inÄ¥ hat in fce, S-n chen JXqton, nÄ*' ««mühuiiA ”*« ftS^Ä ' rar«, .<25 5) ÖUr4 htr ?üs co. 6d 5 J*n der j;,., Zellen ^5 tö,[r Mdgl, des 3iDj(Or allem durch.- W>tn, üih Sr0’- ;n SLjSJ An. ■®* Sencit und »teil ^chlejn w * tauf. Merlan »AS SZtz S??,- ="4r; NÄ SMÄÄ “ s•"/»*. ./.‘Md)en im . 8» einem tnnii*,. [ld>k|t ui der Ztich. lnterfchied der Teil. ?liant. 41- londwirfchafi. •öorbebingunfl ft- ®te|e Denkschrift putschen Landwir,. »achellung über die r,W und der Be. ‘ die Landwirtschaft 384 ^gramm >enb-rs. schau") gust. n. 4 Uhr. 'Batet. ienMK. 4 Uhr-. Uhr. 'Ha$tvi)ten< .Mitammex yraut. :: Had)tid)tenbien(t. len. 4.30 bis 6Ui)t; Orchesters, ein muli« fir: Wirtschastsmel« LesestunLe (Weister- us „Jon Quichote" irtschastsmeldungen. stunde. 8 bis 8.30 lufunft, Broimguh, ajor a. D. Dinsa. Ilttoiener Singspiel msikalische Leitung: Hieraus: Die Ger- ■rette in einem Akt Malische Leituna: :L - Anschliehend: ung.Sportsunkdimst. yfcrd? > ■zarte foeePefxud [dt-Drog. HiniNoU. nli-Drog. C. 8iM t, Drogerie Georg rtrö. ge* Tetegraphenbotc mit __ gleichfalls einem ?“ bemerkte der Par- ihm Sabby fröhlich dessen Tür hinter 'hr , ^r aber nur eine rke-Serzklop'en.wah }t( - mit unleidlicher Schlag ... SA („nte sich §abbd ' „rf. lange an. ^7'Äj rnal r U? i Vor ^Jie «Ws sie in eine 3®* ö lorben-" f W1 . kam- ^leqiamm tte Jö iD 0 ... **Jt£ besitz. w 'S AZ Kr. 192 Erstes Erscheint täglich, autzex Sonn, und Feiertags Beilagen: GießenerFamilienbläller Heimat im Bild. monelsiBesngspreis: 2®olbmarh u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n f p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGcschäftssielle51. Anschrift für Dro.'iinach- richten: AnzeigerSieKrn. Postscheckkonto: Krankfurt a. M. 11686. Blatt 115. Jahrgang Dienstag, August (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Dmd und Verlag: vrühl'sche Unioerfilälr-Vuch und Steindrucferei R. Lange in Siehe». Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nackmittag vorder ohne jedeDerdindlichKeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichS, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorschrift 20° , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr 'Wilh Langes für den übrigen Teil: Ernst Blumschein, sürden Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Dießen Der Kampf um die Antwortnote. Die trotz der angeblichen Londoner Uehereuu slimmung nötig gewordenen Auseinandersetzungen über Form und Inhalt der an Deutschland zu richtenden Antwortnote haben nach, gerade in der gesamten Weltpresse einen katastrophalen Eindruck hervorgerufen. Paris beeilt fid) nun, diesen für Frankreich wenig angenehmen Ein druck etwas zu verwischen, indem es schon jetzt mit. teilen läßt, die Note wurde bereits in den nächsten Tagen in Berlin überreicht werden. Daß dem nicht so ist, weiß alle Welt: der Meinungsaustausch zwisd)en Chamberlain und Briand wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, zumal es um so schwerer ist, auf dem Wege über die Botschafter ober den Telegraph die Uebereinftimmung zu erzielen, die selbst der Besuch Briands in London nicht herzu- stellen vermochte. Inzwischen gehen die Erörterungen in der englischen und französischen Presse weiter, besonders die londoner maßgebenden Blätter lassen allmählid) durchblicken, daß Frankreich zu gerne das Sank- tions - und Durchmarschrecht in seinem Sinne gelost und in den Text der Note hineingebracht wissen möchte. Da aber der ganze Sicherheitspakt auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung basieren soll,- sind die Engländer doch so ehrlich, cmzucrkenncn, daß von einer Gleichberechtigung praktisch nicht die Rede sein könne, wenn der Völker- l'und z. B. Frankreich als Angreifer bezeichnen und fid) somit zugunsten Deutschlands entscheiden würde. In diesem rfaUc würde Deutschland im Völkerbund keine Unterstützung finden und wehrlos dem mächtigen Frankreich ausgelie- tert sein. Andererseits soll aber England als (5 nrant des Sicherheitspaktes auftreten, es würde in einem derartigen Fall eine höchst undankbare Nolle übernehmen mü||en und eventuell in einen Si r i c g mit Frankreich verwickelt werden. Dazu haben wiederum die Engländer keine Lust, so daß also hier nach wie vor die Hindernisse un- überroinbbar erscheinen. Die englisch-französische Auseinandersetzung zeigt boch aber, baß bic Situation Deutschlands auf einer kommenden Sicherheitskonfe- renz keineswegs so ungünstig ist, als unmittelbar nad) der Londoner Besprechung angenommen wurde. Ruhland und der Sicherheitspakt Rom. 18. Aug. Der russische Botschafter am Quirinal, Kergenzew, erklärte, der Sicherheitspakt solle nur bezwecken, jede weitere Annäherung zwischen Deutschland und Rußland zu verhindern und Deutschland zum Exerzierplatz zu machen, der zu einer eventuellen diplomatischen Offensive gegen Sowjet ruß- land dienen könne. Der Druck auf Deutschland, in den Völkerbund einzutreten, habe eine feindliche Spitze gegen Sowjetrußland. , Die französische Offensive in Marokko. Paris, 18. Aug. (211.) Die französische Offensive gegen Abd el Krim wird in kürzester Frist beginnen. Die Umgruppierung der französischen Truppen wird in den nächsten Tagen zu Ende geführt fein. Die Franzosen werden auf einer Front von 150 Kilometer angreifen. Die angreifenöen Truppen bestehen aus sieben Divisionen mit insgesamt 84 Bataillonen. Die Infanteriedivision an der marokkanischen Front zählt 12 'Bataillone, während sie in Frankreich nur 9 beträgt. Das Ziel des französischen Oberkommandos ist, so weit ins Innere des Rifgebiets vorzudringen, d«ß die OB aff en- arfcnalc 21 bd e I Krims erbeutet werden. Die Havas aus Fez meldet, haben die französischen Streitkräfte bereits eine umfassende Operation eingeleitet. Artillerie und Flieger legten heute früh ein starkes Borbereitungsfeuer auf die feindlichen Stellungen. Die Operation nimmt einen normalen Verlauf Dagegen weiß die Londoner „Daily Mail" aus Tanger zu melden, daß der erwartete Umschwung an der marokkanischen Front bisher nicht cingctreten i st. Die Rifkabylen haben bei Taza erneut die französische Front an drei Stellen durchbrochen und den Rückzug der französischen Truppen auf Taza zur Folge gehabt. In Rabat find die Vorbereitungen für einen in Marokko beginnenden Giftgaskrieg wahrnehmbar. Völkische Demonstration gegen den Wiener gionistenkongreh. Wien, 17. Aug (WTB.) Trotz des Verbotes von Protestkundgebungen gegen den hier tagenden Zionistenkongreh sammelten sich zwischen sechs und sieben Uhr die deutschvölkische Jugend in zahlreichen Trupps vor dem Rat Hause und auf dem weiten Platz vor der Votivkirche. Roch ehe durch den Zuzug geschlossener Formationen die Menge sich vergrößern konnte, begann die Polizei, die Menge zu zerstreuen. Da sie teilweise Widerstand fand, hier und da auch Steine geworfen wurden, sah sie sich wiederholt gezwungen, blank zu ziehen oder energisch gegen die Trupps anzureiten. Hierbei wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Hauptmasse der Deutsch- völkischen zog sodann unter Absingung nationaler ßieber und Pfuirufe über R-na und r»er- Die irtfchastskrifts. Der Fall Stinnes. - Echte und falsche Krisensymptome. Richt alle Gegenstände der Tagessensation lind charakteristisch für die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands. Die Sensation der letzten Tage war die llebereignung von zwei Millionen Mark Aktien der Aga burd) den bisherigen Majoritätsinhaber Dr. Edmund Stinnes an die Belegschaft des bekannten großen Automobilwerks in Berlin- Tempelhof. An sich wären die Banken des Stüyungslonsortiums zweifellos in der Lage gewesen, die paar hunderttausend Mark flüssig zu machen, die notwendig waren, um der Deleg- fdjaft der Aga am letzten Freitag die fälligen Löhne zu zahlen. 3n der Sperrung des Kredites seitens der Banken ist vielmehr eine Kampfphase in dec Auseinandersetzung zwischen den Stinnes'schen Erben und den zur Sanierung. des ehemaligen großen Konzerns zusammengetretenen Geldinstituten zu erblicken. Immerhin ist es bemerkenswert, daß es den Erben eines großen Ramens nicht gelungen ist, anderweitig die erforderlichen Geldmittel zu erhalten. Man spricht von Verhandlungen mit ausländischen »(amerikanischen) Finanzleuten, die sich aber auch nicht zur Hergabe des erforderlichen Bargeldes entschließen konnten. Wenn es sehr schwer ist, zu entscheiden, auf welcher Seite das größere moralische Recht liegt, — auf der Seite der Danken ober auf der des ältesten Stinnes-Sohnes, — so vst es sehr viel leichter, die Bedeutung der Aktienschenkung für die Aga-Belegschaft zu charakterisieren. Der tausendköpfige Großaktionär, der durch die Schenkung geboren worden ist, wird zunächst auf keine Erträge rechnen können. Die Liquidität der Aga ist — was viel sagen will, — noch geringer als die Liquidität des Durchschnitts der großgewerblichen Unternehmungen in Deutschland. Wenn die Arbeiter der Aga sich nicht von ihrem Aktienbesitz trennen wollen, so können sie Iahr und Tag warten, bis sie auch nur eine bescheidene Dividende erhalten. Obwohl die Arbeiter der Aga bisher nur eine Abschlagszahlung auf ihren vorwöchigen Lohn erhalten haben, sind sie dem Werke treu geblieben. In der ganzen Aga-Angelegenheit war dies Zusammengehörigleitsgefühl, welches die Belegschaft gegenüber der Werksleitung betätigt hat, das einzige sympathische Moment. Enthält die Sache Aga immerhin em echtes Krisensymptom, so ist das bei anderen wirtschaftspolitischen Tagessensationen durchaus nicht der Fall. Immer wieder hört man die Worte: „Die Reichspräsidentschaft Hindenburgs und die Rechtsregierung hat uns nicht die erhoffte Besserung des Daseins gebracht: im Gegenteil haben wir ein neues Auf st eigen der Preise und eine abermalige Erschütterung der Währung über uns ergehen lassen müssen." In der Zeit non Mai bis Iuli haben sich die Kosten des Lebensunterhalts — wie sie durch den Reichsindex sestgestellt werden — um rund sechs Prozent erhöht. Diese Tatsache verführt viele Deutsche zu dem Schluß, daß sehr bald ein neuer Währungs stürz folgen werde. Die Beweisführung ist ziemlich naiv: im Iahre 1923 und in den vorhergehenden Iahren führte die Papiergeldvermehrung, also die Inflation, zu einem gewaltigen Ansteigen der Preise. Darum werde auch jetzt das Steigen der Preise von einer Vermehrung des Geldumlaufes, d. h. von einer neuen Inflation, gefolgt sein. Rach den Reichsbankberichten hat der Ilmlauf an Reichsmark- und Renten- mark-Scheinen in den drei Monaten von Ende April bis Ende Iuli 1925 um rund 302 Millionen Mark (71,2 Proz.) zugenommen. Das dies keine neue Inflation ist, sollten selbst währungspolitische Laien wissen. Es gibt vielmehr eine Reihe einleuchtender Ursachen für die neuerliche Preissteigerung: Annäherung der Mieten an den Friedensstand, Wiederherstellung der Hypotheken durch die Aufwertung, verschärfte Geldknappheit und die jüngst vom Reichstag beschlossenen neuen Steuerbela st ungen, die sozusagen ihren Schatten vorherwersen. Die Preissteigerung der letzten Wochen ist tein echtes, sondern ein falsches Katastrophensymptom, das nur von solchen behauptet und nachgesprochen wird, die am Schwarzmalen Freude haben, und die nicht über genügend eigene Urteilskraft verfügen, um den falschen Prophezeiungen entgegenzutreten. Die wirtschaftliche Rot besteht im Augenblick viel weniger in der Hebung des Preisniveaus als in der weiteren Verschlechterung der Kapitalversorgung. Dec kommende Herbst droht allerdings für viele deutsche Unternehmungen verhängnisvoll zu werden, weil die dann fälligen Wechsel und Darlehen aus laufenden Produktions- und Handelserträgen nicht zurückgezahlt werden können. Richtig ist, daß dann auch für die Massen der Konsumenten ein gefährliche Verschärfung der Lage eintreten kann. Die Lage der Aga. Verhandlungen im Oberpräsidium. Berlin, 17. Aug. (TA.) wie von amtlicher preußischer Seite mitgeteilt wird, hat am Montagmittag über die bei den Aga-Werken in Lichtenberg entstandenen Schwierigkeiten unter Leitung des Oberpräsidenten von Ehar- lottenburg, in feiner Eigenschaft als Demobilmachungskommissar, eine Besprechung mit Direktion und Betriebsrat der 21 g a in Gegenwart eines Vertreters des preufji- schen Handelsministeriums und der Handelskammer sowie eines Gewerkschaftsvertreters stattgesunden. In der Sitzung wurde die gesamte Sachlage eingehend erörtert. Ls wurde anerkannt, daß die Stillegung der werke unvermeidbar sei, wenn es nicht gelinge, Betriebskredite ju erlangen. Die Schritte hierzu wurden der Direktion nahegelgt, die diese ungesäumt zu tun versprach, vom Oberpräsidenten als Demobil- machungskomifsar werden diese Schritte mit Nachdruck gefördert werden. lieber die Besprechung erfährt die „vossifche Zeitung" noch folgende Einzelheiten: Zunächst legte Dr. Edmund Stinnes eingehend die Verhältnisse dar, die zu der augenblicklichen Lage der Aga- werke geführt haben. Er forderte dringend Hilfe und teilte mit, daß bei einem längeren hinauszögern der Hilfsmaßnahmen eine Stillegung des Werkes unvermeidlich wäre. Bisher haben sich die Arbeiter noch immer bereif erklärt, weiter ; u arbeiten, obwohl sie erst einen Teil ihrer Lohnsumme erhalten hätten, ein Verhallen, das von allen beteiligten fireifen als außerordentlich anerkennenswert bezeichnet wurde. Dr. Stinnes teilte mit, daß bisher etwa 40—50 v. h. der sämtlichen Löhne ausbezahlt worden seien, und er hoffe, im Laufe des heutigen Tages weitere 15 Prozent zur Verfügung stellen zu können, von der Belegschaft haben bereits etwa 250 wann mit der Arbeit a u f - hören muffen, da sich Materialmangel infolge schlechter Belieferung durch die Lieferanten ergeben habe. Die Dertefer der Arbeiterschaft unterstrichen diese Ausführungen noch einmal und forderten ihrerseits gleichfalls, daß die Reichs- und StaatsffeUen alles unternehmen, um eine Stilllegung des nad) ihrer Ansicht durchaus produktiven Werkes zu vermeiden. Oberpräfibent Dr. waier versprach, sich bei den in Trage kommenden Stellen energisch für eine Hilfsaktion einju- fehcn. Es wird u. a. daran gedacht, die von der Preußischen Staatsbank verlangte Girooerpflich- fung für die vom Aga-Werk benötigten 3 Millionen Mark, die bisher von den Großbanken verweigert wurde, durch die Reichskreditgefellfchaft übernehmen zu taffen. luchten, das große Konzert Haus, wo gestern die Palästinaausstellung eröffnet wurde, und die Sophiensälc, wo heute der Begrühungs- abend des Zionistenkongresses stattfindet, zu erreichen. llcbcrall aber schon in den Strahen- ,5ügcn weit von den genannten Gebäuden entfernt stießen sie auf ftarfc Polizeiriegel, die sie immer von neuem in die Seitenstraßen abdrängten und dabei die Trupps immer mehr zerstreute. Der Straßenverkehr in den betroffenen Stadtteilen und am Ring wurde längere Zeit empfindlich gestört. Die Kundgebungen setzten in später Racht- stunde nach vorübergehendem Abflauen wieder ein. Immer wieder versuchten stärkere Trupps in der Hauptverkehrsgegend am Kärlner Ring vorzudringen, doch gelang es der Polizei, hauptsächlich durch die Verwendung berittener Wachmannschaften, die meist jugendlichen Demonstranten abzudrängen Trotzdem konnte nicht verhindert werden, daß die F e n - sterscheiben einiger Eaföhäuser eing e a>or- fen wurden. Bei den Vorgängen am Rathaus und an der Votivkirche wurden wie verlautet, eine Anzahl Demonstranten durch Säbelhiebe zum Teil nicht unerheblich verletzt. Im ganzen dürften sich an den fortgesetzten Kundgebungen etwa 5000 Deutsch-Völkjsche beteiligt haben, unter denen man auch kommunistische Elemente bemerkt haben will. 5>ie Erregung in der Stadt wird durch das Gerücht gesteigert, daß sich die Kundgebungen während der Dauer des Zionistenkongresses täglich wiederholen sollen. Die Polizei wird daher auch während dieser ganzen Zeit in Bereitschaft gehalten. Die Zahl der Verhaftungen ist auf über 100 gestiegen.