhafter, schäbiger Eleganz gekleidet, ein Rothaariger, lümmelhaft, mit langen Armen wie „der verlorene Sohn", schritt ihnen voran. Der' Regisseur, ein Mann mit langem weißem Haar unb ungewöhnlich hohen Beinen, lief vor ihnen her, bald stand er mit einem Sprung an dem schräggerückten kleinen Tisch, um einen Blick in die Partitur zu werfen, bald schritt er vor den Choristen her, den Takt klatschend und Tanzbewegungen machend... Der Autor, ein kleiner Herr in Heberzieher und krausem schwarzen Haar, der aussah, als trüge er alle Schmerzen der Welt, sah in dem dunklen Parkett, das wie ein schwarzer Schlund ‘ heraufgähnte, und blickte mit hochgezogenen Brauen über die Schultern des Kapellmeisters in seine Partitur, er krauste bei jedem falschen Ton die Augenbrauen, als habe er Zahnschmerzen. Mariots graues, scharfgeschnittenes Gesicht mit dem zurü^eworfenen schwarzen Haar glich in der bleichen, düsteren und dabei grellen Beleuchtung seines Pultes einem grollenden Gott, der aus Der Unterwelt auftaucht. Der Schnittertanz wurde mittendrin unter - brochen durch das Klopfen des Kapellmeisters. „Meine Herren, fingen Sie dock nichts aus anderen Opern! Hat denn keiner seinen Einsatz, und warum weiß denn niemand, daß Die herzu mir sehen sollen? Gs ist alles genau angegeben —“ (Fortsetzung folgt.) s Vezir p Sp°r/ J Spiel 9 verrm) gen, w° winni ■ htflepj Meifteri errinfll zweitem gerecht 8 erst, ben vp> trW bt ariMte „tu S-M nodj.oon Marter frage her Aurhesfen ben am Spiels Punkt D lich Vcdr biex bunt bewerb unb ben 8 ende eile Hierzu weilerbe Abstiegs bei M bestehen! Mr »ich Sie 2 Kurl „SP' ®or 05 ( M Spi 5/ 5.-1 We S. (8ii fiu Oft r Um gesehen. flnrnwli sich enffd unb spiel ersetzliche die Götti Serie wc behaupte Um! s.1 6.6.03 3:34 rg nach fam öeiöen Allerdint bet $an' 2:0 für bleien 1 Mtmeist Stürmet die ihm oU 03 letzter fl beu erst auf dem Io recht Diele fi Mell Ile mit im End ersten ! Defidei „ Dal Hesse: am San keil öes . Dasü Qi lullia1 öger % Sia? * er heilig hg ^b l|nb bie Ider UrfMr U t,e" pjÄ ’* d °h hin 2(unemArt,d,roui1' Ä*A' „Seit dch. 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Arn »a Aaste, der am 8* tenburg und am &*' Meister antrrien M -|r Lintersportsaison mit «M eingeleitet. Sn St W der Lchrlurs des DeM Dürnberg s?sh£ ^Hinern AuEvf, d« *•* ff L1-LK Völlig. “‘LjLiJ^S r stss* ihr fünfstiMign J ÄUTj|im; man MO :er den xuuii • taftictfr. ten Kapellmifl«» Beleuchtung M « in veile L-uken- und 3Iu,Ye S^er W item. Die . ^pnehlich cß3USsit P dn” Wifi alles 9 en • ßerreN'^ • Verein Spiele unentsch. verl. F. E.—H essen 21m kommenden Samstag: folgenden Stand: Spiele ricöbcra. ir S °Dg tzann.Münben 25 Gießen 1900 24 Kurhessen Marburg 26 26 Otterode 90 do. in prima Laqk D/ 50 Verkaufsstelle in Gießen Seltersweg 91 11846a - H Tore 16:3 6:1 1:9 0:2 2:6 1:5 4 3 3 2 2 2 1 1 Pkt. 8 5 3 0 0 0 goto. 4 2 1 1 2 2 2 F.-C. Wetzlar Hessen Gießen Niedergirmes Gießen 1900 Schupo Weht D. C Wetzlar in Lack, auf Rand gedoppelt........ H .-Rindbox • Schnürschuhe, auf Rand ged. R’Chevr. - Spangen - schuhe, ganz i. Leder- ausf-, auch z. 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Im Jahre 1927 soll die Regatta des Mittelrheinischen Verbandes on'ößlich des 50. Jubiläums der Koblenzer Rudergesell- schäft „Rhenania" in Koblenz dnrchgeführt werden. ____ Qberhessen. ..nnvlreis toicßcu. j) U i d), 17. Dez. In der Sitzung des Stadt- vorstandes wurde die für das Jahr 1926 zur Erhebung gelangende Gemeindehunde- steuer derart festgesetzt, daß vom 1. Januar 1926 ab für den ersten Hund jährlich 10 Mark zu entrichten sind, während für den mehrfachen Hundebesitz ein Zuschlag in der Weise erhoben wird, daß für jeden folgenden Hund 20 Mark mehr als für den vorhergehenden zu bezahlen sind. — Seitens der Reichseifenbahnverwaltung ist an die Stadt das Ansinnen gestellt worden, die Zustimmung dazu zu geben, daß an Sonntagen der Eisenbahnübergang am Birklar er Wald in der Gemarkung Lich zur Ersparung von Personal geschlossen bleiben kann. Der Stadtvorstand konnte sich mit dem Vorschlag nicht einverstanden erklären und machte geltend, daß bei günstiger Witterung ein Fußgängerverkehr dort immerhin stattfinden kann und daß eS in den Erntemonaten übrigens nicht ausgeschlossen sei, daß zur Bergung der Ernte auch Sonntagsarbeit notwendig werden könnte. In beiden Fällen würde dann die beabsichtigte Schließung hinderlich sein. — Dem Turnver-- ern Lich wurde auf Ansuchen hin ein weiteres Darlehen in Hohe von Mk. 5000 zum Ausbau seiner Turnhalle bewilligt. Das Darlehen ist mit 10 Prozent jährlich zu verzinsen und mit 3 Prozent jährlich zu tilgen. Das Geld soll im Anleiheweg beschafft werden. Gleichzeitig wurde die an deir Turnverein zu entrichtende Miete für Ll?b erlas jung der Turnhalle zum Turnunterricht der Volksschule auf den Betrag von 500 Mk. erhöht. Die Stadt stellt ferner die Heizung und zahlt die Vergütung des Turnhalldieners. Aus der Mitte der Versammlung wurde darauf hingewiefen, daß bei dem Umbau der Turnhalle besonderes Gewicht auf den Aus- nen Sonntags 03 gegen Kastel betont, daß also auch noch von anderer Seite als nur von der der beiden Anwärter eine Entscheidung in her Meisterswasts- frage herbeigeführt werden kann, (Hessen 09 schlug Kurhessen im Vorspiel 3:1!) — Fulda schlug Münden am Sonntag 4:2 und steht nun mit gleicher Spielzahl endgültig vor Göttingen mit einem Punkt Vorsprung. — Inzwischen sind verschiedentlich Bedenken darüber aufgetaucht, ob 06 Osterode, die durch dreimaliges Nichtantrelen aus dem Wett- bewerb ausschieden, noch in der Tabelle zu führen und demzufolge überhaupt noch zu den drei Ab- steiaenden zu rechnen seien, so doß das Ende der Tabelle aus Wetzlat, Münden und Gießen bestände. Hierzu ist zu sagen, daß Osterode ja als Verein weiterbesteht und selbstverständlich als solcher allen Abstiegsfragen unterworfen ist. Diese Bedenken, die bei Kurhessen Marburg (die ja als solcher nicht mehr bestehen) eine gewiße Berechtigung haben, treffen tunen, tute vurausöuic^.i, tuget um 2:4 gewannen. Der junge gute Torhüter der Mündener verhütete, daß das Torverhältnis seines Vereins, das mit 29:92 zu den schlechtesten des Bezirks zählt, nicht noch schlechter wurde. Im übrigen fehlte Mündens bester Mann, S a a l f e l d , der zur Zeit noch disqualifiziert ist. Lahnkreishandball. tz. An den beiden Spieltagen der Woche, am vergangenen SamStag und Sonntag, find mit dem Siege ..Hessens" Schupo und F. C.