Nr. 139 Erster Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertag». Beilagen: GießenerFamilienblütter Heimat im Bild. Monatr-Vezogrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- psennig für Irägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschllisse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnach- richten: AiizeigerSieben. poftschecklonto: granffurt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 17. Juni 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfilälz-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Siehrn. Schriftleiwng und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer oi» zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärt» 10 Goldpsennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20" .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschem;für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Die französische Antwort in Berlin. Im Sinne des Versailler Vertrags. — Veröffentlichung am Freitag Berlin, 16. 3uni. (Wolff.) Der franjöfi- sche Botschafter übergab heule mittag dem Reichs- mlnisler des Auswärtigen die Antwort auf das deutsche Memorandum über die Sicherheit s f r a g e. 3n der Antwort wird die Stellungnahme Frankreichs und feiner Alliierten zu den deutschen Anregungen ausführlich dargelegt. Das deutsche Memorandum und die jetzt eingegangene Antwort werden am Freitag veröffentlicht. Die heute mittag überreichte französische Antwortnote auf den deutschen Vorschlag über den Abschluß eines Sicherheitspaktes wird von einigen Pariser Abendblättern bereits besprochen. Der „Ternp s" schreibt: Die französische Regierung ist von dem Grund- saß ausgegangen, daß ein derartiger Pakt nur dann wahrhaft nützlich sein kann, wenn er neue Sicherheiten bringt, wenn er also etwas zu den Garantien hi zu fügt, die die Alliierten aus den Friedensoerlrägen herleiten. Niemand kann eine Regelung ins Auge soffen, die grundsätzlich eine Verminderung der Vertragskräfte bedeutet, die sich aus dem Siege der Alliierten ergeben haben, oder irgend etwas, das nicht in dem Rahmen dieses Vertrages liegt. In diesem Geiste hat Briand sich mit Chamberlain ausgesprochen. Wenn man versichert, daß Deutschland eine ernstliche Anstrengung hat machen wollen, dann kann uns auch an den Vorsichtsmaßregeln nichts hindern, die den» bevorstehenden Pakt die Sicherheitsgarantien geben können. In der französischen Antwort ist nichts enthalten, was so ausgelegt werden kann, als fei cs eine politische Demütigung für das Deutsche Reich oder als wolle man zu feinem Schaden die Vertragsbestimmungen forcieren. Aber wenn man zugibt, daß Deutschland auf dem Fuße der Gleichberechtigung mit den Alliierten verhandelt, muh es klar sein, daß diese Verhandlungen feinen anderen Ausgangspunkt hoben als die Friedcnsverlräge, Io wie sie eriftieren. Niemand hak di« Mach' . ‘ie ohne Zustimmung der Signalarmächte zu andern. Crst dann, wenn Berlin diesen Standpunkt freimütig annimmt, wird es den Beweis feiner Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit gegeben haben. Die „Information" schreibt in der Abend- ausgabe: Dos kontinentale System ist in der Ausarbeitung begriffen. Es ist eines der großen Verdienste der zeitgen äffischen englischen Politik, daß sie es begriffen hat, daß dieses für die französische Sicherheit unerläßliche System nicht gegen England gerichtet ist. Frankreich Has es uerftanben, die öffentliche Meinung in England ober wenigstens die augenblicklich Regierenden davon zu überzeugen, daß es nur den Frieden will, und schon kann man die Früchte einheimfen: Italien läßt offiziell erklären, daß es sich gern den pazifisti - schen B e st r e b ungen anschließt, daß aber die Brennergrenze die Itallenifche Rheingrenze fei Dos Abkommen von Genf Hot die Grundlage für die französische 'Antwort gebildet. Vor einigen Tagen Hal Deutschland eine andere Note erhalten, in der erklärt wird, unter welchen Bedingungen Köln geräumt wird: Wenn Deutschland ent- wafsnet. Die Entwasfnungs- und die Sicherheits- »ole, die im Ton verschieden sind, folgen einander, wie auch die Ereignisse sich folgen müssen. Es gibt also zwei Etapven in den Verhandlungen und zwei Mittel, Deutschland zu zwingen, seinen guten Willen zu beweisen. Das offizielle Deutschland hält in einer Hand das Gewehr, das es verbirgt, in der anderen eine Feder, mit der es sich anschickt, zu schreiben. Es ist nötig, daß es sich für das Gewehr oder für die Feder entscheide. Italien und der Sicherheitspakt. Paris. 16 3uni. (Wolfs.) Di: Antwort der Italien schm Rcgierung.au, d. von b:r französischen Regierung entworfene Antwortnote an die Deutsche Reichsrcg crung, betreffend den Abschluß eines S i ch e r h c i t S p a k t e s, ist heute in Paris eingctrof en. 3n dieser Rote erklärt die Regierung daß sie mit der französischen Regierung über die allgemeinen Grundsätze, unter denen ein Sicherheitspalt abgeschlossen werden müsse, einverstanden sei. Aber im Augenblick handle es sich nicht um die Gesamt- vcrhnndlungen die mit Deutschland geführt werden. Außerdem springe der Standpunkt, den jedes Land einnehme, doch nicht klar genug in die Erscheinung Er st wenn die deutsch eRcgle- r u n g ihre Antwort auf die französische Rote mi g. teiit habe, und die Verhandlungen,m Gange sein werden, könne die italienische Regierung ihren Standpunkt präzisieren. ♦ Gröhle Zurückhaltung. .J?p einer okfiz'ösen Veplauibarnnz Oer „Agenzia di Ronca" heißt es, daß im Laufe der Unterhandlung^ der von Deutschland vorgeschlagene Garamiepakt allmählich seinen allgemeinen Charakter verloren habe um lediglich ein Garantiepakt für Frankreichs Ostgrenze zu werden Aus diesem Grunde habe sich Italien gegenüber einem solchen Pakt die größte Zurückhaltung aufcrlegt. Auch noch aus einem anderen Gründe habe Italien Zurückhaltung geübt; weil nämlich noch nichts bestimmtes in diesem Pakt festgesetzt worden sei. Die italienische Regierung wolle frei Hand behalten, bis der Pakt formuliert sei, um sich alsdann gemäß ihren Interessen so ober so zu entscheiden Die Aussprache über den hessischen Ztaatsvoranschlag Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9*/t i!f>r. Ain Ministertisch: Staatspräsident Tllrich und Minister Henrich. Die Aussprache über den Staatsvoranschlaa wird heute fortgesetzt. Abz. Scholz (D. D. P.) erllärt: Wir beraten den ersten Voranschlag, den uns die ncugcbilbcic alte Koalition vorlegt. Bei der Mehrheit bestand wohl der feste Wille, die alte Koalition wieder herzu stel- I c n . bei der Sozialdemokratie und bei der ihr ergebenen Demokratie. Das Zentrum hatte anfänglich Bedenken, weil weite Schichten der Bevölkerung von der aktiven Betätigung an den Regierungsgeschästen ausgeschlossen waren. Es siicd dies Kreise, über deren wirtschaftliche Bedeutung und staatserhaltende Gesinnung lein Zweifel besteht. Die Versuche des Zentrums stießen auf den Widerstand der vereinigten Sozialdemokratie und Demokratie. Letzten Endes versagte die Energie des Zentrums. Wir glauben nicht, daß das Zentrum auf die Dauer bei der Koalition seine Rechnung findet. Der Einfluß der Sozialdemokratie ist stark gewachsen. Die diktatorisch-brutale Weise, mit der die Sozialdemokratie ihren Einfluß bei der Wahl des Vorsitzenden eines Ausschusses geltend machte, ist Zeugnis hierfür. Auch das Verbalten der Darmstädter Zeitung; es ist kaum glaublich, daß slch ein Regierungsorgan rn eine Polemik gegen ben Reichspräsidenten einlätzt. Der Reichspräsident mußrc sich von dem Zentruncsabgeordneten Ruß gestern einen gewissen Tadel gefallen lassen, weil er nicht zur Einigkeit im Flagg en st reit gemahnt hat. Es ist doch nach der Ansicht weiter einsichtiger Kreise das bessere, hier Zurückhaltung zu üben._ (Beifall; Zurufe: Sehr richtig.« Der Tadel wäre doch richtiger an die Adresse des Oberpräsidenten H ö r s i n g gerichtet gewesen, den Vorsitzenden des Reichsbanners Schwarz-rot- gold; er hat die Reichsfarben zur Farbe einer Organisation gemacht, aber beim Einzug Hindenburgs hat seine Organ- fation Die Beteiligung versagt. (Hort! Hört!) .Ich bin der Ansicht, daß der Flaggenstreit auf irgendeine Weise geregelt werden sollte. l Zurull Auf welcher Grundlage?) Die Farben schwarz- rot-gvld waren die Farben der Reichssehnsucht, aber als das Reich gegründet war. nahm cs die Farben schwarz-weih-rot an und führte ste 40 Jahre. Millionen sind dafür in den Tod gc- gangen. Jede Flagge ist gut; jede Flagge ist recht. Rur der Flaggenwechsel ist schlecht. (Lebhaftes sehr richtig!) Die Dergleichsmöglichkeiten dieses Staatsvoranschlags mit früheren ist zum Teil sehr gering, denn es hat eine Verschiebung der Aufgaben stattgesunden zwischen Staat und Gemeinden. Eins aber ist sicher. es klafft ein großes Defizit. Weit schlimmer liegen aber noch die Dinge als sie der Etat zeigt. Er offenbart nicht, wie sehr die Steuerschraube angezogen ist, ebensowenig wie sehr die WiNschaft notleidet. Die Reichspolilik, namentlich in der ersten Zeit nach der Revolution, wurde allzu sehr durch den Druck der Straße und durch die parteipolitische Einstellung bestimmt; wir erklären hier, daß wir nicht aus parteimäßiger Stimmung gegen den Etat sind. Wir fühlen, daß unsere Sache hier ebenso entschieden wird, wie die der Mehrheit. Die Väter der Weimarer Verfassung erklären. daß sie die vortrefflichste Gesetzgebung geschaffen hätten; aber toie wirkt dieses Wahlgesetz? Es sorgt zwar, daß kleinste Minderheiten eine Vertretung erlangen, aber cs sorgt nicht für t> i c Bildung einer kompakten Mehrheit. Die Schwierigkeiten der Regierungsbildung zeigen es jedesmal; es wird ein Pferd vor und hinter den Wagen gespannt. Zwei Taten der Reichsregierung sind besonders hervorzuheben: Die Stabilisierung unserer Valuta und das Londoner Abkommen. Zwar bringt das Dawes-Abkommen schwere Lasten, aber cs ist wohl eine Grundlage für den Wiederaufbau. Der Deutschen Volks- Partei Sorge ist es, die mittleren und kleineren Existenzen zu schützen, denn sie wirken, wie die Feder im Uhrwerk, antreibend im Wirtschaftsleben. Je mehr selbständige Eristenzen wir haben, desto größer ist die Zahl der Anwärter als Führer der Industrie. Bei der Durchführung des Abkommens, wenn es gilt die Wirtschaft auszurichten, so sitzen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf demselben Ast. Deshalb ist die Arbeitsgemeinschaft eine Notwendigkeit; di: Parole müßte lauten: Arbeitsgemein- schall. nicht Klassenkampf! Ec ist bedauerlich, daß die Sozialdemokratie noch immer das alte Steckenpferd reitet. Die Rotwendigleit der Arbeitsgemeinschaft mühte allen Dolksgenofsen flar- gemacht werden. Das Leistungsprinzip muß wieder zur Geltung kommen; die gegenwärtigen Tarifverträge gehen schließlich darauf hinaus, den Tod der Wirtschaft herbeizuführen. Die Methode, nach der jetzt die Schiedssprüche gefällt werden, ist dringend verbesserungsbedürftig; auch muß die Arbeitsfreudigkeit tote- verkehren. Gegen das Schlagwort ..Kulturgüter dürfen nicht leiden" ist einzuwenden, daß doch erst der Bedarf an Rahrung und Kleidung gedeckt werden muh. Wir sind der Ansicht, daß die persönlichen Ausgaben im Staatshaushalt z u h o ch sind. Die Stellung der Deutschen Volkspartei zum Beamtentum ist über alle Zweifel erhaben, sie sieht in ihm den höchsten Träger des Staatsgedankens, sie will auch, daß eine Gruppe von Staatsbürgern losgellst ist von wirtschaftlichen Crwerbssorgen. aber einer ileberfüllung dieses Berufes muß bei Zeiten vorgebeugt werden. Wir verlangen die Zusammenlegung des Slci 18- ministeriums mit dem Ministerium des Innern, den Abbau des Wirtschaftsministeriums;- wir wollen auch Verminderung der Zentralbehörden. Die Schul- und Polizeilasten müssen den Gemeinden wieder zugewiesen werden, gegen Heber- latfung gewisser Steuern. Es ist zuviel auf die Schultern des Staates gelegt worden. Insgesamt kommen wir zur Ablehnung des Staatshaushalts. Wir sind nicht der Ansicht, daß ein Wille zum Sparen vorhanden ist. Wir wollen, daß die Steuern für die Erwerbsstände tragbar sind. W i r treiben Realpolitik, Sie (zur Linken gewendet) Augenblickspo'.itik. Bei der Beratung einzelner Kapitel werden wir unsere Abstimmung begründen. Wir woben vor dem Laude dartun, daß die Lage außerordentlich ernst ist, baß Raubbau getrieben wird; wir wollen daS Land aufrütteln, um alle Kraft zufammenzu- fassen zum Wohle des hessischen Volkes. (Lebhafter Beifall.) '21 bg. Schreiber (Dem.) weist auf das Anwachsen der Staatsausgaben in fast allen bcutfd'en Ländern hin, einerlei welche Partei in der Regierung sitzt. Die Anträge non Dr. Leuchtgens hätten aus sachlichen Gründen abgelehnt werden müssen. In wirtschaftlich schwierigen Seiten dürfe man auch die Kulturaufgaben nicht vergessen: auch die K ü n ft l e r dürfe man nicht untergeben lassen. In der Wohnungsnot müsse unbedingt mehr geschehen. Bei der Anstellung fragen wir nicht nach der Partei, sondern nach der zuverlässigen republikanischen Gesinnung und die Tüchtigkeit. (Zu- rufe: Gesinnungstüchtigkeit) Den Flaggenstreit sehen wir als erledigt an; wir bleiben bei Schwarz-rok- flolb. 2lbg. Galrn (Komm.) erhält das Wort zu zwei kleinen Anfragen. Die erste beschäftigt sich mit dem Painleves Bericht. Die Marokkofrage in der Kammer. - Vor einer friedlichen Einigung Paris, 16. Juni. (WTD.) Ministerpräsident P a i n l e v e ist heute früh 9.25 Tlhr von Toulouse kommend wieder in Paris singet r o f f e n. Sofort nach seiner Ankunft hat im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik ein M i n i st e r r a t stattgefunden, in dessen Verlauf der Ministerpräsident über das Ergebnis seiner Marokkoreifd Bericht erstattete, und zwar über die Maßnahmen, die dazu bestimmt seien, die militärischen Maßnahmen auf die kürzeste Frist und auf die geringste Gefahr zu beschränken. Der Ministerrat hat von diesen Erklärungen Kenntnis genommen und beschlossen, ^dem Ministerpräsidenten für die n o b l e Geste, j.e er gern icht und. drt>m Betze"ti'ug ganze Land begriffen habe, zu danken. Hierauf erstattete der M a r i n e m i n i st e r über den Besuch Bericht, den der französische Admiral Sallier dem spanischen Admiral Iuera abgestattet hat. Französische Kriegsschiffe seien nach den Territorialgewässern des Rifgebietes entsandt worden und dort bereits eingetroffen. Die Kammerdebatte Paris, 16. Juni. (WTB.) Die Kammer hat, wie bereits berichtet, es abgelehnt, den Zeitpunkt zu be stimmen, an welchem die kommunistische Interpellation Doriot über die Lage in Marokko verhandelt werden soll. Diese * Ablehnung ist erfolgt auf Veranlassung des Mi- nisterpräsidenten Painleve, der erklärte, er könne im Augenblick auf der Kammertribüne keine Erklärungen abgeben, da mit einer benachbarten Ration Verhandlungen eingeleitet seien, um die Herbeiführung des Friedens zu beschleunigen. Die Marokkosragr sei eine nationale Frage ersten Ranges. Die Zukunft von ganz Rordasrika stehe auf dem Spiele. Man könne sich auf keine öffentliche Diskussion einlassen, die vielleicht Schwierigkeiten zwischen Frankreich und dem benachbarten Lande über die eingeleiteten Verhandlungen herbeiführen können. Im übrigen fei die Regierung bereit, den zuständigen Kommissionen sofort die notwendige Aufklärung zu geben. Die Regierung hoffe, in sehr naher Zukunft, vielleicht zu Beginn der kommenden Woche, eine große Debatte über die MaroKoangelegeirheit annehmen zu können. Der Vorsitzende des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten teilte alsdann mit, daß Ministerpräsident P a i n l c v 6 bereits morgen nachmittag dem Heeresausschuß und dein Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten Bericht über seine Marokkoreise erstatten werde. Der Heeresbericht. Paris, 16. Juni. (WTD.» Wie Havas aus Fez berichtet, haben die französischen Truppen im Abschnitt von Ouezzan in den letzten Tagen dem Feinde eine Reihe von Schlappen beigebracht. Die am Oüergha- fluß operierenden Truppen find gestern auf zahlreiche einzelne Dissidentenstämme gestoßen, die sich eiligst in die Gebirgsgegend zurückzogen. Die Franzosen hätten bei diesen Operationen f a ft keine Verluste gehabt. Eine weitere Havasmeldung aus Fez besagt, daß im westlichen