Annahme ooit für bi« logeenummer vis zum Nachmittag vorher. prelr fir I mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennig; für Ne» kiameanzeigen von 70 mm Brette 36 Reichspfennig, Playoorfchrifl 20' , mehr. Chefredabteur Dr. Fnedr Wilh Lange. Deranlworttich^ für Polttik und Feuilleton Dr. Fricdr. Wilh. Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den ^Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen. Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonatS'kezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech a ns ch lü sse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. -Inschrift für Drahtnachrichten- Snzeiger Stehen. poüschealonto: Zranlfurtam ölatn 11686. Hr 294 (Elftes Blatt <75. ZahrgMg Mittwoch, 16. Dezember 192.) Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Orud tin» Otrlog: vnihl'Iche Umverstläls-Vuch- und Steinirnderei B. Lange in Sieben. Schristlrrtuirg und Sestzäftsftelle: sa>afHrat;e 1. Der Kongreß der Muselmanen in Baku Bort unserem E. 8.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Konstantinopel, Dezember 1925. lieber Öen bevorstehenden mohammedanischen Kongreß, der für die ersten Tage des Januar in Baku geplant ist, verlautet bisher auch in der Presse der orientalischen Länder kaum mehr, als' daß er tatsächlich dort stattfinden wird. Ganz besonders schweigsam verhält sich auch die sowjetrussische Presse, Denn bei dem ganz absolutistischen Charakter der bolschewistischen Negierung befleißigt man sich in Moskau gerade neuerdings in bezug auf alle astatischen Dinge einer Geheimdiplomatie, wie kaum in einem anderen Lande der Welt. Und doch durfte man gerade in Moskau am genauesten über die Zwecke und Ziele dieses Kongresses unterrichtet fein. Dafür spricht schon sehr deutlich der bemerkenswerte Umstand, daß man die Hauptstadt Aser- beidshans, das wie alle transkaukasischen Republiken ganz unter dem Einfluß Moskaus steht, zum Versammlungsort gewählt hat. Die pantürkische Bewegung, die als realpoli- tischer Faktor vorläufig noch ganz dedeutunaslos ist, erscheint heute nur als eine abstrakte Ideologie. Als solche kann sie für die Zukunft freilich eine sehr große Bedeutung gewinnen, doch hat man im Auge zu behalten, daß, mit Ausnahme der Dsmanen, alle türkischen Völker, die Aserbeidjhaner, Turkmenen, Usdecken, Kirgisen, Baschkiren, Tataren, sowie auch die zum großen Teil türkisierten Tschuwaschen, heute von der Zentralregierung der Sowjetunion indirekt oder direkt abhängig sind. Das einzige türkische Volk, das nicht Dem Islam angchört, die Jakuten m Ostsibirien, kommt hier schon wegen feiner geringen Zahl (nicht viel über 20 000 Köpfe) kaum in Betracht. Ein eigentlich pantürkischer Kongreß müßte wohl naturgemäß in Angora, dem Zentrum der pantürkilchen Idee, abgehalten werden. Für Baku dürften Verhandlungen, die sich in dieser Richtung zu bewegen hätten, um so weniger in Frage kommen, als sich eine realpolitisch ernst zu nehmende pantüxkische Bewegung in lekter Linie natürlich gegen den heutigen Bestand der großen Sowjetunion richten würde. Es ist wohl sicher, daß auch alle nichttürkischen, mohammedanischen Länder ihre Vertreter nach Baku cntlenben werden, Arabien, Syrien, Persien, Afghanistan und auch Aegypten, Indien usw. Trotzdem wäre es ein Irrtum anzunehmen, daß es sich in Baku um einen panslamitischen Kongreß im eigentlichen Sinne des Wortes handeln soll, etwa nach Art eines religiösen Konzils, lieber die geistig. und politische Bedeutung des Islams für seine Bekenner herrschen in Europa immer noch nicht ganz richtige, meist sehr übertriebene Vorstellungen. Als in alter Zeit die Araber die Herrschaft des Islams in Asien und Afrika bis nach Spanien hin ausbreiteten, schufen sie in allen diesen Gebieten gewissermaßen arabische Kulturkolonien. Aber sowohl für den Arader, wie in späterer Zeit für die großen türkischen Sultane in der Glanzperiode der Türkenherrschast, war bei ihren mit gewaltiger Stoßkraft ausgeführten imperialistischen Eroberungen die mohammedanische Religion nur das politische Aushängeschild für die großen Massen, genau so wie das Christentum für die Engländer bei der Ausbreitung der britischen Weltherrschaft. Die Zeiten einer fanatischen religiösen Propaganda und Proselytenmacherei sind für die islamitischen Länder längst vorbei und heute spielt in ihnen bc> ihrem Streben nach Selbständigkeit die Religion eine weit untergeordnetere Rolle, als man in Europa gemeinhin annimmt Für einen untergeordneten panislamitischen Kongreß ließe sich wohl auch ein pasienderer Ort aussindig machen als gerade Baku, — etwa eine der heiligen Städte und Wallfahrtsorte Mekka, Meschhed und Kerbela,' das in einem von schiitischen Mohammedaner bewohnten, aber freilich jetzt unter britischen Einflüsse stehenden Bezirk belegen ist. Die Einigung zwischen Sunniten und Schiiten, die sich früher so bitter befehdeten, zu einem politischen Zweck, zum Schutz gegen die europäische Gefahr hat sich ja bekanntlich schon seit fast zwanzig Jahren vollzogen. Die eigentlichen Zwecke und Ziele des Kongresses in Baku müssen nun von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus beurteilt werden, einerseits vom Standpunkt sämtlicher dort vertretener mohammedanischer Länder, andererseits aber vom Standpunkt der zielbewußt, geschickt und großzügig angelegten panasiatischen Politik Sowjetrußlands. Cs wurde oben schon ausgeführt, daß für bie vertretenen Länder die eigentliche panislamittlche Bewegung in Baku nur eine untergeordnete ^olle spielen kann. Der Islam wird dort nur das äußerliche Band sein, das die zu einer gemeinsamen De- sensivbewegung Versammelten umschlingt. Es heißt freilich, das; man in Baku zur Wahl eines endgültig und allgemein anerkannten Kalifen schreiten will. Der 1924 enthronte Kalif Abdul Medshid hat herbei wohl nicht die geringsten Aussichten. Auch der Präsident im Zylinder, der einen Bernich- rungskrieg gegen Turban, Fez und Feredsheh führt, würde als Kalif sich sehr sonderbar ausnchmen. Der hoch angesehene Scheich Senussi würde im ganzen Orient doch wohl nicht die genügende Autorität besitzen während die übrigen Kandidaten als britische Schützlinge erst recht nicht in Frage kämen. So dürfte die Kalifenfrage, die aus den oben ange- führten Gründen jetzt auch wirklich ziemlich nebensächlich erscheint, auch in Baku trotz aller Bemühungen nicht ihre Lösung finden. Was die mohammedanischen Länder zu gemeinsamer Beratung in Baku zusammenführt, das rst Um die Große Koalition. Eigentlich eine merkwürdige Situation: Zentrum und Demokraten treten als Propheten Der großen Koalition auf und suchen abwechselnd Öen beiden Flügeln, der Sozialdemokratie und der Deutschen Dolks- Partei klarzumachen, daß es politisch ebenso notwendig tote nützlich ist, wenn sie ihren Widerstand aufgeben und in den allein seligmachenden Schoß dieser Koalition hineingehen. Beide wollen von der Weisheit, die ihnen so bereitwillig beigebracht werden soll, nicht allzu viel wissen. 