Nr. 270 Erstes Blatt on Zugeständnisse, die, wenn man sie miteinander verbindet, eine völlige ülinkrempe- lung des bisherigen Regimes im besetzten Geriet bedeutet. Mit dem Verschwinden der delegierten hört das unerträgliche Spihel- ^hstern auf: jeder einzelne SRegierte betrachtete lich als Diktator und glaubte seine Ausgabe darin -u sehen, die deutsche Bevölkerung tunlichst zu fschikanicren. Wenn diese Herren jetzt von ihren fetten Pöstchen verschwinden, dann wird das befehle Gebiet wie von einem Alpdruck befreit fein, die Bewohner werden sich wieder «els Menschen fühlen, sie werden wieder wagen, cufguatmcn, und mit der gleichzeitig einsehenden C3 c r m i n D c r u n g der Ordonnanzen, der Herabminderung der Besatzung wie ciud) dem stärkeren Einfluß der deutschen Verwaltung endlich einmal das Gefühl haben, dah sie nicht in einem eroberten SAwte leben, sondern in einer Provinz, die als ^jssand in der Hand des siegreichen Feindes blieb, tni übrigen aber doch nach alten Kulturtraditio:cn behandelt wird. Gewiß. man kann sagen, alle diese Zu- rc ländnisse, die wir jetzt erhalten haben, seien 'Selbstverständlichkeiten. Das wird sich juristisch i ftgar beweisen lassen. Das ganze Delegierten- srstem war ursprünglich nicht vorgesehen und ' hätte nach deutscher Auffassung gleichzeitig mit uxm Inkrafttreten des Versailler Vertrages ver- chwinden müssen. Wie das aber immer so geht, i st von der Entente das Rheinlandabkommen in ihrem Sinne ausgelegt und auf Grund einer solchen einseitigen Interpreia.ion das Delegier- tcnfystem, das zunächst lediglich Verbi n- dungsorgan fein sollte, zu einer regelrechten Verwaltungsbehörde ausgebaut. Genau so liegt es mit ter Zahl der Truppen. [ Sjier liegt zwar nur eine unverbindliche Zusage nor, an die sich niemand nachher mehr erinnern »ollte. Darin war uns versprochen Worten, tnaf) die Stärke ter Besahungstruppen die Hohe : ter früheren deutschen Truppen im besetzten I Gebiet nicht ue'entlich überschreiten sollte. Heute | lüegcn für die Entente die Dinge insofern anders, I cld sie ihre Truppen selbst bezahlen i müssen, infolgedessen kein Interesse mehr daran hrchen, einen wesentlichen Bruchteil ter deutschen ' Lepa.ationsgelder für die Erhaltung von Trup- : fern zu verpulvern. Man darf auch daran er» I iInnern, daß in der Antwortnote vom 29. Juli | 1919 der rheinischen Bevölkerung die freie Aus- ; ilbung ihrer persönlichen und staatsrechtlichen I Rechte gewährleistet worden ist. Dazu gehören I niatürlid) auch Presse- und Versamm- , langsfreiheit. Wir hätten also auch diese i .Konzessionen schon früher beanspruchen können. Auch die Unabhängigkeit der deut- I I d) c n Gerichte ist im Rheinland-Abkommen . verankert. Die Einschränkungen, die hier aus i r ein militärischen Gründen vorgesehen waren, find aber nachher benutzt worden, um nicht nui | d-ie deutsche Verwaltung unter Kuratel zu stellen, itrntern auch die gesamte Rechtsprechung unter k es Kriegsrecht zu bringen. Das alles sind Binsenwahrheiten, ebenso un- 1 testrcitlar ist, daß nach den bestehenden Der- tnägen h i c Kölner Zone am 10. Januar bi 38. hätte geräumt werten müssen. Nimmt iiran also die „Rückwirkungen^ unter die Lupe, Sann bleibt von ihnen in der Tat nichts anderes indrig. als Rechte, die wir schon längst bean- Ivruchen konnten. Aber das Dichterwort, wo- mach von Rechten, die mit uns geboren, leider nicht die Rede ist, gilt in einem ganz unterere Ginne, als der Dichter es damals gemeint hat, gerate jetzt für uns. Ist denn irgendjemand ir Deutschland so hoffnungsselig noch, das) er (jj'aubt, wir würden ohne den Vertrag von Locarno jetzt die erste Zone zurückbekommen? Ganz gewiß nicht. So wie die Entente sich am ’ M. Januar mit fadenscheinigen Vorwänden über i|te simpelsten Verpflichtungen hinweggefetzt hat, lo würde sie das auch noch weiter tun können, so würde sie auch, allen deutschen Protesten zum Trotz, das gesamte Rheinland weiterhin als Truppenübungsplatz mißbrauchen und ihre Miii- iocjustiz auf die deutsche Bevölkerung loslassen können. Was uns bliebe, wären p a p i e r n e Proteste, die nirgends, nicht einmal beim Völkerbund. ein Echo fänden. Deshalb ist un- b<|trcit£ar, daß diese Zugeständnisse bedingt sind dnrch den Abschluß des Vertrages von Locarno, M) also bei ter Entscheidung über Ja oder Rein ü'.ch sie mit in die Wagschale fallen. Schöner toi re es gewiß gewesen, wenn wir gleichzeitig cüie Abkürzung der Vesatzungsfristen usZ> eine Vorverlegung der Abstimmung in der Saar eingehantelt hätten. Soweit hatsBriand nicht gehen wollen, vielleicht auch nicht gehen können. Deshalb bleibt für das, was wir erstreben, der Vertrag von Locarno nur eine Abschlagszahlung. Aber im bürgerlichen Leben ist jeder schon froh, wenn er von einem säumigen Schuldner einen Teil seiner Forderungen cinlafficren kann. Die heutigen Kabinettsberalungen. Berlin, 16. Nov. (TU.) Amtlich wird mit» geteilt: .heute mittag trat das Reichsministerium unter Vorsitz des Reichspräsidenten zu ein. i Kabin'ettsrat über die außenpolitische Lage zusammen. Die Beratungen, welche in den spulen Abendstunden fortgesetzt wurden, werden voraussichtlich Dienstag mittag zu Ende geführt werden. DieNotederBotschasterkonferenz Paris, 14. Nov. Herr Botschafter! Der Abschluß ter Abkommen vpn Locarno hat den Wunsch ter daran beteiligten, in gleicher Weise von friedlichen Absichten geleiteten Regierungen bewiesen, ihre Beziehungen mit dem G ei st e guten Willens und gegenseitigen Vertrauens zu erfüllen. Die Botschafterkon'erenz ist sicher, daß die deutsche Regierung zu ihrem Teile diese Auffassung bei den Verhandlungen betätigen wird, zu denen die verschiedenen Fragen Anlaß geben können, die zwischen den in ihr vertretenen Regierungen und Deutschland schweben. In dem gleichen Geiste des Vertrauens, guten Glaubens und guten Willens haben sich die an der Besetzung der Rheinlande beteiligten alliierten Regierungen entschlossen, hinsichtlich dieser Besetzung al le mit dem Vertrage von Versailles zu vereinbarenden Erleichterungen eintreten zu lassen. Sie haben sich beeilt, ihre Zustimmung zur B e- Heilung eine.s neuen Reichskommis- sars,zu geben. Auch haben sie d'2 deutsche Reg::..ing wissen lassen, daß die Rheiulund- tomr.ii'i'ion bereit ist, weitgehende Amnestie m a ß n a h m e n zu treffen, in Der Annahme, daß auch das Reich ausreichende Zusicherungen hinsichtlich der Behandlung der mit den Besahungsarmeen in Verbindung stehenden Personen geben wird. Außerdem ist die Rhein- landkommission mit der Ausarbeitung eines sehr ausgedehnten Reformplanes beschäftigt. Die Maßnahmen, welche die in Der Rheinlandkommission vertretenen Regierungen ins Auge gefaßt haben, und Die teils unmittelbar, teils durch Vermittelung ter Rheinlandkommis- fion zur Ausführung kommen werten, verfolgen, ein doppeltes Ziel: Einmal soll die Stärke der Desahungstruppen erhrblich herabgesetzt werden, und ferner sollen im Rahmen te€ Rheinlandabkommens aM» Maßnahmen ergriffen werden, um der deutschen Verwaltung di» freie Betätigung im besetzten Gebiet zu erleichtern. Die Verwirklichung dieser Reformen wird für die deutsche Bevölkerung sehr wertvolle Vorteile mit sich bringen und einen günstigen Einfluß auf die Beziehungen zwischen ihr und den Besahungstruppen gegenüber. S> wird Die Verminderung Der Bes.'.hungstruppen, die annähernd aus die normale Stärke herabgesetzt werden, zur Folge haben, daß ein Teil der öffentlichen Gebäude, Wohnungen und Grundstücke, die bisher für die Besahungstruppen und Behörden verwendet werden mußten, den Behörden und Der Bevölkerung zuruckgegeben werden faim. Die Abänderung des bisherigen Verwaltungsregimes wird anterers.i s zur Beseitigung des Systems Der De legi er- t e n führen, Denen bisher die Verbindung zwischen den Besahungstruppen und Den Behörden oblag. Es werden Abrrdnungen getroffen werden, um auf die deutscheGerichtsbarkeit eine bestimmte Gruppe von Fällen übertragen, die gegenwärtig zur Zuständigkeit Der Militärgerichtsbarkeit gehören. Endlich werden die geltenden Ordonnanzen im gleichen Geiste des Vertrauens und der Entspannung einer Revision unterzogen werden. Die Rheinlandkommission hat Den Auftrag erhalten, Die Absichten Der beteiligten Regierungen in dieser Hinsicht im einzelnen festzulegen und alle Maßnahmen für Die Inkraftsetzung Des neuen Regimes zu treffen, bei Deren Durchführung ihr Die wirksamste Mitarbeit Des Reichslommissars sicher nicht fehlen wirD. Die an der Besatzung beteiligten Regierungen bekunden auf Diese Weise ihren Wunsch, im Rheinland eine sehr liberale Politik zur Anwendung zu bringen. Sie haben zu Dem guten Willen sowie zu Der Mitarbeit der deutschen Behörden und der Deutschen Bevölkerung Das Vertrauen, dah sie Die An gaben Der Tesahungsbehörden hinsichtlich Der öffentlichen OrDnung. Der Sicherheit und Der Bedürfnisse Der Truppen erleichtern werden. Sie hoffen zuversichtlich. daß ihnen Die deutsche Unterstützung. auf die sie rechnen, nicht fehlen wird. Die belgische, britische, französische, italienische und japanische Regierung bezweifeln nicht, daß die Weisung. Die Die deutsche Regierung ihren Vertretern erteilen wird, ebenso wie Die ihnen bereits gegebenen Weisungen, ganz ihren Bestrebungen entsprechen, das im gemeinsamen Interesse liegende Friedenswerk auf das Wirksamste zu fördern. gez. B r i a n D. Die Maßnahmen der Besatzungsmächte. Amtlich wird mikgekeilt: Aus Grund der mit den Besatzungsmächten gesührtcn Verhandlungen ist wr Erläuterung der vorstehenden Note der Bot- fchasterkonsercn; zu bemerken, dah die Brsahungs- mächte im einzelnen folgende 2Nah - nahmen treffen werden: 1. Die Stärke der Besahungstruppen in der zweiten und dritten Zone soll auf ein 2Haf$ herabgesetzt werden, dah sie künftig ungefähr dem normalen Stand, d. h. ungefähr der Starke der deutschen Truppen entspricht, die dort im Jahre 1914, vor Ausbruch des Krieges, in Garnison standen. 2. Vie Ouartierlaften der Bevölkerung sollen u. a. dadurch vermindert werden, dah die Z. beschlagnahmlen Schulen und Sportplätze und ebenso auch aste diejenigen Privatwohnungen freigegeben werden, die für die Besahungs- truppen nicht unbedingt benötigt werden. 3. Das System der Delegierten wird restlos beseitigt. 4. Das gesamte Ordonnanzsystem ist einer radikalen Revision unterzogen. Die Ordonnanzen werden größtenteils aufgehoben oder gemindert, von den bisher erlassenen 307 Ordonnanzen wird künftig nur ein geringer Bruchteil übrig bleiben. Jede Einmischung in die deutsche Verwaltung wird sortsalleu. 5. Der Abbau der Ordonnanzen wird automatisch zu einer starken Einschränkung der 2H i - litargerichtsbarkeit führen, da diese die Zuständigkeit für alle Verstöhe gegen die Ordonnanzen in Anspruch nahm. Darüber hinaus wird der Umfang der rNuitSrgerichtsbarkeit noch dadurch vermindert, dah ganze Kategorien von Fällen a u f die deutsche Gerichtsbarkeit übertragen werden. 6. Di-.' ,2r.Handlungen über di' beschleunigte Durchführung der Reform des 3c- sahungsregimes werden von dem neubestellten R e i ch s k o m m i s s a r für die besetzten Gebiete sofort mit der Rheinlandkommisston ausgenommen werden. Die Räumung Kölns. DicEntwaff»nngsnoted'rBstschaster- konferenz. Berlin, 16. Rov. Rach Abschluß Des heutigen Kabinettsrates ist Die Rote Der Bot- schafterkonferenz über Die Räumung Der nör Dlichen Rheinlandzone und über Die Cntwaffnungsfrage eingetroffen, in Der es heißt: Herr Botschafter! Die Botschafterkonferenz hat von Den letzten Vorschlägen Der Deutschen Regierung Kenntnis Ver Zentrumsparteitag in Kassel Kassel, 16. Rov. (LU.) Rach Den Vorarbeiten Des Sonntags begann heute in Kassel Der eigentliche Reichs Parteitag Der Zentrumspartei. Der große Saal war überfüllt. Mehr als 600 Delegierte aus allen Teilen des Reiches waren erschienen. Dr. Wirth war zu Beginn Des Parteitages noch nicht anwesenD. Das Wort ergriff zunächst Der Vorsitzende Reichskanzler a. D. Dr. Marx zu einem Vortrag über das Wesen und Die Aufgaben Der Deutschen Zentrumspartei in Der Deutschen Politik. Alle Deutsche Politik, so erklärte er, müsse von Dem Gedanken beherrscht lein, Daß Deutschland wieder zu Der ihm gebührenDen Stellung in Europa und in ter Welt kommt und ein freies Land im Leben Der Völker und Der Welt toerDen kann. Für Diese Aufgabe habe sich Die Zentrumspartei nach Dem Kriege stets mit allen Kräften eingesetzt. Die Deutschnationalen seien stets in Der Opposition geblieben, eine Stellung, Die an sich auch zur Stärkung Des Standpunktes einer Regierung beitragen kann, den sie künftig innehalten wird. Seit dem August 1924 erst hätten sich Die Deutsch- nationalen zögernd Der bisherigen Außenpolitik Der Mitte angeschlos'en. Das Kabinett Luther habe unleugbar Die Initiative ergriffen, um Die Wiederannäherung Der sich erst feindlichen Völker zu betreiben. Damit habe gerade Die Regierung Dem Reuwerden Europas Wege geöffnet. Die trotz des Ausscheidens Der Deutschnat.onalen nicht wieder verschüttet werten dürften. Es sei zu hoffen, daß mit Locarno Der Geist des Imperialismus und Chauvinismus endgültig begraben fei. Das vor einigen Wochen erfolgte Ausscheiden deutfchnationaler Minister aus dem Kabinett und die von der teutschnationalen Partei gefaßten Entschließungen hüt en in geradezu unverantwortlicher Wcise die außenpolitischen Interessen Deutschlands gefährdet. Allem Anschein nach feien seht Die sogenannten Rückwirkungen ter Abmachungen von Locarno derart gesichert, dah wohl eine größere Mehrheit im deutschen Reichstag Den Verträgen zustimmen wird. Man Dürfe genommen, ebenso von Dem Ergebnis Der Besprechungen gl!i eben Den alliierten Sachverständigen und Den Vertretern Der deutschen Regierung. Sie hat so mit Befriedigung feststellen können, daß diese Besprechungen es ermöglicht h. den, zu einer Vereinbarung über die noch offenen Punkte zu gelangen. Unter diesen Um* ständen und ohne abzuwarten, daß Die Durchführung dieser Vereinbarung ganz be.ndet ist, haben die in Der Botschafterkonferenz vertretenen alliierten Regierungen in Anlehnung an Artikel 429 Ziffer 1 des D.r r ^ges von 'B-rfaifieS beschlossen, entsprechend ihrer Rote vom 4. 6. D I. zur Räumung Der ersten rheinischen DesatzungSzone, ter sogenannten Kölner Zone, zu schreiten. Die zur Täv.mung erforderlichen Maßnahmen werten mit mögliche er Schnelligkeit Durchgeführt werden, um Die Räumung im Laufe De5 Monats Januar beenden zu können. Sollte infolge zu ernster technischer > Schwieriglci en die Räumung trotzdem nicht bis zum 31. Ian'.ar vollständig Durchgeführt . werten lönnen, so werben alle Maßnahmen getroffen werden, Damit zu Diesem Zeit- j punkt ter größte Teil Der Truppen und Die , Dienststellen die Kölner Zone verlassen haben und Die Zahl Der bann noch zurück- I zuziehen en Einheilen so beschränkt wie möglich wird. Für Diesen §all ist Der 20. Ie- brauar als Der Zeitpunkt vorgesehen, an Dem Die Räumung beendet sein wird. Indem sie so den Beginn der Räumung mit der Unterzeichnung der Verträge von Locarno zusam- menfaUen läßt, bekundet die Botschasterkonfercnz das Vertrauen der in ihr vertretenen Regierungen, daß diese Unterzeichnung eine neue Periode in ihren Beziehungen zu Deutschland einleiten wird. Sie hat die feste Hoffnung, daß die deutsche Regierung ihr Möglichstes zur Verwirklichung des jetzt vereinbarten Programms tun wird. In dieser Beziehung wird die deutsche Regierung die v o 11 st e Unter st ützung der Kontrollkommission finden, der es obliegt, die Durchführung des jetzt vereinbarten Programmswie auch die Regelung derjenigen in den Listen 1—3 aufgezähtten Fragen, zu deren Nachprüfung sie noch nicht in der tiage war, zu verfolgen uno zu verstärken. Die Kommission, deren Starke schon, fehl erheblich vermindert werden kann wird voll ständig zurückgezogen werden, sobald sie die von ihr somit noch zu erfüllenden Ausgaben hat in die Wege leiten können. Genehmigen Sie, Herr Botschafter, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. gez. Briand. Die englischen u. belgischenOber- kommandierende.r in Mainz. Mainz, 16. Nov. (Wolff.) Heute mittag sind hier die Oberbefehlshaber der englischen und belgischen Besatzungstruppen, General D u c a n und General Burguet, eingetroffen. Wie Hcwas mitteilt, erfolgt ihr Besuch auf Einladung des Generals @u illaumat zwecks Besprechung der Maßnahmen bezüglich Der Räumung der Kölner Zone und der Unterbringung der dort frei werdenden Besatzungstruppen. nicht Die schweren unb weitgehenDen Bedenken verkennen, Die es verhindern. Die Abmachungen von Locarno mit Begeisterung zu begrüßen. Immerhin beteuten diese Vereinbarungen einen großen Schritt auf Dem Wege zur Befriedung Der ganzen Welt. Die Zahl ter Derständigungs- frennte in Deutschland wird sich vergrößern, sofern Die Gegenseite ernstlich auf Stärkung des Friedens bedacht ist. Deutschland habe feine Wafsenrüstung abgelegt und erwarte, dah auch Die unteren Staaten sich zur Abrüstung ent» schließen. Mit Dem Geiste von Locarno fei es nicht mehr zu vrrbinDen, Die bewaffnete Besatzung in Den Deutschen Grenzgebieten zu belassen. Der Vorsitzende Der Reichstogsfraktion Des Zentrums, Reichskanzler a. D. Fehreabach, betonte, Die Zentrumspartei sehe keine Veranlassung. Der AuseinanDersehung aus Dem Wege zu gehen. Es habe Die Gefahr bestanden, Daß aus Den ewigen Kabinettskrisen Der letzten Zeit auch eine Staatskrise werden könnte. Dem müsse das Zentrum in feinem Derantwortungsbewußt- sein vorbeugen. Cs mußte sich in Form einer wachsamen Reserve an der Regierung Lu- ther beteiligen. Die Haltung ter Fraktion sei vom Reichsparteivorstand gebilligt worden. Wer von die'em Augenblick an einen anderen Weg gegangen sei. Der fei seinen eigenen Weg gegangen unD nicht den Weg Der Zentrumspartei. Die Frage, warum Das Zentrum nach Der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten noch in der Gemeinscyast mit Den Rechtsparteien bliebe, bezeichnete Fehren- bach als Den Ausdruck gefühlsmäßiger Einstellung. Heule, bei der offen zu Tage tretenden Tätigkeit Hindenburgs als Reichspräsident, müsse eine Derart.g2 Auffassung als politische VerstänDnis- I o f i g f e i t bezeichnet werden. Durch Die Haltung Des Zentrums sei Die Rechte gezwungen worden. Den Weg Der Mitte zu gehen. Rach Dem