Montag, 18. Mai <925 175. Jahrgang 7 Die Eröffnung der Iahrtaufendausstellung der Ci 8 3 zu dein die ehrwürdige 4 o 0* 1 3 s 2. ß" g 5 CJ k 3 5" g 01 3 3 Nr. U5 Erster Blatt Festessen Stadt Köln im Gürzc nich . dein Bankettsaal der alten Hontestadt Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: EießenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monats-Bezuarpreir: 2 Goldmark u.*20 Gold" Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferniprech-Anschlüsse: Schriftlcitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerSiießen. Postscheckkonto: Srcn'fnrl a. M. 11686. iää Di» L r ? ^3 S M ff o-» CS 8*5 II 5° ftc? K => ■2 ’-a& ?c £ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrurk und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch und Steinöruderci R. Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: ^chulftrahe 7. (ßigencv Bericht des „(Sief). Anz.") Köln a. Rh., 17. Mai. Leuchtend blau spannt fid) der Himmel über dem heiligen Köln, das in herrlichst m Festschmuck hie Gaste toiU- fommen heißt, die aus allen Teilen des Reichs hcubiq dcibeigeeilt sind um in her rheinischen Metropole das gt abartige Denkmal deutschen 2c- ii die Iahrtaufendausstellung, eröffnen zu Helf. Die prachtooll getäfelte Halle der Fünftausend am rechten Rheinufer ift bis auf den letzten Plan mit geladenen Gästen gelullt, vor dem mit frischem Grün geschmückten Podium grüßen die Banner der rheinischen Studentenschaft llnnvoll umrahmt weißgekleidete Jugend .im den G ■ • .n die festliche Versammlung. Weih volle Orq l! länge leiten die Feier ein. Das monumentale Festp.äludium von Richard Strauß ui lei General- f i Ab droth Stabführung mcisterschaft zur Wiedergabe. Oberbürgermeister Dr. h. c. 'Genauer , nti Letet tu - den Gasten den Gruß der Stad'. Köln und den Mitarbeitern an der Ausstellung herzlichen Dank für ihre dafür sei der i est: B v S 6 11 ä gelun jen sei, in wenigen Monaten diese großartige Schau i die heute ihrer Bestimmung übergeben werden solle, limmen ' - M leb der Redner, h iug ii. aus ihr rufen bic 21 >nen ruft die Stimme des ■' i 'n Stroms Lauschet unseren Altvorderen. folget ihnen, gelobt es ihnen: Deutsch z u sein wie sic. frei zu sein wie sie! Hebt mit mir die Hand zum Schwur: „Alles füi unsere rheinische Heimat, für unser geliebtes Vaterland!' Begeistert wniOr das Hoch auf da» Vaterland von der Versammlung aufgenommen begeistert in die Rationalhymnc cin- qciallen. Ten Mittelpunkt des Festaktes bildete die fonnvol lendete. packende Rede des Donner Kunsthistorikers Geheimrat Prof. Dr. Clemen Racpdem er iu der Einleitung öu Bedeutung diele SchiclsaliahreS des deutschen Westens für das Rheinland unb das Reich gewürdigt und das Gibiet zwifch i Köln und Mainz als das groß. Sammelbecken dcr mittelalterlichen Kultur gewürdigt hatte, ging er zum eigentlichen Gegen- rufend Znhre deutscher Geschichte und deutscher Kultur will diese Ausstellung dem lebenden Geschlecht vor Augen stelle,- nach einem weitgespannten, groß ersonnenen Programm. Richt in dem Wortlaut der Chroniken und Urkunden konnten die Wende- punlte unseres gefamten geschichtlichen Erlebens hier aufgezeigt werden, die sichtbaren, von Menschenhand künstlerisch geformten Zeugnisse des großen Geschehens mußten aufgerufen werden. Den bildenden Künsten ist cs allein gegeben. in der knappsten Formel mit einem einzigen Blick des Auges zu umspannen, im Gewände des Symbols die großen geschichtlichen Erlebnisse festzuhalten. Ganz von selbst ift diele ku11ur historische Ausstellung zu einer überwiegend k u n st historischen geworden. Sie reiht sich würdig an die großen kunsthistorischen Ausstellungen der 3ahrc 1902 und 1904 in Düsseldorf an. übertrifft sie um das Vielfache an Ausdehnung. Richt nur das Gebiet der heutigen Rheinprovinz fall in seiner historischen Entwicklung hier vorgeführt werden der ganze Mittelrhein, das Land der alten Bistümer Mainz. Worms, «Speiet, kommt hinzu, endlich die Rheinpfalz daS gesamte heute besetzte ©ebiet hat sich zu dieser Darstellung seines gemeinsamen Werdens zulammengefunden. alle getragen von dem gleichen Geist de engen Verbindung mit dem . Reich und dem Reichsgedanlen In unerhörter Gt oßarligleit tritt hie mittel- .altcr'lichc Goldschmiedekunst auf. Don Nibelungenhort scheinen die Rheintöchter zuruch- gegeben zu haben. Umgeben von siebzehn weiteren großen Schreinen thront in der Mitte in erhabener Isolierung, zum ersten Mal hier öffentlich außerhalb des kirchlichen Raumes auf- gestellt, das iofibarfle Kunstwerk, das die Edelmetallkunst der Staufer»eit in ganz '^utschlalch geschaffen, die mächtige Prachtumba des 5)rei- tönigen schrei ns aus dem Kölner Dom. Weder eine der deutschen Provinzen noch irgendeines der Länder Europas darf sich eines solchen Schatzes auf schmalem Gebiet rühmen, wie ihn der Riederrhein in seinen Goldschrcincn besitzt Was von Juwelen der Plastik die Rbeiniande berufen. hat sich in kimiunig geleiteter Auswahl hier eingestellt. Bildteppiche und Bilder- Ha n d s ch r i f t e n nehmen die Melodie auf. Die gehaltene Feierlichkeit der frühen romanischen Kunst, die ausdrucks gewaltige männliche Größe der frühen romanischen Kunst, die ausdrucksgewaltige männliche Größe der «Staufcrplaftii, die schwingende zarte und durchseelte aristokratische Linienschöntzeit der frühen Gotik. Ratur- nähe. Fülle und Plauderfrcudigkeit der späten Gotik, alles tc tat in erlesenen Proben zu Worte Den großen repräsentativen Raum der Gemälde beherrscht daS Dombild Stephan Lochnerö eit es die städtische Ratskapelle, für die cs geschaffen, verlassen, zum ersten Male dem geheimnisvollen Halbdunkel der Chorkapelle ent- rüdt hier in seiner von Jugend strahlenden Schönheit sich dem entzückten Blick frei bar- bietend Wenn etwas die innere Kraft hatte, uns in das Gedächtnis zurückzurufen, daß das Schicksal der deutschen Kunst während der brri ersten Jahrhunderte des Mittelalters bestimmt ward durch die Linie, die von Tanten bis Worms ührt von Siegfrieds Heimat zu König Gunthers Residenz, so ist es diese hier gegebene überzeugende und glanzvolle Liebersicht Aus dem. was die nachmittelalterlichcn Jahrhunderte schöpferisch hier aus eignem geformt, aus Fremden umgeschmolzen haben, tritt uns in bedeutsamer Geschlossenheit das Bild der e v a n - gelischen Kirche entgegen, ihrer unmittelbar aus den Forderungen des Kultus abgeleiteten selbständigen vorbildlichen Raumgestaltung, der ehiwürdig schlichten Denkmäler des reformierten Geistes, der stillen, streng disziplinierten Organisation des Gemeindelebens. Mit einer eignen Abbildung erscheint die Kölner Dombauverwaltung, zugleich eine Mahnung der Dombauhütte mit einem deutlichen Fingerzeig. Unb der unferm künstlerischen Empfinden schon wieder entwachsene Riesenbau, her dem diese Hallen Verlassenden plötzlich in seiner ganzen Gewaltigkeit vor die Augen tritt, den mächtigen Schatten der beiden steinernen Schwur- finger fast über den Strom werfend, ist heute uns aufs neue in einem andern Sinne lebendig, wie alle große Kunst als ein Symbol, fast als ein Mythos. Die Abgüsse des einen gotischen Westpor-tals rufen unL die Worte in Erinnerung, die in edler Begeisterung der Preuhenkönig Friedrich Wilhelm IV. bei der Wiederaufnahme des Dombaus 1842 vor den Grundsteinen des Südportals sprach — und gern möchte man sie umgedeutet über diese ganze Schaustellung setzten: „Dies ist kein gewöhnlichen Prachtbau. Es ist das Werk des ‘Stuber- sinnes aller Deutschen, aller Bekenntnisse. Hier- sollen sich die schönsten Tore der Welt erheben. Deutschland baut sie so mögen sie für Deutschland durch Gottes Gnade Lore einer neuen, großen unb guter Zeit werden. Alles Arge, Unwahre, Undeutsche bleibe fern von ihnen. Rie finde diesen Weg der Ehre das ehrlose Untergraben der Einigkeit der Völker, das Rütteln an dem Frieden der Konfession und der Stände. - Der Geist, der diese Tore baut, ist derselbe, der vor neunundzwanzig Jahren unsere Ketten brach, die Schmach des Vaterlandes, die Entsremdung dieses Ufers wandte." Was der Leiter dieser Ausstellung in sich in geometrischer Progression weitender Dispositions- iraft mit einem Stab von aufopfernden und begeisterten Genossen unb Kollegen hier geschaffen hat. das wird der vielfältigsten geschichtlichen Betrachtung dienen, den größten Ratzen dürfte wiederum die kunst historische Wissenschaft ziehen. Die westlichen Hochschulen, voran die drei Universitäten, die ältere in Bonn, die beiden jüngern in Köln unb Frankfurt, die eine lühne und geniale, in die Ferne blickende städtische Politik als stärkste Zeugnisse munizipaler Kraft unb patrizischer Fürsorge hat erstehen lassen, sind vielleicht die am unmittelbarsten Beschenkten — und wenn der nun leider schon älteste Vertreter der Kunstwissenschaft in den Rheinlanden heute hier sprechen darf, darf er diesem Dank auch im Rainen der gesamten historischen Wissenschaften unb der kunstgeschichtlichen Studien in ganz Deutschland mit einer ehrerbietigen Verneigung gegen die Väter. Schutzherren und Patrone dieser Ausstellung Ausdruck geben. Daß dieses unvergleichlichste Material an Abgüssen, Modellen. Abbildungen Plänen, soweit es eigens angefertigt ist. nicht wieder zerstreut werde, daß daraus in Weiterbildung des schon Bestehenden etwas wie der Grundstock eines großen historischen Museums werde, das nicht für Köln nur. sondern für das weitere Rheinland diese Urtunben zusammenhalte. das ist ein Wunsch, der nun von Tausenden während der Dauer dieser Schaustellung geäußert werden wird. Dies Museum der Zukunft sollte die Aufgabe übernehmen, bic der vor uns sich öffnenden großen Schau zugefallen. —_ unser Rheinland, gesegnetstes unb reichstes Stück des deutschen Bodens, voll von geheimnisvollen Kräf° ten und ungehobelten Schätzen, unferm Herzen noch teurer zu machen, die Fremden eine neue ehrfürchtige Liebe zu diesem Land zu lehren. Einer der Väter der Ausstellung, dem vor allen Dingen die musterhafte Schau rheinischer Wirtschaft zu danken ist, Professor Dr. Kuske, Köln führte bann u. a. folgendes aus 3n der Ausstellung, bic wir heute eröffnen, haben wir auch versucht, die Entwicklung der staatlich en und provinziellen Verwaltung der Städte, des wirtsch oft- liehen und des sozial en Lebens zu veranschaulichen, aus der Erwägung, daß das Rheinland auch auf diesem Gebiet innerhalb des deutschen Kullurkörpers immer von besonderer Bedeutung gewesen ist. In der preußischen Rheinprovinz hat die staatliche Verwaltung vor allem nachhaltig fördernd gewirkt, seitdem der Mnnaljme von anjeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorbei ahne jedeVerbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 nun Breite örtlichB, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne Klame-Anzeigenv 7vn ' 'Breite 35 d\lbpfcnniq. Plahvorschrifv20° schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friede. Wilh. Lange, für den übrigen Teil Emst Diumschein; für ben Anzeigenteil : Hans Beck, sämtlich in Gießen cingelabcn hatte. Unter den Ehrengästen bemerkte man u Reichskanzler Dr. Luther, Reichsaußcnmimstcr Dr. S t r e f e m a n n unb den Minister für die bc setzten Gebiete Dr. F r e n t c n , von der preußischen Staatsregierung den Ministerpräsidenten Braun unb den önnnenminifter 6c oc ring, ben baijr rischen Ministerpräsibcnten Dr. Held, ben babifdjen Staatspräfibcnten Dr. H e 11 p a ch, ben hessischen Staatspräsidenten Ulrich, ben Dbcrpräfibcnten ber Rheinprooinz Dr. Fuch s, Lanbcshauptmann Dr. Norton, ben bayerischen Gesanbten in Berlin Dr. v. P reger, ben Reichspressechr; Minifterialbirell tor Dr. Kiep, Oberbürgermeister Dr. Farren Duisburg, Geheimrat 5t a n f f m a n n als Vorsitzen der bes Reichsverbanbes ber Rheinlcinber, ferner bic Herren Krupp v. Bohlen-Halbach, Geheim rat Hagen, Geheimrat Duisberg unb Kammer zienrat Reoen - Du Mont. Oberbürgermeister Dr. Abenaucr hieß bic anwesenben Ehrengäste unb alle Erschienenen aus bas herzlichste willkomemn. unb gab ber Hoffnum- Ausbruck, baß bie Anregung ber Schaffung eine-: rheinischen Museums, bas bie Kulturwertc ber heute eröffneten Ausstellung zusammensaßt, Ber wirklichung finbe, unb baß bieser Gedanke die 11 n terftüljung ber Reichs- unb Staatsregierung unk weitester Streife ber Bevölkerung finben möge. Die ses Museum solle eine stci n b i ge Mahnung zur Einigkeit sein. Diese Eimgkeik im rhei Nischen Volke unb darüber hinaus ini deutsche! Volke erhalten unb sie wachsen zu sehen, ist bei herzlichste und bringenbe Wunsch gerabe bes besetzten Gebiets. Zu bieser E i n i g f e i t im 3 n n c r r möge sich bann hinzugefellen Recht unb Frei heil nach außen, bamit bas Wort unserer Na tionall)ymne wahr wirb: Einigkeit unb Recht unt Freiheit! Hierauf ergriff der preußische Ministerpräsident Braun das Wort. Er führte u. a. aus: Der Rhein- ström ist für jeden Deutschen, überall wo die deutsche Zunge Hingt, der Inbegriff des Deutsch- entgegenbringt. Die Rheinlande haben so vie deutscher Geschichte. Als Leiter der preußischen Staatsgeschäftc darf ich heute hier den Wünschen des pveußischÄ Volkes Ausdruck geben und mich zum Dolmetscher der Gefühle machen, die jeder Preuße, der feint Geschichte und Kultur kennt, dem Rheinlandc tums, deutscher Wirtschaft, deutscher Kunst uni Freud und Leid mit den Preußen des Rordeik und Ostens gemeinsam getragen, daß die Einhei: im engeren staallichen Rahmen neben der in weiteren des neuen Deutschen Reichs entstände! ist Die Festigkeit dieser Einheit hat sich in l . schweren Zähren, die hinter uns liegen, und । den ernsten Tagen, in denen wir noch leb' immer wieder bewährt Die Rheinlande uni das preußische und deutsche Volk überhaupt habe in diesen Zähren die Feuerprobe bestanden. Man hat oft genug die Rheinlandc glauben machen wollen, daß ihr Heil in der Abkehr von preußischen Staat und vom deuts^n Einhei - gedanken läge. Die Rheinländer, die aus ihre Geschichte und auS den alten deutschen 3rrunger und Wirrungen der Bruderkämpfe g lernt haben haben durch die letzten Schicksalsschlüge in ihren Deutschtum noch gefestigter all diesen Sirenenrufen kühl bis ans Herz hinan gegenüber gestanden. Möge bald die Zeit, wo fremde De- Taufend Jahre Rheinland. Rheinlande in Köln E?2 x-Z h CV V II » 2- Staat dieses Land in sich zu einer wirtschaftlichen Lebenseinheit zusammenfahtc und cs zugleich organisatorisch mit sich und dadurch mit dem ganzen Deutschland enger als je verband. Das neue Retch hat diese Verbindung in großem Stile und für den ganzen Rhein bestärkt. Dem rheinischen Volke ist ein starker Zug zu den städtischen Lebensformen eigen. Ein Drittel der deutschen Großstädte liegt am Rhein. Daher zeigen wir mit Rachdruck d i e Ges chichte dieser Städte und die Auswirkungen ihrer kommunalpolitischen Gedanken in der wirtschaftlichen Abteilung. Die rheinische Wirtschaft wird innerhalb der deutschen Volkswirtschaft stets betont durch ihre qualitativen und quantitativen Leistungen. Die Rheinländer ragen hervor durch ihren produktiven und technischen Geist. Die rheinische Landwirtschaft war immer rege in der Entwicklung neuer Erzeugungsziele. Die Industrie leistet fast auf allen Gebieten mehr, als der Durchschnitt in ganz Deutschland aufweist. Eigentümlich war ihrer Volkswirtschaft stets der Zug zu den größeren Formen, zu den Massenleistungen in der Erzeugung. Jin Westen nahmen zahlreiche Organisationen bei Arbeitern. Handwerk und Unternehmern ihren Ausgang mit einer für die preußische und die deutsche Entwicklung oft sehr maßgebenden, dauernden Einwirkung. Wir haben den Versuch gemacht, dieses reiche wirtschaftliche und soztalc Leben auf dieser Ausstellung finnenfällig vor- zuführen. Die Art ihrer Entstehung soll auch eine Mahnung und ein Symbol sein. Wie die wirtschaftliche Abteilung durch die Zusanr- menar&cit aller Parteien und Richtungen zusammengekommen sei, so möge auch hiervon eine dauernde Stärkung der Einsicht sich ergeben, daß unser Volk gedeihen und wieder zu Leistungen kommen werde, wenn es die ilebertrei- hungert des Parteigeistes ablehnc, das G e - metnfame hervorkehre und sich über die Unterschiede erhebe. Darauf überbrachte die Grüße der Reichsregierung und der deutschen Länder Reichskanzler Dr. Luther: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bringe Ihnen die herzlichsten Wünsche für die Ausstellung, die heule eröffnet wird. Ich darf sprechen namens des Herrn Rei ch s Präsidenten (Minutenlanger lebhafter Beifall und Händeklatschen), der mich besonders beauftragt hat, seine aufrichtigen.Wünsche zu überbringen, und ich darf sprechen nicht nur namens der Reichsregicrung, sondern auch namens der Länder regierun gen, die zum Rhein gehören. Als die Reichsregierung ihre Aufmerksam' leit den im Entstehen begriffenen Veranstaltungen dieses Iahrcs am Rhein zuwandte. da durfte erwartet werden, daß die Eröffnung der Ausstellung hier in Köln in Gemäßheit der Bestimmungen des Vertrages von Versailles a u s einem von fremder Besatzung freien Boden erfolgen würde. Sie wissen, daß diese Erwartung enttäuscht worden ist. Es muh immer und immer wieder ausgesprochen werden, daß das deutsche Doll einen berechtigten Anspruch darauf hat, daß die erste Rheinlandzone den Vertragsbestimmungen entsprechend g c- räumt wird, (ileberaud lebhafter Beifall und Zurufe: Sehr richtig!) Aber bis 5um heutigen Sage sind wir noch immer nicht einmal in Kenntnis der Beanstandungen, die gegen Deutschland erhoben werden, um die Richträumung zu begründen. (Hört! Hort!