jjieaag, v. Juli <925 Blatt 175. Jahrgang Aufwertung und Finanzausgleich Der Konflikt zwischen Die Verkündung der Aufwertungsgesetze Ahr 1 Reparationslasten zu- Sur n Deutscher Reichstag. Berlin, 16. 3uIL Das Haus erledigt Kr. 165 Erstes Erscheml täglich, au| Sonn: und Feiertags Beilagen: G>eßenerFamilienblLttei Heimat im BUd monatstbejucirrei?: 2 Goldmark u 20 Gold" Pfennig für Trägerlohn, euch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Frrnsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, ‘Der- ^agundGeschafis stelle 51 Anschrift für Drahtnach- sichten. rlnzeigerSietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. Hl. 11686. Reich und Ländern die Bewilligung von 30 Prozent (35 Prozent) von der Amsaysteuer bedeutet für das Jahr 1926 etwa 150 Millionen mehr für die Länder, während die Herabsetzung von 90 Prozent auf 75 Prozent bei der Einkommensteuer für sie ein Weniger von 300 Millionen bedeutet. Die Länder werden also nach Ansicht der Reichsfinanz- verwaltung nur mit 150 Millionen Mark zu den Mehrausgaben des nächsten Jahres herangezogen und man erklärt, daß davon nicht nachgelassen werden könne, da die Länder sich weigern, dem Reiche 25 Prozent der Einkvmmen- und Körperschaftssteuer zuzubilligen und da andererseits die Reichsfinanzverwaltung von ihrem Standpunkt nicht abgeht, so ist eine Derst ändigung nicht möglich. Diese Lat- fache wird man als Ergebnis der gestrigen Aussprache seststellen müssen. Es wird also nun auf die Entscheidung des Reichstages ankommen. Hier liegen die Dinge so, daß unbedingt eine Mehrheit für die Auffassung der Reichsverwaltung vorhanden ist. Vie Zinanzlage des Reiches. Bedrohliches Defizit für 1926. Berlin, 16. Juli. (Wolff.) Der Steuer- ausschust überreichte dem Reichsfinanzminister eine Aebersicht über den Haushaltsentwurf für 1925 nach dem Stande vom 17. Juni. Er wies darauf hin, daß das Jahr 1926 noch schlechter abschneiden werde, wenn nicht die nötigen Abstriche gemacht würden. Staatssekretär Fischer erläuterte die Aebersicht, die mit einem vorläufigen Fehlbetrag von 760 Millionen Mark abschließe, der sich durch das Aufkommen aus der Münzprägung (225 Millionen) und die Rückstellung aus den Aeberschüssen von 1924 für die Aufwertung (150 Millionen) auf 385 Millionen Mark verringere. Für 1926 aber werde sich bei der gegenwärtigen Ctataufstellung dieses Defizit vermutlich a u f 6° bis 7 0 0 Millionen Mark erhöhen, ein Defizit. daS wachse Die Einnahmen aus der Münzprägung dürften sortfallen. Die Anleihe-Aufwertung werde sich gleichfalls dann erst auswirken. Man dürfe die Ausgaben nicht erhöhen und müsse jeden Ausfall an Steuern verhüten. In der Frage des Finanzausgleiches sei das Reich schon viel weiter gegangen, als es nach der Lage des Etats für 1926 nach hätte gehen dürfen. gelehnt habe. Auch Abg. o. Richthofen (Dem.), Seif- fert (Volk.) und Dr. Korsch (Komm.) lehnen für ihre Fraktion das Anleihegesetz als unbefriedigend in jeder Beziehung ab. Die namentliche Schlußabstimmung wird mit Rücksichtnahme auf den Kommunistischen Parteitag auf 6 Ahr nachmittags ausgesetzt. Annahme findet mit den Stimmen der Kompromißparteien ein Antrag Dr. Wunderlichs (D. Bpt.), durch den bestimmt wird, daß das Anleiheablösungsgesey zugleich mit dem Hypothekenaufwertungsgesetz verkündet werden soll. Präsident Loebe nannte in diesem Zusammenhänge den 16. Juli 1925. Das Haus tritt dann in die 2. Beratung des Gesetzentwurfes über den Ausbau der Angestelltendersicheruag ein Die Vorlage sieht eine Steigerung der Leistungen der Angestelltenversicherung vom 1. 7. 25 ab und eine Beitragserhöhung vom 1' 9. 25 vor. Abg Aufhäuser (Soz.) wendet sich gegen die Höhe der neuen Beiträge, die für die Angestellten untragbar seien. Zu verwerfen sei der soziale Druck, der durch die Vorlage grade auf die schlechtbezahlten Angestellten ausgeübt werde Es fei erforderlich, die Ver- angesichts der steigenden außerordentlich drohend dürfte im Auslande Zweifel an der Stabilität unserer Währung entstehen, die sich jedoch äußern könnten, wenn wir unseren Etat für 1925 nicht genauer balancierten. Der Reichssinanz- minister fügte hinzu, daß die Reparationslast 1926 von 290 auf 495 Millionen Mark an - sei. Keinesfalls MM -fl rt ä 6 tzH RAM iiLiinuen Verwaltungen und mit spezieller Genehmigung erfolgen durfte, bringe die gegenwärtige Vorlag die gänzliche Aufhebung deS Abbaues. Ramens der Kompromißpacteien gibt ver Abg. Schmidt (Dntl.) eine Erklärung ab, in der er im Interesse der Deamtenschast darum bitte, daß die Vorlage heute abend noch von dem Hause angenommen wird. Abg. S t e i n k o p f (Soz i wendet sich gegen die Behauptungen, daß der Abbau durch die ge- setzlick>e Vorlage beendigt werde. Hierauf vertagt sich das Haus auf Freitag mühten. Abg. Thiel (D. Dp.) gibt namens der Kompromihparteien, der Deutschnationalen, des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei und der Wirtschastlichen Vereinigung eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Die Sozialdemokratie träte nur aus volitischen Gründen für die Angestellten ein. Sie wollten die Angestellten mit den Arbeitern zu einer Majorität zusammen- schliehen, um mit dieser Majorität ihre staatspolitischen Wünsche zum Ziele zu führen. Die Kompromihparteien hielten an der paritätischen Deitragsleistung fest, weil das die Voraussetzung sei für die paritätische Verwaltung der Versicherung. Die Vorlage bringe eine Aufwertung der bisherigen Leistungen, die fast an die Dorkriegsgrenze heranreiche. Gegenüber den Vorwürfen, dah die Angestellten-Ver- sicherung ein Vermögen anhäufe, müsse betont werden, daß die Zahl der Ruhegeldempfänger sich in wenigen Jahren verdoppelt haben werde. Eine solche Politik auf lange Sicht läge erheblich mehr im Interesse der Angestellten und des Vaterlandes als die agitatorische Phraseologie der Sozialdemokraten. iBeifall rechts!) Jn der E i nz e l vera tu n g der Vorlage werden alle kommunistischen und sozialdemokratischen Abänderungsanträge durch die Kompromiß- Parteien abgelehnt. Es bleibt bei der von den Kompromihparteien getroffenen Ausschuß- f a s s u n g. Beim Abschnitt Aenderung der Reichsbeisicherungsordnung seht sich Abg. Karsten (Soz.) dafür ein, daß die in der Novelle vorgesehenen Beitragserhöhungen zur Invalidenversicherung nur für die Erhöhung der Renten, nicht aber für die Ansammlung von Dersicherungsvermögen verwendet werden, wie es bei der Angestelltenversicherung geschehen ist. Abg. Moldenhauer (Dtsch. Dp.) betont, dah die Jnvalidenversicherungsnovelle eineMehr- ausgabe von 100 000 000 Mk. für die Landwirtschaft bedeute. (Hörti Hört! links.) Die Deutsche Dollspartei könne einer solchen Mehrbelastung zur Zeit nicht zustimmen, da schon die Ange- stelltenversicherungsnodelle eine Mehrbelastung von 40 000 000 Mk. bringe. Abg. Zingler (Dem.) unterstreicht, die erhöhten Renten kämen zwar nicht entfernt an die Existenzmöglichkeiten heran. Aber die Wirtschaft forme nicht mehr leisten und gegenüber diesem Zustand der Wirtschaft sei alles Redett vergeblich. — Damit schlieht die allgemeine Aussprache über diesen Teil der Novelle. Er wird in der Einzelabstimmung unter Ablehnung sozialdemokratischer und kommunistischer Abänderungsanträge in der Ausschuhfassung bewilligt. Annahme fand ein interfraktioneller Antrag, der den Grundbetrag der Invalidenrenten von 120 Mark auf 168 Mark erhöht. Ein sozialdemokratischer Antrag. der hie Dersicherungsgrenze in der Ange- stelltenversicherung von 6000 Mark auf 8400 Mk. erfrören wollte, wird in namentlicher Abstimmung mit 231 gegen 192 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. In einer weiteren namentlichen Abstimmung wird ein anderer sozialdemokratischer Antrag mit 240 gegen 179 Stimmen abgelehnt, der das Heilverfahren für die Angestelltenversicherung zur Mußverfafsung machen will, wenn der Der- trauensarzt der Versicherungsanstalt das Heilverfahren als notwendig bezeichnet. Die gesamte Vorlage wird bann auch in 3. Beratung angenommen. Das Gesetz ist auch in der Schluhabstimmung angenommen. Das Haus wendet sich dann der Schlußabstimmung über das Anleiheablösungs» geseh zu. Die Schluhabstimmung über den Gesetzentwurf zur Ablösung öffentlicher Anleihen wird auf einen sozialistischen Antrag namentlich Vvrgenommen. Sie ergibt die Annahme des Entwurfes in der Fassung der Kompromihparteien mit 227 Stimmen dieser Kompromißparteien gegen 196 Stimmen der Opposition, bei zwei Stimmenthaltungen. Dann tritt das Haus in die 2. Lesung des Gesetzentwurfes über die 2. Aenderung der Personalabbau regelung ein. Reichs!inanzminister von Schlieben gibt seiner freudigen Zustimmung Ausdruck. Nachdem vrm 1. Januar 1925 der Abbau nur noch in be- sicherungs ar e n z e von 6000 Mark der Dor- lage aus 8400 Mark z u e r h ö h e n. Der Redner fetzt sich für das obligatorisch- Heilverfahren bei der Angestelltenversicherung ein. Trotz der Dürftigkeit der Dorlage werden die Sozialdemokraten ihr zustimmen, weil die Rentner selbst auf die wenigen Rentenverbeflerungen nicht verzichten könnten. (Beifall links.) Abg. Schneider (Dem.) bestätigt, daß die Renten auch jetzt noch als dürftig zu bezeichnen seien, betont aber, daß eine höhereRenten- zahlung auch höhere Beiträge Vorau s s e h e . und daß aber jetzt eine weitere Erhöhung der Beiträge unmöglich fei. Der Redner unterstützt dann eine Heraufsetzung der Dersicherungsgrenze auf 7200 Mk. und wünscht, dah die Angestellten im Heil- versahren zu einem rechten Anspruch kommen nächst die rückständigen Abstimmungen , Errichtung der Rentenbankkreditanstalt. Unter Ablehnung sozialdemokratischer und kommunistischer Aoänderungsanträge wird die Dorlage in 2. und 3. Lesung gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Cs folgt die 3. Beratung des Gesetzentwurfes über die Ablösung der öffentlichen Anleihen. Zu einer allgemeinen Aussprache wird von keiner Seite des Hauses das Wort gewünscht. Für die Einzelberatung haben Kommunisten und der Abg. Dr. Best (Dölkisch) Anträge eingebracht, die deren Anträgen in der 2. Lesung entsprechen. Alle diese Anträge werden gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Dor der Schluhabstimmung, die namentlich vorgenommen werden soll, erklärt Abg. Keil (Soz.), daß seine Fraktion auch dem An- leihcablösungsgesetz seine Zustimmung versagen müsse, und zwar aus denselben Gründen, aus denen sie das Hypotheken auf Wertungsgesetz ab- Das Stargarder Eisenbahnunglück. Schadenersatzansprüche an den polnischen Ttaat. Berlin, 16. Juli (WTB.) In dem Streitfall mit Polen über das Stargarder Eisenbahnunglück vom l.Mai hat die deutsche Regierung Ende Juni dem Vorsitzenden des Danziger Schiedsgerichts für den Durchgangsverkehr eine deutsche Replik überreichen lassen. Darin wird unter Beibringung reichlichen Beweismaterials die Behauptung aufrechterhalten, daß die Durchgangsstrecke Dirschau-Marienburg sich zur Zeit des Einfalles nicht in ordnungs- mähigem Zustande befunden hab: und daß somit die polnische Regierung die ihr nach dem sogenannten Korridorabkommen obliegende Verpflichtung zur normalen Instandhaltung der Durchgangsstrecke nicht erfüllt habe. Von großer Bedeutung ist auch die Frage, wer ü r d i e Folgen des Eisenbahnunglückes haftet. Polnischerseits ist die Ansicht vertreten worden, daß der polnische Fiskus von der Haftpflicht befreit fei, weil das Unglück durch ein Attentat herbeigeführt worden fei und somit höhere Gewalt vorliege. Diese Ausfassung kann.die deutsche Regierung nicht als zutreffend anerkennen. Abgesehen davon, dah der Beweis für das Vorliegen eines Attentats bisher nicht erbracht worden ist, ist darauf hinzuweisen, daß das Attentat an sich durchaus nicht eine höhere Gewalt im Sinne des Hastpflichtgesetzes darstelle und daß vielmehr dieSicherungsmaßnabmen bis jur Grenze des Möglichen gehen müssen. Die deutsche Re- gieung hat daher der polnischen Regierung erklärt, daß sie für die Folgen des Unglücks den polni- scheu Eisenbahn fiskus haftbar mache. Demgemäß wird sie durch das Reichsoerkehrsminifterium der kölnischen Eisenbahndirektion in Danzig die Danzig die Schadenersatzansprüche der ge- schädigten Personen übermitteln. Die Parteien zur deutschen Antwortnote. Berlin, 16. Juli. (IBB.) 3n der heute nach- mittag abgehaltenen Besprechung des Reichskanzlers mit den Vertretern der Regierungsparteien zu dem Zweck, sie über den Inhalt der Antwort auf die Rote Brlands zum deutschen Sicherheilspaktangebot zu unterrichten, wurde, wie in parlamentarischen kreiselt verlautet, volle Rebereinstimmung zwischen der Reichsregierung und den Regierungsparteien erstell. während die Vertreter der Regierungsparteien der geplanten Antwort zuslimmten, behielten sich die Demokraten und die Sozialdemokraten, die danach zu einer gesonderten Besprechung empfangen wurden, ihre Stellungnahme vor. Ernste Lage in Marokko. Neue Truppentransporte nach dem Kriegsschauplatz. Paris, 61. Juli (WTD.) Das Kriegsministerium veröffentlicht folgendes Kommunique: Gemäß den getroffenen Bestimmungen hat die ranzöstsche Regierung T r u p p e n v e r st ä r k u n- gen nach Marokko entsandt, um die Sicherheit der französischen Zone zu gewährleisten und durch ihre Erfolge über Abd cl Krim den 21 b • schluß des Friedens zu erleichtern. Diese Verstärkungen sind in der Konzentration begriffen. Hm ijjre Nutzbarmachung sicherzustellen, hat die französische Regierung beschlossen, Marschall P e t a i n an Ort und Stelle zu entsenden. Nach einer Meldung aus Rabat ist die Aushebung von Eingeborenenkontingenten durch den Sultan so gut wie beendet. Diese 5—600 Mann starte Truppe unter dem Kommando von Kaids und Notadeln werde durch Bewilligung steuerlicher Vorteile rekrutiert. Ihre Ausgabe wird vor allem darin bestehen, die Stämme politisch zu beeinflussen und sie auf der Seite Frankreichs zu halten. Einige Gruppen der franzosentceuen Stämme in der Gegend von Rabat in einer Stärke von 2—300 Wann sollen sich bereits im Feuer bewährt haben, bevor überhaupt die Aushebung begonnen habe. Die Nervosität der Pariser Presse über die Vorgänge in Marokko und die sich widersprechenden Meld urigen vom dortigen Kriegsschauplatz kommt in Vorschlägen zum Ausbruch wie der Krieg mit einem Schlage beendet werden könnte. »Ere Nouvelle" tritt dafür ein, alle verfügbaren Flugzeuge nach Marokko zu entsenden, erst dann könne Abd el Krim überwunden werden, wenn vorn Himmel ein Kugelregen herabfalle. Auch die anderen Blätter verlangen die Entsendung von Flugzeuggeschwadern. Es ist daher anzunehmen, daß sich die Regierung mit dem Gedanken trägt, eine i g-s -»dBs i&i s 8m L W n 9 g Das Aufwertungsgesetz vom ; Reichspräsidenten unterzeichnet. Berlin, 16. Juli. Der Reichspräsident f>at heute einen gemeinsamen Vortrag des Reichskanzlers, des Reichsjusiizmini. II e r s und des N e i ch s s i n a n z m i n i st c r s über die vom Reichstag zur Regelung der Auswertung beschlossenen Gesetze und die Frage der etwaigen Aussetzung der Verkündung entgegenge- tiommen. Der Reichskanzler und die Reichsminister legten die Vorteile dar, die die neuen Gesetze gegenüber der Dritten Steuernotvcrordnung zugunsten der Gläubiger enthalten. Sie wiesen ferner darauf hin, dsß nach einmütiger Austastung des Reichs- labinetts eine Aussetzung der Verkündung der vom Reichstag beschlossenen Gesetze eine für die Volkswirtschaft und dieStaalsfinanzen verhängnisvolle Lage schaffen, den inneren Frieden der Bevölkerung gefährden und so den Gesamt- inleressen des Volkes zuwiderlaufen würde. Der Reichspräsident, der sich gemeinsam mit der Reichsregierung dauernd bemüht hat, eine den Interessen der Gläubiger, namentlich der ftleinrcnfner und Kriegsopfer, möglichst Rechnung tragende Gestaltung der Aufwertung herbeizusühreu, konnte sich der Berechtigung der ihm vorgetragenen Gründe nicht verschließen. Der Reichspräsident hat sich deshalb dahin entschieden, von dem ihm nach der Reichsversassung zustchenden Rechte, die Verkündung der Gesetze auszusehen, keinen Gebrauch zu machen. Er hat demgemäß die beiden Gesetze vollzogen und ihre Verkündung veranlaßt. Das Aufwertungsgesetz im Reichsrat. Berlin. 