Zreitag, 18. September (925 Blatt tu 175. Jahrgang Annahme von Lnzetgen strdie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorbei ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichS, auswärts 10 Goldpfennig; für Rc- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 tvoidpfennig. Platzvorfchrist 20% Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den Übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in'Giehen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Sberheffen Druck unb Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steinöruderei H. Lange in Stehen. 5christlettung und Seschästsftelle: Zchulstrahe 7. Ur. 219 Erster Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: SiebenerFamtlienbläller Heimat im Bild. »o«al5.ver«grprelr: 2 Doldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech. Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lagundGeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnteigerSiehen. Postscheckkonto: Lrankfurt a. M. 11686. Der Reichspräsident im befreiten Ruhrgebiet. Die Befreiungsfeiern in Hamm, Bochum und Essen. Berlin. 17. Sept. (X.U.) (Eigener Draht- bericht.) Der Reichspräsident von Hin- d e n b u r g ist heute morgen 8.14 Uhr vom Bahnhof Zoologischer Garten zur Befreiungsfeier nach Bochum ab gereist. An den fahrplanmäßigen V-Zug wurden zwei Salonwagen angehängt. In dem ersten nahmen der Reichspräsident mit Staatssekretär Dr. Meißner, seinem Sohne Major von Hindenburg, dem Reichsminister für die besetzten Gebiete. Dr. Franken, und seiner übrigen Begleitung Platz-, in dem zweiten Wagen Ministerpräsident Braun und die Vertreter verschiedener Reichsressorts. Die Begrüßung in Hamm. Der Reichspräsident traf mittags 2.20 Uhr In Hamm ein. Schon in den ersten Morgen- stunden war das Leben und Treiben in Hamm anders wie sonst. Ueberall sah man Fahnen in Schwarz-Rot-Gold und Schwarz-Weih-Rot. Der Bahnhof und vor allem der Bahnsteig, auf dem der Zug des Reichspräsidenten halten tollte, waren mit frischem Tannengrün und Lorbeerbäumen festlich geschmückt. Bereits kWrz nach 1 Uhr versammelten sich die zahlreichen Fest- gäste auf dem Bahnhof. Die Vertreter der Stadt, mit Oberbürgermeister Schlichte r an der Spitze, die Mitglieder des Magistrate-, die Vertreter der Provinzialbehörden, darunter Oberpräsibent Granowski, waren erschienen, um als erste den Reichspräsidenten im Lande der roten Erde zu begrüßen. Mit zwanzig Minuten Verspätung, um 2.20 Uhr lief der Zug mit den Sonderwagen der Reichs- regierung in den Bahnhof ein. Die Vertreter der Provinzbehörden begaben sich an den Wagen deS Reichspräsidenten. Oberbürgermeister Schlichter begrüßte den Reichspräsidenten. Hierauf verließ der Reichspräsident den Wagen und begab sich auf den Bahnsteig, wo er mit den Vertretern der Behörden Worte der Begrüßung wechselte. Dann wandte er sich mit foLgenöcn Worten an die Versammelten: „Guten Tag, Kinder I Ihr habt es schwer gehabt, aber ihr habt euch brav gehalten und dafür danke ich euch als alter Soldat von ganzem Herzen. Es wird euch mal wieder besser werden." Die Versammelten sangen entblößten HaupteS das Deutschlandlied. Rach Lieder- vortragen des Männerchores richtete der Reichspräsident an die Sänger das Wort: „Ich danke Ihnen besonders für diese Lieder. Das deutsche Lied hilft über manche schwere Stunde hinweg. Es n^ifi aber mit Gottes Hilfe wieder erklingen können in besseren Tagen und so wollen wir gemeinsam in dieser stillen Hoffnung einstimmen in den Rus: Unser teueres Vaterland: Hurra!" Darauf bestieg der Reichspräsident mit seinem Gefolge wieder den Zug und dieser setzte sich, unter nochmaligem Singen des Deutschlandliedes, in Richtung Dortmund — Bochum in Bewegung. Bochum in Erwartung Hindenburgs. Die stattlich geschmückte Stadt Bochum steht ttuf bem Höhepunkt der Empfangsvorbereitungen. jDor dem Hauptbahnhof stauen sich bereits große Menschenmas'en : starke Polizeiaufgebote zur Absperrung der Empfangszone vor dem Hauptbahnhof stehen bereit. Im Bahnhof selbst sind vicherheits-. Wacht- und Eanitätsposten für den zu erwartenden Empfang ausgestellt. Die Durchfahrtstraßen find reich geschmückt. Starke Sipoabteilungen »erteilen sich auf dem Wege bis zu dem eine halbe Stunde vom Bahnhof entfernten Parkhaus, wo die Hauptansprachen der Dsgierungsvertreker, des Oberbürgermeisters und deS Reichspräsidenten erfolgen. Weit und breit, soweit das Auge schweift, prangen neben den Dahnlinien. die der Zug des Reichspräsidenten berührt, zahlreiche Fahnen in den Reichsfarben auf den Verwaltungsgebäuden der Zechen und der Privathäuser. Don Hamm bis Duisburg grüßen die Danner auf den Hügeln den Reichspräsidenten bei seinem Einzug in das befreite Gebiet. Der Reichspräsident in Bochum. Bereits vor der nach dem Programm vorgesehenen Ankunftszeit kreisten zwei Flugzeuge über den Bahnhofsanlagen. Bald darauf lief mit geringer Verspätung, unter dem Glockengeläute sämtlicher Kirchen Bochums, der Sondcrzug ein, dem der Reichspräsident entstieg. Er wurde begrüßt durch den Oberpräsidenten Granowski und den Oberbüraermeister non Bochum. Am Zuge überreichte ihm das Töchterchen des früheren Oberbürgermeisters von Bachum, Graff, einen Blumenstrauß. Der Reichspräsident dankte lächelnd für den frischen Gruß aus Kindermund. Oberbürgermeister Dr. R u e r begrüßte dann den Reichspräsidenten mit einer Ansprache, in der er folgendes ausführte: „Bochums herzlichen W ill k o m m e n g r u h! Ihnen. Herr Reichspräsident, in Bochums Mauern, auf Westfalens roter Erde, aufrichtigen Dank für Ihre Teilnahme an der heutigen Befreiungs- kundgebung im Namen unserer besetzt gewesenen Heimat. Unendlich Schweres hat unsere Bevölkerung unter der fremden Herrschaft erduldet. Wir danken es der Reichsregierung, daß sie in zähen Bemühungen die einzige Waffe zu gebrauchen weiß, die uns zur Verfügung steht: den Hinweis auf unser unoerjährbares Recht, auf die Unmöglichkeit, ein Volk von über 60 Millionen aus den Zusammenhängen der Weltwirtschaft auszuschalten. wir hoffen, daß es dieser von uns dankbar empsundenen Politik der Reichsregierung bei den bevorstehenden internationalen Verhandlungen gelingen möge, unseren Brüdern jenseits des Rheins zur baldigen Befreiung zu verhelfen. In Ihnen, Herr Reichspräsident, begrüßen wir nicht allein die oberste Spitze der deutschen Republik, wir dürfen Sie willkommen heißen zugleich als unseren Ehrenbürger. Der Boden, auf dem wir stehen, hallt wieder von schwerer Arbeit, eine schwere wirtschaftliche Krise, von einem Ausmaß, wie sie das Industriegebiet nie gekannt hat, lastet auf uns. Willig hat im Frieden das Industriegebiet mit seiner Steuerkraft mit dazu beigetragen, daß durch den Ertrag feister Arbeit die Möglichkeit geboten wurde, Volksbildung und Kulturverpflichtungen in anderen Gegenden zu pflegen. Diese Belastung der Produktion auf uns zu nehmen, sind wir im Augenblick nicht mehr st a r k genug. Nicht Mutlosigkeit veran- laßt uns zu dieser Bitte, sondern die Erkenntnis, daß uns mit Erleichterungen, die uns vorübergehend gewährt werden, die Kraft erhol- t e n werden kann, als stärkster Faktor des Wiederaufbaues Deutschlands zu wirken. e So dankbar wir Ihnen, Herr Reickspräsident, der deutschen Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung für ihre INilsreude aus Anlaß der Befreiung sind, so sehr dürfen wir auch in dieser Stunde der Hoffnung Ausdruck geben, daß uns die erbetene Hilfe schnellstens ju- tell wird, wir alle stehen auch ferner geschloffen in unerschütterlichem Glauben an Deutschlands Zukunft zu unserer Regierung und Vaterland. Wir wollen erkennen, daß wir Glieder eines Volkes sind und uns in allen Kämpfen an den Dichterspruch erinnern, der am Deutschen Eck in Koblenz in Erz gemeißelt steht: „Rimmer wirb das Reich vergehen, wenn Ihr einig seid und treu." Oberpräsident Gronowski zur Linken, zur Rechten den Oberbürgermeister von Bochum, schritt dann der Reichspräsident, unter den nicht endenwollenden Hochrufen der jubelnden Bevölkerung über den Empfangsteppich zum Bahnhofsplatz, wo eine starke Abordnung ehemaliger vertriebener Eisenbahner aus dem Ruhrbezirk Aufstellung genommen hatte. Der Reichspräsident begrüßte die Ei'enbahner mit freundlichen Worten. Unter begeisterten Hochrufen bestieg der Reichspräsident hierauf den Wagen, um in langsamer Fahrt durch die festlich geschmückten Hauptstraßen Bochums nach dem Parkhaus zu fahren, lleberall waren die Wege von Taufenden und Abertausenden von Menschen aus allen Be- völkerungsschichlen besetzt, die in inniger Freude dem greifen Feldmarschall zujubelten. Bei der Ankunft vor dem Parkhaus begrüßte der Reichspräsident eine dort ausgestellte Bereitschaft der Schutzpolizei und ließ sich sodann im Saale zu einem kleinen Imbiß nieder, umgeben von geladenen Vertretern der Staats- und Kommunalbehörden, der Provinz und der Wirtschaft. Erschienen waren auch die Oberbürgermeister allev größeren Städte des Industriebezirkes, die Bischöfe von Paderborn und Münster, sowie dev Rektor der älniversität Münster. : Vie Bochumer Befreiungsfeier. Während der Reichspräsident und seine Herren als Gäste der Stadt im oberen Saale des Parkhauses verweilten, versammelten sich vor dem Parkhause die besonders geladenen Vertreter der Staats- und Kommunalbehörden aus der ganzen Provinz, ferner eine große Zahl von Abordnungen der westfälischen Vereine mit ihren Fahnen und zahlreiches Publikum, um an der öffentlichen Kundgebung um 5 ilbr teilzunehmen. Zu beiden Seiten des Vorplatzes plazierten sich 200 Bergknappen in Galauniform mit ihren Derg- lampen. Pünktlich 5 Ahr betrat der Reichspräsident und die Herren seiner Begleitung die südliche Veranda des Parkhauses. Stürmisch jubelte die vieliausendköpfige Menge dem ReichS- präsidentew zu. der nach allen Seiten herzlichst und tief gerührt dankte. Fanfarenklänge brachten den ersten Gruß. Eindrucksvolle musikalische Darbietungen des städtischen Orchesters folgten. Hierauf nahmen etwa 1 000 Sänger vor der Veranda Aufstellung und trugen in meisterhafter Weise vaterländische Lieder vor, die auf alle Zuhörer liefen Eindruck machten und reichen Beifall fanden. Dann ergriff der Oberpräsibent von Westfalen. Gro nowski. das Wort. Er führte u. a. aus: Die Provinz Westfalen hat heute zum dritten Male die Freude, den Präsident der deutschen Republik zu begrüßen. Die Zeit der Opfer und Entsagungen ist für uns noch nicht vorbei. Die allgemeine^ Rot verbietet uns, rauschende Feste zu feiern, aber in stiller Freude danken wir Ihnen, Herr Reichshrälident, und den Herren Ihrer Begleitung für den Betuch im westfälischen Industriegebiet. Der Oberpräsident schloß mit einem Hoch auf den Reichspräsidenten von Hindenburg. Hierauf sprach der Oberbürgermeister von Bochum. Darauf ergriff der preußische Ministerpräsident Braun das Wort und führte aus: Der heutige Besuch gilt der Bevölkerung der Stadt Bochum, gleichzeitig aber auch der gesamten westfälischen Bevölkerung des bis vor kurzer Zeit besetzt gewesenen Ruhrgebietes. Am heutigen Tage denke ick zurück an die denkwürdige Tagung des westfälischen Provinziallandtages, die bald nach Beginn der Ruhrbesetzung in Münster stattfand. Mögen sie ihre nationale Pflicht in der Werkstätte, in der Schreibstube erfüllt haben, mögen sie als Arbeitgeber ober Ar- beitneymer ihre Treue betätigt haben, die preußische Regierung wird im Interesse der Bevölkerung von Rhein und Ruhr, zum Besten Preußens und des Reiches, zu jeder Zeit Seite an Seite mit der Reichsregierung stehen, die die feit der Londoner Konferenz beschrittenen Wege konsequent weitergeht. Unser Voll' und namentlich auch unsere gute, unter den großen Entbehrungen und Sorgen leidende Arbeiterschaft stellt ein so hochentwickeltes Kulturvolk bar, baß sich niemals als ein Kolonialvolk behan- beln lassen wirb. Darauf ergriff Reichspräsident von Hindenburg bas Wort. Er führte aus: „Deutsche Männer und Frauen! Wit aufrichtiger Freude grüße ich das Westfalenland, grüße ich die Bevöllerung der roten Erde, die heute wieder als freies Volk auf freiem Grunde steht. Daß ich diesen ersten Gruß aus der Stadt Bochum an Sie richten kann, deren Ehrenbürger ich bin, ist mir eine besondere Genugtuung. Sie haben das Bekenntnis zu unlösbarer Volksgemeinschaft in harter Zeit durch die Tat abgelegt. Dessen gedenke ich bewegten Herzens mit allen Deutschen in tiefer Dankbarkeit und Anerkennung. Ihre Treue zu H'imat und Vaterland ist i m Feuer der R o t gehärtet und gestählt worden und wird, dessen find wir überzeugt, auch in aller Zukunft standhaften. Oftmals in der vergangenen, für Sie so schweren Zeit, haben wir Ihnen aus der Ferne unseren Gruß, unsere freudige Anerkennung und unseren innigen Dank zugerufen und Ihnen Treue um Treue gelobt. Heute find wir hierher gekommen, um Ihnen Auge in Auge und Hand in Hand persönlichen Dank zu bekunden. Mit Recht betonen Sie, Herr Oberpräsident, daß das Volk Westfalens vor dem Richterstuhl der Geschichte gut bestehen wird . Was es geleistet hat int stillen Dulden und tapferen Ausharren, wird uns und späteren Geschlechtern ein Beispiel und eine Mahnung treuer und hingebender Liebe zum Vaterland sein. Dieser Mahnung gedenkend. lassen Sie uns rufen: Linser geliebtes Vaterland, es lebe hoch!" Die Ansprache des Reichspräsidenten wurde verschiedentlich von dem Beifall der Menge unterbrochen. Verschiedene Stellen der Rede wurden mit brausenden Hochrufen aufgenommen. Begeistert stimmte die Menge in das von dem Reichspräsidenten auf das deutsche Vaterland ausgebrachte Hoch ein. Rach Schluß der offiziellen Feier empfing der Reichspräsident eine Abordnung der Bergknappen, an die er freundliche Worte der Anerkennung für ihre Leistungen richtete. Darauf erschallte ein Chorgesang der jungen Bergknappen, die das westfälische Dergmannslied mit großer Begeisterung vortrugen. Der Reichspräsident zog sich daraufhin mit seiner Begleitung unb fernen Gästen toieber in das Parkhaus zurück. Gegen 7 LIhr erfolgte vom Bahnhof die Weiterfahrt nach Essen. Auf bem Wege durch die Straßen war der Reichspräsident wiederum Gegenstand begeisterter Kundgebungen aller Bevöllerungskreise. Roch lange