flr. 89 Erstes Statt U5. Jahrgang 8rettag, 17. April 192.° Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GiehenerFamUienb lütter Heimat im Bild. DTonats-Bejrgspiei»: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelleäl. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger-iehen. vobschklNonto: Sranffurt a. M. 11686. SietzenerAiMger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Unioersitätr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Siehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: ächulstraffe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbindlichNci^ Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 nun Breite örtlichS, auswärts 10 (Bolbpfenniq; für Re» Klame-Anzeigen v 70nm Breite 35 Goldpfennig, Playvorfchrift20" Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton; Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein Würden Anzeigenteil: Hans Beä^ sämtlich in Gießen. weltwittschast und Wdtpolitit. Don Dr. ®uftat> ßtrefcmann, Reichsminister des Auswärtigen. 3n einer Sitzung des Reichs Verbandes der deutschen Industrie in Hamburg fiel seinerzeit das Wort: „Die Wirtschaft ist unser Schicksal". Diese These war sicherlich unrichtig, denn letzten Endes entscheiden die groben Grundfragen der Politik über die Dölkerfchicksale. Aber zu keiner Feit ist wohl biete Politik mehr von den Wirtschaftsfragen beein- fluht worden als in der Gegenwart. Schon vor dem Weltkrieg war der Futterplatz für die um den Absatz ringenden Völker sehr eng geworden. Mitte der 90er Jahre bis 1914 stieg der Wert des Welthandels von 71,5 auf 170 Milliarden Doldmark. Rang man früher um Kolonialgebiete, so ringt man jetzt um Absatzgebiete. Schifsahrtssubventionen zeigten den Ginfluh des Staates im wirtschaftlichen Imperialismus. Während des Krieges versuchte die Pariser Wirtschaftskonfcrenz durch ihre Veschlüsse die Weltwirtschaft in zwei von einander unabhängige Teile zu trennen und jede Abhängigkeit von Deutschland und der mit ihm kämpfenk^n Völker aufzuheben. Die dritte Periode des Kampfes gegen Deutschland nach seinem Unterließen war der Versuch des Versailler Vertrage-, Deutschland wirtschaftlich soweit als möglich unschädlich zu machen. Die Geschichte der Nachkriegszeit zeigt deshalb naturgcmäh die engste Wechselwirkung zwischen Weltwirtschaft und Weltpolitik, nicht nur in der Durchführung des Friedensvertrages und der Reparationspolitik, sie spielte auch ihre Rolle beim Ruhreinbruch, den als führender Gedanke die Zwangsehe zwi- scheit der Ruhr kohle und dem lothringischen Erz zugrunde lag In dem Geheimbericht Daria cs über den Pfandwert der Ruhrindustrie, auch auherhalb der Rcpara- tionsfragc. sehen wir die Wechselwirkung im Kampf um das Erdöl, sowie im russisch-japanischen Sachalinvertrag. Der stärkste Ausdruck dieser Verbindung zeigte sich beim Da - wesgutachten. Sein Zweck war die Freimachung der Weltwirtschaft von sortgefehter Dc- dlückung durch die politische Spannung der Rc- parationsfragc. In dem Bestreben der Der- etnigten Staaten, zu einer international len Abrüstung zu gelangen, kommt ebenfalls der Gedanke zum Ausdruck, durch Verminderung der unproduktiven Ausgaben der Völler zu einer Besserung der wellwirtschaftlichen Entwickelung zu gelangen. Deutschlands Stellung in dieser Situation ist dadurch gekennzeichnet, das; wir heute noch vielenger mit dem Ausland verfloch- 1 e n sind als früher. Unsere Umwelt ändert sich dabei seit dem Weltkrieg entscheidend. Die V e r - einigtenStaaten sind Weltgläubiger und Weltbankier geworden In Europa sind große Wirtschaftsgebiete in Reinere Komplexe zerkgt worden und dabei finb die ökonomischen Kraftquellen unwirtschaftlich verteilt. Frankreich ist der größte Erzbesiher, hat aber dabei die geringsten Kohlenlager. Pahschwierigkeiten, Zolltarife und Rio- berlassungshemmungen sind weiter Barrieren für die Entwickelung der europäischen Wirtschaft. Es gibt keine uirproduktivere Einnahme in den, Budget ein cd Staates, als die Einnahmen aus den Paßgcbühren. Statt in Europa nach dem Kriegsende die Kräfte zum gemeinsamen Wiederaufbau zusammenzufafsen, wurde der Krieg mit allen Mitteln fortgesetzt, mit dem Erfolg der Zertrümmerung fast aller europäischen Währungen und mit einer Dauerkrise, die seit Jahren auf Europa und der Weltwirtschaft lastet. Während die internationale Kaufkraft weit hinter der Vorkriegszeit zurückgeblieben ist, hat die Produktionsfähigkeit der Welt- i n b u ft r i c eine erhebliche Steigerung erfahren. Die deutsche Produllion steht dabei vor der schwersten Aufgabe. Sie soll die höchsten Ueberfchüsse erzielen, hat aber doch die wichtigsten Rohstoffgebiete verloren. Mit ernstester Sorge müssen wir die Vorgänge verfolgen, die daraus hindeuten, dah die Zusammenfassung unerläßlicher Rohstoffgebiete im Machtbereich weniger Staaten an- gestrebt wird, lieber die früheren machtpolitischen Millel verfügen wir nicht mehr: wir können nicht mehr wie früher dem Kaufmann die Flagge folgen lassen. Das einzig wirkliche Machtinstrument, das wir noch besitzen, ist unsere Konsumkraft. Die Versuche der Ausschaltung Deutschlands aus dem Weltwirlschaftsverkehr haben zu dellen Verkümmerung geführt. Die anderen Länder sind durch unsere Armut nicht reicher geworden. Es wohnen vom Rhein bis zum Ural nur faufarme Völker. So ist die gesteigerte Weltproduktion nur die Anhäufung toter Kapitalien und unbrauchbarer Reichtümer. Die Erkenntnis dieser Zusammenhänge hat entschieden zu einer Aenderung in der Einstellung zu den hier behandelten Fragen geführt. Es scheint, als wenn an Stelle der bisherigen Parole Krieg und Untergang bei den Konkurrenten sich das Bestreben durchgeseht hätte: Zusammenarbeit mit den Konkurrenten. Der Gedanke des Zusammenwirkens zeigt sich zwischen der deutschen und amerikanischen Schiffahrt, der deutschen und französischen Kaliindustrie, in dem Plan eines europäischen Stahlverba n des und in dem f i - nanziellen Zusammenwirken zwischen den verschiedenen Ländern. Deutschland gewann am 10. Januar seine Handlungsfreiheit auf handelsvoli- Das Kabinett Painleve. Rückkehr Laillaux'. — Briand übernimmt die Außenpolitik. Paris, 17. April. (TU.) Rach langwierigen Verhandlungen, die den ganzen Tag und den größten Teil der Rächt ausfüllten, ist die Bildung des Kabinetts Painleve gelungen. Wie berichtet wird, hat die Ministerliste heute früh gegen 2.30 Uhr noch Abänderungen erfahren. Sie seht sich nach offiziellen Meldungen wie folgt zusammen: Ministerpräsident u. Kriegsminister: Painleve. Justiz: Steeg. Finanzen: Caillaux. Auswärtiges: Driand Inneres: Schrameck. Unterricht: De Monzie. Marine: Emil Borel. tanbei: Chaumet. andwirtschaft: Durand. Arbeit: Durafour. Kolonien: Andre Hesse. Oeffentliche Arbeiten: Laval. Pensionen: Anteriou. Die Liste der Unterstaatssekretäre seht sich wie folgt zusammen: Ministerpräsidentschaft: Bonnet. Krieg: Ossola. W'.ederausbaugebiet: Dehris. Oesfentl. Unterricht, schöne Künste: Delbos. Handel: Danielou. Luftschiffahrt: E)nac. Oberster Kriegskommifsar: Dcnazet. Große Ueberraschung bereitete der Verzicht LoucheurS, der trotz eifrigen Zuredens seiner Freunde sich nicht zur Uebernahme des Handelsministeriums entschließen konnte. Dem Kabinett Painleve gehören 13 Minister, also einer weniger als dem Kabinett Hcrriot, an, weil des Ministerium für den Wiederaufbau durch einen UnterstaatSsekretär beseht, während das Unterstaatssekretariat der Post aufgehoben wurde. Ihrer politischen Zugehörigkeit nach sind von den Ministern und Unterstaatssekretären: vier republikanische Sozialisten, vier Radikalsozialisten, zehn Mitglieder der radikalen Linken und ein sozialer Unabhängiger. Laillaux' Eintritt in 0as Kabinett. Paris, 16. April. (WTD. Havas.) Kammerpräsident Painleve hat sich heute besonders mit der Frage beschäftigt, welche Ausnahme fein Kabinett im Parlament finden werde für den Fall, daß Caillaux das Finanzministerium übernimmt. Painleve will nicht, daß diese Ernennung so ausgelegt wird, als sei sie auf politische Erwägungen zurück- zuführen, weil sie in diesem Falle die politische Entspannung zwischen dem Senat und der Kammer verhindern könnte, wie dies Painleve selbst nach der Demission des Kabinetts erllärt hat. Wenn Painleve die Mitarbeit Caillaux' wünscht, geschieht es aus ähnlichen Gründen wie denen, ie es ihm als wünschenswert erscheinen lasten, sich die Mitarbeit Briands zu sichern. Er vertrete den Standpunkt, bah Drianb der geeignetste Mann sei. die Außenpolitik Frankreichs zu leiten, wie Caillaux seinerseits ihm am beflen dazu berufen scheine, anläßlich einer Lage, deren Ernst niemand bezweifeln Tonne, an die Spitze der Finanzen zu treten. Er hoste, daß diese Gründe verstanden würden und baß cs ihm möglich gemach', würde, ein Ministerium auf Grundlagen zu bilden, auf denen sich das Vertrauen i>er Mehrheit der Kammer und des Senats aufbauen könne. Caillaux verhandelte heute nachmlltag mit dem Vorstand bei radikalen Partei und den Vorständen der radikalen Kammer- und Senatsfraktion über den Stand der franzöfischen Finanzen und über die budgetäre Lage. Caillaux erklärte, bah nach seiner Ansicht die Lage des Schatzamtes ihm ernst erscheine und bah. wenn er an bic Spitze der Finanzen trete, er den Versuch machen werde, sie durch geeignete Mittel wieder normal zu gestalten, namentlich dadurch, daß er eine klare Trennung zwischen den Fragen des Schatzamtes und den budgetären Fragen eintreten lasse. Caillaux fragte die Führer der radikalen Partei, ob er auf ihren Beistand rechnen könne. Es wurde hieraus einstimmig eine Tagesordnung angenommen, in der erllärt wird, daß man Caillaux für die Durchführung des Werkes der finanziellen Wiederaufrichtung Vertrauen schenke. Die neuen Männer. Ministerpräsident Paul Painleve ist von Berus Mathematller und hat sich als solcher auch außerhalb seines Landes einen Rainen gemacht. So ist er nicht nur Mitglied der französischen Akademie dec Wissenschasten (mem- bre de l Institut), sondern auch der entsprechenden Körperschaften in Stockholm. Upsala. Bologna und Rom. Politisch trat er erstmals während des Krieges als LI n t e r r ich t S m i n i st e r im Kabinett Driand hervor, ^inb bann 1917 als Kriegsminister im Kabinett Ribot. Im September des gleichen Jahres trat er selbst an die Spitze eines Kabinetts, bas sich jeboch nur bis zum 13. Rovember hielt und bann infolge allgemeiner Mißstimmung über die bis dahin mangelhaften Ergebnisse des Krieges fiel. An Painleves Stelle trat Clemenceau, der nun mit rücksichtsloser Entschlossenheit, namentlich im Innern, vorging. Rach dem Krieg wurde Painleve zwar wieder für das Seine-Departement in die Kammer gewählt, trat aber zunächst nicht weiter hervor, bis er noch den Wahlen von 1924 am 4. Juni zum Kammerpräsiden - t e n gewählt wurde. Rach dem unmittelbar folgenden Sturz des Präsidenten der Republik M i l l e r a n d durch die Linksparteien kandidierte er als dessen Rachfolger. unterlag aber unerwartet dem vom Senat bevorzugten Präsidenten des Senats D o u m e r g u e. der 515 Stimmen gegen nur 310 für Painleve erhielt. Der neue Finanzminister Joseph Caillaux ist zweifellos die bedeutendste Persönlichkeit des neuen Kabinetts. Ca llaux wandte sich nach dem Studium der Laufbahn eines Finanzbeamten zu. Daneben trat er als Deputierter für das Seine- Departement in bic Politik ein. Seine hervorragende Sachkenntnis — er schrieb u. a. ein großes Werk über „Die Steuern in Frankreich" bewirkten, daß Waldeck-Rousseau den frontal# erst 36jährigen Mann als Finanz- m i n i ft e r in fein Kabinett (1899 bis 1902) nahm. Don folgenben Kabinetten Combes. Rouvier und Sarrien gehörte er nicht an. Dagegen war er wieder Finanzminister im Kabinett (Sternen- < c a ii (Oktober 1906 bis Juli 1909). Briands beiben Kabinetten von 1909 bis 1910 blieb ec wieder fern. Aber im Kabinett Monis am 3. März 1911 war er abermals Finanzminister und bildete dann am 26. Juni 1911, als Monis zurücktrat, ein eigenes Kabinett, in dem er das Innere übernahm. Es war ihm Vorbehalten, die endgültige Marokio-Kongv-Ausein- ondersehung mit Deutschland vorzunehmen. Das für Frankreich an sich nicht ungünstige Ergebnis - es brachte ihm die volle Verfügung über Marokko — wurde jedoch von dem französischen Volk nicht anerkannt, da es nur mit der Abtretung eines Teiles von Französisch-Kongo an Deutschland erreicht werden konnte. Infolgedessen kam es im Januar 1912 zum Sturz Ca i l» [auf. Rach ihm bildete P o i n c a r ö sein Mi- nftreiium der nationalen Konzentration. Rach dem Sturz des Kabinetts Darthou wurde Caillaux in dem von Senator Doumergue gebildeten Kabinett am 8. Dezember 1913 Finanzminister. Im Frühjahr 1914 griff der Leiter des „Figaro" Gaston Calmette den Minister wegen seiner Saltung in der Rockette-Affäre wiederholt an. n der Erregung üper diese Angriffe und um weitere Enthüllungen zu vereiteln, verübte Frau Caillaux am 16. März 1914 ein Revolverattentat auf Calmette. der an den Verletzungen starb. Infolge dieser Affäre trat Caillaux zurück. Der Vorfall bewirkte auch, daß C. während des Krieges zunächst ganz im Hintergrund blieb. Cs kam hinzu, daß er von seinen Feinden bald verdächttgt wurde, eine gütliche Einigung mit Deutschland anzustreben. Clemenceau ließ, nachdem er zur Regierung gekommen war, C. im Dezember 1917 in Untersuchung wegen angeb- heben Einverständnisses mit dein Feind ziehen und im Januar 1918 verhaf ten. Dis weit über das Ende des Krieges hinaus dauerte feine Haft. Erst nach deren 2' .jährigen Dauer hatte er sich vor dem Senat im April 1920 wegen Hochverrats zu verantworten. Die Anklage auf Hochverrat ließ der Senat zwar fallen. Doch ncrurtcUte er ihn wegen leichtfertig mit Unter» ianen feindlicher Länder gepflogenen Verkehrs zu drei Jahren Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Außerdem wurde Caillaux auf fünf Jahre ein Aufenthaltsgebot auferlegt sowie für zehn Jahre die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen. Caillaux erklärte daraufhin, sich aus dem politischen Leben zurückziehen zu wollen. Rach dem Wahlsieg des Linksblocks im Mai 1924 wurde ein Amnestiegeseh eingebracht, nach dessen Annahme Caillaux ins politische Leben zurücttehrte. Der neue Außenminister Aristide Driand wurde im Jahre 1862 in dem bretonischen Städtchen Saint-Nazaire als Sohn eines kleinen Gastwirtes geboren. Er erhielt eine Frei- tischem Gebiet wieder und wird die Verhandlungen mit den Staaten, mit denen es in neue Beziehungen eintritt, unter Festhalten am Prinzip der Meistbegünstigung führen. Dabei ist das Prinzip einer Abschließung des deutschen Marktes durch Hochschutzzölle völlig unmöglich. Die Verarmung des deutschen Volles gibt keine genügende Basis für den Absatz der deutschen Produllion. unfr ohne Steigerung des Exports ist die Lösung der Reparationsfrage unmöglich. Gegenüber der Balkanisierung Europas ergebt sich die Frage der Vergrößerung einheitlicher Wirtschaftsgebiete als entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft. Wir können auch nicht ohne den frischen Wind des fremden Wettbewerbes jjur höchsten Entfaltung der technischen Möglichkeiten kommen Richts war verderblicher für die deutsche Industrie als die Kriegswirtschaft und die konkurrenzlose erste Rachkriegszeit. Auch Zollunionen haben wir nach meiner persönlichen Meinung weniger zu fürchten als die Abschließung Europas in eigene ökonomische Wirtschaftsgebiete. L.hten Endes bleibt auch unsere wirtschaft» llche Entwicklung abhängig von der Gestaltung der Weltpolitik. Wir sind durch die Machtpolitik anderer bis auf die heutige Stunde bedroht. Die Richtlinien unserer Außenpolitik stelle aus dem Lyzeum in Nantes, studierte bann Rechtswissenschaften und wurde schon mit 20 Jahren Advokat. Er übte seinen Beruf in Nantes aus. bi: seine Beziehungen zu einer verheirateten Frau ruchbar wurden und seine politisch rechtsstehenden Kollegen ihn aus dem Stande stießen. Briand wandte sich nunmehr der > o z i a l i ft i s ch e n Presse zu, übernahm die Leitung des Blattes „Lauter n c", zeichnete sich aber weniger durch ein feuriges revolutionäres Temperament als durch kühle Ucbcrlegung aus. Dennoch errang Briand durch die üderzcugenbr Kraft seines Redetalentes Erfolge, wurde bald Generalsekretär der sozialistischen Partei und setzte seine Wiedereintragung in die Advokatenrolle durch. In der Kammer trat Briand besonders bei den Beratungen über das Trennungsgesetz im Jahre r ■' > hervor. Am 13. März 1906 berief Sarrien Briand an die spitze des Unterrichtsministeriums, mit dem die Üullusangelegenheiten vebunden wurden. Damit übernahm der neue Minister die Aufgabe, das Gesetz das sein Werk war. auch auszusühren. Er ging vorsichtig zu Werke, indem er der Kirche manche Bor teile gewährte, und es gelang ihm. die Zttrchengüter langsam in die Hände Der als Rechtsnachfolger bezeichn.len bürgerlichen Anstalten zu bringen. Im Januar 1908 übernahm Briand das Justizministc,- rium und versuchte in dieser Stellung ohne Erfolg, die Todesstrafe abzuschaffen. 