2m selben Augenblick aber kommt das Zentrum und lehnt eine führende Rolle bei der Ausarbeitung des von ihm vorgeschlaoenen Rezepts ab, was indessen keineswegs hindert, daß die „Germania", die der Gruppe Wirth nahe steht, den Sozialdemokraten geradezu Zuträgerdienste leistet und Der Deutschen VoTspartei zu verstehen gibt, das Zentrum würde sich zu revanchieren wissen, falls etwa durch die Schuld der Deutschen Volkspartei die große Koalition nicht zustande tarne. Die Sozialdemokraten haben es sehr geschickt verstanden, diesen Ball aufzufangen und registrieren sehr sorgfältig jede Stimme von rechts her, die geeignet fein könnte, falls die Berhandlungen zum Scheiern kommen, der Deutschen Bolkspartei die Verantwortung dafür gu^u» schieben. Deshalb ist es doch vielleicht notwendig, die Dinge einmal grundsätzlich zu betrachten und durch einen Blick in die Bergan gen heil festzustellen, woran es liegt, daß die beiden Flügel ein so starkes Mißtrauen gegeneinander haben. Und da wäre zunächst das Eine hervorzuhe- ben, daß die Deutsche Bolkspartei sehr frühzeitig die Notwendigkeit erkannt hat. auch die Sozialdemokraten in die Reihe der regierungsfähigen Parteien aufzunehmen. Wir wollen doch nicht vergessen, daß nach ihrem großen Wahlsieg von 1920 Herr Heinze als Führer der Deutschen Bolkspartei from Reichspräsidenten mit der Bildung des K. binetts beauftragt war. Seine ganz« Tätigkeit hat sich darauf beschränkt, daß er zu den Sozialdemokraten ging Und sie fragte, ob sie bereit wären, mit der Deutschen Bolkspartei zusammen in die Regierung einjutreten. Sie haben das grundsätzlich ohne Angabe von Gründen abgelehnt und damals das Zustandekommen der großen Koalition verhindert Die Deutsche Volksp-rtci hatte sich wirklich ehrliche Mühe gegeben, die Verbindung nach links zu gewinnen, weil sie überzeugt war, daß eine solche Kombination die beste Lösung der ganzen irn apolitischen Schwierigkeiten ergeben tömite. Aber die Sozialdemokratie wollte nicht, wollte auch dann nicht, als in Preußen das Ministerium Braun gebilligt wurde und schlecht und recht die Gegensätze zwischen den beiden Flügelparteien auszugleichen suchte. Erst nach dem Rücktritt des Kabinetts Cuno kamen im Reich die beiden feindlichen Brüder zusammen und bildeten unter starkem äußeren Zwang die Regierung Stresemann, die Regierung der großen Koalition, die nun endlich stabile innere Verhältnisse schassen sollte. Aber was war das Ergebnis? D e ganze Herrlichkeit hat gerade drei Monate gedauert, hat auch nur solange gedauert, nachdem inzwischen schon einmal ein Bruch entstanden war, der zum Ausscheiden der Sozialdemotraten aus dem ersten Kabinett Stresemann sührte und der notwendig wieder geleimt wurde. In freien Drei Monaten aber hat sich gezeigt, obwohl es weder bei der Deutschen Volkspartei, noch beim Zentrum, noch bei ben Demokraten an dem nötigen guten Willen fehlte, daß tatsächlich mit den Sozialdemokraten nicht zu arbeiten war. Sie wollten die Vorteile der Regierungspartei haben, wollten aber die Nachteile unpopulärer Maßregeln dafür nicht in Kauf nehmen und sprengten die Regierung, als sie merkten, daß ihnen die Kommunisten den Wind aus den Segeln zu nehmen drohten. Wenn es in Preußen etwas anders ging, so spricht das keineswegs gegen die sozialdemokratische Schuld. Hier liegen die Dinge insofern anders, als die stärksten Persönlichkeiten, Braun und S e v e r i n g , von der Sozialdemokratie gestellt wurden und sich im Kabinett durchzusetzen verstan- den, da die Vertreter der Deutschen Bolkspartei wiederholt ihre Zustimmung zu Kabinettsbeschlüssen gaben, die eigentlich von ihrer Partei gar nicht mehr vertreten werden konnten. Nur weil die Volksparteiler nicht viel mehr als ein Feigenblatt in dem sozialdemokratischen Ministerium Braun waren, deswegen hat die große Koalition in Preußen solange gehalten. Entfcheidend dafür war nur volksparteiliches Entgegenkommen, nicht etwa sozialdemokratische Vernunft. Im Reich jedenfalls hat sich gezeigt, daß die Möglichkeiten des Zusammenarbeitens mit den Sozialdemokraten sehr begrenzt sind. Auch das Ausscheiden der Deutschnationalen aus der Regierung Luther-Stresmann ist dafür kein Gegenbeweis; das bürgerliche Kabinett hat immerhin dreimal solange gehalten, wie die Koa- litionsreg'erung. Für die Deut'chaatianalen standen bei ihrem Ausscheiden wenigstens grundsätzliche Fragen auf dem Spiel, für die Soz'al- demokraten Dagegen Fragen Der Parteitaktik. Das ist der große Unterschied, und deswegen w rd es niemand der Deutschen Volkspartei verdenken können, wenn sie nur sehr geringe Neigung zeigt, noch einmal eine Vernunftehe mit den Sozialdemokraten einz igehen. solange sie nicht erkennt, daß die Sozialdemokraten entschlossen sind, als staatserhaltende Partei auch den Dtoatsnot- Wendigkeiten Opfer der Parteivorteile zu bringen. Diesen Beweis sind die Sozialdemokraten Ibis her schuldig geblieben, sie fürchten immer wieder, daß ihnen ihre Parteisuppe anbrennt. wenn He auf sozialem, finanziellem oder wirtschaftlichem Gebiet die Folgerungen aus unserer schwierigen ßagt ziehen müssen. Das wird auch diesmal kaum anders sein, soviel Mühe sich Herr Koch auch geben mag. um die sozialdemokratischen Kanten mit Watte auszupolstern. Kochs Berh ndlungen mit den Parteien. Berlin, 15. D^. (Täl) Die Führer der Fraktionen der Deutschen Dolcspartei, der Bayerischen Volkspartei, des Zentrums der Demokraten und der Sozialdemokraten verhandelten: heute über das vom Abg. Koch ausgestellte Programm. Cs ergab sich grundsätzliches Einverständnis. Es wurde aber Vorbehalten, daß die Fraktionen, die beute abend zusammentreten, noch (5rtoägingen oder