16. Juli. (WTD.) In seiner heutigen Plenarsitzung hat der Reichsrat mit 43 gegen 23 Stimmen gemäß dem Ausschußantrag Deschlosfen. den Gesetzentwurf über die Ablösung öffentlicher Anleihen in der I Fassung des Reichstags zur Kenntnis zu nehmen. Gegen das Gesetz stimmen Berlin (eine Stimme), Grenzmark Posen°Westpreußen (eine Stimme), Bayern (10 Stimmen). Sachsen (7 Stimmen) und Württemberg (4 Stimmen). Darauf nahm der Reichsrat den vom Reichstag angenommenen Gesetzentwurf über die Errichtung der Rentenbankkreditanstalt zur Kenntnis, ohne Einspruch zu erheben, nachdem der bayrische Vertreter v. P r c g c r erklärt hatte, daß die bayrische Regierung zwar grundsätzliche Bedenken gegen eine so weitgehende Zentralisation des Kreditwesens aufrechterhalten müsse, aber bei ihrer Aussichtslosigkeit davon absehe, solche De^ ienfen zu erheben und nachdem die Vertreter der württembergischen und der basischen Regierung sich dieser Erllärung angeschlossen hatten. Der Streit um den Finanzausgleich. Keine Verständigung zwischen Reich und Ländern. Berlin. 17. Juli. (£ü.) Wie bereits gemeldet. weilt der bayerische Ministerpräsident Dr. Held in Berlin, um mit dem Reichssinanzmini- ; ft er in der Frage des Finanzausgleiches zu verhandeln. Hebet den Fragenkontpler gibt die ..tägliche I Rundschau" folgende Darstellung: Die Dinge stehen, rein sachlich betrachtet, so, daß die Der- tretet der Länder geltend machen, sie könnten eine Herabsetzung des il e b e r to e i = sungsanteils in derEinkommen- steuer von 90 Proz. auf 75 Proz. wohl in Kauf nehmen, wenn, wie ursprünglich beabsichtigt, das Zuschlags recht der Länder und Gemeinden schon am 1. April 1926 in Kraft trete. Da inan aber die Einführung des Zuschlagsrechtes um ein Jahr vers «Hoben hat. so sei es den Ländern unmöglich, mit dem verminderten lieber» weisungsbetrag auszukommen. Wie es schemt, lind die Länder geneigt, an Stelle des bisherigen Ueberweisungsbetrages von 90 Proz. auch mit einem solchen von 80 Proz. tterlieb zu nehmen, nachdem ihr Antell an der Umsatzsteuer auf 31 Prvz. anstatt 20 Proz. und für das Jahr 1926 auf 35 Proz. festgesetzt worden ist In der Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten Held und dem Reichskanzler ist indessen von Seiten des Reiches erklärt worden, daß die Reichsderwaltung auf den Anteil an der Einkommensteuer von 25 Prozent unter keinen Umständen verzichten könne und daß deshalb das Reichsfinanzmini- fterium auf ein Kompromiß nicht einzugehen vermöge. Die Reichssinanzverwaltung besteht auf der Auffassung, daß der bisherige Uebertoei- sungsanteil von 10 Prozent gerade di e Er - hebungskosten decke, daß das Reich aber noch 15 Prozent nötig habe, um einen Zuschuß zu seinen sonstigen Einnahmen zu gewinnen. Diese Haltung der Finanzverwollung hängt mit der allgemeinen Finanzlage zusammen, wie sie der Staatssekretär Fischer gestern im Steuerausschuß ' dargestellt hat. Unter diesen Umständen erklärt die Reichs- finanzverwallung daß sic am Ende ihrer Zugeständnisse ’n'eV'rg ang-bng' feb Unna . j.« dnjeiqen für die lagesnummerbi» jum ‘Jiad'mrttai) vorher ohne |t6e'UerbmbluhhfiL Preu für I mm höhe für Anzeigen von 27 » IN Brette ortlicbK, ausroart» 10 (ßolbp.ennig; für Ne» Klame-An eigen v 70 m Breite 35 u olbpfcnnig, Pl^yvorschrist 20 Aufschlag Aerannoortlich für Politik u. Feuilleton: Dr Friede Wilk Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für fren Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Gießen General-Anzeiger für Gberhefsen Vruck und Verlag: vrühl'sche Universitats-Vuch- und Steinörudcrei R. Lanze in Gießen. Sdfriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. größere Anzahl von Flugzeugen nach Marvtco zu schicken. Pata in erklärte vor seiner Abreise, vor allen Singen müsse bei den Truppen, die schon monatelang in Marokko übermäßigen Anstrengungen aushalten, das Vertrauenwie- derhergestellt werden. Es würden Verstärkungen von Oran und weiter von Easablanca herangezogen werden. Neue Erfolge der RifKabylen. M a d r l d, 16. Juli. (TA.) 3n Madrid wird offiziell bestätigt, daß die Rif.Kabhlen Dab e l L a z - a, einen strategisch wichtigen Vorort von Tazza, eingenommen haben und die Bahnlinie nach §ez beherrschen. Aus sicherer Quelle wird ferner berichtet, daß die Garnison von Ah i ans, 22 Klm. nordwestlich von Aezzan, von den Rifkabhlen genommen worden ist. Die Garnison soll gefangen genommen und in das Innere des Landes abgeführt worden sein. Französische Flottenrevue. Paris, 16. Juli. (MTV.) Die Flottenrevue. die heute vormittag in Cherbourg in Anwesenheit des Präsidenten der Republik, des Ministerpräsidenten und sämtlicher Minister stattfand, war die erste Flottenkundgebung, die in Frankreich seit dem Jahre 1911 stattgefunden hat. Es nahmen an ihr etwa 60 Einheiten des Mittelmeergrschwaders. der Kanalund der Rordsee-Sivisivn teil sowie zahlreiche Schulschiffe und ein Teil der Wasserflugzeuge. Im ganzen zählte man ohne Grohkampfschiffe 6 Panzerkreuzer, 30 Torpedoboote und 20 Anter- seeboote. Außerdem ist ein riesiges Antersee- b o o t, das den Ramen „Redoutable" erhalten soll, auf Kiel gelegt worden. Auf dem Panzerkreuzer „Paris" fand nachmittags ein Galafrühstück statt, in dessen Verlauf nach Begrüßung durch den Marineminister der Präsident der Republik eine Rede hielt. England und China. Berlin, 17. Juli. (TU.) Wie der „Lokalanz." aus London meldet, hat die englische Regierung den in China interessierten Mächten eine Note zu- gestellt, in der sich 1. England mit einer Untersuchung der Vorfälle in Schanghai durch dortige Unparteiische einverstanden erklärt: 2. unter der Bedingung, daß China das ihm etwa zur Verfügung gestellte Geld für den Wiederaufbau, nicht aber für militärische Zwecke verwendet, ist England bereit, an einer von Amerika einberufenen Konferenz über die chinesische Zollfrage teilzunehmen; 3. ^ie britische Regierung würde bei einem erfolgreichen Verlauf der Verhandlungen mit der Einsetzung einer Kommission einverstanden sein, die die Exterritorialitäts- frage erörtert. Wie der Korrespondent der „Chikago Tribüne" aus Schanghai berichtet, beanstanden die Chinesen in der Hauptsache, daß die Schanghaier Mu- nizipalbehörden ihren Beamten die Höch st en Gehälter bezahlen, welche jemals in irgendeiner Stadt der Welt bezahlt wurden, und daß alle britische Beamte seien. Es gingen ferner Gerüchte um, daß die chinesische Handels- I kammer ein geheimes Dokument vorbereite, welches Bestechung und Korruption der einzelnen | Abteilungen der Stadtverwaltung sowie auch der Verwaltung des gemischten Gerichtshofes vorwerfe. Die Handelekammer beabsichtiot, dieses Dokument zu veröffentlichen, falls der Munizipalrat ab- lehnen sollte, den chinesischen Forderungen auf B e- teiligung an der Lokalregierung stattzugeben. Der deutsch-polnische Wirt chaf skrieg. Vertagung dor deutsch-polnischen HanÄclsvertragsvcrhandiun en. Berlin, 16. Juli. (MB.) Die polnische Delegation für die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen hat aus das letzte Schreiben des deutschen Bevollmächtigten, in dem Deutschland die polnischen Forderungen als unannehmbar bezeichnete, bisher eine sachliche Antwort nicht erteilt . Der polnische Bevollmächtigte hat indessen mündlich angeregt, spätestens am 16. September zusammenzukvmmen, um die Lage sodann einer Prüfung zu unterziehen. Der deutsche Bevollmächtigte hat sich jederzeit zu neuen Verhandlungen bereit erklärt, sobald Polen anderweitige Vorschläge macht. Bei den zur Zeit bestehenden Gegensätzen wird allerdings eine erneute Prüfung der Lage im September nur dann zur Beilegung des Wirtschaftskrieges führen können, wenn Polen sich zu erheblichen Konzessionen versteht Hessischer Landtag. Um die Landwirtschaftskammer. Theaterfragen. Darmstadt. 16. Juli. (Eigener Bericht.) Präsident Adelung eröffnet die heutige Sitzung um 91/* Ahr. Das Haus tritt sogleich in die Beratung des Voranschlags ber Kapitel 85 „Landwirtschaftskammer" ein. Abg. Schott (D. D. P.) beantragt hierzu eine Erhöhung des staatlichen Zuschusses für die Kammer. Abg. Lux (Soz.) beantragt, daß die Landwirtschaftskammer eine Rachweisung über die Verwendung der Staatsbeiträge dem Landtag vorlegt. Weiter fordert Abg. Lux. daß von dem Betrag von 11470 Mark zur Förderung der Rindviehzucht auch für Schwarzbuntvieh ein Teil Verwendung findet. Abg. Lux weist in der mündlichen Begründung zu feinem Antrag daraus hin. daß die Kosten der Landwirtschaftskammer im Verhältnis beträchtlicher gestiegen seien als die Staatsausgaben, und zwar um 50 Prozent: die Staatsausgaben mir um 46 Prozent. Die Umlagen der Landwirtschaftskammer seien um 120 Prozent gestiegen. Der Redner macht dann auf tue Erhöhung der Deamtenzahl in der Landwirt- schastsiaminer aufmerksam und verlangt Abbau der Bauberatungsstelle, der Duchführungs- und der Steuerberatungsstelle sowie Aenderung des Landwirtschaftslammergesetzes in der Weise, daß der Beitritt fakultativ ist. Der „Landwirtschaftlichen Zeitschrift" werde ein Organ des Bauernbundes beigelegt, das fei Politik, von der sich die Landwirtsc^lftskammer fernhallen sollte. Abg. Schott (St. Dpt.) erklärt, die Deutsche Dolkspartei sei unbedingt für die j-vdcung der als ein wichtiger Zweig der Volkswirtschaft- Wer die Tätigkeit der Landwirtschaftlichen Institute und der Landwirtschaftskammer beobachtet, der muß einsehen, wie notwendig gerade jetzt die Förderung der Landwirtschaft ist und rote ste bedacht ist, sich alle Fortschritte zu eigen zu machen. Durch die Wetterkatastrophen des vergangenen Jahres sei ein gewaltiger Schaden an* gerichtet worden: die Abwehr- und Hilfsmlltel seien unzulänglich, nur angemessene Preise konnten durchgreifend helfen. Die Ansichten des Reichsbankpräsidenten über die Landwirtschaft seien durchaus irrig. Die K r e d i t e , die vom Reiche für den Weinbau ausgesetzt sind, durften nicht für den Weinhandel verwendet werden. Die „Landwirtschaftliche Zeitschrift werde unentgeltlich jedem Landwirt zugestellt, das Hot einen erheblichen Mehraufwand verursacht, der sich aber rentieren wird. Das Organ der Landwirtschaftskammer treibt keinerlei Politik. Zum Schluß seiner Rede befürwortet Abg. Schott seinen Antrag auf Erhöhung des staatlichen Zuschusses für die Landwirtschaftskammer. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Angermeier (Komm.) macht ähnliche Ausführungen wie der Abg. Lux. Abg. Bla nk (Zentr.) wendet sich gegen die unbegrenzte Umlage der Landwirtschaftskammer, hält aber die Bauberatungsstelle für eine segensreiche ' Einrichtung, ebenso wenig sei die Buchführungs- und Steuerberatungsstelle zu entbehren, sie werde gerade von dem kleinen und mittleren Grundbesitz stark benutzt. Der Bauernbund möchte seine Beilage, die der „Landwirtschaftlichen Zeitschrift" beigelegt wird, zurückziehen. Der Redner tritt für die Züchtung von Schwarzbuntvieh ein, in der Weise, daß man die Bullenhaltung nicht erschwert. Zu tadeln sei es, daß mdn Vorstands» beschlüsse der Landwirtschaftskammer den Mitgliedern nicht mitteilt. Das Zentrum werde für den Antrag Schott, aber auch für den Antrag Lux (Schwarzbuntvieh) ftimmen. Abg. Dr. von H e l m o l t (Dbd.) erklärt, wenn der Bauernbund die Mehrheit in der Landwirtschaftskammer hat. so haben wir doch auch das Recht, unsere Meinung zu äußern. Im Vorstand sind die Parteien der Kammer ihrem Stärkeverhältnis entsprechend vertreten. Die Kosten der Beilage des Bauernbundes trägt die Organisation: andere Organisationen tonnen ungehindert ebenfalls ihre Organe beilegen. Die Landwirtschaftskammer habe die Ausgabe, mit- öeizutragrn, die landwirtschaftlichen Betriebe auf höhere Leistungsfähigkeit zu bringen, gerade in der Gegenwart, darum ist ein Abbau von Einrichtungen schwer möglich. Darum sind Beuberatungsst^lle. Buch- und Steuerberatungs- stelle notwendig. Bedauerlich fei, daß ein Parlament, das von Viehzucht so gut wie nichts versteht, Entscheidungen von so weittragender Bedeutung, wie die Frage der Zucht des Schwarzbuntviehs, entscheiden will. Der Redner erklärt, daß er zu dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer das Zutrauen habe, daß er sparsam wirtschaftet. Vorübergehend sei eine Steigerung der Ausgaben in der Landwirtschafts- f(immer nicht zu vermeiden, aber eS seien, anders wie beim Staat, produktive Ausgaben. (Lebhafter Beifall rechts.) Ministerialdirektor Hebel meint, Kritik sei notwendig auch die Landwirtschaftskammer müsse sich eine Kritik gefallen (affen. Vieles, was hier gesagt worden fei, wäre besser im Plenum Oer Landwirtschaftskammer vorgebracht Worten. Abg. Lux habe von einer „Luderwirtschaft" gesprochen, dieser Ausdruck sei entschieden zurückzuweisen. Die Landwirtschaftskammer fei lange erstrebt worden von Öen Landwirten, deshalb könne er der Forderung, die Kammer wieder aufzuheben, nicht bei^flichten. Das Aufsichtsrecht des Staates sei beschränkt: der Redner legt die Gesetzesbestimmungen dar, auf denen sich das Aufsichtsrecht gründet. Er habe aber volles Vertrauen zur Landwirtschaftskammer. Dis jetzt sei noch kein Beweis erbracht worden, daß die Land- wirtsch-'ftsknmmer sich politisch betätigt hat. Auch die Beilagenfrage sei keine politische Betätigung, besser wäre es aber gewesen auch den Schein zu vermeiden und die Beilage abzulehnen. Die Cinrerhung der Beamten in die entsprechenden Besoldungsgruppen bei den besonders qualifizierten Beamten bestehe zu Recht und könne gebilligt