-Rieder- girmes keine Tabellenänderungen in der Reihenfolge eingetreten. Da« nicht zum Austrag gekommene Spiel „Hessen"—F. T. beruht auf einem Schiedsrichterfehler und kann also vor Entscheidung der Angelegenheit durch die Behörde nicht gewertet werden, da einwandfrei erwiesen ist, daß die Schuld nicht an den beteiligten Vereinen liegt. Aehnlich liegt es mit dem Spiel Niedergirmes—„Hessen" 0:0. Hier ist eine Tabellen- änberung erst möglich, wenn das Urteil zugun- Ucn der „Hessen" veröffentlicht ist. Wir registrieren also zunächst noch wie folgt: 36 Punkte 35 „ 33 32 „ 28 „ 28 28 26 24 20 16 10 9 3 bau Der Hatte ’eioit gcicgt worden sei, während man neuzeitliche Turneinruhtungen leider vermissen müsse. — Aus Vorlage hin wurde der Abschluß einer Feuervers icher ung für das Der Stadt Lich gehörige Inventar der Ober- mühle genehmigt. Der Bürgermeister teilte mit, daß seitens des Kreisamtes Gießen die Genehmigung zur Ausführung folgender N o t - standsarbeiten durch Erwerbslose »Stadt erteilt worden fei: Die Herst el- rs Straßenbaues der Amtsgerichtsstraße, der Straße am Wall und der Mengesgasfe, während die Gewinnung der für diese Arbeiten notwendigen Steine im Städtischen Steinbruch abgelehnt wurde. Die Stadt müsse sonach letztere Arbeit auf eigene Rechnung ausführen. Der Stadtvorstand b.schloß Zustimmung und Vergebung des Brechens und Abfahrens der Steine an den Wenigstnehmenden. Einem Ansinnen des Hess. Landesamts für das Bildungswesen auf Erwerb eines oder mehrerer Äunfttoertc zur Ausschmückung von Amts- oder Versammlungsräumen zur Unterstützung der in jetziger Zeit schwer notleidenden Künstler konnte nicht entsprochen werden. Die Firma Rhrnania- Ofsag-Düsseldors suchte darum nach, ihr einen Platz zur Ausstellung einer Benzin - Stra- ßenpumpe zu überlassen. Der Stadtvorstand lehnte Den Antrag ab und brachte zum Ausdruck, das, nachdem bereits zwei derartige Abgabestellen für unsere Stadt genehmigt sind, für eine dritte kein Bedürfnis mehr bestehe. — Sodann fanden noch verschiedene kleinere Vorlagen ihre Erledigung. s. Ettingshausen, 14. Dez. Als in Der vorigen Woche alle Straßen und Höfe mit Cis überzogen waren, siel eine alte Frau von hier so unglücklich auf den Kops, Daß sie 8 Tage lang ohne Bewußtsein darnfeder- [ag. Seit 2 Tagen hat sich ihr Zustand etwas gebessert und das Bewußtsein tehrr langsam zurück. Eine ernste Mahnung an alle, bei Glatteis Das Streuen nicht zu vergessen! tz. Kurhessen Kastel führt mit einem Punkt! Sport und Kurhessen haben gleiche Spielzahl. Das Spiel Kurhesten gegen Sport (letzterer ist Platz- verein), sollte also eigentlich die Entscheidung bringen, wovei ein zwiefacher Ausgang möglich ist. Ge- r Am kommenden Sonntag ist nur ein Spiel vorgesehen Sport Kassel gegen 05 Göttingen. Normalerweise sollte Spork diesen Kampf glatt für sich entscheiden, da er mit dem Bewußtsein antreten und spielen wird, daß der kleinste Fehler ihm unersetzliche Werte verlieren lasten kann. Zudem sind die Göttinger nicht mehr das, was sie in der ersten Serie waren. Man kann also mit gutem Vertrauen behaupten, daß Snovt aeminnt. Um die BeKirttstlyameifterschast in Hessen-Hannover. tz. Ein großer Kamps in Kassel ist vorüber. G. C. 0 3 und K u r h e s s e n teilten sich mit einem 3: 3-Ergebnis in die Punkte. Dem Spielverlauf nach kann man das Resultat als dem Können der beiden Mannschaften angemessen bezeichnen. Allerdings gab der S. C. 03 die Chancen auS der Hand, als es bereits in der ersten Halbzeit 2:0 für ibn stand und eS ihm nicht gelang, Viesen Borsprung zu halten. So kam es, daß der Altmeister schließlich auf Grund besseren Stürmerspiels mit 2:3 die Führung an sich riß, Vie ihm erst in der letzten Sekunde verlorenging, alS 03 in mächtigem Endspurt aufkam und mit letzter Kraft ein Unentschieden erzielte. Die beiden ersten Erfolge der 03er hatte Pfannkuch auf dem Gewissen, der allmählich doch nicht mehr so recht mitkann infolge seines hohen Alters. Diese schwache Stelle in der Verteidigung kann Kurhessen bie Meisterschaft kosten. Noch liegen sie mit einem Punkt in Front Ein Sieg Sports im Cndkampf würde IW nach langen Jahren zum elften Male wieder aus Dem Rennen um die Westdeutsche Meisterschaft werfen. DaS auch nach Kassel angesehte Treffen Hessen 09 gegen Wetzlarer F. C. 05 wurde am Samstag infolge vollständiger Spielunfähigkeit des Kirchditmolder Platzes vom,T. D. A. ab- flefagt. Dafür kam unerwartet das ursprünglich Der» ßegtt Spiel Hann.-Münden gegen Borussia Fulda zum Austrag, das die Bo- roinnt Kurhessen ober spielt unentschieden, ist Fur- hesten Meister. Sport hat also nur Aussicht auf die Meisterschaft, wenn er sieyt und damit beide Punkte erringt Nun hat aber die Angelegenheit noch ein zweites Gesicht insofern, als beide Vereine ausgerechnet bie wenigsten Spiele absolviert haben, von 26 erst 22, unb bie Gegner dieser noch ausstehenden Spiele sind wahrlich nicht bie sd)lechtesten. Das trifft besonders für Kurhessen zu, bie in Wieber- holungsspielen noch gegen 03, Hessen 09 Kastel u. a. anzutreten haben. Das 3:3-Ergebni4 bes vergange- Bad-Nauheim, 17. Dez. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Kayser fand heute eine Stadtverordnetensitzung statt, die vorletzte dieses Jahres unb bes derzeitigen Stadt- parlaments, das in seiner jetzigen Zusammensetzung zwischen den Jahren nochmals tagen wird. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung wurde von Stadtv. W i e d e r m a n n beantragt, zwei Punkte der nichtöffentlichen Sitzung, die sich auf Zuwendungen auf sozialem Gebiet beziehen, in die öffentliche Tagung zu überweisen. In geheimer Beratung wurde der Antrag abgelehnt. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde über die vorläufige Unterbringung der Feuerwehrgeräte beraten und einem diesbezüglichen Vertrag mit der Firma R. 'Wetter zugestimmt. Einem Gesuch von Mietern im städtischen Hause Bismarckstraße 1 um Ausführung baulicher Blenderungen wurde stattge- geben, ebenso fand ein Antrag auf Auflösung der Baugesellschaft „Gemeinwohl m. b. ohne Ausiprache Annahme. Beschlossen wurde, daß bie für 1924 zu endrichtendc endgültige G e ° werbe st euer durch die Zahlung der der Gemeinde zu leistenden V"rauszahlungen als abgegolten anzusehen ist. Für die Hundesteuer in 1 9 2 6 waren neue höhere Sätze vorgeschlagen worden. Sie fanden Ablehnung, t°> blieb bei den seitherigen Steuersätzen. Für die Instandsetzung des städtischen Hauses Luisenstrahe 11 in seinen Innen- räumen wurden 2900 Mark bewilligt. Die Bedürf- nißfrage zum Wirtschaftsbetrieb wurde in vier Fällen bejaht, ebenso wurde der Erweiterung eines seitherigen Betriebes zugeftimmt. Unter Besprechungen brachte Staotv. Wiedermann Beschwerbe gegen den Vorsitzenden des Wohnungsamtes vor, die zu einer heftigen Aussprache zwischen dem Beschwerdeführer und dem Beigeordneten Kissel führte. Der letztere verurteilte