Rr. 90 Erstes blatt U5. Jahrgang 8aimtag, 18. April 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Orurf und Verlag- »rLhl',che Unio-rktStt-Such. und Slcindruckerei «. Lange in Sietzen. Lchristleitnng und Seschäslrftelle- Schulltratze 1. 3nnabme von Anzeigen für bic lagesnummer bis zum Nachmittag oorhet ohnejedeverbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette ortlichtz,auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re» Klame-Anzeigen v 70 ' in Brette 35 ibolbpfennlg, Playvorschrifl 20 .Aus« fchlog. - Verantwortlich für Politik u. Feuilletons vr.Friebr Wilh Longe; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beä^ fümtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Senn* unb Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienb kälter Heimat im Bilb. Monats'vezngspreis: 2®olbmath u. 20 Bolbpfennig für Irägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch,Anschlüsse: Sd)riftleitung 112, Der« lagunbBeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzeiger^ieße«. pokschecktonto: ZranNvN a. M. 11686. Ausland und Präsidentschaftswahl. ötne der widerwärtigsten Erscheinungen im Wahlkampf um die Präsidentenwürde ist die Art und Weise, wie gewisse Prehvrgane der Wer- marer Koalition ausländische Prcssestimrnen zur Stimmungsmache im Wahlkamps auswerten. Mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig wäre, wird täglich da- Stimmungsbarometer in Pari- und London registriert, um dem deutschen Bürger dann in mehr oder minder deutlichen Kommentaren plausibel zu machen, daß er sich mit der Wahl Hindenburgs den letzten Rest von Wohlwollen im Lager unserer früheren Feindr verscherze, und daß allein Wilhelm Marx dem Ausland als Reichspräsident genehm sei. Es ist schon an sich eine Arroganz, wenn gewisse Pariser und Londoner Blätter glauben, dem deutschen Staatsbürger für den Gang an die Wahlurne ihren Rat erteilen zu müssen, eine 2In- matzung, die in Deutschland um so peinlicher cmpfuiwen wird, als man sie nur uns gegenüber sich herausnehmen zu können glaubt, in Parns und London selbst aber äußerst empfindlich ist, wenn man aus der Prelle des verbündeten Landes unerbetene Ratschläge zu hören bekommt. Auch auf der Linken fehlt nicht überall daS Gefühl für das Angehörige eines solchen Gebarens So schrieb die „Kölnische Bolksztg", daS rheinische Zentrumsblatt: „ES ist uns immer peinlich, wenn Stimmen des Auslandes sich gegen unS und unsere politischen Maßnahmen erhebrn, und wenn in Deutschland Lieberängstliche mehr noch draußen als nach drinnen lauschen. Auf die Dauer ist diese Schulmeisterei des Auslandes, namentlich unterer westlichen Rachbarn, auch dem Friedfertigsten unerträglich, um so unerträglicher. alS dieses selbe Ausland ja auch verwünscht wenig getan hat. um die Gewalten nrorolisch zu stützen, von denen es immer wieder behauptet, bau es sie gerne sehe." Leider hat diese Stimme der Einsicht, je näher der Wahltag beranrüdt, um so weniger bei der besreuirdeten Presse Beachtung gefunden. Die Meinung des Auslandes ist vieunehr eines der vornehmsten Kanrpsnrittel gegen die Kandidatur Hindenburg geworden 3cfco mitzfällige Aeußerung irgendeines Pariser oder Londoner Organs, mag es auch als chauvinistisches Hetzblatt noch so bekannt sein, wird sorg« sältig registriert, und in angstschlotternden Kommentaren werden dem deutschen Wähler die furchtbaren außenpolitischen Gefahren und internationalen Derwidlungen vor Augen geführt, die angeblich eine Präsidentschaft des Feldmarscholls im Gefolge haben soll. Um den Parteikuhhandel zwischen Sozialdemokraten und Zentrum durch eine Präsidentschaft Marx unter Dach und Fach zu bringen, ist jedes Mittel recht, mag cs auch alle nationale Würde außer acht lassen. Cs nimmt kein Wunder, daß die besonnene, sonst so zurüdhaltende Presse der uns freundlich gesinnten neutralen Staaten sich mit Abscheu von einem Gebaren wendet, das geeignet ist, das deutsche Ansehen in der Well auf das schwerste bloßzustetten. So findet es das „Svenska Dag- bladet". eine führende Zeitung Stockholms, schwir verständlich, daß die Kritik des Auslandes von einem großen Teil Deutscher als Waffe im Wahlkampf willkommen geheißen werde. Dieser Zustand sei betrübend für jeden Menschen mit elementarem, nationalem Anstand. Die Wahrung der Selbständigkeit auf dem Gebiet innenpolitischer Willensäußerung müsse im zwi- fchenstaatlichen Berkehr schon aus egoistischen Gründen peinlich beachtet werden Wenn dann noch jeder ausmerllame Zeitnngsleser täglich beobachten kann, wie bürgerlich: Blätter der Linken die sozialdemokratische Presse in krankhafter Selbstbeschmutzung dadurch zu übertrumpfen suchen, daß sie durch völlig haltlose Berdächti- gungen, durch hartnäckig wiederaufgetischte, längst widerlegte Berleumdungen der feindlichen Auslandpresse die Stichworte zu ihrem Feldzug gegen die Kandidatur Hindenburg liefern, dann versteht man die hämische Schadenfreude dieser selben Presse a.r der unrettbaren Selbstzerfleischung des deutschen Volkes und das besorgte Staunen unserer wenigen Freunde im Ausland ob dieses Mangels an nationalem Stolz und nationaler Selbstachtung. Rrit diesen törichten und niederträchtigen Versuchen, die Kandidatur Hindenburg als außen- politische Gefahr hinzustellen, um daraus für ben eigenen Kandidaten Kapital zu schlagen, hat es nichts zu schaffen, wenn wir uns ein möglichst objektives Bild von dem Eindruck zu verschaffen suchen, den die Wahl Hindenburgs zum Reichs- ^äs^denten auf das Ausland machen würde. Das Ist selbstverständliche Pflicht verantwortungsbewußter Staatsmänner, die vor dem Kriege nur £u oft außer acht gelallen wurde. Deutschland steht in bedeutsamen Verhandlungen über das , e r ? r 0 $ m’ über einen gegenseitigen Garantievertrog mit den Wcstmäch'sn. Wird es nicht jedem nüchtern wägenden Politiker des Auslandes ehr weit gewichtigeres Pfand dünken, wenn Hindenburgs älnterschrift unter dem geplanten Sicherheitsabkommen steht, als wenn die nationale Rechne einem von der Wci- marerer Koalition abgeschlossenen Vertrag ihre Zustimmung versagte? Hinter einem Abkommen, das em Mann wie Hindenburg mit den ehemaligen Feinden tr fft, wird dagegen das ganze deutsche Voll stehen, well es gewiß ist, daß seine nationalen Interessen in den äußersten Grenzen des Möglichen gewahrt sind. Ein Garantiepall, der Hindenburgs ilntcr*d)rift trägt wurde also für Frankreich die größtmögliche Sccherhelt bieten, toerat es deren überhaupt unserer Selle bedurfte. Denn auch das Bon Herriot zu Painleve. Herrn Painleve ist es also tatsächlich gelungen, ein Kabinett zu bilden, wobei er sich auf dieselben Parteien stützt, die hinter dem Ministerium Herriot standen. Der Szenenwechsel in der französischen Politik ist deshalb nicht gleichzeitig ein Systemwechsel geworden, er ist nur ein Beweis dafür, daß Herriot alsPer- s o n abgewirtschaftet hatte, weil die Hoffnungen, die auf ihn gesetzt waren, sich nicht erfüllt hatten und seiner ganzen Ratur nach auch nicht erfüllen konnten. Deshalb war schon, ehe die Krise akut wurde, einmal die Rede davon, daß Herriot mit Painleve tauschen soll.e. Herr Painleve selbst hat dazu keine große Reigung gehabt, er hat sich auch gegen die Betrauung mit der Kabinettsbildung heftig gewehrt, so daß zunächst das kurze, aber ergcllmislose Zwischenspiel Briand eingeschoben lverden mußte. Herr Driand aber ist ein schlauer 5ud>S; er wollte sich als Träger der Regierung nur Herausstellen, wenn er die Sozialisten in unmittelbarer Verantwortlichkeit mit in sein Kabinett hineinbekam, die ihm indessen diesen Liebesdienst verweigerten. Inwieweit Briand das voraussah und die Anfrage an die Sozialisten daher nur eine Kulisse war, hinter der er seine Ablehnung verbergen konnte, mag dahingestellt bleiben. jedenfalls beweist die Haltung der französischen Sozialisten nicht gerade hervorragenden Mut zur Verantwortlichkeit. Sie haben das Kabinett Herriot unterstützt, sie werden das Kabinett Painleve unterstützen, wollen aber dabei passiv bleiben, weil sie die Opposition im eigenen Lager scheuen und sich nicht regierungsfähig machen wollen. Das ist die Methode, daß man die Rosinen aus einem Kuchen herausholt, sich bei der Besetzung der Aemtcr in Erinnerung bringt und durch die Drohung mit dem Abmarsch die Regierung unter Druck hält, aber doch immer der älnpopulari- tät der unmittelbaren MllverWallung entgeht. Herr Painleve kennt sich inzwischen wohl selbst genug, um zu wissen, daß er der eigentliche Kopf eines lebensfähigen Kabinetts nicht fein farm. Er ist eigentlich aus Versehen in. die Politik hineingeraten. Man nennt ihn einen Gelehrten von Wellruf, der sich von seiner Willenschaft losriß. als er in das politische Getriebe nach der Dreyfuß-Affäre hineinaezerrt wurde, und den barm später auch einmal der politische Ehrgeiz padte. So wurde ec Kriegsmini - st e r, verschwand aber sehr schnell, weil er der Aufgabe nicht gewachsen war. so wurde er später auch einmal Ministerpräsident, versagte indessen auch hier und verschwand wieder in der Versenkung, um erst im vergangenen Mai wieder aufzutauchen, als die Parteien der Linke auf der Suche nach einem Kammerpräsidenten waren. Die Opposition to’rft ihm vor, daß er dieses Amt einseitig ausgefüllt hätte, sie hat deshalb auch verhindert, daß er zum Präsidenten der Republik nach dem Rücktritt Millerands gewählt wurde, obwohl er der eigentliche Kandidat der Anken toai. Da aber sein Mitbewerber Do u -- mergue die Stimmen aller Anhänger Poin- carös erhielt, fiel Painlevä wohl zu seiner eigenen Hebet rafd>ung durch und muhte sich auch weiterhin mit dem Kammerpräsidium begnügen, das allerdings eine der angenehmsten Stellungen ist, die Frankreich zu vergeben hat. Was Wunder, daß es ihm nicht ganz leicht fiel, diesen Ruheposten mit der Llnsicherheit des Ministerpräsidenten zu vertauschen- indessen, er konnte sich wohl dem Drud nicht länger entziehen, der von allen Seiten auf ihn ausgeübt wurde. Das Kabinett, das er jetzt gebildet hat. trägt jedoch nur der Form halber seinen Ranren. tatsächlich wird es ein Kabinett Driand- Caillaux-Monzie sein. älnd in diesen drei Persönlichkeiten liegt die eigentliche Bedeutung der neuen Regierung. Sie sind mit die stärksten Talente, die Frankreich auf der Linken besitzt, und wenn sie sich zur Verfügung stellen, nachdem sie sich untereinander verständigt haben, ist das vielleicht der beste Beweis, daß sie an die Lebensdauer dieser neuen Regierung glauben Der Interessanteste von den Dreien ist wohl C a i l l a u x , den Poincars zum Landesverräter stempeln und ächten ließ, der aber jetzt zurückgerufen wird, weil er vielleicht der einzige ist. der das finanzielle Dilemma Frankreichs überwinden kann. Außenpolitisch ist er immer antienglisch orientiert gewesen und war ein Vertreter der Kontinentalpolitik auf der Grundlage des wirtschaftlichen Gedankens, daß Kohle und Eisen zusammengehören. Auch Briand fügt sich in diesen Rahmen hinein. Er tourbe von Pomcnre als Ministerpräsident gestürzt in dem Augenblick, wo er in lächerliche Gespenst eines Rcvanchekrieges, mll dem französische Hetzblätter und deutsche Pazifisten den Wähler gruseln machen tooQen, finft vor Hindenburg in ein Rrchts zusammen. Wohl niemand weiß bester als der größte Feldherr seiner Zeit, daß ein abgerüfletä Volk nicht gegen eine Welt in Waffen kämpfen kann. Richt besser steht es mit dem Einwand, daß Hindenburgs Wahl die Rückkehr zur Monarchie, di- Rückkehr zum Kaisertum oer Hohenzollern bedeute. Zu Beginn des Wahlkampfes erklärten Politiker der Linken mit erfreulicher Offenheit, daß es bei der Wahl des Reichspräsidenten nicht um die Frage Monarchie oder Republik gehe, daß die Frage der Staatssorn'. völlig ausschalte. 3e mehr nun im Laufe des Wahlkampfes alle anderen Argumente flogen die Kandidatur Hindenburg sich ersthöpfen, Cannes den Versuch machte, in Derblndung mit England das deutsche Reparationsproblcm zu lösen. Driand sowohl wie Eaillaur finden sich In dem Haß gegen Poincarö. der also keine älrsache hat. sich über den Sturz Herriots zu freuen. Ob der Wechse» auch für uns erfreulich ist, bleibt abzuwart en Mit Herriot ist die Per- sönlichkell geichwunden, die sich mit ihrer Ehre für den Abmarsch aus dem Ruhrgebiet spätestens am 15. August engagiert hatte. Diese persönliche Garantie fällt also weg, sic kann uns aber erseht werden durch bic sachliche Garantie. die auch England übernommen hat. Dafür ist an die Stelle des Ideologen Herriot der nüchterne Driand getreten, mit dem vielleicht eine sachliche Diskussion über die künftige Gestaltung der deutsch-französischen 'Beziehungen leichter zum Ziele führt. ;1:ibeffen ist bic Frage, ob der ewig wandlungsfähige Driand in ber Zeit, wo er ausgeschaltet war, nicht vielleicht auch seine Ausfällung geändert hat. Pain!eves Regierungsprogramm. Das Sicherheit^- und ftü»(UHVrobfcm. Paris, 17. April. (WTB.) Ministerpräsident Painlevä hat heute oormittag dem Präsidenten der Republik die Mitglieder seines Kabinetts vorgeftellt. Es wurde beschlossen, morgen vormittag im Gebäude des Kammerpräsidiums einen M i - n i st c r r a t abzuhalten, i-m sich über die Regierungserklärung auszusprechen, deren Text am Montag in einem Ministcrrat festgelegt werden wird. Das Kabinett wird am Dienstag zum ersten Male vor das Parlament treten. Die Regierungserklärung, die bei dieser Gelegenheit zur Perlesung gelangen wird, soll so kurz wie möglich gefaßt werden. Nach dem „Motin" würde sie lediglich den Inhalt enthalten, daß die Sicherheit und die finanzielle W i e d e r a u f r i ch t u n g Frankj- r e i ch s die beiden großen Probleme seien, die zur Zeit das ganze öffentliche Interesse beanspruchen. Die Regierung werde dementsprechend um die Gin- rtd^ung eines langfristigen Kredites einkommen. Der Finanzplan könne nicht in 24 Stunden improvisier! werden. Der Finanzminister werde sämtliche Anregungen und Vorschläge, die ihm zu- gehen, eingehend prüfen. Der Schluß der Regierungserklärung werde in der Aufforderung gipfeln, jeden Parteihader im Interesse des Landes zurückzu ft eilen, damit die Erfüllung der beiden Hauptprobleme so schnell wie möglich erreicht wird. Das außenpolitische Programm bedeutet die Fortsetzung der H c r r i o t - P o 1 i t i k. Briand hält infolgedessen an dem vorbehaltlosen Eintritt Deutschlands "in den Völkerbund fest und erstrebt andererseits eine finanzielle Regelung mit Rußland. Er ist Anhänger des Garantievertrags-Projektes, das auf fünf Mächte ausgedehnt werden soll. Weiter befürwortete er eine baldige Regelung des K r i e g s s ch u l d e n - P r o b l e m s. In der Frage der Gesandtschaft beim Vatikan besteht Grund zu der Annahme, daß der Präsident auch weiterhin Gegner der Aufhebung der Gesandtschaft fein wird. Der republikanisch-demokratische Verband gegen Caillaux. Paris, 18. April (511.) Die Kammergruppe des demokratisch-republikanischen Der- bandes hat einstimmig beschlossen. den Eintritt Caillaux' in bic Regierung, brr vom Obersten Gerichtshof mitten im Kriege wegen verbrecherischen Einvernehmens mit dem Feinde abgeurtcilt würbe, als Herausforderung ber öffentlichen Meinung anzusehen. Eine Entschließung stellt fest, daß bas neue Kabinett entgegen ber Beschlußfassung des Senats vom 11. April 1925 nicht geeignet sei. den inneren Frieden unb die nationale Eintracht wieberherzust eilen. Der republikanisch- demokratische Verband hat beschlossen, dem Kabinett fein Vertrauen vor^uenthalten. Die Gruppe umfaßt 104 Mitglieder und bildet den Kern der Opposition. Deutscher Tag auf der Mailänder Messe. Im Rahmen des Deutschen Tages aut der Mailänder Messe fand ein Vortrag des Führers des Zeppelinluftschiffes 3 R 3, Dr. Eckene r, über die Fernluftfahrt statt. Die Veranstaltung, an der außer dem deutschen Botschafter Freihern von Neurath und den zum Besuch der Meße an» wesenden deutschen Journalisten die Spitzen der italienischen Behörden sowie zahlreiche hervorragende Politiker und Militärs teilnahmen, ge- ftaitete sich zu einem großen Erfolg. Der Saal mar überfüllt, obgleich mehr als 7000 Anlräge auf Zuteilung von Karten abgewiesen worden waren. Dr. Eckener schilderte die Fahrt des Z R 3 nach Amerika und verbreitete sich dann über die Möglichkeiten für die Entwicklung der Fernluftschiffahrt in Italien. Zum Schluß betonte Dr. Eckener die Völker- verbindenden Aufgaben und Ziele der Luftschiff- fahrt. Der Vortragende wurde durch spontane Bei- fallsäußerungen häufig unterbrochen und erntete zum Schluß begeisterten Beifall. Im Anschluß an den Vortrag führte Reichskommissar Schwarz deutsche I n d u ft r i c f i I m c vor, die allgemeines Interesse erweckten. bas Attentat von Sofia. In wenigen Tagen haben die bulgarischen Bolschewisten rasch hintereinander drei Attenia.e verübt, deren erstes der Abgeordnete und General Kosta Georgiew zunr Opfer, deren zweites dem König Boris galt und deren drittes ebenfalls auf seine Beseitigung btn- zielte, zwar ihn nicht traf, weil er der T r a u c r- feier in der Sofioter Kathedrale fcrngcbli b.m war, dafür aber vielen Personen das Leben kostete. Wir haben es bet diesen Vorgängen unzweifelhaft mit einem sehr ernsthaften Vorstoß der Moskauer zu tun, die anscheinend ihre Zeil für gekommen galten, Bulgarien durch einen Handstreich in ihren Besitz zu bringen und in das feste antibelschewistische Gefüge brr Balkan- ftaaten eine Dresche zu legen Aehnlich begann seinerzeit auch der Versuch, Deutschland in eine bolschewistische Revolution zu stürzen und die Macht den nach Deutschland geschickten russischen Beauftragten zu überantworten. Während cs damals gelang, durch rasches Zupacken ber kommunistischen Bewegung Herr zu werden, laßt sich angesichts der höchst unsicheren inner- politischen Derhältniffe Bulgariens nicht Voraussagen, ob es der Regierung Zankoff gelingen wird, ebenfalls die Ruhe aufrechtzuerhalten. Der Belagerungszustand ist zwar verhängt worden, auch ist man zu einer Mobil isie - rung der Reserven geschritten, beimod) ist zu befürchten, daß dem Sofioter Signal die mit Geld und Waffen von Moskau reichlich versehenen bulgarischen Kommunisten Folge leisten und zu einem Aufstand übergehen werden. Die Opfer des Attentats. Sofia. 17. April. (Bulgarische Telegraphen» Agentur.) Sofoit nach der Explosion in der Kathedrale begab sich der König an die Unglücks- stätte. wo er von der versammelten Menge lebhaft begrüßt wurde. Das Werkzeug der Explosion war eine mit einem Uhrwerk versehene Höllenmaschine, die unter dem Dache des südlichen Teiles der Kathedrale versteckt war. Da die offiziellen Persönlichkeiten um die Bahre Kostas in der Mitte bei Kiche standen, waren sie der Wirkung bet Explosion viel weniger ausgesetzt als bie, bte sich in ber Aktionssphäre der Maschine befanden. Die Zahl der Toten beträgt etwa 100, die der Verwundeten 200. Der Ministerpräsi ° b cnt, der Kriegsminister unb der Minister des Innern trugen leichte Verwundungen davon. Unter den Toten befand sich ber Minister a. D. General von Rai- d e n o f f. Unter den Toten befinden sich außer dem Polizeipräsidenten mehrere hohe Reserveoffiziere unb Abgeordnete. Die Öffentlichkeit ist empört über bas Derbrechen, das in einer Kirche, unb noch dazu, als biefe von einer großen Menge gefüllt war, unter ber sich besonders viele Frauen und Kinder befanden, begangen wurde. Unmittelbar nach der Erplollon traten bie Minister zu einer Beratung zusammen. Der Kriegsminister Dalkofs unb ber Plahkom- manbant General Lazaroff machten danach einen LRundgang durch bie Stadt, von der Bevölkerung überall jubelnd begrüßt. Die Kathedrale ist durch bie Explosion erheblich beschädigt. Eine der drei Kuppeln, in deren Rähe sich die Höllenmaschine befand. ist eingestürzt. Das Portal, das auf derselben Seite liegt, liegt ebenfalls in Trümmern. Die mittlere Kuppel ist erschüttert unb brvht jeden Augenblick einzustürzen. Der größte Teil der Todesopfer ist noch unter den Trümmern deS eivgestürzten Gotteshauses begraben, so daß sich die genaue Zahl noch immer nicht um so weniger kann man es sich im Lager der Weimarer Koalition versagen, auf den alten Schlachtruf aus der Aera Wirth zurückzugreifen: „Die Republik ist in Gefahr". Dabei bedarf es auch hier kaum des Hinweises, welche Stärkung gerade die Republik und die republikanische Verfassung durch die Eidesleistung eines Hindenburg als Reichspräsident und Hüter der Derfallung erfahren wirb. Unb baß ber Feldmarschall zu seinem Eide steht, wird auch fein erbittertster Gegner nicht zu bezweifln wagen. (Sin: verfassungsmäßige Aenderung der Staatsform bebarf aber einer Zweidrittelmehrheit im Reichstag Sie ist in ber augenblicklichen Zusammensetzung des Reichstags nicht dafür vorhanden unb wird auch kaum in absehbarer Zell zu erwarten sein. Es ist allo eine gewissenlose Irreführung des Auslandes unb ber eigenen Volksgenossen, wenn man glauben machen will, bic Wahl Hinbenburgs bebeutc Verschlechterung unserer außenpolitischen Lage, Revanchetrieg, Staatsumwälzung. Der Oft ergrub, den ber greife Felb- marschall an das deutsche Volk richtete, hat allen denen eine schwere Enttäuschung bereitet, die in ihm Material für ihr Zerrbild von dem auf Krieg sinnenden Hindenburg zu finden hofften. In ber graben, schlichten Sprache bes alten Soldaten, mit ber abgeklärten Ruhe des erfahrenen Greises spricht es der Felbmarschall klar aus, bah kein Krieg und kein Aufftanb Im Innern unsere gefeffette Ration befreien kann, sondern daß es hierzu langer, ruhigerund friedlicher Arbeit bedarf. Dazu möge unS Marschall Hindenburg Führer feiiU angeben Iaht. Sofort nach dec Explosion wurde eine Hilfsaktion cingdeilet. Die Straften in Sofia sind menschenleer. Jeder Wagenv ec- kehr ist Der Eroten. Zahlreiche mit Soldaten besetzte Kraftwagen fahren hin und her. Die Volksmiliz ist mobllisiert. 