Klarstellungen verlangen können. Die Führer treten morgen vormittag zu abschließender Beratung über das Programm erneut zusammen. Nachdem sestgestellt worden ist, daß die Wirtschaftliche Vereinigung einem Kabinett der großen Koalition wohlwollend gegenübersteht, wurde mit ihr vereinbart, daß sie zu weiteren Verhandlungen zugezogen wird. Diese Besprechungen der Parteien werden am Mittwochvormcktag 10 ilfjr wieder ausgenommen werden. Personenfragen sind bisher überhaupt nicht erörtert worden, auch in den einzelnen Fraktionen nicht. D e Richtlinie«, die Der Abgeordnete Koch Den Parteiführern vorlegte, sollen im Wortlaut erst veröffentlicht werden, wenn ihre endgültige Formulierung sest- steht. Schon heute können wir mitteilen, daß sie außenpolitisch darauf hinzielen, eine Leben- digmachung des Locarnogeistes zu erreichen und daß der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß Die Besetzung möglichst bald beseitigt wird. Weiter wird betont, daß eine Zusammenarbeit dor «u ropä.schm Länder notwendig ist und daß eine W e l t w i r t s ch a s t s - konferenz geeignet sei, hier fördernd zu wirken. Innenpolitisch wird hervorgehoben, daß Der Zolltarif kein Selbstzweck sei. sonoern cm Instrument, um eine möglichst große Ausdehnung des deutschen Handels in der Welt zu erreichen. Ferner wird Die Frage Der Siedlung angeschnitten, Die mehr als bisher gefördert werden müsse, besonders um den Inlandmarlt zu stärken. Cs wird die Notwendigkeit betont, daß d i c Wirtschaft rationalisiert r itö. Um bei diesen Bemühungen zu einer hohen Wirtschastlich- leit zu kommen, wird ein enges Zusammenarbeiten zwischen der Wirtschaft selber und der Reichsregierung sowie den Regierungen der Länder gefordert, damit sie sich gegenseitig in die Hand arbeiten. Cs wird weiter Die Einsetzung eines Sachverständigenausichußes zur Prüfung Der Steuergesehe verlangt. Eine Reihe von Forderungen werden auf sozialpolitischem Gebiet gestellt. Die Besprechungen mit dem Arbeitsminister haben hier bereits eine Grundlage gegeben. Dem Arbeusministerium liegt bereits ein Gesetzentwurf vor, Der alle ArbeitSzeit- fragen zusammenfaßt (Kinderschuh, Schuh der Frauenarbeit, Sonntagsarbnt usw.). Hin icht tb Des Washingtoner Abkommens wird gesagt. Daß die Ratifizierung gleichzeitig mit Frankreich, Belgien und Cng'and erfolgen soll, damit eine gewiße Gegenseitigkeit Der hauptsächlichsten Industrie'änder gewährleistet wird. Die Blätter der beiden Flügelparteien der Gro- ßcn Koalition, „Tägliche Rundschau" und „Vorwärts", betonen in ihren Bemerkungen zu den Besprechungen über die Regierungsbildung, daß unter allen Umständen Klarheit geschaffen werden müße. Das volksparteiliche Blatt erklärt, daß neben den Kochfchen Richtlinien das fozial- demokratifche Programm einhergehe, und es sei möglich, daß beide Programme nebeneinander bestunden. Die Fraktionen müßten wissen, ob und in welchen Punkten die Sozialdemokratie ihr Programm weiterhin aufrechterhalte, und ob cs sich um Mindestforderungen handele. Das sozialdemokratische Blatt teilt mit, daß die sozialdemokratische Reichstagssraktion ihre Vertreter bei den Verhandlungen beauftragt habe, a u f klare und eindeutige Formulierung b e st i m m t e r P n n k t e zu d r i n g e n , die bereits in dem sozialdemokratischen Programment. rourf in unmißverständlicher Form dargestellt worden seien. Im Namen der Reichstagsfraktion könne das Blatt erklären, daß die Sozialdemokraten zu ihren Vorschlägen ständen. Das Blatt spricht schließ- sich die Hoffnung aus, daß der heutige Tag endlich volle Klarheit über das Schicksal der Großen Koalition bringen werde. Die hessischen Sozia'Äemvkralen gegen die Grotze SocrttUori. WSN. Darmstadt. 15. Dez. 3n einer Verircterkonferenz der hessischen Sozialdemokratischen Partei wurde nach längerer AuSs rache eine Entschließung angenommen, in der die ilebetscugung ausgedrückt wird, daß im gegenwärtigen Moment die Große Koalition für d i e Sozialdemokratie untragbar sei. Die Politik der Rrichsregie- rung. die von der Volkspartei entscheiden^ beeinflußt worden sei, habe die wiriscka tliche Lage der breiten Volksmassen dermaßen erschüttert, daß es unmöglich erscheine, mit dieser Partei die Lage so zu verbessern, wie es den voliti- schen und wirtschaftlichen Zielen der Sozialdemokratie entspreche. ohne Zweifel das gegenwärtig mit elementarer Gemalt immer mehr hervortretende Streben nach möglichst selbständiger politischer nationaler und kultureller Entwicklung. Dieses Ziel ist nur in der Türkei, in Afghanistan, und in letzter Zeit auch in Persien durch den Willensstärken Risa Ehan erreicht worden, wöbe: nur die kulturelle Evolution, abgesehen von rein äußerlicher Nachahmung, noch vieles zu wünschen übrig läßt. Aber die Gebiete, die die völlige politische Unabhängigkeit mehr oder weniger schmerzlich ver- missen, Aegypten, Indien, Syrien und Mesopotamien einerseits, die zentralasiatischen Republiken andererseits, wollen nicht mehr nur ein Objekt der europäischen Politik fein, nicht mehr von England, Frankreich und Sowjetrußland für deren eigennützige Zwecke mißbraucht und ausgebeutet werden. Diese Bestrebungen werden daher für sie in Baku in erster Linie in Frage kommen. Man kann nun recht gespanni darauf sein, wie weit es der sowjetrussischen Politik in Baku gelingen wird, das bis jetzt so geschickt gehandhabte Heft in her Hand zu behalten, und die Vertreter der verjammclten Länder als Front gegen die britische Weltherrschast mobil zu machen. Gewisse Anzeichen sprechen dafür daß ihr das heute nicht mehr so ganz leicht gelingen wird. In jedem Fall aber oer- leih, bie Wahl des Kongreßortes der russischen Politik ein bedeutendes Uebergewicht gegenüber der britischen. Ob aber die einseitige Einstellung dem Gedeihen der Muselmanen sehr förderlich fein wird, erscheint doch recht fraglidj. Die Entscheidung in der Mossulsrage. Mosiul dem Irak zuaesprochen. — (5'ugland bleibt Äkaridatar Genf, 15. Dez. (IBB.) heute abend sind die aus London erwarteten zustimmenden Instruktionen über das Schicksal des Bloffulgebiets bei der englischen Delegation eingetroffen, die dem Bat der in geheimer Sitzung tagte, sofort Mitteilung machte. Damit ist die Entscheidung über das Bloffulgebiet gefallen, das endgültig dem Irak zugesprochen wird. England übernimmt das Mandat für weitere 25 Jahre und ist bereit sofort mit der Türkei in wirtschastliche Verhandlungen einzutreten, die der Rat ausdrücklich von England gefordert hat Die öffentliche Bekanntgabe des Ratsentscheides erfolgt Mittwoch nachmittag. Man vermutet, daß die türkische Delegation entsprechend ihrer seitherigen Haltung an dieser Sitzung nicht teilnehmen wird. Der Kampf um Mossul har damit also ein vorläufiges Ende erreicht: vom Völkerbund ist dahin entschieden worden, daß das umstrittene Mossul-Gebiet nicht der Türkei, auch nicht England. sondern dem Völkerbund selbst zugeschlagen und dem Irak, das Bundesgebiet ist, einverleibt wird. Das ist die Entscheidung, wie sie auf dem Papier steht. 