« Wir müssen dies feststellen voll tiefer Bitterkeit, zumal am heutigen Tage, wo hier ein Werk eröffnet wird, das bestimmt ist. dem Frieden im besten Wort- sinne zu dienen. (Bravo!) Denn, wie kann man wohl besser dem Frieden bienen, als wenn man ben inneren Wert eines Volkes dadurch ste'gert, daß man ihm die Lebendigkeit seiner Kultur, daS Werden seines Volkstums vor Augen hält? Solches aber ist der Zweck der Ausstellung, und der Zweck dieser Ausstellung ist auch, mitzuarbeiten am W ederaufbau des deutschen Vaterlandes. Ein Wiederaufbau ist ja doch nicht möglich, wenn nicht auch die seelischen. die inneren Werte eines Volkes wiederum gesteigert werden. Der Mensch ist ja doch keine Produkt lonsmaschine. Rur wenn der Anschluß gefunden ist an die großen Werte, die jedes Volk sich in seiner Geschichte erarbeitet hat. wenn ber Anschluß gefunden ist an das. was lebendig ist in Religion. Kunst und Kultur, wird auch die Grundlage gegeben sein für dauerhaftes und fegen bringendes wirtschaftliches Schaffen. Was in sozialem Sinne das Rheinland, der rheinische Anteil am deutschen Volke für ganz Deutschland bedeutet, ist aus beredtem Munde direkter schon geschildert worden. Ich möchte nur hinzusügcn daß vom übrigen Deutschland aus die Gefühle und Gedanken sich immer zum Rhein wenden. Wenn wir davon sprechen, daß der Rhein ein deutscher Strom ist. daß der Rhein der deutsche Strom ist, so meinen wir damit nicht nur die geographische Tatsache, daß der Rheinstrvm in seinem wichtigsten Teil durch Deutschland flieht sondern wir meinen mehr Auch die anderen Deutsche. die in den Stromgebieten Ser Elbe und der sonstigen norddeutschen großen Ströme, auch die Deutschen, die im Stromgebiet der Donau wohnen, fie alle empfinden den Rhein auch als ihren Strom, denn die Geschichte der Rheinlande ist ein so starkes Glied im ganzen Werden Deutschlands, daß ganz Deutschland ein Recht hat auf den Rhein! (Bravo!) Dabei steht im Vordergrund des (Impfin- de ns das Wissen von rheinischer Kultur in Geschuhte unb Gegenwart, von rheinischer Kunst. Aber immer mehr setzt sich auch bas Wissen unb bie Erkenntnis in ganz Deutschlonb burch, baß bie wirtschaftliche Entwicklung ber Gegenwart eine ihrer fruchtbarsten Stätten gerabe im Rheinlanb hat, unb baß bas Wort vom Abel ber Arbeit, bas heute hier gesprochen würbe, gerabe auch iinRheinlanbe im stärksten Maße zur Verwirklichung brängt. Das Rheinland, bas bas neue wirtschaftliche Werben schafft, bas Rheinlanb, bas uns immer vor bie neuen sozialen Probleme stellt, bie wir losen müssen, um unseres Volkes willen, bas ist ja auch bas Rheinlanb, bem ich persönlich aus meiner Tätigkeit als Essener Oberbürgermeister so eng oerbunben bin. Das ist ja ber Zusammenhang, ans bem heraus ich wieder gern sage, daß das Rheinland meine zweite Heimat ift. (Bravo!) Wenn ich so zurückdenke an bie trotz aller Schwere ber Zeit so glücklichen Jahre, die ich in bei Rheinlanben verbracht habe, bann fällt mir immc: mieber ein bies wundervolle Grnßwort, mit bc ber Bergmann sich grüßt, bieses Glückauf Wort, bas zugerufen wirb, nachbem er hincinfäh-t in bic Erbe, an bic Arbeitsstätte, unb bas besagen will, nun kommt glücklich mieber herauf ans Tages licht! Dies ist ja auch ber Weg unseres Volkes. Wir streben empor zum Tage, zum jungen Tage unb ber Arbeit. In ber Entwicklung unsere Volles im Wieberaufbau, im Dienste bes große., unb wahren Friebens, bieser Arbeit rufe auch ich Ihnen zu: Glückauf! Bieberaus lebhafter Beifall und lang- anhaltendes Händeklatschen dankten dem Reich .- kanzler für seine herzlichen Worte. Mit bem Iubelchor aus dem „Messias" fand der eindrucks - volle Festakt sein Ende Am Rachmittag würd' dann die Ausstellung für das Publikum geöffnet Den Abschluß der offiziellen Feierlichkeiten bildete ein - sotzung auf diesem Lande und Dolle liegt, wie ein böser Traum hinter uns liegen. Dis zu diesem Tage heißt es, weiter wie bisher ausharren. Ganz Preußen, ja daS ganze Reich wird dem Rheinland brüderlich zur Seite stehen, um ihm zu helfen daS zu tragen, was ihm auferlegt ist und was es letzten Endes doch für uns und alle anderen mit zu dulden bat. Namens der preußischen Staats Regierung und des preußi- schen Volkes grüße ich vom ganzen Herzen das Rheinland. Seine Verbundenheit mit allen, die deutschen Blutes sind, wird auch weiter die Jahrtausende überdauern. Am Abend fuhren Reichskanzler Dr. Luther und die Minister nach Berlin zurück. Der Reichspräsident an die Rheinlands. Berlin, 16. Mai. kTU.) Der Reichspräsident hat an den O b e r b ü r g e rm e i st e r d e r Stadt Köln folgendes Telegramm gerichtet: „Der Stadt Köln und dein gesamten Rheinlande entbiete ich am heutigen Tage der Eröffnung der Jahrtausendausstellung der Rheinlandc meine herzlich st en Grüße und meine b e st e n Wünsche. Diese Ausstellung soll in einem Rückblick zeigen, wie die Lande am Rhein durch gemeinsame Sprache. Geschichte, Kultur und W'rtschast mit dem großen deutschen Vaterlande unlösbar verbunden sind. Mit welcher Treue auch in der Gegenwart dieses Landes zur Heimat und zum Reiche stehen. Haven die Ereignisse der letzten Jahre der ganzen Welt mit aller Deutlichkeit gezeigt. Daß die Gebiete am Rhein bald wieder in voller Freiheit mit dem gesamten Vaterlande vereint sein mögen, ist unser aller sehnlicher Wunsch und unser unermüdliches Bestrebe n.“ Deutscher Reichstag. Berlin. 16. Mai. In allen drei Lesungen wird der von der Deutschen Dvlkspartei eingebrachte Gesetzentwurf über die Hinausschiebung der Der mögens st euer Vorauszahlung vom 15. Mai 1925 um einen Monat angenommen, nachdem Abg. Dr. Hertz (Soz.) namens der Sozialdemokratischen Partei die Ablehnung erklärte. Sämtliche Parteien, mit Ausnahme der Völkischen und. Kommunisten, haben einen Gesetzentwurf zur Abänderung des Gesetzes über das Ruhegehalt des Reichspräsidenten cirg'b acht, worin ter Witwe des R.ichspräsiden- ten ein Witwengehalt in Höhe der Hälfte des Ehrensoldes des Reichspräsidenten und seinen Kindern ein Waisengeld nach den Sähen des Beamtenhinterbliebenengesetzes ausgesetzt würde. Ter Entwurf wird in zweiter Lesung angenommen. Das Haus wendet sich dann der Beratung von Petitionen über die Einheitsstenographie zu. Der Berichterstatter des Bildungsausschusses Akg. Bick cs. (D. Bp.) begründet eine Entschließung des Ausschusses, daß die Reichs- und Länderregierungen die neue Einheitskurzsch-rift überwachen müßten und etwaige Abänderungen unbedingt veranlaßten. Der Redner vertritt darauf einen vvlksparteilich-deutschnationalen Antrag. der tie Regierung ersucht, unter Berück- sichligung von Beanstandungen eine nochmalige Ausarbeitung der Systemurkande der neuen Einheitskurzschrift vorzunehmen, um den noch abseits stehenden Stenographenkreisen den Anschluß zu erleichtern. Abg. Hofmann-Ludwigshafen (Zentr.) spricht sich gegen die nochmalige Liebet Prüfung des Cinheitskulzschriftentwurfs aus, die nur eine c Verzögerung herbei führen würde. Eine A.-Hebeieinstimmung aller beteiligten Kreise, ins- ' besondere der Lehrpersonen, würde doch n i e ; erzielt werden. Staatssekretär Schulz meint, die Regierung halte es für höchste Zeit, in der Frage der Einheitskurzschrift aus der Theorie in diePraxis überzugehen. Cs sei unmöglich, vor Einführung dcr Einheitskurzschrift eine Systemänderung vor- zunehmen, u. a. auch deshalb, weil sich auf den vorliegenden Entwurf alle Länder müh- s ä m geeinigt hätten. In der Abstimmung wird der Antrag Mumin- Bickes abgelehnt. Auch die Kommunisten stimmen gegen den Antrag. Das Haus wendet sich dann der Wetterberatung des Etats des Reichsmini» steriums für Ernährung und Landwirtschaft zu. — Abg. Blum-Berlin (Zentr.) meint, es sei jetzt, wo die Industrie Schutzzölle habe, selbstverständlich, daß auch die Landwirtschaft durch Schutzzölle geschützt werde. Man müsse dem Großgrundbesitz zur Lösung ''einer volkswirtschaftlichen Aufgaben lebenserhaltende Bedingungen gewähren. Es gelte, die Parität zwischen in- und ausländischen Preisen wiederherzustellen, was auch durch eine Herabsetzung der Amsahsteuer erreichbar wäre. Reichsernährungsmmister Graf Kanih beantwortet dann die Interpellation der- Deutsch- nationalen, die sich gegen die Aufhebung des Einfuhrverbots für Pferde wendet. Der Minister führt u. a. aus: Die hauptsächlichsten Gründe für die Aufhebung der Einfuhrsperre seien aber außenpolitischer Ratur. Die Tschechoslowakei, Ungarn, Belgien und Holland sowie andere Länder, die deutsche Zucht- pferbe schon vor dem Kriege stark eingesührt hätten, die aber ihrerseits auch Pferde nach Deutschland exportierten, brächten ihre Wünsche nach Aushebung der Sperre immer dringender vor, und wiesen darauf hin, daß sie keine deutschen Pferde mehr importieren tonnten. Die Aufhebung der Einfuhrsperre habe ziffernmäßig keine Schaden für den deutschen Pferdehandel Perbracht. Es seien im ersten Monat der Aufhebung insgesamt 600 Pferde eingeführt worden. Dadurch könne der deutsche Pserdemarkt in keiner Weise beeinträchtigt werden. Abg. Hamkcs (D.Bpt» seht sich für die Schutzzölle für landwirtschaftliche Produkte ein. Unter dem Schuh von Zöllen habe sich die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse schon früher gehoben. Beispielsweise habe Deutschland ohne Schutzzölle jährlich 4,9 Millionen Tonnen Roggen gebaut; unter den Schutzzöllen dagegen 12,2 Millionen Tonnen. Seinen Standpunll für die Einführung landwirtschaftlicher Schutzzölle begründet der Redner in eingehenden Darlegungen auch mit der Grubenkatastrophe bei Dorstfeld. Explosion eines Vrennstoffmagazins. — 44 Tote, 24 Verletzte. Dortmund, 18. Mai. ($11.) Am Sams- tagnachmittag 4.30 Ahr geschah auf der Schacht- aulage Dorstfeld 5 eine schwere Explosion des Sprengstofsmagazins auf der Wettersohle, über die das Oberbergamt Dortmund folgenden Bericht herausgibt: Die Explosion auf der Schachtanlage Dorstfeld 5 am 16. d. M. hat 4 4 Todesopfer gefordert, unter denen sich auch der Abteilungs- Vorsteher des hauptsächlich betroffenen Reviers befindet. Drei weitere Leute, die wahrscheinlich tot sind, werden noch vermißt. 24 Mann sind teils leicht, teils schwer verletzt. Die Verunglückten sind bis auf drei Vermißte geborgen. Sämtliche betroffenen Grubenbaue sind befahrbar. Eine weitere Gefahr besteht nicht mehr. Rach den letzten Feststellungen hat die Explosion des Drennstoffmagazins auf ein etwa taufend Meter entfernt liegendes Revier über» gegriffen, in dem Fettkohlenflöze abgebaut werden. Hier ist die Explosion anscheinend an dem K o h l e n st a u b der Abbaubetriebe eines Flözes nochmals kurz aufgeflammt. Diese hat die meisten Opfer gefordert. Die ganze Grube war durch Gesternstaubsperren und gestreuten Ge- steinstaub gesichert. Die Stelnstaubtrennung läßt sich leider nicht überall in den Abbaubetrieben ausführen, wodurch es anscheinend ermöglicht worden ist, daß die Explosion überhaupt auf das betroffene Revier in diesem Umfange hat übergreifen können. An Einzelheiten über das Llnglück wird uns gemeldet. Die Explosion erfolgte auf der Sohle 6 von Schacht V in 635 Meter Tiefe mit solcher Wucht, daß oberhalb der Erde im Förderhaus die wuchtige Wellblechklapptüre eingedrückt wurde, wohl ein 'Beweis, wie furchtbar die Explosion in den Stollen und Gängen gewütet haben muh. Die Bergungsarbeiten sind daher außerordentlich schwierig. Allerdings waren sie seit Mitternacht nicht mehr so gefährdet, da die Rachschwaden durch die Schachtzufuhr abgezogen find. Die Sicherheitseinrichtungen auf dieser Zeche, die alle Reuerungen wie Gesteinstaubverfahren, elektrische Grubenlampen schon längst eingeführt hat, sind vorbildlich. Eine unglückliche Verkettung von Zufällen muß die Ursache der Katastrophe gewesen sein. Zum Teil ulüssen sich die Rettungsmannschaften aus tieferen Svhlen- gängen in die höheren Vorarbeiten, um dann durch Quergänge in bestimmte liefere Schachtplätze zu gelangen, wo es gilt, d i e durch Gesteinsbrüche eingefchlosse- Knappenam Leben zu erhalten. Sauerstoffapparate können durch solch enge Gange nicht auf den Rücken getragen, sondern nur vorn auf der Brust mitgeschleift oder nachgezogen werden. In zahlreichen Kolonnen arbeiten unter Führung ihrer Steiger und Obersteiger die Retter unermüdlich. Mancher von ihnen ist ohne Pause seit dem Antritt der Arbeit gestern mittag in schwerster Räumungsarbeit. Rach den von der Verwaltung der Zeche herausgegebenen Listen der Toten und Verletzten der Explosionstatastrophe sind die R amen von 31 Toten und von 6 in den Krankenhäusern nachträglich verstorbenen Verletzten f e st g e st e l l t. Außerdem ist noch ein unbekannter Verletzter verschieden. Es sind also 37 Tote namentlich festgestellt, älnbekannt sind noch weiter sieben, so daß die Zahl der Todesopfer nunmehr 44 beträgt. In den Krankenhäusern befinden sich 24 namentlich sestgestellte und ein unbekannter Verwundeter-. Ein Steiger wird noch vermißt. Man vermutet, daß er sich noch im Schacht unter den Trümmern befindet. Sollte diese Vermutung zutreffen, so würde sich die Zahl der Toten endgültig auf 45 erhöhen. Dor den geschlossenen Toren der plngUickszeche stauen sich iwch immer die Angehörigen der verunglückten Bergknappen. Lastautos mit der Ablösung sind von den benachbarten Zechen herbeigeeilt. Zechen- Mannschaften, Privatautos von Zechenherren, Krankenwagen der Stadt und der Zechenwerke passieren die drei schmiedeeisernen Tore, die sich für manchen dei treuen Arbeiter zum letzten Male schlossen. Auf dem Zechen Hose stehen die Arbeitsgruppen der S am ar i t cr und Sanitätsmannschaften. Die T o t e n liegen aufgebahrt im Zechenvrrwaltungsgebäude auf Schacht II. Zwei Reihen stumme Kämpfer. Die Verletzten find in den städtischen Krankenanstalten untergekommen. Die wenigen Leichtverletzten haben das eigene Heim ausgesucht. Die Knappen .die die grauenhafte Explosion verschonte, haben sofort die Rettungsarbei- t e n mit den Rachbarmannschaften ausgenommen, um als Stolleneingeweihte die unentbehrlichen Führer zu sein in dem Gewirr der Gänge. Die Staatsanwaltschaft in Dortmund ist sofort nach dem Bekanntwerden des älnglücks auf der Zeche erschienen. Die Beileidskundgebungen. Der Dberpräfibent der Provinz Westfalen, Granowski, hat an den Oberbürgermeister der "tobt Dortmund aus Anlaß der Grubenkatastrophe auf der Zeche Dorstfeld folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Roch mar gestern abend die Feier der lieber- nähme der Universitätsklinik in Münster nicht beendet, als die erschütternde Kunde von der Explosion der Sprengkammer auf dersZeche Dorstfeld hier eintref. Mit erschütternder Schnelligkeit häufen sich die 'b.'issenunglücke in der Provinz Westfalen. Zum zweitenmal in biefem Jahr ist die Stabt Dortmund von einer großen Grubenkatastrophe heim- gesucht worben, der leiuer wieder viele Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Ihnen, sehr verehrter Herr Oberbürgermeister, und allen von dem Unglück Betroffenen spreche id: meine ausrichtigste Teilnahme aus intern Bewußtsein, daß sich die ganze Provinz-dieser Teil- nahn-e anschließt." Reichspräsident von Hindenburg hat an das Oberbergamt in Dortmund ein Tele gram m gerichtet, in dem es heißt.' „Der schwere Unglücksfall, der die Zeche Dorst- seld betroffen und so vielen braven Bergleuten das Leben genommen hat. hat mich aufs Schmerzlichste bewegt. Ich bitte, den Hinterbliebenen der Verunglückten und Verlegten meine wärmste Anteilnahme zu übermitteln." Weitere Beileidstelegramme sind vont Reichs- arbeitsminister Dr. Brauns und Reichskanzler Dr. Luther in Dortmund eingetroffen. deutschen Konkurrenzunfähigkeit dem Ausland, insbesondere Argentinien gegenüber. Argentinien könne beispielsweise den ganzen deutschen Fleischbedarf decken, und zwar zu Preisen, mit denen die deutsche Landwirtschaft auf keinen Fall mitlomrne. Man müsse zwar auch die Gr- trcidezölle jetzt beschließen, aber noch dringender seien im Augenblick die V i e h - und Fleisch- zolle. (Beifall rechts.) Abg. S ch m i d 1 - Berlin tGoz.I behält sich eine ausführliche Stellungnahme seiner Partei zur Schuhzollfrage vor. Abg. Behrens (Dtschn.) ist Der Ansicht, daß die im Etat für die Prüfung der Zördcrungsmöglichkeit der Landwirtschaft eingesetzte Summe von 2,5 Millionen Mari verdoppelt werden müsse. (Beifall rechts.» Abg. Dr. Runkel (D. Vpt.) begründet einen Antrag seiner Partei, in dem die Regierung um Bereitstellung eines langfristigen Kredits in Höhe von 3 Millionen Marc zu mäßigem Zinssatz für die Hochsee-Hecingssischerei zum Wiederaufbau der Fischereiflotte ersucht wird. Montag Auswärtiger Etat. Abrüstung und Sicherheit. Französisch-englische Verständigung über die Abrüftungsnote. London . 