1909 übernahm Briand die Neubildung des Kabinetts und tat an die Spitze des Ministeriums des Innern. Im August 1914 war er Iustizminister in D i - v i a n i s .Kabinett de breiteren Basis" und Bizepra- sident des Ministerrats im Ministerium der nationalen Verteidigung. Born 29. Oktober 1915 bis zum 17. März 1917 war er dann zum fünften und sechsten Male Ministerpräsident. 1016 arbeitete er mit L I o i) d George die „Pariser Erklärung" aus. die den Grundsatz der wirtschaftlichen Solidariiai bis zur Ersetzung aller Kriegsschaden zum Ziele hatte. Gegen die Meinung Elemenceaus betrieb er die Expedition nach Saloniki, deren schließlicher Erfolg natürlich seinem Ansehen weiter zugute kam Briand ist erst dann nach Friedensschluß wiederholt in bemerkenswerter Weise hcrvorge- treten. Als ihm in der Kammersihung im Oktober 1919 vorgeworfen wurde, er sei seinerzeit in der Marokkopolitik zu nachgiebig gewesen, erwiderte er, er rechne cs sich zur Ehre an, alles Mögliche versucht zu haben, um jede Reibung mit Deutschland zu beseitigen, und wenn er je wieder in eine ähnliche Lage komme, so werde er wiederum genau so handeln. Rach dem Rücktritt des Kabinetts Leygues bildete Briand zum siebentenmal als Ministerpräsident am 14. Jan. 1921 unter schwierigen Verhältnissen ein ..Ministerium der nationalen Einigung". In diese Zeit fiel die Konferenz von Cannes, in deren Verlauf er von Poincar« gestürzt wurde. Als leitender Minister hat er im Kampf gegen den Syndikalismus seine Stellung zum Sozialismus sehr bald wesenllich geändert, und im Jahre 1913 gründete er zusammen mit Darthou. Sichon, Millerand die Gruppe der Links- republikaner. Der Iustizminister Theodore Steeg besuchte die Rechtsfakultät in Paris, wo er sich den Titel eines Laureat erwarb, und wurde dann Lehrer der Philosophie an mehreren Ly- ceen und Kollegien. Später wandte er sich fr>m Journalismus zu und betätigte sich als Mit- ar bei ter verschiedener Zeitung.n des Südwestens. Die politische Dühne betrat er 1904 zunächst als radikalsozialistischer Deputierter des Seine-Departements, das er feit März 1914 als Senator vertritt. 1911 wurde er ^Interrichtsminisier im Kabinett Monis' denselben Posten behielt er auch unter Caillaux bei, um ihn dann 1912 im folgenden Kabinett Poincarc- mit dem des Ministerium des 3nnern zu vertauschen. Dieses Portefeuille hatte er dann bei allem Wechsel der Kabinette ununterbrochen bis 1920 inne. Steeg ist, wie aus seinem Ramen hervorgeht, deutscher Abstammung, was ihm von seinen Gegnern oft vorgehalten wurde. Verhinderter Mordanschlag ans Caillaux? Paris, 16. April. (WTB.) Heute morgen um 10.30 Uhr wurde am Quai d'Orsay in der Nähe des Kammergebäudes ein Mann verhaftet, der durch fein auffallendes Benehmen die Aufmerksamkeit der Polizei erregt hatte. Es handelte sich um einen Bankangestellten, der. wie die Unter fuchung ergab, im Besitze eines Revolvers war und, wie r erklärte, die Absicht hatte, C a i 11 a u j z u töten. Aus dem polizeilichen Verhör ergab sich, daß man es höchstwahrscheinlich mit einem Geisteskrankenzutun hat. Er wurde dem Ge- fängnislazarett überwiesen. können nur sein: Sicherung der Grenzen des Reiches, freie Entwicklung im Innern und Sicherung des Friedens zur Konsolidierung der deutschen Verhältnisse. Machtpolitisch: Gesten waren schon zu einer Zell verfehlt, wo wir die Macht besaßen: eine Geste, der die Tat nicht zu folgen vermag, schlagt gegen den. der sie ausübt. Ehre und Würde des Deutschen Reiches haben nichts zu tun mit starken Worten, sondern werden am besten gewahrt durch sachliche Arbeit und Pflichterfüllung. Was wir wollen, ist. daß man uns in Frieden läßt, dah wir un3 in Ruhe wieder aufrichten Dunen, um die Wohlfahrt unseres Volkes ;u sichern und um die übernom- Um die neue Nheinschiffahrtsakte. In Straßburg ist am 15. April die Internationale ArrtrÄkommission für die Rhein- schiffahrt zufammengelreten. um an Stelle der aus dem Jahre 1868 stammenden Mannheimer AheinfchiffahrtKalte eine neue auszuarbeiten. Bekanntlich hat der VerLailler Bert vag Frankreich den Bau eines Rhein-Seiten- und Kraft-Kanals zugestanden, mit dem sich die französische, deutsche und nicht zuletzt auch die schweizerische Oeffentlichkeit seit Jahren beschäftigt. Jetzt will Frankreich an die A u s f ü h r u n g des Projektes Herangehen, was allerdings erst nach Schaffung eines neuen Abkoinmcns über die Rheinschiffahrt möglich ist Die Dinge sind noch insofern konrpliziert ah zwar die Schweiz ebenfalls an der alten Rhcinlchtn Vie Präsidentschaftskandidaten. Berlin, 16. April. (WTB. Amtlich.) Zum zweiten Wahlgang für die Reichspräsidentenwahl sind bis Ablauf der Einreichungsfrist, Mitternacht deS 16. April, drei Kandidaten nominiert worden, und zwar: 1. Paul von Hindenburg, Generalfeldmarschall, Hannover. 2. Wilhelm Marx, Reichskanzler a. D., Berlin. 3. Ernst Thälmann, Transportarbeiter, Mitglied des Reichstags, Hamburg. Der Rcichswahlleiter hat diese drei Kandidaten zugelassen. Die Anwärter werden in dieser Reihenfolge auf dem amtlichen Wahlzettel erscheinen. Wie beim ersten Wahlgang enthält der amtlich« Stimmzettel außerdem ein freies Feld zur Einzeichnung evtl, anderer Kandidaten. Der Wahlkampf. Ein Aufruf des Reichsblocks. Berlin, 16. April. (WTB.) Die Gegner, Ne auf jede Weise bestrebt sind, die Kandidatur Hindenburg herabzuziehen, behaupten, der Reichsblock sei eine Organisation der Schwerindustrie und des Großkapitals. Sie setzen geflissentlich Gerüchte in Umlauf, dem Reichsblock seien von einzelnen großkapitalistischen Stellen enorme Beträge für den Wahlkampf zur Verfügung gestellt worden. Sie wollen damit Verwirrung in die Kreise unserer Anhänger tragen. Die gegnerischen Behauptungen sind frei erfunden. Die Kandidatur Hindenburg wird getragen von einer überparteilichen nationalen Mehrheit des deutschen Volkes. Wir toenhen uns an jeden einzelnen in der Erwartung, daß jeder seine Pflicht tut und nach Kräften die Wahl finanziell unterstützt. Wir bitten alle Nejenigen, die dazu in der Lage sind, einen angemessenen Beitrag auf das Post- scheÄonto Berlin NW 7 Ar. 16 734 (Reichsbürgerrat, Konto Arbeitsausschuh der Reichspräsidentenwahl) zu überweisen. Jeder Pfennig, der für Ne Wahl unseres Hindenburg gegeben wird, hilft Ne Auferstehung unseres Vaterlandes durch ruhige und friedliche Arbeit sichern. Der Reichs- blvck, Berlin W 35, Potsdamer Straße 118c. (Ein Ausruf des Dolksblocks. Berlin, 16. April. (Wolff.) Das Vaterland ist in Gefahr! Die Reichspräsidentenwahl entschsidet üZer den inneren Frieden Deutschlands. Die Hintermänner der Kandidatur Hindenburgs erstreben eine monarchistische Restauration. Sie bereiten, wir hoffen wider Willen, einen Bllgerkrieg vor. Sie stürzen Deutschland in neue internationale Schwierigkeiten und stören die Wiederausrichtung der Wirtschaft. Wer Deutschlands Zukunst sichern will, unterstützt die Kandidatur der verfassungstreuen Parteien. Der Wahlkampf kostet Geld! Wer die deutsche Ration retten will, zahle einen angemessenen Beilag auf dos Postscheckkonto des „Volksblocks", Berlin Nr. 5400. Freigabe des Rundfunks für die Reichsprästdentschafts- kandidaren. Berlin, 16. April. (WB.) Die Reichsregierung hat auf Anregung des Reichsministers des Innern beschlossen, dsp Bewerbern um das Amt des Reichspräsident^ den Runüiunk zu Ansprachen an das deutsche Volk frei- zugeben. Voraussetzung ist selbstverständlich, daß die hinter den Bewerbern stehenden Parteien oder Gruppen keine gewaltsame Aenderung der Verfassung anstreben. Hindenburg spricht imRundfunK Nachdem die Reichsregierung den Rundfunk für die Bewerber des Postens des Reichspräsidenten im zweiten Wahlgang freigegeben hat, wird Generalfeldmarschall v. Hindenburg am Freitag vor der Wahl abends in einer Rede, die über sämtliche deutsche Sender verbreitet wird, sprechen. Hindenburg und das deutsche Handwerk. Hannover, 17. April. Generalfeldmarschall o. Hindenburg wird heute vormittag an einer I u- biläumssikung der Hannoverschen Handwerkskammer teilnehmen. Hindenburg und der bekannte Führer des deutschen Handwerks, Plate, sind die einzigen E h r e n m c i ft e r d e s deutschen Handwerks. Bei der Festsitzung der Handwerkskammer wird der Feldmarschall Begrüßungsworte an das deutsche Handwerk richten. atmen Pflichten gegen Vie anvem ausflkhven zu können. Die Grundlagen dieser Außenpolitik können auch durch das Volksvotum über i n- nerpolitische Anschauungen nicht ge- än dert werden. Gin solches innerpolitisches Votum gibt den Empfindungen und der Stärke der Parteianschauungen Ausdruck. Es ist kein Abwägen der Stärke der Anschauungen über die künftige Gestaltung der Staatsform- die wirtschaftliche und politische Entwickelung, die wir erhoffen, kann sich nut vollziehen auf der Grundlage der heutigen Staatsform. Sie zu verteidigen gegen jeden, der sich vermißt, uns in den Kampf einer Abänderung hineintreiben zu wollen, werden auch Millionen von denen bereit fein, die aus patriotischen Gründen für die heutige Staatsform als der einzigen Grundlage einer gefunden deutschen Entwickelung eintreten. Das Ausland braucht weder zu fürchten noch zu hoffen, daß eine innere Zerreißung in Deutschland eintritt, sondern kann unbeschadet um den Streit der Parteien auf eine gesunde und vernünftige Entwickelung der deutschen Verhältnisse vertrauen. Absatzkrise im Saargebiet. Saarbrücken, lv. April. In einer Besprechung der Bergwerksdirektoren mit Vertretern der Organisationen machte Direktor St. E l a i r e D c r - Dille davon Mitteilung, daß die Bergwerksdirektion sich infolge Absatzmangels genötigt sehe, im Monat April zwei Feierschichten einzulegen. Für den Monat M a i seien weitere Feierschichten unvermeidlich. Danderveldes Regierungsprogramm. Brussel, 17. April. (TU.) Der Sozialistenführer Van der velde wird seine Bemühungen zur Bildung des Kabinetts bis Freitag fortsehen. Das Ereignis des gestrigen Tages war die Ablehnung der christlichen Demokraten. sich an der Regierungsbiloung zu beteiligen. Die Liberalen haben sich iroch nicht endgültig entschieden. Das Programm Danderveldes läßt sich wie folgt zusaminen- faffen: Festhalten an den demokratischen Errungenschaften und den gesellschaftlich:!, Freiheiten, Einschränkung der Militärdienstzeit. Llebernahme der Kohlengruben durch eine autonome Regie zugunsten des Staats, Beibehaltung des Achtstundentages, Reform der Dersicherungseinrich- tungen, soziale Wohnungspolitik, Kampf gegen die Lebensmittelverteuerung, Ausgleich Budgets durch eine gerechte Steuerpolitik und Erfassung der großen Kriegsgewinne, verschiedene Maßnahmen zugunsten der Heyen Handwerker und Bauern. Von einer Kapitalbesteuerung ist in dem Programm nicht die Rede. Seine Außenpolitik würde sich, wie Vandervelde erllärte, nicht wesentlich von der bisherigen unterscheiden. sahrtsatte Beteiligt ist, deren Rechte aoer mcht klar herausgearbeitet worden sind und weiter auch die internationalen Abmachungen des Pariser Friedens vom 30. Mai 1814 und des Wiener Kongresses vom 9. Juni 1815 heute noch Rechtskraft besitzen. Dem Deutschen Reich ist durch den Versailler Friedensvertrag leider die Bewegungsfreiheit auf dem jetzigen Kongreß in Straßburg nach Möglichkeit geraubt worden, dagegen ist die Schweiz um so eifriger am Werke, ihre Interessen am Oberrhein, die durch den französischen Seitenkanal ebenso tote die Deutschlands auf das schwerste gefährdet sind, zu wahren. Eine wesentliche Rolle spielt auch Holland, das bisher den deutschen und schweizerischen Standpunkt teilte. Belgien, England und Italien dagegen, die seltsamerweise auch in der Zentralkommission vertreten sind, haben bisher auf eine eigene Rheinschiffahrtspolitik verzichtet, sich vielmehr immer den Forderungen Frankreichs angeschlossen. Dennoch ist trotz des französischen älebergewichts nicht damit zu rechnen, daß in Straßburg schon in diesen Wochen irgendeine Entscheidung fallen wird. Der Straßburger Rheinschiff- sahrtskongreß. Straßburg, 16. April. (WTB.) Die Zen- iraltommiffion der Rheinschifsahrt ist gestern hier zu einer Plenartagung zusamrnenHetreten. Haupt- agenstcmd der Beratungeni ft die Frage der Ver- befserung der Schiffbarkeit des Rheins von Klein- Kembs unterhalb Bafel bis Straßburg. Dem französischen Projekt eines Rhein-Seitenkanals fteht der Schweizer Regulierungsplan gegenüber. Das Deutsch Reich ist durch seinen Gesandten Seeli - g e r vom Auswärtigen Amt, der die hessische Stimme führt, Staatssekretär a. D. Wirklichen Geheimen Rat Peter- Preußen, den bayerischen Ministerialrat Greuling, den badischen Ministerialdirektor Fuchs, den hessischen Ministerialrat K r a n z- b ü h l e r als Delegierten, sowie durch die Abteilungsdirigenten Königs und den Ministerialrat Höbe! vom Reichsverkehrsministerium vertreten. Schweres Attentat in Sofia. Eine Höllenmaschine in der Kathedrale explodiert.— 54fr Tote.—Verhaftungen. Sofia, 17. April. Bei der Begräbnisfeier des vorgestern ermordeten Abgeordneten d r Regierungspartei K o f t a, in der Kathedrale Redilia explodierte eine Höllenmaschine. Rach vorläufigen Schätzungen wurden 50 Personen getötet. Die Zahl der Verwundeten steht noch nicht fest. — Gestern nacht wurden die Vertreter des Hauptausschusses der bulgarischen Bauernpartei, Marko ff und Ba kaloff, unter der Beschuldigung der Urheberschaft des Attentats auf den König verhaftet Die Polizei begründet diese Verhaftung damit, daß Markoss und Dakaloff am Vortage des Attentats den Ministerpräsidenten Zankoff besuchten und für die heimkehrenden Emigranten Straflosigkeit forderten. Die ablehnende Antwort des Ministerpräsidenten sollte das Signal zum Beginn einer Aktion sein. Die Attentäter auf König Boris eingekreist. Berlin, 16. April. (TU.) AuS Sofia wird gemeldete Die mit Karabinern, Revolvern und Degen ausgerüstete Bande, die das Attentat auf König Doris von Bulgarien verübte, und die im Gebirge von Militär und Zivilmiliz e in- gekreist worden ist. dürfte kaum entkommen. Rach der Zugehörigkeit der Angreifer zur agrar» kommunistischen Partei sowie ihrer an Emigrantentracht crinnctnben Kleidung wird angenommen. daß das Attentat politischer Ratnr gewesen ist. Das Ende des Kurdenaufstandes. Angora, 16. April. „Agence d'Anatolie meldete Die Regierungstruppen haben die Ortschaft Guendje, den Herd der Aufstandsbewegung, sowie alle in dem Gebiet der Insurgenten gelegenen Amtssitze besetzt. In allen diesen Ortschaften üben die regulären Behörden ihre Tätigkeit wieder aus. Der Führer der Aufständischen, der Scheich Said, der sich mit seinen hauptsächlichen Helfershelfern und einer bedeutenden Bande in Achion nördlich von Guendje befand, wurde umzingelt und mit allen feinen Begleitern in dein Augenblick gefangen genommen in dem er die Flucht noch Osten antreten ivollte Die Regicrungstruppen haben zahlreiche 'iricintütfc betreffend Organisation des AUssranoes unD eine große üumme wewes erbeutet. Die von ihren Führern verlassenen Empörer ergeben sich massenweise. Die militärische Aktion gegen den Aufstand ist nun beendet. Kritische Lage an der Mossul-Grenze. Konstantinopel, 17. April. (211.) Die Lage an der provisorischen Mossulgrenze ist sehr beunruhigeitd geworden. Die türkische Regierung lasse durch halboffizielle Blätter erklären, daß unter englischem Druck die neftorianischen Stämme immer noch türkisches Gebiet überfallen und die Bewohner der türkischen Dörfer ermorden. Deshalb habe die türkische Regierung beschlossen, die Armee a u verstärken und die Iahresklassen 1920/21 für Anfang Mai cinberufen. Aus aller Welt. Unfall eines englischen Riesen- lustschisfes. Berlin, 16. April. (TA.) Das lenkbare L u f t s ch i f f R. 33 hat sich während eines Sturmes von seinem Ankermast in Pulham l o S g e r i s s e n. An Bord befanden sich zwanzig Mann. Das Luftschiff nahm Richtung auf London. Man glaubt, daß es mit einer solchen Bemannung nicht schwierig sein werde, das Luftschiff zu navigieren, zumal genügend Benzin für eine Zweitagesrcifc an Bord war. Die Kraft des Sturmes hat nach den letzten meteorologischen Beobachtungen a b g e n o m - men. Man hofft, daß es möglich sein wird, das Luftschiff gegen Abend an Land zu bringen. Inzwischen wurden drahtlose Instruktionen an das Luftschiff gesandt, um es in nördlicher Richtung zu leiten, damit es möglich sei. vor dem Winde zurückzufahren, der sich gegen Abend voraussichtlich drehen wird. Der Funkentelegraphist auf „R. 33“ hat Rachricht gesandt, daß an Bord alles in Ordnung fei. Rach einer Rachricht aus Bremen funkte der japanische Dampfer „Amazon Maru", dessen Standort sich auf 52,5 Grad nördlich und 4,12 Grad östlich befindet, daß das englische Luftschiff R. 33, welches mit zerbrochener Spitze in Richtung Egmond (Holland) treibt, Hilfe verlangt. Später fünfte derselbe Dampfer an einen holländischen Schlepper via Scheve- ningen: Das Luftschiff R. 33 befindet sich jetzt über Land, etwa acht Mellen südlich von Dmuiden. Der englische Marinestab teilt mit: Das Luftschiff R. 33 ist um 6.30 Ahr nachmittags in abnehmender Entfernung von dein Küstenplatz Egmond in einer Höhe von 200 bis 300 Meter gesichtet worden. Die britische Regierung hat die