Frontabschnitt die in Bewegung befindliche Abteilung nach Befreiung des Postens von Drinchka Dikfidentenstämme nach Rorden zurückgeworfen hat, die in der dortigen Gegend tätig waren. Weiter im Osten, zwischen Teroual und Tafrant. habe ein Gefecht stattgefunden, in dessen Verlauf der Fe i nd zurückgeworfen worden fei. Eine konzentrische Operation zweier Abteilungen im mittleren Frontabschnitt habe dazu geführt, Dissidentengruppen nördlich über den Ouerghafluß zurückzuwerfen, biß zwischen Aicha und Kela des Sieh eingebrochen waren. Der Feind sei ohne Widerstand zu leisten rasch z u r ü ck g e w i ch e n. Ein kurzer feindlicher Angriff auf Taunat sei in der Rächt vom 15, Juni ohne Verluste für die Franzosen zurückgewiesea worden. Jin Osten sei die Lage ruhig. Eine iin Hinterhalt liegende Abteilung franzosentreuerAn- hänger habe einen Derpflegungszug der Dissidenten aufgebracht. Der Sultan sei heute in Mekinez cingctroffcn. Die Marokkokonferenz. Paris, 17. Juni. (T U.) Wie „Journal" aus Madrid meldet, ist die erste Tagung der M a r o t f o- Konferenz auf Donnerstag verschoben morden. Die Vorbereitungen für eine militari- s ch e Aktion in der spanischen Zone wurden foit- gesetzt, aber es sei zweifelhaft geworden, ob die Truppenlandungen in der Bucht von Alhuremas überhaupt unternommen werben. In unterrichteten Kreisen wird versichert, in Madrid würden wichtige militärische Maßnahmen beschlossen, man dürfe aber vor allen Dingen nicht erwarten, daß die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spanien in einem wirklichen Zusammenschluß der Streitkräfte unter einer ein« hei11ichen Führung bestehen könnte. Nach einer anderen Meldung aus Madrid hat bas spanische Direktorium dem General Iordana die volle Handlungsfreiheit für die Der- Handlungen mit den Franzosen erteilt. Verständigung in Marokko? London, 17. Juni. (T. U.) In einem Leitartikel ber „Times" mit der Ueberschrift „Friede in Marokko?" geht das Blatt näher auf die Erklärun- gen Painlevss ein und glaubt darin Anzeichen zu sehen, bah man bic Absicht hat, sich mit Marokko zu verständigen. Gleichzeitig empfiehlt die „Times" auch Abb el Krim Mäßigung. Eine Unterredung mit Abd ei Krim. Rom, 16. Juni. (WTB.) Popolo d'Ita- lia veröffentlicht eine Unterredung seines Mitarbeiters in Agadir mit Abd el Krim. Der Sultan wies zunächst darauf hin, daß der Kampf hinlänglich bewiesen habe, daß die R i f I e u t c imstande seien, s i ch selbst zu regieren. Sowohl in Gens als auch in Paris und London, wohin Abgesandte des Sultans geschickt worden seien, hätte man sich davon überzeugen müssen. Die Rifleute fühlten sich in ihren Bergen unüberwindbar. Wenn sie auch drei Jahre lang belagert würden, hätten sie sich doch die ganze Zeit hindurch halten können Die Franzosen und Spanier gäben sich daher falschen Illusionen hin, wenn sie glaubten, durch ihre Blockade die Rifleute zur Kapitulation zu zwingen. Aber die Rifleute seien auch nach wie vor bereit, sich über das Protektorat mit den Spaniern zu verständigen auf der Basis eines modus vivendi. Abd el Krim beschuldigt alsdann Frankreich, die Verständigung zwischen den Rifkeuten und Spanien verhindert zu haben. Aus diesen Gründen hätte Abd el Krim Frankreich angegriffen. Die Franzosen hätten nämlich versucht, das Rif den Spaniern abzukaufen. Die Spanier hätten aber für die Abtretung aller ihrer Protektorate eine Milliarde verlangt, so daß die Verhandlungen ein ganzes Jahr lang hinausgeschleppt worden seien. Abd el Krim schilderte aldann, warum der Marsch nach Fez nicht angetreten worden fei, nämlich weil die Rifstämmc die Franzosen geschlagen hätten und zuerst ihre Beute bergen wollten. Schließlich sagte Abd el Krim, daß Frankreich und Spanien einen gemeinsamen konzentrierten Angriff machen wollten und zu diesem Zwecke auch eine Landung an der Rifküste versuchten. Alle Maßnahmen zur Verteidigung derRifküste seien aber schon ergriffen. Wie die Stimmung gegen Frankreich im übrigen Marokko sei, wäre daraus zu ersehen, daß Pascha El Glaudi sich geweigert hätte, Marschall Lhautey die eingeborenen Truppen zur Verfügung zu stellen. staatlichen Kraftwerk Wölfersheim und verlangt in zahlreichen Einzelfragen Auskunft über den Streik. Ministerialrat W i n d i s ch erwidert, daß die geforderte Lohnerhöhung aus Gründen der Rentabilität des Werkes nicht tragbar fei. Die zweite Anfrage bezieht sich auf die Waschgelegenheiten: in diesem Falle sagte die Regierung Abhilfe zu. Hierauf werden die Beratungen des Staatsooranschlags wieder ausgenommen. Abo. Dr. Werne r (Dschn.) streift zu Beginn seiner Ausführungen die Regierungsbildung und das Berhalten des Zentrums, wendet sich gegen die einseitige Belastung der Landwirtschaft und fordert soziale Gerechtigkeit. Die Zollpolitik sei auch 3um Nutzen der Arbeiterschaft. B a z i l l e s Politik in Württemberg, die hier immer angeführt werde, habe es fertig gebracht, daß man dort einigermaßen finaniieU durchkommt. Der Redner erklärt dann: Die Politik des Zentrumsabgeordneten Nuß ist nicht im Sinne der katholischen christlichen Bauernvereine, die kein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie wollen. Die erste nennenswerte Hilfe ist dem besetzten Gebiet erst durch die Rechtsregierung gekommen. Die Staatsform ist für die Deutsch- nationalen eine Frage zweiten Ranges. Die Deutsch- nationalen haben immer schon die Vereinfachung der Staatsverwaltung verlangt. Der Redner fordert dann die Aufhebung verschiedener Ministerien und Abteilungen nach den Anträgen der Deutschnationalen: auch die Aufhebung der Berliner Gesandtschaft sowie ein neues Ministerpensionsgesetz, Entstaatlichung der Polizei und der Bauverwaltung, sowie Verringerung der Zahl der Landtagsabgeordneten. Weiter wendet sich der Redner gegen die Regiebetriebe, aber spricht für die Unterstützung und die Forderungen der Landwirtschaft. Kleinmüllereien und Kleinbrauereien müßten erhalten bleiben. Ferner wird die Erfüllung verschiedener Handwerker- und Beamtenforderungen verlangt, insbesondere eine bessere Bezahlung der Polizeibeamten. Bei Erörterung der Aufwertung tritt Abg. Dr. Werner nachdrücklich der Behauptung entgegen, daß die Deutschnationalen eine Aufwertung von 100 Proz. versprochen hätten, sondern immer nur eine Aufwertung im Rahmen des Möglichen. Der Redner schließt seine Ausführungen mit den Sätzen :Wir lehnen den Etat ab. Unsere Anträge sind niedergestimmt worden. Wir werden Ihnen (der Linken) die Verantwortung überlassen. Der Staat soll und kann nur erhalten werden durch eine gesunde Finanzpolitik. Folgen Sie unserem Weg! Der 18. Januar nicht Nationalfeiertag. Bildung, Schule und Filmdebatte im Reichstag. Berlin, 16. Juni. Q3or Eintritt in die Tagesordnung beglückwünscht Präsident Lo ehe unter dem Beifall des Hauses den Vizepräsidenten des Reichstags und 2lbg. Dr. Riehen (Dt. Vpt.) zu seinem 50jährigen Doktorjubiläum. Dr. R i e h e r verspricht unter der Heiterkeit des Hauses in seinen Dankesworten, daß man seiner Amtsführung nicht anmerken solle, dah er schon fünfzig Jahre Doktor sei. In der Fortsetzung der Generaldebatte des Haushalts des Innenministeriums begrüßt Abg. Runkel (Dt. Vpt.), dah die Wissenschaft in dem Etat eine so gute Förderung erfahren habe. Die Förderung der Turn- und Sportbestre- V bungen der Jugend seien erfreulich. Das Reichs- -.schulgeseh greife auch in die Befugnisse der Län- ' bet ein. Dieser Mangel müsse beseitigt werden. ,t In den kulturellen Angelegenheiten müsse volle Freiheit Herrscher in jeder Beziehung und mehr Initiative in dieser wichtigen Angelegenheit sei erforderlich. (Zustimmung.) Abg. Dr. Moses (Soz.) richtet an den Innenminister die Frage, wie es mit den aus dem Reichsarchiv verschwundenen Marine- alten stehe. Tirpitz solle in seiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter selbst vor den Reichstag treten und zu der Frage Stellung nehmen, die nicht ad calendas graeeas vertagt werden dürfe. Abg. Höllein (Komm.) findet die im Etat für die Polizei angesehten Beträge viel z u h o ch gegenüber den für die kulturellen Aufgaben bestimmten. Abg. Frau Dr. Matz (Dt. Vpt.) betont, dah man beim Wiederaufbau der kulturellen Momente nicht entraten könne. Das neue Reichslichtspielgesetz müsse mehr Handhaben bieten, um wertlose und minderwertige Filme zu verbieten. Das kommende Gesetz gegen die Schund- und Schmutzliteratur mühte die Möglichkeit des Verbotes jener Bücher, Zeitschriften und Ansichtspostkarten enthalten, die nur auf niedereJnstinkte spekulieren. DieRednerin setzt srch dann für Fahrpreisermäßigun- gen für Jugendliche ein, durch die cs ermöglicht werden sollte, dah die deutsche Jugend ihre Heimat kennen lernt. (Be fall.) Reirbsinnenminister Schiele: Der Abg. Moses hat mich gefragt, ob ich die Tirpihinterpellation nicht beant- toonen wolle. Das Kabinett hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt. Die Interpellation kann jeden Tag im Plenum, und zwar bei der zuständigen Siel'e, beim Etat des Justizministeriums, behandelt werden. Es ist eine Freude zu sehen, wie die deutsche Jugend ihr Geschick und ihre Charakteterziehung selbst in die Hand genommen hat. Wir als Erziehungsbehörden haben uns lediglich für diesen guten, gesunden und tüchtigen Geist cinzusetzen und diesen Geist zu stärken. Cs ist aber auch nötig, dah unsere Jugend zum rechten S t a a t s b e w u ß t s e in erzogen wird, damit die Jugendlichen dereinst tüchtige Staatsbürger werden. Die Bestrebungen der Jugend zu fördern, gehört zu den bedeutsamsten Aufgaben meines Ministeriums. Och begrüße es daher, daß für diese Aufgaben im Etat eine Erhöhung der Mittel eingetreten ist. Der Minister dankt besonders dem Staatssekretär L e w a l d für feine Verdienste um das Deutsche Stadion in Berlin. Jin ganzen Reichsgebiet sollten die anderen Städte dem Beispiele Berlins folgen. Die Jugend müsse man aber auch vor der gerade heute drohenden Gefahr der Zersetzung bewahren. DiZem Zweck sollen die kommenden Gesetze für' den Schuh der Jugend bei Lustbarkeiten und gegen die Schmutz- und Schundliteratur dienen. Eine voräusige Regelung ist in letzterer Beziehung schon dadurch geschehen, dah insbesondere die Bahnhossbuchhandlungen und Kioske aufgefordert worden sind, ein Verzeichnis alt derjenigen Schriften vorzulegen, gegen die i t den letzten Iah.en älrtcile ergangen sind (Be fall.) In Bezug auf das Schulwesen steh n wir vor großen Zielen, die nicht zuletzt auch ein: möglichst einheitliche Regelung der Lehrerbildung im ganzen Reiche gemäß de?. Grundsä^en i>'v Reichs- Verfassung erstreben. Zur Behebung der großen Rot der Junglehrer sind im Etat eine Reihe von Millionen bewilligt worden, die Hilfe bringen werden. Die Ro! der Wissenschaft elbst ist durch größere Etalsvminen zum Teil behoben worden. Eine Million ist für die Förderung wissenschaftlicher und künstlerischer Zwecke eingesetzt worden. Abg. Dr. Schreiber (Ztr.) setzt sich besonders für die deutsche Wissenschaft ein. Beseitigt werden müsse der unhaltbare Zustand, daß über den wissenschaftlichen Instituten des Reiches dauernd das Damoklesschwert des Abbaues schwebe. Abg. Dr. H c u h (Dem.) wünscht, daß die Frage der Lehrerbildung rasch zur Entscheidung gebracht werde, ehe die Länder im einzelnen ffjre besoirderen Wege in dieser Angelegenheit gehen. Rotwendig sei eine größere Betonung der Leibesübungen in den Schulen und auch auf den Akademien. Abg. Frau Lang-Brumann (Bayr. BP.) hebt hervor, daß die im Etat für das Theater wesen eingesetzten Beträge nicht ausreichen, um den Rotstand der Bühnen zu beheben. Von dem kommenden Reichsbühnengesetz erwartet die Rednerin, daß es das B ü h - nengeseh aus der Gewerbeordnung h e r a u s n e h m e. Kunst gehöre nicht ins Gewerbe. (Zustimmung.) Es sei errechnet worden, daß täglich sieben Millionen Menschen ins Kino gehen. In dieser Zahl liege die ungeheure Verantwortung derer, die vom Staate aus die Filme zu beurteilen haben. Was die Frage eines Rationalfeiertages anbelange, so könne man sich auf einen Termin heute nicht festlegen. Die Landwirtschaft habe keinesfalls die Absicht, in der Ernte einen Tag als Feiertag zu begehen. In der Reichsverfassung sei auch nicht die Rede von einer Berechtigung des Reiches, Feiertage einzuführen. Im Etat seien eine Reihe von Summen eingesetzt für Aufgaben, die in die Kompetenz der Länder gehören. Es müsse dafür gesorgt werden, daß die Kompetenzlinie der Reichsländer nicht verwischt werde. Damit schließt die Debatte über den (Etattitel „Bildung, Schule und Film". Ohne Debatte überweist das Haus an den Rechtsausschuß eine Gesetzesvorlage über die Erweiterung der Befugnisse des Reichspräsidenten und einen Antrag der Sozialdemokraten auf Vorlegung eines Aussührungsgesetzes zu Artikel 48 der Reichsverfassung. Der Ausschuhanirag auf (Einführung des 18. Januar als Nationalfeiertag wird im Hammelsprung mit 193 gegen 138 Stimmen abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten Kommunisten, Sozialdemokraten, Zentrum und Bayerische Bolkspariei. Weitere Anträge auf Festsetzung eines Nationalfeiertages und auf Schutz der Feiertage werden dem Rechtsausschuß überwiesen. Angenommen wird ein interfraktioneller Antrag, im Etat einen neuen Titel einzufügen, der für kulturelle, insbesondere kirchliche Zwecke, eine Million Mark einsetzt. Das Haus bewilligt dann den Rest des Etats des Ministeriums des Innern in zweiter Lesung, mit Ausnahme der Kapitel Reichskommissar für die öffentliche Ordnung, Polizei und Technische Nochilse. lieber diese letzteren Kapitel eröffnet Abg. Schmidt-Köpenick (Soz.) die Debatte. Der Redner verlangt, daß die im Etat für die Technische Nothilfe eingesetzten Beträge gestrichen werden. Um 7! Uhr abends vertagt sich das Haus auf Mittwoch nachmittag 24 Uhr. Richtlinien für das China-Problem. Einigung der Mächte. Paris, 17. Juni. (TU.) „Chicago Tribüne" meldet, daß sich die an den Verhandlungen interessierten Mächte über folgende Fragen geeinigt hätten: 1. Keine Macht soll unabhängig vor der anderen einen Schritt unternehmen. 2. Eingriffe in chinesische Angelegenheiten sollen nur stattfinden, wenn Leben und (Eigentum fremder Untertanen gefährdet sind. 3. Es soll eine allgemeine Konferenz mit China stattfinden, da es keine feste Zentralregierung gibt. 4. (Eine Konferenz für Revision der chinesischen Zölle soll sobald wie möglich stattfinden. Es soll China gestattet werden, die Zölle zu erhöhen, wenn Frieden und Si^rheit wieder hergestellt sind. Ruhe in den AufstandsgedieLen. London, 16. Ium. (WTB.) Reuter zufolge deuten die aus Schanghai eingegangenen Telegramme darauf hin, daß die allgemeine Lage etwas besser ist. Auch in Peking, wohin die chinesische Regierung eine weitere Division geworfen habe, sei eine Besserung zu verzeichnen. In Kiu - f i a n g sei die Lage nach den letzten japanischen Nachrichten aus China gegenwärtig ruhig. Die Frauen der japanischen Staatsangehörigen hätten sich in das japanische Konsulat geflüchtet. Die Bank von Formosa sei vollständig ein geäschert. Die britische Niederlassung stehe unter dem Schutz britischer und japanischer Matrosen, die von Freiwilligen unterstützt würden. Die chinesische Regierung teilt mit, daß nunmehr tatsächlich alle Söldnertruppen entwaffnet und viele von ihnen für die Regierungsarmee verpflichtet wurden, um als Arbeiterkorps Verwendung zu finden. Die Eisenbahnarbeiter haben die Arbeit am Montag wieder ausgenommen. Rücktritt der Otdenburgischen Regierung. Berlin, 16. Juni. In der heutigen ersten Sitzung des neuaewählten Oldenburgischen Landtags erklärte' der Ministerpräsident v. F i n k h , daß das Kabinett um klare Verhältnisse zu schassen und um feiner Selbstachtung willen zurücktrete, lieber die Bildung eines parlamentarischen Kabinetts sind die Parteien noch zu keiner (Einigung gekommen. Nach einer Erklärung des Zentrums soll eine Einigung für die nächsten Tage zu erwarten fein. Preußischer Landtag. Berlin, 16. Juni. In der Fortsetzung der Aussprache zum Landwirtschaftshaushalt betont Abg. Diez (Z.)