Grundsatz, möglichst alle Äräfte heranzuziehen, habe man Die Deutschnatio- nuten in Die Verantwortung einbezogen und sie veranlaßt, zu Derbrennen, was sie vorher an gebetet haben und auch in Den Fragen des Zwei Parteitage. SrieiXitSttxtikS von Locarno so weit zu gehen, wie sie ohne die Mitarbeit des Zentrums in der Parteikonstellation nie gegangen wären. Wenn sich ein Mann große Verdienste um die Republik erworben habe, so fei es Hindenburg. der sich unter den schwarz-rot-goldenen Farben im deutschen Reichstag zur Republik bekannt habe. An dieser Auffassung ändere auch der Amstand nichts, daß die Deutschnatwnalen unverantwortlich aus der Regierung auSgebro-- chen seien. Reichskanzler a. D. Dr. Wirth. der von der Versammlung stürmisch begrüßt wurde, führte u. o ätherisch-feine Flageoletta peggien bezaubernd wirken; andererseits zieht Casella gern zur Heraushebung deS Themas mitgehendr Quinten heran (ähnlich den Orgelmixturen). Unserem Empfinden wohl am nächsten stehend, gefiel wohl am meisten Die Siziliana; weitere Beschäftigung ntit dem Werke erschließt einem noch manche Schönheit. Mit der Wiedergabe dieses Concertos hatte sich das Am«r-Quartett eine seiner Eigenheit besonders naheliegende Aufgabe gesteltt. Dieses feine Eingehen, jedes Instrument als Individuum; nicht behmscht von der führenden, und dabei oft manchen fernen Reiz der Stimmführung Die 15 Splitterparteien vermochten nicht Die nötige Stimmenzahl für ein Mandat oufzubrin- gen. Rach dem Dekanntwerdc-n Der Wahlergebnisse hat der Ministerpräsident S v e h l a namens Der Gesamtregierung Dem Präsidenten Der Republik, Masarhk, Die Rücktritts-Erklärung eingereicht. Der Präsident nahm Die Demission an und betraute Den Ministerpräsi- benten und die übrigen Ressortminister mit Der Führung der Regierungsgeschäfte bis zur Bildung Der neuen Regierung. Aus aller Welt. Hinrichtung des Massenmörders Angerftcin. Limburg, 17. Rov. (WTB. Funkspruch.» Heute früh wurde im Hofe des Gefängnisses von Freiendiez bei Limburg der Massenmörder Angerstein hingerichtet. Angerstein hatte bekanntlich am 1. Dezember 1924 in seiner Villa in Haiger acht Personen ermordet, darunter seine Frau, Schwiegermutter >^uoL Schwägerin. Aukounfall Krupps von Bohlen-halbach. Das Auto Des Herrn Krupp von Bohlen-Halbach ist zwischen Ahaus unD Ege (Westfalen) verunglückt. Der ins SchleuDern geratene Wagen riß einen Baum um unD stürzte eine Böschung h i n- ab. Der CH auffeur verunglückte töölich, Herr unD Frau von Bohlen kamen unter Das Auto zu liegen. Frau von Bohlen erlitt anscheinend einen Schlüsselbeinbruch unb Rippenquetschungen. Sie be- finbet sich zur Zeit im Krankenhaus. Die Verletzungen Des Hern von Bohlen finD unerheblich. ExplosionSunglück im Laboratorium. Im Institut für anorganische Chemie Der Technischen Hochschule in Hannover ereignete sich eine Explosion, durch die der Forschungsassistent Dr. As brand sehr schwer am ganzen Körper verletzt wurde. Dr. Asbrand, ein erfahrener Chemiker, bereitete eine Kältemischung aus Schwefelkohlenstoff mittels flüssiger Lust nach einer allgemein bewährten Laboratoriumsvor- schrift. lieber die Ursache der Explosion farm noch nichts gesagt werden. Anwetter im Riesengebirge. 3m westlichen Teile des Riesengebirges hat ein furchtbarer Sturm katastrophale Verwüstungen angerichtet. Auf Den Wegen von Hanachsdorf-Reuwelt zum Kamme wurde der gesamte Waldbestand umgerissen auch in Talorten schwerer Schaden verursacht. Verwegener Diebstahlsdersuch. Dach der Abfahrt des Zuges Rom- Bologna durchbohrten verwegene Diebe in der Hohe beä Gepäcknetzes die Wand einer Eisen- bahnabteilung, in der sich Beamte der Dank von Italien befanden, die eine Summe von 12 Millionen Lire in Bankscheinen mitführten. Die Diebe durchbohrten dann die Wand des Koffers, in dem die Dankscheinpakete lagen unb erbeuteten einige davon. Sie wurden aber dabei ertappt und verhaftet. Wettervoraussage. Weitere Fortdauer der bestehenden Witterung. DaS Hoch hat sich weiter verstärkt und an Raum bedeutend gewonnen. Durch ein von der Dlskaya südöstlich ziehendes Teiltief vorübergehend etwas nordwärts gedrängt, wird es nach dessen Borübergang wieder in seine alte Lage über dem Kontinent zurückkehren, ilebec Island ist ein weiteres Teiltief der Kette erschienen, das jedoch die kontinentale Wetterlage nicht beeinflussen dürfte. Bei z. Z. vorwiegend östlichen Winden zunächst noch etwas stärkere Kälte. Temperaturen: Maximum 4,7 Grad, Minimum 0,2 Grad, Morgentemperatur 1,5 Grad. Gießener Wochenmarktpreise. am 17. Rovember 1925. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte das Pfund: Butter 200 bis 220, Matte 40 Käse 70 bis 75, Wirsing 10, W ißkraut 4, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 3C^ Antclr-Kohlvabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 40. Feldsalat 100, Zwiebeln 12, Meerrettich 30 bis 100, Schwarzwurzeln 50, Kartoffeln 4, Aepfel 15 bis 20, Dirnen 35, Junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 100 bis 120, Rüsse 50; das Stück: Eier 18, Blumenkohl 20 bis 100, Endivien 15 bis 25, Ober-Kohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 40. zerstörenden ersten Violine. Disziplinierung des Gesamtklanges, Schwelgen in Klangfeinheiten, plastische Thematik, alles unumgängliche Erfov dernisse für modernste Werke, unb wie sie in dieser Vollendung nur dem Amar-Quartett eigen sind. Wer mit dem Werk nicht mitgehen wollte, nun, der sollte wenigstens die Leistung der Künst- ler ehren. ' And dazu Max Regers Streichtrio (Op. 141 b) im Gegensatz. Bei Casella ein Suchen nad) dem Stil, eine Ausdrucksform, die uns noch zu fremd anmutet, als daß sich ihr Inhalt uns gam zu erschließen vermöchte; hier eine in sich er kannte Persönlichkeit, die zur Abllärung, Dr herrschung gelangt ist: Reger in seiner letzte.« Schaffensperiode. Dem romantisch bewegten ersten Satze folg: ein Andante sostenuto mit Variationen, wo Reger dieses Thema mit feinster klassischer Technil nach allen Seiten hin erschließt und ihm immer Reues abgewinnt; figuriert in der ersten Violin: dann von den übrigen Instrumenten durchgeführt harmonisch erweitert, in Moll, bis das Thema st neuer Gestaltung die Reihe abschließt. Ein Gegenstück zu den Variationen im Klarinetten-Quintek (Op. 145). Der letzte Satz, eine Fuge mit eine» graziösen Thema mit allen kontrapunktischen Mög' IldyEeiten — Zugführung, Gegenbewegung, eine« kurzen, ruhigen Zwischensatz in der Durchfüh rung, — wie eben nur Reger mit seinem fabel- haften kontrapunktischen Können sie in dieser Ratürlichkeit, Selbstverständlichkeit und durchsich tigen Klarheit schaffen konnte. — Gerade be Regers Werken zeigt es sich immer deutlicher, wie durch öfteres Hören das Publikum immer mehr Freude an ihnen gewinnt. Den Schluß bildete Mozarts bs-Duf Quartett (Köchel Ar. 428). in dem das 2Imar Quartett neue Feinheiten aufzudecken vermocht und das fb in unveränderter Schönheit und 3«* gendlichkeit erstand. —in— T Photo Hans i Winterhoff Kreuzplatz 9 das Fachgeschäft für den gesamten Photo • Projek- . tions- und Kino- . k. Bedarf. Weitere Wahlergebnisse 3 Sitze). u nb Landbund im Kreise Tiehen: vernichtet Tel 809 Basaltsteinbmch ■ Wie VUit Nähe Bahnlinie, AU 3» tu 4>L*V aha f9?eu< emvnebU sich in und Autofahrten Ta< und Nacht. “na *acn<’ Bedingungen unter iiiiunmiinnnnnnnniiiim i ioosd n. d. &. atu Tel. »io auch nachts bau) m. Zemralb. zu vermieten. Näh. Erednerfir. 16 L pachten gelocht. ©dir. Angebote mit nüber dem Hause. Ludwiattr. 8 H. v. iiiiiiiniiimiininiimirKuin Hess. 13 868 issa-e. ■t Ml-. werden umgearb. u. neu anges., alt Material w. verwandt. L. Bob, ok;, Kmserallee 2. t'tngtbirgt es Viesengebirge- hc ■Mttot>baItDtr, °et. Aus den De:- gum Kamm tDi-1' gestand umti- Ichwerer Schaden t» - 2 Sitze (1922: 11 321 Stimmen Deutschnatl. Volksp. bis zur nächsten „Monberert stahlsdersoch. des Zuges 3cm- verwegene Hebe in, die Band cm Eifer.''W Deamte-erDanI die eine Lumme vo- nÄscheinen miMrie- dam die Dand bs scheindastie lagen ib) nm. Sie wurden abr astet. Au§ der Provinzialhauptftadt. (Sieben, den 17.November 1925. Vorsicht - „Weihnachtsanzeiger" Die zahlreichen Anzeigenfriedhöfe, die im Laufe des Jahres auf Kosten der hiesigen Geschäftsleute angelegt worben waren in Form von Empfehlungen in Festbüchern, Vereins- und Kaffeehausprogrammen, Lampenständern und wer weih noch in welchen anderen „unerreicht wirksamen" und „erstklassigen" Reklamegelegenhsiten, geraten nach und nach ein wenig in Vergessenheit. Freilich, die gebranbschatzten Taschen der leidtragenden Besteller sollten immer wieder daran erinnern, bas) man an die nächste „konkurrenzlose" Reklamesache nur mit äuberster Vorsicht herantreten sollte. Bald wirb Gelegenheit zu dieser Vorsicht gegeben fein, denn zu Beginn der Weihnachtsgeschüflszeit werden sich wieder allerlei „außergewöhnliche Reklamcgelegenheiten" marktschreierisch an die Geschäftswelt heran- brängen, Reklamegelegenheiten, die vollkommen wertlos sind, d'e nach Verbreitung und Wirkung niemals kontrolliert werden können, die den An- zetgenauftraggebern lediglich das Gelb ab nehmen und so die Geschäftswelt und die gesamte Wirtschaft schädigen. Gewöhnlich erscheinen im November oder spätestens anfangs Dezember redegewandte Herren, um dem Geschäftsmann in überschwenglichen Worten einzureden, bah er seiner Konkurrenz nur gewachsen sein könne, wenn er seine Anzeige in dem neugegründeten „Weihnachts-Anzeiger" oder „Geschäfts-Anzeiger" oder „Deamten-Kalender" oder „ Frauen-Wcihnachts- markt" erscheinen lasse. Hohe und höchste Auflagen werden zugesichert, so daß dagegen keines der bekannten ortsansässigen Blätter aufkommen kann. Der erfahrene Geschäftsmann weib wohl, was er von diesen Verheißungen zu halten hat. und es ist meist der mittlere oder kleinere Geschäftsmann, der immer wieder hereinfällt auf die Lockungen derartiger zweifelhafter Anzeigenunternehmungen. Es versteht sich von selbst, daß solche Geschäftsleute gegenüber denjenigen im Rückstand bleiben müssen, die sich zielbewubt und unter Ausnützung ihrer Vorzüge der heimischen Tageszeitungen zu ihren Empfehlungszwecken bedienen. Denn der sicher in Aussicht gestellte „riesige Erfolg" der „außergewöhnlichen Reklamegelegenheit" endigt immer und jedesmal mit einem glänzenden Reinfall, und damit ist dann das Vertrauen zur Werbekraft der Anzeige überhaupt HewkeK Seifenpulver Ein SeiTenpulver wie cs soro soll — fettreich und von höchster Wasch- krall Die große Ergiebigkeit dieses SeiTenpulvers sichert sparsamstes Waschen, für Maschinenwäsche hervorragend geeignet 50Bniflemö6i.3lmmec Äntk Verpflegung. _____Tet. 1065. 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Kommunisten 0 (1), Mittelstondsvereini- (26-38), Deutsche Volkspartei 3373 (4603), Deutsch- ralionale Dolkspartei und Hessischer Landbund il 12 021 (12877), Evangelische Volksgemeinschaft 762 1,(4), Kommunisten 810 (1403), Mittelstondsvereini- rs--sr nc' btt ?en M An 6, fcnünifö5(i, Stimmen » 6 Sitze (1922: 12 745 = 5 Sitze). Hess. Landbund und Deutschnatl. Volksp. im Kreise Alsfeld: 4380 Stirn- men -- 1 Sitz (1922 : 5523 Stimmen = 1 Sih). Hess. Landbund und Deutschnatl. Volksp. im Kreise Bübingen: 5091 Stimmen = 2 Sitze (1922 : 5718 Stimmen — 2 Sitze). Hess. Landbund und Deutschnatl. DolkSp. im Kreise Friedberg: 8881 Stimmen = 3 Sitze (1922: 11 102 Stimmen = 4 Sitze). Hess. Landbund und Deutschnatl. Volksp. im Kreise Lauterbach: 3730 Stimmen 1 Sitz (1922 : 4816 Stimmen = 1 Sih). Hess. Landbund und Deutschnatl. Dolksp. im Kreise Schotten: 4649 Stimmen =» 2 Sitze (1922: 4832 Stimmen — 1 Sih). Evangelische Volksgemeinschaft: 3044 Stimmen 1 Sitz (1922 : 0). Kommunistische P artet: 2999 Stimmen --- 1 Sih (1922 : 3942 Stimmen = 1 Sih). Reklamegelegenheit". Bornotizen. — Tageska lender für Dienstag. Etabttheater: 7.30 Llhr „Der Familientag" (Ende gegen 10 Uhr). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Husarenfieber". — Astoria-Lichtspiele: Black, der König der Hengste". — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 3*/$ älhr nachmittags „Der Glückspilz" (Ende gegen 6 Uhr). Abends 7V< ^Ihr ..Der fidele Bauer" (Ende gegen 10 lHjr). — Buchhandlung Keißner, Schulstraße: 8l/< Uhr, Vortrag über die Technik der künstlerischen Graphik. — Lichtspielhäuser wie Dienstag. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die zwei Vorstellungen, die am Mittwoch, 18. Nov., gegeben werden, bringen beide Werke heiteren Charakters. „Der Glückspilz" von Gustav Rickelt, der um 3,30 H&r in Szene geht, ist eines der heitersten Lustspiele der deutschen Literatur und sich das meistgegebene Werk der letzten und diesjährigen Spielzeit und wird am Stadttheater in einer außerordentlich flotten Darstellung herausgebracht. — Die um 7,15 anfangen de Operattenaufführung bringt Leo Weit. MH aNk«> Il KK ig2i . 9etfttin 1 DB SW Die 2 d Mrheblich. ßabotfltot’wnL wische Ehmie l, - ä,* !ii * övrschungSalliVe- ItemUdjung & j Miger Luft noi ■n Laboratvriumzv.v, et ®TbIöTion fann Dj spart geblieben. Die Wahl fiel, da nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde, aus. Der Gemeinderot bleibt in seiner bisherigen Zusammensetzung bestehen, lediglich eines der bisherigen Mit- glichet schied aus und wurde durch einen anderen Einwohner ersetzt. Unter Dorf ist in der seltenen Lage, alle G e rn e i n o e w a h l e n ohne Wahlkampf durchgeführtzu haben, da auch die Bürger- meister- und Beigeoronetenwahlen ohne Gegenkandidaten verliefen. Kreis Friedberg. **• Gambach. 17. Nov Bei der ®e- meinderatswahl wurden von 968 Wahlberechtigten 812 Stimmen abgegeben, von denen 4 ungültig waren. Es entfielen auf Wahlvorschlag 1 (Dauern- und Landbund) 214 Stimmen (3 Sitze), auf Wahlvorschlag 2 (MittelstandsPartei) 108 Stimmen (2 Sitze), auf Wahlvvrschlag 3 (Sozialdemokraten) 240 Stimmen (3 Sitze), auf Wahl- Vorschlag 4 (Handwerker und Gewerbetreibende) 246 Stimmen (4 Sitze). B. Rodheim v. d. H, 17. Nov. Bei der Gemeinderatswahl erhielten der Hess. Landbund 5 Sitze, die Sozialdemokratie 5 Sitze, die Gewerbetreibenden 2 Sitze. Darmstadt. Darmstadt, 16. Nov. (WTD.) Nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis derBtadtver- lotdnetenwahlen hat die SPD. mit 19 Sitzen ihren alten Stand gehalten, ebenso das Zentrum mit 3 Sitzen. Die Deutsche Volkspartei ist von 22 auf 14 Sitze zurückgegangen, blo Deutsche demokratische Partei von fünf auf drei Sitze. Die Deutschnationalen haben einen Sih gewonnen und belegen jetzt vier Sitze, lvährend die Kommunisten von drei aus einen Sih zurückgegangen sind. Die Mietervereinigung hat einen Sih (früher keinen). Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung verlor einen Sitz und behaupteten noch zwei. Die Nationalsozialen haben einen Sitz erhalten. isÄi SS in W • L Man-ng, 2 e * s-iner 1# I Ärger ■ erstens ert W ^'«8 Ärgersin g i *Ät und Mfi Ser^ (annte. Qtl« (Gewählt sind: Sozialdemokratisch« Partei: 1. Gg. Beckmann, Angestellter, Gießen: 2. Ludwig Haas IL, Zigarrenfabrikation, Steinberg: 3. Paul Hornberger, Rechtsanwalt, Gießen: 4. Johann Karl Benner, Ge- werkschoftsangestelllcr, Wiescck: 5. Heinrich Rohr- bad) VIII., Krankenbesucher, Lollar: 6. Frau Marianne Hüter geb. Weber, Hausfrau in Gießen: 7. Heinrich Decker IX., Bürgermeister in Asten- Buseck: 8. Ferdinand Germer I., Stuhlschreiner in Heuchelheim: 9. Otto Weißgerber, Professor und Studienrat, Gießen: 10. Georg Wissemann, Bahn- schlosfer, Lollar: 11. Heinrich Rudlos, Bürgermeister und Landwirt, Trais-Horloff. Deutsche Demokratische Partei: 1. Dr. Gustav Güngerich, Landgerichtsvräsident a. D., Gießen: 2. Georg Kreiling, Bürgermeister, Heuchelheim. Deutsche Volkspartei: 1. Schudt, Rich., Landgerichtsdirektor, Gießen: 2. Rinker, Karl, Zimmermeister, Ronnenroth: 3. Wagner, Ludwig, Landwirt und Bürgermeister, Geilshausen. Deutschnationale Volkspartei und Hessischer Landbund im Kreise Gießen: L Wilh. Fenchel, Landwirt, Oberhörgern: 2. Dr. Otto Lenz, Studienrat, Gießen: 3. Friedrich Bommersheim, Landwirt, Langsdorf: 4. Heinrich Will VIII., Landwirt und Bürgermeister, Treis a. d. Lda.: 5. Konrad Anton Schaum, Landwirt, Langgöns: 6. Friedrich Weicker, Oberregierungsrat a. D., Gießen: 7. Georg Friedrich Müller, Landwirt und Bürgermeister, Bellersheim: 8. Heinrich Bausch, Landwirt und Metzger, Grünberg: 9. Johannes Ludwig Lotz, Rektor, Leihgestern: 10. Konrad Ha- nack, Landwirt, Watzenborn-Steinberg: 11. Ludwig Hofmann V., Landwirt, Lollar: 12. Heinrich Gottmann, Landwirt, Gießen: 13. Phil. Klein V., Werkführeranwärter, Klein-Linden. Mittel st andsoereinigung Gießen: 1. Johann Joseph Sauer, Kaufmann, Gießen. Kreistag Friedberg. sf. F r iedberg, 16. Nov. Die Kreistagswahl für den Kreis Friedberg hatte folgendes Ergebnis: Zentrum 3650 Stimmen 3 Sitze, Sozialdemokratie 11426 Stimmen 13 Sitze, Demokraten 2472 Stimmen 2 Sitze, Deutsche Dolkspartei 1966 Stimmen 1 Sitz, Landbund und Deutschnationale 8963 Stimmen 9 Sitze, Kommunisten 1514 Stimmen 1 Sitz, Bürgerliche Partei 1294 Stimmen 1 Sitz, Evangelische Volksgemeinschaft 635 Stimmen 0 Sitz. Kommunalwahlen. Landkreis Gießen. f. Klein-Linden, 17. Nov. Das gestern gebrachte Ergebnis zur Gemeinderatswachl bedarf einer Berichtigung insofern, als auf Liste 1 Bürgerliche Vereinigung mit 118 Stimmen nur 2 Gemeinderatssitze entfallen. Bezeichnend bei der Wahl war die überaus große Stimmenenthaltung der Frauen. £■ Wieseck, 17. Nov. Zu den in dar gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers veröffentlichten Mahlresultaten ist berichtigend nachzutragen, daß zur Kr e i s ta g s wa h l für die Sozialdemokratische Partei nicht 632, sondern 707 Summen abgegeben worden find. Der Fehler wurde erst entdeckt, nachdem alle Meldungen bereits weitergegeben waren. — Der neugewählte Gemeinderat wird in seiner Zusammensetzung ein wesentlich anderes Gesicht aufweisen. als der seitherige, in welchem 11 Vertretern der Sozialdemokratie 4 Vertreter des Bürgertums gegenüberstanden. Von den diesmal gewählten 7 Vertretern der bürgerlichen Parteien gehörten 3, Schlossermeister Scherer, Schreinermeister Kümmel und Landwirt So» denhausen, dem seitherigen Gemeinderat an. Neu ziehen ein Landwirt Werner 3, Landwirt Lang, Eisenbahn-Wagenmeister Weller und