3n allen Städten Bulgariens werden Verhaftungen vorgenommen. Die Fühvar der verschiedenen ausgehobenen Verschwörer» gesellschaften sollen nach Sofia gebracht und vor ein Kriegsgericht gestellt werden. 3n Rowosagora allein touren 150 Personen verhaftet. Die g a nze bulgarische Grenze ist abgesperrt, nur einzelne ausländische Reisende werden durchgelassen. Auch die Telegraphen- und Zugverbindungen mit dem Ausland sind teilweise unterbrochen. Ganz Sofia ist vom Militär abgesperrt, um der Attentäter habhaft zu werden. Die Panik, die nach der Explosion in der Kirche entstand, läftt sich schwer beschreiben. 3m Gedränge wurden insbesondere Frauen und Kinder niebergetreien. Dec größte Teil der Verletzten besteht aus ihnen. Zweifellos hatten die Attentäter geglaubt, da ft auch der König an der Einsegnung des ermordeten Deputierten teilnehmen werde. Sämtliche Zeitungen verdammen das Attentat als einen besonders fluchwürdigen Anschlag und weisen darauf hin, das) seit dem Attentat der Kommunisten auf eine Prozession in Madrid kein ähnliches Verbrechen begangen wurde. Alle öffentlichen und privaten Kranten- häuser sind mit Verwundeten überfüllt. Unter Len Toten befinden sich eine ganze Reihe führender Politiker und militärische Persönlichkeiten. (Ein Schritt der Mächte. London, 18. Avril. Die Attentate in Bulgarien haben in hiesigen diplomatischen Kreisen größte Beunruhigung hervorgerufen. Man ist überzeugt, daß es sich hier um die Arbeit lokaler bolschewistischer Komitees handelt, die von ihrer Zentrale in Wien dirigiert werden. ES sind bereits zwischen verschiedenen Regierungen Verhandlungen angeknüpft worden, um gemeinschaftlich auf freundschaftliche Art in Wien Dor ft eilig zu werden. Oesterreich soll gebeten werden, gegen d i e bolschewistische Terrorzentrale in Wien mit aller Kraft vorzu gehen. Aus dem Haushaltungsausschutz des Reichstags. Berlin, 17. April. (WTB.) 3m Haushaltsausschuß des Reichstags erklärte R:ichSwirtschastsminister R e u h a u s u a.. d..ß er eine allgemeine Senkung des Lohnniveaus weder für durchführbar noch für wünschenswert halte. Andrerseits müsse er sich dagegen wenden, daß das Lohnniveau an einzelnen Stellen in unüberlegter Weise in die Höhe getrieben würde. Dem Anträge, die P r e i s t r e i - bereigesetzgebung Mifzuheben, stimmte der Minister grundsätzlich zu. Die von allen Parteien ausgesprochene Verurteilung der Luxus st euer werde er dem Reichsfinanzminister mitteilen und sich um deren Beseitigung bemühen. Die Vorlage der Zolltarifnovelle werde alsbald erfolgen. Zur Frage des sPanischen Handels- vertrages bemerkte der Minister, daß er nicht verkenne, daß daS Abkommen mancherlei Mängel habe. Trotzdem sei die Regierung der Meinung. daß wir ein endgültiges Abkommen mit Spanien, das dann den 3ntereffen der Ausfuhr und den Schutzinteressen des Weinbaus genügend Rechnung tragen würde, am besten durch Rati- f iz i e r u n g des vorläufigen Abkommens und baldige erneute Verhandlungen er» rÄchen würden. Dann gab Reichskohlenkvmmissac Dr. Stutz efhe Aebersicht übet die Kohlenlage. 3n der Dtaunkohlew>3ndusttie sei noch keine Krise vorhanden, wenn auch die Verhältnisse sich im Sommer durch Ausfall des Hausbrandes verschlechtern würden. Weit schlimmer sei die Lage in der S t e i n k o h l e n i n d u st r i c. 3m Ruhrrevier lägen etwa 7,5 Millionen Tonnen auf drn Halden, 1,5 Millionen Tonnen im Handel und auf Ben Schiffen, also etwa eine Monatsproduktion. 3m deutsch-oberschlesischen Revier und im Waldenburger Revier läge die Produktion etwa eines halben Monats auf den Halden 3n Sachsen seien wegen der geringen Förderung wenig Haldenbeftände vorhanden. Ausschlaggebend für die schlechte Lage der Kohle sei der Minderverbrauch in der 3nbuftrie. Einschließlich der Reparationskohle sei jetzt wieder eine Ausfuhr von 30 Millionen Tonnen im 3ahre erreicht gegen 46 000 000 im Jahre 1913. Die Konkurrenz gegenüber der englischen Kohle werde jedoch durch die hohen Frachtkosten erschwert. Für die .Unterbringung der durch die Zechenstillegungen beschaftigunaslos gewordene Arbeiter würde nach Möglichkeit gesorgt. Bei Behandlung des Giatskap'taö „Statistisches Reichsamt" frante Abg. Hergt lDntl.) den Reichswirtschaftsminister, ob die Rach- richt zutrefse, daß amerikanische Kreditderhandlungen infolge der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland, die mit der Präsidentenwahl zusammenhängen, geschädigt bzw. abgebrochen worden sind Reichswirtschaftsminister Reu» Haus erwiderte, daß er in seiner Etatsrede sehr eingehend die Gründe des Rückganges der Kreditgewährung durch das Ausland' barfegte, der seiner Meinung nach wesentlich Durd) die Erhöhung des Diskontsatzes in Amerika und England verursacht worden sei. Es sei ihm amtlich nicht bekannt, daß die politischen Verhältnisse in Deutschland einen ungünstigen Einfluß auf die Gestaltung des Kreditmark, tes ausgeübt hätten. Die Vertreter der Weimarer Koalition protestierten, daß diese hochpolitische Frage im Zusammenhang mit der Etatverhandlung über das Statistische Reichsamt gestellt und bcanttoortet wurde. Da nun einmal Die Beantwortung durch den Reichswirtschaftsminister erfolgt sei, müßte die politische Debatte über die Gründe der Stockung des ausländischen Kreditzuschusses morgen fortgesetzt werden, um Einseitigkeit in Der politischen Dis- kussion des Ausschusses zu vermeiden. Diesen Wünschen entsprechend, ordnete der Vorsitzende die Fortsetzung der Aussprache für Samstag vormittag an. Das Grandschulgeketz. Berlin. 17. April (WTB) Der Rei chs- v a t beschäftigte sich heute mit Dem vom Reichstag angenommenen Gesetzentwurf über den Lehrgang der Giunülchule. nach dem besonders leislungssähige Schüler schon nach dreijährigem Besuch der Grundschule in die höhere oder mittlere Schule auf» genommen werden können. Rach längerer Beratung wird der Antrag Preußens, gegen den Reichstagsbeschluß Einspruch zu erheben, mit 43 gegen 22 Stimmen abgcleftnt Barmat vor dem Untersuchungsausschuß. Berlin. 17. April. (WTB.) 3m großen Echwurgerichtssaale des Moob.ter 3ustizpalastes begann heute vor Dem Reichstagsunterfuchungs» ausschuß für die Kreditaffären die Vernehmung des aus der Untersuchungshaft vorgeführten Hauptbeteiligten Julius Darmat. Der Vorsitzende macht diesen darauf aufmecif.im, daß er hier nicht als Angellagter, sondern als Zeuge vernommen werde. Barmat gibt Darauf eine Schilderung s.ines Lebenslaufes. 1913 fei er zum erstenmal nach Deutschland gekommen, und zwar auf Einladung von Hermann Müller und Wels. Das Paftvisum habe er von der Gesandtschaft bekommen. Darmat gibt Darauf eine Schild.rang der Abwicklung der Lebensmitt el g e s cd ä s t e, u. a. mit der Reichsfettstelle, torbei ihm keine Bevorzugung zuteil geworden sei. Auf eine diesbezügliche Frage des Vorsitzerrden des Ausschusses erklärte Darmat weiter, daß er vertraulich amtliche Auskünfte von amtlichen Stellen nie erhalten habe. Darauf bestätigte der Zeuge R o m m e l, daß Darmat ihm wiederholt versprach, ihm einen Gesondtenpoften zu verschaffen. Darmat hätte ihm gesagt, er werde ihn bei Mül - ler und Wels einführen, Damit er einen GesanDtenposten erhalte. Darmat gibt diese Aeußerung zu, eimte Posten jedoch hätte er ihm nie angeboten. Darmat wird dann über die Erlangung seiner Einreiseerlaubnis gefragt. Seine Einreiseerlaubnis nach Deutschland betam er ohne Vermittlung deutscher Poli.iler durch Freiherrn v. Malhan auf der deutschen Gesandschaft im Haag ziemlich schnell. Auf die Vorhaltung, daß Malhan sich gegen die Erteilung dec Einreiseerlaubnis gewehrt hatte, erklärte Darmat, er könne nicht glauben, daß Maltzan eine solche Aussage machte. Roch im Mai 1923 empfahl Malhan ihn als einen zuverlässigen und tüchtigen Kaufmann. Schwierigkeiten wurden ihm nicht von Maltzan gemacht, sondern vom Generalkonsulat. Auf Die Frage nach der Art der Beziehungen zum Reichskanzler und Minister Bauer antwortete Barmat, daß er mit Dauer erst geschäftliche Beziehungen anknüpfte, als dieser nicht mehr Minister war. Der Brief an Dauer wurde nicht von ihn?, sondern von seinen Angestellten geschrieben. Es handelte sich damals um Differenzen wegen Der Provision. Er hätte überhaupt Wintstern oder politischen Persönlichkeiten, die der Sozialdemokratischen Partei angehörten, keine Dortctle verschafft, um daraus irgendwelche Erleichterungen für seine Geschäfte zu erreichen. H e i l m a n n und Richter waren allerdings seine Freunde. Mit den übrigen Herren hätte er nur auf dem Doden der Parteifreund» schaft verkehrt, Lieberhaupt hätten oiefe Freundschaften seinen geschäftlichen Beziehungen eher geschadet als genützt, denn die Minister selbst hatten die Geschäfte nicht persönlich abgewickelt, sondern fie sofort an Reichsstellen weitergegeben: bei denen aber hätte eine Abneigung gegen Sozialdemokraten bestanden, so baß chm dort Schwierigkeiten gemacht wurden, wo es nur an» ging. Auf verschiedene Fragen, wie er seine Geschäfte habe finanzieren können, bekundete Barmat, daß er auf seine Verträge h i n stets genügend Gelder zur Abwicklung seiner Geschäfte erhielt. Genaue Angaben könne er nicht machen. Da man ihm sein ganzes Aktenmaterial vorenthalte. Darauf wird Die Verhandlung auf morgen vormittag vertagt. Das Verfahren geZen Dr. Hoffe. Berlin, 18. April. (XU.) Die Staatsanwaltschaft hat einem erneuten Antrag von Dr. Höf le auf nochmalige ärztliche Unter f u dj u n g über seine Haftfähigkeit zugestimmt. Heute Samstag soll der ehemalige Reichs- postminister durch Geheimrat Krauß, Medi-- zinalrat Dr. Stürmer und Mcdisinalrat Dr. Thiele untersucht werden. Dr. Höfle klagt über sehr starke Herzbeschwerden, Die nach Ansicht der Aerzte durch die begrenzte Bewegungsfreiheit Dr. Höfles verstärkt worden sind. Die Strafkammer wird sich am Montag mit dem ärztlichen Gutachten beschäftigen und Beschluß fassen, ob Dr. Höfle aus freien Fuß gesetzt wird oder nicht. Deutschenverfolgun^ in Ost-Oberschlesten. Breslau, 17. April. (Wolff.) Am Karfreitag ist der Deutsche Schwenker in Piel-- s ch o w i ft in Ost-Oberschlesien von ehemaligen polnischen 3nf urgent en erschos- sen worden, weil er seine Kinder die deutsche Schule in Hindenburg besuchen lieft. Am gleichen Tage wurde ein Rangierer aus Hindenburg in der Rähe von Pieschlowih von Bewaffneten überfallen und aufs schwerste mift- handelt. Es wird angenommen, daft es sich in beiden Fällen um dieselben Täter handelt. Am Ostersamstag zogen mit Knüppeln ausgerüstete ehemalige polnische 3nfurgenten durch Pielscho- tvitz und schlugen an 20 Häusern, in denen deutsche Familien^wohnen, die Fenster ein. Ein polnischer Hausbesitzer, Der irrtümlich für einen Deutschen gehalten tourDe. wurde von einem Mitglied des polnischen Ostmarkenvereins erschossen. „N 33" in England gelandet. Köln, 17. April. (TU.) Wie wir von unter- rlchteier Seite erfahren, ist das englische Luftschiff „R 33", das seit gestern morgen vor dem Sturme trieb, an der Südostküste Englands in Lowestoff bei Norfolk g e l a n d e t. Die Besatzung ist u n o e r - letzt, das Luftschiff stark beschädigt. Das Luftschiff „R 33" befand sich um 9 Uhr ungefähr auf der Höhe von K a t w i j k und trieb in südlicher Richtung. Der Kommandant suchte, nachdem der Wind nachgelassen hatte, Co. lnls zu erreichen. Noch um Ul Uhr ist das Luftschiff über Holland signalisiert worden. Es teilte mit. daß es nicht in Holland landen würde, sondern versuchen wolle, nach England z u - «-ückzukehren Auf keinen Fall fei eine Landung vor Morgenanbruch notwendig. Um 1 Uhr nachts meldete Reuter, daß das Luftfahrtministerium folgendes Telegramm empfangen hätte: „Luftschiff 10 Meilen südlich Pmuiben. Werden trachten, nach England zurückzufahren, wenn Wind abnimmt." Im Verlauf des Morgens setzte das Luftschiff seine Rückfahrt nach England fort. Scheik Said zum Tode verurteilt. London, 18. April. (TU.) „Daily Telegraph" melbet aus Konstantinopel, daß der F ü h- rer der aufständischen Kurden. Scheik Said, gestern vom Distriktgericht zum Tode verurteilt wurde. Die Hinrichtung werde in den nächsten Tagen in Angora erfolgen. Aus aller Welt. Zweiter deutscher Akademikertag. (Von unfetem Sonder bericht er st aller.) Elberfeld. 15. Ap.il. Der zweite deutsche Akademikertag wurde heute mit einem se.erlichen Degiühungsabenh im g roßen Saale der Gesellschaft „Kasino" zu Elberfeld eröffnet. Große Erwartungen knüpfen sich an diese für Den Zusammenschluß der deutschen Akademiker aus allen Tellen dos deutschen Sprachgebiets so überaus wichtige Tagung, die eine besondere Weihe dadurch erhält, daß sie gleichsam einen Auftakt zur deutschen Jahrtausend» feier bildet. Der Gedanke des Zusammenschlusses über alle Doructelle der Konfession Der politischen und Der Weltanschauung hinweg hat 3ung- und Altakademiker im April des vergan- genen 3ahreS nach Potsdam zusammengeiührt. um hier im Sinne des grvßdeutschen nationalen Gedankens die ^Arbeitsgemeinschaft der völkischen Alademikerverbände des deutschen Sprachgebietes" zu schaffen. 3n den fünf Potsdamer Zielfor- mcln wurde das Glaubensbekenntnis dieser Arbeitsgemeinschaft feftgelegt Inzwischen hat Der Zusammenfchluftgedanke besonders in den deutschen Sprachgebieten außerhalb der Reichsgrenzen beDeutenDe Fortschritte gemacht. 3n R u m ä n i en und den Daltenländern und jüngst in der Tschechoslowakei sind 3ung- und Altakademiker umfassende Gesamtorganisationen entstanden. 3n Elberfeld sollen nun unter Zugrundelegung ter von den einzelnen Verbänden gemachten praktischen Erfahrungen die Wege gefunden werden, auf Denen die Alädemikertewo- gung ihrer Aufgabe, der Mitarbeit am Ausbau des großdeutschen Reiches, am erfolgreichsten gerecht werden kann. Bei Eröffnung Der Verhandlung«! des zweiten Deutschen AlaDeinikertages, Der in Elberfeld zusammengetreten ist, betonte Der Vorsitzende Der Vaterländischen Vereinigung alter Akademiker Des Wuppertales, Dr. Hoppmann, in Dessen Händen die Vorbereitung Der Tagung gelegen hatte. Den überparteilichen Charakter Des Ala- Demikertages. Die Hauptarbeit Der Tagung wird sich in Dem zur Behandlung Der Einzels ragen eingesetzten Ausschüssen abspielen. Der Deutsche Hochschulring uixD die einzelnen Verbände haben bereits In besonderen Sitzungen zu verschiedenen Fragen Stellung genommen. Den Gegenstand Der ersten Besprechungen bildeten Referate des Hofrats Dr. P o t h über „Verbände und Zweier deutscher Aiatemikertc-g", des Diplomingenieurs G e r l o f f über „Die hoch- schulpvlltische Lage und die Verbände", und endlich deö Professors Martin Spahn über ..Hochschulring und Verbände". Auf dem offiziellen Begrüßungsabend, der sich einer außerordentlich großen Beteiligung erfreute, waren als Gäste u. a. erschienen der Oberbürgermeister von Elberfeld, Dr. K i r s ch b a u m , sowie Vertreter der Stadt Barmen und Die Rektoren der Universitäten Gießen und Münster. Die Grundlage der weiteren Verhandlungen der Ausschüsse bildete ein Vortrag von Professor Spahn über „Die historisch-genetische Darstellung des deutschen Gedankens". Die Besprechungen zeichneten sich allgemein durch das Streben nach wirllicher und volllommener Einigkeit aus. Von der Prager deutschrn Uniberfifät. Die Hörerzahl Der Prager deutschen Universität beläuft sich nach Beendigung Der Inskriptionen für das Sommersemester 1925 auf 3209 gegenüber 3356 im Sornm-rsemester 1924 und 3527 im Wintersemester 1924/25. Das Baden-Badener Schachturnier. Baden-Baden, 17. April. (WTB.) In Der heute gespielten Runde des internationalen Schachturniers siegte der nachziehende Irre» Mexiko über Te Kolste-Holland in 27 Zügen. Reti-Oesterreich gewann mit Weiß ein schwie. riges Endspiel gegen Grünseld - Oesterreich. Sä- misch-Deuschland gewann unerwartet mit Weiß gegen Bogoljubow-Ukraine. Rabinowiisch-Rußland siegte als Anziehender über Marchese Roselli-Jta- lien. Carl-Deutschland gewann mit Schwarz gegen Mises-Deutschland. Remis wurden die Partien Niemzowitsch-Dänemark gegen Tarrasch-Deutsch- land, nach 27 Zügen, Treybal-Tschcchoslowokei gegen Tartakower-Oesterreich nach 31 Zügen und Spielmann-Oesterrcich gegen Marshall-Amerika nach 18 Zügen. Es schweben noch die Partien Alechin- Frankreich gegen Colle-Belgien und Thomas-England gegen Rubinstein-Polen. Raubüberfall französischer Soldaten. Wie aus Neustadt In Der Pfalz verlautet, wurde ein Müllerbursche, der sich auf dem Heim- weg nach der Frohmühle bei Haßloch befand, ^egen 9 Uhr abends von drei französischen Soldaten. Die später als Angehörige der französischen Fliegertruppe ermittelt werden, überfal - lo und seiner Barschaft in Höhe von 17 Mark sowie seiner Taschenuhr mit Kette und sogar seiner Tabakspfeife beraubt Eine LlnglückSzech«. Auf der Kokerei der Zeche Friedrich Heinrich in Lintfort verunglückte beim Verladen von Koks ein Arbeiter dadurch tödlich, daß er von einer 12 Zentner schweren Reseroeture erfaßt und tot gequetscht wurde. — Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich in derselben Kokerei dadurch, daß einem Koksmeister beim Verladen von Koks der Greifer eines Dampfkranes ins Genick traf, wodurch der Kopf des Mannes zerdrückt und der Tod sofort herbeigeführt wurde. BootSunfall Aus Wiesbaden wird gemeldet: Am Schierstci- ner Hafen schlug ein Paddelboot mit drei Insassen u in. Die zwei Herren retteten sich, wäh- renb die Dame c r t r a u t . Eine amerckanftche Diplomotm in Vern. Nach einer Meldung der „Morning Post" aus Washington ist Miß Lucille Atcherson der Posten des dritten Sekretärs der amerikanischen Gesandtschaft in Bern übertragen worden. Dies ist dem Blatt zufolge der erste Fall in der Geschichte der amerikanischen Diplomatie, daß eine Frau einen offiziellen Posten in einer auswärtigen Mission erhält. Blutige Rache- Rom. 18. April. (WTB. Funkspruch.) 3n einem Dorfe auf Sizilien wurde etn bc^ kannter Dieb, Der, uni Die Besitzer zu schädigen, Die Bäume in Den Gärten mit einer Axt nicocr» schlug, von einem Besitzer Dabei ertappt. Dn Desitzer schlug ihm mit Hilfe eines Knechtes mit dem Beile die linke HanD ab und schickte sich an. Der rechten Hand Dasselbe Schicksal zu bereiten. Der Dieb konnte sich aber frei machen und flüchtete blutüberströmt in feine Wohnung, wo er lebensgefährlich verletzt DarnicDer» liegt. Die Polizei verhaftete Den Besitzer Zechenftillegung 3n den Verhandlungen vor dem Denrobtt- machungskvmmissar über die Stillegung Der Magerzechen Schürbank. Charlollenburg und Iohannisscgen tourDc fest gestellt, daß Die wirtschaftliche Lage unhaltbar geworden und Die Stillegung Der Betriebe nicht zu umgehen sei. Von Den Magerkohlenzechen beantragte auch nunmehr Die Gewerkschaft Herbster Die Still gung Des Betriebes wegen Dauernder älnwiitschafllichkeit. Die Zeche will Die Aufrechterhaltung einer geringen Förderung versuchen. Zur Entlassung werden etwa 500 Arbeiter und Angestellte kommen. Während bisher von Betriebsstillegungen mit größeren Betriebseinschränkungen nur die unter schwierigen Absatzverhältnissen besonders stark! leidenden Magertvhlenzechen betroffen wurden, werden jetzt auch die Fettkohlen zechen von der Stillegung bedroht. Die Schachlanlagen West ende 1 und 2 in Du isburg-MeiDer ich und Schleswig in Brake bei Dortmund werden gezwungen, ebenfalls wegen starken Absahmanglls und Unwirtschaftttchteit Der Betriebe die Genehmigung zur Still.gung einzuholen. 