ar. 41 Erster Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 18. Zebruar 1925 Erschein! täglich, aufctr Sonn- und Feiertags Beilagen: GiebenerFamllienblütter Heimat im Bild. monats>B Artikel 238 des Vertrages von Versailles auf Rücklieferung von Vieh. EisenbahnwaggonS usw. Darüber schwebten seit längerer Zeit Verhandlungen mit Rumänien. die Rücklieferung in natura zu ersetzen durch Bezahlung einer entsprechenden Darsumme bi sich deshalb länger hinzögerten, weil die Ansprüche Rumäniens übertrieben waren. Ferner beanspruchte Rumänien aus Artikel 259 des Vertrages von Versailles Rückübertragung aller Vermögenswerte, die Deutschland aus dem Dukarester Frieden erhalten hat. Der dritte Fragenkomplex betrifft die Rotendeckung der Banca-Generala- Roten, die während der Besetzung von Rumänien ausgegeben worden sind; dieS ist der eigentliche Streitpunkt. auS dem der rumänische Finanzminister nunmehr glaubt, die Derech- tigun'g zu Repressalien gegen Deutschland herleiten zu können. 3m Vertrage von Versailles ist Deutschland keinerlei Verpflichtung auferlegt worden, diese Roten einzulösen, weder in Papier, noch in Gold. 3n Sonderverhandlungen zwischen Deutschland und Rumänien in den 3ahren 1921 und 1922 hat Deutschland — ohne Anerkennung einer rechtlichen Verpflichtung — sich bereit erklärt, einen bestimmten Betrag der zur Deckung der Danca- Generala-Roten hinterlegten Mark- und Kronenbeträge an Rumänien auSzuhändtgen, wenn Rumänien auf die Liqu ibierung des deutschen Eigentums verzichtet. Dieses deutsche Angebot hatte damals einen Goldwert von annähernd 50 Millionen Goldmark. Rumänien hat dieses Angebot damals a b g e - lehnt und Erstattung des vollen Rominal- betrages der Banca-Generala-Roten in Gold verlangt. Das mußte Deutschland natürlich ablehnen. weil der Anspruch an sich unbegründet war. aber auch wegen der Rückwirkung, die ein solches Anerkenntnis aus ähnliche Forderungen anderer Lander gehabt hätte. Rumänien hatte zuerst den Standpunkt vertreten, daß fein Anspruch auf Einlösung der Danca Generala-Roten sich auf Artikel 259 des V. v. D. (Liquidierung des Dukarester Friedens) stützt. Diese Auffassung ist von der Reparationskommission aber schon vor längerer Zeit als unbegründet a b g e l e h n t worden. Daraulhin hat sich die rumänische Regierung auf den Standpunkt gestellt, bah diese Ansprüche im Rahmen der gesamten Reparationszahlungen, und zwar bevorzugt, zu befriedigen seien. Diese Auffassung hat nur bei der kürzlichen Pariser Konferenz der alliierten Jinanzminister nicht den Erfolg gehabt, den Rumänien erwartet hatte, nämlich eine wesentliche Erhöhung des rumänischen Anteils an der Annuität mit Rücksicht aus diese Forderung. Rumänien hat sich angesichts dieser Tatsachen seine Rechte Vorbehalten, freilich ohne daß dieser einseitige Vorbehalt von den übrigen Alliierten anerkannt worden wäre. Rachdem Rumänien eine bevorzugte Behandlung seiner Forderung von den Alliierten nicht erreicht hatte, hat eS sich nun plötzlich aus den Standpunkt gestellt, daß feine Ansprüche auf Einlösung der Danca Generala Roten außerhalb des Vertrages von Versailles zu regeln seien und die Forderung erhoben, dah Rumänien neben den Annuitäten des Sachverständigengutachtens gesondert zu entschädigen fei, eine Forderung, die mit dem klaren Wortlaut des Artikels XI des Sachverständigengutachtens..im Widerspruch steht, der ausdrücklich und eindeutig bestimmt, daß alle Verpflichtungen Deutschlands geg-nüberben alliierten und assoziierten Mächten hinsichtlich der durch den Krieg verursachten Kosten aus ben Annuitäten zu decken sind. Deutschland hat infolgedessen diese Zumutung abgelehnt und allem Anschein nach ist nun die Bukarester Regierung tatsächllch gewillt, einen Wirtschaftskrieg mit Deutschland vorn Zaune zu brechen. 3edensalls kommen aus der Südostecke Europas allerlei alarmierende Rachrichten, deren Richtigkeit sich aber bisher noch nicht haben nachprüfen lassen. Soviel steht aber doch wohl fest, daß die Regierung Dratianu gegen das deutsche Eigentum in Rumänien und gegen ben deutschen Handel vorgehen teilt Ob sie auch zu Austeeisungen in großem Umfang schreiten und andere Repressalien ergreifen wird, muß abgewartet werden. Rackrichten von Massenausweisun- g en deutscher Staatsangehöriger haben sich bisher nicht bestätigt, auch nicht die Meldung von der beabsichtigten Abberufung deS rumänischen Gesandten in Berlin. Die Berliner Börse hat aber schon auf die feinbfetige Haltung der Dukarester Regierung reagiert und die Votierung rumänischer Geldsorten bis auf weiteres abgelehnt. Sollte es tatsächlich zum Bruch kommen, woran man in gut unterrichteten Kreisen stark zweifelt, bum wird auch die Reichsregierung zu entsprechenden Abwehrmaßnahmen zu schreiten haben, um nicht nur den Rumänen zu zeigen, dah Deutschland nicht gewillt ist, sich wegen jeher Kleinigkeit mit Füßen treten zu lassen. Die „Zeit", das Blatt des Reichsauhen- ministerS. bemerkt mit Recht, dah der rumänischen Regierung jede Grundlage für ihre von Dratianu angekündigten Repressalien fehlt. Rumänien werde sich ernstlich Überlegen müssen, ob Die Beerdigung auf dem Dortmunder Friedhof. Rach ber Srauerfeier auf bem Zentralfrieb- hof begaben sich die meisten Vereine in geschlossenem Zug zur Zeche .Minister Stein", um hier Aufstellung zu dem großen Trauerzug i um Rordf riedhvf zu nehmen, wo 95 der Verunglückten beerdigt wurden. Die Särge waren aus 26 mit Tannengrün und schwarzem Flor geschmückten Rollwagen ausgebahrt Der sieben Kilometer lange Zug setzte sich gegen i/23 Uhr in Bewegung. Die Straßen, die er passierte, waren von einer ungeheuren Menschenmenge umsäumt. Aus den umliegenden Höfen hatten sich etwa 5 0 000 Zuschauer ausgestellt. Den Friedhof erreichte die Spitze des ZugeS gegen Vr5 Uhr. Rur die nächsten Angehörigen durften mitgehen. Zwischen ben beiden Massengräbern war eine schwarz auSgeschlagene, mit Kandelabern geschmückte Kanzel e'-richtet worden, von der die Geistlichkeit beider Konsellionen Trauer- anfbrachen hielt. Unter ben Klängen des Liedes: .3ch halt' einen Kameraden" und dem Gesang der Männergesangvereine wurden die Särge zu Grabe getragen. Ergreifende Szenen spielten sich an dem Rande der Gräber ab. wo die Hinterbliebenen der Verunglückten Aufstellung genommen hatten. Bei der tiefen Bewegung, die alle Teilnehmer an den beiden überwältigenden Trau- crhtnbqcbimgen ergriffen hatte, ist es unverständlich. dah nachdem die Geistlichkeit gesprochen batte, zwei kommunistische Redner die Kanz*l bestiegen und ihre bekannten Reden an die sich verlaufende Menge richteten. Während der dreistündigen Trauerfeier auf dem griebbof regnete eS heftig, und nur als die Särge zu Grabe getragen wurden, brach die Sonne durch und fbarmte einen weit leuchtenden Regenbogen von einer Seite deS Horizontes zur anderen. Die Polizei hatte überall durch scharfe, aber notwendige Absperrung für die nötige Ordnung gesorgt und steht zur Zeit in Bereitschaft, um eventuelle kommunistische Umzüge, die die Devöllerung aufreizen könnten und die schon in den Mittagsstunden versucht worden waren, zu z er streu err Untersuchung des Dortmunder Gruben-Unglück. Dortmund, 18. Febr. (TU.) Rach einem Bericht des Dergarbeiterverbandes hat die Un- tersuchungSkommlssion über das Grubenunglück auf Zeche .Minister Stein" daS Vorhandensein von ungeheuren Kohlenstaubmengen sestgesteNt. Der Kohlenstaub lag an manchen Stellen so hoch, daß er bis an die Knöchel reichte. Weiter stellte die Kommission fest, dah in einer Dremskammer sich erhebliche Mengen Schlagwetter angesammelt hatten. Ebenso wurde festgestelll, daß am Tage vor dem Unglück auf der Unglückssohle ein außerordentlich starker Gebirgsruck erfolgt war, der 18 eiserne Stempel verbogen und zerbrochen hatte. Die Regierungskrise in Hessen. Don der Parteileitung der Deutschen Dolkspart ei geht uns folgende Mitteilung zu: Bekanntlich ist eS den energischen Erklä- rungen der Zentrumsfraktion des Landtags, dah für sie eine Wiederherstellung der allen Weimarer Koalition in Hessen unter den jetzt gegebenen Verhältnissen keinesfalls mehr in Frage k o m m e , gelungen, die demokratische Fraktion für den Deriuch der Bildung einer großen Koalition In Hessen äu gewinnen. Dies war. nachdem an dem Widerstand der Demokraten zunächst die Bürgerliche Regierung der Mitte gescheitert war, der einzige AuSweg. Wie richtig der Vorsitzende der Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei die Situation beurteilte, als er den Demokraten zunächst die Rückfrage vorlegre, ob denn die Sozialdemokratie überhaupt reif für eine große Koalition in Helfen sei, beweist die Tatsache, daß dieses Projekt an der erneuten scharfen Ablehnung der Sozialdemokratie gescheitert ist. Wir erfahren übrigens, daß für diese Ablehnung eine außerordentlich brüske Form dadurch gewählt wurde, daß die Sozialdemokratie ihre Ablehnung in ihrer Presse veröffentlichte, bevor die demokratische Fraktton überhaupt in den Besitz der Antwort gelangt war. Die Fraktion der Deutschen DollSpartei ist eS zu diesen Maßnahmen übergeht, die feine internationale Stellung ernstlich gefährden müßten. Die Repressalien, die sich gegen das deutsche Eigentum in Rumänien richten, sind, da sie im Friedenszustanb vorgensm» men werden, völkerrechtlich nicht zu vertreten unb müßten ernste Konflikte nach sich ziehen. Der rumänische Wirtschaftskrieg. Abbrcchcn brr geschäftlicher! Beziehungen. - Beschlag» nähme deutschen (Eigentums. Berlin. 18. Febr. (Wolfs.) Der „Lokal- anzeiger" weih aus Wien folgendes zu melden: Der Dukarester „AdeveruI" veröifentlicht In seiner heutigen Rümmer eine Derordnuny des rumänischen Finanzmini st erS, in der alle Behörden ausgesordert werden, ihre geschäftlichen Beziehungen und Der- handlungen mit deutschen Staatsbürgern ober Vertretern des deutschen Staates abzubrechen. Die Schisse, die rumänisches Oel nach Deutschland bringen sollten, sind zurück- berufen worden. 3n Dukarester politischen Kreisen verlautet, dah die rumänische Regierung dcn deutschen Gesandten verständiat habe, dah, sobald die deutsche Antwortnote nicht zufrieden» stellend sei, das Dermögen der Deutscher tn Rumänien sequestriert werde und bet Anteil deutscher Staatsbürger an rumänischen Unternehmungen zugunsten deS rumänischen Staates beschlagnahmt würde. Die „Deut' sche Tagespost" in Hermannstadt und die „Deutsche Tagespost" in Czernowitz sind beschlagnahmt worden, weil sie Angrifse gegen die rumänische Regierung wegen des WirtschaslS- kriegeö gegen Deutschland gerichtet hoben. Dal „Derl.Abendbl." bringt ferner alarmierende Rach- richten über angcbliche Ausweisungen von Reichsdeutschen auS Rumänien, die in brutolster Form vor sich gegangen sein sollen. Die rumänischen Gendarmen, die die Ausweisungsbefehle auSgesührt haben, sollen als Grund der Ausweisungen Repressalien gegen Deutschland angegeben haben. Der amtlichen Berliner Stelle liegt eine Bestätigung der Rochrichi noch nicht vor. Für den Fall, dah sich die Reibungen bestätigen sollten, forbetn bie Abenb- blätter, bah Deutschland die Methoden Rumäniens mit gleicher Münze Helmzahler. solle. So die „Tägliche Rundschau", di« verlangt, bah bie in Deutschlanb studierenden Rumänen unb bie vielen sich in Deutschlanb auf- hallenden rumänischen Kaufleute einmal fest- gefetzt werben, um zu zeigen, dah man bie Deutschen nicht als Parias behandeln dürfe. Di« ..Germania" erklärt: Freilich lieben wir solch« Manövev nicht, aber auf einen grober Klotz gehört ein grober Keil. nicht gesonnen, das allmählich unerträglich gewordene Geduldspiel der Regierungskrise in Hessen weiterhin passiv zu dulden. Die ganze Staatsmaschine ist für große und wichtige Entscheidungen lahmgelegt, die Beratung des hessischen Staatsvoranschlages und seine Verabschiedung durch den Landtag ist weit hinauSgeschobcn. ernste budgetrechtliche und unter Ilmständen auch finanzielle Schädigungen deS Staates sind die Folgen des seitherigen Verhaltens der politischen Parteien. Diese können sich beruhigt hinter die Bestimmungen der Hessischen Verfassung verschanzen, welche eine Auslösung des Landtages und damit ein neues Befragen des Volkes auf das äußerste erschwert und an die Voraussetzungen des umständlichen und kostspieligen Apparates eines Volksbegehrens unb einer Volksabstimmung knüvft. Die Deutsche Dolkspartei wird deshalb in den nächsten Tagen gemeinschaftlich mit der Fraktion des Bauernbundes einen 3ni• tiatibant rag zur Abänderung die- ser hessischen Verfassung einreichen, der die Möglichkeit geben soll, baß der Landtag sich durch einfachen Mehrheitsbeschluß selbst auslöst. Dringen die politischen Parteien eine aktionsfähige Regierung nicht zustande, so haben sie die P licht, vor dem Volke abzudanken und diesem zunächst die weitere Entscheidung zu überlassen. Die Deutsche Vollspartei gemeinschaftlich mit dem Bauernbund wird auch den Präsidenten des Landtages gleichzeitig auffordern, unverzüglich daS Plenum des Landtages zu einer Entscheidung über diesen 3nitiatibantrag cinju- berufen. Entweder gelingt es nun also in den nächsten Tagen eine aktionsfähige Regierung, die dem Ergebnis der bisherigen Verhandlungen entsprich:, in deren Tc-tauf sich die Sozialdemokratie selbst ausgeschlossen hat endlich auf die Deine zu stellen, oder aber die politischen Parteien werden durch die genannten Anträge gezwungen, sich zur Rechen» schaftsablage vor dem Volke zu stellen. Die Kreditpolitik der hessischen Regierung. Darmstadt. 18. Febr. (Priv.