3n Wirklichkeit hat sie aber doch ein ganz anderes Gesicht. Der Irak ist nämlich vorn Völkerbund seinerzeit Großbritannien zur Verwaltung überwiesen worden. Da aber die Mandatszeit binnen kurzem abläuft, hatte Chamberlain verstanden, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und den Rat dah'n xu beeinflussen gewußt, daß er das Vilajet Mossul dem Irak unter der Bedingung einer Verlängerung der englischen Mandatsdauer um 25 Jahre einverleibt. Somit bedeutet also die Genfer Entscheidung einen glatten Sieg Englands auf breitester Front. Richt einmal eine Volksabstimmung ist in Erwägung gezogen worden, obwohl es doch hier nicht lediglich um die llebereignung der Oelsdlder an irgendeine interessierte Macht, sondern auch um das Schicksal der in Dem umstrittenen Gebiet wohnenden Bevölkerung geht, Die wirklich alles andere als englandfreundlich ist. Womit wieder einmal bewiesen ist, daß Der Völkerbund eigent» nur eine Interessengemeinschaft bar» stellt. Wie sich die Türkei verhalten wird, bleibt abzuwarten. Diese Entscheidung wird sie nicht annehmen, sie wird aber auch keinen Krieg vom Zaune brechen, zumal es ja genug andere Mittel gibt, um den Engländern die Freude an der Mossul-Deute zu tauben. Cs fei nur an Syrien erinnert. Zuspitzung in China. Pekina ernstlich gefährdet. — Rxhlands Rolle. N e u y o r t, 15. Dez. (TU ) Die in Peking wohnenden Ausländer verfolgen die Kampfhandlungen iin Raume zwischen Tientsin und Peking mit großer Besorgnis. Die Truppen Fengyusiangs find in den letzten Tagen weiter zurüügegangen, |ü daß Feng strategisch nur noch die Möglichkeit bleibt, vor den Toren Pekings eine Entscheidung herbeizuführen. Wie eine führende chinesische Zeitung in Schanghai wissen will, sollen zwischen Fengyusiang und Sowjetrußland ein Abkommen getroffen worden fein zur Erbauung von zwei Eisenbahnen in der äußeren Mongolei. Ferner über die Organisation einer Sowjetregierung in Nordwestchina, bei der 60 russische militärische Nnterweiser aus Moskau mithelfen sollen. Sowjet- rutzland verspricht einen finanziellen 3 u • schuß, wofür es das Recht erhalt, weiterhin Pro- paganda zu betreiben. Die wichtigste dieser Abmachungen besteht nach Ansicht der Zeitung darin, daß im Falle eines Krieges zwischen Sowjetrußland und einer anderen Macht ein Drittel der militärischen Kräfte Nordwestchinas, die unter der Kontrolle von Fengyusiang stehen werden, Rußland zugute kommen soll, während, falls China von irgendeiner imperialistischen Macht angegriffen werden sollte, Rußland zunächst 50 000 Mann zur Unterstützung nach China entsenden wird. In diesen Abmachungen sollen noch bestimmte Klauseln enthalten sein, die sich auf England und insbesondere auf Japan beziehen. Rücktritt Loucheurs. Der Konflikt mit der Kammer wegen der Stenervorlaste. Paris, 15. Dez. (WTB.) Finanzminister Loucheur hatte vom Kabinettrat den Auftrag erhalten, sich mit dem Vorsitzenden und dem Berichter'^ itter des Finanzausschusses der Kammer in Verbindung zu setzen, um festzustellen, ob die Möglichkeit besteht, nachdem die Steuergesetze und das Gesetz über die Gründung einer Amortisierungskasse der Reaieruna zurückgegeben wurden, eine Einigung auf anderer Grundlage zu erzielen. Loucheur hat heute .nachmittag erklärt, er sei geneigt, in Gemeinschaft mit dem Finansaussch'"- neue Gesetzentwürfe auszuarbeiten. Im Verlaufe der Sitzung erklärte Loucheur, die Regierung bestehe daraus, daß die zum Ausgleich des Budgets notwendigen Steuern so rasch wie möglich verabschiedet werden. Andererseits sei die Regierung aber auch bereit, an den Ausgaben Abstriche vorzu- nehmen, so beim Heeres- und Marinebudget, wodurch das anfänglich auf 5,6 Milliarden geschätzte Defezit merklich herabgesetzt werden könnte. Die Kommission hat alsdann über diese Erklärungen Loucheurs beraten. Es herrschten zwei Strömungen. Die von B o k a n o w s k i zum Ausdruck debrachte Auffassung ging dahin, daß die Kommission sich an ihre gestrige Entscheidung halte und die Regierungs- gesetzentwurfe an die Regierung zurückgehen lassen müsse, während die andere Auffassuna, die der sozialistische Abg. Leon Blum mit Unterstützung einiger radikaler Abgeordneter vertrat, dahin ging, der Finansausschuß müsse seinerseits die Initiative ergreifen und Gegenvorschläge einbringen. hieraus hat die Jiuanzkommtfflou nach längerer Debatte ihre gestrige Entscheidung bestätigt und beschlossen, lediglich die Finanzgeseßentwürfe Loucheur» zu prüfen, die sie als Diskussions- basis bereits gestern anerkannt hatte, nämlich ! den Gesetzentwurf über die Kapitalflucht und über die Bekämpfung der Steuerhinterziehung. ! Die Rücküberweisung der Steuervorlage an die Regierung bleibt also bestehen. Rach der Abstimmung begab sich eine Abordnung zum Ministerpräsidenten, um ihm den Beschluß mltzu- k teilen. Sie wies darauf hin, daß die Entscheidung lediglich gegen Loucheur gerichtet fei ? und daß Driand weiter das volle Vertrauen der K'mmissivn besitze. Auch die Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten entsandte eine Abordnung zum Ministerpräsidenten, um ihm ihr volles Vertrauen auszusprechen. Darauf wurde Loucheur von Driand gebeten, eine Entscheidung zu treffen. Loucheur teilte Driand mit, daß er fein 21 m t niederlege. Die Demission Loucheurs wurde vom Präsidenten der Republik angenommen. Mittwoch vormittag treten d e Minister unter dem Vorsitz Driands zu einem Kabinettsrat zusammen, um die durch die Demission Loucheurs geschaffene Lage zu besprechen. Wie Havas berichtet. soll Driand geneigt sein, Senator Paul Do um er, den Vorsitzenden des Finanzausschusses des Senats, zum Rachsolger