100 Wann von Westente 1 und 2 sollen auf einer unteren Anlage untergebracht werden. Unter Berücksichtigung Der bei Den Llnterhaltungsarbeiten über Tage und unter Tage weiter Beschäftigten würden auf Den beiten Zechen zusammen etwa 1450 Arbeiter und Angestellte entlassen werten. Wettervoraussage, Zunächst vielfach heiter und wärmer, später zu-- nehmende Trübung und Regenneigung. Das Einströmen nordwestlicher Winde, verbunden mit nächtlicher Aufheiterung, verursachte in der letzten Nacht beträchtlichen Temperaturfall, so daß die Minima vielerorts nahe Null lagen. Inzwischen ströml in unser Gebiet wieder südliche wärmere Luft ein, die durch das öslliche Ausweichen des gestern noch über Frankreich liegenden Hochdrucks bedingt wird, der sich gleichzeitig nbgeschwächt hat. Bei südlichen bis östlichen Winden werden die Temperaturen zunächst steigen und Aufheiterung cin- freten: später dürfte mehr westliche Luftströmung einsetzen. Aus Stadt und Land. Gießen, Den 18. April 1925. Zur Beigeordnetenwahl in Gießen. In unseren Betrachtungen über Gießener Zu» tupftsfragen (Teil I in Nr. 68, Teil ll in Nr. 74, Teil III in dieser Nummer) haben wir u. a. betont, Daft außerordentlich wichtige, aus einem Jahrzehnt Nückstant» erwachsene und nunmehr für Jahr- zehnte entscheidende fragen unseres Sladtbauwesens und unserer Grund- und Bodenpolitik in der nahen Zukunft eine großzügige, durchgreifende Lösung erfahren muffen, wenn den lebenswichtigen Belangen unserer Stadt mit der gebührenden Sorgfalt Rechnung getrogen werden soll. Zahlreiche mündliche und schrifttrche Erklärungen aus allen Kreisen Der Bürgerschaft haben uns gezeigt, daft sehr viele Mitbürger unserer Ansicht vollksmmen beipflichten. Den ersten Schritt zur Lösung dieser großen, aber auch sehr dankbaren Aufgaben darf man in der bevorstehenden Wahl eines neuen tcch Nischen Beigeordneten erblicken, denn hier soll eine Führerpersönlichkeit für diese Gestattung unserer kommunalen Zukunft gewonnen werden. Eine Schar von 171 Bewerbern steht hierfür zur Verfügung. Die Auslese, die in diesem Falle von unseren Stadtverordneten geleistet wird, ist mit einer ungeheuren Verantwortung belastet. Angesichts der außerordentlichen Größe der Probleme und im Hinblick auf die schwierigen Zeitverhättnisse, mit denen wir noch auf Jahre hinaus zu rechnen haben, Dürfte es wohl auch für die Stadtverordneten eine glatte Selbstverständlichkett sein, haft für diesen sehr wichtigen Posten nur eine nach allen Richtungen hin durchaus geeignete Persönlichkeit gewählt wird, ein Mann, der nicht nur ein gewissenhafter, vielseitiger Verwattungsbeamter tft sondern her darüber hinaus auf Dem Gebiete des neuzeitlichen Städkebauwefens ganz großes fachmännisches Können aufweist. Für Die geDeihliche Aufwärtsentwicklung unseres Gemeinwesens ist es DrtnqcnD notwenDig, einen sehr ersaherenen (zachmann zu gewinnen, Der am neuzeillichen Städtebau und an einer modernen, großzügigen Bodenpolitik möglichst in Großstädten oder in Orten mit aufstreben der Industrie lange Zeit praktisch mttgearbeitet hat, dem es Gewohnheit ist, auch unter den neuzeitlichen Einschränkungen und Erschwernissen auf dem Ge biete der kommunalen Finanzwirkschaft baulich und bodenpolitisch Hervorragendes möglich zu machen, den eine nie erlahmende energievolle Tattroft beseelt und Der aus seinem Schatz von neuzeitlichen Erfahrungen neue, großzügige Ideen und künstlerischen Auftrieb in bas Gießener BeigeorDneienamt mitbringt. Don einem derart auf größtes fachliches Format geschulten technischen Beigeordneten könnte man erhoffen, daß er unserer Stadt in ihrem Wettbewerb mit den Nachbarstädten ein kühner, tatkräftiger Wegbe- reifer und guter Berater sein wird. In Der Bürgerschaft, die mit Recht Die Ansicht vertritt, daß für diesen Beigeorbnetenposten die oNerbestc Kraft gerade gut genug ist, steht man der Entscheidung der Stadtverordneten live? R. ..Aschermittwoch". Lindert Schmerzen! Cermol' Mtz-i.WMllnv'SMtverein (gießen 1922 03356 I. A.: Stotz. 3961D 398.3* Düsseldorf. 9 Uhr morgens. («MD erhätl.i.Gießen, Central-Drog. Emil Karn,Schulstr. Drogenhandlung Georg Wallenfels, Markt 21. Baugrund Bauschutt Erde _ kann abqeL werden. HooS, Asterweg 60 wurde tvtehcracmcbU d t c i n brc 4>cr - Sant- floht zum 1 Dorschen den Döhler-5*aneftai* zum 1. Schrittiü-rer und Wenz - S^annftaM zum 1. Kassierer «st (woher entgegen «Sye die Wahl so ausfallen, dah sie vor dem konischen Urteil der Bürger bezüglich der oben erwähnten Eigenschaften Doadhalten kann. JlgQ in t und 'fta* Die Gießener Burschenschaft i. A. D. B. Arminia. *w Aus dem Dtadttheaterdurcau wird und geschrieben. Da Fräulein Dach se i o erkrankt ist, wird Fräulein Hehm die am vergangenen Mittwoch tn der Titelrolle von ShawS .Die heilig« Johanna" gastiert hat, diese Dove auch in der morgigen Sonniags- ausführung des Werkes spielen. Drefe Darstellung beginnt um 7 Ufcr und ist kurz vor 10 Uhr zu Ende: es sei auf diese einzige Sonn- tagsauftuhrung des hochinteressanten Stückes ausdrücklich hingewiescn strahlenden Lichter von Broadway". — TageSkalender für Sonntag: Stadttheater: 7 Llhr „Die heilige Johanna". — M. T. D.: norm. 8 Uhr Turnhalle Oberrealschule Wettfechten. — Lichtfpiechäufer wie am SamStag. üo^yeisauimliiiig am Ticndtan, dem 21. d. 'Bly, abends s Ubr.im Rebaurant Tivvel, QStvaldS garten. Dehrwiclnia. Tnge0ordn>ni-i ^oil- zähl. Erscheinen erro. Der Serftanb. Drestnrstunden: Mittwochs »Rettbabn Sonntag» — Trieb Ästoria-Lichtspiele: „Die Am 14. ds. Mts. starb nach langem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elsbeth Siegel geb. Eicke im 68. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Siegel. Gießen, den 18. April 1925. Neuhaus & Herget Teievbon 78, ?oe unb ne. ooiWtootoBofieo ZU Dieben, am 26. April auf der Liedigshöhe. Meldeschluß: Montag, 20. April, Emvlehle meine vorzügliche üiasißian! und Weoroelne auS der welvslube Baofs-fMnsthtn WriNtorür. ?A. ^oaenkellerei Bingen a. Rhein la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Haltet die Strahen sauber! Seit neuerer Zeit ist wieder die Unsitte eirrgeriNen. Papier, Obstschalen, insbesondere Apselsinen- fchalen und sonstige Abfälle aus Dürgersteige und Fahrbahn zu werfen. Hierdurch werden nicht nur die Strahen verunreinigt, sondern auch De fahren für Passanten hervorgerulcn, die durch Aus- alerten auf Obstresten und dergleichen zu Fall kommen und sich erheblich verletzen können. Das Polizeiamt erwartet, das) es nur dieses Hinweises bedarf, um den Uebelstand abzustellen, widrigenfalls die Polizeibeamten mit Strafanzeigen vorgeheir muhten. Das Ausklopfen von Teppichen usw. Dos Polizriamt bringt in Erinnerung, dah daS Ausklopfer,. Ausschütteln, Abkehren von Dtttwerk, Teppichen. Kleidungsstücken. Staub- ttrchern und ähnlichen Gegenständen nach Strahen und ösfenllichen Platin hin gsnäh § 363 Ziff 8 des DeichSftrafgcsetzbucheS und Art. 292 Polizci- strafgesehes unstatthaft utrd mit Skvafe bedroht ist. Wetter macht das Polizeiami darauf aufmerksam, dah das Klopsen von Teppichen. Bett- werk. Möbeln und dergleichen sowie ähnliche mit Geräusch und Staubentwicklung verb.lndene Derrichtungen regelmäh-.g mir Werktags in den Dormittagsstunben »wischen 8 und 12 Llhr vorgenommen werden tollten. " Der nach st e Diehmarkt in Dic- tzenfällt aus. Dom Kreis-Deterinäramt wirb uns mitgeteilt' Die Ausbreitung der Maul- und Klaueirfeuche im Kreise Diesten, die in den letzten 14 Tagen in drei Gemeinden (Dlllersheim, LangSdorf und Albach) in 15 Gehöften auSgebrochen ist, macht es unmöglich, den nächsten Diehmarkt in Giehen abzuhalten, der auf kommenden Dienstag vorgesehen ist Aach den Be» Kimmungen des ReichZviehfeuchengesctzeL darf in einem Umkreis von mindestens 15 K.lomefer um einen Seuchenort kein Markt und keine markt- ähnliche Deranstaltung lDiehverstegerung. Tierschau. Störung) abgehalten werden. Falls die Ausbreitung der Seuche weitere Fortschritte macht, sind auch die nächsten Märkte gefährdet. •• Möblierte Zimmer für di e Studenten erbittet daS Wohnungsamt der Studentenhilfe in unserem heutigen Anzeigenteil. ES ist dringend wünschenswert, von der Bürgerschaft aus dafür zu sorgen, dah der starken Dachfrage der Studierenden nach Zimmern voll entsprochen wird, im Interesse unserer Landesuniversität sowohl, wie auch zum Dützen des lokalen GrwetbS- lebmrS. “ Der Ober hessische Kun st verein eröffnet am Sonntag. 19. April, in fernen Ausstellungsräumen im TurmhauS am Brand eine Kollektiv-Ausstellung von Hans Schöps- T in»Karlsruhe. Dieser in Diesten noch unbekannte Künstler bringt eine große Anzahl sehr farbenfreudiger Gemälde und austerdem Aouarelle und Zeichnungen. Die Ausstellung bleibt nur kurze Zett geöffnet. Die DesuchSzeiten sind die Üblichen. (Siehe Srrferat) Bornotize«. — TageSkal ender für Samstag: Stadttheater: 7.30 LIHr „Die vertagte Dacht". — Männergesangverein Liedertafel: 8.30 llhr in der „Stadt Kassel" Generalversammlung. — D. f.D.: 8.30 ülhr „Frankfurter Hof" MonatS- versammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: Dr. Stuhl praktizier! oicthoiB 18. hi? 77. April Vertreter. Herr Dr. HeyerhofF, An der Johenneekirche 3 Herr Dr. Wilhelm Klein. Xeven Btiae ‘29. <0369 Knr Nervollstänbigung der auf grafe aügtaer Grundlage auiaebauten Organisation fud)t (OelelliAflft eine 6 groHtu, alten ttonzcruS für grSstere Bezirke noch einige Mkrelkry.MMMleii Svezi-itisttn. die In der Gewinn»ng und Dinarbkk.irna von Organen 6r- fabrunn beiiven und in der verlön- lichrn Äkautniion erstklassige Erfolge aufzuweisen haben- werden um aus- füdrltche Bewerbungen gebeten. Luch Jirrverbung von Mchttachleuten er- roün{ri)t weiche eiugearbeitei werde«, ^chrifillche llngeb. unter Nr 4914V X an Len «^.ehener Anzeiger erdete«. { Die Urla»bsperfpektive. Die paar Ostertage in freier Datur haben ggeäflt. um alle auf gespeicherte Sehnsucht nach Leisen und Abenteuern m jeder mehr oder weniger hochgemuten Drust wieder lebendig zu machen und Deifepläne chve Auferstehung feiern zu lassen, die bei vielen eigentlich begraben gewesen sein sollte». AuS chronischer Geldknappheit natürlich (56 sitzt sich in diesen Tagen für manchen «vch einmal so unbequem im 'Bureau. . ArbeitS- sLave", knirscht man bann wohl heroisch, aber vorsichtig, daß es der Prinzipal nicht hort, m dessen Achtung zu frufen nicht gerade erstrebenS- nx-rt ist. Man mnllammert den beklecksten Federhalter, als wenn man ihn zermalmen wollte, er Ist doch schließlich unschuldig. Schuld haben nur die Ofterfeiertage. Datürlich wird diese FrcnhertSf eberHitze überwunden. aber es bleibt die merkwürdige Einst c-llung des Gemütes zurück, die alles Gröhe oder Kleine im Leben deS . Arbeitssklaven" nur noch unter der llrlaubsperspektive zu sehen vermag, wieder Fahrplan hat feine besondere Anziehungskraft. Man studiert die Kursbücher und lästp sich 'wohl Deiserouten in den Deifebureaus zu- sammenftcllen. .überlegt" sich die Sache aber immer wieder im letzten Augenblick: man muh ja! Die einzelnen Monate werden auf ihre Brauchbarkeit für den Urlaub geprüft April? Das ist noch nichts; ein paar hübsche Tage vielleicht. aber die Wärme fehlt noch. Mai ist schon besser. So Ende Mai. daS liehe sich hören, ilnb wie ist es mit Juni? Sin grober Dorteil, well da der Hochbetrieb noch nicht angefangen hat: man lebt billig und gut, es ist noch nicht so Heist, wirklich: Juni paht in jeder Weife. Juli. August. September, da wird eS schon herbstlich-, es gibt frühe und unfreunklliche Herbste. Also bleibt der 3uni! Für manchen „Arbeitssklaven" dauert eS hier und da lange, bis er entwich weih, wann er voraussichtlich Urlaub haben wird, denn immer wird wieder verschoben und herumgedeutelt, so dah er Gelegenheit hat, recht oft heroisch, aber vorsichtig ff hr Vorsicht ^1) mit den Zähnen zu knirschen: jedoch cs hilft ja alles nichts — einmal kornrnt auch er an die Deihe. Man sagt, datz die Dorfreude die schönste und reinste Freud? sei. Zeit zur Dorfreude hat er dann ja genug gehabt, weil er gleich nach Ostern damit anftng. SS lebe aber trotzalledem die Urlaubsperspek- Kontorist (in) sowie durchaus perfekte Stenotypistin zum baldmöglichsten (Eintritt von hiesigem Fabrikbureau gesucht. Schrift!. Angebote von nur erstüassigen Kräften mit Zeugnisabschriften unter 3982 D cm den Gießener Anzeiger erbeten. Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre lieben A. H. A. H. und Bbr. Bbr. von dem am 13. April erfolgten Ableben ihres lieben Inaktiven Kurt Morhenn cand. med. geziemend in Kenntnis zu setzen. Oesfentliche Versteigerung landwirtschaftlicher Maschinen u. Geräte. Dm Mittwoch, dem 22. April 1925, nachmittags 2‘ Uhr beginnend, versteigern wir infolge DufttagS in Wetzlar, Draunfelserstr. 42, nachstehende landwirt- fchattli cheMafchinen und Geräte, und zwar: 1 fast neues Dreak, 1 Dolle <50 Zentner Tragkraft». 1 Mähmaschine mit Handab- läge, 1 Häckselmaschine, 2 Kastenwagen mit Gmteleitern, 1 Federprttsche, Pflüge, Wiesen- und Ackereggen aus Eisen und Holz, Ernterechen, zirla 4000 Erntestricke, 1 Deitfattel. 1 filberplattierteS Pferdegeschirr für Doppelfpänner, 1 Pferdegeschirr doppclspännig, 1 HandgraSmäher, 1 wenig gebrauchte Zentrifuge, 1 frifAarlfenDe sismititikr Kuh und anderes mehr, öffentlich meistbietend. Deflchtigung 1 Stunde vor der Der- st eigerungDäherc Bedingungen imTermin oder vorher durch die Unterzeichneten. ES ^IBT KtfNtN f SSf.RtN • Carmol uf wohl Vertretung die nur gutes Terkaufstalent erfordert und laufend hohen Nerdienst abwirst, zum Verkauf gut angeführter, leidjt absetzbarer, kleiner Spezialmaschinen, die in jed. kleinere« und größere t ltzcschüft unö Betrieb gebraucht werden, für Gietzen und weitere Umgebung zu vergeben. Wirklich tüchtige, fleihige Herren fheine Ingenieure) wollen schreibe« unter Df. R. 2S26 an Rudolf Stoffe. Mauersteine la I ■ I Feldbr&nd u. Bingof .ebeneorhein Schwemmsteine liefert prompt und billigst, C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1659. 1860g. •’ Personalien Ernannt wurden der Htudierrrat am Wolfgang-Ernst-Gymnasium zu Düdmgen Dr. Walther D i e m e r zum Studienrat an dem 2Ualgt)mndkum in Darmstadt, der Lehrer Johannes Eckstein zu Derckartshain (Är. Giehen) zum Lehrer an der Dollsschule zu Angersbach (Kr. s2autcrbach>. der Lehrer Wtt- helm Deyl zu AngerSbach fStr. Lauterbach) xum Lehrer an der Dollsschule zu Weickartshain (Kr. ®leben). •• Aus dem Gietzener Standesamtsregister. Gs berftarben tn der Zeit vom 1. bis 15. April 1. Aprrl. Karl Scbactcr. DechnungSrat L D.. 67 Zahee alt. Marburger Sttahc 26a Peter Daniel Berthold Krieg. 7 Mo- natc all. Wetz stein stratze 44 2 April. Biftoria Müller, geb. Weith, Rentnerin. 67 Zahre alt, Stcphanstiatzc 19. AohanneS MosehuuS. Schulrat t. R.. 76 Jahre alt. Liebigstrahe 56. 3. April. Frida von Hardegg, geb. Winter, 65 Jahre alt. Friedrichstratze 17. 5. April. Anna Debus. geb. Leinweber Wwc, 76 Jahre alt, Wetzsteinstr 42. 7. April. 6-brifHanc Kraust, geb .Wagner. Wwe. 78 3abrc alt. JohanneSstratze 16. 8. April. Ka- t Hanne Holland. Händlerin. 51 Za hoc all. Krof- borter Straste 16. 10. April. Johannes Decker. OuflUfehetär. 60 3abrc all. Steinstraste 17. 12. April. Frieda Heil, geb. Zey. 41 Jahre all. Kaiferallee 39. 13. April Katharine Heger, geb. Friedrich. Wwe., 77. Jahre alt, ötctnfti .37. Ellsabcthe Schaug. geb. Gessert. Wwe.. 75 3abre alt. Cicbcr Straste 74. 14. April. Gustav Dogwitz. Streckenarbeiter. 70 Jahre all, Kaiferallee 56. Elisabeth Siegel, geb. Sicke, 67 Jahre alt, Dleich- straste 17. •* Reichskurzschrift. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichllich. eröffnet der Gabelvb^rger-Steiwgraphen-Derrttr 1861 in Gemeinschaft mit dem Damen verein .Gabelsberger" am Montag, 20. April, abends 7 Uhr, in der Bezirks schule — Westanlage — wiederum einen Arfängerlehraang für Damen und Herren. Gin Fortbildungskurs beginnt am gleichen Tage um 8 Uhr. •• Die „Hansa" -H a ndel Sich u l e von 3. Kunzelmanrr in Diesten gibt in unserer heutigen Dummer die Ucbcrnabme der bisherigen Handelsschule Hermes besannt. Der Unterricht wird unter der Leitung des Diplom- HandelslehrerS 3. Kurrzelmann wciterge- fsthrt. •* Zubiläumö-Hundeausstellung in Diesten. Der Schlust der Anmeldungen zu dieser Ausstellung ist auf nächsten Montag vormittag festgesetzt worden. Siehe heutige Anzeige. 1*1 Die diesjährige General'Versammlung des Derbandes hessischer Kaninchenzüchter fand öicfei Tage unter starker 'Beteiligung der Züchter auS allen Teilen des Hessenlandes statt Dach dem Jahresbericht ist die Zahl der Mitglieder etwas zurückgegangen, bad fei auf die Kriegszüchter zurückzuführ en. Die Mitgliederzahl beträgt 1765 in etwa 70 Der- einen. lieber den Bundestag der Deutschen Kaninchenzüchter in Gera berichtete der DerbandS- vorsitzcnde S t e in br eche i - Darmfladt. Der nächste Bundestag der Deutschen Kaninchenzüchter findet am Totensonntag in Darmstadt in Der- blnbung mit einer DundeSausstellung statt. ES wurde beschlossen, dein Derein Helden bergen die Derbandsausstellung für 1925 zu übertragen und die Landesverbands Versammlung für 1926 nach Giehen zu verlegen. Der Beteln Dad-Dau- heim, der dieses Jahr auf sein 25jähriges 3u» fnläum zurückblickt, soll vom Derband durch ein M»t> verweedet Canno) (K»rmeliterge:it) bt< E/r»]tunsr»Icr*i>kheita»i Riiiu-n«, Heirnidwß. Genick-, Krenn-, einf. K-.pt-. Zxhmidimerxen. Husten a. Schnupfen. Vorznriichee EmreibemiHeJ Dir Auffriichang und Anrry.ray der Mielceln und Nerven. f6r Sporttreibende bet Ueberenetrenfunr (Wadenkrempf). Eine Fla»<*»e Cermol Ist eine bUUjo Haueepetheke Amtsgericht Giehen. Giehen. 16. April. Wtc gewissenlos vcelfach Leute mit dem Geld umgeben, und wie sie trotz der Dot der 3cit oft n.chtS Besseres zu tun wissen, als ihre Einnahmot in Zllkohvl um* zusetzen. zeigte die heutige Berhandlung gegen zwei Brüder, einen Schuhmacher und einen Mechaniker. und gegen deren Schwager, einen Kaufmann alle von hier. Zwei von ihnen, der Schuhmacher und der Kaufmann, find seit längere, Zeit erwerbslos, der Mechaniker dagegen ist bei den PlanierungSarbeiten auf dem Trieb beschäftigt Gr hatte seinen Lohn mit 16,45 Mk. erhalten und vertrank diesen mit den beiden andern und einem dritten Genossen an einem Abend biS auf etwa 3 Btt. Zunächst zechten die vier in der WolZnung des Schuhmachers, wo sie angeblich 2 Liter Schnaps und 25 Liter Bier vertilgten Damit hatten sie jedoch noch nicht genug. sondern fie gingen noch in eine Wirtschaft in bet Frankfurter Straste. in der jeder noch einen Schoppen Bier zu sich nahm, und versuchten austerdem noch In eine weitere Wirtschaft zu gehen, die jedoch zum Gluck schon geschlossen war. Dachdem sich der vierte Genosse hon ihnen getrennt hatte, gingen 2 von ihnen in einen Garten, entwendeten dort aus einem Hasenstall zwei Hafen und eine Gans, während der Dritte in der Däbe wartete. Die Tiere verbrachten fic tn die Wohnung des Schuhmachers, wo sie fic al> schlachteteii. die GanS rupften und den Hafen da« Fell abzogen W-ährend die drei Angeklagten früher eingehende Angaben über ihre Täterschaft machten, wollen fic heute infolge ihrer Trunkenheit nichts mehr r»on der Sa-He wissen Di" Derhandlung muhte deshalb zwecks Laduna weiterer Zeugen vertagt tverden. ■■ iiimiiiiiiiiiimmimiiii für Zimmer und Küche abgepatzi und vom Stü 8 Gng i$ ,S°n° k* Ö L'l SS-R **»*«< Suche 2000 M. auf l.Hypothek gegen nicht au hohe Zinse,!. ^Schr.Angeb. unter 03383 a. d. Giess. Anz. lateMe auf Wunsch Anfuhr, haben abzuu geben 3859V Gebr. Kahl, Tel. Nr. 87. Bknenzüchlerverein Gießen und Umgegend. Versammlung Sonntag,19. d. Mts., nachm. 