-Tel) Die Abgeordneten Kindt und Dr. Werner ersuchen um Auskunft darüber ob die Reg'-runa oder zcc jyctc (jrtrfaitsrrttrrtftet einen Sarmstaorer Geschäftsmann an Stelle einer vermittelnden Bank bevollmächtigt hat, Kredite für den hessischen Staat zu beschaffen. Sie fragen weiter: Wer ist dieser Geschäftsmann? Findet er Gewähr, dah der hessische Staat hierdurch nicht benachteiligt wird? Welche Provision erhält er? Ist es richtig, dah dieser Vermittler wieder einen anderen mit der Vermittelung beauftragt hat? Welche Summe soll beschafft werden? Ist es richtig, dah dem gleichen Herrn durch die Hessische Landesbank ein Kredit von 250 000 Mk. aus hessischen Staatsmitteln gewährt wurde? Wann ist dies geschehen? Sind diese 250 000 Mk. wieder -urückgezahlt worden usw.? Die Studienanstalt für Oberhessen. Antrag auf Ausbau der Gießener Höheren Mädchenschule. Im Landtag hat die deutsch-vollsparteiliche Abgeordnete Birnbaum folgenden Antrag eingebracht: Ich beantrage, der Landtag wolle beschließen, 1.daß die Höhere Mädchenschule zu Gießen zu einer Dollanstalt ausgebaut werde, intern ihr nach dem Muster von Darmstadt und Mainz eine Studienanstalt angegiiedert wird, 2. daß der Staat wie in Darmstadt und Mainz einen erheblicheuZuschuß zu den Kosten beitrage. Zur Begründung wird folgendes ausgeführt: Seit 1913 bestehen in Hessen zwei Studien- anstalten, in Darmstadt und Mainz, zu deren Kosten der Staat die Hälfte beiträgt. Rur Oberhessen hat keine einzige Dollanstalt für Mädchen. Die Höhere Mädchenschule in Gießen ist in ihrer jetzigen Gestalt ein Rumpfgebilde, da sie nur mittlere Reife, dem früheren Einjährigenzeugnis vergleichbar, verlecht, für viele Berufe wird aber schon jetzt das Maturum verlangt, und es wird in steigendem Maße in der Zukunft gefordert werden. Doch ist nicht dies der allein maßgebende Gesichtspunkt, vielmehr soll durch die Studien- anstalt nicht nur den studierenden, sondern allen denjenigen Mädchen, die das Streben nach einer vollständigeren Bildung haben, diese im Rahmen der ihnen vertrauten und ihrer Wesensart an» gepaßten Schule übermittelt werden. Sie werden dadurch nicht gezwungen, entweder in die Ober- realfchule überzutreten, wodurch sie ein Iahr verlieren, oder schon im zehnten Iahr sich für den älebertritt in eine der anderen Knabenanstallen zu entscheiden. Es liegen bereits zwölf feste Anmeldungen vor, und weitere werden ohne Zweifel erfolgen, sobald die Errichtung der Studienanstalt für Ostern d. I. beschlossen ist Don Braun zu Marx. Marx nimmt die Wahl zum preußischen Ministerpräsidenten an. Cs ist also jetzt entschieden: Herr Marx wird die Wahl zum preußischen Ministerpräsidenten annehmen und sein neues Kabinett am Mittwoch dem Landtag vorstellen. Damit ist aber gleichzeitig festgestellt, daß er die Verhandlungen über die Vollsgemeinschast nur zum Scheine geführt hat, um hinter diesem Schleier völlig ungestört seine Regierung auf der Basis der Weimarer Koalition bilden zu können. Denn sonst hätte es keinen Zweck gehabt, dah er Herrn Dr. v. Campe, den Führer der Deutschen Vollspartei, eigens nach Berlin kommen ließ, wo er vorher schon Süßte, dah die Sozialdemokraten, die >ch unbedingt positiv Antwort der D-e utsch nationalen benutzen würden, um zu behaupten, daß durch die Haltung der Deutsch- nptionalen die Vollsgemeinschast aussichts - lo s geworden wäre. Ganz abgesehen davon, daß es ja eigentlich von vornherein ausgeschlossen erscheinen mußte, bei den sehr viel schwierigeren Verhältnissen im preußischen Landtag ein Experiment zum Erfolg zu führen, das im Reich kläglich gescheitert war. Herr Marx konnte sich also nicht im Unklaren darüber sein, daß, wenn er das Mandat annahm, für ihn nur ein Kabinett a u f der Grundlage der Weimarer Koalition in Frage käme. Denn soweit hatten die Sozialdemokraten sich doch zweifellos gesichert, daß sie einem Ministerpräsidenten, den sie gewählt hatten, nicht freie Hand geben würden, um ein Kabinett ohne oder gar gegen sie zu bilden. Run ist es dem Zentrum höchst unbequem, daß überhaupt von der Weimarer Koalition gesprochen wird, und deshalb ist nach langen schwierigen Erwägungen die Kombination eines Minderheitskabinetts von Zentrum Und Demokraten entstände?!, an dem sich die Sozialdemokraten offiziell nicht beteiligen würden, in dem vielmehr lediglich Herr Seve- ring, nicht als parteipolitischer, sondern als „Fachmi n i st e r" säße. Riemand wird das ernsthaft genommen haben, Herr Severing kann nach seiner ganzen Vergangenheit und nach seiner Veranlagung den Sozialdemokraten nicht c?bstreifen — das hat ja auch die mehr als liebevoll^ Rachiicht gezeigt, die er seinem Parteifreunds Richter, dem nun endlich abgesägten Polizeipräsidenten von Berlin, bewies —; wenn also Herr Severing im Kabinett drin sitzt, dann sitzen auch die Sozialdemokraten drin. Die Führer der Sozialdemokraten wußten daher auch wohl, was sie taten, als sie sich eine sonst ganz unverständliche Beschränkung in der Zahl der Minister auferlegten. Sie haben sich freilich in ihrer Fraktion nur sehr schwer durchgeseht, weil die kleineren Geister mindestens noch ein zweites Ministerium haben wollten, schließlich aber hat die 'Fraktion sich mit einem Minister Severing begnügt, gleichzeitig aber auch Herrn Marx mitgeteilt, daß sie sich trotz schwerer Bedenken wegen dieser nicht ausreichenden Vertretung an dem Kabinett „beteiligen" wollte. Das Wort ist wert- voll, denn es zerreißt den Rebel, der künstlich um die versteckte Weimarer Koalition gebildet werden sollte und wird auch allen übrigen Parteien klar machen, wie sie sich nun zu der neuen Regierung stellen sollen. Herr Marx aber braucht ein Vertrauensvotum, und das wird er nur bekommen, wenn die zufällige Besetzung des Hauses ihm günstig ist, werden aber die letzten Reserven auf die Beine gebracht, dann kann es geschehen, daß er vom neuen Kabinett schon am Eröff nungstage wieder purzelt. Der Aeltestenrat des preußischen Lanv- tages hielt heute mittag eine Sitzung ab, um insbesondere die Geschäftslage zu besprechen. Ministerpräsident Marx hatte mitteilen lassen, daß er die Wahl annimmt und am Mittwoch in der auf 2 Uf)t anberaumten Plenarsitzung das Kabinett vvrstellen wird. Die Regierungserklärung werde etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen. Darauf wird der Landtag in eine einstündige Pause eintreten, um dann sofort die Besprechung der Regierungs- erflärung zu beginnen. Am Donnerstag und Freitag soll die Besprechung fortgesetzt werden. Am Freitag wird dann am Schlüsse der Besprechung die Abstimmung über die Regierungserklärung ftattsinden. Derkehrspolttische Fragen im Reichstag. Berlin, 17. Febr. Am Regierungstische Reichsverkehrsminister Dr. Kröhne. Die zweite Lesung des Reichshaushaltsplans wird beim Reichsmini st erium fortgesetzt. Der Ausschuß fordert u. a. den Entwurf eines Wasser st raßengesetz es. Ferner ersucht er die Reichsregierung. der Entwicklung des Kraft- Verkehrswesens besondere Beachtung zu schenken. Weiter sollen die Bahnhofsbuch- handlungen von Schund- und Schmutzliteratur gesäubert werden. Abg. Schumann (Soz.): Dem Luftverkehr müfTe jede Forderung zuteil werden. Der Redner verlangt die endliche Fertigstellung des Mittellandkanals: ebenso wichtig sei der Rhein-Main-Donau-Kanal und der Hansa-Kanal. Er fordert dann Ausbau der Unfallverhütung und den Erlaß einer Reichsverkehrsverordnung. Die Eisenbahn dürfte nicht heruntergewirtschaftet werden, nur um hohe Ueberschüsse zu erzielen. Der Redner behandelt dann dieArbeitsverhält- n i s s e bei der Reichsbahn, die leider kein Musterbetrieb sei. Abg. Koch-Düsseldorf (Dntl.) hat lebhafte Bedenken, ob das neue internationale Regime bei der Reichsbahngesellschaft auch die deutschen Wirtschaftsinteressen ausreichend berücksichtigen werde. Der Derwaltungsrat habe ein ganz neues Programm aufgestellt, was auch eine Reu- Ordnung der Werkstättenverwal- tung enthalte und von dem man offiziell bisher nichts erfahren habe. Die neue Zuwendung der Reichsbahngesellschaft an ihre leitenden Beamten habe in der ganzen Öffentlichkeit Entrüstung hervorgerufen. Der Richstag müsse aufs Schärfste gegen eine solche Gchälterpo'i ik protestieren. Ramentlich auf das bfetzte Gebiet müßten fokhc Maßnahmen in höchstem Maß» erli-ter^d wirken. Auch b:e Entschädigung d r A f'ichtsratemitglieder sei sehr hoch. Bei der Bestellung des Generaldirektors sei nicht nur nach vol't'schen, sogar nach parteipolitischen Rücksichten verfahren worden. Abg. Dr. G i l d e m e i st e r (D. Dp ) stellt als einmütige Meinung des Deutschen Reichstages fest, daß das Reichsverkehrsmini st erium erhalten werden mü"f?. Der Reichstag habe die Bedeutung des Verkehrswesens auch dadurch anerkannt, daß er einen besonderen Verkehrsausschuß geschaffen habe. Trotz der Verpfändung der Reichsbahn zu Reparationszwecken sei das Verkehrsministerium weiter eine Hoheitsverwaltung für die Eisenbahn. Die Befugnisse der Reichsbahngesellschaft feien streng beg enzt und dürften nicht erweitert werden, z. B. durch Angliederung des Kraftfahrwesens. Eine Monopolisierung des Verkehrswesens durch die Reichsbahn sei nicht zu erweitern. Der Redner regt an, den Kraftwagenverkehr auf dem Lande zu erweitern. Die Tarllpolitik müsse sich nach den Bedürfnissen der Volkswirtschaft richten. Die ungebührliche Erhöhung der Beamtendezüge bei der Reichsbahn könne die Reichs'■egietung nicht ohne Widerspruch annehmen, weil dadurch die gleichstehenden Beamten der anderen Verwaltungen herabgesetzt würden. (Zustimmung.) Deutschland müsse in den Weltverkehr wieder eingeschaltet werden. Die große unb lohnende Ausgabe des Verkehrsministers sei es, jede Der- kehrsmöglichkeit herauszuholen. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch. Der TschekaproZeß. Leipzig, 17. Febr. (WTB.) Heute wurde zunächst der Fall des württembergischen Ministers des Innern, Bolz, besprochen. Reumann beauftragte P o e g e, sich mit Bolz als angeblicher Korrespondent einer auswärtigen Zeitung in Verbindung zu setzen. Poege erfuhr von Frau Bolz, daß der Minister erst spät abends von Ulm nach Stuttgart zurückkehren Weiche. Da die Beobachtung sich sehr schwierig gestaltete, auch niemand außer König den Minister kannte, wurde die Angelegenheit aufgegeben. Es wurde hierauf der T a t b e r i ch t verlesen, den Reumann über seine Tätigkeit in Stuttgart für das Parteidirektorium a n gef e r » tigt hat und den Mvrsner nach Berlin bringen sollte. Den Bericht hat Reumann Poege diktiert. Die Verteidiger Dr. Löwenthal und Dr. Frankl hielten es für auffällig, daß Reumann ein die Partei kompromittierendes Schriftstück entgegen dem Parteiverbot bei sich trug. Der Angeklagte erfiärte dazu, daß er verpflichtet war. den Bericht zu erstatten. Rechtsanwalt Dr. Frankl fragte, weshalb Reumann derartige Schriftstücke niemals selbst geschrieben habe. Als Reumann schwieg, präzisierte Dr. Fränkl seine Frage dahin: weshalb hat er niemals seine eigne Handschrift hergeben wollen? Da der Angeklagte mit der Beantwortung zögerte, warf der Vorsitzende ein, er wolle sie eben von einem anderen schreiben lassen. Der Angeklagte bestätigte dies und er- flärte. er habe bei der Abfassung mit seinen Genossen beraten und zwischendurch weiter diktiert. Rechtsanwalt Fränll bemerkte, Reumann sei also ebenso vielseitig wie Iulius Cäsar. Der Angellagte Poege gab die Erklärung ab, daß die Angabe Reumanns, daß beim Diktat noch andere Genossen zugegen waren, falsch sei. Reumann habe mit den Händen in den Hosentaschen diktiert wie Cäsar. (Große Heiterkeit.) Rechtsanwalt Dr. Marschner macht darauf aufmerksam, daß der Bericht völlig fließend und ohne Korrektur geschrieben sei. Das sei doch kaum möglich, wenn zviscbeu durch gesprochen wurde. Reumann erftärte, es habe sich nicht um einen theoretischen Aufsatz gebandelt, sondern um einen Tatsachenbericht, der ihm keine Schwierigkeiten machte. Im Anschluß hieran kam der Fall Schlotter zur Besprechung. Die Gruppenmitglieder Reumann, König und Margies kamen an mehreren Abenden im Schwarzwaldstübl in der Rähe der „Arche Roah" zusammen. König und Poege sollten Schlotter beim Verlassen des Lokals erledigen. Die Art der Erledigung sollte ihnen selbst überlassen bleiben. Margies hatte vorgeschlagen, Schlotter niederzuschlagen und ihm die Schlagader mit einem Rasiermesser aufzuschneiden. Schlotter kam jedoch diesen Abend nicht in die „Arche Roah". Der Vorsitzende erwähnte dann den Fall Zank. Reumann bekundete, die Rachricht erhalten zu haben, dah in Pommern Zank sich der Spitzelei verdächtig gemacht habe. Auf die Frage des Reichsanwalts über die politische Abteilung bekundete Reumann, die Partisanen seien von dem Revko (Revolutionskomitee) geschaffen worden, und zwar vor allem in ländlichen Bezirken. Die Leitung der Organisation lag i n Händen eines Russen mit dem Decknamen Andree. Dozenhardt sei beauftragt worden, im Bezirk Süöwest Partisanen-Gruppen zu bilden. Der KontroLlbericht. London, 18. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dem diplomatischen Berichiersta ter des „Daily Telegraph" zufolge herrscht in englischen Kreisen allgemein die Auffassung, daß der Bericht der Interalliierten Mckiiär-Kontroll-Kommis- sion entweder in vollem Wortlaut oder überhaupt nicht veröffentlicht werden sollte. Auszüge seien unfair und irreführend. General Walch, der Vorsitzende der Interalliierten Militär-Kontroll- Kommissron in Berlin ist gestern abend in Paris angekommen und wird heute vormittag den Bericht über die Gene al-In- speklion den zuständigen Stellen überreichen. Aus aller Welt. Unglück auf der Berliner Stadtbahn. Arn Dienstagvormittag kurz nach 5 Uhr wurden auf der Stadtbahnstrecke zwischen dem Lehrter 'Bahnhof und Bellevue zwei Arbeiter von einem Vorortzug überfahren. Dem einen von ihnen wurde der Kopf vom Leibe getrennt, während der andere nur unerhebliche Verletzungen erlitt. Wie die Telunion von zuständiger Seite erfährt, liegt Selbst -- verschulden der Arbeiter vor, da sie sich unbemerkt von der auf dem Heimgang befindlichen Kolonne entfernt hatten. Lawinenstürze in der Schweiz. Durch den Föhn, der in den letzten Tagen in der Schweiz wütete, wurde in Centovalli (Kanton Tessin) eia Bahnwärterhäuschen durch eine Lawine verschüttet. Zwei Töchter des Lahn- tyärters fanden den Tod. Die Eltern und drei weitere Kinder konnten sich retten. Im Feldliner Tal wurden vier Arbeiter durch eine Lawine getötet, sieben konnten verletzt geborgen werden. Auf dem Splügenpaß wurde die Hütte von zwei Lawinen verschüttet, wobei zwei Wegemacher ums Leben kamen. Auf dem Splügenpaß liegt 3 Meter Reuschnee. Im Engadin wurden durch Schneefall der Berni na pah und andere Uebergänge gesperrt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Februar 1925. D'e Gießener Getränkesteuer. Klagen vor dem Provinzialansschnß. In der P r o v i n z i a l a u s s ch u ß s i h ung vom 14. Februar standen folgende Klagen zur Verhandlung: Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. & W. Denningh off in Gießen, Brauerei Ihring-Melchior, Korn- mandit-Gesellschaft in L i ch, Heinrich Gobel in Riedershausen gegen die Stadt Gießen wegen Heranziehung zur