Besatzung des R. 33 drahtlos angewiesen, zu versuchen, Köln zu erreichen. Zugleich fragte sie bei der nieder ländischen Regierung an, ob für das Luftschiff die Möglichkeit! bestehe, in Holland zu landen. Die niederländische Regierung teilte darauf sofort auf drahtlosem Wege mit, daß die Möglichkeit zu landen in den Lufthäsen von Depocv (Insel Ter- schellingt u>id Soest er berg bestände und letzterer Platz wegen der Windverhältnisse der geeignetere wäre. Sämtliche Mannschaften in diesen Lufthäfen wurden in Bereitschaft gehalten, um bei einer eventuellen Landung Hilfe zu leisten. Ferner ist ein Torpedoboot nach dem Küstenplah Egmond gesandt worden. Die Lage des R. 33 hat sich um 7.45 Ahv abends geändert, und das Luftschiff fliegt in südwestlicher Richtung auf Zandvoort. Das Luftschiff erweckt den Eindruck, als ob die Maschinen arbeiten und Oie Besatzung die Absicht habe, wieder die Richtung auf England cm» Zuschlägen. Aus Amsterdam wird weiter gemeldet- R. 33 befand sich gegen 10 Ahr abends in her Rähe von Roordwyck. Offenbar sucht die Besatzung des Luftschiffes einen geeigneten Landungsplatz Der Führer des Schiffes, Major Scott, befindet sich nicht an Bord, doch dirigiert er durch drahtlose Meldungen Die Fahrt. Die Cittheitsknrzschrift. Berkin, 16. April. (WTB) Die Rachricht, der Innenminister habe auf Grund eines Beschlusses des Blldungsausschusses des Reichstages vom 3. April Maßnahmen zur Einführung der Einheitskurzschrift im Geschäftsbetrieb der Reichsbehörden zurückgestellt, ist, tote uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, unzutreffend. Der Reichsminister des Innern hat tm Dezember 1924 die obersten Reichsbehörden um Aeuherung gebeten. inwieweit die Kurzschrift vom inneren Behördenverkehr angewendet werden kann und dabei eine Vertreterbesprechung für Anfang März 1925 in Aussicht gestellt. Da eine abschließende Prüfung dieser Frage bis zu diesem Zeitpunkt sich nicht ermöglichen ließ, hat er durch Rundschreiben vont 10. März den obersten Reichsbehörden mitgeteilt, daß es ihm verfrüht erscheine. zu einer Besprechung der Frage, ob und in welchem Umfange im Geschäftsbetrieb der Behörden die Kurzschrift einzuführen ist, schon jetzt ein^ulaben. Die Maßnahmen find keineswegs zurück- oder eingestellt worden: sie nehmen vielmehr ihren Fortgang. Die Ausarbeitung von Vorschlägen für die Anwendung der Kurzschrift im inneren Dehördenvcrkehr ist im Gange. Deutsche Maschinen für Brasilien. Die Armaturen- und Maschinenfabrik A. G. Dornt. I. 21. Hilpert in Nürnberg soll von der Stadt Sao Paulo einen Auftrag zur Errichtung einer Maschinenanlage bekommen haben, die zur Errichtung eines neuen elektrischen Kraftwerks gebraucht wird. Die alte Kraftanlage Sao Paulo genügt nicht mehr den gewachsenen Anforderungen. Wetterstürze im Schwarzwald. Aus Triberg wird berichtet, daß im Schwarzwald ein heftiger Wettersturz mit schwerem Sturm und Regenfällen eingetreten ist. In den höheren Lagen herrscht Frost und bis zu 900 Meter herab liegt Schnee. Unfall bei einer Schupoübung. Nach einer Blättermeldung aus Stettin wurde in der Schupokaserne in der Linsingenstraße bei einer Hebung mit Platzpatronen ein U nter Wachtmeister durch die Kugel einer scharfen Patrone so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Wie die scharfe Datrone unter die Platzpatronen geraten ist, ist noch nicht aufgeklärt. ff*> ist eine Untersuchung eingeleitet. ^naocyenmorv ort Torgau. Rach einer Meldung aus Halle wurde bt einem Hause in Mühlberg a. d. Elbe in einer verschlossenen Kammer eine weibliche Leiche gefunden, die in einem Paket verschnürt war und schon lange in der Kammer gelegen Haber- muß. Es handelt sich um ein 19jährtges Dienstmädchen namens Frieda Herrmann. Ws vermutlicher Täter wurde der 24 Jahre alte Handlungsgehilfe Stöckel verhaftet, der jedoch jede Schuld bestreitet. Fürst Günther von Schwarzburg f. Der ehemals regierende Fürst zu Schwarzburg, Günther Viktor, ist im 73. Lebensjahre gestorben. Landung eines tschechischen Flugzeuges In Bayern. Wie aus Weiden berichtet wird, landete in der Nähe der Stadt ein tschechisches Flugzeug. Der Pilot wollte wieder aussteigen, wurde aber beim Anwerfen des Motors vorn Propeller e r fa ß t und schwer verletzt. Das Flugzeug wurde von der Polizei beschlagnahmt. Eine Schiffskalastrophe. Ein Marinemotorboot mit-off Mann Besatzung ist auf dem Hedwahflusfe mit einer Motorbarke zusammengestoßen und gesunken. Sechs Personen werden vermißt. Es ist anzunehmen, daß sie ertrunken find. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. April 1925. Die Gewerbesteuer für 1925. Das Gesetz über die Gewerbesteuer für 1925, das kürzlich vom Landtag verabschiedet worden ist, wird jetzt amtlich bekanntgegeben. Seine wichtigsten Bestimmungen lauten: Die Gewerbesteuer wird erhoben nach dem Wert des in dem Betriebe arbeitenden Anlage- und Betriebskapitals und von den in Artikel 7 Absatz 1 Ziffer I und 2 und Absatz 2 des Ge- meindeumlaa mgcsehes bezeichneten Betrieben auch nach dein Gewerbeertrag. Für die Feststellung des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals ist der Stand vom 31. Dezember 1923 auch für die Betriebe maßgebend, bei denen regelmäßige jährliche Ab- schlüsse an einem aitberen Tage als dem 31. Dezember 1923 stattfinden. Betriebe, bei denen regelmäßig Abschlüsse in der Zeit von einschließlich 30. Juni bis einschließlich 30. Dezember stattfinden, sind jedoch berechtigst, für die Feststellung des gewerblichen Anlage- und Detriebs- kapitals nach Art und Menge (Inventar) den letzten vor dem 31. Dezember 1923 gemachten Abschluß zugrunde zu legen; auch bei Zugrunde legung eines solchen Abschlusses sind die Qter« mögenggegeuflänbe ausschließlich nach den Rcichs- vorschriften zu bewerten. Für die Veranlagung bev Betriebe, bte am 31. Dezember 1923 noch nicht bestanden haben, über öle im Laufe des Rechnungsjahres 1925 zu veranlagen sind, ist der Stand und Wert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals nach dem Stand und Werte der Bestandteile zu Beginn der Steuerpfllcht zugrunde zu legen. Die Ermittelung des gewerblichen Ertrags wirb burch besonberes Gesetz geregelt. Wirb ein Gewerbe in mehreren Gemeinden betrieben, so wird, unbeschadet der Vorschriften des Artikels 1 Absatz 2 des Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleichsgesetz vom 27. Marz 1924. in jeder von chnen die von dem Anlage- und Betriebskapital und vom Gewerbeertrag zu entrichtende kommunale Steuer nach dem Stand des in dem Betriebe innerhalb der Gemeinde arbei» lenden Anlage- und Betriebskapitals erhoben. Für die Verteilung ist in erster Lime eine etwa zwischen hen beteiligten Gemeinden unb dem Steuerpflichtigen getroffene Vereinbarung maßgebend. Hebet das gewerbliche Anlage- unb Betriebskapital, sowie ben gewerblichen Ertrag ist von bem Steuerpflichtigen auf Ersuchen ber Der- anlagungsbehorde eine Steuererklärung innerhall» einer regelmäßig auf minbestenS brei Wochen zu bemessenden Frist abAugeben. Solange bic Erhebung der Gewerbesteuer auf Grund ber 'Bestimmungen dieses Gesches nicht burchgeführt werben kann, kann sie vorläufig nach ben Vorschriften über bic vorläufige Gewerbesteuer für 1924 vom 27. März 1924 weiter erhoben werben. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, zeitweise heiter, tagsüber wärmer, kurze Regenfälle nicht ausgeschlossen. Das Zentrum bes • Tiefbruckwirbels. hoffen Ausläufer gestern ben unruhigen Witterunas- charaktcr bei zeitweise frischen Winden unb öfteren Regenfällen verursachten, ist schnell ostwärts abgezogen und liegt schon über dem Baltikum. Aus seiner Rückseite strömen zunächst kühle Rord- Westwinde südwärts. Es sind aber Anzeichen vorhanden, daß bic Witterung noch feinen beständigen Charakter annimmt, ba westlich von Irland eine neue Depression anzurücken scheint. • ** D i e Wählerliste für den zweiten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl liegt vom 19. bis 22. April zur Einsichtnahme offen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. *■' Der Straßenbahn betrieb wird von jetzt ab an Sonn- unb Feiertagen vormittags wreber aufgenommen. Rähetos in bet heutigen Bekanntmachung. * Leichenschau und Leichenbekleidung. Zu der gestern berichteten Berordnung de» Kreisamts über Vornahme der Leichenschau bei unbekleideten Leichen teilt uns ein Arzt des Kreises sein vollstes Einverständnis mit. -Gr schlägt ben Gemeinderaten noch vor, als Leichenbekleidung einheitlich ein Leichenhemd cinzusühren, das man nach der Einsarguny nur seitlich einzustecken Hal. Aus diese Weise können die noch wertvollen Kleider anderweitig Verwendung finden, zumal das Ankleiden einer Leiche in erstarrtem Zustand fast eine Unmöglichkeit ist, der Leichenbeschauer aber in den seltensten Fällen bald nach eingetretenem Tod zur Stelle sein kann. Es fehlt nach Ansicht des einsendenden Arztes nur an dieser Anregung, die sicherlich Überall Anklang finden wird. Bisher scheute sich aber jeder, den Anfang zu machen, wie ihm wiederholt schon versichert wurde. ** Richt Hauszins steuerpflichtig. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der Minister für Volkswohlfahrt hat bestimmt, daß bic burch Zuschüsse gefbebeden Land- ar beiter Wohnungen (Werfwohnungen unb Eigenheime) nicht ber Dritten Verordnung zur Durchführung der preußischen Steuernotver- orbnung vom 12. Juli 1924 unterliegen unb baher nicht hauszinsstcuerpflichtig finb. Eine befonbere AnS p ÄnS^' hrtcr SF üt gese A gufer Jt !o""" vom \ vom u. findet. S in folg-" Techno, z had), 8ef Schreib^ gelänge J Einkäufern zu SM- tpcrM reitvMst < -ungder Idflabi'1™ IP' ^reichen yartenmipe btr 6rbe". 3 *ni>, M ntftn im ö Mt Urzeit hrium bege fläche einr licdeben, wuchs vor tion des fauna, ben besten 100 im 6W iid) von D scheinen. Au unb begrün! entsteht bie wschen Schn her etringc yens steht bcrgwerkes Gewächse fin folgenden C Wicklung, catien sm 'lepMeü, elften iur können. 1 sester Fori nicbtrgeleg tum ber ( Afrika unb sammenhän Periode stü des Obenwc idjen Salz- Trias unb Saurier, jer damaligen die samt ui gingen. An bie ersten | Harakter. cdjlinbe bei ton Sultane hoben sich i baffe aus t Schnees. 2i lande Ziml neben Ahl und ÜJlagii tion, deren lager von bemhn l)i von buntfa farbtn bes Mensch in j "Zeichnet f, Angebote 27. Hz. lichr?«Jt ^chnün'L rÄZ «fttS*. alte ^irdoch l«St n«»m^ he. K mh einet P®'1 unL gc, denvermikt cunken rmb. Land. *• 2-üi. 1925 tüt 1925. 9*t fa 1925. ®ben. Stint foty. ^oben nach bcm «tenben Anlage- }«» in ArtUti Z M2 bei Se. n Dttrie-en Lnt riverblichen An- l>er Stand Dom ; betriebe mah- - jährliche Ab« als dem 31. De- ctebe, bei denen von einschlirh- h 30. Dezonber Jt. für dir M |C* und Detrickz. : (Snbentor) den 23 aemachirn Ab» ch Dd Zugrunde es lind öle Der- h nach den Aeichs- öle Veranlagung -cmber 1923 noch le im Lause des anlagen sind, Ul verblichen Anlage - Stand und Werte der öteuervsllcht »erblichen Ertrags leregeü. Heeren Gemeinden der 2drschristen Sfüfcrung^elcOei 21 » 1924. m Anlage- und :bttrttag yi enl- ) dem Stand des Gemeinde arbti- lapiials erhoben, r Linie eine etwa teinden und dem ereinbarung mah- Anlage- und 2e- rbllchrn Ertrag ist Ersuchen der Ser- rflärung imcrholl» i< drei Wochen zu Aewerbesteuer aus se- Gesches nicht sie vorläufig nach [äuligc Severbc- 1924 weiter er- l»gc- ^ckwirbrls. desia' Jaen w* ift schnell vftw^s 'M»,<6fl für Kn !«»'" i1,11,1 m'iwS ß c i 4«n b c f 1 ChU --L "en, d°v man Klcilxl merlDS ba» Sn‘ n. sun'1 Weliik n Zustand kl1 schauer elr^ÄÄ E. ss$S* wj Land- nterl'iL?, bttonb«^ Jahrelange 30h MAGGI« gut,, sparsam» Kjcne ' stets friscn am Lager Photohaus Karn, 'n U Generalvertreter Tel.240auednaÄtö 3543 A Hadges Nessim Cigaretten- Bahrenfeld 3596D Schulstraße Zur Neueinfiihrung und Vertretung unserer schon vor dern Kriege als qualitativ hochstehend bekannten Cigaretten suchen wir für den Bezirk Gießen und Umgebung mit Sitz in Gießen seriösem, rührigen Herrn, nur aus der Branche, in geregelten Lebensverhöltnissen, als Bel llnelcn und Verachte!mung sind die bekannten Wörishofener Hnetenmittel Spltawegeriohialt, Eniienhell, Lonienkalksalt Brost- und Laaijentee, Splteweiencbbonbons an* übertroffen. 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Der ft r ei sau 9» schuh in Heppenheim verhandelte in einer Angelegenheit, die für (Bernet nbebeamte von grundsätzlicher Bedeutung ist. Das Ministerium hat Richtlinien erlaßen, nach denen in Hessen die Gemeindebeamten besoldet werden sollen. Als nun eine Reihe von Gemeindebeamten die ent- sprechenden Gehälter verlangte, wurde von Gemeindevertretungen deren Bcamtenaualität angezweifelt, weil fein förmlicher Anstellungs- Individueller IlnnMI Frau Clara Schlesier-Altmann Goethestraße 63. Spez.: Umbildung schlecht ausgebildeter Händo nach der Methode Prof. Wieh- mayer, Stuttgart Beginn des Unterrichts und Neuan- ■cneldungen Lienstag, den 21. April Festsetzung des Stundenplans Dienstag, den 21. 4'/« Uhr. 394UD Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Diehen. Samstag, den 18. April. Stadtkirche 2: Beichte für die Konstrmanden aus der Matthäus- gemeinde und deren Angehörigen. Psr. Mahr. — IohanneSkirche. 2. Beichte für die Konfirmanden aus der LukaSgemeinde und deren Angehörigen. Pfr. Bechtolsheimer. Israelitische Gemeinden. Oft. Aeligion-gemeinde. GotteSd. i. d.Synagoae (Südanlage). Samstag, den 18. April. Dorabd. 7.Id morg. 8.30, abdS. 7.35 u. 8.15. Oft. AeligionSgesellschafl. Sabbatfeier, IS.April. Freitag abd. 7.OO. SamStag norm. 8.03, nachm. 4.00, Sabbatausgang 8.15. Wochengottesdienst rnorg. 6.30 abends 6.30. MlMMllW bietet sich beim Absatz von leicht vertäust- Berbrauchsariikeln anBehörden^Zndustrie Handel, Gewerbe und Private. axtA Fleihige Herren erfahren Näheres auf Anfrage unter Ä. L. 352 M. d. Ala- Haasenftein » Vogler, A.-D., Fochten und daS blihschnelle KlttUZackpiel Dürfte manchem einen Gemih bereiten imb ihn für die Fechttun st begeistern (Man beachte die heutige Anzeige.) Frankfurter Operetten-Theater. „Modi", das jüngste Kind dreier Bäter, Leo Stein, Alfred Grünwald und Robert Stolz, ist eine ganz nette, mit gefälliger Musik ausgestattete Operette. Die zugrunde liegenden Motive sind nicht gerade neu, im „Graf von Luxemburg" kommt ähnliches vor. aber was tut's, es wiederholt sich ja auch im Leben alles. Um zu ihrem eigentlichen Bräutigam zu kommen (er darf kraft testamentarischer Verfügung seiner Tante nur eine geschiedene Frau heiraten) schließt Mcidi mit ihrem og. Onkel eine Ehe auf vier Wochen, eine Dor- spieisheirat. Eine heiße Liebe läßt aus vieler Schein- ehe bitteren Ernst werden. Der Schluß ist nicht gerade verblüssend, aber das Ganze spielt sich in einem sehr hübschen Rahmen ab, hat Tempo und wird von Lisa Rado als Müdi und ihren beiden Ehekandidaten Fritz Steide! und Alfred Strauß frisch und sympathisch gespielt. Musikalisch ist das Finale des zweiten Aktes Höhepunkt, dekoratto ber fabelhaft echte Schlafwagen des dritten Aktes L. W. - UMet WnsMiu Wiederbeginn der Proben: Montag, den 20. April, abends 8 Uhr pünktlich Allseitiger Besuch von jetzt ab unerlätzlich. Der Vorstand vave icv burc^ Gebrauch F/vrha Znifn d Ojcrmeuci-iDtetHMnat l)elDa»^eise vttetngt, nachdem v.S babln alle anderen an^wsn- tenimiüei versag rem PostassDt'v 'Ber St *T1. —.65. y/--o oerftärft M. L— Zur 9tan allen flpotbeten, Drogerien uub vsrfümerien Wohnungstausch nach München! EmemhiesigenWohnungsinhaber oder Inhaberin, auchHausbefitzerin wäre günft. Gelegenheit geboten, in München schöne Wohnung od. a.Haus zu tauschen. 5chr. Angeb. u. Nr. 334 anHerso,Mitleid.-Ann.-E^ped^Gieß. NeWkMg Hafer-, Heu- und Stroh-Lieferung bei der unterzeichneten Anstalt -u vergeben. Angebote (nur schriftlich) bit spätestens 27. dS. MtS. Hess. Staat!. BotoMODlWHen Frankfurter Str. 85 ptr. 03326 Verlangt wird: Beste Beziehungen zu der einschlägigen Händlerkundschaft. Erste Verkaufskraft. ßeWotau wird: Zu Anfang garantiertes Provisions-Einkommen und starke Reklame-Unterstützung in neuartiger Form. Ausführliche Bewerbungen mit Aufgabe von Referenzen erbeten an brbe, so ift anzunehmen, daß er sich aueschltetz' lich von Pstanzen ernähren konnte. Erst nach Eintritt der Eiszeit mußte er als Höhlenbewohner und Jäger dem Tierreich feindlich gegenübertreten. Kälte und Hunaer zwangen ihn. sich des Feuers zu be- dienen. Ohne den ftampf mit einer feindlilhen Natur wäre der Mensch wahrscheinlich auf jener niederen «tufe der Entwtdlung stehen geblieben, wie wir sie von wilden Äölkerstämmen der Tropen kennen, ^ulammenfaflend sehen wir von Anbeginn ein zielbewußte» Wallen in der Schöpfung, vor dellen Erhabenheit wir uns in Ehrfurcht beugen. — Zahlreiche, zum Teil farbige Lichtbilder unterstützten den Dorirag. r. •• Austrieb auf dem heutia« n Frankfurter Schlachtviehmarkt: Zwei Kühe, 1367 Kälber, 274 Schafe, 148 Schweine. •• Der Dackel als Hauptgewinn. ..Glöckner vorn Tbalbgarten" ist ein junger Dackelherr von edelstem Stamm, vier Monate alt, mit welchem, rehbraunem Fell. Trotz aller seiner Gaben hätte die Oessentlichkeit nicht- von ihm erfahren, wenn nicht die Llugeichzeitschrist .Der heitere Fridolin" die Idee gehabt hätte, in der soeben erschienenen Hummer seine ftrurninbetnigkeit al- ersten Preis für eine neue VreiSausgabe au-zufehen. Hoffentlich ist der Herr stubenrein! Bornotizcn. Tageskalender für Freitag. Sladttheater. 