17. Mai. (WB.) Der diplomatische Berichterstatter der „Sundah Times" erfährt. daß der Wortlaut der Abrüstungsnote der Alliierten an Deutschland wahrscheinlich eine beträchtliche Ueberraschung für Deutschland fein werde. Die Alliierten würden von Deutschland die genaueste Erfüllung der Bedingungen des Versailler Vertrages verlangen. Die Aeberein- stimmung zwischen Frankreich und Großbritannien über den Hauptinhalt der Antwort sei io gut wie erreicht. Man erwarte, daß die Botschaster- konferenz am Mittwoch sich über den endgültigen Wortlaut Der Rote einigen werde. Die Rote werde Darauf bestehen, daß Deutschland den Ver- pslichtungen, in denen es in Verzug fei, nachkomme, bevor die Räumung Kölns in Frage komme. Der diplomatische Korrespondent des „Observer" schreibt, es fei zu befürchten, daß die deutsche öffentliche Meinung einen Schock erhalten werde, wenn die Abrüstungsnote veröffentlicht werde, falls tatsächlich die Rote endgültig auf der Grundlage des Aeberci »kommens entworfen werde, daß jetzt zwischen drc französischen und britischen Regierung so gut wie erzielt sei. Wie jetzt angedeutet werde, werde die Rote ein langes Dokument fein, das eine furchtbare (formidable) Liste von For derungcn enthält, denen genügt werden müßte, bevor Deutschland nach Ansicht Der Alliierten die Abrüstungsbedingungen des Vertrages erfüllt habe, und bevor Daher Köln geräumt werkten könne. Heber die Siche rheitspaktverhand- lungen berichtet der Korrespondent, es heiße. daß Briand den französischen Standpunkt vertrete, wonach der Pakt die Zusage Deutschlands enthalten mühte, die Vertragsgre n z e n i m Osten ebenso wi e Die im Westen dauernd a n z u e r k en n e n, Frankreich werde zweifellos, nachdem das britische Kabinett die Angelegenheit erwogen habe, mitgeteilt werden, daß nach britischer Ansicht das deutsche Angebot, keinen Versuch zu unternehmen. die Ostgrenzen durch kriegerische Methoden abzuandern, Den Anforderungen genüge, und daß Die britische Politik die beiden folgenden Bedingungen i.i Rechnung ziehe, daß Deutschland vor der Abschließung des Paktes dem Völkerbund bei- tritt, und daß, während der Pakt die Westgrenzen unbedingt schützen, es aber nicht zu seinen Zielen gehören soll, die bestehenden Vertragsbedingungen für Deutschlands Ostgrenzen zu schwächen. Das heiße, Deutschland solle nicht ermutigt werden, irgendetwas im Osten zurück- zubetommcn außer durch das normale Wirken der Völkerbundssatzungen. Weiter werde Die britische Politik niemals gehen. Die polnischen Briefkasten in Danzig. Haag, 16. QHai. (WTB ) 3m großen Rechtssaql des Friedenspalastes wurde heute mittag das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes im Danzig-polnischen Poststreit in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Diplomatischen Korps, darunter auch des deutschen und polnischen Gesandten in öffentlicher Sitzung bekanntgegeben. Die Verlesung fand in englischer Sprache statt unD dauerte l3 $ Stunden. Das Gutachten beschränkt sich in feinen 41 Seiten langen Rechtsausführungen aus den polnischen Anspruch hinsichtlich des polnischen Post- dienstes im Hafen vonDanzig.dessen Gebiet jedoch nicht abgegrenzt wurde, so daß der Völkerbund die Hafengrenze festzulegen haben wird. 3m Hafen von Danzig habe Der polnische Psstdienst das Recht, Briefkasten anzubringen und Postsachen anzusammeln und zu verteilen, jedoch außerhalb des Helvetius-Platzes, und so, daß die Benutzung dieses Postdienstes durch das Publikum zulässig sei. Die Kämpfe in Marokko. Schwierige Lage der Franzosen. Paris, 15. Mai. (WB.) Das Kriegsministe- tium teilt über die Operationen in Marokko mit: Die Gruppe Eolomba (Westgruppe) hat das Gebirge von Bibane eingenommen, ist auf der Linie des Qued Aoulai vorgerückt und hat zwei Posten befreit. Im mittleren Frontabschnitt hat Die Gruppe Frcydenberg vor ihren Stellungen eine zweite heftige Offensive des Feindes zurückgewiesen. Die gestern in Paris cingetrof- fenen Rummern der französischen in Marokko er- Icheinenden Zeitungen melden Dal) Die französische Front an verschiedenen Punkten sehr bedroht und bereits eingebrochen war. Verschiedene französische Offiziere hätten eine völlige ilnfäfrigfeit an Den Tag gelegt uni) ein General sei sogar seines Amtes entsetzt worden. Mehrere Journalisten seien gewaltsam a u d Der Frontlinie entfernt worden, weil sie ihre Berichte aus persönlichen Eindrücken geschöpft hätten. Aus aller Wett. Wohnung und Siedelung — Iahresfchau deutscher Arbeit. Am Samstagmittag sand in Dresden im großen Saale des Ausstellungspalastes in Gegen wart von Vertretern der Behörden des Reiches, des sächsischen Staates und der Stadt Dresden sowie zahlreicher Ehrengäste Die Eröffnung der Ausstellung „Wohnung und Siedlung; Iahresschau deutscher Arbeit" statt. Es waren u. a. erschienen Reichs- arbeitsminister Brauns nebst Ministerialdirektor I m h o s, Ministerialdirektor Pößs ch als Vertreter der Reichsregierung, der sächsische Reichsratsbevoll- mächtigtc Geh. Legationsrat Graf Holtzendorff und sämtliche sächsischen Minister mit Ausnahme des beurlaubten Ministerpräsidenten, Der Oberbür germeister und der Stadtoerordnetenvorsteher von Dresden. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Festgesang des Kreuzchors. Rach Der Eröffnungsrede des Präsidenten der Jahresschau Stadtrat Dr. Krüger sprach Wirtschaftsminister Müller im Auftrage der sächsischen Regierung und gleichzeitig auch namens der Rcichsregierung die besten Wünsche für einen vollen Erfolg der Ausstellung zum besten der kulturellen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung des gesamten deutschen Volkes aus. Rach einem abermaligen Gesang des Kreuzchors erklärte Stadtrat Krüger die Ausstellung für eröffnet. Unter Fühlung Der Herren von Der Ausstellungsleitung wurde fodann bei prächtigem Wetter ein Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen der Ausstellung angetreten. In der Abteilung für Kunst und Wissenschaft wird ein Ueber- blick über die geschichtliche und völkerkundliche Entwicklung des Wohnungs- und Siedlungswesens ge boten. .Auch ein Ausschnitt aus der Wohnungs- un' SieDekungstätigkeit Des Auslandes wird gezeigt, i der besonders England und Holland vertrete sind. In der umfangreichen Abteilung des Lande ausfchuffes des sächsischen Handwerks tritt besonde s das Haus Des Handwerks in die Erscheinung. 100 Opfer eines Hanseinsturzes. In der Ortschaft Z u g d e d h im Kaukas> stürzte währ e nd einer georgischen Hoch zeit ein Haus ein, in dem sich 400 Menschen befanden. Angefahr 10 0 Personen fanden den Tod unter den Trümmern, diele wurden schwer verletzt. Bis jetzt wurden fünf Leichen geborgen. Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, wechselnde Winde, nach Gewitterregen kühler. Das mit feinem Zentrum über Südvsi- skandinavien liegende Hochdruckgebiet hat sich erneut befestigt, während Der Hauptwirbel im Rordmeer nördlich abzieht. Jedoch ist von Rord- westfrankreich ein Teilausläufer nach Westdeutschland vorgestoßen, der weitere Gewitterstömmgen erwarten läßt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Mai 1925. Vorschriftswidriges Fahren eines Kraftwagenführers. Ein wichtiges Gerichtsurteil. Eine Entscheidung, Die für Das Verkehrs- leben a u f Den Straßen von Wichtigkeit ist, wurde von Der Kleinen Stra f kammer Gießen am Freitag gefällt. Ein hiesiger Kraft- Wagenführer fuhr mit einem Personenauto, von Der StaDt kommend, durch hie Gartenstrahe nach Der Ludwigstraße zu. Er hielt sich Dabei aus den Gleisen Der elektrischen Bahn Bor ihm in Der gleichen Richtung fuhr ein Radfahrer, und zwar links neben den Gleisen, ziemlich auf Der Mitte Der Straße. Er beachtete hierbei die Vorschrift, daß das Fahren auf den Gleisen der elektrischen Bahn in Der Längsrichtung Der Schienen verboten ist, soweit neben ihnen die Fahrbahn genügend Raum für Den Fuhrwerksverkehr bietet. Von entgegengesetzter Richtung kam ein größeres Fuhrwerk und versperrte von dem Auto aus gesehen den linken Teil des Fahrdammes. Der K r a f t w a g e n f ü h r e r gab Hupensignale und versuchte, vorschriftswidrig den Radfahrer rechts zu überholen. Dieser, der mir das Signal, das der Führer kurz vor dem Zusammenstoß gegeben hatte — ob dieser vorher schon Signale gegeben hatte, konnte nicht einwandfrei sestgestellt werden -- , gehört hatte, bog, Der Vorschrift entsprechend, scharf nach rechts ab. um den Kraft- Wagen links an sich vorbei zu lassen. Sofort wurde er von dem Auto ersaßt und erlitt Verletzungen am linken Oberschenkel und rechten Fuß. Das Fahrrad wurde eine ganze Reihe von Metern mitgeschleist. Dann erst konnte der Führer den Wagen zum Stehen bringen. Der Vvrderrichter hatte eine Fahrlässigkeit des Kraftwagenführers darin gesunden, daß er bei der Schlüpfrigkeit des Weges — es hatte gerade stark geregnet nicht so langsam fuhr, daß er das Auto aus die kürzeste Entfernung zum Halten brachte und den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 20 Mark verurteilt. Die Kammer hielt zwar den Rachweis zu schnellen Fahrens nicht für erbracht, sah aber eine Fahrlässigkeit des Angeklagten in dem Amstand, daß er versuchte, den Radfahrer auf der rechten Seite zu überholen, und verwarf Die Berufung Des Angeklagten. Sie stellte fest, Daß Der Angeklagte bei Abgabe Des Signals damit rechnen mußte, daß der Radfahrer noch tut letzten Augenblick, Der areoz-Dreg. Aagnsi Roll Menet »St-Drog. Hani Moll P. J. Mobs, Seifenfabrik Drog. ög. Wallenfels. Derm Otto Wintert oft 4t>c nnberungen. 1fr' 76 Banknoten. Ttranjöfil inöe. nach ;o.io i.3O 3,3 16,7 71.4 108,00 ,ION,'.hi 4.*) 1.S3 IW* 101,13 11, W und gan^ seinen Zweck erfüllt Färberei Kck. Rover Laden: Marktplatz 8. 2^ atm. Mtk «tat fünf willkommene Erquickung. 3mannt wurden der Landgericht der Pro- Kti 82,50 M I 11,75 1 138,30 103,1 128*5 86,5 Woten in da» Fest- Abwechslung trarmomtchen - SÄvst- Hot sich coickü im m Avrk- Lesidevtsch- nst-nmgm 63. M) 11,75 4,15 io.to Ä.73 0.47 i । 119 OJti i.ns ii" Fluren war der Regen eine *• Personalien. Landgericht eru i bei dem ■•m3 Oberhesfen Sugeii Programm reiche und angenehme Sin Tännchen gab dem Festtage AuSNang 109.13 91 71,13 16 «8.25 78.76 126.25 16.5 20,25 68,75 8,25 115 98.62.5 90 »3 11.4 1.215 3.03 70 1,5 • und beim Anrichten noch einige Tropfen MAGGI5 Würze 20.1 68 8.20 , .H Ba,t ’ JL'anJl I L60* 5* u»° । 77 97,21 18.71 131,5 18.62 20.4 67,73 8,1 m 98,40 3,25 73.5 138,23 0,51 127,40 128.40 7.3 X9 verbuchen ktmnle, wozu auch die Tombola nicht zu knapp beitrug, llnb mit diesem guten Ergebnis hatte der Hilfstag. von dem auch die Hoch- schulgesellschaft einen Anteil bekommt voll vereinigte luO sodann die Butzbache i Bürget- schalt mit ihren Gästen zu fröhlichem 'Beisammensein. Die Ausfüdrung eine» kleinen Märchen spiel» mit heimatlichen Motiven, gesangliche unb turnerische Darbietungen brachten trichweiie, und auch da nicht allzu stark, dagegen Htngen in der unmittelbaren Rachbarschaft, so u. a. auf dem Wiesecker Sportplast und nach -Innerod gi. sehr starke Regengüsse nieder wozu an einigen stellen auch noch etwas $agel hinzukam Den 87^ 83,50 70.73 3.30 1.9 Norwrattch« Roten...... Deutsch!>stcn-,äioo Kron« IHnmänitoe Waten...... Schwedische Waten . Schwester Noten....... Spanische Noten rschechoslowatlichc Noten . . Ungarische flöten Du Kriegst die Motten nicht los ohne Dr. ibJelnreidl» Motteu.itlicr 'b'« m. "Am (*} taie "Mn, 1 »«*$ «85 ■Qt5btooü enb#t|| •lUinabr Oterbüi ^tr von r(t) einen । i*r (Er. Aad, «Aiil. ^8 M «Tun9 blt der Au», rvirtschosl .dtuischen esang der iluchellun» en von der pwchtilitm pajiebenen jn der Sb ein Hebet, dl'che 6nb Wiens (je unfls- un' Mchi. । d uentttf (s Land. I be|onbt - ’ung. urzes. Xoulaf1 'n Hoch 400 Len. Funk zum Amtsge- ^ichtsdireftor bei dem Aml-gerichl Worin-. der Imtsrichter bei denr Amtsgerichk in Gieften Lmtsgericht-ral Adolf Meyer zugleich zum tZandgericht-rat bei dem Landgericht der Pro- | i^tni Oberhessen , der Oberassistent Cbccng 3 a m- Iustizsekretär bei dem 138,56 I 102,75 128.9 88.75 20,30 8,12 and. Tai 1925. hren ierr. L erlrhf- Dichiigiei! I lammet (iger Krall' tnauto, dot nh'ck Mbö en g W «” neben bm Straß«, »t da- Iah' ilttischtn ,jenen ver- ahrßahn ixrliverlehr nq kam ein von dem n Teil bei ührergob rtchristl' u nberholt"^ der W i hatte - » hatte, konn« i geö^ sprechend- f «’Al» erM' und c^nfd u"d eine Sanz« B erli f<>nn,t In bringen rtam«: s denn ge nicht w Pie IM* > den W iS t b ert 1 iw; Äachw«^ sah ad«> inge A pal 11 Ä * ugcl'v^- tHtcbcd Montan XeOwl Bergbau . jbauibura-Smertta Pakt. . . Norddeutscher Llovd . ... TderamIsche «e1ellschach Btrflmonn .......... ^rflmttafttaa»........ Schuckort . ., Siemen« 4 HatNe ..... Ndlrrwerte fliehe» ..... Dainiler Motoren. ..... 8ÄT*! Motorenwerte Mannbeta, . frankfurter Armaturen . , . Konservenfabrik Braun . . MetaNgelell-chakt ffrenlhm. Prt. Union A..(I...... Schuhfabrik Hee, Sichel . Zellstoit Waldhot...... Burferfabrif JronfentW .. Zuckerfabrik Daabäulel . . . «ochumet Suh ..... Buderus Lato Druncd Luxemburg ... Lhfltenlirdicner ferotoerte Carpener Bergbau .... Kaliwerke Aschersleben. . Kaliwerk IBefteregebi. . . Lauradulte Festwanderung des Taunusklubs. ri Butzbach. 17. Mai. Wohl zwanzig 3tveigvcrcine des Gesamt-Tau nuskluos hielten heute In Butzbach festliche Sinkebr Besonders stark waren die Vereine von der Lahn, dem Hochtaunus, der Mainebenc und aus dem Frankfurter Gebiet vertreten. Alle Vereine datten. bevor sie Butzbach erreickfttn. bereitmehr oder weniger anstrengende Pslichtwande- rungen zurückgelegt Sie wurden gegen Mittag von dem festgedenden Butzbacher Iweigverein empfangen und nahmen dann an der Einweihung einerSchuhhütle auf dem Hochgelegenen Schrenz« r teil. Von der Hütte, einem einfachen Holzbau, gcnieht man eine entzückende Au-sicht aus die lß«tt«rau. den Launus unh den Vogelsberg Vach einer kurzen Mittagspause sammelte sich bann die vielbundertkdpsige Schar zu einem Festzug durch die reich oc- schmückten Straften der altertümlichen Stadt. 3m Zuge wurde neben etntr Bei he schöner Zestwagen, die der Butzbacher Verein stellte, auch eine Fülle prächtigen blldnerischen Derbematerial» für TaunuS- und Lahn Wanderung en von den einzelnen Fweigvereinen mitgeführt. 3n der ge- schmackvoll erneuerten städtischen Jesthalle Devis.'innatkt Berlin-Frankfurt a. HL OnWOeonnt Mark tutaoebrMt. Bumost-Ntat,. ?o*bt*. Shj. hort. "kLaneirc für eine f^beltTWeJi mtb Mr 106000 «in beiten, alle« rtbrine fite 100 Ptabeite»-! Telegraphische Auszahlung. 115,90 115,25 «9 W.lo 96/25 95 " D i e er ft en Gewitter in diesem 5 a I) r c konnten wir hier am Sametog und am gestrigen Sonntag bemerken Am oamslQanad)- mittafl beschrankte sich der grollende Besuch auf einige Humpeleien aus der Herne, gestern d.i- £gen war er in unseren Sladtbereich eingerückt. i der Stadt regnete ev gestern allerdings nur Wirtschaft. ’ Erhöhung der Beieihungs- grenzen im Lvmdardverkehr Die Ge- neraldireftion der Preuhischen Staatsbank (See- Handlung ) bat beschlossen, die BeleihungSgren zen im Lombardverkehr zu erhöhen, und zwar bis zu 50 Prvz des Kurswertes für böi-sengckngige Aktien, bis zu 60 Proz. des Kurswertes für nach Sachweri verzinsliche Pfandbriefe und Schuldverschreibungen. * Hhemische Fabrik Griesheim- 61 c 11 r o n. Frankfurt a. M. 3n der nunmehr stallgefundenen AuffichtSralSsitzung wurde der 3ahrcSabschluh 1924 vorgelegt Die bei den anderen Gef.Illchaflen des Anilm-Konzerns wird aus dem Acingewim, von 3,91 Mill. Am 8 Proz THoibentk' auf die Stamm- und 3' ? Proz. auf die Vorzugsaktien in Vorschlag gebracht. Dörsenkurfe. »8,25 0,51 102,75 127,50 128,11 7,15 88 121,52 108,75 91.25 J.’ü <6,5 ; 6.8 . 77 1 75,75 98.1! !»8 78,20 78 130.9(1 130,62 16.80 16.62 Aelb 4,181 21,11 78,37 20,333 31,81 168,28 17,1.1 69.97 59,085 112,01 81,12 60..V. 12,44 Sl!£L 4,201 78,77 20,43.3 21,91 169.11 17,21 70,33 09,396 112,57 81,52 60, K". 13,611 5,895 und leüweste noch darüber hinaus geführt. Auch für heimische Kenten war die Stimmung etwas günstiger und das ^aufintereffc reger. 7,proz Reichsanlcibr zogen mäfzig an. Die '21 kticn in a r r l c blieben von den lebtiaflen Umsätzen un beeinflußt. Die Haltung war unsicher, doch tendierten die meisten Merle aus Aealifattonen bin ctiuav schwächer. Angesichts der Bermichlassigung. der die •21 ftienmärftr ausgesetzt waren hielten sich die ll m sötze in äustcrsi bescheidenen Grenzen. 'Leieinzett stellten sich auch leichte Befestigungen ein, io fur Schiffahrt s werte und in geringer Weife auch für M o n t a n 21 f t i c n. Bank aktien halten ruhige» Geschäft. Die Werte der Bau Unternehmungen stellten sich niedriger. 3m Freioerkebr, der lustlos lag. zeigte sich etwas Interesse für Ufa. die auf 84 Proz. fliegen. Apj 1, Beckerstahl 1,1», Beckerkohle 5,4, Ben,z 4.4. Brown Boocri 58 Proz.. Growag 70.'» Proz Äunfifeibe 295 Broz Petroleum 13.62, Rastallei ffiaggon 4.2‘>. 