Donnerstag, 18. Zum 1925 175. Jahrgang Nr. 140 Erstes Blatt GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Vrvü unööerlag: Brübl'fdit Unlvcrf.tätr-Vuch- und Steinörudcrd N. Lange in Stetzen. Schnftleitung und Seschästssttlle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedcVerbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpscnnig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20°/, Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienb lütter Heimat im Bild. Monats-Vrzvgrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Die Krise im französischen Linkskartell. Der Bericht des Ministerpräsidenten. — Zwischenfall in der Kammer. P a i n l e d e ist von feiner Marottoreise zu- rückgekehrt und hat dem Ministerrat über feine Besprechungen und Erfahrungen Bericht erstattet. Der amtliche Bericht der darüber ausgegeben wurde, ist natürlich sehr dürftig, weil man vermeiden will, eine amtliche Bestätigung der umlaufenden Gerüchte zu geben, nach denen die Lage an der Front für die Franzosen recht ungünstig ist. Der Hinweis in dem amtlichen Bericht, daß Painleve den Ministerrat über die Maßnahmen unterrichtet habe, die in Marokko vereinbart worden seien, um die Dauer der militärischen Operationen und ihre Gefahren auf ein Mindestmaß zu beschränken, sche'nt immerhin darauf hinzudeulen, daß Uneinigkeiten unter den Führern in Marokko ausgeglichen wurden, denen die bisherige Erfolglosigkeit des Krieges zugefchrieben wird. Ein Opfer dieses Ausgleiches ist sicher der General C o l o m b a t, dem nach außen hin eine überstürzte Räumung Uezzans zum Borwurf gemacht wird. Die Gerüchte, daß auch Unstimmigkeiten über die Leitung L y a u t e y s bestehen, scheinen trotz des osfiziellen Dementis irgendwie begründet zu fein. Und man wird wohl damit rechnen, daß eines Tages die militärische Leitung in Marokko einem General übergeben wird, der Marschall F o ch genehm ist Borläufig werten die Regierungsmaßnahmen darin bestehen, neues Kriegsmaterial und Ber- stärkungek nach Marokko zu senden, weil man sich der Hoffnung hingibt, dadurch ein schnelleres Ende des Abenteuers herbeiführen zu können. Auch auf das Zusammenarbeiten mit den Spaniern bei der Blockade der Rifküste seht die französische Regierung große Hoffnung, Die weit damit wirklich eine baldige Unterwerfung oder 'Verhandlungsbereitschaft Abd el KrimS erreicht wird, bleibt vorläufig recht fraglich. Wenn man auch den Bericht Abd el K r i m s , den er einem italienischen Blatte über die Lage und die Entwicklung des Krieges gegeken Hatz als reichlich .optimistisch ansehen muß, so wird man immerhin damit rechnen wnlk-n, daß es den Rifkabyten, trotz der großen militärischen Ansire gungen der Franzosen, gelingen wird, wenn nicht gerade drei Jahve, sich doch noch lange Zeit zu halten. Das liegt eben m der Beschaffenheit des Geländes und der Ber- trautheit der Rifleute mxt diesem Gelände begründet. Ob Frankreichs.- finai; i II einen Krieg von längerer Dauer w rd leisten können, bleibt abzuwar'en. Sicher w'rd dadurch die innerpolitische Lage für das Kabinett Painlevä nicht günstiger. Die Unzufriedenheit der So - zialisten mit der Marokko olitik ist im ständigen Wachsen begriffen und wird sicher auch noch weitere Teile der Radiialfozialisten ergreifen. Die neue Debatte über Marokko in der Kammer ist vorläuf-q vertagt worden, weil Pain- lev<5 jetzt keine Erklärung ab.oeben will. Er verschanzt sich hinter den Bericht der Kammerkom- miffion, die sich vor einigen Tagen^nach Marokko begeben hat, um sich an Ort und Stelle über die Lage zu orientieren. Damit wird aber sicher die Krise nur hinausgeschoben, nicht aber überhaupt bese ligt, weil ja nebenher noch dis Unzufriedenheit mit den Finanzplänen der Regierung geht. Das; die ganze Marokkoangelegenheit die Finanzkrise nur verschärfen wird, zeigt sich immer dru l'chcr. So werden schließlich auch die Pläne Caillaur' nicht mehr ausreichen, sie einigermaßen zu beheben. Kommunistische Obstruktion. Paris, 17. Juni. (WB.) Die Kammer- o u s s ch ü s s e für auswärtige Angelegenheiten, für Heeresangelegenheiten und Finanzen sind heute nachmittag zu einer gemeinsamen Sitzung zufammengetreten, um einen Bericht des Mi- risterpräsidenten Painlevä über feine Reise rach Marokko entgegenzunehmen. Auch einige Mitgl'eder des Marineauöschusses haben der Sitzung beigewohnt. M nisterpräsident Painleve erklärte, bevor er seine Ausführungen beginne, müsse jeder Anwesende die ehrenwortliche Der- sicherur.g abgeben, keine Mitteilungen militärischer Art, die gemacht werden, weiter- jufl’ben. Die Kommunisten, toelo?: anwesend waren, ließen eine Erklärung verlesen, in der sie Widerspruch gegen das Verlangen des Ministerpräsidenten ergeben, und für sich das Recht in Anspruch nehmen, der Sitzung beizuwohnen, ohne die ehren- Dörtl'.che Verpflichtung zu übernehmen. Der Vorsitzende. Aog. Franklin Bouillon, ersuchte ten Ministerpräsidenten, sich zurückzuziehen bis der Zwischenfall geregelt sei. Er schlug vor. einen Unterausschuß einzusetzen, der sich in ein anderes Deratungszimmer begeben soll, um dort die Erklärungen des Ministerpräsidenten unter Ausschluß der kommunistischen Abgeordneten ent- gegenzunehmen und darüber zu berichten. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Bevor dj§ erwählten Mitglieder des Unter- «usschusses sich nach dem Beratungszimmer, das im Gebäude dos Kammerpräsidiums gelegen ist, begeben konnten, erschienen sechs kommunistische Abgeordnete und verlangten Zutritt. Dieser wurde ihnen verweigert. Als Franklin Bouillon rief: „Sie werden nicht eintreten!" versuchte der kommunistische Abg. Marty den Eintritt zu erzwingen. Es entstanden Skandalszenen, an der sich auch der kommunistische Abg. Vaillant-Courturier beteiligte. Man befürchtete sodann, daß es zu einer Schlägerei kommen werde, da die Kommunisten die Vorsitzenden der Ausschüsse und die Saaldiener beiseite zu schieben versuchten. Als der Abg. Dorio t seinerseits protestierte, rief ihm Franklin Bouillon zu: „Schweigen Sie. Sie sind ein Verräter!" Etwa zehn Minuten dauerten diese Szenen. Als die kommunistischen Abgeordneten sich nicht entfernen wollten, wurden Soldaten der Garde Republi- caine beordert, um das Vorzimmer zu räumen. Jetzt erst entschlossen sich die kommunistischen Abgeordneten, der Sitzung fernzubleiben. Painlevä über seine Marokkoreise. Paris, 17. Juni. (WB.) Rach den Zwischenfällen, die sich heute nachmittag ereignet hatten, hat ein Unterausschuß getagt, dem in einer privaten Sitzung Ministerpräsident Painlevä in weitgehendster Weise auf alle Fragen, die ihm von Vertretern aller Parteien gestellt wurden, Antwort erteilt hat. Die etwa 100 Mitglieder der drei Kommissionen haben Kenntnis von diesen Erklärungen genommen und Painlevä den Dank hierfür und für die Durchführung seiner Mission in Marokko ausgesprochen. Der kommunist sche Abg. Renaud Jean hat über die Zwischenfälle beim Zusammentritt der drei Kammerausschüsse eine Interpellation eingebracht, zu deren sofortige Diskussion er fordern wird. Meinungsvers^iedenheilen in der sozialistischen Kammerfraktion. Paris, 17. Juni. (WB.) Die gestern in offener Kammersihung zutage getretene Meinungsverschiedenheit. fte innerhalb der sozialistischen K a m me r f r a k t ro n anae- sichts der Marokkopolitir der Regierung herrscht, hat di «Fraktion veranlaßt, bereits heute vormittag zu einer Beratung zusammen-u reten. Als Pole"» e " ■taqu’i- k'mm'«- ni f en n p l ation üb r iie ag t x M - ro.ro bea;u. .vc . . IHi i v, er ver Partei gegen u i e 2t 2 g i e r u n terstühungspolitik gegenüber dem Kabinett Painleve fortgesetzt toerben kann. Bor einer Spaltung m ßinksblod?. Paris, 18. Juni. (TU.) Die sozialistische Kammergruppe trat gestern abend zusammen, um über die Fortsetzung der Unierstühungspolitik und die Haltung der Parte» zu den Finanz- und Marokko-Problemen zu verhandeln. Es wurde Kritik an den Steuerplänen Caillaux geübt und die Loslösung vom Kartell von den meisten Rednern verlangt, weil tue Fortsetzung der Unter- stützungspolitik die Existenz der Parte» aufs Spiel setze. Es wurde beschlossen, den drei anderen Gruppen ein 9)1 a n i f e ft zu überreichen, in dem der Wille zum Ausdruck gebracht wird, die Regierung nur dann weiter zu unter st ützen, wenn sie die Kartellpolitik unverändert fortsetze. Die weiteren Beratungen wurden auf heute nachmittag vertagt. Der radikal-sozialistische Ereku- tio-Ausschuß, der gestern ebenfalls eine Sitzung abhielt, beschloß, mit der Kartell-Politik und der Ausführung des Programms auf Grund der letzten Der- fassungswahlen sortzusahren. Beginn der Marokkokonferenz. Madrid. 17. Juni. (LU.) Um 5 Uhr nachmittags fand im Präsidentschaftssaale: die Eröffnung der Marokkokonferenz unter dein Vorsitz des Generals I o r d a n a statt. Da einige französische Sachverständige erst heute eintreffen, werden die eigentlichen Arbeiten erst in einigen Tagen beginnen. Der Madrider Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" wurde vom General I o r» dana empfangen, der der Ueberzeugung Ausdruck gab, daß die Zusammenarbeit Spaniens und Frankreichs in Marokko auf die Welt des Islam einen tiefen Eindruck machen werde. Ein Mitarbeiter Jordanas wies darauf hin, daß die Frage der Ueberwachung der Rifküste zu gewissen juristischen Erörterungen 2In- laß geben werde, weil sich wahrscheinlich die Rotwcndigkeit Herausstellen würde, daß wichtige Küstenpunkte wie Senta und Melilla zur wirksamen Ueberwachung der Schmugglerschiffe auf 6 Kilometer Ausdehnung überwacht werden müßten. Die Konferenz werde sich in erster Linie mit diesen Fragen beschäftigen. Vermittlungsversuch Abd el Krims in England und Italien. Paris, 18. Juni. (TU.) Der „Information" wird von zuverlässiger Seite aus London gemeldet, daß Abd el Krim England und Italien zur Vermittelung der Eröffnung von Friedensverhandlungen mit Frankreich und Spanien gebeten habe. Großbritannien soll das Ersuchen des marokkanischen Führers mit der Begründung abgelehnt haben, daß es nicht in der Lage sei, sich in innerfranzöstsche Angelegenheiten einzumischen. Die Sicherheitsdokumente Englische Vermutungen über die Haltnuq Deutschlands. London, 18. Juni. (TU.) Die ‘Bcröffent- lichung der zwischen Deutschland und den All- ierten ausgetauschten Dokumente wird.