städtischen Getränkesteuer. Den Klagen liegt folgender Tatbestand zugrunde: Die Stadt Gießen erhebt mit Genehmigung des Ministeriums des Innern vom 24. August 1923 zufolge Beschlusses der Stadtverordneten- versammlung auf Grund der Gemeinde-Getränke- Derbrauchssteuerordnung vom 31. August 1923 unter anderem von dem in dem Gemarkungsbezirk der Stadt Gießen zum Ausschank kommenden Biere eine Getränkesteuer. Die Getränkesteuer wird nach dem Kleinhandelspreis erhoben. Sie beträgt bei Bier 5 vom Hundert. Bezüglich des in der Stadt Gießen erzeugten Bieres erfolgt die Feststellung der steuerpflichtigen Menge und die Erhebung der Getränkesteuer beim Erzeuger. Dieser hat spätestens am 7. Werktag eines jeden Monats dem Oberbürgermeister eine Anmeldung einzureichen, in der die Menge der an die Verbraucher abgegebenen Getränke anzugeben ist. Von den Klägern kommt hier die Firma A. & W. Denninghoff in Betracht. Bei dem Bier, das von auswärts in den Gemarkungssteuerbezirk Gießen eingebracht wird, sind die „E i n 6 r t n g e r“ zur entsprechenden Anmeldung verpflichtet. Hier kommen als „Einbringer" die beiden anderen ftagenben Firmen in Frage. Der Kleinhandelspreis wird berechnet, indem zu dem Großverkaufspreis des Bieres ein Zuschlag von 25 vom Hundert erfolgt. Die klagenden Firmen haben bis Ende August 1924 die fällig gewesenen Getränkesteuern bezahlt, haben jedoch bezüglich der Getränkesteuer, die für die Monate Iuli und August 1924 bezahlt wurde, im Derwal- tungsstreitverfahren Klage auf Rückerstattung der von der Stadtkasse Gießen eingezogenen Beträge erhoben, weil sie sich durch die Heranziehung zur Getränkesteuer beschwert fühlen und nach ihren Erklärungen die Getränkesteuer den Wirten und Kleinbierhändlern nicht weiter in Rechnung gestellt haben. Rach Ansicht der Kläger ständen der Stadt nur zwei gesetzlich zulässige Möglichkeiten der Besteuerung zur Verfügung: 1. Besteuerung nach der Menge. In diesem Falle sei die 4. Verordnung des Reichsministers der Finanzen über Höchstsätze für die nach der Menge des steuerbaren Getränkes bemessenen Gemändegetrankesteuern vom 24. Ro° vember 1923 zu beachten, wonach im Iahre 1924 für Bolivier nur 2 Grn. pro Hektoliter an oe» meinöegetränfefteuer hätten erhoben werden dürfen, und zwar beim Erzeuger. 2. Besteuerung nach den Kleinverkaufspreisen, mit höchstens 5 v. H., und zwar ausschließlich bei den Wirten und Kleinbierhändlern. Statt dessen verknüpfe die Stadt die beiden Möglichketten miteinander und erhebe von den Erzeugern eine Steuer, die die Höchstgrenze von 2 Gm. pro Hektoliter übersteige, so daß 2,50 Gm. vom Hektoliter Exportbier und 2,80 Gm. vom Hektoliter Bockbier zur Erhebung kämen, während beim Lagerbier sich die Steuer an der Steuergrenze von 2 Grn. pro Hettoliter bewege. Ter Vertreter der Stadt Gießen beantragte Abweisung der Klagen, da die Ge- meinde-Getränke-Verbrauchssteuerordnung ordnungsmäßig zustande gekommen sei. Das Verfahren der von der Stadt Gießen durchgeführten Veranlagung könne durchaus nicht beanstandet werden. Die Vertreter der Parteien verhandelten längere Zft streitig zur Sache, auch wurde Beweis über die in der Stadt Gießen im Iahre 1924 gültig gewesenen Grohverkausspreise und Kleinhandelsverkaufspreise für Bier erhoben. Rach der Beweisaufnahme betrugen die von den Brauereien erhobenen Grohverkaufs- p reise für Vollbier und zwar l.-für,.2agerbier (llprozentige Stammwürze) 32 Gm. pro Hektoliter, 2. für Exportbier (13prozentige Stammwürze) 40 Gm. pro Hektoliter, 3. für Bockbier (14prozenftge Stammwürze) 45 Gm. pro Hektoliter. Zu Beginn des Iahres 1924 waren die Eroßverkaufspreise pro Hektoliter etwa 2 Gm. höher, fielen aber im Februar auf vorerwähnte Sähe. Die Kleinverkaufspreise betrugen im Durchschnitt für Cxportbier 2,5 Zehntel 15 Pf., 4.5 Zehntel 30 Pf., 1 Liter 60 Ps. Die Preise für Lagerbier waren etwas geringer, doch kommt Lagerbier wenig zum Ausschmnk. In den besseren Wirtschaften und Cafes galten im Durchschnitt folgende Preise für Exportbier: 2,5 Zehntel 20 Pf., 4.5 Zehntel 40 Pf., 1 Liter 80 Pf., doch ergaben sich auch Preise von 30 Pf., 60 Pf. bzw. 1,20 Mk., je nach den besonderen Derhält- mssen infolge außerordentlichen Aufwands in den Lokalen. Das Flaschenbier (e/10 Liter) wurde mit 35 Pf. für Lagerbier und mit 45 Pf. für Exportbier verkauft. Der Vertreter der Stadt Gießen berief sich darauf, daß der Gesetzgeber mit keinem Wort zu erkennen gegeben habe, daß eine Erhebung der Steuer nach dem Kleinverkaufspreis bei dem Erzeuger unstatthaft sei. Dieses Verfahren lasse 'ich auch technisch unschwer beim Erzeuger durchführen, da die durchschnittlichen Klettwerkaufspreise dem Erzeuger ja bekannt feien. Es komme einzig und allein darauf an, daß die zur Erhebung kommende Getränkesteuer den zulässigen Höchstsatz, nämlich 5 v. H. vom wirklichen Kleinoerkaufspreis nicht übersteige. Die hiesige Getränkesteuer reiche nicht entfernt an diesen Höchstsatz heran, wie die Beweisaufnahme ergeben habe. Die Brauereien hätten jederzett die Möglichkeit, die ihnen angeforderte Biersteuer den Wirten weiter zu verrechnen. Dies wollten sie aber anscheinend nicht. In dem Verfahren war Wetter ftrittig, ob die beiden auswärtigen Brauereien als „(Sin» bringet" im Sinne der Getränkesteuer anzusehen seien. Gegenüber dem Vorbringen der klagenden Firmen, daß als „Einbringer" nur eine in dem Steuerbezirk wohnende Person, also der Empfänger des von auswärts gelieferten Bieres in Frage kommen könne, vertrat der Vertreter der Stadt Gießen unter Berufung auf die früheren Oktroibestimmungen den gegenteiligen Standpunkt, daß nämlich derjenige steuerpflichtig sei, in dessen oder dessen Angestelllen Gewahrsam sich das steuerpflichtige Getränk beim Lieberschreiten der Gemarkungsgrenze befindet. Das Urteil des Provinzialausschusses wird in einer der nächsten Sitzungen verkündet werden. Gießener WochernnnrkLpreise am 17. Februar (Händlerpreife). Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 35, Käse 50 bis 70, Wirsing 15. Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 50, Unter-Kohlrabi 8, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 50 bis 60, Feldsalat 100, Tomaten 150, Zwiebeln 15 bis 25, Meerrettich 30 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 10 bis 15. Dörrobst 30, Honig 40, Endivien 100 Pf. das Pfund, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 60 bis 200. Salat 50. Lauch 5 bis 20. Sellerie 30 bis 70 Pf. das Stück, Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater 71/. Uhr: „Der Kreidekreis" — Iugendring Gießen, 8Vi Ubr: Saalbau Sauer Guitarre Soll-Abend — Bund deutscher Doden- reformer, 83/2 Uhr: Gewerbehaus Vortrag — Gewerkschaftsbund der Angestellten, 8 Uhr: Hessischer Hof Vortrag — B rhern-Derein, 8 Uhr bei Sauer Generalversammlung — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Stimme vom Minarett". — Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Am Freitag, 20. Februar, wird der durch seine Forschungen auf dem Gebiete der italienischen Kunstgeschichte allseits bekannte Professor an der T. H Hannover Lic. Dr. Paul Schubring über „Dantes Hölle im Bilde der Iahrhunderte von Botticelli bis Feuerbach" sprechen. Da Professor Schubring auch der Ruf eines ausgezeichneten Redners vorausgeht, wird dieser Vortrag allgemein interessieren. Räheres in der heutigen Anzeige. Wettervoraussage. Unbeständig, noch vorwiegend wolkig, keine großen Temperaturschwankungen. Wirbelausläufer bedingen weite chin unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter mit einzelnen Regenfällen bei verhältnisinäßig milden Temperaturen. ** Der Provinzialausschuß hat in seiner Sitzung vom 14. Februar der Klage des Heinrich Gottwals zu Berstadt gegen das Kreisamt Büdingen stattgegeben und dem Kläger den nachgesuchten Wandergewerbeschein erteilt. Die Klage des Hugo S ch u d t jun. in Dorheim auf Aufhebung des Polizeibefehls vom 3. September 1924 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen ** Die öffentlichen Geb auöe unserer Stadt hatten gestern Halbmast geflaggt. Damit wurde den bei dem Dort- muiwer Drudenunglück gefallenen Bergleuten die letzte Sbrs erwiesen. < LSd^icher Unglüdif all auf de« Giehener Bahnhof. Sinern tragischen Unfall fie gestern nachmittag gegen 3 Uhr der Lokomotivführer Johann Rau auS £ i m - bürg aut dem hiesigen Bahnhol zum Opfer Hau hatte einen Personenzug von Limburg nach Diehen befördert und wollte mit feiner Lokomotive zum Kohleneinnehmer fahren. Beim Heransahren an die Kohlenbühne muh er sich wohl zu weil au- der Maschine herauSgclchnl Haven, denn ihm wurde von der Brüstung der Kohlenbühne die Brust eingedrückt, wodurch der Tod auf der Stelle eintrat. Der Bedauernswerte ft and in den vierziger Jahren und hinter- läftt eine Frau mit acht Kindern, von denen daS jüngste erst vier Jahre alt ist. . _ M Feftgenommen wurde hier cm Hand- Werksbursch« au« Berlin wegen Diebstahls und eine Person wegen Trunkenheit und unerlaubten Tragens von Waffen. •• Kaninchen- und ©eflugclbicb- stahl. In einer der letzten Rächte wurden in der oberen Frankfurter Strafte aus einem ve» fchlosfcmen Kasten und Stall zwei Kaninchen und . ;nc Gan« gestohlen. Als Täter wurden drei junge Leute au« Giehen ermittelt. Die Tiere wurden in der Wohnung des einen Täters abge- schlachtet, wo sie von der Polizei gesunden wurden und dem Eigentümer wieder auSgehändigt werden konnten. "Der Beit-und FahrklubGiehen und Umgebung veranstaltete im Sonntag- ncichmittag in der Univcrsitätsr^.ibahn unter Leitung von UniversitätSreitlchrer S ch ö m b s gut gelungene reiterliche Vorführungen. Die Reithalle war zu diesem Zweck in gefchm ickvoller Weise mit Wimpeln und Bildern, letztere gemalt von R. Dietz, dekoriert, wodurch der Gesamteindruck der Darbietungen wesentlich gehoben wurde. Rach dem Einzug aller beteiligten P'erde, bei denen man sorgfältige Pflege und durchweg gute Schulung konstatieren konnte, zeigten sich zunächst Angehörige der beiden Korps Hrssia und Hubertia als flotte Reiter. Auch die Damenabteilung bot bewundernswerte Leistungen. Bei der Herrenabteilung, deren Darbietungen ebenfalls viel Beifall fanden, sah man neben zahlreichen jugendlichen Reitern auch mehrere äLe'c Herren, tue sich von der Jugend im Sport in keiner Weise übertrumpfen Heften. Bei der Herren- und ■Samenabteilung, welche den Schluft deS ersten Teil« deS Programms bildete, kamen die Darbietungen, durch die geringere Zahl der Mitwirkenden, besonder« gut zur Geltung. Rach einer Pause werden in zwei weiteren Abteilungen , Fahrschule" und „Springen" gezeigt. Auch hier kamen teilweise bewuttdernSwerte Leistungen heraus, die ebenso wie daS sonst Gebotene erkennen liehen, mit welcher Siergie. aber auch mit welchem ßrfolg sich die Veranstalter Wie auch die Leitung des UniversitätSreitinstitutS um die Förderung deS Reitsports bemühen. Abends vereinigten sich die Mitglieder unb Freunde de« Klub« zu einem gemütlichen Zusammensein im Hotel Schütz. Evangelischer Landeskirchentag * Darmstadt, 17. Febr. Beginn der Sitzung 9,15 U$r norm. Abg. Schuster- Riersteln schildert die Leiden rhein- hessischer Diasporagemeinden und bittet, in bedrohten Gemeinden Psarrer fest anzustellen. Geh. Rat 11 Dr. Flöring beantwortet Dr. "Balger-Gieften weift im Ramen feiner sich die Kirchenregierung zur Verwendung von Sludienassesloren. die die Berechtigung zur Erteilung des Religionsunterrichts haben, als Religionslehrer an höheren Schulen? Geh. Rat Flöring führ! aus. daft in der Regel Pfarrer al« Religionslehrer angeftelU werden mühten. um die Beziehungen zur Kirche aufrechtzuerhalten. Abg. L a m p a S - Friedberg betont die Wichtigkeit pfarramtlicher Erfahrung für die Religionslehrer an höheren Schulen und die Rot- wendigkelt, daft fte auch die Lehrbefähigung in anderen Fächern erwerben. Es folgt der Antrag der Gruppe der Linken. die Wahl deS Vizepräsidenten de« LandesklrchentagS für ungültig zu erklären und Reuwabl vorzunch- men. Im Juni 1923 waren, nachdem Prälat und Vizepräsident der Landevlirche gewählt waren, bei einem SlärloverhältniS von 25:20:15 Abgeordneten 5 Sitze in der Kirchenregierung zu verteilen. Bei dielen Wahlen siel auf die Linke nur 1 Sitz. Sie fühlt sich dadurch benachteiligt und fordert llngü(tigteit«crllärung der Wahl des Vizepräsidenten (D. Waltz, Gruppe der Mitte». Abg. K n a u h - Giehen erstattet den AuS- schuhbericht und betont, dah der Ausschuß sich in seiner Mehrheit nicht auf den Standpunkt der Linken stellen kann, zumal die Mitte, obgleich dies nirgend« parlamentarischer Brauch ist, der Linken den Stellvertreter des Vizepräsidenten zugestanden hat Abg. D. Hermann- Darmstadt bekämpft die Stellungnahme des AuS*chusteS und betont, dah, entsprechend dem Stäricver- hältniS, die Sitze in der Kirchenregierung 3.2:2 verteilt werden mühten. Abg L a m g a S - Friedberg bestreitet dies, da Prälat und Vizepräsident gewählt sind. Daher seien nicht 7. sondern nur 5 Sitze der Kirchenregierung entsprechend dem Stärleverhältnis der Gruppen zu verteilen. Abg. Dr. Balger- Giehen weist tm Ramen seiner Gruppe den Antrag der Linken zurück. Abg. Dr. Schmidt- Giehen weist aus dte Unmöglichkeit hin, den Prälaten iraenöeiner Gruppe zuzurechnen, dah also die Zahl 7 nicht für Berechnungen zugrunde gelegt werden kann. Abg. Dr. Müller tritt seinen Vorrednern entgegen und hält den Antrag seiner Gruppe für völlig berechtigt. Abg. K n a u h - Giehen warnt davor, den Rechtsstandpunkt zu verlassen und nach Dillig- keitsgründen zu handeln. Aög. Dr. Hermann- Darmstadt richtet an den Landeslirchentag die Ditte, da« Recht der Minderheit zu schützen. Der Antrag der Linken wird mit groher Mehrheit abgelehnt. Das PfarrstellenbesetzungSgesetz wird einstimmig angenommen. Ein Antrag, der wünscht, dah die Dekane bei ihren öffentlichen AmtShandlun - gen ein silberne- Kreuz tragen sollen, wird der Kirchenregierung als Material verwiesen. Für den ausgeschiedenen D. Dr. Schian wird 2ll>g. L a m p a s-Friedberg in den Landes- kirchenausfchuh gewählt, in den FinanzauSschuft kommt Abg. Kicker ich. Abg. Der n be ck kommt für den ausgeschiedenen Abg. Wagner in die Kirchenregierung. Zu seinem Stellvertreter wird Abg. Aus seid bestimmt. Präsident Dr. Freiherr von Hevl erklärt hiermit die Derhandlunaen des Landeskirchen- tags für beendet und schlicht hierauf