werden, nicht aber eine höhere Einstufung. Dis jetzt sei der Amlagekoeffizient noch nicht mit- geteilt worden, infolgedessen hätte der Voranschlag noch nicht genehmigt werden können. Der Redner spricht sich günst g aus über die Bau» beratungsstelle sowie über die Duchfüh-- rungs- und Steuerberatungsstellen. Die st a a t - lichen Gelder zur Förderung einzelner landwirtschaftlicher Zweige würden nicht an Einzelpersonen gegeben, sondern für allgemeine Zwecke verwendet: der Voranschlag der Kammer gebe darüber Auskunft. Es liege selbstverständlich für die Kammer auch fein Grund vor, mit den Zahlen nach der Abrechnung hinter dem Berge zu halten. Der Minister befürwortet den Antrag Schott, wendet sich indefsen gegen d ie Behandlung der Frage des Schwarzbuntviehes hier im Landtag. Auch in feinen weiteren Ausführungen bittet der Redner, Beschwerden doch in erster Linie bei der Landwirt- schaftskammer vorzubringen und hier im Hause nicht eine leidenschaftliche, sondern eine sachliche Kritik zu üben. Abg. Fenchel (Bbd.) kommt auf die Tatsache zu sprechen, daß man mehr Steuern von der Landwirtschaft verlangt, daß aber das Ministerium den Beschluß gefaßt habe, die für die Förderung der Landwirtschaft bereitzustellenden Mittel zu kürzen. Andere Staaten bewilligten gerade jetzt der Landwirtschaft erhöhte Zuschüsse. Es sei doch merkwürdig, daß fast alle Positionen des Voranschlags erhöht worden wären, allein die für die Landwirtschaft seien verringert worden; im Namen der hessischen Dauern protestiere er gegen die Zuschußkürzungen. Qln Hand von Zahlen des Voranschlags weist der Redner auf die geringeren Ziffern als früher hin. Eigentümlich fei es, daß man hier fo viel von Förderung der landwirtschaftlichen Produktion spreche, aber die hierzu notwendigen Mittel wolle man nicht bewilligen. (Zustimmung rechts.) Minister Raab weist auf verschiedene Kapitel des Voranschlags hin, in denen, außer in Kapitel 85, Mittel für die Landwirtschaft bereitgestellt werden. Die Staatsregierung sei damit einverstanden, daß statt der Summe von 1913 tm Betrage von 141 000 Mark die jetzt geforderte Summe von 196 490 Mark bewilligt wird. v.5 folgen Ab ft i m m u n g e n ; zunächst w-r-- den die Kapitel 75—84 angenommen. Kapitel 75 „Ministerium für Arbeit und Wirtschaft" weist 11175 Mk. in Einnahme und 379 275 Mark in Ausgabe auf: Kapitel 76 „Stellvertre- tungs- und Aushilfskosten usw." 60 000 Mk. Ausgabe; Kapitel 77 „Postgebühren" 30 000 Mk. Ausgaben, .Hochbauwesen" 36 840 Mk. Ausgaben, „Geologische Landesanstalt" 1500 Mk., „Kosten der Pachteinigungsämter" 120 000 Mk. Einnahme und ebensoviel in Ausgabe: Kapitel 81 fällt aus: Kapitel 88 „Erwerbslosenfürsorge usw." 5 013 000 Versuchswesen usw." 85 500 Mk. Einnahme und 544 724 Mk. Ausgabe, Kapitel 83 „Bodenverbesserung und Wasserversorgung" 89 000 Mk. Einnahme und 1 222 641 Mk. Ausgabe: Kapitel 84 „Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft" 99 884 Mark und 419 353 Mk. Ausgabe. Kapitel 85 „L a n d w i r t s ch a f t s k a m m e r" wird nach den Ausschußanträgen artgenommen, also auch die Anträge Schott und die beiden Anträge Lux. Die Ausgaben betragen 196 490 Mk. Ferner stimmt das Haus den Kapiteln 86 bis 99 zu. Ka- pitel 86 „Reichsoersicherung" sieht in Einnahme 16 100 Mk. und in Ausgabe 257 711 Mk. vor und Kapitel88 „Erwerbslosenfürsorge usw." 5 013 000 Mark. Für Kinderspeisungen sind 200 000 Mk. bewilligt. Kapitel 90 „Bergbau" weist 23 406 Mk. auf, Kapitel 91 „Förderung des kaufmännischen Unter: richtswesens" 24 500 Mk., „Technische Privatunterrichtsanftalten" 1000 Mk., Kapitel 93 „Gewerbeaufsicht" 121 650 Mk., Kapitel 94 „Dampfkessel- prüfung" 88 000 Mk. Einnahme und 76 100 Mk. Ausgabe, Kapitel 95 „Eichwesen" 181 300 Mk. Einnahme und 144 190 Mk. Ausgabe, Kapitel 96 „Gewerbemuseum" 42 542 Mk. Ausgabe, Kapitel 97 „Chemische Prüfungestation zu Darmstadt" 46 069 Mark Einnahme und Ausgabe, Kapitel 98 „Gewerbliche Unterrichtsanstalten" 16 920 Mk. Einnahme und 307 489 Mk. Ausgabe, Kapitel 99 „Kunstgewerbliche Zwecke" 12 200 Mk. Ausgabe. Um 1 Uhr werden die Beratungen abgebrochen: nächste Sitzung heute nachmittag 3 Uhr. Präsident Dr. v. H e l m o 11 eröffnet die Na mittagsfitzunb um 3i Uhr. Auf der Tagesordnung steht Kap. 7 Landestheater. Abg. Dr. Keller (D. Vp.) befürwortet den Antrag der Deutschen Volkspartei, einen unabhängigen Sachverständigen mit der Prüfung der Personal- und Wirtschaftsverhältnisse des Theaters zusammen mit dem Intendanten zu betrauen. Die Theater der Nachbarschaft hatten immer höhere Preise, dafür hatten wir aber hier ein breiteres Publikum. Der Redner bedauert die Ablehnung des Zuschusses für das Gießener Theater. Daß wir Verpflichtungen für das Mainzer Theater haben, wird niemand bestreiten. Wenn wir für das Theater einen Zuschuß leisten, so müssen wir auch Kritik üben. Die Oper verdient Anerkennung: die bedeutendsten Werke von Gluck bis zur Gegenwart sind aufgeführt worden. Erfreulich ist, daß Rudi Stephan zu Wort kam. Es fehlten aber „Fidelio" und „Loh eng rin" sowie einige andere Opern. Ein Gerücht behauptet, ein Theatermaler sei nach Spanien geschickt worden, um die Dekorationen zu entwerfen. Ich kann das nicht glauben. Weit kritischer stehen wir dem Schauspiel gegenüber. Von Lessing ab, fehlen auch die meisten Klassiker, wie Kleist, Grillparzer und Hebbel: sie fehlen mit ihrem bedeutenden Spielplan. Von Gerhart Hauptmann fehlte in diesem Jahre des Bauernkrieges der „Florian Geyer". Man hätte dieses Stück sowie Goethes „Götz" und Lassalles „Sik- lingen" geben sollen. Von den Dramen eines gewißen Shakespeare i ft nicht ein einziges aufgefüfjrt worden; das ist ein unerhörter Vorfall in der Geschichte unseres Theaters. Auch Ibsen hat uns noch manches zu sagen. Man hat unserem Volke manches vorgesetzt, was keine gesunde Kost ist für unser Volk. Wedekinds „Erdgeist" weist viel Herzblut auf, aber es ist eine äußerliche Aufführung gewesen. Das Hauptpubliöum stellte die weibliche Jugend, das die Perversitäten, wie selbstverständlich herunterschlürste. Schauspielerinnen in diesem Stück sind zu bedauern. Abg. H e t n ft a b t (Ztr.) wendet sich gegen die Kritik, die an der Zentrumspartei wegen ihrer Haltung in der Theaterfrage geübt werde. In bezug auf die Kritik des Spielplans macht er ähnliche Ausführungen wie der Vorredner. Das Zentrum fei in der Frage der Bewilligung des Zuschußes gespalten. Abg. Kindt (Dschn.) ist ebenfalls für eine stärkere Heranziehung der Stadt Darmstadt zu den Unkosten des Theaters. Der Redner geht bann auf den (Spielplan Pes Theaters ein vom Stanbpunkt der Weltanschauung der Deutschnationalen. Das Theater fei kein Spiegel unserer Zeit; es spiegele nur die Zersetzungserscheinungen wieder. Technisch sei bas Theater auf ber Höhe, aber ber Spielplan sei kaum bester geworben als unter Hartung. Abg. Leuschner (Soz.) erklärt, feine Partei sei gegen die Anträge der Rechten, denn sie würden die Leistungsfähigkeit des Theaters herabsetzen. Auch dieser Redner bringt verschiedene Spielplanwünsche vor. Er sieht in Hartungs Theaterzeit einen Höhepunkt für das Landestheater, ber wieder erreicht werden müßte. Abg. Dr. Werner (Dschn.) bekämpft allgemein Schmutz und Schund in Kino und Bühne. Auf dem bisherigen Wege könne bas Landestheater nicht aufrecht erhalten werden: nur unter dem Eindruck, eine Ersparung herbeizuführen, seien seine Anträge gestellt. Finanzminister Henrich dankt für das Lob, das dem Intendanten Legal von einigen Rednern gespendet wurde. Es sei selbstverständlich, daß Wünsche geäußert würden, aber eine Beeinflussung der künstlerischen Ceitung werde die Verwaltung nicht unternehmen. Mit dem Spielplan sei der Intendant wohl auch nicht zufrieden, well er ein zum Teil unzulängliches Personal hatte: darum konnten auch viele der gewünschten Stücke nicht gegeben werden. Hartung habe sparsam gewirtschaftet, dasselbe Lob mü fe man auch der gegenwärtigen Theaterleitung penben. Mit bem Antrag ber Deutschen Dolkspartei ist ber Minister einverstanden, doch wünscht er, daß er dem parlamentarischen Ausschuß zur selbständigen Erledigung überwiesen wird. Der Grohdeulsche Tag in Darmstadt. Darmstadt, 16. Juli. (WB.) Der zweite Abend der Großdeutschen Tagung der Deutschen Volkspartei brachte nach Begrüßung des Bürgermeisters von Darmstadt ein Referat des Admirals Geoff, des ehemaligen Komman» l danken der „Kön.iasberg" über das Thema „A ns e r Recht auf Kolonien". Im Anschluß I an das Referat wurde eine Entschließung ein» I stimmig angenommen, in der es heißt: „Die zun> I Tag der Kolonien in Darmstadt zahlreich vcr- I sammelten Männer und Frauen fordern stürmisch die Wiedergutmachung des an Deutschland begangenen Kolonialraubes. Deutschland, das für die Entwicklung seiner Kolonien in wenig Jahren Großes geleistet hat, beansprucht als alte Kulturnation für sich das Recht, Ante i i zu haben an der kolonialen Betätigung und der Ausbreitung von Fortschritt und Kultur in eigenen Kolonien." — Der Landtagsabgeordnete Schröter sprach über „Die deutsche R o r d - mar k". Er stellte fest, daß der Kampf der Deutschen um die deutsche Rordmark noch nicht beendet fei, sondern, da der Kämpf gegen die ungerechte Grenzziehung ein Kampf gegen das Versailler Diktat sei, unbedingt vom ganzen deutschen Volke geführt werden müße. | Kleine politische Nachrichten, Das französische Kriegsgericht hat den Gene. ' ral von Schoch in contumaciam zu 20 Jahren Zwangsarbeit und 20 Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt. Gelegentlich eines Essens, bas Owen Poung, ber amerikanische Finanzmann, bem deutschen Botschafter Freiherrn v. M a l tz a n im Bankierklub gab, überreichte ber deutsche Botschafter Owen Poung bie Rote-Kreuz^ Medaille erster Klaffe. Rechtsanwalt Sachs- Berlin hat für ben im Schweriner Femmemorbprozeß zum Tobe verurteilten Oberleutnant a.D. Schöler Revi> f i o n beim Reichsgericht angemelbet. Wahrscheinlich werben sich auch bie Verteidiger ber anderen zum Tode verurteilten Angeklagten diesem Schritt anschließen. Kunst und Wissenschaft. Eine deutsche Tieffee-Expedition. Kapstadt, 16. Juli. (Wolfs.) Eine Gefell, fchaft hervorragender deutscher Gelehrter unter der Führung von Dr. Herz ist hier an Bord des Kontwlldampfers „Meteor' cingetroffen, j der am 16. April von Wilhelmshaven zu einer ; zweijährigen Tiefseeforfchungsfahrt tm Atlanti- j schen Ozean ausgelaufen war. Die Expedition, di« von einer privaten Vereinigung (Rotgemeinschaft) finanziert wurde, studiert geographische uni meeresbiologische Probleme. Es gelangen ihr wichtige Entdeckungen. Zum ersten Male sind unterseeische Strömungen wissenschaftlich beobachtet worden. Es ist festgestellt worden, daß warmes Wasser aus der nördlichen Atlantik in großen Tiefen bis zu 2000 Meilen südlich des Aequators strömt, wo es wieder an die Oberfläche tritt. Vom nördlichen Polargebiet geht eine Strömung nach Süden. In diesem Wasser befindet sich Aahrung, der Walfische und verschiedene andere Fischarten nachgehen. D e St- pedition hofft, die Bewegung der verschiedenen Fischarten des Atlantischen Ozeans feststellen zu tonnen. Der Dampfer begibt sich, nachdem er den Atlantischen Ozean zwischen Afrika und Amerika 14 mal durchkreuzt hat, nach dem südlichen Polargebiet, unter anderem auch nach der Bou- vetinsel, um von dort nach Osten zu gehen. Wettervoraussage. Heiter bis tagsüber warm, wechselnd« Winde, vorwiegend trocken oder Gewitterbildung. Das islä^ e Tief breitet sich mit einem Ausläufer weite üdöstlich aus. In Rord- unb Mitteldeutschem v haben die Winde daher auf südliche Rchtung zurückgedreht. Da die Temperaturen bisher nur von der Einstrahlung bedingt wurden, erreichten die Marima gestern 26 bis 28 Grad. Die schwanen Druckunterfchiede aus dem Kontinent haben Veranlassung zu örtlichen Teilbildungen gegeben, die gewitterhafte Störungen bald erwarten taffen. Aus Stabt unb Laub. Gießen, den 1Z. Juli 1925. Um einen (Efeubaum! Man schreibt uns: Im einstmals Fuldaschen Garten an der Ost-Anlage, der stets einer der schönsten Gießens war, steht jetzt unser schönes Amtsgerichtsgebäude. Mit einem Vorgärtchen an der Schmalseite nach der Ost-Anlage zu. Wer in den letzten Monaten vorbei ging, konnte glauben, daß der Staat diesen Vorgarten für bie Abteilung Linkraut des Botanischen Gartens hab« einrichten wollen. Solche Urrfrautgärten kosten nichts — selbst den Staat nicht — und erfreuen das Auge des Beschauers. Doch fein Blick wandte sich ab und blieb entzückt an den Efeubaume hangen, der wohl feit Jahrzehnten eine Zierde des besagten Gartens war und noch ist, an dem Efeu, der — imbezill tote Efeu nun einmal ist — sich eine Linde dazu auserkoren hattp, um an ihrem Stamm in liebender Sehnsucht nach dem Lichte emporzuranken. Des Efeus immergrüne, hoffnungsfrohe Blatter umfaßten die seufzende Tilia, die Lindin, immer mannhafter und stärker ertoiefen sich die mächtigen Arme des Efeus, in der Sprache des Botanikers der „Gemeine" geheißen, — bet Botaniker heißt fo manche schöne Pflanze „gemein" — und würgte sie ab. Das ist fo in der sich stets bekämpfenden und stets von selbst wieder aufbauenden Ratur. So ragt jetzt herrlich und schön der Efeubaum dort zum Himmel. Bei den alten Aeghptern war er Osiris, dem Gott« des Totenreichs, geweiht. Sinnentsprechend umrankt er zur Jetztzeit die tote — Tilia, die Lindin. Diese war längst ihrem Schicksal verfallet — der starke Immergrüne hatte gesiegt und setzte sich, die kahlen, nüchternen Flächen der hintre ihm stehenden Häuser freundlichst verdecken-, selbst ein Denkmal, ein Ra t ur d en km a l. baS man längst mit Hilfe seiner berufenen Hütre unter den bekannten Denkmalschutz hätte stevcir müssen. Sollte man's aber glauben? Eines TagrL nahm „man" dort am besagten Baume einen Augenschein ein. Die verdorrten Arme der total Tilia, einige dürre Aste und Aestchen wurden als „gemeingefährlich" erkannt, ja sie selbst wurde als — horribile dietu — als „Daumleiche" erklärt. Unb, samt dem herrlichen Gfeugezweig«, nochmals zum Tode verurteilt, vffensichtlH ahne die Juristen zu fragen, die dort tagtäglich vorbeikommen, und die erholungsucheadea Spaziergänger und die sachverständigen Botanilee und Forstleute. Man legte die Axt an!, grub nach den Wurzeln der Tilia wie nach eblex Trüffeln, und traf auch — die WurzÄn bei grünenden Efeu. Er seufzte zuerst, schrie dann auf« ,ne von 1 1 drun4n W seinem 2 dn man Afia un^ tote Arf - ' & grüner Mw 3 w. Ä Mtelck--"^ S-'eßr nieM gcfun^ öSsurnt Mskreise^Z «j, Beiter Eaa %S.5 x.'S ?ur Vormerkung- werden. so werde schlechte öesuchcrn von fte schränkungen au für die Mell freunden Ivstenio Festbesucher ftabi gung gesunden.' Verpflegung ma iumem zugute l Heuer Bürger • Verpflegung ges Dir laden uni zu diesem lassen. Jede SP vereinnahmt vor hvsstrahe 54. (■ gestrigen Ausg Unterziehe Scherflein zu f Spenden find i Wirkung bring, freunde in ber Ovfersreuöigkci sein unb beutfäi W-timmung üb geliebten Haler! brachte Opfer un Deshalb ntxi Dai! 5m Sonder Kennst Du S8 ist ein sorti staub ruswirbeln! schönste Strafte sind mit der C Svnderzug. Don Mark 4. Klasse, hieltet 9«m, Friedberg, We in Franks, Aufenthalt die h, Heidelberg z hatten die Gelege, des an sich |$n m den schonen, q ^öLe sich ein 6if«Niroei lassen, für teilnehmer aus d ^ozu tsar ein ln dem man Ka *e Erfrifchu . w gelangter A herrlichen 5 »gaste au r die Entleer, fe Mlat £buntWlc rWmunb, bi ÄL und Dur da- «ai SLZ- LF: btr LZtz berg! jv.'