> daß die Zen- trumSfraition von der Rotwendigkeit der landwirtschaftlichen Zölle durchdrungen fei. Bedauerlich sei der geringe Schutz für den Obst-, Gemüse- und Weinbau. Der Redner setzt sich nachdrücklichst für die Interessen des Weinbaues ein. Der begonnene Abbau der Pachtschutzordnung müsse fortgesetzt werden. Abg. S ch w e ch t (Dntl.) empfiehlt die deutschnationalen Anträge zum Schutz des Wein« lbaues, die insbesondere forderten, daß die Weinbaugebiete als Rotstandsgebiete behandelt würden. Abg. Stendel (D. Vpt.) bittet die Staatsregierung, dafür zu sorgen, daß die Entwässerungsverhältnisse in weiten Teilen Preußens erheblich gebessert und grundlegend geregelt würden. Abg. Müller-Frankfurt (Komm.) bekämpft die Zollpolitik. Die Landarbeiter würden sich für diese Politik nicht ein- fangen lassen. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Das Ministergehalt wird bewilligt. Kunst und Wissenschaft. Berliner Freunde der deutchen Akademie. Berlin, 16. Juni. (WTB.) Nach vorbereitenden Arbeiten wurde heute abend im Sitzungssaale des ehemaligen preußischen Herrenhauses die Gründung der Berliner Freunde der deutschen Akademie vorgenommen. Nach einer herzlichen Begrüßungsansprache des Gouverneurs z. D. Wirkt. Geh. Rats Dr. Schnee machte der Präsident der deutschen Akademie in München, Geh. Hofrat Unioersitätsprofessor Dr. P f e lisch i f t e r, interessante, mit lebhaftem Beifall aufgenommene Ausführungen über die Aufgaben der Akademie. Für den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung von Berlin sprach im Namen des verhinderten Oberbürgermeisters Stadtrat B e - recke die herzlichsten Wünsche für das Gedeihen der Akademie aus. Nachdem der Leiter der Versammlung Exzellenz Dr. S ch n e e Mitteilung davon gemacht hatte, daß sich eine große Zahl von bekannten Persönlichkeiten bereits als Mitglieder für die Berliner Ortsgruppe gemeldet haben, wurde die Gründung der Berliner Freunde der Akademie für vollzogen erklärt. Die Schlußansprache an die Versammlung hielt der Rektor der Universität Berlin Prof. Dr. H o l (. Aus der Fülle der hervorragenden Persönlichkeiten, die antsefenb waren, seien genannt: Ministerialdirektor Heilbronn vom Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor K r u e ß vom preußischen Ministerium des Innern, Reichskunstmart R e d s l o b , Staatssekretär a. D. Frhr. von Welser-München, der bayerische Ministerpräsident a. D. Graf Lerche »seid, der preußische Staatsminister a. D. SÜdekum, der bayerische Gesandte v. P r c g c r, Ministerialrat Tiedje vom Reichsministerium des Innern u. a. Die deutsche Einheitskurzschrift in den österreichischen Schulen. Wie die österreichische Regierung dem Reichsministerium des Innern mitteilt, beabsichtigt das österreichische Bundesministerium für Unterricht, die deutsche Einheitskurzschrift in den dortigen Schulunterricht einzuführen, sobald die notwendigen Uebergangseinrichtungen und Umstellungskurse beendet sein werden. Aus aller Welt. Zeppelin-Gedenkfeier in München. Der Münchner Verein für Luftschifffahrt veranstaltete am Dienstagnachmittag eine Gedenkfeier zur (Erinnerung an den Tag, an dem vor 25 Jahren Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff den ersten Aufstieg unternahm. (Ein Freiballon wurde von der Tochter des Grasen Zeppelin, der Gräfin Branden st ei n-Zeppe- 11 n, in Anwesenheit von Vertretern der Behörden und Luftschiffinteressenten auf den Namen Graf Zeppelin getauft und bann als Fuchsballon in die Lüfte gelassen. Der Wind trieb ihn in südlicher Richtung dem Gebirge zu. Dem Fuchsballon folgten andere Ballone als Verfolger. Der Münchner Verein für Luftschiffahrt steht mit dem Fuchsballon in Funkverbindung. Zwischenfall bei der Bad Emser Tausendjahrfeier. Bei der ersten Aufführung des von dem hiesigen Schriftsteller H. L. Linkend ach verfaßten Festspieles „Der Stadtschreiber vonEms" aus Anlaß der „Sechshundertjahrfeier von Ems" ist es gleich zu Beginn zu einem Zwischenfall gekommen. Die Aufführung fand auf dem freien Vlatz vor der Katholischen Kirche statt. Als der Koblenzer Schauspieler Brück hoch zu Roß einen Dorspruch vortragen sollte, wurde das Pferd unruhig und drängte in dis erste Zuschauerreihe, wo es zwei Vertreter der Koblenzer Presse unter sich begrub. Die beiden Pressevertreter kamen mit einigen Verletzungen an Armen und Beinen davon. Eine Anzahl Stühle wurde zertrümmert. Nach kur- zur Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt. Ende des Wassermangels in Berlin. Seit Sonntagmorgen ist es gelungen, Bem Wa l serversorgungsgebiet der Charlottenburger Wasserwerke die vollen Wasfermengen zuzuführen. Ein Jagdschloß abgebrannt. Wie aus Rüdesheim gemeldet toit*, ist das bekannte Jagdschloß auf dem Riederwald gestern ein Raub der Flammen geworden. Bei dem herrschenden starken Wind hakten die aus Rüdesheim und Aulhaufen herbeigeeilten Feuerwehren Mühe, ein .Uebcrgtcifen des Feuers auf den nahen Wald zu verhindern. Das Gebäude ist völlig abgebrannt. Bootsunfälle. Infolge des am Sonntag herrschenden heftigen Sturms kenterten bei einer Stanurcgattp auf der Alster nicht weniger als z w a n z i g Btk o t e. Die Insassen konnten jedoch glücklicherweise sämtlich gerettet werden. Grohseuer. In dcn Holzwerken von Gebrüder Schenk in Maximiliansau (Pfalz) brach Großfeuer aus, vermut.ich inf lg? v^n Se bstcntzünd^ng Das Kessel- uno Ma.chinmhaus find bis auf die Umfassungsmauern ein Raub der Flammen geworden. Die Maschinen sind größtenteils zerstört. Das Feuer konnte dank dem en?'gisch:- 2in« greifen der aus Karlsruhe und Landau h:.. r- gecilten Feuerwehren lokalisiert werden. Erdbeben. Rach einer Havasmeldung aus Soti? wnrdH in Karenko auf Formosa eine Reih: ooft Erdbeben verspürt. durch die verschiebens, Wohnhäuser stark beschädigt wurden. Verlnstz- an Menschenleben sind nicht ju beklagen. j- Wettervoraussage. Heiter bis halb bebeckt, frische Winde aus nördlicher Richtung, meist trocken. Die Wetterlage ist im allgemeinen kaum geändert. Das Ties im Nordosten hat sich zwar e 20 W NiiPi( ben". - »» Flug! Seite für ® Ende * am 2Öt auf dc eine 5 gründ der 5 körper Heraus lchung komms [onne I da loei Tragbe der D legen. Kolomi 3 um 2 sie eine tidjtun Schve untet( auf e1 gefiel Kran der . Rolkr entspr 2usn. auf d> dernv der S Ausbi Sicher nomm toeifui wußte Sonor versioi m am L Sc den ö r, Ei! ren sowohl wie den Volksschulen, rcchr viele Schüler und Schülerinnen zur Mitwirkung bereit, damit der Tag zu einem weit umfassenden turnerischen Iugendlag ge» statt et werden kann. Siebener -apütiK •»***•- iwreife. am 16. Juni (Händlerpreise,. Ts kostete aus Dera heutigen Wochcnmartt da« Pfun-> Butter 180 Pfennig. Matte 35. «die 60, Wirsing 35 bi« 40. Römilchkvhl 10. Spargel 70 bi« SO. Erbsen 40 bi« 50. Misch- gemüfe 15. Tomaten 200. Zwiebeln 20. Rha- barber 30. Äartoffcln laste) 5, Kartoffeln (neue) 15 Kirschen 40 bi« 100, Stachelbeeren 35 bi« 40* Erdbeeren SO bl« 120. Honig 40, junge Zähnen 100. Suppenhühner '20; da« Stück; litt 12, Blumenkohl 80 bi« 150, Salat 10 bi« 20, Salatgurken 60 bis 120, Oberlohlrabi 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 30; daS Päckchen: Radieschen 15. gelbe Rüben 30. rote Rüben 20 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Onkel James (Erben". — Aftoria-Lichtspiele: „Der Dlitzbeißer'. •• Die Einweihung des Gießener Flugplatzes findet, wie wir von unterrichteter Seite hören, am 5. Juli nachmittags statt. Das für Gießen bestimmte Flugzeug wird spätestens Ende Juni hier eintresesn. "Der Rotkreuztag am Sonntag sührte am Dormittag eine große Anzahl von Zuschauern auf den O«waldsgarten. wo die SanitätSkolonne eine Rettungsübung abhielt, der die Annahme zugrunde lag. daß bei einer Volksversammlung in der Turnhalle durch Explosion eines Sprengkörpers eine Panik entstanden und bA dem Herausdrängen der Menge eine Anzahl von Verletzungen schwererer und leichterer Art vorgekommen war. Die zur Hilfe b er beigerufene Kolonne hob die Verletzten auf und verbrachte sie, da weitere Explosionen zu erwarten waren, auf Tragbaren außerhalb de« Gefahrbereich«. um die der Verletzung entsprechenden Verbünde anzulegen. Während dieser Tätigkeit richteten einige Kolonnenmitglieder ein herbeigeholtes Lastauto zum Abtransport der Verwundeten zu. auf dem sie eine von der Kolonne zugerichtete Vehelfsvor- richtung einbauten, auf der 4 Tragbahren mit Schwerverwundeten und zwei leichter Verwundete untergebracht wurden. Weitere Verletzte wurden auf einer ebenfalls von der Kolonne selbst ber- gefiellten RÜderbahre, aus einer fahrbaren Krankentrage und auf einer offenen Trage von der Unfallftelle weggebracht. Dem Zweck des Rotkreuztages, als Werbetog für daS Rote Kreuz entsprechend, machte die Kolonne diesmal eine Ausnahme und verbrachte die Verletzten nicht auf dem kürzesten Weg zum Krankenhau«, sondern veranstaltete einen Zug durch einige Straßen der Stadt. Die Hebung hat abermals die gute Ausbildung der Kolonne gezeigt. Die Ruhe und Sicherheit, mit der alle Handhabungen vorgenommen wurden, war bemerkenswert. Keine An- weifunlg der Führer war nötig, jeder Mann wußte, waS er zu tun hatte. Auch die nötigen Kommando« wurden leise, nur den Beteiligten verständlich abgegeben. Beide« sind Dorbedingun- . wirtlich Schwerverwundete und nervös aufgeregte Menschen in den Vordergrund tritt. — Da« am Nachmittag auf der Liebighöhe vom Roien Kreuz veranstaltete Konzen war rech: gut be- sucht. Die Kapelle Topp halte ein abwechslungsreiches Programm zasammcngesiellt und trug die einzelnen Stücke flott vor. Besonderen Beifall fanden die vom Kindergarten de« Fröbelfrminars und dem BollSiindergarten aufg.führte? Reigen und Spiele, sowie ein Reigen der Schülerinnen de Seminar«. Die Kinder waren mit ganzem Herzen bei bei Sache und ihr: kpfii'd?.-. ® s wirkten herzerquickend. Alle Vorführungen zeigten den großen erzieherifchen Wert der K ndei- gärten und der darin geleisteten Arbeit Die Lehrerinnen beider Gärten können wobl mit De- sri ganz auf d n Rotkreuztag zurückblick n der auch seinen Zweck, dem Rote r Kreuz nur Freunde und Mitglieder zuzusühren. erfüllen mögt. -• Personalien. Versetzt wurde der Förster Johannes U m b a ch zu Gammelsbach in die Försterei Stornsels, Forstamt Eichelsdorj. In den Ruhestand tritt am 1. August auf Grund des Alters- penfionSgefetzes der Iustizoberwachtmeister Georg Hambach bei dem Landgericht in Gießen. f. Der Reichsbund öer Kriegs- beschädigten und Hinterbliebenen hielt am Sonntagnachmittag im Saalbau Sauer eine öffentliche Versammlung ob. die außerordentlich gut besucht war. Nach einer kurzen Begrüßung durch den 2. Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe, Pfeffcr-Gicßcn, hielt Gauleiter N i t s ch e- Kassel einen Vortrag über „Die kommende Novelle zum Reichsoersorgiingsgeseg und Stellungnahme der Kriegsopfer". Der Redner erläuterte zunächst die Umstände, die zum Zusammenschluß der Kriegsopfer geführt haben. Bereits kurz nach Beginn des Krieges habe sich die Notwendigkeit einer Reform der Kriegsversorgungsgesetze herausgestellt. Auch sei durch den Krieg und seine Folgen eine große Verelendung in Deutschland eingetreten, die einen Zusammenschluß aller Kriegsopfer notwendig gemacht habe. Große Schwierigkeiten feien in den ersten Jahren zu überwinden gewesen, um eine Umgestaltung der Dersorgungsgesetze herbeizusühren, ohne daß alle Wünsche befriedigt worden wären. Die politischen Parteien hätten ohne Ausnahme große Versprechungen gemacht, diese aber nicht gehalten. Was bis jetzt erreicht worden fei, verdanke man der Organisation. Redner besprach dann die Wirkungen der Inflation für die Kriegsopfer und die Kämpfe, welche die Organisation wegen der Umwandlung der Papiermarkrenten in Goldmark- renten geführt hat, ohne daß ein befriedigendes Resultat erzielt worden sei. Zur Besprechung der in Aussicht stehenden Novelle zum Reichsversor- gungsgeletz übergehend, bemerkte der Redner zunächst, daß nach der Reichsverfassung das Reich für die Opfer des Krieges aufzukommen habe, trotzdem feien inzwischen Bestimmungen getroffen worden, wonach die Fürsorge für die Kriegsopfer von den Ländern ausgehe. Er forderte Beseitigung dieser Bestimmungen, denn für das Reich seien die Opfer des Krieges gebracht worden, dos nun auch feine Pflichten erfüllen müsse. Redner kam dann auf die Heilbehandlung der Hinterbliebenen zu .sprechen und bemerkte, daß dos neue Fürsorgegesetz 'zuviel „kann' -Bestimmungen habe, daß außerdem den Fürsorgestellen nicht genügend Mittel zur Verfügung ständen. Mit Rücksicht darauf, daß von 1926 c.;\ eile Verbcserungen -ojialer > nsicht der Ge nehmigung ber Entente bedürfen, müsse alles auf. geboten werden, um Versorgung und Fürsorge jetzt noch in zufriedenstellender Weise zu regeln. Dos deutsche Volk vergesse nur zu schnell, es habe vielfach auch feine Kriegsopfer bereits vergeßen Viele verstünden nicht, was man den Opiern des Krieges durch den Krieg genommen hab' Er forderte aus reichende Rentenbezüge weitgehende Heilbehand lung, Sterbegeld und ausreichende Hinterbliebenen, füriorgc, außerdem durchgreifende Siedlungsmaß nahmen. Redner kritisierte weiter die Bevorzugung der aktiven Offiziere und ihrer Hinterbliebenen gegenüber den ionftigen Kriegsopfern, streifte die Nachuntersuchungen und Kürzungen her Renten wegen Gewöhnung und Anpaisunn. die er als zu weitgehend bezeichnete. Er halt cs für notwendig, daß die Kriegsopfer der OclientlichleU immer und immer wieder zeigen daß sie da sind, den Parl.i- mentariern und dem Volk ober zu rufen Richt leere Worte, sondern Taten wollen wir sehen. Die 'ehr beifällig aufgenommenen Abführungen gaben Ver anlaßung zu einer eingehenden Aussprache. Zum Schluß wurde eine Resolution gefaßt die ein- stimmige Annahme fand. l. Die Deutsche Bau- und Sied- lungsgemeinfchaft hielt am Samstagabend im 6aalb.au Sauer eine Versammlung ab. in welcher Architekt L. H e i l m a n n - Darmstadt über das Thema: „Wohnungsbau mit zinslosem Gcldc und Deutscher Aufbau" sprach. Der Redner wie« zunächst auf die auß?rordenttich große Wohnungsnot in Deutschland bin. die im Vergleich zu anderen Ländern den höchsten Prozentsatz auf- weist. Die Arsache dieser Zustände sei nicht allein auf den Krieg und seine Folgen, sondern zum ?roßen Teil auf die Schwierigkeiten der Dor- riegszeit zurückzuführen. Schon feit 1912 machten sich Schwierigkeiten bei Beschaffung von Baugeldern bemertbar. Die von den Landesversicherungsanstalten und den Lcmdcshtzpothekenbanken zur Verfügung gestellten Daugelder reichten nicht aus, die notwendigen Bauten zu finanzieren. Dazu kommt, daß durch die Paragraphenwirt- schaft den Baulustigen die Erstellung von Bauten wesentlich erschwert wurde. Zur Gesundung des deutschen Volkes gehörten am erster Stelle gesunde menschenwürdige Wohnungen, denn nur dadurch werde die Zahl ter Verbrecher verringert, weil das Wohnungselend der Grundstock der Llnfittlichkeit und der Verbrechen fei. Das Bauen sei heute deshalb kaum niöglich, weil man für aufzunehmende Daudarlehen 18 Proz. Zinsen zahlen müsse. Der Referent hält es für wichtig, daß der Sparer sein Geld für sich selbst svaren soll, indem er mit Gleichgesinnten Baukapitalien sammelt, wodurch ihm die Möglichkeit geboten werde, in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem eigenen Heim zu kommen. Der Redner erläuterte hierauf die Aufgaben der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft, die beabsichtigt, von den Spareinlagen der Mitglieder Wohnungen zu errichten und diele an die Mitgli der auszulosen. Diese zahlen keine Zinsen für da« von der Genossenschaft zur Verfügung gestellte Baukapital, sondern nur Miete bis zur Tilgung der wirklich gegebenen Dausumme. worauf der Siedlungsbau ohne jeglichen Vorbehalt in da« Eigentum des Mitgliedes übergeht. Die vom Mitglied geleistete Arbeit wird entsprechend angerechnet Wer die vorgeschriebenen Einlagen nicht in bar aufbringen r h. d..- Tilöglichkeit durch rieberstunden an feiner Arbeitsstätte feinen, Verpflichtungen nachzuloinmen. Durch diese Eiedlungsbauten soll« auch errtnd?! Werder daß die Erbauung von Werkwvhnungen. welche den Arbeiter in ein gewisses Abdangigkeitsverdästnis drängen, vermindert wird Selbst wenn der Besitzer eines Cicbiungtlaulcs nc.i a»e-wärt« ''erziehe, stehe ihm an leiner neuen Wirkungsstätte ein glcich- 1 der Bestrebungen der Deutschen Bau- und Lied- lungsgemeinschaft ist nach der Auffassung des Rel .c len nur dann möglib wenn sie überall in .