Loucheurs zu berufen. SefcenfalLd hatte Driand mit ihm gestern abend eine lange Unterredung. Havas 'hält es für möglich, daß die Ernennung Dou- mers noch heute vormittag erfolgt. „Petit Parisien" berichtet, daß Doumer bereits grund- sätzlich a'•genommen habe. Doumer hatte übr g^ns in dm nach der Konferenz von Cannes zurück- Cgetretenen Kabinett Driand ebenfalls den Posten des Finanzministers inne. Die Veamtenbesoldung. Deutscher Reichstag. D e r 1 i n, 15. Dez. Der Reichstag hat heute nachmittag die Weiterber..tung der Anträge über die Ausbesserung der Dezüge der Reichsbeamten fortgesetzt. Dbg. Groh (Z.) bedauert die Haltung der Regierung in der Besoldungsfrage. Dm Beamten feien schon seit langer Zeit regierungsseitig immer wieder Versprechungen gemacht worden. Wenn man ihnen nichts geben wollte, hatte man nicht solche Hoffnungen wetten dürfen, die umso bitterer enttäuscht sind. Für das von der Regierung im Ausschuß ausgesprochene Unannehmbar fehlte jede sachliche Begrün» düng. Der Redner verteidigt dann den Ausschuß und sagt gegenüber dem Vorwurf des Abg. M o r a t h. der Antrag sei unsozial, das gelte eher für den Antrag Morath, der den Beamten der hohen Gehaltsgruppen 135 Mark, den unteren cber nur 23 Mk. bringe. Abg. Steintopf (S.) wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen des 2Ibg. Morath. Es sei unwahr, daß der frühere Reichskanzler Dauer beit Empfang einer Deamtendeputatioa abgelehnt habe. Der Redner bekämpft den Antrag Moraths und tritt für den Ausfchußantrag ein. Abg. Lucke (Wirtsch. Verein.) betonte, die schwere Rotlage der Beamten bür re nicht zum Werkzeug parteipolitischer Agitation gemacht werden. Als Gegenstück der früheren Inflation sei jetzi eine erschreckende Verarmung des deutschen Volkes eingetreten. Mit der vorgeschlagencn Weihnacht^ b ih-.lfe werde zwar nicht die Rot der Beamten behoben, aber wenigstens etwas Freude den Deamteirfamilim geschenkt. Es wäre ein Anrecht, wenn man die Besoldungsgruppen 7 bis 12 ganz unberücksichtigt lassen würde. Adg. Dauer ,Bahr. Vp.) tritt für den Antrag feiner Fraktion ein, dem der Reichskanzler zugestimmt habe. Den Beamten, besonders den Verheirateten, müsse schnell geholfen werden. Darum habe es keinen Zweck, weiter- gefjenbe Anträge zu stellen, deren Durchführung am Widerstand der Regierung scheitern würde. Abg. Dietrich (Völk.) bezeichnet die beantragte Aufbesserung als lächerlich und ganz unzureichend. Die Beamtenschaft, die mit solchen Bettelpfennigen abgespeist werde, könne es nicht verstehen, wenn man auf der anderen Seite die Reichsmittel mit vollen Händen aus- gebe. Wenn die Minister sich freiwillig in Gruppe 4 versetzen ließen, dann würden sie mehr Verständnis für die Rot der Beamten haben. Abg. Siebt (Komm.) kritisiert die Versorgung derKr leger Hinterbliebenen, die ganz unzureichend fei. Reichskanzler Dr. Luther. Die geschäftsführende Regierung muß noch einmal aussprechen, daß es ihr unmöglich ist, einen Beschluß durchzuführen, der eine Dauerregelung vorsieht und damit auch die kommende Regierung bindcn würde. Andererseits hat die Reichsregierung den dringenden Wunsch, daß für die Beamtenschaft mindestens in ihren notleidendsten unteren Gruppen etwas Positives im Rahmen unserer beschränkten finanziellen Möglichkeiten geschieht. Die Regierung ist auch damit einverstanden, daß in dem Antrag der Bayrischen Dolkspartei das Frauengeld von 5 auf 10 Mk. erhöht wird. Dieser Antrag bildet eine soziale Regelung, bei der die Mittel dahin fließen, wo sie am meisten gebraucht werden. Der Antrag des Hauptausschusses sieht dagegen eine Dauerregelung vor. Er wurde auch der Neuregelung v o r'g r e i f e n , die in der Weise geplant ist, daß die Zahl der Besoldungsgruppen vermehrt werden soll. (Unruhe und Zurufe links.) Diese Neuregelung soll gerade für die Beamten der unteren Gruppen gerechtere Verhältnisse schaffen. Es wäre gewiß zu begrüßen, wenn wir oie Beihilfe auch den über sechs hinausaehenden Besoldungsgruppen gewähren könnten. Angesichts unserer Finanznot müssen wir uns aber bei solchen Notstandsmaßnahmen auf d en engsten Rahmen, in diesem Fall auf die Gruppen beschränken, in denen die Not am größten ist. Die Länder und Gemeinden wären zu einer Ausdehnung auf weitere Gruppen nicht in der Lage. Von der preußischen Staatsregierung ist heute die Auskunft eingegangen, sie sei nicht in der Lage, aus eigenen Kräften den Beamten von Grurme 7 aufwärts eine Aufbesserung zu gewähren. Unter diesen Umständen kann auch die Reichsregierung dem Antrag Morath nicht zuftimmen. Eine Erschütterung unserer Finanzen würde die Beamten am meisten schädigen. (Lärm und Zurufe bei den Kommunisten: Sie haben noch nie etwas für die Beamten getan.) Das ist eine unerhörte Beschimpfung, die ich entschieden Aurudmeiie. Ich bin bei jeder Gelegenheit für die Beamten eingetreten. (Beifall rechts, Pfuirufe bei den Kommunisten.) Damit ist die allgemeine Aussprache beendet. Zu dem Antrag des Haushaltsaus- fr-- liegt ein Antrag Fricks (Völk.) vor, der die Regierung ersucht, unverzüglich eine neue auf der Grundlage eines ausreichenden Existenzmini- mum- aufgebaute Defoldungsordnung vor- zuleaen. Der Antrag wird im Hammelsprung mit 209 gegen loo Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Eine längere Geschäftsordnungsdebatte entwickelte sich bann über die Frage, ob zuerst über den Antrag des Haushaltsausfchusfes ober über den her Bayerischen Volks- Partei abzuftimmen ist. • Die Mehrheit ent- scheibet sich dafür, daß zuerst der Antrag der Bayerischen Vollst ar!ei zur Abstimmung kommt. Daraus erklärt Abg. S t e i n k o p f (Soz.) nunmehr müßten seine politischen Freunde zu ihrem Bedauern für den Antrag der Bayerischen Volkspartei stimmen, um überhaupt etwas für die Beamten zu retten. Rach der Annahme eines Aenderungs- antrages wird der Antrag der Bayerischen Volks- Partei mit großer Mehrheit in der Form angenommen, daß als einmalige Weihnachtöbeihilfe gezahlt werden soll: den Beamten, Wartegelds- und Ruhegehal sempfängern, Beamtenhinterbliebenen und Angestellten der Gruppen 1 bis 4 ein Viertel, den Beamten usw. der Gruppen 5 und 6 ein Fünftel des Dezembergehalts, wenigstens aber den Ledigen 30 Mark, den Empfängern eines Frauenzuschlags 40 Mark, den Empfängern von Kinderzuschlägen außerdem 5 Mark, den Voll- toai'en