^bu Gieße»«?, Fg . 16. ( das P, °^ten < auf Giehen. der Anklang finden, den sie verdienen. e-s. 15, Rettich 10 bis 20, Gießener Wochenmarktpreise. 16. Juli (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: bas Pfund Butter 200 bis 210 Pfennig, Matte 35, Käse 60, Wirsing 35. Weihkraut 40, Rotkraut or-ntssage. '.aqSütiet barm, feit ober Qetoiterbilbuy >f breitet sich vmt cxt. 'ich au8. 2n Nord- ü i die D.nde daher ail redre'st. Da die Testender Einstrahlung bebirgt Marima gestern 26 til •en Druckunterschiede tu! Veranlassung zu brtlita , die geloitterhaste 6» : lassen. machgurken 6 bis 10, Oberkohlrabi 10 bis 30; das Bund Radieschen gelbe Rüben 50. •* 2ahrtaufendfei«r in Rechtsanw. Schröder erstattet im des Rechtsausschusses ein Referat, das hinausläuft, daß die Stadt verpflichtet Straßenreinigung zu übernehmen. Die müssen von den Einwohnern getragen werden. Rach längerer Debatte und nach einem Berichte des Stadtdaumeistcrs über die Kosten der Strahenreinigung wrrd die obligatorische Strahenreinigung durch die Stadt mit allen gegen eine Stimme beschlossen, die finanzielle Frage wird an den Finairzaus- schuh überreicht, der prüfen soll, auf welche Weise die Kosten erhoben werden sollen. — Die Vergebung der Lieferungen für Kanalisation des südwestlichen Stadtteiles beschäftigt die Versammlung zum dritten Male. Rach längerer Debatte wird dem einstimmigen Beschlüsse des Dauausschusses. die Lieferung an die Firmen Schwarz & TNrich und Böcke! zu vergeben und nur Dyckerhoff rohre zuzulassen, mit 15 gegen 4 Stimmen bei drei Enthaltungen beigetreten. Kreis Lauterbach. • En gelrod, 16. 3u(L Die hiesige Kriegergedächtniskapelle geht ihrer Fertigstellung entgegen. Die Einweihung ist auf den 2 August angesetzt. Die Ausführung und die 3nnenausschmückung finden allgemeinen Beifall. cnbtrg und Rheinhessen. Mainz, 16. Juli. (Wolff.) Infolge regen Besuchs seitens der Bevölkerung ist die hiesige Rosenaus st ellung bis zum Mittwoch, den 22. Juli, verlängert worden. Die Zahl der Besucher soll bereits annähernd 40 000 betragen. Worms, 16. Juli. (WD.) Gestern abend brach gegen 8 Uhr in dem Zelluloidlager von Gustav Sondheimer Grohfeuer aus, das in den großen Vorräten an Zelluloidwaren reiche Rahrung fand. Das Lager ist vollständig ausgebrannt, ebenso eine darüber befindliche Wohnung des Werkmeisters, liebet die Cntstehungsursache ist eine Untersuchung eingeleitet. dah auch die Tanzlustigen an diesem Tag ihre Rechnung kamen. KrciS Aricdbcrg. ss. Friedberg, 16. Juli. Aus wurde von der nächsten Rachbarschaft gehört, sein Rotschrei drang weiter und findet heute einen Widerhall hier im rauschenden Zertungs- blätterwalde. der Verständnis für feine Klagen hat. ES geht um den Daum! Wohlgemerkt um den grünenden Sf eubaum, denn so darf man jetzt den Sfeustrauch von einst wohl nennen. Sin Stück Romantik steckt in ihm — ein Stück Alt-Gießens. Amseln und Spatzen Haufen in seinem Gezweig, das Auge des Vorübergehenden erfreut ft$ an ihm. Wir hoffen: Der sachverständige Jünger der grünen Farbe, der Forstmann wird mit seinem einsichtsvollen Rate die tote Tilla unbeachtet lassen — sie schlägt niemanden tot — und seinen immergrünen Freund, den Sfeu. zu schützen wissen. Im alten Aegypten war, wir sagten s schon, der Efeu dem Totengotte geweiht, im sonnigen Hellas aber dem göttlichen Dionysos, dem Beschützer des treibenden Wachstums der Erde. Darum keine Furcht! Weg mit 21 ft und Dchipde! Lange lebe der Daum, unser immergrüner Eseubaurn. Ium 32. Mittelrheinischen Kreisturnfest. Dom Wohnungsausschuß für das Mittelrheinische Kreistumsest wird unS geschrie- sind wiederholt Deschädigungen der tädt. Anlagen vorgekommen, es werden bis 300 Mk. Belohnung für Ermittlung der Tätet ausgesetzt. — Eine längere Debatte ruft der schon seit langer Zeit schwebende Punkt der Tagesordnung „© t r aßen_rein i g u n g"_ hervor. Stadtv. Ramen darauf ist, die Kosten 50, rote Rüben 30, Spinat 40, Römlschtohl 15, Dohnen (grüne) 60, (gelbe) 65, Erbsen 35, Mischgemüse 12, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 20, Rhabarber 25, Kartoffeln (neue) 10 bis 13, Dörrobst 40, Kitschen 60 bis 80, Heidelbeeren 50 biß 60, Stachelbeeren 30 bis 40. Johannisbeeren 45. Erdbseren 120, Himbeeren 70, Pflaumen 80, Mirabellen 70 bis 80, Aprikosen 90 bis 110, Honig 40, junge Hahnen 110, Suppenhühner 140; dss Stück Eier 14, Blumenkohl 10 bis 100, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 70, Ein- i eitrigen StadtverordnetenNtzung: Die Voranschläge der Schillerschule und der Augustinerfchule, die bereits vom Finanzausschuß einstimmig genehmigt worden sind, werden zur Kenntnis der Versammlung gebracht und nicht beanstandet; der städtische Zuschuß beträgt bei der Schillerschule 32 000 Mk. bei der Augustinerfchule 67 500 Mk. — Der Städterweg, der Wilkautsgraben und die Mauersttaße sollen mit Gas- und Wasserleitung versehen werden, die erforderlichen Mittel werden bewilligt. — Die angeforderte Bewilligung eineS Beitrages von 1500 Mk. für den auf dem GaulSkopfe errichteten römischen Wachtturme wird einstimmig abgelehnt, da die Stadt dafür keine Mittel zur Verfügung habe. Dagegen sollen für Herstellungsarbeiten an einem Fachwerkhause in der Burg die Mehrkosten von zirka 250 Mk. bewilligt werden. — 3n dem östlichen Türmchen des Burgtores ist ein 3 u g e n d h e i m errichtet worden, die Stadt übernimmt die Kosten für Wasser und Beleuchtung — 3n der letzten Zeit Kreistag des Kreises Schotten. ™ S chotten, 16. 3uli. Gestern tagte im Ralhaussaal unter dem Vorsitz des Kreisdirektors ®eß. Regierungsrat Böckm ann der diesjährige ordentliche Kreistag. ^Rach der Begrüßung der vollzählig erschienenen Mitglieder wurde die Rechnung aus 1923 vorgetragen, die mit einem Ueberschust von 257,10 Mark abschließt und genehmigt wurde. Der Voranschlag für 1925 wurde in seinen einzelnen Teilen beraten und genehmigt. An Kreisumlagen sollen 110 000 Mark erhoben werden, die mit 3 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert von Gebäuden und Bauplätzen, 7 Pf. von land- und forstwirtschaftlichem Grundbesttz, 3 Pf. vom gewerblichen Betriebs- und Anlage- Wissenschaft. "to 'Hta an ÄSx ÄiÄ ST9 K? url toe. Es gelangen kr äum ersten Ml« U omungen ioisenschch, Es ist festgestclll wordcr s der nördlichen Waiv! 1 2000 Meilen südlich fa tofeter an die Obe. suchen Polargcbiet gest ^den. 3n diesem M-t Dalsjsche und bc:- tten nachgehen. D e Regung der verschiehrmi chm Qz«M IchMrn ,i beqibi sich, nachdem r zwischen Afrika und Tire- At N. nach dem Micha demn auch nach der 2cr- nach Osten zu gehen. und Land. en, den 17. 3uli 1025. Eseubaum! 3m einstmals Fuldascha Me, der stets einer d« sieht letjt unser MS Mit einem Dvrgartchen u der Ost-Anlage zu Dl n vorbei ging, bm'e jtaj diesen Vorgarten für i Botanischen wiche Unfraiitgartenfof'« »schauers. 1 M 5Wartend DU istst die tote Afll verM f £ i>" I ‘■“A.urf.l*" ’m ^utsche^Nktz ' ÖQ6 der » «oth, St der Ä M nT 7>gi Segen bM ens- das 0m,n !??'bcm fite* U'« * Berlin hm fr.. k ■,®orhroi.fcm lr um) bi.ua«yic ausbann der Xaufcnb- 3aprfeier der Rheinlande. Rach einem kurzen geschichtlichen Rückblick ermahnte er die Versammelten, allezeit treu zu Voll und Vaterland zu stehen. Rach Gedichten und einem Lied der Oberklasse wurde das Deutschlandlied gesungen. Alsdann begann das eigentliche 3ugenbfcft. Schüler, Turner und Turnerinnen führten Freiübungen. Reigen und Spiele auf und verbrachten auf diese Weise einen frohen Rachmittag. Unter Dorantritt der Kapelle bewegte sich die 3ugend am Abend dem Dorfe zu und beim RathauS löste sich der Zug auf. Am Abend sand dann noch Tanzvergnügen des Turnvereins statt, so Kreis Wetzlar. fpd. Wetzlar, 16. 3uli. Vom Kölner Personenzug wurde auf der Station Ehringshausen ein junger Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht genau feststeht, überfaßten und f o f ort getötet. T Raunheim, 16. 3uli. Heute mittag kurz nach 12 Uhr brach in dem Anwesen des 3akob Rill IV. Feuer aus, während die meisten Einwohner, darunter auch dec Drand- geschädigte, auf dem Felde weilten. Die hiesige Wehr und die Feuerwehr von Waldgirmes — die Garbenheimer Wehr war gleichfalls erschienen, brauchte aber nicht mehr in Tätigkeit zu treten — bekämpften den Brand mit aller Kraft, konnten aber nicht verhindern, daß Scheune, Stall, Schuppen und Waschküche ein Raub der Flammen wurden. Das Wohnhaus, schon stark beschädigt, konnte gerettet werden. Das Feuer ist vermutlich in der Waschküche entstanden. Die 3mmobilien, insonderheit das verbrannte Heu, sind nicht versichert. Die Versicherung der Gebäude ist fraglich, da der Rassaujsche Bauernverein, dessen Mitglied der Geschädigte ist, wegen Rachforderung aus der Inflationszeit mit der Rassauischen Drandkasse im Prozeß liegt und Beiträge in den letzten 3ahren nicht entrichtet worden sind. Hcssen-Rasiau. bl. Dillenburg, 16. 3uli. Bei einem gemütlichen Zusammensein in einem hiesigen Eaf6 hielt, wie die Feststellungen bis jetzt ergeben haben, ein jun ged Mädel auf ihre Freundin eine S chußwaffe gerichtet, die sich entlud und das Mädel derart schwer verletzte, daß der Tod alsbald eintrat. Der Gießener Bevölkerung Dank für die vielfach gefundene Dereitwilllgkeit, zum Kreisturnfest Turner aufzunehmen Leider stehen aber noch manche Devolke- rungskreise in der Gastlichkeit abseits. An diese Mitbürger wenden wir uns hiermit nochmals besonders. Einen Turner aufnehmen, heißt eine deutsche Tat vollbringen. Riemand stehe zurück, jeder nehme einen Turner oder eine Turnerin auf! Es rührte uns. als wir feststellen durften, bat) Arbeiter Saarturner mit voller Verpflegung aufzunehmen gewillt find. Wer kann, hole das bisher Versäumte nach. Eine 3 Pf.-Postkarte an das Wvhnungsbureau, Hinter der Westanlage 11 (Telephon 178), genügt zur Vormerkung. Kann Verpflegung gewährt werden, fo werden wir hierfür besonders dankbar sein. Der schlechte Frankenstand hat unseren Festbesuchern von der Saar schon monatelange Einschränkungen auferlegt. Wie erfreulich wäre es für die Festleitung, könnten wir allen 0aar- freunben kostenlose Verpflegung gaben. Für 1000 Festbesucher haben wir eine b lüge Tagesverpflegung gefunden. Diese wollen wir, soweit Privat- verpflegung nicht gefunden würde, den Saar- I lumcm zugute kommen lassen. Steuert jeder (Siebener Bürger 15 Pf. zu, fo ist die kostenlose Verpflegung gesichert. Wir laden deshalb alle, die es können, ein, un» zu diesem Zwecke Spenden zuiommen zu lassen. 3ede Spende ist willkommen. Sie werden vereinnahmt von Rechtsanwalt Peters, Bahnhofstraße 54. (Man beachte die Anzeige in der gestrigen Ausgabe deS „Gießener An.eigerS".) Unterziehe sich jeder der kleinen Mühe, sein Scherflein zu bringen oder zu senden. Auch diese Spenden sind deutsche Tat. Sie werdet ihre Auswirkung bringen, wenn sie bestärken unsere Saar» freunde in dem Entschluß, auSzuharren in ihrer Lwfersreudigkcit. und in dem Willen, deutsch zu fein und deutsch zu bleiben. Bei der dem;ächstigen Abstimmung über die Zugehö. gkell zu unserem geliebten Vaterland wird das kleine, jetzt gebrachte Opfer uns die ersehnten Früchte bringen. Deshalb nochmals: Auf zur deutschen tat! 3m Sonderzuge nach Heidelberg. Kennst Du die Bergstraße, lieber Freund? | TS ist ein fortgesetztes Hetzen und 3agen von staub rufwirbelnden Autos - früher war es die ] schönste Straße im ganzen deutschen Land. Wir find mit der Dahn gefahren da neulich. 3m Tvnderzug. Von Marburg kamen die fünfzehn Wagen 4. Klasse, hielten in Gießen. Butzbach, Rau- heim, Friedberg, um dann, mit einer kurzen Pause in Franlsurt (West) und Darmstadt ohne Aufenthalt die herrliche Bergstraße entlang nach Heidelberg zu fahren. Rund 700 Personen hatten die Gelegenheit wahrgenommen, zur Hälfte des an sich schon billigen Fahrpreises 4. Klasse in den schönen, geräumigen Wagen mit Tonnengewölbe sich ein Stück von der Welt anzusehen. Sie Eisenbahnverwaltung hatte es sich angetan fein lassen, für das Wohlbefinden der Fahrt- teilneßmcr auf das Angelegentlichste zu sorgen. Dazu war ein „Speisewagen" improvisiert, in dem man Kaffee, alkoholische Getränke und andere Erfrischungen bequem erhalten konnte. Sv gelangten wir in bester Stimmung nach dem herrlichen Heidelberg. Wie die Aufnahme der Fahrgäste auf den Zwischenstationen, so ging auch die Entleerung des Zuges glatt und reibungslos vonstatten; schnell verteilten sich die Besucher in die Stadt und sahen das Schloß, das wundervolle Reckartal bis aufwärts nach Reckargemünd, bis abends Punkt 9 Uhr der Zug die Bahnhofshalle verließ und enUang den Hügeln und Burgen der Bergstraße durch die Lichtfülle von Darmstadt und Frankfurt heimwärts fuhr. Und in das Rattern der Rader und das Dunkel der Nacht weben sich Bilder und Klänge des verrauschenden Tages: Der Sonnenuntergang in den Lilberwellen des Neckar, der weit hinausfließt in die Ebene des Rheins, bis wo Mannheim mit seinen Schloten und Kuppeln ragt, die Bootsfahrt durch die Stromschnellen des Hackteufel "und der Blick hinauf zu dem goldrot aufgluhenden Schloß, der herrlichsten Ruine in allen deutschen Landen, an der Menschenhaß und Wut der Elemente ihre Spuren vielfältig hinterließen, Lieder buntbemühter Studenten, die durch die Straßen zogen . . . Heidelberg! Du ewig junge, ewig schöne Stadt! — Solche Fahrten find lebhaft zu begrüßen. Sie fördern die Kenntnis der weiteren Heimat auch für Leute, die sich diese Reisen sonst nicht leisten können, sie sind billig, bequem und haben den Vorzug, daß man ohne große Zwischenaufenthalte früh am Tage direkt nach dem Reiseziel gebracht wird, dort —, wie im Falle Heidelberg — 12 Stunden Muße hat und abends rechtzeitig und schnell wieder nach Haus befördert wird. Mögen diese Unternehmen stets den Der Andrang bei der gestrigen Kartenausgabe zur heutigen Wiederholung der rheinischen 3ahr- tausendfeier der Stadt Gießen war wieder so außerordentlich stark, daß sämtliche Karte^ innerhalb einer knappen Stunde vergriffen waren. Wenn die V o l k s h a l 1 e jetzt schon fertig gewesen wäre, hätte zweifellos allen interessierten Mitbürgern Gelegenheit zur Teilnahme an dieser denkwürdigen Kundgebung gegeben werden können. •* Gin Anlagenkonzert unserer M i- Utär tapelle fand gestern nachmittag unter1 der Leitung von Obermusikmeister L ö b e r am Lie- biadenkrnal statt. Daß zu diesem, in letzter Zeit leider etwas feiten gewordenen Ereignis ein außerordentlich zahlreiches Publikum erschienen war, versteht sich von selbst, zumal auch das herrliche Wet- ter gar zu verlockend war zu einem Anlagenbummel. Die Darbietungen fanden allgemeine und mit Recht volle Anerkennung. Leider wurde der Genuß nur öfter gestört durch die allzu häufig vor- beiratternden Kraftfahrzeuge, die man bei solchen Gelegenheiten lieber nicht sehen würde. •• Erhebung über Stellenlosigkeit der Angestellte n. Stellenlose Angestellte, die am gestrigen 16. Juki aus irgendwelchen Gründen verhindert waren, zwecks Ausfüllung des Fragebogens über ihre Stellenlosigkeit bei dem zuständigen öffentlichen Arbeitsnachweis oder dem Angestelltenverband persönlich zu erscheinen, können dies, soweit sie am 16. 