^ Die polnischen Manöver. Warschau, 18. Aug. (TU.) Heute früh beginnt bei Thorn der zweite Teil der polnischen Manöver. Programmäßig wird die Infanterie in zwei Teile geteilt werden, wobei ein Teil die polnische, der zweite Teil die feindliche Armee darstellen wird. Die polnische Armee hat nun die Aufgabe, von Thorn aus die feindliche Armee anzugreifem Ferner wird die polnische schwere Artillerie versuchsweise den Thor- ner Poligon beschießen. Neue Contumac- Urteile gegen deutsche Offiziere. Brüssel, 18. Aug. (TU.) Ein belgisches Kriegsgericht wird demirächst eine Reihe von Abwesenheitsurteilen gegen frühere deutsche Offiziere fällen, so gegen den General Sixt von Armin, Oberbefehlshaber der 4. Armee, und Äeneral Riedel, ehemaliger Kommandeur der 7. Division. Ihnen wird vorsätzliche Tötung zur Last gelegt. Eine Friedrich-Ebert-Brückc. Der MannheimerBürgerausschuß bewilligte ohne Widerspruch 2 560 000 Mark ^um Bau einer neuen Neckarbrücke, die den Namen Friedrich- Ebert-Brücke tragen soll. Der internationale Mchen- kongreg in Stockholm. Stockholm, 18. Aug. (TU.) Einen feierlichen Auftakt zum Konzil bildete am Sonntag die Weihe des Bischofs N o h d e, die Erzbischof Söderdlom in der Kathedrale von Upsala, der arößten Kirche des Landes, vornahm. Außer den llaudinavisdieii und baltischen Bischöfen, dem Domkapitel, den Rektoren der Universitäten Lund und Upsala nahmen auch mehrere Würdenträger der orthodoxen Kirche darunter auch der greife Patriarch Athanasius von Alexandrien, nn der Feier teil Der internationale A u s s ch u sz des Konzils trat gestern unter dem Vorsitz des Erz bifchofs Söderolom mieber zusammen, um die Vorlagen der Unterausschüsie einer letzten Prüfung zu unterziehen. Von besonderer Bedeutung dursten die Beratungen des fünften Ausschusses sein, dcti: die Frage des Zusammenwirkens für die Zu'unft übertragen war. Von besonderem Interesse find außerdem die Fragen der inter n 11: o n •> c n Beziehungen. Die Führer der deutsche n Delegation werden heute von der Königin von Schweden empfangen. Heute vormittag trifft das Gros der deutschen Abordnung in Stockholm ein und wird am Abend zu einer Vorbesprechung zusammentrelen. Severing für Neuwahlen in Preußen. Berlin, 18. Aug. (WTD.) Nach der »Moss. Zig." erklärte der preußische Innenminister Severing in einer Rede in Bielefeld: Seit dem 7. September v. 3. leben wir in einer dauernden Regierungskrise. Der Etat, der bis zum 1. April fertiggeftellt sein müßte, ist noch nicht einmal in allen seinen Tellen im ÄaushaltSausschuß beraten. Der Ministerpräsident und ich werden den Landtag vor bestimmte Aufgaben stellen. Wenn dann ein vernünftiges Arbeiten nicht möglich ist, werden wir den Landtag nach Haufe schicken. ($in Kriegerehrenmal in Unterfrankcn. Auf dem Schreibenberg bei Bad K i s s i n g e n fand in Anwesenheit des Kronprinzen Rupprecht von Bayern die Grundsteinleaung der Krieger- gedächtnisstätte für die im Weltkrieg Gefallenen Unterfrankens statt. Kronprinz Rupprecht vollzog die Grundsteinlegung. Diese Gedächtnisstätte wird nach Fertigstellung als eines der s ch ö n st e n und größten Kriegerdenkmäler bezeich- not werden können. Am Abend weilte der bayerische Kronprnz in Bad Kissingen und war dort Gast der Kurverwaltung, reo ihm ein Bankett gegeben wurde. Abends wurde dem Kronprinzen ein Fackelzug dargebracht. Sozialpolitische Konferenz der Kriegsopfer. Der Reichsverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener hielt in diesen lagen im Lehreroereinshaus zu Berlin eine sozialpolilische Konferenz ab, die aus allen Teilen des Reiches außerordentlich stark beschickt war. Die Tagung stand im Zeichen des Protestes zur neuesten Abänoerung des Rcichsversorgungsgeselzes, mit welcher alle Wünsche und Forderungen der Kriegsopfer an Hand der vom Reichsfinanzministerium zur Verfügung gestellten Summe sich wund gelaufen haben. Die vorgenommenen Rentenaufbesserungen wurden mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse als höchst unzureichend angesprochen, um so mehr, als gerade die Renten der Schwerbeschädigten in ihrer geringen Aufbesserung nicht einmal den Ausgleich gegenüber der Verteuerung des Lebensunterhaltes bringen. Mit Rücksicht auf die seit dem 1. August in den Ländern eingetretenen und weiter zu erwartenden Mietzinssteigerungen wurde eine weitere Erhöhung des allgemeinen Teuerungszuschlages gefordert. 3m Mittelpunkt weiterer Erörterungen stand das Schwerbeschädigtengesetz und bas Gesetz über das Verfahren in Versorgungssachen, hierbei wurde von der Konferenz die Forderung formuliert, daß neben der Beseitigung der diesen Gesetzen anhaftenden Mängel vor allem die durch die Personalabbau- Verordnung vom Jahre 1923 geschasfenen Verschlechterungen auf dem Gebiete der Schwerbeschädigtenfürsorge und des Verfahrens in Versorgungssachen restlos auszumerzen sind. Die Lage in China. Poftbeamtenftrcik in Schanghai. London, 17. Aug. lWTB.) Rach privaten Meldungen aus Kanton sind ungefähr 3000 Ballen Rohseide und 500 Ballen Seideabfälle nach Schanghai verladen worden. Es wird angenommen, daß ungefähr 80 Proz. aller Seidenfirmen zeitweilig ihr Geschäft nach Schanghai verlegen werden. Sozialistische Agitatoren in Kanton sotten erneut gegen die Ausländer und gegen den Handel mit Hongkongs agitieren und ferner für die Konfiskation des Privateigentums eintreten. Angefähr 2000 Postbeamte sind heute in den Streik getreten. Sie verlangen eine wesentliche Erhöhung der Gehälter, Anerkerinung ihrer Gewerkschaft durch die Behörde, sowie andeveRechte. Die zunächst ebenfalls gestellte Forderung, datz von Ianuar 1926 an nur noch Chinesen im Postdienst angestellt werden dürfen, wurde später zurückgezogen. Einige Streifend haben einen chinesischen Geheimpolizeibeamten angegriffen, der zur Waffe griff und einen Kuli erschost. Der Po- lizei gelang es, die Ordnung wiederher-ustellen. Eine Abteilung Marinesoldaten vom englischen Kreuzer „Concorde" bewacht die Postgebäude. Der Vorsitzende des Allgemeinen Arbeiter-Verbandes erklärte gestern, daß die Arbeiterschaft mit den Abmachungen über die Wiederaufnahme der Arbeit in den japanischen Spinnereien nicht zufrieden seien. In einer Versammlung wurde beschlossen, daß die Arbeiter erst dann wieder in die Fabriken zurückkehren wollen, wenn sie für den Lohnausfall während des Streikes in voller Höhe entschädigt würden. Ferner wurde ein Lohnerhöhung von 10 Proz. gefordert. Kleine politische Nachrichten, Die saarländische Dergwerksdirektion hat die französischen Saargruben angewiesen, daß jedem Bergarbeiter, der an dem Streik in den letzten Wochen teilgenommen hat, 2'/r Schichten gestrichen werden. König Feisal von Mesopotamien ist in London eingetroffen. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß sein Besuch weniger der Konsultierung eines Londoner Arztes, als den kommenden Verhandlungen über das M o s s u l g e b i e t auf der Völkerbundstagung in Genf gilt. „Der Weg zur Freiheit". Die Iuli-August-Auminer des Mitteilungsblattes des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände „Der Weg zur Freiheit", bringt uns diesmal wiederum wertoolle Aufsätze über das Urteil ausländischer Autoren zur Kriegsschuldfrage. Es wird vor allem auf Tteu- erscheinungen von Boghitchewitsch. Margueritte und Ewart hingewiesen. Das Werk des serbischen Diplomaten Boghitchewitsch „Les Causes de la guerre" läßt mit besonderer Klarheit die Beziehungen zwischen Serbien und Rußland erkennen. Es zeigt, wie Rußland seit langem die Angriffe Serbiens auf die Donaumonarchie begünstigt hat und unterstützte. Victor Margueritte behandelt in seinem Buche „Les criminels" vor allem die französischen Beziehungen vor dem Kriege, die auch nach seinem Urteil zur Weit' lataßrophe führen mußten. Demgegenüber wird die Friedensliebe Deutschlands von Margueritte zu verschiedenen Malen festgrstellt. Reges Interesse verdient außerdem das Weitt des kanadischen Richters John S. Swart, „The roots and causes o? tije war". Erwähnt sei ferner eine scharfe Kritik des berannten englischen Ar- beitersührers Henderson über den Sicherheitspakt. Aus aller Welt. dcr Fluglinie London — Amsterdam — Frankfurt — München. Die Fluglinie London—Amsterdam wurde am Dienstag zum erstenmal durch Deutschland geführt. Die Linie verläuft von London nach Amsterdam über das Ruhrgebiet (Flugplatz Dorsten), von hier nach Frankfurt a. M. und endet in München. Den englisch-holländischen Teil übernimmt, wie bisher, die Imperial A i r w a y Company mit englischen Flugzeugen, der holländisch-deutsche Teil wird non Dreischraubenflugzeugen durchgeführt, die unter schwedischer Flagge fliegen. Diese Einrichtung hat den Vorteil, daß vom Ruhrgebiet aus der direkte Flugweg über das besetzte Gebiet genommen werden kann. Punkt 3 Uhr nachmittags tMf das erste Junkers-Großflugzeug in Frankfurt ein, startete flugplanmäßig, mit sechs Personen be- tsetzt, noch München. Es ist dies zum erstenmal, daß rcm solches Großflugzeug in regelmäßigem Verkehr »den Frankfurter Flughafen berührte. \ Vcände. In einem Hause der Alleestraße in Berlin ist ein Dach st uhlbrand ausgebrochen, der sich rasch ausbreitete und auf die obersten Stockwerke 1 Übergriff. Die Feuerwehr ist noch mit den Löscharbeiten beschäftigt. (Eine Frau, die im Dachgeschoß tätig war, erlitt schwere Verbrennungen. Man vermutet Brandstiftung. Im Dorfe Kirchwege im Kreise Uelzen ent’ ' stand durch zwei vierzehnjährige Jungen, die mit Streichhölzern spielten, ein Feuer, das allmählich auf eine Reihe Gebäude Übergriff. Acht Familien sind obdachlos. Der Schaden ist sehr bedeutend. * In vergangener Nacht ist in Cösen (Anhalt) die am Bahnhof liegende Leidsche F a ß f a b r i k durch ein verheerendes Großfeuer vollständig ein» geäschert worden. 8000 zum Versand bereit liegende Zementfässer sowie sämtliche Anlagen und Maschinen wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer wird auf einen verbrecherischen Racheakt zurück- geführt. * In Hirschberg ist die Borrmann mühle in der Nacht vom Sonntag auf Montag bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Der gesamte Gebäudekomplex wurde ein Raub der Flammen. Den umfangreichen Sicherungsarbeiten der Feuerwehr gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf die umliegenden Gebäude zu verhindern. In dem Fischerdorf Großgarde im Kreise Stokp, das schon vor Jahren durchs ein Groß» feuer fast vollständig eingeäschert wurde, vernichtete ein neuer Brand 19 Häuser. 21. Familien mit insgesamt 120 Personen sind obdachlos. Der Schaden ist sehr groß. Auf der Nordseemsel Amrun wütet ein heftiges Feuer. In Nordorf sind bisher 19 Häuser den Flammen zum Opfer gefallen. Infolge des starken Sturmes breitet sich dos Feuer immer weiter aus. tzprengunglück. In einem Steinbruch bei Herdecke (Westfalen) ging bei einer Sprengung eine Dhnamit- ladung zu früh los. Der Schießmeister und <ün Arbeiter wurden von umherfliegenden Steinstücken getroffen und waren auf der Stelle tot Durch Blitzstrahl getötet. Auf dem Sportplatz Iosephsdorf bei K a t t o- wih schlug am Samstag nachmittag während eines Fußballspiels der Blitz in eine Gruppe von Spielern. Ein Spieler wurde sofort getötet. Fünf andere Spieler erlitten schwere Verletzungen. Zwei Tote bei einem INolorradunglück. In der Nacht zum Montag ereignete sich in Schildesche bei Bielefeld ein schweres Mo- torardunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer I fielen. Der Kaufmann Hü11emann fuhr mit | einem Fräulein Schmitz in rasender Geschwindig- Icit gegen einen Stilometerftein. Die Begleiterin war sofort tot. Hüttemann starb nach kurzer Zeit. Der Kilometerstein wurde glatt abgebrochen, das Motorrad vollständig zertrümmert. Mord oder Selbstmord? In der Nähe des Ostseebades Müritz wurde an der Küste von Ausflüglern eine männliche Leiche gesunden. Der Tote, der in einer Blutlache lag, wies schwere Schußverletzungen am Kopse auf. (Er war lediglich mit einem Badeanzug beileidet. Die Kleidungsstücke des Toten lagen zerstreut umher. Aus ihrem Befund ist zu schließen, daß sie nach Wertsachen untersucht worden sind. Es besteht noch keine Sicherheit darüber, ob es sich um einen Mord oder um einen Selbstmord handelt. Ebenso konnten die Personalien des Toten bisher noch nicht feftgestellt werden. Selbstmorhepidemie in Berlin. Die Selbstmorde in Berlin haben einen e r - schreckenden Umfang angenommen. So haben sich gestern in der Reichshauptstadt aus den verschiedensten Gründen a ch t Personen das Leben genommen. Hierzu kommen noch sechs Selbstmordversuche. Ein Lastauto von einem Zuge zertrümmert. Die „Voss. Ztg." meldet aus Landsberg an der Warthe: Das Lastauto des Gutes Liebenow, auf dem sich Arbeiter des Gutes befanden, wurde bei dem Bahnübergang an der Hohenwalder Straße von einem Personenzug erfaßt und zertrümmert. Zwei Arbeiter erlitten lebensgefährliche Verletzungen, während die übrigen und der Chauffeur mit leichteren Verletzungen davon kamen. Gartenbouwoche Nordhaufen. Die am Südrande des Harzes romantisch gelegene Stadt Nordhausen veranstaltet in der Zeit oom 12.