71/3 Uhr, „Wenn wir Toten erwachen". — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Es hat langwieriger Unterhandlungen bedurft, ehe die Donkosaken für Gießen gesichert werden konnten. Aicht Mangel an Bereitwilligkeit, sondern nur an Zeit und Gelegenheit hat ihr frühere- Kommen verhindert, weil cs immer und immer wieder vereitelt wurde, wenn sie, wie z. B. in Berlin, ihr Konzert in unvorhergesehener Weife vierzehnmal wiederholen mußten. Mit dem Konzert soll zugleich dem Derlangen willfahrt werden, das nach diesem besonderen musikalifchen Ereignis nicht nur auS vielen hiesigen Kreisen, sondern auch aus den Aachbarortcn geäußert wurde. Der aus 35 Mann bestehende Donkosakenchor wird also nunmehr am SamStag, 25. April, abend- 71/.. Hör, in der Aeuen llnibcrf it ätS - a u l a seine einzige Ausführung im Rahmen des KonzertvereinS veranstalten, und zwar als S 0 n - derkonzert, wie auS den Anzeigen in diesem Blatte deS näheren ersichtlich. Eintrittskarten find, ebenso wie die bereits zahlreich vorder bestellten, wie immer, in der Musikalienhandlung von Ernst Ehallier zu haben. — Künstlerfest. Man schreibt unS: Leider muß daS Künstlersest wegen Mangel an Beteiligung abgesagt werden: die Llrsachen hierfür find wohl in der fchwierigeir wirtschaftlichen Lage zu suchen. Um aber die bereits entstandenen Unkosten zu decken und den DolkSwohlsahrtSkafsen evtl, einen bescheidenen Betrag zuzuführen, wird am SamStag, 18. April, 7Vs Uhr. der vorzügliche Schwank „Die vertagte Aacht", von Arnold und Dach (Bersasser von „Spanische Fliege") gegeben. Das Stück hat im vorigen Sommer beim Badepublikum in Aauheim den größten Beifall gesunden und mußte oft wiederholt werden. ES ist sehr zu wünschen, daß sich die Besucher recht zahlreich einfinden: sie werden sicher einen genußreichen und heiteren Abend verleben. Rundfunk-Programm dcS frankfurter Tenders. (AuS der „Aabio-UmfchauE.f SamStag, 18. April. 12 Uhr: Aachlichtendiensl 3 und 4 Uhr: MirtschaNsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 1.30 bis 6 Uhr. AachmittagS-Konzert des Hausvrd>esterS: Die letzten Schlager. ). Mach' mich Mah-Iongg. Müntet 2. QMübcnbc Küsse. Drrmme 3. Colette, Balle boston, Herbert 4. Die Mädchen von Tsching-Tschang-Fu. ftollo. 5. Romanze. Heuß. 6 Die Mieze und der Fritze, Waldau. 7. Staccato-Serenade. Dioiinsolo. Macho 8. Ebili-Bom-Dom, Donaldson. 9. Mav be. Aon Turr 10. Wenn du meine Tante lieb ft, Aelfon 6 biS 6.30 Ubr: Jugendstunde: AuS dem Boman „Der Schatz im Silbersee" von Earl May. 7 bis 7.30 Uhr Der Briefkasten. 7.30 dtS 8 Ubr. Bor- tragSztzlluS der Industrie- und HandelSkanmter Frankfurt a. M -Hanau (Dortrag von Dr. H. Wolff: „Die Eröffnung der Frankfurter Früb- jahrön.effe"). 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bunde- für Volksbildung (Dorirag von Dir. Kraus „Der Frankfurter Palmengarten"). 8.30 biS 9.30 Uhr: Kammermusik-Konzert. 1. Sonate E-QHdII für Violine und Klavier op. 36a. Ferruccio Bnsoni. 2. Klaviertrio op. 27 Dgon Kornauth. 9.30 Uhr: Aachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 10 biS 11 Uhr: Arthur-Schnitzler- Abend. PiiUliprt bewährte Fabrikate in größter Auswahl Papiere, Platten, Roll'U.Packfilms MIM belle Qualität, sehr preiswert, Revar. 11. Neubczieben in eig. Werkst, m.eleftr. Betrieb. "“D Fr. P. Sack 17 Weiten Baue 17 einiger Tropfen Maggi's Würze. Borteilbaftefter Bezug in großen Originalstafcheu zu NM 6.-. Hadges Nessim CIGARETTEN Turnen, Sport und Spiel. Vom Hechten. DaS diesjährige Iungman-nen-Ausscheidungs- fechten in Florett deS ÄaueS Hessen der Deutschen Turnerschaft findet am Somttag, 19. d. M., vorm. von 8 bis 1 Uhr. in der Turnhalle der Oberrealschule. BiSmarckstrahe. statt. Jung- mannen sind Fechter, die in dieser Waffe noch keinen der drei ersten Siege errungen haben bzw. noch bei keinem gröheven Wettfechten angetreten find. Die Bezeichnung Jungmann hat also mit dem Alter des Fechters nicht- zu tun. Zu dem Wettfechten treten an die Fechter auS Dad- Aauheim, Friedberg, Butzbach. Wetzlar. Marburg und Gießen. Da bei diesem Wettfschten nur drei bis vier Maim in die nächste Klasse (Alt- manncnllasse) aufrücken können, so stehen interessante und scharfe Gefechte bevor. Dem Sport- sechten, einer der schönsten Leibesübungen, wird noch zu wenig Beachtung geschenkt, und es wäre zu wünschen, daß diese interessante Deranstal- tung von weitesten Kreisen besucht würde. Die intensive körperliche und geistige Tätigkeit beim Betreten^ vvn der Hau'Szin-steüer durch Rückzahlung des (Zuschüsse- in der aufgewerteten Höhe von 40 vH. ift mithin bei Lanharbeiterwoh- nungen nicht erforderlich. ** Schreibstuben auf der Frankfurter Frühjahrsmeffe. Die rege Benutzung der erstmalig zur vergangenen Frankfurter Herbstmasfe eingerichteten Schreibstuben hat gezeigt, daß hierdurch einem dringenden Bedürfnis sowohl ber Aussteller als auch der Einkäufer Aechnung getragen worden ist. DaS Meß» amt Frankfurt a. M. errichtet daher wiederum zur kommenden Frankfurter FrühjahrSmefse, die vom 19. biS 22. April (Allgemeine Messe) und vom 17. biS 22. April (Technische Messe) ftatt- sindet. Schreibstuben. Diele Schreibstuben sind in folgenden Häusern untergebracht: HauS der Technik, Hauswirtschaftliche Halle, HauS Offenbach, Festhalle und HauS ber Moden. Da die Schreibstuben äußerst zweckmäßig auf da» Messegelände verteilt find, ist es Ausstellern und (Stnläufem leicht möglich, sich dieser Einrichtung zu bedienen. Für die Sitzunaen der Fachverbände werden von den Schreibstuben Schreibkräfte be- reitwilligst zur Protokollaufnahme zur Berfügung gestellt. •• Männer- und Frauenvereini- gung der Matthäusgerneinde. Am Dienstagabend sprach im Botanischen Horsaal vor einem '.ahlreichcn Zuhörerkreis der Matthäusgemeinde Gartcninspettor Rehn elf über „die Entstehung der Erde'. Don der ftant-Laplaceschen Theorie ausgehend, zeigte der Redner die Stellung unseres Pla^ neten im Sonnensystem und seinen Werdegang von her Urzeit bi® zu den Eiszeiten. Bereits tm ftarn- hrtum begegnen wir in dem, die gesamte Erdoberfläche einnehmenden Ozean einem vielgestaltigen Tierleben, dessen Dasein die Existenz von Pflanzen- wuchs ooraussetzt. 3n der nachfolgenden fwrmib tion des Silur finden wir eine reiche Meeresfauna, deren Artenzahl man gegenwärtig auf mindesten 10 000 schätzt. Abbauwürdige Anthrazitlager im Saargebiet und in Sachsen rühren wahrscheinlich von Meeresalgen her. Die ersten Fische er- scheinen. Aus dem Meere steigt das erste feste Land und begrünt sich. Während der Periode des Devons entsteht die 5000 Meter mächtige Schicht des Rhet- nischen Schiesergebirges. Aus derselben Zeit flammt der Stringocephalcnkalk, auf dem ein Teil Gie- ßens steht und der im Tagbau des Braunstein- bergwerkes aufgebedt wird. Baumartige Bärlapp, gewächse sind waldbildend. Sie erreichen in ber nun »olgenden Steinkohlenzeit den Höhepunkt ihrer Ent- Wicklung. Siegelbäume, Baumfarne und Arau- carlen find Eharakterpflanzen jener tropischen '.»eppigkeit, welche die Luft uerbeftern, so das; die elften lungenatmenben Tiere ins Dasein treten können. Der atmosphärische ftohlenstoff wird in fester Form für eine Kultur des Menschengeschlechts niedergelegt, deren Grundlage der Steinkohlenreich, tum her Erde ift. Asien und Amerika einerseits, Afrika und Australien andererseits bildeten zwei au- iammenhängende Kontinente. Die Permzeit ist eine Periode stürmischer Umwälzungen. Die Entstehung des Odenwaldcs, sowie die Bildung der mlttelbeut- tdjen Salz- und ftalilager fällt in jene Zeit. Im Trias und Iura bemerken wir das Auftreten der Saurier, jener Ungeheuer, welche der Schrecken der damaligen sonstigen Tierwelt gewesen sind, und die samt und sonders in der Kreidezeit zugrunde gingen. An den Gestaden ber ftreibemeerc wuchsen die ersten dikotylen Holzgewächse von tropischem Eharakter. Dann öffneten sich noch einmal alle Schlünde der Unterwell in Form von feuerspeienden Sultanen. Die Alpen und der Himalaya erhoben sich als Folge der Schrumpfung des Erdballs aus ber Ebene in bie Regionen des ewigen Schnees. In imseren Breiten aber grünten im lief» lande Zimt und Kampferbäume, Palmen wuchsen neben Ahorn, Buche und Eiche, Sumpfzypressen und Magnolien waren Bestandteile jener Begeta- non, deren Dokumente u. a. auch im Braunkohlenlager von Bad Salzhausen uns die Natur auf. bewahrt hat. Grasbewachsene Fluren, gejchmückt von buntfarbigen Blumen, boten Weideplätze für Herden des Urftiers und von Einhufern. War ber Mensch in jener fpäUertiärcn Zeit bereits auf der vertrag als Beamter für sie nortdg. Die Gemeinde Viernheim hat einige ihrer Beamten daraufhin durch Prioatdien ft vertrag angestellt. Aehn- lich verfuhren noch andere Gemeinden in Hessen. Der Verband der fflemeinbebeamten sucht eine Entscheidung dieser Jraae im Berwallungsstreitverfahren zu erreichen, da sie von grundsätzlicher Bedeutung für alle Gemeindebeamten ift. In der Verhandlung vor dem K r e i s a u s s ch u ß von Heppenheim machte der Vertreter der Gemeinde Viernheim geltend, daß die Gemeindebeamten \ u hoch eingeftuft seien, und daß sie höhere als seinerzeit die Friedensgehälter bezögen: bte Reichs- beamten hätten heute noch nicht ihre Friedens- S! erreicht. Für mehrere Posten habe der Ge- erat die Beamteneigenschaft der Stelleninhaber anerkannt, andere wurden auf Privatdienftocrtrag angestellt. Im Jahre 1914 habe Viernheim insgesamt nur 23 527 Mark an Gehältern zu zahlen gehabt. heute müffe die Gemeinde 85 560 Mark aus- bringen allein für die Gemeindebeamten, da der Staat die Gehalter für Lehrer und Polizeibeamte übernommen habe. Das Ministerium habe mehrere Sekretärstellen bestimmten Besoldungsgruppen zugeteilt, das fei ein Eingriff in die Selbstverwaltung der Gemeinge. Der ftreisausschuß erklärte den Ge- meinderatsbeschluß, wonach ein Teil der Beamten auf Prioatdien st vertrag an* gestellt wurde, für ungültig; maßgebend müssten die Richtlinien des Ministeriums |ur die Besoldung der Gemeindebeamten sein. Ucbcr die Art ber Anstellung des Gemeinderechners imb des Gasmeisters soll noch ein Schiedsgericht entscheiden. Finanziell sei die Gemeinde sehr wohl in der Lage, die erforderlichen Gehälter aufzubringcn. Die Ge- meinbe Viernheim will die Angelegenheit weiter verfolgen und sie vor den Prooinzialausschuß bringen. Klein 8 Stiefel Fulda einzeln and kombiniert Migtn W- 3931D Karl Walther, Dezirksbeamter, Hofmannstratze 6. htrihlter: titln wtrk.V«lb« a Suche per 1. evtl. 15. Mai einen Gute Rasse- u. Leghühner, zer° legb. EtäUe. 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Die Türkensahri des Franzosen Bouillon ist an der bekannten interessantesten Stelle abgebrochen worden, wahr« scheinlich auf Einwirkung Englands. Die Angelegenheit bleibt weiter in mystt- sches Dunkel gehüllt. D. Red. Konstantinopel, Anfang April 1925. Der geradezu feierliche Empfang, den Franklin Bouillon bei seiner Landung in Konstantinopel tnb in Angora gefunden hat, läßt die Politik der Türkei in ein Stadium treten, das der Beachtung wert ist. Es ist kaum zuviel gesagt, bah dieser Sonbergesandtc Frankreichs es war, der im ersten ’ikrtrag von Angora (Oktober 1921) die Basis zu Kemal Paschas Siegeszug im gerbst 1922 gegen iic Griechen legte. Bilder vergangener Jahre tauchen damit wieder auf, als sich die der Auf- teilung preisgegcbene Türkei des Srltans lethargisch ihrem Schicksal fügte, wahrend Kemal seine Scharen in denBergöoenBorderasicns sammelte, bc- droht von den mit englischer Hilfe ausgerüsteten Kriechen, verfolgt durch den Bannfluch des Sultan- Kalifen, verlassen von jener Hilfe, die opferbereiten Männer erst den Namen Heer verschaffen kann, welch letzterer Begriff allein befähigt ist, eine wirkliche bewaffnete Auseinandersetzung erfolgreich durchzuführen. Damals war es Franklin Bouillon, der diese Hilfe brachte, Geld und Waffen und die moralische Unterstützung jener Macht, die nach gewonnenem Weltkrieg eine Torherrschast sich zu sichern bestrebt war, durch welche die Mitpartner des Weltringens in neue Sorgen gerieten. Als daher Kemal Pascha die Sie- aespalme pflückte, bedeutete fein Erfolg auch e i n Erfolg Frankreichs; während Kemal die Griechen durch Waffen und größere Tüchtigkeit der Seinen schlug, hatte Frankreich die damaligen Hintermänner der Griechen, die Engländer zu treffen gemeint und auch getroffen. Auf zweimaligen Friedenskonferenzen zu Lauf an ne stürzte als erster Zw«5ngsfrieden jener von Sevres; mit dem Griechentraum von Smyrna und Byzanz waren auch englische Hoffnungen verfluchtet; das war eine Befriedigung Frankreichs ober nicht d i e Befriedigung — denn Frankreich hatte erwartet, daß die neuerftanbene Türkei ihren Dank in weitestem Umfange abftatten werde. Frankreich fühlte sich enttäuscht, denn gewisse lyrische Grenzfragen, die Lokalautonomie Antiochiens, sowie die 6soldzahlungen an französische In- Haber türkischer Staatsschuldscheine blieben unent- > «hieben; Frankreich hatte eben nicht genug mit dem inmerhin platonischen Erfolg gegen England, son- ütrn verlangte für seine Unterstützung auch Realwerte zum Nutzen seines eigenen Borteils und Öen seiner eigenen Bürger. Fast zwei Jahre dauerte die in Lausanne ein- ?|etretenc Berstimmung, die zeitweilig sogar zu mi- itärifdjen Maßnahmen an der syrischen Grenze führte, wo sogar aus dem Weltkrieg bekannte Heerführer Frankreichs befehligten. Doch die Zeit schwächte die Derstimmungen ob; beiderseits trat man dem Gedanken näher, doch die Fäden wieder anzuknüpfen, wo man sie abreißen ließ — |o entstand der Plan zu jener zweiten Sondermission Franklin Bouillons, die das Werk der ersten frönen sollte: nach rascher Bereinigung der schwellenden nunmehr untergeordnet empfundenen Fragen das vom Schrittmacher Franklin Bouillons, dem General Mougin vorbereitetet „herzliche Einoetnehmen" zum Abschluß zu bringen, dies stellt den Zweck der diesmaligen Besprechungen dar. durch die Frankreich sich dort festzufetzen beabsichtigtigt, wo es eine ungefestigte Stelle des englischen Imperialismus trifft; ob Frankreich durch die Einschaltung der Türkei in seine östlichen Bündnissysteme sich einen weiteren Absprung gegen England sichern will, ober ob es — vielleicht nur burch Auf zeigen einer eigenen Festsetzung lebiglich ein Kompensationobjekt erstrebt, um bieses an Rhein und Ruhr gegen englische Thesen aus« zuspielen, bleibe derzeit dahingestellt. Wahrscheinlich sind beide Möglichkeiten beabsichtigt, um dadurch einen neuen Baustein der „Sicherheit" Frankreichs unb des allgemeinen Weltfriedens herbeizutragen — einen Frieden, dessen wörtliche Bedeutung noch nie so sehr verborgen wurde, als gerade dann, wenn Frankreich sich seiner fürsorglich annimmt. Diesen Bestrebungen Frankreichs kommt zwei» ! fellos der politische Zustand der Türkei entgegen, unb zwar in einem Maße, das bewirkt, daß die ohnedies nicht geringen frankophilen Neigungen innerhalb der Türkei durch eine Reihe von Der- nunftgrünben verstärkt werben. Mossul unb Surbenaufftanb finb solche Gründe, deren Zusammenhang in der Türkei fraglos erscheint. Ob dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, ob England tatsächlich dem Surbenaufftanb wohlwill, um durch diese innertürkischen Schwierigkeiten die Geneigtheit außenpolitischen Derzichtens in der Mossulfrage zu fordern, bleibe ebenso unentschieden, wie die eng- lifche Ansicht, daß die Türket die Gefahren des Kurdenkleinkrieges übertreibe, um in deren Schlag, schatten Rüstungen oorzunehrnen, deren Umfang weit die vergeblich zu bewältigenden Ziele übertreffen. Tatsache ist, daß ersteres in Angora und letzteres in London geglaubt wird und daß daher die Türkei die Folge ableitet, sie könne außenpolitisch die seit Lausanne betriebene splendid Isolation nicht sortsetzen — hier treffen sich die Berührungspunkte der türkischen unb französischen Politik, die durch die Sendung Franklin Bouillons in eine um so entscheidendere Entwicklung treten, als letzterer ein geschworener Widersacher Englands überhaupt und der englischen Orientpolitik im besonderen ist. Nimmt man hierzu, daß sich Scheich Said c I ftube als „Vertreter bes Propheten" bezeichnet unb ben Aufstanb unter ber grünen Fahne bes Propheten leitet, sonach ganz zweifellos von k o n- servativ - türkischen 3 b e en beeinflußt wirb, beren Gefahren für Kemal Paschas Reform- Türkei unverkennbar sind, so kommt man zu dem nicht unberechtigten Entschluß, daß Franklin Bouil- km den Zeitpunkt für seine Mission nicht ungünstig wählte, die eine Verstärkung in der persönlichen Freundschaft findet, die Kemal Pafcha und Frank- lin Bouillon verbindet. Daß man in England mit sorgsamen Augen und finsterem Blick beobachtet, ist ebenso -felbstver- ftänblid), wie die Tatsache offenkundig, daß seit ber Uebernahme des englischen Außenamtes durch Chamberlain eine klarere, — kann fast sagen — brutal-ostenere Ausdrucksweise Platz griff, die der französischen «Regierung nicht verhehlte, daß Eng- land in der Mission Franklin Bouillons einen u n - freundlichen A k t erblickt, dessen Drohung oder drohende Geste keineswegs geeignet sei, ein „Ent- gegenfommen" Englands zu veranlassen. Ob daher die französische «Regierung geneigt ist, zu den inneren Schwierigkeiten noch äußere Miß- Helligkeiten zu häufen, bleibe abermals dahinge, stellt; denn daß diese an Frankreichs wunden Punkt — die Frankengeltung — greifen und so wieder auf die innere Lage rückwirken würden, scheint offenkundig. Zweifellos ist es sonach jeden- falls, daß England die beabsichtigte Wirkung der Mission Franklin Bouillons verzögern kann, wobei jedoch nicht übersehen werden soll, daß gewisse Dispositionen für ein franko-türkisches Zusammenwirken ebenso zweifellos bestehen. Wiederaufbau in Rußland. «Bon unserem Moskauer E. U.