nach der Abfahrt durchzogen begeisterte Menschenmassen die Streßen. LIeberall erscholl das Deutschland» lieb durch festlich geschmückte Gallen. Der Reichspräsident in Essen. Der Reichskanzler spricht. Gegen acht Uhr abends traf der Reichspräsident auf dem Hauptbahnhof in Essen ein. Eine tausendköpfige Menge hatte sich schon lange vor der Ankunft eingefunden. Beim Verlassen des Bahnhofes brausten dem Reichspräsidenten stürmische Hochrufe entgegen. Hindenburg bestieg sofort den Wagen und fuhr, von einer berittenen Polizeikette begleitet, zum Hotel Kaiserhof, wo um 8 Llhr abends der Bierabend begann, zu bem mehrere Hundert Vertreter des gesamten Rheinlandes geloben waren. Auf der Fahrt durch die festlich geschmückten Straßen tönte' dem Reichspräsidenten überall großer Iubel entgegen. Ein starkes Polizeiaufgebot hatte überall Absperrungen vorgenommen, so daß es, trotz des großen Menschenandranges zu feinen Störungen kam. Bei dem Bierabend im Hotel .Kaiserhof" ergriff als erster Redner das Wort Oberbürgermeister Brachl-Essen. und führte u. a. folgendes aus: Die Stabt Esten sowie das gesamte Ruhrgebiet freuen sich. Sie, Herr Reichspräsident, hier begrüßen zu können. Wir blicken ;u Ihnen auf als den großen Heerführer im Weltkriege, der auch in den schwärzesten Tagen unserer jüngsten Geschichte dem deutschen Volke treu zur Seite stand. Wir neigen uns vor Ihnen in Ehrfurcht als dem erwählten Oberhaupt der Reichsvcrfassung. Wir folgen Ihnen auf dem Wege, den Sie uns fuhren, in vollem Ver- trauen. Glücklicher konnte die Stunde Ihres Besuches nicht gewählt werden, als zu dem Zeitpunkt, da das besetzt gewesene Ruhrgebiet aus tiefsten Leiden wieder aufatmet, und ich fieue mich ganz besonders herzlich der sich heute bietenden Gelegen hcit, mit der Befreiungsscicr unseren herA l > ch e n Dank zu verbinden s ü r d i e ziel- bewußte Befeiungspolitik, die zu dieier Befreiung vom fremden Joch geführt hat. Diesen Dank schulden wir in erster Linie den Herren Marx, Dr. Strefemann und Dr. Luther. Für uns bringt dieser Tag noch besondere Freude, weil wir Herrn Reichskanzler Dr. Luther, unseren früheren Oberbürgermeister, wiederum in der alten Heimat begrüßen können. Wir hoffen, daß es der Reichsreaierung gelingen möge, uns einen dauernden Frieden zu erhalten, um zu erstarken. Wir wünschen nichts weniger, als daß es unter der verständnisvollen Forderung der Reichs- und Staatsregierung gelingen möge, das Ruhrgebiet als Wirtschaftszentrum und als Kraftquelle aufs neue in die Hohe zu führen. Reichskanzler Dr. Luther ergriff das Wort zu folgenden Ausführungen: Meine sehr verehrten Herren! Als einziger aus dem Kreise der Gäste soll ich die Ehre haben, an diesem Abend zu sprechen. Insbesondere hat mich auch der Reichspräsident beauftragt, den herzlichen Dank für den heutigen Abend zum Ausdruck zu bringen. Für mich, der ich ja in diesem Kreise kein Unbekannter bin, ist es eine ganz besondere Genugtuung, als Begleiter des Herrn Reichspräsidenten diese Reise mitmachen zu können, denn diese Reife, auf der das Reich durch sein Oberhaupt vertreten wird, bedeutet doch einen Vorgang von großem sckwer- wiegendem Gewicht innerhalb des mühsamen Wiedererstehens unseres Vaterlandes. Man hat in den letzten Jahren manchmal gezweifelt, ob denn die Stunde über- Haupt geeignet fei. Feste zu begehen, sicher sind diese Zweifel nicht immer unbegründet gewesen. Aus der anderen Seite wollen wir auch nicht vergessen, daß, wenn sich bestimmte Vorgänge von großer Tragweite vollzogen haben, wie die einzelnen Menschen bas Bebürfnis haben, sich mitein- anber auszufprechen, so auch bie Volksge- m e i n s ch a f t nach einer Form sucht, um bas, was geworden ist, in gemeinsamem Erleben zu befestigen und zu erhärten. Und ein Unterschied, den wir bei allem Ernst, mit dem wir in die Zukunft blicken, doch mit helleren Augen an- sehen dürfen, ein Unterschied ist in den letzten Jahren doch eingetreten. Meine Herren, als vorhin der Iubel auf den Straßen Essens erschallte, der Jubel, der den Herrn Reichspräsidenten begrüßte, da erstand vor meiner Erinnerung. der 10. Januar 1923, der Tag, bevor die Franzosen hier einrückten. Da war nach jener Versammlung im Daalbau, wo die Gelübde ausgesprochen worden sind, die denn auch stets festgehalten wurden, auch vom Bahnhofsvorplatz bis zum Kaiserhof alles doll Menschen, und diese Menschen waren auch voll stärkster innerer Bewegung. Wenn ich hier heute spreche, so bestehl für mich vielleicht b.c Möglichkeit, in der Stadt Essen etwas mehr zu sprechen wie eS meinem im Ruhrbezirk erhobenen Gefühlsleben entspricht. Ich glaube, daß jeder, der die Dinge des geschichtlichen Werdens hier miterlebt hat, weiß, daß hier eine wirkliche Schicksalsgemeinschast besteht, die den ganzen Ruhrbezirk umspannt, und der Ruhrbezirk ist wahrhaftig kein leerer Begriff, er ist eine Zusammenfassung lebendiger Menschen, die vielleicht in mancher Beziehung ihre Zusammenfassung um so enger fühlen, als der Zu- sammenschluh noch neu ist, da h?er die gewaltige Entwicklung der Industrie und Technik die Menschenmassen erst zusammengeballt hat. Tlnd nun das Schicksal dieses Ruhrgebiets im Abwehrkampf gegen den Einbruch der Franzosen und Belgier I Ich weih als alter Bewohner der Stadt Essen und als Mann, der während schlimmer Iahre unmittelbar vor den Toren des besetzten Gebiets gelebt hat. ich weih, dah im besetzten Gebiet tief die Empfindung obwaltet, als ob das unbesetzte Gebiet doch nicht so ganz mitfühlt. (Sehr richtig!) Ob das wohl richtig oder unrichtig ist. entbinden Sie mich von einer Aeuhe- rung darüber. Aber lassen Sie mich mit allem Rackchruck aussprechen: Wie müssen als ganze- deutsche- Volk wissen, was der Ruhrbezirk und was die Einzelnen im Ruhrbezirk geleistet und gelitten haben. Alles, was politisch in den letzten Iahren geschehen ist. alles, was geschehen ist, ist doch stets geschehen im Zusammenhang mit der Frage: Wie bekommen wir endlich das gegen Recht und Gesetz und Vernunft besetzte Ruhrgebiet wieder frei? Diese Frage ist als ein großer Unter- fr rom durch alle Arbeiten hindurchgegangen und hat dann schließlich in London zu jenem Ergebnis geführt, an dem der damalige Reichskanzler Marx, der Reichsauhenminister Dr. ©trete» mann und der damalige Finanzminister beteiligt waren. Meine Herren, ich habe vorhin schon die Blicke von dem Ruhrgebiet auf das altbesetzte Gebiet hinübergehen lassen. Hier stehen wir ja jetzt wieder seit dem 10. 3a- nuar d. IS. in anderer Gestalt vor genau denselben Problemen und darüber hinaus I stehen wir vor der großen Frage: 3a. tomn nun alles von unserer Seite aus geschieh! um nur das zu leisten, wozu wir uns verpflichtet haben. wozu wir uns haben verpflicht«« müssen nach dem Verlauf der Weltgeschichte, wenn nun alles geschieht, soll bann die Last weiter so schwer und drückend wie bisher auf dem besetzten Gebiet liegen bleiben? All diese Fragen werden künftig wieder bei allem, was wir anregen und tun, als ein nie vergessener Teil unserer Sorge uns begleiten. 3d) glaube, ich darf gerade das jetzt aussprechen, wo wir unmittelbar vor der Entscheidung über die Frage stehen, ob es uns gelingt, wie es beti bringende Wunsch der deutschen Reichsregierung ist, den Frieden Europas aufzubauen auf den Grundlagen wirklicher Gleichberechtigung, auf den Grundlagen wirklicher Gegenseitigkeit. Für das Ruhrgebiet sind mit der Räumung wahrlich die Schwierigkeiten rächt behoben. Die unlösbare Schicksalsgemein- schaft zwischen dem Ruhrgebiet und dem deut- fd)en Volke ist uns jetzt in neuer Gestalt noch deutlicher vor Augen getreten. Wir sehen jetzt in voller Klarheit, daß im Ruhrgebiet diese Hochentwicklung deutschen industriellen Lebens Überhaupt nur möglich ist auf der Grundlage eines gesunden deutschen Wirtschaftslebens im allgemeinen. Gerade weil das Ruhrgebiet so eng mit dem ganzen deutschen Schicksal verbunden ist, darum ist es für das Ruhrgebiet auch so wichtig, das) die Menschen, die das ganze deutsche Wirtschaftsleben mit zu beeinflussen haben, auch außerhalb des Ruhrgebiets mit seiner Eigentümlichkeit, mit seiner Lebensart mitempfinden. Für mich als ehemaligen Essener Oberbürgermeister bedeutet es heute eine besondere Genugtuung, Sie, meine Herren zu bitten, in den Ruf einzustimmen: Das Ruhrgebiet Glück auf! Die gesellige Veranstaltung des Bierabends fand mit der Abfahrt des Herrn Reichs- p r äsidenten in die Waldthausensche Villa kurz nach 10 Uhr abends ihr harmonisches Ende. Vom Oberbürgermeister Bracht begleitet, bestieg der Reichspräsident von Hindenburg den Wagen, nachdem die geladenen Gäste in der Halle des Hotels ein kräftig aufgenommenes dreifaches Hoch ausgebracht hatten. Draußen vor dem Hotel staute sich eine unübersehbare Mensck)enmenge trotz der vorgerückten Abendstunden. Hunderte von Vereinen bildeten in den Durchfahrtsstraßen Spalier und bei licht- lodernden Fackeln unter den Marsch- weisen der zahlreichen Musilkorps durchfuhr der Reichspräsident, von berittener Polizei begleitet, die mit reichem Flaggenschmuck und Girlanden versehenen Straßen. Die öffentlichen und die meisten privaten Gebäude waren illuminiert. Richt endenwollende Hochrufe und Hurras ließen die Herzen der Menge hoher schlagen. Roch in später Abendstunde herrschte in den Hauptstraßen ein selbst in den dicht bevölkerten Straßen ungekannter Verkehr. 3n zahllosen Lokalen haben sich Verbände und Vereinigungen zu besonderen internen Feiern anläßlich des hohen Besuches zusammengefunden und das Deutschlandlied erscholl immer wiedex auf den Straßen und aus den Versammlungslokalen. Duisburg rüstet zum Empfang des Reichspräsidenten. Duisburg, 18. Sept. (Tckl.) Zu dem Empfang des Reichspräsidenten am Freitagvormittag ist alles vorbereitet. Die Hauptfront des Bahnhofsgebäudes ist von buntfarbigen elektrischen Glühbirnen umrahmt. Der Weg vom Bahnhof zur Wohnung des Oberbürgermeisters ist festlich geschmückt. Bei der Fahrt des Reichspräsidenten von Duisburgüber Mei- derich nach Ruhrort und nach Duis- ^burg zurück werden auf dem ganzen Wege -Vereine und Schulkinder Spalier bilden. Auch " das Reichsbanner hat seine Mitglieder zur t Teilnahme aufgefordert. Ein besonders festliches Gepräge wird die Vorstellung im Stadttheater werden. Der Reichspräsident wird in der mit den deutschen Farben und dem Reichsadler geschmückten Bühnenloge Platz nehmen. Die Arbeitgeberschaft hat den Arbeitern freigestellt, am Rachmittag zu feiern und den Lohnausfall durch Ileberschichten einzuholen. Die Deutschnationalen zum Sicherheitspakt. Berlin, 17. Sept. (D. Z.) Auf Einladung des KretswahlverbandeS Ostsachsen der deutsch- nationalen Volkspartei sprach der Fraktionsvor- sihende Hergt über den Völkerbundsbeitritt und den Sicherheitspakt. Rach längerer Aussprache wird folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die Zustimmung zum Abschluß eines Vertrages, durch den freiwillig in irgendwelcher Form deutsches Land preiS- gegeben wird, oder zum Eintritt in den Dölker- Gund „derzeitiger Gestaltung" ist für eine deutschnationale Partei unmöglich. Es ist die Aufgabe der Partei, durch ihre dazu berufenen Vertreter Vertragsannahme und Eintritt in den Völkerbund zu verhindern unb besonders durchzusetzen, daß eine Außenministerzusammenkunft überhaupt nicht beschickt wird, wenn nicht vorher die Erfüllung der wirklich unverzichtbaren Forderungen der Deutschnationalen (Rede des Grafen Westarp) durch bindende Zusagen der Ententemächte zugestanden unb s i ch e r- gestellt ist. Können die Deutschnationalen dieses Ziel nicht erreichen, so verlangen Selbstachtung und Selbsterhaltungstrieb der Partei in gleicher Weise wie der Gedanke an die Zukunft des deutschen Vaterlandes den Austritt aus der Reichsregierung." Zu dieser von einem Berliner Mittagsblatt ver- össentlichen Entsd)ließnng, die angeblich mit Zu- stimmung des Abg. Hergt zustande gekommen sei, teilt die Nachtausgabe des „Tag" mit, daß der Abg. .ß e r g t erklärt habe, daß er sich in notier Uebereinstimmung mit der Auffassung der Parteileitung befinde, die etwa in folgenden Sätzen zusammengefaßt werden könne. Als Grundsatz gelte: Die Deutschnationale Partei hält an der Note der Reichsregierung vom 2 0. Juli fest, die mit Zustimmung der deutschnationalen Kabinettsmitglieder verfaßt und abgesandt worden ist. Dieser bedeute 1. Die Räumung der Kölner Zone ist eine Voraussetzung, die vor Eintritt in die Verhandlungen sichergestellt sein muß. Am nächsten liegt es, daß die Reichsregierung auf die Ent- waffnun gsn ote der Dotschafterkonferenz antwortet und die Beendiguna der Entwaffnung feststellt. Aus Grund dieser Mitteilung müßten die alliierten Regierungen Befehl zur R ä u - m u n g erteilen, dessen Durchführung begonnen haben muß, bevor wir in Verhandlungen über den Sicherheitspakt eintreten können. 