3 Uhr bei Mitgl-Krafi, Giessen Tagesordnung. f. Biene. Sie Meter Giessener Radf. Gn. v. 1896 Sonntag, den 19. dS. MtS. Mooren Tour über Haufen- Li ch nach Steinbach. Abf.2Uhr: Vereins» lokal. Bet ungünst. Wilteruna nachm. 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Diele hat zu schweigen, biS der deutsche Wahlkampf und die französische Krise zu Ende find und zu klar abzuwägenden Ergebnissen geführt haben. 2lm 10. April ist 5) e r r i o t zurückge- treten .nachdem er elf Monate das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet hatte. Richt der gute Wille, sondern die Fähigkeit hat ihm gefehlt. d i e innere Frage Frankreichs — das ist die Sanierung feiner Finanzen — zu lösen. Und er muhte sogar unter dem Vorwurf zurücktreten, gegen seine Absicht und Aeuherung die Finanzlage doch verschleiert zu haben. Denn die Grenze, bis zu der Banknoten ausgegeben werden durften (41 Milliarden Franken) und um deren Erhöhung auf 45 Milliarden, im Zusammenhang mit dem Vorschlag einer Kapitalsteuer oder Zwangs- anleihe, gestritten wurde, war tatsächlich bereits um über zwei Milliarden überschritten. So groh war die Zinanznot deS Staates in den letzten drei Monaten geworden! Frankreich wird auS ihr. wie auch die folgenden Kabinette aussehen mögen, nicht her- auSkommen ohne eigene Steueranspannung unb Steueranstrengung und nicht ohne fremde Anleihen. Der Weg ä la Poin- ,Well ich Sie bitten möchte, mich mitzunehmen, meine Herrschaften!“ rief er spontan. ,ß,=> ist nicht meine Art und Weise, mich in ein neues Unternehmen einzulassen, dem ich nur von Ferne gu- schauen soll." Sanders fing einen mißbilligenden Wick Andas auf. ,3d) glaube, Ihre Anwesenheit m Kalmikowskaja ist für uns wichtiger und nötiger", entgegnete er dem Rusten, „sie bilden doch gewistermaßen unsere Operationsbasis, an die wir uns wenden können, falls irgendwelche unvorhergesehenen Zwischenfälle eintrxten." „Dafür ist Herr Blankenburg da. Ich kann Ihnen gerade unterwegs, in Norwegen ober Amerika, sehr viel nünen, mehr, als wenn ich hierbliebe. Außerdem sehen Sic, welch Vertrauen ich in Ihren Erfolg setze, wenn auch ich mein Leben riskiere." ,Lch würde mich sehr freuen, wenn Herr Stratoff uns begleitete", sagte ber harmlose Nagel. „Wie stellt sich Ihre Regierung dazu?" fragte Linda. „Man wird die treibende Kraft von Stirgipa nicht entbehren wollen.“ „Die Sorojetiegierung verlangt, daß ein Vertreter Rußlands an ber Expedition teilnimmt. Ich bot mich daher selber an, um Ihnen die Gegenwart eines Unbekannten zu ersparen. Und man hat ein- gewilligt." „Warum bringen Sie uns diese Sache auf derartigen Umwegen bei?" fragte Linda spöttisch. „Durch den Entscheid der russischen Regierung ist die Angelegenheit erledigt“, warf Sanders ein. „Ich begrüße Sie als Reisegenossen und freue mich des tatkräftigen und umsichtigen Gefährten." ,^)err etratoff übernimmt als alleiniger Geldgeber natürlich das Kommando der Expedition“, sagte Blankenburg. Eine kurze Sttlle herrschte bei diesem unerwarteten Vorschläge. Da Stratoff nicht widersprach, merkten alle Die vorherige Verabredung. Nage! wollte reden und wurde rot, doch Sanders kam ihm zuvor. „Mein verehrter Herr Stratoff! Wir freuen uns ungemein, daß Sie uns Ihre persönliche Unterstützung zukommen zu lasten. Mit dem schweren, verantwortongsreichen Amte des Führers können wir Sie aber nicht belasten. Dazu gehören technische, meteorologische und geographische (Erfahrungen, die Sie bei aller Achttmg vor Ihren Kennt- nisten doch nicht besitzen." ,3ch würde mir nie erlauben, mich in technische Angelegenheiten einzumischen", erwiderte Stratoff „Ich bin aber ber Meinung, daß ein gänzlich unbeteiligter Führer über dem Ganzen schweben muß, der sich nicht gerade um alle Einzelheiten zu kümmern braucht/' „Trotzdem bin ich der Ansicht, daß nur Herr Nagel, als Urheber des ganzen Unternehmens, ber uns auch seine Flugzeuge unentgeltlich zur Verfügung stellt, mit dem alleinigen Kommanbo zu betrauen ist“, sagte Sahbers ruhig. ,Unb ich erkläre, daß nur Herr Sanders unser Kommandant sein kann!“ rief Nagel. ,3ch bitte um Abstimmung. Meine Stimme hat Herr Sanders." „Die meine auch", sagte Linda. Stratoff sah sich überstimmt und gab sofort nach. „Auch ich gebe meine Stimme sehr gern unserem höchst verdienstvollen Herrn Sanders." „Dem wir also bedingungslos auf Leben unb Tod zu gehorchen haben!" rief Nagel. (Fortsetzung folgt.) Auswirkung einer Wohnungsnot ohne weiteres 500 300 s> Leinen Altersklassen verteilen: 0-1'1 -55-15^15-3030 6; 703/ duf* fremde 336 348 315 244 275 Älters. flaUe 356 324 308 301 00 o> ö- <3> a> Die 1919: 1920: 1921: 1922: 1923: 1924: Hauptursachen der \ erkennen können. natürlich bekannt. Aber man muh doch die Tatsache festhalten, daß es sich bei diesen unerfreulichen Erscheinungen der Gegenwart nur um die besonders u ngünsti - gen G e s a m t k o n j u n k t u r handelt, mit der man die im allgemeinen wirtschaftsbelebende Eigenschaft der Industrie nicht widerlegen kann: gute und schlechte Zeiten hatten wir ja in unserer Industrie auch schon vor dem Kriege. Wie zahlreiche andere Gemei.den. so sollte Bevölkerungsbewegung und Sterblichkeit in Gießen im Jahr 1924. Dom Kreisgesundheitsamt teilt uns Amtsarzt Dr. Schuppert mit: 3m Iahre 1924 wurden in der Stadt Gießen von einhnmischen Müttern 576 lebende Kinder geboren (552 in 1923, im folgenden sind die Zahlen des Vorjahres jeweils in Klammern bcigefügt), und zwar 513 ehelich (490) und 63 (62) umhelich, darunter 301 männlichen und 275 weiblichen Geschlechts. Wir auch in den Vorjahren die Knabengebarten in G eßen überwiegen, zeigt folgende Gegenüberstellung: lO o> o> o Zahl bei daganemcn «mt> xn ver großen iStntc gelegen. Daß die gegenwärtigen Verhältnisse in zahlreichen Inoustrieorten mit dem eben skizzierten Vild nicht übereinstimmen, daß in diesen Städten zur Zeit die Armen- und sonstigen Fürsorgelasten stark angewachsen sind, ist uns iLmrs wegen ausgezahlt. Es bedarf also keines besonderen Antrages, um die Rentenerhöhung -u erhalten. Hiervon erhalten alle Rentenberechtigten durch einen Postkartenvordruck Rachricht. Die Renten werden mit größter Beschleunigung umgerechnet werden. Da aber sämtliche Renten nachgeprüft und bei Wanderversicherten noch die Unterlagen der Invalidenversicherung beigezogen werden müssen, wird die Umrechnung längere Zeit in Anspruch nehmen. Iedes Erinnerungsschreiben und jeder sonstige Schriftwechsel würde der zur Zeit aufs äußerste belasteten Reichsversicherungsanstalt die Arbeit nur erschweren. Wit der Gewährung des Zusatzsteigerungsbetrages für die Dciträge aus der Zeit bis zum 1. August 1921 ist der Ausbau der AD. noch nicht abgeschlossen, vielmehr hat der Reichstag die Entschließung gefaßt, „die Reichsreglerung zu ersuchen, dem Reichstag unverzüglich einen Gesetzentwurf vorzulegen, dec neben einer Erhöhung der Versicherungsgrenze in der AD. eine, der gesunden inneren Entwicklung der AD. entsprechenden Erhöhung der Leistungen vorsieht, und zwar. 2) eine Erhöhung des Grundbetrages beim Ruhegeld auf etwa 480 Mk. jährlich. b) eine Erhöhung des Steigerungsbetrages von 10 auf 15 Prozent, c) eine Erhöhung des Kinderzuschlags von 36 Mk. auf mindestens 90 Mk. jährlich. Der Reichstag ist damit einverstanden, daß, wenn zur Sicherung dieser Verbesserung der Leistungen eine unerhebliche Aufrundung der Veiträge erforderlich wird, diese Abänderung der Beiträge erfolgt." Auskünfte über Die Angestelltenversicherung werden in den am 2.. 3. und letzten Montag eines jeden Monats in Gießen, Stadthaus, Garten- straße 2, Hauptbau — Zimmer 2 (Wanderfür- fotge), von 12V; bis 2*/2 Ahr abzuhaltenden Sprech st unden erteilt. 139125* 16 j 59 1—|—j ; | 92 41J 20 96 Die neuen Leistungen aus der Angess ellten-Versicherung. Äachdem das Gesetz über die Zusahleistung der Renten in der Angestelltenversicherung mit Wirkung vom, 23. März 1925 in Kraft getreten ist. dürfte es für alle der Angestelltenversicherung (kurzweg AV. bezeichnet) unterliegenden Versicherten von Interesse sein, über die Höhe der jetzt zu gewährenden Renten aus der AV. unterrichtet zu werden. Rach dem ADG. besteht das jährliche Ruhegeld aus dem Grundbetrage von 360 Mk. und Dem Steigerungsbetrag. Als Steigerungsbetrag werden 10 v.H. der für die Zeit seit dem l.Ianuar 1924 entrichteten Beiträge gewährt. Außerdem wird nach dem neuen Reichsgesetz vom 23. März 1925 für die Beiträge der Friedensklassen F—J aus dec Zeit vom l.Ianuar 1913 bis zum 31. Iuli 1921 ein Zusahsteigerungs- betrag gewährt, nämlich für jeden Beitrag der Klasse F 1 Mk., der Klasse G 2 Mk., der Klasse H 3 Mk. und der Klasse) 4 Mk. Hat also ein Ver- slcherter vom l.Ianuar 1913 bis zum 31. Iuli 1921 der Gehaltsklasse F angehört, so erhöht sich sein jährliches Ruhegeld um 103 Mk., bei Gehaltsklasse G um 206 Mk., bei Gehaltsklasse Fl um 309 Mk. und bei Gehaltsklasse s um 412 Mk. Witwen erhalten 60 Prozent und jede Waise 50 Prozent dieser Beträge. Für die Wanderversicherten kommt außerdem noch der Zusatzsteigerungöbetrag hinzu, den die Invalidenversicherung für die bis zum 30. Sept. 1921 in den Lohnklassen II—V gültig entrichteten Beiträge zu gewähren hat. und die für jeden Wochenbettrag der Lohnklasse II 2 Pf., der Lohn- klasse III 4 Vs., der Lohnllasse IV 7 Pf. und der Lohnklasse V 10 Pf. betragen. In der Zeit nach dem 1. August 1921 war Der Goldwert auch der höchsten Beiträge so gering, daß eine weitere Abstufung dec Versicherungsleistungen keinesfalls in Frage kam. Im übrigen ist für die Wahl des 1. August 1921 Der Umstand von Bedeutung, daß bis zu diesem ^age Die alten Gehaltsklassen unverändert in ©eltung gewesen sind. Maßgebend für die Ge- wayrung des Zusatzsteigerungsbetrages nur in den Gehaltsklassen F- J war die Erwägung, öcnx Friedensvorschriften in den ®c- Haltsklassen em jährliches Mindestruhe- geip von 360 Mk. nach elfjähriger Beitrags- leistung (l.Ianuar 1913 bis 31. Dezember 1923) ?» 5Lat^ erreicht worden wäre, wenn keine Geldentwertung eingetreten wäre, sondern stets die Beitrage nach ihrem vollen Friedens- golOtoert entrichtet worden wären. Die vollen Kalendermonale des Kriegs- d.enstes werden m der AV. den entrichteten Beitragen gleichgestellt, so daß auch für Sek L °6- .. Da die Aenderung des AVG. mit Wir- 1924 Antritt, erhalten Die ftur 3eit Dorf; an Denen Rentenberech- eine Erhöhung ihrer laufen- Den Bezüge sondern außerdem eine R a ch z a h- aem\?h Ut fc,t ?cm l.Ianuar 1924 fällig gewordenen Rentenoetrage. Der Zusatzsteia^ Invalidenversicherung wird w- doch crst vom 1 IW neftr.ml, ^uiaysteigerungsbetrag aus der Angestellten- und Invalidenversicherung wird von •Jn manchen Kreisen Der Bürgerschaft steht man einer ausgedehnteren Industrialisierung unserer Stadt nicht sympathisch, ja teilweise direkt ablehnend gegenüber. Man begründet diesen Standpunkt — wir wollen uns hier nur mit sachlich beachtenswerten Argumenten beschäftigen, nicht aber mit den sog. Gesichtspunkten des ruhigen und bequemen Daseins — mit dem Vorhandensein dec U n i b e r f 11 ä f und meint, Die letztere schließe doch eine stärkere Industrie aus. Wir halten diesen Standpunkt für durchaus falsch, find vielmehr der Meinung, daß die Losung für die Zukunft heißen muß: Universität und vermehrte Industrie, denn beide wirken neben dec Erfüllung ihres eigentlichen Zweckes doch in hohem Maße befruchtend auf die heimische Wirtschaft. Es ist uns unverständlich, warum die eine Einrichtung die andere ausschließen sollte. Gerade Die jüngsten Iahre haben doch in klarster Weise gezeigt, wie gut beide Teile, Universität und Industrie, einander gebrauchen können. Als unsere Industrie im Kriege und in den bisherigen Rachkriegsjahren in großen Schwierigkeiten dec Produktionstechnik war, hat die Wissenschaft ihr häufig neue Wege erschlossen, die mit Rutzen beschritten werden konnten. Auf der andern Seite waren es vielfach besonders die Kreise der Industrie. Die Den Universitäten und den mit diesen zusammenhängenden Einrichtungen tüchtig beiftanben, als sie im Wahnsinnstaumel der letzten Iahre in schwerster Weise zu kämpfen hatten, ja, zum Teil vom Zusammenbruch bedroht waren. Wenn nun in unserer Stadt im Laufe der künftigen Iahre eine Verbreiterung der Industrie kommen sollte, so sehen wir darin keinen Rachteil für unsere Universität, sondern viel eher ebenfalls ein Mittel, von dem man nur eine günstige Auswirkung für unsere Hochschule erwarten kann. Denn cs darf doch wohl angenommen werden, daß bei persönlichen Beziehungen zwischen Industrieführern und Dem Lehrkörper Der Universität noch gar manches für die Arbeit der Wissenschaft gewonnen werden kann, was heute nicht zu erreichen ist, weil der Vorteil des persönlichen Bekanntseins fehlt, der stets viel höher zu veranschlagen ist als die Wirkung auch der schwungvollsten und an Seitenzahl umfangreichsten Briese. In diesem Zusammenhang sei schließlich noch ein Gedanke kurz zum Ausdruck gebracht. Bekanntermaßen ist Die Kaufkraft der Studentenschaft — in Der Gesamtheit betrachtet - gegenüber Der Vorkriegszeit erheblich gesunken, wofür ja die vielfachen und wohl- berechtig en studentischen Wohlfahrtseinrichtunaen Beweis sind. Die e Verci' gerung Der studentischen Kaufkraft, die selbstverständ ich der hohen Geltung des Stubententums ferncrlei Abbruch tun kann, sondern die hier lediglich als eine sehr schmerzliche, von außen her verschuldete Tatsache mit zu werten ist, muß natürlich zu der Überlegung führen, wie man dieses Minus für unser heimisches Erwerbsleben wieder wettmachen kann. Und auch nach dieser Richtung hin sehen wir eine Ausgleichsmöglichkeit nur in einer Belebung unseres Wirtschaftslebens durch die Heranyollmg neuer Wirtschaftsfaktoren. Wenn hierbei mit Weitblick, Entgegenkommen und schaffensfroher Energie vorgegangen wird, dann werden auch die Erfolge dieses Mühens nicht ausbleiben, zum Ruhen der Stadt und der Bürgerschaft. Die 334 Ortsfremden bleiben nachstehend außer Betracht, ihre Berücksichtigung würde für Die Sterblichkeitsziffer der Stadl ein falsches Bild geben. Don den 350 einheimischen Verstorbenen (384) waren 167 (193) männlichen und 183 (191) weiblichen Geschlechts. Auf die obengenannte Einwohnerzahl berechnet, betrug die SterblichkeitS- zifter 10,6 pro Tausend (11.6). Die im Vergleich zu anderen Städten verhältnismäßig günstige Sterbeziffer unserer Stadt betrug in den letzten 15 Iahren. 1910 9.9, 1911 10,4, 1912 11.5 1913 8.6. 1914 11,0. 1915 11.4. 1916 10,31. 1917 11.8. 1 9 18 13,7 191913,2 (Grippeepidemie!), 1920 auch unsere Stadt künftighin um eine stärkere Ansiedlung von Industrie m G ehcns Mauern sich bemühen. Ganz einfach und von schnellen Erfolgen begleitet werden solche Bemühungen allerdings nicht sein. Die Verlegung von Industriefirmen aus einer Stadt in Die andere ist unter den augenblicklichen Verhältnissen mit fv gewaltigen Kosten und auch mit so erheblichen Risiken verbunden, daß Derartige Vorgänge einstweilen wohl Seltenheiten bleiben werden. Für unsere Stadt Dürfte als greifbarere ^Möglichkeit zunächst mir die Gewinnung neu zu errichtender Industrieunternehmun^en in Betracht kommen. Zu deren Anreizung sollten unter Umständen auch gewisse Vergünstigungen der Stadt für die anzusiedelnden Interessenten (z. B. verbilligte Abgabe von Baugelände, ermäßigte Preise b i Der Licf rung von Baumaterial en aus städtischen Betrieben) nicht gescheut werden. Für diese Swdlungszwecke wäre natürlich im neuen Stadt- bcbauungsplan ein genügend großer ©cTänDe» block vorzusehen, der als ausschließliches Indu- stcievier'.el auch entsprechende B h aisch'ußmög» lichkeiten haben müßte. Wird die'e Vorbedingung in glücklicher Weise erfüllt, so Dürften Die As- sichten für unsere Industriewerbung gar nicht so ungünstig sein. Denn Gießen als hervorragender Eisenbahnknotenpunkt an wichtigen Strecken, umgeben von einem großen Kranz von Dörfern mit zahlreicher A b iterbcvolkerung, die ihren Wohnsitz in den b sherigen Heimatorten beibehalten könnte, als Stadt an einem bedeutsamen Wasserweg, der in absehbarer Zeit zw i'er» los auch für den Verkehr erschlossen wird, als Platz mit -reichen und billigen Möglichkeiten zur Erzeugung von Elektrizität, dazu noch mit Den großen Segnungen der Wissenschaft und einem urnsangc ichen Krankenhilssw-sen am Orte hat dm I' duftriekreisen so Die’e Vorteile und wirtschaftliche Gntwicklungsmöglich e ten z i die:en, wie viele andere Städte bei weitem nicht. Der Gew'nn bei weiteren InDustriegründungen in unseren Mauern läge natürlich nicht allein auf feiten Der industriellen Unternehmer. Unsere Stadl als Kommune, wie das heimische Gewerbe aller Branchen und die Bürgerschaft in Der Gesamtheit würden dabei auch profitieren. Die Stadt würde für die Lösung ihrer vielen großen Zu- kunftsaufgaben an den verstärkten Wirtschaftsund Steuermöglichkeiten innerhalb ihres Steurr- hvheitsbereichs eine ganz andere Kraftquelle zur Verfügung haben als heute, wenn man in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht übersehen darf, daß die vermehrte Industrialisierung die städtischen Armenlasten bis zu einem gewissen Grade noch steigern würde. Demgegenüber stände aber doch der große Aktivposten, daß bei der ©ctornnung weiterer Industriebetriebe nicht nur den Kreisen der Arbeiterbevölkerung, sondern auch dem selbständigen Handwerk verstärkte Arbeitsgelegenheit bei gleichzeitig breiterer Verteilung der Steuerlasten geschaffen würde: also Arbeitsmarkt und Handwerk, in weiterer Folge, als Auswirkung vermehrter Verdienstmöglichleit u)jD damit gewachsener Kaufkraft, auch Der hei- wtsche Warenhandel toürDen eine Besserung Der Sage verbuchen können. Die bisher hier ansässige Industrie hat nach dieser Richtung hin ja schon viel Gutes für unser gesamtbürgerliches Leben gezeitigt, ganz abgesehen von Den vielfachen unD verschiedenes, llgen Betätigungen dieser Firmen für gemeinnützige Zwecke und ähnliche Bestrebungen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, einmal an Hand einiger Zahlen zu sehen, wie eine vergrößerte IndustrieansieDelung belebend auf Die Gesamtentwicklung Der Stadt und wie sie aud> hinsichtlich der Lastenaufbringung wirken kann. In unserer Rachbarstadt Butzbach haben wir cm Derartig interessantes B ld. Von 1910 bis 1919 hatte Dutzbäch eine durchschnittliche Gin- don 3600 (nur Zivilbevölkerung, aus- Meßlich Zellenstrafanstalt). 1919 kamen die Meguin-Werke nach Butzbach, und Damit setzte em wirtschaftlicher Aufstieg ein. Die Einwohnerzahl vermehrte sich von 3600 im Iahre 1919 auf über 4800 im Oktober 1924. also um runD em Drittel (nur Zivilbevölkerung, ohne Zellenstrasanstalt). Das gesamte Gemeindesteueraufkommen belief sich 1914 auf rund 106 000 Ml etwa ein Drittel davon kam aus der Besteuerung der Vermögen, so daß aus Der mit den Heu- vergleichbaren Besteuerung des Einkommens, des Gewerbes und des Grundbesitzes 1914 rund 70 000 Mk. sich ergaben. Heute dagegen beziffert sich die vergleichbare Steuer» leistung von Einkommen, Gewerbe und Grund- besrtz auf 170 000 Mk., sie konnte also gegenüber 1914 um 100 000 Mk. erhöht werden. Don Der Gewerbesteuer Butzbachs für 1924, die nur für ’fl3a^e J- Januar 1925) gehoben und im etflcn falben Rechnungsjahr noch unter dem Steuersatz gehalten wurde, konnte fite Stadtkasse allein 70 000 Mk. buchen, davon ent- steten ' . allem auf die Meguin-Werke. Von Der ArpersckEssteuer für 1924 in Höhe von 5100 sollen rd. 90 Proz. auf die Meguin-A G Zisferrnnaßig von uns nicht zu belegen, aber für Den Butzbacher Bewohner doch wahrnehmbar ist Die Tatsache, daß das dortige Gewerbe seit Dem Ernzug vermehrter Industrie in autfteigenDer Gmie sich bewegt und Dan zu den alteingesessenen Firmen zahlreiche^ neue Geschäfte hinzugekom- men und, deren Inhaber nach unseren Insor- matronen ihre Existenzmögllchkeit gefunden Haven. Schließlich ist noch bemerkenswert daß die Meguin-Werke von 1919 bis 1924 allein in Butzbach 140 neue Wohnungen erbaut haben zu Denen sich noch zahlreiche Wohnungsbauten dieses Unternehmens in Bad-Rauheim und Rachbarschaft hinzugesellen. Wenn man diese Ziffern für ünfete Stadt auch nur relativ ansetzt. Dabei aber Dte Gesamtentwicklung Des Wirtschaftslebens in umerer Rachbarstadt im Auge behält, so ergibt stch daraus Die Bestätigung unserer Ansicht Daß in der vermehrten Ansiedelung von Industrie ein sehr wichtiges Mittel für Dir kommunale und ae= raintwutschaftsjch^ AuswärtAentwickelrmg auch unterer Stadt zu erblicken tft Ein- i f.T . heimische !