3uli stellenlos waren, noch in den nächsten Tagen, spätestens bis zum 23. 3ali. nachholen. Rach diesem Termin beginnt die Verarbeitung des Materials durch die öffentlichen Arbeitsnachweise bzw. Angestelltenverbände und die Weiterleitung desselben über das Landesamt für Arbeitsvermittelung an die Reichsarbeitsverwaltung. Bornotizen — Tageskalender für Freitag. Alldeutscher Verband und Hochschulring deutscher Art: 8l/$ Uhr „Hotel Hindenburg" Vortrag des Landtagsabgeord -.den Kindt Darmstadt. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Henny Porten in „Kammermusik". — Zirkus All Hof f. Die Eröffnungsvorstellung beginnt morgen, Samstag, abends 8 Uhr, auf Oswaldsgarten. Räheres im heutigen । 3nfcrat. Landkreis Gi ^n. V Watzenborn-Steinberg, 16. 3uli. ES sei an dieser Stelle nochmals auf die Veranstaltungen drs Evangelischen Bundes am Sonntag, 19. 3uli, in Watzenborn- Steinberg und nachmittags auf dem Schiffenberg hing rtoiefen. Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem 5 e ft g o 11 e 8 b i e n )t auf dem idytt.schon Watzenborner Kirchenplatz mit feinen allen Linden. Festprediger ist Bundes- reb.ier Pfarrer Haupt- Gi:ß?n. Posa nenchäre und Kirchenchor Watzenborn verschönern d c Feier, an deren Ende die Posaunenchöre am Denkmal für die Gefallenen zu deren Gedächtnis feiert ch? Weifen erklingen lassen werden. Um 1/e12 rüden die Gäste in die bereitgestellten Quartier.' und um V81 Uhr beginnt die Aufstellung des großen Festzuges mit historischen Gruppen, K.ndern in Festkleidung, der Dundesfahne usf. Derselbe marschiert l‘/4 Uhr durch Watzenborn -Steinberg und trifft zum Zuge 1.43 Uhr ab Gießen auf Station Schiffenberg ein, wo er die mit dem Gießener Zuge und dem um 1.10 Uhr ab Hungen eintreffenden Zuge kommenden Festteilnehmer hinauf zum Schiffenberg mitnimmt. Dort beginnt ein reichhaltiges Programm, in dessen Mittelpunkt die Fre.lichtaufführung von SchönherrS Drama „Glaube und Heimat" d irch Mitglieder des Cvang. Arbeitervereins Gießen unter Leitung des Herrn Bechstein vom Stadttheater I Brandenburg steht. Man beachte die morgige Anzeige. t Grünberg, 15. 3uli. Die ErWeiterungsarbeiten am Orünberger Wasserwerk haben begonnen. Die neue Wasierteitun^ wird auf der rechten Seite der LondoUcc Straße nach dem Wartturme gelegt, wo der ne: Hochbehälter erbaut werden soll. Dieser wird 500 Kubikmeter Ruhinhalt fassen. Der jetzige Behälter faßt nur etwa 120 Kubikmeter, das ist etwa 40 Proz. des täglichen Verbrauchs. so daß der Dehäller jeden Tag 2V-mal leer wird. 3m Sommer Halbjahr steigert sich der Wasserverbrauch unserer Stadt auf 300 bis 350 Kubikmeter. Die Kosten für den Hochbehälter belaufen sich auf 26 000 Mark, die für die neue Zuleitung auf 12 000 Mark. Rach Vollendung der neuen Anlage ist damit zu rechnen, daß alle Rotwendigkeiten erfüllt sind. — Der R e u - bau für das V e r rn e f s u n g s a rn t soll am 1. August feiner Bestimmung übergeben werden. Der Bau. eine Zierde der Stadt, befindet sich in der Bismarckstraße. i. Eit ingshausen, 7. 3uli. Eine vor ein paar Tagen über den verhältnismäßig günstigen Verlauf iec Maul- und Klauenseuche in unserem Dorfe veröffentlichte Rachricht ist heute leider nicht mehr richtig. Abgesehen davoir, daß inzwischen nod) in einer Anzahl Gehöfte die Krankheit ausbrach, ist auch unsere Schaf- Her de von der Seuche befallen worden. Da die Herde oft im Wald zur Weide ging, ist eine Uebertragung auf das Wild nicht ausgeschlossen. Das wäre eine große Gefahr, da I hier natürlich keine Sperr- und Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit getroffen werden können. df. Langsdorf, 16. 3uli. Am Sonntag fand auch hier unter lebhafter Beteiligung der Einwohnerschaft das diesjährige 3ugenöfeft statt. Um 2 Uhr stellte sich ein Festzug auf, voran die blumengeschmückte Schuljugend. Auch der Turn- und Gesangverein beteiligten sich. Unter den Klängen einer Musikkapelle bewegte sich der Festzug durch die Dorfstraßen dem „Concordia" zur Begrüßung „Gott grüße dich!". „Concordia" zur Begrüßung „Gott grüße dist!". Danach ergriff Lehrer Heldmann das Wort. | 3n kernigen Worten schilderte er den Zweck des tapital. 35 Pk. Sondcr'teuer auf Gebäude und 30 Proz. auf gewerbliche EinkommensteuervvrauS- zahlung ausgeschlagen werden. An Reichssteuerüberweisungen rvchnct man auf 40 000 Mark. Die soziale Fürsorge erfordert einen Aufwand von ca. 62 030 Mark, die KreiSstraßenunterhaltung einen solchen von ca. 180000 Mk. Besonders wichtige Derkehtsstrecken sollen gewalzt werden; so die Strecken Sichelsdors. Rainrvd, Ober-Schmitten, Unter-SeibeNenrvd. .KreiSgren-^. Schwere Sorgen werden ausgesprochen über den immer größeren Verfall der Straßen. Man zehre eben von der Substanz der Straßen. Der Kreis fei nicht in der Lage, die ungeheuren Ötraßen- kvsten. die durch RichtkreiSeingesesserre. btfonberg den ungeheuren Kraftwagen- und Lastautoverkehr berwrgerufen würde, zu bestreiten. Der beste und billigste Weg ist die Herstellung von Ä f c i n p f l a ft c r. zumal dieses einheimische Material Wer leicht zu haben sei. Allerdings kostet der Kilometer noch 75 000 Mark, die Lebensdauer deS KleinpllasterS wird auf 20 bis 30 3abre geschätzt. Leider fehlen dem Kreis die Mittel, um fkifrcrungen in größerem Umfang durchzuführen. 3m 3ntvrcffe der glatten Abwicklung der Derkehrsgeschäfte im Kreis ist bei der räunllichen Größe und den VerkehrSverhältnissen die Anschaffung eines KreiSautvS ein un- bedingtes Erfordernis. Der Kreistag stellte in Erkenntnis der Rotlage für den Kraftwagen und eine Halle einen Betrag von 15 000 Mk. zur Verfügung. Zur Gewährung von Baudarle h c n werden 20 000 Ml. bereitgestellt, die zu mäßigem Zinssatz an bedürftige Baulustige aus- । geliehen werden. Auch einem KreiSbeamten werden zu gleichem Zweck vorerst 4000 Mk. Dau- darlchen bewilligt. Eine längere Aussprache bedingte die Frag« der Errichtung einer Kreis -Kadaververwertungsan st alt. Kreisveterinäramt und KreisgesundheitSamt legen die Rotwendigkeit einer solchen Anstalt dar. Der Kreistag beschließt nach längerer Debatte, einen Betrag von 40 000 Mk. bereitzustellen und die Anstalt zu errichten. An die Sitzung schloß sich ein einfaches Essen im Hessischen Haus. Kirche und Schule. ri. Gründer g, 16. 3uli. Gestern und vorgestern tagte hier im Saale des GasthquseS ..Zum Hirsch" die evangelisch-lutherische Konferenz für Oberhessen. An ihr nahmen auch diesmal einige treue Freunde der Sache aus dem Marburger Land teil. Rach- dem Pfarrer A u S f e 1 d - Gießen die Konferenz eröffnet und Pfarrer S c r i b a - Wetterfeld die Erschienenen, darunter besonders den Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, und den Sekretär der allgemeinen evan- gel'.sch lutherifchenKoi.f.r'nz. Pfarrer Hübe ner- Miltitz, mit herzlichen Worten begrüßt hatte, hielt ein „Laie", Professor D r. Weirnar- I Gießen, einen durch Klarheit und kirchliches I Sachverständnis ausgezeichneten Vortrag über I ..Laienwünsche zur Predigt", der. tote die Aus- I spräche zeigte, allseitigen Beifall fand. Arn I Abend gab Pfarrer 6 c r i b a - Wetterfeld den Kassenbericht und den Bericht über den luthe- I rischen Millionsverein für Oberhefsen. dessen Geschäftsführung demnächst von Stift-Pfarrer Schorlemmer - Lick übernommen werden soll. Sekretär Hübener sprach über das lutherische Einigungswerk, das alle Kirchen lutherischen Bekenntnisses aus der ganzen Erde um i aßt. Die Abendandacht hielt Pfarrer D Fritsch- Ruppertsburg. Der zweite Tag wurde von Pfarrer S ch rn i d t - Battenberg eröffnet. Daraus sprach Psarrer Ramge- 3loesha-scn über .Die Bibel in Theologie und Weltanschauung der Gegenwart" und die Frage: .Offenbarung und 3n* fviration". Das Echo des aus dem Schatze gründ- I kicher theologischer Gelehrsamkeit geschöpften Vortrags war eine lebhafte Aussprache. Pfarrer Rebel- Laubach schloß um die Mittagszeit die Konferenz mit herzlichen DankeSworten. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 14. 3uti. Ein Heizer aus Groß- Rechtenbach und dellen in Klein-Linden wohnender minberjähriger Sohn hatten fich wegen Beleidigung der Ehefrau eines Dreher-, der in dem. den erstehelichen Kindern des Heizers gehörigen Hause in Klein-Linden wohnt, zu verantworten. Die Beweisaufnahme ergab unzweifelhaft, daß die Angeklagten mit überaus roher und I gemeiner, nicht wiederzug-.'bmden Worten die Frau des Privatklä --»ers beschimpft haben. Sie nahmen vergleichsweise die beletbigenben Aeußerungen mit Dedau-.m zu ück. baten um Verzeihung und verpachteten sich zur Zahlung einer Buße von 100 Mar: zu Gunsten deS Roten Kreuzes und zur üebemcuine sämtlicher Kosten. Ebenfalls durch Vergleich erlebigt wurde I die Beleidigungsklage he» hästsführers ehret hiesigen Firma gegen den früheren Inhaber deS Geschäfts und dessen Widerllage pegen den Pri- Mtfläger. Die beiderseitigen Beeidigungen wurden mit Bebaue cm zurückgenommen, jeder Teil übernahm die auf seiner Seite erwachsenen Kosten, der Angeklagte und Widerlläger außerdem die Gerichtskosten. ' Gießen, 16. 3uli. Ein früher hier wohnender Ausländer hatte verschiedenen Personen gegenüber behauptet, er habe mit einer hiesigen Witwe ein intimes Verhältnis gehabt, gehe jetzt noch bei ihr ein und aus, habe mit ihr Reisen I unternommen, sie habe bieS auch in einem Brief | an ihn angegeben, sie habe ihm eine Brieftasche mit 3nhalt entwendet u. bgl. Die Witwe behauptete demgegenüber, sie kenne den Aulländer I überhaupt nicht und habe niemals irgendwÄche I Drehungen zu ihm gehabt, unb verklagte ihn deshalb wegen Beleioigung. 3n der heutigen Verhandlung blieben die Parteien bei ihren gegenseitigen Behauptungen stehen. SS wurde erwiesen, daß der Ausländer, was er in der : Hauptsache auch zugab, tatsächlich die oben an* I gegebenen Aeußerungen getan hat. Einen Beweis । für seine Behauptungen, die an fkb schon wenig I wahrscheinlich klingen, konnte er jedoch nicht er- > bringen, indbefonbere auch nicht den Bries vorlegen, in dem die Witwe angeblich den intimen i Vermehr mit ihm zugegeben haben soll, da seine , Frau diesen Brief vernichtet habe. Auch sonst ’ machte er gegenüber seinen früheren Angaben ! einige Einschränkungen. Er wurde deshalb mtf . Rücksicht auf die Scbwere ber Beleidigungen! , I zu einer Geldstrafe von 100 Mk. ver- ' I urteilt 1 - J fmb. M L, iin Vertragsfirma des Reichsbundes der höheren Beamten, Landesverband Hessen jsteüenangebote] Tel. 1581 Tel. 24V auch nachts 6868a Photo-Haus Winterhoff LichtSDiSlhailS das Fachgeschäft — Kreuzplatz 9/10. 6™a ® ® wa ’wf Bahnhofstraße leisen innerlichen Lächelns. 6935c Die Krone aller Lustspiele Kraft. Fahllederstiefel ÄM 5.95 Rindleder-Schnürschuhe 5.95 Herren-RindL-Arbeitsstiefel Absatzeisen. . . . 9.95 für Garten- und Feld- 36/42 arbeit Alleinverkauf der Dr.-Stein-Stiefel SWD GUT WÄ) PREISWERT Besond. Vorteile!. Wiederverkänler Das Theater ist neu renoviert und bildet mit seiner reichen Innen - Ausstattung eine Sehenswürdigkeit Gießens! Der großzügige moderne Circus Turnschuhe, Sandalen Reiseschuhe, Tourenstiefel Segeltuchschuhe, weiße Schuhe Biete freundliche 4-Zilmner-VMg., III. Stock, billige Miete (380F.-M.) Suche 5-6 Zimmer. Schrillt. Sinnebote unter 06010 an den Gies;. Anz erbeten. 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Eintritt für Nichtmitglieder 30 Pfennig. 6937c Wir um besiehtigung unserer Fenster wwigmanii gr Gießen, Bahnhofstr. 58 Fulda, Marktstraße 17 6927a äiHeil Samstag, ö. 18.Ö.HL, (i6enö583/1llhrDüntll. im Vereinslokal (general- MfMMlW. Tagesordnung: 1) Jahresbericht, 2) Nechnungsablage 3) Vorstandswahl, 4) Verschiedenes. Vorher: 6919D Ständchen. Treffpunkt 8V« Uhr pünktlich Ecke Nord- anlage-Weserftratze. Um vollzähliges Erscheinen bittet Der Vorstand. Heue Kartoffeln stets auf Lager 6877D jedes Quantum frei Haus. Großabnehmer und Wiederverkäufer Vorzugspreise. H. Trechster Empicblc prima gelhfleiuptge $rüi)= tartoffeln lausend ab Lager u. Waggontadungen. Vorteilhafte Be- zugsauelle für Wiederoerkäufer. e671D Müller, 89 Sellersives 80, Telephon 1571. beseitigt. Herr Dr. med. $. in L. hat mit CSS'6 Serk «-Seife bei unreinem Teint prächtige Erfolge erzielt. 9n St M. -.66, sty/e verstürlt M. 1.- Zur Nachdehandlung ist Herba-Creme besonder- zu emvfevien. Zu haben in allen Aootdeken^Droaerien und Parsümerlen WB Ala Einladung zur Einweihung de§ „weinberg-NestauraKt" GS 'N Waldgirmes m I I am Sonntag, 19.3uli 1925 I I L Stamm, Besitzer. 6924D Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene! Sonntag, den 19. Juli, nachmittags 3 Ahr, findet im „Saalbau Sauer", am Oswaldsgarten, eine 6Co0D SMMWamMlkwWM statt. Referent Kamerad Michel, Berlin, spricht über: SleMsorgWgu.M»kseöekiieMen8llegWsek Mle Kriegsopfer find zu dieser Versammlung herzl. eingeladen. Zentralverband Deutsch. Kriegsbeschädigter u. Kriegerhinterbliebener, Land.-Derb. Oberhess. Heilerde für inneren u. äutze- ren Gebrauch ist zu haben im 06022 Reformhaus, Kreuzplatz 5. niiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiii Verloren. Eine braune MWW mit Inhalt auf dem Hauptpostamt verlöret!. Der ehrliche Studer erhält bet Rückgabe in Wetzlarer Weg 51 p. 50 Mark Belohnung. 05975 IIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU1IIIII Aelteres MÄchen oder Witwe zur Führung eines kleinen Haushalts gesucht. iBeamten- fnmilie). 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Beide haben unbebii gutem Gewiss Machtprobe ( Itnberg'oau li Englands un wieder zusan lands liegt, Es erscheint in diesm ' greifen wir schwebenden Erregung h Mü ju mac renn ein falb politi. bolschewistische bald herbeigeei gebracht. Beste Pfund, oder di zu haben. Er die Absicht ui der Englands ist wieder im über seine A Man ipric teil eines A Ziehungen. E Cchritt im I russische Pros mau,., ja ihr wirü gar nid einen Krieg Fall. Englan Frieden in i beruht häufig Wohl abei abgebogen w> °',ner grundsc Wen Volkes Man betracht diesem Gebiei rolonialpolitisi mitern auseii schwerer. Sie Henkell ScheuerpMlver Unerreichl in seiner vielseitigen Wirkung ist dies ausgezeichnete Mi Es ist die beste Arbeilshille der Hausfrau in Küche und Wirtschaft. .Ata putzt und scheuert alles! Vorverkauf: Zigarrenh. Eikmeler & Loeb, Marktplatz 15. 