2. Die in der Note vom 20. Juli vorgesehenen „Rückwirkungen" des Abschlusses eines Sicherheitspaktes auf die Besatzungstruppen und die Rheinlands, sind bekanntlich in der Antwort der französischen Regierung vom 24. August a b - gelehnt worden. Da diese Forderung wesentlich ist, müssen wir die Zusicherung erhalten, daß auch über diesen Punkt bei einer Konferenz der Minister verhandelt wird. 3. lieber das Wesen der abzuschließenden Schiedsgerichtsverträge soll angeblich eine Uebereinstimmung erzielt worden sein. Es bleibt festzustellen, daß die deutsche Regierung auf ihrem Standpunkt beharrt, der in der Note vom 20. Juli zum Ausdruck gebracht worden ist. 4. Die deutschnationale Partei ist nicht grundsätzlich abgeneigt, einem Eintritt Deutschlands in den Völk erbund zuzustimmen. Voraussetzungen sind jedoch die bekannten vier Forderungen, die bis jetzt von den alliierten Regierungen abschlägig beschieden worden sind, mit der Begründung, daß nicht sie, sondern der Döl- kerbundsrat zuständig sei. Falls ein formeller Verzicht der Alliierten auf den Artikel 231 (Kriegsschuldlüge) vor Eintritt in die Verhandlungen nicht zu erreichen ist, so muß nach deutsch- nationaler Auffassung die Reichsregierung durch Rundnote an alle ülnterzeichner des Versailler Vertrages das Kriegsschuldbekenntnis widerrufen. Die Deutschnätionalen halten es für erforderlich, daß vor Eintritt in die Der- Handlungen eine Aussprache über die Frage zugesagt wird. Sollten diese Bedingungen, die sämtlich auf dem Boden der Note vom 20. Juli stehen, wider Erwarten von einer Mehrheit im Kabinett nicht gebilligt werden, so würden die Deutschnationalen gezwungen sein, ihre Vertreter aus der Regierung abzuberufen. DerSsMidemokraiischeparteiiag Heidelberg, 17. Sept. (TU.) Zu Beginn der heutigen Sitzung des Sozialdemokratischen Parteitages wurde der Bericht der Man- datprüfungskommission erstatte't, wonach 398 Delegierte anwesend sind. Abg. Keil fordert in einer Entschließung mit allem Rachdruck Abbau der übermäßigen SteuerVela- st u n g. Die Preissenkungsaktion der Reichsregierung wurde als Täuschungsmanöver der Reichsregierung bezeichnet. Alle Aktionen der Arbeiter, Angestellten und Beamten zur Anpassung ihrer Löhne an die erhöhten Preise sollen kräftig unterstützt werden. Die Entschließung wurde mit großer Mehrheit angenommen, ebenso Entschließungen, die zur schärfsten Bekämpfung des Reichsschulgesetzent- Wurfes auffordern und sich gegen das bayrische Konkordat wenden. Angenommen wurden ferner Anträge gegen Alkoholismus und für die Reform des Strafrechtes und des Strafvollzug e'S. Abgeordneter Crifpien legte eine Entschließung des Parteivorstandes vor. die den Eintritt in den Völkerbund fordert. Für die Delegierten des besetzten Gebietes gab Abgeordneter Kirschmann- Köln eine längere Erklärung ab. Beim Zustandekommen eines Sicherheitspaktes müsse die baldige restlose Beseitigung der militärischen Besatzung des Rheinlandes und eine grundlegende Aenderung des Delegiertensystems gefordert werden. Die Räumung des Einbruchsund Sanktionsgebietes sei ein Erfolg der von den Sozialisten betriebenen und gestützten Außenpolitik. Abgeordneter Dr. Breitscheidt verteidigte die Politik der Fraktion in der Frage des Sicherheitspaktos und des Völkerbundes gegenüber den Anträgen der Opposition. Die Sachsenkomission unterbreitete dann dem Parteitag eine Entschließung, die die bisherige Stellungnahme des Parteivorstandes in dieser Frage billigt. Es wird verlangt, daß zunächst Fraktionsmehrheit und Minderheit sich wieder zu einer Fraktion zusammenschlie- ßen und unter Hinzuziehung einer Vertretung deö Parteivorstandes gemeinsam beraten und daß auch die Frage der Landtagsauflösung vom Fraktion-bezirk-vorstRnd und Parteivorstän- den gemeinsam entschieden werden. Alle Ausschlußverfahren sollen damit erledigt werden. Don den Mitgliedern der Fraktionsmehrheit wird aber erwartet, daß sie sich im Rahmen der Beschlüsse der Bezirksorganisation SachsenS halten. Neue Entwaffnungsforderungen an Oesterreich. Wien, 17. Sept. (WB.) Wie die „Reue Freie Presse" erfährt, hat der Dotschafterrat in Paris den Beschluß gefaßt, die österreichische Regierung aufzufordern, 7000 der Erzeugung von Waffen undMunit ion dienende Maschinen, die sich noch im Besitze der Privatindustrie befinden, auf Grund der Bestimmungen des Vertrages von St. Germain der Zerstörung zuzuführen. Die „Reue Freie Presse" bemerkt hierzu, daß es in Oesterreich feine Waffen- und Munitionserzeugung mehr gebe und daß es sich also nur um Maschinen handeln könne, die feit längerem auf die Erzeugung von Produkten der Friedensindustrie umgestellt seien. Ein französisch-rumänischer Geheimverlrag? Budapest, 17. Sept. (TU.) „Pesti Raplo" veröffentlid)t ein Bukarester Telegramm, wonach der rumänische Gesandte in Paris unerwartet in Budapest eingetroffen sei. Wie verlautet, steht feine Reise mit dem erfolgreichen Abschluß der politischen und militärischen Verhandlungen zwischen Frankreich und Rumänien im Zusammenhang. Die Verhandlungen betreffen einen politischen und militärischen Geheimvertrag. Dieser Geheimvertrag soll Rumänien weitgehende Sicherungen für den Fall geben, daß Rumänien mit Ungarn oder Sowjetrußland in Konflikt geraten sollte. Außerdem werden im Vertrag bie Interessen Polens und der Tschechoslowakei geschützt. Der Vertrag soll Frankreich einen großen Einfluß auf die militärische Verfassung Rumäniens zubilligen. Die Lage in Marokko. Fez, 17. Sept. (Haoas.) In der von der Westgruppe besetzten Gegend ist der gestrige Tag durch das Wiederaufleben der feindlichen Tätigkeit in der Gegend von Bab Hussein gekennzeichnet. Die Operationen auf dem Bibanen- massiv haben sich planmäßig abgewickelt. Nachdem der Feind zunächst ernsthaften Widerstand auf dem Gipfel des Biban geleistet hatte, hat die im Norden operierende Kolonne den Gipfel um 9 Uhr erreicht und sich dort mit der von Süden kommenden Kolonne vereinigt. Die Operationen im Bibanemassiv haben großen Eindruck auf den Beni Serual gemacht. Man arbeitet jetzt an dem Ausbau der Stellungen. In Ausnutzung des andauernden Sturms trachteten die Kabylen nachts das spanische Lager von Morro Nuevo Alhucemas zu überfallen. Sie wurden aber von Reflektoren entdeckt und zurückgeschlagen. Bei Melilla fanden gleichfalls Scharmützel statt. An der Larachefront herrscht ein beträchtlicher Druck. Die Entscheidung wird erst im nächsten Frühjahr erwartet. ParlamentarischesausHessen D a r m ft a b t, 17. Sept. Die Fraktion des Hessischen Bauernbundes hat im Landtag einen Antrag eingebracht, worin die hessische Regierung ersucht wird, die Rückzahlung der landwirtschaftlichen Notstandskredite so lange auszu- setzen, bis der Landtag hierüber entschieden hat. Der Finanzausschuß soll sogleich einberufen werden. Der Gesetz gebungsausschuß des Landtags beriet die Artikel 10 bis 31 der Regierungsvorlage über die Wahlen für die Parlamente her Gemeinden und der Gemeindeverbände. Rach Erledigung einer Reihe von Punkten, im wesentlichen redaktioneller Ratur, wurde der Artikel 21 in der Form angenommen, daß der Wahlvorschlag für die Gemeindeparlamente bei 300 Stimmberechtigten von mindestens 5 Personen unterschrieben sein muß. bei 500 von 10, bei 1000 von 20, bei 3000 von 30, bet 5000 von 40, bei 10 000 von 50, bei 20 000 von 60, und über 20 000 von 70 Personen. (Die Ziffern sind Mindestzahlen.) Für den Kreistag und für den Pro- vinzialtag sind mindestens 50 Unterschriften notwendig. * Der deutschnationale Abg. Kindt hatte Er. laß eines Gesetzes beantragt, das Abgeordneten verbietet bei periodisch erscheinenden Druckschriften verantwortlich zu zeichnen. Auf diesen Antrag hat der Staatspräsident geantwortet, daß die Regierung noch die gleiche ablehnende Stellung einnehme wie auf dem vorigen Landtag. Don dem Abgeordneten Dr. Werner (Dntl.) und Fraktion sind folgende Anträge an den Landtag ergangen: 1 Wir beantragen, die Regierung zu ersuchen, nicht bloß selber ihrer Pflicht auf Einstellung von Dersor. gungsanwärtern nad^ufommen, sondern auch darauf hinzuwirken, daß die Gemeinden in gleicher Weise verfahren. 2. Rachdem der Reichstag beschlossen hat, den Artikel 6 des Personal- abbaugefetzes zu ändern, beantragen wir. eine entsprechende Aenderung des Art. 8 Abs. 2 des Gesetzes über die Hinterbliebenenversorgung derStaatsbeamten vom 18. Dezember 1923. Aus aller Welt. Die japanischen Flieger in Berlin. Berlin, 17.Sept. (TU.) Das erste auf dem Tempelhofer Feld eingetroffene japani - s ch e Flugzeug ist mit erheblicher Verspätung gelandet. In einem ■ Flugzeug des Aerolloyd ist ihm der japanische Botschafter, Excellenz Honda, entgegengeflogen. Er mußte aber unverrichteter Dinge zurückkehren. Das zweite Flugzeug ist, erst morgen vormittag in Königsberg startbereit zum Fluge nach Berlin. Die beiden bereits eingetroffenen Flieger Abe und Shinohara wurden auf dem Tempelhofer Feld von den Vertretern der japanischen Botschaft, der deutsch-russischen Luftverkehrsgesellschaft imb des deutschen Aerolloyds auf das herzlichste begrüßt. Bei einem Frühstück, das der Verein Deutscher Zeitungsverleger aus Anlaß der Ankunft der japanischen Piloten gab, begrüßte der Leiter der Luftfahrabteilung im Reichsverkehrs- ininifterium, Ministerialrat Brandenburg, aufs herzlichste die japanischen Flieger im Namen der Reichsregierung und der deutschen Luftfahrt. Direktor Carl Mueller, der aeschäftsführende Vorsitzende des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, betonte, daß das deutsche Volk und die deutsche Presse mit vieler Anteilnahme die großen Erdbeben, die kürzlich Japan verheert haben, verfolgt, mit Freude und Genugtuung aber auch festgestellt haben, wie außerordentlich rasch es dem japanischen Volke gelungen sei, durch Energie, Opfergeist und Vaterlandsliebe die Folgen dieser Ereignisse zu beseitigen und zu mildern. Für die japanischen Flieger sprach H y o ch i Abe den Dank für das herzliche Willkommen aus. Er betonte, daß die japanischen Flieger Deutschland besucht hätten, um eine Fühlungnahme mit der deutschen Wissenschaft und Technik herbeizuführen. Es werde eine besondere Freude für die japanischen Flieger sein, wenn sie baldigst auch deutsche Flieger in Iapan begrüßen könnten. Der japanische Botschafter, Exzel- lenz Honda, dankte sodann im Ramen des japanischen Volkes dem Verein für die Einladung. Seine Rede gipfelte in der für seine Person ausgesprochenen Aeberzeugung, daß' es in dec internationalen Luftfahrt keine Bes chrän- Zungen und Ungleichheiten geben dürfe. Wettervoraussage. Meist bewölkt, stellenweise noch Regenfälle, Temperaturen wenig fallend. Der nach Rord- und Mitteldeutschland vor- gestcßene Ausläufer der nordwestlichen Depression bewirkte stärkere Riederschläge, die sich ostwärts fortpflanzen. Die Aussichten auf Besserung find nicht stärker geworden, da der Kern des Wirbels östlich vorgerückt ist und neue Ausläufer auf den Kontinent übergreifen. Wir bleiben unter dem SinfluH vorwiegend ozeanischer Lust. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 11,8 Grctd Celsius, Minimum 8,6 Grad CelsiuS. Riederschläge 5.6 Millimeter. Heutige Morgentem- peratur 11 Grad Celsius. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. September 1925. Abende des Deutschtums. Ganz kurz nacheinander haben wir in Gießen zwei Abende gehabt, die Auswirkungen des großen Gedankens waren, Alldeutschland geeint und von einer Grenze umschlossen zu sehen. Da waren einmal die Steierer, die aus Oesterreich treudeutsche Grüße brachten. Da waren zum andern die Kärntner, die aus jugoslawischer Umklammerung das erhebende Bekenntnis zum groh- deutschen Gedanken zu uns herübertrugen. Diese Abende brachten neben den begrüßenden und werbenden Ansprachen, neben den mancherlei Vorträgen und Vorführungen jedoch vor allem eines: Sie gaben ein Abbild echt deutscher Kultur aus einem vom Fremd- tum bedrückten Gebiet. Sie zeigten uns, die wir nicht so unmittelbar unter fremder Bedrückung leiden und doch etwas sorgloser als jene mitten im Lande leben, umgeben von gleichsprachigen und gleichgesitteten Brüdern und Schwestern, wieviel stärker sich volkliche Eigenart an den Stellen erhält, wo sie in dauerndem Kampfe um ihre Existenz steht. Sie zeigten uns gleichzeitig, wieviel näher wir im Mutterlande der Gefahr einer Auflösung im Fremdtum sind, weil das stählende Moment der Verteidigung und des Kampfes uns fehlt. So ist uns gerade durch diese denkwürdigen Besuche wieder einmal deutlich geworden und erlebnishaft vertieft das Bewußtsein, daß nur der stete Kampf, das immerbereite Wachsein rechte Lebensaufgabe ist. Wachend und schirmend wollen wir uns um die durch jahrhundertealte Tradition geheiligten Sitten und Bräuche unseres Volkes in allen seinen Stämmen stellen, ihre Trachten, Tänze und Lieder pflegen und ihre Gesinnung ehren. Fordernd und kämpfend aber wollen wir heraustreten gegen alle, die unseren deutschen Gedanken befehden, der alle Deutschen unter einer Flagge und mit einer Grenze umschlungen wissen will. Denn nur wenn wir erhalten, waS uns gehört, wenn wir's wieder erringen, was wir überkommen, nur dann wird es uns wirklich und zutiefst verbunden gehören. Wenn alle Besucher bei den Steirern und Kärntnern so empfunden haben, wenn alle diese Gedanken lebendig wirkend in sich tragen, dann werden diese großdeutschen Abende dauernder Gewinn und eine Mehrung lebendigen deutschen Volksgutes sein. Dersammlungstechnisches in der DolkshaNe. Der 116er-Tag hat, ebenso wie das Kreis- turnfest. wertvolle Erfahrungen hinsichtlich der Durchführung von Veranstaltungen in der Volks- Halle gezeitigt. Diese Erkenntnisse sollten künftighin bei allen Veranstaltungen in dem großen Raum, erstmalig schon beim Gustav-Adolf-Tag entsprechende Berücksichtigung finden. Bisher hat sich bei allen Darbietungen in der Volkshalle gezeigt, daß Redner, die von der Bühne aus sprechen, bei der Größe des Bühnen- und des Hallenraumes und zumal wenn draußen um die Halle herum Geräusche sind, stimmlich nicht bis zu den hinteren Plätzen durchdringen können, daß sie allenfalls bis zur Mitte gut verständlich sind. Der weit hinten sitzende Teil der Zuhörer wird, da er nichts verstehen kann von dem, was vorne von der Bühne aus zum Vortrag gebracht, natürlich unruhig und stört dadurch nun wieder mehr oder weniger die andern, die dem Redner näher sitzen. Das Endergebnis ist dann meist, daß nur die ganz weit vorne Sitzenden wirklich einwandfrei verstehen, die übrigen aber nur halb oder gar nicht befriedigt werden und auch der Redner um die erhoffte Wirkung kommt. Diesem üebelftanb könnte nach unserer Ansicht wohl dadurch abgeholfen werden, daß der Redner i n der Mitte der Halle zu Wort kommt, und zwar würde er zweckmäßigerweise wohl von der Mitte einer der Längs em Poren aus sprechen, da er von hier aus in gleicher Entfernung nach vorn und hinten und außerdem hoch über der Zuhörermenge, aber nicht in der Menge in diese hinein reden würde. Wir glauben, daß von diesem Standort aus der Redner überall gut zu verstehen sein wird. Weiter möchten wir empfehlen, Theaterstücke in der Volkshalle nicht auf- zuführen, da hierbei die Hintensitzenden noch viel weniger verstehen können als bei einer laut gesprochenen Rede. Die Erfahrungen bei der Aufführung des Festspiels „General Pork" anläßlich des 116er-Festes haben nach dieser Richtung vollständig genügt. Wers nicht glaubt, frage nur mal die Bedauernswerten, die bei diesen Darbietungen hinten gesessen haben. Die Bühne in der heutigen Gestalt sollte man nur für größere Konzerte benützen. Senkung der Umsatzsteuer. Mit Wirkung vom 1. Ianuar 19 25 sind Privatgelehrte, Künstler und Schrift- st e l l e r von der älmsahsteuer befreit, sofern die steuerpflichtigen Amsähe im Kalenderjahr den Betrag von 6000 Rm. nicht übersteigen. Vom gleichen Zeitpunkt ab sind ferner von der älmsatz- fteuer befreit Handlungsagenten und Makler, sofern die steuerpflichtigen Umsätze im Kalenderjahr den Betrag von 6000 Rm. nicht übersteigen . Mit Wirkung vom 1. August 1925 wird die Beherbergungssteuer, die Ver- wahrungssteuer, die Reittier ft euer und die A n z e i g c n ft e u e r aufgehoben. Die bisher diesen erhöhten Steuern unterliegenden Leistungen sind vom 1. August 1925 ab nach den Sähen der allgemeinen älmsatzsteuer steuerpflichtig. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1 925 wird der Satz der allgemeinen Umsatzsteuer von einundeinhalb vom Hundert auf ein vom Hundert und der Satz der Hersteller- und Kleinhandelssteuer von zehn vom Hundert auf f i e - benundeinhalb vom Hundert herabgesetzt. Die auf ein und siebenundeinhalb vom Hundert gesenkten Sätze der allgemeinen Umsatzsteuer und der Hersteller» und Kleinhandelssteuer haben die Monatszahler erstmals bei den älmsahsteuervorauszahlungen im Rovember 1925, bie Vierteljahrszahler erstmals bei den älmsatz- steuervorauszahlungen im Ianuar 1926 der ilm- sahsteuer zugrunde zu legen. Bei den im Oluguft, September und Oktober 1 9 2 5 zu leistenden älmsahsteuervorauszahlungen haben die Monats- und Vierteljahrszahler die Steuer in Höhe von einundeinhalb vom Hundert und von zehn vom Hundert zu entrichten. r „ . In den llebergangsbeftrmmungen Wird in entsprechender Weise wie bei den Cr- mühigungen der Umsatzsteuer im Jahre 1924 ein -, vilrechtlicher Anspr.uch aus Preis- nachlah in Höhe der Steuerminderung für Sei- stungen au» Verträgen gewährt werden, die vor dem 15. August abgeschlossen worden sind, aber erst nach dem 30. September 1925 auSgeführt werden. Neuregelung des Steuerabzugs vom Arbeitslohn. Durch das Einkommensteuergesetz vom 10. August 1925 ist der Steuerabzug vom Arbeitslohn neu geregelt worden. Die Aeuregelung tritt am 1. Oktober 1 925 in Kraft Der bisherig« steuerfreie Lohnbelrag von 960 RM. jährlich (80 AM. monatlich» ist beibe- halten worden. Er wurde jedoch in drei 2eile zerlegt, und zwar in einen steuerfreien Lohnbetrag im engeren Sinne von 600 AM. jährlich (50 AM. monatlich) und in zwei Beträge von je 180 AM jährlich (15 AM. monatlich), zur Ab- geltung der Werbungskosten und Sonder- leistungen Für die Berücksichtigung des Familienstandes findet eine Verbindung deS bisherigen Systems der prozentualen Ermäßigungen mit dem System der feften Abzüge statt. Der Steuersatz von 10 vH vermindert sich für die Ehefrau und jede- zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählende minderjährige Kind um je 1 v. H. 3m Gesetz ist dleS dadurch zum Ausdruck gebratch. daß außer dem Betrage von 960 AM. jährlich (80 AM. monatlich) 10 v. H. deS über diesen Betrag -inauSgehenden Arbeitslohns für jeden Familienangehörigen steuerfrei bleiben sollen. Die nach dem SteuerüberleitungSgeseh bestehende Ermäßigung von 2 v. H. vom zweiten bzw dritten Kinde an ist fortgefallen. Mindestens bleiben folgende feste Beträge steuerfrei: für die Ehefrau 120 AM. jährlich (10 AM. monatlich). für daS erste Kind 120 AM. jährlich (10 AM. monatlich). für da» zweite Kind 240 AM. jährlich (20 AM monatlich), für daS dritte Kind 480 AM. jährlich (40 AM. monatlich). für da» vierte und jedes folgende Kind je 600 AM jährlich (50 AM. monatlich) Durch die Verbindung von zwei Systemen soll sowohl den kleinen wie den größeren Lohn- steuerpflichtigen Rechnung getragen werden. Die Frage, welches System für die Berücksichtigung der Familienermähigungen anzuwerrden ist. ist danach zu entscheiden, ob das System der prozentualen Ermäßigungen, oder das System der festen Abzüge für den Arbeitnehmer- im einzelnen Falle in seiner Gesamtheit günstiger wirkt. Die Arbeitgeber müssen sich schon jetzt auf die Aenderungen einstellen, damit sie in der Lage sind, den Steuerabzug vom 1. Oktober 1925 richtig zu beherrschen. Zwei Steuertabellen zur Feststellung des Steuerabzugs, und zwar die eine für den Abzug vom Wochenlohn, die andere für den Abzug vom Monats-Gehalt oder -Lohn, sind soeben im Selbstverlag von Heinrich Lanz in Gießen. Wilhelmstrahe 47 erschienen. Die Tabellen sind mit großer Gründlichkeit ausgearbeitet und gestatten schnellste Orientierung, der Druck ist recht klar und sauber auf Karton auSgeführt. m. Der hundertjährige Kalender gilt bei gar manchem unserer Bauersleute als untrüglicher Wetterprophet. 3n der Tat scheinen hinsichtlich der WitterungSer'cheinungen wunderbare Liebereinstimmungen zwilchen denselben Iahverschiedener Jahrhunderte zu bestehen. So schreibt Pfarrer Hirsch, Wetterfeld, in seiner Ehronik vom Jahr 1625: „3m 3anuar und Februar ist so lieblich Wetter gewesen, daß die Violen geblüht und die Bäume ausgeschlagen haben: ist hernach alles erfroren.“ Das Theatum Europäum (eine Ehronik von 21 Bänden, Frankfurt 1633 bis 1738) schreibt (Bd. l S. 890): „Es ist in diesem 3ahr eine wunderliche Witterung gewesen. Das 3ahr begann mit großen Sturmwinden, dann folgte gelindes und warmeS Wetter, daß im 3anuar Blumen blühten, die sonst im März und April zu florieren pflegen. 3m Rheingau fand man überall die Mandelbäume und andere feine Obstsorten in voller Blüte. Ende Februar trat dann solche Kälte ein, baß alleS Schaden litt und erfror. Der ganze Somme» blieb kalt und windig." Der Straßburger Chronist Maler Walther nennt in seiner Straßburger Chronik das Jahr 1625 ein gar unfruchtbares und unartiges 3ahr, das mehr winterlich als sommerlich zu achten gewe'en sei. Diese Schilderungen können wir auf das 3ahr 1925 fast wortgetreu anwenden. Bekanntlich begann unser gegenwärtiges 3ahr ebenfalls mit starken Sturmwinden gleich nach Neujahr, die großen Schaden in den Wäldern onrichteten. Dann folgte sehr gelindes Wetter. 3n der ersten 3anuarwoche wurden aus Gießen 14 Grad Därme gemeldet. Mitte Januar fand man in Gießen einen blühenden Apfelbaum. Im Februar las man in den Zeitungen allenthalben von blühenden Blumen. Dann trat im März starke Kälte ein. Auch unsere seitherige Witterung könnte mehr winterlich als sommerlich bezeichnet werden: denn man sucht schon gern den warmen Ofen auf und von verschiedenen Gebirgen wurde bereits über Scbnce.all berichtet, obgleich in höher gelegenen Gegenden noch viel Frucht draußen steht und das Grummet zu verfaulen droht, alles nach dem hundertjährigen Kalender. •* Festbücher und Zestabze cchen zum G u st a v-A botf-Feft werden in hiesigen ®c- schäften verkauft, die in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte genannt sind. ES empfiehlt sich, bei diesen Geschäften die Bücher und Zeichen zeitig zu kaufen, da am Sonntag nicht viel Zeit hierzu sein wird. Am Festzuge können auch Kinder, die über 10 Jahre alt sind, im Anschluß an die Gruppen der Kindergottesdienste teilnehmen. Daß die Einwohnersdjaft zu Ehren der Gäste die Häuser mit Flaggenschmuck versehen wird, darf man wohl als selbstverständlich an- sehen. ODas staatl. Kurorchesterzu Bad- Rau he im beabsichtigt, während den Winter- monaten in Gießen. Wetzlar. Butzbach und anderen Orten Oberhesfens Konzerte zu veranstalten. !*! D i e Obsternte im Kreise Gießen fällt in diesem Herbste nicht besonders gut auS. Während z. B. die Obstpflanzungen an den KreiSstraßen in guten Herbsten Tausende von Zentnern bester Tafeläpfel- und -bimen lieferten, schätzt man die diesjährige Ernte auf höchstens 2000 Zentner. Birnen gibt es so gut wie keine, die Zwetschenerträge sind gering Man kann nur von einer Apfelernte sprechen. Die feinften Sorten, wie Landsberger, Grafensteiner. Goldreinette, Pepping und andere Reinetten haben fast vollständig versagt, auffallend ist es. daß die sonst so ertragreiche Goldparmäne dieses Jahr eine vollständige Mißernte aufweist, waS kaum schon einmal vorgekommen ist. Die Landsberger haben durch den Frost im Winter 1923 24 sehr viel gelitten. Am besten geraten ist der Rhemische Bohnapfel, ein vorzüglicher Wirt- schaftSapsel. Auch Kasseler Reinette und Schöner von Doskoop gehen noch an. Die Straße Leihgestern—Gießen wird etwa 200 Zentner, Klein- Linden—Grohen-Linden etwa 130 Zentner, Klein- Linden—Dutenhofen 120 Ztr., Gießen—Heuchelheim—Aodheim 120 Zentner schätzungsweise liefern. " Landwirtschaftliche KreisauS- stellung in Friedberg. Den Besuchern dieser Ausstellung, die vom 19. bis 21. September in der Bergkaserne in Friedberg stattsindet, wird dringend empfohlen, nicht nur die vielseitige Ausstellung einer aufmerksamen Betrachtung zu unterziehen, sondern auch die Vorführung der Wachstumsfilme am Sonntagnachmittag in Augenschein zu nehmen. (Siehe heutige Anzeige.) Diese Filme führen dem Beschauer naturgetreu das Werden einiger Pflanzen vom Samenkorn bis zur Blüte vor Augen. Der Grünlandfilm veranschaulicht in wirkungsvoller Weise das Gebiet der Tätigkeit der Grünlandvereine, der bekannten Bewegung, die in anerkennenswerter Weise bestrebt ist. eine Verbesserung der Wiesen und Weiden herbeizuführen. — Die geräumige Reithalle der Bergkaserne wird sämtliches mit Preisen bedachtes Vieh für die Dauer der Ausstellung aufnehmen, in welcher es. geschützt gegen die Llnbilden der Witterung, beinahe so gut untergebracht ist. wie zu Hause. Ausstellungsbesuchern, die fich besonders für die Tierzuchtabteilung interessieren, ist dringend anzuraten, die Ausstellung schon am DamStagvormittag zu besuchen, an welchem Tage daS Richten der Tiere vormittags 9 Ahr in allen Gruppen beghmt Die Obst- und Ackerbauausstellung wird in der Halle der Landwirtschaftskammer auf dem Ka- sernenplah untergebracht. 3n dieser Halle stehen u. a. auch die Saatbaustellen, der Bauberatungsdienst und die DuchführungSstelle der Landwirtschaftskammer, die Hess. Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft in Friedberg und die Landwirtschaftliche Schule Bubach aus. Die, landwirtschaftlichen Maschinen, die im Freien gezeigt werden sollen, werden zum Teil auf demKasernen- platz und auf dem von Helmoltschen Grundstück untergebracht. Gin Besuch der Ausstellung dürfte für jedermann, insbesondere aber für die Landwirte. sehr lohnend sein. •• Deut sche Dolkspartei. Man berichtet uns: Am Montag hatte sich die Frauen- gruppe der D. B. P im Hindenburg versammelt. Frl. Marie Birnbaum. M d. L.. berichtete von der Tagung deS Oesterreichisch-deutschen Bundes, der ganz überpolitisch sich die Förderung des Anschluhgedankens zur Aufgabe gesetzt hat. Dieser Pflege der Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Reich galt auch die Fahrt nach der alten Donauhauptstadt, an der über 300 Reichsdeutsche aus allen Teilen Deutschlands und aus allen Parteien teilnahmen. Aeberall wurden sie von der Devöllerung mit Begeisterung und lautem Jubel begrüßt. Besonders die unvergleichlich schöne Fahrt auf der Donau oon ßiiu bis Wien, auf der die Deutschen unaufhörlich durch Tücherschwenken und Zurufe von beiden Ufern des StromeS begrüßt wurden, der Empfang in Wien und die erste große Degrüßungsver- fammlung am Morgen des 30. August in dem herrlichen Rathaus legten beredtes Zeugnis ab von der Freude und Dankbarkeit der Oesterreicher über den Besuch ihrer Brüder und Schwestern aus dem Reich. 3n den folgenden Tagen wurde den Besuchern die Stadt gezeigt, die mit ihren reichen Kunstschahen, ihrer alten Kultur auf alle einen tiefen Eindruck machte, ihnen aber auch einen Einblick gewährte in das. was die Stadt in den letzten Jahren besonders auf dem Gebiet der Bautätigkeit geleistet hat. Frl. Birnbaum beschrieb ausführlich eine großzügige WvhnstStten- anlage, in der von der Gemeinde Wien in einem Jahre für 480 Familien in jeder Hinsicht vorbildliche Wohnungen geschallen wurden, während ein neuer Dau mit 600 Wohnungen bis zum nächsten Jahr fertiggestellt fein soll. Der Ertrag der Wvhnsteuer mit Hinzunahme der Lustbarkeitsund Lurussteuer wird restlos dazu verwandt, der Wohnungsnot zu steuern und die Wohnkultur zu heben. In den Dolksliederabenden zeigte sich die Hohe musikalische Begabung und die begeisterte Liebe deS Volkes zum Gesang, zugleich die PflqZe, die dem DollSlied zuteil wird. Bei allem aber kam der Gedanke der 'Bereinigung mit dem Reich zum Ausdruck, beruhend auf dem Lebendigen Gefühl der Zusammengehörigkeit weniger aus wirtschaftlichen. crlS vor allem aus kulturellen Gründen. 3m Anschluß an Frl Birnbaums Bericht laS Frau Rolvf f eine feinsinnige Dichtung deS Klagenfurter Dichters Perkonig vor. die. wie alle Darbietungen der Steirer und Kärntner, die hohe alte Kultur dieser deutschen VolkS- stämme im Süden zeigte f. Konzerte erblindeter Künstler. Am Montag- und Dienstagabend fanden im Kath. Vereinshaus Lieder, und Klavierabende der beiden erblindeten Künstler Heinrich Meyer und Willi Müller statt. Das Programm war recht feinsinnig zusammengestestl und dem Charakter der Veranstaltung gut angepaßk. Die Klaoiersolis des Herrn Willi Müller zeigten eine gute pianistische Fingertechnik und gutes musikalisches Gehör. Be- sonders das .Impromptu op. 51“ von Schubert wurde von ihm tadellos zu Gehör gebracht und von den Besuchern mit reichem Beisall belohnt. Aber auch die übrigen Solls verdienen lobende Erwähnung. Konzertsänger Heinrich Meyer (Tenor) sang einige Arien und Lieder und zeigte eine gute Schulung im deutschen wie italienischen Text. Die von den beiden Herren gefangenen Duette ernteten ebenfalls wohlverdienten Beisall. Die andächtige Zuhörerschar zwang den tresslichen Künstlern weh- rcrc Zugaben ab. Landkreis Gietzen. is. Steinbach. 