—20. September d. I. eine (Gartenbau- woche, verbunden mit einer Gartenbauausstellung. Die Cholera in Schanghai. Nach Haoasmeldungen aus Schanghai macht die Choleraepidemie, die seit einigen Tagen dort aus- gebprfjen ist, r a s ch e F o r t j ch r i t t e. Man meldet 50 neue Todesfälle, und jeden Tag nimmt die Zahl der Erkrankungen _ßu. Bis jetzt find nur Chinesen von der «seuche befallen worden. Dec Eucharistische Kongreß. Der Eucharistische Kongreß in Speyer erreichte am Sonntag feinen Höhepunkt, und zwar in dem Kongreßtag der Manner. Nach dem feierlichen Einzug der Kirchenfürsten um 110 Uhr vormitags hielt Erzbischof F r i tz - Freiburg die Männerpredigt, an welche sich das Pontifikalamt des Kardinals Erzbischof Dr. Faulhaber anfchloß. Nach verschiedenen Änfp7:'chen von Erzbischöfen und Domkaplanen ocii^gie sich gegen 9 Uhr abends ein Lampion- z ii g >sr Sänger zum Domplatz, wo den anwesenden Kirchenfürsten eine begeisterte Huldigung dargebracht wurde. Dabei hielt Etadtrat Frank an die anwesenden Kirchenfürsten eine Festansprache. Nach herzlichen Dankesworten des Kardinals Erzbischof Dr. Faulhaber fand alsdann die Beleuchtung der Basilika statt. Der dritte Sag des Eucharistischen Kongresses war den Kindern gewidmet, an die der Bischof von Mainz eine Ansprache richtete. Den Abschl' ß des Kongresses bildete öie Schluß- Predigt des Bischofs von Speyer Dr. S eb a stian. der in seinen Ausführungen seinen Dank allen denen aussprach, die durch ihre Teilnahme an dem gewaltigen Gelingen dieses gewaltigen Festes mitgewirkt haben. Gleichzeitig tagte hier das Kartell der katholischen Studentenvereinigungen Deutschlands, das seinen Ferienkvmmers hier abhielt, in dessen Verlauf u. a. Kardinal Dr. Faulhaber- München zu längeren Ausführungen das Wort nahm. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. August 1925. Ein Skanda!. Langsam schmückt sich die Stadt. Die grauen Flächen der Häuser werden lebendig, und der Sinn manches Bauwerkes wird wieder klar durch die Farben, die Gliederung und Rhythmus in die alte Bauten bringen. Eines der schönsten Häuser Gießens ist heule nach seiner Wiederherstellung das Lagerhaus der Firma Gustav Geisse in der Kaplansgasse. Die Wände tragen als Schmuck das Bild einer Kaffeeplantage, in der sich drei Figuren, Reger und Negerin, bewegen. Das Gemälde, von Professor Velten 'Darmstadt) entworfen und von Kunstmaler Gumschmann (Darmstadt) ausgeführt, ist nun in der Nacht von Samstag zum Sonntag in der übelsten Weise verunziert worden. Mit einer eisenbeschlagenen Stockspitze hat man die Körper der Figuren an Brust und Lenden zerkratzt und dabei auch die Wand derartig beschädigt, daß an eine unbemerkbar bleibende Wiederherstellung des Bildes nicht gedacht werden kann. * Man schreibt uns dazu: Unsere ganze Stadt hat das größte Interesse an der Erhaltung und Wiederherstellung der noch vorhandenen alten Bauten. Nach langer, trauriger Zeit mangelnden Kunstsinnes und mangelnder Ehrfurcht vor dem Alten erwacht jetzt glücklicherweise wieder das Gefühl für die Schönheit unserer alten Häuser, und mancher Bürger sucht seine Ehre darin, durch die Wiederherstellung seines Eigentums in der ihm von den Vorfahren verliehenen Form unsere Stadt zu verschönern und ihr das frühere malerische Aussehen wiederzugeben. Gerade im vorliegenden Falle, in dem es sich um ein Haus in unmittelbarer Nähe der Hauptverkehrsstraße handelt, hat der Besitzer keine Mühe und keine Kosten gescheut, etwas ganz (Eigenartiges wiedererstehen zu lassen. (Eine Veränderung, die die Fassade des Hauses in früherer Zeit erfahren hat und die nicht gut wieder beseitigt werden konnte, hat er durch die Hand vortrefflicher Künstler zu einem besonderen Zierstück gestaltet. Und nun ist solch ein Bubenstück sein Lohn! Wenn so etwas möglich bleibt, muß da nicht anderen die Lust vergehen, dem Beispiel jener schönheitsfrohen Hausbesitzer zu folgen? Sollen wir deshalb darauf verzichten, unserem Gießen sein altes Aussehen wiederzugeben, das es ebenbürtig in die Reihe anderer altertümlicher deutscher Städte stellt und den Fremden zum Besuch anregt? Baumfre - uel wird schwer bestraft, dieser Frevel am Kunstdenkmal verdient mindesten die gleiche Strafe, denn er vernichtet unersetzliche volkserziehe- rische Werte. Schnilterlied. Nun rauscht die Sense durch die starren hohen Halme, die ihre goldnen Aehren schwer hängen lassen. Braune Fäuste halten im Ernteschweiß den Holzgriff der sausenden Sense; eine Schwade wird neben die andere gebettet, grell blitzt die Sommersonne auf die weißen Kopftücher der Frauen, die rasch und geschickt die Kornmandel binden und aufrichten. Am Wege dengelt einer seine Sense auf einem Stein, weil sie schartig wurde. Das ist das schöne Bild, das man heute noch so oft antrifft, wenn man draußen auf den Feldern ist. Es ist ein Stück Romantik dabei, Poesie und Wohllaut gesunder Kraft. Ein Lied entströmt dem Schwung der Sense. Niemand hat es in Noten gebracht, und doch klingt es. Ich stehe und lausche und kann erst die Worte nicht hören, aber dann höre ich doch etwas wie kurze Sätze heraus und endlich ergibt sich ein Sinn: „Wir stehen hier, schwingen die Sense und bündeln das Korn. Ihr wißt nichts davon, was es heißt, in kalten Frostboden den Pflug vom trägen Stier Vorwärtsrücken zu lassen, bis die Scholle gebrochen ist; dann zieht die Egge darüber, und wir streuen die Saat aus. Ihr wißt auch nichts davon, wie frei es in der menschlichen Brust wird, wenn man Saat auswirft und in die Furche senkt, damit das Brot wächst, das uns alle nährt. Dann kommt die heiße Sonne, wir bücken die braunen Nacken und jäten das Unkraut. Wenn die schwarze Wolke am Horizont aufsteigt, zittern wir vor Hagel und Ueberschwemrnung. Aber endlich wird das Korn weiß und goldig. Dann geht die Sense zu Feld, wippt freudig auf unserer Schulter, und die Lerche singt Psalm um Psalm. Schön ist das Leben des Landmanns!" Ich höre das Lied. Ist es ein Lieö oder war es nur der Sensenschnitt, vermischt mit dem Jubilieren der Lerchen am blauen Himmel? Fast meine ich, es wäre schön, wenn auch ich ein Landmann wäre; aber hart. Drüben den Feldweg entlang schwanken die hohen Wagen und jenseits des Weges, da mähen sie mit Maschinen. Sie werden das große Feld früher leer haben, als meine braunen Schnitter ihren kurzen Plan, aber nicht klingt aus den Maschinen das Schnitterlied, so froh und leicht; es summt und surrt, schlägt und malmt, reißt und zerfetzt, schlingt und hastet. Deine Melodie war mir süßer Labsal, fröhliches Erntelied arbeitsgebeugter Schnitter! Gießener Wochenmarktpreise. Dom 18. August (Händ.'erpreise). Es kostete das Pfund: Butter 220 bis 230 Pfennig, Matte 35, Käse 65, Wirsing 25, Weißkraut 15, Rotkraut 25, rote Rüben 10, Spinat 40, Tomaten 30, Kartoffeln 6, Rhabarber 15, Mirabellen 40 bis 50, Pfirsiche 80, Zwetschen 35, Frühäpfel 25 bis 30, Falläpfel 5 bis 8, Birnen 30 bis 80, Reineklauden 40, Weintrauben 60, Preiselbeeren 50, Bohnen 25 bis 30, Römischkohl 10, Zwiebeln 20, Pilze 30, Brombeeren 50; das Stück: Oberkohlrabi 15, Salatgurken 30 bis 60, Einmachgurken 3 bis 5, Salat 10 bis 20, Blumenkohl 20 bis 140, Rettich 20 bis 30, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Tauben 70 bis 80, Endivien 20, Eier 15 bis 16; das Bund: Radieschen 15, gelbe Rüben 20 Pfg> * ** Das O-Zug-PaarO 7-7/78 bleibt erhalten. Die nur bis zum 31. August 1925 planmäßig vorgesehenen D 77 Frankfurt bis Altona, Gießen ab 10.18 nachm. und D 78 Altona— Frankfurt, Gießen ab 5.42 norm, werden wegen guter Besetzung noch bis zum 30. September 1925 gefahren. ** Fristverlängerung für Erstat- iung von Lohn steuern. Nach dem Steuer- überleitungsgesetz können Lohnsteuerbeträge aus dem Jahre 1924 in den Fällen teilweiser Derdienst- losigkeit bei Krankheit. Unglücksfällen usw. a u f Antrag erstattet werden. Die 2lnträge wären bis zum 31. Juli 1925 einzureichen. Durch das neue Einkommensteuergesetz ist die Frist bis zum 31. Dezember 1925 verlängert worden. Anträge, die wegen der Versäumnis der ursprünglichen Frist ab- gclehrtt worden sind, können jetzt erneut eingereicht werden. ** Der vermißte Schüler Ern ft Rühl hat sich wieder eingefunden. Er war zu Verwandten in Oberhessen gewandert, welche nach seinem Eintreffen seine hier wohnhaften Eltern benachrichttgten. " Gleiberg-Verein. Es sei an dieser Stelle nochmals auf das am Sonntag, dem 23. ds. Mts. auf der Burg Gleiberg ftattsindende Gleiberg-Sommerfest aufmerksam gemacht. Tie Burgruine Gleiberg ist ein beliebter Ausflugsort, nicht nur der Anwohner unserer Stadt. Aber wie vielen unserer Bürger ist die Existenz des Gleiberg-Vereins noch nicht bekannt, wieviel von ihnen wissen noch nicht, daß die Burgruine Eigentum des Gleiberg-Vereins ist, dessen Ziel und Zweck die baullche Unterhaltung des ehrwürdigen Zeugen vergangener besserer und auch unglücklicherer Jahrhunderte ist. Das Sommerfest ist als ein Werbetag gedacht, der dem Gleiberg-Verein aus allen Bevöllerungsschichten neue Mitglieder zufuhren soll, damit ihm sein ideales Ziel, die Erhaltung der Burgruine, durchzuführen auch finanziell möglich ist.~JSiehe Anzeige.)________ _ „A us der Jugendzeit klingt ein Lied" (im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße). Eine Jugendzeit rollt hier in prächtigen Bildern an unseren Augen vorüber: Bilder aus den Tagen seliger Kinderzeit mit ihren Freuden und kleinen Leiden, dann die Jahre der reiferen Jugend, der erwachenden Sehnsucht — der ersten Liebe goldene Zeit. Und nun das große Leid: Kummer und Schmerz über enttäuschte Liebe. Die Handlung steigert sich dramatisch und fällt zum Schluß langsam ab. Der Film zeichnet sich durch besonders guten szenischen Aufbau aus. Auch bie Leistunge^ der Darsteller verdienen Lob, alles in allem: ein 'Derk, das auf einem beachtenswerten Niveau steht. Herr Curt Richter, der den Film durch entsprechende Lieder begleitete, erntete lebhaften Beifall. Zwei weitere kleine Lustspiele vervollständigen das sehenswerte Programm. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Uhr „Der Hochtourist". — Bauer- scher Gesangverein 8'Tlhr „Stadt Cassel" Zusammenkunft. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Aus der Jugendzeit". 'Wettervoraussage. Rördlichc bis westliche Winde, stärker bewölkt, kühler, vereinzelt Regenfälle Morgen- nebe . 2vs Tiefdruckgebiet über Sianöinaoicn und Finnland hat weiter an Stärke und Ausdehnung zugenommen. Seine Ausläufer reichen bereits bis nach Mitteldeutschland hinein. Durch sein weiteres Vorrücken nach Südosten fomir.cn wir mehr und mehr auf seine Rück,eile und müssen mit vorübergehenden Störungen rechnen. Später langsame Beiierung der Wetterlage. Gestrige Sagesremperaturen: Maximum 22 Minimum 9,5 Grad Celsius. • ' v.VuiX :-: v>■:. U:u. Leihgestern, 17. Aug. Unter Beteiligung der ganzen Gemeinde wurde hier auf Anregung des Ausschusses für Volksbildung und Jugendpflege am Sonntag eine Saufen b?aJj.r feier für die Rheinlande veranstaltet. Im Mittelpunkt der Feier stand eine Ansprache des Kreisschul- rates Fischer-Gießen, die nach einem wertvollen geschichtlichcn Rückblick die hohen Ziele zeigte, denen das kommende Deutschland zu- streben^ möchte. Die Rede war umrahmt von meisterhaft gefangenen Rheinliedern der hiesigen Gesangvereine und wirkungsvoll vorgetragenen Gedichten. Die in allen Teilen wohlgelungene Feier fand den lebhaftesten Beifall der zahlreichen Teilnehmer. Bettenhausen, 17. Aug. Bei der am Der» vergangenen Sonntag. 