insgesamt 10 Mark, den Kriegsbeschädigten unb Kriegshinterbliebenen ein Viertel der Dezemberbe üge. Die weitergehenden Anträge sind damit erledigt. Angenommen wird weiter eine Entschließung der Demokraten, daß die Reichs- ba h n g e f e l l s ch a f t die den Ausgewiesenen gewährten Darlehen zum vollen Betrage niederschlagen möge. Weiter wird ein sozial- demokrattscher Antrag angenomm n auf Vorlegung einer Denkschrift mit e'.nw erschöpfenden Lieber,icht über b(e zur Zeit laufenden Pensionen und Wartegelder sämtlicher Reichskanzler, Reichsministcr, Staatssekretäre und Generäle aller ©ra?e a. D. und im einstweiligen Ruhestand. Schließlich gelangt noch ein Antrag der Deutschnationalen zur Annahme, der schleunigst einen Gesehcn.wurf zur Regelung der Ministerpenfionsverhältniffe verlangt. , Aus der Tagesordnung folgt dann der Gesetzentwurf zur Entlastung des Reichsgerichts. Er besagt nach den Ausschußanträgen, daß die Revision bis zum 31. 12. 1926 nicht gestützt werden kann auf eine Verletzung der Vorschriften über das richterliche Frage- recht und die Beweiswürdigung. Die Revisions- beschränlung in Ehescheidungssachen hat der Ausschuß aus der Vorlage gestrichen. Die Vorlage wird in unveränderter Ausschuhfassung in zweiter und dritter Lesung endgültig an benommen, ebenso eine Rovelle $ur Strafprozeßordnung wonach bei llebertret’.ngen und Privatklagesachen das Gericht den Umfang bet Beweisaufnahme bestimmt. Debattelos wird weiter der Gesetzentwurf über die Gebühren der Zeugen und Sachverständig, n angenommen. Mittwoch: Die Senkung der Lohnsteuer. Die evangelische Bl?cho?ssrage ver agt. Berlin. 15. Dez. (2ü.) Der heutigen letzten Sitzung der Generalsynode lag ein Gesetzentwurf beS Versasf ungsausschus - es vor, der dem Generalsuperintendenlen die Amtsbezeichnung evangelischer Bischof beilegt. Ein Gegenantrag beauftragt den Kirchensenat, der nächsten Tagung der Generalsynode eine Vorlage über die anderweitige Amtsbezeichnung der geistlichen Vizepräsidenten des evangelischen Oberkirchen-Rates. der Generalfuperintcntzenten und Superintendenten zu machen. Der Antrag wurde mit 131 gegen 73 Stimmen angenom- m e n. Damit ist der gestrige Beschluß in erster Lesung hinfällig geworden und die endgültige Entscheidung der ganzen Frage bis zur nächsten Tagung der Generalsynode, die voraussichtlich im Herbst 1926 ftattfinöen wird, vertagt. Hessischer Landtag. D a r m Jt a b t, 15. Dezember. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 10.30 Uhr. Es werden zunächst zwei Kleine Anfragen erledigt. Eine Anfrage der Abg. Dr. Keller und Birnbaum bezieht sich auf einen Gehaltsabzug von 5 Prozent vom Gehalt bei Unterbeamten für Brennstoff - Versorgung. Der Regierungsantwort ist zu entnehmen, daß jetzt die unentgeltliche Belieferung von Brennstoffen eingestellt ist und dafür eine Entschädigung gewährt wird. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Ein Antrag der Abg. Dr. v. Helmolt und Genossen über die Aufrechnung des voraus- bezahlten 4. Ziels der Vermögenssteuer im Notgebiet für die Vermögenssteuer 1925 wird vom Ausschuß durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Das Haus tritt diesem Beschlüsse bei. Auch ein Antrag der Abg. Dr. Werner und Genossen wegen einer Kriegsgewinn- und Inflationssteuer wird dem Aus- fchußantrag gemäß erledigt. Abg. Glaser (Hess. Landbund) gibt dazu im Namen seiner Partei eine Erklärung ab, daß eine solche Steuer nicht zu einer allgemeinen Besitzsteuer auswachsen dürfe. Ein Antrag der Abg. D i n g e l d e y und Ge- nosson über die Einstellung von Versorgungsanwärtern im Volksstaat Hessen und ein gleicher Antrag des Abg. Reiber ist von der Regierung in entgegenkommendem Sinn beantwortet worden. Die Reichsvorschriften sollen beachtei und ein Stellenverzeichnis veröffentlicht werden usw. Der Ausschuß beantragt, die Anträge durch die Negierungsontwort für erledigt zu erklären. Diesen Beschlüssen stimmt das Haus zu. Es folgt eine Reihe von Anträgen, die sich auf Verkehrsverhältnisse der Reichsbahn beziehen. (Es sind dies Anträge der Abg. Dr. Wer- ner, Böhm und Weckler.) Auch hier wird den Ausschußanträgen zugestimmt. Ein'Antrag des Abg. Angermeier über eine Beitragsbefreiung zur Landwirtschaftskammer für Kleinbauern wird vom Haufe gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Zu einem Antrag der Abg. Dr. Werner und Genossen über Handwerker- und Mittelstandsfragen (Organisation des Handwerks-Verdingungswesens und steuerliche Gerechtigkeit) beantragt der Ausschuß, den Antrag für erledigt zu erklären. Abg. Dr. Büchner (Dem.) gibt eine Erklärung gegen den Abg. D' ngeldey ab, dieser habe zu seiner Bemerkung über das Handwerk.in der Sit- Sung vor einigen Tugen gerufen: „Das Handwerk oll also versinken!" Das fei eine demagogische Ver- »rehung seiner Bemerkung. Er habe seine Ausführungen nicht bloß auf das Handwerk bezogen, forn hem auf das allgemeine Wirtschaftsleben, auch auf die Industrie. Weiter wendet sich der Abgeordnete gegen den Abg. Dr. Leuchtgens, der abends in einer Versammlung ganz anders geredet, wie er vormittags abgestimmt habe. Abg. Din gelbey (D.V.) erklärt u.a.: Wenn Abg. Dr. Büchner nach dem Wortlaut und nach dem Sinn seiner Ausführungen nicht gefegt haben will, daß das Handwerk versinken soll, so ist fcstzu- stellen, daß der Wortlaut nur so verstanden werden konnte und hier im Hause s o v e r st a n d e n worden ist. (Zustimmung.) Wenn Worte überhaupt einen Sinn haben, so kann man ihnen doch nur diesen Sinn unterlegen. Der Redner nimmt von der Erklärung des Abg. Dr. Büchner K'nntnis, verwahrt sich aber nachdrücklich gegen den Vorwurf der Verdrehung; die Schuld liege bei dem Abg. Dr. Büchner, wenn er seine Gedanken so formuliere. Abg. Dr. Ceufhtgens (Hess. Landbund) wendet sich gegen die Behauptung des Abg. Dr. Büchner, daß er in einer Versammlung anders gesprochen als er abgestimmt habe. Die Aeußerungen des Abg. Dr. Büchner über das Handwerk wären nur fo aufzusassen gewesen, wie sie auch von einem großen Teil des Hauses aufgesaßt wurden. Es entspinnt sich hierauf eine längere Debatte zwischen Abgeordneten der Rechten und der Linken des Hauses, in deren Verlauf dis Abg. Werner und G a l m ebenfalls darauf Hinweisen, daß die Aeußerungen Dr. Büchners nur in dem handwerker- feindlichen Sinn aufzufassen gewesen