-.m' -7 ste M 1 • au inren Mitgliedern : kam- Darc! 'c celbftbdfe b e de die Stabilisi.rmig d. r Währung gesichert, es tritt eine völlig Lenderung der wirtschaftlichen Lage und damit eine Gesundung der finanziellen 'Verhältnisse 1 erec deutschen Volkes ein. 3um Schluß forderte bei Redner zur kräftigen Mitarbeit an dem bereits begonnenen Werke auf. ” Eine Reichstagung beS Reichsbundes der 3 ivildien st berechtigten findet vom 25 bi« 27. Juni in München statt. Reben der Beratung der einzelnen Standes- fragen so 'chreib! man unS — wirb das Problem der JitülDcrforgung in feinem ganzen ilmfange ausgezeichnet werden Dieser Teil bet Tagung soll der deutschen ^Öffentlichkeit Aufschluß geben über die geradezu trostlosen Verhältnisse aus dem Gebiete der Zivilversorgung und über die staatspolitische Bedeutung dieser Frage. Landesverband hessischer Mietervereine. * Darmstadt. 15. 3uni. Der Landesverband hessischer Mietervereine hielt gestern hier feine Hauptversammlung ab, bei der zahlreiche Vertreter von Mietervereinen, Gemeinden und politischen Parteien vertreten waren. Den Vorsitz in der Versammlung führte Herr Wolf, Mainz, der Vorsitzende des DerbandeS, Der auch als solcher w i e d e r g e w ä h 11 wurde. Derselbe wandte sich besondere scharf gegen da« Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, das den Wünschen der Mieter wenig entgegenkomme. In seinen weiteren Ausführungen trat er für den Wohnungsbau insbesondere für das Klein f;au« ein. Auch die Forderungen be« zweiten Redner«, des Rechtsanwalt« Droh. Dresden, über „Gesetzgebung und Mieter" gipfelten ebenfalls in der Forderung nach Reubauten, für die in erster Linie die Beträge au« der Sondersteuer für bebauten Grundbesitz verwandt werden müßten. Diese Daugelder müßten zinsfrei ausgeliehen werden. An die Reden schloß sich eine Aussprache, sowie weitere Verhandlungen über interne Vereinsangelegenheiten.______ Plagt Sie Rheuma ober Gicht, so ist Ihnen der Gebrauch von Uroga-Extrakt anzuraten, der die Schmerzen lindert und die Harnsäuren Salze aus Dem Körper schafft. Der echte ilrnga-lSrtraH ist in Flaschen zu 60 Gramm in den meisten Apotheken zu haben, sicher Universität«- Apothele zum golbncn Engel. Die Bestandteile sind auf Der Packung angegeben. 5862ss Betrifft BA1YCHARI 0 , vrtß/dvu ucu födxißrL- wvmtojxIsL uyu\As*\>. notlt cujrxju ObnwM von Ätfuieuen urStfurrt vuyl Zu. wMexb. Massiv. Lagerhaus am SelterSweg zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 05240 an den Gießener Anzeiger. 500 Briefmarken nur 2 — M. Nachnahme k HOF. Frankfurt a. ». Kaiserstraße 70 alle vtraohieden Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. 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(39 Zweites Statt Siebener Anzeiger (Senerat-Anzeiger für Gberhejjen, Mittwoch, \i. Juni (925 Aus den Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. England und die deutsche Kriegsflotte. (Schluß.) Der Botschafter in London Gras v. Metternich an den Reichskanzler Fürsten o o n B ü I o ro Ausfertigung. Nr. 691 London, den 16. Juli 1908. Geheim Sir Edward Grey hatte mich vorgestern in feinem i)aufc mit Herrn Lloyd George zum Frühstück eingeladen. Das Gespräch wandte sich bald der auswärtigen Politik zu Der jetzige Schatz- kanzler hat sich in kurzer Zeit aus einem ultraradikalen wallisischen Advokaten zu einer führenden und geachteten Persönlichkeit in seiner Partei und im Ministerium herangcbildet. Da er imperialistisch denkt, so steht er auch bei den Unionisten in Ansehen. Als oppositioneller Abgeordneter erlaubte er sich, wenn ich mich recht erinnere, vor einigen Jahren hin und wieder einen im Jingo-Ton gehaltenen Seitenhieb auf Deutschland. Als verantwortlicher Minister fand ich in ihm eine versöhnliche Stimmung. Er stimmte mir darin bei, als ich die Anfrage im Parlament betreffend Spionage berührte, das; hier jetzt leider jeder Unsinn, sobald es sich um Deutschland handele, geglaubt werde. Als ich bemerkte, es sei zu bedauern, daß die englische Politik für die französische Freundschaft die deutsche Feindschaft eintauschcn zu wollen scheine, und daß die Entente-Politik die Beunruhigung in Europa heroorgerufen habe, führte Sir Edward Grey ungefähr folgendes aus: England sei im Laute der letzten Dezennien mehrmals nahezu in kriegerische Verwickelungen mit Frankreich und Rußland geraten. Ohne einen Vergleich würde es wahrscheinlich schon zum Kriege gekommen sein. Beide Vergleiche feien ohne jede Spitze gegen Deutschland abgeschlossen worden. Es bestehe nur eine Entente mit Frankreich. Mit Rußland „noch" keine. Dagegen habe Deutschland den Dreibund. Es sei unverständlich, wie man da von einer Politik der Isolierung Deutschlands sprechen könne. Herr Lloyd George warf ein, es sei wohl die diplomatische Unterstützung Frankreichs durch England, die in Deutschland verstimme'). Sir Edward Grey erwiderte, soweit es sich um Marokko handele, fei England hierzu verpflichtet. Ich bemerkte, Frankreich sei in absolut gesicherter Lage, so lange es den status quo in Europa-) anerkenne. Allein werde es an ihm nicht rütteln, gestützt auf England möge der Revanche-Gedanke aber eines Tages wieder aufleben'). Als Lloyd George die Ansicht ausdrückte, er glaube nicht an kriegerische Absichten in Frankreich, obwohl sich die Franzosen noch nicht dazu entschließen könnten, die Vergangenheit anzuerkennen, erwiderte ich, daß ich auch nicht an derartige Ab- sichten bei den Franzosen glaubte. Auch hätte ich nicht das geringste dagegen zu erinnern, daß England Streitfragen mit anderen Nationen hinwegräumte. Dagegen sorgten in der Publizistik die Freunde lind Verteidiger der englischen auswärtigen Politik dafür, die Ueberzeuaung zu verbreiten, daß es sich bei ihr nicht um den Ausgleich- von Streitigkeiten, sondern zugleich um die Schaffung eines Bollwerkes gegen die deutsche Macht handele. Dieses Vorgehen verfolge keine friedliche Tendenz und könne auch nicht als solche in Deutschland aufgesaßt werden, müsse dort vielmehr und überhaupt in Europa Beunruhigung Hervorrufen*). Sir Edward Grey bemerkte hierauf, das Unerfreuliche der Situation liege darin, daß wir uns gegenseitig feindliche Absichten zuschöben. In Deutschland glaube man an einen eventuellen englischen Angriff, hier dagegen, daß die deutsche Flotte gebaut werde, um Englands Stellung zu bedrohen. Beide Minister waren der Ansicht, daß die Situation zwischen England und Deutschland sich um die Flottenfrage drehe. Die Auslagen für die englische Flotte würden in Folge des deutschen Flotten- Programms^) und des beschleunigten") Flottenbaues dermaßen in die Höhe gehen, und das Gefühl vorder deutschen Gefahr würde damit dermaßen an Intensität zunehmen, daß die Beziehungen zwischen den Ländern sich nie bestem könnten, so lange sie sich in der Flottenkonkurrenz') gegenseitig in die Höhe schraubten. Jeder Engländer würde seinen letzten Pfennig daransetzen, um sich die Uebcrlegenheit") zur See zu wahren, von welcher nicht nur die Weltstellung Englands. sondern auch seine Existenz als unabhängiger Staat abhänge. Die ruinösen Ausgaben, zu denen die Flottenkonkurrenz triebe"), könnten vertrauensvolle Beziehungen zwischen beiden Nationen nicht auskommen lassen. Wer auch nur einigermaßen England kenne, wisse, daß hier nicht die Absicht bestehe, Deutschland mit der englischen Flotte zu bedrohen", ober gar Deutschland anzugreisen. Eine Landung sei schon in Anbetracht der englischen Armeeverhälinisse gänzlich ausgeschlossen. Fürst Bismarck habe, wie Herr Lloyd George scherzend bemerkte als bei irgendeiner Gelegenheit von einer englischen Landung auf deutschem Boden die Rede gewesen lei, gesagt, er werde in dem Falle es der Polizei überlasten, das englische Landungskorps festzunehmen. Ebenso lögen die Derhälmisse auch heute noch, wenn es sich um die Bedrohung Deutschlands handele. Für England dagegen fei eine mächtige deutsche Flotte") mit einer noch mächtigeren Armee im Hintergründe eine reale Gefahr. Ich erroieberte, an der German inoasion leide nur die englische Einbildungskraft. In Deutschland denke kein vernünftiger Mensch daran. Die Flottenbauten seien leider verteuert worden durch die Erfindung des „Dreadnought""), wodurch England seinen immensen Vorsprung verloren hätte, und andere seefahrende 'Nationen zu demselben großen Schiffstypus und damit relativ zu denselben hohen Ausgaben gezwungen würden. Aber, ä qui la faule? Im Unterhause sei dieser Tage sogar von der Einführung eines neuen noch größeren Schifss- tnpus, einer schwimmenden Festung, gesprochen war- den. So lange die englische Versicherungspolitik B c- unruhigung in Deutschland erzeugen müsse, hielte ich eine Einschränkung der Rüstungen zur See für ausgeschlossen"). Zuerst müsse Sir Edward Grey eine politische Detente zwischen beiden Ländern herbeiführen und durch seine Politik in Zentraleuropa den Glauben wiederherstellen, daß seine Ententen nicht eines Tages gegen uns miß- braucht werden könnten"), dann erst sei der Boden für eine etwaige Besprechung derEinschränkung von 'oeerüftunflen geebnet"). Vorher nicht. Herr Lloyd George, der an der Flottendiskus- sivn lebhaften Anteil nahm, entgegnete, eine Verlangsamung des Tempos in unserem Flottenbau") würde »ur sofortigen Beruhigung der Gemüter mehr beitragen, als irgendeine politische Aktion dies vermöge. Wir mürben^ hier das weitgehendste Entgegenkommen zur Schaffung einer gemeinsamen 'Safts für di e beiderseitige Einschränkung des Flottenbaues finden"'). Die Einführung des Dreadnought-Typs fei ein großer Fehler von englischer Seite gewesen. Die Regierung würde hier jede mögliche Garan- t i e") geben, daß kein neuer Typus einaesührt") werden solle, wenn wir zu einer Verständigung gelangen könnten .... Eine Haager Konferenz fei nicht der geeignete Weg"), um zu einer Einschrän- fuuq der Ausgaben für die Flotte zu gelangen. Wenn es, wie er dringend hoffe, je dazu kommen solle, so dürfe dies auch nicht auf amtlichem Wege, etwa durch einen Notenwechsel, versucht werden. Nichtamtliche, vertrauliche Besprechungen, die gar nicht in die Öffentlichkeit bringen dürften, würden, wenn eine Verständigung zwischen England und uns auf diesem Gebiete überhaupt möglich sei, eher zum gewünschten Ziele führen"). Sir Edward Grey stimmte seinem Kollegen bei. Ich gab Herrn Lloyd George darin recht, daß weder eine Haager Konferenz, noch weniger eine amtliche Anregung durch eine Note-") der Englischen an die Deutsche Regierung die Frage der Verminderung der Flottenausgaben lösen werde"), bezeichnete ein amtliches Vorczehen") in dieser Richtung sogar als unter Umständen sehr bedenklich") und schwerwiegend und gefährlich, ließ mich im übrigen aber nicht von dem sicheren Boden abbringen, den ich durch meine Forderung einnahm: zuerst eine Politik der Beruhigung, dann können wir von der Flotte reden"). Euerer Durchlaucht ist es bekannt, daß die Englische Regierung seit langem den Wunsch hegt, über die Floltenausgaben mit. uns zu einem Abkommen zu gelangen"). Dor und während der zweiten Haager Konferenz wurde ein verfehlter Anlauf in dieser Richtung genommen. Wenn ich richtig unterrichtet bin, so ist bei uns auch schon die Befürchtung heroorgelreten, die Englische Regierung möchte, allein oder mit anderen, an uns den förmlichen Antrag richten, unser Flotlenpro- gramm einzuschränken, und daß hieraus eine f o - Gießener Stadttheater. Vco Lenz: „Heimliche Brautfahrt". Gastspiel des Bad-Nauheimer Kurtheaters. Heber die Altenburger Uraufführung dieses Stückes konnte der Referent am 18. Oktober 1924 in einer ersten Berliner Zeitung schreiben: „Dieses Stück wäre an sich vollkommen belanglos. wenn es nicht durch seine Existenz aUein den Beweis lieferte, daß es zusammen mit anderen seinesgleichen, die. aus demselben Geiste geboren, immer einmal hier und dort auftauchcn — einer Schafsensströmung angehörl, die sich wohl auf der richtigen Ebene, doch nach der falschen Richtung hin bewegt. Solche Spielereien im Rokokomilieu, mit Verkleidung. Intrige und schließlich fröhlicher Entwirrung ermangeln jeglichen Ethos (im Sinne der Emanation des als Ganzheit lebendigen Organismus). jeglicher Tendenz (im Sinne eines künstlichen, fei es moralischen, sei es sozialen Extraktes). Das Richtvorhandensein der beiden Komplexe bedingt zweifellos eine gewisse Leere. Der G o t i k e r wird jenes, der — es fehlt hier ein zusammenfafsender Ausdruck für die sich lotlaufende Entwicklunaslinte Schiller - Hebbel- Hauptmann — wird diese vermissen. Der Freund eines guten SPieltheaters im Sinne der Marionettenbühne wird jedoch feine Freude daran haben, ilnb deshalb darf hier ruhig stehen, daß man einen Abend lang unterhaltsames Theater gesehen hat. Inhalt? — Fragt man beim Kasperletheater danach? Qualität der Aufsührung? — Macht „Komödie-Spielen" den Komödianten nicht selbst das meiste Vergnügen?" Von der gestrigen Vorstellung im Gießener Sladtthealer ist kaum anderes zu berichten. Bleibt lediglich die Pflicht zu registrieren, daß Karl V o l ck als Spielleiter einen wesentlichen Anteil des Erfolges sich gutschreiben darf, desgleichen vor allem Susanne H e n m als Lotte und Elfriede Basedow als Eharlotte-Helene. Kurt Joachim Baum lebte, litt und liebte als Fürst Eberhard, Rudolf Goll gelangte mit Grazie zum „Hofrat". Das reizende Stück wurde beifallsfreudig ausgenommen. Mir möchten es im nächsten Winter gern noch öfter sehen. e—s. Zweiter Welckervortrag. Professor Hepding: Das Gymnasium bon Pergamon. Am Freitag sprach Llniversilätsprosessor Dr. Hepding über das Gymnasium von Pergamon. Die Ruinen dieses Fürstensitzes halten schon auf Weicker, der sie 1842 besuchte, einen so großen Eindruck gemacht, daß er diese Stätte in einer Denkschrift für König Maximilian II. von Bayern (1858) als besonders aussichtsvoll für archäologische und epigraphische Forschungen hervorhob. Die Ausführung seines Planes begann erst 1878 auf Betreiben des Architekten Karl Humann und des Archäologen Alexander Conze, der 1897 die Freilegung der ganzen Königsstadt forderte. An den 1900 beginnenden großzügigen Grabungen, deren Kosten das Deutsche Reich trug, ist neben Wilhelm Dörpfeld auch Professor Hepding hervorragend beteiligt gewesen. Der Weltkrieg bereitete ihnen zunächst ein Ende, doch ist jetzt ihre Fortführung und Vollendung in Aussicht genommen. Der bedeutendste Gegenstand dieser Grabungen war das Gymnasium, eine großartige Anlage der hellenistischen Zeil, die in drei Terrassen auf dem Burgberg aufsteigt, auf Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach Problem Nr. I«. Don Frau W. 3. Daird in London. Schwarz: 8 6 2 7 5 3 4 xlb 8 7 6 5 4 3 2 Weiß: tos) G3 e____n a b c d Matt in drei Zügen. Weiß: 7 Steine. Kdl, Dg6, Sa4, Sc2, Bd2, Be5, Bll. Schwarz: 3 Steine. Kd5, Bb4, Bd7. Endspiel Nr. S. Weiß zieht und gewinnt. Weih: 3 Steine. Ke4, Ba4, Bg4 Schwarz: 2 Steine. Kf6, Lg7. 8 6 5 3 4 2 1 a 2 e h 8 7 6 5 4 3 2 Weiß: Don H. Otten. Schwarz: b c <1 e"~ * fertige Kriegsgesah r") entstehen mürbe. Nach meiner Ueberzeugung liegt es der hiesigen Regierung vollkommen fern, uns durch eine Art von Ultimatum vor die Frage des Nachgebens oder des Krieges zu stellen. Sie Hal keineswegs die Absicht, an uns eine drohende Frage zu richten. Sie wünscht vielmehr, späteren kriegerischen Möglichkeiten durch einen Vergleich beizeiten vorzubeu- gen. Wenn ich jemandem einen Wunsch abschlage, jo brauche ich mich deshalb noch nicht gleich mit ihm zu raufen . . . Diese Erwägung tritt erst dann ein, wenn ich sehe, daß der andere Miene macht, seinen Wunsch von mir zu erzwingen. P. Metternich. Randbemerkungen Kaiser Wilhelms II.: ') Ja. z) Reichslande. "*) gut gesagt. ') richtig! ■) Falsch! Infolge englischer Uebergroßmachls- gelüfte und Gespensterseherei. ’) Ist nicht beschleunigt. 7) gibt keine! Unsere ist begrenzt durch Gesetz! s) Siehe Nauticus. Sie haben schon die dreifache! “) eine solche anmaßende spräche Hal England auch in den Tagen schärfster Spannung mit Rußland über Afghanistan niemals geführt! Es hat sich niemals unterstanden, von Rußland zu verlangen. 