9. August, stattgefundenen Beigeordnetenwahl, die unter sehr reger Wahlbeteiligung stattfand, wurde der LandwirtHeinrich Ruckel mit 114 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat Hrch. Mathes I. erhielt 104 Stimmen. — Lauter, 17. Aug. Bei der hiesigen Dei» geordnetenwahl wurde der bisherige Beigeordnete Heinrich Mahr von 161 Wählern einstimmig wiedergewühlt. Wahlberechtta.t waren 309 Personen. i. Ettingshausen, 17. Aug. Der gestrige Sonntag brachte uns die W e i h e unseres Kriegerdenkmals. Zwar besitzt dw Gemeinde schon ein solches in fr:r tzurch den Kirchenmaler Velte-Rieder-Ramstadt künstlerisch hergestellten Ramenstafel. die in unserer alten, schönen Dorf- kirch? angebracht ist, aber es blieb der Wunsch lebendig, auch ein steinernes Denkmal auf einem öffentlichen Platze zu errichten. Rach langen Verhandlungen einigte um sich auf den Kirchenplah. den alt-n Frisches als Ausstellungsort. Freiwillige Arbeitskräfte hatten sich zur Verfügung gestellt, diesen würdig herzurichtcn und ihr?r fleißigen Arbeit wie auch der umsich- tigen Tätigkeit des Bürgermeisters O p p e r gelang es, im Laufe einer Woche den Platz für seinen Zweck zuzubereiten. Zu der Weihefeier waren vom Kreisamt und dem Kreisbauamt als Vertreter Oberregierungsrat Dr. Heß und Oberbaurat Cellarius erschienen, ilm 2 Tlhr stellte sich an der Schule ein stattlicher Festzug auf. An feiner Spitze marschierte der Posaunenchor von Klein-Linden unter Leitung seines Dirigenten Johannes Germer. Rach Ankunft auf dem Denkmalsplahe folgte auf ein Eingangsstück des Posaunenchors ein Ehor unseres Gesangvereins Concordia, der zeigte, wie er unter der zielbewußten Leitung seines neuen Dirigenten, Lehrers Simon, in gutem Aufschwung begriffen ist- Als Vertreter der Kreisbaubehörde übergab Oberbaurat Cellarius das Denkmal der Gemeinde. Er gab dem Bedauern Ausdruck, daß Regierungsbaumeister Schneider, der sich um das Zustandekommen des Werkes große Verdienste erworben hatte, durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, und erläuterte das Denkmal, zu dessen Besitz er die Gemeinde beglückwünschte, den Schuh der Gemeinde übernommen und den Hierauf wurde es von Bürgermeister Opper in Stellen, die ihre Arbeit in dey Dienst der Denkmalsfache gestellt hatten, herzlicher Dank gesagt. Rach dem „Riederländischen Dankgebet" folgte die Weiherede durch den Ortspfarrer, der das Wort Psalm 126 Vers 5 „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten", das auch auf dem Denkmalssockel als Inschrift steht, zu Grunde lag. Rach den Weiheworten folgte die Verlesung der 20 Gefallenen und Mädchen aus den Familien der Angehörigen legten Eichenkränze mit Schleifen, auf denen die Ramen der Gefallenen und die Widmung durch die Gemeinde zu lesen waren, am Denkmal nieder. Dazu Hang aus der nahen Kirche der Choral „Jerusalem, du hochgebaute Stadt", den Lehrer Römer aus Münster auf der Orgel spielte. Als Vertreter frer Kriegsteilnehmer sprach Förster Philipp Keil. Rach dem Lied „Ich hatt' einen Kameraden" folgte die Kranzniederlegung durch die Kriegsteilnehmer. Auch der Gesangverein und der Radfahrerverein widmeten ihren gefallenen Vereinsbrüdern Ehrenkränze. Mit Gebet, Segen und einem Gemeindelied endete die stimmungsvolle Feier, die in den erweiterten Rahmen eines Gottesdienstes eingespannt war, nachdem der Kriegerverein noch eine Ehrensalve abgegeben hatte. Verschönt wurde dieser Gottesdienst noch durch Aufsagen passender Gedichte und durch einen Sprechchor der Mädchen. Das Denkmal selbst ist das künstlerische Werk des Bildhauers Arn old in Allendors (früher in Beuern). Der Entwurf fand von kunstverständigen Be- urteilern größte Anerkennung. Auf einem gewaltigen Sockel sieht man eine sitzende Frauengestalt in weit über Lebensgröße, die schützend ihre Hände über das Kindlein in ihrem Schoße hebt. Besonderer Dank gebührt Regierungsbaumeister Schneider für die wertvollen Anregungen, die er im Laufe der Jahre bei unserer Denkmalssache gab Zur hohen Ehre gereicht auch der Hungener Steinmehfirma Werner die Arbeit, die sie an der Herstellung unseres Denkmals leistete. Möge dieses selber stets ein ©nnnerUngarn al an die Kriegsopfer, aber auch ein ernstes Mahnmal an unser Geschlecht und au die kommenden Generationen sein. Streid Friedberg. Zi Bad - Rauheim. 15. Aug. Der Kreisverein Friedberg des hessischen Hebammenverbandes beging heute hier die Feier seines 20jährigen Bestehens und verband damit die Ehrung einer großen Zahl von verdienstvollen Jubilarinnen. Die 86 Hebammen des Kreises Friedberg wohnten der festlichen Veranstaltung nahezu geschlossen bei, außerdem waren zahlreiche Gäste anwesend, darunter Vertreter der Behörden, des hessischen Landesverbandes, der Unter den Aus -ehändtgt toeiöen tonnten. rauen, die gezeichneten befinden sich mehrere Amalie Ngoso Witwe, Schillerstraße 2j. Für 1 Reichsmark Henkels Bleich- u. Waschmittel alle gangbaren Breiten auf Lager WWUWWWWW Wasche mit Luhns Verantwortlich für den lokalen Teil: i. V. Ehrhard Eoers. gibt schneeweiße Wäsche spart Seile und ersetzt die Rasenbleiche Völlig unschädlich. — OHNE CHLOR Kreis Büdingen. nb. Aidda. 15. Aug Der Hauptlauf 11 vom HermannSlaus der Deutschen Turner- schofl kam heute nachmittag pünktlich 6 30 Uhr hier durch. Ec war bei Hos Konrads dors von dem Bezirksvertrelec l^olf u.cd dem Vorsitzenden des biefigen Turnvereins. Dr 5rih Koch, übernommen und bis Hof Grab geleitet worden. Diese Strecke wurde von biefigen und Turnern ter Aachbarvereine gelaufen. 3n den Straften hatte sich eine grotze Menge Zuschauer angefammelt. Kohden, 17. Aug. Gestern fand hier die Deigeordnetenwahl statt, wobei Landwirt und Gemeinderatsmitglied Heinrich UbI IV. mit 148 Stimmen gewählt wurde. Aufter ihm erhielten noch 6 Frauen zusammen 12 Stimmen. Der seitherige Beigeordnete Ludwig Merz hatte auf eine Wiederwahl verzichtet Er belleibete das Amt 15 Jahre. Kreis Schotten. A Ober-Schmitten, 17. Aug Hier Turnen, Sport und Spiel. FutzbaU-LoKaltreffen. Epielvereinigg. 04 Glesien—1900 Gießen 1:5 (0:4). Während 19003 Mannen sich in dieser Saison das erste Mal dem Publikum zeigten, hatte 04 bereits am vergangenen Sonntag in Marburg gegen den dortigen B. f. D. einen adbli-nggcbie* tenben 4. 3-Sieg erfochten. Dor einer für heutige Verhältnisse ganz ansehnlichen Zuschauermenge kreuzten obige Vereine am letzten Sonntag in Gesellschaftsspielen b:e Klingen Den Beigen eröffneten die reichlich d rch Ersatz geschwächten und stark verjüngten Ligareservemannschasten. Aach beiderseits recht mäßigen Leistungen endete das Spiel mit 1:0 (1:0) für 1900. Sodann betrat die Jugend den Aasen. 19008 mehrjährige Jugend- Meisterschaft zeigte sich auch dieses Jahr von der besten Seite. Der Erfolg systematischen Trainings! Mit 9:0 (4:0) wurde der vorjährige Tabellenzrveite nieberge!entert Alles Prachttore, dazu viele Lattenschüsse und wunderbare Kampfmomente am Spielvcreinigungs-Tor. Mit Bangen sah man dem Hauptkampfe des Tages, dem Spiel der Ligamannschaften, entgegen. Die Mannschaften standen: 04: Wißmar: Schneider. Feutzec: Deidt. Solch, Schmidt: Weber, Offenbacher, Pink, Stahl und Conrad. 1900: B. Will: Muhl, A. Jung: Cochem, Kümmel. Höhn. H. Bieler, Glitsch, F. Bieler, Aohn und Frischmann. Cs sei gleich vorweg gesagt, die körperlich Der einzige Erfolg von 04 war ein Eigentor eines Verteidigers 1900s, dem ein Eckball vom Fuß ins Tor sprang. Beim Stande von. 5:1 für 1900 wurde das Sviel recht derb. 04s Mittelläufer wird vorn Feld verwiesen, ein anderer ging freiwillig, so daß man schließlich froh war, als der Schlußpfiff ertönte. Die Rhönsegelflüge. Dasserkuppe, 17. Aug. (WTB.) Infolge des günstigen Wetetrs entwickelte sich heute eine rege Flugtätigkeit. Glarner und Martens vollbrachten auf „Mar" und „Moritz" herrliche Flüge. Auch Espenlaub erschien mit seiner „Nr. 5". Pegel startete auf „Deutschland". Zetelbach auf „Margarete". Die Danziger Akademische Fliegergruppe lieft ihre zweite Maschine durch Seiler-Liegnitz einfliegen. Neuer Sieg Peltzers tu Norwegen. Dr. Peltzer ist von Oslo, wo er die deutschen Farben so hervorragend vertreten hat, nach Ber - unseres Dorfes geriet ein in Fahrt Auto in Brand und brannte Gif enteile vollständig aus. der Aähe bei', übliches Das am von vielen 1 komplettes Herrenzimmer oder 1 komplettes Schlafzimmer oder 1 Motorrad, Fahrräder, Näh maschinen usw. 77430 können Sie gewinnen b.d.Volkshallenbaulotterie Ziehung am 15. September 1925. und nach Schotten hat in letzter Zeit beängstigende Formen angenommen. Solange wir noch feine Autostraßen besitzen, wäre der Gedanke erwägenswert, den Sonntagsvertcbr für Autos vnb Motorräder ganz zu sperren oder wenigstens stark einzuschränken. A i e b c r 0 c c m c n, 16. Aug Da die am 14. Juni stattgefundene Bürgermeisterwahl seitens des Kreisamtes Schotten für ungültig erklärt worden war. fand heute eine nochmalige Wahl statt. Aus dieser Wahl ging der seitherige Bürgermeister Haumann mit einer Stimme Mehrheit als Sieger hervor. Streik Alsscld. Alsfeld, 17. Aug. Am gestrigen Sonntag sand hier die Bersassungsfeier statt, zu der Kreisamt und Bürgermeisterei Alsfeld die Einladung hatten ergehen lassen. Die Begrüßungsansprache hie't an Stelle be* in Urlaub weilenden Kret Direktors Aegierungsrat Strack, der die Festteilnehmer herzlich willkommen hieß. Aach einem Lhor des Gesangvereins ..Eintracht" hielt Pfarrer W 5 rris - Höfer, Aieder-Gemünden, die Festrede, die in ein Hoch auf das deutsche Vaterland ausllang, dem das Deutschlandlied folgte. Alsdann folgten sportliche Darbietungen der Sportvereine und Gekangsvorträge, die der Feier einen würdigen und stimmungsvollen Aahmen gaben. Starkenburg itn R n» Hessen. Darmstadt, 17. Aug. Die sechs größten Elektrizitätswerke in Hessen, in Darmstadt, Mainz, Offenbach, Friedberg, Groß-Gerau und Worms, haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschloffen, um in allen wirtschaftlichen und Preisfragen geineinsam vorzugehen. -!- Offenbach, 13. Aug. Nachdem 1841 in Meißendie erste freiw. Feuerwehr in Deutschland gegründet worden war, folgte 1845 Offenbach als zweite deutsche Stadt mit einer gleichen Organisation. Seitdem hat das Feuerwehrkorps eine ruhmreiche Geschichte zu verzeichnen. Innig verflochten mit den Geschicken der Stadt, hat die freiwillige Feuerwehr, von bescheidenen Anfängen mit der Entwicklung der Technik fortschreitend, > nützlich das Feuerlöschwesen auf eine hohe Stufe der Leistungsfähigkeit gebracht. 1901 wurden sechs Handdruckspritzen durch eine Dampfspritze ersetzt, 1903 wurde die erste elektrische Automobilrettunasl?st?r der Welt in den Dienst genommen, und 1906 folgte ein elektrischer Automobil-Mannschafts- und Ge- räteroagen. Nachdem die Hochdruckwafserleitung in der Stadt eingerichtet worden war, konnte man die Dampffpritze 1913 ausrangieren. In stetem Streben nach Vervollkommnung schaffte die Stadtverwaltung fortgesetzt die besten Löschgeräte an, als deren vor- zügllchstes zu Beginn dieses Jahres eine nach den neuesten Erfahrungen eingerichtete Motorspritze genannt werden kann. Auch das Feuerwehrnachrichten- •) 'Pneumette, die weltbekannte pneu- malische Fußstütze, ist die beste Schuheinlage gegen Uebermübung und Senkfuß. Unsere Leser seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Pneumette an jedermann 8 Tage zur Probe und mit halbjähriger Garantie abgegeben wird bet der Firma Schuhhaus Metropol Seltersweg 19. 20294 nahezu ein halbe. Jahrhundert ihren verantwortungsvollen Beruf ausüben und auch heute noch als Greisinnen tätig sind. Bab- Aauheim. 16. Aug. Der heutige Sonntag war wieder ein Großverkehrstag erster Ordnung für untere Vadeftadt. Der starke Zustrom aus der näheren und weiteren Umgebung wurde vor a lem bedingt durch das Konzert der Saarbrückener Sängergäste auf her Terrasse und dann durch die erste gu ßerc Ver- anftahung in Schwimmen, die im neuen städtischen Sommerbad stattfand. Der Turn- hcicin 1860 haue Schwimmer aus Gießen, Wetzlar, Duyba^ und Friedberg zu einem Schwimmfest eingeladen, das eine außer- gewöhnliche Anziehungslrast _ ausübte Die Turnergäste aus den Aachbarstädten blieben zum Teil noch am Abend hier und wohnten dem Sommernachtsfest bei, das der Turnverein 1860 in feinem Heim veranstaltete. Hebet die Grgebnifle hcd Schwimmsestes, das recht schöne Leistungen bot, werden wir noch berichten. Butzbach, 16. Aug. In der am Samstagabend stattgehabten Stadtverordnetenversammlung wurde Dr. Jansen (Köln) zum Bürgermeister einstimmig (mit Ausnahme von zwei weiften Zetteln) gewählt. Der neue Bürger- meister wurde 1891 in Aachen geboren. Er durchlief da» Gymnasium und trat 1910 in den Dienst der Stadt Köln als Supernumerar ein. In Siöln und Bonn studierte er Jura, bestand die Korn- munalbeamten Diplomprüfung und promovierte zum« Dr. iur. he Aiederflor stabt, 15. Aug. Die Ernte ist beendet, nur vereinzelt stehen noch Grtreidehausen auf dem Feld. Trotz des zeitweise ungünstigen Wetters ist die Frucht durchweg trocken eingebracht worben. Der Kornerertrag ist sehr gut. besonders bei Weizen: Hafer dürfte besser sein. — Der Sauerbrunnen hat bei der heißen Witterung sehr starken Zuspruch AuS den umliegenden Orten wirb baS Wasser auf Karren und Wagen geholt. Obwohl die Quelle in 4 Böhren gefaßt ist, ist ..iS Gedränge am Brunnen sehr groß. Das Dasfer ist stark kohlensäurehaltig und gibt an Qualität den natürlichen und künstlichen Sel- lerswasscrn nicht viel nach. Als die Quelle noch nicht gefaßt war, soll der Kohlensäuregehalt des Wassers bedeutend stärker gewesen sein. Unfer Brunnen ist einer der Säuerlinge, die am Rande des Ginbruchsgebietes vorkommen. Aehnlich: saure Quellen, die nur örtlich bekannt find, gibt es in der nördlichen Wetterau mehrere. Infolge Anlage von Wasserleitungen ist aber manche dieser Quellen versiegt. — Bei dem hier üblichen Bitt zur Schwemme schlug das Handpserd eines Landwirts einen Vorübergehenden so. daß an dessen linker Hand, die er in der Hosentasche trug, die Mittelhandknochen zerschmettert wurden. — Ein Radfahrer rannte an der Aiddabrücke ein ent- gegenfährendes Mädchrn derart a n, daß bei dem starken Anprall beideAäberstartbefchä- d i g t wurden, besonders das Damenrad fast ganz in Trümmer ging. Körperliche Deschädt- sand gestern eine gut besuchte De r - fassungsseier unter freiem Himmel st att. Umrahmt von instrumentalen und vokalen rnusi- lalischen Darbietungen, feierte der Redner des Tages, Parteisekretär Wittig, das Werk der Weimarer Verfassung, das die Hoffnung auf eine lichtvollere Zukunft in sich schließe. Gleichzeitig gedachte er der Ruhrräumung und der Rot der aus Polen ausgewiefenen Optanten. A Rainrod. 17. Aug. In ccn gefahren und hat dort an let d) t a t b l e t i • schon Kämpfen teilgenommcn. Zum zweitenmal gelong es ihm babei. den Amerikaner Dodge über SOG Meter zu schlagen. Der Sieg, in 1:57,4 errungen, war sehr knapp: fein Gegner blieb nur um zwei Zehntel Sekunden hinter Dr. Peltzer zurück. Stevenson schlägt Pclucr im 500 Meter Lanf. Im Verlauf des sich über mehrere Tage erstreckenden internationalen Sportfestes in Oslo wurde am letzten Tage Dr. Peltzer im 500- Meter-Lauf von Stevenson- Amerika, der zusammen mit Ailcv. Osborn u. a. am 13. September beim Internationalen des DSC. startet, geschlagen. Stevenson siegte in 1:05.8. Peltzer lief 1:06,4. Neuer Lchwimtnrekord. Der schwedische Schwimmer Arno Berg hat in Oslo einen neuen Weltrekord ausgestellt, indem er 1000 Meter in der Zeit von 13 Alin. 4,2 Sek. durchschwamm Tagung der Deutschen Tnrnerschast. Jin Anschluß an den f) e r m a n n s 1 a u f der Deutschen Turnerschaft trat der Jnauptan:fd)uft der Deutschen Turnerfchaft in Detmold zu einer zweitägigen Sitzung unter dem Borsitz von Pros. Dr. Berger- 'Berlin zusammen. 