-Mitarbeiter. Moskau, Ende März. Es ist allgemein bekannt, daß Lenin einst den Satz geprägt hat, der Kommunismus werde in Rußland über kurz ober lang zufammenbrechen, wenn es nicht gelingen sollte, die Weltrevolution zu entfachen. Diese Behauptung ist jo einfach und selbstverständlich, daß es nicht der Prophezeihung des größten bolschewistischen Führers bedurft Hütte. Wenn es heute noch möglich märe, einen Staat von der Außenwelt hermetisch abzuschließen, und auch alle Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung durch die Produktion des Landes selbst zu decken, so hätte Lenin vielleicht auch Unrecht haben können. Die 'Moskauer «Regierung hätte dann unbekümmert um das übrige Weltgeschehen in Rußland den Musterstaat schaffen können, wie ihn der Kommunismus der Menschheit in der Theorie verspricht. Nun ist es aber bekannt, daß die Praxis von der Theorie doch wesentlich abweicht und daß vieles, was auf dem Papier steht, noch längst nicht verwirklicht werden kann. Eine dauernde Isolierung Rußlands, wie es in der Periode des sogenannten kringerischen Kommunismus der Fall war, konnte unmöglich auf die Dauer aufrecht erhalten werden. Weder Rußland selbst ist imftanbe, seine Grenzen auf die Dauer zu verrammeln, noch das Ausland eine ewige Blockade durchzuführen. Dazu sind die internationalen Wirtschaftsfäden eben doch zu eng verknüpft. Jedenfalls steht es fest, daß die Völker noch immer auf gegenseitige Aushilfe angewiesen waren. Und so konnte es natürlich auch nicht verspielen und als Staatsmänner, hohe Beamte, Künstler, Erfinder oder dgl. in weiteren Kreisen bekannt sind, ohne weiteres verbreitet werden, allerdings unter der Bedingung, daß durch die Verbreitung und Zurschaustellung nicht etwa ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten verletzt werde. So hat z. B. das Reichsgericht in einer Entscheidung vom 26. Oktober 1910 den Gebrauch des Bildes des Grafen Zeppelin als Warenzeichen auf Antrag des Grafen untersagt, weil dadurch ein ideales Interesse derselben verletzt worden sei. Ferner dürfen Bilder, auf denen die Per- onen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder onftigen Oertlichkeit erscheinen, sogenannte Staf- agebilber, ohne Einwilligung der Abgebildeten verbreitet werden, da hier das Interesse nicht der zufällig mitabgebildeten einzelnen Personen, sondern dem Landschaftsbilde gilt. Auch Bilder von Versammlungen, Aufzügen unb ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teil- genommen haben, bilden eine Ausnahme. Es handelt sich hier eben nicht um Bildnisse, sondern, um Bilder. Um den Interessenten der Kunst gerecht zu werden, bestimmt das Gesetz ferner, daß die nicht auf Bestellung gefertigten Bildnisse, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Kunst- intereffe dient, verbreitet werden dürfen. Durch diese Vorschrift, für welch photographische Bildni'fe kaum in Frage kommen, soll namentlich die Veröffentlichung künstlerischer Bildnisstu- d i e n ermöglicht werden. Eine Ausnahme ist schließlich noch gemacht im Interesse der Rechtspflege und ber öffentlichen Sicherheit. Das Gesetz bestimmt nämlich m S 24, daß Behörden zu amtlichen Z w e ck e n Bildnisse ohne Einwilligung des Berechtigten sowie des Abgebildeten oder seiner Angehörigen Dermelfab tigen, verbreiten und öffentlich zur ochau stellen bUrf3m Rahmen dieser kurzen gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere der § 22 und 23, werden nun alle Eingriffe in das Recht am eigenen Bilde behandelt. Dazu kommt noch § 33, Zrfs. 2, Das Recht am eigenen Bilde. Von Heinrich Müller- Schänke. Das Recht am eigenen Bilde beruht auf dem Grundgedanken, daß niemand befugt ist, eine Persönlichkeit gegen ihren Willen der Deffentlidjfeit preiszugeben. Dieses Persönlichkeitsrecht geht auf die Erben über, denen nach dem Tode eines Angehörigen die Entscheidung darüber zusteht, ob ein »ilb, zum Beispiel eine Totenmaske, vom Verstorbenen genommen werden soll. Hiernach kommt ein Recht am eigenen Bilde immer dann in Frage, wenn durch die Verbreitung oder öfsentliche Schaustellung schutzwürdige persönliche Interesien verletzt ober Tatsachen ber Oefsentlichkeit preisgegeben werben, deren Veröffentlichung nach Sitte und Moral nur den Beteiligten zustehen würde. Im § 22 des Reichsgesetzes vom 9. Januar 1907, betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie, ist bas Recht am eigenen Bilde, das, wie gesagt, ein reines Persönlichkeitsrecht ist und mit dem Urheberrecht nichts zu tun hat, durch die Bestim- inung feftgclegt worden, daß Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet ober öffentlich zur odjau gestellt werben dürfen. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, daß er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Diese Bestimmung bezieht sich in erster Linie auf Berufsmodelle. Die Entlohnung kann n Geld, aber auch in der Zusicherung einer ober mehrerer Vervielfältigungen der Aufnahme bestehen. — Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren ber Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten, nämlich des überlebenden Ehegatten oder der Kinder, falls diese nicht vorhanden sind, der Eltern. Don dieser Bestimmung gibt es jedoch Ausnahmen, welche in den § 23 und 24 feftgclegt sind. Unter Anerkennung der Tatsache, daß das Interesse des Publikums für zeitgeschichtliche Vorgänge berücksichtigt werden muß. dürfen Bildnisie von Personen, die in der OefjenNichkeft eine Rolle hindert werden, daß das rote Rußland mit dem weißen Ausland in Verbindung trat Daß der jungen Paradiesblütc diese Mesalliance auf die Dauer aber unmöglich gut bekommen kann, das sah man in Sowjetrußland schon zu Beginn der Revolution ein. Es muß schon einer späteren Geschichtsfor. schung überlassen bleiben, alle jene krampfhaften Versuche der Moskauer Gewaltherrscher eingehend zu beleuchten, die zur Entfachung der Weltreoolu. tion führen sollen. Je länger die rufsifchen Be mühungen andauerten, auf diesem Gebiete ju einem positiven Resultat zu kommen, um so dringlicher er wies sich die Notwendigkeit, von den ursprünglichen Reformabsichten in Rußland selbst abzurücken. Die Einführung der neuen Wirtschaftspolitik durch Le- nin im Jahre 1921 bildete den Beginn für diesen Prozeß. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang nur der zahllosen Parteidiskussionen, die da- mals in Rußland über dieses Thema stattgefunden hoben. Lenin war damals schlau genug, der Partei die brutale Wahrheit ins Gesicht zu schleudern. Eine weitere Aufrechterhaltung der anfänglichen Staatswirtschaft, die das aus der Zarenzcit noch vorhandene Vermögen ohne irgendwelche (Gegenleistungen wahllos verschenkte, erwies sich als unmöglich. So kündete man eine kleine Atempause an. Das Ausland sollte dem russischen Wirtschastskör- per wieder auf die Deine helfen. Und in der Zwischen zeit wollte man einmal kräftig die Weltrevolution propagieren. Das tat man denn auch ganz ungeniert. Nur das Ausland wollte nicht so recht heran. Und nach eingen Jahren der berüchtigten Propaganda der 3. Internationale, die mit der Moskauer Reoierung nach sowjetrussischcr Auslas- jung angeblich in keinem Zusammenhang stehen soll, zeigte es sich auch, daß das Ausland für die kommunistische Leglückungstheorie herzlich wenig Verständnis Hot. Der Drang zum Leben und der Wille zur Erschaffung neuer Güter äußert sich in Europa eben nu.' doch in anderer Weise, als in der foto- listisch angehauchten Slawenwett. Die Zeit war für die Wi hlarl'ett ber Bolschewisten günstiger als sie es in ihren kühnsten Träumen hätten erwarten können. Aber selbst die chaotischen Zustände der Nach' kriegszeit waren für die 3. Internationale eben nid): fu günstig, als daß die erhoffte Weltrevolution Wirklichkeit hatte werden können. In Moskau sieht man heute mit größtem Entsetzen, wie die kommunistische Gemeinde in Europa kleiner und kleiner wird und das nach dem Kriege heillos zerfahrene Wirtschaftsleben wieder allmäh lich in Fluß kommt. Ja, die Dinge sind bereits so weit gediehen, daß man es jetzt im Kreml allen Ernstes aufgegeben hat, im Laufe der nächsten Jahre mit dem Ausbruch der Weltrevolution zu rechnen. Die kühnen bolschewistischen Träume sind verblaßt. Stalin und Sinowjew warnen davor, in nächster Zukunft auf den kommunistischen Umsturz in Europa zu rechnen. Und die „Prawda", das Zentralorgan der Russischen Kommunistischen Partei, stellt in einer melancholischen Betrachtung die Tatsache fest, daß dem Kommunismus aller Wahrscheinlichkeit nach jetzt Jahre der friedlichen Arbeit bevorstehen. Dieses Bekenntnis ist mehr als in einer Hinsicht von Bedeutung. Zunächst muß einmal die berechtigte Frage gestellt werden, wie der kommunistischen Regieung diese neue „Atempause" bekommen wird. Die Aussichten für die Weltrevolution werden sich im Lause der nächsten Jahre wohl schwerlich zugunsten der 3. Internationale verschieben, denn der wirtschaftliche Genefungsprozeß wird in Europa ohne Zweifel weiter seinen Gang nehmen. Dann aber kommt noch hinzu, daß ja auch Rußland die nächsten Jahre dem friedlichen Wiederaufbau widmen will. Der Wiederaufbau des russischen Reiches ist nun aber letzten Endes lediglich mit Hilfe des Auslandes zu bemerfteb ligen. Verfolgt Rußland auch weiterhin feine bis- herigen Methoden, fo wird es nicht damit rechnen können, daß das Ausland sich zur Teilnahme am russischen Wiederaufbau bereit finden wird. Das weiß man auch im Moskauer Kreml nur zu gut. Es ist jedenfalls kein Zufall, daß die sowjet- russische Presse sich gegenwärtig immer wieder mit diesem Thema beschäftigt. Der leitende Gedanke derartiger Ausführungen ist immer der, daß es jetzt nicht mehr angeht, weiter bei den alten Methoden zu verharren, die die gesunde Entwicklung der schaffenden Kräfte im Reiche hemmen müssen. Das heißt, die sowjetrussische Regierung wird von ihrer bisherigen Politik der Verbote und Repressivmaß- nahmen Abkehr halten müssen. Und zwar nicht nur dem Ausland gegenüber, ob er nun Bauer, Kaufmann oder sonst was sei, wird die Garantie gegeben werden müsien, daß sein durch produktive welcher mit Geldstrafe bis zu 1000 Mk. oder Gefängnis bis zu 2 Monaten denjenigen bedroht, der den § 22, 23 zuwider vorsätzlich ein Bildnis verbreitet ober öffentlich zur Schau stellt und § 35, nach welchem neben der Strafe auf eine an den Verletzten zu zahlende Buße bis zum Betrage von 6000 Mk. erkannt werden kann. Streitigkeiten auf diesem Gebiete sind nicht selten. Sie entstehen meistens dadurch, daß der Photograph ein Bildnis ohne Einwilligung des Abgebildeten in seinen Schaukasten aushängt. Das Urheberrecht, in diesem Falle also das Nachdrucksrecht an dem Bildnis, steht dem Photographen zu, solange er nicht unberechtigt das Bildnis zur Schau stellt, oder sonst verwertet, an der Platte. Erst wenn er wegen Verletzung des BildNisschutzes bestraft wird, kann das Gericht die Vernichtung der betreffenden Platten anordnen oder sie dem Verletzten gegen Erstattung der Herstellungskosten zusprechen. Die Annahme, daß der Photograph mit einer Platte Mißbrauch treiben könne, genügt nicht, ihm dieselbe abzuoerlangen. Der Photograph darf ferner von jeher Platte einen ober mehrere Abzüge auch über bie bestellte Zahl hinaus machen unb sie sogar in sei- nem Atelier ausstellen. Als öffenlliches Zurschau- stellen ist nur verboten bas Zurschaustellung im Schaufenster, Schaukasten ober auf Ausstellungen, woburch sie bem Anblick bes Publikums preisge- geben werben. Ebenso ist verboten die Verbrei- tung des Bildnisses durch Feilbieten, Berkaus, Tausch oder Verschenken. Giene Verbreitung kann schon in der Uebedafiung eines Exemplars liegen. Strafbar macht sich der Photograph schon durch die Verbreitung oder öffenlliche Schaustel- lung eines Bildnisses, welche ohne Einwilligung des Abgebildeten erfolgt; eine vorherige Warnung und Auftorderung zur Entfernung des ausgestellten Bildnisies ist nicht, erforderlich. Welche Nachteile übrigens die unerlaubte Verbreitung eines Bildnisies int Gefolge haben fann, zeigen folgende praktische Beispiele: Srettag, \L April 1925 Arbeit geschaffenes Vermögen unangetastet bleibt. Der „ÄulaM — so nennt man in Sowjctrußland den Bauern, der cs durch intensiven Fleiß zu etwas gebracht hat — wird nicht mehr der Gefahr ausgesetzt fein dürfen, daß man ihn als ein staatsfeindliches Element betrachtet und zu den Ausbeutern der Bevölkerung zählt. Wenn cs der Moskauer Regierung um all diele Dinge wirklich ernst fein follte, lo wäre nidjt mehr daran zu zweifeln, daß ber ruffifche 'Bieberau(bau im Laufe weniger Jahre eine vollzogene Tatsache fein könnte. Aber auch bie Prophezeihung Lenins würde in Erfüllung gehen. Ohne baß ein neuer Um« stürz notwendig wäre, der Rußland einer noch größeren Verelendung entgegcnfuljren muhte, mürbe sich bannn auf bem Wege der natürlichen Evolution eine Grundlage schaffen lassen, auf ber eine Ver- ftänbigung mit bem Ausland erfolgen könnte. Dertreterüer'ammlung des Hessischen Landeslehreroereins. • 2 a d -R a u he i m , 15. April. In unserer hessischen Badestadt trasen sich gestern und heute zahlreiche Vertreter der hessischen Lehrerschaft aus allen Landesteilen zu wichtigen Beratungen. Das Vad hatte den Gästen einen würdigen Empfang bereitet. Führungen durch die staatlichen ‘Betriebe füllten die kurzen Erholungspausen der sehr arbeitsreichen Tagung aus. Das staatliche Kurorchester gab gestern abend ein Festkonzert unter Leitung von Generalmusikdirektor Pros. Win der st ein im großen Konzerthause. das bis zum letzten Platz gefüllt war. Andächtig lauschten die Gaste den gewaltigen Tonschöpsungen deutscher Meister. Gestern vormittag fand außer vorbereitenden Sitzungen die Jahresversammlung des F e u e r v e r s i ch e r u n g s v e r b a n d c 6 hessischer Lehrer unter dem Vorsitz von Lehrer Ci n d (Rudingshain) statt, am Rachmittag versammelten sich Hessens Junglehrer zu einer vorzüglich besuchten Versammlung im Hotel Vurk. Der Vertreter der Junglehrer im Hauptvorstand, Lehrer Krapp (Reinheim i. O.), erstattete einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Junglehrerausschusses in den letzten fünf Jahren. Er schilderte die große Junglehrernot auf wirtschaftlichem und geistigem Gebiete. Wenn auch viele berechtigte Wünsche und Forderungen unerfüllt geblieben seien, so seien doch anderseits auch schöne Erfolge erzielt worden, wenn auch oft unter schwersten Kämpfen. Rektor Koch (Friedberg) behandelte dann das zeitgemäße Thema ,.Schulpolitik und Jung lehr er schaff'. Er führte die hessische Lehrerjugend in die Geschichte der Schulpolitik ein und ließ sie die Rotwendigkeit einer geschichtlich begründeten, jeweils durch staatspolitische Gesichtspunkte bedingte sortschrittliche schulpolitische Einstellung klar erkennen. Dr. Weigand aus Darmstadt beleuchtete anschließend in einem Vorträge die Weiterbi ldung der Junglehrer, die nicht nur vor. sondern erst recht nach Ablegung der staatlichen Schlußprüsung notwendig sei. Die Arbeitsgemeinschaften hätten nur dann Wert, wenn sie von allen Lehrern auch den älteren, besucht würden, aus der inneren Erkenntnis heraus, daß sich ein Jugenderzieher seiner so verantwortungsvollen Lebensaufgabe wegen immer weiterbilden müsse. Ziel der Arbeitsgemeinschaften müsse bleiben: Erhöhung bei Arbeitsfreudigkeit und Vertiefung und Förderung der Arbeitsfähigkeit. Die an die Vorträge anschließende Aussprache zeigte, daß in Hessens Junglehrerschaft reges gesundes Streben lebendig ist. Als Vertreter im Hauptvorstand wurde an Stelle des ausscheidenden seitherigen Vertreters Lehrer Melchior (Darm.stadt) in Vorschlag gebracht. Außerdem wurden für den Junglehrer ausschuß aus jeder Provinz Vertreter namhaft gemacht. Der Beginn der heutigen Dertreterdersammlung, die 7—800 Lehrer aus allen Teilen Hessens in der Turnhalle des Turnvereins 1860 vereinigte, wurde wegen wichtiger Beratungen des Gesamt- Vorstandes etwas verzögert. In einer Vorver- sannnlung erstattete Rektor Koch - Friedberg Bericht über wichtige innere Angelegenheiten des Dt. Weinreichs Mottenükhe' - Den Grimmigsten der Hlotlenlöter En junger Kavalier, der, nebenbei bemerkt, verlobt