Sandgruben bescher Kretling. Von den gewählten 6 Vertretern der Sozialdemokratie gehörten 5, Angestellter Denner. Buchdrucker Bremer, Maurer Stein, Dreher Laudon unu Dreher Rößer dem Gern inderat bereits an, während Schlossermeister Schmidt als neu? Mitglied erscheint. Die Kommunisten treten 'i ersten Male zur Gemeinderatswahl selbständig auf. Die von ihrer Liste gewählten 2 Vertreter ziehen also ebenfalls als neue Mitglieder im Gemeindeparlament ein, und zwar Arbeiter Hildebrand und Eisenbahnarbeiter Erb. Nach dem Ergebnis vom Sonntag dürften die Mehrheitsbildungen im zukünftigen Gernein-- derat recht.schwierige werden. — Saubringen, 15. Nov. F >r diesmal stand unser Dorf nicht im Zeichen des Wahlkampfes, der meist, besonders bei Kommunalwahlen mit nicht geringer Leidenschaftlichkeit geführt wird. Anfänglich lagen für die auf den heutigen Sonntag festgesetzte Gemein- deratswahl 3 Wahlvorschläge vor: späterhin einigte man sich, sodaß die 2 neu aufgestellten Listen wegfielen und eine Einheitsliste eingereicht wurde. Auf diesem Wahlvorschlag erschienen sämtliche Namen der Mitglieder des seit her igen Gemeinderats. Kreis Schotten. Ig. Gedern, 15. Nov. Bei der heutigen Wahl zum Gemeinderat wurden 776 Stimmen Abgegeben. Es gewannen Sitze: Landbund (286 Stimmen) 5, Demokraten und Sozialdemokraten (198 Stimmen) 3, Deutsche Dolkspartei und Deutschnationale Dolksp. (127 Stimmen) 2, äleberparteiliche Liste (130 Stimmen) 2. ld. Eichels d o r f, 15. Nov. Durch Vor- wohl kamen 3 größere Landwirte, 3 Kleinbauern und 3 Arbeiter auf eine Einheitsliste, also ohne Wahl in den Gemcinderot. I Ober-Lais, 15. Nov. Die Kämpfe einer Gemeinderatswahl sind unserem Dorfe e r • LU. Von der Landes-Universität. Das Lektorat für deutsche Sprache ist leider dem Abbau verfallen. Studienrat Gräber ist mit der Abhaltung von Hebungen im Gebrauch der deutschen Sprache und von Dispositions- Übungen beauflagt. Diese Hebungen finden Mittwochs statt (Anschlag am Schwarzen Drett). ' D i e Osterferien 1926 im Freistaat Hessen beginnen am Sonntag, 28. März. Das neue Schuljahr wird am Montag, 19. April, mit der Aufnahmeprüfung und am Dienstag, 20. April, mit dem vollen lehrplanmäßigen Unterricht beginnen. •* Zur Reise in das besetzte Gebiet. Wie aus dem besetzten Geuiet mitgeteilt wird, treffen dort immer noch zahlreiche Reisende aus den un besetzten Gebieten ein, die nicht im Besitze eines Passes ober Personalausweises sind und dafür von der Besatzungsbehörde mit empfindlichen Strafen bedacht werden. Es wird wiederholt darauf hinge wiesen, daß bei Einreisen in das besetzte Gebiet alle über 16 Jahre alte Personen einen mit Lichtbild versehenen Personalausweis ober einen Reisepaß bei sich führen müssen. Die Ausstellung ber Ausweise erfolgt burch bie Ortspolizeibehörbe. *• Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten. In ber von ber Lanbesoersiche- rungsanftalt Hessen eingerichteten Beratungsstelle für Geschlechtskranke in ber Universitäts-Hautklinik zu Gießen, Klinikstraße 40, werben Ratsuchenbe kostenlos unb streng vertraulich ärztlich untersucht unb beraten. Gegebenenfalls wirb kostenfreie Be- hanblung vermittelt. Sprechstunden: Jeden Werktag vormittags von 10 bis 12 Uhr unb Dienstags unb Freitags nachmittags von 4—5 Uhr. " Neue Fünfmark stücke. Nach ber jüngsten Münzstatistik sind im Oktober erstmals neue Fünfmarkstücke geprägt worden, und zwar in Höhe von 484 380 Reichsmark. Es handelt sich dabei offenbar um die sogenannten ..Rheinlanddenkmünzen". An sonstigem Hartgeld wurden im Oktober geprägt für 3.35 Millionen Einmarkstücke, für 5.9 Millionen Zweimarkstücke, für 8,32 Millionen Dreimarkstücke sowie rund 65 000 Mk. in Pfennigmünzen. 3m ganzen sind damit jetzt 412 Millionen Reichsmark Silbergeld und 188 Millionen Dronzemünzen im Umlauf. ** Gegen die Verunreinigung der Straßen durch Füttern von Zugtieren. Das Polizeiamt teilt mit: Nach dem hier bestehenden und noch gültigen Lokalreglement vom 1. Dezember 1879, die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze in dev Provinzialhauptftadt Gießen betreffend, ist das Verunreinigen ber Straßen und öffentlichen Plätze durch Füttern von Zugtieren verboten. 3n verletzten Zeit haben wir die Beobachtung gemacht, daß das Füttern der Zugtiere mit Heu auf den Straßen und öffentlichen Plätzen der Stadt und daS damit verbundene Verunreinigen derselben in einer Weise, die als äußerst mihständig zu bezeichnen ist, vorgenommen wird. Pflicht eines jeden Fuhrunternehmers, der die Fütterung feiner Pferde auf Straßen und öffentlichen Plätzen notgedrungen vornimmt, ist es. die durch die Fütterung verunreinigte Stelle der Straße 'ober des Platzes wieder so herzurichten, daß von einer Verunreinigung nicht mehr gesprochen werden kann. Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen alle Fuhrunternehmer und Pferdehalter, Die gegen diese die Sauberhaltung der Straßen und öffentlichen Plätze regelnde Pflicht verstoßen, unnachsichtlich einzuschreiten. Wichtig für Pferbebesitzer. Am nächsten Freitag, vormittags 10 Uhr deginnenb, finbet in ber Zeughauskaserne (Bronbplatz) in Gießen eine Vorführung unb Lehrbehanb- lung schwieriger unb bösartiger Pferbe statt. Eine Anzahl solcher Tiere wirb vom Gießener Bataillon zu bieser Veranstaltung gestellt. An Hand ber Tiere soll gezeigt werben, wie man Untugenben ohne große Schwierigkeiten schnell unb sicher beseitigen kann. Die Veranstaltung wirb vom Lanbwirtschafts- kammerausschuß für Oberhessen gesörbert. Den interessierten Lanbwirten sei ber Besuch bieser Vorführung empfohlen. Die Behanblung ber mitgebrachten Pferbe ist unentgeltlich. Näheres im Anzeigenteil. — D i e Vereinigung des ehemaligen Landwehr-Znfanterie-Re- gim ents 116 für Gießen und Umgegend feierte am Samstagabend im Saalbau Sauer ihr 5. Stiftungsfest bei sehr guter Beteiligung und echt kameradschaftlichem Verlaus. Nach herzlichen Begrühungsworten seitens des Kameraden Dopf fand eine Ehrung für die gefallenen Helden statt, die Bühne zeigte einen Friedhof in den Argonnen. Die Musik spielte dazu die Weife: „Ich hatt' einen Kameraden". Glückwünsche der Gießener Regimentsvereine überbrachte Prof. Wenzel für die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Regimentsvereine, Prof. Dr. Hehmann für die Offiziers-Vereinigung § I R. 116 und Kurt Mohr für den Verband der 116er-Vereine. Die Darbietungen auf der Bühne, besonders Matrosenreigen und ein Einakter, ernteten lebhaften Beifall. 8aIM betamte, ja populär» Operette „Der ftoeie Dauer" mit den Gästen des Frankfurter Operetten ensembles. Da diese Operettenaufführung Im Abonnement stattflndet, werden auswärtige Reflektanten gut tun, sich beizeiten Plätze zu sichern. Ein Wagen der Straßenbahn steht ab 10,05 zur Fahrt nach dem Bahnhof bereit — Der Naturheilverein zeigt im Anzeigenteil unserer gestrigen Dummer einen Lehrgang der Anw^ndungssormen des Naturheilver- fahrenS an, der heute, Dienstag, im Gewerbe- Hause, Kirchstraße, beginnt. Die Freunde einer natürlichen Lebens- und Heilweife haben dort Gelegenheit, einmal die rein praktische Dcikc der Naturheillehre kennen zu lernen. Ün vnKck unb ob n. Dmch ein von br - Teilticf Dorübtt; gedrängt, toiib ei nai «r in feine all? Lag: Lehren, lieber Wr) , * >r Kette erschienen kl Vetterlage nicht j. vorwiegend öitr-;' mas (tariere Kält: Maximum 4,7 W. gentemperatur W mmarktprcisc. mbrr 1925. hratiM DochemaZ 220, Walte 40 M Ui 4. 3ot(taut „k e, DvtMi r. X) Zwiebeln 12. ,Oi Dirnen 35. ™ er 120, Ganse 103* • ffiier 13, ^ment -ie 2^40^, ZW z die Le,M Vck-. Bei der Abstimmung erhielten noch Stimmen: Liste Eintracht: 589 Stimmen — 0 Sitz (1922 : 0). Mittelst andsvereiniflung: 1990 Stimmen — 0 Sitz (1922 : 0). Bürgerliche Partei: 1508 Stimmen = 0 Sih (1922: 0). Gewählt sind: Zentrumspartei: 1. Theodor Schröder, Friedberg, Rechtsanwalt, 2. Friedrich May, (Sieben, Fnbrikdirektor. Sozialdemokratische Partei: 1. Anton Lux, Landtagsabgeordneter, Nieder-Flor- Itadt, 2. Dr. Albert Aaron. Rechtsanwalt, Gieren, 3. Bernhard Rechthien, Bürgermeister. Dil- Bit, 4. David Meinhardt, Mufiklehrer, Alsfeld, 5. Heinrich Kipper 8., Bürgermeister, Ober-See- men. 6. Heinrich Laudon, Dreher, Wieseck, 7. Qeorg Hildner, Beigeordneter. Büdingen, 6. Hermann Wal?,, Bürgermeister, Lauterbach, 9. Friedrich Wilhelm Wiesenbach, Bürgermeister. Büdesheim, 10. Frau Christine Doll geb. Simon, Hausfrau, Gießen. 11. Karl Schott, Staatsförster, Schotten, 12. Otto Ottilie, Gewerkschaftsange- siellter, Gießen. Deutsche Demokratische Partei: l Iustizrat Dr. h. c. Heinrich Reh, Rechtsanwalt und Notar, AlSseld, 2. Kommerzienrat Heinrich Langsdorf, Friedberg. Deutsche Dolkspartei: 1. Neuen- l '.gen, Ludwig, Präsident des Landgerichts der i.lvvinz Oberhessen in Gießen, 2. Christ, Hein- rch, Mühlenbefiher und Landwirt, Holzmühle bei Lollar. Deutschnationale Volkspartei unb *'e f f. ßnnbbunb: Kreis Gießen: 1. Wilhelm Fenchel, Lanbwirt, Ober-Hörgern,2. Karl Schmahl, Ämtsgerichtsbirektor, Gießen, 3. Otto Schneiber I., tiaubtoirt, Utphe, 4. Karl Schwalb, Lanbwirt, Gr - ^useck, 5 Abolf 9loU, Fabrikant, Gießen, 6. Ernst ’2i(freb Rompf, Lanbwirt, Lang-Göns. — Kreis Slsfelb: Karl Hesse, Lanbwirt in Otterbach. — Kreis Tübingen: Gustav Mogk I.,Lanbwirt in Grunb- Schwalheim, Karl Roemhelb, Geh. Justizrat, Ober- «ntsrichter i. R., Nibba. — Kreis Friedberg: 1. K. Lreibcnbach, Lanbwirt in Dorheim, 2. Konrab PH. Biehl, Lanbwirt unb Bürgermeister in Hochweisel, Ä Franz Kisiel, Oberbabmeister, Beig. in Bad-Nou- btim. — Kreis Lauterbach: Friebrich Jost, Bürger- Mister unb Landwirt in Bermutshain. — Kreis schotten: Theobor Cellarius, Lanbwirt in Schotten, Iriebrich Wilhelm Stein, Landwirt in Stümper- I mrob. Evangelische Volksgemeinschaft: Iheodor Völker, Bürgermeister in Lich. Kommuni st ifche Partei: Jakob Schäfer, Schneiber in Bab-Nauheim. Der Gießener Kreistag. Zur Kreistaaswahl im Kreise (Sieden waren stimmberechtigt 61751 Personen. E» würben 34 836 Stimmen abgegeben, bavon waren L472 ungültig, 33 064 gültig. Die Stimmen verteilen sich wie folgt: Zen- tsum 612 (1922 : 664), Sozialbemokratische Partei 11411 (13 653), Deutsche Demokratische Partei 2456 Dixin Altersvereinigung 1860—1910 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Hinscheiden unseres Alterskollegen Herrn Wilhelm Klöß geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18 Nov., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 10939 der Vorstand. Gesangverein Frohsinn 1884 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Ehrenmitgliedes und Mitgründers Herrn Wilhelm Klöß geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18. Nov., 3 Uhr nachm., statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 09289 der Vorstand. Ausstellung int früheren Hotel Einhorn, Lindenplatz 1 Die MW im MW iiiiimiimiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiinimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiimiiiiiiiii !WWMWU löt MM. 18. riMllAk 1925 10 Uhr vorm.: ab geöffnet. 12 — 1 „ nachm: Pause. 1 „ „ ab geöffnet. 3 „ „ Kochoorführungen. 5 „ „ Filmvorführungen. 9 „ abends: Vortrag von HerrnDipl.-Ingenieur Kunhemüller über die Berliner Hochbahn (mitFilmvorführungen). 10 „ „ Schluß. Wswtmnsn für Danmstno. 19. rimMerlM 10 Uhr vorm.: ab geöffnet. 12 — 1 „ nachm.: Pause. 1 „ „ ab geöffnet. 3 „ „ Kochvorführungen. 4 „ w Filmvorführung. 5Vt, „ Filmvorführung. 77. „ abends: Schluß. ioso8c Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen. Cafe Ernst Ludwig Donnerstag, den19. November 8 Uhr abends Heiterer Abend Ais Gäste die Herren Kremer und Metz genannt die lustigen Landsknechte zur Laute Einzigartige Neuheit auf dem Gebiete der Vortragskunst Anschließend: Eintritt freil 10940c Eintritt frell Saalbau Sauer Oawaldsgarten Morgen, Buß- und Bettag, ab 3 Uhr Konzert ❖Tanz Eintritt frei! 09310 Versteigerung. Mittwoch, den 18. u. Donnerstag, den 19. November, nb 10 Uhr, versteinere ich in der Wirtschaft zum2öwen.Vteuentueg28dahter: 2 Schreibmaschinen, Taschen und Portemonnaies, 1 Bett mit Matratze, 2 Spiegel, 1 Mur- garderobe, 1 schw. Säule, 1 PiUichsoia, 1 Kommode, 2 Pierdegeschirre, 3 eiserne Kriop. n, 3 Nähmaschinen, 1 ViegeitubL gut. 1 Dezimalivage, 1 aroeiräbtiner Wagen» Änzttgstoffe, 1 Senditng Autterftoffrefte, 1 Brattovi, nroft, Stiefel und Schuhe. 1 Anzug, 1 Kitchenschrank, Svleisachen, Zigarren und Zigaretten, 1 Auöstellkasten, 1 nrobe Sendung No wein, Steinhäger und Weinbrand, 8 Stühle, 1 Heckenschere. Versteigerung bestimmt. 09290 £. harimetz, Auktionator. Neuenweg 28. Telephon UU- I Mietgesuche \ toöblgertes Zimmer mit seo. Eingang, möglichst Stahe der Klimt ab 1. Dez. zu mieten gesucht. Schr. Angeb. unter 09281 an den Greg. Anz. Soltder Kaufmann Mitte 30, 4-5 Tage auf Reifen, sucht zmn L Dezember wohn- und Schlafzimmer. 9 Uhr att SIMM Lusikp el in 3 Slüctt von »ittfclu O-Iiliiirootii-yön.-örfl. von 71', bis 10 Uhr Der flöEle Bauer Overette in l Bor» fptel und 2 Akten von üall. Stück, au kaufen ges. 3tan zrostz mme., Neustadt 191. LTel. 1051. 09281 BV* Der heutigen Gesamtattögabe liegt eine Ankündigung der Firma Dr. mod. B. Hain & Co. G. w. d. H„ Dlandelrarfl Über ^Nervosin" bei. 10924« Dflll Ion id) m hier ti gelvöh sönlich roll omerilc sollte 1 Telegen Deutsch, laß aur C8 wollt« seinen üntw toietx denfa leit i die 2 5 tunge- S-Hss mößer ynf e» milk 6 »u tun nkantst lich ni deutsch kenne Zuge und 1 hat u stecken noch Seele Sedar Deutfi Äber den le zur de mit et! 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Wer an der deutschen Zukunft verzweifeln wollte, der gehe nach Amerika, dort wird er seinen Glauben an Deutschland und an die große Entwicklung, die unserem Volle noch bevorsteht, wiederfinden. Bei den Deutschamerikanern, je- ixmsalls bei der großen Mehrheit von ihnen, lebt dieser Glaube, selbst der Zusammenbruch und die Revolution hat ihn nicht auszulöschen vermocht. Die letzten Wochen boten mir zu Beobachtungen in dieser Hinsicht reichlich Gelegenhert. 3d) sprach bei den verschiedensten Anlässen, bei größeren und kleineren Zusammenkünften, teils in Masfenkundg.bringen vor mehreren Tausenden, und es war mir vergönnt, auch in manche Familie Eingang zu finden und daselbst einen Blick zu tun in die geheimste Gedankenwelt der amerikanischen Bürger deutscher Abstammung. Freilich nicht immer sind Mann und Frau gleich deutsch im Innern ihres Herzens geblieben. So kenne -ich einen Fall, in dem der Ehegatte dem Zuge des Geldes folgend seine deutsche Heimat und sein deutsches Empfinden völlig vergessen hat und auch äußerlich den Banker herauszustecken sucht. Die neunzehnjährige Tochter steht noch unentschieden zwischen ihnen und um ihre Seele tobt ein heißer Kampf, um sie für das Gedankenleben des Vaters oder für das tiefe deutsche Gemütsleben der Mutter zu gewinnen. Aber ich zweifle nicht daran, daß die Tochter den letzteren Weg gehen wird, demi die Liebe zur deutschen Heimat, selbst wenn sie diese nie mit eigenen Augen geschaut, ist gerade bei den Deutsch Amerikanerinnen ungemein stark entwickelt. 3m übrigen ist dieser eine Fall, den ich nur aus Gründen der Objektivität anführe, Gott sei Dank so vereinzelt, daß er gegenüber den Millionen von Deutschamerikanern nicht ins Gewicht fällt. Die große Masse von ihnen ist im Herzen deutsch, fühlt deutsch und will deutsch fein, und zwar hat gerade der Krieg und die unwürdige Behandlung, die viele von ihnen wählend desselben* erfuhren, sie zu dieser scharfen Einstellung geführt. Und dann kam der Verrat und Betrug an Deutschland, die falschen Vorspiegelungen und Versprechungen Wilsons, und nun bäumte sich der alte deutsche Stolz und das deutsche Ehrgefühl in ihnen auf, und seitdem hängen die Deutschamerikaner mit noch viel größerer Innigkeit an ihrer alten Heimat, als dies wohl vor dem Weltkriege der Fall gewesen sein mag. In rührender Weise suchen sie dies im Kleinen wie im Großen zu zeigen. Als Beispiel hierfür nur eine ganz (leine Episode, die ich selbst erlebt habe. In Detroit, jener Zweimillionenstadt, die durch ihre Automobile auch in Deutschland bekannt ist, ging ich zu einem Schneider, mir einen Anzug ausbügeln und den Mantel ausbessern zu lassen. Ich unterhielt mich während dies ausgeführt wurde, mit dem alten Meister sehr interessant und war überrascht, daß der in Amerika gebotene Mann so gut über politische Einzelheiten in Deutschland unterrichtet war. Als ich vor dem Fortgehen nach den Kosten für das Aufbügeln fragte, weigerte er sich auf das entschiedenste, irgendwelche Bezahlung entgegenzunehmen. And auf meine erstaunte Frage antwortete er treuherzig: „Ich wat doch gestern Abend in Ihrer Versammlung. Sorgen Sie nur dafür, daß Deutschland wieder hochkommi! ' Mit diesen Worten drückte er mir zum Abschied die Hand und ging in seine Werkstatt zurück. Und solche Beispiele und Erlebnisse könnte ich mehrere Wiedergaben, denn es handelt sich hier keineswegs um einen vereinzelten und un« gewöhnlichrn Fall. Die Freude über eine persönliche Fühlungnahme mit einem Abgesandten de valten Heimat ist in den Kreisen der Deutschamerikaner ganz allgemein groß, und darum sollte häufiger in irgend einer Weise hierzu Gelegenheit gegeben werden Freilich die Deutschamerikaner wurzeln mit ihrer Anschauung fast ausnahmlos und da kann ich nur Gott sei Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stege mann 65. Fortsetzung (Nachdruck verboten ) Am andern Morgen kam Hermann nach Hause. Al» er gebräunt und wetterfest zu ihm ins Kontor trat, packte Hanns ihn an den Schultern und schüt- teste ihn. „Bub, wie siehst du aus! Wie ein Mann!" Und nach einer Weile — Hermann strich mit vielen zusammenhanglosen Erinnerungen von seiner Nordlandfahrt an der Wand hin und fand keinen rechten Faden und kein rechtes Ende — kurz und bestimmt: .Hermann, deine heimliche Braut ist dir untreu geworden. Sie hat sich mit einem anderen verlobt. Diesmal öffentlich. Irreparabel, wie es scheint. Es steht schon im Anzeiger." Hermann stand gerade vor einer Kopie der Böck- lmschen Tritonen und antwortete nicht. Hanns legte ihm die Hand auf die Schulter. « Kopf hoch, Hermann, du wirst doch nicht —" ‘Oa unterbrach er ihn. „Du, Hanns, Visionen wie die habe ich auf Spitzbergen gesehen. Und