^w.e der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, zeigen, wie allgemein diese bisher gehalten sind. Die ernsten Anzeichen aus Berlin deuteten daraufhin, daß die deutsche Regierung die Vorschläge nicht f u m m a r i sch zurückweisen werde, auf der anderen ©eite werde es aber Berlin nicht möglich fein, in den folgenden Punkten eine Zustimmung zu geben: 1 . daß jede Signatarmacht das Recht habe, die Friedensverträge nach eigenem Gutdünken auszulegen und vermittels Zwangsmaßnahmen ihre Ausfüh- rur-’ zu e-zwing->n: 2 daß jed Sign t rmacht nach dem abgeschlos e- ' nen Pakt b rechiigk sei, ohne Zust m nun i der übrigen Signatarmächte oder des Völkerbundsrates die entmilitarisiert^ Z o n e zu betreten: 3 daß das Veto gegen die Vereinigung Deutschlands mit Oesterreich, das unter Art. 8) in die Hände des Volker- bundsrates gelegt wird, ein für allemal festliegen soll. AbrMtungsdebatte im englischen Unterhaus. London. 17. Juni. (WB) In Deant- Wortung eines Ersuchens Macdonalds stimmte Baldwin zu, daß morgen abend von 8.15, bis 11 Uhr eine Debatte über die Lage in China stattfindet. Die Regierungserklärung werde wahrscheinllch von ihm. Baldwin, abgegeben werden. Sir Frekeric Hall fragte nach dem Umfang der Kontrolle, die jetzt von den Alliierten ausgeübt werde, um die Durchführung der Abrüstungsb stimmungen des Versailler De-trages durch Deutschland zu erreichen. Unterstaatssekretär Samuel erwiderte, die interalliierte Militärkontrollkrmmission werde in Deutschland bleiben, um die Durchführung d.r in der Rote vom 2. Juni enthaltenen Forderungen zu überwachen. Ein konservativer Abgeordneter fragte hierauf, ob man denn nicht sehe, daß Deutschland entwaffnet ist, und zwar seit sehr beträchtlicher Zeit. Jede weitere Besetzung deutschen Gebiets könne nur zu Erregung führen. (Beifall bei der Arbeiterpartei.) Rennie Smith fragte, ob die A b r ü st u n g Deutschlands jetzt genügend sei, um mit den allgemeinen Rüstungsii schränkungen aller Rationen zu beginnen. Unterstaatssekretär Samuel erwiderte, wie das 5) au 8 aus den veröf'entlichten Dokumenten ersehen könne, habe Deutschland nach nicht alle militärischen Destim- mungen des Versailler Vertrages auSgefüprt. Erst wenn dies geschehen sei, werde es mog- l i ch sein, die Frage der allgemeinen Abrüstung zu behandeln. Italien und der Sicherheitspakt. Paris. 17. Juni. (WTB.) Die Stellung der italienischen Regierung in der Sicherheitspaktfrage wird von der „Information" einer scharfen Kritik unterzogen. Das Blatt schreibt: Die italienische Regierung ist nicht um Widersprüche verlegen. Rachdem sie mehrere Tage durch ihre Presse sich erboten hat, an dem Sicherheitspakt teilzunehmen, scheint sie heute einen Rückzug anzutreten. Denn eine off zielle Rote kündigt an, daß Italien sich feine Stellungnahme Vorbehalte. Italien könne die Rheingrenze nicht garantieren, ohne zu wissen, welche Gegenleistung man ihm bewilligen werd«. Wit anderen Worten: Italien schlägt Frankreich einen Kuhhandel vor. Mussolini hat jüngst erklärt. daß er ein entschlossener Gegner des Anschlusses Oesterreichs' an Deutschland fei, aber zu gleicher Zeit haben auch die saszistischen Blätter, ße nicht notwendig haben, die gleiche Zuruck- Haltung an den Tag zu legen, ihre Leser aufgefordert. sie mochten sich die maritimen Grenzen Italiens betrachten. Deutsch-polnischer Zollkrieg. Warschau. 17. Juni. (WTB.) Wie „Przeglad Wieczorny" erfähtt, findet heute abend ein M i - n i ft c r r a t statt, in dem Maßnahmen zur B e - chränkung des deutschen Imports nach Polen beraten werden sollen, die in Straft treten sollen, wenn sich ein deutsch-polnischer Zollkrieg als unvermeidlich erweisen sollte. Hessischer Landtag. Fiuauzmiuistcr Henrich zum Ltaatsvoranschlag. Darmstadt, 17. Juni. (Eigener Bericht.) Präsident A d e l u n g eröffnet um 9.20 Uhr die Sitzung: das Haus ist schwach besucht. Am Regie- rungstisch: Die Minister von Brentano und Henrich. Auf der Tagesordnung steht der Staats- Voranschlag. Abg. Dr. Greiner (Komm.) spricht zunächst über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gegenwart vom kommunistischen Standvunkte. Er erklärt u.a. den Landtag für überflüssig. (Zuruf: Warum sind Sie denn hier?) Der Redner verlangt die Aufhebung der Landesuniverfität Gie- jen, denn sie fei doch nicht mehr konkurrenzfähiy. Finanzmtnifter Henrich setzt sich kritisch mit den Vorrednern auseinander. Der Nachweis, daß andere Länder ihre Finanzgeschäfte besser führten als Hessen, sei nicht erbracht. Nach Erschöpfung aller Deckungsmöglichkeiten betragt der Fehlbetrag 8,3 Millionen, nicht 14, wie behauptet wurde. Hiervon sollen die Gemeinden 3,4 Millionen übernehmen, so daß 5 Millionen ungedeckt bleiben. Es muß immer wieder darauf hingewiefen werden, daß dos besetzte Gebiet früher nahezu 50 Proz. aller Steuern oufbrachte und heute nur noch 38 Proz. Diese Differenz bedeutet mehr als der ungedeckte Fehlbetrag. Für chn ist uns das R e i ch Ersatz schuldig. Mit dem Zuschuß für die Kirchen bietet Hessen mehr als irgendein Land. Dem Voranschlag sieht man die Abstriche nicht an, die ihm voransgmgen. Durch den Personalabbau sind 1190 Beamte entfernt worden mit einer Kostenersparnis von 2—3 Millionen. Abg. Dr. Werner Dercüiqt den Lohnabzug, aber dieser hat bisher z der gesamten Einkommen- fteu-'r ausgemacht Wenn die Oppositionsparteien in der Regierung sind, werden sie feinen anderen Voranschlag aufstellen. , Nach der üblichen Pause spricht zunächst Abg. Widmann (Soz.), der die Ausführungen des Finanzministers lobt und sich im wesentlichen in seiner Rede gegen die Rechte des Hauses auf die Gedankcn- flänge der Rede des Ministers stützt. Im Verlauf einer Polemik gegen die Kommunisten ruft dem Redner der Abg. Golm die Worte zu: „Sie mit Ihrem Maulwurfsgehirn." Präsident Nuß -ügt den Ausdruck mit dem Bemerken: „Ich muß oft- stellen, daß ein Abgeordneter kein Maulwurfsgehirn hat." Abg. Galm entgegnet: .Hier liegt aber eine Ausnahme vor." Nach weiteren Verhandlungen werden um 1 Uhr die Beratungen abgebrochen. Der Gestütshaushalt tm Preußischen Landtag. Berlin, 17. Juni. Rach Ueberteeifung einer Reihe kommunistischer Anträge an die zuständigen Ausschüsse findet ein werterer kommunistischer Antrag, die preußischen Vertreter m Rei^srat dahin zu i iftruieren, daß sie für die W ci e e nsüh u g e C£Eic e a nah c e ah. e.is gegenüber den Ar.ei.en der 6a)eri|.jen Vo is- gcrichte sich einsehen, gegen die Stimmen der Reck'tsparte en Annahme. Hieraus tritt das Haus in die 5 - eite Beratung des GestütshauS- Halts ein. Abg. v. Plehwe (Dtnti.) berietet ü'er die Auss. uhverhandlungen und fordert Maßnahmen gegen d i e starke Einfuhr ausländischerPferde. Die große Anfra-e der Deutschnationaien, des Zentrums und der Deutschen Volksparlei über den Schuh der heimischen Pferdezucht wird mit der Beratung des Gestütshaushalts verbunden. Landwirts astsminister Steiger äußert sich über die Große Anfrage über die Einfuhr ausländischer Pferde und den Schuh der heimischen Pferdezucht, das Ausland und besonders Be.gien habe die Aufhebung verlangt und sonst mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Bedeuten gegen die Aufhebung seien allerdings gerechtfertigt. Die Lage der Pferdezucht sei keineswegs günstig. Abg. K r i e s ch i e k (Dntl.) erklärt, d.e Träger der ostpreuhischen Pferdrzucht seien nicht die Großagrarier, sondern die (leinen Züchter. Die jetzt wieder freigegebene Einfuhr fremder Pferde muffe die einheimische Pferdezucht ruinieren. Die westfälische Pferdezucht hatte die belgische Konkurrenz nicht aus. Absolut zwin- gen&e Gründe für die Maßnabmen der Reichsregierung habe der Redner' aus der Minister- erftärung nicht entnehmen können. Okerlandstallmeister Großcurth erwidert, es gehe nicht an. jedem Landwirt freizustellen, was er züchten wolle. Die Regierung müsse daran festhatten, daß Körgesehe nur mit Zustimmung der Landwirtschaftskammern erlassen werden können. Die Rennen seien als Zucht- Prämien nicht zu entbehren. Die Vollblut- z u ch t sei auch eine groheEinnahmefür den preußischen Staat. Dr. Schacht zur Rentenbankanstalt. Berlin, 17. Juni. (Wolff.) In der heutigen Sitzung des Volkswirtschaftlichen Ausschusses des Reichstages äußerte sich der Reichsbankprüsident ausführlich über die Gründung der Rentenbankanstalt. Dr. Schacht erklärte u. a. die Frage, ob die geplante Renten- bankkredikanstalt die Möglichkeit bietet, der Land - wirtschaft K r e d i t e zu verschaffen, möchte ich grundsätzlich bejahen. Zum Unterschied von den landwirtschaftlichen Hypothekenbanken und genossenschaftlichen Instituten soll hier ein Institut geschaffen werden, das wie kein anderes dem Ausland gegenüber diejenige Sicherheit und diejenige große Organisation bietet, die für die Gewährung eines sülchen Kredits nötig ist. Vom Standpunkt der Währungspolitik habe ich keine Bedenken gegen dieses Institut. Auch die Verschuldung in fremder Valuta halte ich nicht für bedenklich, solange sie sich in vernünftigen Summen bewegt. Ein zusamenfassendes großes Zentrattnstitui, das auf acfehfiöm Basis beruhst ist das einzige Institut, das Auslandkredite erhalten kann. Wenn sich das Institut auf Realkredit beschränkst ist es einerlei, ob es 500 oder 750 Millionen Grundkapital hat, und ob die Sonderrücklage von 5 Proz. in die Höchstgrenze einbezogen wird oder nicht. Der Privatcharakter des neuen Instituts scheint mir nicht bedenklich. In seiner Geschäftsführung soll dieses Vanklnstitut möglichst frei von allen politischen und staatlichen Einflüssen sein, aber in den grundsätzlichen Fragen muß derStaateinengewissen Einfluß darauf behalten. Der Verwaltungsrat muß sich in erster Linie aus Kreisen der Landwirtschaft zusammensetzen. Die Frage, nach dem Einspruchsrecht der Regierung gegen die Beschlüße muß ich verneinen. In der Geschäftsführung muß das Institut vollständig freie Hand haben. Sie im Gesetz vorgesehene Frist für die Gewährung von Personalkredit bis 1931 scheint mir zu lang. Die Reichsbank hatte drei Jahre vorgeschlagen. Sie würde aber bereit sein, noch zwei Jahre zuzugeben. Wenn wir aus unserer ersten Produktionsquelle, der Landwirtschaft, etwa 30 Prozent Mehrproduktion heraus- holen könnten, sind wir über alle Schwierigkeiten unserer Wirtschaftslage hinweg. Daher muß schleunigst durch Erledigung dieser Vorlage die notwendige Hilfe für die Landwirtschaft geschaffen werden. Abordnungen der Wirtschafts - verbände beimNeichspräsidenten Berlin. 