es, daß man die Angelegenheit hier öffentlich verhandle, und er verwahrte sich gegen die auf den betr. Beamten gerichteten Angriffe. Auch der Bürgermeister war der Ansicht, baß ein anberer Weg für die Behandlung der Angelegenheit hätte gewählt werden müssen, zumal es sich zunächst um Behauptungen handle, bie noch nicht npdjgeprüft feien. Auch ein Rohrbruch in ber Hauptstraße, ber dem an- liegenben Hausbesitzer erheblichen Schaben gebracht habe, war Gegenstand einer lebhaften Besprechung. Im Verlaufe ber Sitzung war bem Bürgermeister Gelegenheit gegeben, auf bie Finanzlage ber Stabt hinzuweisen. Die Lage sei noch völlig unklar. Mit einer Erhöhung der Erträgnisse ber Einkommensteuer fei kaum zu rechnen, eher mit Abzügen, ferner sei bie Frembenabgabe verloren, unb auch die Getränkesteuer falle aus. Die Aufstellung bes Voranschlags 1926 wurde daher auf Schwierigkeiten stoßen, weshalb bie Gemeinhc auf jede Ein nähme bebacht sein müste. Auch an bie Ausführung bes Krankenhausneubaues könne, so führte ber Bürgermeister aus, in ben nächsten Jahren lei- ber nicht gebucht werben. — Hier hat sich, wie wir früher schon mitteilen konnten, eine Arbeite gemeinfdjaft ber Bad-Nau Heimer Äurlnterefjenten gebildet. Einzelhandel, Ho tina (Hotelindustrie), Handwerkerbund und Aerztc verein sind in dem Zweckoerbande zu gemeinsamer Vertretung der gemeinsamen Interessen vereinigt. An bie breite Oeffentlichkeit trat die Arbeitsgemeinschaft erstmalig bei der Stabtverordneienwahl, wo ihre Liste zwei Sitze für das neue Stadtparlament gewann. Für diesen Winter haben nun die Kur- intereffenten eine Reihe von ausklärenben Vorträgen fltplant, eine Einrichtung, bie in weiteren Kreisen bei Bevölkerung großem Jntereste begegnet. Einem gutbesuchten Steuervortrag bes Regierungsrats S ch m i bt vom Finanzamt Friebberg folgte gestern abend der zweite Vortragsabend, der sehr stark besucht war. Reichstagsabg. Pfarrer Korell (Jngel heim) sprach über seine amerikanischen Ein d r ü ck e , die er während seiner Teilnahme am Interparlamentarischen Kongreß in den Vereinigten Staaten unb in Kanada gewonnen. Er schilderte in anschaulichen Bildern das Leben des neuen Amerika. Eingehend verbreitete er sich über das Problem der Prohibition. Wer alle Schattenseiten der „Trockenlegung" kennengelernt, könne in den amerikanischen Verhältnissen kein Musterbeispiel für etwaige Ein sührung des Gemeinbebestimmungsgesetzes im Deut schon Reiche sehen. Interessant waren auch die Mitteilungen über bas Deutschamerikanertum. Die Der sammlung bankte mit herzlichem Beifall für die zweistündigen interessanten Ausfühningen. O Kirchgöns. 16. D z. Der in Frank- furt a. M. ers chossene Kriminalbeamte Sack war in Der h efigen Gemeinde dadurch bekannt, daß er hier Die Jagd aus übte. Er erfreute sich hier allgemeiner Beliebtheit. tötete Alsfeld. Alsfeld, 17. Dez. Heute rnittaa um 412 Uhr ertönte die Feuersirene und die Feuerwehr eilte herbei. Es brannte in bem M a - fchinenraum der Firma Sondermann & Bücking, Sägewerk. Aus irgend einer nicht feftgefteUten Ursache war das in diesem Raum lagernde Sägemehl in Brand geraten. Durch das rasche Zugreifen der Arbeiterschaft des Werkes, die sofort mit Handfeuerlöschern und einer Schlauch- let'i.ng vom Kesselhaus aus an bie Bekämpfung des Feuers ging, gelang es alsbald, dieses zu löschen, so baß die Freiwillige Feuerwehr nichts mehr zu tun fanb. Rur bem glücklichen Umstand, baß das Feuer nack; seinem Entstehen alsbald bemerkt wurde, ist es zu verdanken, daß keine größere Ausbreitung bei dem Vorhandensein der leicht brennbaren Stoffe entstand. Der entstandene Schaden ist gering. =er. Homberg a. D. Ohm, 17. De^ Seit voriger Woche ist im hiesigen Schulwesen eine QtenDerung eingetreten. Lehrer Jmmel wurde zum hauptamtlichen FortbildungSschul lehrer ernannt, und an seine Stelle ist Schulver-- walter MärteSheimer getreten. Lehrer Jmmel übernimmt ben Unterricht an ben Fortt bildungSschulen zu Haarhaufen, Dom»enrvD. ApPenroD. Mauloach. Bühfeld und in Homberg Die MäDchenfortbilDungsfchule, Die landwirtschaftt liche unb kaufmännische Abteilung der Knaben- fortbilbungsschule. Die Gewerbliche Fortb lDungs- schule bleibt in Händen de« Lehrers AUen-- Dörfer. chLehrdach, 17. Dez. Gestern besichtigte im Auftrage seiner Behörde Oberbaufeftetflr Cssel von Homberg die hiesigen öffentlichen Gebäude, um sich von ihrem baulichen Zustand zu überzeugen und die infolge ber Kriegs- und Inflationszeit unterbliebenen, jetzt aber ermöglichten und dringend rrotwendig gewordenen Reparaturen zu veranlassen. Die Umdeckung und Reparatur unseres Schul- dansDaches ist schon im vorigen Jahr in Aussicht genommen worden. Die Um Deckung des Daches Der Pfarrscheuer erwieS sich als eine dringende Notwendigkeit. Unterblieben solche Maßnahmen, so würde Die beteiligte Gemeinde über kurz oder lang sich DeDeutenD größeren Ausgaben für Die Erhaltung ihrer Baulichkeiten gegenübergestcllt sehen. So hassen wir, daß auch die hiesigen Projette volles Verstände nis finden, und daß nach und nach alles unverschuldet Versäumte eingeholt wird. i Taschentücher Trikotagen ML Qaalitßt 0.25 1.30 Gamaschen strickt, schwart Figuren Mk. und Keder Gr. 1 Mk. Stickerei Gr. 80, Mk. 0.85 3.25 3.00 Unser Geschäft Ist Sonntag, 20. Dezember, roo 11-6 Uhr geltest lMmmns & froibhtim 'M 3 0.15 0.15 1.05 7.50 2.00 2.25 2.25 3.25 1.95 Gießen Bahnhof str. 14 Zentrale: Mkft Baby-Artikel in großer Auswahl Kinder-Taschentücher weiß, mit schönen Bildern. 3 Stück im Geschenk kart. Mk. Kinder-Taschentücher weiß, mit farbigem Rand, gute Kinder-Bildertücher schöne Weihnachtsmaster. Mk. 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Bekanntlich wurden die Vorzugsaktien der zum Farbenkonzern gehörenden Gesellschaften in der 3nflationszeit zur Abwendung der Ueberflemdungsgrsahr geschaffen Da heute bei der in Deutschland herrschenden austerordentlichen Kapitaltnappheit die ausländische ^leber- srcmdungsgefahr wieder in den Bord'.rgrund getreten ist, hat die Zulassungsstelle es für richtig gehalten, im Falle der 3. G. Fnrbenindustrie A. G. von dem sonst betonten Standpunkt abzuweichen. * Mansfeld A. ®. für Bergbau - und Hüttenbetrieb, Eisleben. Die Gesellschaft hat aus Mangel an Aufträgen beschlossen, ihr Kupfer- und Melallwerk Hettstedt bn Magdeburg auf 14 Tage zu schliehen. wovon 1500 Arbeiter betroffen werden. • Phönix A. G. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Düsseldorf. Aus dem Bericht des Vorstandes geht hervor, daß die Förderung der gesamten Zechen im Berichtsjahre 5 586 853 Tonnen gegen 7 434 121 Tonnen im Berichtsjahre 1913/14 betrug. Die Destä-dr haben sich trotz dieser Herabsetzung der Produktion erhöht. Die Leistung pro Mann und Schicht betrug im Durchschnitt des Berichtsjahres 0,1 Tonnen weniger als 1913/14, hat sich jedoch unterdessen sehr gebessert. Die Vorräte der Gesellschaft sind im Berichtsjahr mit 45,2 M^tl. gegen 24,3 Mill. 1924 bewertet. Die Rohstahlerzeugung betrug 1 365 884 Tonnen gegen 1 505 884 Tonnen 1913/14. Die Zugänge sind auf 3mmobilienkonto mit 22,9 Mill. Mark a'lsgewesen, wovon für Ruhrort allein 13 631 310 Mark in Frage kommen. Beteiligungen und Wertpapiere sind mit 158 351 041 Mark bewertet, doch ist der Besitz an Reiherstieg-Schiffswerftaktien mit Reicht auf die bekannten Schwierigkeiten der Gesellschaft gänzlich abgefchrieben. Von dem 300 M ll. Mark betragenden A.-K. sind bekanntlich 95 M ll. Mark an die holländische Gruppe gebunden und sollen ausgelöst werden, wogegen sich die übrigen 205 Mikl. Mark im Verkehr befinden. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzelgers".) Frankfurt a. M. 18. Dez. Tendenz: Uneinheitlich. An den Cffettenmärkten, die auch heute anfangs günstig lagen, verstärkte sich das Interesse für die sog. Freigabewerte zum Rachtell der übrigen CBlärtte, von denen nur einzelne größerer Beachtung begegneten. Bereits die Eröffnungskurse zeigten für Schiff ahrts- werte bei lebhasten Amsähen neue Steigerungen. während sonst eine abwartende Haltung vorherrschte und die Tendenz eher zum Rachgeben neigte. Rordd. Lloyd erreichten einen Kurs von 97.25, Ha Pag von 95 (amtlich). Daneben waren auch Baltimore etwas im Geschäft bei einem Kurse von 88.5. Am Montanmarkt gingen Phönix und Gelsenkirchen mit gebesserten Kursen aus dem Verkehr hervor. Bei chemischen Werten drückte neues Angebot erheblich auf das Kursniveau. Elektrowerte lagen ruhig und ziemlich gehalten. Auch Bankaktien wiesen keine wesentlichen Veränderungen auf. Von Auto-Aktien war n Kleyer gebessert. Zuckeraktien bröckelten weiter ab. Auch Bau-Aktien neigten zum Rachgeben. Von deutschen Renten ze'gle sich etwas 3nteresse für Reichsanleihen. Schutgebiet 4,425. 3nfolge der Wiederaufnahme des mexikanischen Zinsendienstes tocnjtc die Spekulation ihr 3n- teresse besonders diesen Werten zu. die ahn- sehnliche Kurssteigerungen zu verzeiänm hatten. Goldmexikaner 43.5. 3rrigation 32.25. Danelxn wurden auch üngarntoerts gefragt und zu leicht erhöhten Kursen umgeseht. Türken lagen vernachlässigt und weiter angeboten. Der Frei- verkehr war still. Api 0.340, Beckerkohle 38.5 Proz.. Benz 24 Proz.. Brown-Boveri 50. Entreprise 8, Growag 36. Krügershall 69.5 Proz., Ufa 48,5 Prvz.. älnterfranken 50 Proz. Der weitere Verlauf brachte in die unsichere Haltung keine Veränderung. Für Chemie-Aktien verstärtte sich das Angebot. Die Tendenz war überwiegend, mit Ausnahme der oben angegebenen bevorzugten Märkte, schwächer. Am Geldmarkt ist die Rachfrage weiter stark. Tägliches Geld stellt sich auf 10 Proz. Auch Monatsgeld ist gesucht und bedingt 9 . bis 11'/, Proz. je nach Adresse. Bankdiskonten 7 Proz., 3ndustrie-Accepte 9 Proz. 3m Devisenverkehr sind keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. Paris notierte gegen London 133,50. London gegen Kabel 4.851 , etwas fester. Die Reichsmark ist unverändert gegen Kabel 4199. Börsenkurse. vrankfurk a.M Berlin Schiu »! l>U c »diiuiprJintana Nur ! Nur» fmt- 1 • Drin n; 7. 12 8. 12 17 12 1 18 12 3°/, Deutsche NeichSawethe ü.21Zd 0.213 1.2105 11.215 4% Deutsch? Ncichsanlcioc - D..175 0 225 371% Deutsche N.'ch.anlcibe 0 22 — 0.2-* — 3% Deutsche Ncichsnileide .1 tt *.3i)7 0 33 Teurschc Lvarvramicnanleihe 0.115 0 11 — 4% Preußische Äonlols ■ . — 1 — ".21 : I 2175 4° 0 Hegen ...... — — 0,19 , 0.?2 3V2% Hessen ........ — 1 — 0,225 3% Heiien........ — — 0.18'. — Deutsche Wertd. Dollar-Anl. 90 25 1 — 91 75 — dio Toll Swav-Llnwciiag.*: W 1 — 98 2 —- <% Hollturlcn ...... < 1 i 8 — — 5% Goldmcrikaner . . . <3 1 43.5 — — Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privai-Bonk _ • — 36.5* 138.7* Pfl* — hü* 97* Darmit. und Na.ionalvauk 10 2* •• 105.7* 106,2* Deutsche Bank .... 108 2' iu7* — Tenische Brreinsbank .... — -- — Disconto Commandit tllö* | 104* 105* MelaUbank .... 70.25 70 — — Mitteldeutsche Crcdilbank Oesteireichische Crcdftanstalt 89.25* 89.25' 89 25* 90* 6.12 6 15 6 12 — Weltbank ..... ».03 0,03 — — Bochumer Gux....... — 1 12* 62.25* Buder-S ......... 29.5 29 28 2 29, > Cato ........... 3 25* — .8* Deutsch Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. 60.5* — GO' 60 7b* 65.75* 66.25* 66 25' M>. 75* Harpei.cr Bergbau . . 92* 91 25* 93 6 * Ualiwerke Aschersleben.... 97 — 96 5 96.5 Naliwcrk Mesicregelu .... 99 — 98 3 98 Vaurahütie ...... <7 — ■41 25 4 Lberdedars .......... Pbcnir Bergbau ...... 3S 5* — 38 5* 39* 62 25 63,75* 66.2* 63.62' Nbeinual-l ....... Niebeck Montan....... 50 5* — 50 5* 51' —— 65 5 65 5 40 Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo . . 9.1.1** 95 25' 95' 97 25' 91.5* 2,75* 94 5* 97* Lheramilchc Werke Albin . • — - — Zementwerk Heidelberg . . 60 2.5 60 - Pbilivv Holzmunn .... 40 3 40 40 Änalo-Lont -Gum,» . ... — 70 Badische Anilin ....... Cdemische Mauer Alavin . . 106* 105* 05,5* — — * — Goldschmidt .... 64 53 2.5 53,25 53,2 GricS eimer Glccnroc .... 105 1* 104 7* 11 * Höchster Farbwerke...... 1 105* 104 5* 105* Hoftvcrkooluna . ....... 40.5 41 NütgerSwerke ........ 19,9* 48 Lcheideanlialt ........ 71 75 «llg. ElektruttätS-Sesellschaft 91* »0* 89 5* Bergmann ....... Mainkraftwerke........ 66* 65 6 — — Schurken . ........ 5 25* — 56 25* 56.75* Siemens & Halske ...... 71 5* — 70 5* 70* Adlcrwerke .Meyer...... 22 5 23 •« 5 23.25 Daimler Motoren. ...... 20 25 21 25 20,9 Heyligensiaedt. . ...... "feauin. ....... 15.5 — — 28 — 28 — Motorenwerke Mann beim - — — —• Frankfurter Armaturen . ■ 20 — — - Konservenfabrik Braun — — Metallgesell chafl ftrantfutf Del. Union A.-G..... 84,5 5'1 75 — bl — Schub abrik Herz ..... 20,5 20.5 20 — Sichel 1 75 1 75 — E» ^elli'toft Walddoi .... 83 5 83.5 84 83,75 Zulieriabrik strankentha! . . 38 37 6 — — ^utftrfnbrtr Dagbäntel 35 35 34 75 — Berliner Börse. (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 18. Dez. Die heutige Börse bot wieder das seit einiger Zeit gewohnte Bild. Schiffahrtsaktien und die Mehrzahl der sonstigen sog. Freigabewerle wurden verhüttaismästlg lebhaft zu freundlichen Karsen umgeseht, während sonst bei kaum veränderten Kursen und nicht einheitlicher Tendenz das Geschäft stark darniederlag. Schisfahrtsaklien konnten gegenüber den Rachbörsekursen um 1 bis 2 Proz. anziehen. Befestigt lagen ferner deutsche Renten. 3m übrigen beschäftigte sich die Döse mit dem jetzt veröffent- Pelzmartel. Ein Rürnberger Spielzeugroman. Rach dem 3 a.ienischen der Tereiah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 bh QL Scherl G. m. b. H., Berlin. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Das war nun freilich nicht recht höflich von ihnen, sie hätten es im stillen denken können, statt mit ihrem lauten 3uöcl den guten Alten zu verletzen. Aber für unschuldige Kinderherzen ist es halt nicht leicht, den ersten Freudenausbruch zu unterdrücken, um anderen, die sich gefällig zeigten, nicht wehe zu tun. Die Begeisterung Ott.s und Liesels machte den Spielgefährten das Blut stocken. Da hatte der große Einsiedler was Schönes angestetlt! Hans Sachs hatte sich vorhin viel schlauer er- wiesen, als er die ihm auf der Zunge schwebende Bemerkung über das vecmeintttche G.ück der »hren Eltern entsührten Kinder unterdrückte. _ Die Augen starr auf den Boden geheftet, grübelte der Alte über seinen großen 3rrtum nach. „3ch habe eine schwere Schuld auf mich gelaßen,“ murme.te er, „nicht wahr, Hans Sachs?" „Das läßt sich nicht leugnen", antwortete der Dichterschuster verstört. „Kinder von ihren Eltern zu trennen, ist gewiß nicht das richtige Mittel, um sie glücklich zu machen." „Auch an die Mütter hast du nicht gedacht", fügte Kunigunde hinzu. „Die armen Mütter hatten dir doch lein Leid getan.“ Der große Einsiedler wurde noch bleicher als fein weißer Bart und erschien so gebrochen, so alt und müde, daß alle das Mitleid überkam. „3ch könnte", sagte er leise, „vielleicht die Kinder zu ihren Müttern zurückführen, wenn ich noch einmal zur Flöte griffe und ihnen die gleiche Zauberweise vorspieite." „Ach," sagte Kunigunde, „jetzt ist es zu spät, zu viele Jahre liegen dazwischen. Die Väter und Mütter von damals sind alt geworden und gestorben." Da barg der große Einsiedler das Gesicht -wischen den Händen und weinte. Unö wenn euch nün sein Schicksal zu Herzen geht, so läßt sich das doch nicht mehr ändern. Riemand kann den Rattenfänger, der die Kinder den Müttern entführte und sie damit glücklich zu machen glaubte, seinem tragischen Schicksal entreißen. Das war wirklich ein schöner Winter. Richt Kind und Rußknacker, weder Sänger noch Kaiserin fühlten sich als Gefangene der Kälte und Schneestürme. Keine Langeweile konnte sich einschleichen: denn wenn die Reisegesellscha t vom Spielen müde war, so unternahm sie Forschungsreisen in die anderen Höhlen, die hoch hinauf und tief hinunter in den Fels gingen. Da bewährte sich der Leuchtkäfer, indem er das Dunkel aufhellte, und die Fledermaus fraß Käfer und Spinnen weg, bevor sie nur den Mantelsaum Kunigundes berührten. Die Rächten.e hatte es auf Mäuse und Schlangen abgesehen, doch blieb immer noch genug Futter für die Störche übrig. Die Kröte vergnügte sich damit, je nach dem Wetter die Farbe chres Kleides zu wechseln, bald spielte sie ins Gelbliche, bald ins Gräuliche hinüber. Alle Tage gab es Konzerte: denn die Flöte des Einsiedlers und die Laute Hans Sachsens klangen gut zusammen. Wenn der Dichterschuster zu fabulieren ansing, schwanden die Stunden dahin, man wußte nicht wie. Die Puppen spielten Ringelreihen, die Soldaten Krieg, und Harlekin belam immer Prügel. Otto und Liesel kamen aus dem Lachen nicht heraus. Auch der große Einsiedler lachte, weil er kein Spielverderber sein wollte. Aber als die erste Schwalbe aus 3talien eintraf und verkündete, die Straße sei frei von Schnee, als es ans Abschiednehmen ging und tausend Küsse und Umarmungen zwischen den Abreisenden und den Zurückbleilenden gewechselt wurden, als Otto und Liesel wieder, ohne es zu merken, einschrumpften, um in die Ruhdroschke einsteigen zu können, da ... da ... Da stiegen dem alten Manne die Tränen in die Augen, da sahen ihn die Kinder von ihrem Fensterchen aus tief unten auf einem Saumpfad stehen und das Taschentuch schwenken. Als die Störche seinen Blicken entschwunden waren, wurde er wieder mit seinen gleich ihm verstoßenen und verdammten Tiergenosfen der lichten Wirtschaftsprogramm des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Man glaubt, daß die wvhldurchbachten Vorschläge von den maßgebenden Stellen kaum übergangen werden können, bei einer Befolg.mg der aufgestellten Grundsätze aber eine allmähliche Dosierung der Wirtschaftslage eintreten muh. Daneben stimulierte die neue Ausländsanleihe der vereinigten 3ndustrie-Un!ernehmungen der A.CG. und daß aus der nur sechsprozenttgen Verzinsung heroorzugehen scheint, daß der amerikanische Zinsfuß für deutsche Industrie-Anleihen eine sinkende Tcnoenz aufweist. Beachtung fand ferner noch die Tatsache, daß der Kurs des französischen Frankens in'olge starker 3nterven- tionen heute weiter erholt war und sich gegen London auf 131.— stellte. London und Warschau lagen gegen Kabel ebenfalls befestigt. Ror- dische Devisen dagegen etwas niedriger. Die Reichsmark notierte in London 20.37. Amsterdam 59.25, Zürich 123.55. Am Geldmärkte ist die Lage unverändert leicht. Tägliches Geld 7—9 Prozent. Monatsgeld 9* . bis 11 Prozent. Man glaubt aber, daß der herannah. nde Ultimo sich schon in den nächsten Tagen fühlbar machen wird. Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 17 Dezdr 17 De; r. Amtliche Noti runa •Sclt> Brie' Amtliche Notierung Geld Briet Banknoten. (Ohne (öeiD Ujr.) Amu.» No., Bu'N-.Airck 168 49 IK8.91 168.41 168,86 1.7.I4 1,738 1.730 I..B6 Brsl.-Antiv 19 125 19.065 19.0 5 19 065 Ebristiania 85.09 85.31 Sl 79 85.11 Kop.'nvagen lul 4 114.73 104/7 101.5 Slockbolm 112,31 112, 9 112.H 113.69 HelnngforS «talicn. . London. Neunork . . 10 5'5 16 91 10,58-'. 10.95 10.545 16.90 10.585 16.91 50.345 20.3 6 20.34'» 20,3 5 4.195 1.20. 1.195 4,2)5 Loris. - . 15.15 5.19 15,68 15,-6 Schwei; . <0 95 11.15 81,00 61,20 Spa icn - 59 43 59,5? 54,45 59, 9 Japan . . 1.835 1,8-9 .,823 1,827 '»io de stan Wien in D-- ) 597 '.589 ).5i6 0.698 Ceft. obgcfl 59 13 39.2' 59.18 69.84 Prag . • 12.415 12.455 16 40 16 46 Belgrad . . 7.43"> .455 7,435 7.465 Budapest. 3.875 >.895 ,.875 o,89. Bul arten 3.045 '.055 1.037 1.04 Viffabon 21 2.5 . .: , 2o .1.0 5 1.325 Damig. . Konst ntin- 80 68 SU. 88 SO 63 80.M 2.26 2,2/ '..25 2,26 Alben 5 29 5 »1 5 29 5 31 Kanada. . 4 195 4,2 5 1.19, 1.20 Üruciuav 4.2-35 4,245 4,2d5 4,245 BerlUr, 17 Tc;br Keld Briet Amerikanische Nolea ..... '.216 4.216 Belgische Noren ..... . 18.'. 05 I9,9»i> Dänische Noten ....... 104.10 104.71 Englische Noten........ 20.315 ■20.415 Franibsische Noten ...... 15.11 15 19 Holländische Noten ...... 168.1- 108/17 At. lie,lische Noten ...... 16.91 16.95 Norwegisch? Noten..... 84 84 85 26 Deutsch s ^terr .i 100 Krone» 58.95 69.25 Rumänische Noten...... w — Schwedische Noten...... 111.9. 112.53 Schweizer Noten....... 80.89 81.29 Svanische Noten ...... 