1. »4-15, LIS’ 2. Kd5, Lh6 3. gi-t-. Lg5: auf Kg5: geht natürlich der a-Bauer ungehindert zur Dame. ! Kt l, LIU 5. Kf3 und Bauer a5 geht zur Dame. Sehr hübsch! Lösung VeS Problems Rr. 15. 1. Dd2, Kd5. 2. Dg2+4. 1......Kb6 2. (B+4-. 1.......15. 2. d5-r + 1......d5. 2. Dhö-H-. Ans der 5rfjnd)ivrlt. Internationales Turnier zu Morienbad. Als Sieger in dem jetzt beendeten Internationalen Schachturnier zu Marionbad gingen hervor Riemzowitsch und Rubinstein mit je 11 Punkten, da ersterer in der letzten au spielenden Partie nur Remis erreichte und Rubinstein feine Partie gegen IateS gewann: b?n 3. und 4 Preis teilen Marshall und Torre. IubiläumSlurnter ,yi Darmstadt um die Meisterschaft von Hessen. In der ersten Runde, welche am 14 gespielt wurde, gewann Orbach feine Partie gegen Gutkewilsch im 23. Zuge bur ch ein elegantes Damenopfer: die Partien Dr. Adam gegen Bleutgen. Dr. Wolff gegen Sixt und Flauder gegdn Orth wurden in besserer Stellung sür die Erstgenannten abgebrochen. In der zweiten Runde gewann Orbach ein Damengambit gegen Flauder im 36. Zuge durch Zugzwang, die Partie Dr. Adam gegen Dr. Wolf) wurde in RemissieNung. die Partien Orth gegen Sixt und Dleutgen gegen Gutkewilsch in besserer Stellung für die Erstgenannten abgebrochen. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. sind zu richten an die Schachredaktion des »Gießener Anzeigers". Die Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom RedaktionSttsch Richt zuständig. - „Das Bier is wie a Wasser — sagt so a Bazi, der wo do nia a Wasser sauft!" Dersehll. „Haben die Pulver, die ich Ihrem Mann verschrieb. beruhigend gewirkt?" „Irn Gegenteil! 'n Mordskrach Hal er gemacht. weil die Schachtel drei Mark kostete!" Im Gegenteil. „Ihr verdammten Bengels, bei Euch muß doch jedes Spiel mit einer Keilerei enden I „3m Gegenteil - wir zanken ja, was wir spielen wollen!" Im Eifer. „Die QRänner sind inferiore Geschöpfe. An uns Frauen ist es. zu zeigen, daß wir ihnen ebenbürtig sind." es solle seine Truppen von der Grenze zurückziehen oder die Nachschübe zur Verstärkung der Garnison einstellen. ,0) Haben sie schon permanent getan. ") Wird England gegenüber nie mächtig sein und noch weniger eine Gefahr, als schon die übermächtige Flöte für uns ist. ") richtig. ") sehr gut. ") Falsch! Darüber reden wir überhaupt gar nicht. Wir werden uns niemals vorschreiben lassen, wie unsere Rüstung beschaffen fein soll. ") Wir haben fein schnelles Tempo! Und haben auch keine heimlichen Dreadnoughts für andere Staaten im Bau, die dann von England angekauft werden oder als Panzerkreuzer frisiert plötzlich sich als Linienschiffe entpuppen. '«) Diese ganze unerhörte Zumutung sollte der Englische Minister mal erst an Roosevelt stellen, (Hemenceau ober Japan stellen! Die Antworten würden erheiternd ausfallen' Warum nur an uns9 Weil man glaubt, daß meine Diplomatie die Hosen voll hat und sich durch Kriegsgeschrei imponieren läßt. ") Brauchen wir nicht! '") Ist uns ganz einerlei. "*) nein. Das wäre eine Kriegserklärung! ■•'■) das würden wir als Kriegserklärung auffassen. dessen Höhe der jedem gebildeten Besucher Berlins bekannte Zeusaltar mit dem Gigantenkamps lag, der „Teufelsstuhl" der Offenbarung Johannis (2,13), der im späteren Altertum als ein Weltwunder galt. Das Gymnasium von Pergamon war aus Trachyt erbaut; die Mächtigkeit der Anlage, nicht die Marmorpracht, war das Aeberwältigende an diesem Bauwerke. Vorzügliche Lichtbilder, von der Sonne des Südens geschaffen, veranschaulichten die Einzelheiten, aus die hier nicht eingegangen werden kann; die Rekonstruktion des Schweizer Architekten und Gießener Ehrendoktors Paul Schazmann gab eine anschauliche Vorstellung des Ganzen. Die Steine gewannen Sprache und verkündeten das Leben, das hier einst herrschte: Die Ausbildung erlesener Jünglinge in allen Leibesübungen und in fricgerifd>en Fertigkeiten und in der Musik, die Fackelläufe und andere Wettkämpfe, die Sportfeste, alles gefördert vorn Staat und von hochherzigen Stiftern. So zeigte der Vortrag eindrucksvoll und erhebend, wie Weickers großes Vermächtnis von deutschen Forschem erfüllt wird. Unter ihrem Spaten erwacht das griechische Wesen aus zwei- tausendjährigem Schlaf, und alle seine großen Werke sind herrlich wie am ersten Tag. sch. Die Tagung des Bundcsausschusses des VnhnenvolksbundeS in Münster in Westfalen. Vom 2. bis 4. Juni tagte in Münster i. W. der Rcichsausfchuh des Dühnenvolksbundes. Die erste Sitzung sand am Rachmittag des 2. 3uni statt und war der Behandlung wichtiger Theater- und Volksbildungsfragen im nordwestdeutschen Bezirk des Bündes und darüber hinaus deS ganzen Reichsgebietes gewidmet. Die Probleme des Wandertheaters, das für die Versorgung der thealerlvsen Städte Rordweftfalens und des Emslandes mit guter dramatischer Kunst so wichtig ist. wurden eingehend besprochen. Als wichtige Faktoren in der Volksbildungsarbeit wurden das Heimatspiel auf der Freilichtbühne und das Puppentheater hingestellt. Die Debatte über das Heimatspiel gestaltete sich lehr anregend durch Ausführungen des Dichters Friedrich L i e n h a r d t. der an der Sitzung teilnahm. Der erste Sihungstag wurde abgeschlossen durch einen Festabend in der Stadthalle, den die Münsterische Theatergemeinde zu Ehren der auswärtigen Gäste gab. Bei dieser Gelegenheit sprachen Oberregierungsrat Dr. TiburtiuS. Berlin. Generaldirektor Ger st, Berlin, und Theaterdireltor Dr. Rausse, Regensburg, über die Idee und das Arbeitsprogramm des Bühnen- Volksbundes. Die beiden folgenden Tage waren vormittag- ausgefüllt mit geschäftlichen Sitzungen des Direktoriums un‘j dis Bandesausschusses. Rachmittags fanben sich die Freunde des Bundes im Theater zu Ausiprachekreisen zusammen. 3ntendant $r. Riedecken-Gebhard sprach über den Tanz im neuen Bühnenspiel uT1> stellte den Tanz als unbedingt notwendiges Ausdrucksmittel auf der modernen Bühne hin, nicht nur in der Oper, auch im Schauspiel. Der zweite AuSsprachekreiS galt der Musikpflege in der Fugendbewegung. Hier zeigte Generalmusikdirektor S ch u 1 z . Dornburg, ben Weg, um zu einer natürlichen, von aller lehrhaften Pedanterie befreiten Kunst- und besonders Musikpflege zu gelangen. Auch hier wurde die 3dee des Tänzerischen wieder stark betont, denn als Ausgangspunkt der Musikerziehung bezeichnete Schulz, Dornburg. daS ursprüngliche Ge'ühl für Rhythmus, für Bewegung. Die Berliner Singschar der Reudeutschen umrahmte das Referat Schulz, Dornburg durch Dottrag einiger Lieder , 3 E ' ----- 5 M HB ■ ”) unbedingt der Krieg. ”) nein! Darüber wird überhaupt nicht geredet. geht nicht! Sie sollen das erst bei den anderen Großmächten durchsetzen. -°) ja. Schlußbemerkung des Kaisers: Braso! Metternich! Hat seine Sache sehr gut gemacht, bis auf einen Punkt, der die Hauptsache bildet: der Botschafter hat es ganz übersehen, daß es ihm nicht zustand, wenn auch gänzlich unverbindlich und nur als seine Privatmeinung, dem unverschämten Ansinnen der Engl.sischens Minister, ihre Friedlichkeit von der Verringerung unserer Wehrmacht zur See abhängig zu machen*). Damit hat er sich auf eine schiefe Ebene begeben! Das tut mir für ihn sehr leid. Es muß ihm bedeutet werden, daß mir ein gutes Verhältnis zu England um den Preis des A u s b a u s der Flotte Deutschlands nicht erwünscht ist. Wenn England uns nur seine Hand in Gnaden zu reichen beabsichtigt unter dem Hinweis, wir müßten unsere Flotte einschränken, so ist das eine bodenlose Unverschämtheit, die eine schwere Insulte für das deutsche Volk und seinen Kaiser in sich schließt, die a limine vom Botschafter abgewiesen werden mußte! Mit demselben Recht können Frankreich und Rußland bann neue Einschränkungen unserer Rüstungen zu Lande fordern. Sobald man unter irgendeiner Firma eine m fremden Staate erlaubt, in die eigenen Rü st ungen hineinzureden, so dankt man ab, wie Portugal und Spanien. Die deutsche Flotte ist gegen niemand g_e b n u t und auch nicht gegen England! Sondern nach unserem Bedürfnis, das ist ganz klar im Floltengesetz gesagt und seit 11 Jahren unbeanstandet geblieben' Dies Gesetz wird bis ms letzte Tüttelchen ausgeführt, ob es den Briten päßt oder nicht, ist egal! Wollen sie den Krieg, so mögen sie ihn anfangen, wir fürchten ihn nicht' *) Hier fehlt dem Sinne nach ein Wort: zu ergänzen wäre etwa „gleichsam zuzustimmen". Aus der Provinz. Landkreis Gictzen. !*! Klein-Linden. 16. Juni. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde beschlossen, dem 1913 verstorbenen Lehrer Karl Karcher, dessen Angehörige verzogen sind, ein Denkmal auf seinem Grabe za errichten mit der Inschrift: „Ihrem ehemaligen Lehrer die dankbare Gemeinde Klein-Linden." Grünberg. 16. Juni. Am Sonntagnachmittag hielt hier der Vorsitzende des Ober- Hess. Bienen züchterverein s, Lehrer Buh-Leihgestern, einen zweistünd'gen Vortrag. Der Besuch aus Grünberg und Umgegend war gut. Zunächst machte der Redner Mitteilungen über die am 11., 12. und 13. August stattfindende Ausstellung in Darmstadt, und betonte die Wichtigkeit dieser Ausstellung, die voraussichtlich von 10 000 Mitgliedern besucht werden wird. Hierauf sprach er über die Behandlung der Völker, des Bienenhonigs, der Königin, der Schwärme, über Haftpflichtversicherung und sonstige Angelegenheiten der Bienenzucht. — Bei der Holzversteigerung am Samstag aus den fiskalischen Waldungen wurden durchschnitt- kich folgende Preise per Raummeter gezahlt: Buchenscheitcr 1. Kl. 11 Mk.. 2. Kl. 9 Mk., Kpüppel 7 Mt., Cichenscheit 8 Mk., Gichenrund- holz 6 Mk.. Knüppel 5 Mk.. Fichten- undKiefern- iknüppel 5 Mk., Buchenstockholz 2,50 Mk, Kiefern- Ttockholz 1 Mk. und Buchenreisig 1,50 Mk. Kreis Friedberg. » 6 Sriebberg, 16. Juni. In der Zeit vom 22. Juni bis 11. Juli findet hier auf Veranlassung des Landesamtes für das Bildungswesen ein Lehrgang für Schulturnen, Sport und Spiel statt, an dem Lehrer aller Schulgattungen teilnehmen werden. Leiter ist Oberreallehrer K l ö s von der hiesigen Augustinerschule. sf. Friedberg, 16. Juni. Gestern abend kehrte das in weiten Kreisen rühmlichst bekannte, unter Leitung des Herrn Hermann Honstein stehende „Friedberger Doppelquartett" von seiner Sängerfahrt nach dem Gesangsweltstreit in R ü d e s h e i m o. Rh. preisgekrönt zurück. Trotzdem es in scharfer Konkurrenz mit größeren Vereinen, wie Aachen, Remscheid, Bingen, Essen usw. stand, gelang es der kleinen, aber vortrefflich geschulten Sängerschar, den e r st e n Klassen- preis und im Ehrensingen die zweithöchste Punktzahl zu erringen. Wir müssen es mit Genugtuung feststellen, daß der Verein bei allen Gelegenheiten, bei denen er bis jetzt auftrat, mit Preisen bedacht wurde, so daß man den beiden nächsten Veranstaltungen, am 20. Juni in Büdesheim und am 5. Juli in Heusenstamm, wohl mit den größten Hoffnungen entgegensehen kann. — Vor kurzem wurde ein Jdeenwettbewerb für den Neubau des hiesig" . Polytechnikum" ausgeschrieben: wie nachträglich bekanntgegeben wird, sind dazu auch außerhalb des Freistaats Hessen wohnende Absolventen des Polytechnikums zugelassen. Kreis Büdingen. !! Büdinaen, 16. Juni. Am Sonntag fand in unserem Kreise die Mehrzahl der Bürger- meisterneuwahlen statt. Don den 58 Gemeinden, die insgesamt neu zu wählen haben, wählten 40. Die Ergebnisse waren wie folgt: A l t w jede r m u s: Der seitherige Bürgermeister Reichert wurde wiedergewählt. B e l lm u t h desgleichen. Bergheim: Der seicherige Bürgermeister Weitzel hatte sich nicht mehr aufstellen lassen, von zwei Kandidaten wurde Landwirt Komp gewählt. Binds ochsen: Hier waren drei Kandidaten aufgefteUt. Es erhielten Stimmen: Günther 106, Klee 83, Maul 75. Do keiner der Bewerber mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigte, muß demnächst eine Stichwahl obgehalten werden. Bingenheim: In dem sonst so ruhigen Orte waren noch und nach fünf Kandidaten aufgestellt worden. Der seitherige Bürgermeister erhielt 176 Stimmen, Karl Müller 76, Wilh. Kaspar Bauer 58, Adolf Luther 28 und Adolf Müller 26 Stimmen. Wenig hätte gefehlt, so hätte der alte Bürgermeister S ch u lg t h e i ß bereits im ersten Wohlgang die absolute Stimmenmehrheit erreicht. Die Stichwahl soll bereits am nächsten Sonntag stattfinden. Bisses: Der seitherige Bürgermeister Spengler mürbe wie- dergewählt. Bleichenbach: Auch hier wurde der seitherige Bürgermeister N a u m a n n einstimmig wiedergewählt. Der Wiedergewählte führt das Amt seit 24 Jahren. In Blofeld wurde Bürgermeister Schäfer einstimmig, in Bösgesäß Bürgermstr. Michel, in Borsdorf Bürgermeister Wid- d er s he im, in Büches Bürgermeister Geiß, in Bu r g b r a ch t Bürgermeister S ch e r p f und in Calbach Bürgermeister Bähr wiedergewählt. D a u e r n t) e i in: Hier war als Gegenkandidat gegen den seitherigen Bürgermeister Herrnbrodt der derzeitige Beigeordnete G o r r ausgestellt. Herrnbrodt wurde jedoch wiedergewählt. Diebach a. H.: Anders war es hier. Der seitherige Bürgermeister G e r t h unterlag dem Gegenkandidaten Ruhl, der mit 87 Stimmen als Sieger hervorging. Dudenrod: Auch hier wurde der seitherige Bürgermeister 91 o s nicht wiedergewählt. An seine Stelle tritt P. Nagel. Echzell: Hier kommt es demnächst zu einer Stichwahl zwischen dem seitherigen Bürgermeister Schultheiß und dem Gegenkandidaten Reuß. Eckartsborn: Auch diese Gemeinde erhält einen neuen Bürgermeister in M. Storck, der 179 Stimmen erhielt. In Effolterbach wurde Bürgermeister Lenz, in Gelnhaar Bürgermeister Burlein, in Glauberg Bürgermeister K och , in H e u ch e l - heim Bürgermeister Krug, in Hirzenhain Bürgermeister Hensel, in Hitzkirchen Bürgermeister Ullrich, in Kefenrod Bürgermeister R e u tz e l und in Lange nbergheim Bürgermeister Bähr wiedergewählt. L o r b o ch: In dieser Gemeinde waren drei Stanbibaten aufgestellt. Wäh- renb der seitherige Bürgermeister Faust ausscheiben muß, kommen die beiden anderen in Stichwahl. Michelau: Der seitherige Bürgermeister Hellwig bleibt. Michelnau b. Nidda: Desgl. Bürgermeister B a ch. N i e d e r - M o ck st o d t: Es findet eine Stichwahl statt, in die der seitherige Bürgermeister Reuther hineinkommt. Bürgermeister B i r k e n st o ck in Ranstodt, der seit 32 Jahren das Bürgermeisteramt führt, und Bürgermeister Schäfer in Ober-Widdersheim wurden wiedergewählt. Selters: Der seitherige Bürgermeister wurde nicht wiedergewählt. An seine Stelle tritt der Landwirt und 9Nolkereibesitzer Sigel. Stockheim: Noch hartem Kampf wurde der seitherige Bürgermeister May erneut gewählt. Ebenso die Bürgermeister Müller- Usenborn und S ch l e u n i n g - W a l l e r n h a u s e n. Bürgermeister Mül le r - Usenborn dürfte jetzt wohl der älteste Bürgermeister unseres Kreises sein. Zum ersten Male verpflichtet und in den Bürgermeisterdienst eingewiesen wurde er am 2. Januar 1884. Seit dieser Zeit führte er die Geschäfte der Gemeinde zu allseitiger Zufriedenheit. Bürgermeister Müller, der jetzt 68 Jahre alt ist, erfreut sich noch immer einer guten Gesundheit. Möge es ihm vergönnt sein, noch lange Jahre die Geschicke Usenborns zu leiten. Wenings: Hier findet Stichwahl statt zwischen dem seitherigen Bürgermeister Schmidt und F. R e u tz e l. Die Stichwahlen werden in den betreffenden Gemeinden in Kürze abgehalten werden. Die übrigen Gemeinden von den 58 werden noch am 21. und 28. Juni wählen. Gegen die Bürgermeisterwahl in W o l f, die am 7. d. M. statt- fand, ist Einspruch erfolgt, der demnächst den Kreisausschuß beschäftigen wird. !