'Aus dem Geschäfts, bericht ergibt sich, daß die Deutsche Turnerfchaft nm 1. Januar 1925 insgesamt 1622 367 Mitglieder zählte. Davon waren 1 109 521 Männliche. 160 657 Weibliche und '»52 189 Kinder unter 14 Jahren Die Mitglieder verteilen sich auf mehr als 12 000 Vereine. Er- würde beschlossen, daß das nächste Deutsche Turn fest im' Fahre 1928 in Köln abgehalten werden soll. Die Lchwimni-McifterstHaften der Deutsche» Durnerschast. In diesem Jahre bringt die Deutsche Turnerschaft zum ersten Male in Frankfurt a. M. am 22. und 23. August ihre Schwimm Meister- schaften zum Austrag. Sie werden Zeugnis oblegen von dem gewaltigen Auistieg, den das Turner- schwimmen in den letzten Jahren genommen hat, nicht nur in bezug auf die Leistungen, sondern in noch höherem Maße in bezug auf seine Pflege und Ausbreitung in den Vereinen. Auch die Leistungen sind in ständigem Ausstieg begriffen. Die Zahl her Meldungen ist besonders groß. Insgesamt haben 254 Turner und 78 Turnerinnen 502 Nennungen abgegeben. Unter den Wettbewerben ist das B r u ft < schwimmen mit 47 Meldungen am stärksten besetzt. Zum Hauptspringen ließen sich 45 einschreiben, zum 100-Metcr-Hand-über Handfchwimmen 40. Die Staffeln erhielten durchschnittlich 10 bis 11 Meldungen, die Freistilstaffel für Streife 9. Das Turner- springen wird van 100 Teilnehmern bestritten, auch die älteren Turner beteiligen sich in großer Zahl: bei den Frauen sind im 100-Meler Brustschwimmen nicht weniger als 38 Turnerinnen gemeldet. Zum Hauptspringen treten 17 Damen an. Auch in den Mehrkämpfen ist die Besetzung mit 15 Turnern i nb 16 Turnerinnen erfreulich ausgefallen. Zu den Wasserballspielen haben sieben Mannschaften uc- meldet. Es sind dies: Berliner Ttinrerschafst T:un- nnd Sportverein Halle, Dresdener T. u. Spv. 67, Mannheimer Tv., To. Ulm, To. Malstatt und eine rheinische Mannschaft. Die Teilnahme aus den Streifen sieht den M i 11 e l r h e i n k r e i s mit 80 Schwimmern die Besten Deutschlands an den Start gehen, falen mit 31, Rheinland mit 29 und Brandenburg mit 28 folgen. Auch der Turnkreis Ostpreußen entsendet drei Vertreter. Man wird den Ergebnissen mit Spannung entgegensehen müssen, zumal von den Turnerschwimmern die besten Deutschlands an den Start gehen. Unter den Springern befinden sich viele Namen von Solang, so der oieger vom Deutschen Turnfest in München 1923 Lossagk - Berlin und der Hoch- schulmeister Kossog - Berlin. International c Motorradrennen in (England. Die sechs Tage dauernde internationale Zuver» lässigtettssahrt über 1100 Meilen für Motorräder hat in Anwesenheit einer großen Menschenmenge in Southampton ihren Anfang genommen. U. a. beteiligen sich an dem Rennen 11 Deutsche, 7 Holländer, 3 Norweger, 63 Engländer und 3 Australier. Der deutsche Teilnehmer Behr auf seinem Leichtmotorrad hatte nach Zurücklegung einer Strecke von 35 Meilen einen Unfall, bei dem das Rad derartig beschädigt wurde, daß er gezwungen war, auszu- scheiden. Prima naBgeftremte letnleöet-Iteiönemen Liebigshöhe Mittwoch nachmittag 4—7 Uhr Farn Ulen - Konzert Eintritt frei 29880 Eintritt frei zrittM 6to6, Mmm (Sietzen, Neuenweg 32 7623D __________________ andern Kreisvereine, der Frankfurter Hebammen- organisation. Auch zur Kur hier weilende Hebammen und Aerzte aus allen Tellen des Bciches fehlten nicht in der stattlichen Fest- verfammlung. die den großen Saal der Turnhalle füllte. Aach Begrüßung durch die 1. Vorsitzende des Kreisvereins. Frau Ehristin? Wagner, Bad-Nauheim. überbrachte Ministerialrat Dr Fresenius Grüße und Glückwünsche vom hessischen Ministerium, während Bürgermeister Dr. Kayser für die Stadt Bad-Aauheim den Willkomm entbot. Prof. Walther. Gießen, her seit 37 Jahren die Hebammenausbildung in Hessen leitet, gab in seiner humorvollen Be- glückrrünfchungsansprache seiner!« onte c i Freude darüber Ausdruck, daß es ihm ermöglicht worden sei, mit seinen früheren Schülerinnen einmal in frohem Krei'e einige Stunden der Erholung verleben zu dürfen. Die Festrede hielt her Ehrenvorsitzende tei Vereins, Wedizinalrat Dr Bebel. Friedberg, der in anschaulicher Act über die Geschichte des Geburtshilfewesens einen sehr fesselnden Ueberblick gab. Sein besonderer Dank galt dem hessischen Staate, der auf dem Gebiete des Hebammenwe'enS in hervorragend vorbildlicher Weife tätig sei. 3n lehr feierlicher Handlung wurden dann zwölf Hebammen des Kreises, die über 40 Jahre in ihrem . cruse pflichttreu tätig sind, durch Lieber» reichung der goldenen Brosche und des Der- dienten „Auhesef'els" geehrt, während an 28 Hebammen, die 25 Jahre und länger im Amte stehen, silberne Brosche', als Auszeichnung aus- MeineFußschmerzen sind durch Pneumette verschwunden. 3d) befand mich im Ansangsstadium eines Senkfu bleibens. Die vor 3 Monaten gekaufte Pneumette hat sich zu meiner vollsten Zufriedenheit bewährt. Gehabte Schmerzen sind durch den Gebrauch der Pneumette verschwunden, wodurch das Gehen wieder normal wurde. Die technische Ausführung der Pneumette läfot nichts zu wünschen übrig. Sie entspricht dem Zweck, den Sie in Ihrer Annonce angeben, daher habe ich sie schon öfters empfohlen. Isidor Ä., Eschwege. wesen erfuhr eine ständig sich ausdehnende Vervollkommnung. Es war unausbleiblich, daß aus der Zentrale im städtischen Feuerwehrhaus allmählich sich eine ständige ceuerroadje bcrausentroirfelte, so daß heute einige Verufsfeuerwchrleute, ausgerüstet mit besten Gerät'chancn. die meisten Brandsölle bekämpfen und vielfach schon im Keim ersticken. Bei großen Bränden steht aber auch heute noch die Freiwillige Feuerwehr getreuhm aus ihrem Posten und bewährt ihre alte Schlagfertigkeit. Ihre Kommandanten waren allezeit hervorragend beteiligt an der Entwicklung des städtischen Feuerlöschwesens, so namentlich der erst vor einigen Monaten verstorbene Branddireltor Karl Müller. Die technische Leitung der städtischen Feuerlöfcheinrickstungen liegt feit 30 Jahren in den Händen des städtischen Ober- branbbircitors Zwä tz. Wie die Freiw. Feuerwehr allezeit im gemeindlichen Leben unserer Stadt an erster Stelle stand, wie sie in tätiger Nächstenliebe opfernd den höchsten Einsatz wagte, so wird auch die Offenbacher Einpohnerschaft ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit und Stand am 15. bis 17. August teilnehmen an der ^eierbes 80 jährigen V e » ft c ft c n s ihrer Feuerwehr. Am Sonntagnachmittag ist ein großer Festzug geplant, an dem sich wohl sämtliche Wehren der Umgegend und Hessens beteiligen werden. Hefft' Nassau. Frankfurt a. M.. 17. Aug. Zu Ehren der hier zu Studien-, Deden weilenden spanischen Aerzte sand heute abend im Frankfurter Hof ein von dem Ehemo-Therapeutifchen Forschungsinstitut Georg Speyerhaus veranstalteter Begrüßungsabend statt. Oberbürgermeister Dr Voigt. Marburg, begrüßte die Gäste ratens der Skudienstiftung, während im Hamen der Universität Franlsurt Geheimrat Pros. Dr. zur Straffen und Prof. Dr. Schnaud- i g c I, ferner Geheimrat Prvf. Dr Herr- b e i m e r sprachen. Seiiens der Gäste erwiderten Dr M o r a g a s als Vertreter her medizinischen Äafultät her Universität Barcelona und Dr. A r d e v o l, Barcelona. gertd, Säufer Linlegeschweine y sowie Zchlachsichweine in großer Auswahl zu haben bei Wilh.Euler.Treis a.d.Lda. lr ourift- ^"Mittet gc. itt Itm Hält3^ to-t »gulfen ^ Doppelhrrz < and las-- sich nichts anderes als eben so gut auf reden. Probeflasche M.l -80,Originalflaacbe M.2. — u.J.50 Auf leisen oder wo man flüssiges Doppolherz n ent nehmen kann, rorw-nde man Doppelherz Lecitl i” Dragees, welche die wirksamen Beftandteile von Doppelherz io konzentrierter Form enthalt-- Dose Mark LM. Krhiltlich in Apotheken u. Drogerien, beltisunt he Karn, Schuistraße; Neustadt-Drogerie Noll, Neustadt 28; Seibel, Frankfurter Straße 38; Win ter hoff. Kreuzplatz 9/10. 6144D Hbcrg- 5re>s' 22, u-ll. »er aus >un8 ,u. •lectrn drr l9- der am Iflr mir atani. •'v1 Siinmm } Btt bieliq^n 2ei- Mk ^^ler" cin' ^b-rrech'.igi waren ^»9. Ter geslrigr Heu« Arie- iW die Zemeinde ' den Kirche-imaler erisü) hergeslelllen !ten, schön«, 3orf- o 6lic5 ?-ch fa mcrneS Senfmal n errich'en. Aach map sich au- icn V' aU QIu'M. iröstr ha'ün sich e auj) der timsich- Äftciä Oppcr ge- oche den PIlch für 3u der Driheseia m Kreisbiuaml ali ?r. h c fi und Ober- n Um 2 U5r stellte 5er Feslzug auf. öer Posaunenchor tung seines Ain- Aach Qlnhinlt aus s ein SmgangSsück unseres Sefangr-rr- wir er unter der neuen Dirigenten, ilufschwung begriffen baubehvrde übergab nfmal der Venieinde. :5brucf, daß Tegie- r, der sich um das ; große Derdienfle heil am Srschelmm e bas StnimiL ju )e begiüdlDÜnfd’L.*. enommen unb den meister Ovver m j dienst der Stob sicher Dank tzesatzi. Danlgebel' W x 2riss>farrer.,drr 5 Tie mit Kranen Nim". das auch )rift HS» folgte Die Verlesung -W K Orcnkra^. fgrötze, ^tf n «i unfer^ j. der Verners iS stels «"/Yin ernst» Lauch cl L fern- «h" Clraßenrand kauernde Wrack wird (neugierigen angestaunt und von den Autohassern höhnischen Blicks angegafft. Personen kamen bei dein Unfall nicht zuschnden. — Der Auto- und Motorradverkehr an Sonntagen v>n Danksagung Für die vielen Aufmerksamkeiten wahrend der Krankheit und der Beerdigung meiner unvergeßlichen Magdalene sage ich meinen tiefgefühlten Dank Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister QlbtA wurde am 5. August 1925 eingetragen: Die Äirma Minna Brauer, GießemJnhaberin ist die Karl Brauer Ehefrau, Mmna geb. Seiwerling in Offenbach a. M. Gießen, den 15. August 1925. 7781B _________Hessisches Amtsgericht.________ öullenverkalls. Freitag, den 21. August lfd. Js.» vormittags 10 LIhr, wird der Simmentaler Weidebulle der Iungviehweide Tiergarten bei Hungen öffentlich meistbietend zum Schlachten verkauft. Zusammenkunft am Eingang der Jung. Viehweide. Gießen, den 13. August 1925. Landwirtschaftskammer-Ausschuß ____________für Oberhessen.______7783O Vertilge unter Garantie und Verschwiegenheit Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen, sowie jedes HauS, Karten' und Stall- ungezieser. 06731 — Karte genügt. — Nur schriftliche Aufträge können berück- nchtigt werden, weil geschäftlich immer abwesend. — Alte Kundschaft wird nach Möglichkeit bevorzugt Kammerjäger Peter Kreutz, Gießen, Ederstrahe 14 p. WlW°W ab unserem Werk Oberwiddersheim jede Menge äußerst preiswert abzugeben. BufolM MmMersWui Neuhof (Kreis 3*uIba).77O7D beste für die Wasche Hamburger Kaffeerösterei sucht tücht. Vertreter od.Belsonden.Iagief., z. Besuch v. Kolonial- waren-Handlg. Teil & Co., Altona, Gr. Gartnerstr. 9. 7Tfi5A i oder 2 zuverl. 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Januar 1924 199 Zugang im Jahre 1924 ......._.___4 203 Abgang im Jahre 1924 ......„___2 Stand am 1. Januar 1925 ...... 201 * 2. Das Mitgliederguthaben betrug Ende 1923 ... 120 785.— /, „ am 1. Jan. 1924 1 449.— ,/ „ beträgt Ende 1924 .... 1449.— 3. Die Haftsumme betrug Ende 1923.......... 1035 000.— „ „ beträgt Ende 1924 ......... 10150.— Gießen, den 15. August 1925. Wßfinet-ßeimllälten-Betein t. G. m. 0.6.. ©lesen Nöhmig. Weber. Schmi d t. Müller. Düll. 28 Jahre litt ich an DurchSchaumauflage mit Obermeyer's Medizinal erzielte tu, rasche Heilung. Frau Hachmann IN W. Per St. M. -.65,30°/° verstärkt M. 1.— Zur Nachbehandlung «st Herba-Creme be- sonders zu empfehlen. Zu haben in allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien Weintrauben aus Die das frische italienische, Pfund 30 Pf, 3 Pfund 80 Pf. «MSlNMO Babnbofstr. 27, Kern,pr. 1631. heutiger Zufuhr Pfd. 60 Pf. Steige, brutto ca. 20 Pfd., Pfund 42 Pf. 7793c Tomaten Achtung! Glanzende Existenz! 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Aach dem Abschluß der Steuerreform lohnt es (ich, noch einmal einen Gesamtüberblick über die Ziel« und Ergebnisse des Reformwerks zu geben, lieber die Ziel waren, wie |o häufig, sehr falsche BolsleUungen in der Bevölkerung vorhanden. Da erroaneten die einen eine abschließende Steuer« qescggebung auf lange Eicht, vielleicht sogar mit Steuersätzen, die denen der Vorkriegszeit _ nahe kamen, dort hofften die anderen auf die Erfüllung, einer Unzahl von Einzelwünschen. Es konnte leider nach Lage der Dinge weder das eine noch das andere in Betracht komnien. Das Ziel konnte vielmehr nur eine Liquidation der Steuergesetzgebung der Inflationszeit und eine rämpfung der Härten und grausamen Steueroer ordnungen der Stobilisierungsüberganaszeit, also die Beseitigung der h ä r l e st e n U n . gle Ichheiten des Steuerdrucks und die Ausmerzung besonders krassen Steuerunrechts sein. Die Festlegung unserer Steueroerhältnisse auf lange Eichl mutz einer späteren Zukunst überlassen bleiben, bis sich die autzcnpolitischen und die Han- delepolitischeii Verhältnisse des Reichs ebenso wie die wirtschaftlichen Verhältnisse im Innern weiter geklärt haben. Man mutz sich vor Augen holten, dotz die Vermögens- und Einkommen- Verhältnisse der besitzenden Schichten des Volkes noch ganz unklar find, daß ein lo wesentlicher Teil des deutschen Volksoermögens, wie der städtische Haus und Grundbesitz heute überhaupt noch nicht in Zahlen gefotzt wer- den kann, weil die Wohnungszwangswirtschaft fortbesteht, datz das bedeutsame industrielle Betriebsvermögen zur Zeit keine, zum Teil nur eine mäßige Rente abwirft und infolgedessen stark entwertet ist, datz auch der reine Kapitalbesitz, der größtenteils aus Dividendenpapieren besteht, infolge der katastrophalen Entwertung der Aktienkurse einen abnorm niedrigen Wert hat, datz die Auswirkung der Aufwertungsgesetze einerseits auf den Sachwertbesitz, anderseits aus den Kapital besitz weder berechnet noch geschätzt werden kann, dann wird man begreifen, datz ein abschließende'' Urteil über die dauernde Steuerleistungssähigkeit aus Vermögen und Einkominen der veranlagten Steuerpflichtigen unmöglich ist. Man mutz sich weiter vor Augen halten, datz auch das Erträgnis aus der Lohnsteuer, also