^! *6. 4 Orts Oluf eine durchschnittliche Einwohnerzahl von 33 000 Einwohnern berechnet kommen 17.5 Geburten auf je 1000 Einwohner (16,6). Einschließlich der in der Frauenklinik und den anderen Krankenanstalten geborenen Kinder ortsfremder Mütter kamen in Gießen im ganzen 964 Kinder zur Welt (965). Totgeboren sind im ganzen 35 (36) eheliche und 3 (11) uneheliche Kinder: davon entfallen auf Gießener Mütter 15 (10) eheliche und 1 (1) uneheliche Totgeburten. Rach den Zusammenstellungen des Standesamtes fanben im Berichtsjahr 223 Eheschließungen statt g-gen 290 im Iahre 1923. Wie aus der folgenden graphischen Uebersicht hervorgeht, hat zwar die Zahl Der Eheschließungen in den letzten Iahren wieder allmählich abgenvmmen. aber die Zahlen vor dem Krieg sind noch immer überschritten, und man wird angesichts der gewaltigen Ueberzahl der seit Dem 3ahre 1919 neu gegründeten Familien, Die weitaus Den Ausfall der Kriegsjahre und den Durchschnitt der Vorkriegsjahre überschreitet, eine Der 287 Knaben, 262 Mädchen, 362 _ . Gestorbenen betrug im Berichtsjahr — einschl. 334 (308) Ortsfremder, welche in den hiesigen Krankenanstalten starben — 684 (692). die sich in folgender Weise auf die cin-- -6 kalSvc Hebet ötabi i CB1M bertus i dmchgck (eistet zi kürzlich \ Stabtn und Bi aulgeatbe gerung. b lös wild Eine klein fanalil die Kanal Mrgerste! Derben o ge-Mer gehörige? W einem ichen 1 Einspäm 2 M. L hier in I'ch a u Ä für Präm Psingstseii markt t halten. D Dauplä Waile zm abgegeben, berge < 50 Mb. hergeri bau Dird. halten. Ai neues ©en + 6« Den Kriegs zur Aust die Zahl obwohl nicht mei für Die 2 Den Ich gliederter Geburten« klassen be fegenen £ der Wette gegangen, «n Aü-kst< überhaupt ■Regentage Nissaat. , H 3 »and im meinbe wurden V 'langen 22 Zchenstär fcheiter .Hchenknü kernkwchp Gta a/ Da bchulra shA' ,ynglu' .lock.nl i'led. Mnkfur! ,agsabAe> Landtage Partei! nur d»e A.dner iflie el Ientcl Zehner,, lung 5 welche »l ersten ® wiefenej «*blt janbe^ be aber M ßine 2isl lammlung bienrats > (jemoüal *Sa 16.4-25 darunter 925 Pers' 11,7. 1921 11,6. 1922 11,2, 1923 11.6. 1924 10^ pro Tauseird. Die Monate Ianuar und März> wiesen Die höchste Zahl der Todesfälle auf mit 49 bzw. 39 und die geringste der August unD Oltober mit 15 bzw. 19 Fällen: die übrigem Ziffern schwanken zwischen diesen Zahlen. Betrachten wir die 350 Sterbefälle Der einheimischen Verstorbenen nach den wichtigst«, Krankheiten und Krankheitsgruppen, so ergibt sich folgendes: Don den 53 (44) Kindern deS ersten Lebensjahres fallen 19 (12) Sterbefälle auf angeborene Lebensschwäche. Frühgeburt, Mißbildungen u .Dgl., 39mal ist Altersschwäche alS Todesursache angegeben. Von Den 91 Verstorbenen ter letzten Altersklasse hatten 22 das 80. und 2 das 90. Lebensjahr überschritten mit 95 bzw. 97 Iahren. Bei 16 uns gemeldeten Erkrankungen an Diphtherie und 24 an Scharlach ist ein Todesfall nicht vocgekommen (1923 29 Diphtherie- und 66 Scharlachmeldungen ohne Todesfall). An Masern starb ein Kind im Alter von 1 Iabc 9 Monaten (1923 12 Todesfälle). Dem Keuchhusten, der im Frühjahr ein gehäufteres Auftreten erkennen lieh, erlagen zwei Kinder in den Monaten März und April. Don Thphus wurden unL 2 und von Paratyphus 7 Säße gemeldet, die alle in Genesung über gingen. An Tuberkulose starben 41 (48) Personen, davon • 33 (40) an Lungenschwindsucht. Lungenentzündung führte in 31 (46), Grippe in 5 (4). Krankheiten der Atmungsorgane in 7 (11), der Kreislauforgane in 59 (48), des Zentralnervensystems in 12 (11) und der 'Harnwege in 9 (18) Fällen zum Tod. Gehirnschlag ist 27ma£ (26) als Todesursache aufgeführt. Akutem Magcrndarm- katarrh erlagen 4 (4) Kinder im Säuglingsalter. Die gefürchtete Blinddar-mentzündung forderte kein Opfer (0). Krebs brachte 24 (39) Todesfälle und andere bösartige Reubildungen (Sarkom u. Dgl.) 5 (11). Infolge Selbstmorde- schieden aus dem Leben 15 (8) Personen, und zwar 9 (5) männlichen und 6 (3) weibl chen Geschlechts. In 9 (3) Fällen ist Verunglückung als Todesursache angegeben. Don den Todesursachen der 334 In den Krankenanstalten verstorbenen Ortsfremden seien erwähirt: 15 Kinder im ersten Lebensjahr an Lebensschwäche, eine Frau an Wochenbettfteber, 5 Frauen an anderen Folgen des Wochenbetts. 8 Kinder an Diphther e, 19 Personen an Lungenschwindsucht, 7 an Tuberkulose anderer Organe und 4 an allgemeiner (Miliar-) Tuberkulose, 25mal Lungenentzündung, Herzleiden 20, Krankheiten des Zentralnervensystems 20, Erkrankungen des Derdauungsapparates 40, wovon auf Erkrankungen der Gallenblase der größte Tell entfällt, Folgen der MinDdarmentzündung 6, Rieren- leiden 14. Krebs 39 und andere bösartige Reu- bildungen 18. Volkshochschule Gießen. Wan schreibt uns: Die Volkshochschule bc« ginnt am 27. April ihr 13. Halbjahr. Der Arbeitsplan ist wieder reichhaltig. Besonders ist Darauf Rücksicht genommen, daß in den Sommermonaten der Mensch gern draußen in der Ratur ist. Verschiedene Arbeitsgemeinschaft^ werden in dec Form von Ausflügen gehalten und führen durch unmittelbare Anschauung in naturwissenschaftliche Fragen ein. Das gilt besonders für die Kurse .Tiere des deutschen WaldeS", „Gift- und Heilpflanzen", „Geologische Ausflüge in das hessische Hinterland" und „Pflanzenkundliche Streifzüge", sowie für Ferienwanderung in das Fichtelgebirge. Da die meisten dieser Ausfllrge an Sonntagen stattfinden, wird mancher Raturfreund gern Die Gelegenheit nützen und durch Sachkundige sich in das reiche Leben der Ratur führen lassen. Reben diesen Ausflügen sind wieder eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften an Wochenabenden vorgesehen. Die Arbeitsgemeinschaft „Mensch und Welt in zeitgenössischer Dichtung" behandelt Lebensfragen des modernen Menschen, wie sie sich in zeitgenössischer Dichtung spiegeln. In das Reich deutscher Dichtung führen die Kurse über „Schiller" und „Große deutsche Erzähler des 19. Iahrhunderts". Brennende Fragen künstlerischen Schaffens in der darstellenden Kunst berührt der Kursus „Vergleichende Betrachtung ausgewählter Kunstwerk". Den Anfang für eine Kurlusreihe in Ausland- funDc macht Der Kursus über „Rußland". Die Vortragsreihe über „Aecztliches Denken" führt Den Laien in die allgemeinen wichtigsten Grundfragen des modernen ärztlichen Denkens ein. Gymnastik für Frauen und Mädchen wird in einem Morgenkursus und in einem Abendkursus gehalten. Die Elementarkurse in Deutsch, Englisch und Französisch wollen in neuer Form den sprachlichen Unterricht sür Anfänger und Fortgeschrittene geben. Im vergangenen Winterhalbjahr war nachträglich eine Arbeitsgemeinschaft für Jungarbeiter über kapitalistische und sozialistische Gesettschaftslehren eingerichtet worden und konnte mit ganzem Erfolg durchgefuhrt werden. Ictzt versucht Die Volkshochschule, planmäßig mit den jungen Menschen. Die aus der Fortbildungsschule entlassen sind, Zusammenhang zu bekommen. Ein Versuch für Mädchen ist die Arbeitsgemeinschast ..Frauenleben früher und heute". Gleichzeitig ist Der Arbeitsplan allen Den jungen Menschen, Die Ostern entlassen worden sind, zugängig gemacht worden. Hoffentlich werden durch die Ellern feine Schwierigkeiten gemacht, wenn sie die Vollshochschule besuchen wollen. ES bleibt abzuwarten, wie weil dieser Versuch Erfolg hat. Heber Zeit und Tag. an Denen die Kurse stattfinden, gibt eine Anzeige in heutiger Rümmer Auskunft. 2lus dem Amtsverkündigu»rgsblat1 Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 31 vom 17. April enthält Wohnungsbau. — Diehmarll in Grünberg. — Maul- und Klauenseuche in Albach. — Feldbrreinigungen in Klein Linden und Ettingshauscn. KINBEH.WAGEN Größte Fabrik der Weit vor, er-twe** öesd'irv»» Vqrbmjftr wvt&~>l Sä ’S ftwd« schieden t. unb AtMt 9 (51 ” DMechlj 3n ati Todesursache faW In befl ortsfremden seien LüxmSsahr an DochenbetMrder. Wochenbetts. Ionen an Lmgen» anderer Organe ar-) ruberkulose »leiden 20, Äranf. > 20, Erkrmkunaen । wovon aus Er« c grbhte Teil ml. MdungS.Aieren. re bösartige Aeu> Aus der Provinz. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 17.April. Die Dahlvewe- gu n g für die zweite Reichspräsidenten« wähl wurde gestern abend durch eine vom Volks» bl 0 ck in den Saal des Hotel Trapp cinberufene Der» fammlung eröffnet, die sehr zahlreich besucht war. Ws Redner waren genannt Prof. Dessauer« Frankfurt für die Zentrumspartei, Pfarrer Reichs- togsobgeordneter K 0 r e l l für die Demokratische und Landtagsabg. Ä a u I für die sozialdemokratische Partei; der erste Redner war nicht erschienen, so daß nur dle bechen aitderen zum Worte kamen. Der erste R dner sachte es m erster Linie zu rechtserngen wie er a'c. e rang elischer Pfarrer für d<-n 3 entrums kondidaten eintreten könne. Der zweite Redner, Landtagsabg. a ul, bemühte sich, die «Stellung der sozialdemokratischen Partei zu erklären, welche doch e,gentlich durch die Stimmenzahl bei der ersten Dahl und ihre schon in früheren Jahren bewiesene republikanische Gesinnung Anspruch darauf gehabt hätte, den Kandidaten zu stellen. Die Redner fanden bei ihren Anhängern lebhaften Beifall, sonst aber auch viel Widerspruch in der Versammlung. Eine Diskusswn wurde nicht zugelassen. Die Der« fammlung wurde nach einem Schlußwort des Stu- dienrats Kuhn (Zentrum) und des Rektors Koch (Demokrat) geschlossen. * Bad-Rauheim, 17. April. Dom 1. 1. bis 16. 4. 25 betrug der Gesamtbesuch 3130 Personen, darunter 155 Ausländer. Anwesend am 16. 4. = 925 Personen. Kreis Schotten. - Schotten, 17. April. AuS Dem ein d e- ratSverhandlungen^ Die elektrische Ucbcr£anban(age wird mittels Hilfe der Stadt über den städtischen Sportplatz auf dem Bockzahl, nach den Fremdenpensionen Haus Hubertus und Haus Luginsland (früher Lehrerheim) durchgeführt, die Stadt stellt die Holzmasten und leistet zu den Kosten erheblichen Zuschuß. Der kürzlich hier ausgetretene starke Sturm hat im Stadtwald ca. 8 — 900 Meter Fichten und Buchen u m g ew 0 rsen. Das Holz ist ausgearbeitet, es soll durch Submission, Versteigerung. bestmöglichst verwertet werden. Der Erlös wird auf mehrere Rechnungsjahre vertellt. Eine kleine Strecke in der Riddastraße wird kanalisiert, damit ist die ganze Stadt an die Kanalisation angeschlossen. Mehrere Strecken Bürgersteige in der Lohgasse, Gederner Straße, werden angelegt, die Friedhvfstrahe soll durch- gepilastert werden. Ein der Stadt im Mühlhvf gehöriges Haus soll verkauft, der Erlös zu einem Reubau verwendet werden. Die städti» fchen Fuhrlei st ungen werden vergeben, Einspänner pro Stunde 1.20 Mk., Zweispänner 2 Mk.. Leichenwagen 7 Mk. Für die am 27. Mai hier in Schotten stattfindende grobe iicr- I'ch a u über Vogelsberger Vieh werden 200 Mk. für Prämiierungsv wecke gestiftet. Der am dritten PfingstfeieUag stattftndende Prämiierungs- markt wird in althergebrachter Form abgehalten. Verschiedenen Daulustigen werden st ä d t. Bauplätze an dem neuen Bauviertel unter der Warte zum Preis von 50 Pfg. pro Quadratmeter abgegeben. Für den Dau der Zugendherberge auf der HerchenHainer Höhe werden 50 Mk. bewilligt. Das Rathaus wird neu hergerichtet, der alte, ehrwürdige Fachwerkbau wird einen schönen Verputz und Anstrich erhallen. Auch das städt. Spritzenhaus erhält ein neues Gewand. -.-Schotten, 17. April. Mit dem beginnenden Schuliahr kommt der letzte der schwachen Kriegsjahrgänge in der Volksschule zur Aufnahme. Bereits im nächsten Jahre steigt die Zahl der aufzunehmenden Schüler stark an. obwohl gerade in diesem 3afr zum erstenmal nicht mehr der 1. Oktober, sondern der 1. Mai für die Aufnahme entscheidend ist. 3n den folgenden Jahren werden die Unterklassen wenig gegliederter Schulen stark anwachsen, während der Geburtenausfall in den Kriegsjahren die Ober- klassen beeinflussen wird. — Zn den südlich gelegenen Ortschaften unseres Kreises, sowie in der Wetterau ist die Frühjahrssaat bereits ausgegangen. Die höher gelegenen Otte sind noch sehr im Rückstände und manche Gemeinden konnten überhaupt noch nicht mit der Saat beginnen. Die Regentage dieser Woche verzögern weiterhin die Aussaat. )—( Ruppertsburg, 16. April. Heute fand im Rathaussaale dahier die lebte Gemeinde-Holzversteigerung statt. Es wurden folgende Preise erzielt: DvuglaS-Derb- stangen 23 Mk., Weymouthskiefemstangen 25 Mk., Eschenstämme 32 Mk. pro Festmeter, Buchenscheiter 12.50 Mk.. Buchen knüppel 7,50 Mk Eichenknüppel 6 Mk.. Fichtenknüppel 6 Ml., Kie- fernknüppel 6 Mk., Duchcnreisig 1 Mk. pro Rm. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 17. April. Zu Ehren des Schulrats Schmuck, der gestern seinen Die technische Messe in Frankfurt fpd. Frankfurt a M, 17. Avril. Unter den günstigsten Zeichen wurde heute bei starker Beteiligung die Technische Messe eröffnet. Sehr stark ist die Beteiligung der Werk- ^ugmaschinen. besonders der Strick- und Wirkmaschinen. Hervorragend ist die Beleuchtungs- rndustrie vertreten, bann aber auch die Industrie der elektrischen Apparate. 3m MittÄpunkt der Technischen Mess? stehen zwei Ausstell urigen, die sich scharf bekämpfens Gas und E le k t r i z i tät. Beide sind von dem städtischen Elektrizitätswerk und der Gasanstalt üeranfcaltet. Wenn auch die Ausstellung „DaS GaS im Haushalt" als mustergültig zu bezeichnen ist und alle Verwendungsmöglichkeiten vorsieht, so muh doch schon heute der „Elektrizität" die Siegespalme zugesprochen werden. Was hier g-boten wird, ist einfach un» übeNrefflich. Reich beschickt finb gleichfalls die Abteilungen für Bauwesen und sanitäre Anlagen. Ungemein vielseitig ist d/e Ausstellung lanbtoirt- schaftlicher Maschinen, die im Freien aufge^aut ist. Der Besuch bei- Technischen Messe war am ersten Tage recht gut. auch wurden schon gute Geschäftsbeziehungen angebahnt. Turnen, Sport und Spiel. Emanuel Schmuck-Lauf. Am morgigen Sonntag, 19. April, findet in 'S a r m ft a d t der 8 3. Kreis turntag des Mittellheinkreises stall. Mit dieser Tagung s ll eine Ehrung des langjährigen, um die deutsche Turnsache hochverdienten 1. Kveisverioet rs. Schulrats G. Schmuck, verbunden werden, und zwar in Gestall eines dreiteiligen Staffellaufes. von Wonns. Dingen uiti> Gießen ausgehend. Der Stafsellauf Gießen—Darmstadt beginnt vorm. 7.15 Uhr an dem ehemaligen Wohnhause Schmucks. Südanlage 5. Gartengebäude, führt über Klein-Linden, Großen- Linden, Lang-Göns. Butzbach, Bad-Rauheim, Friedberg. Frankfurt a. M. nach Darmstadt, wo die Staftel gegen 11 Uhr vorm. eintreffen wird. Sie überbringt dem Iubilär eine von Gewerbelehrer W. Woclke künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde der Gießener Turner- schaft. 70. ®eburtttag feierte, veranstalteten die Darm städter Turnvereine gestern abend einen Fackel- und Lampionzug Bor der Wohnung des Gefeierten wurden von den 6ing- mannschaften der Derer ne Lieder gesungen und von dön Vorsitzenden der Darmstädter Sumer- schatt RechtSanwoll Kalbh en n, de Verdienste deS EchulratS Schmuck um daS hessische Turn- Wesen in einer Ansprache gefeiert Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 17. April. Während der Osterfeiertage Haden Einbrecher in mrbeaufsichtigt gelassenen Wohnungen schwere Einbrüche verübt. 3n fast allen Fällen wurden die Diebe durch herabgelassene Fensterläden auf die Abwesenheit der Woh- nunasmhaber aufmerksam. Der gesamte Diebstahlsschaden läßt sich augenblicklich noch nicht übersehen, da viele Bestohlene noch nicht zurück- gekehrt sind. Sv wurde eingebrochen in der Rüsterstratze, wo man eine große Anzahl von Pferderennpreisen erbeutete. 3n der Feldbergstrahe, der Mendelssohnstraße und dem Obertocg fielen den Dieben bedeutende Mengen von Stlbersachen in die Hände, in der EscherSheimer Landstraße viele Schmuck- fachen, in der Ervnberger Straße und der Oberlindau wertvolle Brillanten, Kleider und Pelze, in der Liebigstraße Pelze im Werte von rund 30 000 Mk. 3n der Reuen Mainzer Straße sprengten Einbrecher einen Kassenschrank und beraubten ihn. Arn Bet- tinaplah plünderten Diebe eine Wohnung auS, sanden dabei den Kassenschrankschlüs el, erbrachen den Kassenschrank und raubten diesen gleichfalls auS. E i n Einbrecher konnte verhafte t werden, er gestand bisher 16 Einbrüche ein. Sn feinem Besitz fand man noch große Mengen Diebesgut, besonders Pelze und Schmucksachen. Limburg, 17. April. (Wolff.) Der Prozeß Anger st ein wird während der Schwur- gerichtssihung im Juni verhandelt werden. Angerstein zeigt sich verstockt wie bisher. fpd. Fritzlar, 17. April. 3n Lotten wurden zwei Landstreicher, alS sie im Haufe des Landwirts Reginer um Geld bettelten. von der Hausfrau abgewiesen. Die Bettler rächten sich furchtbar. AtS sich die HauSsrau auf kurze Zeit aus der Wohnung entfernte, drangen sie wieder in daS Gehöft ein und schn i t ten dem einen 21/» jährigen Knaben den Halsdurch. den älteren warfen sie in den Teich. Der 3unge konnte sich aber retten. Die beiden Burschen wurden von den Dorfbewohnern verfolgt und festgenvmmen. Stabtet»ettfawtf in Schwimmen zwischen V esten aeb ftriebberg 2ün 26. April wird in Friedberg cm Städtewettkampf t m Schwimmen Gießen — Friedberg auAg et ragen werden. Es nehmen daran teil T V 1846 und M.T.V Gießen einerseits und TB. Friedberg und Bat» Rauheim andererseits. Die Kämpfe tx-rsprechon sehr interessant zu werden, da beide Teile gleichwertige Mannschaften stellen werden MeisterschaftSkampse der Deutschen Dnrnerschaft in Frankfurt am Main. Die Vorarbeiten zu den WeisterfchattS- kämpsen der Deutschen Turnerschaft in Frankfurt am Main am 16. und 17. Mai sind in vollem Gange Die Ausscheidungen für die Teilnahme an den Wetttämpfen Haden in den einzelnen Tumkreisen zum größten Telle bereits ftatt- gefunden und hervorragende Ergebnisse gezeitigt. Sieben alten bewährten Kräften sind neue auf den Plan getreten, die mit Aussicht auf Erfolg in den Kampf eingreisen werden. Es wird geplant, im Anschluß an die Kämpfe eine Anzahl von Turnfahrten zu unternehmen, zu denen die herrliche Umgebung Frankfurts ganz besonders anlockt. Vorläufig werden Wanderungen an den Rhein, zur Bergstraße im Odenwald und in den Hochspessart geplant. Drei weitere führen in den TaunuS. Außerdem stehen den Teilnehmern alle berühmten Frankfurter Sehenswürdigleiten auf Grund ihrer Jestlarte zur Besichtigung offen. Auch sollen verschiedene Rundgänge durch die Stadt unternommen werden. Amtsgericht Wetzlar. ß Wetzlar, 16. April. Der 16jährige W. D. Halle ein der Witwe W. in Reiskirchen gehöriges Schaf gestohlen und ist deswegen vom Jugendgericht oerurteiü worden. Sein Vater, W. D., hatte sich heute zu verantworten, well er e- unterlassen hatte seinen minderjährigen Sohn, der in seinem Haushalt lebt, von dem vorerwähnten Vergehen abzuhallen. Der Angellagte bestritt, sich strafbar im Sinne der Anklage gemacht zu haben, sondern will feinen Sohn, nachdem derselbe das Schaf nach Haufe brachte, veranlaßt haben, Grimrdigunaen nach dem Eigentümer einzuziehen, und im Falle bei Erfolglosigkeit die Absicht gehabt haben, eine Bekanntmachung in der Zeitung zu erlassen. Da- Gericht erkannte auf 15 Mark Geldstrafe an Stelle einer verwirkten Haftstrafe von fünf Tagen. Der W. F. von Riederweh war wegen Körperverletzung angeflagt. Er hatte, wie die Anklage behauptet, den Lagerverwalter Wilhelm St. von hier, al- dieser ihn au» einem von ihm (St.) zu verwaltenden Lagerschuppen hinauS- weisen wollte, angegriffen und ihm einen Faustschlag inS Gesicht versetzt, wodurch u. a. dessen künstliches Gebiß zertrümmert wurde. Der Angeklagte will die Tat in Erreg-ang begangen haben. Das Urteil lautete auf 20 Mk. Geldstrafe. Wegen Betrugs war der F. M. von Wetzlar angeflagt, well er angeblich 'von mehreren Geschäftsleuten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Waren erschwindelte, indem er teil« vorgab die Waren kurz nachher zu bezahlen, teil» mit einem Scheck bezahlte, der überhaupt keine Deckung hatte. Geschädigt waren durch ihn zwei Schubmachermeister um 49 bzw. 41, und zwei Kaufleute um 52 bzw. 112 Mk. Der Angeklagte will nicht die Absicht de« Betruges gehabt haben und gab bezüglich des Schecks an, daß dieser zu spät -- 6 Wochen später — zur Em- lösung gegeben worden sei, irn .