*! Echzell, 16. Juni. In dem nahen Vingenheim, das durch sein landgräfliches Schloß bekannt ist, befindet sich ein Kinder- heim, dem ab 1. Juli ein Erholungsheim für Kinder des Mittelstandes angegliedert werden soll. Zwischen den Kreise Büdingen, dem Roten Kreuz und dem Alice-Frauenverein ist bereits ein Abkommen getroffen worden. Vorerst sollen 15 Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren ausgenommen werden, denen am 1. August Knaben von 6 bis 10 Jahren folgen sollen. Auf diese Weise sollen dauernd wechselweise monatlich andere Gruppen Aufnahme finden. Man hofft, den Eltern des Mittelstandes, die ihre Kinder nicht in teure Ferienheime senden können, hier eine gute und billige Gelegenheit zur Erholung ihrer Kinder bieten zu können. L Leibhecken, 16. Juni. Die Gemeinde hat unsere im Kriege abgelieferte Glocke durch eine neue ersetzt, die am Sonntag im Gottesdienst geweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Glocke, aus Bronze gegossen wiegt neun Zentner und wurde von der Gießerei Ullrich- Apolda i. Th. geliefert. Unser Geläute hat nunmehr den Zweiklang as—cis. (\ Aus der We11erau, 16. Juni. Die H e u e r n t e ift noch in vollem Gange. Die sonnigen Tage der letzten Woche haben die Arbeiten sehr gefordert und ein Futter von guter Qualität geschaffen. Durch die Ueberschwemmungen im verflossenen Jahre und Winter haben die tiefgelegenen Wiesen sehr gelitten. Meist haben sich saure Gräser und Schilf gebildet, die als Viehfutter wenig geeignet sind. Durch die überaus reiche Kleeernte ist einigermaßen Ersatz geschaffen, vielfach wurde Kleeheu getrocknet. Kartoffeln, Dickwurz und Zuckerrüben Haden sich gut entwickelt, jedoch fehlt ein durchgreifender Regen, der auch für die Entwicklung der Sommerfrucht sehr vonnöten wäre. Die Ob st bäume leiden sehr durch den Raupenfraß, manche Bäume sind fast blätterlos. [Q Nidda, 15. Imp. Aus dem hiesigen G e - m einberat ist zu berichten: Die Rechnung ber Stabt Nidda pro 1 923, die mit einem Rechnungsrest von 5240,87 Mk. abschließt, wurde geprüft und nichts zu beanstanden gesunden. Desgleichen wurde der Voranschlag für Rj. 1925 beraten. Der durch Umlage vom bebauten und unbebauten Grundbesitz und dem Gewerbebetrieb aufzubringende Fehlbetrag beziffert sich auf 68 000 Reichsmark (einschließlich der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz), lieber den Verteilungsmaßstab wird nach näherer Weisung des Ministeriums Beschluß gefaßt. — Die Weiterführung der W a s s e r i e i t u n g nach dem Neubau des Philipp Haas und der Edelmannfchen Gärtnerei wurde bedingungsweise beschlossen. — Die Einführung eines U nfallmelbebienftes bzw. des allgemeinen Nachtdienstes beim P o st - amt Nidda ist seit einiger Zeit Gegenstand von Verhandlungen mit her Postverwaltung. Der Gemeinderat ist ber Ansicht, baß der Einführung des allgemeinen Nachtdienstes ber Vorzug zu geben ist und erklärte sich auch bereit, einen Beitrag zu den lausenden erheblichen Kosten zu leisten. Es müssen zunächst noch Verhandlungen mit den Nachbar- gemeinben und interessierten Teilnehmern geführt werben. — Einige Anträge auf gänzlichen ober teilweisen Erlaß der Gemeinde- g r u n b ft e u e r für 1924 müssen abgelehnt wer- hben, da für ben Steuererlaß die gesetzlichen Unterlagen fehlen. Es lagen einige Anträge auf Beschaffung von Darlehen zur Fertigstellung von Wohnhausneubauten und Abgabe zum Selbstkostenpreis vor. Den Anträgen wurde in zwei Fällen stattgegeben und in einem anderen Falle dem Gesuchsteller empfohlen, das Gesuch im Jahre 1926 zu erneuern, bn die staatlichen und gemeindlichen Baudarlehen für 1925 vergriffen sind. — Der Waldwirtschaft splau für 1926 wurde genehmigt. — Das Gesuch um Erhöhung des Fährlohnes für den Leichenwagen wurde ab- gelehnt. — Ein Fall gibt Veranlassung, darauf zu sehen, daß die Schafweideordnung hinsichtlich der festgesetzten Höchst za hl der von einem Schafbesitzer zur Herde zu treibenden Schafe unter allen Umständen durchgeführt wird. — Der bereits erfolgte 'Ankauf von zwei Ziegenbocklämmern wurde genehmigt, die Stimmer bleiben in Privatpflege bis zum diesjährigen Herbstmarkt. — Vom l.Juli ob tritt die Nachtwächterkontrolle in der früheren Weise wieder ein. — Die Bürgermeisterei wurde ermächtigt, die Arbeiten zur Anlage eines erhöhten Fußsteigs nach dem Friedhof zu vergeben. — Die Ankaufskommission für die lebenden und toten Gewinne der diesjährigen Herbstmarktver- l o s u n g wurde aus denselben Herren gebildet, die dieses Amt im Vorjahr versehen haben. Es kommen zur Verlosung eine Kalbin, sechs Rinder, vier Schweine, vier Ziegenlämmer und 240 andere Gewinne, wie landwirtschaftliche Maschinen und Ge- brauchsaegenstände. — Dem Tierschutzverein für Hessen wurde ein laufender Beitrag von 5 Mark pro Jahr bewilligt und die Anschaffung von 10 0 Berlepschen Nisthöhlen für nützlicheVögel beschlossen. — Zum Schluß wurde u. n. noch die Anschaffung eines Straßensprengwagens beschlossen. Kreis Schotten. L a u b a cf), 15. Juni. Unter zahlreichem Besuch von nah und fern wurde gestern und heute das Laubacher Volksfest, der „Ausschuß" gefeiert. Gestern nachmittag um 4 Uhr war Konzert der gutgeschulten Feuer-- wehrkapelle auf^dem Festplah, der „Hälle", an der Ruppertsburger Straße. Unter den viel- hündertjäbrigen drei gewaltigen „Bäckerlinden" war wieder der Tanzboden aufgeschlagen, auf dem es munter hin und her wogte: in der anschließenden Lindenalles und in der Festhalte drängte sich eine fröhliche Menge. In der Rocht von 1 bis 3 wurden die üblichen Ständchen gebracht. Heute morgen durchzog das Trommler- und Pfeiferkorps die Straßen und weckte die Schläfer. Von 8 Uhr ab traten die einzelnen Sektionen (13 an Zahl zu je 25 bis- 30 Mann) in ihren Standorten an. Um 9 Uhr sammelte sich die gesamte Mannschaft. Unter dem Kommando des Ausschußhauptmanns, des Stadtrechners Schmidt, bewegte sich der Zug nach dem Schlosse, an der Spitze die kleinsten Mädchen, sodann die Festjungfrauen, alle in Weißen Kleidern. Es folgten das Trommler- und Pfeiferkorps des Turnvereins, hie Feuerwehrkapelle, hierauf die „Gaben-(Preis-)träger" und die einzelnen Sektionen. In ihrer Mitte fuhr der Wagen mit denVeteranen von 1 8 7 0 (noch 8 an Zahl), denen die Gonterskircher Musikkapelle vorausging. Im Schlohhof begrüßte der Ausschußhaupt- mann den Grafen, indem er die allzeit guten Beziehungen zwischen dem Grafenhause und der Stadt hervorhob, und brachte ein dreimaliges Hoch auf das gräfliche Haus aus. Der Graf dankte und führte in längerer Rede die heimatliche Bedeutung des Festes aus. Sein Hoch galt der lieben Heimatstadt. Umrahmt war diese eigenartige, altehrwürdige Feier, die auf alle Teilnehmer, insbesondere aber auf die zahlreichen Fremden, die zum erstenmal dieses Fest sahen, einen tiefen Eindruck mochte, von zwei ernsteren Musikstücken. Unter den Klangen des „Radehki- Marsches" zog hierauf die Mannschaft durch die Hauptstraßen zum Festplah. Hier begann sofort das P reis schießen. Die Festteilnehmer aber ließen sich in den Hallen nieder und widmeten sieb dem Genüsse eines Frühtrunks und der berühmten „Laubacher Würstchen". Das Wetter war günstig. * Freienseen, 15. Juni. Wilhelm August Im weit wurde mit 325 Stimmen (drei waren ungültig) zum dritten Mole e i n st i m m i g zum Bürgermeister wiedergewählt, ein schönes Zeugnis für den Gewählten wie für die Wähler. * Gedern, 16. Juni. Die Wiederwahl unseres seitherigen Bürgermeisters Otto Müller gestaltete sich am Sonntagabend für unsere Gemeinde zu einem Festakt. Der weitaus größte Teil der Wählerinnen und Wähler hatte es sich nicht nehmen lassen, unserem hochverdienten Bürgermeister ihre Anerkennung und ihren Dank für sein seitheriges, rastloses Wirken für das Wohl and das Ansehen unseres Städtchens dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß sie ihn auch für die kommenden sechs Jahre zu ihrem Ortsoberhaupt erwählten, so daß er von 977 gültig abgegebenen Stimmen 976 auf ssch vereinigen konnte. Gewiß auch ein schöner Beweis von der Einigkeit unserer Ortseinwohner. Bei Schluß des Wahlaktes hatten sich vor dem Wahllokal fast sämtliche Wähler versammelt, um das Wahlresultat mit großem Jubel entgegenzunehmen. Gleich nach Bekanntwerden des Resultats wurde der übliche Baum eingeholt — sechsspännig mit Vorreiter - . an der Spitze die Musikkapelle und der Radfahrerverein mit geschmückten Rädern. Rachdem Gemeinderat G e r - I a ch dem Wiedergewählten die Glückwünsche der Gemeinde und des Gemeinderats zum Ausdruck gebracht hatte, dankte auch der Präsident des Gesangvereins Liederkranz dem Bürgermeister für sein reges Interesse an dem hiesigen Vereins- Wesen: der Gesangverein sowohl als auch der Musikverein ehrten das Ortsoberhaupt durch einige schöne musikalische -Vorträge. Der Bürgermeister dankte allen in bewegten, herzlichen Worten und versprach, auch fernerhin seine ganze Persönlichkeit für das Wohl und das gedeihen unseres aufblühenden Städtchens einzusehen. Kreis Alsfeld. !♦! Alsfeld, 16. Juni. Am 3. August-veranstaltet die hiesige Vereinigung ehemaliger 116er einen Blumentog. Der Reinertrag soll dem Denkmalfonds für den in Gießen zu errichtenden Regimentsgedenkstein für die gefallenen 116er überwiesen werden. Kreis Lauterbach. Schlitz, 16. Juni. Die hiesige Realschule i. C., die als Höhere Bürgerschule am 1. Mai 1900 gegründet worden ist, feiert am 27. Juni ihr 25jähriges Bestehen als Höhere Bürgerschule durch einen schlichten Festakt, an dem ehemalige Schüler und Lehrer in größerer Zahl teilnehmen werden. Die ersten ordentlichen Lehrkräfte, die an der Anstalt wirkten, waren Frl. Schneegans (jetzt hier im Ruhestand lebend), Dr. Flechsenhaar (jetzt in Frankfurt a. M.), Reallehrer Zöll (jetzt im Alzey). Reben ihnen war noch der aus dem Lehrerberufe hervorgegangene, leider zu früh verstorbene Dekan Schmidt eine äußerst geschätzte Hilfslehrkraft. — Eine Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande ift auch hier ins Leben gerufen worden: 26 Mitglieder traten sofort bei. Ihre Zahl wird sich noch wesentlich vermehren. Eine umfangreiche Werbe» arbeit für den guten Zweck ist geplant. Starkenburg und Rheinhessen. o.Darmstadt, 16. Juni. Wie wir hören, hat die hessische Regierung dem (Ein- spruck der Technischen Hochschule gegen die Eroauung einer elektrischen Straßenbahn durch die Hochschulstraße stattgegeben. Die Führung der elektrischen Bohn nach dem sogenannten Martinsviertel wird deshalb nicht, wie von der Hess. Eisenbahn-Aktiengesellschaft (Heag) beab- ichtigt, durch die Hochschul-, Pankratius-und Wenck- traße, sondern durch die Steinheimer Straße zwi- chen der Dieburger Straße und dem Ringplatz er- eigen. Diese Linienverschiebung hat noch für sich, daß sich die Baukosten herabmindern, die Fahrzeit verkürzt wird und einige beträchtliche Vorteile entstehen. Bekanntlich gipfelte der Einspruch der Hochschule darin, daß bei einer Linienführung durch die Hochschulstraße (an der Südfront des physikalischen und des elektrotechnischen Instituts vorüber) jede Feinmessung des luftelektrischen Feldes und jede genauere Untersuchung über den Empfang elektrischer Wellen in den Laboratorien unmöglich gemacht würde. * Darmstadt, 16. Juni. Das Flugzeug „Mohammed" der Akademischen Fliegergruppe in Darmstadt hat den Preis der Stadt Halle in Höhe von 1000 Mark bekommen. — Heute mittag ertrank im Woog ein 18jähriger Mann aus Düsseldorf. Angeblich soll er des Schwimmens kundig, aber im Wasser von einem Unwohlsein befallen worden fein. Mainz, 16. Juni. (WTD.) In Wörrstadt riß bei einer Vorführung eines Draht- seilkünstlers das Seil. Der Künstler stürzte ab und wurde mit schweren Verletzungen in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Heffen-Nafsau. # Königsberg, 15. Juni. In Hohensolms fand gestern der Wollmarkt statt, der mit einer Tierschau und Prämiierung der Tiere aus den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf verbunden war. Der Auftrieb geschah aus der nächsten Umgebung, die Züchter brachten meist recht gutes Material zur Stelle. Die meisten und vielfach schönsten Tiere wurden von Landwirten aus Wilsbach im Kreise Biedenkopf vorgeführt und konnten in vielen Klassen die ersten Preise holen. Die Devölkenmg der nahen Umgebung hatte sich reichlich eingefunden, so daß schon zu Anfang reger Betrieb herrschte. Die weitere Umgebung hatte sich am Tierschau- fest schlecht beteiligt; z. D. Rodheim a. d. Bieber, Hermannstein, Waldgirmes, Rennheim und Blasbach. Hoffentlich bringt das nächstjährige Tier- schaufest, das im Kreise Biedenkopf stattfinden soll, eine regere Beteiligung. spd. Frankfurt a. M., 16 Juni. In der von allen Fußgängern wegen der Autogefahr gefürchteten Offenbacher Landstraße in Oberrad trug sich heute früh abermals ein folgenschweres Automobilunglück zu. Die Ehefrau Paula Mar schänd aus dem Hahnenweg wollte eine vor dem Polizeirevier haltende Straßenbahn besteigen, als ein Automobil in rascher Fahrt von hinten sich näherte und links an der Straßenbahn vorbeifahren wollte. Dabei wurde die Frau umgerissen, überfahren und an den Beinen so schwer verletzt, daß diese wahrscheinlich abgenommen werden müssen. Die im Augenblick zusammenströmends Menschenmenge versuckte den Wagenführer zu lynschcn. Rur dem raschm D?zvischentreten zahlreicher Polizeibeamten gelang es, den Mann in 3634V 1 I ’S i i --^errangen Sie m Apotheker öie kostenlos? de^lnheffertÄE. vrevtvdcht seit ÄadereM Dr.med?SettschelL?So. SauStrittskureu^ Dr. med.2LO«tift6el * lS. m. b. H., Berlin NO. 43. Niederlagen bei: Hirsck-Apotbeke, ttrltt Bauer, Frankfurter Str. 4; Viktoria Drogerie, Apotheker E.Guth, Marktstr.S; UuiverfttätSAvother« zum goldenen Engel, A. Habrik, Marktplatz: Central-Drogerie Emil Karn, Schulftr.; Kreuz-Drogerie August Noll, Babnbofstr. 51; Neustadt-Drogerie HauS Noll, Neustadt 88. Börsenkurse. ' irrt n| Berlin Datum: I Be u Danknoten. gen Brie» Geld Wendbörle. i m an Sie beseitigen schmerzlos Verstopfung und Stuhlträgheit, regeln die Darmtätigkeit und wirken blutreinigend. Was Großeltern und Eltern geholfen hat, hilft auch heute. [in all. Apothek. erhältlich, die Schacht Rm. 2j cntlalfungcn vorzunehmen. Die Verwaltung wird in den nächsten Tagen entscheidende Beschlüsse fassen. Die Förderung des Wohnungsbaues in Hessen. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat unter dem 8. Juni n e ue Best i m m u n g e n zur Förderung desWoh- nungsbaues im Jahre 1 9 2 5 durch Baudarlehen aus Landesmitteln erlassen. Aach den wesentlichsten dieser Bestimmungen werden staatliche Beihilfen für Wohnungsbauten (Daubarlehen) nur zur Herstellung von Klein- und Mittelwohnungen gewährt, die zur Behebung dringendster Wohnungsnot errichtet werden. Baudarlehen werden auf dem Lande und in den kleineren Stählen in der Aegel nur für Wohnungsbauten mit nicht mehr als zwei Wohn- geschossen gewährt: in den mittleren und größeren Städten können auch Mehrfamilienhäuser berücksichtigt werden. Für einzelstehende Häuser werden Darlehen im Hinblick auf die erhöhten Baukosten nur bann gewährt, wenn die Errichtung von Dopvel-, Gruppen- oder Reihenhäusern nicht möglich erscheint. Behelfs- und Rotwohnungen sowie Werlwohnnngen der Arbeitgeber auf eigenem Gelände kommen für Baudarlehen nicht in Betracht. Baudarlehen können gewährt werden an Gemeinden oder Gemeindeverbände, an ge- Seit 50 Jahren bekannt und beliebt in fast jeder deutsch. Familie als einziges zuverlässig wirkendes Hausmittel sind d. echt Apothek.Richard Brandt*« Frankfurt a. M.. 16. Juni. Die Abend» börse zeigte für die zur Aotierung gekommenen Werte eine gut behauptete Haltung, das Geschäft aber hielt sich in engsten Grenzen. Vereinzelt zeigten die Kurse neue leichte Steigerungen. Interesse lag für irgend ein Gebiet n.