3m spateren Verlause wurde da-.' Inieresse für den Pfandbriefmarkt etwas abg» schwächt. Kriegsanleihen und Aktien blieben still und ohne Veränderung. Der G c I b in a r r t hat sich weiter versteift: der Satz für tägliches Geld muhte nm ein volles Prozent beraufgefetzt werden. Der Devisenmarkt zeigte keine wesentlichen Bei " Grober Unfug Der Polizeibericht H vlbet 3n der Vachl zum 6. Mai verübten drei nbefannte in dem Vorgarten eines Hause» L -er Goeihestrafte groben Unfug, indem sie die Piausgestellten Palmen an da« Dartentor ^ranschleppten. Als durch das entstandene Ge- -tusch eine Person in der Aachbarschaft wach i»irde und am Fenster erschien, gingen die Uebel- iler unter Mitnahme einer Palme flüchtig. ®er* Mien, die über den Verbleib der Patme Auskunft rben können und über die Täterfchaft 3toed- 'snlicheS in Erfahrung gebracht haben, werben rjudji, der Kriminalpolizei Mitteilung zu naben. •• "IDa f f ertoärme der Lahn heute vor- iitag 17 Grad A • Auftrieb auf dem heutigen frankfurter G ch l a ch t v i e b m a r 11: 538 ?dtlen, 39 Bullen, 958 Färsen und Kühe. 484 tllber. 81 Schafe, 3842 Schweine Hochschullag und Studenlenhilse <^in Hilfstag. Uin Hilfslag zugunsten derGiehenerHvch- ir>ulgef eil jd)af t und der (Siebener 6 t ii ■ »i nten hilf e brachte gestern eine Neihe ausge- f djncter gelelliaer Veranstaltungen, die sich eines |!hr auten Besuchs zu-erfreuen hatten und bei denen Rif der auherordentlichen Billigkeit alles (Gebotenen I» tüchtig umgesetzt wurde, dast man wohl nicht fehl g“»t, wenn man einen recht ansehnlichen Uederschust tt rnus|agt. Den Lu stakt der Darbietungen bildete ein Pro- ^snadenkonzert der Kapellen nseres > 4 a 11. 1 5. I n s. - R g t s. unter persönlicher Lei- ii von Cbcrmiififmcifter Löber, d«is in der Mittagsstunde vor der Universität gegeben wurde >> V mit einem Blumenverkauf zum Besten der guten c Kilogramm. Weizen, mark. 263 bis 265, Mai 275—278, Juli 269, Roggen, märt. 221 bis 324, Mai 225, Juli 2204—221!, Gerste, mark. 226—210 Futtergerste 200— 216, Hafer, märt. 216 bis 224, Mai 201. Mais 200—201, Juli 1964, für 100 Kilogramm Weizen 33,75—36,25, Raggenmehl 30,50, bis 32,75, Wetzenkleie 14,60, Roggenkleie 16, Vik Ivriaerbjen 22—27, kleine Erbsen 21—24, Futter eibjen 18—19, Peluschken 18,50—20, Ackerbohnen ll> bis 20, Wicken 19—21, Lupinen, blau 10—11,50, Lupinen, gelb 11,25—13,50, SerabeUa 14—15,50. Rapskuchen 15,20—15,60, Leinkuchen 22,40—22,80, Trockenschnitzel 9,80—10,;)0, Dorfmelasse 9,75, Kar wffekflocken 19,80—20. Vortchrift entsprechend nach rechts au-weichen würde, toerm der Angeklagte den Aadfahrer links nicht habe überholen können, weil diese Seite deS Zahrbamme« durch das entgegenkommende Fuhrwerk versperrt war, so hätte et eben halten müssen Ttuudung der lvermSge«Sfteucr'VoranSzahl«»g vom 15. Mai. Auf Ersuchen der wirtschasllichen Verbände hat stch der Steuerausschust des Reichstages in seiner Sitzung vorn 15. Mai mit der Frage der an sich am 15. M a i 1925 fälligen zweiten Btr» mäaens (teuer V o r a u s za h k u n g, ra t e befaßt Die Mehrheit des Steuerausschuffes war der flufjaffung, bah es im Hinblick auf den zur Zeit dem Reichstage Dorliegenben Entwurf eines Vermögens- steueigesetzes, der die Richterhebung der Voraus- z»ihlungsrare vom 15. Mai 1925 vorsieht, zweckmäßig lei, die Einsorderung dieser State um einen Monat hinauszuschieben. Es ist beabsichtigt, den Erlah eines rnifprechcnden Initiatiogesetzes zu beantragen. Mit Rücksicht hieraus hol der Reichsfinanzminister die Finanzämter angewiesen, bis zur Kla- i.ng dieser Frage die Vermögenssteuer- Üoi auszahlungsrate vom 15. Mai 1925 hi ft u n b e n. Eines besonderen Stundungsantrags eilens der Steuerpflichtigen bedarf es nicht. T^ornotizen. — lagesFolenber für Montag. Eiqeiiheinibau Genofsenfchaft 8' Uhr Gewerbehous «utzcrordentliche Generalversammlung. — R. D. O.: * Uhr Versammlung „Hotel Viktoria — Lichtspiel. laue Bahnhofstr.: „Der Demütige und die Sange- Tin". — ?sstorla-Lichtfpiele „Kopfjäger der Sud ste". mit einer Begruhimg durch den Frankfurter Sender vor sich gehen follte, wurde durch ein Gewitter, bas Sur fraglichen Stunde hier eine ungebetene Gastrolle gab, unmöglich gemacht. Erfreulicherweise verzog sich bas Detter schnell, so dah wenigstens der Besuch des Konzerts in der Neuen Aula, das gegen 5 Uhr seinen Anfang nahm, nicht beeinträchtigt wurde Dem miherordentlich \uhlrcid)tn Publiftim — die Aula war nahezu ausverkauft — wurde hier eine hohe künstlerische Feierstunde geboten. Der Kasseler acapellaEhor, em glänzender und bis in die kleinsten gesanglichen Feinheiten prächtig durchgebildeter Tonkörper unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Laug» vom Kas feier Slaalstheater, leitete die gedruckt von ihm an- gekündigte Vortragsfolae noch mit einer besonderen Bereicherung auher Programm ein, nämlich mit hem Vortrag einer zehnstimmiaen Motette von G. Schumann über den Ehoral ..Wie ‘'hön leuchtet der Morgenstern". Dieser Darbietung folgten Nicolais Wachet aus ruft uns die Stimme" in der Be arbeitung von G Schreck. Mozarts „Avc verum", Achadetts „Der Schwan" und da» von L. Bloch be arbeitete ..Wächterlied". Rach diesen Vorträgen konnle man sich in höchstem Mähe erfreuen an dem Trio iur Violine. ’BiolinteUo und Klavier Opus 21 von Anton Doorack, das die hier schon lange bestens bekannten Herreii Delp, Andreae und Schliephake in vollendeter Künstlerschajt zu Gehör brachten. Den Abschluß des erlesenen Konzert crlebnifies bildete eine Reihe heiterer Volkslieder von Gernsheim. Schumann. Mendelsiohn, Othe graoen, Ochs, die der Kasseler a-capella-Ehor cben^ falls in mächtiger Weise zu Gehör brachu Dah allen Künstlern in reichstem Mähe Beifall gespendet wurde, versteht sich natürlich von selbst. Mil iierz Ochen Dankesworlen, die Prof. Dr. Eger allen Mitwirtenden in voller Uebereinstimmung mit den Zuhörern aussprach und wobei er auf die alte, gute Bekanntfchasi mit dem Trio Delp, Andreae, Schliephake hinwies und ferner der Hoffnung Ausdruck gab, dah die K a f f e I e r Gäste noch ort den Weg zu Konzerten hierher finden würden, schloß dieser Teil des Hilfstaaes. And nun entwickelte sich in den Sälen und Zimmern, in denen sonst die ernste (Selcbrfamteit ihre Stätte hat, eine rege, fröhliche Geselligkeit. 3m groften Hürsaal tonnte man bei den Klängen der Musik einen 3mbih geniehen. in der kleinen Aula war ein Gas- ausgemacht in der QTcuen Aula und im Garderoberaum hatte man Verkaussstände mit allerhand leckeren Sachen eingerichtet und aus der glatten Saal- släche der Qleuen Aula konnle zu den Klängen einer schneidigen Kapelle nach Herzenslust getankt werden, was denn auch vom jungen Volk in gründlichster Weise und lang ausdauernd besorgt wurde 3m nationalötonomischen Seminar halte die Kleinkunstbühne unter der samosen Leitung des „Melbereiters" Dr. Qtofcnbcrg ihren Betrieb eingerichtet Hier war die Stimmung andauernd auf dem Höhepunkt Dr. Aosenberg als ..Meldereiter", Schnellmaler. Akrvbai, Schulreiter und Dialekthumorist, cand meb. Bergmann sein ausgezeichneter Partner in ber Akrobatik, im Schulreiten imb in der Dialekthumoristik. auherbem noch als Bajazzo, Frl. stu. rxr. pol. Öoclbter al« ®e- bilftn der Alrodaten und al« Sängerin. Dr. Atzerolh mit seinen Lausbuvengeschichlen. Frl. Franz mit ihrem Harlekintanz, einige kleine Aeigentänzermnen aus der Schule voir Frau Erna Schumann und nicht zuletzt die Stim- mungskapelle (3azz: Dr. Aossenderk. Geigen eand. Thomas, Eello: Dr. Schäfer. Klavier: Dr. Gerha rbt) perftanben es .Leben in die Bube" zu bringen, die Lachmuskeln ihrer Besucher gehörig zu bewogen und so ganz nebenbei den Gelb beutel etwa« leichter zu machen natürlich alles zum Besten ber guten Sache, für bie man ja so gern gab. Uni bie stimmungsvolle Deloratiou be» Baumes hatten sich Qlköbelsabri- kant OB ei n er t durch die Hergabe von Teppichen und Weiftdindermeister Petri durch Mitarbeit bei der Einrichtung treibt ent gemacht. 3n den Er- srischung-räumen walteten Damen ber Gesellschast uncunüblld) ihres nicht leichten Amtes, von einem Heer von jungen Damen wurden die zahlreichen Labebedürfligen flvtt und liebenswürdig mit Speis' und Trank bedient -- kurzum, alles nahm einen auhervrdentlich genußreichen und finanziell zufriedenstellenden QKerlauf, so bah man daS vor 3uf riebenbeit leucht en be imb lachende Gesicht öc« „StubentenVaters" unserer äftiiversität Pros, Dr. Eger verstehen konnle. denn er muhte, dast er da für seine studentischen Schützlinge mal wieder einen netten 'Batzen auf der Einnanmeseile i Gieften. die Bermessungsgehilsen lz und Friebrich Erb. beide zu zu Q^ermefsungsoberasstflenten bei einem 1 feldberetnigungsamt. der Privatbozent Lic. Iheol. ■ ^eorg Bertra m in Berlin mit Wirkung vom m I. April 1923 ab zum ordentlichen Professor für » eulestaincntliche Wissenschaft in der theologifchen Fakultät der L-andesuniverfilät Gieften. Aus ll fern Staatsdienst ontlaffen wurde der ordentliche * arr-felsor in der philosophischen Fakultät der Landes Universität Gieften Dr. Hermann August .4 112,21 112,41 10,.567 10,807 10,567 10,607 Qiallcn . . . 17,173 17.215 17,12 London - - 20, SIU Jti.413 -*0,863 20,413 Oieuyork . . 4.195 4.206 4,193 4,20.5 21.W 21,94 21,823 ri>. ettnocu . Kl 19 81,39 81,19 K1,3'i Gvanlen . 60.74 60,90 60,67 60,83 (Tapan . . . 1,766 1,77V 1.421 1,763 1,767 »Hin de Aan Wien in D.- 0.419 0.421 0,42b Ctfi. nbflcfi 69,055 59,195 59,055 SS,1L7 Praa .... Belzrab . . 12,4.12 6,KO 12.472 6,X.> 12,43 6,81 12,46 6^2 Budapest . . Buiiiarien . Viflabon :».Wt 6.91 5,89 6,91 9,05.» 211 373 3,063 20.42.5 3,0*3 20,175 8,&i5 80,425 Dan.io - - ■ flonstJntta. 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Juni 1925, vormittags 10 Llhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Sitzungssaal (Ar. 101), Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Kon- lursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 4. Juni 1925 Anzeige zu machen. H: D Hessisches Amtsgericht in Giehen. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die minist. Bestimmungen werden die Schloffer- und Anstreicherarbeiten für den inneren Ausbau und die äuheren Puharbeiten des Dermeffungsamts in Grünberg öffentlich ausgeschrieben. Zur Vergebung kommen unter anderem: Anschlägen von rd. 40 Türen und 13 Paar Klappläden, 700 qm Decken- u. 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Mai (925 Jur Grundschulfrage. r Grziehungssragen sollten keine Parieifragen sein. (Tnbem llch aber die Parteien notwendigerweise und pflichtmäßig mit ihnen beschäftigen, in ihren Programmen den Schulangelegenbeiten einen Platz cinräurnen und ganz bestimmte Grundsätze für sie aufstellen, tritt die Scheidung der Geißer wie überall auch hier ein, und was als entscheidend für die Dolkszukunft über dem TaaeSstreit stehen sollte, wird häufig genug m diesen hinelngezerrt. Reichlich und gründlich ist daS zum Schaden der Sache und derer, die sie angeht, bei der Frage nach der Dauer der Grundschule geschehen, und die Volksvertreter wie die Lehrervereinlgun- flcn, die Tages- wie die Fachzeitungen haben oft mit mehr Leidenschaft. alS dienlich war. ihre gegensätzlichen Meinungen dargelegt. Heute ist nun ein gewisser Abschluß durch die Beschlüsse deS Reichstags und die Entschließungen der verschiedenen Einzelregierrmgen eingetreten, und so sei es gestattet, ohne Einseitigkeit und Schärfe die verschiedenen Seiten der Angelegenheit noch einmal zu beleuchten. Zunächst wird man gut tun, sich daran zu erinnern, wie die gesetzliche Festlegung der vierjährigen Grundschule eigentlich zustande kam. Sie sollte nichts anderes sein als der Anfang einer Vereinheitlichung unsere- gesamten Erziehungs- Wesens überhaupt, die Wurzel, aus der ein einziger. im Wachsen erst allmählich sich verästelnder Daum emporsprießen sollte, dergestalt, daß nicht Deimtögen und Stand der Eltern, sondern einzig und allein die Gaben des Kindes zu entscheiden hätten. ob auf die Grundschule nun der einfache Dolksschullehrgang oder zunächst eine Beschulung »mit erweiterten Zielen" und nach weiteren 2 bis 4 Jahren für die Auslese eine höhere und Hochschulbildung zu folgen habe Abgesehen einmal von dem Bedenken, daß auf diese Weise der Wille der Erziehungsberechtigten vielleicht zu wenig berücksichtigt ist, und daß jene nicht ganz sellenen Fälle schwerlich zu ihrem Rechte kommen, in denen ein Kind sich sprungweise oder verspätet entwickelt, dürfen wir wohl in dem skizzierten Gebauten einen schönen und dankenswerten Idealismus erblicken, dem mindestens zum Teile die Zukunft gehört. Borläufig aber ist von dem ganzen Plane nur die Grundschule zur Tat geworden. und die Verbindung zwischen Volksund höherer Schule reiht mit der Fuge nach dem vierten Schuljahre schroff ab: einzig die Ausbauschule sucht noch eine spätere Brücke zu schlagen. Im übrigen sind beide Schulgattungen, von Einzelheiten abgesehen, geblieben, was sie waren, ja leider hat man nicht einmal, wie neulich hier gezeigt worden ist. das Odium des hoben Schulgeldes von der höheren Schule genommen. während die Volksschule einschließlich der Klassen mit erweiterten Lehrzielen (Fremdsprachen!) frei, zum Teil sogar lernmittelfrci ist, so daß heute der einzelne Volksschüler dem Staate höhere Kosten bereitet als der Gymnasiast und Realschüler. Geblieben sind in der Hauptsache die alten Methoden und Ziele, geblieben die Devölkerungsschichten. die ihre Kinder nach aller Gewöhnung der oder jener Schulart zu- fuhren. geblieben ist auch mit fast einstimmiger Billigung der Berufenen die neunjährige Dauer des Lehrgangs in den humanistischen wie in den realen Dollanstalten, während allerdings die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fast sämtlicher Eltern starke und wenig.günstige Veränderungen erfahren hat. ilnb da erhob sich denn bei diesen Eltern — unb zwar ganz ohne Rücksicht auf deren politische Einstellung! die bange Frage: Soll für uns die Folge des Grundschulgesetzes eine zwangsläufige Verlängerung der Gesamtschulzcit sein? Soll unser Sohn ober unsere Tochter deshalb später auf eignen Füßen stehen, als das sonst möglich gewesen wäre: sollen beide uns. die wir infolge des Kriegs und der traurigen Zeitverhältnisse so wie so erst spät zur Familiengründung schreiten durften, nun noch länger als nötig auf der Tasche liegen? Man vergesse dabei auch nicht, daß auf die dreizehnjährige Schulzeit erst die eigentliche Derufsausbildung und auf diese in zahlreichen Fallen noch eine endlose Anwärterzeit folgt, und man wird die Sorge der Eltern z,u würdigen wissen. Und schließlich ziehe man noch in Betracht, daß die Bestimmung, daß von 1926 ab nicht mehr der 30. September, sondern der 1. Mai Grenztag für die Schüleraufnahmen sein soll, für die sämtlichen zwischen diesen Terminen Geborenen nochmals gegenüber den alten Bestimmungen einen Jahrcsveriust bedeutet, so daß also bei flottestem Dorwärisschr i'en ein im Mai zur Welt gekommener Knabe erst kurz vor Dollendung des 20. Lebensjahres seine Reifeprüfung ablegen kann! Wird sich unter diesen Umständen kein Verständiger den Einwänden der Elternschaft verschließen, so läßt sich anderseits doch auch der entgegengesetzte Standvunkt bcr Do'ksschullehrer- schast durchaus verstehen. Aus verschiedenen Gründen tritt diese für ein möglichst langes Beisammenbleiben sämtlicher Schulkinder ein. Da ist einmal der soziale Gesichtspunkt. Die jungen Menschen sollen sich frühzeitig daran gewöhnen, sich als Glieder der Volksgemeinschaft zu fühlen, darum sollen sie die Schulbank und den Schulweg sämtlicher Allevögenofsen teilen. Trotz großer Leistungsfähigkeit ist die Vorschule als „Standes- schule" dieser Auffassung zum Opfer gefallen, und die Unterllassen der Privatschulen folgen ihr bis zum Jahre 1929 auf dem Wege der Vergänglichkeit nach. Man mag das Verschwinden dieser Sonderllassen in einzelnen Fällen bedauern, aber niemand wird leugnen, daß sie auch entbehrt werden tonnen. So ist tatsächlich die Einheitsschule sü» die ersten Schuljahre sichergestellt, und da die Lehrerschaft aus wohlerwogenen Gründen Drill und Regelkram dem Anfangsunterricht möglichst lange fernhallen will, so ist sie eben zu dem Schlüsse gelangt, daß erst nach vier Jahren der er Lehrweise der höheren Schule reif . übrigen aber tragen die Lehrer der Volksschulen — und zwar gerade die besten am meisten von jeher recht schwer daran, daß sie mitten in ihrem Lehrgänge so häufig ihrer besten Schüler, der »Zugpferde", beraubt werden. Denn diejenigen, die zur höheren Schule abwandern. sind nun einmal In den Grundschulen meist die Guten, sei es. daß sie größere Gaben oder sei es auch nur. daß sie aus wohlhabenderen Hausern eine gepflegte Muttersprache mitbringen. Kann man es da dem Lehrer verdenken, wenn er den Zeitpunkt der Trennung seiner Schäflein ein Jahr verschoben wissen will, nicht aus selbstsüchtigen Beweggründen heraus, sondern well die geistige Entwicklung auch der schwachen Insassen seiner Klaffe durch den Einfluß jener anderen sehr merklich gefördert wird? Ein bedeutsamer Punkt endlich ist der folgende: Soll ein Bruchteil der Schüler schon nach drei Jahren einen Kcnntnisstand erreichen, den der allgemeine Lehrplan erst nach vier Jahren vorsieht. so muß bereits im dritten Schuljahre .differenziert" toer- den, und damit — sagt der Lehrer — fällt eigentlich schon dieses dritte Jahr aus dem Rahmen der allgemeinen Grundschule heraus, sie ist .durchlöchert". sie ist halb aufgegeben. Wir wollen am Ende unserer Betrachtung fcfiftcllcn, ob diese Folge not muß. und zunächst einmal prüfen, wie es b i s- h e r mit dem Alter der Schüler höherer Lehranstalten gestanden hat. In Hessen, dis ja für uns in erster Linie in Frage kommt, sind immer an Ostern teils Reun-. teils Zehnjährige in die Sexta eingetreten: auch Achtjährige waren nicht selten, die bis zum 30. September das borge- schriebene Alter erreichten. Wie groß der Anteil des jüngeren Jahrgangs gewesen ist, läßt sich nur mit großem statistischem Apparat feststetten: ich habe aber z. B. gefunden, daß von den 51 Direktoren, die das letzte Verzeichnis dos dein- schen Philologenvereins aufzähll. 