aus der Besteuerung der Lohn- und Gehaltsempfänger, ähnlichen, wenn auch nicht so starten Unsicherheiten unterworfen ist. weil auch die Löhne und Gehälter in vollem Flusse sind und die weitere Entwicklung der Lebenshaltungskosten sich durchaus nicht mit Sicherheit voraussehen und vorausberechnen läßt. Es erhob sich die Frage, ob man trotz dieser Unsicherheit im Hinblick auf die unzweifelhafte Scho- nungsbedürftigkeit der Steuerpflichtigen jede Rücksicht auf die geaenwärttgen Bedürfnisse der öffentlichen Körperschaft fallen lassen und jede Steuer für sich allein betrachten und so weit herabsetzen könne, als dies vom Standpunkt der Steuerzahler aus betrachtet wünschenswert erschien. Es ist selbstverständlich, datz äu tzerste Sparsamkeit bei allen öffentlichen Körperschaften, namentlich auch bei den Gemeinden, aufs dringendste gefordert werden mutz. Man mutz aber verständigerweise an- erkennen, datz auch die schärfsten Sporsamkeits- mahnohmen eine Herabdrückung der Ausgaben etwa auf die Höhe der Friedensausgaben nicht erzielen können, sondern datz trotzdem eine gewaltige Steige- rung des staatlichen Bedarfs bleiben wird. Es ist beispielsweise unmöglich, die Kriegsbeschädigtenfür- sorge aufzuheben, und es ist unmöglich, sich von den das Reich schwer belastenden Rcparotionsaus- gaben zu befreien. Die nun bewilligten Steuern decken den Bedarf des Reichs nicht vollständig, cs bleibt vielmehr ein nicht unerhebliches Defizit. Ein Defizit in diesem Ausmaße kann noch verantwortet werden und wird im Laufe des Jahres einen heilsamen Druck auf weitere Sparsamkeit aus» üben. Aber wesentlich weiter in der Senkung der Steuern zu gehen, wie es manche „populäre" Anträge verlangten, war unmöglich. Man hätte dadurch einen furchtbaren Schlag nicht nur gegen die Reichssinanzen, sondern auch gegen das Volk und die Wirtschaft geführt. Man stelle sich bloß vor, datz zu der bekannten starken Unterbilanz im Außen- Handelsverkehr und zu der Steigerung der Lebens- Haltungskosten und der Löhne und Gehälter noch starke Defizite der Staatshaushalte und infolgedessen starke schwebende Schulden — langfristige Anleihen sind zur Zeit nicht unterzu- Die deutschen Kolonial- markenund ihreDorläufer Eines der interessantesten und besonders in Staaten deutscher Zunge beliebtesten öammelgeblete ist das der Marken der deutschen Postanstalten im Auslande und der deutschen Kolonien. Das erste deutsche Postamt im Auslande wurde am 1. März 1870 in Konstantinopel vom Norddeutschen Postbezirk eröffnet. Die Postverhälmisfe in der Türkei waren ziemlich traurige, und so hatten einige europäische Staaten, in erster Linie Oesterreich und Rußland, eigene Postämter errichtet. Diesem Beispiel folgte nun der Norddeutsche Postbezirk, der zur Frankierung der in Konstantinopel — der Eik des Postamtes war erst Pera, dann Galata — ausgegebenen Sendungen seine normalen Marken verwenden. Diese Marken unterscheiden sich von den in den heimischen Postämtern verwendeten nur in gebrauchtem Zustande, durch die Abstempelung (Konstantinopel) und man bezeichnete sie ebenso wie die in den anderen deutschen Postanstalten im Ausland oder der Kolonien verwendeten normalen deutschen Reichsbriefmarke als Vorläufer deutscher Kolonialmarken. Sie sind heute schon ziemlich selten. So wird, um nur ein Beispiel anzuführen, die grüne j-Groschen-Marke des Norddeutschen Postbezirks gewöhnlich abgestempell mit 30 Pfennig mit dem Stempel Konstantinopel auf das Hundertfache, mit 30 Goldmark, bewertet. Durch Begründung des Deutschen Reiches ging das Postregal auf das Reich über, und vom Jahre 1872 wurden auch nur noch die Postwertzeichen der deutschen Reichspost beim deutschen Postamt in Konstantinopel verwendet. Die Entwicklung der deutschen Kolvnialpolittk brachte selbstverständlich das Bestreben, in den Gebieten, die zur deutschen Inter- essensphäre gehörten, deutsche Postanstalten zu errichten, und so entstand 1886 die deutsche Postanstalt in Schanghai, der die Postämter m Peking, Futfchau und noch eiiv Anzahl chinesischer Städte folgten. Die folgenden 3a&re brachten bann die Errichtung von bringen — der öffentlichen Körperschaften hinzu- kommen würden, und man wird begreifen, daß ein neues Abgleilen in die unheilvollen Bahnen der Inslationsjahre mit Notwendigkeit einsetzen mußte. Dadurch war für die die Negierung stützenden Parteien die allgemeine Linie streng vorgeschrieben: unter feinen Umständen das im legten Jahre Er rungenc — nämlich geordnete Staatsfinanzen — wieder preiszugeben, und die Steuerermäßigungen und Steueränderungen nur in einem mit der Lage der Reichsfinanzen erträglichen Ausmaße vorzu- nehmen und weitere Reformen unseres Steuer- wesens für später oorzubehalten. Die Opposition freilich hat sich auf einen anderen Standpunkt gestellt. Sie hat die Steuerreform aufgelöst in die einzelnen Teile und diese nach den jeweiligen Parteiwünschen behandelt, unbekümmert um das finan- zielle Gesamtergebnis. Es ist kein Zweiiel, datz die Oppositionsparteien den größten Teil ihrer eigenen Anträge, deren Erfüllung Milliarden Ausfälle ge- bracht hatten, sofort hätte fallen lasten muffen, wenn sie gezwungen gewesen wäre, selbst die Regierung zu übernehmen. Was sind nun die tatsächlichen Ergebnisse der Steuerreform? Es ist zunäcr.st das Reichs- bewerlungsgesetz hervorzuheben, das in der Geschichte des deutschen Finanzwesens eine neue Epoche einleitet. Das Gesetz bringt in die Berwor- renheit des Steuerwesens, wie es nun einmal durch die geschichtlich gewordene Gliederung in Reich, Länder, Gemeindeoerbände und Gemeinden geworden ist, zum erstenmal Klarheit und Einheitlichkeit, soweit es sich um die Feststellung der Werte der Steuerobjekte handelt, so daß der Steuerpflich- hgc wenigstens in der Wertermittlung nicht mehr der Spielball der verschiedenen öffentlichen Körperschaften ist. Es ist ein hohes Verdienst der maßgebenden Stellen des Reichsfinanzministeriums, insbesondere des Staatssekretärs Popitz, mit diesem Werke den Grund gelegt zu haben für die gegenwärtige und die zukünftigen Finanzreformen. Das Einkommensteuergesetz stellt nach Jahren wilder Besteuerung dc. Steuerpflichtigen nach beliebigen Merkmalen endlich wieder den Grundsatz auf, datz Einkommensteuer nur vom tatsächlichen Goldeinkommen erhoben wird, mit der kleinen Ausnahme der Verbrauchsbesteuerung in außergewöhnlichen Fällen. Das ist, verglichen mit den rücksichtslosen Eingriffen in die Substanz, nicht bloß durch Vermögenssteuern und -abgaben, sondern auch durch „Einkommens"besteuerung, unzweifelhaft ein gewaltiger Fortschritt. Es ist weiter die Steuer- tarif, der früher bis auf 60 Prozent des Einkommens ging, wesentlich gesenkt worden. Der Tarif, der nun von 10 bis 40 Prozent, durchgestaffelt, läuft, ist freilich immer noch zu hoch, ober er nähert sich doch 'einer vernunftgemäßen Fassung wieder an. Leider ist der Antrag der Deutschen Dolkspartei, den schwankenden Gewinnergebnissen der Gewerbetreibenden durch Wiedereinführung des dreijährigen Durchschnitts Rechnung zu tragen, nicht angenommen worden, da der größte Teil auch der Reqierungs- parteien dagegen stimmte, während von der Opposition nur die Demokratische Partei für den Antrag eintrat. Es ist aber immerhin in einer Entschließung die künftige Einführung des dreijährigen Durchschnitts gefordert worden. Auch für die Lohn- steuerpflichtigen sind wesentliche Erleichterungen geschaffen durch Anpassung des steuerfreien Eriskenz- minimums der Steuerpflichtigen für Frau und Kinder an die gegenwärtigen Lebenshaltungskosten, insbesondere die kinderreichen Familien werden die Erleichterung stark empfinden. Es ist gelungen, datz auch die Mittelschichten mit Einkommen bis zu 8000 Mark durch Senkung der Lohnsteuer um je 1 Prozent für Ehefrau und jedes Kind eine wirksame Steuermäßigung erfahren haben. Bei der Vermögens- und Erbschaftssteuer konnten konfiskatorifch wirkende Anträge abgewiesen werden. Die Verkehrs st euern, die unvernünftig hoch waren, sind wenigstens so heruntergesetzt worden, datz der Geschäftsverkehr nicht schon durch die Steuer allein lahmgelegt wird. Einige von ihnen werden freilich spater noch weiter heruntergesetzt werden müsien. Die Herabsetzung der Umsatz- steuer von li bis 1 Prozent wird den gesamten Warenverkehr beleben und die industrielle wie auch die landwirtschaftliche Produktion und den Handel fördern und der gesamten Derbraucherschast zugute fonimen. Insbesondere wird die durch die kumulierte Umsatzsteuer für den Außenverkehr ausgerichtete Ausfuhrsperre aemildert werden. Afich die diesmalige Verhandlung über die Umsatzsteuer hat übrigens gezeigt, daß eine dauernde Besserung nur durch eine Aenderung des S n st e m s der Unsatzsteuer zu erzielen ist. Die schädliche Luxus st euer konnte leider allgemein nur auf 7$ Prozent gesenkt werden. Deutsch-Neu-Guinea, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Kamerun, Marschallinseln, Samoa und Togo und nach einer längeren Pause, im Jahre 1888, die Ausstellung der Postanstalten Marokko, aus den Karolinen und Marianen. Bei diesen Postämtern wurden, mit Ausnahme der zwei zuletzt genannten, in der ersten Zeit ihres Bestehens deutsche Reichsmarken, also Vorläufer, gebraucht. Eigene Marken, und zwar Reichsmarken mit Ueberbrucf des Kolonialnamens, bestehen für die Türkei vom Jahre 1884, für Deutsch-Ostafrika vom Jahre 1893, für die anderen Gebiete von 1897 bzw. den folgenden Jahren an. Diese Ueberbrutfmarten würben in ben Kolonien 1900 burch eine einheitliche Kolonialmarke in ber bekannten Schiffstype ersetzt. Die Postanstal- ten in China, Marokko unb ber Türkei erhielten jeboch auch weiterhin bie Marken bes Deutschen Reiches mit bem entsprechenden Aufdruck. Die Herstellung der in ben fremben Postgebieten gebrauchten Briefmarken auf einem neuen Papier mit (Raulen-) Wasserzeichen konnte nicht allgemein burchgesührl werben. Es kam ber Weltkrieg, unb bie Absendung ber zum Teil schon fertiggestellten Marken mußte unterbleiben. Diese würben bann in Berlin beim Postschalter für Briefmarkensammler bis lange Zeil nach bem Kriege verkauft. Sie finb als sogenannte „Schalterausgabe" bekannt. Von ben ersten Ausgaben ber Kolonialmarken gibt es zahlreiche, zum Teil sehr gut gelungene Fälschungen, während bei den späteren Ausgaben weniger die Marke selbst als bie Abstempelung gefälscht wirb, weil im allgemeinen die gebrauchten Marken höher im Werte stehen als die ungebrauchten. Ein besonderes Kapitel bilden die provisorischen Ausgaben ber Kolonialmarken. Sie finb meistens spekulativen Ursprungs. Ihr Erscheinen wirb jeboch immer mit dem Umstand erklärt, daß der betreffende Wert bei der Postanstatt aufgebraucht war. Als Bei- spiel möge das sogenanckte Kiete-Provisorium angeführt werden. 1908 erschien im Briefmarkenhandel eine Fünfpfennigmarke von Deutsch-Neu-Guinea mit einer großen 3 überdruckt. Es wurde erzählt, daß Anfang Februar in dem kleinen Postamt Kiele in Es sind aber weitere Senkungen im Dege der Verordnung in Aussicht genommen. Von den Verbrauchssteuern wurde bie Steuer auf Bier und auf Tabak einigermaßen den entsprechenden Besteuerungen im Auslande cm- gepaßt, um dadurch den fortgesetzten Angriffen der Ententestaalen über die mangelnde Besteuerung von Genußmitteln in Deutschland aus bem Wege zu geben. Die Wein st euer wurde mit Rücksicht aus die Notlage der Winzer ermäßigt und gleichzeitig ist eine Beseitigung der lästigen Beherbergungssteuer und eine allmähliche Beseitigung der Gemeindegetränkesteuer beschlossen worden. Die übrigen Verbrauchssteuern sind wieder auf eine vernünftige Goldgrunblage gestellt worden. Bei dem Flnanzausgleich zwischen Reich, Säubern unb Gemeinden traten große Schwierigkeiten wegen ber Haltung ber Bayerischen Dolkspartei, eines Teils der Wirtschaftlichen Vereinigung imb ber Opposi tionsparteien auf. Infolgebessen konnten schärfere Maßnahmen zur Durchführung einer größeren Spar- famteit nicht burchgesegt werben. Es ist aber immerhin gelungen, für das Reich bie geforberte Quote an ber Umsatzsteuer mit 25 Prozent unb bie Quote an der Umsatzsteuer mit 70 Prozent zu sichern. Der An- sprach ber Länder auf unbegrenzte Z u - schlüge zur Einkommensteuer, die zur Zeit geradezu verheerend gewirkt hätten, wurde a b • gewiesen und die Regelung des Zuschlagrechtes auf den 1. April 1927 verschoben. In der Zwischenzeit sollen die Etats der Länder und Gemeinden sorgfältig durchgeprüft werden. Da zur Zeit ohne die H a u szi n s st c ii e r ein Ausgleich zwischen Landern unb Gemeinden unmöglich gewesen wäre, mußte bie Hauszinssteuer noch, einmal auf kurze Frist bewilligt werben, boch sinb bem Hausbesitzer in bem neuen Gesetz neben ben Instandhaltungs- unb Verwaltungskosten für sein Eigenkapital wenig- ftens Minimaleinkünfte sichergestellt worden. Im ganzen bedeutet das Gesetz auch für den Hausbesitzer gegenüber dem jetzigen Gesetz einen Fortschritt. ' Wenn man die Gesamtergebnisse des Steuerwerkes überblickt, so kann nicht bestritten werden, daß bas Wett einen ganz wesentlichen Fortschritt sowohl in ber Richtung einer Systematisierung, Vereinfachung unb Uebersichtlichmachung ber Steuer- gesetzt, wie auch in ber Richtung ber Anpassung an bie steuerliche Leistungsfähigkeit ber Bevölkerung barstellt. Das beutsche Volk hat allen Grund, entgegen den Beschwerden über die Nichterfüllung von Sonderwünschen der oder jener Kreise, den Parteien Anerkennung zu zollen, bie unbekümmert burch bie Angriffe, im Bewußtsein ihrer Verantwortung gegenüber bem Staate wie gegenüber den Steuerpflichtigen, zusammen mit ber Regierung ein Werk geschaffen haben, bas immerhin einen bebeutfamen Markstein bildet auf dem Wege zur künftigen Dauerregelung der deutschen Finanzen. Der Vergleich. Don Oberlandesgerichtsrat Dr. Dovenfiepen, Kiel. II. Aach § 323 Abs. 4 der Zivilprozeßordnung (RG. vom 13. August 1919) kann im Wege der Klage eine Abänderung vollstreckbarer Dergleiche, in denen eine Verpflichtung zu künftig wiederkehrenden Leistungen — z. D. von