59.15 59 45 Tschechoslowakische Note» .. 12.58» 12.443 Ungarische Noten ... 5.82 5,86 Frankfurter Getreidebörse. (ßtgener Drahtberich« des „Giehener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 18. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 24,75 bis 25; Roggen, inländischer, 17,50 bis 17,75; Sommrrgerfte für Brauzmecke 22,50 bis 25; Hafer, inländischer, 18,50 bis 22; Mais, gelb, 21 bis 21,25; Weizenmehl, inländische (Spezial 0) 41 bis 42; Noggenmehl 27 bis 27,50; Weizenkleie 11 bis 11,25; Roggenkleie 11 bis 11,25 Mk. Tendenz: ruhig. Kirche und Schule. --- Schotten. 17. 7. j. Unter dem Vorsitz des Kreisschulrats Kinkel tagte heute im Vollst itb-ube di - Bezirks le hrerschast anläßtl l)rer Herbstlonferenz. 3rn Mit- telpu:.. Tagung, die staatsbürgerliche Erziehung g widmet war, stand eineLehrprobedes hauptäm l Fortbildu.lzsschutte^r rs Hitz-Schot en, die sich mit den Aufgabrn des Gemnnderats befaßte. Anschließ.nd fand eine Besprechung der große Einsame. Und als solcher lebt er dort für im. er in seiner Grotte: denn wiewohl seine Schn!-- eine fast ungewollte war, kann ihn nichts von d^.n Fluche erlösen. Die von ihm ent- führten Kinder müssen immer Kinder, und der große Einsiedler muß immer alt bleiben, ohne der C eje des T.'des teilhaftig werden zu können. Ein t a .igeres Schicksal läßt sich ge^iß kaum denke.t. Rur in der Beurteilung seiner Tat durch eine unverständige Welt wird es eine Aenderung geben: denn Otto und Liesel haben versprochen, überall zu erzählen, wie es sich in Wahrheit mit der Geschichte vom Rattenfänger verhält.. Achtes Kapitel. Frühling ist's, die Störche jedoch ziehen sonder^a.erweise nach Süden, wobei sie in eine Rosenwolle und ins Feenland geraten — — aber o weh, selbst die schönste Fee könnte manchmal den Rürnberger Trichter brauchen! Der Lenz ist da. der Lenz ist da — — sieh! — siiieh! — s.i.ieh! — Die Heimat nah, die Hei nat nah — — zittiwi, ,;ittitoi zit.iwiiii. Kommt mit, kommt mit, ihr Schwestern, Zu alten, lieben Restern I So hatte die erste Schwalbe gesungen, und alle anderen, die voröeizogen — und sie zogen in Schwärmen vorbei —, sangen es nach. Andere Singvögel kamen, immer mehr. Denselben Weg, den sie im Herbst gezogen waren, flogen sie nun z. rück. Dieselbe Sehnsucht, die sie im Herbst nach Süden trieb, rief sie jetzt nach Rorden. ülnd es war, als ob sie alle nur den einen Gedanken hätten: heim, heim! Rur eine Rachti- gall, die einsam des Weges gezogen kam, hatte nichts zu melden, sondern fing vielmehr zu fragen an: „3st's arg kalt droben?" „Wer kann das wissen", antworteten die Störche. „QI6er kommt ihr denn nicht von Tirol?" „Rein", antworteten sie einsilbig. 3etzt wurde die Rachtigall neugierig. „Dann kommt v- ~ ' Lehrprobe statt, außerdem wurden amtliche Mitteilungen b.kanntgogeben. Rach Beendigung der amtlichen Konferenz schloß sich eine nichtamtliche Sitzung des Bezirksvereins an, in der Berufsfragen behandelt wurden. Letzte Nachrichten. Trotze Veruntreuungen in Friedberg. Friedberg, 18. Dez. (WSN. Drahtmeldung.) Bor einiger Zeit ist der Geschäftsführer ber Bade r- genossenschäft im Kreise Friedberg, Herr in o n n. f l ü ch t i g geworden. Durch seine fahrlässige Geschäftsführung ist den Bäckern des Kreises ein großer Fehlbetrag entstanden. Vorgestern hielt die Bäckergenchsenschaft hier eine Tagung ab, in der die Deckung des Defizits von rund 90 000 Mark besprochen wurde. Nach heftiger Auseinandersetzung einigte man sich dahin, den Fehlbetrag gemeinsam zu decken. Jeder der Geschädigten (sie verteilen sich auf fast alle Städte und Dörfer des Kreise Friedberg hat eine Summe von etwa 450 MI. aufzubringen. — Die Kleider des flüchtigen Herrmann wurden, wie gemeldet, vor einiger Zeit bei Biebrich am Rheinufer gesunden. Man nahm damals allgemein an, daß Herrmann den Tod im Rhein gesucht und gefunden habe. Da die Leiche jedoch bis jetzt immer noch nicht geländet wurde, ift anzunehmen, daß es sich um einen Täuschungsversuch handelt und Herrmann dasWeite gesucht hat. Frankreich gegen die Rückgabe ehemaliger deutscher Kolonien. Paris, 18. Dez. (TU.) Die Kammer hat gestern nachmittag die Aussprache über das Kolonilbudget wieder ausgenommen. Der Berichterstatter verwies auf gewisse im Ausland verbreitete Gerüchte, nach denen geplant sei, Deutschland nach der Ausnahme in den Völkerbund Togo und Kamerun zurückzugeben. Er hasse, daß England nicht in dieser Angelegenheit ein Beispiel gebe, dem Frankreich folgen müsse. Die Abgabe des französischen Kamerun an Deutschland halte er für ein Ding der Unmöglichkeit. Der frühere ftolonialminifter Andrö Hesse wies darauf hin, daß aus keinen Fall der Eindruck entstehen dürfe, daß auch n u r e i n Z o 11 b r ei t von dem Gebiet abgetreten würde, aus dem die französische Fahne wehe. Der Kolonialminister versicherte daraufhin, Frankreich werde an keine ausländische Macht Kolonien zurückgeben. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) SamStag, 19. Dezember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der 3ugend. 4.30 bis 6 älhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Die Ouvertüren C. M. v. WeberS. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 6.50 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Techn k. 6.50 bis 7 Uhr: Der Brieftasten. 7 bis 7.30 Uhr: Ueber- tragung von Kassel: Vortrag von Schriftsteller Bamberger, Berlin, über „Sonderlinge zu Großvaters Zeiten". 7.30 bis 8 Uhr: Vorttagszhklus der 3ndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: 2. Vortrag: „Die kommende Arbeitslosenversicherung", Dorttag von Dr. Köb- ner, Syndikus der 3ndustrie- und Handeiskimmer Frankfurt a. M.-Hanau. 8 bis 8 30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Weihnachtsgebräuche", Vortag von Rektor Wehrhan. 8.30 bis 9.30 Xkf,t: Bläser-Musik. 10 bis 10.30 Uhr: Übertragung von Kassel: Vortrag von Schriftsteller Georg Bamberger, Berlin (Wilhelm Reunauge): Ernstes un) Heiteres aus dem alten Berlin. 10.30 bis 12 Uhr: Übertragung von Berlin: Tan>musik der Berliner Funkkapelle. Husten, Erkältung und Grippe sind schnell übtrwunOtn bei Gebrauch von „Nymphosan-Sirup*; .Heiserkeit kenne ich nicht mehr, seit ich .Nymphosan*' ge- brancb«!* schreibt eine aefeierte Göngerin (ttbölilich In; Gie.,en: Llvoiheke »um j olbenen Enacl. „Weder aus Tirol noch aus Franken. Wir kommen überhaupt aus keinem so gewöhnlichen Lande." Die Rachtigall war baff. „Ra, wo geht ihr denn dann hin? Habe ich doch meiner Seele niemals Störche Ende März fortziehen sehen!" „Uns ge'ällt eben die Winterkälte und die Sommerhitze", sagten die S.