17. Juni. (WTD.) Der Reichspräsident empfing heute die Abordnungen wirtschaftlicher Spitzenverbände. Ramens des Deutschen Industrie- und Handelstages war dessen Präsident Franz v. Mendelssohn, die Handelskammerpräsidenten Grün -Breslau und Kaufmann-Stuttgart, sowie Reichsminister a. D. Hamm erschienen. Der Reichslandbund war durch seine beiden Präsidenten Graf Kalckreuth und Hepp, sowie Herrn v. Goldacker vertreten. Als Vertreter des Handwerks kamen der Vorsitzende des deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages, Ehren- meistec Plate, Hannover, der Vorsitzende der Handwerkskammer Berlin, Lubert und Generalsekretär Herrmann. Später empfing der Reichspräsident die Vertretung der Haupt- gemeinschast des deutschen Einzelhandels. Die verschiedenen Abordnungen übermittelten dem Reichspräsidenten ihre Glückwünsche zu seinem Amtsantritt und legten in längeren Ausführungen die Lage der einzelnen Zweige der deutschen Wirtschaft dar. Der deutsch-ägyptische Niederlassungsvertrag. Berlin, 18. Juli. (SIL) Halbamtlich wird mitgeteilt: Am 16. ds. Mts. ist in Kairo der Riederlassungsvertrag zwischen dem Reich und Aegypten, über den längere Zeit verhandelt wurde, unterzeichnet worden. Damit sind die seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen. um deutschen Reichsangehörigen wieder die Aufnahme einer wirtschaftlichen Tätigkeit in Aegypten unter gesicherten Verhältnissen zu ermöglichen, zum Abschluß gelangt. Es ist mit Genugtuung zu begrüßen, daß sich die ägyptische Regierung bereit gefunden hat, die deutschen Reichsangehörigen in Aegypten wieder auf dem gleichen Fuße zu behandeln wie die Angehörigen der anderen fremden Staaten. Unsere Gerichtsbarkeit wird durch den Vertrag in demselben Umfang hergestelli, wie sie yor dem Kriege bestand. Im übrigen sieht der Vertrag das freie Aufenthalts- und Riederlassungsrecht der beiderseitigen Staatsangehörigen im Gebiet des andern Vertragsteils vor. Der Vertrag wird den beiderseitigen" Parlamenten zur Genehmigung vorgelegt werden. Aus aller Welt. Ein Siebenstaaten-Flug der deutschen Presse. Gemeinsam mit dem Reichsverband der Deutschen Presse veranstalten die Junker- Flugzeugwerke vom 19. bis 24. Juni einen ,.Siebenstaal'en-Flug der Deutschen Presse". Als Verkehrsmitel dient ein Junkers-Großflugzeug modernster Konstruktion. Zweck des Unternehmens ist, wie es in der Mitteilung des Reichsverbandes heißt, maßgebenden Vertretern der Presse praktisch Gelegenheit zu bieten, sich von den großen Veränderungen zu überzeugen, die sich durch die Entwicklung des Luftverkehrs in den Verkehrs Verhältnissen Europas anbahnen. Dabei soll vor allem auch gezeigt werden, wie durch den Luftverkehr auch die berufliche Tätigkeit der Presse immer stärker beeinflußt wird. Bei dem Flug werden folgende Staaten berührt: Deutschland, Danzig, Schweden, Dänemark, Schweiz, Oesterreich und Ungarn. Die F lugst r e ck e beträgt rund 4 0 0 0 Kilometer, was etwa der Entfernung Berlin—Persischer Golf gleich kommt. An verschiedenen Orten, wie z. B. Kopenhagen, Zürich München und Wien werden offizielle Empfänge stattfinden. Die Teilnehmer des Fluges sind: Für die ostdeutsche Presse Redakteur H o l st e i n - Königsberg, für die süddeutsche Presse Schriftsteller Herrmann Roth- München, für die norddeutsche Presse Redakteur Reiner- Hamburg, für die westdeutsche Presse Chefredakteur K o e n e - Munster, für die Berliner Presse Redakteur Kleffel und als Vertreter eines großen Nachrichtenbureaus Cbefredakteur Steinfurth (Telegraphen-Union). Durch einen österreichischen Der Streit um Lms vAyrrWE Konkordat. Deutscher Berlin, 17. Juni. Ohne Debatte nimmt das Haus in allen drei Lesungen einen Gesetzentwurf über die Hinausschiebung der Vermögens st euervorauszahlun gen an. Danach werden die Vorauszahlungen aus die Vermögenssteuer, die am 25. Mai fällig waren, bis zum 15. August ausgesetzt. Rachdem Staatssekretär Z w e i g e r milae- teilt hat, daß der Re.chsinncnminister infolge einer Fußverletzung nicht an den Verhandlungen teilnehmrn römre und ihn mit seiner Vertretung beauftragt habe, tritt das Haus in die Beratung der sozialdemokratischen Interpellation ein, die sich gegen das bayrische Konkordat, weichet und in der in dem Konkordat eine Verletzung der Reichsverfassung erblickt wird. Abg. Sänger Wir lehnen das Konkordat ab, weil in dem Vertrag: in unzulässiger Wnse in die inneren Verhältnisse i er G l a u b c ns ge s ^lisch a s t en eirg^grifren wird und weil in ihm der G r undsatzgebung des Reiches vorgegriffen wird und weil ferner in ihm die Freiheit der verfassungsmäß'gen Lehrerschaft beseitigt wird. Wir fragen den Reichsminister Schiele, ob er von dem Rechte des Artikels 13 Absatz 2 Gebrauch machen will, eine reichsgerichtliche Entscheidung zur Schlichtung des Streites um das Konkordat herbeizufüh.en. Der Redner fragt die Regierung, wann ein Reichs- konkordat kommen weroe und meint, daß bei der Schaffung dieses Reichskonkordats wahrscheinlich Differenzen mit dem bayrischen Konkordat entstehen würden. Der Redner sucht alsdann im Einzelnen die Verstöße des Konkordats gegen die Reichsverfassung nachzuweisen. 11. a. wendet er sich dagegen, daß das Konkordat vorsieht, daß in allen Gemeinden katholische Schulen errichtet werden sollen, selbst in Form einer ungeteilten Schule, wenn eine entsprechende Anzahl von Schülern vorhanden ist. Das verstoße gegen dir Artikel 146 und 174 der Reichsverfassung. In dem Konkordat sei auch die Unabhängigkeit der deutschen Hochschulen bedroht, weil es vorsehe, daß an zwei bayrischen Hochschulen mindestens je ein Professor der Philosophie angestellt werde, der in Bezug auf seine katholische Anschauung einwandfrei bekannt sei. Das bedeute, daß diese Hochschullehrer der Kirche unterständen. Verfassungswidrig sei die Bestimmung des Konkordats, nach der die bayrische Regierung sich verpflichte, die Lehrer für katholische Be- kenntnisschulen im Geiste des katholischen Glaubens auszubilden. Artikel 143 Absatz 2 der Verfassung besagt, daß die Lehrer im Geiste der höheren Bildung ausgebildet werden. Der Geist höherer Bildung sei aber nicht Dekenntnisgeist. Die Trennung von Kirche und Staat sei ein geschriebenes und ungeschriebenes Gesetz der Verfassung, das durch das Konkordat verletzt werde, indem die Kirche alles geboten erhalte und nehme und nichts dafür gebe. Staatssekretär Zweigert weist in seiner Beantwortung der Interpellation darauf hin, daß das bayerische Konkordat seit der Reuregelung der staatsrechtlichen Verhältnisse der erste Fall sei, daß ein Land seine Beziehungen zur Kirche im Wege eines Hebereinkommens geregelt habe. Die Trennung von Kirche und Staat sei für die großen Religionsgemeinschaften in der Reichsverfassung nicht durch geführt Wörden. Die Kirchengemeinschaften hätten vielmehr die Stellung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Der damalige Reichskanzler habe nach Prüfung der Vorlage im Einverständnis mit dem damÄigen Innen- und Justizministerium und namens der Reichsregierung erklärt, daß gegen den Entwurf des Konkordats auf Grund der Reichsversassung Einwendungen nicht erhoben werden können. (Hört, hört! links.) Es handle sich bei dem Konkordat auch nicht um einen Verstoß gegen Artikel 78 der Reichsverfassung, der den Vertragsabschluß mit auswärtigen Staaten dem Reiche vorbehält. Der p ä p st- licheStuhlseiaberk einauswärtiger Staat im Sinne' dieses Artikels. (Zustimmung rechts.) Reichstag. Abg. Wallraf (Dtntl.) meint, daß es den Sozialdemokraten mit ihrer Interpellation darauf ankomme, die Reg'.erungsgemcinschaft zwischen dem Zentrum und den Deutschnationalen dadurch zu stören, daß sie sich als Schützer vor den Katholizismus hinstellen. Man müsse zugeben, daß zur Zeit die konfessionellen Gegensätze von Tag zu Tag stärker werden. Es sei Pflicht aller, diese Differenzen rechtzeitig auszugleichen. Ramens der deutsch- nationalen Partei erklärt der Redner, daß in dem Konkordat eine Verletzung der Reichsverfassung nicht erblickt werden könne. Die Deutsch nationalen würden sich daher an der Debatte der Interpellation nicht beteil gen. Sie erwarten, daß baldmöglichst Konkordats- Verhandlungen des Reiches im Sinne der Parität gegenüber beiden christlichen Bekenntnissen eingeleitet werden zur Aufrechterhaltung und Stärkung des konfessionellen Friedens. Namens des Zentrums erklärt Abg. Dell (Ztr.): Zur Förderung des Reichsgedankens und zum Schutze der Reichsverfassung ist es von wesentlicher Bedeutung, daß die den Ländern verbliebenen Rechte nicht angetastet werden, und daß jeder Eingriff in deren Zuständigkeit sorgsam ver- hütet wird. Das gilt insbesondere für Bayern. Das zuständige Reichsminifterium ist zur Bejahung der verfassungsrechtlichen Zuständigkeit und der Zulässigkeit des Konkordats gelangt. Wir haben keinen