die Sik- ,ung. oas Dwluygevet spricht Abg. D. Han« -chmidl -Giehen. Turnen, Sport und Spiel. Hallenwetturnen des 4. Bezirks im Gau Hessen. rr. Schlitz, 16. Febr. Das gestern hier stattgefundene Hallenwe ttu r nen de« 4.Bezirks im Gau Hessen nahm einen sehr erfreulichen Verlauf. Der Samstagabend vereinte zu einem geselligen Beisammensein. Behörden, Ehrengäste mit unsrer Türnerschaft und den auswärtigen Turnern, welche unter den Klängen einer Musikkapelle am Bahnhof abgehvlt und zur Stadt geleitet werden waren. Bezirksvertreter Ehnstian ©untrum begrüßte in der festlich geschmückten Turnhalle die Erschienenen, welche den weiten Raum dicht besetzt hielten, und gab der Hoffnung Ausdruck, dah die Veranstaltung zum Besten der Deutschen Turnerschaft, zur Ertüchtigung der Jugend und damit zum Segen de« Vaterlandes diene! Das ^Harmonische Kränzchen- trug im Verlauf des Abends stimmungsvolle Chöre vor, tote: „Die Leipziger Völkerschlacht" und „Hochamt im Walde"; die M u s i k v e r e i n i g u n g spielte fröhliche Weisen. Den Höhepunkt der Veranstaltung aber bildeten turnerische Darbietungen der besten Turner des Bezirks; es waren Glanzleistungen, die den stürmischen Beifall wohl verdienten. — Sonn- tagfrüh begann unter Leitung des Bezirks- vorsiyenden B a st i a n-Alsfeld und unter Teilnahme von über 230 Turnern das Wett- turnen. Es bot ein erfreuliches Bild von der Höhe, auf der die gute Sache der Turnerei im Bezirke steht, was auch bei der PreiSver- teihmg vom Vorsitzenden rühmend hervorgehoben wurde. ES erhielten Preise: Aktive Turner: 1. Preis Fritz Dvhnacker, Turnverein Schlitz; 2. Preis Berk, Turnge- metnde Lauterbach; 3. Preis List, Turnverein Lauterbach. Jugend (Oberstufe) l.Pr.iS Karl Bücking, Turnverein Alsfeld; 2. Preis Heinrich Zl.nt, Turnverein Maar; 3. Preis Wilhelm Boh, Turnverein Maar. Jugend (Unterstufe): 1. Preis K. Bücking, Turnverein Alsfeld; 2. Preis K. Schwalm. Turnverein Alsfeld; 3. Preis K. Herzog, Turnverein Alsfeld. S ch Ü l e r - W e 11 u r n e n: 1. Pr. K. Gesing, Schlitz; 2. Preis A. Modelbach- Schlitz; 3. Preis Johs. Ritz, Pfordt. Hvchschnlwettkampf im Kunstturnen. Um das deutsche Geräteturnen auch innerhalb der Studentenschaft zu fördern, haben die Universitäten München. Heidelberg und die Technische Hochschule Darmstadt einen Hochschul- Städtekamps im Geräteturnen vereinbart, der künftig in jedem Jahr abgetragen werden soll. Zum erstenmal fand dieser Wettkampf jetzt in Darmstadt statt Wie zu erwarten, endete er mit dem Sieg von München mit 593 Punkten vor Darmstadt 558 Punkte und Heidelberg 127 Punkte. München ging schon am ersten Gerät. Barren, in Führung, vergrößerte seinen Vorsprung am Pferd, hielt gleiche Punktzahl mit Darmstadt bei den Freiübungen uno mutzte nm am Reck die Ueberlegenheii Darmstadt« ancr kennen. Hetdelberg kam nie für den Sieg tr Frage. Im nächsten 3abr wird München di< Durchführung dieses Hochlchul-Städtekampie- übernehmen. Rundfunk-Programm deS frankfurter LenderS. (Au« der .Radio-Umschau-.) Donnerstag, 19. Februar. 11,55 Uhr Zeitangabe 12 Uhr Rachrichten dienst 4 Uhr Wirtschaft «Meldungen 4,30 bi? 6 Uhr Rordischer Rachmittag. Konzeri des Hau«orchefters. 6 Uhr Wirtschaft-Meldungen 6 bis 6,30 Uhr Die Lesestunde «Au« fernen Ländern) AuS dem Bucke .Al« Landstreicher bürd' Amerika" von Erich Scheurmann. 6,30 Ubr Sportvvrtrag von Dir. Gchternach vom Frank surter Stadtamt für 2cibe«übungen .Die körperliche Erziehung des jungen Rlenschen 7 bl« 7,30 Uhr Vortrag von Jng. Bencker .Lichtfignal- Anlagen in einem modernen Hotel". 7,30 Ubr Zunlhochschule, Vortrag von Prof. Dr. Schultz .Georg Buchner al« Vorläufer im Drama deo 19. Jahrhundert«-. 8,30 bl« 9,30 Ubr Ruftland« Volkslied und Romanze. 1. Orcheftermusik au« russischen Volksliedern; 2. russische Volkslieder, u. a ..Am Flüftchen". .An der Mutter Wolga". »Der rote Sarasan"; 3. Romanzen, u. a „Die Wollen" von Dargomyschski und.Die Gegangenen ' von Gretschaninow, 4. Orchestermusik aus ruffv schen Volksliedern. Au«führende: Herr Raumow- Fleischmann (Bariton), am Flügel: Dr. R Merten von der Frankfurter Oper, ein Kammerorche- st er. 9,30 Uhr Rachrichten. Wettermeldung, Sportbericht. 10 bi« 11 Uhr Singspiel-Abend 1. Das Versprechen hinterm Her-d von Aler Baumann. Personen Michel Quautner, Wirt in der Abtenau, Loisel fein Sohn. Rändel, Almerin. im Dienst bei Ouantner, Frhr. v. Strizow, Ort: die österreichischen Alpen. 2. Kurmärker und Picarde von Loul« Schneider. Personen Landwehrmann Schulze, die Picarde. AuSführende Erna Reigbcri (Reue« Theater), Ilde Overhost n sc oll.» ob. Tilsiter- ob. -M» er Ebainer-Ariö-krvx —1 1 vostboie -wi er BlSmorckh. ob.Geleeber.jet.U5.-*. er Beioack. 5 Dos. Cclfatb. IJjO *.— er 10-Dtü 'Etm VflauineninuSö ölX>c Dr (*. Navv. Altona A 422. |f,‘sl irM Handels-Schule \ HHermes Gießen. Bahnhofstraße 60 20. April 5. Mal Beffinn d. n. Schuljahres Ha bjahr u. Jahrnskuree Bö sre Hudilifi:bk ans Prosp. fr. d. d. Schulleitg. X^ Dipl-Hdelsl.Uhlemann Anm. tü«'. ^/ ■"..tT* Nr. 1122 an bas Telephon. Netz angeschlosten. - Gleichzeitig bringe ich mein Main- onö WWM-SeWfl in empfehlende Erinnerung. 01470 Gust. 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Die Landwirtschaftliche Woche in 'Berlin wurde am Montag mit der großen Heer- schau im früheren Zirkus «Schumann «heute ®ro- r cS Schauspielhaus» eröffnet. 3n dem großen, . .chtgefüllten Raum formulierten führende Männer des ReichslandbunDes die Wünsche der deutschen Landwirtschaft und gaben darüber hin» aus ihre Meinung über Ereignisse und Zustände kund. Heben einem Vertreter dcS Großgrundbesitzes sprach ein Vertreter der .Bauernschaft und ein solcher der nationalen L a n d a r b e i t e r b e w e g u n g. Die aufmerksame und beifallsfreudige Zuhörerschaft unterstrich verschiedene Stellen deS vom Grafen Ä a I d r e u t f) erstatteten Hauptre'era'.es, dessen Kernstück ein politischer und wirtschaftlicher Wunschzettel der deutschen Landwirtschaft war. Der erst feit einigen Monaten an Stelle des verstorbenen Dr. Rösicke an die Spitze des ReichS- landbnrideS Letufcne Graf Kalckreuth sprach ohne eigentliche zündende Veredfomleit, aber ruhig und klar, (fcr kündigte dem neuen Kabinett im Deiche Dr. Luther und dem in Bildung be- :iriifcnen preußischen Kabinett Marx in großen Zügen das Programm an, welches der Rcichs- landbund und die ihm nahestehenden politischen Parteien in den deutschen Parlamenten verfechten werben. Das abgelaufene Jahr 1924 charakterisierte der Hauptreserent der großen Versammlung als ein dreifaches Notjahr. Zu gleicher Zeit habe eine Steuer-, eine Preis- und eine K r e b i t n o t bestanden. Dom Jahre 1925 fürchtet Graf Kalckreuth, daß es manchen landwirtschaftlichen Besitzer zwingen könnte, die väterliche Scholle zu verlassen. Bei der Sanierungskrise hätten Reichsbank und Staat die Sanierung, die Landwirtschaft die Krise gehabt. Diese etwas zu rhetorische Redewendung ergänzte der Referent Ipäter dahin, daß er sich von der Notwendigkeit, auch aus der Landwirtschaft große Steuerbeträge herauSzuholen, voll durchdrungen fühle. Eine besondere Aktivität in der Sozialpolitik sei mir zu rechtfertigen, wenn die Wirt- schaftserträge entsprechend gestei- g c r t werden könnten. Sehr eingehend sprach dann Graf Kalckreuth über das Verhältnis von Pflicht zu Recht. Er ermahnte seine Derufs- genofsen, nicht fahnenflüchtig zu werden, indem sie in ihrer Arbeit irgendetwas versäumten, was Die materielle Kraft des Vaterlandes zu steigern geeignet fei. Es versteht sich von selbst, daß dem Thema Schutzzoll oder Freihandel gleichfalls eine eingehende Betrachtung zuteil wurde. Die Verhandlungen des Reichs- wirtschaftSrats werden — fo führte Der Redner aus — beweisen, daß die deutsche Landwirtschaft weitere Fortschritte i n der wirtschaftlichen Betriebsführung gemacht habe. Alle wissenschaftlichen und technischen Fortschritte aber seien vergeblich, wenn — wie in den letzten Jahren — für wichtige Industrie» erzeugnisse Schutzzölle, für die landwirtschaftliche Produktion dagegen Freihandel bestünde. Graf Kalckreuth ist ein Gegner der grundsätzlichen Gewährung der Meistbegünstigung in den Handelsverträgen mit anderen Böllern. Zur Frage der Kreditbeschaffung verlangte Graf Kalckreuth, daß der Landwirtschaft die R e n t e n b a n k zur Aufsaugung und Verteilung landwirtschaftlichen Kredits zur Verfügung gestellt werde, und daß sich die Behörde in die Verwaltung dieses Instituts nicht cin- mische. Zur Aufwertungsfrage prägte der Redner den Sah, daß der Landwirt seinem Gläubiger nicht mehr zu zahlen brauche, als der Staat seinen früheren Geldgebern zuwende. Er unterstrich den Gedanken, den bereits die Vertreter zahlreicher Wirtschaftsorganisationen am 28. Ianuar dem Reichswirtschastsminister Dr. Neuhaus gegenüber vertreten hatten, daß nämlich bei der Lösung des Aufwertungsproblems über Lebensinteressen der Wirtschaft nicht hinweggegangen werden dürfe. Seine wirtschaftlichen Ausführungen schloß der Redner dann mit einer Mahnung an Die öffentlichen Organe, die durch Steuern einkassierten Beträge s o sparsam wie möglich zu verwenden. Es sei nicht gcrcdjtfertiflt, wenn heute der öffentliche Aufwand von Reich. Ländern und Gemeinden um zwei Milliarden Mark größer sei als vor dem Kriege. In einem kürzeren politischen Teil setzte sich dann Graf Kalckreuth mit einigen wichtigen innen- und außenpolitischen Fragen auseinander. Unter Variierung eines bekannten Wortes charakterisierte er die schwebende Berliner Finanzaffäre mit Dem Sah, daß hier „die Politik eine Fortsetzung der privaten Wirtschaft mit anderen Mitteln" geworden sei. Sein hartes Urteil, daß manche in dieser Affäre verstrickten Persönlichkeiten nicht zwilchen Portemonnaie, Partei und Staat unterschieDen haben, enthüll leider einen lehr berechtigten Kern. Auch feine Feststellung, daß eine Staatsform „nicht übertrieben glücklich" fei, bei der wegen Neuwahlen und Regierungskrisen ein ganzes Iahr lang nicht hätte regiert werden können, ist berechtigt. Man habe sich ja auch durch Ermächtigungsgesetze und durch großzügige Anwendung des Artikels 48 der Reichsversalsung pralti ch außerhalb der Derfassung bewegt. In Der Außenpolitik fordert der Redner des LandbundeS eine Aktivität, die die Mitte hält zwischen Krieg und Unterwerfung. — Aus den Reden weiterer Landbund-Mit- glicDer ging hervor, daß hier wirklich die einmütige Auffassung Der großen Mehrheit unserer Landbewohnerschast zum Ausdruck kam. Herr Richter. Endlich ist geschehen, was längst hätte geschehen mühen: Der Minister des Innern. Se- vering. der ja bis zur Neubildung Der Regierung die Geschäfte weiterführt, hat Den Berliner Polizeipräsidenten Richter zu sich kommen lassen und ihn bei einer längeren Unterredung bis auf weiteres beurlaubt. Auch diesmal wieder muß man mit Bedauern feststellen. daß die preußische Regierung diese notwendige Entscheidung fo lange herausgezögert hat, bis sie nicht mehr zu umgehen war. Herr Severing hat als unmittelbarer Vorgesetzter des Polizeipräsidenten alle Warnungen, Die feit Monaten einliefen, überhört, obwohl doch längst kein Zweifel mehr daran fein tonnte, daß sich aus dem engen Verkehr zwischen Polizeipräsidenten und den Darmats handgreifliche Beweise dafür ergaben, wie wenig Herr Richter die moralischen Voraussetzungen erfüllte. Die Der Leiter der Berliner Poli-zei nun einmal erfüllen muß. Auch Die eigenartige Rolle, die Herr Richter vor Dem1 Untersuchungsausscha-ß des Preußischen Landtags spielte, war anscheinend für feinen Vorgesetzten und Genossen Severing kein Grund zum Einschreiten. Für jeden anderen hätte sie genügt. Daß ein Mann. Der doch nicht gewerbsmäßig spekuliert, zugeben muh. er habe v o n d e n Darmats Aktien bekommen, aber sich nicht mehr erinnern kann, was er Dafür bezahlt hat. daß er einem Schieber Empfehlungsbriefe gibt, der dann an der Grenze wegen Zollschmuggels festgehalten wird, das wäre in jedem anderen Fall mehr als hinreichend gewesen, um Die Abberufung von fo einem exponierten Posten zu rechtfertigen. Aber Severing wollte nicht. Weshalb? Ganz sicher nicht Deshalb, weil er der Ueberzeugung gewesen wäre. Herr Richter sei unersetzlich, im Gegenteil, ein so recht-denkender Mann wie Severing hat gewiß ein Gefühl für das Schiefe der Lage gehabt, ausschlaggebend für seine Haltung ist indessen gewesen, daß der Parteimann in ihm stärker war als der Minister. Er ist der Ueberzeugung gewesen, daß er zum Polizeipräsidenten von Berlin nur einen Sozialdemokraten machen könne, Daß also nicht Die persönliche Eignung, sondern das Mitgliedsbuch der Partei entscheide, und weil er keinen anderen fand, glaubte er Herrn Richter halten zu können. Das ist für die geistige Einstellung Severings kennzeichnend, doppelt kennzeichnend in dem Augenblick, wo man den Versuch macht, ihn als „ F a ch m i n i st e r " in ein Minderheits kabinett von Zentrum und Demokraten einzuschmug- g e l n. Vielleicht sind aber jetzt Die Dinge doch soweit gediehen, daß auch die sozialdemokratische Partei und Deren Untersuchungsausschuß sich mit Dem Fall beschäftigt. Damit der Fall Richter nicht in allen Einzelheiten eine Neuauflage Des Falles Dauer wird. Der Ausbau unseres Außendienstes. Neichsaäßemnmister Dc. Stre se mann hielt dem Haushaltsausschuß des Reichstages einen sehr eingehenden Vortrag über die technische Seile unseres viplo- matischenÄußendienstes und gab Dabei eine Uebersicht über die Ausgaben, Die er zu erfüllen hat, und die Hilfsmittel, Die ihm dabei zur Verfügung stehen. Strese- mannS Ausführungen, dift darin gipfelten: „Nicht Abbau, sondern Ausbau unseres diplomatischen Dienstes!" können gut und Ti> Ernährungsgrenzen Der Menschheit. Der Berliner Geograph P e n ck hat vor kurzem vom geographischen Standpunkt aus das Problem behandelt, welche Zahl von Menschen Der Erdball ernähren kann. und kommt zu dem Resultat, daß die größte Zahl der Erdbevölkerung 16 Milliarden wäre, die wahrscheinlichste Höchst- menge* aber nur 8—9 Milliarden. Die gegen- trärtige Bevölkerung Dürfte 1.8 Milliarden betragen. so Dato nur ein Fünftel Der Erdoberfläche bisher ausgenützt erscheint. Wenn aber Die Bevölkerung in Dem Maße weiterwächst wie in Den letzten 50 obren, so würde Der Lebensraum Der Erde in 300 Iapren. Der Der gemäßigten Zone in 150 Iahren ausgefüllt sein Zu demselben Problenr nimmt nun der Schöpfer der modernen Ernährungswissenschaft. Geh.