42, also mehr als vier Fünftel, dazu gehört haben, wie der Zeitpunkt ihrer Reifeprüfung ausweist Jene jüngeren Schüler entstammten ganz und gar nicht alle den verpönten Vorschulen: ich erinnere mich z. D. sehr wohl, daß die jüngsten Abiturienten meines Jahrgangs seinerzeit aus den Dorfschulen in der Umgebung Darmstadts kamen, wo sie ein dreijähriger Besuch mit ein wenig Deischulung vollständig zur Mitarbeit im Gymnasium vorgebildet hatte. Ich habe dann in meiner ganzen Lehrerzeit ein wenig mein Augenmerk dem Verhältnis zwischen Alter und Leistungen zugewandt und feststellen können, daß die Klassenjüngsten in Unter-, Mittel- und Oberllassen im allgemeinen weit über dem Durchschnitt standen, eine Beobachtung, die durch statistische Erhebungen an bayrischen Gymnasien bestätigt wird. Die Begabung. die für den früheren Eintritt in die höhere Schule Voraussetzung ist. pflegt also auch das Vorwärtskommen sicherzusteilen Auch die Stichproben, die ich in den Lebensgeschichten berühmter Männer gemacht habe, ergaben meist frühe Reife und dementsprechend frühzeitigen Dildungsabschluß. Das gilt für alte und neue Zeit, für die verschiedensten Lebensgebiete, ja auch, für politische Gegenfüßler: K. Marr und Lassalle gehören ebenso dazu wie Otto von Dismarch. Daraus dürften doch Folgerungen zu ziehen fein, denn soweit wird vermutlich Einigkeit bestehen, daß das Gesetz geniale oder auch nur hochwertige Begabung nicht ohne die zwingendste Rot hemmen darf. Es wäre ja möglich, daß ein .Goethe" oder ein »Rich. Wagner" auch heute die Schulbank einer deutschen Grundschule brüeft; sotten auch sie, die beide nach dem 1. Mai geboren sind, bis ins 20. Lebensjahr auf Grund demokratischer Egalisierung in der Schule fest- gehalten werden? Wer wagt es, eine solche Frage <>t bejahen? Run sagt man, die Zeit könne auch später eingespart werden. Ich will das nicht bestreiten: ich habe sogar gelegentlich die Möglichkeit erprobt, indem ich besonders befähigte, verspätet eingetretene Schüler ein Jahr „vorversetzte". Aber sicher ist das eine, daß jede spätere Zu- sammendrängung des immer stärker gehäuften Wissensstoffes weit belastender wirkt und eine ganz ungewöhnliche Rervenanstrengung fordert, während die Aufgaben der vierjährigen Grundschule von frühreifen Kindern auch in drei Jahren mühelos bewältigt werden. Warum sott also das zum Ergebnis übergroßen Kraftaufwandes gemacht werden, was so bequem vorher zu haben war? Weiter gibt es in den Unterklassen der höheren Schulen eine Menge Gedächtnisarbeit, die ein neun- bis zwölfjähriger Knabe viel leichter leistet als ein älterer, der schon in die Pubertätsjahre hineinwächst. Es erscheint also g.-radezu widersinnig, Lasten in einer Zeit, zu der sie nur schwer ertragen werden können, überflüssigerweise der Jugend auszubürden. Wer unsere Frage auch einmal unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, wird schwerlich mehr hinter den Forderungen der Eltern und der Lehrer an höheren Schulen falsche Dewee'rürde suchen und nicht mehr von einer ..grundsätzlichen Gegnerschaft gegen die allgemeine Grundschule" sprechen, die »aus Klasseng ist geboren" sei: er wird vielmehr anerkennen müllen, daß auch auf dieser Seite vollgewichtige Gründe oorlieicn, und daß Nützlichkeit und Gcrechtigk it für ihre Beachtung sprechen. Der R-ichstag hat denn auch kurz vor Ostern mit ziemlich großer Mehrheit bei grundsätzlicher Beibehaltung der vierjährigen Grundschule Ausnahmen für zu'aftig erklärt, und unser Hessisches Landesamt für Di d ngswllen hat sich durch Verfügung vom 3. Avril der Reichs- bestimmung arg schlossen Es Ich it ader eine differenzierte Grundschule ab und verlangt, daß die Kinder ohne besondere Förderung im dritten Schuljahre den Sprung in die höhere Schule tun. Damit dürfte das größte Bedenken der Volksschullehrer beseitigt sein: denn nun steht ihnen ja im dritten Jahre die ganze Klalle noch restlos zur Verfügung, und die Schwierigkeit des Ueber- gangs sorgt dafür, daß auch im vierten keine großen Lücken gerissen werden. Die Eltern sind schwerlich völlig am Ziel ihrer Wünsche: ich meine aber, man könne sich mit dem Gewährten zufrieden geben. Mag immerhin der neunjährige Sextaner Mängel in seinem Willen haben, die zunächst seine Leistungen beeinflussen: wenn er wirklich jene Reife und jene Begabung besitzt, die schon immer Voraussetzung dieses frühen Eintritts waren, so wird er das Fehlend-e im ersten Halbjahre mit verständnisvoller Unterstützung seiner neuen Lehrer wohl nachholen können. Und damit dürfte die grundsätzliche Durchführung der vierjährigen allgemeinen Grundschule nach wie vor gewährleistet, zugleich aber den unabweislichen Forderungen des praktischen Lebens Genüge geleistet sein. Buntes Allerlei. Bon London nach Berlin und zurück in 13 Stunden. . $ur Vereidigung des R ichspräs dea en von 5 1 u d e n bürg ist der bekannte englische Flie- ger Allan Cobham in feinem Flugzeug nach Verlin gekommen und noch am selben Tage -urück- gefahren. Er erzählt von dieser Heinen Reise in der »Daily Ma iI“: »Rach dem Frühstück fuhren wir von London nach Berlin ab und kamen dort nach einem Flug von 6 Stunden zum Mittagessen an. nachdem wir gegen 1000 Kilometer zurückgelegt hatten. Es war eine höchst bequeme und angenehme Fahrt, denn wo hat man wohl mehr Ruhe als doch oben in den blauen Asten? Ich saß behaglich auf meinem Führersitz: niemand behelligte mich, niemand wollte mich sprechen, kein Telephon läutete, und die Fahrt selbst war ein Kinderspiel und lange nicht so ttervenan spann end wie eine Automobiltour, denn in der Luft gehört dem Flieger der ganze weite Raum. Meine Maschine war dieselbe, mit der ich meine Reise nach Indien und von dort zurück gemacht hatte, und in der Kabine war mein Ingenieur Elliott, der mitreiste. Als wir über dem Kanal waren, wollte ich mit Elliott sprechen und öffnete das Äabinenfcnftcr, um nach ihm zu sehen. Wie gewöhnlich hatte die süße Ruhe im Flugzeug, die reine sauerstoff- hallige Luft in 3000 Fuß Höhe und bas einschläfernde Surren der Maschine ibn in einen ruhigem Schlummer versenkt, und er schnarchte mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich schloß das Fenster. Ich bin sicher, daß eine Flugreise die beste Ruhe in der Welt für müde Leute ist. Wir landeten auf dem neuen Flugplatz in T em pelhof. der nach meiner Ansicht einer der schönsten Flughäfen der Welt werden wird, und 20 Minuten später waren wir in unserem Hotel. Um 3.1 Uhr kam Präsident v. Hindenburg nach der Eidleistung aus dem Reichstag. Ein schneller Kraftwagen wartete bereits, und um 1 Uhr waren wir mit dem Photographen der „Daily Mail" am Flugplatz. Da alle Zollformalitäten vorher erledigt waren, waren wir eine Minute später in der Luft und kehrten ohne Aufenthalt nach London zurück. Wir landeten nach einer Fahri von 63/< Stunden um •3'i8 in London. Danach ist es also für einen Geschäftsmann möglich, den ganzen Morgen noch seinem Beruf in der Londoner City nachzugehen, dann nach Berlin zu fliegen, wo er noch zum Theater zurechtkonnnt. Dann kann er sich den ganzen nächsten Morgen seinen Geschäften in Berlin widmen und am Rachmittag nach London zurückkehren und dort zu Abend Jen. Er legt so gegen 2000 Kilometer in nur 13 Stunden zurück und ist nur 32 Stunden von Hause fort. Mit Eisenbahn und Dampfer würde eine solche Reise wenigstens 5 Tage dauern." Der „Wasserkopf" der Welt. Reuhork ist schon jetzt stolz darauf, daß es in seinen Straßen mehr Kraftwagen, in seinen Häusern mehr Telephone gibt als in jeder anderen Stadt der Well, und das Wachstum dieser Riesenmetropole geht so schnell vor sich, daß sie sich wohl in wenigen Jahrzehnten zum „Wasserkopf der Well" ausgewachsen haben wird. Schon jetzt zerbrechen sich die Baumeister den Kopf darüber, wie man diese Menschenmengen unterbringen und befördern soll. Auf dem internationalen Architekten-Kongreß, der jetzt in Reuyork flattfand, entwarf der Präsident des amerikanischen Architektenvereins, Harvey W. Corbett, ein Zukunftsbild von Reuyork, wenn es 5 0 Millionen Einwohner haben wird. Diese Ziffer sott nach den Schätzungen 1975 erreicht sein. Die Bevölkerung wird dann zum größten Teil in entfernten Vororten leben, und von dort werden die Bewohner täglich zu Arbeit nach der City „geschossen" werden, „wie Pakete durch Luftdruckröhren mit einer Schnelligkeit von 250 Km in der Stunde". Viele werden auch im Flugzeug zu ihrer Arbeitsstätte eilen und auf den riesigen Dachhäfen der Wolkenkratzer landen. Corbett zeichnete das Bild einer „Titanenstadt, 80 Km. im Umfang und 800 Meter hoch, mit einem Verkehr, der durch Röhren und auf beweglichen Plattformen geleitet wird". Aus der Provinz. Landkreis Gictzen. is. Steinbach, 16. Mai. Ein schweres Gewitter mit starken Regengüssen und Hagel ging heute nachmittag über die Gemarkungen Steinbach und Albach nieder. Größeren Schaden hat der Hagel jedoch nicht angerichtet, da er in Verbindung mit dem Regen niederging. t Grünberg, 16. Mai. Die Lohns uh- ren in Grünberg stehen gegenwärtig in höchster Blüte, und zwar verursacht durch die rege Bautätigkeit in der Stadt, die Heran- schaffung der Baumaterialien, die Instandsetzung von Teilstrecken der von hier ausgehenden Straßen — hinzu kommen die Steine per Bahn aus den Steinbrüchen bei Münster und werden bann per Achse weiteriransporiicri —, sowie durch die zahlreichen Fuhren mit Langholz. Dieses kommt teils zur Verladung mit der Bahn, teils zu den Holzschneidern hier und in Queckbom. Das Holzgeschäft hat sich hier in den letzten Jahren einen hervorragenden Platz geschaffen. Ein Blick auf die Cinladerampe des Bahnhofs ist dafür überzeugend. Hier sind Eisenbahnschwellen zur Verladung aufgestapell, hinreichend für einen ganzen Güterzug Gewaltige Stöße Gruben- und Langholz türmen sich zu kleinen Bergen. Durch all diese rege Arbeits- und Wirtschaftstätigkeit finden zahlreiche Mitbürger erfreulicherweise lohnenden Verdienst. Kreis Friedberg. Bad-Rauheim, 17. Mai. Unser Bad und seine Umgebung prangt jetzt im schönste^ Frühlingsschmu ck. Dom Park, den Reuanlagen und den blühenden Obst Hainen zieht sich ein frisch-grünes Band zu den Taunusbergen hin, das sich in endloser Ausdehnung bis zum Feldberg und dem Altkönig verfolgen läßt. Das ist so die rechte Zeit der Ausflüge für groß und Hein. Und in der Tat erlebt unsere Stadt neben der eigentlichen Dadesaison eben wieder seine Hauptsaison als Ausflugsort. Außer dem Bad und feinen Anlagen zieht vor allem die waldige Umgebung die Wanderer an. Der Johannisberg und das Wintersteingebiet mit seinem gastlichen Forst Haus und dem Römerkastell Capers- burg werden mit jedem Jahre mehr besucht, nachdem unter Leitung unseres oberhessllchen Heimatforschers und Denkmalspflegers. Pros Helmke-Gießen, an lhtgenanntem Ort nach und nach eine Anlage entsteht, die landschaftlich ganz besondere Reize entfaltet und in ihrer Unberührtheit ein ursprünglicheres Bild von einer römischen Militärstation am Psahlgraben zeigt, als die Saalburg, an deren Wiederaufbau Phantasie und .Kombination doch auch zu einem guten Teil mitwirken muhten. Ganz besonder»? nun steht unsere Dadestadt gegenwärtig im Zeichen der SchulaussIüg e. Täglich sieht man jetzt Schulklassen aller Art im Straßenbild. Richt nur hessische Schulen sind vertreten. auch aus den preußischen Gebieten kommt der Schülerbesuch Vor allem scheint für die Frankfurter Schulen unser Bad ein ganz besonderer Anziehungspunkt geworden zu sein. Die Sprudel und Brunnen find für die Jugend Immer wieder ein Raturwunder, daS sie mit Begeisterung und Andacht gern fchaut. Aber auch für die technischen Betriebe, vor allem für Salzgewinnung der Saline, bekundet sie lebhaftes Interesse. Die Bad- und Kurverwaltung zeigt den führenden Lehrern bei Besichtigungen in anerkennenswerter Weise weitgehendes Entgegenkommen. Der Bad-Rauheimer selbst ist derjenige, der seine schöne Umgebung am wenigsten genießen kann. 5X18 Erwerbsleben nimmt ihn fast ganz in Anspruch, und er ist froh, wenn er am Sonntag einmal im Park, am Teich oder im Stadtwald „frische Luft schnappen" kann. Dafür kommt unter den Kurgästen aber immer mehr der Brauch auf, Ausflüge die über das Weichbild des Bades hinaus- gehen, zu unternehmen, um die schöne Landschaft kennen zu lernen. Wer das zu Fuß nicht tun kann, dem bietet sich aus Wagensahrlen, die sehr in Mode gekommen find, reichlich Gelegenheit dazu. Roch ist der Berus der Droschkenkutscher. der hier eine besondere .Zunft" bildet, lebensfähig, aber etwas bekommt er die Konkurrenz der Kraftwagen doch schon zu spüren. Reben mehreren Privatunternehmern führt feit diesem Jahre auch die Bad- und Kurverwaltung mit Wagen der Reichspost Qlutomobilge- fellfchastssahrten aus, die deshalb besondere Erwähnung verdienen, weil sie nicht nur die Punkte aussuchen, die der Baedeker mit einem Stern versehen hat, sondern auch von der Heerstraße abseits in vergessene und mit Unrecht seither wenig beachtete Winkel unserer engeren Heimat führen. Unser Ober- Hessen wird bei den Fahrten in erfreulicher Weise besonders ftart berücksichtigt. Da es nach allen Richtungen, bis in seinen Rordostgipfel (Schlitz) auf Fahrten berührt wird, wird man in diesem Sommer in den meisten oberhessischen Orten die schmucken Wagen und ihre Insassen auf der Durchfahrt oder bei der Rast begrüßen können. Für Oberhessen werden diese Auto- gesellschaftsfahrten nach und nach von größter wirtschaftlicher Bedeutung werden, lernen viele Kurgäste auf diese Weise doch unsere schöne Heimat kennen und lieben und vor allem auch gar manchen für Rachkuren vorzüglich geeigneten Ort, beispielsweise ein Vogelsberg, schätzen. — Die hiesige Stadtschule unternahm heute mit sämtlichen Klassen einen Tagesausflug Taunus und historische bekannte Oertlichkeiten der Wetterau waren die Zielpunkte der Wanderungen. Auch das L a b n t a l mit Wetzlar und Braunfels wurden von einigen Klassen besucht. Kreis Schotten. Schotten, 16.Mai. Die Frühjahrsversammlung der Bürgermeister des Kreises findet nächsten Mittwoch im Pfann- stiel schen Saale zu Ulrichstein statt. Als wichtigste Punkte der Tagesordnung stehen zur Verhandlung die Errichtung einer Kreisab- deckerei. die Faselhaltung sowie die bevorstehenden Gemeindewahlen. Ulfa, 16. Mai. Mit der Feldbe- reinigung , die beinahe beendet ist, sott jetzt noch eine Regulierung unseres Dachbettes vorgenommen werden. Dabei sollen die seither versumpften Gelän bestücke durch Entwässerungsanlagen trocken gelegt und eine zeitgemäße Bewässerungsanlage durch Einbau von Schleusen geschaffen werden. Man erhofft von diesen Maßnahmen, die wohl mit großen Kosten verknüpft sind, eine starke Steigerung des Geländewerts und eine Verbesserung und Erhöhung der Erträgnisse. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 16. Mai. Mit größter Spannung sah man hier der jüngsten Gemeinde- ratssitzung entgegen, sollte in ihr doch zum erstenmal ein Thema behandelt werden, das in der nächsten Zeit die Gemüter noch oft bewegen wird. Zunächst lag ein Schreiben des Feuerwehrvor- standes vor, in welchem dieser um baldmöglichste Anschaffung von 300 Meter Druckschläuchen bat. Der Bürgermeister schlug vor, 200 Meter sofort anzuschaffen und 100 Meter im Herbst. Der Gemeinderat stimmte dem zu. Ein Antrag des Vor- sitzenden des Schulvorstandes forderte die Neuanschaffung einer Strerfleiter sowie verschiedener anderer Geräte. Außerdem bat der Schul- Vorstand, einem schon oft als lästig empfundenen Umstande abzuhelsen und die F u ß st e i g e nach dem Schulhause mit K l e i n p f l a ft e r zu versehen. Wahrend der Anschaffung der Gerate vom Gemeinderat zugeftimmt wurde, stellte man die Pflasterung der Fußsteige bis zur Erbauung der zwei Familienhäuser zurück. Es soll bann eine endgültige Regelung geschaffen werden. Angenom- men wurde auch ein Antrag des Bürgermeisters, wonach vorübergehend ein Installateur bei der Stadt angestellt werden soll, um die nötigen '.Reparaturen a n der stödtischen Wasserleitung vorzunehmen. Für die Erhebung einer Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz wurde von der Finanzkommission vorgeschla- gen, 30 Pf. von je 100 Mart Steuerwert zu erheben. Der Antrag der Kommission wurde zum Beschluß erhoben. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung stand nun die Bürgermeisterwahl zur Debatte. Der Gemeinderat sollte darüber Beschluß fassen, ob ein Berufs bürgermeister oder ein ehren amtlicher Bürgermeister gewählt werden soll. Das Gemeinderatsmitglied Knaf stellte den An trag, die Stelle eines Berufsbürgermeisters in Gruppe X öffenllich auszuschreiben. Der sich Me! dende muß wenigstens aus der mittleren Dermal tungsbeamtenlaufbahn heroorgegangen fein. Ge meinderatsmitglied Dr. (5 ne Hing sprach sich für die Wahl eines Juristen aus. Ganz entschieden gegen die Wahl eines Berussbürgermeisters sprach Gemeinderatsmitglied Hildner, der dringend die Wahl eines Ehrenbürgermeisters empfahl. childner wird selbst als Bürgermeisterkandidai aufgestellt. Nach längerer Debatte wurde der An trag Knaf, die Stelle eines Berufsbürger meisters auszuschreiben, mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Die Angelegenheit wurde der Rechtskommission überwiesen, die an dem Beispiel von Lich, Lauterbach und Alsfeld eine Ortssatzung ausarbeiten soll. Weiter wurde der Bürgermeister beauftragt, um Verschiebung des Wahltermins beim Kreisamt einzukommen, da die bis zum jetzigen Wahltermin (14. Juni) vorhandene Zeit nicht mehr ausreicht. Damit dürfte die Bürgermeisterwahl von Büdingen in das Licht der Deffent» lichkeit gestellt worden sein. Es folgte ein Antrag auf Beschotterung des Weges nach dem W i lb e n ft e i n , der ebenfalls angenommen wurde. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, eine der früheren Glasfabrik gehörende Fabrikspritze für die Kanalreinigung in der Stadt anzukaufen. Beschlossen wurde noch, den Büdinger Geschäftsleuten, die für die Stadt arbeiten, für Anschaffung des Materials einen Vorschuß in Höhe von 60 bis 80 Proz. des Gesamtkostenbetrages zu gewähren. Mit der Gewährung kleinerer Beträge an Vereine und W o h l s a h r t s o r g a n i s a t i o- n e n wurde die Sitzung geschlossen. — Nachdem der Kreisauslchuß des Kreises Büdingen bereits vor einiger Zeit die Anträge der Gemeinden E ch - zell und Gettenau auf Aenderung der Zuchtnchtung (Anschaffung eines Niederungsbullen) abgelehnt hatte, wurde auch in der gestrigen öffentlichen Verhandlungen ein diesbezüglicher Antrag der Gemeinde Altenstadt abgelehnt. DerLandwirtschaftskammerausfchuß sowohl, als auch das Kreisveterinäramt Büdingen hatten sich gegen die Anschaffung ausgesprochen mit der Begründung, daß sich das schwarzbunte Vieh bei uns mangels vorhandener Weidegelegenheit nicht halten könne. — In 58 von 76 Gemeinden des Kreises finden in diesem Jahr Bürgermei st erwählen statt. Sämtliche Wahlen finden im Monat Juni statt und verteilen sich auf die Sonntage vom 7.-28. Juni. — Die Nachforschungen nach dem spurlos verschwundenen Knaben aus Rohrbach sind bis jetzt ergebnislos verlaufen. — In dem Kreisamtsneubau wird z. Z. mit allen Kräften an der oorzugsweisen Fertigstellung der Wohnung des Kreisdirektors gearbeitet. Die Schreinerarbeiten wurden vor einigen Tagen vergeben sie sollen binnen 38 Tagen vollendet sein. Bis zum 1. August hofft man, die Wohnung bezugsfertig zu haben. — Die schon lange geplante Autolinie im Südosten des Kreises ist nunmehr im Betrieb. Sie liegt in den Händen des Preioatunternehmers N i e d e n t h a l aus Eckarts- Haufen. Den Verkehr vermitteln zwei Autobusse, die dreimal täglich von der Station A l t e n st a d t über Rommelhausen — Himbach — Eckarts- Hausen — Langenbergheim — Marköbel nach Hanau a. M. fahren. Weiter unterhält der Unternehmer H. Schön aus Büdingen einen Pendelverkehr mit einem Autobus von Stamm- h e i m nach dem Bahnhof Altenstadt. Beide Linien erfreuen sich eines guten Zuspruchs. Nidda, 16. Mai. Wenn an anderer Stelle zu lesen ist, daß ein B e 11 l e r in Frankfurt a. M. in zwei Tagen 184 Mark verdient haben will, so begreift man leicht, warum so viele sich heute des Bettelns befleißigen. Mögen auch in unseren Dörfern die Gaben weniger reich fließen, so müssen doch die Tageseinnahmen den Tagesverdienst eines Arbeiters weit übersteigen, weil man im allgemeinen sich daran gewöhnt hat, als kleinste Münze das Fünfpfennigstück anzusehen. Bettel-, Hausiere r- und Musikantenunwesen wachsen fast zu einer Landplage aus, und es wäre sehr zu wünschen, könnte sich unsere Regierung zu energischen und durchgreifenden Abwehrmaßnahmen entschließen, die für die Sommerzeit, wo gewöhnlich in den Bauernhäusern niemand zu Hause ist, erst recht am Platz« wären. — Das Himmels- bachsche Sägewerk dahier mit seinemReben- tperf in Eichelsdvrf, die noch im Vorjahre wegen Mangel an Aufträgen zur Entlassung von Arbeitern und zeitweiligem Stillstand veranlaßt waren, haben jetzt nicht nur ihre Arbeiterzahl ergänzt, sondern stark vermehrt, um die vorliegen- aen Aufträge rechtzeitig ausführen zu können. Die beidep Werke beschäftigen sich eben in der Hauptsache mit dem Schneiden und Imprägnieren von Holzpflaster und Eisenbahn- sichtpellen. Bad Salzhausen, 16. Mai. Das schöne Maiwetter lockt immer mehr Badegäste herbei, und man rechnet allgemein in diesem Jahre mit einem guten Besuch. Am Himmelfahrt t.a g findet Militärkonzert statt, ausgeführt von dem Musikkorps des 15. Inf- Regts. aus Gießen. )( 11 f e n b o r n , 16. Mai. Unser Dörfchen wurde in der vergangenen Rächt durch Feueralarm aufgeschreckt. Um 12 Uhr etwa brach in der Hofreite des Landwirts Ragelschmidt Feuer aus, dem die Scheune und ein kleines Stück des Daches des Wohnhauses zum Opfer sielen. Dank des Eingreifens der Feuerwehr und der Lage des Brandherdes konnte ein Weiter- greifen des Feuers verhütet werden. Der beträchtliche Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. Ueber die Ursache des Brandes tst noch nichts bekannt. Der Viehbestand wurde rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Kreis Wetzlar. d. Wetzlar, 16. Mai. Richt selten macht man die Beobachtung, daß der hiesige Kreis von Wanderschafherden durchzogen wird. Erhöht ist hierdurch die Gefahr der Einschleppung von Seuchen durch diese Herden. Eine von dem Landrat erlassene viehseuchenpolizeiltche Anordnung legt den Führern von Wanderschaf- herden die Verpflichtung auf, die Herden mindestens alle vier Wochen einmal amts- tierärztlich untersuchen zu lassen und Feldhütern und Forstbeamten den Rachweis zu hierüber den Polizeibeamten, Rachtwächtern, führen. Zuwiderhandlungen ziehen Bestrafung auf Grund des Diehseuchengesetzes nach sich. — Die Reufestsetzung der Polizei ft unde regelt eine vom Oberpräsidenten der Rheinproinz erlassene Polizeiverordnung, durch die diePolizei- stunde auf die Zeit von 11 Uhr abends bis 7 Ahr morgens festgesetzt ist. Die Ortspolizeibehörden sind berechtigt, im Falle eines tatsächlichen Bedürfnisses allgemein oder für bestimmte Tage den Beginn der Polizeistunde auf 12 Ahr nachts festzusetzen. Die Bestimmungen über die Polizeistunde finden auch Anwendung auf geschlossene Gesellschaften, Vereine, Klubs usw. in den zu einer Gast- oder Schankwirtschaft gehörigen, oder mit einer solchen in Verbindung stehenden Räumen, auch in solchen, die im Eigentume geschlossener GeseUschasten stehen, oder von ihnen er- mietet sind, soweit damit ein Gast- oder Schankwirtschaftsbetrieb verbunden ist. Das Derweilen der Gäste in den Wirtschaftsräumen über die Polizeistunde hinaus ist verboten und strafbar, ohne daß es einer besonderen Aufforderung zum Verlassen der Schankräume bedarf. r. Wetzlar, 16. Mai. Anser engverzweigtes Straßennetz hat in der heutigen Zeit des großen Verkehrs schon manchen Kraftfahrer irre geführt, da die einzelnen Straßen nicht immer in einer Hauptrichtung verlaufen. Am innerhalb des Stadtbildes jedem des Weges unkundigen Fahrer den richtigen Weg zu zeigen, sind in diesen Tagen an allen Hauptverkehrspunkten große gelbe Schilder mit schwarzen Pfeilen undden Richtungsangaben angebracht worden. Wer z. D. von dem Duttermarkt her die enge Schwarzadlergasse herunter kommt, kann sofort in großen schwarzen Buchstaben auf gelbem Grunde lesen: Herborn—Dillenburg, oder auf einem andern großen Schilde: Gießen—Frankfurt. Ein aufmerksamer Fahrer braucht deshalb an keiner der vielen Straßenkreuzungen anzuhalten, um irgendeinen vorübergehenden Passanten nach der Richtung zu fragen, die dieser vielleicht selber nicht richtig anzugeben weiß. Durch die großen A m - Pflasterungen innerhalb der engeren Stadl ist die Fahrbarkeit der Straßen bedeutend erhöht worden, doch sind die einzelnen Bürgersteig« an manchen Stellen so schmal gebaut worden, daß bei dichtem Anfahren eines Wagens eine Gefahr für den Fußgänger nicht ganz ausgeschlossen erscheint. Die klare, übersichtliche Strahenbezcichnung verdiente in manchen Städten Rachahmung. r. Dutenhofen, 16. Mai. Wohl kaum ein Ort dieser Gröhe in der Amgegend' besitzt soviel Gesangvereine als der unserige. Am letzten Sonntag im August feiert der Gemischte Chor der Cristlichen Gemeinschaft sein 25jähriges Bestehen. Vergangenen Winter bildete jeder der beiden anderen Gesangvereine einen gemischten Chor. Richt allein die Männer-, auch die Frauenwelt will sich gesanglich betätigen, und das ist schön. Geordneter Gestrig hält die Geselligkeit in Zucht, ohne der Fröhlichkeit zu wehren, führt die verschiedenen Stände zusammen und bringt sie einander näher. Vielerorts sind deshalb gemischte Chöre neu- gegründet oder dem bereits bestehenden Männer- gesangverein angeschlossen worden. Gerade unseren Gesangvereinen ist die Pflege der unschätzbaren Werte unseres Volksliedes in die Hand gegeben. Die Volkslieder bedeuten einen Reich- Volk hat auf dem Gebiete des Volksgesanges tum des Volkes, ur?i wohl kaum ein anderes so viel Gutes und Reues geschaffen, als unser deutsches Volk. Das Volkslied ist das Volk selber und der in das Lied übergehende Inhalt des Volkslebens. Was das Volk mit regem Gemütsanteil an Ereignissen erlebt, an Stimmungen durchlebt oder in sinniger Betrachtung sich zum Schatz seiner Seele zurücklegt, das ist der unversiegbare Inhalt seines Liedes und seines Lebens. Die Volksstimmung ist der Grundgehalt des Volksliedes. d. Aus demHüttenberg, 16. Mai. Die geringen Schlachtvieh preise veranlassen vielfach die Landwirte, ihr Schlachtvieh, besonders Schweine, nicht an die Metzger abzusetzen, sondern selbst zu schlachten und das Fleisch durch Auswiegen an Ortseingesessene zu verkaufen, eine Erscheinung, die man schon immer beobachten konnte, wenn das Schlachtvieh nicht am Preise war. — Die Frühjahrsbestellungsarbeiten gehen ihrem Ende entgegen. Das Kartoffelsehen ist soweit beendet. Die Wintersaaten (Roggen und Weizen) stehen im allgemeinen gut; nur teilweise haben sie durch Herbstnässe und Schneckenfraß etwas gelitten. Die Sommerfrüchte (Hafer und Gerste) zeigen ein gutes Wachstum. Der schon weit vorgeschrittene Graswuchs verspricht eine gute Heuernte. Die Ob ft bäume stehen in voller Blüte. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 16. Mai. Nachdem der 58. Kommunallandtag dem käuflichen Erwerb der Ueberlandzentrale Oberscheld zuge- gestimmt hat, ist diese mit Wirkung vom 1. Januar 1925 auf den Bezirksoerband übergegangen. Gesellschafter ist zur Zeit nur der Hess.-Nass. Hütten- oerein mit 2i Proz. des Stammkapitals. Es schweben Verhandlungen wegen einer evtl. Beteiligung des preußischen Staates resp. des D i l l- k r e i s es. Die Rentabilität des Unternehmens kann nach den vorliegenden Ergebnissen als durchaus gesichert gelten. Ein weiterer Ausbau des Leitungsnetzes sowie die Schaffung eines neuzeitlichen Schalt- und Transformatorenanlage soll die Leistungsfähigkeit des Unternehmens fördern. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 17. Mai. In der katholischen St. Elisabethkirche im Stadtteil Bockenheim geriet heute während des Rachmittagsgottesdienstes durch eine flackernde Kerze die Dekoration des Altars in Brand. Die Feuerwehr, die der Kirche gegenüber eine Wache unterhält, wurde sofort alarmiert, brauchte aber kaum noch in Tätigkeit zu treten, da die Flammen mittlerweile von beherzten Männern erstickt waren. Auch die Kirchenbesucher bewahrten während der aufregenden Minuten ihre völlige Ruhe. — Der Verein der Detaillisten Frankfurts hat den Magistrat dringend ersucht, die von einer Zufallsmehrheit des StadtverordnetenkoÜegiums beschlossene Ambenennung von Straßen unter keinen Am ständen vorzunehmen, da besonders die Geschäfte des Einzelhandels durch eine neue Bezeichnung der historisch gewordenen Straßennamen schwer geschädigt wären. Wie wir hören, wird auch der Magistrat dem Stadtverordnetenbeschlusse nicht beitreten. — Samstag erschienen die e r st e n diesjährigen Kirschen auf dem Frankfurter Marck. Sie find jedoch nur als auserlesene Delikatesse anzusehen: denn das Pfund kostet im Kleinverkauf „bloß" 2,80 Mk. Die noch nicht einmal sehr süßen Früchte stammen aus Italien und lassen auch das unseren heimischen Früchten eigene Aroma vermissen. Die ersten deutschen Kirschen aus der oberrheinischen Tiefebene und von der Bergstraße werden in knapp vierzehn Tagen erwartet. Die deutsche Kirschenernte fällt nach den Mitteilungen der Fachleute Heuer gut, in einzel- nen Bezirken sogar reichlich aus. — Die Strahen- bahnverwaltung plant auf dem Bahnhof s- platze eine umfaffenbe Reugestaltung der Bahnlinien. da die augenblicklichen dem wachsenden Verkehr in keiner Weise mehr genügen. Am diese Pläne durchführen zu können, sollen auch die Plätze vor den großen Hotels am Bahnhof mit in den Bereich der Erweiterungen gezogen werden. Die Straßenbahn nach dem Stadion ist fertiggestellt. An der Endstation befinden sich mächtige Schleifen unb lange Gleisanlagen, die Platz für mehr als vierzig Straßenbahnzüge bieten, also dem stärksten Andrang gewachsen sind. Am Einweihungstage (Himmelfahrt) fahren nicht weniger als zwölf Straßenbahnlinien in Abständen von einer halben Minute, um den zu erwartenden Rieserwerkehr bewältigen zu können. Turnen, Sport und Spiel, Vom Turngau Hessen (D. T> Friedberg, 16. Mai. Die für morgen angefetzten Gau- So mmerspiele , die hier zum Austrag kommen sollen, sind im letzten Augenblick noch auf den 2 4. M a i verlegt worden. Es werden dabei die Bezirksmeister aller Spielarten und Klassen zur Austragung der Gaumeisterfchaft antreten. Die Spiele versprechen sehr interessant zu werden, da sich die besten Mannschaften der Bezirke gegenüberstehen werden. frankfurter frühjahrsflüqe. Frankfurt a. M., 16. Mai. (WB.) Der erste Tag der Frankfurter Frühjahrsflüge brachte bei anfänglich recht böigem Wetter mit Gewitterneigung, das erst gegen Abend auf» heiterte, gute, zum Teil staunenswerte sportliche Ergebnisse. Die Konkurrenzen wurden eingelellet durch die Taufe des Flugzeuges der beiden Frankfurter Vereine für Luftfahrt. Den Reigen der Flugdarbietungen eröffneten dann die Kun st f lüge von 5 Maschinen, die, sich gegenseitig überbietend, gute Leistungen boten. Daran schloß sich ein Ziellandungswettbewerb sämtlicher anwesender Flugzeuge an, die aus 300 Meter Höhe einen Landungspfahl im Gleitflug zu erreichen hatten. Als Bester ging B u h in an n aus l). 