Anlaß, dieses Ergebnis in Zweifel zu ziehen. (D. Vp.) erklärt, daß fichinBayernaegendas Konkordat selbst Widerspruch erhoben habe. Bayern habe mit Konkordaten seine Erfahrung. Das gegenwärtige Konkordat lehne sich allzu eng an das vom Jahre 1817 an, das viel Widerspruch gefunden habe. Das Reich habe nur die Kompetenzzuständigkeit geprüft. Der Redner erklärt, daß, wenn er als bayerischer Abgeordneter zu dem Konkordat hätte Stellung nehmen müssen, er das Konkordat ab gelehnt hätte, weil es dem Artikel 10 der bayerischen Verfassung widerspreche, indem es eine neue Leistung dem bayerischen Staate auferlege, wozu eine oerfassungsändernde Mehrheit erforderlich gewesen wäre. Der Wortlaut des Kon- kodats stehe mit dem Wortlaut der Reichsverfassung nicht derart in Widerspruch, daß ein Eingreifen des Reiches aktuell wäre. Das Konkordat fei aber so weitmaschig, daß feine Praxis eventuell zum Einschreiten des Reiches gemäß Artikel 13 der Verfassung Anlaß geben könnte. Solange Treu und Glauben im öffentlichen Leben noch klang und Rang habe, würden die im Vertrage zum Konkordat niedergeleglen Erklärungen der bayerischen Regierung sehr ernst zu nehmen sein, daß durch das Konkordat auch nicht eine verschleierte Form einer geistigen Aufsicht der Kirche über die Schule wieder eingeführt werden solle, sondern daß die Oberaufsicht über das Gesamtschulwesen dem Staate verbleibe. Abg. Neubauer sieht in dem Konkordat den ersten Schrit des Klerus, wieder, wie im Mittelalter, die gesamte Wissenschaft unter fein Zepter zu bekommen. Abg. Dr. Schücking (Dem.) hebt hervor, daß die Weimarer Verfassung die katholische Kirche sehr gefördert habe. Die Demokraten müßten sich gegen das Konkordat wenden. Es sei richtig, daß gemäß der Reichsverfassung eine Zustimmung des Reiches zum Abschluß des Konkordats nicht erforderlich gewesen fei. Das bedeute aber eine bedauerliche Lücke in der Verfassung. Abg. Dr. Pf.leger (Bayr. Dp.) erklärt, die Möglichkeit, daß für später einmal ein Konflikt bei der Ausübung des Konkordats sich ergeben könnte, fei natürlich gegeben. Abg. Dr. Frick (Völkisch) meint, das Konkordat hätte vor seinem Abschluß dem Reichstag vorgelegt werden müssen, weil es der Reichsgesetzgebung auf dem Gebiete des Schulwesens vorgreife. Ein Reichskonkordat würden die Völkischen ablehnen. Damit schließt die Aussprache über die Interpellation. ______________________ Teilnehmer, Schriftsteller Rudolf Olden- Wien, wird die enge Verbundenheit mit dem Bruderlande betont. Die Leitung des Fluges liegt in den Händen des Pressechefs der Junker-Werke, Herrn Fischer von Poturzyn. Außerdem gehören zu der Besatzung noch zwei Flugzeugführer und ein Vertreter der Junkers-Luftbildaoteilung. Hilfe für Amundfen. Mac Millan hat feine Reise nach dem Rordpol angetreten, u'm nach dem Verbleib der Amundsen - Expedition zu forschen. Aus Stadt und Land. Gieß en,.den 18. Juni 1925. Der Weizen blüht. Manche Städter wissen nicht viel von dem, was dem Landwirt selbstverständlich ist: daher belächeln sie sich wohl auch gegenseitig. Viele Stadtleute können die Getreideorten nicht unterscheiden und werden es wohl auch nicht lernen, trotzdem sie es in der Schule hätten lernen sollen. Wenn sie es dann aber doch mal wissen, vergessen sie es immer wieder leicht. Es interessiert sie eben nicht. Dafür sind sie wieder auf anderen Gebieten zu Hause. Aber wenn das Getreide blüht, dann wenden sie doch einmal dos Augenmerk daraus, denn es sieht so zierlich aus: Fein: kleine Staubbeutel hängen au den grünen Aehren und ver- stieben den kaum sichtbaren Samen in gelben Wolken, die sich auf die schwarzen Kleider legen, auch wohl sogar das dunkelgrüne Kleefeld mit einer helleren Schicht bedecken. Ein würziger Duft zieht die Wege entlang. Richt süß wie der Geruch der Ackerwinde oder des lila Klees, sondern kräftig und erfrischend. Wenn man mit der Hand darüberstreift, bann schüttelt der Halm seinen Staub ab wie Goldflimmer. Und das ist ein Anblick, den auch der Städter gern hat, wenn er sich auch sonst nicht viel um die Ratur bekümmert. Jetzt blüht der Weizen draußen. Wer auf seinem Spaziergang darauf geachtet hat, konnte es sehen, hat sich wohl auch über den kräftigen Geruch gefreut. Er wird die Aecker auch noch in einigen Tagen in Blüte finden, denn nicht alle Felder blühen mit einem Male. Die Ratur benft nicht an Sparen: sie verschüttet viel Samen, um zum Ziel zu kommen, und versteht scheinbar gar nicht zu wirtschaften. Sie ist sorglich darum bemüht, die Art zu erhalten, und streut lieber mit vollen Händen aus, als daß sie etwas irgendwo fehlen läßt. So reich ist sie. Wenn das weiße Brot ober das appetitliche Brötchen auf unserem Tische liegt, fragen wir nicht viel, woher es kommt. Wir nehmen es als eine Selbstverständlichkeit hin und haben meist keine Ahnung, welchen Weg es gegangen ist. bis es zu uns kam, wie viele Menschen draußen im Sonnenbrand standen, Unkraut jäteten, bann die Garben banden und ausluden, dos Dreschgeschäft besorgten, kurzum vielfache Mühe und Sorgfalt daraus verwandten, daß aus dem runden prallen Weizenkorn weißes Mehl und duftendes Frühstücks- ober Kaffeebrot werden konnte. R. R. Stellt Quartiere für die Turner bereit! Gegenwärtig bemühen sich zahlreiche Beauftragte des Wohnungsausschusses für das 3 2. M i t- t e I r t) c i n i f cf) e Kreist urnfe ft um die Beschaffung von Quartieren für die Turner und Turnerinnen, die aus Anlaß dieses großen Ereignisses unsere Stadt besuchen wollen. Die Aufgabe, die der Wohnungsousschuß zu bewältigen hat, ist sehr groß, aber sie kann zur völligen Zufriedenheit gelöst werden, wenn alle Bürgerkreise in entgegenkommendster Weise durch die Bereitstellung auch der kleinsten Räume mithelfen. Die Turner und Turnerinnen stellen keine großen, nur schwer erfüllbaren Ansprüche, sie sind es von früheren großen Turnfesten her gewöhnt,bei solchem Massenandrang, wie er zu derartigen Festen zu erwarten ist, selbst mit dem b e - scheidensten Plätzchen zufrieden zu sein. Kleine Kämmerchen, Mansarden, Trockenböden, Gartenhäuschen, all das kann belegt und wird von den Turngäften mit Donk als Obdach begrüßt werden. Auf Wunsch stellt der Wohnungsousschuß den Quartiergebern Matratzen zur Verfügung, damit die Wohnungen freibleiben können von den Unannehmlichkeiten, dis z. B. mit einem Strohlager verbunden wären. Decken bringen sich die Turngä ft e mit, auch sorgen sie für ihre Verpflegung selbst, so daß also nur übrig bleibt, ihnen ein Dach über dem Haupte zu bieten. Das wird ollen Mitbürgern möglich sein und dürfte ihnen auch nur kleine Unbequemlichkeiten bringen, die aber jeder im Inter- esse der edlen Turnsoche und des guten Rufes unserer Stadt auf sich nehmen sollte. Mögen die Vertreter des Wohnungsousschusses überall Hilfsbereitschaft und äußer st es Entgegenkommen finden, dann wird auch die Quartier» frage des Turnfestes befriedigend zu lösen und damit eine der Hauptbedingungen für das Gelingen der großen Veranstaltung erfüllt fein. ** Gewerbesteuer-Erhebung durch die Provinz Oberhessen im Rj. 1 92 5. Die Provinzmldireklion gibt im neuesten Amts» Verkündigungsblatt bekannt: Der Provinzialtag hot mit min.sterieller Genehmigung die Erhebung eines Teils der Gewerbesteuer für das Rj. 1925 in Gestalt eines Zuschlags von ^"Prozent zu den Einkcmmensteuei-V rausz hlungen beschlossen. Die Steuer wird mit den Cinkomrnensteuervvr- auszahlungm und der staatlichen Gewerbesteuer fällig und ist von den Gewerbesteuerpflichtizen gleichzeitig mit diesen Steuern an den für deren Zahlung maßgebenden Terminen bei der F nanz- kasse (ÄnterhebesteUe) zu entrichten. Die Zustellung eines Steuerbescheids erfolgt für diesen Teil der Gewerbesteuer nicht. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung erfolgt Mahnung und Beitreibung auf Kosten des Schuldners. ** Einheitliches Brotgewicht im Kreise Gießen. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt eine Polizeiverordnung betr. die Einführung eines einheitlichen Brotgewichts, in deren entscheidendem Teil es heißt: Dos im Kreis Gießen zum Verkauf kommende Brot, einerlei in welcher Mischung, darf nur in Gewichten von 2000 Gramm und 1000 Gramm hergestellt werden. Dis Teigeinlage für das Brot mit einem Gewicht von 2000 Gramm muß 2300 Gramm, die Teigeinlage für das Brot von 1000 Gramm 1150 Gramm betragen. Die Verringerung des Brotgewichts durch Austrocknen darf 24 Stunden nach der Herstellung bei 2000 Gramm Brot 50 Gramm, bei 1000 Gramm höchstens 25 Gramm, später als 24 Stunden nach der Herstellung bei 2000 Gramm Brot nicht über 80 Gramm, bei 1000 Gramm nicht über 40 Gramm betragen. Zuwiderhandlungen find unter Strafe gestellt, Brote, die mit anderen Gewichten zum Verkauf gestellt werden, können ohne Zahlung einer Entschädigung eingezogen werden, gleichgültig, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Die Verordnung ist mit ihrer Veröffentlichung in Kraft getreten. ** Vorkehrungen gegen Bes chädi- gungen der Straßen Passanten bei Vornahme von Dachdecke rarbeiten. Vom Polizeiamt Gießen wird uns geschrieben: Es ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß Dachdecker bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem sie an beiden Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen (quer ausgelegte Latten) aufgestellt haben, ohne weiteres Ziegel- und Schieferstucke auf die Straße herunterwerfen. Die hierdurch hervorgerufene erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden veranlaßt uns, die betreffenden Handwerker darauf aufmerksam zu machen, daß sie bei Vornahme t>on Dach- und Hausreparaturen verpflichtet sind, nicht nur Warnungszeichen aufzustellen, sondern auch alle Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen von Ziegel- und Schieferstücken zu verhindern. Insbesondere sind während der fraglichen Arbeiten an der unteren. Dachkante Drettervor lagen anzubringen: unter feinen Umständen dürfen, auch wenn Warnungszeichen aufgestellt sind. Ziegel- oder Schieferstücke absichtlich auf die Straße geworfen werden. Solche Gegenstände sind vielmehr in Körben oder dergleichen zu sammeln und herunterzutragen. Zuwiderhandlungen haben Bestrafung zur Folge. Das Publikum ersuchen wir, die Warnungszeichen gehörig zu beachten. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Beachtung obiger Vorschriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu erheben. Passanten, welche durch herab- faHenbe Gegenstände verletzt oder gefährdet werden sollten, wollen auf dem zuständigen Polizeirevier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhall sofort festgestellt werden kann. O Eine wichtige Entscheidung für Automobilisten. Folgender Fall, der auch für Gießener Autofahrer von Interesse ist, kam vor dem Amtsgericht Wetzlar zur Entscheidung. Ein Kaufmann aus Wiesbaden hatte mit seinem Auto die Eiserne Brücke in Wetzlar befahren, als ein mit Holz schwer beladenes Fuhrwerk ebenfalls über die Brücke fuhr. Es fuhren also zu gleicher Zeit zwei Fahrzeuge, ein Fuhrwerk und das Auto, über die Brücke, was nach einer Lokalpolizeiverordnung verboten ist. Der Kaufmann erhielt wegen ilebertretung dieser Verordnung eine polizeiliche Strafverfügung über 5 Mark, wogegen er Antrag auf gerichtliche Entscheidung (teilte mit der Begründung, daß er als Auswärtiger die fragliche Polizeiverordnung nicht kenne, auch fei es ihm unmöglich, die hoch oben an dem Drückenaufbau in kleiner und schwer erkennbarer Schrift angebrachte Warnung während der Fahrt zu lesen. Das Gericht erkannte die Einwendungen des Angeklagten als vollkommen berechtigt an und sprach ihn kostenlos frei. ** Bestellungen für Sommerson- derzugskarten. Die Reichsbahndirektion Frankfurt (Main) weist darauf hin, daß täglich Bestellungen für Sommersonderzugskarten bet ihr eingehen. Derartige Bestellungen sind jedoch nur an die Fahrkartenausgaben zu richten, die Som- mersonderzugskarten zu dem in Frage kommenden Zuge ausgeben. Hierbei ist der Fahrgeldbetrag Porto- und bestellgeldfrei mit einzusenden. Aus der Bestellung muß Zielstation, Wagenklasse, Zahl der Sonderzugskarten und Angabe des Son- derzuqes hervorgehen. Auf Wunsch werden auch die Karten durch die Post unter „Einschreiben" zugefandt. Die hierfür erforderlichen Postbeförderungsgebühren für Porto- und bestellgeldfrcien Sendungen sind bei der Einsendung des Fahrgeldbetrages mit einzuzahlen, andernfalls die bestellten Karten während der Zeit des Fahrkartenverkaufs am Schalter abgehvlt werden müssen. Die Preise der einzelnen Sonderzugskarten, sowie die Fahrzeiten der Züge und alle anderen Bestimmungen sind aus dem älebersichts- heftchen zu ersehen, die bei den Fahrkartenaus- gabeit der Einsteigestationen gegen Zahlung einer Gebühr von 0,20 R.-M. zu haben sind. n^ec Lander gissen von ve'i her L'T ©foö£l,6Tbt tLa tro eine A. Linnnarl KÄL -S Lich und m *?• Kn M-. 926 « Die Deu lri. OrMvPi zeigenteü ihre 20. 3uni, nachn ftaltfinb* ■ vinzialveröanöei «Siehe Anzeige. 3( Meis! bemöl stellenweise Md Trotzdem da- jam in östlicher ? über dem Baltiki In Mitteleuropa Schweden, Däner Regeniälle gerne! derWgen ist n folge Eindringen die WMuvg i Li • Dersr Ar. 128 des ,G fingen in 2 mitgeteilt: De „l!nion"’2o: Berechnung ter nauer Derechnu .Sängerkra (mit 691/’ Punkt .llnion"°Londvi stehen. * Datzen Die Kreisstr! berg und die Grüningen ( nafjme von Wa( iperr/. Der Ler berg über Watzen! ningen über ßana infolge He Di, Gicßtn, de und 0n6 4 Friedbe tung hat in den1 für 1925 ein g r eingestellt, dos i der Schillerschul ferner zahlreiche gungsarbeiten u bauten vorsieht.: auf 1 500 000 bem Anleiheweg M Butzb der Bewert posten wurden Kürze dürst vtadtoberhaupt e WnobgetjQite, putschen f-«6g 24V auch nachtS Pfarrer. Hessen-Nassau. Ginzel-Betten Eilen Eicke 6092a ßausrat * kindenplafe Gießen, den 18. Juni 1925. 05263 Tel. 06267 Cannen gelfrichen mit Einlagen Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Klein-Linden für Rj. 1925 liegt vom 19. Juni 1925 ab eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht der Interesienten osten. Ein- wenöunoen dagegen können schriftlich oder zu Protokoll während dieser Zeit vorgebracht werden. Zu der beschlostenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. 6087D Klein-Linden, den 17 3uni 1925. Hessische Bürgermeisterei. Jung. Branntwein. Fritz Keßler Dienstags. Ferkel von 6—8 Wochen kamen im Durchschnitt auf 30—35 Mark, solche von 8—10 Wochen auf 35—40 Mark im Durchschnitt, solche bis zu 12—15 Wochen auf 40—45 Mark. Der Austrieb begann gegen 8 Uhr: um 10 Uhr waren gegen 200 Ferkel verkauft. Insgesamt waren 241 Ferkel auf. getrieben. — Bemerkenswert ist noch, daß der Kricgsveteran August Jochem den zweitbesten Schuß hatte unter 400 Bewerbern. Er zählt 78 Jahre. Nur wenige Millimeter war er hinter dem Schützenkönig zurückgeblieben. Derselbe Bete- ran hatte kürzlich beim Preisschiehen des Schützen- Vereins eine Ehrenscheibe herousgeschossen. B Burkhards, 17. Juni. Die Wahlbeteiligung bei der B ü r g c r m e i st e r w a h l des Der- gangenen Sonntags war recht eifrig. Es entfielen auf Landwirt Wilhelm Kunkel 140 und auf den teuherigen Bürgermeister Heinrich Kneipp II. 141 Stimmen. Letzterer ist mit der Mehrheit von einer Stimme gewählt. Kreis Alsfeld. !*! Groh-Felda, 17. Juni. Die Eheleute Gastwirt Friedrich F i g g e feierten das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Kreis Lauterbach. !*! Schadges, 17. Juni. Ein großes Po- saunenchorfest findet am 19. Juli hier statt. Es werden über 20 Vereine aus allen Teilen Ober- hepc-ns, darunter auch Vereine aus Gießen und Umgegend, eintreffen. Starkenburg und Rheinhessen. O D a r m st a d t, 17. Juni. Bekanntlich ging vor etwa 3 Wochen über die Gemeinde Zorn- heim und N i e d e r - 01 m ein verheerendes H a - gelunwetter nieder, das nach Schilderung von Augenzeugen von einer Heftigkeit war, wie man dies dort noch nicht erlebte. Am empfindlichsten wurden dabei die Weinberge mitgenommen, bei denen mit einer Ernte für 1925 nicht zu rechnen ist. Nächst detz Weinbergen wurde der in der Entwicklung weit vorgeschritten gewesene Roggen am stärksten beschädigt. Wie wir hören, sollen nun den durch das Unwetter betroffenen Grundbesitzern neben Steuererleichterungen auch Darlehen zu geringem Zinsfüße aus der Staatskasse gewährt werden. Kreis Wetzlar. * Braunfels, 17. Juni. Ein Heirnatfest begeht das z. T. mittelalterlich erhattene Braun- s e l s am 1 2. 2 u I i. Es sollen sich an diesem Tage alle wiedersehen, deren erste Stunden hier geschlagen, die ihre Schuljahre hier verlebten oder die sonst Bande der Liebe und Freundschaft mit Braunfels geknüpft Haden. Unsere Stadt rüstet sich zu besonderen Festlichkeiten mit Festzug und bengalischer Beleuchtung des in landschaftlicher Schönheit liegenden Schlosses. xx Oberndorf, 17. Juni. Der Kriegeroerband des Kreises Wetzlar hat für den letzten Juni-Sonntag an Stelle des früheren Generalappells einen Werbetag in unserem Dorfe festgesetzt. Aus Anregung des Verbandsvorstandes hat die Bahnverwaltung für diesen Sonntag einen Sonderzug von Wetzlar nach Braunfels-Oberndorf und zurück vorgesehen. xx Dutenhofen, 17. 3uni. Die seit April erledigte Pfarrstelle Dutenhofe n-Mü n ch- holzhauscn wurde Pfarrer Lic. Müller aus dem nahen Niederkleen übertragen. Herr Müller, ein Sohn des verstorbenen Lehrers Müller- Grohrechtenbach, war bekanntlich früher Marine- WtU tagttch la Handkoffer sehr biUig 1606c Carl Schunck emieimH 9ebeth die UrMäit>n. nm‘t nb au Inf r,ier- sein -WZ gwiij: -0-1 nicht rechtt-i, 1 Unb Dntrechung '°tgewicht im S ®ie&en onbigungsblott eine ‘™g eines ein. entscheidendem Teil L ^auf fom- Mischung, barf nut «nb 1000 Tramm für das Trat wamm muh 2300 as Brot oon 1000 Verringerung nen darf 24 »tun- 000 Tramm Brot chstens 25 Tramm, Erstellung bei 2000 bei 1000 Tramm äuwiderhandlungen e> die mit anderen llt werden, können mg eingezogen mer^ Tater gehören ober irer Berössenllichung gen Deschädt- Passanten bei eckerarbeiten. > uns geschrieben, mchmung gemacht >er Lornahmr von beiten Taten des blichen Mrnungs- Ü ausgestellt haben, chieserstücke aus die hierdurch bervorgc- ter Dorübergehcn- enten $anbtocr!cr teß fie bei QJor« reparaturen per- tngsdeichm auszu- iftungen zu tretsen, geb und Echteler- ntere sind wahrend : unteren Dachlaitte ; unter feinen 11m- rnungszeichen aufge* rftüde absichtliche Solche Gegenstand >ter dergleichen tzi ren Zuwiderhand- zur Folge. VarnunMichen ge- -eibeamten sind an- arr Vorschriften zu öibcrbaiMnte > welche durch herab- oder gefäMl M' zuständigen W‘ zeige machen^ estelll ntscheidunS 22 ^11 ter auch J. j» Mtzlar bf „et 6claImdÄ ’JÄ dein r’p.ijjg an- ennbEM^. -berSAÜÄn- »rechrrg^ u Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Carl Haas infolge Herzschlags plötzlich verschieden ist. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. iedk"Y ’M Ä« -n E sind- .utzabe"' O b e r ft u f c 1. Erich HirzeI - Hirzenhain, 2. A. Langlin Merkenfrig, 3. H. Geissel-Hungen. Unterstufe: 1. W. Ttühler - Hungen, 2. E. Reichert-Gedern, 3. 9t Katz-Hungen. Schüler 1. R. Beutel- Wallernhausen, 2. E. Jung-Villingen und W. Zube-Nidda, 3. K. Fay-Langsdorf. Sieger in den Sonderkämpfen: Aktive: Kugelstoßen: Walther F a y - Langsdorf, Freiweit: Hans Heil-Langsdorf, Stabhoch: Hermann Hof- nr a n n - Hungen. Oberstufe: Kugelstoßen: H. L a n g I i tz - Mcrkenfritz, Freiweit: E. Hirzel- Hirzenhain, Stabhoch: H. L a n g I i tz > Merkenfritz. U n t c r ft u f e: Kugelstoßen: E.R eiche r t-Gedern, Freiweit: R.K a tz-Hungen, Stabhoch: R. Henkel- Gedern. Den 1. Sieg in der 4mal 100-Meter-Stafette errang der T.