-Rat Mar Rubner. 'n einem Lluffatz der ..Deutschen Medizinischen Wochenschrift" Stellung. in Dem er „D i e Begrenzung der Ernährungsmöglichkeit Der Mensch- b c i t" behandelt. So unendlich verschieden Der Speisezettel bei den einzelnen Völkern und in einzelnen Landcsteilen ist. so unzählige Speisen und Gerichte den besonderen Geschmack des einzelnen befriedigen, fo überraschend einfach sind doch Die Grundgesetze Der Ernährung, wie sie sich Dem weltumspannenden Dlick des Forschers dar- stellen. Alle Die vielgestaltigen Nährstoffe, Die Die Menschen in Den einzelnen Weltteilen oder in bestimmten Standesgruvpen bevorzugen, lassen sich in ein einheitliches Maß Der Wärmeeinheiten zusammenfafsen. Die Speisezusammenstellungen mögen noch so wandelbar fein, immer müssen sie Dem Organismus etwas Eiweiß zuführen und Die notwendige Summe Der Wärmeeinheiten muß gedeckt werden. So läßt sich der Nahrungsverbrauch einer ganzen Nation berechnen, indem der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung festgestellt wird. Wurde bei uns die Berechnung des nationalen Bedarfs durch der K icg notwendig, so haben sich später auch die anderen Nallonen mit diesem Problem besoffen müssen, und es gibt heute ziemlich sichere Statistiken für Die Nahrungsmengen, die die einzelnen Völker verzehren. Dabei ergibt sich die überraschende Tatsache, daß die verbrauchte Nahrungsmenge überall fast die gleiche ist. Die von Rubner angeführten Statistiken beziehen sich auf Iapan, Italien. Ruß- land, Deutschland. Oesterreich, Frankreich. England, Nordamerika und Mittelamerika, umfassen etwa 550 Millionen, also fast die Hälfte aller lebenden Menschen, und doch stimmen die Stoffwechsel- und Kalorienwerte überein. Der einzige Nahrungsstoff mit größeren Unterschieden ist das Fett. Eiweiß und Kohlenhydrate werden ziemlich gleichförmig verbraucht, und da die letzteren ein Ausdruck der Pflarrzenkost sind, so erkennt man aus den weitaus größten Werten. Die Dafür angegeben werben, daß die Pflanzenkost bei allen Völkern Den Hauptteil Der Nahrung aus macht. Aber ebenso verzehren alle Nationen fast gleichviel Eiweiß, so daß EnglänDer unb Amerikaner, die man als Hauptvertreter Der eiweißreichen Kost an- fieht. tatsächlich gar keinen Anspruch auf diese Eigenart baben- gern in jeder Beziehung unterstrichen werden. Tie Einschränkungen DeS Auswärtigen Amtes- auf personellem Gebiet, Die Abstriche an seinem Etat, die eS sich in dem letzten Iahr hat gefallen lassen müssen, Haden sich gerade jetzt während der Handels ver- tragsverhandlungen. Die unser Diplomatisches Personal in alle Winde zerstreute, unangenehm bemerkbar gemacht, ja, bisweilen zu einer Ueberlastung der vorhandenen Beamten geführt. DÖS kann natürlich in Zukunft nicht mehr so weiter gehen, zumal das Auswärtige Amt auch stark unter Nachwuchs leidet und es immer schwieriger wird, für die Besetzung der nach und nach wieder einzurichtenden diplomatischen Vertretungen im Auslande und deren Ausbau Die geeigneten Kräfte zu finden. Aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist eS ein Gebot der Stunde, den auswärtigen Dienst wieder auf den alten Stand zu bringen, um unseren Außenhandel und auch dem Auslanddeutschtum einen festen Rückhalt zu geben. ES versteht sich allerdings von selbst. Daß Der Ausbau unseres diplomatischen Dienstes nicht in Mafseneinstellungen ausarten darf, sondern nach scharf markierten Richtlinien vor sich zu gehen hat. Das deutsche (Eigentum im Ausland. Die Rcparationskommisfton und Die Deutsche Regierung haben vor kurzem ein ilebereintommen getroffen, wonach die Durchführung Des Schiedsspruches über Art. 260 Des Versailler Vertrages aufgehoben wird. Diese Nachricht ist von größter Bedeutung. Bekanntlich verpflichtete Art. 260 Deutschland, alle Beteiligungen deutscher Reichsangehöriger an Unternehmungen öffentlichen/ Nutzens ober an Konzessionen vor allem in Rußland, China, Oesterreich, Ungarn, Bulgarien und in Der Türkei an Die Reparationskom- missionzuübertragen. Der wirtschaftliche Einfluß Deutschlands in diesen Ländern sollte hiernach ebenso wie in Den alliierten und assoziierten Staaten vernichtet werden. Seit 1921 wurde mit wechselndem Erfolg über die Auslegung dieses Artikels zwischen der Reparationskommission und Deutschland gestritten. Man einigte sich schließlich auf ein Schiedsverfahren. das am 3. Iuli 1924 mit einer Entscheidung. Die in wesentlichen Punkten der deutschen Auffassung zustimmte, zu Ende kam. Der Schiedsrichter urteilte, daß Art. 260 auf Die an Polen abgetretenen oberschlesischen Gebietsteile keine Anwendung finde, daß Bergwerke und Petroleumgesellschasten feine Unternehmungen „öffentlichen Nutzens" seien, wohl aber alle öffentlichen Verkehrsanstalten (Dahnen. Post, Telegraph), regelmäßig auch Gas-, Clektrizitäts- und Wasserwerke. Deutschland war demnach verpslichtet. Die Aktien, Obligationen und Shares solcher in Den genannten Gebieten befindlichen ilntcrnebmen zu erwerben, soweit sie in deutschem Besitze waren. Diese Verpflichtung ist nunmehr beseitigt: emo weitere Abliefe, rung dieser Aktien, Obligationen und Shares findet nunmehr nicht statt. Das neue ilcberein- fonmicn bedeutet demnach einen großen Erfolg für Deutschlands Welthandelsstellung. K. (Ein seltsamer Falk. Vor wenigen Monaten wurden in Rußland drei deutsche Studenten verhaftet, Die sich auf einer wissenschaftlichen Reise Durch Die Sowjetunion befanDen. Die deutsche Öffentlichkeit hat sich kaum mit dem Fall beschäftigt, desto mehr allerdings das Auswärtige Amt, das iich sofort für die Verhafteten, übrigens pvlftisch linksgerichte t e und Dem Kommunismus zuneigenDe junge Leute, ins Mittel legte. Monatelang haben Die Sow- jetbehörbeu bie ilrfadjen ihrer Maßnahme ver- schwiegen, nur soviel ist bekannt geworden, daß einer Der Verhafteten einen Empfehlungsbrief an Die russische Kommunistische Partei gefälscht hatte, immerhin ein Verbrechen, Das die Festsetzung der Reisenden nicht berechtigt. Nun veröffentlicht jetzt die „Iswestija" einen langen Artikel, in Dem sie Die drei Studenten als Beauftragte der Organisation Consul abmalt, die Den Auftrag hatten, russische Parteiführer zu ermorden und Handelsspionage zu treiben. Das Der Gesamtverbrauch an Wärmeeinheiten wird im praktischen Geben hauptsächlich von den Bewegungen und der Arbeitsmenge bestimmt. Auch Darin ftnD in Der gemäßigten Zone keine besonderen Unterschiebe vorhanden, und man sieht daraus, daß es weder übermäßig arbeitende, noch faulenzende Nationen gibt. Trotz dieser Gleichartigkeit des Nahrungsverbrauches beziehen aber die einzelnen Nationen ihre Speisen aus völlig verschiedenen Quellen. So ist Die Art Der Ernährung bei Italienern. Franzosen, Deutschen und Engländern vollständig verschieden. In Italien werden nur 11,67 aller Wärmeeinheiten durch tierische Nahrung auf» gebracht, in England 38,13. Der Franzose ißt zweimal so viel Fleisch als Der Italiener und Der Deutsche vor dem Krieg. Der EnglänDer Dreimal so viel als Der Italiener. In Der javanischen Kost werden nur 5 Prozent Durch Fleisch. 95 Prozent durch Pflanzennahrung gedeckt. Von Dieser höheren Warte Des internationalen Vergleichs betrachtet, schrumpfen alle Diese Nuancierungen in nichts zusammen. » Höchstwahrscheinlich haben die Kulturvölker Jahrtausende hindurch nach denselben Ernäh- rungsformen gelebt," sagt Rubner, »weil diese eben Naturnotwendigkeiten Darstellen und ohne Schaden für die Allgemeinheft nicht verlassen wer- Den können. Der Verbrauch wird uns instinktiv von Den Zellen aus diktiert, die Art der Befriedigung dieses Zellhungers hängt von der möglichen Gewinnung bestimmter Arten von Nahrungsmitteln ab, ist also etwas Variables und Anerzogenes. Der Mensch hat, wie wir aus diesen Maffenbeftimmungen ableiten können, einen bestimmten Bedarf an Nabrun" Den er rnfjaUen eine ist ebenso blühender Unsinn wie das andere. Die ganze Behandlung dieses Falls durch Die russischen Behörden zeigt aber, daß man in Moskau politisches Kapital Darau# schlagen will vielleicht sogar auf Deutschland einen Druck auS- üben will, um evtl. Die jetzt vor dem Staats- gerichtShos stebenden Tfchcka-Derbrecher im Austausch gegen Die drei Gefangenen tret zu bekommen. Das eine steht jedenfalls fest, Dafl eS bester ist. ruf fischen Boden $u meiden, um nicht durch irgendwelche unglücklichen Umstände monatelange Dekannstchast mit russischen Gefängnissen machen zu müssen (Ein russisch-japanisches Militärbündnis? Daß die künftigen ruffifch-japanifchen Beziehungen chre Regelung nicht allein im Pelin g e r Vertrag vom 22. Januar d. I. finden würden, war aus gleichzeitig auitauchenden Andeutungen in Der russischen Presse zu erkennen. Allerdings schwieg man sich über Weiteres aue. ilnb nun bringt Der „Berliner L.'kalanzeiger" unter gewissen Vorbehalten eine Mitteilung, wonach Iapan für Rußland vier kleine Kreuzer. ein Großkampstchist. dreißig ll-Boote und sieden Zerstörer gegen Die Abtretung des reichen Nord-Sachalins baut. Für Ehina sott Rußland ein Truppenaufgebot von 200 000 Mann bereitstellen für Den ,SaU cineS Angriffes von feiten Amerikas. Englands oder Frankreichs. Durchaus in der Diplomatischen Natur liegt es, wenn die japanische Botschaft in Berlin diese Mitteilung schon nach wenigen Stunden Dementiert. Doch kann heute kein über die asiatischen Verhältnisse einigermaßen orientierter Europäer verkennen, daß die Entente auch gegenüber ihren früheren asiatischen Verbündeten eine Politik führt. Die über kurz oder lang notwendigerweise zur militärischen Abwehr veranlassen muß. lieber Einzelheiten eines Militärbündnisses in Östasien braucht gewiß nicht fieftritten zu werden, doch genügt in diesem Zu- ammenbang der Hinweis auf einen Punkt des von russischer Seite amtlich bekanntgegebenen Vertrages mit Iapan, nach dem Rußland sich von Der japanischen Oelausbeute „unter Umständen" bis zu 40 Proz. sichert. Da ce gleichzeitig selbst auf Sachalin nach Ocl bohrt, seine Flotte im Stillen Ozean aber ganz unbedeutend ist und auch der Bedarf Der ostfibiri- schen Industrie an Naphta leicht zu decken ist, fragt sich doch, wozu 40 Proz. der japanischen Ausbeute und unter welchen Umständen sie notwendig fein können? England und das Genfer Protokoll London, li Febr. (TU.) Eanada hat Der britischen Regierung auf ihre Anfrage wegen des Genfer Protokolls geantwortet, daß eS das Genfer Protokoll auf keinen Fall an nehmen könne Besonders Der japanische Zusahan- trag über Die Regelung Der Einwanderung und die Einschränkung Der farbigen Rasse, der eine fremde Einmischung in Die inneren Angelegenheiten Canadas gestatte, sei völlig unannehmbar. Desgleichen könne E-anada das Protokoll nicht als Richtschnur für die Sanktionen betrachten. Die Stellungnahme Eanadas macht zur Gewißheit, daß die britische Regierung, Australien, Neuseeland und Südafrika die Annahme des Protokolls, wenigstens in seiner jetzigen Form, verweigern werden. Nur Irland dürfte mit Frankreich zusammen auf Der Dölkerbundstagung gegen Groß- britannien stimmen. Die von der RerchsverteiDi- gungskommifsion ausgearbeiteten Zusahanträge fordern, daß keine Sanktionen verhängt werden dürfen, bevor nicht die Beschlüsse der Parlamente der beteiligten Staaten vorliegen Innere Angelegenheiten sollen grundsätzlich ausgeschaltet werden. Daher sei Der japanisch? Zusahantrag abzuweifen. Kein Staat Dürfe Schiffe außerhalb Der Dreimeilenzone beliefern oder aus rüsten Der VölkerbunDsrat oder sonstige internationale Einrichtungen haben kein Recht, in irgendwelcher Weife über Truppen ober Schiffe der beteiligten Staaten z u verfügen. In amtlichen Kreisen verlautet, daß die britische Abordnung auf der Völkerbundstagung am 9. März beantragen wird, die Beratung über baü Genfer Protokoll auf den September zu ver schieben, widrigenfalls sich Großbritannien von den Beratungen zurückziehen toertte muß, Den er aber auch nach anderer Richtung hin nicht überschreitet." Die Menge Der Nahrung. Die Die Menschheit braucht, ist also etwas Feststehendes und läßt sich nicht verringern. Mag man auch noch fo viele technische Fortschritte erreichen und neue (Energiequellen erschließen, fo steht doch nach Rubners Anschauung fest, „daß uns von dem wahrhaft krassen Endkampf der Menschen um das Dasein nicht mehr ungemcffcnc Zeiträume trennen". Edward (EucueL Ausstellung im Kunstsalvn Hirz. Edward Eucuel hat fich von Fritz von Oftint eine Monographie schreiben lassen unb hat ihm dazu 81 einfarbige unb 8 mehrfarbige Abbildungen gegeben. Die Monographie ließe sich verzeihen- es wird über fo viele unbedeutende. Deute geschrieben.... Aber die Bilder: Es ist eine alte Erfahrung, daß Frauen die künstlerische Produktivität des Mannes günstig zu beeinflussen imstande sind, bei Eucuel erscheint das Gegenteil Der Fall. Im Kunstsalon Hirz auf Dem Seltersweg ist eine Kollektion Cucuels ausgestellt. Die Auswahl ist mit Geschmack erfolgt. Es liegt viel Licht und Sonne über diesen Biloern. Dazu eine frohe Leichtigkeit, die fich keine Gedanken macht, weder mit Stofflichem, noch mit Formalem je in Konflftt kommt, eine Leichtigkeit, die aus genießerischer Fröhlichkeit entspringt. Seine Bilder finD auch im Ausland, besonders in England und Amerika (allerdings in Kunstdingen keine berufenen Richter)" bekannt und berühmt ES ist verdienstlich, daß eine Probe davon auch einmal in Gießen gezeigt wird. c—S. Aus der Provinz. Landkreis (Hießen. * Klein-Linden, 17. Febr. In zwei Gemeinde-Abenden wurde von Mitgliedern des Kirchengesangvereins eine „Schulstunde aus alter Zeit" und das „Gleichnis von den zehn Jungfrauen" dargestellt. Ansprachen von Pfarrer Ackermann, Chöre des gemischten Chors und des Posaunenchors umrahmten die Abende. * Garbe nteich. 17. Febr. Der der am Sonntag hier stattgehabten Bürgermeifter- w a h l stimmten von 614 Wahlberechtigten 585 ab. Es erhielten der Kandidat der Bürgervereinigung Landwirt Karl Burk L 345, der Kandidat des sozialdemokratischen Wahlvereins Beigeordneter Heinrich Mohr l. 237 Stimmen. 