seien. Die dem Hause vorliegenden Anträge über die Wohnungsnot werden zusammen beraten (Antrag Blank und Antrag Werner). Es wird zum Antrag Blank beschlossen, die hessische Regierung soll bei der Reichsregierung vorstellig werden, daß von den noch zur Ve-fügung stehenden 9 Millionen Mark für Wohnungsbau ein den hessischen Anteil übersteigender Prozentsatz zur Verfüaimg gestellt wird. Der Antrag Werner wird für erledigt erklärt. Zu einem Antrag der Abg. Weckler und Blank (Zentrum) über Befreiung landwirtschaftlicher Saisonarbeiter von der Beitragsleistung zu der Erwerbslosenfürsorge erklären in der Debatte die Abgeordneten Schott (D. Vp.) und Dr. Müller (Hess. Landbund), daß sie dem Antrag Weckler zustimmen. Ada. Anqermeier (Komm.) wird, weil er einem Abgeordneten des Landbundes das Wort ..Oberfaulenzer" zuruft, zur Drbnu n g gerufen. Abg. Eberle (Dem.) tritt dem Antrag Weckler entgegen. Abg. Felder (Zentr.) spricht gegen den Antrag seiner eigenen Fraktionskolleaen im Namen der Christlichen Landarbeiter. Abg. Kindt (Dntl.) weist darauf hin, daß es sich um Saisonarbeiter handelt, .die gar nicht die Absicht hätten, während des ganzen Jahres in der Landwirtschaft tätig zu sein. A"ßerdem wären e« vielfach ausländische' Arbeiter. Abg. Weckler (Zentr.) hält den Abgeordneten der Linken entgegen, daß auch die Kleinbauern ein Interesse an her Annahme seines Antrages haben. Abg. Dr. Werner (Dntl.) gibt dis Erklärung ab, daß seine Partei dem Antrag Weckler zustimme. Nach weiterer Debatte werden die Verhandlungen um 130 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr. Neueila renilcheNnverschamIhe^l München, 15. Dez. (Wolff.) Rach Reibungen aus Bozen wurde dort das Verbot erlassen, Weihnachtsfeiern in der bisherigen Weise vorzunehmen und einen geschmü rf- ten Tannenbaum aufzustellen, da diese Art Feiern den Italienern unbekannt ist. Heber das.Verbot herrscht in Südtirol begreifliche Aufregung, so daß es möglich erscheint, dieses Verbot über Rom suspendieren zu lassen. Meine poetische Nachrichten. Eine Tagung der für das Wohnungswesen zuständigen Minister der Länder erörterte Maßnahmen zur Förderung der Bautätigkeit im Jahre 1926, insbesondere die Frage der Finanz'erung derReubauten und derVerbilli- gung der Bauausführung. Ein einheitliches Vorgehen bei der Gewährung öffentlicher Mittel für Bauzwecke wurde als dringend erwünscht bezeichnet. Die durch das Finanzausgleichsgesetz den Ländern auferlegte Verpflichtung, 15 bis 20 Prozent der Friedensmiete für Bauzwecke zur Verfügung zu stellen, müsse voll ein gehalten werden. Der Völkerbundsrat hat die Vorschläge über die Einsetzung einer technischen Kommission zur Vorbereitung einer Weltwirtschaftskonferenz angenommen. Der Kommission toeiben nur Sachverständige angehören, während ein Komitee aus Vertretern der dem Rat angehörenden Staaten die Arbeiten der Kommission überwachen wird. Auch Vertreter, der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft sollen herangezogen werden, ferner Forstwirtschaftler, Arbeitervertreter und Konsumentenvertreter. Die wichtigste Aufgabe der Sachverständigen wird in der Feststellung bestehen, wieweit nationale wirtschaftliche Mißstände ihrer Ursprung im internationalen Wirtschaftsleben haben. Besprechungen zwischen dem schwedischen Außenminister älnden und dem tschechoslowakischen Außenminister Denesch haben zum Abschluß eines Schiedsvertrages geführt. Der VertraAstext stützt sich im wesentlichen auf die Grundsätze in den Locarnoverträgen. • Das estnische Parlament wählte mit 45 gegen 33 Stimmen das neue Kabinett, in dem Jan. T e e m a n t (Dauernvereinigung) Minister des Auswärtigen ist. Teemant, Präsident der estnischen Anwaltsvereinigung, war Vorsitzender des estnischen Rationalkongresies von 1905. Er wurde vom russischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, wanderte aus, während der Hof seines Vaters durch eine Strasexpedition niedergebrannt wurde. Teemant wurde 1918 estnischer ©enerälftaate» anwalt. Aus aller Wett. Schwere Kohrenoxydgasvergiftingc». Infolge Einströmens von Kohlenoxydgas erkrankten im Erziehunyshaufe Evangelisches Magdalenen st «ft in Deutsch-Lissa bei Breslau neun weibliche Zöglinge. Die berbeigerufenen Aerzte vermochten nur vier Zöglinge zu retten, während fünf nicht mehr ins Leben zurückge rufen werden konnten. Die amtlichen Feststellungen haben ergeben, daß für den Unfall niemand von den Erzieherinnen verantwortlich gemacht werden kann, und daß er auf einen gänzlich unvorhergesehenen Zufall technischer Art zurückgeführt werden muß. Als Todesursache ist zweifelsfrei das Einatmen von Kohlenoxydbas fest- gestellt worden, das dem Füllofen entströmt sein muß. Die überlebenden Zöglinge haben nach Wiedererlangung des Bewußtseins übereinstimmend angegeben, daß sie nichts bemerkt und nicht die geringste Uebelfett verspürt haben, sondern ruhig ein- geschlafen sind. In K ö l n sind zwei in der Nacht in die Haftzellen des ersten Polizeireviers wegen vollstäy- diger Trunkenheit zu ihrer eigenen Sicherheit eingelieferte Männer am Morgen totln den Zellen ausgefunden worden. Nach gerichtärztlicher Feststellung ist der Tod durch Einatmung von Kohlenoxydgas herbeigesührt worden . An dem zum Heizen der Zellen benutzten Ofen hatte sich das Rohr g e l ö st. Ob dieser Zustand durch eine Handlung eines der zu Tode Gekommenen herbeigesührt wurde, oder ob Fahrlässigkeit der Behörde vorliegt, wird die sofort eingeleitete Untersuchung ergeben. Wegen der großen Kälte hatte in Eilsen bei Rheine eine Familie einen ei fernen Kochtopf mit glühenden Kohlen in das Wohnzimmer gestellt. Am anderen Morgen fand man den Ehemann und einKind totin den Betten auf. Sie waren an Kohlenoxydgas erstickt. Der Zustand der Frau ist bedenklich. Wildschweine durchschwimmen den Rhein. Wie die „Markgräfler Rachr.chten" berichten, durchquerten zwei große Wildschweine in unmittelbarer Rähe eines im Dienst befindlichen Zollbeamten bei Kleinkoms den Rhein. Rach einem vergeblichen Versuch, gegen den Strom das andere Ufer zu erreichm, liehen sie sich etwa 50 Meter vom Ufer entfernt, treiben, bis sie an der K.esbank bei dem elsässischen Rheinwärterhäuschen festen Grund bekamen. Mit großer Geschwind'gkeit überquerten die beiden Tiere die Kiesbank und suchten über den Rheindamm nach dem Hard-Walde