0,g,fl Samstag, 18.3uli, abends 8*/3 Uhr: Betfammlung im Pereinslokal, Plockuratze 5. DieKameraden werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen u. sich anzumelden zum Reiten und Jahren beim Jest- zug. 6950c Der Vorstand. Union. Samstag, 18.Juli: Kneipe im Hindenburg. Sonntag, 19. Juli: MMN-MW auf den Schtsfen- berg. Treffpunkt: <3Ubr et 51 p. Pe- 05975 Müller, jjjfiittfflM heftiger wieder ein. Alm löschen, bedarf es eben Wasser ins Blut, mit Trinkens. Die Temperatur des englischen staattichen Lebens. Wohl verfügt die öffentliche Gewalt in England über Machtmittel, die uns abhanden gekommen sind. Trog aller Modernität, Demokratie und wie die schönen Worte alle heißen, besitzt England ganz im Geheimen rein mittel- a 1 ter 1 iche Einrichtungen, mit denen jede Willkür gerechtfertigt werden kann. Aber man wird sie nicht anwenden, ehe nicht alle anderen Mittel erschöpft sind. Denn sollte ein Streik im Kohlenbergbau Ereignis werden, sollte es zum Kampfe kommen, dann wird man die Gelegenheit ausnutzen, um den Kampf als eine Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus abzustempeln und wie die Erfahrung immer wieder gezeigt hat :Die englische Arbeiterschaft ist für Moskau nicht zu haben. Gelingt die Verschiebung der Zielsetzung, dann ist der Streik für die Bergleute schon verloren, ehe er auch nur angehoben hat. Aber diese Auseinandersetzung wird noch weitere Kreise ziehen. Die Gefahr bolschewistischer Pro. paganda liegt im FernenOsten. Karachon spielt in China ein hohes Spiel. Aber auch hier droht vorläufig wenigstens keine offene Gegnerschaft für die englische Politik. Man bemüht sich um Anbahnung der allen Freundschaftsbeziehungen zu Japan. Man tue diese Möglichkeit nicht mit einem Achsel» zucken ab. Für Japan geht es um Sein oder Nichtsein. Je länger es die Auseinandersetzung mit Eng- land und den Vereinigten Staaten hinausschieben rann, um so besser. Es besitzt den Vorteil der geographischen Lage, die es eines Tages zur Vormacht in China werden lasten muß. aber diese Vormachtstellung wird es jetzt noch nicht erlangen und wird es mit kriegerischen Mitteln niemals in seinen Besitz bringen können. So stehen die Aktien Englands alles in allem genommen, nicht so schlecht. Aber ... man wird täglich mit der gegenwärtigen Regierung unzufriedener. Sie wäre, sagt man, der Lage nicht gewachsen. Sie ließe die Dinge treiben, wo sie führen müßte. Und so kann letzten Endes aus den derzeitigen Schwierigkeiten gleichzeitig ein Sieg der englischen Staatskunst und dennoch eine Niederlage des St n b i n e 11 e s entstehen. > stt AU 06022 Kneip'- versehen Sie sich; mit einem gutei l Photo- Apparat! Große Auswahl fit- den Sie im [""D M«D ScWslralk- i WagWladuiM Lorlkilbche Ms-MwrZtz deronlaui«. 51 Grad bei einer Sonnentemperatur von 40 Grad zu trinken, als Wasser von 6 Grad bei einer Temperatur von 20 Grad. Wenn die Temperaturspanne zu groß ist. so wird das Durstgefühl noch nicht einmal gestillt, denn das Einströmen einer zu kalten Flüssigkeit in den Magen bewirkt einen gesteigerten Zustrom des Blutes und damit eine Entleerung und Austrocknung der Gefäße und Gewebe an der Oberfläche des Körpers Das ist auch der Grund, weshalb nach der Einnahme von Eis das Durstgefühl nur gesteigert wird, wodurch häufig genug mehr oder weniger gefährliche Blutstauungen bewirkt werden. 3m allgemeinen darf man sagen, dah die beste Temperatur des Trink- Wassers im Sommer eine solche von 8 Grad ist. Man hat dann das Gefühl der Erfrischung, ohne einen Schaden befürchten zu müssen, sofern man nicht gerade stark transpiriert oder eine allzu große Menge des Getränkes zu sich nimmt. Cs sei noch hinzugefügt, daß man durch langsames Trinken, indem man das Wasser sozusagen schlürft, die Einwirkung auf den Schlund verlängert und die Reflexwirkung des trockenen Schlundes, von der oben gesprochen wurde, am schnellsten unterdrückt. Mit einem Wort, man soll mäßig kühles Wasser, und zwar schluckweise trinken, dann hat man weniger Durst als yach irgend einem anderen Getränk. A.alers. 3n seinen zahllosen Kämpfen braucht er sie zum Angriff wie zur Flucht. Die Prüfung der Schnelligkeit ist die höchste, anstrengendste und aufreibendste Leistungsprüfung. Don diesen edlen und in ihren Raffeeigen- tümlichkeiten konstanten Pferten wuid.'n gute Exemplare, ©tuten wie Hengste, nach England eingeführt durch den Stallmeister der Königin Elisabeth und wurde fortgesetzt unter Jakob 1. , 1603 bis 1625) und unter Karl I., Cromwell. Karl II., Wilhelm III. (um 1700) und Georg I. sowie der' Königin Anna. Die Hengste wurden auch zur Veredelung des durch Auswahlzucht verbesserten Landpferdes benutzt. Viele dieser Orientalen gewannen keinen erheblichen Einfluß auf die Landespferdezucht. Einige wenige, besonders wertvolle Tiere, die ihre guten Eigenschaften gut vererbten, wurden indessen zu Begründern der ganzen, jetzt bestehenden Dollblutzucht (White Ture. Helmltz Ture. Byerla Ture. Godolphin. Darlehs Arabian u. a.k Alle zur Zeit lebenden Dollblutpferde führen i5r:n Stammbaum auf eines der damals cingesührten arabischen Pferde zurück. Die Pferde veränderten unter dem Einfluß von Boden und Klima sowie der bodenständigen Rassen, auf die sie aufgepfrvpft wurden. Form und Charakter. 3n einer Eigenschaft, die besonders gepflegt wurde, blieben sie den Ahnen treu: der Geschwindigkeit. Schon unter JakobI. prüfte man diese Eigenschaft durch Rennen. Was dem Laien v'.elsach als luxuriöser Sport erscheint, ist in der Tat eine ernste Prüfung auf die Leistungsfähigkeit des Tieres. Nur die leistungs- fähigsten Pferde, die Sieger, werden in die Gestüte eingestellt und zur Nachzucht benutzt. 3hre Nachkommen — soweit sie nicht wieder in Dollblutgestüte ^eingestellt werden — kommen in die Landgestüte, wo sie zur Derbesserung einheimische! Pferde benutzt werden. Deren Nachkommen wiederum beeinflussen als Deckhengste das Zucht- material der ländlichen Züchter. So wirkt ein einziger Dollbluthengst durch seine Nachkommen wenn er sich gut vererbt — auf tausende von Pferden ein. Das Schicksal der ganzen Zucht liegt darin, daß durch die Leistungsprüfungen auf der Bahn die besten Pferde gefunden werden, die diese entscheidende Wirkung entfalten. Die Pferde, die aus der Kreuzung von Dollblut mit Pferden der Landschläge entstehen, bezeichnet man als Halbblutpferde. Ein Halbblüter kann viel oder wenig Blut vom Vollblut haben, je nach der Beeinflussung seiner Vorfahren durch das Vollblut. Man drückt den Dollblutgebalt einer Zucht durch Proz entziffern aus und spricht von 50 Proz., 60 Proz. Vollblut usw. je nach dem Grade der Veredlung. ' Während die Leistung des Vollblutes nur in der Geschwindigkeit, die des Kaltblutes nur in der langsamen Zugkraft liegt, ist das Halbblut äußerst vielseitig in der Verwendbarkeit. Es geht im Lastwagen so gut, wie im Kutschwagen und auch unter dem Reiter. 3n dieser Vielseitigkeit liegt die Bedeutung des Halbbluts. 3n Deutschland hat man sich schon vor der Einfuhr von Vollblutpferden bemüht, durch Auswahlzucht die einheinrischen Rassen zu verbessern. Schon der Deutsche Orden befaßte sich mit der Zucht eines schweren Ritterpferdes. Preußens Herrscher gründeten Gestüte und ließen Lcmd- beschäler aufstellen. Do entstand das Gestüt Tra- kcchnen 1725 unter Friedrich Wilhelm I. Gleichzeitig begann die Einfuhr englischer Vollblutpferde. die bald einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung der Zucht bekamen. Weitere Gestütsgründungen erfolgten in 3nsterburg, Ragnit, Augsburg. Oletzko. Neustadt a. d Dosse, Marienwerder. Nach der Zerstörung aller Anfänge in den napoleonischen Kriegen erfolgte 1814 und in den folgenden Jahren der Aufbau von Trakehnen. Gradih. Neustadt, Gudwaflen, Insterburg. Deberbeck. Namen, die noch heute einen guten Klang in der Halbblutzucht haben. Die Aufgabe dieser „Hauptgestüte" ist es nicht. Gebrauchspferde zu erzeugen, sondern das Hengst material, das dann in den Canögeftüten ausgestellt wird und die gesamte Pferdezucht beeinflußt. Daneben bestehen noch eine Reihe von Privatgestüten, welche das gleiche Ziel verfolgen. Das Zuchtziel der heutigen Halbblutzucht ist, ein Pferd zu erzeugen, das Adel zeigt und Masse hat. «Rasse mit Masse.) Dabei versteht man unter Adel die «Schönheit der Form, Ausdauer. Widerstandsfähigkeit. Eleganz und Temperament. Außerdem soll das Pferd, um positive Leistungen zu bringen. ausreichendes Gewicht ins Geschirr bringen. Die Halbblutzucht hat jetzt schwere Zeiten. Ein Hauptabnehmer ihrer Zuchtprodukte, das Heer, hat fast keinen Bedarf mehr. Autos beenden die Verwendung edler Pfrede in den Städten. Wer bringt in der Unrast unserer nervösen Zeit noch die Muße bequem»^, 1.90 eS**,ss Verlustes leiden, wird denn auch heute dadurch beseitigt, daß man ihnen Salzwasser in die Adern einspriht. Kurz, man hat allen Grund, den Durst als „das Wasserbedürfnis des Organismus" zu definieren, ein Bedürfnis, das durch einen vom Schlunde ausgehenden Nerven- reslex zum Bewußtsein gebracht wird. Man kann es vorübergehend dämpfen, indem man die Hintere Schlundwand anfeuchtet ober den sprichwörtlichen Kieselstein im Munde bewegt und dadurch eine stärkere Speichelabsonderung herbeisührt. Aber diese Mittel dienen nur dazu, den Organimus zu täuschen. Nach einigen Augenblicken stellt sich das Durstgefühl nur um so " .....wirklich den Durst zu Biehen ®e9 58,1. Stoa *cnJ Mtßaben! 1 Trevvc'. «nl Durst und Durstgefühl. Die allgemein verbreitete Ansicht, daß das bloße Anfeuchten des «Schlundes mit ein paar Tropfen Wasser das beste und einfachste Mittel sei, das Durstgefühl zu beseitigen, beruht auf ebenso irrtümlichen Voraussetzungen wie der alte, noch immer vielfach vorherrschende Glaube, daß es schädlich sei, kaltes Wasser zu trinken. Ein bloßes Anfeuchten der Kehle zum Zweck der Stillung des Durstgefühls erfüllt in Wahrheit diesen Zweck nur, wenn das Durstgefuhl auf einer lediglich durch örtliche älrsachen hervor- gerusenen Trockenheit des Mundes beruht. War aber eine beträchtliche Dermindxrung des Wassergehalts im Gesamtorganismus' die Ursache des Durstes, so muß der Wasserverlust unbedingt durch Trinken oder durch ein Klistier erseht werden Der Durst wird nämlich durch eine Verminderung des Wassers im Blute herbeigeführt, und die Trockenheit der Schleimhaut der Mund- und Rachenhöhle ist nur der durch die sensiblen Nerven bedingte Erregungszustand, der uns die, durch die Verminderung des Wassers im Blut hervorgerufene. Notwendigkeit neuer Wasser- zusuhr zum Bewußtsein kommen läßt. Ein französischer Gelehrter vermochte deshalb ohne weiteres den Durst von Hunden zu löschen, indem er ihnen Wasser in die Adern einspritzte. Den entgegengesetzten Weg schlug Claude Bernard ein, indem er durch eine Reihe von Experimenten an einem Hunde den Nachweis erbrachte, daß Wasser, das den Magen passiert, ohne dort festgehallen zu werden, den Zweck verfehlt, den Durst zu stillen. Hierzu ist unbedingt — darüber kann kein Zweifel bestehen — die Zuführung einer genügenden Wassermenge ins Blut erforderlich. Der brennende Durst, an dem Verwundete infolge starken Blut- und daher auch Wasser- 1 Emvicblc vri»» * grlvflrü^ae iMeln j m au lausend ab Lagern. untergeordnete Rolle. Ob wir lauwarmes Wasser, kaltes Wasser oder Eiswasser trinken, die Wirkung bleibt immer die gleiche, d. h. der Durst wird gestillt. Je weniger kalt das Wasser ist, desto länger dauert es aber, bis die Wirkung sich eingestellt, bzw. das Wasser dem Blut beigemischt bat. Ist dagegen das Wasser genügend kalt so verschwindet das Durstgefühl sofort, bevor'die Flüssigkeit noch Zeit gehabt hat, sich ins Blut auszuwirken. Ebenso verhält es sich mit warmen Getränken. Sie „überrumpeln' den Schlund ebenso wie ein Eisgetränk und beruhigen das Durstgefühl ungleich schneller als ein Getränk, das die Lufttemperatur zeigt. Die hygienisch bekömmlichen Temperaturen unserer Getränke liegen innerhalb sehr weiter Grenzen. Vermeiden muß man in jedem Fall nur solche Getränke, deren Temperatur einen allzu großen Unterschied gegenüber der des Körpers zeigt. Es ist gefährlicher, Wasser von Hochschulnachrichten. • Darmstadt, 16. Juli. Rektor und Senat der Technischen Hochschule Darmstadt haben den Geheimen Kommerzienrat Dr. Phil. Dr.-Ing. Friedrich Schott in Heidelberg in Anerkennung seiner Verdienste um die Hochschule bte Würde eines Ehrendoktors erteilt. Gerichtssaal. Hana u. 16. Juli. (Wolff.) Gestern abend gegen 10 Ahr wurde nach mehrtägiger Verhandlung und nach 2>/2stsilidiger Beratung das Urteil gegen den Gattenmörder Ingenieur Mait Seidel, der im Oktober v. Is. bei Fulda seine Frau ermordete und die Leiche im Felde verscharrte, gefällt. Das Gericht erkannte auf Todesstrafe unter Aberkennung der bürgerlichen - Ehrenrechte. Der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Fürst-Frankfurt, wird gegen das Urteil Berufung einlegen. , Wirtschaft. • Ab Montag Wiederaufnahme der Anleihe-Notierungen? Der Berliner Dörsenvorstand befaßte sich in einer Sitzung am Mittwoch u. a., mit der Frage der Wiederaufnahme der offiziellen Notiz für deutsche Reichs-, Staats- und Kommunal-Anleihen. Em endgültiger Beschluß wurde, wie der DHD. mel- Die englische Krisis. Von unserem W. 0. K.-Berichterstatter. London, 14. Juli 1925. 