3 Stimmen waren ungültig. Landwirt Karl Burk I. ist mithin zumBürgermeistergewählt. Am Abend brachte der Gesangverein Viktoria dem neuen Ortsoberhaupt ein Ständchen. In einer kurzen, kernigen Ansprache dankte der Gewählte seinen Wählern und den Sängern. " L i ch, 17. Febr. Am Montag, 23. Febr, sindet hier der sogenannte Fa st n a ch t s m a r kl > Schaf-. Schweine- und Krämermaickt) statt. Da die hiesigen Märkte in den letzten Jahren sich eines zunehmenden Besuches erfreuten, ist auch jetzt wieder mit einer starken Beteiligung zu rechnen. Für den Schafmarkt sind bereits ca. 65 Schafe zum Verkauf angemeldet. Auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil wird besonders hingewiesen. df. Langsdorf, 16. Febr. In unserem schönen, altehrwürdigen Rathaussaal sprach vor einer großen Zuhörerschaft Schmiedemeister Rehfeld t von hier über seine Erlebnisse während des Krieges im Orient. Er war Mitkämpfer in einer deutschen Maschinengewehr- Abteilung, welche das Vordringen der Engländer am Euphrat-Tipris verhindern sollte. Rach ergebnislosem Kampfe wurden unsere Expeditionstruppen der türkischen Armee eingegliedert. Mit seiner Abteilung kam Herr Rehfeldt durch Kleinasien, Mesopotamien und Persien bis an die Grenze von Persien. Später stand er in Palästina, kam von da wieder nach Konstantinopel und wurde nach dem Zusammenbruch der türkischen Armee interniert. 3m Frühjahr 1919 kehrte er dann auf dem Seeweg in seine Heimat zurück. " Beuern, 16. Febr. 3m hiesigen Volks- bildungsverein (Vorsitzender Lehrer Rau) sprach am Samstagabend im Saale des Holländischen Hofes Oberstudiendirektor Philipps von Friedberg über das Thema „Aus meiner Werkstatt". Die große Versammlung lauschte aufmerksam den zu Herzen gehenden Worten unseres oberhessischen Dichters. Besonders packend warm seine Gedichte, die er aus seinem im letzten Jahr erschienenen Bändchen „Aus stillen Stunden" verlas. Es war ein echtes Stück Volks- billnnrgsarbeit, deren sich Direktor Philipps in treftlicher Weise erledigte. Den Dank aller Anwesenden brachte der Vorsitzende des Vereins zum Ausdruck. Möge Direktor Philipps auch weiterhin unsere Volksbildungsvereine, namentlich in abgelegenen Orten, mit Rat und Tat unterstützen. Der Dank unseres Volkes ist ihm gewiß. k. Allendorf a. d. Lda., 16. Febr. Gestern abend veranstaltete der hiesige Männergesangverein einen älnterhaltungs- abend. Der sehr zahlreiche Besuch bewies, wie beliebt die Konzerte dieses Vereins bei der Bevölkerung sind. Die vortrefflich vorgetragenen Chöre fanden denn auch reichen Beifall und zeigten, daß der Gesangverein, der unter der Leitung des Musiklehrers K a r st e n aus Gießen tzeht, vollständig auf der Höhe ist. — Heute fand hier die erste Drennholzversteigerung ty- diesem Winter statt. Es waren auswärtige Bieter zugelassen, die auch in großer Anzahl erschienen waren. Zwei Meter Duchenscheiter kosten durchschnittlich 22 bis 25 Mark. Buchen- knüppe'. firnen im Durchschnitt auf 16 bis 18 M rf k. Climbach, 16. Febr. Unser Gesangverein. der unter Führung des Lehrers Schöne fteht, veranstaltete am Samstag einen gut besuchten Linker Haltungsabend. Rach den' Vorträgen des Vereins hielt ein Tänzchen die Teilnehmer noch lange beisammen. , Aus dem Kirchspiel Wir berg, 17. Febr. Der Missionsreiseprediger der Brüder- 1 gemeinde Cyr. Wremer aus Reudietendorf, von den Polen aus einem Pfarramt im Korridor ausgewiesen, hielt am Mittwoch, Donnerstag, Freitag der vergangenen Woche Lichtbildervorträge in Reinhordshain (Schulsaal), Del- tersheim (Kirche) und Göbelnrod im Saale Schultheiß. Er behandelte das M i s s i o n s - werk der Brüdergemeinde in Mittelamerika an den 3ndianern und in Grigana. Die Vorträge waren in den drei Gemeinden gut besucht, als Missionsopfer ohne verkaufte Missionsschriften gingen ein 40 Mk. " Ettingshausen, 16. Febr. Bei der am Samstag hier vvrgenommenen Holzsubmission wurden folgende Preise pro Festmeter bezahlte Kiefernstämme 2. Klasse 42 Mk. (Käufer: Schäfer-Hungen), 3. Klasse 36,50 Mk. (Käufer: Rinker-Ronnenroth), 4. Klasse 28,60 Mk. (Käufer: Schäfer-Hungen), Kiefernbauholz 25,16 Mk., Kieferngrubenholz 20 M^. (Käufer: Rinker-Ron- nenroth), Fichten 2. Klasse 38,50 Mk. (Käufer: 3ung-Villingen), 3. Klasse 36,16 Mk. (Käufer: Rinker-Ronnenroth), 4. Klasse 32,87 Mk., 5a. 31. 30,60 Mk., 5b. Klasse 28,60 Mk., Derbstangen 1. Klasse 23,87 Mk. (Käufer: 3ung-Villingen), 2. Klasse 16,60 Mk. (Käufer: Sägewerk Müller- Hungen). Kreis Sckwtken. Zj Laubach, 16. Febr. 3m Jahre 1920 pachtete Herr Paul Schumann, ein gebürtiger Thüringer, der längere Zeit im Elsaß gelebt hat, die hiesige städtische Ziegelei am Larden- bacher Weg auf dreißig 3ahre. Unter ihm hat sich das Geschäft gedeihlich entwickelt. Bis dahin hatte die Stadt die Verwaltung in eigener Regie mit Handbetrieb. Herr Schumann nahm einen S au ggas-Motor mit Verwendung von Steinkohle. 3m verflossenen 3ahr wurden 200000 Backsteine und Ziegeln angefertigt. 3n diesem Frühjahr wird ein Rohöl-Motor, eine Art Diesel, angeschafst werden, von dem man eine wesentliche 'Hebung des Geschäfts erwartet. Wenn die Bautätigkeit kräftig einseht, besteht Aussicht, in dem Betrieb einen Ringofen zu errichten. — Demnächst wird hier zu einem wohltätigen Zweck ein historisches Schauspiel, verfaßt von einem hiesigen Dichter (Th. R.), aufgeführt werden. Man darf der Aufführung mit Spannung entgegensehen. — Auf der heutigen gräflichen Holzversteige- rung, die im Gasthof „Zur Traube" abgehalten wurde, kam der Raummeter Buchenscheiter im Durchschnitt auf 14 Mk., Duchenknüppel auf 8 Mk., Buchenstöcke auf 7 Mk., Reiserknüppel auf 4,50 Mk., Astreiser auf 1,50 bis 2 Mk., Stammreiser auf 1 bis 1,20 Mk. Das Holz sitzt im Revier Tiergarten. Kreis Büdingen« )( Ortenberg, 16. Februar. Ihr 4 0. Dienstjubiläum konnte am Samstag unsere Hebamme. Frau Suhl, feiern. Am Rachmittag versammelte sich in der Wohnung der Jubilarin eine Abordnung der Behörden und Vereine, um deren Glückwünsche zu überbringen. Für das Kreisgesundheitsarnt und das Ministerium sprach Medizinalrat Dr. Wagner- Büdingen und überreichte eine Anerkennungsurkunde, im Ra- men des Hebammevereins zeichnete Frau Rau- mann- Düdelsheim die Jubilarin mit der goldenen Dereinsbrosche aus, als Anerkennung der Gemeinde Übergaben Bürgermeister Pfeiffer und Gemeinderat M e u e r einen schönen Sessel, für die Kirchengemeinde waren Pfarrer Kahn und Kaufmann Lenz erschienen und überbrachten ein Gesangbuch: auch der Frauenverein, für den Frau Sanitätsrat Dr. Hahn und Frau Pfarrer Kahn gekommen waren, lieh es sich nicht nehmen, ein praktisches Geschenk zu stiften. Von allen Seiten wurde die Jubilarin im Laufe des Tages mit Glückwünschen und Geschenken bedacht. In den 40 Jahren ihrer Tätigkeit verhalf Frau Suhl fast 900 Kindern zum Leben. Von der Tätigkeit und Gewissenhaftigkeit, mit der die Jubilarin ihr schweres Amt in Ortenberg. Selters, Wippenbach und vertretungsweise noch in anderen Gemeinden ausübte, legt die Tatsache beredtes Zeugnis ab, daß keine einzige der fast 900 Wöchnerinnen an Wochenbettfieber starb. — Ein wohlgelungener Familienabend vereinigte gestern die Mitglieder des Kirchengesangvereins im Hirzelschen Saal. Der Abend wurde mit der Ouvertüre zur Oper „Freischütz" durch das Ackerrnannsche Quartett eröffnet. Den von Geheimrat R ö m h e l d , Ridda für den Abend gedichteten Vorspruch trug in Dis OberwAdsr- Roman von Alfred B o ck. 1. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Des Dutternickels Faust fiel schwer auf den Tisch. ..Lauskrämer, du seist besoffen!" Der Hannjust sprang auf, tat ein paar Schritte vorwärts und schrie: ,,Glüh sollst du gehn! Sag's noch emal. Du hast schon mehr Schläg heimgebracht!" Der Dutternickel erhob sich. Sein Gesicht war öunfelroL Die zwei, so schien's, gerieten aneinander. In diesem Augenblick öffnete sich 'die Tür, und der Ortsdiener trat mit dem Polenschmied ein. Der Volizeimann hatte sofort die Situation ersaßt und herrschte den Hannjust an: ,.Protokollmacher, gelle, du seist wteder im Dampf?" ..Ich will mich mit keinem verkrämern," versetzte der Hannjust. sich zur Ruhe zwingend. ..Ich kann nur das Geprahl davorn net hören." Der OrtSdiencr klopfte ihm unsanft aus die Schulter. „Freunöche. pah emal acht, wie ich dir die Rägel schneid'. Eins, zwei, drei, und du sitzst im Loch!" Der Hannjust toinftc feinem Genossen, dem kleinen Kumpf. „Komm!" Beide zahlten ihre Zeche und gingen. ..Geschirr wie Gezeug!" schickte der Dutternickel ihnen nach. Rachdem d'.' Ankömmlinge erfahren hatten, wie der Streit entftanben war. wobei gegen die ..LaPPanier" Schmähreden aufffogen wie Raketen, rief der Waltmäller: .Schorfch, ich geb' was aus. Rundighernm ein DiPPche Bier!" Der W'rl beeilte sich die Gläser zu fällen. .Habt ihr's dann schon gehört," sagte der Polenschmied, neben dem Peter Maryolf Platz nehmend, ..der Kappes am Hirscheck is wieder in der Reih." Darüber wunderte man sich baß. denn man hatte für das Leben des Kranken, der seit Wochen bettlägerig war und stark an Atemnot litt, keinen Pfifferling mehr gegeben. „Gest' vo'- acht Tag' wollt ich ihn besw- chei'.", belichtete der Polenschmied, „ba schlief he. Ich tat mich ein wink fetzen. Auf einmal würd' he wach, aber he sah mich net. .Ammiche', spricht er wider seine Frau, ,wie wird's dann mit unferm Werk gehn, wann ich net mehr da bin? Ich mein' als. du könntst der Sach' allein net Vorstehn. Wie wär's, wann du dem Rach- bar fein* Konrad nähmst? Der is schon bei Jahren und is ein verständiger Mannskerl." „3a", heult die Frau, „an den hab' ich auch schon gedacht". 3ch war murremausstill und dacht' für mich, da wird's bald ein' Handschlag geben. Wie he wieder eingedusselt war, drückt' ich mich Diesen Morgen geh' ich am Hirscheck vorbei. Was seh' ich? Mein' Kappes, älnd spaziert. weih Gott, im Hof erurn. „Ei. Kappes", sag' ich, „seist du's oder seist du's net?" „3a", spricht er, „ich sein's". Ro verzählt er mir, der Doktor könnt' ihm net helfen, 's is aber ein Mann bei ihm gewest, aus Dvauerfchwend. Der nahm ein’ Stuhl und wickelt Kordel drum. Ein ganzes Gebund. Dernachert macht er ein Gesahn*) herunter. Don der Stund' an hat der Kappes Luft gehabt, älnd frag auch wieder Appetit." Der Polenschmied hielt inne, nahm einen kräftigen Schluck und schloß: „He is nu durch, und ich fein um eine Hochzeit kommen." „Was net all passiert in der Welt!" brummelte der Walkmüller behaglich vor sich hin. Allerlei Krankheiten wurden besprochen. Die Meinung herrschte vor, man sollte sich's dreimal überlegen, ehe man fein Geld zum Doktor und Apotheker trug. Die Hauptsache war. gründlich schwitzen und die Heilung der Ratur überlassen. Freilich, ein „Gesahn" zur rechten Zeit hatte oft schon Wunder getoitlt. Damit war der Gesprächsstoff erschöpft. Der Peter Margolf rief: „Allo!" Der Wirt, in der Absicht, die Gäste noch sestzuhalten, gab eine Geschichte zum besten, die ihm heut brühwarm erzählt worden war. Der Dürrhannes am Hegweg hatte im „Stern" über die Gebühr lang Solo gespielt und hatte gar noch einen Rausch mit nach Hause gebracht. Seine Frau nahm das krumm und bestrafte ihn gegen ihre Gewohnheit mit ’) Zauberspruch wirkungsvoller Weise Frl. Gretel Emrich vor. der Vorsitzende Pfarrer Kahn sprach das Begrüßungswort. Chöre des Vereins, wunderbare Musik — besonders erwähnt seien die beiden prachtvoll vorgetragenen Violin- und Cellosoli der Herren Ackermann — verschiedene Gesangsduette von Frl. Marie Göllner und der Herren Vogel und Meyer wechselten in bunter Reihenfolge miteinander ab, eine hübsche Gavotte „Meißener Porzellan", von Frl. Göllner gesungen, fand solch stürmischen Beifall, daß sie wiederholt werden mußte. 3m Mittelpunkt des Abends standen zwei kleine Theaterstücke. die von allen Darstellern so gut gespielt wurden, daß die Lachmuskeln der Zuschauer in ständiger Bewegung waren. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 16. Febr. Den Beweis, daß man trotz allem und allem auch in unserer Zeit noch den Menschen gute und gesunde Kost vorsetzen und sie mit Echtem und Gediegenem unterhalten und erfreuen kann, hat am Samstag die hiesige Stadtschule mit ihrem Elternabend gebracht. Die unendliche Mühe und Sorgfalt, die dazu verwendet wurde, diesen Abend vcrzubereiten, wurde auch belohnt. Was hier von Lehrern rmd Schülern geboten wurde, konnte das Herz aller erfreuen und sie für ein paar Stunden die Schwere der Zeit vergessen lassen. Rektor Heller begrüßte nach einem Schüler-; chor die zahlreich erschienenen Eltern und F eunde der Schule. Es waren schöne und beherzigenswerte Worte, die er sprach, und die gewiß auch fruchtbaren Boden finden. Sie waren aus seiner reichen Erfahrung geschöpft. Er wies auf die durch den Krieg und die Rachkriegszeit geschaffenen schweren Schäden und Mängel in unserem Volksleben hin, unter denen auch die 3ugend und die Schule zu leiden hat. Sie können nur durch Gehorsam, Fleiß und Ordnung, durch Ehrfurcht im Sinne Goethes bei dem Heranwachsenden Geschlechte wieder behoben werdsn. Die Fehler des Elternhauses bei der Erziehung der Jugend, von denen er in ernsten Worten ausführlich sprach, müssen schwinden, wenn ein Handinhand- arbeiten von Eltern und Schule die Rede sein soll zum Wohle der Schüler. Es wechselten nun Gedichte und Chöre, die Lehrer Schmier mit feinen Schülern in vollendeter Weise zum Vortrag brachte, mit Theaterstücken ab. Reicher Beifall folgte den wohlgelungenen Darbietungen. Um das gute Gelingen hatten sich u. a. besonders die Lehrer Sommer und Schmidt verdient gemacht. Der ausgesprochene Wunsch, daß jeder der Anwesenden etwas von dem Ernsten oder Heiteren mit nach Hause nehmen möge, ist sicher in Erfüllung gegangen. Da der Zudrang zu dem Elternabend so groß war. daß viele in die große Spieß-Turnhalle keinen Einlaß finden konnten, soll noch ein zweiter Elternabend ftattfinben. Kreis Wetzlar. T Von der Bahnstrecke Wetzlar- Lollar, 17. Febr. Sonntags ruht bekanntlich der Verkehr auf der ganzen Strecke. Doch Totenstille herrscht hier nicht. An der Eis e n - bahnbrücke zwischen Garbenheim und Dorlar ist dann ein Treiben, das man im wahrsten Sinne des Wortes Kleinkrieg nennen kann. Die männliche Jugend, teils der Schule noch angehörig, teils entlassen, von Waldgirmes und Dorlar einerseits und Garbenheim anderseits, führt hier schon seit Wochen regelmäßig Sonntagnachmittag einen „Kamp f“, worunter der ganze Bahnkörper schwer leidet. Zwischen 80—100 Personen sausen auf den hohen Dämmen stundenlang hin und her, mit Steinwürfen, Schleudern, Stangen und selbst Schießwaffen sich bekämpfend. Der Besitz des jenseitigen Ufers der Brücke 'gilt als Sieg, der solange behauptet wird, solange der Führer im Steinregen aushalten kann. Seine Flucht reißt seine Hintermänner mit, die jetzt von der Gegenseite mit einem Hagel von Steinen überschüttet werden. Dabei klirrt die Eisenbrücke von den getroffenen Steinmassen, und der im vorigen Jahre erneuerte Anstrich hat durch seine tausende Wunden ein übles Aussehen. Roch schlimmer sieht es aus mit dem direkt auf der Drücke auf Garbenheimer- eisigem Schweigen. Am andern Morgen ging der Hannes auf eine Holzversteigerung. Wie er heimkam. fragte er seine Hausehre treuherzig: „Hast du das Vieh gefüttert?" Keine Antwort. „Wie weit seist du bann mit deiner Arbeit?" Wieder keine Antwort. Da gab es der Hannes auf. der Grollenden den Mund zu öffnen. Als sie aber abends in der Falle lag. steckte er ein Fettlicht an und leuchtete unter das Bett. Auf einmal schmetterte es ihm entgegen: „Was suchst du bann da. du alt' Kamel? Du steckst mir, weiß Gott, das Bett noch an!" „Alleweil hab' ich's", rief der Hannes kreuzfidel. „Was hast du?" „Dein Maul!" Sprach's und blies das Fettlicht aus. Alle lachten aus vollem Halse. Die Frau, das war im Dors bekannt, hatte einen bitterbösen Mund. Der Dürrhannes. der am meisten darunter zu leiden hatte, mochte ihn offenbar nicht entbehren. Es schlug acht. Der Peter Margolf und der Walkmüller brachen auf, die übrigen folgten. Als der Letzte entfernte sich der Krämerskarl. Ec hatte sich an der Unterhaltung nur wenig beteiligt. 