dort, wo alles so geheimnisvoll ist, das Meer, das Land, der Himmel i.nb selbst die Nachte, habe ich sehr viel erlebt. ,'nnerlich, Hanns. Weißt du, wer mir von allen Menschen, die ich kenne, am unmittelbarsten erschienen ist? So, wie eine Naturerscheinung? Trotz seiner Beschränkung! Unser Vater'" „Unser Vater:' wiederholte Hanns unwillkürlich. Und Hermann stihr fort, ohne sich nach ihm umzuwenden. ,3a, eine Ahnung, ein Gefühl dafür habe ich ja immer gehabt, aber ich habe ans Ende der Welt fahren mpssen, um es klar und herrlich zu erleben." Die Hand, die auf seiner Schulter lag, zog sich leise zurück, heiliges Schweigen füllte den Raum. Hermann Ingold hat kein Wort über die Untreue seines Mädchens verloren. Er war darüber hinausaewachfen, schon lange mit dieser dritten Liebe fertig geworden. * » * Der Tag der Einweihung des Krastwe . zu Rheinau kam. Der Betrieb war am 30. September Dank aus rufen, in dem Deutschland Bismarcks: von der Revolution und ihren sogenannten Segnungen wollen sie nichts wissen. Darum herrscht in diesen Kreisen auch grenzenlose Freude über die erfolgte Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten: sie sehen in dieser ragenden Persönlichkeit die Verkörperung der besten und stolzesten Vergangenheit und zugleich eine Gewähr für eine bessere Zukunft ihres alten Heimatlandes. Wenn ich in diesem Sinne in den Versammlungen sprach, dann wollte der Beifall kein Ende nehmen: sobald der Rame teilung von Locarno ein Verkennen der ganzen Situation und wirft nicht mit Anrecht die Frage auf, warum sie es denn erst bis dahin kommen ließen, wenn sie den mit ihrer Zustimmung gegangenen Weg nicht zu Ende gehen wollten. Diese Zwiespältigkeit ihrer Handlungsweise hat den Deutschnationalen sehr viele Sympathien in den Kreisen der Deutschamerikaner geraubt, geraubt. Realpolitik, die uns vorwärts bringt, das ist es, was die Deutschamerikaner im Interesse ihrer alten Heimat wie in ihrer eigenen verlangen. And nur bei einer solchen halten sie Preis ausschreib en Schon immer haben die Empfehlungsanzeigen im Giehener Anzeiger auch in Bezug auf die Sahausstattung allgemeine Anerkennung gefunden, ein Ansporn mehr für unsere technischen Mitarbeiter, der Ausgestaltung des Anzeigenteils in der Jubiläumsausgabe ganz besondere Sorgfalt angedeihen zu lasten. Um nun zu erfahren, welche Anzeige in dieser Sonderausgabe unserer Leserschaft am eindrucksvollsten, somit also am wirksamsten erscheint, fordern wir unsere Bezieher auf, uns unter Beifügung einer kurzen Begründung den Namen des Auftraggebers derjenigen Anzeige schriftlich mitzuteilen, die sie für die wirksamste halten. Drei Anzeigen, auf die sich die höchste Stimmenzahl vereinigt, werden bekanntgegcben. Die drei treffendsten Begründungen für diese Mahl werden mit je einem Geldpreise bedacht in Höhe von 150 Mark 100 „ 50 „ Die Aushändigung der Preise erfolgt rechtzeitig vor dem Weihnachtsfeste. Die Einsendungen müssen aufdemUmschlag dieBezeichnung „Preisausschreiben" tragen. In besonderem eingeschlossenen Umschlag sind Name, Stand und Wohnung anzugeben. Sämtliche Zuschriften sind bis zum 10. Dezember an die Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers zu richten. Die Entscheidung über die besten Begründungen wird von Sachverständigen gemeinsam mit dem Verlag getroffen. Gießen, den 31. Oktober 1925. Verlag des Gietzener Anzeigers. Hindenburg fiel, erhoben sich die Zuhörer spontan und riefen und klatschten, sodaß manchmal minutenlang gewartet werden mußte, bis sich die Hindenburg-Begeisterung gelegt hatte. And die Säle waren fast durchweg mit schwarz-weih-roten Fahnen geschmückt, mit den Farben, unter denen sie einst über den Atlantischen Ozean auswanderten und von denen sie wünschten, baß sie von der Rationalversammlung nie geändert worden wären. Daß die Abgeordneten anderer Fraktionen diesen Anschauungsunterricht mit den entsprechenden Degllittvorten auch erlebten, kann der weiteren Entwicklung der Flaggenfrage in Deutschland nur förderlich sein. Aber ebenso entschieden sind die meisten Deutschamerikaner gegen irgendwelche inneren Putsche oder gegen eine Politik der großen Worte. Auch sie wünschen, daß in der alten Heimat Realpolitik getrieben wird, starke, zielbewußte, nationale Realpolitik, von der sie die endgültige Befreiung erwarten. Den Austritt der Deutschnationalen aus der Reichsregierung billigt man in weitesten Kreisen daher nicht, denn man sieht in ihrer grundsätzlichen Verur- mit sechs Turbinen eröffnet worden. Arn 2. Oktober fand die Einweihung statt. Ruth saß mit ihrem Kind im blumengeschmückten Automobil und wartete auf ihren Mann. Das Städtchen hatte geflaggt. Girlanden spannten sich über die Gassen, aus umwölktem Himmel löste sich zögernd die Sonne. "Die großen Fahnenmasten an der eisernen Gitterbrücke warfen die roten Blitze ihrer Banner in den silbergrünen Strom. Elfenbeinfarbene Dünste schwebten über der früheren Fischerinsel oberhalb der Schnellen. Im Vestibül begegnete ihm Dr. Keller mit seiner Frau und Fräulein Konstanze. In ihrer Gesellschaft dec Forstassessor, der im Frühling von Waldshut nach Rheinau versetzt worden war. Und nach einem Zögern, der etwas Auffälliges hatte, machte Keller plötzlich halt, rief Hanns, der schon weitergegangen war, an und sagte: „Herr Generaldirektor, Sie sollen den ersten Glückwunsch erstatten, das bringt beiden Teilen Glück. Meine Tochter hat sich heute mit Herrn Assessor Allhaus verlobt." Dabei zwinkerte er vergnügt und vielsagend mit den Augen. Zerstreut brachte Hanns seinen Glückwunsch an. Das hübsche blonde Mädchen wurde sehr rot, als er es tat. Erst fünf Minuten später, auf der Treppe, fiel ihm ein, daß es Hermanns heimliche Braut war, die sich öffentlich mit einem anderen verlobt hatte. Und der Junge tarn übermorgen heim. Er blieb nur eine Stunde im Kreise der Gäste und Teilnehmer an der Eröffnungsfeier, dann brach er wieder auf. Die Nacht war fommerlich warm. Die Glasveranda, die auf den alten, stark verkleinerten Garten hinausging, war geöffnet. Der Springbrunnen plätscherte. Das Gas fang in den Leuchtern. Frau Kommerzienrat Tylander faß mit Ruth im 'jtusblirf der Tür auf der Terrasse. Hanns begrüßte sie, und wieder war im Druck ihrer Hände das heiße Spiel, das sie so lange schon schreckte. Ruth fragte, ob es richtig wäre, daß St. Joseph umgebaut werde, und als er bejahte, sagte |ie, dann käme sie morgen von St. Joseph Abschied nehmen. eine aktive AnteUnahme der Anion, auf die wir Wert legen müssen, für möglich. Bundestag des Reichsbundes der höheren Brannen. Wir erhalten als Ergänzung der kurzen Aotiz des WTD. über die Kölner Tagung des R. h. D. folgende Mitteckungen: Der Reichsbund der höheren Beamten eröffnete seinen d.esjährigen Bundestag in Köln am 8. Rovember mit einer öffentlichen Tagung in bei Großen Halle im Rheinpark. Etwa 3000 Menschen wohnten der Veranstaltung bei, ein Beweis, welch große Bedeutung ihr sowohl von der Oesfentlichkeit als auch von feiten der höheren Beamtenschaft beigemessen wurde. In feiner Begrüßungsansprache an die Spitzen der Behörden und die aus allen Teilen des Vaterlandes erschienenen Vertreter legte der 1. Vorsitzende des Reichsbundes, Staatsminister a. D. Dr. Scholz, dar, daß drei Probleme die höhere Beamten» Und Hanns Ingold antwortete, daß die Bureaus heute geräumt worden seien. Sie werde die Schlüssel an den Türen finden und ungestört sein. Ruhig, beinahe gleichgültig klang Frage und Antwort, aber sie waren blaß und wußten, daß sie sich dort trafen. Ruth sah den flehenden heischenden Blick in seinen Augen und las im Zucken seiner Lippen das Wort: „Komm!" Sie fühlte sich emporgehoben und wie von seligem Schwindel fortgerissen. Am späten Jlndjmittag, als der Tag sich mit schwerem Goldglanz rüstete, ging sie allein hinaus nach St. Joseph. Der Garten lag unberührt. Hanns hatte noch keinen Baum schlagen lassen. Als Ruth ins Refektorium trat, fand sie alles still und leer. Sie durchschritt das ganze Haus, erst langsam, bann schneller, bis sie es wie auf der Flucht verließ. Draußen wartete er auf sie; wieder fieberten ihre Hände ineinander. Schweigend gingen sie an der Spalierwand entlang. Die Taxushecken schoben sich um sie her, da sprach sie leise: „Ich hätte nicht flammen sollen. Es war alles leer, die Erinnerung war schöner." „Da drinnen im Haus, ja, da ist nichts mehr, das ist leer. Aber wir sind noch da, Ruth. Und es ist nicht das Haus, zu mir bist du gekommen, denn du mußtest kommen." „Auch du bist nicht mehr der Hanns Ingold, der — du hast ja dein Werk!" Da stöhnte er auf, und ehe sie ihn erraten konnte, stürzte er vor ihr nieder, preßte das Gesicht an ihre Knie und umklammerte ihre Hüften. Sie stand wie erstarrt. Seine Schullern bebten, sie spürte die Wärme seines Mundes. So hatte er vor ihr gelegen in jener Nacht, da sie ihn mit Drohungen, Hohn und Spott zu ihr hinausgepeitjcht hatten. Und Ruch hob die Hande und fügte sie leise, von scheuer Zärtlichkeit zitternd, um feinen Kops und hielt so still. Ihre Augen hatten keinen Blick, ihr Herz schlug dumpf und schwer. Er ergriff diese Hände und küßte fie, zog sich an ihnen, die dem Wunsch entgeaenfamen, in die Höhe und legte den Arm um sie. In fesselloser schäft bewegen: ihr Derhällnis zum Staat, zur Wirtschaft und zu den Organisationen der mittleren und unteren Beamten. Wenn ber höhere Beamte cs sich zur Ehre airrechnet. bem Staat unbebingt b'.e Treue zu halten und demgemäß ben Streik entschieden ablehnt. so erwartet er, daß auch ber Staat seine Rechte achtet unb ihm diese Einstellung wirtschaftlich nicht unmöglich macht. Denn bic Wirtschaft ber Aeberzcugung ist, bah der verarmte Staat einen so starken Deamtenapvarat nicht mehr tragen kann, so können wir uns dieser Auffassung nicht verschließen, erklären aber, daß bic Verringerung nur burch organisatorische Vereinfachung möglich ist. Dr. Scholz bestreitet der Wirtschaft bas Recht zur Behauptung, nur sie feiste produktive Arbeit, und verlangt von ihr Anerkennung der Deamlenarbeit als gieichwerlige produktive Le.stung. Der R. h. B. will mit der übrigen Beamtenschaft in treuer Kameradschaft zusammenstehen, fordert von dieser jedoch volle Gleichberechtigung und eine Politik, die frei ist von Mißgunst. Oberbürgermeister Dr. Adenauer, der dem R. h. D. den Willtommengruß der Stadt Köln entbot, bezeichnete es als ein hervorragen» des Verdienst des Reichsbundes, dah er dem Rivellierungsprinzip tatkräftig entgegengetreten fei: dieses sei entstanden aas falschverstandenem sozialen Gefühl. R vellierung fei der Feind jedes, auch des sozialen Fortschritts. Der Rachmittag des 8. Rovember war mit AuSfchuhs Hungen ausgefüllt. 3m Mittelpunkt ber geschäftlichen Tagung bes Plenums, die am 9. Rovember folgte, standen die Frage der wissenschaftlichen Fortbildung ber höheren Beamten, über die Geh. Rat Dr. v. Strempel, Berlin referierte, unb die ber Beamtenbesoldung, welche angesichts der trostlosen Lage der gesamten Beamtenschaft die Referenten Obcrftubicnb.reftor Dr. Dolle, Berlin unb Stud.-Rat Dr. Bohlen, Münster zu heftigen Angriffen gegen die verantwortlichen Stellen und zu entschiedenen Forderungen veranlaßte. Dr. Bolle erklärte, dah die Besoldung für die Beamtenschaft nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein ethisches Problem fei. Der schwerste Ansturm auf ben Geist der Beamtenschaft fei der ständige Kampf um die bedrohte Existenz. Die Regierung betrachte sich als Dcrhandlungsgegner und habe sich stets in erbittertem Kampfe das Wenige, das sie gewährte, abtroyen lassen. Besonders verhängnisvoll fei. daß bic Regierung neuerdings die Besoldung von ben maßgebenden Faltoren d r Wirtschaft abhängig mache. Er wies nach, daß die W.rtschaft mit unlauteren Mitteln arbeite, die den höheren Beamten glcichzustellendm Angestellter: aus den Tarifen hevausnehme und ihre Bezüge verschleiere. D.e Wirtschaftsgrupven sols- ten einsehen, bah es unhaltbar sei. die Doamten- gruppen 6 bis 13 nach Abzug der Steuern mit einem Realeinkommen von 67 Proz. abzufinden. Die untersten Beamtengruppen könnten mit ben ihnen zugebilligten Gehältern überhaupt nicht existieren. Da ber Beamte kein Anteil an der Hochkonjunktur habe wie der Angestellte in der Wirtschaft, erwachse dem Staate d.e Pflicht, jenem zu allen Zeiten feine wirtschaftliche Existenz zu gewährleisten. Dr. Dohlen kennzeichnete bic Gefahr, die dem höheren Deamten dadurch droht, daß einzelne Betriebe dazu übergehen, ihre höheren Beamten aus der staatlichen Besoldungsord- nung hcraaszuheben. Mit gröhter Verwunderung würbe festgestellt, dah in einigen Ländern (z. D. in Hessen!) nicht einmal die Sechstelung bei der höheren Beamtenschaft durchgeführt ist und die Erwartung ausgesvrochen, ixift diese besonders cklngerechtigkeit baldigst beseitigt werde. Als Ergebnis der Verhandlungen wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der es u. a, heißt: „Der Bundestag des RvichSbundes der höheren Beamten hält die gegenwärtige Besoldung der gesamten Beamtenschaft für völlig unzureichend und drückt die bestimmte Erwartung aus, dah das Reich und die Länder im Bewuht- fein ihrer Pflicht gegen bie Beamtenschaft umgehend Schritte unternehmen, um der unbestreitbaren wirtschaftlichen Rot der Beamten aller Gattungen abzuhelfen. Der Bundestag erklärt es für eine Pflicht des Reichsbundes, dafür einzutreten, dah d.e Besoldung ber einzelnen Gruppen der höheren Beamten nach einheitlichen Grundsätzen geregelt wird. Mit Rücksicht auf Absatz 1 und 2 fordert der Bundestag 1. eine allgemeine, prozentual Hingabe fanden sie sich zu leidenschaftlicher Umarmung. Sie rührten nicht mehr an das, was gewesen war, was fie getrennt hatte, nichts war übrig als die sehnsüchtige Leidenschaft, das Glück zu umarmen, das sie in diesem Entströmen geflauter Gefühle und gesprengter Hemmungen zu finden glaubten. Aber in Ruth war schon zu viel Fremdes, zu oiel, was Hanns Ingold nicht kannte. Sie erwachte zuerst aus dem Glücksrausch, der sie ins Grenzenlose gerissen hatte. Noch einmal stammelte sie seinen Namen unter den durstigen Lipven, die die ihrigen suchten, dann befreite sie sich. Dürfte verstört um sich, beruhigte ihr Herz, indem sie die Hand darauf preßte, und ging. „Ruth!" rief er leise. Er wollte sie von neuem ergreifen. Diesmal rasch und fest, wie man die Beute greift. „Bleib!" wehrte sie, und im Goldglanz der Wachs erblaßt. Mit schweren Knien, wie im Traum, sich selbst fremd, verließ sie ihn. Hanns Ingold wartete, bis ihr Schritt verhallt und ihre Gestalt zwischen den Bäumen verschwunden war. Dann stürzte er sich mit einem unsäglich köstlichen Kraftgefühl unb einer Freude, wie ihn noch keine erfüllt hatte, in die Vorbereitungen zur Eröffnung des Betriebes und zur Einweihung seines Wertes. In der Sitzung des Verwaltungsrats und bei der Ausgabe der letzten Anordnungen für den 2. Oktober sprach er bestimmter und glänzender als je. Als wäre ein Alpdruck von ihm genommen. Sein Schritt, feine Haltung, seine Stimme hatten etwas Sieghaftes. Jetzt verband ein Flutdamm das Erfand mit dem rechten Ufer, und der Altrhein, an dem Christian Ingolds Hütte gestanden hatte, war durch den Aushub des Kesselhauses ausgefüllt worden. Solange die öffentliche Feier im Rathaus und im Direktionsgebäude währte, fühlte sich Ruth Ty- lanber an ihrem Platze als Gerharts Frau. Aber als die Reben gehalten, die Schlüssel übergeben waren unb bie Besichtigung des Werkes begann, ge* riet fie in Verwirrung. (Fortsetzung folgt) gleichmäßige Erhöhung der Grundgehälter sofort vorzunehmen. 2. als Gingangsgruppe der höheren Beamten der Gruppe 11 anzusehen, 3. den Aufstieg in die nächsthöhere Gruppe (Ausrückungsgruppe) bei allen Gruppen der höheren Beamten im gleichen BesoldungSdiensialter erfolgen zu lassen." Sr. Die tatarischen Frauen. Von unserem Dr. 8.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. 21 n g o r a, Oktober 1925. Bei den Talaren, ebenso wie bei allen anderen Völkern türkischer Nasse, waren bekanntlich in vor- islamischer Zeit die Polygamie, der Harem und die Verschleierung der ^rnu, vollständig unbekannte Begriffe. 'Auch später, nach der Annahme des Islams, sind diese Einflüsse arabischer Kultur und Sitte nur bei den südlichen türkischen Stämmen allmählich restlos cingedrungen. Aber die alten Chroniken berichten, daß im Mittelalter, zur Zeit der Tataren- herrichast über Rußland, die Gattin des Chans bei feierlichen Empfängen stets neben ihrem Gemahl oiif dem Throne saß, wenn die russischen Fürsten mit ihren Tributzahlnngen und Geschenken erschienen, und vor den Stufen dieses Thrones mit der Stirn den Boden berührten. Später hat bei vielen reichen Tataren die Vielweiberei zwar allmählich Eingang qeftinden, aber doch nur in beschränktem Umfange, und ist seit einem halben Jahrhundert völlig verschwunden. So war die Stellung der tatarischen Frauen zu allen Zeiten besser als bei den kulturell höher stehenden Semiten. Von alters her galt die Frau, namentlich die verheiratete, den Tataren als ein Heiligtum, und die Unverletzlichkeit ihrer weiblichen Ehre daher als ein Sakrileg. Dieser 'Anschauung trug auch der große Organisator Dschingis Khan mit seiner Gesetzgebung Rechnung, die schon den blassen Versuch einer Verletzung her weiblichen Ehre mit der Todesstrafe belegte, ein Menschenleben galt in jenen rauhen Zeiten ja nur sehr wenig. Die Keuschheit der Frauen und Mädchen, die hohe Sittlichkeit des ganzen Volkes, sind gewiß auf diese.