3m englischen Kohlenbergbau, in der Wirtschaft, in den Beziehungen zu Rußland oder zu China „kriselt" es. Generalstreik, Abbruch der Beziehungen mit Rußland, eine „Aktion in China", und nicht zu vergessen Regierungsumbildung, Umwandlung des Kabinetts Baldwin sind allenthalben lebhaft erörterte Gegenstände. Es gährt. es kocht, es brodelt in dem Gewässer der englischen Politik, als wäre es plötzlich vulkanisch geworden. In dem aus steigenden Dampfe ist es schwer, das Wesentliche zu sehen, zumal die Oessentlichkeit vorläufig noch nicht allzu sehr beunruhigt ist. Selbst die Kohlenkri- f i 5 wird trotz alarmierender Nachrichten mit Ruhe betrachtet. , . _ . Zwar ist der Vermittlungsversuch der Regierung gescheitert. B r i d g m a n , erster Lord der Admiralität, der damit betraut war, hat sich einen Korb geholt. Das war an sich zu erwarten. Keine der beiden Parteien ist in der Lage, nachzugeben ehe nicht alle friedlichen und auch unfriedl.chen M,tel erschöpft sind Der Kohlenbergbau rentiert sich nicht mehr. Schacht über Schacht ist stillgelegt worden und in den letzten Wochen sind über dreihunderttaufend Arbeiter auf die Straße gesetzt worden. Das Lohnabkommen war unter diesen Umständen nicht mehr haltbar. Es war für die Unternehmer selbstmörderisch. Aber die Lage der Arbeiter ist nicht anders. Die Löhne im Kohlenbergbau sind nach englischen Begriffen nicht hoch. Ein Abbau von 15—20 Proz. ist schlechterdings nicht möglich. Eine Vermehrung der Arbeitszeit wird nach Meinung vieler sachverständiger Arbeiter keine Erhöhung der Rentabilität des Kohlenbergbaus bringen. So scheint denn nichts zu bleiben als der Streik. Für diesen Streik werden schon jetzt umfassende Vorbereitungen getroffen. Die englischen Gewerk- schäften haben sich zusammengeschlossen und den Kohlenarbeitern Unterstützung zugesagt, ja selbst in den Vereinigten Staaten soll eine Aktion einsetzen. Der Streik soll international organisiert werden: Ein Kampf bis aufs Messer, mit dem Ziel der V e r« staa11ichung des englischen Kohlenbergbaus. Das Programm ist recht „üppig". Inzwischen wird die Regierung, wie man annimmt, einen Untersuchungsausschuß einsetzen, und dieser wird, wenn er nicht den Streik verhindern kann, jedenfalls die Aufgabe haben, die mögliche Einigung nach stattgehabtem Streike oorzube- reiten. Ist aber der Streik unvermeidlich? Viele glauben es. Beide Parteien, Bergherren wie Bergleute, haben unbedingt Recht. Keiner von beiden kann mit gutem Gewissen nachgeben. Es wird also auf eine Machtprobe ankommen. Eine Machtprobe im Kohlenbergbau liegt aber nicht im nationalen Interesse Englands und damit schließt sich die fBcroeisfüIurung wieder zusarrBien: Wenn er nicht im Interesse Englands liegt, bann muß er verhindert werden. Es erscheint also nicht für unmöglich, daß man auch in diesen Falle wieder zu der uralten Ausflucht greifen wird, einen Vorfrieden zu schließen, einen schwebenden Zustand zu schaffen, derweilen sich die Erregung legen dürfte, um ruhigeren Ueberlegungen Platz zu machen. Denn ein Streik im Kohlenbergbau wurde sehr bald politische n Charakter annAmen. Der bolschewistische Geschäftsträger Rakowski ist alsbald herbeigeeilt und hat einen großen Auftrag mit- gebracht. Bestellungen im Betrage von 15 Millionen Pfund, ober dreihunbert Millionen Golbmark wären zu haben. Er will sich empfehlen. Aber man merkt bie Absicht unb wirb verstimmt. Bestechung? fragt ber Englänber. Aber bie Hauptsache ist, Rakowski ist roieber im Lanbe unb John Bull ist gar nicht froh über seine Anwesenheit. Man spricht neuerbings viel von der Möglichkeit eines Abbruches ber englisch-russischen Beziehungen. Es ist mehr als fraglich, ob ein solcher Schritt im Interesse Englands liegen würde. Die russische Propaganda wird damit nicht unmöglich ge- mau,., ja ihr wird Nahrung zugeführt und positiv iDirü gar nichts erreicht — sofern man es nicht auf einen Krieg abgesehen hat. Das aber ist nicht ber Fall. Englanb braucht ben Frieben, nichts als Frieben in ber Heimat wie in ber Ferne. Macht beruht häufig in ber Nichtgeltenbmachung ber Macht. Wohl aber bürste der Kohlenstreik, sollte er nicht abgebogen werben können, vielleicht die Möglichkeit einer grundsätzlichen Auseinandersetzung des englischen 'Volkes mit dem Bolschewismus bieten. Man betrachtet die Erfolge Deutschlands auf diesem Gebiete mit Neid. Da England sich jedoch folonialpolitifd) und innenpolitisch mit den Moskowitern auseinanberfetjen muß, ist seine Aufgabe schwerer. Sie greift tief hinein in bie Struktur bes WM b waggonweise. Klein- WarkttagaufdemDrcwb. :gang zum Alten £c(M ihs, tanM ohen-Linden 60. 6928^ ZLK ttett:W w,le III ^Ugt öon W- - ^"riige ,, Men in nn - en uon Ä^btn öon- M an Hv'en v. Mf. in'1? «0 -9rflflen- btn kbr billig. auf zum Reiten? Wo iinbet man noch geeignete Pfleger für edle Pferde? Diel Züchter wenden sich deshalb der Zuchi bes Kaltblüters zu. bereu Pro- butte immer willige Abnehmer finden. Seinen treuesten Freund hat der Halbblüter noch in dem Landwirt in mittleren Betrieben, in denen der Besitzer selbst seine Lieblinge hegt unb pflegt unb stolz mit ihnen zum Tor hinaus fährt, fei es zu harter Arbeit, ober zu sonntäglicher Erholungsfahrt zu Jreunben unb Derwanbten in ber Umgebung, unb bie er in ruhigeren Arbeitszeiten unb im Winter auch mal unter bem Reiter bewegt. Die Pferbe haben gegenüber bem Kaltblüter ben Vorteil größerer De- Möglichkeit, bc Arbeit mit ihnen kommt vorn Fleck. Daneben bars man ben ibeellen Einfluß nicht unter- chätzen, ben cs bebrütet, wenn ber Mensch in bem Arbeitspferb nicht nur eine Arbeitsmaschine sieht, sonbern ein schönes, ebles Tier, in bem er feinen lieben Arbeitskarneraben, seinen Freunb sieht. In großen Gebieten Deutschlands werben edle Halbblüter gezogen. Besonders bedeutend ist deren Zucht in Ost'- unb Westpreußen, Brandenburg, Pom- mern unb Posen, im Westen in Hannover. Schics- wig.Holstein. Ostsrieslanb, Westfalen, Mecklenburg unb Dlbenburg. In Bayern kommt bas Rottal in Betracht. Auch bei uns werben gute Oldenburger gezogen. Allerorts bilden sich zur Hebung der Zucht und Haltung bes Halbblüters Reit- unb Fahrschulen unb Reitervereine. Auch vom Stanbpunkt ber körperlichen Ertüchtigung bes Volkes ist das, besonders nach dem Wegfall der Militärdienstzeit, sehr zu be- grüßen. Der Geist der Zucht und Subordination wird in ihnen gepflegt. Es ist erfreulich, welch schöne Leistungen diese bäuerlichen Reitervereine auf ihren Veranstaltungen zeigen. Im Kreise Friedberg befiehl schon ein solcher Reiteroerein, unb es ist zu hoffen, baß auch in unserem Kreise diese Interessen zur lebendigen Betätigung führen. Was für den Vollblüter die Rennbahn ist, ist für das Halbblut das Turnier, die Reit- und Fahrprüfung. Nicht um Sportfeste handelt es sich bet ihnen, sondern um ernste Prüfungen von Mann und Pferd auf ihre Leistungen. Nur die Zuchten werden sich erhalten oder durchsetzen, deren Pro- bufte auf biefen Prüfungen bauernb erfolgreich sind. Bon biefem Standpunkt aus ist auch die Reit- unb Fahrprüfung zu betrachten, bie der Gießener Reit- und Fahrklub am kommenden Sonntag den Freunden edler Pferde bietet. Es handelt sich nach Zahl und Qualität der Meldungen, die vorliegen, um eine Veranstaltung ersten Ranges, von der zu hoffen ist, baß sie ein voller Erfolg zu Ehren des „Deutschen Halbbluts" werde. Dom Radsport. Karl# ' au! Lager &77D Haus. (Brofjabntljmc “Ufer Vorzugspreis«, echsler Steinftrahe 73, Man berichtet uns: Der Radclub ..Germania-Gießen hatte am Sonntag, gelegentlich des Gau°Sommerfestes vom Lahngau des B. D. R. in Lollar, einen beispiellosen Erfolg. Gelang es ihm doch, 7 erste unb 1 zweiten Preis zu erringen, und zwar je einen er ft en Ehrenpreis im Wanderfahren. Korso, 8 Schulreigen. 2 und 3 Radball, Iugendradbalt und 2 Kunstfahren, sowie einen zweiten Preis im 6 Schulreigen, alles unter sehr starker Konkur- " Vereinen. det. nicht gesagt, doch durfte damit zu rechnen sein, dah die Wiederaufnahme der Dotierungen dieser Wertpapiere am Montag nächster Woche erfolgt. * Zahlungsein st ellung in Offenbach. Die Fa. Julius Wolf Lederwarenfabrik AG., Offenbach, hat Antrag auf Geschäftsaufsicht gestellt. Die Genehmigung der Aufsicht durch das Gericht steht noch aus. * Betriebseinschränkungen bei Krupp. Die Kruppsche Friedrich-Alfred-Hütte, die schon zwei Hochöfen ftillgelegt hat, will wegen Absatzmangels auch den Betrieb des Walzwerkes einstellen. Ein Teil der Belegschaft soll sofort entlassen werden, da das Werk die großen Unkosten nicht mehr tragen kann. * Neue Stillegungen bei G e lsenkt r ch e n. Zu den ^kannten Einschränkungen auf Zeche Rheinelbe erfährt der DHD, das) sich die Verwaltung des Gelsenkirchener Bergwerksvereins zu weiteren Stillegungen entschlossen hat. Es sind je ein weiterer Hochofen der Zeche Vulkan und der Abteilung Schalke ftillgelegt worden. Ferner sind erhebliche Einschränkungen auf dem Hüsten, dessen gesamter Hochofenbetrieb nunmehr stilliegt, vorgenommen worden. * Bevor stehende Kündigung des Arbeitszeitabkommens im Bergbau? Wie der DHD. erfährt, erwägt der Zechenverband für Rheinland und Westfalen ernsthaft die Kündigung des Arbeitszeitabkommens. Ein formeller Beschluß ist noch nicht gefaßt worden. * Amerikanische Anleihe der T h y s s e n h ü 11 c. Der kaufmännische Direktor Rades der August-Thyssen-Hütte hat in Amerika den Anleihevertrag der Thyssen-Hütte unterzeichnet und dabei amerikanische Werke besichtigt. Er ist nunmehr zurückgekehrt und beabsichtigt, die kaufmännischen Erfahrungen der Autofabrik Ford bei den August-Thyssen-Werken zu verwerten. * Der französische Außenhandel im er st en Halbjahr 1 925 beläuft sich in der Einfuhr auf 18 836 523 000 Franken und 424 648 486 Tonnen. Die Einfuhr weist also gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung um 1 017 100 000 Franken und 5 449 389 Tonnen auf. Die Ausfuhr beläuft sich auf 21 624 385 000 Franken und 415 187 141 Tonnen, das ist also gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung um 385 135 000 Franken und 1 576 750 Tonnen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billionen Mart auügedrückt. BuenoS-AtreS, London, Neu» bort, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 16. Juli. Der Verlauf der Abendbörse war nahezu leblos. Die Rotierungen, die zustandekamen, zeigten vereinzelt 15 Jnli 16. Juli Amtliche Non nnig Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Ümft.-'Jioii 168,16 168,.iG 168.16 168.58 Bnen.^Sireä L69Ö l,69'i 1.691 1,695 Brss. Antw 19,43 19,47 19 45 19,47 Etjriftinnm. 74,76 7>,94 74,78 74,D<; flopznbagcn 86,94 87,16 87,39 87,61 etodbolm . 122,6. 122,94 112,61 112,89 delsingsors. 10,51. 10,60 10,61'5 10.605 Atollen. . . 15,48 15,52 15.58 15,62 London. . 20,390 «,442 20,390 20,442 Nenvork . . 4,195 4,205 4.195 4,20; Paris. . . . 19,70 19,74 19.84 19.88 Hchweiz . . 81,46 81,66 81.45 81,65 60,98 Spanien. 60,87 61.03 60.82 Japan .. - Rio be San. Wien in D - 1,730 0.467 1,734 0.469 1.730 0.469 1,754 1.471 DtfL abgest. 59,059 69,199 59,06 59,20 Idaräb";: Budapest. . Bulgarien . Lissabon . 12,425 7,39 12.465 7,41 12,42 7.37 12,46 7,38 5,895 5,915 .895 5,915 3,03 3,04 3.03 3.04 20,825 20,875 20 825 20,875 Danzig. . - Äonftantt» 80,83 2,820 81.03 3,886 80,83 2.32 81,03 2,83 Lüben. 6.99 7.01 6.99 7.01 Banknoten. Berlin. 16. Juli. Geld Brief Amerikanische Rote» ..... 4,175 4.195 Belgische Noten ....... 19,40 19,50 Dänische Noten ....... 87.28 87,72 Englische Noten........ Französische Noten ..... 20,355 20,455 19.80 19 90 Holländische Noten..... 167,73 168.57 Italienische Noten ...... ' 15,62 15,90 Norwegische Noten. . ... 74,68 75,06 Deutsch-Oefterr., ä 100 Aron« Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweife Noten...... 59,05 112.32 81,45 60.65 12.395 59,35 112,88 81,88 60.95 12.455 Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . , . 5.82 5.86 Fraulein Fob. Roman von Anders C j e. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) !§ine lange Weile komme ich gar nicht zum Wort. Kehler ist mit Fragen geladen wie ein Feuerwerk mit Raketen, und er schießt alle gleich- zeittg fast in einem Atemzug ab. Er will alles wissen. Richts hier in der Villa Carolyi ist so bedeutungslos, dah er nicht danach fragte. Wäre der Gedanke nicht so toll, würde ich glauben, daß Kehler dies Examen sich im vorhinein in einer bestimmten Absicht zurechtgelegt hätte, so genau war es ausgedacht. Zum Schluß kommt dann die Reihe an mich. Sie erinnern sich alle, mit welch souveräner Verachtung Kehler sich stets über Personen in fester und abhängiger Stellung zu äußern pflegte, — „fixe Esel" nannte er sie. Es war daher etwas delikat, ihn geradeaus danach zu fragen, ob er einer von den „fixen Eseln" des Fellipsschen Bankshndikats geworden sei, aber mit einigen umschreibenden Worten gelang es mir. „Run, meine Herrschaften, die Annahme ist richtig. Herr James Kehler hat sich einem Arbeitgeber untergeordnet. Was sagen Sie dazu? Alle Freiheitsphrasen Kehlers sind nichts anderes als Flausen, sein korsikanisches Blut, das nach Freiheit und Unabhängigkeit im vierten und fünften Glied schrie, muß jetzt seinen Pulsschlag unter Oberaufsicht von mindestens zwei Chefs und einer Direktion von zwölf Personen dämpfen, — obwohl er selbst, bis auf weiteres zum mindesten, nicht mehr als eine anzuerkennen scheint. Ich arbeite nur mit dem geschäftsführenden Direktor, betonte er Natürlich lag da ein Hund begraben, aber wo? Frau Repin macht Anspielungen, Hauptmann Kassel äußerte seine Meinung und Leutnant Carlton desgleichen, — nur Fräulein Fob zog ihre Schlüsse. Da sie dies aber ganz still tat, müssen wir uns mit ihrer etwas spöttischen Miene und ihren leicht gerunzelten Augenbrauen begnügen. Am Rachmittag wurde der Meinungsaustausch auf der Veranda fortgesetzt, die vormittags der Schauplatz der Rechtfertigung Papa Filis Die Ferienzeit der Börse immer mehr ihren Stempel auf. rend der ersten Stunden war das Geschäft drückt Wäh- inner- halb der Spekulation und der Auftragsneigung aus Publikumskreisen so minimal, daß sich eine mit Sicherheit zu erkennende Tendenz überhaupt nicht herausbilden konnte. Die offiziellen ersten Kurse ergaben dann gegen Mittag nur unwesentliche Veränderung und gingen lediglich am Montanmarkt niedriger. Hier verstimmten vor allem die vielen Zechensttllegungen im westdeutschen Industriegebiet. Der einzige Martt, für den wenigstens etwas Interesse vorhanden war, ist der Markt der Dorkriegs-Hypothe- gegenüber den RachoörjeLurjen eine minimale Besserung. Im allgemeinen war die Stimmung nicht einheitlich. Kriegsanleihen gingen zunächst zu unverändertem Kurse, später etwas gebessert: zu 0,255 um. Der Pfandbriefmarkt, der schwächer lag, hatte Einbußen von 5 bis 10 Pfennigen zu verzeichnen. Die Abendbörse schloß in lustloser, aber behauptete'' Haltung. Deutsche Anleihen' Schutzgebietsanleihe 4,300. Bankaktien: Commerzbank 97,12, Darmstädter Bank 118, Disconto- gesellschast 107,75, Dresdner Bank 101,50, Mitteldeutsche Creditbank 96, Reichsbank 122, Oester- reichische Creditaktien 8,20. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 61,50, Gelsenkirchen 50,50, Kali Aschersleben 123, Kali Westeregeln 136. Chemische Aktien: Badische Anilin 125.50, Th. Goldschmidt 81,50. Jndustrieaktien: Licht und Kraft 99,12, Fuchs Waggon 0,65, Lahmeyer 71,50, Mainkraft 84, Junghans 69,50. Börsenkurse._________________ 5% Tralfffle 3trt Kurs Schluss. 7lbcn>. ■:örk Schluß fair» Schluß Mittag bf.de Datum: 15. 7. 16 7. 15. 7. 