-D. Hungen. Rudolf Mischer, G.L.C.lvOtt, läuft 1OO Meter in 10,8 Letundcn. Man berichtet uns: Der bekannte Gießener Kurzstreckenläufer 9t Fischer legte am Sonntag in Kreuznach erneut einen Beweis seines ungewöhnlichen Könnens ab. Da Fischer sich seit längerer Zeit schon einem ganz besonders planvoll durchdachten Training unterzogen hatte, so herrschte anläßlich seines ersten Starts in diesem Jahre allgemeine Spannung. Schon bei den Dorläufen kam der junge Gießener mit dem z. Z. besten Frankfurter Sprinter Dörr, zusammen, der letzchin die 100-Meter-Streckc verschiedentlich in 11 Sekunden durchmaß. Abgesehen von ein paar Eingeweihten rechnete alles mit einem überlegenen Stege des rennerfahrenen Frankfurters. Aber es kam anders. Dom Start an in Führung liegend, vergrößerte Fischer seinen Vorsprung mit Leichtigkeit auf reichlich zwei Meter und erzielte dabet die glänzende Z e i t d o n 1 0,8 6 e t, eine Zeit, die außer Hauben in diesem Jahre noch keiner in Deutschland gelaufen hat. — Beim Zwischenlauf war Fischer seinen Mitbewerbern aus Frankfurt, Trier, Karlsruhe, Darmstadt usw. bis 60 Meter ebenfalls klar überlegen, als er sich bei 70 Meter infolge einer Unebenheit der Bahn einen Muskelriß am Oberschenkel zuzog und deswegen sofort abstoppen mußte. Das tragische Mißgesä)ick des Gießeners wurde allseitig bedauert, wird es ihn doch wenigstens zwei Monate lahm legen. Auf jeden Fall war allen Sachverständigen klar, daß wir in Fischer einen Anwärter auf einen ehrenvollen Platz unter der deutschen Kurzstrecken-Elite besitzen. R. B. Der Süddeutsche Ruderverband, der in diesem Jahre auf ein 20jähriges Bestehen ruiruckblickt, veranstaltet am 20. und 21. Juni in Frankfurt a. M. unter Leitung des Frankfurter Regatta-Ausschusses seine 50. Regatta als Jubiläumsregatta. Zu dieser Veranstaltung sind 17 Rennen aller Bootsgattungen ausgeschrieben und so zahlreiche Meldungen abgegeben worden, daß bei einer Anzahl Rennen Vorrennen laufen müssen. Der hiesige Ruderklub „H a s s i a" ist bei acht Rennen beteiligt. Die in Mühlheim a. M. siegreiche Rupp- Mannschaft (Steuer 91 o I 0 bestreitet in Frankfurt wiederum den Gastvierer, sowie den 1. Seniorvierer. Weiter sind gemeldet: Schüler-, Jungmann-, Ermunterungs- und 2. Seniorvierer, Jungmann-Achter und Jubiläums-Achter. Durch die nach der Regatta in Mühlheim im Achter und zwei- ten Seniorvierer oorgenommene Umsetzung der Mannschaft steht zu erwarten, daß der sieggewohnte Verein in Frankfurt gut abschneiden wird. Turnfest in Nieder-Ohmeu. Nieder-D hm en, 17. Juni. Bei lachendem Sonnenschein zogen am Samstagnachmittag und Sonntagmorgen die Turner des 4. Bezirks in unseren festlich geschmückten Ort ein, um zu ringen um den Stolz des deutschen Turnens: die Ehrenurkunde. An der Begrüßungsfeier am Samstagabend auf dem Feftplatz nahm außer den Turnern die gesamte Einwohnerschast teil. Besonders dankbar wurde es empfunden, daß der Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Schä - f e r durch den Vortrag herrlicher Chöre dem Feste eine besondere Weihe verlieh. Nach den herzlichen Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden unseres Turnvereins, Lehrer Dem, sprach Bezirksvertreter Ehr. G u n t r u m - Schlitz über die hohe Bedeutung der Deutschen Turnerschaft für Volk und Vaterland. Besonderes Interesse erweckte dann das Geräteturnen der besten Turner des Bezirks. Am Sonntag früh begann das Wetturnen, das sich glatt abwickelte, so daß die Turner um 112 Uhr am Festgottesdienst teilnehmen und der eindrucksvollen Festpredigt des Pfarrers R e u s ch lauschen konnten. Der Nachmittag brachte den stattlichen Festzug, allgemeine Freiübungen von über 200 Turnern und Turnerinnen, die Sonderwettkämpfe, einen exakt ausgeführten Reigen der Homburger Turnerinnen usw. Wie im Festgottesdienst, so richtete auch auf dem Festplatze Pfarrer R e u s ch inhaltsvolle Worte an die Turner und Gäste. Bezirksvertreter ® untrum bat die Turner, nach den Worten des Herrn Pfarrers zu leben und zu streben, dann handelten sie im Jahn- schen Sinne, und Volk und Vaterland würde eine bessere Zeit erstehen. Besondes erfreute es die Turner, daß Dbergautumroart Will- Gießen und Gaurechner Post- Alsfeld zum Fest erschienen, Be- zirksturnwart Bastian- Alsfeld gab dieser Freude in beredten Worten Ausdruck. Dbergautumroart Will sprach seine hohe Anerkennung aus dem Be- zirksturnroort Bastian, der sich bereits seit fünfundzwanzig Jahren dem Bezirk treu und gewissenhaft widmet und dazu beigetragen habe, daß der Turnbetrieb im 4. Bezirk einen so erfreulichen 'Aufschwung genommen habe. Dank der flotten Arbeit des Berechnungsausschusses konnte um 6 Uhr die Preisverteilung ftattfinben, und dankerfüllten Herzens gegen die hiesige Bürgerschaft, die den Turnern hohe Gastfreundschaft entgeaengebradjt hatte, nahmen darauf die Gäste Abschied. ee Q3. H. C. Eine der schönsten Wander- strecken in der näheren Umgebung unserer Vaterstadt hatte sich am Sonntag der D. H. E. Gießen zur 3unia:anderung erkoren. Von Fron- hausen, bis wohin das Dampfroß di« 72 Teilnehmer gebracht hatte, führte der Tkg bei gutem Wanderleiter über einen Höhenrücken, von dessen Kamm man einen hübschen Ausblick genoß, an der idyllisch im Salzbödener Tal gelegenen Schmelz vorbei, bas schöne Tal durchquerend, zur gelben Punktmarkierung 3n mäßiger Steigung gelangte man auf ein.' mit mächtigen Vuchbäumen bewachsene Anhöhe, wo sich eine hervorragende Fernsicht auf die Marburger Gegend, den Frauenberg, (Rimberg usw. bot. Aach einer Frühstücksrast führ e der Weiter- marsch über den Sau .a en, wo fid) nochmals ein enijüesnfcr Ausblick auf das breite Verstal mit freundlichen Dörfchen und Mühlen und die Gladenbacher Berge bot, zum Hauptziel der Wanderung, dem gastlichen Forsthaus Wald- Haus, wo eine ausgiebige Auhetz-auie ftottfauö. Der Heimmarsch führte ?urch >as liebl-'che Fohnbachtal mit schönem ÖleibcrgLdid, den die photographische Abteilung im Bilde sesthielt, zu- nätft nach Krofdorf, das nochmals zu kurzer Aast einlud. Der alten Karsdorfer Straße entlang ging es gegen Abend unter dem Gesang« sroher Wanderlieder der Hednat wieder zu. ** Die Maul- und Klauenseuche ist in 'Lick; und in Langsdorf erloschen. Die Sperrbezirke wurden ausgehoben. •• Auftrieb aut dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Ein Ochse, 6 Färsen und Kühe, 1012 Kälber, 127 Schafe, 926 Schweine. Pornotizcu. Die Deutsche Demokratische Partei, Ortsgruppe Gießen, lädt im heutigen An- zeigenteil ihre Mitglieder zu der am Samstag, 20. 3uni, nachmittags 3l/3 Uhr, im »Aquarium" stattfindenden Dertreterversammlung bet’- Provinzialverbandes Oberhesfen der D. D. P. ein. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage. Meist bewölkt, frische nördliche Winde, falt, stellen weile Niederschläge. Trotzdem das Hochdruckgebiet über Island langsam in östlicher Richtung vorrückt, ist auch das Tief über dem Baltikum etwas südwestlich vorgestoßen. In Mitteleuropa fällt dos Barometer weiter. Aus Schweden, Dänemark, Hamburg und Wien werden Regenfälle gemeldet Zu stärkeren allgemeinen Niederschlägen ist noch keine Aussicht vorhanden. Infolge Eindringens nördlicher Luftströmungen dürste die Abköhluvg noch fortbauern. Landkreis Gießen. • Bersrod, 17. 3uni. Zu dem Bericht in Ar. 128 deS »Gieß. Anz." über das Wertun g s- singen in Beuern wird von beteiligter Seite mitgeteilt: Der Arbeitergesangverein „11 n i o n"- Londorf kam nur durch ungenaue Berechnung ber Punktzahl an 2. Stelle. Bei genauer Derechnu.g mußte -er Gesangverein „Sängerkranz" Bersrod allein an 2. Stelle (mit 69l/? Punkten) und der Arbeitergesangverein „Union"-Londorf mit 69 Punkten erst an 3. Stelle stehen. * Watzenborn-Steinberg, 18. Juni. Die Kreisstraßenortsdurchfahrt Steinberg und die Kreis ft raße Steinberg — Grüningen sind bis auf weiteres wegen Vornahme von Walzarbeiten für jeden Verkehr g e - sperrt. Der Verkehr yach Gießen wird von Steinberg über Watzenborn—Schiffenberg und von Grüningen über Lang-Göns geleitet. Kreis Friedberg. * 5 r i c b be r g, 17. Juni. Unsere Stadtverwaltung hat in den st ä d t i s ch e n Haushaltsplan für 1925 ein großzügiges Bauprogramm eingestellt, das die ersten Bauraten für den Neubau der Schillerschule und des Polytechnikums enthält, ferner zahlreiche Straßenbau- und Straßenbefesti- gungsarbeiten und schließlich flanal- und Wasserbauten vorsieht. Die Kosten dieser Bauvorhaben sind auf 1 50 0 000 Mark veranschlagt, die man auf dem Anleiheweg zu beschaffen hofft. vw. Butzbach, 17. Juni. Aus der großen Zahl ber Bewerber für den Bürgermeifter- p o ft e n mürben zunächst sechs herausgestellt. In aller Kürze bürste Butzbach nun wohl sein neues Stadtoberhaupt erhalten. — In einer vor einigen Tagen abgehaltenen Mitglieberversammlung ber Deutschen Volkspartei würbe beschlossen, künftig an jebem Donnerstag in ben ungeraben Mo- naten eine Tagung abzuhalten, in ber ein Abgeordneter bzw. ber Geschäftsführer politische ober soziale Fragen behanbelt. Kreis Büdingen. △ Bingenheim, 16 3uni Bei der Bürgermei st erwähl erhielten der Bürgermeister Schultheiß 178, Karl Müller II. 78, Beigeordneter Bauer 57, Ad. Müller 28, Adolf Luther 26 Stimmen. Am 21. 