-drakonische Gesetzgebung zurückzuführen, die sich wohl bis in das 16. Jahrhundert erhalten konnte. Sehen wir uns die Tatarin von heute zunächst äußerlich an, so finden wir, daß sie in ihrem physischen Habitus einen auffallenden Gegensatz zum männlichen Geschlecht bildet. Während die Männer einen sehr stämmigen, derben und starkknochigen Körperbau aufweisen, sind die Frauen, die sich nicht selten durch blendende Schönheit nuszeichnen, grazil gebaut, zierlich und anmutig. Entsprechend der Rassenmischung, die in dem Stamm , Mischere" besonders stark hervortritt, befinden sich bei den Frauen mitunter auch blondes Haar und blaue 'Augen, doch weit seltener als bei den Männern, da die Frauen den südlich-orientalischen Typus mehr bewahrt haben. In geistiger Beziehung sind die Tatarinnen aller Stände durchweg recht intelligent, doch bietet die Tatarin der höheren Stände in der städtische. Bevölkerung insofern weniger Interesse, als sie auf Grund der russischen Bildung sich völlig der europäischen Zivilisation angeschlossen hat^und vielfach, gleich der reichen Europäerin, ihre Tage nur im Nichtstun verbringt. Will man ein Volk wirklich kennen lernen, so muß man auf das Land, in die Dörfer gehen und den Bauern studieren — den „ewigen Menschen" nach Spengler —, welcher seine nationale Eigenart bewahrt hat. Hier zeichnen sich die Frau durch große Tüchtigkeit, Fleiß und Betriebsamkeit aus. Schort zwölfjährige Mädchen verstehen es, bei allen Arbeiten in Haus und Hof zu helfen und greifen später, wenn sie erwachsen sind, auch bei den „Umeh' genannten Hilfsarbeiten wacker zu, wenn sich nn bestimmten Tagen die jungen Leute verfmn-- mein, um schwachen Greisen und Witwen ihre Feldarbeiten zrr verrichteir. Im Winter sind sie eifrig mit Handarbeiten, vor allem auch mit der Zubereitung von Filz beschäftigt. 'An gewissen, „Kitsch Oturirmk" genannten 'Abenden, die ganz der „Spinnstube" in Süddeutschland entsprechen, versammeln sich die Mädchen in größerer Zahl in einem Hause zu solchen 'Arbeiten, die dann durch Musik, Gesang und Märchenerzählen gewürzt werben. Die jungen Burschen veranstalten dann die „Kitsch Jürümek" genannten Umzüge auf der Straße, um den versammelten Schönen vor bem Fenster Ständchen zu bringen. Sie werden, im Gegensatz zu den Spinnsiubenabenden in Deutschland. jedoch nur bann auf kurze Zeit ins Haus gelassen, wenn sich dort ein oder mehrere Söhne befinden. Wenn auch bei den Tataren der Sinn für Poesie weniger entwickelt ist, als bei den stammverwandten, in der freien Natur umherschweifenden Kirgisen, diesen echten Steppensöhnen, so zeigen sie sich dort doch auch die ersteren, im Gegensatz zu dem nüchternen Europa, immer noch als echte Orientalen. So haben die jungen Mädchen, neben ihren meist arabischen Vornamen, immer noch einen mehr ober weniger poetischen Beinamen, wie „Jldisim" (Mein Stern), ,,'Ajim" (Mein Mund), „Dschitchegim" (Meine Blume), „Gülüm" (Meine Rose) usw. Die Trauungszeremonie und die .Hochzeitsfeierlichkeiten sind im allgemeinen dieselben wie bei den osmanischen Türken, doch handelt es sich hier, wo die Verschleierung der Frau fehlt und der Verkehr der beiden Geschlechter ein sehr viel freierer ist, wohl meist um wirkliche Liebesheiraten. In der Ehe zeichnet sich die Tatarin, wie übrigens auch die Türkin, von einem starken Bildungstrieb erfüllt. Bemerkenswert erscheint dabei, daß sie neuerdings immer häufiger nach der Universilätsbildung in Deutschland strebt. So gibt es gegenwärtig auf deutschen Hochschulen schon acht, meist Medizin studierende, junge Tatarinnen. Die Tatarin der niederen städtischen Bevölkerung ist insofern auch schon seit Jahrzehnten allen übrigen Orientalinnen voraus- geeilt, als sie sich an dem freien Verkehr mit der Männerwelt, in Fabriken beschäftigt, gewöhnt hat. Turnen, Sport und Spiel. D. f. B. Gießen unterliegt Germania Marburg 2:3. t (Halbzeit 2:2.) ö. Schnee und Regen gaben den Auftakt zu dem mit großer Spannung erwarteten gestrigen Meisterschaftstreffen auf dem Waldsportplatz. <5ine ganz ansehnliche Zuschauermenge hatte sich 'wotz des schlechten Wetters zu dein für beide * Parteien so entscheidenden Spiel eingefunden. «Mit Item Anpfiff des Schiedsrichters, eines * Herrn aus Kassel, entwickelte sich ein schnelles, - typisches Punktespiel. Abwechselnd kommen beide Tore in Gefahr, bis es den Gießenern gelingt, kurz hintereinander zwei Treffer in die Maschen zu schicken, verursacht durch falsches Stellungs- spiel des Marburger Hüters. Jetzt erst tauen die Marburger auf. Brenzliche Momente entstehen vor Gießens Heiligtum, aber die durchweg törperlich schwächeren Marburger können nicht zum Schuß kommen Einmal jedoch scheint der Erfolg sicher. — Pech — von der Innenkante des Torpostens springt der Ball in die Hände des Gießener Hüters, Der ihn ins Feld zurückbeför- dert. Die Heinen flinken Germanenstürmer schafften endlich nach zähem Kampfe den Ausgleich. Rur allzuschnell ertönte das Signal zum Seitenwechsel. Aach kurzer Pause begann der Kampf aufs neue. Diejenigen, die vor dem Spiel auf einen 4:0-, ja 6:0-Sieg für Gießen getippt hatten, wurden bald eines Besseren belehrt. Gießens Mannschaft wurde von Minute zu Minute aufgeregter. Das schlechte Spiel der drei Schlußleute bringt auch bald den Germanen den dritten Treffer und damit Den Sieg. Roch über eine halbe Stunde bemühten sich beide Mannschaften, weitere Erfolge zu erringen, was jedoch keiner Partei gelang, obwohl Gelegenheit dazu zur Genüge da war. Gccmanias Stürmerreihe wird durch ihren vortrefflichen Mittelläufer immer wieder jum Angriff geschickt, während von der vielgepriesenen Kombination des B. f. D. fast nichts zu sehen war. Es hatte des öfteren sogar den lebhaften Anschein, als sei die Mannschaft auch untereinander uneinig. 3n der zweiten Hälfte wurde das Spiel zeitweise sehr scharf durchgeführt, so daß ein Gießener für seine mehrfachen unfairen Mätzchen strenge Berwar- nungen einfteden mußte. Germanias Sieg war verdient. Sie verstand es. gegen Schluß den einmal errungenen Erfolg gegen alle Anstürme in aufopferndem Spiel zu halten, ein besonderes Berdienst ihrer Schnelligkeit, denn sie war immer eine Sekunde früher am Ball als der B. f. D. Das Spielfeld glich ftellentoeife einem großen Sumpf. ES zeigte sich jetzt schon, daß viele Be- fürd)hingen erfahrener Sportsleute nicht zu Anrecht waren: der Waldsportplatz wird nie im Winter das trockene, ideale Spielfeld abgeben, trotz guter und mehrfacher Drainage. Der Schiedsrichter leitete das Spiel in umsichtiger Weise. Man mutz seine Leistung als sehr gut bezeichnen, wenn auch einige Fanatiker anderer Ansicht waren. Glückt dem B. f. B. am kommenden Sonntag im letzten Spiel ein Sieg über den D. C. Wetzlar, so dürfte damit, trotz der heutigen Niederlage, der Aufstteg in die Bezirks- ligaklasse sichergestellt fein; tfo jedoch Die Mannschaft mit ihren gestern gezeigten Leistungen dort viel Lorbeeren ernten wird, soll dahingestellt bleiben. Weitere Resultate: Frankenberg (Liga)—Sp.-Dg. 04 Gießen (Liga) 2:1. — D. f. B. (2. Jugend) -Weilburg <2. Jugend) 1: 3, — 1900 (2 Jugend)—Wetzlar 05 (2. Jugend) für 1900 kampflos getoomien. — Sp.-Vg. 04 Gießen (2. Jugend)—D. f. R. Butzbach (2. Jugend), Butzbach kampflos gewonnen. Sp.°Bg. 04 (1. Jugend)—Wetzlar F. C. (1. Jgd.) 1:2. B. s. D. (1. Jgd.)—Dillenburg (1. Jgd.) 4:4. Dom Arbeiter-Turn- und Sportbund. Freie Turnerschasi Heuchelheim Freie Truner- 'chafk Frankfurk-Rordend I. £ Zu einem Gesellschaftsspiel hatte die sich in ausgezeichneter Form befindliche Heuchelheimer 1. Mannschaft einen Kroßstadtoerein verpflichtet. Der Besuch der Veranstaltung war recht gut, das vorgeführte Spiel stand beiderseits auf hoher Stufe. Nach dem 'Anstoß Heuchelheims setzte sofort ein lebhaftes Spiel ein und nach einigem Tasten saß Frankfurt vor dem gegenerischen Tor und schoß mit Erfolg. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, Heuchelheim schoß bald darauf das Äusgleichstor. In der 20. Minute sicherte der vorzügliche Heuchelheimer Mittelstürmer seinem Verein die Führung, worauf Frankfurt merklich drückte, aber nur mehrere erfolglose Ecken erzielte. Eine von rechts ge- ?ebene Flanke wollte der herausgelaufene Frank- urter Tormann abfangen, rutschte und verfehlte aber den Ball, den der ihn sichernde Verteidiger 3Utn Selbsttor verwandelte. 3:1 für Heuchelheim. Frankfurt wurde nun wieder gefährlicher, ein vom Heuchelheimer Tormann zurückgeschjagene Ball wurde im Nachschuß verwandelt und kurz vor Halbzeit konnte das Resultat aus einem Eckball heraus von Frankfurt wieder gleichgestellt werden. — Nach Halbzeit dasselbe flotte und lebhafte Spiel. Nach Verlauf einer Viertelstunde ging Heuchelheim abermals in Führung, während Frankfurt aus seinem überlegenen Spiel nur 2 erfolglose Ecken buchen konnte. Auch Heuchelheim erzwang jetzt seine erste Ecke. 25 Minuten nach .Halbzeit stellte der Frankfurter Mittelläufer das Gleichgewicht im Torverhältnis wieder her. Nach einigen beiderseitigen vergeblich getretenen Ecken ging der Heuchelheimer Halbrechte im Alleingang nach vorn, sendet ein, Heuchelheim abermals die Führung gebend. Das Spiel wurde immer spannender, Frankfurt versuchte ouf- piholen, was aber die Heuchelheimer Hintermannschaft verhinderte, eine Ecke war alles, was sie noch zuließ. Der Heuchelheimer Sturm brach durch, der Mittelstürmer gab den Batt uneigennützig nach halbrechts, dieser sandte zum 6 Tor ein, dainit seiner Mannichaft den Sieg sichernd. An dem Resultat wird bis zum Schluß nichts geändert. An dem 6:4-Sieg der Heuchelheimer hat deren hervorragender Mittelstürmer imb die Verteidigung einen besonders großen Anteil, die Mannschaft als Ganzes spielte aufopfernd, die Zusammenarbeit im Sturm war recht gut. Eine Lücke waren die Außenläufer, die schneller am Ball fein müssen. Die Frankfurter Mannschaft war die technisch oessere und verblüffte durch ihre außerordentliche Schnelligkeit, hierbei stach besonders der Linksaußen hervor. Das Eckenverhältnis betrug 9:6 für Frankfurt. Heuchelheim II.—Frankfurl-Rordend II. Vorher, im lebhaftesten Schneetreiben, spielten obige Mannschaften. Die Frankfurter, als die überlegenen, kamen bis zur Halbzeit ebensowenig wie ihre Gegner zum Erfolg. Nach Halbzeit war es mit Der Heuchelheimer Mannschaft, die allerdings mit Jugendlichen stark durchsetzt war, vorbei. Bis zum Schluß erhielte die körperlich überlegene Frankfurter Mannschaft 4 Tore und erzwingt 3 Ecken, denen die ermatteten Heuchelheitner nichts entgegenstetten tonnten. Westdeutscher Fußball. Hessen-Hannover Borussia Fulda—Sport Kassel 0:0, Hessen Kassel—Kasse! 03 1:3, SVg. Göttingen—SV. Knftel 1:1, Marburg Gießen 1900 14:1. Uebersicht vom Sonntag. Am Sonntag wurden im Boxe n und Fechten Meisterschaftskämpfe zum Attstrag gebracht. Im Kampf um die deutsche Mittelgewichlsmeisierschaft im Boxen, bic in K ö l n ansgetrageu wurde, schlug der Herausforderer, Hein D o m g o e r g c n •- Köln, den Titelhalter Adolf Wiegert bereits in der dritten Runde k. o. In den Kämfen um die Mannschaftsmeisterschaften des Deutschen Fechier- dundes siegte der Fechtklub H e r m a n n i a Frankfurt a. M. im Degen überlegen und gewann Damit den Wanderpreis im Degenfechten. Der Fechtk 1 ub Offenbach wurde von dem Frankfurter mit 14:2 geschlagen. Im Säbelfechten unterlagen die Frank- furter dagegen schon im Snchkmnps für die Endrunde gegen den Fechtklub Offenbach. Die Stampfe um die verschiedenen Meisterschaften (Degen, Säbel, Florett), die in Berlin ftattfinben, werden an den folgenden Tagen weitergeführt. Bei dem D a m e n f ch w i m m f e st in Duisburg verbesserte Anni R e h b a r u im 100-Meter Rückenschwimmen ihren eigenen Rekord von 1:30,8 auf 1:29,2 M'N., wodurch sie einen neuen deutschen Rekord im 100-7Neter-Rücken- \ schwimmen aufstellte. Fußball. Von Den Spielen der Mainbezirksliga ist besonders bic Niederlage Union Niederrod (5:0) gegen Fußballsportverein heroorzuheben, ferner das Spiel Kickers Offenbach gegen Helvetia Frankfurt (3:0) und Hanau 93 gegen Eintracht Frankfurt (3:1). Bei dem Spiel Germania 94 gegen Viktoria Aschaffenburg zeigten beide Parteien gleiches Können (1:1). In B a i) c r n verlor Spvg. Fürth gegen Wacker München und Schwaben Augsburg gegen 1. F. C. Nürnberg mit 1:6, während Bayern München gegen V. f. R. Fürth mit 6:1 siegte. Aus Württemberg-Baden find folgende Resultate zu erwähnen: Freiburger F. C. gegen Karlsruher F. V. 2:3, V. f. B. Stuttgart gegen S. C. Stuttgart 2:2, F. E. Birkenfeld gegen C. Pforzheim 2:3. Ans dem Rheiub e z i r 1 sind die Spiele Ludwigshafen 03 gegen V. f. L. Neckarau (2:1), V. f. R. Mannheim gegen E. F. Pirmasens (4:1), T. S. V. Mannheim-Waldhof gegen Mannheim-Lindenhof 08 (5.3) und S. V. Darmstadt 98 gegen Phönix Ludwigshafen (2:1) bemerkenswert. Rugby. In Dem Veröandsfpiel auf dem Niederwald brachte Eintracht dem V. f. R. Aschaffenburg mit 14:0 eine empfindliche Niederlage bei. Der Heidelberger Ruderklub siegte in München gegen Bayern München mit 13:0, nachdem er am Vortage denselben Gegner mit 3:0 geschlagen hatte. Hockey. Das Spiel der beiden großen Hockeyvereine Sportklub Frankfurt 1880 und Heidelberger Hockeyklub, das an der Adickes-Allee in Frankfurt stattfand, endete mit 4:2. Dem Frankfurter Turnverein 1860 wurde dagegen an den Sandhöfer Wiesen von der Heidelberger Turngemeinde eine Niederlage beigebracht. Das Spiel endete mit 5:2. Berliner Fußballmeisterschaft. do. Die Berliner Fußballspiele waren am Sonntag durch den starken Schneefall in ihrem Verlauf mehr oder weniger beeinträchtigt, die Resultate daher zum Teil irregulär. Auf allen Plätzen waren die Bodenverhältnisse sehr schlecht, eine einwandfreie Durchführung der Spiele nicht immer möglich, maß man doch zum Teil eine «chneedecke von 10 bis 12 Zentimeter. Weißensee 1900 brachte es überraschenderweise fertig, den B. S. V. 92 mit 6:0 zu schlagen. Der 4:1 Sieg des Spandauer Sportversins gegen Union S.C. C. in Witzleben entsprach den Erwartungen. Tennis-Borussia hat sich wieder einmal auf die alte Spielmeise besonnen und schlug Alemannia Haselhorst (auf deren Platz) mit 7:0. Wohl die größte Ueberraschung des Tages leistete sich Vorwärts, der sich vom 1. F. E. Neukölln mit 4:0 die Punkte nehmen ließ. Preußen gelang es, gegen Meteor mit 5:3 zu gewinnen. Norden-Nord- mest behauptete seine führende Stellung in Abteilung B durch einen 3:1-Sieg über den gar nicht zu verachtenden Spandauer Sportklub. EineStatistikvomHermannslaus oo. Die durch die Leitung der D. T. vorgenommenen und jetzt abgeschlossenen Erhebungen über den Hermannslaul am 16. August haben ergeben, daß die gewaltige Zahl von 136 983 Läufern, Die von 6 260 Vereinen gestellt wurden, daran beteiligt gewesen sind. Die größte Zahl stellte der Kreis IX (Mi ttelrh ein) mit 15 414 Turnern und Turnerinnen. Richt viel weniger beteiligten sich im Kreis 111b (Brandenburg) nämlich 14 230. Kreis XIV (Freistaat Sachsen) stellte 13 253. Der Kreis Villa (Westfalen und Lippe) 12 321 Läufer. AuS bem Deutschen Turnkreis Böhmen beteiligten sich'88 Läufer von 9 Vereinen an dem Lauf. And doch besagen diese gewaltigen Zahlen noch lange nicht, welche Begeisterung, welche Tatkraft, welcher Opfermut in diesem größten Staffellauf aller Zeiten aufgebracht worden ist. Handballmeisterschaft Berliner Turner. vo. Die Meisterschaftsspiele Der Berliner Turner hatten auch an diesem Sonntag wieder sehr unter den mißlichen Bodenverhältnissen zu leiden, tarnen aber mit Ausnahme des Spiels 'Ak. Tv.—Männerturnverein Tegel, zu dem Tegel nicht antrat, sämtlich zum Austrag. T. S. V. Lichterfelde konnte gegen T. S. V. Nowawes 62 nur mit 2:1 (2:1) gewinnen. Mit dem gleichen Ergebnis blieb Tv. Gutmuts über Berliner Turngenossenschaft Sieger. T. S. V. Schöneberg schlug den T. S. V. Tempelhof 4:2 (2:1). — V. f. L. Charlottenburg unterlag gegen Tv. Neuenhagen mit 2:3 (2:1). — Die Begegnung FriesenSpandau—B. T. 7. M. A. endete unentschieden 2:2. — Mw. Eberswalde bezog vom T. D. Dörner die nun schon gewohnte hohe Niederlage mit 2:7 (1:4). In den Danicnjpielen gab es interessante Ergebnisse: Der deutsche Meister Berliner Turngenossen- schast büßte in einem vollkommen torlosen Treffen gegen Mw. Adlershos einen wichtigen Punkt ein. — Höher als erwartet, nämlich 3:2 (1:0), blieb der V..f. L. Eharlottenburg über D. T. V. Brühl siegreich. SpOLlvvrschau für Bußtag, 18. November. Rasensport: Der Bußtag bringt im Fußball eine große Zahl von Freundschafts-, vornehmlich Städtespielen. II. a. ist zu erwähnen. Städtespielc: Hannover—Harburg in Marburg; Hildesheim—Hannover in Hildesheim: Hameln—Hannover in Hameln. Städtespielc gibt es auch im Handball- ‘ spart, so Köln—Düsseldorf in Köln, Duisburg— Barmen in Barmen. Der Hocke y spart bringt als wichngstes Ereignis einen Reprascrttativtmnpf Westdeutschland— Norddeutschland in Rheine i. W. Ein Repräscntarivspiel zwischen Brandenburg— Mitteldeutschland und Norddeutschland der R'i g b y- fpicler geht in Hannover vor sich. Turnen und L e i ch r l t h 1 e t i i: Während im Lager der Leichtathleten im allgemeinen Ruhe herrscht, bringen die Turner am Bußtag ein großes Ereignis, den Shmfttnrnftäbtefampr Berlin—Hamburg—Leipzig ^n Berlin, der als ältester und gleichzeitig größter Städkewettkampf bereite Mu zehnten- mal stattfindet. D?e Krimftisger Wieder auf der Wafferkuyye WS'N. Gersfeld (Rhön), 15. Növ. Die deutschen Segelflieger, die in der Krim so erfolgreich ab- gefchnitten hatten, sind jetzt wieder mit ihren Flugzeugen hier eingetroffen. Die Flugzeuge wurden nach der verschneiten Wasserkoppc gebracht. Soweit das Wetter es zu läßt, sollen auch während des Winters Schauflüge stattfinden. Das internationale Tennisturnier in Barcelona brachte in den Schlußrunden den beteiligten Deutschen mehrere Siege. Im Herreneinzelspiel unterlag allerdings der Ungar v. Kehrling 7:5, 1:6, 2:6, 5:7 dem Spanier Flaquer, doch wurden alle übrigen Spiele von den Deutschen gewonnen. Von Kehrling- Kleinschroth schlugen Klopfer-Andres 7:5, 6:1, 6:3, Frau Friedleben gewann das Dameneinzelspiel 6:3, 6:2 gegen Fra» Pons und zusammen mit v. Kehrling das gemischte Doppelspiel 6:2, 3:1 gegen Frl. Toras-Jucmico. Monte Carlo-Sternfahrt. do. Der International ©portin^f Club von Monaco veranstaltet im Januar 1926 eine 'Automvbil- reixn woche, zu der auch Deutschland eingelagen worden ist — der Ausschreibung liegt ein Auszug in deutscher Sprache bei!). Auftakt und Höhepunkt zugleich ist die Sternfahrt, Deren Ziel Monte Earlo ist. Hier müssen die Teilnehmer am 21. Januar 1926 zwischen 10 Uhr vormittags und 4 Uhr nachmittags eintreffen, die Zeit ihrer Abfahrt richtet sich nach eigenem Ermessen der Teilnehmer) nach de inOrt Der Abfahrt. Für Deutschland sind als Standorte Berlin, Frankfurt, München, Hamburg und Königsberg festgesetzt worden. Für die zu erreichende Durchschnittsgeschwindigkeit sind als Grenzen 35 Kilometer/Swnde (Maximum) und 20 Kilometer- Stunde (Minimum) bestimmt. Der Sternfahrt