16 7 89.75 93,3 > ,775 89,75 91.55 6,8 91.75 93,55 6,75 91,75 93,5 6.9 120.5 123 121 123 97,13 97.13 97 97 118 118 118 117.75 119,90 119 119,5 118.5 63 63 — — 107.50 107.75 107.75 107,35 90 88 — — 96 96 96 16 8.30 8.20 8.50 8.40 0.07 0,08 0,1 0.1 70 — 70,5 67.25 51,50 — 52 50,70 47 — 4i 48 64 61.50 64,13 61.60 54.5 50.5 54,25 50.25 107.50 — 110 105.25 122,5 123 123.50 123.60 136,5 136 20.75 20.3 47 — 46,5 44.5 54 — 53.5 53,5 84.40 — 85.25 82,7 67 5 — 67.4 65.40 73 — 72.75 71 2,25 — — — 53,75 53.9 54 — 57 16.13 57,25 56,25 — — _ 72,10 72 — 60 60 60,25 59,5 — — 98 95,75 126 125.5 126.40 126 0,45 0.45 — 81,5 <1.50 81,5 82 116 115.5 115.50 115 116.25 115.80 116 115,70 5,9 5.8 —— — 70 — 69,62 69,50 103,5 103 25 — — 100 98 99.75 98,75 74,5 — 74,5 74.6 — 84 — — 61,25 59 60.90 59.3 76,6 74 74,25 73,25 67,25 56.26 58 57 53.5 53 58 52 41 40 — — 48,5 47.5 49,5 48.5 —- 61,5 61 0,41 0.4 — — 0.79 101.5 0.785 100,5 — — 70,26 69,6 3.1 — 2,75 2,6 2.4 —- 35,25 35,13 M 34,5 9.45 9.60 9.62 .1,62 76,75 75 — — 66,5 65,25 68,5 66 Börse. kenpfandbriefe, im Zusammenhang mit dem nunmehr vom Reichstag angenommenen Hypotheken-Aufwertungsgesetz. Die Kurse der auf diesem Gebiet führenden Werte lagen anfangs recht fest und lauteten für Hamburger 6,15, Meininger 5,5, Preuß. Boden 5,5. die Festigkeit der Pfandbriefe wurde jedoch ebenfalls bald wieder illusorisch, da das endgültige Schicksal des Gesetzes noch unbestimmt ist und die Entscheidung über seine Verkündigung oder Stellung zum Volksentscheid beim Reichspräsidenten liegt, über dessen Absichten bisher noch nichts bekannt wurde. Bei dem Mangel an jeglichem Geschäftsinteresse der Börse blieben außenpolitische Einwirkungen und sonstige Meldungen ohne jeden Eindruck. Selbst am Devisenmarkt blieb die Nachricht unbeachtet, daß in Italien der Banknotenumlauf um 1,6 Milliarden Lire erhöht wird, um den Anforderungen des Handels gerecht zu werden, also eine ausgesprochene Jnflations Politik getrieben wird, und daß in Frankreich die Steuereinnahmen im Monat Juni den geringsten Betrag seit August 1924 aufweisen. Die Wechselkurse beider Länder konnten sich vielmehr trotz dieser Tatsachen gegen London leicht befestigen, und zwar Paris auf 102,6 und Mailand auf 130. Der G e l d m a r f t blieb verhältnismäßig leicht, tägliches Geld 8,5 bis 9,5 Prozent, Monatsgeld 10 bis 11 Prozent. Die Reichsmark wurde notiert in London mit 20,42, Amsterdam 59,40, Zürich 122,60. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24 bis 24,50, Roggen, inländ. 19,50 bis 21,50, Hafer, inländ. 20 bis 23. Mais (gelb) 19,20 bis 21,25, Weizenmehl, inländ., Spez. 0 37,25 bis 38, Roggenmehl 31 bis 32, Weizenkleie 11,90 bis 12,25, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Juli. Auftrieb: 3 Ochsen, 6 Färsen und Kühe, 759 Kälber, 418 Schafe und 712 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Doppelender feinster Mast 75 bis 80, feinste Mastkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 64. Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 37 bis 44, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 20 bis 35. Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 86 bis 88, unter 80 Kg. 80 bis 85, von 100 bis 120 Kg. und von 120 bis 150 Kg. 86 bis 88. Marktverlauf: Kälber bei flottem Handel geräumt, bei Schweinen und Schafen schleppendes Geschäft und etwas Heber« stand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Juli. Der Produktenmarkt war bei ruhigem Verkehr schwächer, besonders für Roggen. In Wintergerste hält das starke Angebot .an, Verkäufe sind aber weniger. Hafer, Mehl und Futterartikel hatten bei kleinen Umsätzen wenig veränderte Preise. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, Juli 264,50 bis 265,50, Roggen, märt 220 bis 223, do. Juli 217,50 bis 216,50, Futtergerste 200 bis 215, Hafer, märt 238 bis 248, do. Juli 188, Mais, loko Berlin 214 bis 215, Raps 340 bis 350; für 100 Kilo. Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 30,50 bis 32,75, Weizenkleie 12,90 bis 13, Roggenkleie 13,40, Diktoriaerbfen 29 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 22 bis 26. Peluschken 23 bis 26,50, Ackerbohnen 24 bis 26, Wicken 26 bis 27,50, Lupinen, blau 12 bis 13, do. gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 15.80 bis 16. Leinkuchen 21,90 bis 22, Trockenschnitzel 10,80 bis 11,20, Torfmelasse 9,50, Kartoffelflocken 24,50 bis 24,70, Zucker 17 bis 19. Frankfurter Opernhaus. „Auf Beseh! der Kaiserin!" Auf „Die schöne Unbekannte" folgt Bruno Gra- nichstaedens „Auf Befehl der Kaiserin!", Text von Leopold Jacobson und Robert Bodanzky. Ein Operettenidyll aus alten gemütlichen Zeiten, lautet der Untertitel der von der Liebe eines kleinen Wiener Mädels und dem Gardeoffizier, der Eifersucht der jungen Kaiserin Maria Theresia auf ihren Gemahl und den daraus entstehenden Verwechslungen handelnden Operette. Unsere heutigen, weit weniger gemütlichen Zeiten lassen nicht mehr das rechte Verständnis für Idylle in diesem Sinne aufkommen; weniger „Süßigkeiten" und mehr Handlung wäre vor Fob gewesen war. Hnfere ganze Geschichte hätte vielleicht einen anderen und weniger tragischen Verlaus genommen, wenn Fob auf den Kaffee und die Gesellschaft auf der Veranda nicht verzichtet, sondern ihr beigewohnt und gewisse Mitteilungen vernommen hätte, die Leutnant Carlton darüber machte, mit welchem Scharfsinn Bankdirektor Fellips fälsche-: und Betrüger unschädlich machte. Diese für die Art der Intelligenz des Herrn Fellips bezeichnenden Mitteilungen hatte der Leutnant im Zuge erfahren — von einem Regimentskameraden, den er zufällig getroffen — und sie ergänzten vortrefflich, was man bereits früher zu glauben wußte. Es handelte sich um einen jungen gewesenen Offizier namens Bern, der zu seinem Hnglüd die Gabe hatte, mit Leichtigkeit die Schnörkel, Schleifen und übrigen Finessen nachzOahmen, mit denen andere Leute ihre Handschrift schmückten, und der vor einem Jahre Fellips mit diesem Talente zu überraschen versucht hatte. Das Experiment mißglückte aber, und Bern stand einige Stunden lang der Schwelle des Zuchthauses so nahe, wie ihr ein Mensch nur stehen kann, — Herr Fellips hatte schon das Telephon ergriffen, um die Mitwirkung der Polizei für die weitere Behandlung des Missetäters zu verlangen. Aus irgendeinem Anlaß aber, der dem Gewährsmann des Leutnants nicht bekannt war, änderte Fellips in der letzten Sekunde seine Absicht bezüglich Berns Zukunft. Er zog es vor, den Mann dadurch unschädlich zu machen, indem er ihm eine Stelle in seiner Bank anbot, eine sehr schöne und humane Eingebung, die der Bankdirektor niemals zu bereuen hatte, denn Bern war treuer als ein Hund und dankbarer als der Löwe in der Fabel von Androklus. Unö er wäre dies, so wurde gesagt, in dem gleich hohen Grade gewesen, auch wenn sein von ihm unterzeichnetes und bezeugtes Geständnis von Herrn Fellips nicht in sichere Verwahrung genommen worden wäre, — in einem der vielen feuer- und einbruchsicheren Kassenschränke des Bankiers. Diese ganze rührende Geschichte kam, wie gesagt, niemals zu Fobs Ohren. Sofort nach dem Mittagessen suchte sie nämlich Tante Karo- line auf, um dieser respektablen Dame die Symptome mitzuteilen, die sie bei Papa Fili entdeckt hatte. Die Tante zeigte sich aber vollständig verständnislos — zu Fräulein Fobs offen erklärtem Qlerger. Um ihr Gemüt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, unternahm sie einen langen Spaziergang auf Karolinens weit ausgedehntem Besitztum, und als sie sich endlich auf der Veranda zeigte, herrschte dort Totenstille. Das Gespäch war gerade unterbrochen worden, und die Ursache war, daß Frau Repin, die an das Geländer gelehnt stand, plötzlich die Hand erhoben und gesagt hatte: „Still. Hören Sie?" 2a, man hörte. Das Knirschen des Schneckensandes auf der langen ulmenbeschatteten Allee wurde immer stärker. Gleich darauf hörte man, wie die Pferdehufe dröhnend auf den Holzbelag bei der Wegkreuzung klapperten, das Geheul der Hunde, die gegen die Equipage ansprangen, und ihr wahnsinniges Gekläff, das sich mit dem Peitschenknallen mischte, durch das sich der Kutscher — gewöhnlich ganz ohne Erfolg — bei den aufgeregten Tieren in Respekt zu sehen suchte. Exzellenz zog seine Uhr: „Das ist eine kuriose Zeit," sagte er. „Das ist ganz außerhalb des gewöhnlichen Fahrplanes." „Also ein Extrazug." Die Bemerkung rührt von Hauptmann Kassel. Er sah Fräulein Fob fragend an. „2d) weih nichts," sagte ihr energisches Kopfschütteln. „Frau Repin soll das Terrain rekognoszieren," entschied Leutnant Carlton. Da Frau Repins eigene Wünsche mit Leutnant Carltons Order zusammenfielen, wahrte es nicht drei Sekunden, bis sie am Ende der Veranda war, dort, wo diese auf den großen Platz vor der Villa hinausging. Sie beugte sich über das Geländer und blickte hinaus. Darauf sah man sie mit ihrem Taschentuch mit allen Kräften winken. „Das kann wohl nicht der geschiedene Herr Repin sein." sagte Hauptmann Kassel übellaunig. Er war es auch nicht. Als Frau Repin, lächelnd wie immer, zu den Herren und Fräulein Fob zurückkam, verkündete sie feierlich: „Ich erlaube mir, den hochgeschätzten Stirn» unterhaltender. Aber das Ganze ist sehr hübsch und wirkungsvoll aufgemacht, ist musikalisch recht melodiös und geschmackvoll und wird flott gespielt und gesungen. Schlager fann man nicht sagen, aber musikalischer Höhepunkt ist der Walzer „Komm, die Kaiserin will tanzen". Gute Marin Theresia, zu was du nicht alles herhalten mußt! Wieviel Operettenstoff hat sie und ihre Kollegin, die große Katharina, schon abgegeben? Diesmal verkörperte szene. Sehr liebenswürdig assistierte ihr Georg Nelly Pirchhoff die Kaiserin stimmlich wie darstellerisch ausgezeichnet, ganz reizend ist eine Kinder- Gütlich als Franz. Wirkungsvoll wie immer und als Wiener vollkommen in seinem Element war der Metzgermeister Weißkappel Alois Nesnis, der auch für die geschmackvolle Inszenierung verantwortlich zeichnete. Humorvoll ergänzend stand ihm Robert Hellwig als Weißkappel junior zur Seite. Das Liebespaar, welches sich am Schlüsse, dank der Befehlsänderung der Kaiserin, doch bekommt, waren Mim Brix und Oskar Neruda; sie taten ihr möglichstes, um aus den Rollen herauszuholen, was irgend ging. Das Publikum knauserte nicht mit Beifall: es fühlte sich allem Anschein nach bei dem gemütlichen Wiener Idyll doch sehr wohl. Vox populi, vox Dei! L. W. Schach Der 24 Kongreß des Deutschen Schachbundes in Breslau. wird in der Zeit vorn 18.2uli His 2. August im Kongrehlokal Hermannloge, Museumsplatz 16, stattfinden. Da es den schlesischen Schochfreunden gelungen ist, trotz der ungünstigen Zeit etwa 15 000 Mk. aufzubringen, wird e£ möglich, daß sich der diesjährige Kongreß in der Ausmachung denen der Vorkriegszeit nähert. An dem daselbst stattfindenden Internationalen Meisterturnier werden sich folgende 12 Spieler beteiligen: Rubinstein, Riemzowitsch, A e t i, B o- goljubow, Grünfeld, Sämisch, Prof. Becker, Wagner, Dr. Tarrasch, von Gottschalk, Dlümisch und Moritz. Der Breslauer Kongreß, der rein idealen Zwecken dient, gibt aufstrebenden Schachtalenten Gelegenheit, die Würde eines Schachmeisters zu erringen; es findet somit ein Internationales Rundenturnier statt. Es kann an ihm der stärkste Spieler jedes Schachverbandes teilnehmen. Der Oberrhein sendet Hussvng - Ludwigshafen, der Riederrhein Kalthenne r- Köln, der Mittelrhein (Hessen) Orb ach-Frankfurt a. M., Niederelbien Schönmann-Hamburg, Westfalen Dietrich- Dortmund, Prov. Sachsen Frhr. v. Holzhaufen - Magdeburg. Sachsen Kühn- Chemnitz, Schlesien Bergmann- Carolath, der Osten Fuchs- Danzig, Oesterreich Hönlinger - Wien, Deutsch-Boy-- men Gilp » Mährisch-Osten. Für alle anderen starken Spieler, welche nicht als Vorkämpfer eines Landes bevorrechtigt sind, steht das Hauptturnier B offen; hierzu haben sich 32 Spieler gemeldet. Auch hier erhält der 1. Preisträger den Meistertitel des Deutschen Schachbundes. Außer einem Damenturnier, aus dem die Siegerin den Titel Schachmeisterin des Deutschen Schachbundes erhält, finden noch 4 weitere Turniere für mittlere und schwächere Spieler statt. Man rechnet mit ungefähr 200 Turnierspielern. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Llrnschau".) Samstag, 18. 3uIL 12 Ahr: Nachrichtendienst. 4 Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 älhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 älhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Tlhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Schlager-Revue. 6 Tlhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ubr: Jugendstunde: Aus dem Roman „Unter Geiern" von Karl May. 6.30 bis 7 Uhr: Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr: Aus Historie und Phantasie (Anekdoten und Rätsel). 7.30 bis 8 Uhr: Vortrag von Syndikus Mahr: „Das neue Verfahren für Reparationssachlieferungen". 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. — Vortrag von Redakteur Quint: „Die olympischen Spiele im alten Griechenland". 8.30 Uhr: Musikalische Sülgeschichte in praktischer Darstellung (sechster Abend). — Anschließend: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst. schauspieler, den großen Finanzier und Mann der Zukunft, den Bankdirektor Harry Fellips anzumelden." VIII. Gabbys Enttäuschungen. Die sonst so fröhliche Gabbh Dulcroft ärgerte sich über eine ganze Reihe von Enttäuschungen und litt überdies ganz schrecklich unter der Hitze des tropischen Spätsommertages. Das Schlimmste war, daß sie niemand hatte, an dem sie ihren Aerger auslassen konnte. Gabbh verlangsamte unschlüssig ihre Schritte, — wohin sollte sie eigentlich gehen? Auf dem Trottoirs der Großstadt flanierten unermüdlich die Herren und Damen, deren sonnverbrannte Gesichter, wie es Gabby schien, eine unerträgliche Selbstzufriedenheit widerspiegelte. Sie selbst war nur zornig, — sie litt unter dem schlimmsten Aerger, dem ein Mensch ausgesetzt sein • kann: sie war auf sich selbst böse. Wie konnte man nur so idiotisch sein? Plötzlich stgnd die junge Dame Angesicht zu Angesicht einem Spiegel gegenüber. Es war ein schön geschliffenes Glas, in das Auslageportale einer der ersten Konditoreien der Hauptstadt \ eingelassen, aber Gabbys Laune wurde dadurch nicht um das mindeste fröhlicher. Eher im Gegenteil. Sie erblickte das Bild eines sonst wegen seiner vielen Reize gepriesenen Gesichtes, das aber jetzt durch eine tiefe Falte zwischen den Augenbrauen und bitter zusammengepreßte Lippen entstellt war. ilnö wie der Teint aussah. Das junge Fräulein sah aus, als ob es Wangen und Nase in eine mit Himbeersaft gefüllte Schüssel getaucht hätte. Entschlossen drückte Fräultin Dulcroft die Messingschnalle nieder, trat in die Konditorei ein, ließ sich an einem Tisch nieder und be- steltte rasch ein Eiscremesoda. Die Kellnerin starrte naseweis auf das et- bitjte Gesicht der Dame und gab sich leine besondere Eile. „Haben Sie nicht gehört?" stieß Gabbh hervor, und der Tonfall ihrer Stimme verriet, daß sie Sofortigen Gehorsam gewohnt war. Bei sich dachte sie sich aber: sehe ich wirklich so schrecklich aus? (Fortsetzung folgt.). a ö. Ä T 'M o 5 e I*1 SM V w K s .H Ä rt-L' SOS Vä