übrigen will er durch Krankheit an der Erfüllung der eingegan- (jenen Verpflichtung verhindert gewesen sein. Heute wurde fest gestellt, daß die Angaben des Angeklagten bezüglich des Schecks auf Wahrheit beruhten. Das Gericht gefangte daher wegen dieses und zwei weiterer Fälle zur F r c i s p rech u n g, in einem Falle dagegen zur Verurteilung des Angeklagten zu einem Monat Gefängnis. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Attucl übernimmt die Redaktion dem Publikum -»enrnfiber feiertei Verantwortung) Die Eiscnbastttwünfche im Kreise Gießen. Queckbvr n. 17. April. Der Bericht übet die Eilenbahnveisammlung in Ettingshausen, den der ^Gießener Anzeiger" am Donnerstag brachte, läßt darauf schließen, daß der Frühzug auf der Dutzbach-Licher Eisenbahn von Drünberg toeg^ fallen soll. Wenn man allerdings liest, daß der Zug tatsächlich so schlecht beseht ist. daß noch nicht einmal die AebemachtungSgebühren des Personals — ganz abgesehen von den sonstigen Untofien — herausgewirtschaftet werden, so kann ... und so wollen auch wie nicht langer unser Licht unter öen Scheffel stellen unö hiermtt ehrerbietigst verkünden / ~ "r Wemöranü unö Ur-ffrauk LÄsee - allen ■> Voran öer Kölner Dom - gar wunöerhecrlir^ Tropfen /IhseJOtP smö / von denen unsere getreuen wohlvSlen ffreunöe am g WwVVv Rheine schon langst -es Lobes und öes Bimmens voll 1J feynO. Nunmehro Haden wir allüberall Vertretungen v geschaffen / öarumb / öast man auch anderwärts Gelegenheit erhalte / sich an Ar - Krank - LrZeugniffen nach Herzenslust zu ergehen * selbstverstanölich mit Vecstanö und mit Maßen / tuegi so köstliches Getränke for Völlereg / for Praßen und Vchlemmen zu schade mag segn, ÄLLk / Rein / Iweigmederlassung HllMÜMg und itzt auch in Strfttt man btr 2HabnaIxnc nmMFf«• POMli W wird 54 nun hanmt handeln, nach "Bteefaff dieleS einen möqßMr gürtfhuea, der Av- Setnbeü nützluven Zug zu erhalten. Rach dem icht standc-n sich da zwer Meinungen ecffcn- über. 3ch bin mir mi. der großen Mel'rheit unserer Bevölkerung darüber im Haren, daß für die Gemeinden von ^kieder-Bestlnger. biS hierbei nur der Zug nützlich xh. her tee 51t unterer Station täbit und dann auf dem Rückweg de,» Anschluß nach Gießen in Lich erreicht Ee> ist ganz sicher vorauszuteben. daß von hier nach Drünberg kein Veilonenverkehr - n' gc'cbcn von einem gelegentliche Fahrgast — eintreten wird. Sehr wertvoll ist es aber. wir auch noch eine Möglichkeit haben, mit der Eisenbahn aus unfervr Gegend herariSzulommen Denn es war doch ein größer Mißstand, wenn für untere Gemeinden d.e letzte G-llegenbeit für .rrembe zur Heimkehr der- Rachmittags->ug um ’ 2 Uhr war. Fährt der Abendzug nach unterem Wunsch so kann man bequem noch bis Dreßen, tmb selbst von da auS noch weiter kommen. Gin ®ifenbnbnintcreffeiU. Rundfunk-Programm des Arauksurter TenderS. <2uS der ..Radio-Um schau*.) Sonntag, 19. April: S U^r. Morgenfeier, veranstaltet von der Bapttsten-Gemeind?. 4 biS 5 Uhr Kinderstunde. 5 biS ö Llhr Rachmittagskoirzer! des Haus- Orchesters : Der jung' Bkozart. 6 bis 7 Ufr: Stunde des Rhein-Mainischm Verbandes für Drlksbildung. Vortrag von Dr. Vatter, Kusros des Frankfurter DölkermufrumS — Vorlesung aus ägyptischen RÄigionSurkunden. 8.30 bis 9.30 Ufr: Kammermusik abend 1 Passacaalia für Violine und Eellv. Händel-Halvorsen 2. Siciliano und Presto a d O-Moll-Sriite für Violine allein. Doch 3. Präludium und Gavotte a d O-Motk- Suite für Cello allein, Reger. schliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Dietzen. Sonntag, den 19. April. Quafimodv« geniti. Stadtkirche. 9%: Psr. Mahr. 5tenstrmation der MatthäuSgemrindc. Feier de» heilig. Abendmahls. 6: Pforross Hertel. - ZohanneSkirche. 9‘ ,: Pfr. BechtolsHeimer. Kvnstrmation der LukaS^ gemeinde. Feier deS heil. AbendmablS. 6: Pfan- astistent Schultheis. — Kirchberg. 10. 11 Heilig Abendm. f. ö. alt. Leute von Dau bringen u. Ruttershausen. Daubringen 1' . (Abendmahl). Lollar 11— Wahenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg 9: Beichte anschl. Gottesdienst und heilig. Abendmahl. Garbenteich. 1 (Kollekte für Auslands- diaspora). - Wieseck. 9: Beichte. 9'/ - im Anschluß Feier d.'S heil Abendmahls. AbdS. 6‘ .: MifstonS- Lichtbllderabend (Goldküfte). Mifsiottar Schlaudrasi Katholische Gemeinden. Dietzen. Samstag, den 18. April.4‘ , u. 7 Beichte Sonntag, 19. April. Weitzer Sonntag, d1 .Beichte, 7 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt m. Predigt, Feier der ersten heilig. Kommunion der Kinder, 11'/. Messe. 3 Andacht m. Segen. Montag, 20. April. 8 Amt für die Erstkvmmunikanten. - Lich. 9' , Hochamt u. Predigt. — Hungen. 8 Hochamt. EonntaeSdienft d.Rerzte n.Avotbrkeunm 1ft,4.2ü. Dr. Schäffer. iVrnu Dr. Mar^ ^Irichavothekr Zahnarzt: Dr. Domer. Plockitraste. 19. BIS 22. APRIL 1925. 8°5 s 942 ab Giessen an 7^2 ! 922 838 1020 tz B.-Nauheim 1 722 > 8^ 846 1027 y Friedberg ß 6” ; 81$ 919 'll10 an Frankfurt ab S22 I 722 Um für die wertere Ausdehnung meines Geschäftes in nebenstehenden Artikeln Raum zu gewinnen, will ich die Restbestände meines Lagers in Teppichen Bettvorlagen,Tisch-u. Diwandecken schnellstens abstoßen. Die bereits stark zurückgesetzten Preise habe ich daher nochmals wesentlich ermäßigt. 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Liebigshöhe Telephon 1579 Eigene Konditorei IlfUIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllll Sonntag, nachmittags 4—7 Uhr GroßesKonzert ehemaliger Militärmusiker iiiiiiiiiiiiuiiiniiiuiiimiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiimiiiiMiiiiiiiiniiiiiiii Eintritt frei! Eintritt frei! 3973D Elektrische Licht-, Beter- und SMislreiolaia jeder Art und Größe werden sachgemäß und preiswert ausgeführt durch B9Bea Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 Nr. M Drittes Blatt Monarchie, Demokratie und Bolschewismus in China. von Dr. Friedrich Otte. Professor an der Reichsuniversität Peking, China. K. K. Cs ist nicht leicht, in China irgend etwas in eine Formel zu bringen, selbst für den Chinesen nicht. Europäer haben seit der Entwicklung der wissenschaftlichen Methode auch auf China die europäische Methode der Einteilung in Kategorien angewandt, wobei aber )u leicht der Fehler unterläuft U- besonders auch bei Wanderprofessoren, die auf einer Eilzugsoisite dos Land durchhuschen — eurer paische Maßstäbe der Beurteilung zugrunde legen, die ober eben doch nur mangelhafte Ergebnisse zutage fordern, weil die Abstraktionen dieser Art eben europäische» Gefühlsmonrenten entstammen. Dies sei vorausgeschickt. Es soll damit gesagt -lein, öaft sich der Chinese bei den Worten, die in Der Ucberschrist stehen, grundsätzlich etwas anderes denkt als der Europäer: übrigens begegnen sich schon Europäer kaum mehr beim Gebrauch derselben Sammelbegriffe, wie z. B. „Monarchie" ober „Demokratie", wenn sie verschiedenen politischen Richtungen angehören, geschweige denn verschiedenen Nationen. Der Chinese bezeichnet den Kaiser als „Sohn des Fimmels", das war der Schicksalsbeftimmer, der in engerer Beziehung zum Himmel stand, der Himmel mor dos Unendliche, Unfaßbare, von woher dos Schicksal selbst kam. Auch in Europa galten Fürsten als Gotteskinder, aber mir müssen unendlich weit zurückgreifen, wenn wir in der europäischen Geschichte einem naiven Glauben in dieser Form begegnen wollen. 3n China war bei der Bolksmenge dieser Glaube fest verankert bis in höchste Streife hinauf. Der Glaube ist auch noch nicht tot bei der Menge, wohl aber ist der Glaube an die Mandschn- dynastie tot, denn das Schicksal selbst hat dem Schicksalsbeftimmer das Recht entzogen, über Chinas Schicksal weiterhin zu bestimmen. Denn auch das ist Teil des monarchischen Glaubens, das; die Dynastien, die den Willen des Himmels falsch auslegen, vom Himmel gestürzt werden. Was heute übrig geblieben ist, dos ist der Glaube an und die Hoffnung auf eine starke Führerpersön- lichkeit. Dies sind die unbestimmten Formen, in denen sich das Sehnsuchtswollen der chinesischen Bauernschaft und des kleinen Mi 11elstan. des auslebt, die über achtzig Prozent des chinesischen Bolkes ausmachen. Die Tragödie der Taching Dynastie, die mit der Vertreibung des jungen Kaisers j) f ü a n Tung aus dem Paläste der Väter am 6. November 1924 und seiner Flucht in die japanische Gesandtschaft und später, am 25. Februar 1925, mit der weiteren Flucht noch Tientsin in die — chinesischer Gerichtsbarkeit entzogene — japanische Konzession vorläufig endete, auch diese Flucht ist für den einfachen Mann eine folgerichtige Erscheinung des Endes der Dynastie. Er wartet auf eine neue. Die Mandschudynastie war der Demokratie erlegen. Demokratie, das war, konkret genommen, keineswegs der Glaube an die bessere, "überlegene Gesittung der Angelsachsen, — denn um angelsächsischen Liberalismus handelt es sich, nicht um die fran.^sifche oder um die dieser verwandten deutsche Demokratie, — sondern die Erkenntnis, das; hier eine storkereFührungda war, die ihre Völker anderen Grundsätzen unterwarf, aus denen heraus eine schärfere Zusammenfassung der Volkskraft unter eine Zentralgewalt möglich ipar; also keine größere Frecheit, sondern eine durch suggestive Gedantennormen erzwungene Unterordnung der Individuums unter neue Formen in Staat, Wirtschaft, Philosophie, Wissenschaft usw. Bei den chinesischen Intellektuellen entwickelte sich gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Ueberzeugung, daß derartige Normen erforderlich waren, wenn China seinen Platz unter den Nationen der Erde behaupten wollte. Im Gegensatz zu Japan versagte aber die Dynastie und verstand es nicht, sich die neuen Strömungen zunutze zu machen, sie einzulenken in das Strombett einer allgemeinen Vorwörtsentwick- lung. Die Folge war die Revolution in China im Jahre 1911. Für die Mehrzahl der intellektuellen Jugendlichen ist dieser demokratische Standpunkt, der evolutionäre nämlich, heute noch der maßgebende, aber umgeformt, ins Chinesische übertragen, und großenteils im schroffsten Gegensätze heute zur angelsächsischen Demokratie, die als offen oder verschleiert imperialistisch schon deswegen erscheinen muß, weil sie allzu stark die chinesischen Hoheitsrechte einengt und vielfach ihre Versprechungen nicht halt, z. B. haben die Engländer trotz Faust l. Seil int Frankfurter Schauspielhaus. 2116 literarisches Ostergeschent' brachte Richard Weichert den Frankfurtern die lang erwünschte Neuinszenierung des Faust. Diese tiefste aller Tragödien wird in ihrer innerem Zwiespältigkeit niemals eine geschlossene Ausführung zustande kommen lassen. Der Faust stellt ungeheure Anforderungen an seine Jnszeniercr, durch den allzu zahlreichen Szenenwechsel bedingt er rein äußerlich eine gewisse Zerrissenheit, aber auch die geistige Widersprüchlichkeit ist schwer zu einem geschlossenen Ganzen zu gliedern. Weichert schuf mit sicher charakterisierendem Stilwillen eine aus dem Geiste der Gegenwaick geborene Klassik?» aufsührung. er lief) dem Photos sein Recht, ja eröffnete die sonst stark gestrichenen Faustmonologe zu ihrer ganzen Länge, trotzdem war es fein Verdienst. daß diese ewigen Worte von zeitlos fühlenden Menschen gesprochen wurden. So brachte (v manche Szene erfüllt voll wuchtiger Eindringlichkeit unb prachtvoller geistiger Beherrschtheil. leider war der Osterspaziergang in f :iner Bierteilung zu zergliedert, das »u häufige Verdunkeln der Bühne und Fallen des Vorhangs zerriß die Schönheit und den Sinn der Reden. Auch die Walpurgisnacht bei offener Drehbühne büßte an gespenstischer Ausdruckskraft ein, ebenso erging cs der an und für sich immer gefährlichen -Hexenküche Bon ganz wundervoller, feierlicher Eindringlichkeit war das Vorspiel nn Himmel, von stark persönlichem Regiewillen durchdrungen die Domszene in ihrer erdrückenden Symbolik. Ein ausgezeichnetes inhaltvolles Zusammenspiel ergab sich in Auerbachs Keller. Den Faust spielte Wilhelm Klitsch «Deutsches Dolkstheater. Wien». Auch er litt an einer gewissen inneren Llnausgeglichenheit des Spiels, er wußte den Gelehrten besser als den Liebenden zu verkörpern. Am sinnvollsten in Spiel und Auffassung war die wundervoll ursprüngliche Margarethe Ren6e Strvbrawas in ihrer blon- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Samstag, 18. April 1925 jahrelanger Versprechungen bis heute Weihaiweih nvli> ii.uit geräumt, — ähnlich dem Verhalt.n in der Kölner Zone, — fernerhin in Tibet die chinesischen Rechte verletzt. Gerade zur Zeit, Anfang März 1925, weilt der Panshan Lama, der zweite Großheilige Tibets hier in Peking, und zwar, wie es okfen heißt, ist der Besuch em Protest gegen englische Annerionsge- lüste in Tibet. Verwunderlich ist es also nichi, daß das Schlagwort von der beglückenden Demokratie des Westens seine Zugkraft verloren Hai. Umgekehrt führt das zu gereizter Stimmung in der englischen Presse des Fernen Ostens, die rein demokra- tisch — im chinesischen Sinne — gerichteten, aber nationalen Geistesrichtungen in China den Vorwurf des Bolschewismus macht, übrigens mit viel System. Erwähnt sei noch, daß beinahe alle Nenner chinesischen Ledens zugeben, daß gefühlsmäßig die Chinesen untereinander das demokratischste Volk sind, das es überhaupt gibt, Klassenunterschiede sind kaum vorhanden, gerade im Gegensatz zum Engländer, wenn auch in gewisser Harmonie mit dem Amerikaner. Der Monarchist Nu Hung-ming formulierte seine Ansicht von der angelsächsischen Demokratie in Anlehnung an das berühmte Kriegsschlagwort der Angelsachsen „Machen wir die Welt sicher für die Demokratie" Imake the wold sase for democracy) in umgekehrter Form: „Es ist nicht mehr zu fragen, wie wir die Welt für die Demokratie sicher machen können, sondern wie wir die Demokratie für die Well ungefähr- l i ch machen tönneji." Wenn nun heute sich in China sogenannte bolschewistische Strömungen bemerkbar machen und von solchen Strömungen viel in die Welt hinaus telegraphiert wird, so ist daran Schuld das Versagen nacheinander, erstens der Monarchie in China, zweitens des demokratischen Gedankens, der sich lediglich als ein kluges Schlagwort für einen ausgesprochenen Imperialismus, vor allem Han- delsimperialisinus, erwiesen hat. Gedanken erschöpfen sich, verlieren ihre Zugkraft, wenn sie ;um Zweck der politischen Täuschung gebraucht werden. Bezüglich des Bolschewismus ist nun zuerst zu sagen, daß die Chinesen keineswegs bolschewistisch im wirtschaftlichen Sinne sind, sie haben das nicht nötig, weil die Grundbedingungen hier gan; andere sind. Selbst zur Kaiserzeit gab es keinen eigentlichen Adel und keine Großgrundbesitzer wie in Rußland. Ferner ist der Chinese fleißig und braucht nicht getrieben zu werden wie der kleine Mann in Rußland. Anders aber liegt es mit der politischen Einstellung. Die Demokratie hatte den Chinesen gebracht: Parlament und zugleich eine Militärkaste, wie man sie feit Jahrhunderten in China nicht gekannt hatte, ferner Stampfe der militärischen Führer untereinander, die heute noch das Land zerreißen. Für die S e 1 b ft ä n d i g k e i t Chinas geschah aber nichts, im Gegenteil ist China seit 1842 immer mehr zur Halbkolonie herabgesunken. Bis 1914 stand ferner China einem „Euro päischeu Konzert" gegenüber, den; sich noch Japan anschloß. Seit 1911 ist dieses Konzert zu Ende, Rußland steht sogar politisch im schärfsten Gegen satze zu England in ganz Asien. Folgerichtig mußte sich daraus ergeben, ein Hinüberneigen z u Rußland, Untersuchung der Ursachen der russischen Erfolge in anderen Teilen Asiens, in der Türkei gegen England, in Sibirien gegenüber Japan und der Entente. Eine Durchdringung Chinas mit bolschewistischen Wirtschästsgedanken findet zwar auch statt, aber die Aussicht auf Erfolg ist ganz gering, wenigstens im eigentlichen China. Was sich abspielt, ist ein Gärungsprozeß, bei dem überkommene Auffassungen auf allen Gebieten mit neu ein gedrungenen Gedanken, demokratischen sowohl wie bolschewistischen einen 'Ausgleich zu suchen. Ganz getrennt davon ist zu beachten die politische Ein Wirkung, die lediglich dem Machtstreben der einzelnen Mächte in Asien und vor allem in Ostasien entspringt, wobei aber dieses Machtstreben nicht mehr in der Gruppierung vor sich geht wie bis 1914. Auch der Friede von Versailles hak dazu beigetragen, weil sich die noch ganz oder halb selbständigen Völker Asiens mit Recht sagen. Wenn man ein solches juristisches und wirtschaftliches Marterwerkzeug für Deutschland zurecht gezimmert hak, was wirb man uns, den Rasse- fremden, antun, sobald man es rann. Diese Einwirkung ist besonders stark im Falle von Japan, das soeben mit Rußland einen 'Ausgleich gefunden hat und damit wahrscheinlich Rückendeckung für die Zukunft. Schon aber taucht die Frage für China auf: geschieht dies zum Nutzen oder Schaden China 5? Am 11. Februar protestierte China Rätsel-Ecke. Osterrätsel - Wettbewerb. Brief des Rätsclonkels an die Redaktion „... bin ich nach nochmaliger Prüfung der Aufgaben zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Lösung tatsächlich manche Schwierigkeiten macht und schlagr deshalb vor, die Frist für die Einsendung der Lösungen um acht Tage zu verlängern." Die Redaktion schließt sich der Ansicht des Rätselonkels an und setzt als spätesten Einlen- dungstermin für die Auflösungen des Öfter- rätselwettbewerbs Samstag, den 25. A.vril. Für ängstliche Gemüter sei bemerkt, daß auch unvollständige Losungen, d. s. die Auflösungen von nur einem oder zwei der Rätsel, bewertet werden. Die Auflösungen werden zusammen mit den Preisträgern Samstag, den 2. Mai veröffentlicht werden. Geheimnisvolle Inschrift. I & M Hahlen-Rätsel. 1. 1, 2, 3. 4, 5, 6. 2. 6. 7. 6, 8, 9, 5. 3. 10, 11. 8, 2, 5, 1. 4. 4, 2, 12. 5. 2, 10, 13, 9, 8, 6. 6. 14, 15, 10, 16. 7. 1, 15, 17, 10, 6, 18. 5, 6. 8. 12, 5, 19, 15, 5, 2, 20, 6. 8. 5. 9. 6. 2. 18, 14. 10, 6, 1. 12, 5, 13. 10. 16, 6 8. 3, 11, 16, 6. 5, 6. 11. 2. 2, 8, 20, 11, 10, 13. 12. 19, 4. 15. 10, 19, 4, 12, 8, 8. 13. 14. 4. 2. 8. 12, 2. 14. 2, 2. 10. 2. 15. 15. 5, 2. 20. 11. 20. 16. 1. 12, 2, 16. 2. 5, 14. Die vorstehenden Zahlen sind durch Buchst aben zu ersehen, wobei sich die einzelnen Zahlen stets auf den gleichen Buchstaben beziehen. Die entstehenden Worte haben folgende Bedeutung: 1. Mythologisches Wesen. 2. Englischer Schriftsteller. 3. Mittelalterlicher Held. 4. Fisch. 5. Grafschaft in Schottland. 6. Bauwerk. 7. Bekannter Schachgelehrter. 8. Erstling»druck 9. Englische Landschatt. 10. Muse 11 Stadt in Jutta nd. 12. Englischer Politiker 13 Muse. 14. Stadt in der Schweiz 15. Indischer Fürst. 16. Edelstein. Die Ansangs- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen ergeben einen Sinnspruch (Charade. Die erste ist. wohin ich auch geh'. Das Fleckchen Erde, auf dem ich g rab sieb Die zweit' und dritte nehm' dann ich zur Hand And schreibe dir draus, wo ich mich befand: Bist du begierig, es nunmehr zu wissen. Wird eins zwei drei es dir sagen müssen. Ä. G. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktions'isch. Gespräche. „Diese Gedichte," schmachtete Fräulein Blau- strunchf, „enthalten die innersten Geheimnisse meines Herzens!" .Seien Sie ganz ohne Sorge," sagte der Redakteur beruhigend, „niemand außer mir wird sie erfahren." Er: „Ai^elina, ich liebe Sie " Sie: „So? Ich habe aber keinen Pfennig Vermögen!" Er: „Verzeihung, Sie ließen mich nicht andre ben: Ich liebe Sie nicht Sie: „Aha! Ich wollte Sie auch nur auf die Probe stellen, ich besitze nämlich ein? halbe Mill im;." Er: „Ganz recht! Sie ließen mich aber wieder nicht ausreden Ich wollte sagen: Ich liebe Sie nicht Jchres Geldes wegen." Sie: „Ach! Mir fällt ein Stein vom Herzen Das war ja nur Spaß mit der halben Million!" Erster Schtwrrer: ..Gestern bin ich gewesen auf ä fainc Hochzait, wo nter hot gegessen mit goldene Löffel!" Zweiter Schnorrer: „Zaig!" » „Haben Sie den Goldfischen schon frische- Wasser gegeben, Anna?" „Rein, gnä' Frau, sie haben das vom letzten Mal noch nicht getrunken." Ein sicheres Mittel. Ein Mann kommt in das Schuhgeschäft unfl fordert ein Paar Schuhe. Der Verkäufer, der noch recht jung ist. probiert ihm ein Paar an, das 16 Mark kosten soll. Dem Käufer gefallen die Schuhe recht gut. aber er hat nur 13,50 Mark bei sich und bittet den jungen Mann, er möge ihm doch die Schuhe milgeben, er werde da« fehlende Geld am nächsten Tage sicher bringen. Der Verkäufer gibt ihm auch die Schuhe mit, und er zieht vergnügt ab. Als der Geschäftsführer das erfährt, ist er wütend und macht dem Verkäufer Doi-würfe. daß er sich auf so etwas eingelassen habe! der Mann werde sich nie Wiedersehen lassen. „Der kommt bestimmt wieder," erwiderte de. Jüngling stolz. „Ich habe ihm zwei Schuhe für den linken Fuß mitgegeben, da muß er sich den einen Umtauschen." dagegen, daß Rußland den Frieden von Portsmouth, 1905, in dem russisch-chinesischen Vertrage als zu Recht bestehend anerkannt habe, ohne auf Chinas Souveränitätsrechte Rücksicht zu nehmen. In seiner Antwort vom 26. Februar bemerkt der «owjetgesandte, China hätte vor 20 Jahren protestieren sollen! Für Deutsche ist das Schicksal Chinas äußerst lehrreich, beweist es doch zweierlei, erstens, daß waffenlose Staaten stets vergewaltigt werden und waffenstarke Staaten stets vergewaltigen, einerlei ob sie monarchisch, demokratisch oder sonst was sind, zweitens, daß trotz allem ein Volk sich durchsetzen und halten kann. Buntes Allerlei. Der Speisewagen in der Elektrische». Seit ungefähr einem halben Jahr verkehrt auf der elektrischen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Krefeld - die Fahrtdauer betragt etwa eine Stunde ein sogenannter Restaurations- Wagen. Er wird täglich bei drei Schnellzugpaaren am Aachmittag als Anhänger niltgc- führt In diesem Wagen werden naturgemäß nicht, wie in den Speisewagen der D-Züge, warme Mahlzeiten als Mittag- und Abendessen abgegeben. sondern nur kleine Erfrischungen gereicht, wie Kaffee, Tee, Bier, Wein, Limonade, belegte Brote, gelochte Eier, warme Würstchen u. dgl. Die Einrichtung hat sich in dem mehrmonatigen Betriebe gut bewährt und erfreut sich offensichtlich regen Zuspruchs bei dem reisenden Plchlikum. Der Wirtschaftsbetrieb wird von der Hotelküche eines der ersten Düsseldorfer Hotels durch eine Köchin und einen Kellner versorgt. Der Wagen ist mit Holzwänden komfortabel ausgestattet Die Küche wird elektrisch betrieben. Alle mcdernen hygienischen Maßnahmen für die Sauberkeit und Kühlung der Speisen sind geben Dcutschheit. An ihr bewahrheitet sich das Wort: „Gefühl ist alles!" Ein gan$ prächtiger, klar denkender, liebenswürdig ironischer und boshaft luftiger Mephistopheles erwächst aus der Gestaltung dieses schnoddrigen, alles verneinenden Geistes durch Ferdinand Hart. Alle die übrigen waren gut ohne Einschränkung, oft sogar recht interessant. Ludwig Sievert, dem phantasiereichen Bühnenbildner, war die gewiß nicht leicht zu losende Aufgabe dee. Ausbaus der zahlreichen Szenenbilder (24) teils äußerst eindrucksvoll und organisch den Oebanfen linierst reichend gelungen. Er mußte ja im wahrsten Sinne ün -engen Bretterhaus ben Gang der Schöpfung ausschreiten und wandeln mit bedächtiger Schnelle, vom Himmel durch die Welt zur Holle. Aur der Osterspaziergang tom in feiner bildlichen Auswirkung zu kahl und vielleicht auch zu stilisiert geraten. 3m übrigen war die Drehbühne geschickt ausgenüht und half die Verwandlungen nach Möglichkeit beschleunigen. Der Beifall war ungemein stark, ein dankbares Haus rief Richard Weichert mit dem Stab feiner Helfer wiederholt vor die Rampe. ♦ Sportliche Wunderleistungen der Naturvölker. Der Sport ist wohl stets Gemeingut der Menschheit gewesen, denn man findet ihn auch bei den Raturvölkern, die ihn zur Ausbildung des Körpers benutzen. Diese primitive Sport ist nicht minder mannigfaltig als bei unfrige: es fehlen nur die Arten, die auf der Heranziehung von Maschinen beruhen, wie Aad- und Autorennen, ober Preisschießen mit Feuergewehren. Sonst ist alles vom Laufen und Springen, vom Werfen und Ziehen, bis zu Schnee- und Eisspielen, zu Jagd- und Fischsport unter den Raturmenschen vertreten, und sie vollbringen auf diesem Gebiete Höchstleistungen, wie sie von zwilitterten Eportsleuten noch nie erreicht worden sind. Einige solcher Wunderleistungen der Aaturvolker stellt der bekannte Ethnograph Prof. Karl Weule in „Acclams Universum" zusammen. 3n der Sierra Madie im nordwestlichen Meriko wohnen die Tarahumara, die man mit Recht die heften Läufer der Welt genannt hat, allerdings zeichnen sie sich nicht so durch Geschwindigkeit als durch Ausdauer aus. Ein Tarahumara vermag 275 Kilometer ohne Unterbrechung im Dauerlauf zurücklegen, und nachweislich hat ein Mann den 960 Kilometer weiten Weg voit Gu- azapares nach Chihrtahua in 5 Tagen zurück- gclcgt. Dabei nähren sich diese Läufer nur von geröstetem Maismehl und Wasser. Der Lauf- sport wird in großen Wettläufen geübt, bei dein die Mannschaften verschiedener Orte ihre Kräfte miteinander messen. Bei diesem Wettlauf stoßt jede Mannschaft einen 6 Zentimeter dicken Ball mik ben Füßen vor sich her, bei jedem Stoß etwa 100 Meter weit, und diesem Dail wird eine geheimnisvolle Wirkung auf die Geschwindigkeit und Ausdauer zugeschrieben. Es werden Wetten aut die Parteien abgeschlossen, bei einem Wettlauf. bei dem 31,6 Kilometer in 2 Stunden zurückgelegt wurden. lief der Führer in der ersten Runde 96 Meter in 19 Sekunden, in der zweiten Runde dieselbe Strecke in 24 Sekunden. Fabelhafte Schnelläufer und Dauergänger zugleich sind die Ser i, ein nur noch aus wenigen hundert Menschen bestehendem Zndianerstamm, der guf der im Golf von Kalifornien gelegenen Insel Tibaron und dem gegenüber gelegenen Festland ein kümmerliches Dasein führt. Diese Seriknaben jagen den Hasen gewohnheitsmäßig, indem sie zu 3 und 4 ihn im Laus verfolgen, förmlich ein- kesseln und mit der Hand fangen. Ebenfo jagen die Erwachfen en den Hirsch Einem Seri wurde ein Pferd versprochen, falls er es innerhalb einer Strecke von 200 Metern fangen würde. Da Pferd sauste in vollem Galopp an dem ruhig dastehenden Indianer vorüber, aber es war noch lange nicht 200 ,Meter weit gekommen, da hatte der Mann es eingehvlk unb war auf seinen Rücken gesprungen. Auch die Buschmänner jagen die Tiere, indem sie mit ihnen um die Wette laufen; sie bedienen sich bei diesen Dauerläufen kleiner ßcbcrfanbalen mit einer schnabelförmigen Spitze, die nach unten steht. Der Schnabel dient als Widerlager für den im lockeren Sande leicht zurückgleitenden Fuß. Eie jagen das Tier meist zu mehreren, und der erste treibt es geschickt auf den zweiten, der dann in der Verfolgung durch den dritten abgelöst wirb. So geht die Hetzjagd von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, bis das völlig erfc^pste Wild sich leicht töten läßt. Der Buschmann hat heraus- gefunden, daß sich nur ganz bestimmte Tiere, das Gnu und der Gemsbock. auf diese Weise jagen lassen. Beide sind Wiederkäuer von besonderer Empfindlichkeit, und wenn sie stundenlang am Fressen verhindert werden, so entzündet sich ihr Berdauungskänal. so daß das Tier bewegungsunfähig wird. Seltener sind bei den Raturvölkem Höchstleistungen im Springen. In diesem Sport vollbringen die W a t u ß von Ruanda im Rordwesten von Deutfch-Ostafrika das Erstaunlichste. Es sind riesige, schlanke Menschen von 2 Meter Hohe und darüber, deren Durchschnittsleistung 2.50 Meter- Sprunghöhe ist. also mehr als einen halben Meter über dem Weltrekord. Auch im Speerwurs sind sie Meister, werden aber darin noch von den Wahehe übertroffen, die im Stromgebiet des oberen Rn- fidji im südlichen Deutsch-Ost afrika wohnen. Die Wahehe durchbohren mit ihren außerordentlich zierlichen Wurfspeeren, die am Ende die Stärke einer Holzhäkelnadel haben nicht nur den fliehenden Feind, sondern sogar ben Rumpt eines Ochfen Virtuosen des Wassersports sind die Polynesier, die auf Planken von der Größe eines Plättbretts gegen die wildesten Brandungen anschwimmen. Die Ton gan er rammen zwei Holzpfähle in das Meer, wo es etwa 3 Meter tief ist Der Sportsmann springt mit einem großen Stein bei einem der Psähle ins Wasser und erreicht bann, auf dem Seegrund gehend, den 70 Meter entfernten anderen Pfahl. Das ist überaus schwierig, da bei der weiten Entfernung das Ziel nicht erkennbar ift trotten, a. B. lorgt eine oetenöere Kühlanlage, bei her oie Äälte- durch Verdampfen von QIm= inoniaf erzeugt wird, für die Konservierung der Speisen in der heißen Jahreszeit. Die Durchlüftung des ganzen Wagens geschieht durch besondere kiemenartige Aufbauten am Perron des Wagendachs. Man wird übrigens den neuen Wagen auf der Münchener Derkehrs-Ausstellung im Sommer besichtigen können. Statistisches von den deutsche« Zeitungen. Im „Zeitungsverlag" werden nähere Angaben über die Statistik der deutschen Zeitungen gemocht wobei aber zugleich hervorgehoben wird, daß diese Uebersicht auch nicht annähernd als vollständig angesehen werden dürfe. 3lad) diesen Ziffern beträgt die Zahl der in Deutschland erscheinenden Ze it ungen 315 2, wovon auf Preußen 1772 entfallen. 1834 Zeitungen erscheinen wöchentlich 6maL 114 7mal. 58 öfter als siebenmal. Bereits 1906 erschienen 61,5 Prozent aller Zeitungen drei bis sechsmal wöchentlich. Als das typische Land her Kleinzcitungen wird Schlesien bezeichnet, von dessen 261 Zeitungen 164 1—3mal wöchentlich erscheinende Blättler siird. Die meisten (tz r o ß z e i t n n g e it besitzt die R k) e i n p r o ckr n z, dann folgen W e st s a l en und Berlin, die häufigste Art der Erscheinungsweise ist wöchentlich lOmal. Die meisten Zeitungen besitzt Berlin, nämlich 101, dann folgen Breslau mit 19. H a m b u r g mit 18, München und Frankfurt a. M. mit je 14, Leipzig mit 13, Köln mit 11. Der Partei i'ichtung nach erscheinen u. a. 392 nationale. 284 Zentrumszeitungen, 166 demokratische, 142 sozialdemokratische, 141 wirtschaftliche, 96 bayrisch-volks- parteiliche, 48 deutsch-volksparteilichc, "20 konmni nrstische. Amtliche Zeitungen werden 188, parteilos 1635 gezählt. Der Kampf der männlichen mit der weiblichen Damenmode. Den Modeschauen, die altzährlich im Pfcühiabr mit den großen Pariser Hennen von Longchaurp und Auteuil verknüpft sind, sieht man in diesem Jahre mit besonderer Spannung entgegen. Es wird sich nämlich ein erbitterte r Kampf zwischen den beiden Richtungen der Damenmode entwickeln, die mehr die männliche oder die weibliche Linie in der Frauenkleidung betonen. Die Modeftrmen, die die Vermännlichung der Damentoilette immer weiter steigern und dabei besonders von ihren amerikanischen Kunden unterstützt werden, wollen Scharen von Mannequins ausschicken, die in ihrem Aeußercn das männliche Element auf das stärkste betonen und an Schlankheit der Linie wie an Knappheit der Formen das Aeutzerste bringen. Gegen diese Amazonen aber werden die Firmen, die zu der alten frcmzösifchcn lieber» licferung weiblicher Eleganz und Schönheit zurückstreben, eine Schar von Mannequins entsenden, die durch die duftigsten Garnierungen, die zartesten Stoffe, durch Reisröcke und andere echt weibliche Reicherten dem wahren Ideal der Frau den Sieg erobern sollen. Die niedrigste Todesziffer. Neuseeland, dessen Todesziffer für 1924 8,29 pro 1000 beträgt, rühmt sich, damit die niedrigste Sterblichkeit in der ganzen Welt a> reicht zu haben. Die Säuglingssterblichkeit hat in vier Jahren von 50 bis 1000 Geburten auf 40 abgenommen. Die Geburtsziffer von 1924 ist mit 21.57 pro Lausend die geringste, die bisher in Neuseeland verzeihet worden ist. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Vielerseits war erwartet worden, daß sich nach - den Feiertagen ein Umschwung an der Vorse einstellen, daß wenigstens die rückläufige Kursbewegung zum Stillstand kommen werde. Diese Meinung sand ihre Begründung in gewissen Anzeichen, die für eine Besserung der Konjunktur vorliegen. Sn erster Linie ist hier die Abnahme das, wenn auch langsame Zurückgehen der Arbeitslosenziffer zu nennen. Die ersten Börsen nach den Osterseiertagen haben diese Erwartungen allerdings gründlich getäuscht, denn im Gegenteil, die Schwäche ist nur viel ausgesprochener zum Ausdruck gekommen, und wenn nicht beschlußgemäß die Großbanken hin und wieder in einzelnen Papieren intervenierten, so könnte mau schon fast von einer Dervute sprechen. Dies ist um so auffälliger, als in dem allgemeinen Kursniveau die schlechte Konjunktur schon seit langem deutlich zum Ausdruck kommt und es so niedrig ist, daß es bei vielen Papieren jedenfalls dem inneren Wert in keiner Weise entspricht. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand und find schon häufig ausgesprochen worden. Der wesentliche ist und bleibt der Kapitalmangel, der nicht nur das große Publikum völlig von der Börse fernhält, sondern auch immer wieder plötzlichen Geldbedarf nur durch Abstoßung von Effekten decken läßt. Sn dieser Hinsicht dürfte der Steuerzahlungstermin am 17. April eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Daß bei einer solchen Berfassung der Börse die Baissespekulation nichts unversucht läßt, um durch Ausstreuung von Gerüchten die Lage zu vorschärsen, bedarf keiner besonderen Betonung. Bedauerlich ist, daß sie hierbei von einem Teil der Presse aus Gründen der Wahlagitation Unterstützung findet. So erregte eine heutige Heu» Yorker Meldung, daß die deutschen Anlechever» Handlungen auf Grund der Aufstellung Hindenburgs ins Stocken geraten seien, großes Aufsehen und übte einen starken Kursdruck aus, obwohl von feiten der Großbanken die Erklärung vorlag, daß von einem derartigen Zusammenhang nichts bekannt sei. Daß die Amerikaner neuerdings in bezug auf die Aufnahme deutscher Anleihen größere Zurückhaltung zeigen, ist eine bekannte Tatsache, die auch längst vor der Hd» miniecung Hindenburgs von derselben Presse, die heute solche Zusammenhänge konstruiert, wiedergegeben worden ist. Die Gründe dieser Zurückhaltung liegen auf ganz anderem Gebiet, und cs ist charakteristisch für die Börsenbefucher, daß derartige Konstruktionen nicht sofort als das erkannt werden, was He sind, vcyon oei der Bekanntgabe des Abschlusses eines Banllredits von 6 Millionen Dollar für die 'Rhein-Elbe- Union war betont .worden, daß dieser Bankkredit später in einer größeren Anleihe aufgehen soll. Man hat schon damals den Weg des Bankkredits genommen, weil die Zeit für eine größere Anleihe nicht als geeignet erschien. Hierbei mag auch die Kursbewegung der Kruppanleche ein Mahnzeichen gewesen fein, wobei zu betonen ist, daß der Kursdruck der Kruppanleihe bereits ebenfalls vor der Homtnierung von Hindenburg Tatsache war, während man jetzt den Anschein erwecken will, als wenn er eine Folge dieser Dominierung sei. Der Geldmarkt hat die leichte Versteifung zu Anfang des Monats glatt überwunden und ist wieder recht leicht. Hervorzuheben ist, daß sich das Geschäft am Privatdiskontmarft zu entwickeln beginnt, und daß auch das Wrsland, namentlich Holland, als Geldgeber am Privatdiskontmarkt erscheint. Die amtliche Großhandeis- indexzifservom 15. April. Die auf den Stichtag des 15. April berechnete Großhandels- inderziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 131,4 i Vorwoche 131,2) nahezu unverändert. • Deutsche Platinankäufe i n Süd« asrika. Sn südafrikanischen Gebieten, in denen die neuen Platinfunde gemacht wurden, sollen noch englischen Zeitungsberichten, wie dem Fach- blali „Fndustrio-Kurier" als London gemeldet wird, deutsche Agenten in größerer Anzahl Terrain auftausen. Die deutschen Vertreter sollen über sehr große Kapitalien verfügen und sich mit dem größten Erfolg bei den Auftausen beteiligt haben. Wenn sie ihre Käufe fortsehen, müsse man damit rechnen, daß ein großer Teil des neuen Terrains unter deutsche Kontrolle fonuirt. Börsenkurse. Tatumt fff» 5)ctrtTd)e 8teM)5aitIeflte . 4% Deutsche RcichSankeihe . 3'/a% Deutsche Rcichsauleihe 3°/.. Deutsche NcichSankerhe . Deutsche Svarprämienan leihe 4% Preußische KonsolS ... 4% Hessen 3‘/a% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-An l. bto. Doll-Schatz-Anweisng.') 4% Zolltürken ........ 5% Goldmexikaner ..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Baok. Darmst. und Nanoaalbaat . Deutsche Bank Deutsche LereinSbank .... DiSconio Commandit .... Metallbauk Mitteldeutsche Crcditbanl . . Oestcrreichische CceüitairtzaS. Westbank............ Bochumer Guß ....... Buderus....... * * .. Caro........ Deutsch Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke.. Harpeuer Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kakiwerk Westeregeln. .. . . Loorabütte.......• . • • Oberbedarf .......... Er Bergbau ...... Nabl..... 1 SJlonian ....... Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd..... Cheramische Werke Albt» . . Zewcurwerk Heidelbero .. . Philipp Holzmann..... Anglo Cont Guano .. .,. Badische Anilin ....... Chemische Mayer Skavin .. Goldschmidt . . ....... GrieS t ebner Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... Nütgerswerke ........ Scheideanstalt......... Allg- Elektrizitäts-Gesellschaft S’-ranrcnn .......... Mamkraftwocke . ...... Schuckert Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hcyligenstaedt......... Mcguin............. Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . eimtlervenfabrik Braun . . . Metallgesell'ch-M Frankfurt. Bei. Union A-'G.. ..... Schud'adrik Herz . . .. . .. Sich-l........... Zellstoss Waldhof....... Zucker abrik ^rcmkenlha! • • Zuckerfabrik Wag häutet • .. Rronffm-t t. M. S’rr"*? Sch!utz» ftuia Schluck. Abend- bLrse Schluß. Rur» Schluß» mittag ! b rle 16.4. 17 4. 16. 4. 17 4. 0.6275 0,630 0 61 r C.20 0,68 — 0,71 0 695 — <1.67 0 685 0 675 — 0,77 0,790 0 78 0,3.30 0,30 I 335 0,340 0.720 0,710 0.735 0,71 0,70 — 0.73 —— 0,68 — 0.7 0 68 0,68 0 70 0 70 94.75 1 6 »5 1'6 136 50 .6,13 1.33,5 1'3.75 134 131 89,75 89 75 115,75 tlä 75 116,.5 116,90 112.25 111.2) __ — 99,75 99.75 IW 100 8 2.5 8,1 3 8,25 0,2 0,11 0,11 02 — — 75 73,13 81L 79 16 4 16 9.-5 9.4 9,75 80 70 69,40 70,25 69 50 78,25 75 75,5 74 90 130 35 130 120,5 139,4 1 ,75 15.75 16 15.6 23,25 21 21..5 21,23 73.5V 72 72 73,5 9 4 9 9 8 90 55 7> 56 56 40 55.3 47,50 46 5 47 40 16.25 101.25 110.2 > 101,5 101 3 45 3 55 —» — 78 501 75,50 V'. 10 76 5 80 73,5 81 79 88 86 — 86,3 85,23 85^ 85,25 — 1 9 5 133 131,75 135 34,4 132,75 —— 0,43 *— _ 104.35 104 2 101.5 104 28 157.75 5 90 25 50 läi 131 120,25 128,9 7.20 7,12 — — 14,9 14,6. 15 14,75 135.25 1 3 50 - 18 75 10 85 10.9 10.90 9 ,25 87 50 89 87 93 4 90 5 —— 59 13 59 70 — 69 rr 68 6 3 30 3 40 3,79 3.30 5,15 5.'5 5,10 6,12 3 2 8 —- 7 7,1 7,»5 7,25 — 106 105 0.66 0,655 - ul:! 1 18 1 1 126,5 ■ ■ - — 2.35 2 1 2,13 3.U 3,75 3,75 60 — 2,3 3 3 12.8 12,62 13 12.62 43 4,25 —■ 3,275 3.1) 84 3,3 Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 17. April. Das an der heutigen Nachbörse hervorgetretene Deckungsbedürfnis übertrug sich auch auf den Abendoerkehr und gab diesem einen etwas freundlicheren Anstrich. Stimulierend wirkte' die Meldung, daß der Anilin kanzorn doch eine Dividendenausschüttung von 10 Proz. beabsichtigen soll. Infolge dieser Anregung waren chemische Werte gefragt und wiesen gute Erholungen auf. Die Unternehmungslust beschränkte sich aber nur auf diese Werte, wahrend die anderen Märkte weiter geschästlos, aber leicht gebessert waren. Etwas lebhaftere Umsätze erzielten ferner Sproz. Reichsanleihen, die auf 0,630 anzogen im freien Derkehr später noch etwas höher gesprochen wurden. Die Börse schloß in befestigter Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanlekhen 0,630, Agioschätze 0,550, ausländische Anleihen: 5proz. Silbermcxikcrner (abgestemp.) 16.50, 3prvz. do. 10,50. Bankaktien: Eommerzbank 109,25. Darmstadter Bank 136, Deutsche Bonk 133,75, Disconto- geselljchast 115,75. Dresdner Bant 107,25, Mitteldeutsche Kreditbank 99,75, Reichsbank 135L0, Oester- reichische Kreditaktien 8,10, Wiener Bankverein 5,75. Chemische Aktien: Badische Anitin 135,0, Scheide- । anftalt 133,50, Elberfelder Farben 26,0, Theodor I Gcilbschmibt 104,25, Höchster 131,0. Montanaktien: * Manssewer 84. Phönix 56, Rheinische Braunkohlen 144,50, Äafi Aschersleben 15,75. Kali Westeregeln 21. Transportaktien: Rordloyd 78,50, Industrie atticn: Abler-5lleyer 3.40, AEG. 10,85, Dyckerhoft und Widmann 4,30, Elektr. Licht und Kraft 6,30, Gedr. Iunghons 11,80, Rheinmctall 57,25. Devisenmarkt Derkm—Frankfurt a. M. (gn Wlltoneu Mark auSgedrückt. BuenoS-SireS, London. 