war, lernte auf einer Rabsahrt eine junge Dame kennen unb beging auf ber ^Rückfahrt bie Unvorsichtigkeit, sich Arm in Arm mit feiner neuen Freunbin von einem am Wege stehenben «Photo- graphen abbilben zu lassen, in bem Glauben, baß außer ben ihm gelieferten beiben «Silbern weitere Exemplare niemals zum Vorschein kommen würben. Er war baher nicht wenig überrascht, als ei einige Wochen später von Freunben unb Bekann ten, unter anberem aber auch von seiner Braut bas betreffende Bübchen als «Ansichtspostkarte zu gesandt erhielt mit herzlichen Glückwünschen zu ber neuen, liebenswürdigen Bekanntschaft. Die Folge baoon war eine Entlobung unb eine Strafanzeige gegen ben Photographen, welcher bi« «Platte, um sich noch einen kleinen «Nebenverdienst zu verschaffen, einem Postkartenverleger verkauft hatte. «Noch übler wurde einer jungen Sängerin, di« in einem Darietee-Theater auftrat, mitgefpielt. Sie hatte sich photographieren lassen und dem Photographen auf dessen Bitte die Erlaubnis zur Aus- fteUung im Schaukasten gegeben. Hier entdeckte ber Redakteur eines nicht gerade ästhetischen Blattes, ber stets pikante Bilder sucht, die Photographie ber übrigens recht wenig befleibeten Künstlerin, kaufte ein Exemplar an unb ließ es unter ber «Bezeichnung „Sumpfblume" auf ber Titelseite seines Blattes erscheinen. Die sehr wenig schmeichelhaf. berührte Künsllerin stellte barauf entrüstet Strafantrag wegen unbefugten Nachbrucks unb Beleidigung unb ließ sich nur burch Zahlung einer sehr hohen Buße dazu bewegen, denselben zuruckzu- nehmen. Die scharfen Bestimmungen des seit 1909 in Kraft getretenen Gesetzes haben sehr segensreich gewirkt unb dazu beigetragen, baß sowohl Verletzungen bes Urheberrechts an Kunstwerken unb Photographien, als auch Verletzungen bes Rechtes am eigenen Silbe sich gegen froher ganz crhebltch verringert haben« Vereins und den Versuch, sie im Jrttcreflc einer friedlichen und gedeihlichen Dereinsarbeit zu lösen. Vach der darauf erfolgten Eröffnung der Dertreterverfammlung durch den Obmann des Hessischen Landeslehrervereins. Schulrat Bach- Darnrstadt, nahm die Tagung einen in jeder Beziehung harmonischen und würdigen Verlauf. Besonders bei der Wahl des neuen geschäftsführenden Ausschusses kam der bewußte Wille der Versammlung zum Ausdruck, in geschlossener Einmütigkeit den Zielen und Aufgaben des Hessischen Landeslehreroereins zu dienen. Auch die Beratung der Anträge, um auch das schon vorauszuschicken. war von dem leitenden Gedanken getragen und durchdrungen, in Geist und Form, die sachlichen Belange der hessischen Lehrerschaft und Schule energisch und zielbewußt zu fördern. 3n seiner Begrüßungsansprache gedachte Obmann Dach in angenehmer Erinnerung der früher in Bad-Aauheim stattgefundenen Taguir-- gen und dankte der Stadt Bad-Hauheim. der Bau- und Kurverwaltung sowie dem Ortsausschuß für die gastliche Aufnahme und die vorbildliche Vorbereitung der Bertreterversamm- lung. HomenS der Stadt Bad-HauheiM begrüßte Bürgermeister Dr. K a y s e r die hessische Lehrerschaft mit dem Wunsche, daß die Vauheimer Tagung ein Markstein in der Geschichte des Hessischen Lehververeins werden möge. Dom ge- schäftsführenden Ausschuß des Deutschen Lehrervereins überbrachte 'Rektor L ü p ck e- Berlin herzliche Grüße. Gr rühmte die vorbildlichen Schuleinrichtungen Hessens und hofft, daß sie dem Lande erhalten bleiben, und vor allein die S i m u l t a n s ch u l e nicht gesährdet werde. Rektor Meyer- Friedberg hieß im Hamen des DezirkSlehrervereins Friedberg-Dad- Hauheim willkommen, während Lehrer Rex -- roth den Gruß des Ortsausschusses entbot. Der umfassende und gründliche Geschäftsbericht des Obmanns Dach gab ein Bild von der mühevollen Arbeit, die für Schule und Stand geleistet wurde, und die für die Zukunft mehr denn je ein Zusammenfassen aller Kräfte erfordert. wenn die gedeihliche Fortentwicklung der hessischen Schule gewährleistet fein soll. Der Rcchnungsablage des Rechners. Lehrer Heck- Zwingenberg, folgte die Beratung des Voranschlags für 1925, aus welchem die Einstellung von Mitteln für die Weiterbildung der Junglehrer sowie für die Errichtung einer Geschäftsstelle des Vereins besonders erwähnenswert ist. Die Heuwahlen zum geschäftsführenden Vorstand zeitigten folgendes Ergebnis: Obmann Rektor Reiber (Darmstadt): stellvertre'enber Obmann Lehrer Kaufmann (Atzenhain): erster Schriftführer Lehrer K. Storck (Darmstadt): zweiter Schriftführer Lehrer Volk (Mainz): Vertreter der Lehrerinnen Frl. Gauß (Worms): Vertreter der Junglehrer im Hauptvorstand Lehrer Melchior (Darmstadt). In den Jung- lehrerausschuh wurden gewählt: Frl. Weber (Rieder-Klingen), Lehrer Adam (Wald-Amor- bach), Lehrer Wolf (Reu-Osenbürg), Lehrer Hirsch (Steinfurth) und Lehrer Siebecker (Weinheim in Rheinhessen). Den aus dem Vorstand nach jahrelang treu geleisteter Arbeit freiwillig ausgeschiedenen Mitgliedern sprach die Versammlung den verdienten Dank aus. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich unter stürmischem Beifall die Ernennung des langjährigen verdienstvollen Obmanns Dach zum Ehrenvorsitzenden und des langjährigen ersten Schriftführers, Rektor S e n z (Darmstadt) zum Ehren- m i t g l i e d e. Die Deratungen über die zahlreich vor- tliegenben AnträgederDezirks vereine, die sich mit wichtigen Organisations-, Standes- kund Schulfragen befaßten, währten bis in die Abendstunden. Sie führten au einer Reihe von 'Entschließungen, von denen die wichtigsten nachfolgend wiedergegeben seien: 1. S i m u l t a n s ch u t e. Die gemeinsame Schule, die sich in Hessen seit mehr denn fünfzig Jahren bewährt, hat eine große Bedeutung sowohl für die Organisation unseres Schulwesens als auch für die Einheit unseres Volksganzen. Wir halten deshalb mit aller Kraft an der hessischen gemeinsamen Schule fest und wenden uns vor allen Dingen gegen alle Versuche, durch Konkordatsbeschlüsse die Einheit unseres Schulwesens zu zerreißen. In diesem Sinne treten wir an das Landesamt für das Dildungswesen und den Landtag heran mit dem Ersuchen, an unserer gemeinsamen Schule sestzuhalten. «r ......... II MH I IIIIIWIM Mumuu Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-2lugust von Laffert. 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Funker sprach den Befehl nach. „Gut. Aber deutsch natürlich. Unsere Kosaken- sprache versteht ja fein Mensch. Ich fahre jetzt zur Flugzeughalle. Verbinden Sie mich dorthin, sobald Sprechverständigung möglich." Er hing ab und klingelte. Ein Diener erschien. „Rasch meinen Staubmantel und Automütze, Sergei. Ich fahre aus." „Zu Befehl." "Du sollst nicht „zu Befehl" sagen. Weißt du nicht, daß wir uns in einem kommunistischen Staate befinden? Ich bin nicht mehr wie du, wenn du auch augenblicklich auf Befehl des Staates als Diener bei mir Dienst tust. Verstanden?" „Zu Befehl." „Idiot." Stratoff begab sich, gefolgt vom Diener, noch unten. Der alte, ehemalige Hoflakei verzog auch hinter dem Rücken seines Gebieters keine Miene. Die großen Herren liebten nun einmal diesen familiären Ton, ob es Großfürsten waren oder Bolschewisten, es kam so ziemlich auf dasselbe hinaus. Die Fürstin und Sanders trafen mit Stratoff in der Halle zusarnen. „Sie kommen!" rief er ihnen zu. „Wer kommt?" fragte Linda. „Nagel mit seinen zwei Flugzeugen. " „Wie hat er das so schnell möglich gemacht?" rief Sanders erstaunt. „Er ist eben ein tüchtiger Kerl", sagte Stratoff. „Das hatte ich sofort gemerkt mit meiner Menschenkenntnis. Sonst hätte ich mich auch auf das Unternehmen nicht eingelassen." „Bielleicht mir zuliebe doch", meinte Linda Stratoff überhörte die kleine Bosheit. „Es scheint aber noch eine französische Niedertracht dahinterzustecken", fuhr er fort. „Bereits den ganzen Morgen gibt Eiffelturm Störungszeichen mit -oer gleichen Wellenlänge, die Nagel mit mir zum Änruf verabredete.' „Man muß sie bewundern, diese Franzosen jjagte Linda. „Ihr Haß verfolgt selbst solche für den 2. Grundschule: Aus pädagogischen und sozialen Gründen halten wir an der vierjährigen Grundschule fest, wie sie durch das Reichsgesetz und das hessische Volksschulgeseh geregelt worden ist. Wenn jetzt der Reichsrat eine Durchlöcherung des Grundschulgefehes beschlossen hat, so bedauern wir dies außerordentlich. Wir können als grundsätzliche Anhänger der sechsjährigen Grundschule uns mit dieser Regelung nicht einverstanden crHären. Wir begrüßen es, daß bereits der preußische Staat es abgelehnt hat, eine Regelung der Grundschulfrage im Sinne der Reichsratbefchlüsse vorzunehmen. Auch wir treten an das Landesamt und den Landtag heran mit dem Ersuchen, die Heuregelung der Grundschule, wie sie der Reichsrat vorsieht, auf Hessen nicht zu übernehmen. 3. Lehrerbildung: Der Hessische Landes- lehrerverein hält grundsätzlich an feiner Forderung des sechstem estrigen Studiums mit einem weiteren wiffenfchaftlichen Fach, praktische Ausbildung im pädagogischen Institut sowie einem Jahr praktischer Lehrtätigkeit fest . 4. Lehrerfortbildung: An der Hochschule zu Darmstadt und der Universität zu Gießen sind Fortbildungskurse für Lehrer im Amt einzurichten, die sich freiwillig in diesem oder jenem Fach weiterbilden wollen. 5. Klassenbesuchsrecht: Der Klassen-- besuch der Eltern kann nur mit Genehmigung des Klassenlehrers erfolgen, ein rechtlicher Anspruch darauf steht der Elternschaft nicht zu. Hochfchulnachrichten. Studienpatenschaften. Ein Stipendienhilfswerk für Studier e n d e ist an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei, die zur technischen Abteilung der landwirtschaftlichen Hochschule Berlin gehört, eingerichtet worden. Der hierbei ein» geschlagene Weg ist deshalb von allgemeinem Interesse, weil er zur Nachahmung an anderen Hochschulen anregen kann. Es sind Nämlich sogenannte Studienpatenschaften geschaffen, die von Jndustrieunternehmungen oder einzelnen Persönlichkeiten übernommen sind und im Wege persönlicher Zuwendung Studierenden freies Stu-, dium und darüber hinaus monatlichen Zuschuß von zur Zeit 69 Mark gewähren. Der Stifter übernimmt also die Verpflichtung, gegenüber der Anstalt für einen bestimmten Studierenden zu sorgen. Der Unterstützte ist verpflichtet, sich jederzeit einer Prüfung durch einen Ausschuß zu unterziehen und evtl, im Betriebe des Stifters während der Ferien angemessene Arbeiten zu verrichten. Heber die Anträge um Gewährung eines Stipendiums entscheidet ein Kuratorium, das aus dem Kreise der Stifter gebildet ist. Die Anstalt übernimmt es, die Leistungen des -Unter» stützten dauernd zu beobachten. Studentenhilse Einen Einblick in die Tätigkeit eines studentischen Arbeitsvermittlungsamtes gibt der Bericht der Kieler Studenten Hilfe. Cs wurden hier in der Zeit vom 10. "November bis zum Schluffe des Semesters 110 Stellen vermittelt, wobei es sich hauptsächlich um Nachhilfeunterricht handelte. Wahrend der Serien wurden 3 Studenten als Aushelfer bei der Post beschäftigt, 2 als Verkäufer in einem Warenhaus. Andere wurden In chemischen Laboratorien, im Dureaubetrieb, als Technikergehcksen und in einer Eisengießerei beschäftigt. In all diesen Fällen handelt es sich um CTfftubenten, die ihre Tätigkeit in den Ferienmonaten ausüben wollen. Gegen Schluß des Semesierö lieh die Vermittlungstätigkeit nach, da die Hachsrage nach Lehrern mit Schluß des Schuljahres aufhorte. Druckzwang für Dissertationen in Preußen. Der Druckzwang für alle Dissertationen, die nach dem 31. März 1925 eingereicht werden, ist durch Erlaß des Preußischen Kultusminists'- riurns wieder eingeführt. Doch erklärt sich das Ministerium damit einverstanden, daß die Fakultäten in Einzelsällen nach den Grundsätzen des Erlasses von 1920 (Einreichung von vier Exemplaren in Maschinenschrift und eines gedruckten Auszuges von tocn'.gen Seiten) verfahren, wenn der Doktorand fein wirtschaftliches Unvermögen nachweist. Staat doch recht bedeutungslose Ereignifse." „Die neuen Rapidflieger scheinen keine Lappalie", meinte Stratoff. „Aber jetzt, bitte, einfteigen, sonst ist Herr Nagel noch vor uhs da. Seine „Schwalbe" segelt schnell. Fünf Minuten rasendes Tempo des 95-P. S.- Mercedes durch die tadellos gepflasterten Straßen der kleinen Provinzialstadt, die meist aus hölzernen Baracken bestand. Dann hielt das Auto vor der Flugzeughalle. Der Chefingenieur empfing sie. Von den gemeldeten Fliegern noch nichts zu sehen", sagte er. „Dagegen wünscht die Funken- station Herrn Stratoff dringend zu sprechen." „Kommen Sie mit an den Apparat", bat Strato ff und wies Linda den Weg. Er ergriff einen Hörer und reichte ihn ihr. Er selbst und Sanders nahmen je einen anderen „Hier Stratoff. Was Ist los?" „Vprechverbindung mit deutschem Flugzeug „Schwalbe" ist da. Soll ich verbinden?" „Natürlich, du Schafskopf. Darauf warte ich ja seit drei Stunden." Hohe klingende Töne wurden im Apparat hörbar. Dann eine Stimme: „Schwalbe" bitte sich zu melden. Herr Sira, tosf möchte mit Ihnen fpreajen." Aon fernher durchdrang ein Stimme die klingenden Töne „Hallo^Hier Nagei." „Hier Stratoff. Wann treffen Sic ein?" „Ich denke in 15 Minuten." „Hch bitte, östlich der Stadt zu landen. Platz ist durch weißes Kreuz markiert." „Danke. Wir sind bereits orientiert." „Alles wohl bei Ihnen?" „Alles in bester — —" Die weiteren Worte wurden durch ein verstörtes Klingen übertönt. Nach einiger Zeit meldete der Beamte der Funkenftation: „Eissel gibt mit voller Kraft. Weitere Berstän- digung daher augenblicklich unmöglich." „Diese verdammten Franzosen!" schrie Stratoff. „Was bedeuten diese hellen, klingenden Töne?" fragte Linda. Das sind Ihre geliebten Franzosen, die uns vom Eiffelturm her ärgern", erklärte Sftmofi Aus der Provinz. Landkreis Gießen. > Wieseck, 15. April. Die nun hinter uns liegenden Festtage boten unserer als fan» g es freudig bekannten Gemeinde mancherlei Gelegenheit, zu singen und guten Kunstgesang zu hören. Am Karfreitag, zugleich bem ersten Abendmahlstag dieses Jahres, fang im Gottesdienst eine Abteilung des Wartburgver- eins zwei Chore. Am Karsamstag, der hier viele Gemeindeglieder zur Herrichtung der Gräber auf dem Friedhof sieht, schmückten die Kon- firmanben bei ihrer K o n f i rm a t i o n s rü st- tags-Endseier unter Cborgesang nach einer Ansprache des Pfarrers die Graber ihrer Altersgenossen. Auch das Grab des hier seit 1861 ruhenden Pfarrers Dr. K n i s p e l war vom F r a u e n v e k e i n mit Blumen bepflanzt worden: hoffentlich nimmt, durch dieses schöne Beispiel der Pietät ermuntert, die Gemeinde sich des s. Zt. in ihre Obhut gegebenen Kriegerdenkmals an, das, von .Üntraut umwuchert, heute einen wenig würdigen Eindruck macht. Am ersten Oftertag erfreute unser Frauenchor unter bewährter Leitung von Schulverwalter Stoll durch zwei Lieder, dabei in unübertrefflicher Feinheit die Osterhymne von Franz Abt. — Äachdem im „Gieß. Anz." auch schon von anderer Seite auf allerlei Verfallserscheinungen in den Kreisen unserer Dorfjugend hingewiesenj wurde, müssen wir auch hier darüber klagen) und niedriger hängen, daß Bubenhande in der Rächt vor dem Konsirmationsmorgen zwei vor dem eisernen Kirchtor rn gehöriger Tiefe ausgestellte Baume hekausrifsen und quer über den Eingang legten. Gewiß ein trauriges Zeichen für die Verrohung einer führerlos gewordenen Jugend, bad vielleicht daS Gute hat, auftnerken zu lassen, wieviel Ühr es in der Jugendnot' unserer Gemeinde geschlagen hat. Der übliche Konst r m ationskranz an der Kanzel, bei dem auf alle künstliche Blumen verzichtet wurde, trug wieder von der Hand eines kunstbegabten WartburgerS ein Motiv aus der evangelischen Jugendbewegung, zum Kreuz mit dem Monogramm Christi das „Dienet einander" (l.Petr. 4, 10), das auch den Text der Konfirmationsrebe bilbete. Zwei Konfirmandenchore leitete Lehrer Burk, oer die Mehrzahl der Konfirmairden durch die ganze Schulzeit geführt hatte. Konfirmiert wurden 33 Knaben und 28 Mädchen. Eine Konfirmationsnachfeier in der Kirche brachte u. a. zur Deklamation einer Wartburgerin unter Orgelspiel die Austeilung der Gedächtnisblätter: schon vorher erhielten die Kinder zu einer Festnummer des Konfirmanden-- blattes „Bergauf" eine von der Jugend- und Schulabteilung der Hess. Landeshaupt stelle gegen den Alkoholismus herausgegebene Schrift „An unsere Konfirmanden". Abends entbot eine Kurrende des Wartburgvereins Lied und Saitenspiel den Konfirmanden aus der Jugend- schar und den neu sich meldenden Mitgliedern mit dem Heilruf. Osterdienstag war wieder ein großer Sag der Kinderkirche: wegen des Wetters diesmal in der Kirche, wo nach einer Katechese über das Ofterevangelium, Ofterlicbern und unter Leitung zweier Helferinnen trefflich vorgetragenen Gedichtchen an über 100 Kinder in von Wartburgerinnen und Äonficmanbinnen angefertigten Tapetenkörbchen vom Krauenverein gespendete Zuckereierchen und Stellkärtchen mit Bibelsprüchen verteilt wurden. .!'