532 in einer Entfernung von nur 7,60 Meter von dem Pfahl aus der Konkurrenz hervor. Es folgte dann ein Abtyurf Wettbewerb, den Raab auf D. 379 mit der geringsten Entfernung von nur 22,3 Meter von der Mittelpunktsmarke an sich brachte. Dann startete, stürmisch bejubelt und begrüßt, Frankfurts Sohn, Ad et, der Sieger in 62 Luftkämpfen auf seiner eleganten und wendigen Maschine, die er in den unmöglichsten Stellungen zu meistern wußte. Looping auf Looping in geringster Entfernung vom Erdboden, schneidigste Kehren und tolles Abgleitenlassen zeigten den „Fliegenden Menschen". Ein schönes Bild bot der sich anschließende Reigenflug der Dietrichflugzeuge, unter denen besonders das von Katzenstein gesteuerte in seiner eleganten Beweglichkeit auffiel. Den Clou des Tages bildete der nervenaufreizende Fallschirmabsprung, der später wiederholt wurde, des Münchener Lustakrobaten D u s ch n e r aus einem Iunkersslugzeug in etwa 600 Meter Höhe, der den kühnen Springer unter dem Beifall der Zuschauer glücklich auf die Erde zurückbrachte. Kirche und Schule. Die liturgische Konferenz in Hessen. An drei Maientagen trat in Jugenheim mr der Bergstraße di« erste liturgisch« Konferenz zusammen, in der alle Fragen des gottesdienstlichen Lebens von verschiedenen Seiten beleuchtet wurden. Am ersten Tag sprach Uni» versitätsprofessor D. ®r. Frick-Gießen über das Wesen des ev. Gottesdienstes: er suchte die Fragen nach Sinn, Stoff und Form des ev. Gottesdienstes zu beantworten. Am zweiten Tag behandelte Pfarrer Lic. Gengnagel - Friedberg das Thema „Predigt und Kultus"; er betonte die Rotwendigkeit, daß das Denken von den Begriffen erlöst und der Zusammenhang zwischen Erkenntnis und Wirllichkeit wieder gewonnen werd«. Am Rachmittag zeigte Pfarrer Lic. Allwohn-Kirtorf in längerem Vortrag, warum der Gottesdienst ein Kunstwerk fein muß, und welcher Stoff hierfür zur Verfügung steht. Der dritte Tag brachte zuerst ein Referat von Stiftspfarrer Schorlernmer-Lich über die „hochkirchliche" Bewegung, ihren Sinn und ihre Bedeutung, und dann einen Vortrag von Pfarrer Georgi- Ermenrod über die von der Dorfkirchenbewegung gemachten Versuche der Gestaltung ländlicher Feiern und Feste. Auf alle Vorträge folgten gründliche Aussprachen. Die Morgenandachten fanden in der Kirche statt. Am Abend des ersten Tages bot Pfarrer Lic. Stumps-Eschenrod zusammen mit zwei Solokräften und dem Kirchenchor eine kirchen- musikalische Feier. Das praftische Ergebnis dieser Konferenz, die einen ersten Versuch zur Zusammenfassung der verschiedenen liturgischen Interessen in Hessen au gemeinsamer Aussprache darstellt, ist die Bildung einer „liturgischen Arbeitsgemeinschaft in Hessen" unter dem Vorsitz von Professor D. Dr. Frick. ri' Münzen berg. 15. Mai. Eine Konferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Hungen, die hier stattsand, wurde von Stiftsdechant Lenz (Lich) mit einer Andacht eröffnet. An Stelle des durch Versetzung nach Bleichenbach aus dem Dekanat ausscheidenden Pfarrers Freitag (Holzheim) wurde Pfarrer Döring (Muschenheim) zum Shnodal- Dertreter für innere Mission gewählt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand ein reichhaltiger und gehaltvoller Vortrag von Pfarrer Graf (Garn- bach) über den Psalter, der eine rege Aussprache veranlaßte. Außerdem wurden amtliche Fragen besprochen. Kleine Straffammer Gießen. * Gießen, 15. Mai. Ein Schneidergeselle aus Alsfeld war vom Amtsgericht Alsfeld wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu einer Geldstrafe von 40 Mk. erurteilt worden. Der dem Urteil zugrunde liegende Tatbestand war folgender: Der Angeklagte versuchte mit zwei Kameraden in der Rächt vom 25. auf 26. Oktober v. I. mit bereits benutzten Eintrittskarten zu einer Feistlichkeit des Bundes jüdischer Frontkämpfer Eintritt zu erlangen. Der Schutzmann P., der von der Bürgermeisterei mit der Kontrolle der Billettsteuer für kiefeti Abend beauftragt worden war, forderte den Angeklagten auf, hinauszugehen, da die Karten ungültig seien, und druckte ihn, als er dieser Aufforderung, der eine kurze Auseinandersetzung vorausging, nicht nachkam, mit Gewalt zur Türe hinaus. Hierbei leistete der Angeklagte Widerstand, indem er sich mit den Händen an der Türe festhielt. Die Kammer war der Auffassung, daß der Polizeibeamte sich nicht in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befunden habe, als et den Angeklagten mit Gewalt entfernte, und sprach ihn deshalb frei. Heber eine zweite Sache, die für die Der- kehrsverhältnisse in Gießen von Wichtigkeit ist, berichten wir im lokalen Teil. Frankfurter Theater. „Der Glückspilz" im Neuen Theater. Einundzwanzig Millionen Dollar als Erbschaft, erst fingiert, dann glückhafte Wahrheit, dazu eine Braut, die gleichzeitig gute Pkrtie ist, wem das alles widerfährt, der ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Glückspilz. Das Haus dröhnte und tränte nur so vor Lachen, kein Wunder, wenn man sieht, mit welch unnachahmlicher Komik sich Wallburg auf den Brettern bewegt, die in diesem Falle eine Welt harmloser Fröhlichkeit und gefälligen Humors bedeuten. Der Glückspilz selbst war A. Schömhals, eine tüchtige Kraft der Frankfurter Westendbühne, aber hier von Wallburg überschattet, der heute unstreitig zu Deutschlands besten Komikern gehört. Bemerkenswert an dieser Aufführung war das Fluidum der Lustigkeit, das sie ausstrahlte, und für das Regisseur Rob. Robert die beste Leitung schuf. Der Autor des „Glückspilz" ist eine bekannte Persönlichkeit der deutschen Theaterwelt — Gustav Ricke11, der Präsident der Duhnengenossenschast, bei dieser Premiöre selbst ein G lückspilz, allerdings auch ein guter Routinier. L. W. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Montag, 18. Mai: 4.20 ilfcr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 ilfjr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Operetten. 6 ^Ihr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uftr: Die Lesestunde (Die Rovelle): „Das Mädchen mit den Goldaugen" von H. Balzac. 6.30 bis 7 4!hr: Die Bücherstunde. 7 41hr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Stunde der Stadt Kassel. Dortrag von Bruno Jacob, Vollswirt (R. d. V.): „Ein Gang durch Kassels Wirtschaftsgeschichte". 7.30 bis 8 Llhr: Funkhochschule. Vortrag von Dr. F. ßubbeefe: „Die Frankfurter Altstadt (II. Ihre Wiedergeburt)". 8 bis 8.30 Tlhr: Englischer älnterricht. 8.30 bis 9.30 Ubr: ilebertragung von Kassel: Humor in alten und neuen Weisen. Konzert des Kahseschen Mädchenchors. 9.30 Tlhr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Mililär- Musik. Dienstag, 19. Mai: 12 ilbr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Ähr: Wirftchaftsmeldungen. 4.20 ilhr: Rachrichtendienfl. 4.30 bis 6 iUjr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Rationaltänze. 6 ilhr: Wirt- schaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ähr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben", von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 bis 7 Uhr: Vortrag von Dr. Bappert: „Fragen der neuen Berufseignungspshchologie". 7 ilpr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 ilhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs: Vortrag von H. Pfeiffer: „Das Prinzip des Superheterodhne- Empfängers". 7.30 bis 8.30 il^r: Funkhochschule. Prof. Dr. Dethe und Privatdozent Dr. Steinbausen: „Gespräche über Lebenserscheinungen II.“ 8 bis 8.30 ilbr: „Photographische Plaudereien", ein Vortragszyklus von Prof. F. Schmidt von der Technischen Hochschule Karlsruhe. — 1. Vortrag: „Geschichtliches von der Photographie". 8.30 bis 9.30 Ubr: Russische und ukrainische Musik. 9.30 Uhr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: G. B. Shaw, Dialoge aus seinen Dramen. Gerade das Mrad ist von seiner Bereifung besonders abhängig. Versagt diese, nützt selbst der beste Motor nichts. Zuverlässig und griffig ist der Er ist besonders für das Kraftrad konstruiert. (Fahrt nach der ,.Continenfal-Sfraßenkartc"!) überarbeiteten,Schwächlichen und von Krankheit Genesenden Ist Kufeke's „Kubeka“ das Ideale kräftigende Nährmittel, jtubeka“ ist Getränk u. Nahrung zugleich, wohlschmeckend und anregend, von hohem Nährwert, dabei leicht verdaulich und verdauungsregelnd wirkend. „Kubeka“ Ist von den ersten Fachärzten glänzend begutachtet Es sollte an Stelle von Kaffee und Tee, welche nur nervenreizend wirken, genommen werden. „Kubeka“ ersetzt die verlorene Spannkraft und läßt gesunden Schlaf zuröckkehren. Erhältlich, in Apoth. und Drog. 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Pulv. ud. ■pcBt- — Trif aj q, 3. f, pil. 50.__________ E slüh 5 (üMd von J1 für un dieser ßufU quvnu aus d« wenn 6oni)D Die S< Hobe" gt# gem »einen t Abe: und da i Äidechr gedonlei Wie aus be llebtrrei immer t zubring« die Stu Stufen! dabei o an bis, teil 2lu horsams nur auf Mutier wähnt, c Eltern < des Bese aller Art zu viel 9 überlege ist. läge mal, ö\ behaltlos früh an Gehörst verMd Eltern Eintrag ftamilii Ei Later D< gegang! unb bei wärtsha in feine; der M um mitz doch in ! nommen, geheure allem, w stets an sogen, tut einem Pj Sine die, daß esienir ok möofi unb W bet erW gangen nicht ge für das M reff Mutier, was für Interesse Ueschnau, Großen drücken; . Wen uhr noch mäßig e Kausman läßt l habe ich korrekt ai "wie gele Aopsbedec an den C einander, sitzen die da ein al Was soll fuern $ sucht doch nst dann m|f Mens A. Ander Jwelöni. Sf* K »ft! sondern, bä th"- * io ft' ur°Dert Aus dem 'Reiche der Frau. Gedankenlosigkeiten. Bon etubienrot Dr. Start Weitzel. (Hadbörud verboten >. Man madjt jo feine Beobachtungen. Wenn ich früh ai nt^ ausspinnen in weite FernenI i 71V1’ ^*int mir, verzerrt der Glassplitter tm Menschenauge die Begriffe von Gut und Döse, sondern er bewirkt auch, daß gute Eigenschaften, treffen wir sie bei unS selber an, ins Qüicfen* paffe wachsen und in wunderbarem Lichte schimmern, wahrend er das bei uns selbst vorhandene Bose so verkleinert, daß wir eS nicht entdecken rönnen. Dichtet aber jemand mit solchem Splitter « ?u?c id auf seinen Rebenmenschen, 1° Wirkung dort umgekehrt: das (3ute verschwindet, das Böse wird unheimlich vergrößert. Vergrößert der Spiegel nicht auch den Berg der Sorgen und täglichen Mühsale so ungeheuer, lungsstuse tann bas Kind in natürlicher Wetze au» sich Herauswachfen unb gebeihen unb jene Frische, lene Ursprünglichkeit unb innere LebenssuUe befallen, die bas Schönste am Menschen ist unb allein eine wirkliche Personttchtett zu erzeugen vermag. So selbstverständlich da» ist, |o böse siehf» ba noch in manchen Elternkopien aus. Der Umgang könnte nicht standesgemäß fein, bas Kind könnte Unarten mitbringen, es gewohnt sich zu sehr ans Herumtollen unb könnte ber Mama auf die Nerven fallen — unb was begleichen Engherzigkeiten mehr sinb. Wie richtig hatte boch bcmqeqcnuber ein einfacher Mann aus bem Volke, ber am conniagoormitlag mit feinem Kleinen über den Platz kam, feine lialerftcUung erfaßt! Trotz des Sonniagsanzugs machte ber Junge beim Vater „Huckepack", «auchzte in bie Welt hinaus und strahlte übers ganze Gesicht, als ber Vater ihn herunterholte, nochmals in ber Luft schwenkte unb mit einem solennen Kuß auf ben Boden setzte. Aus innerstem (befühl heraus tat ber Mann \ubem mit seiner Zärtlichkeit etwas, wonach sich Kinder auch vom Vater, nicht nur von ber Mutter aus hin und wieder sehnen: Zärtlichkeit! — - — In jedem Wesen lebt eine geheime Sehnsucht danach! Schenkt sie euern Kindern, schenkt ihnen Liebe unb Wärme in Form der Zärtlichkeit, sonst werden sie ebenso hart, verbissen, mit sich zerfallen, wie ihr Eltern es oft seid? Freilich soll Zärtlichkeit mit Maß angewandt werden unb nicht in Süßlichkeit unb ior! währende Tätschelet ausarten. Daß man überhaupt in ber Angleichung an kinbliche Art auch des Guten zuviel tun kann, das zeigte mir ein Vater, ber sich einmal mit feinem vierjährigen, frisch in die Welt blickenden Knirpse neben mir niederließ. Auf alle Fragen des Kleinen ging er liebevoll ein, aber er tat dies in einer Sprachform, d. h. in einer gemacht-kindlichen Sprache, die für einen (Ein- ober Zweijährigen gepaßt hätte. Zweifellos hatte der gutmütige Herr sich seinerzeit ganz auf ben „Jargon" bes Ein- ober Zweijährigen eingestellt, aber eins vergessen, was (Eltern überhaupt niemals vergessen sollten, baß nämlich aus Kindern Leute werben. Meine so freunblid) wie möglich vorgebrochte Aufsorberung, mit seinem Jungen deutsch, b. h. vemünstig zu reden, schien Ihn etwas zu verschnupfen; denn er stand auf und verabschiedete sich. Doch hatte ich dos Gefühl: Er hat's begriffen, unb das war bie Hauptsache. Guter Wille, ein wenig Rachbenken unb die Beobachtung des Naheliegenden unb Selbstverstänb- lichen Die Vereinigimg biefer brei Dinge erspart ben (Eltern lebe* pädagogische System, aber auch viel Merger, unfern Kindern kann sie nur zum Segen wer den! wenn die Hausstau krank ist. Don Elisabeth FrieS, Eharlottenburg. Zunächst, nach landläufigen 'Begriffen, darf sie das gar nicht sein! DaS bedeutet, daß sie sich aufrecht halt, bis es überhaupt nicht mehr geht, sich nur hinlegt, solange der Arzt und ihre eigene Schwache es gebieterisch fordern, viel zu früh also wieder aufsteht, ihre anstrengende Tätigkeit wieder aufnimmt, auf diese Weise Raubbau an ihrer Gesundheit treibt, um vielleicht zu spät zu der Erkenntnis zu kommen, wie sie es hätte anfangen müssen, um sich den Ähren zu erhalten. Es ist ganz bestimmt für eine tätige QTatur viel leichter, alles selbst zu tun, und der berüchtigte Ausspruch vieler Hausfrauen: „Dis ich dies oder jenes gezeigt habe, Hube ich es längst selbst getan“, ist der größte Fehler der Hausfrau der alten Schule. Daß s i e selbst alle notwendigen Arbeiten kennt, wer wollte es bezweifeln? Aber ihr Mädchen oder in heutiger Zeit ihre Kinder dahin zu bringen, daß sie jederzeit im Rotfalle für fie einspringen formen, ist eine Kunst, die bei weitem nicht jeder Frau gegeben ist, zu der sie sich aber erziehen kann und muß, will sie nicht erleben, daß jeder plötzlich hereingeschneite Desuch sich als Störung empfindet, und daß im Falle ihrer Er- krankung der ganze Haushalt Kopf steht. ES gehört allerdings Geduld und fester Wille dazu, in gefunden Tagen sich die Zeit zu nehmen, dem Töchterchen, das ein kleiner Springinsfeld und der Meinung ist. daß noch soviel Zeit ist zum Kochenlernen, die Grundbegriffe davon beizubringen. daß es weiß, wann das Wasser kocht, wie Kaffee oder Tee bereitet werden, was beim Eierkochen zu beachten ist und wann die Kartoffeln gar sind. Dafür aber auch welch ein Stolz, wenn das kleine Mädelchen den Dater betreuen und die kranke Mutter versorgen kann, wenn die Aotwendigkeit an sie herantritt. Was ein Kind auf diese Weise lernt, vergißt es so leicht nicht wieder, und von da bis zu weiterer Lernbegier ist dann nur ein Schritt. Es ist jeder Mutter in die Hand gegeben, ihren Kindern Schätze mitzugeben, die ihnen niemand rauben kann, ja sogar unter Umständen ihrem Leben die Richtung zu geben. Sind etn- mal die in jeder Frau schlummernden Triebe zu daß der Ausblick auf freube- unb sriedespen- benbe Gesichtspunkte ganz verdeckt wirb? — Hat er nicht auch bie Eigenschaft, alte, teure Glaubensanschauungen so lächerlich zu verzerren, daß der mit dem Splitter Behaftete sich schaudernd abtoenbet unb hin zu neuen, in hellem Licht erstrahkenben Lehren eilt? - Wichtige- macht er unwichtig, und Dinge, bie wegen ihrer Geringfügigkeit eigentlich nie einen Schatten über bie Klarheit unseres inwendigen Menschen werfen dürften, erhebt der Zaubersplitter zu solcher Wichtigkeit, daß sie völlig Besitz ergreifen von der Seele. Auch Freud' und Leid verdreht er, s» daß die armen Menschen oft über Freuden weinen unb über manches, das in seiner Tiefe ben Todeskeim, Schmerz und tiefe Wehmut birgt, lachen und sich köstlich belustigen. Ach ja! Diel- gefialtig sinb die Wirkungen unb Eigenschaften dieses tounberbaren Teufelspiegels. Oft ist mir, als hätten wir Menschen alle irgenbeinen Splitter des zerbrochenen GlaseS im ^luge. Wie viele vermögen denn eigentlich ihre Mitmenschen im rechten Lichte zu sehen, ihre Handlungen nach reinen Motiven zu beurteilen unb ihnen Reinheit unb Feinheit der Gesinnung Au^utrauen? Wie viele vermögen in allen Sorgen des AlltagS und trotz allen Druckes ber täglichen Arbeitslast noch hohe 3beale aufrechtzuerhalten unb aller Erbennot mit sicherer Hoffnungsfreudigkeit zu begegnen? Wie viele vermögen noch den 3ammer ber Zeit von anbern, als ben ent- mutigenbftcn Gesichtspunkten zu betrachten? Wie viele sinb noch frei von ber Sucht nach bem, in falschem Glanze sich wichtig machenden Marn» Uki.vh, zu nulten, füi andere zu jorgen geweckt, so werden sie sich so leicht nicht mehr unterdrücken lassen. Wir Mütter von heute, bie wir wissen, wie wenig Defriediaung unsere Töchter in den meisten Fällen in den kaufmännischen 'Berufen finden, die wir zudem erfahren haben, wie bitter nötig unserem Daterlande Frauen find, die gerade daS eigentliche Tätigkeitsfeld der Hausfrau vollkommen beherrschen, sollten keine Mühe scheuen, die jungen Mädchen Io heranzubilden, daß sie eS verstehen, ein Heim -- sei eS ihr eigenes oder ein fremdes — gemütlich zu machen. zu schonen unb sparsam mit den Lebensmitteln umzugehen, kurz: sie zu einer deutschen Hausfrau zu erziehen. Man unterschätze nicht, wieviel die Gewöhnung von Jugend auf bedeutet Sin zweijähriges kleines Kind lernte einmal ein neues Mädchen an. indem eS sagte: „Hier hängt bas Teller-, dort da- Gläser- unb am dritten Haken das Messerhandtuch: hier drüben das für bie Hände!" Damals wurde natürlich viel gelacht über bie lächerlich kleine Hausfrau — aber heute kocht daS noch immer junge Ding die schönsten Dcnchte, unb wenn Mutter krank ist, entsteht leine Verlegenheit — baS Töchterchen weiß Descheib. obwohl sie eS nie gelernt hat. da sie ihren 'Beruf nebenbei hat. Wer in ber Lage ist. sich ein Dienstmädchen halten zu können, tut dies heutzutage in der Regel nur, weil er entweder andere Dinge zu tun hat. bie ben Erwerb bilden, ober weil die Kräfte nicht ausreichen. 