17. Sept. Zwei schlimme Feinde der Landwirtschaft, Mäuse und Schnecken, traten in diesem Herbst wieder ver- heerend auf. Durch die rasche Bergung der Ge- treibeerntc haben sich die ersteren In die Kartossel- und Rübenfelder verzogen und richten hier großen Schaden an. Auch die jungen Kleefelder, welche durch die Trockenperiode im Sommer schon gelitten halten und zum großen Teil einen schlechten Stand zeigen, werden nun von den Mäusen und von den nach diesen suchenden Füchsen durchwühlt. Die Schnecken lassen in den Gärten nichts auskommen, kaum zeigen sich die Sämereien, so verschwinden sie manchmal in einer Nacht. Gegen diese Schädlinge ist der einzelne machtlos. Wenn nicht eine gemeinsame Vertilgung vorgenommen wird, dürfte es um die bevorstehende Winteraussaat schlecht bestellt fein. — Seit 12 Jahren wurde vor kurzem wieder die erste Güterversteigerung vorgenommen. Die Preise lagen durchweg ein Viertel höher als vor dem Kriege, außerdem haben die Steigerer noch die Gerichtskosten zu tragen und den Kaufschilling in zwei Raten innerhalb dreiviertel Jahren zu bezahlen, während früher der Käufer in drei Jahren je ein Drittel aufzubringen hatte. Auch ver- schiedene Verpachtungen fanden statt. Hier waren die Preise ziemlich dieselben wie srüher, zum Teil sogar geringer. Wirberg. 17. Sept. Der anläßlich des evangelischen DvlkstageS in Gießen am Sonntag 10 Uhr in unserer Kirche predigende Psarrer P l i 11 aus Difchossburg in Ostpreußen ist bereits eingetroffen. Er spricht zunächst m den Schulen über Land und Leute in Ost- Preußen, ferner auch über seine Diaspora und über die Abstimmung im Kreise Ryssel. 3n der Konfirmandenstunde wird er ebenfalls sprechen. L Ha rbach, 17. Sept. Die älteste Frau unserer Gemeinde, Katharine Gräf, geb. Schvser ist am Mittwoch im fast vollendeten 96. Lebensjahr gestorben. 3hre Rachkommenschast geht bis in die 4. Generation, sie hatte bereits 11 r- urenkek. Kreis Friedberg. Sf. Friedberg, 17. Sept. Auch in unserer Stadt hat sich ein Ausschuß gebildet, der die Cr- richtung eines Ehrenmales f ü rdieOPf er des Weltkrieges unserer Gemeinde beabsichtigt. Die vor einiger Zeit vorgenommenen Haussammlungen haben die Summe von nahezu 5000 Mk. ergeben, die aber keinesfalls dem beabsichtigten Zwecke genügen dürfte. Deshalb sind für Die kommende Zeit eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die weitere Bausteine liefern sollen. Ein verheißungsvoller Anfang war das Konzert, das am 14. d. Mts. von dem Hagen-Düsseldorfer Dokalquartett geboten wurde und das uns durch Vorträge von Kompositionen von Brahms und Schumann einen Abeiid des reinsten und künstlerischen Genusses bot. Als ein weiterer Schritt ist für nächsten Sonntag ein Blum en tag festgesetzt, an dem junge Damen Friedbergs sich bereitwillig in den Dienst der guten Sache stellen wollen. sf. Friedberg, 7.1 Sept. Ein verhängnisvoller Zusammenstoß eines Motorrades mit einem Personen auto ereignete sich gestern auf der Straße zwischen Rodheim und Köppern. Das Auto des Fabrikanten Megerle von hier wollte das Rad des Kaufmanns M. Grünebaum überholen, als sich dieses plötzlich nach links wendete und von dem Auto ersaßt und zur Seite geschleudert wurde. Der Fahrer wurde durch eine Gehirnerschütterung schwer verletzt und starb noch in der Rächt im Krankenhaufe zu Friedberg, wohin ihn der Besitzer des Autos gebracht hatte. Kreis Schotten. - Schotten. 17. Sept. Der Obst- und Gartenbauverein veranstaltet am 26. und 27. September eine Obst- und Gemüse- schau in Laubach. Alle Einwohner von W e 11 e r s e l d und L a u b a ch sind berechtigt, die Ausstellung zu beschicken. Wie die vorjährige Obstschau in Ulfa, so soll auch die diesjährige dem Besucher die für unsere Gegend geeigneten Obstsorten vor Augen führen und ihn veranlassen. mir Qualitätsobst zu ziehen. An reger Rachsrage und guten Preisen wird es dann nicht fehlen. Unter-Schmitten, 17. Sept. Wie die Iunkersmühle bei Eichelsdorf während der Inflationszeit, fo wird jetzt die h.efigc Ruppelsche Müh le in ein« Grvßmü Yle mit modernster Einrichtung umgewandelt. Auf engem Raume, zwischen Ridda und Rainrod. 10 Kilometer voneinander entfernt, werden zukünftig zwei Großmühien und sechs Heinere das Riddatal beleben. — Unter der Herrschaft strahlender Herbstsonne geht die Drummeterntc flott vonstatten. Die kleineren Leute sind bereit» fertig, und hier und da wachsen schon die weißen Kartoffelsäcke auS den Aeckern. Das Qlb- ernten der Aepfelbäume sollte nicht übereilt werden. da da» Obst in den sonnigen Tagen noch gut reift und an Güte zunimmt Kreis Alsfeld. OH Alsfeld. 17. Sept. Eine für Alsfeld neue Vorführung fand heute auf dem Marktplatz statt. Die Firma M a g i r u S zeigte eine mit den modernsten Einrichtungen versehene Automobilfeuerspritze und eine Heinere Motorfeuerspritze in Tätigkeit, deren Leistungen allgemeine Bewunderung erregten Mit einem 24 Millimeter weiten Strahlrohr wurde ein Wasserstrahl von 40 Meter Höhe erzeugt. Der Hebung, zu der ein Zug der Freiwilligen Feuerwehr zugezoaen war. wohirten der Vertreter des Kreisamts, der Bürgermeister der Stadt, sowie der städtische Branddirektor bei. Die Anschaffung einer derartigen Motorfeuer- spritze wäre jcbenfalU im Interesse der wirksamen Feuerbekämpfung bei Brandausbrüchen sehr zu begrüßen und könnte allen Gemeinden des Kreises zugute kommen, falls der Kreis eine solche an- schäften würde. Groß-Felda, 17 Sept. Nachdem sich erst vor einigen Tagen ein schrecklicher UngluckS- fall hier zutrug, ist heute schon wieder non* einem solchen zu berichten. Gestern nachmittag wollte der Straßenwärter Geißel von 3 e i 1 - bach einen entfernten Straßengraben räumen. Er setzte sich auf fein Rad, um schneller an seiner Arbeitsstelle zu fein, und nahm sich eine Sense mit. Als er im Dorse um eine unübersichtliche Ecke fuhr, sah er plötzlich einen mit Grummet beladenen Wagen vor fich. Er kam beim Ausweichen ins 'Danken, griff In die Senfe und schnitt sich die eine Hand beinahe durch. Der sofort herbeigeeilte Ar§t wollte den Mann nach Gießen in die KlinB überführen, doch war der Blutverlust unterwegs so stark, daß er ihn nach dem näher gelegenen L a u b a ch brachte. l. B r a u e r s ch w e n d, 17. Sept. Das Ba - saltwerkBra verschwend ist von heute ab nur noch an drei Tagen in der Woche im Betrieb. W>e man hört, soll die Betriebsleitung den Arbeitern empfohlen haben, in eine Ermäßigung der Arbeitslöhne einzuwilligen. Käme eine Einigung in dieser Hin'iclu nicht zustande, so müßte in den nächsten Wochen die gänzliche Stillegung der» Werkes in Erwägung gezogen werden Starkenburg Uitv Hih?inhcffcn. ' Darmstadt, 17. Sept. Gestern wurde in Eberstadt ein junger Mann im Alter von 19 Jahren mit Rainen Knieß mit seinem Fcrln rad von einem vorüberfahrenden Autv erfaßt und überfahren. Knieß, der der einzige Ernährer seiner Mutter war, wurde sofort g ° tötet. - In Lindenf eis ist am Montag das fünfjährige Kind des Arbeiters Georg S t e i n rn a n n von einem Auto überfahren und so schwer verletzt, daß es nach Darmstadt in das Krankenhaus gebracht werden mußte. Hier ist das Kind jetzt gestorben. Hessen-Nassau. T Raunheim, 17. Sept. Heute ist die Familie Heinrich Lepper von hier nach Brasilien gezogen, nachdem im vorigen Jahre zwei Söhne von ihr sich dort niedergelassen: haben. Das Ehepaar Lepper ist über sechzig Jahre alt. — Vorgestern fiel das zweijährige Kind des Karl Burchardt aus dem Fenster des zweiten Stockes und zog sich am Kopfe schwere Verletzungen zu. fpd. Frankfurt a. M., 17. Sept. In der Wohnung der alleinstehenden 56jährigen Frau Frey, Offenbacher Landstraße 432, explodierte heute abend gegen 9 Uhr aus bisher nicht genau ermittelten Ursachen eine Petro - leumlarnpe. Dabei wurde die Frau so erheblich verletzt, daß sie nicht mehr in der Sage war, die Hilfe der Hausbewohner herbeizuholen. Als diese, durch den Brandgeruch ausmerftam geworden, schließlich in das Zimmer drangen, sanden sie die Frau verbrannt unter dem Tisch liegen. Die sofort alarmierte Rettungswache konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Größerer Brandschaden entstand nicht. Qirsaa'^orkhwort sollte In grcßVM ITinHldtem «Rct jetem Kl nder - as M Wer In der Jugend ge..oMH 1 »Mlrd euf sein Reufwes zu aditcm U Bund "die Regeln der Hygiene tu be- dem Kopfwaschmittel „Stheurnport, mit dem -diverzen Kopf' ^0» werden deon, bcgli-L.a ^errflSchendenWIrtrung.audt spAtej selbst b'-io^en und SdÄrH^ ^nze^.lod-.r und ZllieismilieillMS in Gießkll schöne Lage, großer Garten, in gutem guitand, sehr preiswert unter günstigen edingungen au verkaufen. Bei Kauf wird eine schöne 4-Zimmer-Wobnung, Mädchenzimmer u. Fremdenzimmer freu Anfragen an Ludwig Stürz, Zmmo- bilicnbüro- Offenbach a. 3W., Bismarck- straße 183, Telephon 1377.__________07540 Teilhaber Zur Anfertigung eines SvezialartikelL wird ein Teilhaber mit einigen Mk. 1000 gesucht. Schriftliche Angebote unter 07659 an den Gießener Anzeiger erbeten. beseitigt. Herr Dr. med. 8. In 2. 6ot mit cßK5 tzrrtia-Zetfe bet unreinem Zetnt prächtig- Gdolge erzielt. «Per et. 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Anzeiger. metzener Anzeiger (ivenerai-Anzelger für Gderhesien- Nr. 219 Zweites öiau s^citag, u„ September (925 ■II ■■ ■■■ ■ ■ I I — I ■- - ■», AI Impression einer mittelalterlichen Stadt. 3on Professor 2L ®. Drinckmann. Der bekannte Herausgeber des .Handbuches der Kunstwissenschaft". Professor A. G. Drinckmann. läßt im Rahmen dieses groben Unternehmens bei der Akademischen Dcrlagsgesellschaft Athe- naion in Wildpark-Potsdam soeben sein grundlegendes Werk über Stadtbaulunsl in zweiter umgearbeiteter Auflage erscheinen. Wir geben aus diesem Duch, daS wissenschaftliche Gründlichkeit mit künstlerischer Durchdringung und dichterischer Anschaulichkeit vereint, ein kleines Kapitel wieder, das den Eindruck der mittelalterlichen Stadt in einem fein gewählten Beispiel festhält. D- Schriftltg. Dur Deutschland kennt die Städte, die wie verwunschene Prinzessinnen zwischen Feldern. Wiesen und Wäldern einen Dergabhang hinauf- träumen. Einzig die Wasseruhr des gurgelnden Flusses zu ihren Füßen nrifjt die Zeitspannen, und auch diese Zeitspannen sind ohne Rhythmus, Anfang und Ziel. Sie sind so vor Jahrhunderten gewesen und werden nach Jahrhunderten so sein, so selbstverständlich, wie die Linien der Höhenzüge ringsum bleiben. Dcrwunderlich nur die Menschen, die gleich uns in den Straßen wandern und plaudern, die doch bei näherem Zusehen so gar nichts mit uns fremden Eindringlingen in dieses Märchenreich zu tun haben, schwer und eckig sind, mit groben Gewändern und harten Schädeln, Wie die Figuren alter Steinreliefs. Ich komme in einer Septembernacht bei Doll- Mondschein an. Die Stadt ift verborgen durch die Daumallec. die vom Bahnhof der Stadt zuführt. Das Schmiedtvr mit dem ernsten Dau des Der Entwurf eines Arbeitsgerichtsgesetzes. Don Rechtsanwalt Dr. v. Karger. Im Reichsarbeitsblutt (Nr. 28) ist seinerzeit der Entwurf eines Arbeitsgerichlsgesetzes oeröffentlicht worden, der die Billigung des Reichskabinetts gefunden hat und non diesem dem Vorläufigen Wirt- schaftsral und dem Reichsrat oorgelegt worden ist. Es ist nicht der erste Entwurf dieser Art, der der Oeifentlichkeit übergeben wird: bereits Anfang 1922 wurde ein Reserentenentwuri vom Rcichsarbeits- Ministerium zuerst im großen Kreise und sodann im kleineren Ausschuß mit Vertretern der Spitzen- oerbände, der Richter- und Anwaltsorganisationen durchberaten. Im Jahre 1923 wurde dann ein Regierungsentwurf oorgelegt, dieser mußte aber später zurückgezogen werden, weil die durch den Währungsverfall bedingte Ausgabenbeschrankung die Errichtung von Sondergenchlen in jenem Zeit- punkt nicht tunlich erscheinen ließ. Ob die finanzielle Loge des Reiches heute eine derartige ist, daß sie die mit der Errichtung der Arbeitsgerichte verbundene finanzielle Belastung ohne weiteres tragen kann, ist eine Frage, die hier dahingestellt bleiben soll. . 5.3 sind einige wenige Fragen, die bei dem vor- gelegten Entwurf den Streit der Meinungen entfachen und auf die sich voraussichllich das allgemeine Interesse konzentrieren wird. Die wichtigste Frage ist die, ob die Arbeitsgerichte den ordentlichen Gerichten eingegliedert oder als selb- ständige Gerichte ausgebaut werden sollen. Der Entwurf sieht das letztere vor, bestimmt aber, daß die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden durch die Landesjustizoerwaltung im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde für die Sozialverwaltungen bestellt werden sollen. Die Bestellung erfolgt auf mindestens ein Jahr und höchstens für neun Jahre, doch können hauptamtliche Vorsitzende nach dreijähriger Amtsdauer auf Lebenszeit bestellt werden. Die Landesarbeitsgerichte werden bei den Landgerichten, das Reichs- orbeitsgericht wird bei dem Reichsgericht errichtet. Gegen die Verselbständigung der Arbeitsgerichte sprechen schwerwiegende Bedenken, und es muß mit allem Nachdruck gefordert werden, daß von dieser Verselbständigung Abstand genommen wird und eine Angliederung an die ordentlichen Gerichte erfolgt. Es ist bezeichnend, daß kein triftiger Grund für die Verselbständigung vorgebracht werden kann: wenn einer der Referenten des Reichsarbeitsmini- steriuiys in dem nichtamtlichen Teil des Reichsarbeitsblattes, in der der Entwurf veröffentlicht ist, meint, daß die viel geforderte Errichtung allgemeiner Arbeitsbehörden doch zu einer Absonderung der Arbeitsgerichtsbarkeit van der ordentlichen Gerichtsbarkeit führen müsse, dann ist dem entgegenzuholten, daß es einen Rückschritt von geradezu katastrophalem Ausmaße auf dem Gebiete der Entwicklung des Staatsrechts bedeuten würde, wenn Rechtsprechung und Derwaltungstätigkeit in einer Hand zusammengefoßt werden würden. Eine solche Zusammenfasiung würde eine Beeinflussung der Rechtsprechung durch Zweckmäßigkeitsgesichtspunkte zur Folge haben und das Ende jeder freien und unabhängigen Rechtsprechung bedeuten. Mögen die allgemeinen Arbeitsbehörden kommen oder nicht, das eine muh jedenfalls schon heute feststehen, daß die Trennung von Verwaltung und Rechtsprechung auch auf dem Gebiete des Arbeitsrechts unter allen Um- ständen o ufrechterhalten werden muß, und daß, um jeden falschen Schein zu vermeiden, auch schon eine räumliche Bcrbinbunfl der Arbeitsgerichte und der sonstigen Arbeitsbehörden nicht stattfinden darf. Ferner wird gern auf die guten Erfahrungen hingewiesen, die mit den Gewerbe- und Kauf- mannsgerichten gemacht worden sind. Tatsächlich kommt das Lob, das der Rechtsprechung