3hm, dem Geschäftsmann, in dessen Laden Grundreiche und arme Schlucker verkehrten. war Zurückhaltung auferlegt. Freilich war die Parteilosigkeit, die er zur Schau trug, nur Maske. 3n tiefster Seele ward er von einem glühenden Ehrgeiz verzehrt, in der Gemeinde Einfluß und Macht zu gewinnen. So bescheiden seine Verhältnisse waren, überließ er sich den seltsamsten Vorstellungen und fuhr in einer stolzen Kutsche, auf der die Hoffnung als Postillon faß. Ein bewegtes Leben lag hinter ihm. In jungen Jahren war er abgewandert, hatte in Barmen, in Hanen, zuletzt in Dortmund bei einem Kolonialwarenhändler Arbeit gefunden. Mit der Aussicht über das Lager betraut, hatte er die verschiedensten Waren kennen gelernt. Er war auch mit den Herren vom Kontor in Berührung gekommen und spitzte die Ohren, wenn sie von Spekulationen des Prinzipals erzählten. Die Wirtshäuser mied er. Abends schloß Sette rurz nach dem Kriege mit vielen Koste« errichteten Stellwerk „Würzberg", das feit zwei Jahren unbenutzt ist. Hier ist fast kein Quadratzentimeter Glas mehr in den vielen Fenstern, die nachträglich zvm Teil mit Brettern verschalt worden find. Die untere Türe ist erbrochen. Die Schottersteine am Bahngeleise der „Kampfstätte" verschwinden, die nicht zum Werfen oder.Schleudern Benutzten rollen durch die vielen Fußtritte die hohe Böschung hinunter, und selbst die schweren Bruchsteine, die im letzten Jahre zur Befestigung des Brückenpfeilers auf Dor-- larler Seite wieder hergestellt wurden, sind zum Teil ausgebrochen und in die Tiefe gesaust. Zur Zeit des „Kampfes" können Erwachsene sich nicht in die Rähe wagen, und ein Steuern von ferne wird mit Gebrüll und einem Steinhagel erwidert. Ein Wunder ist es nur, daß es unter den Kämpfenden noch kein größeres älnglück gegeben hat. Den Scha- den davon hat aber unstreitig die Bahnver-- waltung, der ohne Frage nicht wäre, wenn am Sonntag Verkehr stattfinden würde. Vielleicht zieht die Eisenbo hnverwal - lang die Lehren daraus, vielleicht interessieren sich aber auch noch andere Behörden für dieses Treiben! Hessen-Nassau. " Rodheim a. b. D. 17. Febr. Der Kreis- verband für Handwerk und Gewerbe des Kreises Biedenkopf ließ dieser Tage durch seinen Geschäftsführer in Gegenwart der hiesigen Schreiner- meister den drei ältesten Handwerksmeistern unseres Ortes den Ehren- meifterbrief der Handwerkskammer überreichen. Die Ausgezeichneten sind der Drechslermeister Georg Bender I.. der auf eine 55jährige Geschäftstätigkeit zurückblickt, der Schreinermeister Ludwig Schneider IV., der eine 45jährige Geschäftstätigkeit hinter sich hat, und der Schreinermeister Karl Schlierbach IV.. der auf eine 44jährige ununterbrochene Geschäftstätigkeit als selbständiger Meister zurückblicken kann. fpd. Frankfurt a.M. 17. Febr. Die Untersuchung in der Kakaoschieberan- gelegenheit nimmt immer größeren Umfang an. Bei der Studenten Hilfe handelt es sich um deren früheren Geschäftsführer, einen Dr. Wurm, der in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer eine Doppeltätigkeit ausübte, von der der Vorstand der Hilfe nichts wußte, am allerwenigsten von den Kalavschiebungen. Als der Stu- dentenhilfe bekannt wurde, daß Dr. Wurm für eine Dresdener Warenvermittelungsstelle tätig war, wurde er sofort entlassen. Die Studentenhilfe ist also unmittelbar in keiner Form mit den Schiebereien beteiligt.— Der Händler Simon Vergölst, ein Bruder des berüchttgten Münzverbrechers Friedrich Vergölst, wurde wegen Herstellung und Verbreitung von gefälschten Zeyn- Billionenscheinen mit noch drei Helfershelfern ermittelt und fe st g eno mnie n. Die Werkstätte konnte noch nicht festgestellt werden. Wirtschaft. * Mitteldeutsche Crebitbank in Frankfurt a. M. Der Abschluß für 1924 ergibt einen Rohgewinn von 10 246 629 Rm. gegenüber einem solchen von 8 881 874 Mk. im Jahre 1913. Hierzu trugen bei: Zinsen unb Gebühren rund 9,5 Millionen (7,5 Millionen), Wertpapiere unb Konsortialbeteiligungen rund Vs Million (1 Million). Für Gehälter unb Geschäftsunkosten würben 7,5 (3,5) Mil!. Rrn., für Steuern 1,3 (0,44) verwanbt. Es verbleibt ein Reingewinn von 1 426 207 Rrn. (4 739 254 Mk.) Es wirb vorgeschlagen, hieraus eine Dividend« von 8°o = 1 304 000 Rrn. (6’ _>”o = 3 900 000 Rrn.) zu verteilen. Die Gewinnanteile des Aufsichtsrates betragen 72 444 Mk. Es verbleibt ein Vortrag von 49 213 Rrn. Aus der Vermögensübersicht ist hervorzuheben, daß in den Vermögenswerten fremde Gelbsorten usw. mit 10,7 (9,04). er sich in feine Kammer ein und ergötzte sich am Anblick seiner Ersparnisse. Sobald biefe eine gewisse Summe erreicht hatten, war er entschlossen, einen Spezereiladen aufzumachen. Er hatte einen förmlichen Schlachtplan entworfen. Er gedachte billig zu verkaufen. Das zog die Kundschaft heran. Ein Kaufmann, der nichts wagte, konnte auch nichts gewinnen. Daß er einen Pfennig für einen Taler und einen Taler für einen Pfennig ansah, sollte das A und O seiner Handelsschaft sein. Run geschah's. daß ihm ein- Mädchen aus Iserlohn, das in Dortmund bei einer vornehmen Herrschaft biente, die Sinne verwirrte. Sie war von einer blühenden Schönheit unb verstand es. die Augen spielen zu lassen. 3n der Furcht, daß sie ihm weggeschnappt werde, rückte er gleich mit einem Heiratsanlrag heraus unb war im siebenten Himmel, als er ihr Jawort erhielt. Bald nach der Hochzeit zeigte sich, daß die junge Frau verschwenderisch war. Er gab ihren gelüsten nach. Sein Kapitälchen schmolz bedenklich zusammen. Endlich raffte er sich aus. las der Iserlohnerin die ßebiten unb kam dabei tief in den Text. Sie kehrte einen wilden Trotz hervor. Eines Taas war sie verschwunden. Rie- manb wußte, wohin. Er setzte alle Hebel in Bewegung, ihren Aufenthalt zu erkunden. Vergebens. Da ging er auf die Wanderschaft, immer von der Hoffnung beflügelt, daß er der Flüchtigen Spur entdeckte. Rach Jahresfrist war feine Barschaft aufgezehrt. In Siegen brachte er sich als Taglöhner durch. Dort traf ihn die Rachricht, daß seine Mutter gestorben sei. Alsbald kehrte er in die Heimat zurück, verkaufte die wenigen Aecker, die ihm als Erbteil zugefallen waren, unb richtete ein Kramläochen ein. Er führte die Artikel, wie sie die Bauern gebrauchten: Kaffee. Zucker. Reis, Sod.i. Petroleum. Kleie. Oelkuchen und anderes mehr. Seine Einnahmen unb Ausgaben trug er sauber in ein großes Buch. Hatte er am Ende des Jahres seine Schulden bezahlt, nahm er seine Vorräte auf unb stellte sein Vermögen fest. Er war ein manierlicher Mensch, der sich nach seinem Stand zu halten wußte. (Fortsetzung solgt.- fonn- feine 1 laufe111 auW' (21 - einer liarde Iah" die nahe1 gcftei samke Wirt -Seit qetoü Laste Deck Mn ffarls neu i' gen r Buche Duckst stand auf kc 50 Pr jiy- im Ian Mio.1 schon i Mark würde schnitt bedeut Jor-u Steige nachts. Sie 6 nähme lchcn $ Halbut länger vochcr gekom markt gang richtei Misch Zahl Han Londr merkst tuung der C in Hc wie i das ! mer i eine 5 feien i Pröblet seine £ Einige mer ei und re sowvh (tätigt Der ' Haupt schäfts in Dc Äbenl Inten Stille, wurdet Qltien Die C lassen kam l druck. Dasir in lu Anlei fänöi1 M. ansta! Conm Disco Witte Kredit -iellua 23.87. scheide Golösch verkohlt und K Wechsel mit 1SZ (40,8) Roftroguthabcn bet ‘Bon* ken 10,3 (6,6). Report» und Lombard» mit 2,< (24,8) unb eigene Wertpapiere mit 1.2 (13,5) Mill. Rm. ausgewiesen werden. Diesen fluffigen unb (eicht greifbaren Mitteln von runb 44 Mcklto- nen stehen an fremben Geldern runb 62 Millionen (131 Mill, gegenüber, so baff die ÖigulbttGt ber Dank al» recht günstig bezeichnet toerben kann. Unter ben fremben Geldern befmben nch feine nennenswerten ausländischen laufenden Schuldner werben mit 34 (137.6 JutlL) ausgewiesen Hiervon sind runb 10 Juul. (27 Mill.) ungedeckt. Der Gcfamtumlatz (von einer Seite des Hauptbuches) betrug 6.9 Milliarden Mt gegen 12.4 Milliarden Mark tm 3ahrc 1913 Der Bericht de» Dorstande» geht auf bie Schwierigkeiten des vergangenen wahres näher ein und betont, daß ohne eine neue^ auf qcftcigcrter Produktivität und strenger Spar- 'imkeit beruhende Kapitalbildung die deutsche Wirtschaft in dem immer schwieriger werdenden Wettbewerb nicht bestehen könne. 3m Dank- qctoerbc standen die Unkosten und sonstigen Lasten nicht im Einklang mit den Geschäfts- unb B dienstmbglichkeiten und ben hohen Risiken. Dr>n den Diederlaffungen wurde bie Filiale "arlsruhe im Berichtsjahre aufgelöst. Zu erwähnen ist. hast in ber Bilanz Konsortialbeteiligun- gen unb dauernde Beteiligungen mit 1 Mk. zu Buche stehen unb somit hierin erhebliche innere Rückstellungen vorhanden sind Der Personal- stand ist von seinem Höchstsatz von 4 100 jetzt nuf 1300 zurückgegangen, ist aber immer noch um 50 Prozent höher al» im Frieden. • Weitere Steigerung der Steueret n g S n g e be» Reiche». Wie bie ..Franks. Ztg.'^hört, sollen die Steuereinnahmen des Reiches im Januar eine weitere Steigerung auf über 700 Millionen Mark erfahren haben, nachdem sie sich schon in ben letzten Monaten auf etwa 200 Mill. Mark über dem Voranschlag hielten Der Januar würbe ein Mehr gegenüber dem Monatsdurchschnitt nach dem Voranschlag von 260 Mill. Mk. bedeuten. Abgesehen von den im Januar fälligen Vorauszahlungen dürste diese außerordentliche Steigerung auf den guten Ausfall de» Weihnachtsgeschäftes zurückzuführen fein. • Dom deutschen Arbeitsmarkt, Die Erwerbslosenzahl in Bayern hat eine Zunahme erfahren Rach dem Bericht des Statistischen Lanbesamtes waren am 1. Februar 74 093 Halbunterstühungs - und 104 816 ZuschlagSemp- fanger gegen 63 315 bzw. 86 121 am 11. Januar vorhanden. Die in der Dorwoche zum Stillstand gekommene ungünstige Entwicklung des Arbeitsmarkte- in Riedcrfachsen deutete einen Heber- gang zu einer Besserung an. die nach den Berichten der öffentlichen Arbeitsnachweise inzwischen eingetreten ist. Der Rückgang in der Zahl der Arbeitsuchenden betrug 4,5 Prvz. * Errichtung einer britischen Handelskammer in Hamburg. Au- London wird dem DHD. gemeldet: Mit Ausmerksamleit und nicht ohne eine gewisse Genugtuung nimmt die englische Öffentlichkeit von der Errichtung einer englischen Handelskammer in Hamburg Rotiz. Der britische Gesandte wird, wie die „TimeS" in ihrem Handelsteil berichtet, das AntritkSbankett ber britischen HandelSkam- mer in Hamburg eröffnen. Die ersten Versuche eine Handelskammer in Hamburg zu errichten, seien im 3ahre 1909 erfolgt. Obgleich da- Problem später wieder aufgenommen wurde, sei seine Lösung immer wieder verschoben worden. Einige Schwierigkeiten seien über den Titel Kammer entstanden. Rach Verhandlungen in London und mit der Hebersee.Abteilung sei eS gelungen, sowohl in London alS auch in Hamburg die Bestätigung für den Titel .Board" zu sichern. • Ilse Bergbau 21.-®., Grube Ilse. Der Aufsichtsrat der Ilse beabsichtigt, einer Hauptversammlung auf das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 8 Prozent in Vorschlag zu bringen. Frankfurter Abendbörfe. Frankfurt a. M., 17. Febr. Die heutige Abendbörfe verlief bei dem Mangel jeglichen 3nterefTeö für das Börsengeschäft in größter Stille. Die geringen Hmsätze. die abgeschlossen wurden, kamen fast ausschließlich den Bankaktien zugute, für die etwas Rachfrage bestand. Die Stimmung war im Hinblick auf das Rachlassen der Realisationen etwas freundlicher, doch kam diese kaum in der Kursgestaltung zum Ausdruck. Die Kurse bewegten sich zumeist auf der BaftS der Mittagsnotierungen. Die Börse schloß in lustloser, leicht gebesserter Haltung. Deutsche Anleihen: öprozent'ge Reichsanleihe 0.745. Ausländische Renten: Bagdad II 10,62. Zolltürken 10.80. Bankaktien: Allgemeine Deutsche Credit- anftalt 3.75. Berliner Handelsgesellschaft 160, Eommerzbank 6,70, Darmstädter Dank 13,75, DiScontogesellschaft 124,3. Metallbank 17,90. Mitteldeutsche Kreditbank 2,10. Oesterreichische Kreditaktien 9.70. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 82,50. Mansfelder 5.05. Oberbedarf 12.25, Delius 3.70. Kali Aschersleben 19, Westeregeln 23.87. Chemische Aktien: Badische Anilin 30.37, Scheideanstalt 22. Elberfelder Farben 26.25. Th. Goldschmidt 23.80. Höchster Farben 2625. Holzverkohlung 9.10. Elektroaktien: AGG. 1220. Licht und Kraft 8,05. gelten 46. Transport werte: ^r;nfhtrf t M PfrTbf Rordd. Lloyd 3L0. Monastrr 13,75. Sonstige Indutzrieakrien: Kleyer 4.10. Dyckerhvff 4.55, FuchS Waggon 1.50 Holzmann 5.80. ®cbr. 3ung- hanS 12.80. Peters Hnion 2,40. Kemp-Stettin 0,58. Rheinmetall 10,87. "Börlmlnrft. (Ohne Gewähr.) Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mort anSflebriidt. Sueno» 9Urt3. ^onboP, 91eu- tjorf, Japan. Rio bf (Janeiro für eine “n<> Bnbapeftfür 100000 betten, alles übrige für 100 Ltnbctten.) Telegraphijche Auszahlung. (Ohne Gewehr.) 5*', Deutiche N.Irtz San leibe . *• t TruifAe ‘Jiftd rjrliibe . 3’ : ■. leuischr •JifuD-anktbc Tfuifttt tZrarrrcmienankibe C« örenxifche Sonfotl . . . 