Unterhalts- renten — übernommen worden ist, verlangt wer- den, falls nach Abschluß des Vergleichs eine wesentliche Aenderung derjenigen Verhältnisse eingetreten ist, welche für die üebcrnatjmc der Verpflichtung zur Entrichtung der Leistungen, für die Bestimmung der Höhe der Leistungen oder die Dauer ihrer Entrichtung maßgebend waren. Der richtigen Ansicht zufolge ist diese Vorschrift auch auf außergerichtliche Vergleiche entsprechend auszudehnen. Der Halter — Eigentümer — eines Kraftwagens, der den Kriegsbeschädigten T. überfahren und schwer verletzt hatte, hat sich mit ihm in dessen Schadensersatz- anspruch gerichtlich dahin verglichen, ihm den gesamten damaligen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Parteien entsprechend eine fortlaufende Unterhaltsrente von monatlich 100 Am. zu verabfolgen. Run erhöhen sich zufolge einer nachträglich eingetretenen wesentlichen Gesundheitsverschlechterung des T. seine Dedürfnisse um das Doppelte, während die Dermögensver- hältnisse des wohlhabenden Kraftwagenhalters gleich gut bleiben und auch eine höhere Belastung durchaus vertragen. Dann kann 3E. im Klagcwcge die Erhöhung seiner Rente auf monatlich 200 Rm. mit Erfolg begehren. Bessern sich umgekehrt die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des T. um das Doppelte, so Deutsch-Neu-Guinea alle Dreipfennigmarken ausgegangen waren unb ber Postbeamte beshalb bie obengenannte Marke herstellte. Tatsächlich war bie Sache aber so, baß ein zur Besatzung eines dort anfernben Kriegsschiffes gehörenber Offizier ben Postagenten, ber nicht Berufspostbeamter, fonbern ein Lazarettgehilfe war, bat, ihm einige schon mit bem Poststempel versehene Freimarken zu fünf Pfennig mit bem Ueberbruck 3 zu versehen. Der Postbeamte, ber biese Bitte als eine Spielerei ansah, willfahrte bem Wunsche. Ausdrücklich wirb von amt- sicher Stelle sestgesteUt, daß jene Freimarken keine neugeschaffenen Aushilfswerte barstellen. Trotz bieser einroanbfreien Feststellung werben heute noch in einem beutschen Katalog (1925) bie Marken als amtliche Ausgabe angeführt unb zum Preise von (nur) 350 Mark (!!!) ungebeten. Aber auch bei jenen Ausgaben, beren Entstehen vielleicht etwas mehr Berechtigung hat, wirb sich ber Durchschnittssammler ben Erwerb eines solchen Stückes gut zu überlegen haben. Außer ben vielen Fälschungen, bic meistens vorzüglich gelungen finb, existieren von verschiebenen Ausgaben Neubrucke, bie von ben Originalen nicht zu unterfdjeiben finb. Sie werben gewöhnlich als spätere ober zweite Auflage bezeichnet. So wirb zum Beispiel offiziell zugegeben, baß bie erste Auslage des Futschau-Prooisoriums 1500 Stück betrug, während bei der zweiten nur zu spekulativen Zwecken gemachten Auflage 2500 Stück hergestellt wurden. Durch den unglücklichen Ausgang des Weltkrieges verlor Deutschland esine Kolonien, auch die deutschen Postämter im Auslande mußten im Sinne des Friedensvertrages aufgelassen werden. Die Postanstalten wurden von Engländern unb Franzosen übernommen, die Vorgefundenen Briefmarken mit einem englischen Aufdruck versehen und so verwendet. Be- sonders die hohen Markwerte dieser Marken gehören heute schon zu den großen Seltenheiten. Das Land der Bibliotheken. Wan hat Deuttchland das „Land der Biblio» cheken" genannt, und das mit Recht, denn wenn kinn der Äraftroagcnbaltcr im Klageweg eine Herabsetzung seiner Rentenpilicht au* die Hälft« begehren. Der Vergleich i-; gleichwie >eder andere Der. trag auch wegen Irrtums. Drohung oder arglistiger T ä u f a> u n g anfechtbar. Außerdem aber ist nach der Spe ilvrrfchrift des § 779 BGB der Vergleich unii'irilam, wenn der nach feinem Inhalte als feststehend zugrunde gelegte Sachverhalt der Wirtlich'eil nicht entsprich! unb der Streit oder die Ungewißheit bei Kenntnis der Sachlage nicht entstanden sein würde. Unwirksam ist z. D. ein über eine Forderung abgeschlossener Prozeßvergleich, wenn sich später her- ausstellt. daß die Forderung schon zurückbezahlt war oder der im Testamente des A zum Alleinerben eingesetzte Reffe des A. vergleicht sich mit dem im Testamente eingesetzten Vermächtnisnehmer T. über die im Testamente nicht klar genug zum 2 (druck gebracht - Höhe deS Vermacht 'lies, und nun stellt sich später durch Auf- finbung ein » neuen Testamentes heraus, daß das alte Testament aufgehoben und ein anderer, zum Alleinerben eingesetzt ist 3n bnden Fällen fehlt eS an der beiderseits als feststehend an- gcncmmcncn Ve"gleichsgrundlage ; hat also der Reffe des Erblassers die Vergleichslumme an X. ausgezahlt. so ist dieser ungerechtsertigt bereichert unb muß sie in voller Höhe wieder zu- tückzahlen. Werden dagegen nach dem Abschluß des Vergleichs neue Beweismittel, z- B. Urkunden. aufgenommen, welche das Bestehen des zweifelhaften Anspruchs völlig Läre.i und ebenso seine Höhe, wie elwr die Schulduttunde über bad streitig gewesene Darlehen, so kann sich der Gläubiger, der dem Schuldner einen Teil der Forderung nachgelassen bitte, nicht auf Unwirksamkeit des Vergleiches gemäß § 779 DGB- bc- lufen. Auch wegen Irrtums kann der Vergleich nicht angefochten werden Hatte jedoch der Schuldner dem Gläubiger die Eristenz der Urkunde arglistig verschwiegen, insbesondere auf ausdrückliches Befragen dies? Beitritten, so kann der Vergleich wegen arglistigen Verschweigens gemäß 8 123 DGB. angefocht m werden Im allgemeinen kann den Parteien zur Schließung eines Vergleiches, insbesondere bei zweifelhafter Rechtslage, nur angeraten werden, denn der Ausgang eines Prozesses ist säst stets in hohem Grade ungewiß und unabsehbar, die erste Instanz entscheidet vielleicht in einem dem Kläger günstigen Sinne und die letzte Instanz unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils umgekehrt für den Beklagten günstig. Das alte volks- iümliche Spiichwori .Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozeß" hat daher durchaus die Wahrheit für sich Gießener Jugendgericht. Wegen mangelnden Materials hatten die für Juni und Iull vorgesehenen Sitzungen erfreulicher Weise ausfallen können Am Freitag. 14. August, wurden folgende Sachen verhandelt: Im Dezemi»er 1924 waren an der Kreisstraße Ailendorf a. d Lumda - Climbach mehrere schon ältere Obstbäume mit einem Beile angehauen worden. Der Verdacht lenkte sich auf einen 17jährigen Arbeiter aus Mendorf, der zunächst bei der Gendarmerie seine Täterschaft zugab. daS Geständnis später jedoch widerrief und angab. er habe aus Furcht die Unwahrheit gesagt. Am Tage vor der Verhandlung meldete sich eine Zeugin aus Climbach, die gesehen haben will, wie andere fremde Jungen die Bäume beschädigten. Zwecks Erhebung weiterer Beweise mußte deshalb die Verhandlung vertagt werden. Eine 16jährige Dienstmagd in Treis a. d Lda. ist angeklagt. weil sie im Februar l. 3. an vielen Tagen Walser in die zum Vettauf bestimmte Milch geschüttet hat, und zwar bis zur eineinhalbfachen Menge der Milch. Sie gibt als Grund hierfür an, daß eine Kuh beim Melken „geschmissen" habe. Aus Furchr habe sie das Tier nicht ausgemolken und sie habe deshalb Wasser zugeschüttet, um die fehlende Milchmenge zu ersehen. Die Dienstherrschaft hatte hiervon keine Ahnung. Sie kam deshalb zunächst leibst in den Verdacht der Fälschung. Das Urteil lautete auf einen Tag Gefängnis unter Strafaussetzung. Ein jugendlicher Radfahrer hatte Einspruch flogen einen Strafbefehl eingelegt, durch den er mit einer Geldstrafe von 5 Mk. und den Kosten belegt worden war. weil er Ende April gegen 81/« Uhr abends bei eintret enber Dunkelheit mit einem Fahrrad durch die hiesige Schulstraße auch unsere großen Büchereien nicht ein so ehrwürdiges Alter haben wie die Italiens oder Frankreichs, so sind doch seit dem 15. und 16. Jahrhundert bei uns so viele große und wertvolle Düchersammlungen entstanden wie kaum in einem anderen Lande Die Zahl der großen deutschen Bibliotheken beläuft sich nach dem jetzt neu erschienenen „Jahrbuch der deutschen Bibliotheken" insgesamt auf 3 2 3 Anstalten mit über 37 Millionen Bänden. Dabei ist zu bedenken, daß nur die namhafteren Sammlungen berücksichtigt find. Fast ein Drittel dieser Büchereien, nämlich 97. weist Bestände von über 100 000 Bänden auf; 34 unterer Bibliotheken verfügen über mehr als 300 000 und nicht weniger als 10 über mehr als 600 000 Bände. An der Spitze stehen die Staatsbibliotheken zu Berlin und München von denen die Berliner fast 2 Millionen Bände, die Münchener P/e Millionen umfaßt. Don dielen 323 Anstalten find fast die Hälfte, nämlich 158. staatlichen Charakters Die 10 größten deutschen Bibliotheken gehören sämtlich den einzelnen Staaten an, und jtoar in folgender Reihenfolge nach ihrer Größe: Berlin <1 983 000 Bände), München <1 460 000 Bände); nach diesen Staatsbibliotheken bie Universitäts- oder Landesbibliotheken zu München <807 000), Leipzig <731 000), Göttingen <700 000). Darmstadt <671 0001, Tübingen (668 000). Dresden <661 000). Hamburg (660 000) und Würzburg (600 000). In städtischem Delitz find 81 Bibliotheken, von denen Köln mit 460 000 und Frankfurt a. M. mit 438 000 Bänden an der Spitze stehen. Die übrigen 84 Bibliotheken befinden sich in den Händen von einzelnen Körperschaften unb Privatleuten Unter ihnen ist die im raschen Wachstum begriffene Deutsche Bücherei, die vom Buch- händler-Börienverein geschaffen ist und von staatlichen Stellen Zuschüsse erhält, mit ihres 524 000 Bänden bei weitem die größte x ohne hellbrennende Laterne gefahren mar. Er erzielte heute Freisprechung, weil der Zeuge, der die Anzeige erstattet hatte, zugab, daß er den Beschuldigten schon in einer Entfernung von 50 QlZVter habe hcrannahen sehen, so daß sich das Gericht nicht ausreichend davon überzeugen konnte, daß die Dunkelheit schon so weit eingetreten war, wie dieses zur Bestraf ungsmöglich- keit des Beschuldigten erforderlich gewesen wäre. Ein 15jähriger Lehrling aus einem Rachbar- dorf hat am 15. Februar l. 3. nachmittags gegen 4 Ahr in roher Weise in einer Wirts- stube mit einem Schusterkneip einen Schrank erbrochen und aus ihm zwei Liter Likör, Zigaretten und Limonade im Gesamtwerte von 15 Mk. entwendet In frivoler Weise hatte er seinen fast gleichaltrigen Kameraden Schnaps für Fastnacht versprochen. Urteil: Wegen schweren Diebstahls zwei Wochen Geiängnis unter Strafaussetzung bei vierjähriger Bewährungsfrist und Anordnung von Erziehungsmaßregeln, über die der Bormundschaftsrichter entscheiden wird. Cs kommt Fürsorgeerziehung in Frage. Eine Reihe von Kaufmannslehrlingen, ein jugendlicher Arbeiter und ein Schüler waren von Wachtmeistern in Zivil dabei überrascht worden, als sie auf einem hiesigen Sportplatz dadurch Unfug verübten, daß sie mit den Rollwagen hin und her fuhren, Schienen verlegten u. dgl. m. Auf dem fraglichen Platze waren vorher schon schwere Beschädigungen an jungen Bäumchen durch Abknicken der Krone usw. begangen worden. Ohne Zweifel erkannten die Burschen die Schutzleute, obwohl sie Zivil trugen, als Beamte. Der älteste der Schar, der 17jährige O. H., benahm sich dabei besonders frech, beschimpfte die Beamten in übelster Weise, hob in drohender Haltung einen Stein auf. um die Beamten von ihrem Vorgehen abzuhalten, und legte, um nicht erkannt zu werden, eine Maske an. Rur seiner bisherigen Unbescholtenheit und sonstigen guten Führung vor der Tat bis jetzt hat er es zu verdanken, daß ihm für die Beleidigung und Beamtennötigung nur vier Tage Gefängnis und Strafaufschub zuteil wurden. Außerdem erhielt er wie die anderen eine Geldstrafe. Dec Schüler wurde mangels Beweises sreigesprochen. Wirtschaft. Frankfurter Abendbörk?. Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Abendbörse zeigte sich etwas widerstandsfähiger gegenüber ver- einzcit avftrctenden Angeboten. Die Kurse waren zumeist gehalten, teilweise leicht erholt, das Geschäft blieb unbedeutend. Am Bankenmarkt waren Darn,' städter und Deutsche Bank erneut schwächer. Am Deutschen Rentenmarkt wurden Kriegsanleihen mäßig höher. Die Abendbörse schloß unter starker Zurückhaltung zu erholten Kurien. Deutsche Anleihen: üprozentige Reichsanleihen 0,130, 4§prozentige K.- Schatzanweisungen 0,110, Ziprozentige Preußische Konsols 0,206, Schutzgebietsanleihe 2550. Ausländische Renten: Ungarische Goldrente 8,20, Bankaktien- Bayr. Hypotheken- und Wechselbank 79,50, Darmstädter Bank 109, Deutsche Bank 112,60, Discontogesellschaft 102,75, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 93, Reichsbank 121,87, Oesterreichische Kredttaktien 7,25. Montanaktien: Mansfelder 58, Phönix 58,50, Rheinische Braunkohlen 109, Rheinstahl 48,50, Kali Aschersleben 118,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 120,50, Scheideanstalt 99, Elberfelder Farben 112,50, Theodor Goldschmidt 68, Höchster Farbwerke 112,75, Holzverkohlung 4,60. Jndustrieaktien: Adlerwerke Kleyer 46,50, AEG. 91,75, Zement Heidelberg 67, Elektrisch Licht und Kraft 90, Eßlinaer Maschinen 40, Holzmann 51, Rheinmetall 25,24, Zucker Frankenthal 58,10, Zucker Heilbronn 53,75. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzergers".) Berlin, 17. Aug. Die neue Woche eröffnete in wenig freundlicher Stimmung. Namentlich am Montanaktien markt schritt die Spekulation zu neuen Abgaben, da eine Reihe von ungünstigen Momenten vorlag. Insbesondere verstimmten die unerwarteten Schwierigkeiten im Konzern Edmund Stinnes, ebenso die Vermutung, daß sich die Abwicklung der Verpflichtungen des alten Stinneskonzerns nicht so einfach vollziehen wird. Ferner lagen Meldungen aus den westdeutschen und oberschlesischen Kohlengebieten vor, daß weitere Betriebs st illegungen stattgefunden hoben bzw. bevarstehen. Auch die Denkschrift des mitteldeutschen' Braunkohlenbergbaus an die Reichsregie- rung war wenig geeignet, die Stimmung freundlicher zu gestalten. Es kam anfangs allgemein zu beträchtlichen Kursabschlägen. Nur einzelne Nebenwerte konnten sich halten, so u. cn von Elektrowerten Siemens. Die flüssige Lage des Geldmarktes und der Ueberfchuß der Reichsfinanzen im Juli blieben demgegenüber ohne Einfluß auf die Haltung. Man kann hieraus nur aus eine Anhäufung von flüssigen Mitteln bei öffentlichen Stellen schließen, mährend es mit der Kreditoersorgung der eigentlichen Privatwirtschaft noch sehr schlecht aus- sieht. Man erwartet für Mitte dieser Woche eine neue Ermäßigung des Diskontsatzes in London, da auch dort, wie in Holland, die Geldverhältnisse sehr flüssig sind. Am hiesigen Platze wurde tägliches Geld mit 8—9,5 Prozent, mehrfach auch darunter genannt. Monastgeld, das auch etwas stärker angeboten ist, stellt sich auf 10,5 bis 11,5 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt lag die französische, belgische und italienische Währung gegen London niedriger. Sonst sind keine erwähnenswerten Veränderungen eingetreten. Die Reichsmark notierte in London 20,41, Paris 5,11*, Amsterdam 59,99. Börsenkurse. Damm: 5% Deutsche RcichSanleihe . 