der Gewerbe- und Kaufmannsgperichte gezollt wird, im wesentlichen nur aus einer Richtung, nämlich von feiten der Arbeitnehmer, die in der Tat in vielen Fällen alle Veranlasiung haben, der Rechtsprechung dieser Gerichte dankbar zu sein. Einer objektiven Beurteilung hält dieses Lob nicht stand, wenn natürlich auch nicht verkannt werden soll, daß eine erhebliche Anzahl von Gewerbe- und Kaufmanns- gerieten genau so wie die ordentlichen Gerichte emüht sind, in durchaus objektiver Weise das wahre Recht zu finden. Die Fälle sind aber zu häufig, in denen die Urteile der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte einer Nachprüfung nicht stand- halten, als daß diese Tatsache übersehen werden könnte: im Gegenteil spricht sie entscheidend dafür, daß mit der Abhängigkeit der Vorsitzenden der Ge- werbe- und Kaufmannsgerichte von nicht kontrol- Landgerichts begegnet wie ein plötzlich vortretender Posten dem Rahenden. Der Weg steigt auf. mit den tektonischen Massen beginnt der Doden zu leben. Einige Ecken: eine Plahtiefe öffnet sich. In ihrem Grund fliegt in Senkrechten und Schrägen die Westfassade der romanischen Stiftskirche bis zum gespitzten Türmchen empor, neben sich die quellenden Massen der barocken Jesuitenkirche zurücklassend. Ein guter Mut, der den jüngeren Dau so neben den älteren zu stellen wagte, der damit der ganzen Stadt eine weithin sichtbare Kernmasse gab. Splitterwirkungen, gegenseitige Aufhebung architektonischer Effekte vermied. Doch pendelt sich im Dlatzraum ein breites Gegengewicht aus. das ehemalige Rathaus mit feinen Eckbalkonen, reich und safwoll gleich schweren Trauben. Höhenausbildung wäre hier ein Kompositionsfehler gewesen, jetzt ist der Rathausbau Stufe und Sockel für die Kirchengruppe, selbstbewußte Wucht und Kraft bürgerlicher Gesinnung mit der Phalanx der tieferstehenden Giebelhäuser Hintes sich. Diese architektonische Komposition ist Dekenntnis der sozialen Gesinnung des alten romanischen Ellwangen: dort Gott und seine Kirche, hier Dürgertum und sein RathauS. Dann weitet sich der Marktplatz. Die Konturen der Stiftskirche wachsen machtvoll gegen den doppeltürmigen Chor. Mondschein baut die Massen hell und dunkel in ungeheurer Wirkung QUf. Alles Einzelne verliert sich. Stereometrie wird Gebärde. Kuben reden ihre Sprache. Romanisch denken heißt, die Daugesetze des Weltalls in Stein und Raum herniederzuzwingen, den Menschen zu Hauch und zarter Linie machend, wie er in blassen Farben an Gewänden des Kircheninneren schwebt. Wie Posaunentöne und Paukenschläge wirken die mächtigen Kastanien am Platzrand, die im Dogen die Zuschauermenge der niedrigen Giebelhäuser zurückdrängen. ‘Brunnen licrbarcn Einflüssen aufgeräumt und die Unabhängigkeit her Rechtsprechung hergcfteUt werden muh, die bei den orhßnilichen Gerichten zu finden ist. Daß die Regierung es fertig bringt, für eine Absonderung der Arbeitsgerichte cinzuireten, trotzdem im Jahre 1922 sogar der sozialdemokratische Reichsjustizminister Radbruch für die Angliederung an die ordentlichen Gerichte eintrat (später ist er — vermutlich infolge parteipolitischer Beeein- (uffung — umgefallen), ift das Bedauerlichste an der ganzen Angelegenheit. Die Absonderung ist doch nichts weiter als der Ausdruck des Mißtrauens gegen die Rechtsprechung der ordentlichen Gerichte und das Eintreten der Regierung für die Absonderung verstärkt dieses Mißtrauren, während es Pflicht der letzteren wäre, alles zu tun. um das Anehen ihrer Gerichte, die auch einen Teil der Staatsgewalt verkörpern, zu stärken. Die Herausnahme der arbeitsrechtlichen Streitigkeiten würde den or- deutlichen Gerichten einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit entziehen und muh mit Naturnotwendigkeit das zur Folge haben, was den ordentlichen Gerichten teils mit Recht, teils mit Unrecht vor- geworfen wird, was aber in jedem Falle mit allen Mitteln zu bekämpfen ist, nämlich die Weltfremdheit. Die zweite Frage, die bei der Erörterung des Arbeitsgerichtsgesetz-Entwurfes eine wesentliche Rolle spielen wird, ist die Frage der Zulassung düer Rechtsanwälte. Für die Landesarbeitsgerichte und das Reichsarbeitsgericht ift Anwalts- zwang vorgeschriedcn, doch kann die Vertretung auch von satzungsmäßigen Vertretern und bevoll- mächtigten Angestellten wirtschaftlicher Vereinigungen geführt werden. Bei den Arbeitsgerichten sind dagegen die Rechtsanwälte und sonstigen Personen, die das Verhandlen beim Gericht geschäftsmäßig betreiben, ausgeschlossen. Zugelassen sind nur fat- zungsmäßiae Vertreter und bevollmächtigte Angestellte wirtschaftlicher Vereinigungen, soweit sie für die Bereinigung ober Mitglieder der Bereinigung auftreten. Sofern ein Rechtsanwalt zugleich (9c- schästsführer eines Arbeitgeberverbandes ist, wird er also in Zukunft die Mitglieder seines Bcrbanbes vor bem Arbeitsgericht vertreten können, währenb er bies nach ben geltcnben Bestimmungen nur barf, wenn er keine anberroeitige Gerichtspraxis betreibt. Es muß anerkannt werden, daß diese Bestimmung mit einem Rechtszustand aufräumt, bei dem es unverständlich war, wie er überhaupt geschaffen werden konnte: während nämlich ein großer Verband, der sich einen hauptamtlichen Syndikus leisten kann, seine Mitglieder durch diesen vor den derzeitigen Gewerbe- und Kaufmannsgerichten per- treten kann, kann ein kleinerer Verband dieses nicht, wenn ein ortsansässiger Anwalt die Tätigkeit als Geschäftsführer desselben neben feiner sonstigen Praxis ausübt. Von diesem Fortschritt abgesehen, muß aber nach wie vor die Zulassung der Rechtsanwälte zu den Arbeitsgerichten verlangt rperben, weil die vorgesehene Regelung eine Begünsti - gung der organisierten Arbeitgeber und Arbeitnehmer barstellt, die mit her durch die Reichsverfassung (Art. 159) gewährleisteten Bereinigungsfreiheit nicht in Einklang zu bringen ift. Letztere bedeutet nämlich, wie von den Gerichten wiederholt anerkannt ift, nicht nur das Recht, sich nach eigenem freien Willen einem Verbände anzufchließen, sondern auch das Recht, jedwedem Verband fernzubleiben. Gegenüber einem solchen Versassungsgrundsatz darf aber ein für die Allgemeinheit geltendes Prozeßgesetz die organi- fierten Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht dadurch begünstigen, daß es ihnen die Möglichkeit einer sachgemäßen Vertretung zugesteht, während die nichtorganisierten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf sich selbst angewiesen bleiben, Die Zuständigkeit der Arbeitsge- richte ist eine denkbar weitgehende: sie erstreckt sich auf alle bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten der Tarifparteien aus Tarifverträgen sowie auf alle bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem Arbeits- ober Lehrverhältnis und aus Verhandlungen über die Eingehung eines Arbeits- ober Lehroerhältnisses: ausgenommen finb aber solche Streitigkeiten, bereu Gegenstanb bie Erfindungen eines Arbeitnehmers bildet sowie Streitigkeiten der Schiffsbesatzung. Das Verfahren ist bem her' vrbentlichen Gerichte angepaßt, zeigt aber zum Teil diesem gegenüber wesentliche Verbesserungen, bereu Uebernahme in bie Zivilprozeßorbnung burchaus erwägenswert ist. Zu bieten Vorschriften gehören bie Bestimmungen, bie bei einer grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreitigkeiten ben Arbeits- gerieten und den Landesarbeitsgerichten bie Mög- lichkeit geben, bie Berufung ober Revision auch bann zulassen, wenn bie Berufungs- ober Re- oisionsgrenze nicht erreicht wirb. Gegen bie Fassung der biesbexüalidtcn Bestimmungen läßt sich jeboch einiges einwenden. Insbesondere wirb es notwendig | fein, eine Beschwerdemöglichkeit gegen b i c Ablehnung eine auf Zulassung der Berufung ober Revision zielenden Antrages zu schaffen: auch scheint bie Bestimmung etwas zu eng gefaßt zu sein, baß das Arbeitsgericht u. a. bie Be rufung wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreites dann zulassen soll, wenn cs in der Auslegung dieser Rechtsoorschriit von einem ihm im Verfahren oorgelegten Urteil abweicht, das für ober gegen eine Partei des Rechtsstreites ergangen ist. Wer also einmal das Glück gehabt hat, ein berufungsmäßiges Objekt gehabt zu haben, und in her zweiten Instanz im Gegensatz zu der Entschei- düng des Arbeitsgerichtes obgefiegt hat, kann künftig alle gleichliegenden Fälle an bie höhere Instanz bringen, wahrend berjenige, der dies Glück nicht gehabt hat, sich ständig mit den Entscheidungen des Arbeitsgerichtes begnügen muß. Ferner vermisse ich in dem Entwurf eine Destimmung. die ich bereits vor mehreren Jahren angeregt habe. In der Praxis sind die Fälle nicht selten, in denen die Arbeitnehmer genau gleichliegende Ansprüche durch Einzel- klage anstatt in einer Gesamtklage geltend machen, da bei einer Verbindung die Bcru- fungssumme erreicht werden würde. Die Gc- werbegerichte. die an sich zu einer Verbindung solcher Klagen von Amts wegen befugt sind, haben von dieser Möglichkeit nicht immer Gebrauch gemacht, weil auch sie das Destreben hatten. die 2. Instanz auszuschalten. Dieser Zustand ist auf die Dauer unerträglich, da es sich für den Arbeitgeber um recht beträchtliche Objekte handeln kann. Rehmen wir nun einmal an, daß ein Betrieb wegen Versagung der Elektrizitätsversorgung eine Woche still liegen muß und daß dadurch 1000 Arbeiter zum Feiern gezwungen werden: beanspruchen diese auf Grund des § 615 D.G.D. Ersatz des Lohnausfalls, dann handelt es sich bei einer 48stündigen Arbeitszeit um den Lohn für 48 000 Stunden, der. wenn wir ihn auch nur sehr niedrig mit 50 Pf. pro Stunde ansetzen, 24 000 Mk. ausmacht. Wegen eines solchen Objektes — und für den Arbeitgeber ift es ein einheitliches Obicü werden im normalen Zivilprozeß mit drei Instanzen im ganzen 11 Richter und 6 Anwälte tätig. Klagt nun jeder bu- er 1003 Arbeiter feinen Lobnanfpruch durch eine bdo:t? *r: Mage ein und lehnt das Ardeite-gerichl die Verbindung ab, Id daß es endgültig entscheidet, bann bleibt es bei der Behandlung der Sache durch c neu juristilch vorgebildeter RiÄu - wobei die Parteien noch nicht einmal die Möglichkeit haben, sich fachgemäß durch einen Anwalt im Termin vertreten zu lassen. Daß dieser Zustand unerträglich ist. liegt aus der Hand er läßt li meter-Gehen gelangt am gleichen Tage zur Austragung. Südostdeutschland bringt den Stoffellauf „Quer durch Breslau". Auch hier ist bei guter Beteiligung eine sportlich erfolgreiche Veranstaltung zu erwarten. Die österreichische Zehnkampfmeisterfchaft in der Leichtathletik wird am 19. und 20. September in Graz ausgetragen. Rasensport. Im Fußball machen die Punktspiele den überwiegenden Teil der fußballsportlichen Veran- ftnltungen aus. Die Gastspiele sind von geringer Bedeutung, mit Ausnahme des Treffens Hamburger S V.—Tennis-Borussia in Berlin und vielleicht des Gastspiels des Berliner Meisters Hertha B. S. CI. am 19. in Düsseldorf (Revanche für Turu) und am 20. zur Einweihung des H a m b o r n e r Stadions gegen eine dortige Städteelf. Das Ausland bringt den (allerdings in Frage gestellten) Fuhball- Länderkampf Oesterreich— Ungarn in Budapest. Im Handball ist es sehr ruhig, einige kleinere Freundschafts- und Städtespiele erschöpfen das Programm (Magdeburg—Aschersleben in Magdeburg). Im Tennis sind fast alle deutschen Spieler von Ruf beim Herbflturnier des Rot-Weiß-Clubs in Berlin versammelt. Das Turnier nimmt planmäßig am Sonntag seinen Abschluß. 3m Golf gibt es Einheitsspiele in Hamburg und Viererspiele in Magdeburg, die Berliner Herbst- wettspiele finden am Sonntag ihren Abschluß. Wassersport. Bei den Ruderern geht es mit großen Schritten dem Ende zu. Hie und da noch eine kleinere lokale Veranstaltung. Der Rheinhafen-Einer im Rahmen der 3. Karlsruher Herbstregatta, das Dauerrudern auf dem Main bei Offenbach, der Frankfurter Rudervereine, zu dem 7 Vereine 17 Boote gemeldet haben, der Werner-Hübner-Ge- dächtnisachter, ausgeschrieben und allein gefahren vom Ersten Breslauer R. V. und schließlich eine Schülerregatta auf dem Schweriner See, in diesen spärlichen Veranstaltungen erschöpft sich die sonntägliche Tätigkeit unserer fRuberfportier. Der Ru- deroerdand Alte Donau hat zu seinem 7. Dauerrudern fast nur Wiener Vereine aufzuweisen. Außerdem interessiert der Start des Deutschen Einermeisters Hesselmann vom Hamburger R. C. auf der holländischen Meisterschaftsregatta in Amsterdam. Lebhaft geht es dagegen bei den Seglern zu. Herbstwettfahrten auf dem Starnberger See, auf der Alster, auf dem Steinhuder Meer, Derbands- nen, und alles um sich her vergessend, umklammerte sie die Säule des Brunnens und preßte die Wangen an den kalten Stein, von einem Weinkramps geschüttelt, in dem jahrelang gestocktes Empfinden und hinschmelzende Herbe sich entlud. Als sie sich gefaßt hatte, war die Gasse leer. In der Ferne verhallten die Tritte. Sie tauchte die Hände in das kühle Wasser und liefe den Strahl darüber rinnen, strich sich die Stirn und ging nach Hause. Zarte toeifee Dünste standen auf der Au, feierliches Rauschen erfüllte die Luft. Hanns Ingolds Vorschlag war von der Bürgerschaft mit erdrückender Mehrheit abgelehnt worden. 3m grünen Garten von St. Joseph perlte der Morgentau. Lieber dem Tannenwald stand die Sonne mit hellem Schein. „Darf ich aufftehen, Fräulein Ruth?