1 e petzen 3’ ,•/. Petzen vHetzen Tenilche Sertb. Tollar Snl. bro. Toll -Vchay.Amreifng..) 4*. SoUtnrlen.........I ” o Oolbmrntaner.....I Berliner HanbelSqelellfchaft - öonwierj- unb Privat Bonk, lannft unb NaNonaldaat . feurtdie Bant......... eullche BcretnSbont .... iSconto ([ommanM .... Metalldank........... Mnketdeui'che Lredikbavk . Cttarretdafee drcbttanftalt. Sefrbent Bolbumer Guh ..... Buder.lS............ Caro »Laremdurg irdjener Bergwerke. . Harpener Bergbau ...... tzalnvcrke AschcrSleben. . . . .'tüiirorrf Weflerrgeio..... Lourabüne ........... L derbe darf...... . . . Phönix Bergbau ...... Rycimtadl........ Nie deck ‘Montan TellnS Bergbau. . Hamburg timenka Paket. . . ‘Jlorbbtutfcber Lloyd L keramische Werke Hrbtn . . Zemciuwcrk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Lnalo-Lont -Guano .... Bavifche Anitin........ Chemische Mayer Alapin . . SoldiLmidt.......... GrieS eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkodlung..... RütgerSwerkc......... Lchcibcanstalt......... Allg. Elektriüiat« Gesellschaft Bergmann........... Mamkrastwerke........ Schuckert........... Siemens k HalSte ...... Adlerwerte Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Hevligenstaebt......... beginn............. Motorenwerke Mannyeim . frankfurter Armaturen . . . stsnservensadrik Braun . . . Mciallgefell chatt Frankfurt. Del. Union A -G........ SSuh-abrik Her;...... Sichel.............. 3cüfto''f »albbof ..... •jurfcr'abrif Frankenthal . . Zullersabrik Waghäusel . . . Stttu». fu.lt Ddiufch. ShtnF. bdrlc 5*tu^ Au:» 5dluy. brrle 15.8. 17 2. 16. 2. 17 3 0,753 0.745 0,750 0.743 — 0.910 0.93 6 93 O,M U.WO U.V5 V 9T 5 1.4 1.34 1.35 1.32 0.5(5 0,515 0,5! o,51 1.13 1.175 1.11 1,105 1,Z5 1,25 1.1 1.25 1.Z5 1 20 1.48 1.34 — 1 1.20 1 21 1.21 91.15 VI. 75 94.75 94.7", »1 ^5 91.5 91.25 91.59 10.70 10 W 10,6 10,63 39.5 39,75 — — 161 160 162 iro.5 6,62 6.70 6.50 6.60 13,6 13.75 13.75 13 75 13 13 13 3 131 132.5 0.4 V, 0.435 — «— 123 124.50 123,25 124,25 17,V 17.90 —- — L 2 1 2 2.1 9 75 y 70 9.62 9,625 0.12 0,124 0.2'5 92 90 90 9 88.3) 19 95 19,93 20 19.25 12.1 — 12.50 12.13 M.75 S2.5 8-1.50 82 25 93 . 0 92.75 93 91 25 14M.75 148,5 149,25 147.50 19,35 19 19..iO 19 M.j 23,9 24.62 23.90 8.0.5 7 8 8.2 7.7 11,875 63,65 12.25 12.75 12 63,4 64.4 M.25 6- 58 68.80 57 62 <8 !, 8,70 47.5 48.9 47,62 8,7 — 29.13 29,5 79 | 28.00 3,85 3,9 3,90 1 3.90 1 - — — | — 08.875 98 — 1 - 1 6,75 5,80 5.9 1 5.80 — — 165.5 162 zm.s .'0.40 31 30,40 0.6 0.59 — — 23 80 23.8 24.4 24.20 25,40 25 40 25.9 , 25/2.5 26.25 ;6,25 26,63 I 26.13 9 10 9.1 — — 18 25 18.05 18,75 I 18 22.20 1 22 — 12.30 12.20 12.30 12,25 19,25 19 125 19,1 19 13 1 1.3 83 —- 72.4 70 20 70.8 69,62 84,25 I 84 83 1 81,75 4,10 1 < 1 4.2 1 4,13 6.10 6.05 6,2 6 3,825 3.75 — I — 10,25 10,2 10 | 10,25 1 — — l 98,62 0,695 0,65 _ — 1.19 1,2 1,2 , 1.25 16 25 16.4 — 2,425 2,4 2,5 2,4 4.2 4,5 4.25 4.3 2,75 2 75 2.7 2.7 12.75 13.1 13,2 13,13 4,7 4,525 — — 3,(3 3,9 — — i«. Februar 7. Februar Nepart- «nnlich, Crlb torierung Briet tlnitiil): to"'r 11 • SeUr 11. ' 17. Hmft.-Non Bucnbn(]cii etodbotm HclsingforS Italien. . London. . Neunork . Ports. . - Schweiz . Spa > im . Japan . . '»io de Jan Wien in D- C 64, H 74,94 113,30 10,60 17.31 20.072 4,205 22,03 80.97 59,515 1,641 0,476 5,928 12,47 6.87 5,827 3,055 20.02 79,65 2..15 6,71 M.59 1.657 21,21 63,97 74.71 113.02 10,56 17,23 20,025 4,195 21,98 80,75 1,6.2 04,74 5,908 12,455 6.M 5,807 3,045 19,98 79,45 2.205 6,69 169,01 1,661 21,37 64,13 74.89 113,30 10,60 17.30 20,09» 4,20» 22.04 80,9.i 59,67 1,633 0,476 5,928 12,495 6,86 5,827 3,055 20,02 79,65 2.215 6,71 voll voll voll voll vefi'DoU voll voll von voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll,voll voll voll voll voll LOU wll voll voll voll voll vl! voll voll voll voll voll voll voll Banknoten. (Obne Gewähr.) Prr”~. 17. Februar. <*tn' frtt» tzevart. Amcnkantlche Noten 4.172 4.192 rcQ «elaiicke Note« . . . 21.17 21,27 i oll Tänifcbc Noten ....... 74 Al 74 99 voll Englische Noten ...... französische Noten ...... Holländische Noten...... (italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesteer-.z 100 Kronen Numanischc Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Svanische Noten....... 19.997 21,97 168.25 17.33 63,79 5.908 2.14 112.79 80.75 59 45 20 097 22 09 169,09 17,41 64,11 5,928 2,16 113.35 81,15 59,75 voll voll voll voll voll voll voll roll voll voll Tickechotzowakische Noten .. Ungarische Noiea...... 12.435 5,79 12.495 5,81 voll voll istroirklid) Keine Xxnuet guten ^Kaffee zu kochen, wenn al» Zusatz „Franck : verwendet wird. Er Ist so gehaltreich und so ausgiebig, daß schon eine Rleinlgkelt al» Beigabe genügt, um de» : Raffte voller und würziger zu machen. • mit* Kefttmi* * Schstzmaek* Berliner Börse, (Eigener DrahHcricht deS .Gießener Untetgerr*.) Berlin. 17. Febr. Die gestrigen KurS- abschwächungen an der Börse nahmen heute ihren Fortgang, wenn auch in verhäUniSmußig geringerem Hmsange. Die Hltimovorkehrungen werfen doch schon ihre Schalten voraus, unb MonalSgeld wird zu erhöhten Preisen stark gesucht. T^mzusolge ist auch die Zurückhaltung der großen öffentlichen Geldtnstikutc ncch febr grob, die offenbar nach der bisher gezeigten Roncha- lancc der Geldanlage jetzt ins entgegengesetzte Ertrern verfalle- Es gibt nichts, was die Börle im günstigen Sm.ic anregen könnte, und so fetzten sich die Abschwächungen weiter fort An, Montan m a r i l bewegten (ich die Kursverluste bi» zu 1 Prozent. Auch der Elektrvmarkt blieb abgeschwächt. Bemerkenswert ist die erste Goldnotierung von Akkumulatoren mit 127,5 Prozent. Eine Ausnahme von der allgemeinen acn- denz bildete der Schiffahrt-mar kl. wo bic Aufhebung des Ausfuhrverbotes eine belebende Anregung au»üb:c Trotzdem waren die Kurse mit Ausnahme von Hamburg-Süd und Hapag leicht abgeschwächt. Bankenwerte liegen lustlos. Berliner Handel weiter abgeschwächt. Für Reichsb.rnk ist noch fein Kurs ,u hören. Auch der Markt der Au-landrenten liegt abgeschwächt, ebenso Kolonial werte. Schau - tung hielten sich auf gestrigem Stande. Völlig interesselos liegt der heimische Renten- markt. Kriegsanleihe notierte 0.742. Die Lage am Geldmarkt ist mit 9 bis 12 Prozent für tägliches Geld fluffig, sehr gesucht ist dagegen Mvnatsgeld bei 11 biS 14 Prozent v. a. Privatdiskont 8 Prozent. Am internatio na - len Devisenmarkt keine nennenswerten Veränderungen. Frankfurter Getreidebörse (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger-".) Frankfurt, 17. Febr. ES wurden notiert: Wetterauer Weiten 2125 bi» 25.50. Roggen, inländ. 22 bi» 25.25. Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 31, Hafer, inländ. 17,50 bis 22,75, MaiS (gelb) 22.50 bis 22.75. Weizenmehl, inländ Spezial 0 41 bis 44.50, Roggenmehl 36 bis 39.25. Weizenkleie 14,25 biS 14,75, Roggenkleie 14,75 bis 15. Tendenz: stetig. Berliner Produkienbörse. Berlin. 17. Febr. Der Produktenmarkt war bei geringen Hmsähen schwach und lustlos. Auch für die anderen Artikel war das Geschäft belanglos. Es notierten je 1000 Kg. Weizen (mark.) 250 bis 256. Weizen (Mai) 283 bis 282. Roggen (märt) 250 biS 253, Roggen .März) 263 bis 262.50. Roggen (April) 271 bis 270, Roggen (Mai) 280, Gerste (märt.) 255 bis 270, Futtergerste 215 bis 240. Hafer (märt) 187 bis 195. Hafer (März) 214.50. Hafer (Mai) 217.50 bis 217.25. Mais (loko Berlin) 224. Raps 390; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.50 bis 36.75, Rvggenmehl 34,50 bis 36.75. Weizenileie 15.50 bis 16.0h. Roggenkleie 15,50 bis 16.00, Diktoriaerbsen 27.00 bis 34.00. kleine Erbsen 21.00 bis 22.00. Futtererbsen 19.00 bis 21.00. Peluschken 18.00 bis 19.00. Ackerbohnen 20.00 bis 21.00, Wicken 19.00 bis 20.00. Lupinen (blau) 12.50 bis 14.00, Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.50, Serradelle (neu) 15.00 bis 17.00, Rapskuchen 18.00 bis 18.30. Leinkuchen 24.50 bis 25 03. Trockenschnitzel 9.30 bis 9.50, Torfmelasse 9.50 bis 9.60, Kartoffelflocken 20.10 bis 20.20. Biichertnch — D ie Züge der Wikinger. Don Rolf Rorden streng. Aus dem Schwedischen übersetzt von Studienrat Ludwig Meyn. 229 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Preis Mk. 4.50. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) — Wir lernen in diesem guten Buche die Dorgeschichte der Wikingerzeit und die Gründung der nordischen Reiche kennen, sowie die Hrsachen und Richtungen ihrer Züge. Ihre Schisse, Wassen und Ausrüstung, ihre Kriegskunst und Kampfes- toeife werden eingehend geschildert und die kulturellen Derhälnisse bei ihnen beleuchtet. Sodann sehen wir die Wikinger in England, in Irland, aus der Insel Man und auf den schottischen Inseln sich festsehen, Island und Grönland entdecken und besiedeln, Frankreich, die Rieder- lande, Deutschland. Spanien. Italien sowie den Osten brandschatzen. Eine Fülle von Zügen ungestümer Lebenskraft. Abenteuersinns, waghalsigen Mutes vereint mit Äaltblüigfeit und Willensstärke tritt uns gegenüber. Heute, wo man sich wieder auf die Geschichte der Germanen besinnt und zurückkchct zu den Quellen unsere« Dottstuins. wird das reich mit Bildern geschmückte. schön auSgeftattete Werk dankbare Ausnahme finden. (1501.) — Geschichtsbuch für die deutsche Jugend. Don Studienrat Dr. B. K um- steiler. In Verbindung mit Studienrat Dr. H. Haake und Dr. B Schneider. Mittelstufe. 302 Seiten. Preis in Halbleinenband 2.80 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig/» Es ist den Verfassern gelungen, das. was geschichtlich wirksam geworden ist, heraus- zuarbeiten und der neueren und neuesten Geschichte ihre gebührende Stellung zu geben. Die Form ber Darstellung ist von wunderbarer An- Hchaulichkeit unb SJebenfngfctl ow untere Iugenv in ganz anderer Weise fesseln wird als der trockene Leitsadenstil älterer Lehrbücher Die Folgen für den Hnterricht werden nicht au»- bleiben: die geschichtlichen Ereignisse werden sich der jugendlichen Seele tte* einprägen Hier ist ein Buch geschaffen daS weit über dem Durchschnitt steht, ein Buch, bei dem der Wissenschaftler und der Pädagoge Pate gestanden haben Auch alS WeibnachtSgabe für die Jugend eignet es fich in hervorragender Weife. 1508 • Emil Raumann. Illustrierte Musikgeschichte (Preis 20 Dll Hnion. Deutsche Verlagsgefellschast. Stuttgart.) Da» Werk ist ursprünglich in den Jahren 1880 86 erschienen. Rach dem Tode Raumann» wurde eS von Pros. Dr. Eugen Schmitz fortgeführt. (7. Auslage 1923f S» stellt eine bemerkenswerte Dec Sicherung der einschlägigen Literatur dar. das den 2.u iAug hat in allgemein verständlicher Darstellung die Musik deS klassischen Altertums bi« zur Reuzeit mit wissenschaftlicher Zuverlässigkeit zu beleuchten Raumann gibt nicht nur eine Beschreibung des Leben» und Wirken» der Mu- siker und der Werte, sondern auch buchst interessante muffltberrctffdK und instrumentaltechnische Al Handlungen Zugleich ist daS handliche Werk mn zahlreichen Abblldungen und Rotenbeilagen versehen. In noch nicht 800 Seiten ist der äußerst umfangreiche Stoff überau» klar und übersichtlich erledigt, und selbst der Laie kann viel Rat holen für die wichtigsten mustkgefchicht- lichen Fragen und Verständnis für die Künstler und ihre Kunst. 1252 * Spaten recht. Roman von Sophie Kloerß (Verlag 21 ug Scherl. Berlin) Auch in diesem Roman zeigt sich das starke Talent der Verfasserin, lebenswahre Menschen zu formen aufrechte Tatmenlchen voll lebendiger, sittlicher Kraft, die ..mit den Füßen im Boden wurzeln, die Stirne Wind und Wollen entgegenstemmen und die Augen für das Licht offen halten". Die Handlung, die fich in der Zeit des 30jäbrigen Krieges bewegt, ist frisch und packend, nie er- müd< nd, und fesselt 1 sich um die Person eine» Münsterländer Pfarrers, der, nachdem er als letzter seiner Gemeinde die heiligen Kirchengeräte am Altar gegen räubc- rische Soldaievia verteidigt, zum 'Wanderstab greift und al« friesischer Bauer im Kampf mit etuvm und Wellen fich eine neue Heimat schafft. Eine treffliche Schilderung von Land und Leuten der Wasserkante erhöbt die Anschaulichkeit unb führt zu innerem Erleben. Wer einmal angc’ fangen, das Buch zu lesen, der wird es nicht eher aus der Hand legen, bis er es zu Ende gelesen. 24 — „'S) i e Klausel" oder der mißglückte Racheplan. Preisgekrönte Lokalposse mit Gesang in vier Akten und in Darmstadter Mundart von Georg Schäfer, Darmstadt, Verlag von H. L. Schlapp. 23 - „Der Oefonomierat", Odenwälder Vollsstück tu zwei Akten von Hans Otto Decker, Darmstadt, Verlag von H. L. Schlapp. 42 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind oßue Verbindlichkeit bet Redaktion.) K. D. 44. Der Antrag auf Gewährung ber Sürlorgc nach der Fürsorge-Verordnung vom 13. Febr. 1924 ist bei dec Bürgermeisterei des Aufenthaltsortes des Antragstellers zu stellen. Fällt die Entscheidung über die beantragte Fürsorge nicht wunschgemäß aus. so empfiehlt es sich, das vorgesetzte Landratsamt anzurufen. Derartige Anträge tonnen nicht schematisch behandelt werden, vielmehr sind für die Gewährung der Fürsorge die individuellen Der- hältnilse des Antragstellers maßgebend. Es kann daher von hier aus nicht entschieden werden, ob Hnterstüyung zu gewähren ist ober nicht. 2tus dcm 2lmtsvcrkündiqungsblatt. ' DaS Amtsverkündigungsblatt Rr. 13 vom 17. Februar cnthält Die Erhebung von Deckgeld. — Auflösung der öffentlichen Wassergenossenschast Molkenbornsheld zu Lich. — Dienstnachrichten. EBKÄl/JTUNGEK halten Sie sich fern durch In Apotheken und Drogerien zu haben In Gießen bestimmt erbälkitch: toiMD Pelikan-Apotheke, Kreiizplate 2. Hersteller: Eduard Palm. Iretburg i. B. Bei Katarrhen und Grippe mildert Setters-Sprudel Augusta Victoria 8m Winter sollten Sie nicht au11 neben ohne in der Takche: Seit 3> Jahren da» uoy zügiichne Mikiel bet Husten. Heiserkeit. Katarrb.Perichleimllno. Ter beite^dmu denen G'rfaltuuacu! 7000 Zeugnisse aus allen Kreisen beweisen die einzinartme Wirk-inq! Avvetrtanregende,seinschmecken- de Bonbouc. 743D Beutel 30 Pf., Tose 80 Pf. Achten Sie auf .bie Schutzmarke: Zu haben bei: Ünlveriltlti-Apetleke ■•Zui ■eldenen Emel", PeUkai-Apotheke Eere. Dornbergir, Viktoria - Dregerle E. Bath, ELroaen-Drncerie Sehr. Äichol, Ceatral- Drogerie E. Kam. Drogerie WaJtschmtdt, Seltöriwog, L. König, Heachelhelai. 1. 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