! Garbenteich, 16. April. Während eines Gewitters schlug der Blitz In die Kreisabdeckerei ein und zündete. Das Feuer konnte bald gelöscht werden, so daß bet Schaden unerheblich ist. T) Dich, 16. April. Aus der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes ist das Rachfolgende mitzuteilerr: Der Turnverein Lich beabsichtigt. seine in den Jahren 1884/83 erbaute Turnhalle zu vergrößern und die hierzu erforderlichen Geldmittel durch Obligationen in der hiesigen Bürgerschaft aufzubringen. Er ist an den Stadtvorstand mit dem Ersuchen herangetreten, die Garantie für die Zinsendeckung und Tilgung der auszugebenden Obligationen im Gesamt- ■ betrage von ca. 25 000 Mk. zu übernehmen. Die Verzinsung soll 5 Proz. und die jährliche Til-- gungsguote 2 Proz. betragen. Der Stadtvor- stand beschloß, dem Antrag stattzugeben, sofern der Vorstand des Turnveveins eine entsprechende „Zwei Flugzeuge in Sicht", meldete der Chefingenieur. „Ist alles zum Empfang vorbereitet?" fragte Stratoff. „Alles." Wenige Minuten später schraubten sich zwei graue Dögel In steilen Drehkurven aus ungeheurer Höhe Nieder und landeten wohlbehalten kürz hintereinander. Ein dreifaches Hurra der russischen Flugzeug- Mannschaften begrüßte die Deutschen. 9. Kalmikowskaja Selo, wie Stratos in bescheidener Weise sein Schloß getauft hatte — Selo heißt Dorf, und Kraßnoje eelo hieß die ehemalig zaristische Sommerresidenz —, liegt westlich der Stadt an einem kleinen See. Ein dort vorhandener Wald und verschiedene Buschpartien waren in geschickter Weise zu einem hübschen Park umgewandelt worden. Der große Backsteinbau besteht aus einem Imposanten Mittelteil und zwei Seitenflügeln. Im rechten Teile bewohnte Stratoff einige ziemlich einfachen Raume. Außerdem befand sich hier noch eine größere Anzahl prunkvoll eingerichteter Fremden- unb Empfangsräume für die Besucher des neu ent- slandenen Staates und zu repräsentativen Zwecken. Die Möbel waren aus den benachbarten größeren Landsitzen requiriert worden, soweit der 'Revolutionspöbel sie verschont hatte. Die übrigen Teile des Schlosses enthielten Bureaus und Verwaltungsräume. Den Flugzeugen wurden zwei Tage Ruhe bewilligt zur Erholung des Personals und zum Nachsehen der Maschinen. Stratoff konnte daher in Muße seinen Gästen das bisher geschaffene Werk zeigen. Kalmikowskaja war seiner zentralen Lage wegen als Hauptstadt des Staates Kirgisia gewählt worden, dessen Grenzen vom Kaspischen Meer bis zum llrolaebirge und von der Wolga bis östlich des Uralfluffes reichten. (Eine kürzlich vollendete Eisenbahn verband cs mit Saratow, während Wla- dimirowskaja, 350 Kilometer südlich davon an der Wolga gelegen, den Hauptumschlagshafen bildete. Das Land zerfiel in zehn Äistriktc, die je einem Direktor unterstanden. Chefdirektor, der erste Mann nach Stratoff. war ein Deutsch-Balte namens Blankenburg Sicherungshypothek auf Vie Turnhalle enttragtn läßt. — Ern auswärtiges Bankgeschäft bietet Vorkriegsanleihen der Stadt Sich zum Kauf an. Der Stadtvorstand erklärte sich bereit, diese Stücke gegebenenfalls mit 5 Pros, ihres Hennwertes zurückzukaufen. — Die Dau- gesuche des Karl Christian Rau I. zu einer Fassadenanderung und des Wagnermeisters Heinrich Zimmer I. zur Errichtung einer Lager« halle wurden nicht beanstandet. — Der Kaufmann Willh Hahn sucht um die Genehmigung zur Anbringung eines Schaukastens an seinem Ge- fchäftshause. Oberstadt 7, nach. Dem Gesuch wurde in widerruflicher Weise gegen Revers und Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 2 Mk. stattgegeben. Die W o h n u n g sf Lr-> sorgegesellschaft für Hessen in Darmstadt hat an die Stadt Lich das Ansinnen gestellt, ihr als korporatives Mitglied beizutreten. Der Stadtvorstand war nicht in der Lage, diesem Ansinnen vorerst stattgeben zu können. -- Ein Gesuch des Amtmanns Hildebrandt von Kierspe um eine städtische Züschußleistung zu einer dortselbst zu errichtenden -Herberge wurde abgelehnt. Dem Vogelsberger Höhen-Clu b wurde für eine an der Horchen- Hainer Höhe zu errichtende Jugendherberge ein städtischer Zuschuß von 50 Mk. bewilligt. — Im weiteren fanden verschiedene kleinere Gegenstände ihre Erledigung. * Bellersheim, 15. April. Eine schöne Sitte hat sich in der Hachkrckegszeit hier eingebürgert. Linser Gesangverein läßt es sich nämlich nicht nehmen, alljährlich in der Frühe des 1. Ostertages von dem besteigbaren Turm unserer Kirche der noch in Ruhe sich befindenden Gemeinde durch entsprechende Gesang- und Musik st ücke den Anfang deS Festes zu künden. So war es auch diesmal. Am 1. Ofterfclertag früh '/,6 Tlhr konnte man vom Kirchturm das „Osterlied" und „Ich bete an die Macht der Liebe" usw. mll Musikbegleitung hören. Diese kleine Frithfeier fand noch einen, würdigen Abschluß, indem der Chor vor dem Kriegerdenkmal durch Absingen des „niederländischen Danlgebets" der in fremden Landen ruhenden Helden gedachte. Diese Veranstaltungen sind den Anstrebungen des Vorstandes und des Dirigenten des Vereins zu verdanken. Kreis Friedberg- !*! Dortelweil, 16. April. Ein heftiges Hagelwetter ging übet unserer Gegend nieder, so daß man für die junge Saat befürchtet. Mrctö Schotten. Schotten, 16. April. Am 27. Ma! findet auf dem ..Dockzahl" eine von der Landwirtschaftskammer vorbereitete Bezirkstierschau für Vogelsberger Rotvieh statt. Sie soll weiteren Kreisen der bäuerlichen Bevölkerung Gelegenheit geben, sich von Den Vorzügen und Zuchterfolgen des sog. Vogelsberger Rindes zu überzeugen, um sie gleichfalls für die Züchtung zu interefficren. Eine aus der Wandervogelbewegung hervorgegangene Jugendgruppe „Fahrendes Volk" gab am zweiten Ostertag im Saale „ Zur Krone" einen Spiel ab end, der mit Liedern, Musik, Reigen und Rezitationen ausgefüllt war. Die schönen, alten Volks- und Lanosknechtslieder fanden begeisterte Zuhörer, lieber der ganzen Vortrags- folge lag beabsichtigte Karfreitagsstimmung, Leiden, Kämpfen, Tod. nicht frohe Ostersreude. Für fröhliche Darbietungen wären die Zuhörer dankbarer gewesen. — Die warmen Tage vor und an Ostern haben den Graswuchs auf den Weiden so gefordert, daß die Schafherden wieder ständig draußen bleiben können. Den Schafbesihern und Gemeinden kommt das sehr zu statten. B. Burkhards. 16. April. Gestern abend veranstalteten Lehrer Loos und Pfarrer Job einen Gemeindeabend für die Eltern der Schüler, der zugleich als Entlassungsfeier Bei Rheumatismus und Gicht soll man zu einem Mittel greifen, welches nicht nur die Schmerzen lindert, sondern auch die abgelagerten Harnsäuren Salze aus dem Körper schafft. Wir raten Ihnen, 60 Gramm echten Hroga-Extratt zu kaufen und mehrmals täglich 3 Kaffeelöffel voll zu nehmen. Sicher erhältlich: ^lniversitäts. Apotheke „Zum goldenen Engel". Die Bestandteile sind aus der Packung angegeben. Die landwirtjchasttichen Maschinen und in allen Distrikten an leitender Stelle stehende sachverständige Berater hatte Deutschland geliefert. Daß einer der bedeutendsten deutschen Großindustriellen seinen Kredit und seine Unterstützung dem neuen Staate gewährte, war offenes Geheimnis. Der Ehefdirektvr Blankenburg wurde auf seine Äernnlassimg eingesetzt. Keine größere Unternehmung durste ohne dessen Zustimmung erfolgen. totratoff fuhr seine Gäste im Auto zurück. Sie besuchten imge Mustergüter, ebenfalls unter deut scheu Besitzern. Nominell gehörte allerdings uüet Grundbesitz dem Staate, der ihn aber auf 99 Fahre verpachtete. In Kalmikowskaja waren Zuckerfabriken, Trocknungen, Stärkefabriken, Ziegeleien, Gerbereien und ähnliche Industrien entstanden, die all« auf den Erträgnissen der Lanowirtschaft beruhten. Weitere Anlagen befanden sich in allen Distriktstädten im Bau. Der Uralter Bezirk dagegen war rein inbu< ftricU. Hier kamen die Bodenschätze, Eisen, Kohle, Blei, Silber, Gold und vor allem Platin, zur Ge winnung und Verarbeitung. Die Hüttenwerke mürben nach den neuesten Mechoden vervollkommnet, Hochofen errichtet, Anlagen zum Scheiden der edlen Erze ausgebaut. „Leider fehlt uns immer noch ein genügend großes Kapital", erklärte Stratoff. „Sonst kämen wir viel schneller vorwärts. Wir bekommen wohl alle mßglidjen Anerbietungen von amerikanischen und selbst französischen Syndikaten, ziehen es aber vor, selbständig zu bleiben. Mit den Franzosen, diesen typischen Vertretern des größenwahnsinnigen Imperialismus, wünscht kein echter Russe je wieder etwas zu tun haben, und der amerikanische Großkapitalismus ist uns ebenfalls wenig sympathisch." „Wenn Sie an Geldknappheit leiden, dann macht cb Ihnen wohl Schwierigkeiten, unsere Ex» pedition zu unterstützen?" fragte Linda. Die geringfügige Summe von anderthalb Millionen Dollar spielt leine Rolle." „Aber die Unkosten dürften sich jetzt erheblich vermehren," warf Raget ein, „zumal wir jo zwei Flugzeuge mltneymen." ..Ich sprach bereits mit Blankenburg", sagte der Russe. „Er interessiert sich sehr für die Sache Wir kommen für alle Mehrkosten auf." (Fortsetzung folgt.) K'S Dirigent o» Acdi-t jjutd) I ine Sn rirl ■€? ixschmücktcr & i floaten uni) des wurde di frr Konfimai wesentlich verf Eabrn gingen außerdem so! großen Sl lang, ine etü uerben. jpd. 2lls> Kontra ksssebemOer tt erber. Da . Wen ist. dür falbes 'Jaulen! starten ' Darm Kes hessifck testiert da? i berorbnetenüe' . Drobdeui ®armflaöt be fyjuptel, öliß ftönen lSruppk ■ G hanöell lid; lergnchpen, tnk lichist. Es ist la rückgängig gern Dvnns, sucht erschoß Da nun in Hol Tot begab er fli Mitteilung von I ipb. Li III b frwiten fflüliiw vir ursprünglich erst 'm ^uni st )( Otten ni>e* te tef M Men E in OÜ Kc Schänder it erstanden n __-inhf — DieFrM lpd. Fra zlvölste her 5t Tagen ihre P Wern, alter Neues: Das In noch Seit M ^afsene Haue stch in seiner ^stehenden Wes ten stolzen Gel Nein nimn Möie Zeit tafaufigej End fcN die s ftfunft hatte, galten. Die Fr. Erstenmal das . M Kvnzentroü hng noch Ae> »>»«1 de Spante fe ''wieder rei ksverlauft. fei, gemeldeten □ ffnö' gr, EL* .öer x & °der als te* Mieren Ä,(i li:j( i„VJteni Ä"« M ÖD1 hei. $i Ni Wittag. Fürs QutE namentlich in h-olldbllbncnkier Arbeit, als Organist und alS i Dirigent be» Durkhardser MännergesangveretnS ie6 1 8. flprll 11. April flrriif*» Wotfrrmtg -nf Banknoten Daraufhin wurde allen Polizeistationen befohlen. ftrenffnrt v M. dis Garagen festverschlossen zu halten. Bern», Berliner Dörsc. 15.1. 16. 4. Datum: 36,9 I 79.10 81 Universitäts-Restaurant Plockstraße 5 Fernsprecher 198 Inh.: F. C. Günther Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen iStNu&t OTittoij 7,?5 106 S»fufr flut» 11*9, SO 13G,6i U4 89 75 116 111,2-1 99.75 8 3 0,11 0,6275 0,68 78,5 61 75 3 JO 3 25 3 05 7,1 8.650 0 72 0,685 0 795 0,345 0,74 6,765 5.815 !,03 Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine 0.70 95 91,85 10 I 604 71.23 67.98 113.38 10.60-.' 17.28 80 126 4, <05 !l 825 1.777 0,441 89,24 12.18 6.785 5,83.5 3,07 20,32» 79 95 7,51 81,5 9 5 70 78.25 1 ,75 22,25 73.50 9 4 55 7 47.50 101.2.5 !' 45 78 50 80 0.650 0.7D 0,70 0,360 0,710 0,7 0.7 0.67 tu 7 5 91 55 14/.-jr 1,61 21.15 67,NI ’l.M. 113.04 17 24 10,076 II 765 M 0.5 M 8(1 1,775 1,439 89 ; 86 40 I 81.9 9 6 70,5 77,2.5 133,75 16 21.4 73,75 0 75 57.50 48.4 101,5 3 60 77,90 81,25 Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten 3M2c fhntlits ’JI.’tttr i r i *r(»f —T— r 0.67'» 1,19 I2S 2,12 3,65 60 13 4,5 8,8 109.ÖO 1 6 25 133,5 89,75 115,7:5 112.25 99,75 « 25 0,11 84,4 131 136,50 05,50 16.13 131,76 15 10 113.01 10,563 20 077 4,(91 11 5!5 81,05 6V 73 1,7-8 0,149 59.07 11,135 6,765 5,815 : .065 20.27» 79 70 <0 75 9.*5 9) 4 70 9 30 6,16 0 80 90,19 60 60 70,25 e.M 5,3 10 80 1 9-) 75 91 2» | 61.1 85,5 1 9 r, »34.4 ; >N4J . 90 110.25 !•••*. •> I 1,6)4 i I 19 r? 78 77.60 113.1? 10,601 17.85 4,20? 81 595 «1.2» 69, “2 1,762 1.1.11 69 21 12,47. 6,785 1.075 20.3»i 79.03 2,19 7 31 0 70 94,75 91 90 9,9 0,66 1.1 126,1 2.25 3,7' 63 12,8 4 3 3,275 144 169 59 134 116,25 ICO 0,2 76 16 50 9.9 70,40 77,60 131 16 21,5 73.2 9,10 57 17,90 162 1 2,3 3.61 2.4 13.1 Buntes Allerlei. Ale stärkste Ulme Deutschlands. 3m Kreise Oppenheim, etwa eine Stunde erlernt von dem Eisenbahnknotenpunkt Arms- }> n (£?tntr Worms -Bingen—Anns heim) liegt sonst toenig betonnlc kleine, freundliche Dorf EchiniShcim (inmitten des sauberen, malerischen 2?rschens ist. so entnehmen tolr hem Jahrbuch der Deutschen Den Alogischen Gesellschaft", eines der xahten Aalurwunder zu sehen. daS auf jeden Eschauer einen unvergleichlichen Sindimck macht. C’t gewaltiger Baumriese, eine uralte „EUe" r^k „3ffc". eine Bastrüster oder Flattcrulme, TdTTT-* MO ft 13 eimft -tflelt Buru Ältttz Slrft .lütil» ff briflidtila. firDenlaptn et.tfhofm . HellinotorS Italien . . London. . . '.'Icunork . . TcriS. . . Schwei, . . Sva.ien. üapmt . . . -Mo dc flen Wien in T.’ Ctfl. aboefl Trofl .... BeUrad . . Duvop ft. . Vulkanen. L'Nabon DanUg - . - fionftantltt tittjen. . . 88 80,3 10.9 89 50 18 69 « Hrcis Alsfeld, spd Alsfeld, 16. April. Um die Stelle rnes Kontrolleurs bei der hiesigen Spar- lasse bemühen sich nicht weniger als 4 5V De- v er der Da die Meldefrist noch nicht abge- 'iusen ist, dürfte sich die Zahl wohl auf ein halbes Tausend erhöhen. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt. 16 April. Der Vorstand ta- Hessischen Künstlerkartells pro - 1e stiert dagegen, daß die Darmstädter Stadt- d.rordnetenvcrsammlung 10000 Mk. für eine JS> r o ft 0 e u t f d> c Kunstausstellung" in TirmftaM bewilligt hat Die Kundgebung behauptet, dost die Ausstellung nur von einer llctnen Gruppe von Künstlern veranstaltet werde. 66 handelt sich hier um einen Streit von Künst- Irrgruppen, wie er in Darmstadt seit Jahren üblich ist. ES ist kaum anzunehmen, dast der Beschluh nidgänglg gemocht wird Worms. 16. April. (Wolff., Aus Eifersucht e r s ch o st der über 70 Jahre alte Peter J>omin in Höhens Ülzen feine Frau. Aach der Tat begab er sich zum Bürgermeister und machte Wltttihmg von der Tat. Hessen-Nassau. fpl>. X! t ui bürg, 16. April. Der Prozeß n.,eii den Massenmörder Angerstein findet nicht, nie ursprünglich vorgesehen war, im Mai, sondern jrft im Juni statt. | 143,5 1109,50 .136 50 134 116,-.5 I — 100 8 I 0 2 ! 75 i fti 4 9.75 1 70,25 ! 75,5 I 130,5 16 ( 21.5 9 »6 40 47 10 ■ 101,5 als der stärke Baum in ganz Deutschland angesehen werden. Fachkundige schätzen sein Alter auf 900 bis 1000 Jahre. Lokalpatrivtismus allerdings gibt den riesenhaften Baum als 1 jährigen au-. Das mag übertrieben sein, fest steht indessen. dast der alle Herr schon vor 700 Jahren urkundlich als grober Baum erwähnt wird Bor einigen 60 Jahren wurden dem knorrigen Alten einige Aeste im Umfange von 3—5 Metern wegen Gefährdung der Rachvarhäuser entfernt. Nachdem dann vor etwa 25 Jahren wieder mehrere Aeste aus dem gleichen Grunde entfernt werden muhten, hatte der Daum immer noch eine Höhe von über 30 Metern und einen Umfang von über 20 Metern Er ist vor fast 40 Jahren hohl gebrannt und hat in seinem Stamminnern so viel Raum. dast bei einer Festlichkeit eine Musikkapelle darin spielen kann. Das Blätterdach hat solchen Umfang und dabei eine derartige Dichtigkeit. dast bei Regen bequem 600 Personen Schuh finden. Trotz der dünnen Wand des ausgebrannten Stammes hieb der Daum vor mehreren Jahren viele Aeste und man fürchtete, er könnte eingeben; daraufhin wurde der Stamm mit Sand gefüllt, wozu nicht weniger als 32 Kubikmeter erforderlich waren. Die Autoraserei beS Fünfzehnjährigen. Die Autoraferelen eines 15jährigen Schulknaben versehen ganz Boston In Aufregung Die Polizei der Bereinigten Staaten klagt überall Im Lande Über die Verbrechen, die von jugendlichen Verbrechern mit Hilfe von Kraft wagen begangen werden, aber das Tollste in diese? Hinsicht leistet der Bostoner .Teufelsjunge". der auf gestohlenen Autos in rasender Schnelligkeit durch die Strahen Bostons fährt und allen Bemühungen der Schuhleute, ihn zu fangen, ein Schnippchen schlägt. An einem Abend waren ihm sechs Schuhleute aus Motorrädern auf der Spur, aber obwohl er siebenmal durch Boston raste, und zwar mit einer Geschwindigkeit von 100 Km. In der Stunde, konnten sie ihn doch nicht fassen. Sie feuerten beständig hinter ihm her, konnten aber nicht einmal die Gummireifen durchlöchern. Jedesmal erschien er auf einem anderen gestohlenen Auto und raste in ihm dahin, biS der Benzinvorrat erschöpft war oder der Wagen eine Panne erlitt, worauf er hinaussprang und auf einem neuen Wagen die tolle Jagd fortsehte. Seine Schulkameraden, denen er sich anvertraut hat, sagen, dast er einen Selbstladerevolver bei sich trage, mit dem er jeden niederschieben will, der sich ihm in den Weg stellt. Wenn er bei seinen Rasereien einen Fuß- gänger töten sollte, so beabsichtigt er. mit dem Wagen in vollster Geschwindigkeit gegen eine Blauer zu fahren und auf diese Weite Selbstmord zu begehen. Der Ehrgeiz dieses 15jährigen Verbrechers besteht darin, die ..Schwarze Maria", den Polizeikraftwagen von Boston, zu erbeuten. cA-x, StNufth. fiwr. ybe"6' , bMi ntt Schule für die Reukonfirmierten gedacht •ner. In Gedichten und Liedern kamen die sch«- 2*tb JLb.1 Sich MS ®e- cm der JJ; bewilligt. J ßetn^t Segen. d sich ?U UM Apnchendr Se. den Anfang bei auch diesmal. Ln I °?ntc man hom bete an die ^kbealeltung hören. einen NtZHflen *r ö«n Krieger- s.N^drrlä naschen Landen ruheÄ« transtaltungen smd tdes und de« Siri- km. 2pril 6in hrftigeS *t SegM nie- le Eaai Mrchiü. tten. M 2m 27. Ms >hl" eine von der »ereltete Deziri«, berget Aotvleh elfen der bäuerlichen [eben, sich von bat n to log. Unqcl«. 