schließen sich noch weitere Wettbewerbe an, so eine Regelmäßigkeitsfahrt (am 22. Januar) auf der Rundstrecke Monte Carlo— Laturbie—Mentone—Monte Carlo (83,5 Kilometer), ein Bergrennen (23. Januar) auf der Strecke Bcaii- soleil—Lawrbic und schließlich (24. Januar) eine Prüfungsfahrt für Automobile. Die Elektrizität im Haushalt. Eine Werbewoche in Gießen. Gegenwärtig steht unsere Stabt im Zeichen Der Parole: D i e Elektrizität im Haushalt. Das Städtische Elektrizitätswerk hat mit diesem Wort ein Kapitel aus Der Qekonomie des bürgerlichen Haushaltes angeschnitten, das in weiten Kreisen, insbesondere bei den Frauen, Interesse findet, das jedoch über den engen Rahmen der Küche und des Zimmers hinaus von weittragendster Bedeuwng ist. Ist doch den Haushalt mit der von ihm zusammengehaltenen und in ihm ernährten und gekleideten Familie die Arzellc des großen Gebildes, das wir Staat nennen. And wird doch, was hier im Kleinen gespart oder vergeudet wird, an Dem großen Körper in ungeahntem Ausmaß Deutlich empfunden« Große Teile des Volksvermögens können, is nach der Einstellung in f(einem Kreise, als ungeheure Summen, nützend oder schadend, in die rechten Bahnen zu produktiver Weiierverarbei- tung gelenkt oder, falsch geleitet, sinn- und nutzlos verschwendet werden. Schließlich aber, und darauf kommt es an, kann sinn- und zweckmäßige Ausnutzung der wirtschaftlichen Vorteile befruchtend und fördernd aus Den wirtschaftlichen Güteraustausch einwirken. Die Werbewoche wurde am Samstag ein«, geleitet Durch einen Vortrag des Leiters des Elektrizitätswerkes, Direktor Siolte, Der in kurzen Zügen Die Entwickelung Der Elek- trizitätswirtschatt im Haushalt und in Der Oeffentlichleit schilderte. Es lassen sich drei Stufen rückschauend überblicken: Zu Beginn waren die Elektrizitätswerke bestrebt, die Grenzen ihres Versorgungsgebietes zu erweitern, was durch den Anschluß neuer Ortschaften an das Reh des Werkes geschah. Später — und auf dieser Ent- Wickelungsstufe stehl im Augenblick noch das Elektrizitätswerk Gießen — galt es, den umspannten Raum von innen her zu durchdringen und zu festigen, insbesondere durch die Gewinnung neuer Kunden, unter Denen Die Großabnehmer, Fabriken und ausgedehnte öffentliche Betriebe die wichtigste Rolle spielten. Die dritte und letzte Phase der Werbungstätigkeit der Werke ist die Erschließmxo neuer Verwendungsmöglichkeiten des elektrischen Stroms als Licht und Kraft, um innerhalb des nun vollständig Durchdrungenen Verbreitungsgebietes Die einzelnen KuuDen zu vermehrter, vielgestaltiger Abnahme Des zur Verfügung stehenden Stromes zu gewinnen. Diesem letzten Zwecke entsprechend stellt Die Industrie neue Apparate zur Verfügung, die durch den Installateur und die stromerzeugenden Werte an die Menge Der Verbraucher herangebracht werden müssen. Den Vielsettigen Verwendungsmöglichkeiten entsprechend sind verschiedene Tarife eingerichtet, bei deren Aufstellung der erzielte Ruhen des Verbrauchers, die entsprechende Belastung des Werkes und die Rücksicht auf andere, mit der Elektrizität konturrierende Energieträger. Auch Gießen bereitet im Augenblick einen neuen Tarif vor, der den verschiedenen Belastungsverhältnissen Rechnung trägt. 3m weiteren Verlaufe des Croffnungsnach- Mittages sprach Frau Dr. V o i t o n über »DaS Kochen mit Elektrizität" wobei sie den Besuchern der Ausstellung gleichzeitig praktische Vorführungen bot. Besonders bestechend bei der Verwendung von Elektrizität in der Küche ist die absolute GeruchSlosigleit der Heizquelle, die unbedingte Sauberkeit und die leichte Regulierbarkeit der Wärmeeinteilung. Bei keinem anderen Verfahren wird die Ruh- energie so streng zusammengehalten, wie gerade beim elektrischen. Reben dem Moment der Sauberkeit steht also durchaus gleichwertig das der Spariamieit: denn bei der Reueinrichtung einer Kücye ist das Anfangskapital der Grund an läge überall das gleiche. Schau-, Koch- und Kostproben demonstrierten das Gesagte, so daß die hauptsächlichsten der menschlichen fünf Sinne in freundlich-zweckmäßiger Weise angeregt wurden. Einen weiteren tiorträg im Rahmen der Veranstaltung hielt Betriebs-Oberinspeklor Dreyer über „Die Sicherheit elektrischer Anlagen". Bei der großen Verbreitung der Elektrizität in allen Teiles Haushaltes ist die Möglichkeit,von Um glückssällen verhältnismäßig leicht gegeben. Es gibt jedoch die verschiedensten Sicherheiten dagegen. Die beste ist zweifellos die eingehende Kenntnis des Stromes, seine Wirkungen und seiner Leitung. Dabei steht fest, daß Unfälle durch den elektrischen Strom gegenüber anderen Unfällen einen sehr br trächtlich geringen Prozentsatz ausmachen. Auch dem Einzelabnehmer gegenüber ist von den Elektrizitätswerken eine starke Sicherung gegeben, einmal durch Einstellung sorgfältig geschulten Personals, das die Anlagen besorgt und zum andern durch die zwischen Hauptleitung und Abnehmer zwischengeschalteten Sicherungen. Ein wichtiges Kapitel, insbesondere für den Kaufmann und Gewerbetreibenden, der seine Ware in Räumen oder Fenstern zur Schau stellt, ist die Kenntnis von der richtigen „Auswahl der Beleuchtungskörper". Hierüber referierte am gestrigen Montag Verwaltungsinspektor I a e g g l e. Die elektrische Lichtquelle kann den Zweck einer guten Allgemeinbeleuchtung oder einer besonderen Einzelbeleuchtung haben. Hier sind unendlich viele Möglichkeiten offen. Wohnräume, Versammlungsräume, Geschäftsräume, Werkstätten sind untereinander und in sich so verschieden, daß man in jedem Falle einen geschulten Fachmann zu Rate ziehen sollte. Ist doch das Licht der wichtigste Stimmungsfaktor und außerordentlich bedeutsam für die Arbeitsleistung des Menschen. Richtige Beleuchtung erleichtert die Arbeit und erhöht die Leistung um bedeutende Prozentsätze, eine Erfahnmg, die besonders große Wertbetriebe immer wieder zu machen Gelegenheit haben. Für die überwiegende Mehrzahl der Besucher war das Thema „Die Elettrizität im haushalt' von stärkstem Interesse. Dipl.-Jng. Kuntzemüller zeigte, wie in allen Räumen der Wohnung die Elektrizität Verwendungsmöglichkeit hat. In der Küche das Kochen und die Bereitung von Warmwasser, im Wohn- und Speisezimmer die Kaffeee- maschine, Wärmplatte, Zigarrenanzünder, im Schlafzimmer die Heizkissen, Bettwärmer, Brennlcheren- heizer, im Badezimmer der elektrische Ofen und der Föhn. Bügeleisen, Staubsauger und Parkettbohner vervollständigen die Menge der Apparate, die sauber, billig und mit einem Minimum von Arbeitsaufwand ihre Funktion erfüllen. Ein Werbefilm schließt die Abende ab. Die Vorträge werden im Laufe der Woche wiederholt, um weitesten Kreisen Gelegenheit zu geben, sich von den Vorteilen der Elektrizität im Haushalt zu überzeugen. e. Oberhessen. Das Gauturnfest 1926. <£ Das 53. Gauturnfest des Turngaues Hessen ist bekanntlich dem Turnverein R i d d a übertragen worden, der bis dahin den Bau seiner Turnhalle vollendet haben will. Wir teilten vor kurzer Zeit mit, daß das Fest in den Tagen vom 3. bis 5. Juli stattfindcn solle. Es werden wahrscheinlich ober die -Lage vom 1 0. b i s 1 2. Juli gewählt, weil der erste Sonntag im Juli schon mit größeren Veranstaltungen, wie das Hohcrodskopffest des V. H.C., Gesangswettstreite in Schlitz u. a. Orten, Feuerwehrfest in Lich usw. belegt ist, die dem Besuch des Gauturnfestes sicherlich Abtrag tun würden. Nachdem sich Niddaer Turnerschast und Gau Hessen bereitgesunden haben, das Gauturnfest binauszu- schieben, trotzdem ihr anfänglicher Beschluß schon nach dem Gauturntag im Februar bekanntgegeben und seitdem in der Presse verschiedentlich wiederholt worden ist, sollten nun andere Berbände, die in Oberhessen größere Festlichkeiten für kommenden Sommer beabsichtigen, auch auf Nidda und die Turnerschaft Rücksicht nehmen, indem sie den zweiten I u l i s o n n t a g für das große Turnertresfen der oberhessischen Turnvereine frei lassen. Lanvtreis Gieftcu. X Klein-Linden, 16. Nov. Gestern abend sand in der hiesigen Kirche ein von Pfarrer Ackermann geleiteter Lichtbilder-Dortrog statt, dem das 100jährige Jubiläum des eoang. Kirchengesangbuchs zugrunde lag. In etwa 50 Bildern wurde die Entwicklung dieses Buches, sowie die vielen Dichter der Kirchenlieder vorgeführt. Der Vortrag wurde durch von drei Konfirmandinnen abwechselnd gesprochene und gesungene Lieder, sowie gemeinsamen Gesang der Gemeinde mit Orgelbegleitung verschönert. Im Laufe des Winters sollen weitere Lichtbildervorträge statfinden. der Ertrag aus den Veranstaltungen ist für die hiesige Kirchenkaffe bestimmt. Bg. GroßenBuseck, 16. Nov. Um das Feuerlöschwesen zu verbessern, hat die hiesige Gemeinde eine fahrbare, bis zu 12 Meter ausziehbare Leiter angeschafft. 3 Lollar, 16. Nov. Ein in allen Tellen harmonisch verlaufenes Konzert bot gestern nachmittag die hiesige „Sängervereinigung . Die oorgetragenen Männerchöre wurden sämtlich beifällig ausgenommen. Die Sänger mußten sich zu einigen Zugaben entschließen. Am besten gefielen wohl „Zieh mit" von Angerer und „Spiellied^ von Winkelhake. Bereichert wurde das Programm von dem Solisten Fritz K n o k e - Marburg, der mit seinem sehr schönen Tenor und gut ausgewählten Siebern die Gunst der Zuhörer bald gewonnen hatte. Die Kapelle gefiel. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und machte dem konzertgebenden Verein alle Ehre. =r Saubringen, 16. Nov. In der hiesigen Gemarkung wurde eine F e l d t r e i b j a g d ab gehalten, bei der von den Schützen 1 Reh, 8 Füchse und 12 Hasen zur Strecke gebracht wurden. — Unser Frauenverein Halle zu einem Lulherab e n d in der alten Schule eingelaben, der gut besucht war. Dekan G u ß m a n n = Kirchberg zeigte an Hand von herrlichen Lichtbildern, zu denen er selbst die nötigen Erläuterungen gab, Luther in seiner Familie und damit diese als Vorbild einer echt christlichen Familie. : Beuern, 16. Nov. Wie in früheren Jahren, so hatten auch in diesem Herbst wieder unsere Konfirmandenmädchen auf Anregung des hiesigen Geistlichen nack) dem Erntedankfest eine Sammlung von Feldfrüchten vorgenommen. Am letzten Donnerstag wurde nun der erste Wagen mit Kartoffeln, Obst und Gemüse jeglicher Art als „E r nie danksammlung der Gemeinde Beuern" dem Evangel. Schwestern haus in Gießen überbracht. Die wackeren Helferinnen wurden im Evang. Schwesternhaus mit Kaffee bewirtet. Ein zweiter Wagen mit Feldsrüch- ten wird in den nächsten Tagen ebenfalls an das Eoang. Schwesternhaus überwiesen werden. sk. Reiskirchen, 16. Nov. Bor 3 Wochen wurde die Hauptstraße unseres Dorfes neu eindedeckt und frisch gewalzt. Aller Autoverkehr aus östlicher Richtung nach Gießen geht durch unfern Ort, und die Zahl der durchfahrenden Autos wird von Monat zu Monat größer. Infolge des überaus starken .Kraftwagenverkehrs weist die Straße bereits wieder große Löcher auf, und es wird nicht lange dauern, so werden die letzten Spuren der Neuherstellung verwischt sein. Wie mir hören, hat die Kreisoerwaltung vorgesehen, einen Teil der viel befahrenen Straßen Straßen pflastern zu lasten. Die Gemeinde würde es begrüßen, wenn auch unsere Ortsdurchfahrt, die sicherlich zu den am meisten befahrenen Straßen des Kreises zählt, recht bald gepflastert werden würde. bf. Burkhardsfelden, 16. Nov. Arn Donnerstag landete in unserer Gemarkung ein Bote aus unseren verlorenen Reichslanden in Gestalt eines Ballons von ungefähr 30 Zentimetern Durchmesser. Der seltene Gast — aus widerstandsfähigem Gummi hergestellt — trägt die französischen Nationalfarben blauweißrot und folgende französische Inschrift: „Union nationale des combattants feftion de Mulhouse 11. Nooembre 1025." Die angehängte, in französischer Sprache geschriebene Karte wurde von dem Finder leider als unleserlich zerrissen. Der Aufdruck aber erklärt schon deutlich genug, daß der französische Frontkämpferbund wieder einmal im befreiten „Elsaß" den Waffenstillstand vom 11. November 1918 gebührend gefeiert hat. Einer der sicherlich in Massen losgelassenen Ballons erreichte nun in rascher Fahrt unser Dorf. t Grünberg, 16. Nov. Die hiesige Fortbildungsschule ist jetzt beruflich gegliedert. Es sind eingerichtet eine landwirtschaftliche Abteilung für Grünberg, eine kaufmännische Abteilung und drei gewerbliche Abteilungen. Zu letzteren kommen etwa 90 Schüler von auswärts. Die zwei Mädchenabteilungen sind nach Jahrgängen geordnet. Die Lehrkräfte bestehen aus dem Fortbildungsschullehrer und außerdem noch aus 7 Lehrkräften, die nebenamtlich wirken. Außer dem Unterricht in Grünberg sind dem hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer noch vier Nachbargemeinden (Lauter, Göbelnrod, Beltershain und Stangenrod) zugeteilt. Maßgebend für die Zuteilung dieser Orte mar, daß diese fast vollständige landwirtschaftliche Abteilungen haben und nahe bei Grünberg liegen. In Grünberg, wo mehrere Sille vorhanden sind, findet der Unterricht vormittags, auf den Dörfern nachmittags einmal in der Woche statt. bf. Langsdorf, 16. Nov. Zur Zeit wird hier eifrig an bet Aufstellung einer neuen Orgel gearbeitet, beren Bau durch den Kirchenvorstand der bekannten Orgelbauanstalt von Nikolaus in Lich übertragen wurde. Wie verlautet, soll die Einweihung des neuen Werkes am 13. Dezember stattfinden. Die alte, erst im Jahre 1872 von der gleichen Anstalt erbaute Orgel konnte schon über ein Jahr nicht mehr benutzt werden. Man behalf sich seither mit einem Harmonium, doch das war nur ein sehr mangelhafter Notbehelf, dem nunmehr in Kürze abgeholfen sein soll. — Auch in diesem Jahre bezog der hiesige Obstbauverein eine größere Anzahl junger Obstbäume durch Vermittlung der Landwirtschaftskammer. So werden nach und nach noch die Schäden des harten Winters 1923/24 ausgemerzt und auch manche Neuanlage geschaffen. Ueberall in der Gemarkung erblickt man die auf Veranlassung des Vereins angelegten Klebringe. — Vergangene Woche ließ der Hess. Fürsorge- verein für Krüppel einen Aufruf an bie Schulkinder verteilen. Sie wurden aufgefordert, ein Scherslein zum Neubau der An- ft alt für verkrüppelte Kinder zu geben. Hoffentlich ist der Sammlung übertill in Anbetracht bet guten Sache Erfolg beschert. Sie ergab hier runb 27 Mk. Kreis Friedberg. *♦* Gambach, 16. Nov. Am Mittwochabend sprach im Saale des Gastwirts Wilh. Weisel der durch seine Vorträge rühmlichst bekannte ehemalige ‘Burenfommanbant Koos Iooste. Er erzählte von dem Aussehen, ber Bodenbeschaffenheit, vom Klima seines Heimatlandes, von der Fruchtbarkeit des Bodens, dem Anbau, der Beschäftigung seiner Bewohner usw. Besonders interessiert lauschten unsere Landwirte, als er von ber Fruchtbarkeit unb Den Bobenerzeugnissen in seiner Heimat erzählte und sie mit den Wetterauer Verhältnissen verglich. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Danke aufgenommen. Der Gesangverein „Harmonie" brachte einige paffende Lieder zu Gehör und trug dadaurch ganz erheblich zur guten Stimmung unb zum vorzüglichen Gelingen des Abenbs bei. B. Robheim d. d. Höhe, 16. Nov. Seine diesjährige Winterarbeit leitete ber evangelisch- kirchliche Frauenverein mit einer außer- orbentlichen Mitgliederversammlung ein, die unter dem Vorsitz des Ortsgeistlichen stattfand. Sie Beteiligung war sehr rege, lieber 130 Frauen waren erschienen. Als nächste größere Veranstaltung ist für den 2. Advent ein Famtlienabenb mit anschließender Verlosung in Aussicht genommen. Sie wöchentlichen Frauenabende finden künftig in dem neuen Vereins- lokal im Haufe ber hiesigen Kleinkinberschule statt. Kreis Schritten. Schotten, 16.Nov. Sell Menschengedenken brannten die Bewohner der von Wald umgebenen Dörfer des Vogelsbergs in Herd und Ofen ausschließlich Holz. Mll einemmal erleben mir es, daß die Kohle anfängt, auch in diesen Oebirgs« b ö r f e r n ihren Einzug zu halten. Ausschlag- gebend ist dabei nicht der Mangel an Holz, sondern die Erkenntnis, daß der Kohlenbrand in heutiger Zeit sich wesenlli chbilliger stellt und den Vorzug hat, eine gl-ickmäßige Wärme zu verbreiten als das rasch auffladernbc und bann wieder nachlassende Holzfeuer. Während in diesem Jahre die Holzpreise noch auf dem zwei- bis zweicinhalbfachcn Friedenspreise lagen, lassen sich Stein- unb Braunkohlen schon zu einem Preise erstehen, der den früheren kaum wesentlich übersteigt, so baß bie Verringerung ber Ausgaben für Hausbrand bie Umstellung recht fertigt. — Das hiesige Amtsgericht sgesäng- n i s ist zur Zeit g e i ch l o s j e n, ba bas Amt des Gefängniswärters unbeietzt ist. Eingelieferte Häftlinge müssen beshalb bem Amtsgerichtsgefangnis zu Nibda überwiesen werden. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. O h m ,16. Nov. Gestern und vorgestern veranstaltete in den Räumen der hiesigen Stabthalle der „Geflügelzüchter-Verein 19 2 1 für Homberg und Umgegend" eine große Ausstellung von Geflügel, Hasen unb Kaninchen, bie sehr reichlich nut wertvollen Tieren aller Art beschickt war. Der Preisrichter hatte biesmal keine leichte Arbeit. Mit der Ausstellung AWstMMWs-MzeiW für die Samstagsnummer Können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausftattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Lause des Donnerstags Bering Des Giekener Anzeigers •JS18D war auch eine Verlosung verbunden, bei der lebende Gewinne, sowie auch allerlei nützliche Gebrauchsgegenstände erworben werden konnten. Hoffentlich hat der rührige Verein mit dieser Veranstaltung auch einen guten finanziellen Erfolg zu verzeichnen. Homberg a. d. Ohm, 16. Nov. Infolge ungenügenden Absatzes von Quarzitlteinen sah sich die Firma Scheidyauer & Giesing genötigt, den größten Teil ihrer Arbeiter zu entlassen. — Bei der gestrigen Treibjagd konnten hier insgesamt 25 Hasen und 10 Feldhühner erlegt werden. Maulbach, 16. Nov. Großes Pech hatte die hiesige Gemeinde mit der Verpachtung ihrer s ch a f w e i d e. Bei der Verpachtung im Frühjahr lagen zwei Angebote vor, und zwar ein solches von 1000 Mk. und ein solches von 1005 Mk. Letzterem, ein Schäfer aus nächster Nähe, wurde selbstverständlich der Zuschlag erteilt. Dabei wurde fcftgelegt, baß ein Teil ber Pachtsumme schon im Sommer bezahlt werben solle. Mit Rücksicht daraus, daß ber Pächter nicht in der Lage roar; dieser Verpflichtung nachzukommen, wurde ihm der Betrag gestundet. Als man jedoch in diesen Tagen an ihn herantrat mit der Aufforderung, die Angelegenheit in Ordnung zu bringen, mußte man eines Morgens bie recht unangenehme Entdeckung machen, daß ber Schäfer über Nacht mit seinen Schafen „a u s- geflogen" war. Ser zurückgelassene Pferch und die Schäferhütte wurden von der Gemeinde beschlagnahmt. Ob bie Angelegenheit ohne ein gerichtliches Nachspiel erlebigt werden kann, ist ftaglich. Preußen. Buhlagsgedanken. Von Dr. W. Saue r. „Gott legt uns eine Läst auf, aber er hilft uns auch." Psalm 68,20. Diele Menschen von heute wissen mit bem Bußtag im allgemeinen nicht viel anzufangen. Bei dem mangelhaften Interesse für bie Religion, wie es kiber cm Kainszeichen unserer Zeit ist, unb bei ber Vorherrschaft ber Naturwissenschaften unb Technik auf ollen Lebensgebieten hat bas Wort „Busse" sogar für die meisten Menschen einen reaktionären, einen mittelalterlichen Klang, mit bem sie gar nichts zu tun haben wollen. In allem, was mit Buße zusammenhängt, erblicken sie eine Verneinung, eine Absage, einen Verzicht, unb das gerade erscheint ihnen unerforschlich: ihr Levensideal ist: Zum Leben Ja zu lagen, hmzuneymen, wie es sich gibt und aus- zukosten vis zur 'Neige! Daß solche Gedanken aber sehr oberflächlicher Art sind, oraucyt kaum gesagt zu werden. Denn ein Zeichen von Stärke und Heroismus ist es ganz gewiss nicht, wenn man sich hemmungslos feinen -trieben überlaßt. Was den Menschen macht, was ihn als Ebeuvild und als Geschöpf Gottes auszeichnet, ist das, daß er über einen freien Willen oerjügi, daß er ein Verantwortungsbewusstsein für au sein Tun unb Lassen in sich trägt, daß ihn bie Stimme feines Gewissens an eine Gemeinschaft mahnt, bie seine Seeie mit ber ewigen Gottheit besitzt. Um dieses Bewußtsein des Menschen von sich selbst als eines Gottesgeschöpfes, das ihn erhebt unb adelt, aber auch feine selbstverschuldeten Unvollkommenheiten offenbart, fuhrt ihn mit Notwendigkeit zu dem Problem der Busse. Noch hat keine Errungenschaft ber Technik unb keine Naturwissenschaft die Tatsache zu widerlegen vermocht, daß ber Mensch als em Wesen von be|onberer, als ein Wesen von höherer Art geschaffen ist. Wenn er auch, naturwissensa)afttich gesehen, am Enbe einer Entwicklungsreihe stehen mag, so ist er doch unter allem Lebendigen einzig uno allein in sich selbst entwicklungsfähig unb erfüllt mit einem Gottesbewußtsein; im Tierreich ist kein Fortschritt zu beobachten ;bie Tiere leben heute noch genau so wie vor Jahrtausenden. Der Mensch aber entwickelt sich fortgesetzt, unb seines Strebens Ziel ist immerbar bie Selbsterhöhung. Was ihn in seinem Vorwärts- und Aufwärtswollen hemmt, in seinem Wiedervereintwerben mit Gott, aus bem er sich herstammen fühlt, ist, cheologisch gesprochen, bie Sünde! Im freien Willen wurzelt sein Menschentum, seine Erhöhung über bie Tiere,seine (Smiebrigung vor Gott: 'Nun aber hat er sich mit ber Sünde eingelassen, hat in ber freien Wahl seiner Entscheidung bem Nichtgött- lichen sich hingegeben unb fuhrt jeitbem einen ewigen Kampf mit Gut unb Böse. Er weiß sehr wohl: böse ist, was chn von Gott trennt, und gut ist, was ibn mit Gott verbindet. Und er weiß auch sehr wohl, daß es bei ihm selber steht, seinem Willen die Richtung zu geben, nach ber er fein Ziel zu suchen hat. Buße aber heißt nichts anderes als eine Sinnesänderung in ber Weise vornehmen, daß der Wille, ber sich nach Böse wendet, mit Entschlossenheit her- umgeworfen wird unb im Guten sein Strebensziel sucht. Unter solchem Gesichtspunkt scheint es unsere Zeit wahrhafttg sehr nötig zu haben, Bußtag zu begehen! Denn gerabe bie erschreckenbe Religionslosigkeit vieler Menschen von heute beweist nur zu beut» lich, baß alle diese irgendwie wandeln auf Wegen, die sie von Gott sorliühren. Religion ist Gemeinschaft mit Gott. Und dies'- Gemeinscbait kann niemand ablebnen, ber sein Men'chheitsdasein erfüllen will. Unsere Zeit der Lieblosigkeit und Gotttosigkeit gleicht einem neuen großen Sündenfall des Men- ichengeschlechls. Darum Hai uns gegenwärtig ber Bußtag unenblid) viel zu sagen. Er will bas Schuldbewusstsein in den Menschen aufs neue wachrufen, ihr Vcranthortungsgefühl stärken und ihre Seelen heimsühren zu dem, aus dem sie sind zu Gott! Um die Nachfolge Ehriers. W5N. Höchst a. M., 11. Nov. Wie das „Höchster .Kreisblatt" erfährt, hat der Landrat des Kreises Höchst, Zimmermann, der als Nachfolger des zum Regierungspräsidenten von Nassau ernannten Polizeipräsidenten von Frankfurt Ehrler in Aussicht genommen war, die Uebernahme des Postens des Frankfitrter Polizeipräsidenten abgelehnt. zircis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 15. Nov. Die Erzgrube in Breitenbach (Kreis Wetzlar) mußte wegen Mangels an Absatz ft i 11 g e (e g t wredeu. Streik Bredcnkovf. WSN. Biedenkopf, 15. Nov. Im hiesigen Rathaus sowie im Finanzamt ist in Der Nacht ein gebrochen worden. Den Dieben sind jedoch nur geringe Barmittel in die Hände gefallen, da das Geld vorher zur Bank gebracht worden war. bl. Gladenbach, 16. Nov. In den letzten Jahren kann man eine stete Fortentwicklung der Ob st bäum zücht in ber hiesigen Gegend feststellen. War das Interesse in den früheren Jahren stark zurückgegangen, so lebt heute alles wieder rege auf. So sieht man allerorts junge, träftigeStämm- chen, die sich recht gut fortpflanzen. Aber auch den älteren Bäumen ließ man kräftige Hilfe angebciljen, inbe für entsprechenben Dung unb sorgfältige Beschneidung Sorge getragen wurde. Das Interesse mag wohl auch auf die in ber letzten Zeit stark in Erscheinung getretenen Obstbauvereine zu- rückzuführen fein, bie Hurch ihre Versammlungen aufklärend und fördernd in jeder Hinsicht weiterhel fen. Zudem unterstützt derKreis bie Bestrebungen burch finanzielle Hilgfe. T Walbgirmes, 16. Nov. Der hiesige Schützenverein f ü r Klein kalider veranstaltete an den letzten drei Sonntagen ein Preis- schießen, bas gestern esinen Abschluß fanb. Die Beteiligung, auch von auswärts, war rege. Im ganzen kamen sieben Preise, wertvolle Haushaltungsgegenstände, zur Verteilung. Es erzielten auf der 10-Ring-Scheide bei 50 Meter Entfernung mit je 6 Schuß: der Techniker Ernst Schrupp von hier 52, ber Anstreicher Wilhelm Schmidt von hier 52, Betriebsführer Becker- Dorlar 50, Buchhalter Aug. Schmidt- Waldgirmes 48, Fritz Lotz- Dorlar 45, Fritz Reinhard- Niedergirmes 44 und Hederich- Niedergirmes 42 Ringe. Dillkrets. WSN. Dillenburg, 16. Nov. In dem bc nachbarten Dorfe Offenbach wurde durch einen Zufall auf dem Boden einer in Reparatur befind lichen Kirche eine f a ft verweste Kindesleiche aufgefunden. Die Leiche soll bereits monatelang in ber Kirche verborgen gewesen sein. Eine Untersuchung ist eingeleitet. bL Herborn, 16. Nov. Eine begrüßenswerte Einrichtung hat die hiesige Stadtverwaltting getroffen. Der Autoverkehr von und nach Gießen geht jetzt nur durch Nebenstraßen. Lediglich die nach bem Westerwald fahrenden und von dort kommenden Autos können die Hauptstraße passieren. — Die Volkshochschule unseres Städtchens ist wieder hervorgetreten. Im Laufe des Winters werden eine Reihe von wissenschaftlichen Vorträgen gehalten werden, zu denen man anerkannte Persönlichkeiten verpflichtet hat. Allgemein begrüßt man die Errichtung, die weitesten Kreisen Gelegenheit zum Besuch gibt. — Das vorjährige Hochwasser richtete in unserer Stadt, vornehmlich an Privateigentum, recht beträchtlichen Schaden an. Dank der Bemühungen der Stadtverwaltung hat ber Staat zu den Jnstanb- setzungskosten von 2400 Mk. ben größten Teil mit 1600 Mk. übernommen. 800 Mk. wirb die Stadt im Wege eines Darlehens aufbringen. Tanzabend Irmgard Schütte im (Goethe-Bund (ließet». Der Goethebund hatte am Sonntagabend zur Einweihung seiner neuen Bühne im Kaufmännischen Vereinshaus eingelaben. Innerhalb seines Kreises hatte er sich Fräulein Irmgard Schütte aus Bremen als Tänzerin verpflichtet. Man muß dem Goethebund Anerkennung zollen, baß er auch über ben Rahmen regelmäßiger, geselliger Abende hinaus sich in bie Bezirke der Kunst wagt. Dieser Abend war ein Beweis guten Willens. Daß feine Wirkung durch die technifch unb künstlerisch noch unfertige Tänzerin beeinträchtigt wurde, kann bem Goethebund nicht als Schuld ausgelegt werden. c—s. Schöffengericht Gießen. 0 Gießen, 16. Rov. Wegen Sittlichkeits- Verbrechens an seinem eigenen Kinde in fünf Fällen würde der Gärtner Karl Gottfried F. aus Lich zu 3 Sauren 3 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Shrverlust verurteilt. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Dem Verwalter Johann V. aus Essen war zur Last gelegt, im Sept. 1. 3. in Gießen 2 Fahrräder gestohlen zu haben. Da er hartnäckig leugnet, beschließt das Gericht Vertagung der Verhandlung zwecks weiterer 2luf- flärung. Briefkasten der Redaktion. 3.6. in O. Es empfiehlt sich, daß Sie Ihre Frage dem zuständigen Vormundschaftsgericht vortragen, das Ihren nach Maßgabe der Rachlahafien und et „mH. Anhörung des Finanzamtes näheren Bescheid zukommen lassen wirb. Rundfunk-Programm des frankfurter Tenders. (Aus der „Radio-Umschau''.) Mittwoch, 18. November: 8.30—9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wanburgoerein. 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus-Orchesters: Händel. 6—7 Uhr: Die Stunde ber Jugend. 7—7.30 Uhr: Stunde des Südwest- deutschen Radiokluds: Herr E. Becker: „Die physikalischen Vorgänge in der Elektronenröhre". 7.30 Uhr: Übertragung aus bem großen Saal des Saal« baus Requiem von Verdi. Billige Betten Bettbarchent U “ U!:;:: I” Bettfedern f „eö pK «Ä DArkhAft mit 6 Pfund Federn. 33.» Lr iQ^Ajamit2Pfd.Federn. 940 UUURIJvll mit 6 Pfd. Halbdaun. 48- eVUgJIM5»^enm.2Pf.Halbdaun.14.80 l0M8a Gießen A Oaaw Gießen Marktstr. 29 UvUli UOUI Marktstr.29 feiner Lederwaren und Reise-Artikel Neu-Eröffnung in der 09283 IWMt HIIIIIHIIIUIIIIIlUUUUmUMUUiUliUUMII otto: Vis- leisten, wenig sagen! W pserdebesttzer! Landwirte! -w han§ Stand, 3nfpe!tor. 09098 ftMoM tosen 09278 Möbelverkauf nur Bahnhofstr. 29 i F Erfatz- erst- Bratderinge RollmovS BrSmarckberiuge Heringe in Gelee die 2 Pfd.-Dose Mk. 1.10 Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'ichc Ualv.-Druckerel, R. Lange. Konzert IM Konzert llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ ausgeführt von Mitgliedern des Infanterie-Regis. Nr. 15 Mittwoch, 18. Nov., von 3 bis 12 Uhr Klasfiges Coups. Versteigerung bestimmt. H. Benner II. Auktionator und Taxator. Bücklinge Md 6 m w ■ nrrnir—m—1———1• Wirtschaft. Die Kohlerproduklion in Sefien. Die monatliche S.alistik der Kohlenproduk- tion oes Vol.sj.aa.es Hessen weift für den Monat Oktober 1925 folgende Zahlen nach: An Rohbraurnohlen wurden ge,ordert 33 -100 Tonnen, verkauft wurden davon 13 473 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur Weiterverarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden erzeugt: 425 Tonnen Braunkohlenbriketts, sowie eine Anzahl Schwelereiproduite. Außerdem wurden erzeugt eine Anzahl Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus den Vormonaten übernommenen Befände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 10 224 Tonnen Rohkohlen, 242 Tonnen Briketts, 1625 Tonnen Raß- Preßsteine, zusammen 12 091 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodulte im Gesamtwert von 78 960 Mk. Don den deutschen SchlachtviehmärKten. SWN. An den deutschen Schlachtoiehmärkten der vorigen Woche war der Marktverlauf für alle Gattungen ganz überwiegend mittelmäßig bis langsam. Ein ausgesprochen schlechter oder guter Marktverkauf war nur ganz vereinzelt festzustellen. Die Auftriebsziffern weisen durchweg eine Zunahme auf, am stärksten bei Rindern und Schweinen. In der Preisgestaltung traten größere Verschiebungen nicht ein, doch war die Tendenz allgemein wohl etwas schwächer. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig ntytiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 20—56 42—103 27—55 82—99 Bremen 28—53 40—95 30—58 77—90 Breslau 16—53 50—74 25—52 74—94 , Chemnitz 20—57 50—86 30—45 82—104 ' Dortmund 20—59 45—98 28—50 75—93 Dresden — 62—80 — 75—103 Düsseldorf 20—64 55—93 — 79—95 Elberfeld 20—58 50—95 30—55 80—90 Essen 25—59 50—110 25—50 80—94 Frankfurt 15—63 45—80 25—50 75—92 Hamburg 14—57 30—99 20—51 75—95 Hannover 15—50 35—90 20—50 75—98 Husum 22—55 —- 38—48 — Karlsruhe 20—60 75—85 35—45 88—100 Staffel 20—56 45—65 28—36 79—92 Kiel 16—55 27—82 24—52 56—93 Köln 20—63 60—95 31—48 72—95 Leipzig 20—58 50—85 25—56 85—103 Magdeburg 16—58 30—70 20—44 75—97 Mannheim 14—58 50—84 24—38 72—94 München 40—65 — — 62—90 Stettin 10—53 35—90 15—48 62—98 Stuttgart 13—56 60—84 —- 72—95 Zwickau 15—54 50—82 25—56 84—104 * Bamag-Meguin A. G, Berlin. Die Werkstätten in Butzbach können, wie sich die „Franks. Ztg." aus Berlin melden läßt, so wie bisher nicht weitergeführt werden. Brauchbare Fabrikationen sollen daher, wie verlautet, in der Hauptsache nach Bayenthal-Köln überführt und Butzbach weitgehend stillgelegt werden. Die Bankschulden bei der Gesellschaft werden als „erträglich" bezeichnet. e D i e preußischen Sparkassen in den ersten Dreivierteliahren 1 9 2 5. Während der ersten Dreivierteljahre vom Januar bis September 1925 hat die Entwicklung der Cinlagebestände im preußischen spar- und bankmäßigen Sparkassenverkehr eine erfreuliche Aufwärtsbewegung genommen. An Spareinlagen sind seit Jahresbeginn 542,4 Mill, zugeflossen. Die Ende 1924 vorhandenen Spargelder der Kassen haben sich dadurch um 133,8 Prozent vermehrt, also weit mehr als verdoppelt. Die Spareinlagen hatten beim Abschluß des dritten Vierteljahrs 1925 mit rund 948 Mill. Rm. ziemlich den 50fachen Betrag des Tiefstandes von 1923 erreicht, machten jedoch nicht ganz ein Dreizehntel des auf das heutige Staatsgebiet entfallenden Vorkriegsbestandes vom 31. Dezember 1913 (12,6 Milliarden Mark) auS. Die Reubildung von Spar- kapitalicn befindet sich demnach im Vergleich mit dem Vorkriegsstände noch stark im Anfangsstadium. " Die Frankfurter Ausländsanleihe. Die von der Stadt Frankfurt a. M. durch Vermittelung der Bantsirmen Lazard Speyer-Cllissen und Jakob S. H. Stern in Frankfurt a. M. mit der Firma Speyer u. Co. in Rewyork und der Firma Mendelssohn u. Co. Amsterdam abgeschlossene Ausländsanleihe von 4 Millionen Dollar ist in 20 gleiche Serien von je 200 000 Dollar eingeteilt, von welchen in jedem Jahre eine Serie, und zwar die erste nach Ablauf eines Jahres, die letzte nach Ablauf von 20 Jahren zu pari fällig wird. Ab 1930 ist verstärkte Tilgung durch Auslosung oder Gesamtkündigung zugelassen. Die Aleihr wird demnächst in Rewyork zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Ein Teilbetrag von 1 200 000 Dollar ist von holländischen Bankfirmen zur Emission in Holland fest übernommen bezw. in der Schweiz von einer Gruppe, an deren Spitze sich der schweizerische Bankverein befindet, fest untergebracht worden • Elektrizitäts-A.-G. norm. W. Lahm eher & So., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft beantragt, aus einem Reingewinn von 1 608 755 Rm. die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent. 6 Sichel u. C o. G. m. b. H., Mainz. Diese Gesellschaft des Sichelkonzerns, die sanitäre Artikel vertrieb, ist nunmehr verkauft worden. Die Liegenschaften sollen nach und nach verkauft werden, sodaß die Gläubiger voll befriedigt werden dürften. * Beendigung des Lohnkonflikts in der Metallindustrie. Die unter dem Vorsitz des Schlichters Dr. Bernheim in Darmstadt 'stattgehabten Verhandlungen über den Lohnkonflikt in der Metallindustrie des Wirtschaftsgebiets Mainz-Wiesbaden sind durch eine Vereinbarung beendet worden, wonach die in den handwerksmäßigen Betrieben Beschäftigten einen Spitzenzu- schlag von 6 Pf. pro Stunde erhalten. Damit ist die drohende Aussperrung vermieden worden. • Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk, Essen-Ruhr. Im Geschäftsjahr 1924/25 stieg d c nutzbare Strom- abgab: gegenüber dem Vorjahr um 57.9 Proz. Dab:i ist zu berücksichtigen, daß der Absatz im letzten Jahr unter den Einw.ck 1132.1 d r Ruhr- besetzungcn gelitten hatte. D.e in den Leitungen in Argr.ff g.'nomme en Erweiterungen der Jk.fi« werke wurden zum Abschluß gebracht. Der Be- triebsgewinn beläuft sich a s 29 999 427 M.. Rach Abschreibungen von 10 711 76j Mk. erg bt sich ein Ueberschuh von 12 028169 Mk., aus bem 8 Proz. Dividende auf die Inhaberaktien und 12 Proz. auf die Ramensackien aasgeschütte: werden. Der A.-R. erhält eine Ta.'.t cme in Höhe von 642 316 Mk. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) prallt urt a.M. Berlin Sd; k... LU > 5vtuh» iltai rt« 14 11 lli II.| 14 II 1t 11 >»/. Teuüche Reichsanletl>e 4% Deutsche Ncichsanleiye 3'/,°.'" Deutsche N-icheanlcive 3°/, Tcuische ‘jkid)S mlcibe Tcuische 2i’arpr.imicnaulcihe 4% Preußische ÄoniotS 4VO t>ClfC!l • • 3‘/s% Hessen 3% Heiicn Deutsche Vertb. Tollar-Anl. dio Doll Scharz-Amreiing.^ 40/<> Zollturkcn ... 5°/o Äoldmerikaner . . Vcrlmer Handelsgesellschaft Lommerj- und Prioat.L«ank Tacinst. und NaiionaNank Deutsche Bank Tcuische Percinsbank . . . TiLcomo Commandit Mclallbank. ....... Mitteldeutsche Kreditbank Lesteireichiichc Kreditanstalt Wcstbank ...... Bochumer Guh ..... Buder^.6 Gero Dcutlch-Luremburg .... Ciclfenfirdjcncr Bergwerke. Harpcucr Bergbau MchiDcrfe AiwerSlcben.... Kaliwerk Westeregeln .... liaurapütfc ..... Obcrbcdars Phonn Bergbau ..... öiucinitabl ...... Niebcck Montan..... . TelluS Bergbau .... Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Chcramische '-Scrtc Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp HoUmann ..... Anglo-Gont--Guano .... Badische Anilin Chemische Mayer Alavin . . Goldschmidt ...... GrieS cimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Solwcrkoylung..... NütgerSwerke ... Scheideanstalt ........ Mg. ElekMitläts-Desellschaft Bergmann Mainkrastwerke ........ Schuckcrt • . . Siemens 4 Halske ..... «dlcrwerke .Metier ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedr..... Mcauin............ Motorenwerke Mannbetm . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . DketaNgelell chaft Frankfurt . Pet. Union A.-G. . . . . Schich'abrik Hcrj . . .... Sichel. . Zcllsto'i Waldhos ..... Zuücrr'abrtk Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 0,208 0 2U7j 0 205 - 2075 — 0 2.15 0 235 — 0,235 0.23 <> 3 . 