“ „Der Liegestuhl wartet schon auf Sie“, erwiderte Ruth lächelnd. „Muß ich wirklich den ganzen Tag auf dem dummen Stuhl liegen? Das hält ja kein Mensch aus! Da bleib' ich lieber im Bett." Aber Lo tat nur so, sie freute sich ja unendlich, aus der Krankenzelle ins Freie zu kommen. Ruth überliefe sie den geschickten Händen der Pflegerin. Eine Stunde darauf lag Lo auf der Terrasse, die Engelhardt auf der Rheinseite hatte erbauen lassen. Eine schmale Treppe führte von der Terrasse auf den alten Friedhof des Klosters hinab, der jetzt ein wilder Rosengarten war, in dem kein Grabscheit mehr klang. Rosen und Feuerlilien wuchsen darin in überschwenglicher Fülle. Engelhardt hatte alle Gräber ebnen und nur eine schöne Platte bewahren und an der Mauer aufstellen lassen, das Reliefbild einer Gräfin Schreck von Rheinau, die gewünscht hatte, im Kloster begraben zu werden . Der kleine Winkel war nur von der Terrasse und durch eine offene Mauerlücke zugänglich, die auf eine Wiese blickte, aber drei Schuh hoch über dem Boden lag. Früher war hier der Mein dicht an da« Gehöft herangetreten, und die Klosterfrauen hatwettfahrten um den Preis der Stadt Berlin und um den Jubiläumspreis des Berliner U. C. auf dem Müggelsee, Bundeswettfahrten Magdeburg- Schönebeck—Magdeburg, um die Meisterschaftsflagge und dem Iubiläumspreis der Dahme 7). C. auf dem Seddinsee, um den Ufapreis und die Meisterschaftsflagge auf dem Tegeler See uryi um den Staatspreis auf dem Müggelsee. Schwerathletik. Dom vorigen Sonntag auf diesen verschoben, ist der Entscheidungskampf um die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zwischen dem A. S. V. Kreuznach und der Sportvereinigung Berlin-Ost in Bad Kreuznach die bedeutsamste Veranstaltung in der Schwerathletik. Flugsport. Der Sachsen -Rundflug 19 25 wird von der Sachsengruppe des Deutschen Luftfahrtverbandes als reines Geschwindigkeitsrennen vom 19. bis 20. September auf der Strecke Chemnitz—Glauchau — Zwickau — Plauen — Leipzig — Döbel» — Großenhain — Bautzen — Zittau — Dresden — Chemnitz durchgeführt. Motorsport. Zum Grofeen Preis von St. Sebastian wird nun doch ein deutscher Wagen starten, nämlich ein von Sailer gesteuerter Mercedes. Sein Abschneiden unter 25 Wettbewerbern dürste von einigem Interesse fein. In Deutschland gibt es zahlreiche größere und kleinere Cßeranftaltungcn. In Suddeutsch- tianb die Ruselbergfahrt zusammen mit idem Goldenen Bahernpokal 1925 des Gaues Südbayern des 21. D. 21. E., der eine Steilprüfung ohne Haltfahrt und eine Flachprüfung bei Mühldorf angeschlossen ist. Die Fränkische Zuverlässigkeitsfahrt der Ortsgruppe Nürnberg-Fürth des D. M. V. enthält mehrere Sonderprüfungen, eine Anlauf- Prüfung, Geschwindigkeits- und Dremsprüfung. Der Frankfurter Motorradclub veranstaltet zusammen mit dem Frankfurter 21. C. auf der Rad- rennbahn im Frankfurter Stadion ein Motorradrennen, innerhalb der (Beran- staltung werden Bahnretordversuche unternommen. Der Mittelrheinische 21. C. Köln veranstaltet in Bad Reuenahr ein Automobil- t u r n i e r. „Rund ums Mohrental“ führt die 100 - Kilometer - Zuverlässigkeitsfahrt des Gaues Thüringen des 21. D. A. C. Eine Zuverlässigkeitsfahrt durchs Erzgebirge und Vogtland mit eingesch Es schützt vor Erkrankungen der BerdauungSor- Gaue. 6946sl Eine Probedose und illustrierte Broschüre über Säuglingspflege kostenlos und unverbindlich durch „Linda"Gese1lfchastm.b.H.,Berlin W57, Bülowstr 56. ten ihn hart an ihren Grabstätten rauschen hören. Als der Strom sich sein Bett unter dem Lauffen tiefer gegraben und den Lauf in heftigem Drang mehr nach Süden gelenkt hatte, verlor die Wasserpforte jede Bedeutung. Der Kies grünte, das Kloster verödete, und der Friedhof wurde zum CÄofenunger. Engelhardt hatte ihn selbst bei dem Bau der Terrasse unberührt gelassen und nur die Treppe angelegt, um auf ihr und durch die Pforte rasch an den Strom zu gelangen, ohne das weitläufige Gebäude unb den Wirtschaftshof durchschreiten zu müssen. Lo Manderfeld langweilte sich. Die Sonne schien ihr auf das leichte Kleid und funkelte auf den entblößten Armen. Eigentlich ein Lln- sinn, die Kranke spielen zu müssen! Sie war doch gar nicht krank. Die Pflegerin hatte ihr erzählt, daß jetzt vierzehn Kurgäste da wären, aber kein einziger mußte zu Bett oder auf dem Stuhl liegen. Liebertrainiert und unterernährt, so ein Mumpitz! Strümpfe stricken und Fett ansetzen, das war wirklich alles, was ihr noch fehlte! Sie betrachtete ihre Arme. Dis an die Ellbogen war sie braun getönt und elastisch wie Stacheldraht. Wenn sie die Hand bog, schnellten unter der Haut Sehnen und Muskeln empor, die am rechten Arm stärker waren als am linken. Das kam vom Tennis. Der linke Arm war erst kräftiger geworden, seit sie auch Golf spielte. Der Hausarzt hatte von Linealen gesprochen. Damals war Lo wütend gewesen, aber heute muhte sie lachen, indem sie über die dünnen Arme wegschielte, auf denen die Sonne rosig glühte. Dann streifte sie die halblangen Aermel zurück. Schneeweiß glänzten die Oberarme. „Ach Gott, wie mager“, entfuhr es ihr. Früher hatte sie nie darauf geachtet, jetzt in der Sonne, auf der Terrasse, von der der Dlick in die geräumige Landschaft mit Dergen und 2tuen und dem schön geschwungenen Stromlauf ging, erschienen sie ihr wie zwei weiße perlmutterfarbene Spargelstengel. Mißmutig verschränkte sie sie unter dem Kopf und blinzelte durch die halbgeschlossenen Lider in den silberblauen Himmel. Aus einmal hörte sie den Rhein rauschen. Als hätte er sich erst in diesem Augenblick durch die Felsenenge in die Tiefe Dahn gebrochen, so plötzlich klang er in die Stille. Sie öffnete die Augen, richtete sich auf und schaute hinüber. Eine Weile nur gefesselt von dem Anblick des schäumenden Wassers, aus dem silberne Dünste stiegen, dann von dem grünfunkelnden Strom gelockt, der sich wirbelnd durch die stille Aue schwang. Run war schon der Wunsch wach, ihn in der Rähe zu sehen, und jetzt das Verlangen, es zu tun. Lo kämpfte, legte sich ergeben wieder auf den langen Stuhl, blinzelte in den Himmel, reckte die dünnen Arme, warf den Zops erst rechts, dann links, saß plötzlich aufrecht, zögerte noch einmal und stand nach kurzem Zaudern mit einem Ruck auf den Füßen. Sie kam sich wie ein Dieb vor, als sie leise zur Treppe ging. Sie wollte — ja, was wollte sie — eine Rose wollte sie sich holen. Ihre gelben Schuhe liefen schon die Stufen hinab. Unter den Rosen war es kühl, denn der Friedhof lag im Schatten. Lo hielt die Gräfin Schreck von Rheinau für ein Muttergottesbild und blieb eine kleine Weile respektvoll vor ihr stehen. Dann schielte sie durch die Mauerlücke. Gelb und blau leuchtete die Wiese, aus dem silbergrauen Weidengebüsch glänzte der Rhein. Ein Spaziergang von fünf Minuten. Lind der konnte ihr nur gut tun. Doktor CngeHardt hatte ihr ausdrücklich gesagt, sie müsse im Laufe des Vormittags zweimal je eine Viertelstunde auf der Terrasse auf und ab gehen. Das hatte sie bis jetzt versäumt. Sie blieb einen Augenblick in der Türöffnung stehen, und dann sprang sie hinab, übet die bröckelnde Stufe hinweg, die in feen blühenden Taubnesseln fast verschwand. Hurtig lief sie über die Wiese dem Rhein zu. Weiden und Erlen nahmen sie ‘in ihre Schatten, dicht vor ihren Füßen gurgelte der Strom. Vom Lauffen her donnerte die Regen- flut, bernsteinfarbener Schaum schillerte im funkelnden Grün. Plötzlich stieß Lo einen Schrei aus. Dann sagte sie ärgerlich: „Junge, wie hast du mich erschreckt! Was machst du denn da?" (Fortsetzung folgt.) [ Rahim.* (uittcrgleidi J ... . . - . .... '■ : : ••' ■■ < . 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September. 95,5 111.5 104.25 93.5 7.9 0.276 89 75 94.8 7,75 4,242 18,(5 101,89 20,30 19,87 168,23 17,23 17.41 58.91 112,19 80,87 1 0.80 12.395 5.835 0,142'. 0.27" 0.3U 0.27 0 2550 91 75 91.75 7.75 188.25 95.5 110 111 1'3,75 77.5 «3.5 7,62 <1.028 0,489 0,150 0.2*5 0,36 | 100. 65 । 9,25 61.3 57.5 Börse. 51,9 >0 :s.5 125 130,5 40 52 5 75 25 06 76.5 60 61 61,5 | 69 ! 97 127,25 । 71,5 121 0.2475 ; 0 300 0.48 0,145 0.270 0.30 0.28 89.75 >4.7 7,85 38 128.75 »6 112.5 112 104 5 79 93.5 7.75 0,028 73 51.5 57.5 l(h 124.75 135.5 55.5 76.75 '»6.5 78.9 59 63 6 5 Ministerium mitteilt, wird auch im September die günstige Arbeitsmarkllage, wie sie im August ----- , Zahl dec ImiL-tHoti. Buen -AireS 8rR »Äntto ttbrtftiania. Levenhagen ettxfbolm . Äclflngforj. fttfilkn. , . London. . tRumorf . . Pari». . . Ochwetz . . epanten . . ktopan . . . wto de Ian Bien in I-. Ccfi. abgeft. freg ... 9*eljrab . . Budapest. . Butoaricn yifinbon Taniig - - - ÄonftanttxL «Nirn. . . Eanada. . . Uruguay . Sparsam fein und doch genußfreudig bleiben, will wohl gelernt sein. Sie bereiten sich einen schönen, aber billigen Oenuß, wenn Sie nach dem neu bearbeiteten Oetker-Rezept einen Käse-Kuchen backen. Er ist vollmundig, wohlschmeckend und außerordentlich nahrhaft. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Don seinem Fuhrwerk überfahren und getötet. • Ter Fuhrmann H ch. 3 o ft, ht ©leben, Mühlstrabe 2 wohnhaft und bei der Firma Martin Abermann beschäftigt, fuhr gestern vormittag gegen V$12 Uhr mit einem Kohlenwagen, der mit etwa 100 Zentner Kohlen beladen war, über die Westanlage. Der Mann stand auf der Deichsel, an die Dorderwand deS Wagens gelehnt. Plötzlich scheute eines der Pferde und schlug aus, wodurch der Fuhrmann vom Wagen geworfen wurde und direkt vor die Räder fiel. Da die Tiere den Wogen noch einige Schritte weit zogen, ging dem bedauernswerten Mann ein Rad deS fchweren Wagens über den Hals. Passanten brachten die Tiere schnell zum Stehen und riefen einen Arzt und die Freiwillige SanitätSkolonne zur Hilfe herbei. Der Arzt konnte aber nur noch den inzwischen eingetretenen Tod durch Bruch der HalSwirb^lsäule festst eklen. Warschau -ab gegen Kabel Reuyort einxiS nach. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,36, Amsterdam 59,21. Zürich 123^2' >. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. fön WBUnrn »erf ci4eebttidi. BntnoÄ-KierS, geebon. Rtn- Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Sept. Der Produkten markt war auch heute ohne jegliches Geschäft. Die Stimmung flau und die Preise wurden um 3 bis 4 Mk. niedriger. 68 wurden notiert pro Tonne: Weizen (mark.) 206 bis 212, Weizen (September) 228, Weizen (Oktober) 228,50 bis 226,50, Weizen (Dezember) 236 bis 233,50, Roggen (mark.) 156 bis 161, Roggen (Oktober) 177 bis 176, Roggen (Dezember) 182 bis 183, Gerste (märk.) 206 bis 235, Futtergerste 174 bis 177, Hafer (märk.) 174 bis 182, Hafer (Oktober) 181 bis 180, Hafer (Dezember) 188, Mais (loko Berlin) 206 bis 210, Raps 350; pro Doppelzentner: Weizenmehl 29 bis 32,50, Roggen- mehl 23 bis 25. Weizenkleie 11,40 bis 11,50, Roggenkleie 10,40 - bis 10,50, Viktoriaerbsen 26 bis 31, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 25 bis 28, Lupinen (blau) 12,75 bis 14, Rapskuchen 16 bis 16,20, Leinkuchen 22,60 bis 22,80, Trocken- schnitzel 12, Tarfmelasse 8,40 bis 8,60, Kartoffel- flocken 17,20, Zucker 21 bis 21,20. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers",) Frankfurt a. M., 17. Sept. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 24,50, Roggen (inländischer) 19,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 25 bis 27,50, Hafer (inländischer, 20 bis 20,50, Mais (gelb) 21, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39 bis 39,25, Roggenmehl 27,50 bis 28, Weizenkleie 10,85 bis 11, Roggenkleie 11,25. Tendenz: Schwach. Frankfurter Echlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 17. Sept. Auftrieb: 44 Rinder; darunter 33 Ochsen, 6 Dullen. 5 Färsen und Kühe, 919 Kälber. 1303 Schafe, 809 Schweine. 63 kosteten 100 Pfund Lebendgewicht: Feinste Mastkälber 90 bis 95, mittlere Mast- und beste Saugkälber 80 bis 88, geringere Mast- und gute Saugkälber 70 bis 78; Mastlämmer und Masthämmel 50 bis 55, geringere Masthämmel und Schafe 41 bis 49, mäbig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 40; Schweine, vvllfleischige von 80 bis 100 Kilo 93 bis 96, vollsleischige unter 80 Kilo 80 bis 92. voll- fleischige von 100 bis 120 Kilo 94 bis 97. vollfleischige von 120 biS 150 Kilo 94 bis 96, unreine Sauen und geschnittene Eber 74 bis 84. Markt- Verlauf: Sehr langsamer und bei Kälbern ab- flauender Handel, bei Schweinen Ueberstand. (Lietzener Wochenmarktpreise. am 17. September (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 230 Pfennig, Matte 40, Käse 70, Wirsing 20, Weißkraut 15, Rotkraut 15 bis 20, rote Rüben 10, Spinat 30, Dohnen 30 bis 40, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 15, Meerettich 120, Pilze 50, Kartoffeln 4,5, Frühäpfel 20, Falläpfel 5 bis 6, Aepfel 20 bis 25, Dirnen 30 bis 35, Zwetschen 20, Honig 30, junge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner 100, Rüsse 80; das Stück: Eierl6 bis 17, Blumenkohl 3 Uhr Wirtschaftsmeldungen 4Hbr: bericht der Gießener Wetterdienststelle. Wirtschastsmeldungcn 4.20 Hbr. Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Ubr: Rachmiitagskonzert deS HauSorchesters: Die komische Oper. 6 bis 6.30 Uhr: Die Jugendstunde: ..AuS ..Gockel, Hinkel und Gackeleia" von Element Brentano. 6.30 bis Zutaten zum Teig: I Zutaten zum Belag! 65 g Butternder Margarine 1 Pfund Quark * 1 Pfund Mehl 1 Ei >/« Pfund Zucker an Rrtd):-an(eti)c y/. Deutsche Retchsaulethe . Drutichk et>arpranucnnr.lcilx <♦/, Preuhifdx ÄOHfol» <•/« Hesicn.......... S' //» veffeu.......... Hessen Teutsche Send. Tollar-Lnl. dto- Toll.-Schatz-Sn lreilng-.) 4*/o Zolltürken 5e/e Goldin ettkaner ... . Berliner HondekSgefellfchalt. tfommer;- und Privat-Bank larmft und Nattonaldauk ■ TeuNedc Bank......... Deutsche vereiaöbank . . . . DiSconto ttommanbtt . . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . £cftencid)if(6c Eredttanstalt Weltbank........... Bochumer Guß . ...... BuderuS............ Caro Deutsch Luxemburg Gelfentirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Äoltroerfc Aschersleben . . . staltwerk Westeregela. . . . . Üanrabuttc . Oderbedars . Phonir Bergbau Rheinstabl........ Mtiebed Montan ....... Tellus Bergbau eurg-Amenka' Paket. . . ieutscher Lloyd..... 66 6, der frühere langjährige Kreisschulinspek- tor eine warme und mit grohem Beifall auf* genommene Degrübungsaniprache. Dann ergriff Schulrat Eckhardt von Diebenkopf daS Wort zu seinem Bortrage „Die Erneuerung der Landschule". 3n geistreicher und tiesgründi- get Weis« behandelte er das Problem der Ar- beiti* und Gemeinschaftsschule, er forderte eine Beschränkung des Stoffes, zusammen gehend mit einer (Vertiefung des Unterrichts. 3n einer Gemeinschaftsschule sollen die Schüler nicht nur zu- sammen sitzen, sondern zusammenleben, deshalb möglichst ein Liebergang vom Abteilungsunler- richt zum gemeinsamen Unterricht Der Dortrag sand allseitige Zustimmung und rief eine lebhafte Aussprache hervor. Don dem Vorsitzenden wurde sodann noch eine Resolution verlesen und unter allgemeinem Beisall angenommen. 