örche, den Scherz weitertreibend. „Da gibt's gar nichts zu lachen, verstanden)" Bor Schrecken schwor die arme Rachtigall Stein und Bein, daß es üjt" ga*- nicht entfalle, zu lachen: erging sich in tau,end Cnt.chu.dinungen und Komplimenten und machte sich sch.eüntgst davon. Die Störche, die vor Befriedigung darüber, endlich wieder die F.ügel recken zu können, guter Dinge waren, lachten klappernd in sich hinein. Auer wenn sie geglaubt hatten, alle Leute zum Äarren halten zu können wie die arme Rachtigall, so täuschten sie sich. 3hr südlicher Flug um diese 3ahreszeit mußte auch den Menschen ausfallen. Davon konnten sie sich bald überzeugen, als sie die schneebedeckten Gebirgsketten, in deren Schluchten noch die blauen Schatten lagen, und die flammenrot in der Sonne aufglühenden Dolomiten hinter sich hatten, als sie majestätisch über der schon grünenden, mit Dörfern und Höfen be'äien Hochebene hinzogen. Da geschah es, daß die Männer drunten, mit dem Hule die Augen beschattend, zum Himmel hinausstaunlen und die Frauen in Verwunderung ausbrachen und die Kinder mit offenem Munde dastanden. Die Störche glaubten zu verstehen, was man über sie sprach. „Sonderbar, höchst sonderbar!" „Unglaublich!" „Das sind ja Störche!" „Ach was, Störche! Es können höchstens Wanderfalken sein!" „So große Wanderfalken? Schwäne sind's!" „Geier! Adler!" „Kann gar nichts anderes fein." „Aber die Beine, das stimmt doch nicht! Schaut doch nur die Beine an!" (Fortsetzung folgt) Jir Zur Aufklärung! De des Mützen und Schals Del Ferner empfehle: des Nur erstklassige Fabrikate Sonntag geöffnet von vormittags 11 Uhr bis nachmittags 6 Uhr. 11 ei?.i Sonntag von 12 bis 6 Uhr geöffnet 11837a den gor fair 3nt| Herr f .en teto De Ete oortl Äiti steh All An den flan; fang mac Abl dm gMl fänc 0fr fest Ri hir Ge otl anf Vis erfoi 15. W deir vrti MARKT 16 Zweiggeschäfte: Bahnhofstraße 45, Hillebrandstr. 2 Det festgi ^ern steh, des neuen Jahre- r Politik f-hemen bk Zahresivend i bk Lerlängem I hin auf allen < | * MomentJ> f tcu Wirb. Soll i in den Berhanl ; treten, dann nu . die maWbLkd ■ ALS GESCHENK-ARTIKEL: HAUS-SMOKINGS, aus mollig warmen FLAUSCH-Stoffen mit seidener Verschnürung in allen Größen, Farben und Preislagen Unterzeuge Strumpfwaren Handschuhe Sweater-Anzüge Westen Die erste 9 M der Wst roch M. B'ld qoalidion < Demotratcn ui tert. Die W kn. zu M^- der Herr Ne SeLS llk. 2ff ;Die Sch M-t'-k" r> !keichö"ur IP,.«; ;s,s riW VücherAsch. — »Die Kun st". Monatsheft für freie und angewandte Kunst, F. Druckmann Ä.--G., München, widmet die beiden grollen Maleraufsätze ihres staatlichen Dezemberheftes zwei sehr verschieden gearteten Künstlern. Carl Philipp Fohr, der vor einem Jahrhundert im Lrbrr ertrank, ein Frühreifer und Frühvollendeter gehörte dem Kreise der Deutschrömer an und kann als einer ider Besten unter den Malern der Romantik gelten; dagegen steht der Schwabe Reinhold R ä g e I e heute mitten im tätigsten Leben und Schaffen und verhilft mit seiner eigenartigen, ganz und gar selbständigen Kunst dem Humor zu seinem Rechte. Die selten schöne Kunst edelster Glasproduttion der tief in den Wäldern von Smaland gelegenen Glashütte von Orr^fors wird durch eine Reihe von Abbildungen veranschaulicht. Dem weihnachtlichen Charakter der Zeit tragen die Aufsätze und Abbildungen über die Krippe:: des Wachsplastikers Lothar Schwink und über das Krippeusviel des Marionettentheaters Münchner Künstler Rechnung. — Die bekannte Monatsschrift „Deutschlands (Erneuerung" (I.F.Lehmanns Verlag, München SW 4; vierteljährlich 3 Mk.) schließt den Jahrgang 1925 mit einem besonders eindrucksvollen .hefte ab. Professor Hambruch (Hamburg) weist auf die Bedeutung einer planmäßigen Volkskunde hin. Politik ist nichts anderes als angewandte Volkskunde, jedoch wird die Volkskunde niemals trennen, Freiburger Münstereinweihung und des Wartburg- Sängerkriegs. _ _ . Viele, viele feiner Gemälde künden damit aufs neue den alten Ruhm ihres Meisters, der namentlich in seinen freien, zunächst nur sich selbst zur Freude gemalten Schöpfungen sein eigenstes Erleben gab und auch auf diesem Grunde seinen eigenen Stil sucht. Welche Absicht bei ihrer Herstellung den Maler bewegte, wie weit ihm ein gegebener Auftrag Vorschriften schuf und Grenzen steckte, und worin jedesmal die Bedeutung dos einzelnen Bildes besteht, das hat abermals Fritz von Oftini in knappen, lichtvollen Würdigungen den Wiedergaben der Schwind- schen Bilder hinzugefügt. In den Bildern Moritz von Schwrnds spiegelt sich nicht nur die Anschauungswelt und Kultur feiner Zeit. Was er davon aufzufangen scheint, ist in Wahrheit ein Ewiges. Ist Deutschsein und Deutschempfinden schlechthin. So wie es zu allen Zeiten das Wesen der Besten in allen Schichten unseres Volkes ausniachte. Und wie es heute, nach einer trüben Uebergangszeit, wiederum vernehmlich Einlaß begehrt bei dem deutschen Menschen. Wer ihm dazu verhilft, der leistet Dienst an unserem Volk. Riesig billig finden Sie bei mir Herren-, Jünglings- und Knaben-Mäntel Warm gefütterte Loden-Joppen Marengo- und Gehrock-Paletots Damen- und Mädchen-Mäntel parzer, Lenau und Bauernfeld, und im Alter das innige Einsgefühl mit Mörike, vereinte ihn doch schon in jungen Tagen die tiefste Zuneigung mit Schubert, die Verehrung mit Beethoven. Aus dem Zuscimenklingen von Dichtkunst und Musik in dem Herzen des Malers erwuchs in Schwinds Seele das symphonische Erfaßen der Welt, das dann in seinen Bildern in einer Ueberfülle von Gestalten zum Aus- druck drängt. Dichterisch befruchtet, entstehen davon die Märchenbilder sowie die humorvolle Ucberwin- düng des Lebensoerdrusses in „Ritter Kurts Brautfahrt". Dazu in epischer Breite die großen Wandgemälde zur Verherrlichung des Freiburger Münsters und der Wartburg. Musikalisch tönt es wieder in dem Pinakothekbild^ der „Symphonie", in dem Wandgemälde „Aus der Zauberflöte", den .,Figaros- Bildern, den geigenden Einsiedlern, der heiligen Cä- cilia, dem Schubertabend bei v. Spaun u. a. m. Und beides wieder, Dichtkunst und Musik, schwingt herzlich von Aasang an gemeinsam seinen heimlichen Reigen m allen Schöpfungen Moritz v. Schwinds, feine Malträme mit ihrem stillen Zauber zu erfüllen. So gelangt e sauch zum Ausdruck in dem neuen Prachtwerke des Verlages von Peter Luhn: „Aus Moritz von Schwinds Füllhorn", über 100 feiner schönsten Bilder mit Porträt und Biographie des Malers sowie verbindendem Text von Freiherrn Fritz v. Oftini, München. Fritz von Oftini, der feine Nachfühler unserer deutschen Meister der Romantik, hat tn der Einleitung weit mehr gegeben, als eine Biographie des Malers. Er spricht aus feiner Arbeit ein inniges Vertrautfein mit allen künstlerischen und menschlichen Vorzügen und Schwächen Moritz von Schwinds, aber zugleich