32tu» York. Japan. Rio be Janeiro für eine Einheit. Wien anb Budapest für 100000 (totbeiten, alle- übrige für 100 Einheite».) Telegrafrhifche Auszahlung. Banknoten. 16. April 17. Sprit vimlich« Dotierung NmtUch: ‘jiotkrit'ti Geld '^rtef Geld Ümst-^Nou. 16Z.r.9 168.01 167.54 167,96 vuru.-MrrS 1,6) 1.604 1.C06 1,661 21 275 Brn-^ÄnNo- 21,16 67.8) 21.22 21 213 Ebriftiairia. 67.98 fS.11 fS 29 Hopenbag-n 77,55 77.75 77.67 77,87 Ckockbolm . 113,04 113.33 113,04 113.32 Hollrngfor^. 10,562 10,602 10,5k1 10,601 «täte» - . . 17.24 17.28 17.28 17.33 London. . . 20.076 20 126 20,074 20,125 'Jlcutjoti . - 4.195 4,2.31 4,195 4,202 P^riS - . . 21.765 21 825 22,05 73-1t Schwei; . . M 05 81 35 81, C6 81,26 Spanien - 59. SO 53 94 69 93 60.M yavan . . . 'Hto de Jan 1,775 0,439 1.777 0.111 1,773 0,439 1,777 V.441 Wien in D-- Ceft. adgeft 50,0.9 to,24 59,085 50,22» 12.44 6,765 12.18 6,785 12.13 6 75 12,47 6,77 ^eljrab .. Ludavelt . . 6.815 8.835 5,812 5.833 Buloarieu 2.03 3.07 3.055 LM5 Lissabon . 20,275 20 32 » 30.37» 20,33! Dan;rg. . - 79,70 79 9 » 79 70 79 99 fionftantin, 2, IS 219 2 1«! 2,193 Ärorn. . . 7,49 7.51 7,59 7.61 Berlin, 17. April. Ger> Brkrr Llnn-rkkauilche Note» ..... 4.178 4,198 Belgische Noten . 71 15 21 2. Däntlche Noten ........ 77 56 '? 94 Englischs Noten........ 20 04 20.14 Französssche Noten ...... 2 03 12 15 Holländische Noten...... 117 1, lt8 01 Italienische Noten ...... 17 30 17.38 Norwegische Noterr...... ts 0» b8 35 Deutsch-Oesterr. ä ioo Kronen 18 98 Ü9,28 Rumänische Noten...... — — Schwedische Vinte....... 112 84 113 40 Schwei,-er Noten....... SH 96 H.36 Svarmch<- Noren ....... 59, SO. 60 ID Tsch-.-choslowakische 9iotf.lt - - 1- 40 i K465 Unearische Noten . . ... 5,785 6,805 Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 17. April. Die Mutlosigkeit, die bereits den gestrigen Schluhvcrkehr kennzeichnete, übertrug sich auch auf die heutige Börse. Wenn sich auch die Vachrichten einiger Blatter über die finanzielle Auswirkung des Präsidentschafts- tampfes inzwischen als unwahr erwiesen haben, die z. B. von der Zurückziehung ausländischer Kredite sprachen, so blieb doch die Unternehmungslust der Börse äußerst klein. Die Aktienkurse bröckelten allgemein weiter ab, und die in letzter Zeit verhältnismäßig stabilen Anleihen schloffen sich dieser Bewegung in verstärktem Maße an, so daß fünfprozentige Reichs- Maße an. so daß fünfprozentige Reichs- anlei he einen Anfangskurs von 0,625 gegenüber 0,652 am Vortage au verzeichnen hatten. Die Vortagskurfe der übrigen Staatsanleihen schlossen sich an. Don Äolonialtocrten büßten Diamantshares ihren gestrigen Aufschlag wieder ein (heutiger Kurs 20,5). Beachtung fand an der Börse die feste Haltung des französischen Franken, die allerdings kein Ergebnis des freien Spiels zwischen Angebot und Rachfrage war, sondern vielmehr auf starke Snlerventionstätig- keit zurückzuführen ist. London: Paris 91,45. Ziemlich fest zeigten sich daneben auch die nordischen Devisen. Die Mark wurde gemeldet aus London mit 20,10, Paris 4,55, Amsterdam 59.60. Der Geldmarkt zeigte sich unverändert. Der Bedarf für tägliches Geld ist verhällnismäßig gering, er konnte ohne weiteres bestritten werden, während Monatsgeld demgegenüber etwas knapper angebvten ist. Die Sätze erfuhren keine Veränderung. Tägliches Geld 7,5 bis 9,5 Prozent, Monatsgeld 9,5 bis 11,5 Prozent. Frankfurter Getreidebörse« (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers?.) Frankfurt a. M.» 17. April. Es wurden notiert: Weizen. Wette rauer. 20 bis 24, Roggen, inländischer, 19 bis 22.50, Sommergerste für Drauzwecke 20 bis 26, Hafer, inländischer, 17 bis 21, Mais fge£b) 19.50 bis 19.75. Weizenmehl, inländisches, Spezial 0. 36 bis 37.75. Roggenmehl 30 bis 32. Weizenlleie 13 bis 13.50. Rvggenkleie 14.25 bis 14.50. Tendenz: Flau. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M.. 17. April. Auftrieb: 2 Rinder, 2 Kühe, 1367 Kälber, 274 Schafe und 588 Schweine. Es wurden bezahlt für 50 Kilogramm Lebendgewicht: Kälber: feinste Mast- fälber 80 bis 85 Mk., mittlere Mast- und beste Saugkälber 75 bis 80, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 75, geringe Saugkälber 50 bis 65 Wk. Schafe. Masllämmer und Mast- hämmel 47 bis 50 Mk.. geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 40, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzfchafe) 20 bis 32 Mark. Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 64 bis 66 Wb, unter 80 Kilogramm 58 bis 63, von 100 bis 120 Kilogramm 64 bis 66, von 120 bis 150 Kilogramm 64 bis 66 Wk. Marktverlauf: Kälber und Schafe anfangs lebhaft. später gedrückt; Schweine ruhig. Markt geräumt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. April. Der Produktenmarkt lag bei geringen älmsätzen schwach. Der starke Rückschlag der amerikanischen Preise wirkte sich aber hier nicht voll aus. Weizen und Roggen erlitten einen Rückgang von drei bis fünf Mark. Hafer konnte sich gut behaupten. Futterartikel wenig verändert. Es notierten für je 1000 Kilo: eizen, mark. 245 bis 248, dcx Mai 252.50 bis 253, Roggen, märt 223 bis 225, do. Mai 218 bis 220, do. Suli 217 bis 218, do. fromm. 220, Gerste, mark. 210 bis 230, Futtergerste 185 bis 205, Hafer, mark. 195 bis 204, do. Mai 186 bis 187, do. Suli 182,50, Raps 390, Leinsaat 380 bis 385; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 34,50, Roggenmehl 30 bis 32,25, Weizenlleie 10,10 bis 14,20, Roggenkleie * 15 bis 15,10, DUtoriaerbsen 23 bis 29, kleine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 18,50 bis 19,50, Pe- ", kuschten 19 bis 21, Ackerblchnen 19 bis 20. Wicken 20 bis 21, Lufrinen, blau 10,50 bis 12, do. gelb 12,50 bis 14,50. Serradelle 14.50 bis 16. Rapskuchen 15,70 bis 16, Leinküchen 22 bis 22,30, Trocken schnitzel 10,20 bis 10.40. Torfmelafse 9,30, Kartosselflocken 19,20 bis 19,50, Zucker 17,50 bis " 18,50. Büchertisch. — Die Aprilnummer der .Lustigen Blatter" U wird an fröhlichem Humor und Ulk wohl l'aum non etwas anbcrum überboten werden formen k 'Isen der luftigen Titelseite bis zur letzten jagt ein Scherz den anderen. — Don der allbekannten B ib 1 i o t h c l der .. Unterhaltung und des Wissens er= -- scheint alle vier Wochen ein 'Band zmn Preise von 1,30 Mk. Union, Deutsche BerlagKanstalt. Stuttgart. 249 * Lehrbuch des Schachspiels-. Einführung in alle Zweige des cvchachfpiels von 3- Berger, 5. Auflage. Preis gebunden OKI. 2.50 Max Hesses Verlag. Berlin W15. Berger lehrt die Clemente des Spiels in knapper und verständlicher Form; er mutet dem Anfänger nicht zu viel auf einmal zu, benützt aber jede Gelegenheit ihm einen Einblick in die Tiefen des Schachs zr , gewahren unöjein Interesse am Schach gefanger > zu nehmen. So führt Berger unmerllich zu den Schwierigkellen und Problemen des Schachspiels besonders interefsant und originell ist das Kc> fritel über Zehlernutzungen. bis er endlich bet der Besprechung der berühmten Weisterfrartien unk Kompositionen landet. 97 — Rundfunkklänge. (Ein Album oct beliebtesten Ätahiertomfrotittonen. Drei Masken Verlag A.-G., Berlin N2i. Friedrichstraße 129.) Sorgfältig wurde das vorliegende Material geprüft. um jene Werke berauszufinden, die in Publikumskreiten den lebhaftesten Anklang fänden So ist der Muf (Liebhaber in der angenehmen Lage, das gehörte Zunkfrrvgr.anun durch eigene kunsUerische Kraft in seinem Heim zu rctafri- t ulkten. 244 — Neues über öte bisherigen und b t e künftige Mount-Everest-Expedi t i Olt teilt — and) münblidjen Berichten von ®. \ I. Finch — ber bekannte alpine schriftsteller W. Schmtbkunz im neuesten Heft ber illustrierten Halbmonatsschrift „Der A I p c n f r e u n b" mit (München. Amatieustr.'.ll. Richt minder fejfelnb ist Jos. Steinlehners «chllberung „Der Berg bss S6)nee^ qottes", die tiefe Emdiickc in die Seele der oftafri sanschen Neger gewährt. Neben Mount-Everest und Kilimanbjchoro finb aber auch die heimischen Berge in Wort und Bild reichlich berücksichtigr, filetier fährten ouss Große Häuskhorn sind namentlich für fahrt aufs Große Häuslhorn find namentlich für ben Hochiurisien interessant. — Eine Wanderung durch den menschlichen Körper von Dr. Hermann Deller. 2,60 'Mk. Max Hesses 'Verlag, Berlin W15. Alles Dingliche und Unmögliche wissen wir . über das, was uns zunächst angebt, über unteren Körper und ferne Funktionen herrscht «ne unglaubliche Hntoiffenheit, selbst bei den Gebildeten. Einer der bekanntesten medizinischen Autoren hat sich zur Aufgabe gestellt, uns. tote «tu Sn- genieur durch erneu großen Fabrikbetrieb, durch das Wundertoerk des menschlichen Körpers zu. führen, Zweck und Funktionen desselben zu er- ' lautem Das Buch lieft sich wie ein spannender Roman und niemand wird es aus der Hand legen, ohne reiche Belehrung und großen Ruhen . für seine Lebenshaltung, für feine Gesundheit geschöpft zu haben. 250 — Der neue Bau der Reichsfchul -s denverwaltung ist Gegenstand einer Festschrift. in der Fritz Stahl an Hand zahlreicher schöner und gut gelungener Abbildungen das Dienstgebäude der Reichsschuldenverwaltung in der Orantenftrafce würdigt. Der Reubau ist nach den Plänen des Geheimen Regierungsrats Prof.. Dr. German Bestelmefrer erbaut, von Prof. Lederer mit figürlichem Terrcckollenfchmuc! versehen und in den wahren 1920—1924 ausgesuhrt worden. Sn dem zweckmäßig eingerichteten, umfangreichen Bureauhaus find nicht nur die gesamte Reichs- schuldenverwaltung und die Preußische Staats- schuldenvertoaltung. fonbam auch die Bank für - deutsche Sndustrie--Obligatic>nen. die ReTttenbank: sowie Teile des ReickBcnlfchädigungsamtes für Kriegsschäden und des Retchsausgl»chsamtes untergd>rad)t- 122 Asthmatiker, welche die weltbekannten AstmoU Ästhmapräparate noch nicht kennen, haben Gelegenheit,, gegen Einsendung von 2C Pfg in Briefmarken Mustei von Astmol-Asthm apulver gratis und franco xu erhalten, um dieses an sich auszuprobieren» Man wende sich dieserhalb an Galen« toera, Industrie, G.mAH Frankfurt a.W. SpeichcntraÖe 4/5 kvan Baerle’s Ei-Schutz van Baerle & Co.. Worms a. Rhein I Erste deutsche Wasserglasfabnk. 6egr. 1838 M I In allen einschlägigen Geschäften zu haben. MH ~ Geschäftliches. Die natürlichen Pffanzenkräfte hn llngarischeft Wasier Faßhauer kräftigen Rerven und Körvet und heilen Migräne, Ischias und Rheuma. ***'» Auskunft: llniv.-Apotheke zum goldenen Engel. der echte Südfruchtpudding nach holländischer Art Das liebliche Aroma (keine Essenzen) und die glücklich gewählte Eigenart seiner Zusammenstellung verleihen dem Mondamin - Delikatess • Pudding seinen pikanten Geschmack. Mondamin - Delikatess - Pudding ist etwas ganz Leckeres wie jeder MONOAMIN-FEINKOST-PUODIHG Damen- und Herren- Gummi-Mäntel r in modernen Farben u. eleganten Formen, Erzeugnisse allererster Firmen empfiehlt in riesiger Auswahl Aufruf! Wähler! Wählerinnen! Am 26. April soll die en-gültige Wahl des Reichspräsidenten erfolgen. Unter Festhaltung an dem Grundsatz der überparteilichen Kandidatur beschloß der Reichsblock, die Kandidatur an Geueralfeldmarfchall von Hindenburg ZU übertragen. In selbstloser Treue zum Vaterland hat sich der Feldmarschall nach reiflicher Überlegung bereit erklärt, diesem Kufe zu folgen. Hindenburg ist unseres Volkes bester Mann! Er ist der Mann, der weder nach link noch nach rechts fragt, weder nach Republik noch nach Monarchie, sondern nur nach seiner Pflicht, dem Staat und dem Volk zu dienen. Dar weitz auch das ganze Deutschland. Darum ist'es Pflicht jedes Deutschen, den besten Mann zum höchsten Amt zu berufen, welches das deutsche Volk zu vergeben hat. Darum wählen wir Hindenburg! Der Reichspräsident soll lein Parteimann sein. Marr aber war Parteimann, ist Parteimann und Wik auch parteimann bleiben. Marx ist der Vertrauensmann der religionsfeindlichen Sozialdemokratie. Marr ist der nachgiebige Gefolgsmann des Znternationa- lismns nach außen und innen Mit Hilfe von Marx will die Sozialdemokratie ihre Machtposition, die sie nicht behaupten konnte, zurülkerobern, um ihr sozialistisches Programm durchzuföhren. Das Zentrum will den Staat an die Sozialdemokratie verkaufen! wir wollen das nicht, Darum wählen wir Hindenburg, denn in ihm verkörpert sich die Einheit Deutschlands, in ihm verkörpert sich deutsche Treue und Zucht, deutsche Selbstlosigkeit, Pflichterfüllung und Vaterlandsliebe. E§ ist plumper Schwindel, wenn die Gegner behaupten, daß die Kandidatur Hindenburg die Monarchie und -en Krieg bedeute, - nein, die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten ist: wahrer Friede nach innen und außen, sozialer Ausgleich, konfessionelle Gleichberechtigung! (Einmal schon haben wir den größten und beste» deutschen Mann — auch er „schon" ISjährig — in entscheidender Stunde verloren: vismarck. Lin zweites Mal soll cs nicht geschehen, daß wir die Kraft und den Geist unseres Vesten, ungenützt beiseite werfen, unverbraucht liegen lassen. Darum wählen wir Hindenburg! helft alle mit zur Auferstehung unseres Vaterlandes! Am 26. April muh Hindenburg siegen! Str WM |. n. WWMltmW Ortsausschuß Sieben. Dahlbureau: ho!el Victoria. Fernruf 58. «oov Beiträge zu den Dahllosten werden im wahldureau ent= gegengenommen. Steuere jeder nach seinen Kräften hierzu bei. Bekanntmachung dieWahl des Reichspräsidenten betreffend. Die iStimmfartPi «.Wählerliste» kur die Wahl deS Reichspräsidenten (2. Wahlgang» in der Stadt Tieften mit Gemarkung Schissenberg und Herrnwald stimmberechtigten Personen liegt von Sonntag, den 19. April bkS einschlichlich Mittwoch, den 22. April 1925. und zwar am Sonntag von 9—1 Uhr, am Montag. Dienstag ani) Mittwoch von 7', bis 12h vormittags -unö 2\ bis 6 Ufjr nachmittags im Stadt- Hause Bergstraße 20 - Zimmer Ar 14 - zu jedermanns Hinsicht osten. Einsprüche gegen die Richtig- und Boll- ftänDiQlcit der ölimmlartei sind bis zum Ablauf der Auslegungskrist bei Meldung des Ausschlusses bei dem Oberbürgermeister (Wählamt, Stadthaus Bergstr 20, Zimmer Ar 14i schriftlich anzuzeigen oder zur Riederschrist zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist. find Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn Der Kreisaussu-uh endgültig. Giehcn. der. 16. April 1925. Der Oberbürgermeister. 3. D. Dr. Leib. 39346 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Arn 4. April 1925 a) die Firma Hugo Hellwig & Co.. Giehen- Gesellschafter sind Hugo Hellwig, Kaufmann, und Rudolf Röhr, Syndikus und Volkswirt, beide in Giehen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. März 1925 begonnen: b) bei der Firma Moritz Oregon & Sohn, Gießen: Maria Müller in Giehen ist mit Wirkung Dom 1. Januar 1925 als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die offeneHandelsgesellschasteingetrelen.Frau Therese Müller in Giehen ist mit gleichem Zeitpunkt als Teilhaberin ausgeschieden. Am 7. April 1925 bet der Firma Fechter & Burk, Giehen: Heinrich Fechter in Giehen ist mit Wirkung vom 31. Juli 1924 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschst. Kaufmann Fritz Burk in Giehen führt daS Geschält unter der seitherigen Firma mit Llebernahme von Aktiven und Passiven weiter. Giehen, den 15. April 1925. 39788 Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Betrifft: Die Diehmärkte in Giehen. Infolge ausgebrochener Leuche können die für Dienstag, den 21., und Mittwoch, den 22. April 1925 vorgesehenen Diehmärkte nicht stattfinden. Die Wiedereröffnung der Märkte wird rechtzeitig bekanntgegeben werden. 4006B Giehen, den 17. April 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. Steinbrüch-Verpachtung. Der städtische Bosaltsteinbruch auf den Goldäckern, Flur XVII Ar- 8, soll auf dem Submisfionswege auf die Dauer von 6 Jahren verpachtet werden. Der Bruch ist neu aufgeschloffen und sehr geeignet zur Herstellung von Pflastersteinen jeder Art. Schriftliche Angebote find bis zum 25. d. M.» vormittag« 11 Llhr, hier einzureichen, woselbst die Unterlagen erhältlich sind und jede weitere Auskunft erteilt wird. Ridda, den 15. April 1925. Bürgermeisterei Aidda. Ringshausen. 3944V Holzversteigerung. Die Gemeinde Frankenbach verkauft Mittwoch, den 22. April, nachmittags 1 Ahr. auf dem Gemeindehaus: 231Radelholzstämm. rn.142.105ftm_2.-4JU. 3 Eichen-Stämme „ 0,86 „ 3.-4. . 26 Stangen . .......1. . 31 Stangen ... . . 3. w Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gegeben. 3993V Der Bürgermeister. Bernhardt. Saatkartoffeln öoemölöer Blaue. 3nöurtrie. Baier Win. Beno usw. oüf Eager and waggonweise. 5oat- gerfte, willen. Grölen. Kleefarnen. HorD- SeulillresMerslroti preiswert lieferbar, sowie 8 liSSnßeialz. 42 ... Itzowaswe I. Cdlle- saioeier vnü fonitige Dtiageminei Ansianüs- menif. 3uPeriHinei. Bahn. Smvenknchkn Dfe. Peter Schepp 2andesproduktenhandlung 03** Saasen, Telephon Grün berg 5. ■■ 8 spricht Herr Reichstagsabg. Pfarrer Korell Montag, den 20. April, 81/, Uhr abends, in der Turnhalle am Oswaldsgarten in öHLHemramiiilöiig! Thema: Warum wählen wir Marx? Republikaner erscheint in Massai 4012D Der Ortsausschuß des Volksblocks. Hansa-Handels-Schule Inhaber und Leiter: J. Kunzeimann, Dipl.-Handelslehrer Diplom-Kaufmann, beeidigter Bücherrevisor. Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß ich die Handelsschule Hermes Bahnhofstraße 60, hier, übernommen und meinem Schalbetrieb eingegliedert habe. Der Unterricht wird unter meiner persönlichen Leitung nut erstklassigen Lehrkräften in der bisherigen allseits als mustergültig anerkannten Weise weitergeführt, gehen meinem Grundsätze: Für den Unterricht sei nur das Beste gut genug1 Anmeldungen für die neuen Kurse werden entgegengenommen. Bahnhofstraße 60 und Bleichstraße 5. Gießen, den 18. April 1925. J. Kunzeimann. iölllllllllli™ Montag, den 20. April 1925, vormittags 11 Uhr, versteigere ich in dem Sitzungssaals der Handelskammer in Giehen, Lonystrahe7, gemäß § 1235 B G. B. öffentlich gegen Barzahlung: P. M. 485 000 Mitteldeutsche Schmirgel werkcAttien. Versteigerung bestimmt. Ter« Gerichtsvollzieher m Giehen Steinstraste 13. 3808V Haarfeinen* Industrie Fahrräder Nähmaschinen Milchzentrifugen htth* Klein - Linden — Gießen Gegründet 1904 UC Sperrholz in iSaboon. tzrle und .Qiefet 3—25 mm schnred. u. bart. Hodelbretter. sowie Lva^ Itrrlarten, Bretter und Dieken in allen Ltärken. ebenso (ätben. Huchen- nnd Erchenschnittware liefern in allen Ltärken franko jeder Station. 2196c Eugen Dürr & Co., Giehen Televbon 149. Flaschenbier Syphons w ,ar,r maadiener bpatenürfin bell, dunkel. Märzen und Toppelivaten Woblbekömmlicb D^1 liefert frei Haud darlBatlieniie, BannWr9ao5 Walltorstrahe 6 Fernsprecher 1IKS Expreß- und Eildampferverhindungen mit Holland Verfrachtungen von und nach allen Ländern - Speditionen aller Art - Lastwagenverkehr mD Durchfrachten auf Anfrage Eckstein & Simon, Spediteure Oberlahnstein Rheinwerft Telephon 31 ysfhmaisMbw Dr. eed. 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So urteilen Leidensgefährten: Ich habe jetzt schon von Ihnen die sechste Flasche bezogen und ich mur, sagen, der Nymphosan-Slrnp hat ml ch noch vom Tode errettet Erst war ich 10 Wochen im Krankenhause, da hatte ich hohes Fieber und sehr viel Auswurf; auch war ich so schwach, daß ich nicht mehr gehen konnte Dann ging idi nach Oberstdorf und da hörte ich von einem Herrn E von Ihrem Nymphosan-Sirnp. Sofort bestellte ich diesen. Ich habe 14 Pfund zu- genommen, kein Fieber mehr und Auswurf hat auch sehr nachgelassen unr spreche Dinen meinen herzlichsten Dank aus. Hodiachtend Q. B. in O So und ähnlich lauten die fast täglich bei uns eingehenden Dankschreiben Best.: Bals. Myh cps. 3%, Na. benz.0,1%, Na. br. 2%, Ferr. pent. oxvd. liou 5%, Extr. Ataft. 24“'0> Sacch. 16% f. emuls. Preis p. Flasche Mk 3.—. Zu haben in Gießen: Apotheke „Zum goldenen Engel“. Alleinherstclkr: Nymphosan A.-G., München 38. 900A HaieiiiritifiBiei jeder Art .wa ■■■■........ 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