-xt vor und selbst am Markt der Anleihen verlief der Verkehr zurückhaltend. Für Kriegsanleihen setzte zunächst eine leichte Abschwächung ein, wodurch der Kurs auf 0,410 sank, aber im Frci- verkehr später wieder auf 0,415 bis 0,417 anzog. Schiffahrtsaktien wurden nicht umgesetzt. Am Montanmärkt lagen Mansfelder. Ilse Bergbau, Phönix und Westeregeln etwas höher. Am Bankenmarkte erzielten Reichsbank eine Steigerung von 0,75. Die Abendbörse schloß in freundlicher Stimmung. Deutsche Anleihen', bprozentige Reichsanleihen 0,410, Zprozentige Rcichsanleihen 0 690. Ausländische Renten Ungarische Goldrente 8. Bankaktien. Bank für Cßrauinbuftne 66,50, Commerzbank 100, Deutsche Bank 120, Dis- contogesellschaft 108, Dresdner Bank 102,75, Mitteldeutsche Creditbank 98, Reichsbank 121, Rheinische Creditbank 91, Oesterreichische Credit- aktien 7,25. Montanaktien' Ilse Bergbau 94, Mansfelder 59,50, Phönix 88.75, Rheinstahl 70.37, Kali Aschersleben 12, Kali Westeregeln 98. In- den Samstagen geschlossen. Eine Aotierung für ausländische Zahlungsmittel (Devisen und Roten) findet an diesen Tagen ebenfalls nicht 9uM ehr, 1 werden JlUT* jflrie ScNuph. Schluß» 5K' M.N-, ■#*** ernt ww für jede gut geleitete Küche ist die Verwendung bester Zutaten für die Bereitung der Mahlzeiten. Aus diesem Grunde ist Dr. Oetker's „Gustin" in der einfachen sowie feinen Küche allgemein beliebt. - Der Gebrauch von Dr. Oetker’s Gustin ist außerordentlich vielseitig. Man nimmt Gustin, um Milch Früchte, Suppen, Saucen, Gemüse, Fette usw. sämig zu machen oder zu verdicken. Außerdem bereitet man mit Gustin Puddings, Cremes, Suppen, Kuchen, Torten, Milch- und bruchtflammeris, ideale Kinderspeisen und Kranken speisen aller Art. Ein Versuch wird jede Hausfrau befriedigen. Sie kaufen Dr. Oetker’s Gustin in „OriginalpäckchenB mit der Schutzmarke „Oetker's Hellkopf" zum Preise von 33 Pfg-, in allen ein* schlägigen Geschäften. Besondere „Gustin-Rezepte“ erhalten Sie kostenlos ebendaselbst oder, wenn vergriffen umsonst und portofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld. 1191ss Zranlfurler C:.-:;bsSt>rU. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. 011., 16. Juni. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 21,50 bis 23,75, Roggen (inländischer) 19 bis 21,50, Hafer (inländischer. 18,75 bis 22,75. Mais (gelb) 20,50 bl« 22.50, Weizenmehl (inländisches. Spezial 0) 36,75 bis 37,75, Roggenmehl 28,75 bis 30. Weizenklcle 11,75 bis 12 Roggenkleie 12,75 bis 13. Tendenz: flau. Ertr. Selin, pal U- Exti. AchilL mojch. — Aloe» — Absynth. ai l.O. Extt. Trif. — Gent, ai 05. Pulv. rid. der Polizeiwache in Sicherheit zu bringen. Aun- mehr stürzte die empörte Volksmenge über den Personcn-Kraftwagen her und zerstörte ihn vollständig. bl. Dillenburg, 16.Juni. Die rege Bau- tätigtet! inmitten unserer Stadt hatte zum Erfolg, daß in diesem Jahre schon 47 Häuser entstanden sind refp. noch seriiggestellt werden, zu denen sich noch weitere sechs gesellen sollen. Geplant ist weiter noch die Neuerrichtung einer Zweigstelle der 'Nass. Landesbank, die ihre Lage am Dillufer ■ unweit des Postamts erhalten soll. Geplant ist ferner noch die Erweiterung des Kanalnetzes in der Stadt. bl. H a i fl c r, 16. Juni. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, den Perbänden und Iu- gcndvereinigungen von Haiger Gelände zwecks Anlage einer Flußbadeanstalt zur Verfügung zu stellen. Damit geht ein jahrelanger Wunsch der Jugend in Erfüllung. Geplant ist weiter, unsere Stadt durch verschiedene Autobuslinien mit dem Westerwald und dem S i e g t a l zu verbinden. Die Verhandlungen sind noch im Gange. Kassel. 16. Juni (WTD.) Die hiesigen släbtischen Arbeiter finb gestern wegen Lohnbifferenzen in ben Ausstand getreten. Die Aotstanbsarbeiten in ben lebenswichtigen Betrieben werden vorläufig weitergeführt. Es finb Verhandlungen eingeleitet worden, um die Beilegung des Streiks sobald als möglich zu erreichen. H o chfchulnachrichten. 1| Marburg, 16. Juni. Der Direktor des philosophischen Seminars, Prof. Dr. phil. Nikolai Hartmann, hat einen Ruf an die Universität Köln angenommen. — In der philosophischen Fakultät habilitierte sich gestern Dr. phil. v. Bruch- Hausen mit seiner Antrittsvorlesung über „Die Bedeutung der Wasserstosfjonenkozentration für die Pharmazie und Nahrungsmittelchemie". — Der Marburger Zoologe Geh.-Rat Prof. Dr. Kor - s d) e 11 wurde zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien ernannt. Berlin. 16. Juni. Der Produt'.enmarkt ist sehr flau geworden, auf merklich schwächere Auölandsmeldungen Weizen und Roggen gegen gestern wesentlich billiger Auch Hafer war schwächer. Gerste still, Mehl sehr ruhig, ebenso Futtermittel. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 264 bis 267. Weizen (Juli) 259.50 bis 260,50, Roggen (märt) 210 bis 214. Roggen (Juli) 205 bis 206, Gerste imärtj 226 bis 242, Zuttergerste 200 bis 216, Haser (märt) 233 bis 241, Hafer (Juli) 190 bis 191, Mais (La Plata, loko Berlin) 207 bis 211, Raps 360 bis 370; pro Doppelzentner Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 29 bis 30,50, Weizenkle.e 13,90 bi« 14, ' Roggenkleie 14.20 bis 14,30, Vittoriaerbsen 24 bis 29, kleine Erbsen 24 bis 26, Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 21 bis 23, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 23 bis 26, Lupinen (blau) 10 bis 11, Lupinen (gelb) 13,50 bis 14,50, Rapskuchen 15 bis 15,60, Leinkuchen 22.20 bis 22,80, ^rockenschnihel 10,20 bis 10,50, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 19,30 bis 19,50. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 18. Juni. 12 Uhr: Rachrichtenbienst 3 und 4 Uhr: Wirtschastsmeldungen. 4.20 Uhr: Aach richtenbienst. 4 30 bis 6 Uhr: Aachmittagskonzert bes Hausorchesters: Am Rhein, am heiligen Strome. 6 Uhr. Wirtschaftsmelbungen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestun.be (Aus fernen Länbern): Aus dem Buch „Mit ben Zugvögeln nach Afrika" von Bengt Berg (Fortsetzung). 6.30 bis 7 Uhr: Sprachliche unb praktische Hinweise für Italien- reifenbe. 7 bis 7.30 Uhr: Stunde des Südwest- deutschen Radioklubs. Vortrag von Dr. Dauer: Was ist Wechselstrom?" 7.30 bis 8 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 bis 9.30 Uhr: Uebertra- gung von Cassel: Dorothea, Operette in einem Akt von Jacques Offenbach. Wirtschaft. • Ausfall der Samstag-Börsen Juli. Im Juli bleiben die Wertpapierbörsen dustrieaktien AEG 91.70. Badische Anitin 114.40. Gemen 1 Heidelberg 70,10, Dyckerhoff 39. Höchster Farben 106.62. Lohmener 63. Siemens & Halske 78. Wayh & Jreytag 71,75. Frankenthal Zucker 3,60. Stuttgartzucker 2,40. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbertcht des ..Gießener Anzeiger-"^ Berlin, 16. Juni. Die Kursrückgänge deS gestrigen Tages zwangen die Börsenspekulation, die bisher allgemein nach unten engagiert war. zu Deckungsläusen. die bereits dem heutigen Vor- mittagsverlchr unter ben Banken ein fettere« Gepräge gaben. An bet Börse setzte sich biefe Tendenz fort, wobei bei einigen sährenden Werten infolge Materialmangels mehrfach Kurserholungen eintraten. Im Gegensatz zu der bisherigen Zeit konnte man beobachten, daß nur wenig Derkaufsaufträge an den Markt gelangten. Als Ursache hierfür wird anzunehmen sein, daß die wichtigsten Abgaben aus i n düst r i e l l e n Kreisen zu G e l d b e s ch a f - sungszwecken vorläufig beendet sind. Ferner bot die Erklärung zu den umlaufenden: Gerüchten über eine Stillegung der gesamten Ruhrindustrie daß diese völlig unzutressend seien und hieran nicht zu denken wäre, dem Markte eine Stütze. Auch die Reise T r c n b c l e n b u r g « nach Paris zur Wiederaufnahme ber W i vt - schaftsver hanbl ungen sanb eine günstige Beurteilung. Gegenüber diesen Argumenten blieb die Enwickelung der R c i ch s s i n o n z e n , die einen Zuschuhbedarf ergaben, ebenso einflußlos, wie diejenigen über die Einführung ber Kurzarbeit in ber ober schlesischen Eisen- 3 n b u ft r i e. Besonders bevorzugt unb rege lag der Markt der heimischen Anleihen unter Fühlung von Kriegsanleihe. Die fett: Haltung ter Auslanbwerte erhielt sich ebenso wie die gestrige Kurssteigerung von Südser. Der Geldmarkt zeigt: leine Veränderung. Tägliches Veld 7> bis 9' Prozent. Monatsgeld 10 bis ll1 s Prozent. - ieliflc Real- l.rgerschule am < feiert am U.ehen ali Mchlen Fest- inJ> Lehrer in % ?‘e Anstalt dick- Üeftl hier im haar W (jetzt int uer aus dem !r zu früh »er. hetst geschätzte SesDcreinS lslande jsl kn; 26 M. wird sich noch reiche Derbe, .anl nt)cjfcn. Die wir hören, fl dem (Ein. lschule gegen n Straften- attgegeben. nach dem sage- > nicht, wie von f (heag) beab- lius- und Wer.lk- er Strafe zwirn Ningplatz er- it noch für sich, lern, die Fahr- ichtliche Borteile Einspruch der nfüfjrung durch i/ des phnfih- Huts Dorüber) \ Feldes unb Smpfanct eiet- unmöglich ge- 15 Fiug'jeug n tfliegeraruppe Stadtyalle imen. - ^uie ISjähriger ich soll er des a(fer non einem ) 3n Dörr- etnei prahl' Künstler stürzte erlebungtR elieferi. Man berichtet uns: Am Sonntag veranstaltete die Turn- und Sportgemeinde Rod - heirn a. d. Bieber einen turnerischen Werbetag. Obwohl die Borbereitungen in die arbeitsreiche Zeit der Heuernte fielen, wetteiferten Turner und Sportler in selbstloser Hingabe an eine gemeinsame Sache. Seit langem sah Rodheim wieder einmal in voller Eintracht sämtliche Ortsvereine, unterstützt von auswärtigen Turnern, in stattlichem Zuge sich durch die Dorfstraßen bewegen. Trotz Temperatursturz und bedrohlicher Wolken war die Beteiligung rege: die Unterstützung von auswärts hätte besser sein dürfen, lohnt doch der "Aufenthalt auf dem wunderbar gelegenen Wald- platz allein die Ausfahrt ins schöne Biebertal. Nach kurzer Begrüßung nahmen die turnerischen Darbietungen ihren Verlauf. Die Freiübungen zeugten in ihrer Exaktheit von fleißiger Hebung und voller Körperbeherrschung. Das Geräteturnen zeigte, daß auch in den Reihen der A. D. T. auf hervorragende Leistungen hingearbeitet wird und turnerisches Können zu finden ist. Das Mädchenturnen, geleitet von Turnwart G i f s e I, bewies, daß in kurzer Zeit zielsicher und mit gutem Erfolg gearbeitet wurde. Die begeisterte Menge zollte einzelnen Turnern und den Riegen reichen Beifall. Herrlich verschönt wurde der Nachmittag durch gesangliche Darbietungen der Sängervereinigung, des Arbeitergesangvereins und seines Frauenchors. Tanz, Reigen und Pyramiden hielten die Feft- besucher bis nach Mitternacht zusammen. Alles in allem ein wohlgelungener Tag, der Wiederholun- diefer Art rechtfertigt, gleick) welcher Richtung. Sn n,it ae. LÄ; !? auch , V^rgct. ' glichen n 'eins ganz- Zusehen einzureichen. Diese Behörden haben die An- täf»,? na-db dem Grade ber Dringlichkeit, nach ber wirtschaftlichen, technischen und finanziellen Seite zu Prüfen, danach den vorgeschriebenen Fragebogen auszufertigen und unter Anschluß e^nes auch die benachbarten Baugrundstücke um- lassenden Lageplanes im Maßstab 1:500. eines Bauentwurfs im Maßstab 1:100, einer überschlägigen Kostenberechnung nach dem Kubikmeter umbauten Raum in Goldmark und. wenn erforderlich, eines Erbbauvertrages dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft vorzulegen. Kirche und Schule. Luther und Katharina von Bora. Das Verordnungsblatt der Ev. Landeskirche in Hessen enthält ein Ausschreiben des Landeskirchenamts an die evangelischen Dekanate und Pfarrämter, das solgenden Wortlaut hat: Am 13. Juni 1525 schloß Luther die Ehe mit Katharina von Bora. Bei der großen Bedeutung, die diese Tat Luthers für die Wer- tung der Che unb des Familienlebens hat, empfiehlt es sich, ihrer nicht bloß etwa am 14. Juni ober am Reformationsfest, im Gottesbienst zu gedenken, sonbern auch die Erinnerung an fi<* in Vereinen. Familienabenden usw. als willkommene Gelegenheit zu benutzen, um baran die evangelisch-sittliche Auffassung unb Führung eines rechten christlichen Ehelebens auszuzeigen. Gerade in unserer jetzigen Zeit, wo die religiös- sittliche Grundlage der Ehe von so manchen ernsten Gefahren bedroht ist, wo in weiten Schichten unseres Volkes — Gott sei's geklagt eine sehr laxe Anschauung von ehelicher Treue, von der Pflicht christlicher Kindererziehung sich breit macht, wo mit allen Mitteln öffentlicher Propaganda die rechtlichen Stützen ehelicher Sittlichkeit unterwühlt werden, wird cs von besonderer Wichtigkeit sein, über diese Dinge ge- wisfenschärfend, deutlich unb klar, mit Ernst und Takt zu sprechen. Auch bes Segens, den Luthers Eheschließung und bamit bie Gründung des evangelischen Pfarrhauses für unser kirchliches unb für unser Volksleben gewonnen hat, sollte batei gebucht werden. Gewiß werden d ab er in erster Linie unsere evangelischen Pfarrhäuser selbst sich wieder der großen Verantwortung bewußt werden müssen, heute mehr denn je Salz und Licht in ber Gemeinde zu sein. Möchte jedoch jede evangelische Familie unseres Landes auch bei diesem Reformationsjübiläum es wieder neu erfassen, wie Gott seine Kirche in Luther gesegnet hat, damit sie ein Segen sei. Turnen, Sport und Spiel. Aus dem Lahti-Dünsberg-Gau der A. D. T. ii. In Hobe»' llmarkt sta«, tfr Promne« en DM Md Auftrieb g W i M'er zur Stelle. Sie L würben von »Lite Deden- Äen M« fr“ SS'»' , 3uni In der 1 Ä raWr 'Niob» » y an . und l $dbet Ä meinnützigeBauvereinigungen unb an privateBau- I Herren. Bauvereinigungen haben nachzuweisen, daß ihr bauernber Bestanb unb ihre Leistungs- I sähigkeit gesichert erscheinen. Private Dau- I Herren können Daubarlehen für bie Errichtung I von Einfamilienhäusern nur erhalten, wenn durch bie Errichtung ber neuen Wohnung eine Altwohnung für ben allgemeinen Wohnungsmarkt frei wird, ober wenn sie für eine Wohnung dringend vorgemerkt sind. Private Bauherren, bie Miethäuser errichten wollen, müssen sich verpflichten, bie Wohnungen nur an solche Personen ,u vergeben, bei denen eine der vorstehenden Voraussetzungen gegeben ist. Bei ber Verteilung der Daubarlehen sind Schwerkriegsbeschäbigte unb kinderreiche Familien vorzugsweise zu berücksichtigen. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) oder ber Kreis haben sich an den Baukosten möglichst in ber gleichen Höhe wie ber Staat zu beteiligen. Für leistungsschwache Gemeinden kann bie Höhe des Gemeindeanteils bem Grad ihrer Leistungsfähigkeit angepaßt werden. Die Finanzierung des gesamten Bauvorhabens muh einwandfrei gesichert sein. Die Daubarlehen werden als wertbeständige Hypothekdarlehen gegeben. Sie finb bis zum 1. April 1926 zinslos und von da ab mit 2 vom Hundert wertbeständig zu verzinsen und durch | Abzahlungen in fest bestimmter Höhe mit mindestens 1 vom Hundert wertbeständig zu tilgen. Das Darlehen soll den Detrag von 3 000 Rm. je Wohnung yftht übersteigen. Für Einfamilienhäuser, die ft. Schwerkriegsbeschädigte und für Familien mit mindestens 5 im Haushalt lebenden Kindern errichtet wei den, kann ein erhöhtes Daubarlehen bis zu 4 500 Rm. je Wohnung gewährt werben. Das Daubarlehen wird in einer festen Summe bewilligt: eine nachträgliche Erhöhung ist ausgeschlossen. Der Bauherr hat für sich unb feine Rechtsnachfolger eine Re he von Verpflichtungen bis zur vollständigen Tilgung des Dau- darlehens zu übernehmen: u. a. kann das Anwesen nur mit Zustimmung des Ministeriums für Arbeit unb Wirtschaft veräußert ober einem anberen zur Benutzung überlassen werden. Zur Sicherung des Daudarlehens unb der Rückzahlungspflicht ist an dem Dadgrundstück eine erststellige wertbeständige Hypothek im Sinne des Reichsgesetzes vom 23. Juli 1923 zugunsten des Staates einzutragen. Soweit nicht eine Gemeinde oder ein Gemeindeverband Darlehensempfänger ist. ist ber Gemeinde unb dem Kreis an bem Baugrundstück für bie Zeit bis zur völligen Tilgung bes Baudarlehens vertraglich ein Anspruch auf ilcbcr- tragung bes Eigentums an bem gesamten Anwesen (Ankaufsrecht), außerdem ein dingliches Vorkaufsrecht einzuräumen. Anträge auf Gewährung von staatlichen Daubarlehen sind in den Städten mit ©täbtecrbnimg, in deren Bezirk ber Wohnungsbau errichtet werden soll, bei der Stadtverwaltung, in allen übrigen Gemeinden durch Vermittlung der Gemeindebehörde bei bem zuständigen Kreisamt Devisenmaill Berlin—Frankfurt a. M. «In Billionen Mark außflebrädt- Buenos AireS, London. Neu- dort, Japan, Rio de Janeiro fnr eine Einhew Wien nnd Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Em beiten.) Telegraphische Auszahlung. »Berlin, 16. Juni. Amerikanische Noten . . .,, Belgische Noten ...