3n dieser Resolution legt die KreiSlehrerve r- sammlung schärssten Protest gegen Den vor wenigen Tagen veröffentlichten Retchs- schulgesetzentwurf ein. Sie erwartet von allen verantwortlichen Instanzen der Lehrerorganisationen, dah lie ihre gcmzc Kraft ausbieten, um diesen für die hessische Schulgesey- gebung und die hessische Simultanschule geradezu verhängnisvollen Plan der Reichsregtc- tung unmöglich zu machen. Don den staatlichen und kirchlichen Organisationen und der breiten Oefsenttichkeit erwartet man. dah sie ebenfalls lauten und energischen Einspruch gegen den Reichsschulgesetzentwurf erheben Die Lehrerschaft be# Krei'es erklärt sich bereit, mit allen Mitteln materieller und geistiger Art im Dienste der Bekämpfung dieses Schulge'ehentwurfeS mitzuarbeiten erfahren Frankfurter Abeuvbörse. Büchertisch. Qu e r s ch n i t t (im Propyläen-Der- bringl in seinem Scptcmbcrheft als Spitzenartikel eine ausführliche Würdigung der Tagebücher M. Paleologueö. der die ersten drei Jahre des Weltkrieges als französischer Botschafter in Petersburg lebte und auch lebhaften Anteil an den Ereignissen vor dem Kriege hatte. Dann folgt eine frohe Plauderei von Lovis Eorinch und eine tolle Geschichte .Der mutige Seefahrer" von Georg Kaiser. Die immer aktuelle Atlantic-Frage wird von Roger Dsvigne erörtert, Bilder von und ein Artikel über Utrillo dürfen nicht vergessen werden, ebensowenig tote das reizende Ballet mccaniquc „what is means“ von Georg Antheil und die Etage der Marquise von Brausenblant von Pani Morand. Für d'Annunzio sind vier Seiten verwandt. De< Lederer-Kolbe-Skandal ist auch hier. Brief 4.262 18,15 102.41 20,40 19,97 169,07 17,81 87.87 59,21 112,7' 81,27 60.50 12.455 5.875 6.45 Uhr: Brieskasten. 6.45 bis 7 Uhr: PreiS- rätsel^Wettbewerb. 3. Tag: Kreuzworträtsel. 7 biS 7.30 Uhr: Die Dücherstunde. 7.30 biS 8 Ubr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Dolksbildung: Dortrag von Direktor W. Beckmann: ..Schule und Lebens 8.30 Uhr: Dee G'wisfenswurm. Bauernkomödie in drei Akten von Ludwig Anzengruber. — Anschliehend: Rach- Wirtschaft. • Rückgang der Großhandels- indefziffer. Die auf den Stichtag des 16. September berechnete Großhandelsindexziffer des Statistifchen ReichSamtS ist gegenüber dem Stand des 9. September um 1,8 auf 125,3 zurückgegangen. • Sie Fusion im Anilinkonzern. Für die neuzugründende Gesellschaft im Anilinkonzern ist. laut „Börsenkurier" ein Kapital von 750 Millionen Mark in Aussicht genommen. • Zur Geschäftsaufsicht be i der Aga Gestern sand in Berlin eine Gläubigerversammlung statt, der, wie dem DHD. von zuständiger Stelle gemeldet wird, ein Borbericht über den Status und die Rentabilität des Unternehmens vorgelegt wurde. Dieser Bericht ist als durchaus günstig anzusprechen. Es wurde beschlossen, eine Verlängerung der Geschäftsaufsicht zu beantragen. Eine Entscheidung über ein eventuelles Wciterbestehen der Aga kann aber erst herbeigeführt werden, wenn die Arbeiten beendet sind und man sich ein genaues Bild über die Rentabilität der Aga machen kann. Wan rechnet damit, dab diese Arbeiten in den ersten Oktobertagen abgeschlossen werden können • Zahlungseinstellung der Hamburger Privatbank. Die Hamburger Privatbank von 1860 (früher DolkSbank) hat fich gezwungen gesehen, ihre Zahlungen einzustellen, da am 15. d. M. zwei grobe Kunden mit einem Betrage von 240 000 Mark und am 16. September ein Kunde mit einem Betrage von 200 000 Mark im Rückstände geblieben sind. Man schätzt die Verbindlichkeiten dieses Instituts auf etwa 1,5 Millionen Mark bei den Girokunden und auf etwa eine Million bei den Sparkassen und Depositenkunden. DaS Institut, das in keinerlei Beziehungen zur Commerz- und Privatbank siebt, wird aller DorauSsicht nach gezwungen sein, den Konkurs anzumelden. Der Direktor d'H eure u s e hat Selbstmord durch Vergiften begangen. • Konkursnachrichten. Ueber daS Vermögen der Firma Chemische Fabrik Offenbach a. M, Aktiengesellschaft in Offenbach, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 29. Oktober beim Amtsgericht Offenbach anzumelden. — Ueber das Vermögen der Firma Ioseph Lehmann II. in Lengfeld i.O.. Inhaber Moritz Lehmann, wurde gleichfalls das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 1. Oktober beim Amtsgericht in Grob- Umstadt anzumelden. • Schwierige Lage des polnischen Handels. Die Lodzer Kaufmannschaft hat beschlossen, der verzweifelten Lage deS polnischen Handels Rechnung zu tragen und allen Kaufleuten Polens ein freiwilliges Moratorium vorzuschlagen. • Günstige Arbeitsmarktlage in Amerika. Wie das amerikanische Arbeits- Wie billig eich der Kuchen Ke Ul, kaao Jede Hauifrau iclbit sehr leicht berechnen. Zubereitung: Zuerst bereitet man den Mürbeteig. Eier und Zucker werden mit einem Teil des mit dem Backm gemischten Mehl« verrührt. Dann arbeitet man die kaltgestellte und in Stückchen zerpflückte Butter mit dem Rest des Mehl« unter die Masse und fügt nötigenfalls soviel Mehl hinzu, daß sich der Teig ansrolien läßt Mit dem fertigen Teig belegt man den Boden einer Springform. Dann wird der Quark durch ein Sieb geneben. mit der Milch, Zucker, Vanilllnzucker, Eidottern, Korinthen, Mehl und Gustin glattgerührt, zuletzt mit dem Eierschnee vermischt, auf den Teig gegossen und im heißen Ofen schnell gebacken. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr.A. Oetker, Bielefeld. Berlin. 17 Sepkdr. yitnertfanifdje Kote» . . . .. itieloiftbe Noten........ Tänifche Noten Eng lisch- Noten . . ftrnniofi(<6e Noten ...... Holländische Noten italienische Noten...... Norwegische Noten Teutid) Ceftert, 5100 Äronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schwerer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... (Eigener Drahtbericht des „Siebener Anzeigers".) Berlin, 17. Sept. Das stille Börsengeschäft konnte sich auch heute nicht beleben, die Aktienmärkte wurden vielmehr nach wie vor von grober Geschästsunlust beherrscht und nur einzelne Werte fanden etwas regeres Interesse. Die Vertagung der deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen bis Mitte Oktober, die ohnehin nicht befriedigenden Aussichten auf eine Verbilligung der Zinssätze, die Zunahme der Feierschichten in Ruhrbergbau während der ersten September-Dekade und das Ausbleiben von Kundenaufträgen gaben der Spekulation vielfach An- (ab zu neuen Blanko-Abgaben. Die allgemeine Tendenz war daher un sicher und eher niedriger. Die Sonderbewegung in Reichsbankanteilen hielt dagegen an, und zwar in Form von AuSlandkäufen. Reichsbankanteile erreichten einen Kurs von 138,5 Proz. Auch Goldpfandbriese waren weiter gesucht im Zusammenhang mit den zu erwartenden finanziellen Erleichterungen bei den Real-Kredit- Instituten durch die Rentenbank- Anleihe in Amerika. Die sofortige Ueberzeich- nung dieser Anleihe am Mittwoch rief an der Börse naturgemäß einen sehr günstigen Eindruck hervor. Am Geldmarkt nannte man für tägliches Geld einen Satz von 7i;» bis 8 Prozent, MoncttSgeld 10 bis 11' r Prozent. Im Devisenverkehr lagen nordische Devisen und Brüssel matt. Paris war dagegen leicht befestigt. Am Bankenmarkt erlitten Reichsbankanteile eine KurSeinbuhe von etwa 1 Prozent Anleihen unverändert SchifsahrtSaktten «fchäftSlos Der Schluh war gefchä'tSloS mit Retgung zu weiterem Rachaeben. Deutsch« Anleihen 5proz Reichs- anleihe 0,235, SchutzgcbielSanleihc 6,000. Ausländische Renten: Bagdad II 7,47' .. Ungarische Goldrente 8,75, Oester re ich ische Ltaaisrente 1.7. Bankaktien: Commerzbank 95,50, Darmstädter Bank 110, Deutsche Dank 111, Discontogesell- schast 103,75, Dresdner Bank 100.50, Mitteldeutsche Ereditbank 93,50, Reichsbank 137,62, Oesterreichisch« Sreditaktien 7.62. Monranaktien Deutsch-Luxemburg 72, Ille Bergbau 96,50. Rheinische Braunkohlen 128,25. Industrieaktien Dyckerhofs 29, Höchster Farben 121,75. Debr. Iunghans 65, Peters Union 63,25. Chemische Mainz 55, Badischer Zucker 57,10. Frankenthal- -uckcr 61,20. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Lheramischk Werke Hlbtn . . I Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hostinann......| «nolo-(£ont. (Suano..... Badische Anilin Chemische Mayer Stapln . . Soldschwidt GrieSdetmer (Electron .... Höchster Harbwerke..... voltverkoylung....... Rütgerrwerke...... rcheldeanftalt......... Slla. ElektrüitätL-Sesrllschafr Bergmann.......... Mamkraftwerke........ Schultert Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kicher ...... Daimler Motoren Hevligenstaedt . Megmn............. Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgefelli^aft Frankfurt. Schuhfabrik Her; ■ ■ . 1 Eichel......... Zellstoff «aldbof....... Zuderiabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäutel . . . Berliner 16 eeötbr. 17. Stprdr. Hmtlrtbe Notierung (Selb Brie« Amtlich« Notierung Seid Brief 168.66 169,08 i»ib,64 1 tt.wl 1,691 1.69u 1.69.5 1.699 B 21 1t,25 18.13 18,16 6-9,29 >S,6t 87,59 87.81 1 il8,97 1'13,0 102,17 101,42 112,61 112.7V >11.57 112.8- 10,57 10,61 10.565 10,605 17.04 17.08 17.17 17.21 -0.2K 80.385 .-0,855 -0.^, 4.IM 4.20' 4,195 4,21'1 19.79 19.83 19.805 19.845 *1.96 81,16 «1,19 60.14 60,30 60,47 «0.65 1.706 1.710 >.67? 1,770 3 561 1.563 0.566 0.568 59,11 59,25 J9.13 69,27 11.4J 13,47 13,43 12.47 7.4« ;,5U 7.48 7.50 l.Rti »,905 5,885 6,905 J.toS 3,0 5 1,045 1,055 .NI.V2.' .'0.975 21.075 .0.125 KU 6X HO.f« W.bS HO.K* 2.395 3,405 2.385 2.395 6 19 b.21 6.19 6.21 4,195 4,20-5 4.20 4.21 4.175 0.185 4,175 4,185 Frankfurt a M. Berlin W-M ,6r1t ■SB-IÄ nuts b6r1» Datum: 16. 9. | 17. 9. 19. 9. > 17 9 2ahn gc6mf>''» Stille. toW# ,nb «•ft n dem Mm em btwm S Mr M Dunlch wach, M das 'BetWn' geben wieder auf den Himml, «d« Zopf erst rechts, cecht, zögert- noch icm Zaudern nut :b vor, als lie le"- - io, vas wollte , ,jch holen. 2hr« die «»' & zl, denn der ötico W von «heinau * tlieb eine kleine L Sann sch""« $ un» blau leuch- grauen Weiden" LS« i)tDanb- Ahxin ginen Ve -er Schrei tich cr^! ** 88} ?T9. teinbrr n, 9 Uni 915; en kur, S; 8^ü Kredite Alischen Land, dich £ vom i.ob 891 dir-, ba r.; tootfen und tu, ^.^rfiand auch fotodt Kredite baldmöa. । M ststgehL ® L>!• mb eine flktui «g deS Ärtlt- elche dm Sehot nb geleiüt tourte. ng hiell Schulroi nde nbermebl wn den i) verorbntt wird: M Sttntei imtn. t oft nicht einwand- den. n. btt Verdauung rle Broichiire üder unverbindlich out® 1W57, Süloroiir 56 WWWMWMM» echte Halberstädter seil mehr als 40 Jahren das lehrende Edeiiabrikal der denlschen Fleisehkanserfenindnslrie Jeder Kenner bevorzugt die weltbek. 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An einem z Z. schon begonnenen bürgerliche^ Tanzkursus können noch einige Damen und Herren teilnehmen. Unterrichtslokal: Saalbau Sauer. Anmeldungen und Auskunft Moltke- straße 20 III bei Güsters v. 12-2 u. 6-8 Uhr. Mit Hochachtung Emil Orth akad. Fechtmeister u. Tanzlehrer, Frankfurt a. M. Im Besitze des regierungsbehördlichen Unterricht- Erlaubnisscheines. 07641 HMtoi auf der W-WM H WSW vom 19. bis 21. September 1925. I Ausstellungsbesucher, besucht auch die Film°DorfüHrung in „Groß-Friedberg" am Sonntag, dem 20. September, * nachmittags 1.30 Ahr beginnend. 8723D \ Eintrittspreis ohne Unterschied des Platzes 50 Pf. Gezeigt werden in zweistündiger Vorführung die Wachstumsfilme der Bad. Anilin- und Sodafabrik und der Grünlandfilm. ------------------------------------ Hierdurch zur gefl. Kenntnisnahme, daß meine Wlnter-Tanzkurse in sämtlichen modernen Tänzen Ende September beginnen Gefl. Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen 07644 Wilhelm Will Univ. Turn- und Tanzlehrer / Löberstraße 12 Privatzirkel. Einzelunterricht täglich Lei Mein Geschäft bleibt Samstag, den 19., und Montag, den 28. Sept., Feiertage halber geschlossen 3. Pfeffer • Metzen ■ . - ♦ W Gießen, Seltersweg 91 Herren-Rindbox-Stiefel auf Rand gedoppelt...............9.75 und Herren-Halbschuiie elegante Form, auf Rand gedoppelt, braun 10.90, schwarz.................................. Oamen-Lack-Spangenscbuhe mit und ohne Schnalle, Comt.-Abs., reizender Tanzschuh............................... Damen-Leder-Spangenschuhe Mß durchbrochene Spangen, eleganter Blatt-Ausschnitt, große Auswahl........8.90, 7.90 und Kamelhaarschuhe mit Umschlag "°’a oder Lasche, Riesenauswah! 3.90, 2.90, 2.25 und F Einige taufend Rollen Capefen-Reffe in Stückzahlen von 5 bis 20 Rollen gebe ick, um Fdinell damit zu räumen, außerordentlich billig ab Heinrich Hodiffätter Spezialhaus für Capeten und Linoleum ..............—y........................................... 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Werkst, m. elektr. Betrieb. ”MD Fr. P. Sack 17 Neuen Baue 17 Obstversteigerung. Montag, den 21. September, vorm. 9 LIHr, wird das Obst in den fiskalischen Gärten bei Alten-Duseck (Aepfel und etwas Zwetschen) versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Müller zu Alten- Buseck. Gießen, den 17. September 1925. 8720V Heff. Forstamt Gießen. Lvangel. Gefamtkirchenvorstand. ezialität: Bubikopfschneiden Anfertigung von Haararbeiten —' v 81MD empfiehlt Feinster Fleischsalat mit reiner Mm jonnaise !/* Pfund 45 Pf. stets frisch, "“a Heinrich Driesch Znüustrie- Zpeiselartoffeln sowie blaue Odenwälder und Weibe, laufend lieferbar. Aufträge für den Winter- bedarf nimmt entgegen Hermann Sauer Damen- und Herren in allen Formen und Farben äußerst preiswert 8718a Sr, r 8646a SelterSweg 70. Bureau und Lager Walltorstrabe 36 H. Telephon 1154. 87160 ei< W&v« it«««»;fi'' Ä sS* ^8histsst' ^Leisrr'l gcll|®e .» gs» £ten preuh^l legenlieht, aus itn, bte man B Nachbarschaft, si zelischen Sendb Zluslande mid hes evangelisch' bei den Dollsc tonn man die msere evangelis oid Land dem bringen. Mr des evangelisch^ venn wir an i Pachtungen zu evangelischen ® Krein in dankt Verdienste um herzlichsten Wil der engeren Hei M besond Td gerade ! den 2emn, tzr in der evangelis Wiege hat das Platz eingenon man wohl sag dem zarten Ki fähigkeit gegel insbesondere ii Srunöstein de aber diese prg schräick. Ohne. gehen erließ te. 9r. Karl Zimn einen Ausruf ar den Pfarrer E drin nachstehend am Gustav-Adr Erfolg dieses < reicher Aerem die Zimnrerm! erfuhr Zimme besondere Leit Jahre 1842 zr Otganifü/ionen. 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