3uni findet Stichwahl zwischen Schultheiß und Müller statt. Kreis Lchottcn. Q Laubach, 16. Juni. Bei bem Preisschieben des „Laubacher Ausschusses" erzielte Rich. Seitz („Gasthaus zur schwarzen Rose") ben besten Schuß. Er bekam bamit ben vom Grafen gestifteten H a m m e I sowie von bem Grafen bie 1920 gestiftete Denkmünze in Silberbronze. Im Zug trägt er nächstes Jahr als Schützenkönig bas flleinob von 1540. Das Fest verlief in schönster Weise: es war herrliches Wetter. Der Abenb des Montags, bes Hauptfesttags, würbe burch einen großen Ball im „Schützenhof" abgeschlossen. Am Dienstag war mittags allgemeine Volksbelustigung (Karussell, Schießbuben, Wettlauf, Hahnenschlag). Außerdem war noch ein großer Ferkelmarkt am Morgen des fpd. Frankfurt a. M., 17. Juni. In einer Buchdruckerei an der Offenbacher Landstraße in Dberrab brach in ber vergangenen Nacht Grobfeuer aus, bas erhebliche Ausdehnung annahm, da bie Freiwillige Feuerwehr nicht rechtzeitig zur Stelle sein konnte. Erst als bie Frankfurter Berufsfeuerwehr eingriff, konnte ber Weiteroerbrei- tung bes Branbes Einhalt getan werben. Das Buch- brurfereigebäube brannte oollftänbig aus. fpb. B a b S o b e n a. T., 17. Juni. Durch bie Kriminalpolizei würbe hier eine Falschmünzer- werkstä11e aufgebedt. Die Falschmünzer, oon benen mehrere verhaftet würben, befaßten sich in ber Hauptsache mit ber Herstellung von Einmarkstücken ber neueren Ausgabe. Turnen, Sport und Spiel. Bezirkswetturnen des 3. Bezirks des Gaues Hessen (D. T.) Mit bem in Bilfingen abgehaltenen bies« jährigen Bezirkswetturnen bes 3. Bezirks b e s Gaues Hessen ber Deutschen Turnerschaft war bie Weihe ber neuen Fahne bes Turnvereins Billingen verbunden. Schon am Borabenb fanben sich zahlreiche Wettturner ein. Der erste Vorsitzenbe bes Turnvereins Billingen begrüßte in warmen Worten bie Gäste, währenb ber 2. Bezirksvertreter Bausch in seiner Ansprache hauptsächlich bie Ziele ber Deutschen Turnerschaft hervorhob. Das Wetturnen verlief unter der sachgemäßen Leitung der beiden Bezirksturn- warte Z e s ch k y - Schotten und Reitz-Langsdorf programmäßig. Die Leistungen waren durchschnittlich gut. Am Nachmittag bewegte sich ein Festzug durch bie schön geschmückten Straßen bes Dorfes. Im Anschluß baran fanb bie Weihe ber Fahne burch Pfr. Kähler statt. Besonbers hervorzuheben sinb bie gut gelungenen Reigenoorführungen ber Turnerinnenriege Langsborf unter Leitung bes bewährten Dberturnroartes Reitz. Die Wertung ergab für diese bie Bote „recht gut". Auch ber übrige Verlaus des Festes war ein burchcms schöner. Der Bezirk hat gezeigt, baß er noch auf ber Höhe ist. Als Sietfer gingen folgenbe Turner aus bem Wettkampf hervor: Aktive: 1. Ab. Rathsch lag - Nidba, 2. W. Fay-Langsborf, 3. Alwin Sperber-Schotten. Diese Woche mofiiown sowie MW« täglich Gulasch, Sauerbraten, warnte Wurst, ff. Biere und Amtsgericht Gießen. ' Gießen, 13. Juni. Ein Arbeiter von hier verfolgt einen Kaufmann, mit bem er zusammen in einem Hause wohnt, mit seinem Haß. Er ist bereits im vergangenen Jahr wegen gemeiner Beschimpfungen deshalben bestraft worben. Anfangs April soll er ihn roieberum schwer beleibigt haben. Er bestreitet bies unb behauptet, ber Kaufmann habe ihn im Vorbeigehen mit bem Finger gebroht unb ihm zugerufen: „Mein Rechtsanwatt lebt noch!" Darauf habe er, ber Angeklagte, fein Wort erwidert, sondern nur gelächelt unb sei fortgegangen. Seine Ehefrau bestätigt zwar seine Angaben, allein bie Hauseigentümerin, bie bei bem Vorfall zugegen war, gibt baoon eine anbere Schilberung. Darnach hat ber Angeklagte bem Kaufmann mit seinem Stock gedroht unb ihm babet zugerufen: „Gib acht, baß Du nicht noch einmal Deine Prügel bekommst". Weitere Worte beleibigcnben Inhalts, bie ber Singe- klagte noch gebraucht haben soll, hat sie in ihrer Aufregung nicht gehört, auch nicht wahrgenommen, baß ber Kaufmann bem Angeklagten mit bem Fin- gcr gebroht unb ihm zugerufen hätte: „Mein Rechts- anroalt lebt noch!" Das Gericht schenkte ben beeibig- ten Aussagen ber Hauseigentümerin vollen Glauben unb verurteilte ben Angeklagten wegen Beiei- bigung zu einer Geldstrafe von 25 M k Kleine Strafkammer Wetzlar. Q Wetzlar, 17. 3uni. Wegen Hehlerei wurde gegen den in Wetzlar in Untersuchungshaft befindlichen Elektrotechniker T. verhandelt. Der Angeklagte war bis anfangs 1924 bei der Firma Budcrus-Aöchling in Wetzlar in Arbeit. Dis zu dieser Zeit waren bei dieser Firma verschiedene Diebstähle vorgekommen, und es gelang nicht, der Diebe oder des Diebes habhaft zu werden. So verschwanden im 3anuav 1924 bei der Firma drei loertvolle Apparate sowie eine Batterie, auch hier war keine Spur von einem Täter festzustellen. Zufällig entdeckte die Polizei gelegentlich einer Haussuchung bet dem Angeklagten, der nach Deuthen i. Oberschi, verzogen war, ein ganzes Lager verschiedener Gegenstände, unter denen sich auch zwei der der Firma Buderus-Aöchling entwendeten Appa^ rate befanden. Der Angeklagte bestritt damals wie auch heute, diese Apparate gestohlen zu haben, sondern will sie in Gießen von einem angeblichen Weber gekauft haben, ^lrsprünglich war gegen T. Anklage wegen Diebstahls erhoben. jedoch war er in erster Instanz nur toegen Hehlerei zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden, wogegen sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschc»ft die Berufung verfolgten. 3n der heutigen Verhandlung sprach aud) das Berufungsgericht den Angeklagten der Hehlerei schuldig und verwarf die Berufung. Der Staatsanwalt hatte Erhöhung der Strafe auf 6 Monate Gefängnis beantragt. Weil er im 3ahre 1924 wegen rückständiger Steuern gepfändete 6 Paar Schuhe beiseite geschafft oder in anderer Weise der Verstrickung entzogen hatte, war der Kaufmann H. K. von Wetzlar wegen Pfandbruchs in der ersten 3nstanz zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Hiergegen hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Der Angeklagte gibt zu, die Schuhe aus dem mit Siegel versehenen Karton entnommen zu haben. Er will sich aber hierzu für berechtigt gehalten haben, da er den rückständigen Steuerbetrug bereits bezahlt hatte. Heute wurde die Strafe auf 50 Mk. erhöht und dem Angellagten monatliche Ratenzahlungen von je 10 Mk. zugebilligt. Mehr Glück mit seiner Berufung hatte der Kaufmann F. M. von Wetzlar, der in erster 3nstanz vom Amtsgericht Wetzlar wegen Betrugs in einem Falle zu einen Monat Gefängnis verurteilt und in drei weiteren Fällen von der Anklage des Betrugs freigesprochen worden war. Gegen dieses Urteil hatten der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Vach der Anklage soll der Angeklagte im Laufe bes 3ahres 1924 bei mehreren Wetzlarer Geschäftsleuten Waren entnommen haben, für die er Bezahlung versprach, aber nicht leistete. 3n einem Falle hat er auch mit einem Scheck bezahlt, für den, als er zur Einlösung präsentten wurde, keine Deckung vorhanden war. Der Angeklagte bestreitet, die Absicht des Betrugs gehabt zu haben. Bezüglich des Schecks gibt er an, daß für diesen zur Zeit der Ausstellung Deckung vorhanden gewesen sei, er sei aber zu spät der Bank zur Einlösung übergeben worden. Bezüglich der anderen Fälle will er durch unglückliche Zwischenfälle (Krankheit usw.) in zeitweisen Zahlungsschwierigkeiten gewesen fein. Das Gericht vermochte in der Handlungsweise des An- gcfloatcn bezüglich aller Fälle keinen Betrug zu erblicken und sprach den Angeklagten k o st e n - los frei. Auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte in seinem Plaidoher, auf alle Fälle näher eingehend, seine Berufung zurück- KkechNche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabbatseier den 20. Juni 1925. Freitag abenb 7.45, Samstag vorm. 8 00 Predigt, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.40, Wochengottesdienst morgens 6.30, abends 7.00 Speziell chronische Verstopfung beseitigen Sie durch die rein pflanzlichen Herbex- flerne, die auch bei längerem Gebrauch unschädlich sind und an Wirkung nicht nachlaflen. Die echten Herber-Kerne erhalten Sie in Packungen zu 30 Gramm in den meisten Apotheken, sicher Universitäts-Apotheke Zum goldenen Engel. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 586253 W* IW* Ab morgen Freitag! Wer Sport treibt besuche die Vorführung des Films Wer Kinder hat besuche mit ihnen dieVorführung des Films Wer schwer arbeitet besuche die Vorführung des Films Wer Unterhaltung sucht besuche die Vorführung des Films „Wege zu Kraft und Schönheit“ im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Dieser Film zeigt die Wege zu körperlichen Höchstleistungen Dieser Film zeigt die Wege Kinder zu gesunden, blühenden Menschen zu erziehen Dieser Film zeigt die Wege Körper und Geist gesund und arbeitsfähig zu erhalten Dieser Film zeigt die berühmt.Tänzerinnen K Karsavina Hasselquist Impekoven 9^ Jugendliche haben Zutritt! WM-MM. Sonntag, 21. Juni, nachm. 2' , Llhr, GeMinSesem uMkttWMk. Qlbmand) des Zuges um 2 Uhr vom Gemeindehaus in der Kirchstrahe. Alle Gemeindeglieder, insbesondere auch unsere Jugend, sind herzlich dazu eingeladen. Die Männer- und Frauenvereinigung der Markusgemeinde: Frau L. Happel. Fischer, Kreisschulrat. Der Kirchenvorstand: Becker, Pfarrer 6086D Hausbrot-Backofen von 60.— Mark an. 6M1D Teilzahlung bis zu 1 Jahr. Preisliste gratis and franko. Backofen - Industrie Lauterbach 191 in Hessen- Leichter Kastenwagen ■i hllnp zu kaufen gesucht. 6093D Gebt. Nicola«; Baudekorationsgeschäst Schiffenberger Weg 2 p. V. A. B. Gießen Die Sonnenwendfeier findet infolge eines Trauerfalls nicht statt. Nächste Zusammenkunft am Mittwoch 24. Juni, im Hotel Hindenburg. Der Vorsitzende: '* die elefmidie L üenbnlm ein v □ von hin eu ge t und erheblich b. bi«t. Zeugen Borfalles gege gülung nefne .) Dirck i Oskar Fr Schlitz (nef Sfläusburq 3 6104a i;u Mäusburg 3 MK SlMeetslisl, ta ■/, ist 1.90, >/, st 1.05 Ä ElstS-Weltz, öl 0.651 Freitag, Samstag, Montag Beim Einkauf von Mk. 2.50 an lauher Zucker. 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Phönix Bergbau ....... Riebeck M orttaö» ...... TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Hlbin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Lnglo-Com.-Guauo .... »e Anilin....... 6c Maver «lapt» ». Goldschmidt GricSl.eimer (Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... RütgerSlverke Scheideanstalt ...... Allg. ElektriztkatL-GesEchatt Stramann ......... Nwinkraftwerke ....... Schuckert . Siemens 4 HalSkr ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motor«. ...... HeyligenÜaedt......... Meguin......... Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metall gesell i Frankfurt. Schuhfabrik Herz . . . . i * * Sichel ......... Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 17. Sunt Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 23,50, Roggen, inländ. 18 bis 20,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 22,50, Mais (gelb) 20,25 bis 22,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36 bis 37, Roggenmehl 28,50 bis 29.50, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 12,75 bis 13. Tendenz flau. Schlich. Kur» SdjlufcR- Adeno- uöde Schluß. Nur» Schluß Mittag । h«ri* 16. 6. 17 6. 16.6. 17 6 0.41 0.45 0.4225 0.4425 0,565 0,47 0.5.35 — 0,57 0,46 0.5375 0,69 0,80 0,655 11.7775 0.245 0,285 0,25 0.255 0.425 — 0.487 0.56 — — 0.70 0.58 — _ 0,45 0,41 0,50 0,46 0.51 89.75 89.75 91,75 91,75 92,8 93 93 93.12 * 7.75 6.8 — 25,5 35.5 — — 120 120.751 119 119,5 100 99 99 98,5 121 121 120,50 121.50 120 121,5 120,5 120,5 71 71 — —— 108 108,25 108 108,25 20 90 — — 98 98.5 98 98 7,25 7,32 7.25 7,25 0.10 0,11 0,15 —- — —. 55.6 58,5 52,5 57 53,50 56,50 — 53 53 55 70 73 •>9,5 72,75 58.50 60.5 59 61.50 101 110 106.50 109,87 12 13.75 12,50 13:90 98 110 15 16.40 43 44.1 45 45 5,3 5.50 5,.50 5.50 88.75 93,75 89 92 70,5 7.3 70.5 73,87 74,5 :s,4 76 76 2,35 — 52.50 55 52.50 55,25 57,5 59,37 56,25 59,25 — _ 70,10 ?1 * — 61 62 59,1 60,5 — — 92 93 114,4 119,75 114,75 117,5 0.45 0,47 — — 83.25 87 83,60 87,62 105.1 107,6 105,25 108 106.62 110.25 106 4 108,75 6,25 6,62 — 585 67 58,5 65,75 104,75 106,75 91.7 96 91,5 94,75 68 71 69 70 76,5 81 — ** 57,25 62 58 61.37 78 79 75 80.5 57 60 55 58,25 54,5 58 56 57 — 41 — — 40 — 38.5 40.5 — — 60 63 — 0,4.3 — 0,85 0,88 — 0,80 104.5 105 — w 2,1.3 2,3 2,2 2,2 — 2.5 2,7 2.7 38 38.5 36 36 9.30 9,75 9,75 9,62 3,6 3,825 — — 54 •— 51 56 Berliner Produktenbö7,e. Berlin, 17. Suni. Der Produktenmarkt zeigte gegenüber weiterer amerikanischer Abschwächungen eine widerstandsfähigere Tendenz. Die Lieferungsiwtierungen schwächten sich aber ab. Mehl wenig umgesetzt. Futterartikel waren ruhig. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 264 bis 267, Weizen (Suli) 259 bis 260,50, Roggen (märk.) 210 bis 214, Roggen Kälte und Erschöpfung umkommen. Außerdem können wir jeden Augenblick damit rechnen, daß die Bahn wieder funktioniert. Dann würden wir von dem sich in Beweguna setzenden Wagen erdrückt. Wir müssen warten und hoffen." „Und sind in einigen Stunden alle erfroren", antwortete der Erste Ingenieur. „Stratoff hat uns eine Falle gelegt", sagte der Zweite. „Der Streik in Ferreata war fein Werk. Jetzt läßt er uns hier erfrieren." „Ja, wir gingen in eine Falle", bestätigte Nagel. „Und das schlimmste dabei ist, daß wir gewarnt waren. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Unsere deutschen Kameraden werden uns befreien." „Dann müssen sie bald kommen", sagte der dritte der Ingenieure. „Meine Beine sind bereits abgestorben, und die Kälte kriecht mir bis zum Herzen." „Wir wollen Sie in unsere Mitte nehmen", sagte Nagel. „Vielleicht vermögen wir Sie noch etwas zu erwärmen." Die in einer Ecke des Wagens dicht aneinander gekauerten Männer rückten auseinander und zogen den bereits halb Erstarrten zwischen sich. Er klapperte vor Frost und fing nach kurzer Zeit an zu phantasieren. Nagel hatte seine elektrische Laterne wieder gelöscht. Die Batterie war schon fast verbraucht und gab nur noch schwaches Licht. Keiner der Männer wagte mehr zu sprechen. Die immer stärker von draußen hereindringende Kälte lähmte ihren Widerstand. Kaum versuchten sie mehr dem Tode zu trotzen. Regungslos und fast gedankenlos dämmerten sie dahin. Waren es Stunden, waren es Tage, die vergingen? Die schweifenden Gedanken führten Sanders fort. Alle Orte, an denen er mit Linda zusammen geweilt, umkreisten feine irren Träume. Er schlief und wurde weit davongetragen: Die Oelquellen von Campina, Kalmikowskaja, die Fahrt auf der .Schwalbe", das Deck der „Nagasaki Maru" und schließlich Schloß Saratu, der Beginn seiner höch- stkn Seligkeit und feines tiefsten Elends. Schreckhaft fuhr er auf. Seine fast erstarrten Hände griffen nach der Wünschelrute. Kaum vermochte er sie zu halten. Weit vorgestreckt stemmten sich die Arme mit vollster Anstrengung. (Suli) 206 bis 207,50, Gerste (märk.) 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 215, Hafer (märk.) 231 bis 239, Hafer (Sufi) 188 bis 189, Mais (La Plata, loto Berlin) 207 bis 211, Raps 360 bis 370; pro Doppelzentner: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 29 bis 30.50, Weizenkleie 13,50, Roggenkleie 14,10 bis 14,20, Viktoriaerbsen 25 bis 29, kleine Erbsen 24 bis 26, Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 21 bis 23, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 23 bis 26, Lupinen (blau) 10 bis 11, Lupinen (gelb) 13,50 bis 14,50, Rapskuchen 15,60 bis 15,80. Leinkuchen 22,20 bis 22,80, Trockenschnihel 10,20 bis 10,45, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 19,20 bis 19,30. Schach. Turnier um die Meisterschaft von Hessen. Darmstadt, 17. Suni. Gestern wurde die dritte Runde gespielt; es wurden hierbei sehr, wilde Partien geliefert. O r b a ch gewann nach zweimaligem Figurenopfer eine durchweg interessant und lombinationsvoll gespielte Partie gegen Sixt; diese sowohl als auch die beiden erstgespielten kommen stark für den Schönheitspreis in Betracht. Dr Ada in war es ein Leichtes, in einem unregelmäßig ^behandelten Damenbauernspiel seinen Gegner Gudkewitsch, der die weißen Steine führte, abzufertigen. Er eroberte im Endspiel einen Bauern, der zum Sieg genügte. Orth überspielte als Nach- zieheirder in einer ungarischen Partie Dr. Wolff völlig und gewann in elegant durchgeführtem Rachadeangriff. F l a n d e r eröffnete gegen Dleutgen mit einem Darnengombit. Die Partie wird wahrscheinlich nicht zu Ende gelangen. AuÄ Sem Amtsvcrkündiqungsblatt. " Das Amtsverkünbigungsblatt Nr. 48 vom 16. Suni enthält: Die Förderung des Wohnungsbaues im Sahre 1925. — Erhebung einer Gewerbesteuer durch die Provinz Oberhessen. — Einführung eines einheitlichen Brotgewichts. — Maul- und Klauenseuche in Langsdorf und Lich. - Verlegung eines Wassergrabens in der Gemarkung Rabertshausen. — Straßensperren in Steinberg und Gießen. — Gefunden, verloren. — Dienstnachrichten. — Nachtrag zur Friedhofsordnung mit entsprechender Polizeiverordnung für die Gemeinde Allen- dorf a. d. Lahn. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 19. Suni. 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschatsmfeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Hausfrauen-Nachmittag in Musik und Wort. Programm u. a.: „Wie schont die Hausfrau ihre Kräfte?", Vortrag ton Frau Doktor Dursthn. 6 Uhr: Wirtschaftsmel- bungen. 6 bis 6.10 Uhr: Suristenfunk. 6.15 bis 6.45 Uhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.45 bis 7 Uhr: Die Besprechung. 7 bis 7.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30 bis 8 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung — Vortrag von Rektor Wehrhan: „Sonnwendfeiern". 8 bis 8.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Zur Einführung zu der bevorstehenden Aufführung des Neuen Theaters spricht Dr. Karl Ritter, der Dramaturg des Kasseler Neuen Theaters, über Frank Wedekinds „Büchse der Pandora". 8.30 bis 9.30 Uhr: Musikalische Stilgeschichte in praktischer Darstellung. Dritter Abend. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11.30 Uhr: Dallmusik für die reife und grüne Sugenö, veranstaltet vom Hausorchester. AWTLK UN EL ELS' erfordert besonders sorgfältige Pflege, da es leicht streifig und dunkel wird. Alle 8 bis 14 Tage eine Kopfwäsche mit Schaumpon mit dem schwarten Kops mit Kamillenzusatz erhält die gleichmäßige Farbe des Haares und gibt diesem ein duftiges, volles und glänzendes Aussehen Ein Paket 20 Psg. Man achte y genau auf die altbekannte Schutzmarke und lasse sich nichts anderes als ebensogut oder besser empfehlen. Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin-Dahlem. Da zuckte die Silberschlinge, drehte sich und zuckte nochmals. Ein glühend heißer Strom durchdrang den fast Erfrorenen. Und empor riß es ihn aus dem Erinnerungsschlaf. „Sie kommen!" rie er mit starker Stimme. „Wir sind gerettet!" Der Hoffnungsstrom durchdrang aud) die anderen. vüe taumelten auf. Nagel machte Licht. Sanders erhob sich. Immer noch hielt er die Schlinge, die auf und nieder zuckte. Ferner, fahler Lichtschein drang von außen burtb die von Eisblumen fest verklebten Fenster des Wagens. „Sie kommen!" rief vier der Männer. Rasch näherte sich das Licht und wurde zur blendenden 5)eüe. Nagel versuchte die Tür zu öffnen. Sie widerstand den kraftlosen Händen. Gleich darauf wurde sie von außen eingeschlagen. Kaum erfaßten die Geretteten mehr, was mit ihnen geschah. Kräftige Hände hoben sie auf und trugen sie in einen wohldurchwärmten Raum. Betten standen bereit. Man entkleidete sie. Der Arzt untersuchte die erfrorenen Glieder, die forwäh- renb mit Spiritus eingerieben wurden. Heißen Tee gab es mit viel Rum. Und bald kehrte fast allen die volle Besinnung wieder. Nur einer von ihnen, der arme Ingenieur, der bis zuletzt phantasiert hatte, blieb im Schlafe des Eistodes zurück. — Linda saß neben dem Lager von Sanders und rieb ununterbrochen seine geröteten Hände. Voll heißer Dankbarkeit blickte er in ihr strahlendes Gesicht. ,Tich wußte, daß du kommen würdest, um dich nie mehr von mir zu trennen", sagte er leise. -„Fortwährend habe ich nach dir gerufen." „Ich horte dich, Liebster", gab sie zärtlich zurück. „Anfangs überfiel mich das Gefühl eines ent- setzlichen Unglücks. Dann, als man uns deinen Tod meldete, glaubte ich, deine Seele riefe nach mir. Dis es mir schließlich zur Gewißheit wurde, daß du lebtest und ich dich retten müsse." Längst waren sie wieder in Petrolea angelangt. Aber erst als der Arzt keine weiteren Bedenken hegte, erfolgte die Ueberführung der Geretteten in ihre Wohnungen. (Schluß folgt.)