28', 0.301 0 3 0.211 0.1.1 0.12 o 12 0 05 1.22 1» 0 2125 — 0.24 0.24 —— — 0.2 0 2 — 0.2 0 19 9'125 — - 91,75 97.1 97,1 97.3o 97.35 7 4.35 1 5 7 25 7.62 43 43,75 - 13!) 5* 135.5* 132* >34* !' 5* '4.2.5* <4 25 94 2.5- IUI, V .103 2* 103,11* 1 '3 5* 10 7' 103,5* 104 2* 104,2- 6'! 66 - - 101 101,6* 101.7* 102.2* 70.75 70,75 — — 6.75 <».75 ii,75r ' .03 6,75 0.03 0,03 0,03 _ * —• 68.5 68,75' 34,2’i 34 5 35 34 34.5' 34 34.75* 34 2 * 67 5' 67.25* 4,62* 68‘ 74.5' — 4* 71 75- — • HO- 100 6* 100 7* 104.25 103 103 103 6 ’IO’J.ü 11 >.75 110.25 HO 33.5 35 5 34 5 34,25 — 44.5' — 4. 5* 64,75* '5* 64.9- 6»* — * — ’ 64* 53.6'* — 65.5 65.5 65 5 43 45 - 68.75* 70- 69* 69.5* 74* 73 5- 74.5* 74.13* 53 5 .5.3.6 - - 42,75 43,5 4.3,3 43,5 — — 116,5* 116,7* «? 117,4* — fi7 56 57 4 115,7* 11, 5* — — 116.2* 116,2* * —* 116,7* 44 44 — 55* 55,75* — 55,5* 75 73,6 — —• -• 90.4* 90,62* 69,75* 69 71* 68.5 68 5 — — w 63.5* 62* 62.62* — — 78,75* 78 75* 26 5 26,13 26 26 23.5 22 22,3 22,1 18 1< — — 25 24,6 25 25,5 22 22 — — ■■e 86.5 86,5 — — 55 55 54.75 54 23.75 23 22.4 22 2.4 1.75 1 5 79 2 •9.1 7 78,75 50 50 50 — 42 43,5 43.25 42,75 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 14 Novbr. 16 Nov r. Aun.iche Noti runa Amtliche 'Dotierung Geld Vriei Geld Brick Amtt- 'Jtou 168.82 169,2- 168 79 169,21 Buen-Airec 1.745 1.-49 1.746 1,750 Prss.-Amw 19,03 19,07 19 04 19,06 Cl,ristiania 84 69 84.91 85.34 85.56 .11 openbag; n 10.1,72 103.98 104.62 I04.8H Stockholm 112,17 112.45 112.16 112,44 öclongforS 10,55 10.59 10 558 10,598 Italien. . 16 96 17.00 16 89 16.93 London. - 20,332 20.3S2 20,329 20.3 9 Neuyorl . - 4.195 4,2)5 4.195 4.20' Paris. . . 16.91 16.95 16 86 16.90 Schwcij . SO 82 S1.02 «0 85 81.05 Spanien . 5'1,86 10.00 59 7- 59,92 Japan . . . i,757 1.761 1.768 1,772 *Nio de Ian i) 622 0.624 0 62; 1.624 Dien in Ccft. abgest 59.01 69.22 5V 08 59,22 Prag .... 12.425 12.485 12.422 12,462 Belgrad . . 7.43 7.4.5 7,43 7,45 Budapest. - 5.8 5 5,895 5.875 5,895 Bnlaarien 3.04 .1,05 3.04 8.05 Lissabon 21.275 0,3’5 21 275 21,32o Danüa - - SO. 60 8080 80 5« 80.78 Konst ntin. *,39 2,40 2.98 2,39 Athen 5 74 5 76 5 74 5.76 Kanada. . 4.197 4.207 4 197 4.2 7 Uruguav . 4.30 4.31 4,30 4,31 Banknoten. (Ohne Gewahr.) Berlin, 16 Novbr Geld Briet Amerikanische Note» ..... '.19. 4.214 Belgische Noten ....... 18,99 19,09 lünürt'i' Noten ....... 104,3« 104 86 Englische Noten - 20,302 20,402 stranzosssche Noten ...... 16,84 16 92 Holländische Noten ..... 168.3S 169,22 Italienische Noten...... 16.89 13,97 Norwegische Noten...... Deutsch^csterr,5100 Kronen 85,0s 85 44 58.91 59.21 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten...... 111.87 112.43 Schweizer Noten..... . 80.63 81.03 Spanische Noten ...... 59.55 59 85 Tschechoslowakische Noten . . 12.38 12.44 Ungarische Noten ... 5.83 5.87 Berliner Börse. ((Stgcner Drahtberich- des „Gchener Anzeigers".) Berlin, 16. Rov. Zwei Faktoren wirkten zusammen, um eine Beruhigung der Börsenlage herbeizuführen: die von der Botschafterkonferenz beschlossene Räumung der Kölner Zone und die Einführung weiterer Erleichterungen im besetzten Gebiet, sowie das Bestehen einer erheblichen Materialknappheit an den führenden Spezialmärkten. Zu der in "Berliner Kreisen beobachteten freundlichen Beurteilung der außenpolitischen Lage und der damit zusammenhängenden innerpolitischen Fragen kam noch die Rotwendigkeit von Deckungskäufen seitens der Spekulation, so daß b.e stabilen Samstag - Kurse b eh auptet blieben. Vereinzelt ließen sich sogar kleine Gewinne feststellen. Auch die leichte Lage des Geldmarktes wirkte anregend. Trotzdem trat in der allgemeinen Stimmung eine grundsätzliche Aer.berung nicht ein. Dividenden- losigleit und Kre'aitnot brii_ en leicht aus die Efseklenmärlie. E ari enttäuscht fjajcn die negativen Erge^ni.se der Prager Bo. .riegsschulden- verhandlurgen; über die Papierschulden wurde fomit keine Einigung erzielt. Ungarische und österreichische Renten die bisher stark bevorzugt waren hatten hierunter erheblich zu lei- dm. Am Devisenmarkt ist die Lage unverändert. Paris gegen London 121,12. Mailand g.-gen London 120 30. London gegen Kabel 4,84'p. Die Marc ist unverändert. Sra-Ijurter Mendborse. Frankfurt a. M., 16. Roo. Die Abend- börse verkehrte bei lustlosem Geschäft in behaupteter Haltung. Der deutsche Rentenmarkt war vernachlässigt. D.e Taxe für öproz. Reichs anleihe ging auf 0,207*Am Dankaktienm^'.kt waren leichte Besserungen zu verzeichn.n, die Abendbörse schloß zu gehaltenen Kursen. Deutsche Anleihen: 3' prvz. Preußisch? Konsols 0,222. Ausländische Renten: Oesterre'.chische Silberrente 1,15, 5proz. Goldmexikaner 43,75, 5proz. Silbermexikaner 18,20. 3proz. Mexikaner 13. Bankaktien: Commerzbank 93,75, Darmstädter Tank Llltimo 103,25, Deutsche Bank U't mo 103,50, Dresdner Dank 100, Mitteldeutsche Kreditbank 89.50, Oesterreichsche Kreditaktien 6 75. Montanaktien: Deutsch Luxemburg 67, Phönix 65,25, Rombacher Hütte 18,87, Kali A'chersleben 103,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 116,75, Elberfelder Farben 115,75. Transportaktien: Rordd. Lloyd 73,50, Baltimore 67. Jndustr'eaktien: Adlerwerke Kleyer 28.12, AEG. 90,75, Elektrisch Licht und Kraft 90, Holzmann 43.50, Jnag 0,35, Rheinmetall 16, Siemens Halske 79, Wahß und Freytag 63,75. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt n. M., 16. Rov. Es wurden notiert: We'zen, Wetterauer 23 bis 23,25, Roggen, inländ. 17,50, Sommergerste für Dra z vecke 21,50 bis 23,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21, Mais, gelb 18,50 bis 18,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 38,50 bis 38,75, Roggenmehl 24,50 bis 24,75, Weizenkleie 10, Roggenkleie 10 bis 10,25, Erbten 30 bis 36, Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10 bis 10,50, We zen- und Roggenstroh 5 bis 5,50, Treber, getrocknet 18 bis 18,50. Tendenz fester. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 16. Rov. Auftrieb: 1594 Rinder, darunter 397 Ochsen, 45 Bullen, 1152 Färsen und Kühe. 400 Kälber, 365 Schafe, 3317 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 54 bis 60, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere auSgemästete 44 bis 53, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 35 bis 43; Bullen, vollfl. auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 54, vollfl. jüngere 40 bis 47; Färsen und Kühe, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 58, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 46 bis 53, wenig gut entwickelte Färsen 38 bis 49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 45, mäßig genährte Kühe und Färsen 25 bis 34, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 24. Kälber: Feinste Mastkälber 73 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 62 bis 72, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 61. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 44. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 33. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 92 bis 95. vollfl. unter 80 Kg. 85 bis 91, von 100 bis 120 Kg 93 bis 96, von 120 bis 150 Kg. 93 bis 95, Fettschweine über 150 Kg. 93 bis 95, unreine Sauen und geschnittene Eber o bis 85. Marktverlauf: Großvieh schleppend. Schweine mittelmäßig, Kleinvieh rege. Bei Großvieh und Schweinen etwas lieber« stand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Mo. Im Berliner Produktenhandel bleibt bas Angebot in Brotgetreide seitens des Inlandes nach wie vor klein. Da aber anderseits Weizen und Roggen zu Exportzwecken sowie auch zum Verbrauch im Inland gefragt bleiben, entwickelte sich heute im amtlichen Verkehr eine fühlbare Höherbewegung. Weizen eröffnete mit einem Plus von 3,50 Mk. auf letzte Notierung. Roggen steigerte sich sogar auf nahe Sicht um 4 Mk., für Mailieferung um 5,50, Hafer bleibt gleichfalls fest, und zwar finbet bas Niveau eine Stütze burch vermehrte freiwillige Fragen seitens bcs Auslanbes sowie auch größeren Bebarf bcs Konsums. Gerste nur vereinzelt gefragt. Futterartikel ohne größere Umsätze, jeboch im Einklang mit ber allgemeinen Tenbenz leicht befestigt. Kartoffelnotierungen unverändert. Notierung: Weizen, märk. 228 bis 231, Weizen, Dez. 245 bis 245,5, März 248,5 bis 249, Mai 251, Roggen, märk. 142 bis 145, Roggen, Dezember 165 bis 166, März 178,5 bis 177,5 bis 178,5, Mai 183 bis 182; Gerste, märkische 184 bis 208; Futter- gerfte 148 bis 160; Hafer, märkischer 166 bis 175, Hafer, Dezember 178 bis 180,5, März 185, Mai 192; Weizenmehl 27,75 bis 32; Roggenmehl 20,75 bis 2.3; Weizenkleie 11,40 bis 11,50; Roggenkleie 9,20 bis 9.40; Viktoriaerbsen 23 bis 31,50; kleine Speise- erbsen 22 bis 24; Futtererbsen 18 bis 20; Peluschken 16 bis 18; Ackerbohnen 19 bis 22; Wicken 20 bis 25; Lupinen, blau 11,50 bis 12,50; Rapskuchen 14 bis 14,20; Leinkuchen 21,20 bis 21,50; Trocken'- schnitzel 7,60 bis 7,70; Torfmelasse 9 bis 9,20; Kar- toffelflocken 13,20 bis 13,40; Zucker 19,30 bis 19,50. Kunst und Wissenschaft. Frankfurter Theater. Im Neuen Theater ist Bernhard Shaws „Z u - rück 3 u Methusale m", welches wie Winterwind den Hörer anweht. Voll kalter Klarheit, beißender Ironie und unendlich erfrischend sind die beiden ersten Teile des großen fünfteiligen dramatischen Werkes. „A m Anfang" müht sich Adam mit dem Unsterblichkeitsgedanken ab, ihm graust, eine Ewig- feit leben zu müssen, ihm graust aber auch vor dem Gedanken des Sterbens. Aus dem Quartett Adam, Eva, die Schlange und später Kain, wetterleuchtetes von einer Fülle kritischer und politischer Gedankenblitze, die die stets treffende Pfeilspitze der Ironie und Satire tragen. Kain, der erste Mörder, ist mit eine der köstlichsten Figuren, die der große Spötter je gezeichnet hat. Im „Evangelium der Brüder Barnabas" hat die Evolution der Menschheit den weiten Weg vom Paradies bis zur Gegen- wurt zuruckgelcgt. Und wie verhält sich die Sacke jetzt/ Die Liudei Barnabas sind zur (Srienntnis ge« kommen, daß die Menschheit zu kurz lebt, ehe der Mensch reif wird, stirbt er. Dir mußten 3000 Jahre leben, um zur wahren Vollendung und Reise yi ge- langen. Was nun folgt und anläßlich bcs Minister« besuches bei den Brüdern Barnabas geredet wird, ist eine prächtige Persiflage aus die Politik Englands und im allgemeinen. Leider blieb hie Ausführung hinter dem Wollen des Dichters zurück und entbehrte 6er inneren Geschlossenheit. Der zweite Teil des Abends war der weitaus bessere; hier standen dem Regi'seur Edgar Klitsch Künstler uue Alois Großmann und Georg L e n g b a ch als Vertreter der Ministerrollen zur Verfügung. Die Kammerspiele eröffneten die Winter- saison mit MoliLres „Misanthrop", übersetzt von Ludwig Fulda. Es war ein guter Gedanke, nach längerer Pause Moliäre wieder zu Wort fom» men zu lassen. Die Anklagen, die Möllere 1666 ins Parkett schleuderte, sind zeitlos und werden, da die Geschlechter nur wechseln, sich aber nie ändern, immer aktuell bleiben. Die Ucberzeugung Fuldas läßt Mollöres Charakterkomrdie in klangvollen Versen über die Bühne schreiten, und die Regie Heinz Hilperts sorgte für lebendige Flüssigkeit. Er hatte den Remeeinfall, das Ganze im Narrenkostüm spielen zu lassen, die Männer bunt anzumalen und Die Frauen im Stil der Tillergirls auf die Bühne zu schicken. Die Idee war recht luftig an sich, bleibt aber letzten Endes Geschmacks- und Empfindungssache. Im übrigen war die Ausführung ausgezeichnet, hatte starke Spielwirkungen, die lediglich d"rch dis Kostüme ins rein Possenhafte abgesch.wächt wurden. Das Publikum nahm den Abend, in dessen Mittelpunkt Robert Taube ustib Kundry Steuert standen, äußerst beifällig auf. Büchertisch. Das Familienblatt unserer Samstagnummer war dem Gedenken Jean Pauls gewidmet und wird hoffentlich recht vielen Lesern Anregung geben, sich mit einem der größten Drnkrr und Dichter, d.e wir Deutschen haben, zu beschäftigen, der nur deshalb bisher so wenig gelesen wurde, weil die Form seiner Darbietungen viele abschreckt. Durch eine verständge Kürzung und Weglassung der übersentimentalen Ergüsse und burlesken Einschiebsel treten der hohe Ideengehalt und der unvergleichliche Humor in ihrer Wirkung ungestört hervor, und die Lektüre wird ein hoher Genuß statt einer „Pferdearbeit", wie sie selbst Friedrich Theodor Bischer, der große Verehrer und Schüler Jean Pauls, genannt hat. Diese Aufgabe ist in, der „Gekürzten Gesamtausgabe der poetischen Werke Jean Pauls", verlegt bei Albert Langen in München, gelöst. In vier geschmackvoll lind sorgfältig ausgestatteten Bänden wird alles das geboten, was von Jean Pauls ungeheurem Schaffen bleibenden Wert hat. Verständnisvolle Einleitungen und Erklärungen, sowie bibliographische Rotizen sind angefügt. 754 — O. Glaubrecht, Zinzendorf tn der QBetterau. Reu herausgegeben vonHer- monn Knodt. Drunnenverlag Gießen und Basel, 1925. Der für die Geschichte der christlichen Frömmigkeit so bedeutungsvolle Gras Zinzendorf war 1736 durch den Kurfürsten von Sachsen genötigt worden, Kursachsen zu verlassen, weil er mit seinen kirchlichen Anschauungen in Konflikt mit den Staatsbehörden gekommen war. Er kam nach dem halb verfallenen Dergschloß auf der Ronneburg bei Büdingen, wo er nach dem Muster seiner Herrnhuter Brüdergemeinde eine neue Gemeinde begründete und leitete, bis ihm die Rückkehr in seine Heimat wieder gestattet wurde. Der hessische Volksschriftsteller O. Glaubrecht (R. Oeser), gestorben 1859 al« Pfarrer zu Lindheim, hat in seinem Buche „Zinzendorf in der Welterau" den Aufenthalt des Grafen im heutigen Oberhessen geschildert. Dieses Buch weist alle Vorzüge des hessischen Erzählers auf: spannende Handlung, schöne Ra- hrrbilöer, treffende Schilderung des Volkslebens, überall prägt sich die milde Frömmigkeit des Verfassers aus. Run hat Oberpfarrer Hermann Knodt das Buch neu 6 er auggegeben, brle werden ihm hierfür Darrt wissen; denn Glaubrecht gibt hier nicht nur eine Darlegung des Aufenthaltes des Grafen auf der Ronneburg, sondern in Erzählungsform eine Beschreibung des ganzen Leber^ganges des seltenen Mannes und eine Darlegung seines Wirkens. Der Verlag hat sich durch die schöne Ausstattung des Buches ein besonderes Verdienst erworben. (471) D. — Mathilde Wrede, Unter Gefangenen und Freien. Brunnenverlag Gießen und Basel, 1925. Von einer merkwürdigen Frau erzählt dieses Buch. Mathilde Wrede hat nach dem Vorgang der Engländerin Elisabeth Fry jahrelang die Gefängnisse in Finnland besucht, um die Gefangenen seelisch auszurichten. Der vorliegende Band enthält Skiz^n aus dieser Arbeit. Man gewinnt nicht nur ein deutliches Bild von den Verhältnissen in dem nordischen Lande, sondern vor allem einen tiefen Eindruck von einer Persönlichkeit, die, auf christlicher Grundlage stehend, einen großen Teil ihres Lebens barange» seht hat, bedrängten und seelisch angefochtenen Menschen Trost und HUfe zu bringen. Bei einer zweiten Auflage wäre es dienlich, wenn eine ausführliche Biographie der Frau Mathilde Wrede vorangestellt würde, damit die lose aneinandergereihten Skizzen etwas Zusammenhang bekommen. (472) D — Rathan Söderblom, Einigung der Christenheit. C. Ed. Müllers Verlag in Halle. — Peter Katz. Rathan Söderblom. Im gleichen Verlage. Unter den wenigen Staaten, die in der Kriegs- und Rachkriegszeit für Deutschland volles Verständnis gezeigt h ben, steht Schweden obenan. Der evangel.-luther. Erzbischof Rathan Söderblom zu Upsala kann in dieser Hinsicht als der hervorragendste Vertreter Liner Volkes gelten. Seit Jahren hat er das Ziel, die Christenheit, die sich in verschiedenen Kirchen und Organisationen zersplittert, zu einigen. Diese Einigung will er im Sinne des Weltkonzils zu Stockholm, das vor wenigen Monaten stattgefunden hat, durch die „Tatgemeinschaft der Liebe" erreichen. In seinem Buche tritt er überall als der geistvolle, warmherzige Theologe hervor. S?hr wertvoll ist in diesem Zusammenhang das Buch des badischen Pfarrers Peter Katz, das eine Biographie und eine Darlegung der Gedankenwelt des schwedischen Kirchenmannes gibt (462) D. Möbel Brück 10717c Giessen Brandplatz (Altes Schloss) Preiswert Kulant Bequeme Teilzahlungen 28 Jahre litt ich an LurchTchcnmianNaaemit fixirhn Cnifn Oderuieyer'S Mediz'nai ,S2<-0 MMug non MrlkWngen Die zur Auffüllung neuer Eirahen, strecken erforderlichen Fuhrleistungen sollen Samstag, den 21. dS. Mts. vormittags 10 LIHr, öffentlich vergeben werden. Die Derdingungsunterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen und sind Angebote auf vorgefchrieVenem Formular rechtzeitig ab» zugeben. Zufchlagsfrist zwei Wochen. Giehen, den 16. Rovember 1925. Stadtbauamt Giehen. Braubach. Arbeitsvergebung. Für die Feldbereintgung Wieseck sollen Montag, den 23.2lov. 1925 vormittags 9 Llhr, auf der Bürgermeisterei zu Wieseck Drainage-Arbeiten.....zu 7020 Mark. Liefern von Pflöcken.....zu 35 veranschlagt in einzelnen Losen vergeben werden. Die Berdingungsunterlagen liegen auf Heff. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlages verschlossen, mit entsprechender Aufschrist versehen, posttr« bis z. EröffnungStermin einzureichen find. Zufchlagsfrist 3 Wochen. Giehen, den 13. Rovember 1925. Drei Br jsuHandarbeiten auf prima weißem Halbleinen gezeichnet, zu besonders günstigen Preisen! Muster Violetta Muster Erika In allen diesen 3 Zeichnungen kostet! 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Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlichst. Heinrich Erb und Frau Mieze geb. Scheel Giehen, den 17. November 1925 Mein Umbau ist beendet und mein Lokal von heute an wieder geöffnet Franz Neumeier Spezialhaus für Arbeiter- und Berufs - Schuhwerk Warme Schuhe für die kalte Jahreszeit! Bom 18. d. Mts. an liegen die Kirchenrechnungen für 1924, jedesmal vormittags von 9-1 älhr, acht Tage lang zur (Sin- sichtnahme durch die Gemeindeglieder offen, und zwar die Rechnung der Gesamtgemeinde und der Lukasgemeinde int P arrhause der Lukasgemeinde, die Rechnungen der Matlhäus-, Markus- und Iohannesgemeinde in den Pfarrhäusern der betr. Gemeinden. Giehen, den 16. Rovember 1925. Evangelischer Gefamtkirchenvorstand: 10935t) Bechtolsheimer. / Fr. 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