4% Deutsche RcichSanleihe . 3'/?/° Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparpramicnanleihe 4% Preußische Konsols . . - 4% Hessen........... 3’/-% Hessen 3% Hessen .. . . Deutsche Wcrtb. Dollar Aul. dto. Doll.-Schay Anwcisng.') 4°/o Zoll türken 5% Goldmcxikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prwat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... DiSconto Commandit ... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsteiieichische Creditanstalt • Weltbank Bochumer Guß Buderus Caro Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcncr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kalilverk Westeregeln..... Laurahütte........... Obcrbcdars Phönir Bergbau Rheinsrnhl Nie deck Montan TclluS Bergbau Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cberamischc Werke Albin . . scmentwcrk Heidelberg . . . Philipp Hostmann Anglo-Cont^Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron . . . . Höchster Farbwerke Holzverkohlung RütaerSwerke......... Scheideanstalt..... . . . Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mattikraftwerke........ Schlickert............ Siemens & HalSke ..... Adlerwerke Kleyer...... Daimler Motoren....... Heyligenstacdt......... Mequin............. Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 'JJJetaagefcII'djaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ -Lchuhlabrik Her; Sichel..... ........ Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a.M. Berlin Schlich- gurr ISchllchk. ! Abend- :• Brie Schttch. Rurs SMufcfc Mittag 63rfe 14. 8. | 17 8. 14.8. 17 8 0.135 ! 0 130 0.14 0 1325 — 1 0,28 0.285 0.21 ".2111 0.2425 0.2425 0,480 0.475 0.55 0.115 0,120 0.115 0,1125 0.220 0 18 0.21 0.20 — 0,26 0.32 0,28 — — 0.22 0.20 0.215 — 0,22 0.18 >■9,75 89,75 91.75 91.75 94,05 94,25 91.3 94,4 5.90 6 5,9 5.6 32,5 32,5 125 125 125,5 124 '3,75 93.75 94,5 94,5 111.75 109 111,5 109,75 114.9 112,6 114,5 113 — — 103,5 102,75 103.75 103 79 80 93 93 92,8 92,25 7,5 7.25 7.4 7.4 0.065 0.065 0,55 0,05 59 54,75 58,25 56 38 35.25 38 1 35 6 3< ,5 35,5 37 5 36,5 5fi 2.5 56.25 54 46,5 45 45 44.75 87 85 86,75 85.5 119 118.5 120 119 —- 130 19,75 19 1 32.5 31 32.13 31.25 3 t 33.5 37 35,5 «iO 58,50 61 58,75 50 48.5 50,25 48,25 72, «5 70 72 25 71.75 43 44 — 45,25 45,75 45 4G 47.25 46,5 46,6 46,6 67,25 67 — 51,5 51 51,62 51.75 — — 92 92 121 120,5 121,75 121.5 0.4 0 4 — 7',25 68 70 68.75 114,75 112 113,9 112.13 113,02 112,75 114 113 5 4,7 4.6 66,5 62,25 64 61,5 99,0 98 92,75 91,75 93 92,5 80 80 18.9 67,6 53 50.5 53 50,5 73 69 70.5 70 18 46 Ji] 48 46.5 39 38 40.13 38,75 30 30 — 42 40 38 96.5 — — 52 54 0.425 0,4 — 0,75 0.75 98 100 — 65.5 64.25 65 64.5 35 35.25 38.25 38,25 22 20.75 20.75 20 8.9 8,8 9 8,9 f0 58,1 - 56,25 55.25 57 56 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt, 17. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, neuer Ernte 25—25,25, Roggen, inländischer, neuer Ernte 20,25—20,75, Sommergerste für Brauzwecke, neuer Ernte 26,50 bis 28,50, Hafer, inländischer, alter Ernte 20,50—23, Mais (gelb) 22—22,50, Weizenmehl, inländisches. Fräulein Fod. Roman von Anders E j e. 47. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Nun, dachte Gabby, nimmt jetzt Fobs tragischer Roman ein gutes Ende, so kann es ja an der Zeit sein, daß der meine beginnt. Natürlich muß ich mein Versprechen halten, wie unheimlich es auch sein mag. Mitten in ihre Gedanken hinein, die sich einmal um ihre eigene Zukunft drehten, klopfte es an die Tur. Ein neues Telegramm, ein neues Eiltelegramm! Wahrlich, ein Wolkenbruch von Telegrammen. Gabby begann sich zu fühlen wie ein Minister des Auswärtigen mitten während einer welthistorischen Krise. Sie verstand die Schwäche der Herren für den diplomatischen Beruf. Er war zweifellos ner- venanspannend. Das Telegramm Nummer drei: „Bitte nicht überrascht zu fein, was auch kommen mag. Die Ereignisse entwickeln sich konsequent. Milltorp." Das Telegramm war nicht so klar und in seiner Bedeutung so faßbar wie die beiden ersten. In seiner dunklen Diktion hatte es sowohl etwas Verheißendes, wie etwas Beunruhigendes und Drohendes. „Was auch kommen mag", — ja, das konnte sehr viel fein. Aber gegen Überraschungen waren Gabbys Nerven ziemlich abgehärtet. Uebrigcns: was in diesem Falle für Milltorp konsequent bedeutete, mußte doch für die kleine Fob ein Glück sein. Also: drei gute Telegramme Aller guten Dinge sind drei. Die nächste Sorge war jetzt Keyler. Gabby erhob sich, ging zur Tür und sah sich den Fahrplan an, der dort angeschlagen war. Er konnte frühestens in fünf Stunden m der Stadt sein. Bis dorthin irgendwelche taktische Bewegungen auszuführen, hatte keinen Wert. Außerdem war sie es gegenwärtig außerstande. Wie sollte sie sich also die Zett vertreiben? Gabby fühlte sich kampflustig. Es müßte ungeheuer lustig fein, Herrn Fellips zwischen vier Augen einen Schlag zu versetzen. Schon um zu sehen, was er nach der unerwarteten Lösung des so gut entworfenen Dramas von gestern abends für eine Miene zeigen würde. Heute suhlte sich Gabby wie die Katze, die mit der Maus spielt. Gestern glaubte Fellips, daß er die Katze sei und Gabby die Maus . . Gabby beschloß, ihren Einfall auszuführen, wenn ihr der Zufall nur irgendwie zu Hilfe käme. Sie machte sorgfältig Toilette und wollte versuchen, Fellips auf dem Korso zu treffen. Nach dem Lunch, gerade zur Promenadenstunde der feinen Wett, begab sie sich in das Gewimmel der Strandavenue, des Viktoriaweges und der anderen auf das lebhafteste frequentierten Fla- neurftrafjen. Wie immer um diese Stunde war es ein Gewirr von bunten Damenhüten, schwerem Pelzwerk, glänzenden Zylindern, gutsitzenden Röcken, Autos. Hingegen war nirgends ein Herr Fellips zu sehen. Gabby flanierte auf und ab, immer wieder. Keine Spur vom Bankier. Da erinnerte sie sich plötzlich Fobs Berichte über die erste Begegnung mit Fellips, als er sie für eine Kellnerin gehalten hatte. Gabby stellte sich vor eine Iuwelenauslage und wartete. Die Menschenmenge flutete vorbei, dicht gedrängt, uninteressant. Da tarn aber der Bankier. Gabby strengte sich an, so unbefangen als möglich auszusehen, aber es ist fraglich, ob sie darin nicht von Herrn Fellips übertroffen wurde. Fröhlich und harmlos begrüßte er sie, als ob gar nichts geschehen wäre. Gabby fühlte sich verwirrt von dieser unglaublichen Beherrschung, von diesem ausgezeichneten Komödienspiel. Mit Freude stellte sie aber fest, daß der Bankier auffallend blaß war, und daß die Schatten um seine Augen tiefer waren als fortft. ..Der Herr Bankier scheinen eine unruhige Nacht gehabt zu haben", sagte sie sanft. „Sie haben recht", antwortete Fellips ruhig, ..ich war Ihretwegen beunruhigt. Warum find Sie nicht geblieben und haben auf Fob gewartet?" ..Auf Fob? Wie meinen Sie das? Ist denn Fob in der Stadt?" .Gewiß." Der Bankier sprach so überzeugend, daß man ihm fast hätte glauben können. ..Sie wußten doch," fuhr er fort, „daß sie kommen sollte. Sie hat sich verspätet, das ist die ganze Sache. Als ich fortging, rief ich Darminge an und Spezial 0 39,50—40,25, Roggenmehl 29,50—30, Weizenkiele 11,50—11,75, Roggenkleie 12,50, Erbsen 30—39, Heu, süddeutsches, gut, trocken 5,50, Weizen- und Roggenstroh 4,50—5, Treber, getrocknet 18,20—19. Tendenz: Schwächer. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. werker-Lehrgang, wenn von dem Freiwilligen fak» genbe Bedingungen erfüllt sind: a) sittliche Reife, gefestigter Charakter; b) mindestens im 4., höchstens im 3. Dlenftjohr stehend; c) unverheiratet; d) erwünscht für die Laufbahn ist die Obersekunda- reife einer höheren Lehranstalt. (Falls diese Vorbildung nicht vorhanden, wird einwandfreie Beherrschung der deutschen Sprache m Wort und Schrift, der vier Grundrechnungsarten sowie ausreichende Kenntnisie in Staatsbürgerkunde, Geographie und Geschichte gefordert) c) bestandene Unteroffizier-Anwärter-Prüfuna. Entspricht der Anwärter den gestellten Anforderungen, wird er am 1. Oktober zum 1. Lehrgang der Feuerwerkerschule einberufen. Dauer ein Jahr. Anschließend 2. Lehrgang; Dauer wiederum ein Jahr. Bei Bestehen der Abschlußprüfung können die Anwärter — nach Maßgabe freier Stellen nach Ableistung einer vierjährigen Unteroffizier-Dienst'- zeit zu Feuerwerkern, nach weiteren zwei Jahren äu Oberfeuerwerkern befördert werden. Die Besoldung regelt sich nach dem Beamtenbesoldungsgesetz, und zwar sind etngeftuft: Grenadiere bzw. Kanoniere in Gruppe I, 1; Gefreite in Gruppe II; Unter- oftiziere in Gruppe III; Feuerwerker in Gruppe IV; Ooerfeuerwerker in Gruppe V. Wem aus Gesundheitsrücksichten Essig bisher verboten ist, empfiehlt selbst der Arzt Cltrovin JMSfiS: Essig unerreicht in Geschmack und Bekömmlichkeit, habet eine Wohltat für Gesunde und Kranke. UeberaQ erhältlich. Bezugs-Nachweis durch Citroviu-Fabrik Bad Homburg. 1 Flasche — 3—4 Ltr. gebrauchSf Essig, daher nicht teurer als guter Essig. 7567bs erfuhr, daß sie mit einem späteren Zug abgereift sei. Infolge eines Fehlers an meinem Telephon konnte sie mich davon nicht unterrichten. Ich war dann am Bahnhof und holte sie ab. Um halb elf Uhr waren wir beide in der Wohnung. Sie können sich ihre Enttäuschung vorftellen, als sie sah, daß Sie nicht mehr hier waren." Gabby begann zu schwanken. Ihr Mißtrauen hatte eine Höhe erreicht, daß sie mitunter ihrem eigenen Mißtrauen mißtraute. Was sollte sie nun glauben? Fellips. merkte Gabbys Zweifel und schlug chr vor, mit ihm in ein Restaurant zu gehen. Das war ungefährlich, und sie wollte gern noch mehr hören und vor allem dahinter kommen, ob die Angaben des Bankiers wenigstens nicht unwahrscheinlich waren. Sie traten ins Restaurant Viktoria, das wie gewöhnlich von Mittagsgästen vollbesetzt war. Sie fanden schließlich einen halbwegs geschützten Tisch, -an dem sie ungestört sprechen । u unten. Bald merkten sie, daß sie von einem Tisch in der Nähe auffallend beobachtet wurden. An ihm saß Leutnant Bern mit einer Dame. Er war, wie man sehen konnte, schon zu dieser Stunde etwas angeheitert. Jetzt fing er an, den Bankier zu fixieren. Fellips ignorierte ihn und wollte das Gespräch mit Gabby wieder aufnehmen, als sich Bern erhob und an den Tisch trat. Hochrot im Gesicht und mit dem Mut. den der Whisky dann und wann verleiht, erleichterte Bern plötzlich, laut und ohne Vorbereitung, sein Herz von all dem, was er mit dem Bankier noch nicht ausgetraaeh hatte. Er schrie, daß es im ganzen Saal gehört wurde. Fellips sei ein Schurke, der nicht nur einmal sich Fälschungen zuschulden habe kommen lassen, er habe Berns unglückliche Situation ausge- nützt, um ihn zum Werkzeug für feine Fälschungen zu machen usw. Es wurde ein öffentlicher Skandal. Die Leute begannen sich um den Tisch zu sammeln. Ein Ober- kellner eilte herbei und versuchte, der Szene ein Ende zu machen. Fellips saß starr und blaß auf seinem Stuhl und konnte nicht ein Wort hervor- bringen. Als der Wirrwarr am größten war, machte sich Gabby davon. Nicht einen Augenblick wollte sie länger hier bleiben. Eilends nahm sie ein Auto und fuhr zurück ins Hotel. Sie konnte sich kaum or- deutlich sammeln, als ihr schon Keylers Besuch gemeldet wurde. Man brauchte nur sein freudestrahlendes Ge- sicht zu sehen, um sofort den glücklichen Ausdruck seines Unternehmens zu erraten. „Ich habe die Papiere in der Reisetasche," sagte er triumphierend wie ein neugebackener Student, „was wollen Sie noch mchr?" „Wie haben Sie es eingestellt, sie zu bekommen?" fragte Gabby neugierig. „Darüber können wir später sprechen. Die Hauptsache ist, daß ich sie gefunden habe, nicht? Ich werde sie Ihnen jetzt sofort geben. Und dann ist die Reihe an Ihnen, Ihr Versprechen zu halten." Bevor er die Tasche öffnete, bat er Gabby, ihr einige Worte über eine Sache sagen zu dürfen, die ihn schon lange, seit er sie kennen gelernt, vedrückt habe. „Ich meine mein Verhältnis zu Fellips. Sie wissen, daß es für einen Mann ohne besondere Beziehungen schwer ist, eine gute Stellung zu erlangen. Und Herr Fellips war in seinen Angeboten an jene, die er ansteUte, immer sehr nobel. Ich habe mir natürlich, \6 wie viele andere, meine Arbeit bei ihm etwas anders vorgeftellt. Er begann damit, mich um einen privaten, diskreten Dienst zu ersuchen. Wie er wußte, befand ich mich gerade damals in sehr übler Lage. Es ist peinlich für mich, und auch überflüssig, in nähere Einzelheiten einzugehen. Das eine ergab das andere. Ich gestehe offen und ohne mich auf mildernde Umstände zu berufen, daß ich zu Fellips in ein Verhältnis geriet, das ich selbst unwürdig und widerlich fand. Das verdammte Geld! Er hat mich in eine derartige Abhängigkeit gebracht, daß er mir Aufträge erteilen konnte, deren ich mich.geradezu schämte. Aber nun ist Schluß da- mit, und es heißt biegen ober brechen. Und jetzt dürfen Sie über mich denken, wie Sie wollen, Fräulein Gabby." Gabby war beinahe gerührt und reichte ihm die Hand. Es erschien ihr männlich und furchtlos, seine eigenen Mängel so zu entblößen. Keyler suchte nun hastig in feiner Reisetasche und warf dann und wann eine kleine Bemerkung dazwischen, wie schwer es gewesen sei, der Papiere habhaft zu werden. (Fortsetzung folgt)