3n beiden Fällen gebietet also eigentlich die Rotwendigkeit, so schnell wie möglich bem Mädchen die Dinge beizubringen. die erforderlich sinb, wenn bie Hausfrau verhindert ist, sich darum zu kümmern. Für unsere modernen Derhältnisse jedoch ist keineswegs die Frau die Tüchtigste, die sich rühmt. alles selbst zu machen, sondern die. bie es versteht, jeden auf ben richtigen Platz au ft eilen, damit keine Stockung entsteht, wenn sie einmal nicht ba ist. ES gibt aber noch immer eine gar nicht kleine Zahl von Hausfrauen, bie müßte man mietmieten können, wenn man ihr Mädchen mietet, weil sie es nie zu irgendwelcher Selbständigkeit Haden kommen lassen, sondern ihm nur das Gröbste zu tun überließen, kurz, weil sie nicht zu organisieren verstanden. Diese Art von Frauen darf allerdings nie krank werden. Erziehen wir uns also selbst dazu, nicht zu ihnen zu gehören. Denn alle die Auskunftsmittel. Stützen. Heimchen und andere Damen, die während der Zeit der Krankheit bie Frau des HaufeS ersetzen, sind gewiß oftmals Hilfen von großem Werl. Sie bedingen aber stets, daß in dem schon durch die Krankheit beunruhigten Hause ein fremder Mensch sich einfügen mutz, der bie Gewohnheiten nicht kennt, was unter Umständen für ben Hausherrn die Zeit doppelt schwer unb ungemütlich macht. Je mehr ein Mann durch liebevolles Eingehen auf seine Wünsche verwöhnt ist, desto schwerer wird es ihm in der Regel werden. plötzlich auf die Hilfe einer ganz Fremden angewiesen zu sein . In schweren Krankheitsfällen läßt sich dies nicht vermeiden. Durch die langen, entbehrungsreichen Jahre, durch die wir gehen mußten, sind aber viele sonst leistungsfähige Frauen sehr heruntergewirtschastet. und eS wäre zu ihrem eigenen unb der Familie Drsten. wenn sie ab und zu ihrem RuhebedürfniS nachgehen könnten, weil die kleine Tochter oder das junge Dienstmädchen so angelernt sind, daß dadurch keine Derwirrung entsteht. Dies wäre bann auch die beste Vorbereitung für bas weibliche Dien st - jahr, das über kurz ober lang kommen wird. Don der Aussteuer. Von Florentine Gebhardt. Ob meine Freunde mich heule noch als so „rückständig" und „altmodisch" verlachen, wie sie es früher taten, wenn ich den Wert einer gediegenen, leidlich umfangreichen Wäscheaussteuer dem einer größeren Bnrmitgift ooranftellte? „Nur das Aller- nötigste. Wozu sich unnütz so viele Sachen hinlegen, die Raum sortnehmen, unmodern werden. Man kann ja jederzeit nachkaufen. Lieber bare» Geld, das ist für eine junge Wirtschaft praktischer." — Unmodern war es ihnen auch, wollte man ihnen zumuten, für ihre Tochter beizeiten einen „Hamster- faften" anzulegen, wie dies die Urgroßmutter und Mutter tat. Die Tage Schillers waren Ja vorüber: . . . „Sie füllet mit schätzen die duftenden Laden, Und dreht um bie schnurrende Spindel den Faden, Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein Die schimmernde Wolle, den schneeigen Lein . . ." Man konnte ja überhaupt nicht wissen, ob das Mädchen jemals heiratete. Und wenn ja, nun, dann konnte man eben alles „fertig" kaufen. Das klang alles klug und überzeugend, schon vor dem 5triefle. Obwohl es sich auch damals schon zuweilen hinter- her auswies, daß es doch nicht immer ganz klug gewesen war, nach solchen Grundsätzen zu Han- mon? Unb wie viele bleiben noch, bie nicht geblendet bem neuen Lichte neuer Lehren nach- jagen unb alten, lächerlich unb unmöglich gemachten Glauben von sich werfen wie ein altes Gewanb? Ich benle. ein kleines Splitterchen bieses Spiegels hat jeber Mensch im Auge! Wer sieht denn nun aber Menschen unb Dinge richtig an? Ober wer will behaupten, baß seine Auffassung richtig ist, ba boch jeber fest glaubt, feine Art zu sehen, sei bie rechte. Wer unb was kann uns benn den Blick wieber einrichten, bah bas Derzerrte gerabe, bafl zu Große normal wirb? Es gibt sog. Schielbrillen für solche, bie ba mit ben leiblichen Augen schielen. Sollte es nicht Aehnliches auch für bie verkehrte Stellung ber inwenbigen Augen geben ? Eine Brille nur könnte dazu taugen, eine Brille, burch bie man alle- im Licht ber Ewigkeit sieht: nur was man in diesem Lichte sieht, ist. denke ich, „normal". Sieh einmal durch dies GlaS! Verschwinden ba beine Fehler? O nein, sie bleiben bas, was sie sinb: Sünde unb Schuld. Und bie Fehler beiner Nächsten? Je mehr beine wuchsen, desto kleiner wurden diese, nicht wahr? Und du sahst in ihnen nur noch dieselbe Last, an der du auch schleppst: den Zwiespalt zwischen Gutseinwollen und doch Unrechttun. Run hast du nicht mehr Derachtung. sondern nur -ch Mitleid für ben Rächsten. Unb bas Gute? Wo wir es nun sehen, an andern ober an uns, übe.all erscheint es uns nun alS schöne Gabe Gottes, für bie wir danken müssen. Und erst die Sorgen und Leiden des Lebens! Wie werden sie so fahl in diesem fallen dein. Schon oor dem Kriege ging bas bare Geld, ba» die lunge Frau mitbradjte, zuweilen bei ungünstigen Geschastsverfaltnissen nach kurzer Zeit „draus", unb vom Rachschasfen der Aussteuer, bereu wenige Stücke nach wenigen Jahren auch „draus- gingen", war bann schlecht bie Rede. Wäre ein gewisser VtäscheVorrat dagewesen, so hätte er jetzt dienen können. — In anderen Faller oeriobte sich bie Tochter unvorhergesehen schnell, bann war bas notroenbiae Gelb zur Beschallung ber Aussteuer nicht vorhanden ober nicht flüssig zu machen, und es u>are gut gewesen, hätte ber . Hamsterkasten" seine Dienste tun können. E» zeigte sich, baß ein solcher, beizeiten angelegt, wahrlich keine Derschwen- bung bedeutet hatte, zumal ja auch bie lebig bleibende alleinstehende Frau schließlich eine Aussteuer braucht' Ich hatte Ursache, stet» zu einer großen Aussteuer zu raten, au» eigener Erfahrung ober boch aus her meiner Mutter heraus. Diese brachte vor mehr al» sechzig Jahren eine große, meist aus selbstgesponnenem Leinen beftefanbe in die Ehe, wenngleich wenig Bargelb. In ben Kriegszeiten 1S64, 66, 70 kamen Jahre, bie jebe Ausgabe für Wäsche u. bgl. verboten. Da hat die Borratstruhe her halten müssen, auch zur Wäsche für die Kinder. Handtücher unb Tischwäsche, später unter brei Töchter verteilt, bienen biesen noch heute unb werben vermutlich für ihr Leben ovsreichen. Manches Stück daraus ift während bes Weltkrieges noch ins Felb oder m Lazarette gewandert unb hat besser genützt als bloßes Geld. Bargeld hatte meinet Eltern, wenn es statt ber Wäsche die Ehemitgisi gewesen wäre, wohl längst nicht so nützen können da es in knappen Zeiten auch daraufgegangen wär — Wer von den älteren Hausfrauen die Inflation zeit nach der Kriegsnot mit durchgemachi hat, wir! meine Erfahrungen begreiflich finden und es auch für wünschenswert halten, daß unsere Tochter wieder beizeiten daran denken, „mit Schätzen die duftenden Laden" zu füllen, da es jetzt wieder etwas zu Füllung gibt. Das heutzutage übliche Heiraten „ai Nichts" hin ist nicht deutschem Wesen gemäß un gibt keine Grundlage für einen gesunden Haushai und ein geordnetes Familienleben, für bie Neu bilbung gelegener wirtschaftlicher Verhältnisse Wenn erst bie leidige Raum- und Wohnungsnot ge hoben ift, dann denke du auch wieder an eine ..große" Aussteuer für deine Töchter, deutsche Hausfrau! Für die Küche. Schnee schlagen. Um das Weiße von Eiern schnell zu schlage», tue eine Messerspitze voll Salz hinein: je kühler die Tier sind, desto schneller geben sie Schaum. Saure Fleck. Saure Fleck ist bekanntlich eins ber liebsten Herrenessen: Der ganz weich (6—10 Stunben lang) gekochte Magen wirb In 2 Zentimeter große Würfel geschnitten, mit 2—3 Zwiebeln, Gewürzen, 2 bis 3 Lorbeerblättern, etwa» Pfeffer, 1 Eßlöffel Satz unb soviel Essig, daß es gut säuerlich schmeckt, durchge kochtund in Weckgläsern aufbewahrt. Diese Fleck halt sich viele Wochen ganz frisch und wird zur Zeit mit etwas Weizenmehl angerührt und gibt zu Pell- fartoffeln ein köstlich Abendessen. Bouillonreis. 20 Minuten bevor gegessen werden soll, tut man ein Pfund Reis in drei Liter kochende, Ha re Fleischbrühe. Zum Anrichten schöpft man den Reis mit bem Schaumlöffel heraus unb häuft Ihn über das in Stücke geschnittene Fleisch. Malayischer Bei». Der in reichlich Salzwasser weich gekochte unb im Siebe abgetropfte Reis wirb wieder in den Koch- topf zurückgegeben, auf dem warmen Herd heiß gefallen, eotl. mit etwas Curry gewürzt. Der Reis muß trocken, jedes Korn muß einzeln zu sehen sein. Sol- cher Reis schmeckt wundervoll zu Hammelbraten, gebratenen Hühnern und Fasan. Praktische Winke. Die Reinigung von eisernen Bratpfannen. Um eiserne Bratpfannen zu reinigen, verwendet man ein paar Eßlöffel voll Essig, die mit Scheuerrohr und Sand auf die Pfannen verrieben werben. Die Pfannen werden mit heißem Wasser abgefpült, gut abgetrocknet und umgekehrt auf die heiße Herdplatte gestellt. Dadurch bleiben sie sauber unb glänzend. Benzin im Feuerzeug. Benzin-Feuer-euge enfalten zur Ausnahme des Benzins Watte. Verwendet man statt ber Watte Schwammstücke, so reicht man mit der Flüssigkeit länger. Fettflecke auf Parkett. Fettflecke in Parkett-Fußböden reibt man mit iiöfdjpapier fort das mü Benzin durchtränkt wurde. Sind die Fettflecke so an und hartnäckig, daß sie noch nicht ganz fort sind, so reibt man mit Eisenspanen nach und glättet die Stellen mit Bohnerwachs. Lichte, und wie sinkt alles, was menschlich unh irdisch ist, zusammen in wohltuende Richtigkeit I Ja, Splitter haben wir alle in die Augen bekommen, aber gegen sie, die uns den richtigen Blick verkehren, wollen wir daS Glas mit dem Licht aus der Ewigkeit vor die kranken Augen nehmen: Ewigkeit! In die Zeit Scheine fall hinein. Daß unS werde klein daS Kleine, Lind das Große groß erscheine. Leuchte in die Zeit, Sel'ge Ewigkeit! Praktische Pädagogik. Sines Tage« kam Walter Scotts Frau außer sich zu ihm -und sagte: .Run werde ich die Kinder aber einmal gehörig züchtigen müssen!" »Was ist denn los, Schatz?" fragte Scott. »Sie haben mir meinen Aähtisch in schreckliche Anordnung gebracht. Aichts, aber auch gar nichts liegt auf seinem Platz. Radeln, Garnrollen, Schere. Wolle — alles ist durcheinander geworfen. Man tonnte geradezu wahnsinnig werden." Scott neigte sich wohlwollend zu seiner Frau: „Mein Lieb, das waren nicht die Kinder, das habe ich getan!“ .Aber warum denn?" »2lch, nur in dem Wunsche, beine liebevolle Sorgsalt zu erwidern. Rachdem du meinen Schreibtisch so schön aufgeräumt und alle Papiere geordnet hast, war eS mir ein Herzensbedü Z nin, auf dieselbe Weise auch deinen Rähtifch in Ordnung zu bringen.- Aeuer am Nordpol. ; Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Laffert. 44, Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,Lch bezweifle, ob das praktisch ist. Denken Sie an das unerbittliche Klima und das stets wechselnde Wetter. Im Winter vor allem müssen wir mit starken Schneeverwehungen rechnen. Ich meine, wir richten uns nur auf unterirdischen Betrieb ein. Eine Förderanlage ist bei der geringen Tiefe unpraktisch. Wir nehmen einen sanft geneigten Stollen als Einfahrt und sprengen unten größere Räume aus, die wir elektrisch erwärmen müssen, denn die Außentemperatur wird sich hier noch vis in größere Tiefen fühlbar machen." „Ich möchte doch vorschlagen, zunächst einen einfachen Schacht bis auf die Platinader niederzutreiben", entgegnete Sanders. „Es ist zu wichtig, uns von dem tatsächlichen Vorhandensein des Platins auf die schnellste Weise zu überzeugen." „Setzen Sie Zweifel in Ihre Rutentätigkeit?" „In letzter Zeit habe ich an manchem zweifeln gelernt. Ich will rasche Gewißheit haben. Auch für die Geldgeber unseres Unternehmens wird die Bestätigung der erwarteten Platinfunde äußerst wichtig sein." „Diesen Gesichtspunkt lasse ich gelten", stimmte Nagel zu. Von fern ertönten mehrere Schüsse. Nagel blickte mit seinem Zeißglase dorthin. .Hallo!" rief er frohgelaunt. „Die Unsrigen sind bereits auf der Jagd. Ich glaube, sie haben eine Herde Moschusochsen aufgetan. Dieses Land verspricht mehr, als ich zu hoffen wagte. Frisches Fleisch ist höchst wertvoll für uns. Auch zum Gemüsebau werden wir übergehen können. Natürlich unter Glas- I enstern und im Winter bei künstlicher Sonne. Sie ollen sehen, es wird sich recht erträglich in un- erem Nova Thule leben." „Hier in Platinia scheinen tatsächlich ganz leidliche Verhältnisse zu herrschen. Doch wie wird es in Petrolea, wohin unser Kraftwerk und die Hauptanlagen kommen? Dort liegt das ganze Gebiet unter einer Eisschicht von über 100 Meter Stärke." „Auch damit werden wir fertig. Das feste, kristallische Ueberlandeis nützt uns in anderer Weise. Es wird das Baumaterial für unsere Gebäude bilden. Eine ganze unterirdische Stadt soll unter dem Eise entstehen. Maschinenhallen, Wohnungen, ja vielleicht sogar Gärten, erleuchtet und erwärmt von künstlichen Sonnen, lassen sich mit Leichtigkeit in dem festen und doch unschwer zu bearbeitenden Eis schaffen. Als nächstes bauen mir eine Tunnelbahn von Petrolea nach hier, soweit das ewige Eis reicht, und auf der anderen Seite bis ans Ende von Nova Thule, Alaska gegenüber. Im leicht zerstörbaren Eise wird es sich zwanzig, ja hundertmal so schnell arbeiten lassen wie im festen Gestein." „Gewiß ist das Eis leicht zu bearbeiten und besitzt andererseits auch genügende Tragkraft. Aber unter der Jnnenwärme der erheizten Räume wird es fortschmelzen." „Auch dafür ist gesorgt. Meine Versuche ergaben, daß eine Doppelschicht dünner Asbestplatten mit hohlem Lufträume dazu völlig gegen Wärme sowohl wie gegen Kälte isoliert. Wir machen uns das System der Thermosflaschen zunutze. Sie erinnern sich, daß ich auf Errichtung der großen Asbestfabrik in Uralsk drang? Nur Blankenburg wußte Bescheid. Man muß nicht alle Absichten vorher bekanntgeben." Eine Zeitlang noch umschritten sie die nähere Umgebung der zukünftigen Platingrube und besprachen technische Einzelheiten. Dann ging es zum Landungsplätze zurück. Eine Quelle mit schönem, klarem Wasser war nicht allzu weit entdeckt worden, und die Jäger brachten ein erlegtes Moschuskalb und zwei Schneehasen mit. „Jetzt zum Mittagessen!" rief Nagel. „Und dann alle Mann auf mindestens 6 Stunden in die Kojen. Wir brauchen Kräfte für die kommende Arbeit." So endete der erste Tag in Nova Thule, der neuen deutschen Kolonie, die dazu bestimmt war, die' Welt wiederum in Brand und Unruhe zu versetzen. 4. Am Tage, als Staffel 8 abfliegen sollte, brachten die entleerten Flugzeuge der Staffel 6 folgende Mitteilung Nagels für Günther, der sie alsbald Stratoff mitteilte: Platinia, den 15. Juni. 1 An Etappenhauptort Archangelsk. Platinader heute in 11 Meter Tiefe angeschlagen. Fundergebnis überraschend groß. Sanders schätzt mit mir die mögliche tägliche Ausbeute auf 10 Kilogramm. Probe anbei im verschlossenen Kästchen. Hier alles wohl. Funkenstation ist angelangt und wird in etwa vier Tagen fertig montiert sein. Nagel. Telegramm des Volkskommissars des Ae u ß e r n. An Sowjetbotschaft in Berlin (chiffriert). Fragen Sie bei deutscher Regierung an, ob Direktor Nagel im Auftrage der deutschen Regierung Nova Thule annektierte. Erheben Sie gleichzeitig Protest gegen dieses einseitige Vorgehen. Wir erwarten detaillierten Bericht. * Telegramm an den Außenkommissar Moskau (chiffriert). Die deutsche Regierung gab weder einen Auftrag zur Besetzung von Nova Thule, noch hegt sie die Absicht, jemals dieses Land zu annektieren. Dieses hat mir der Reichskanzler persönlich bestätigt. Nagels Vorgehen wird hier als törichter und unbesonnener Streich betrachtet, dem keine Bedeutung beizumessen sei. Sowjetbotschaft, Berlin. * Extrablatt des Neuyork Herold". Ungeheure Platinfunde in Nova Thule. Monatliche Förderung auf 500 Kilogramm geschätzt. Platin-Monopol der deutsch-russischen Gesellschaft. Unausbleibliche Wirkung auf handelspolitische Verhältnisse. In unserem in einer Stunde erscheinenden Abendblatt werden wir das bedeutungsvolle Ereignis eingehend würdigen. * Schreiben Strato f f s an Nagel. Ueberbracht durch Flugzeug der Staffel 9. Lieber Herr Mitdirektorl Die von Ihnen übersandte Platinprobe ist erklassig. Unser gesamtes Platinvorkommen im Ural ist Kaff dagegen. Also hatte Sanders doch recht, und mein gutes Geld ist nicht fortgeworfen. Jetzt heißt es aber mit Macht zur nächsten Etappe, also nach Petrolea. Dem ersten Erfolge muß sich alsbald der zweite anschließen. Ich bitte Sie daher, sofort mit Sanders einen Erkundungsflug dorthin zu unternehmen. Sanders muß möglichst genaue Messungen aller Art machen, deren Ergebnis durch sichere, auf der Oberfläche anzubringende Erkennungszeichen festzulegen sind. Erst dann vermögen wir weiter zu disponieren. Sagen Sie dem großen Wünschelrutenmanne meinen Glückwunsch- und unaussprechliche Bewunderung. Fürstin Linda, die ihm persönlich schreibt, ist womöglich noch begeisterter als ich. Flugzeug 7b ging über Franz-Josephs-Land verloren. Alle Nachforschungen des Begleiters 7a blieben ergebnislos. Wahrscheinlich mußte 7b Notlandung machen, wobei es zerschellte. Derartige Verluste sind unvermeidlich und werden sich noch öfter wiederholen. Zur Aufmunterung unseres Personals stiftete ich für die Hinterbliebenen 10 000 Dollar. Glückauf und besten Gruß Stratoff. Beiliegendes Schreiben ist nur für Sie bestimmt. Wie steht es mit der Gesundheit von Sanders? Hat er seine Kraft wiedergewonnen? Die Fürstin machte mir besorgniserregende Andeutungen. Bringen Sie ihn nur noch dazu, die Messungen in Petrolea auszuführen, und markieren Sie genau die von ihm bezeichneten Stellen. Dann kann er unsertwegen nachher völlig zusammenbrechen und sich erst mal längere Zeit in Saratu in den Armen der Liebe erholen. Geben Sie mir sofort und geheim Nachricht. . St. * «c Funkentelegramm Nagels a n Günther. Soeben vom Erkundungsflug nach Petrolea zurück. Das im vorigen Jahr angebrachte Erkennungszeichen wurde durch Stürme verweht. Schließlich fanden wir es. Danach ließ sich Lage des Oel- gebietes nur ungefähr bestimmen. Sanders versagte leider wegen Erkrankung. Trotzdem bin ich eines Erfolges sicher. Beschleunigen Sie Vorbereitungen für Petrolea, da hier in wenigen Tagen alles fertig. Brief Nagels an Linda. Hochverehrte Frau Fürstin! Heute wende ich mich an Sie mit einer für mich rech peinlichen Bitte. Ich würde es auch nie wagen, wenn ich nicht wüßte, daß Sie den innigsten Anteil am Ergehen unseres Freundes Sanders nehmen und daß Sie andererseits die eifrigste Förderin unseres großen Unternehmens find. (Fortsetzung folgt.) Man verlange aucririirkiirh । | Gießener Brauhaus-Pilsener l 7 Elisabeth Nachtigall Christian Hüttenberger Verlobte Gießen, im Mai 1925 Gnauthstraße 4 Bleiche M3O4 Sommer-Unterkleider Herren-Makko-Jacken Herren-Makko-Hosen In allen Größen, auch extraweit Herren-Makko-Hemden Einsatz-Hemden Poröse Hosen u. 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