*##« Dänische Noten ..... Englische Noten ....... französische Noten ..... Holländische Noten ..... Italienische Noten ..... Norwegische Noten ..... Dcu'sch-Lesierr.LlOO Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Note» ..... Svanische Noten . Tschechoslowakische Roten •. Ungarische Noten . . ... Frankfurter statt. * Gröhere deutsche Beste11ungen bei englischen Mo t o r r a d f a b r i k e n. In letzter Zeit gehen, laut einer Londoner Meldung des Fachblattes „Industrie-Kurier", in größerem Umfange deutsche Bestellungen bei den bekannten englischen Motorsabriken nach Motoren für Motorräder und nach fertigen Motorrädern ein, und zwar fordert Deutschland speziell solche Motoren an, die sich für Rennen und Dauerwettbewerb eignen. * Verkürzte Lieferfristen in der rheinisch-westfälischen Eisen -Indu - ft r i e. Während noch vor einigen Wochen für Grob- ftabeifen eine Lieferfrist von 6—8 Wochen verlangt wurde, nehmen die Werke z. Z. Bestellungen zur Lieferung innerhalb 3—4 Wochen an. Für andere Sorten werden laut Fachblatt „Industrie-Kurier" folgende Fristen verlangt: Halbzeug ca. 3 Wochen, Feinstabeisen 6—8 Wochen, Formeisen, Moniereisen 3 Wochen, Bandeisen, Universaleisen 3—5 Wochen, Bleche ca. 3 Wochen. * Zur Kündigung der Bauaufträge i m Ruhrgebiet. Rach dem Vorgehen der Eisenindustrie hat nunmehr auch ber Zechenverbanb dem Verband des Daugewerbes mitgeteilt, bah er sich gleichfalls gezwungen sehe, sämtliche (Bauaufträge zu tunbigen. Es sollen jeboch laut „K. Z." von biefer Kündigung die Tiefbauarbeiten nicht betroffen werden. * Gelsenkirchener Bergwerks. A. - G. Die Gelsenkirchener Dergwerks-A.-G. beabsichtigt. in ben nächsten Tagen einen von ben drei Hochöfen stillzulegen unb weitere Arbeiter» 15. 6. 16 6. Vlo DcnMvr 3irl®5anlrfbt <•/. $ tu Hebt RtUvSanltihe . Sy«e/o Dtulscht RtichLanitide S*/. Ttukicht RtiLSanlttht . DcuNcht SvLtoramunanleibe «*/. Prtuhislvt JtonfolS 4% Htlltn........ •*/•% Hellen y/e Hessen ■ Deutsche Wertd. Tollar-ilnl. Mo. Doll.Schatz-Sntreting.^ #lo Zolltllrten.........I 6°/e Goldmextkaner ... ■ I Berlin ei Handelsgesellschaft. Lommerz- und Pnoar-Bank Tarmst und Nationalbank • Deut'eb Bank DeulscL BereinSbank .... DiSconu Conunandit Metallbank Mitteldeutsche Creditbank. . Otstcrreichische Crtdilanstatt Weftbant Lochumer Sah ....... Buderus lato Deatsch-Lurembnrg Gelsenktrchcncr Äergwerte. . Harpener Bergbau ... . . Kaliwerke AscherSleben. . . «altwert Westeregeln.... Lauradul.'e * Oberbedars Phönix Bergbau ..... Rhcinstahl Rrebeck Montan DelluS Bergbau .... Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd . . , Lheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holjmann Auglo-Cont.-Guano .... Badische Anilin Chemische Maver Slavül .. Goldschmidt Griesbeimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung KütqerSwerte Scheideanstal« Allg. ElrktrtztlätS-Gesellschak» Bergmann Momkraftwertt ....... Schultert Siemens 4 Halske ..... Adlerwerke.llleyer ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstacdt Meguin. .. Motorenwerke Mannheim Franksurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellichaft Frankfurt. Pet. Union ».-G. . . • . . Schuhsabrik Her; Sichel Zellstoff Daldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . 15 Juni Amtliche Nolstrung Geld Brick 16. Juni Amtliche Notierung Meld Briet 15. G. 16 6 Ü.4O5 0.41 0.347 0.10 J. 4'225 0,47 II, 46H — 0.375 0.46 0.601) 0.6» 0,515 0.655 o.2t r* 0.245 0.215 0.25 0.12 0.425 .4075 0.487 0,625 — — 0 70 — — _ n,45 — 11,41 0,40 0,46 80.75 89.75 91,75 91.75 92,8 92,8 92,90 93 4.87 s 6,7 6.8 36,4 5.1,.i — 120 120] 119 119 100 100 99 99 121 1'1 120.25 120.50 120 120 120 120.5 70 71 — — IW,4 108 108 108 90 ■0 — * 98..') 98 98 98 7,25 7,2.) 0,10 0.10 0,l> 0,15 «« — 50.1 "m , » 51 49,5 53,50 — 54 53 67.25 70 66,25 69,5 ,).) 58.50 54.75 59 I 55,3 56.25 — — — 70.5 1 70,10 — — 58,5 61 . >. 59,1 —. — 90 ! 92 113,50 114,4 112.87 114,75 0,45 0,45 — — 79.50 83.25 80.5 8-3,60 101,5 105.1 10.3,25 105,25 105.50 106,62 101.25 106 4 6.3 6.25 — — —— 58-5 57 58,5 105 104,75 — — 90 91.7 89,2.5 91,5 60 68 65 1 63 76 76,5 — — _ 1 57,25 53,25 58 78,75 ! 78 7.3 73 55,75 57 54,13 55 | 54,5 51,50 56 — — 40 40 39,5 38.5 — 79 60 0.44 — — — 0.85 0.8.', 0.87 — 105 101.5 . — — 2,1 : 2,i3 2,1 2,2 2,4 — 2,62 - , 36,25 38 36 36 9.2 9.311 9,25 9,75 3,'-75 3,6 — — 53,5 54 48,5 53 Amst-Not! 168,54 168,9t) 168.54 168,96 Bucu.-Aires 1,6.5 1,679 1.678 1,682 Brss.?lntw. 19,915 1.1.975 19 84 19,81 Christiania - 70,84 71.(2 70,74 70,92 Kopenhagen 79,45 79,65 79,53 79,73 Stockholm . 112,26 112,54 112,25 112,53 helsingforS. 10,565 10,605 10.565 10,605 Italien. . 16,32 16,36 16,19 16,23 London. 20,377 20,429 20,388 20,440 Neuhork . . 4.195 4,205 4.195 4,205 Paris. . . ■ 20,23 20,29 20,03 20,0«l Schwei; > - 81,475 81.675 81.43 81,63 Spanien - 61.07 61.22 61.07 61,23 Japan ■ . - 1,713 0,456 1,717 1.713 1,717 »Hobe Jan. Wien in D-- 0.458 0 459 1.461 Lest, abgest. 59,057 59,197 59.057 59,197 Prag ... 12.43 12.47 12.428 12,468 Belarad .. 7.315 7,335 7.35 7,'7 Dudapost. . o,>'5 5,915 5.89.5 5,915 Bulaarien 3,065 3,075 3,055 3,065 Lissabon 20,475 20,528 20 475 iO.525 Danzig. . - 80,8.3 81.03 80 84 81,04 Konst.nriu. ',255 2.265 / 99 2,23 Athen. . 7.15 7.16 7 14 7.16 4.179 4,191 19,75 19,85 79,42 79,82 20,35-5 20,455 19,97 20,07 168,13 168,9 16,21 16,29 70,62 70,98 59.09 59.39 111.92 112.48 81.505 81.905 60,90 61,20 12,42 12,48 5.85 5.87 Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl-August von Laffert. .68 Fortsetzung. (Nachdruck oerboten.) England steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Erhaltung und endgültige Bewahrung des Friedens die wichtigste Forderung aller einsichtigen Politiker sein m»ß. Sie bietet daher Frankreich trotz allem, was vorgefallen ist, die Hand zur Versöhnung und fordert zu einem neuen Friedenskongreß auf, der diesmal allen Völkern der Erde die so lang ersehnte engültige Ruhe geben wird." Berlin. Das Gesamtministerium hat sich zu einer wichtigen Sitzung im Palais des Reichskanzlers vereinigt. Gegenstand der Beratung bildet die bedrohliche außenpolitische Lage. Es verlautet, daß der Reichstag noch heute zu einer Nachtsitzung zusammentreten wird. Sobald der Ministerrat beendet ist, wird der Außenminister im Reichstage zur politischen Lage das Wort ergreifen. Die Regierung verbreitet durch das Wolff-Bureau folgende Kundgebung: „Das in den schärfsten Tönen gehaltene englische Ultimatum läßt die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen beiden Staaten erkennen. Für Deutschland kann es in diesem Augenblick nur eine Losung geben: Besonnenheit und Ruhe. Unsere militärische Ohnmacht verbietet uns, selbst in Worten die Partei eines der beiden Gegner zu ergreifen. Die Regierung sieht sich daher genötigt, für das ganze Reichsgebiet den Ausnahmezustand zu verhängen, demzufolge alle öffentlichen Versammlungen und Kundgebungen verboten sind. Wir erwarten von der Besonnenheit der Bevölkerung, daß sie unsere schwierige Lage nicht Noch vermehrt, sondern ruhig und gefaßt die kommenden Ereignisse abwartet. Der Reichskanzler." 13. Funkentelegramm an Betriebsleitung in Platinia. Petrolea, den 23. Mai nachm. „Durch einen schweren Betriebsunfall in der Eistunnelbahn kamen heute morgen der Präsident von Nova Thule, Herr Sanders, außerdem der erste Direktor, Herr Nagel, sowie drei andere deutsche Beamte ums Leben. Bestimmungsgemäß übernimmt Herr Stratoff vorläufig die Regierung des Landes, bis ein neuer Präsident erwählt worden ist. Flugzeug mit weiteren Nachrichten nach Platinia unterwegs. Direktion von Petrolea." Liebhard befand sich gerade auf der Funkenstation in Platinia, als diese Nachricht einlief. Sofort eilte er zu Kersten, um das Nötige mit ihm zu besprechen. Beide waren sich alsbald einig, daß die Negierung Nova Thules in deutschen Händen bleiben müsse. Das englische Ultimatum an Frankreich war auch in Platinia ausgenommen worden und hatte sogleich den Wunsch äusgelöst, jetzt endgültig die Angliederung an Deutschland auszusprechen. Der unerwartete Tod des Präsidenten und des ersten Direktors sowie Stratoffs Ergreifen der Regie- rungsgew.ilt konnte diesen Schritt aufs ernsteste gefährden. Beide beschlossen, zunächst Frau Stratoff aufzusuchen, die vielleicht schon Privatnachrichten ihres Mannes erhalten hatte. Sie trafen die junge Frau in ihrer Wohnung im Verwaltungsgebäude. Liebhard überreichte ihr das Telegramm, ohne ein Wort zu sagen. Linda las und begriff nicht sofort. Dann fing sie an zu schwanken, so daß Liebhard sie stützen mußte. Doch nach wenigen Sekunden hatte sie sich gefaßt. Tiefblaß, mit dunkelblitzenden Augen rief sie: „Ist das wahr?" „Wir wissen es nicht", antwortete Kersten. „Das ist Stratoffs Werk", flüsterte Linda leise. „Vielleicht ist doch noch einer oder der andere gerettet", meinte Liebhard, nur um etwas Tröstliches zu sagen. Linda versank in kurzes Brüten. Dann fuhr sie auf: „Nein, es ist wahr. Schon diesen ganzen Morgen fühlte ich die Ahnung eines kommenden Unheils. Und feit Stunden ist es mir, als wenn eine Stimme aus weiter Ferne mich riefe. Es ist die Seele des Gemordeten, die mich zur Rache ruft." „Warum glauben Sie an keinen Unglücksfall, sondern an ein Verbrechen?" fragte Liebhard. „Weil ich Stratoff kenne und um seine Pläne wußte. Aber er hatte mir geschworen, keine Gewalt anzuwenden. Ich fürchtete daher nicht für das Leben von Sanders und Nagel, die ich im übrigen mehrfach warnte." „Dann heißt es rasch handeln!" rief Kersten. „Was wollen Sie beginnen?" „Ich fliege sofort nach Petrolea." „Allein?" „Die vier unversehrten Kampfflieger nehme ich mit!" „Das genügt nicht", sagte Linda. „Zuvor müssen wir die hiesige russische Schutztruppe entwaffnen. Sie ist mit Stratoff im Bunde." „Besser ist es", stimmte Liebhard zu. „Gut, machen wir ein Ende mit dieser russischen Gesellschaft!" rief Kersten. „Ich werde Günther den Auftrag geben, die Russen zu umzingeln lind zur Waffenabgabe aufzufordern. Sie, Liebhard, steigen sofort mit den Kampffliegern auf und kreuzen iiber den Werken, um allen Eventualitäten vorzubeugen." Er wandte sich an Linda. „Sobald es geschehen ist, erhalten Sie Mitteilung." Liebhard und Kersten eilten davon. Da war es um Lindas Fassung geschehen. Sie sank zusammen und brach in verzweifeltes Weinen aus. Plötzlich fuhr sie empor. Ein russischer Flieger trat ein und überreichte einen Brief Stratoffs. Sie riß ihn auf und las: „Die Ereignisse gingen schneller, als es vorgesehen war. Bevor ich zur Verhaftung der Deutschen schreiten konnte, fielen sie einem Unglücksfall zum Opfer, an dem ich völlig unschuldig bin. Ein Zug der Tunnelbahn, in dem sich Sanders und Nagel befanden, verunglückte durch Explosion des Kraftwerkes. Eine Rettungskolonne kam zu spät und fand die Eingeschlossenen bereits erfroren. Nun heißt es für uns, handeln. Ganz Petrolea ist bereits in meiner Hand Nach Verhaftung der übrigen Führer wagten die deutschen Arbeiter keinen Widerstand. Leider habe ich nur 40 zuverlässige bewaffnete Leute bei mir, da die ganze Schutztruppe ja in Platinia weilt. Bitte, setze Dich sofort mit Krasnin in Verbindung. Er erhält mit dem gleichen Flugzeuge ebenfalls feine Instruktionen. Es handelt sich darum, sowohl die Kampfflieger in unseren Besitz zu bringen als auch die deutsche Schutztruppe zu entwaffnen. Beides wird nicht allzu schwer sein, da die Leute sich gewiß ahnungslos in ihren Unterkunftsräumen befinden. Mit den paar bewaffneten Posten wird man leicht fertig. Sobald Platinia in der Hand unserer Schutztruppe ist, erwarte ich einen Funkspruch, worauf ich sofort dorthin komme. Ich wagte cs nicht, Petrolea zu verlassen, weil die Deutschen hier ja in zehnfacher Ueberzahl vorhanden sind und nur durch die Furcht gebändigt werden. Wenn Ihr rasch und energisch zugreift, so muß es gelingen. Wir sind dann die selbständigen Herren von Nova Thule und werden es uns noch sehr überlegen, ob ein Anschluß an Rußland überhaupt in unserem Interesse liegt. Alexander. Linda blickte auf. „Haben Sie den Befehl für Krasnin bereits überbracht?" fragte sie den Flieger. „Ich wollte zunächst mit Ihnen reden." „Das war auch besser. Bleiben Sie jetzt hier und nehmen Sie ein kleines Frühstück ein. Ich werde Krasnin zu mir bitten, damit wir alles in Ruhe besprechen können." „Aber ich habe Befehl, aufs schnellste zu handeln." „Es läßt sich gar nicht schneller nwchen, als wenn wir mit Krasnin alles hier besprechen." Sie klingelte. Ein Diener trat ein. „Rufen Sie Herrn Krasnin an. Ich lasse ihn bitten, in einer dringenden Angelegenheit sofort hierherzukommen." Als der Diener verschwunden war, wandte sie sich aufs neue an den Flieger: „Nun müssen Sie mir rasch von den Ereignissen in Petrolea erzählen, soweit ich nicht bereits durch die Briefe meines Mannes unterrichtet bin. Zunächst interessiert mich, auf welche Weise Sanders und die übrigen deutschen Führer umkamen." „Für den heutigen Tag war der bewußte Handstreich geplant", begann der Russe. „Daher lag uns daran, die deutschen Führer möglichst zu entfernen. Herr Stratoff hatte zu diesem Zwecke einen Streik der russischen Arbeiter in Ferreata veranlaßt. Und was wir hofften, geschah. Sanders, Nagel und drei der leitenden deutschen Ingenieure bestiegen die Eistunnelbahn nach Ferreata. Um ihre Rückkehr zu verhindern, bemächtigten wir uns der Kraftstation, die die Bahn mit Strom versorgt. Bei dieser Gelegenheit wurden auf noch ungeklärte Weise die Dynamomaschinen gesprengt." (Fortsetzung folgt) Henkel’s Scheuerpulver Gebrauche rtta — und Im Haus Sleht's stets bei Dir wie Sonntag aus Mit Ata kannst Du alle Sachen Blitzblank und appetitlich machen l Ata putzt und scheuert alles! Weimm Milan, ö. I9.3uni, am. um, versteigere ick im Hofe Nordanlaae 3 für Rechnung dessen, den es angeht 2 Fässer Därme Versteigerung bestimmt. 05238 Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen. Am 3. Juni 1925 die Firma Rassol- Werk Gießen. Inhaber August Habrich, Gießen. Inhaber ist der Apotheker August Habrich in Gießen. Am 5. Juni 1925 bei der Firma Elisabeth Schott in Gießen: Die Prokura des Heinrich Schott in Gießen ist erloschen. Am 11. Juni 1925 a) die Firma Günther & Weih in Gießen. Gesellschafter find die Kaufleute Ludwig Günther und Wilhelm Weih, beide in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 2. März * 1925 begonnen: b) die Firma Ingenieur , Richard Güngerich & Co. in Gießen. Gesell- 1 schafter sind Ingenieur Richard Güngerich - und Bildhauer Ludwig Güngerich, beide in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 13. März 1925 begonnen: c) bei der Firma Geschwister Mühlstein Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 12. Juni 1925. [6020B Hessisches Amtsgericht. Das Kind fagh BTS Zensur 1. Jch fchlafe und lerne viel beffer, feit ich ftatt~ Bohnenkaffee den feinen I Quieta trinke. Trinke Quieta! iix I Inh. Max Adler 5919V Bestellungen in Fässern und Flaschen erbeten an Albert Merlau, Bierhandlung Ludwigstratze 26 Telephon 1639 Tel. 240 auck nackts Jeppellilzzleiel u. Biberschwänze liefert prompt u. billigst C. Niibsamen Gießen Televbon 1659. hydraul. 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M. nach Gießen verlegt; b) bei der Firma G. Adolf Montag & Co., Spezialtapetenhaus, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen: Die Ge- fellfchaft ist durch Beschluß der Gesell- Automobile 9/32 P.S 12/45 P.S elegant dauerhaft Telephon 1248 Kaiserallee 45 M 6044a lStoewer; 10/50 P.S sind stabil GARAGEN REPARATURWERKSTÄTTEN TANKSTELLE undl von anerkannt erstklassiger Qualität ................................................................................................................................................................................... Lastkraftwagen kurzfristig lieferbar! ........111 ui 11111111111111 h .......................................................................................................................................... GENERALVERTRETER für 4ie Kretse Gießen, Marburg, Kirchhain, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Wetzlar, Oberlahnkreis: Aßmann & Schneider Eberversteigerung. Freitag, den 19. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, soll ein abgängiger Eber unter den bekanntgegebenen Bedingungen versteigert werden. Harbach, den 15. Juni 1925. Bürgermeister Münch. 6049V schafter vom 18. Februar 1925 aus gelöst. Gustav Adolf Montag in Gießen ist zum Liquidator bestellt; c) bei der Firma Bauxitwerke, Aktiengesellschaft in Gießen: Die Prokura des Dr. Ernst Hüffner und des Dr. K. E. Ruckelshausen in Gießen ist erlofchen. Gießen, den 12. Juni 1925. [6021B Hessisches Amtsgericht. Endlich haben wir entdeckt, 6052D Daß „Placks Kaffee“ am besten schmecktI ............ ■ i< 1111111111111111111111111111111 r ■ ................................... 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