1t, um sie gleichfalls litten. Sine au» jctüorgegQngaie 3u* de« 4olk" gab am ,3ut Krone" einen edern, Dusik, Reigen ! timt. Die schönen, chtslleber fanden be« ’t ganten 2ortragö- eitawllinmung, Seife OflcrireuZR. M' die Zuhörer da«!- nm Tage vor und lSwnch« auf den die Tchafherdek en bleiben können, meinden kommt da« AM. keltern abend 8 unb Psancr 3ob , für die Silent der ^iassungsleier IUS und Sicht sen, toelchet nicht nur i auch die abgelaa«. Körper schafft- ®t en Uroga-Sriralt ju 3 Kaffeelöffel voll p» nlverstiäts-Lvolhest Dfiandteile sind ? gehandelt, gingen also weiter zurück. Die Börse Ichlost 'chwoch und lustlos. Deutsche Anleihen 3prozentige Preustische Kon- sols 0,710. Ausländische Renten. 3ontürfen 9.90, bprozentige Goldmetilaner 37,25, bprozenllge SU- bermertfaner 16.75, 3prozentige tont Meeikaner 10.87. Bankaktien Eommerzbant 109,50, Darmstädter Bank 136 25. Deutsch? Bank 133,50. Dis- contogesellschaft 115,75. Dresdner Dank 107,25. Metallbant 112,25. Mitteldeutsche üreditbanl 99.75. Oesterrcichiiche Kreditaliien 8,25 Montan aftien: Phönir 55,75, Rheinisch: Braunkoblen 144.75, Kali AlcherSleb« t 13,75. Kall Westeregeln 22,25 Ehemische Aktien Badische Anilin 134.75, Elberfelder Farben 25,90. Di Goldschmidt 104,25, Hoiqverkohluna 7,20 TranSportaktien RordS. LIevd 80 3n£»ufttuaftkn Kletzer 3.30. AEG 10,75. Dv.-kerhoff und Widmann 4,30, Selten 161.50, Gebt Jungban# 11.87, Rheinisches Metall 57, Frankenthalzucker 4,30 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn 8tfi4entu T?arf nuSotdrültk vumot Hirt?. London, fttu* 5prL Itzpon. -Rio tt Inntlro für tlnt StnbtN. ®ftn and BubaveT für ICOeOü Ltudtilcn, oH.« ubric» für 100 klnhrNeo.» Telegraphische Auszahlung ÜJtotcrenroerfe Mannheim . ffrantfnrter Hrmatnren . , Xlonferoenfabrif Brann . . ^'tlanocftH chcifr ffranffuxt. Ptk Union n.<®...... Echvh'abrik ptn...... Sichet. ? ......... .ritOfioff Doldbof...... äuder'obrlf Rronfentbal . • uderfabrit tBagbäufel • . • lafchiticn unblndtt« flehende Wfjjj.’ KL- LL, * * ll>" ' i„de*bri- ,, «in inbu- r noch eg rato|!> '' Sri 1 von vw v jbtr llatcn, W* >° * SSflSI» 6’ "5 - |tiflt< il «0'«* Kt ** foii1-) 16 4 "777 0.71 0 685 0,7.8) 0 335 0,735 5*A DtoNchr NelchSankttd» . 4®/0 Dtv4fchr fHcldjüanttibe . 8'/t% Dtueschc NtichHanlelhe S*/. L.ulicht 'Jirid)4«nleibe . Deuilcht Tvarpnunlcnanleihe 4% 'JSrcu&ffdj? KonfolS . . . 4°0 beflen........... 3W vcsseu y/n Htsftn........... Dtulfchc Gertb. Dollar-Ant. bfo. Doll Schatz-Auneiina') *lo BoHtfirftn......... 5% Toldmerikan« veellntr HandelSatsellschakt. Lommtr, und Prlval-itzant. larmft. unb Nakionatbank . Dcutlche Bank......... Ttnischt BeretnSbank .... Ltscomo Lommandit .... MetallbaNl . ........ Mtüclbcullchc Cnbttbank. . l>steirt!chilche Lrtdilanstatt rStslbant ........... Vochumtr (3u6 ....... BubernS...... Caro Deutsch Luremburg Gclsenkirchcner Bergwerke. . Larven er Bergbau Jtaltroerfe Aschersleben. . . . flattroert Westeregeln Laurahütke...... Dberbcbarf .... Ptzoinr Bergbau ...... RUenniahl........... Rtcbed Montan Trllus Bergbau ....... 6aniburo-?hntrf(a Paket. . . Norbbeutschcr Xilobb..... Lheramische Werke Albt« .. -jementwert Hcibelberg . . . Pbilipv Holzman» ...... Snglo Toni.-Guano . . ... Bobhche Anilin....... Tl'. niische Miyer Alapt« . , Goldtcdmibt . . GrieS eimcr Electron . . . , Höchster Farbwerke ..... Holroerkoblung....... Nütuerswcrke ........ kchetbeanstatt......... Tina ElektrüttätS-Gekellschatz V-ramoitn ... ...... yrtinfralttotrte ........ Schultert ...... Siemens & HalSke ...... Ablerwerke fliehet ..... Tolmltr Motoren. ...... 137.25 134,74 0,4! - 196 I 104.2) 26.0". ' M 18'4,2» , 131 1 35 7 2'1 14,S l 149 116 . .TO | 135 .23 Die Frankfurter Frühjahrsmesse spd. Frankfurt a. M, 16. April. Die flrölfte der Frankfurter Messen öffnet in diesen l-igen ihre Pforten. Auch sie bringt den Besuchern. alter lieber lief erung folgend, etwas .Lucs Das im Laufe von knapp sechs Monaten «ach den Plänen von Peter Behrens ge- ft iffcnc Haus der Moden. Das Haus fügt sich in feiner eleganten Architektur den schon bestehenden Messehäusern gut an, wenn es auch te n stolzen Gebäude her Festhalle etwas stark teil Atem nimmt Mit dem Haus der Moden dürfte hie Zeit der Bautätigkeit der Messe ihr dorläufiges Ende gesunden haben. Denn jetzt kijcn auch die Branchen, die bisher in Schulen Ihtcrfunft hatten, in eigenen Messehäusern Platz «rhalten. Die Frankfurter Messe bietet heute zum fcftcnmal das Bild vollendeter Geschlossenheit Wid Konzentration. Und doch plant die Messe- uüiing noch Reues. Die Flankentürme der Fest- Me werden verschwinden, nur ein hoher Turm soll da» ganze Ge'ände überragen und weithin in die Lande leuchten. Die Frühjahrsmesse ili wieder reich beschickt, alle Stände find Susvcrlauft. seit langem vergeben. Die Zahl der 4ngenieteten Besucher ist gleichfalls sehr be- dkitlcnd. 3n grober Menge wird sich das Aus- Icib an der Messe beteiligen, entweder als Aus- Icller, oder als Besucher bzw Aufkäufer. Auch t^vjet-Rustland tritt w eder als Aussteller auf. vnen besonderen Anziehungspunkt wird zweifel- fc* die Ausstellung „Elektrizität" tm Hause der 1 chnit bilden. 0n dieser Schau ist alles zu- fernmengetragen, was die Technik für die tau» stnderlei Anwendungsmöglichieiten der Elektri- £t5t in Technik und Haushalt geschaffen hat. Die iatfteUung wird von her Direktion der städtischen Elektrizitätswerte veranstaltet und bildet eine (.henswürdigkeit für sich. 3forc Eröffnung findet bereit« am Freitag, 17. April, statt Sic deutsche Ausfuhr nach Jugoslawien. Die deutche Ervortindustrie bewirbt sich auf dem jugoslawischen Markt gegen die tschechw letzter Aett yai, wie Der D. rj. d. metoct, auch Die deutsche Porzellanindustrie größere Lieferungsoer- träge abschiießen können, da ihre Fabrikate billiger sind als die tschechoslowakischen. Bisher wurde der jugoslawische Markt gänzlich durch die tschechoslo- wakijche Porzeüaninduftne beherrscht. • Schließung der Effektenbörse an den Samstagen? Die die Scrlier Blätter meiden, wird sich der Börsenvorstand am nächsten Montag in einer Sitzung mit dem Antrag auf Schließung der Berliner Börse an den Samstagen der Sommermonate wegen des fast völlig zusammen- geschrumpften Verkehrs beschästigen. Die ,.Vofj. Ftg." hält es nir wahrscheinlich, daß dem Antrag seitens des Börfenvorsiandes stattgegeben wird, da bei der heutigen Vage der Dinge Die großen Unkosten, öle die Abhaltung der Samstagbörse den Banken und Börsensirmen bereiten, in keinem Verhältnis zu den Derdienstmöglichkeiten stehen. • Demag, Deutsche Wasserkraft, bank A.-T., München. Wie der D. H. D. meldet, steht die Gesellschaft mit einem englischen Finanz- konsortium über die Aufnahme einer Wasferkraft- anleihe in Höhe von 20 Mill. Rm. in Verhandlungen. Der grundsätzlich bereits genehmigte Kredit soll vor allem der deutschen Energiewirtschaft zugute kommen. In erster Linie sollen bereits bestehende Wasserkraftwerke zur Erweiterung und größeren Strom erzeugung Kapitalien erhalten, während ferner die Finanzierung baureifer Wasferkrastprojekte durch diesen Kredit erleichtert werden soll. ‘ Angla-Contlnentale (vormals Ohlendorfffche) Gua nowerke, Ham- bürg. Im Jahre 1924 wurde ein Gewinn auf Waren und Fabrikate in Hamburg und Düsseldorf von 801 383 Rm. erzielt, zu dem 74 900 Rm. Ertrag aus der Beteiligung an dem Werk Dänischburg treten. Rach Abzug der Lasten und der 100 969 Rm. betragenden Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 244 187 Rm., aus dem eine Dividende von 7 Proz. auf die Stammaktien verteilt wird. Der Absatz wird als befriedigend bezeichnet, obwohl er den Absatz früherer Jahre nicht erreicht. * A.-G. M i 5 und Gene st, Telephon- unb Telegra phenwerke, Berlin-Schöneberg. Der Geschäftsabschluß für 1914 der Gesellschaft, die ihr Kapital von 76 Mill. Pm. auf 7,08 Mill. Rm. ermäßigte, zeigt einen Rohgewinn von 2 956 653 Rm. Rach Absetzung für Handlungsunkosten, Steuern und Dersicherimgen und nach Abschreibungen wird ein Reingewinn von 607 425 Rm. ausgeroiefen, aus dem eine Dividende van acht Prozent auf die Stammaktien und von sechs Prozent auf die Vorzugsaktien ausgefdjüttet werdens oll. * K o n l u i s n a ch r i ch t Hebet das Vermögen der Firma G u t h m a n n , G. m. b. H. in Offenbach wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen find bis zum 8. Mai beim Amtsgericht Offenbach anzumelden. Dörsenkutse. Wirtschaft. Bom Wcltgctrcidcmarkt. Für die Preisverhältnisse am internationalen Getreidemarkt find die Rachrichten über die Entwicklung der Saaten von immer größerer Bedeutung. Jede amtliche oder private Schätzung, die AeueS über die Ernteaussichten bringt, wird von der Getreidefpekulatwn für ihre Zwecke ausgenutzt. Gerade die letzten Tage der Vorwoche waren hierfür ein markantes Beispiel, indem die Rotierungen für Weizen und Roggen an den amerikanischen Warenmärkten ungemein stark schwankten und von einem Tag zum andern von hausseartigen Bewegungen in eine ausgesprochen schwache Haltung wechseln. Während am letzten Samstag die nächsten Termine Preissteigerungen von mehreren Cents verzeichneten, trat zu Beginn der laufenden Woche bereits wieder ein Stimmungswechsel ein, der durch wohltätige Riederschläge in den Weizenbaugegenden verursacht war. Daraufhin wurden umfangreiche Positionslösungen der in den letzten Tagen eingegangenen Engagements vorgenommen. Sachlich ist zu diesen Vorgängen zu bemerken, daß die aus den Vereinigten Staaten vorliegenden Berichte über die Ernteaussichten im allgemeinen befriedigend sind. Rach privaten Schätzungen sieht man für Winter- weizen einen Ertrag von 534 000 000 ^nshel voraus. Die letzte Ernte brachte 59C 873 000 Dufhel. Gegenüber diesem Rückgang besteyt jedoch die Wahrfcheinlichkeit eines größeren Ernteertrages aus den Frühjahrsfaaten. In Rordwest- fanaha ist für die Frühjahrsfaat eine bejonders große Fläche in Aussicht genommen worden. In England sind die Ernteaussichten günstig, doch wird keine größere Ernte als im letzten Jahr erwartet. Die Aussaat in Frankreich und Italien ist gut vorgeschritten, die Wintersacnen stehen in diesen Ländern zumeist günstig. Außer für Rußland haben sich die Rachrichten aus Osteuropa im allgemeinen günstiger gestaltet, als es vor wenigen Wochen noch den Anschein hatte. Unter diesen insgesamt für dle kommende Ernte nicht ungünstigen Voraussagen ist es verständlich, wenn die Grundstimmung der Weltgetreidemürkte nach unten gerichtet ist. Dazu lomnu, daß infolge technischer Gründe bei jedem Preisrückgang durch die Organisation des Termingeschästs In den Vereinigten Staaten eine große Anzahl kleiner Spekulanten aus ihren Engagements herausge- drängt werden, da sie bei jeder Entwertung der vorherigen Käufe entsprechende Einschüsse zu leisten haben. Die Verflauungen des amerikanischen Markte- sind jüngst durch diese Vorgänge mehrfach verstärkt worden. Da die euro- j>äischen Notierungen sich von den Vorgängen lenseits des großen Wassers trotz einiger Versuche nicht frei machen können, bleibt auch die Lage der deutschen Getreidemärkle recht undurchsichtig. Die Preisschwankungen für Maiweizen dokumentieren dies deutlich, sie endeten per Saldo in der letzten Woche mit einem immerhin beachtenswerten Rückgang. Der Mehlhandel stockte in der Berichtswoche fast völlig. Frankfurter Abenbborse. Frankfurt a. M., 16 April. Auch die Abendbörfe bot ein Bild vollständiger Geschäftslosigkeit, da Kauflust so gut wie gar nichl vorhanden war. Die wenigen Abschlüsse, die getätigt wurden, konnten nur bei weiter weichenden Kursen zustande kommen. Verhältnismäßig gut gehalten blieben nur Großbankaktien, während alle anderen Märkte in schwacher Haltung verkehrten Gut beachtet waren wiederum meri- kanifcde Werte, ohne aber kurSmäßig einen Dor- 0,350 0.720 0,70 0 68 94.75 M 65 9.9 I 37,25 | (Eigener Drahtbericht des ,,Gießener Anzeiger-".) Berlin, 16. April. Das Geschäft nahm heute wieder einen sehr geringen Umfang an Die Börst hatte dabei Gelegenheit, sich eingehend mit bei Fragen zu beschäftigen, die der Reichswirischastv- Minister in seiner gestrigen großen Rede vor dem Haushaltsausschuß des 'Ucidjsmges abgegeben hat Man beachtete dabei vor allem den Teil üct Rede der sich auf die Politik der R e t ch c- b a n k Im Zusammenhang mit den Auslanvkrediten bezog und der für den Weltmarkt vor erfolgternAb schluß der Präsidenten-Wahten nicht die besten Aus sichten eröffnet. Bei Eröffnung des Verkehrs war die A b g a b e n c i g n u n g stark vorhanden. Die Kurie neigten eher zur schwäche ß e i m i j d) c Anleihen waren gehalten, wobei die Kurse nur minimal waren. Im allgemeinen hielt sich die Kurs- beroegung in engen Grenzen Am Geldmarkt blieb die Lage unverändert, d. h. verhältnismäßig leicht. Iäglid)es Geld 7einhalb bis 9einhalb Pro;, Monatsgeld steinhalb bis 11 Proz. Am interna tionaien Devisenmarkt wurden vor allem die Interventionen für den französischen Franken beachtet. Der Kurs tonnte sich eine Kleinigkeit bc festigen. Die Mark wurde heute vormittag int Auslande wie folgt genannt Paris 4.6, London 19,8125, Zürich 123,1050, Amsterdam 59 bis 59,5. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'.) Frankfurt a. M., 16. April. Weizen, Wet terauer 20—21, Roggen, inländischer 19/4—23, Sommergerste für Brauzwecke 20—27, Hafer, inländischer 17—21, Mais (gelb) 19,76—20, Weizen mehl, inländisches, Spezial 0 36,50—'M,50, Roggen mehl 31—33, Weizenklete 13,25-13,50, Roggenkleie 14,50. Tendenz: Abaefchwächl. Berliner P.oduklendörfe. Berlin. 18. April Der Produktenmartt verlief auf >en neuen ausländischen Preissturz völlig lustlos und schwächer. Das Inlandangebot für Weizen und Roggen bli?b noch wie vot gering. Gerste wenig angeboten. Hafer dagegen fest, Mehl gefchäftslos unb firutterat-tifd ruhig. ES notierten für 1000 Kilo Weiten, märk. 247 bis 250. do. Mai 255 bis 265 Juli 253 bis 254. Roggen, märk. 228 bis 230. £>c Mal 223 bis 223,50. do. Juli 218 bis 220. Gerste, märt. 210 bis 230. Futterperste 185 bis 205, Hafer, märk 195 bis 204. b?. Avril 200, do. Mai 188 bis 189. Mais. Mai 176 Raps 390. Leinsaat 380 bis 385; pro 100 Kilo: Weizenmehl 32 25 bis 34,75, Roggsnmehl 30,50 bis 32,50. Wei-enkleic 14,10. Roggenkleie 14,19, Dlktoriaerbsen 23 bis 29. kleine (SrM-m 20 biS 2? Futtererbken 18 bis 19, Peluschken 19 bis 20. Ackerbohnen 18,50 bis 20, Wicken 19 bis 20. Lupinen, blau 10 bis 11,50. gelb 12 bi» 14, Serradelle 13,50 bis 15,50 Rapskuchen 15.80 bis 16. L?intuchen 21.80 biS 22 Trvckenschnitze! 10,10 bis 1020. Torfmelasse 9.2C Schlank sein heißt jung sein! Ilebermähige L^rperfulls- macht alt und fehl bai Wohlbefinden herab. Wir taten Ihnen, in der Apotheke 60 oder SO Gramm echte Toluba-Kerne zu taufen, die unschädliche Stoffe von fettzehrender Wirkung enthalten. Sicher: Universitäts.Apotheke ,,3um goldenen Engel" 2992A Kreis Viidingcn. )( Ortenberg. 16. April. Die Seiet» rag c brachten unserer evangelischen Gemeinde volle Gotteshäuser und schöne Gaben. Ihn ben Gottesdiensten am Karfreitag und Ostern in trlte der Klrchengrsanaverein durch Dortrag von . 2 Chören mit. von Denen besonders die zwei , ochtvollen Osterchöre .Macht aus daS Tor der Gerechtigkeit" und .Triumph, Triumph" eine be- 'liber# schöne Leistung boten Auch der durch • t Schulkinder eingeübte alte Osterchoral »Ehrist ir erstanden" machte tiefen Eindruck auf die Ge- ikinde. - Am 2. Ofterfeiertag fand m festlich I schmückter Kirche die Konfirmation von Knaben und 9 Mädchen statt. Der GotteS- .Menft wurde von zwei- und dreistimmigen Ghören b?r Konfirmanden und musikalischen Dorträgen D^sentlich verschönt. An Kollekten und sonstigen SV oben gingen an den Feiertagen 125 Mk. ein, außerdem soll die Anschaffung der fehlenden qroßen Glocke durch eine Haussamm- lung, die etwa 1500 Mk. ergeben soll, versucht Verden Perfil», 10. April. <*et» Frte 7lmcr(tflitlfi6e 'Jlotew ..... «,17t 4,198 V'rtaifrbr 'Jlotcn . . . . . , VI II 21.21 Tniiiirbr ‘•‘ofrit ... .... 77 77 76 (fnqhfrt)? ‘Jlotrir . LV Oä tü ir. {Jrnmcfifdir Vlotert ...... ßcUäntflMi? ’.kotrit...... ! 1 TW 117 2" ?1 Wi Jtx 06 Fttfiflenttof 'Jioim Vtnrhk-nif Uhr ebenda, in der Nauen Anla der Universität. Karten zu Mk. 5.50, 4.40, 3.30 und 2.20 (Stehplatz) bei Ernst Challier und abends an der Kasse. 3932c dorf a. d. Lda. (Forstwartei 2), Distrikt Höllenberg, Sauloch, Sumpf usw. nach- verzeichnete Holzsortimente versteigert: 9 Fichten-Stämme 3. Kl. m. 13,42Fstm. 30 „ 4. -- Dos gute Boten* finden Sie in der mwd Lentral-vrogerie, Schulstr. Die Erstaufführung M sMle Wl Schwank in 3 Mten von Arnold und Vach findet zugunsten der Künstlerschaft auf jeden Fall om MW, Oem 18. Wl, Vk W statt und zwar zu gewöhnlichen Preisen. Man verlange ausürüehlieh IGießener Brauhaus-Pilsener] TANNINE 8. sS ö RUBI NA / WACHSBEliE y WA 04 ST r GLANZT EN-TPEPFEN „ontini1 Ä lagunbO S'-W !pri Sine Vahllainl unh Dei! marer Ro Äomment milder. 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