eine solche Liebe zu dem in Schwinds Bildern gestalteten Stück deutschen Volkstums. Die zahlreichen Bilder aber, in der sorgfältigen Auswahl und feinen, farbigen Wiedergabe der Kunst- anstalt Peter Luhn, sind wie ebenso viele köstliche Erinnerungen, die bis in die Tage unserer eigenen Jugend zurückreichen. Da werden sie wieder lebendig, wie sie damals in unsere Seele gelegt wurden. Die alten Märchen von Rübezahl, von Elsen, Gnomen und Nixen, vom Aschenbrödel, vom gestiefelten Kater, von den sieben Raben, vom Machandelbaum, von der schönen Melusine. Und der deutsche Wald rauscht um sie her. Und die mittelalterlichen Städtlein tun ihre Tore auf. Da grüßt uns in den „lyrischen Bildern" die liebliche ..Morgenstunde" und die das eigene Eheglück preisende „Hochzeitsreise". Da lärmt vor uns Der heitere Marlttumult in Ritter Kurts Bro ul fahrt" mit dem schier unübersehbaren Vielerlei seiner Gestalten, da lächelt uns fast wie mit weh,nötigem Scherz das Spielmannsfchicksal in der „Rose" an, da lockt der schöne Kindersries, bravst die vielgestaltige Sy.nphonie, bannt der Figurenreichtum der sondern neu verbinden und neue Kraft aus heimatlichem Boden spenden. Aus diesen Gedanken gründet sich auch die neue Viertelsahrsschrist „Volk und Rass e , die vom nächsten Jahre ab den Heften von „D.E." als geschlossenes Ganzes beigegeben wird. — Daheim, 62. Jahrgang, Heft 11. Vorweihnachtsstimmung bringt dies Heft durch ein schönes Gedicht und mehrere Aufsätze. Theodor Hampe, der Kustos des Gerrrranifchen Museums, spricht von Kinderspielzeug vergangener Zeiten, der Taubstummenlehrer G. Große über ein Weihnachts- spiel kleiner Taubstummer, H.C. von Zabeltitz bespricht Bücher für den Gabentisch. Sehr amüsant plaudert Paul Weyrich in „Vom Fichtenwald zur eleganten Damenkleidung". — Europäische Gespräche. Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik. Herausgegeben von A. Mendelssohn-Bartholdy. (Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart, Berlin und Leipzig.) 3. Jahrgang, Heft 11, November 1925. — Als Parallele zu dem Aufsatz über die englische Sicherheitspolitik im letzten Heft wird im Novemberheft in einer historischen Studie von W. Hallgarten die französische Sicherheitspolitik in eine interessgilte Beziehung zu den französischen Staatsfinanzen gSfTßütt Wenn die französische Staatsgewalt schon früher mit den jeweiligen, damals freilich inländischen Inhabern der Subsistenzmittel für die Armeen Kompromisse zu schließen genötigt war, so ist letzl-ich für den Gang Frankreichs nach Locarno wohl bestimmend ge- wesen, daß den amerikanischen K-ditgebern Aufwendungen für das französische Heer nicht mehr als produktive Ausgaben erscheinen wollen. — Das Hest Nr. 4213 der „Illustrierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) erscheint als erste Weihnachtsnummer und zeigt sich demgemäß inhastlich schon von dem kommenden Feste beein- fluhl. So führt uns ein illustrierter Aufsatz von E. H. Schrenzel .„Buche", ein Christfest tn Abes- _ firnen", nach Afrika und läßt uns dort an einer seltsamen Weihnachtsfeier teilnehmen. Weihnachtlichen Charakter tragen auch die Reproduktionen der Gemälde „Sonniger Wintertag" von K. Mullec- Kurzwelly und „Weihnachtsträume" von W. Hood. Die beiden Aufsätze „Ein Straßenjubiläum in Neu- york" und „Fünfzig Jahre unterirdische Schwach- stromkabel" bringen dem Leser den gewaltigen Fortschritt, der auf technischem und kulturellem Gebiete zu verzeichnen gewesen ist, deutlich vor Augen. An künstlerischen Beiträgen ist zu nennen bic Wiedergabe des Gemäldes „Die Flüchllinge" von Professor A. Kampf. Für die Dame bestimmt ist ein Modentableau „Für Tee und Tanz". Wie immer bietet der aktuelle Bilderteil alle Ereignisse des Jn- und Auslandes, die gegenwärtig besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. A«r Moritz v. Schwinds güShorn Don Albert Herzog. Eine frohbesonnte Welt steigt vor uns auf. Ein Freuen der Seele an allem Schönen. An allem Jn- sichstarkeu und Wertvollen. An allem das Herz Befreienden und Erhebenden. Moritz von Schwinds Som liegt ausgegosfen da. Und was dieser er deutscher Romantik tn seiner Kunst als Freude und Sehnsucht, als Glück und Schmerz, als deutschen Empfindungslebens innersten Gehalt in feinen Malerträumen gestaltete, nun tritt es wieder vor uns hin als eine Offenbarung unseres besten Volkstums. Mst ihrem prachtvollen Werke „Aus Carl SpitzwegsWelt" hatte die Kunst- und Lerlags- anstall Peter Luhn in Da r tn e n vor Jahresfrist mitten in das haftende, oberflächliche Leben un- feter Tage die romantische kleinbürgerliche Idylle urdeutscher Beschaulichkeit der Biedermeierzeit getragen. Sie hatte sich durch dieses Hervorheben der feinsten Schätze, die im Grunde der deutschen Volksseele ruhen — ob auch vielfach verschüttet und von alterndem Moos beberft — ein nicht geringes Verdienst erworben um die Wiedererweckung deutschen Gemütslebens, betrautet durch die freundliche Brills eines sinnierenden Künstlers. Nun hat die freudige Aufnahme, die diese Wiedererweckung und Betonung deutscher Kunst in dru weitesten Kreisen unseres Volkes fand, dem Verlage den Willen gestärkt, fortzufahren auf einem Weg, der uns von verstiegenen Bahnen wieder zurückführen soll zu den frischsprudelnden Quellen deutscher Empfindungs- und Erfindungskraft. Denn vielfach stehen wir da, gleich weiland Kaiser Maximilian an der Martinswand, wo ihn Meister Schwind gemalt, und wißen nach all den steilen Irrwegen zuletzt nicht mehr aus und ein, wenn wir nicht auf starken Flügeln unserer Sehnsucht wieder zurück- getragen werden in das Heimatland der deutschen Seele" Unk so rief Peter Luhn, in Erkenntnis dessen, was die fretgewählte Aufgabe von ihm erwartete, die Kunst Moritz o. Schwinds, des in jeder Faser seines Fühlens und Gestaltens deutschen Meisters, daß sie in einem neuen, großen Prachtwerke das reiche Füllhorn ihrer Gaben vor uns ausbreite. Daß sie uns stolz mache aus diese Offenbarungen deutschen Dolksgemüts und wir an ihnen den Sinn erfrischen, wie an einem zauberasmen Gesundbrunnen. Moritz von Schwind ist als Maler ein Begnadeter, in dem Dichtung und Musik mitschwingen und in seine Bilder ihren Gemütsguell und ihre Jnnen- melodie fließen lassen. Verband ihn doch schon früh die herzlichste Freundschaft mit Dichtern wie GrillDen knappen Geldverhältnissen des kaufenden Publikums trage ich dadurch Rechnung, daß ich ohne jede Rücksicht auf Gestehungskosten schon jetzt die Preise meiner Winterartikel ganz bedeutend herabgesetzt habe (zum Teil bis zu 30 Prozent). Es ist damit jedermann möglich, noch vor dem Feste wirklich billige Einkäufe zu machen. MAflWC. Übler"* Eiligste Preise