zu das Weite. Ein Giftmord? In Marienrachdorf (älnterwesterwald- kreis) ist im Sommer d. 2s. unter Anzeichen von Vergiftung eine Frau Brach, geb. Wissen aus Bergen, gestorben. Die Ursache der Vergiftung konnte damals nicht aufgeklärt werden; man nahm sogar c n, daß die Frau in einem Anfall getftiger Umuachtun; Kleesalz genommen habe. Jetzt wurde die Schwägerin der Ver iorbenen unter dem Verdachte des Giftmordes verhaftet. Der Ehemann steht unter polizeilicher Bewachung. c 11 c r ü v a i i *3 i n $ c. Heiter bis wolkig, nördliche bis westtiche Winde, kalt, meist trocken. Der Tiefdruckausläufer im Rorden ist nach dem nördlichen Skandinavien abgezogen, dagegen hat sich üaer Mitteleuropa von England her das Hochdruckgebiet stark ausgedehnt. Die beträchtlichen Tempe'aturgegensätze über den britischen Inseln (plus 7 Grad und minus 5 Grad Celsius) dürsten allerdings zur Bildung eines neuen Tiefdruck, arbels führen, der vorübergehend leichte Milderung unseres Frostwetters bewirken kann. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: minus 0,7 Grad, Minimum: minus 10 Grad Celsius. Riederschläg^ 1,4 Mm. Heutige Morgen- temperatur: minus 7,6 Grad Celsius. K- Spi' Oeihr Tür. uni Spielwal Mensch" hältnM nichts den s* Idubtn W MlhE wurde. M uon den der W Kälte nid)' Der erst letzten vie auszuh^ Dann seinen v einem flu bas, was verändert „Ist e das siroße lich m cl während i warten 91 tRabiofli des Mmd einen erf Neuheiten staunt, w Felles, a Weihnach gibt, soll werden: 3uaenb. nichts eit nis eine beliebten wachsen gemalten sicht unb i sieht. $ui jtbod) erm 120 Marl. Marl erha Ausblasen, können un Auhk gebi Puppen i ihren aus Vorjahre ihre Abne Teddybär, stammend, nassen bei 2ie 2 ?ampfma(6 idbe bleibe den die T kauft werk begreifliche Holztieren ausDedau1 Abends fa wurden sä heute wie bahnen, Bahnen k haben sink land den liefert ein Rödj Für Heir H sanf liebt vater 'Owi hebe herz Max Behrens. zurückzugewinnen. Donnerstag, den 17. ds. Mts., 8 Uhr abends Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. Dezember, mittags 2 Uhr, statt ir 11 H Weiß-u. Graustück _ P°rs-m°r jüngerer K 11 U Lahn-Kalk Buchhalterin) gl M | jll la Qualität u. Ergiebigkeit auch itn At askhtnen f drei den dnrcbauS b liefert stets nrornnt und wandert, von bieiioer Oroftbonblimn aui auch itn '.utafdjtneni tretbcn durchaus be ivandert, von bieiiaer Grohbandluna *um liefert stets prompt und ii w/a 161111111 n d 11 k Iteplo: Jaan Speyer. — Hauptdarsteller: Wilh. Dieterle, Erika Glllner, Rosa Valetti, Fri da Richard. Blandine Ebimrer, Balpb Arthur Roberts. Reinhold Sehflase!, Paul Morgan, Carl Plateo, Maria Kamradeck. — Gewöhnliche Eintrittspreiset u7e,c Generalvertretung und Kommissionslager: A Ph. Herrmann, Gießen Telephon 1165, Bureau u. Lager Seltersweg 12 H. Cafe „Astoria“ billigst iwc C. Rübsamen, Gießen, Fernsp. 1659. Rödgen, Wieseck, Steinberg, Trohe, den 15. Dezember 1925. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. Dez-» nachmittags 2 Uhr, statt 010024 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Herrn Karl Ludwig Schäfer -owie für die schönen Blumenspenden und den erhebenden Grabgesang des Gesangvereins Cacilia sagen herzlichsten Dank Frau Johanette Schäfer Witwe und Kinder. Lieh (Oberhessen), den 15. Dezember 1925. 11782D Heute nachmittag x/t4 Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Balser V. Zigarrenmacher im Alter von 78 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Katharine Balser geb. Hof Familie Wilhelm Balser Familie Georg Weimer Katharine Balser und Tochter Familie Ludwig Döll I. Familie Heinrich Kraushaar Ww. für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausstattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags Nimes«semUMis 9R1RD 2. Januar gesucht. Cchriktiche Angebote mir VebenSltnif. Zeugnissen und (Mebaltft- ansorUcheu unter 010U16 an denGießener Anteiaer erbeten. __________________ ler M »xydiMttqiftiiutzcu. 5 M Aohkiw;^tz i^tleins uberelnftitnmenb an- i bemerkt unb nitz die gelt haben, sondern chz ein- Humor. Gesangsabend 11777c Drucksachen vüerArl ftatlung ktlrein und preiswert dir Vrühl'fch« UntverfttSts Vrvckerel, 8. Lange, Sietzen, Schulstr. 7. | i in der Nacht in die i|th- olizeireviers wegen pot® fjrer eigenen Sicherheit M- orqentotin denZeli^ rb?n. Nach gerichbrM b buch Einatmung von herbeigefiihrt worden Jn M»n benutzten Ofen hatte öft Db dieser Zustand duch ° . ,u lobe Gekommenen Kohlen« und einem Personenwagen mit Werk zum Ausziehen, sowie den dazu aehörigen Schienen für sage und schreibe 90 Pf. Den Hang zum Sol« Voten spiel Hai auch die Revolution nicht einzu« dämmen vermocht, und insbesondere in den oft* und westpreußischen Provinzen bilden Kinderuni* formen, Zinnsoldaten, Bürgen, Schilderhäuser und Trommeln das Hauptgeschäft für Die Spielwaren* Händler. Der Export, der sich seit September erfreu* licherweise nicht unroefentiid) gebessert hat, verzeich* net eine seltene Erscheinung, die wohl einen politischen Hintergrund hat: Indien, das früher nur eng* lische Spielsachen kannte, läßt sich diese jetzt aus Deutschland kommen. Unsere deutsche Spielwaren- inbuftrie, die lange vor dem Kriege ihren Sieges* zug durch die Welt angetreten hatte, ist bereits wieder aus dem Wege, ihre alte Vormachtstellung Bornotizen. — LageSkalender für Mittwoch. Stadtthvater: ZVt ^Ihr „Lanzelot und Sanderein" (Ende 10 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz". Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, heute morgen meine liebe, gute Frau, die treusorgende Mutter ihrer beiden Kinder, meine liebe Tochter und Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Gote Frau Katharine Freund geb. Stein nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 33 Jahren zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: 010028 Heinrich Freund und Kinder Familie Stein Alten-Buseck, 15. Dezember 1925. Familie Heinrich Freund II. ter 01 .un98* r. 33tbttunQS?tt er° 15ölÄ?n und bäSy Amtete fiir “ biz * Me. ÄN Sfr? über gehören, tää 'Men MttÄ> K*ni*n >°i-d ff, schwedischen Vh ’h Jum 2b* yertrageg V UN wesentlichen auf 1 Locarnoverträgen. ment wählte mit 45 gegen e Äabinctt, in dem 3ot crcimgung) Minister der nant, Präsident der estni- wa, war Dvrsihender del resleS von 1905. Er wurde endjt jum Tode verurteil!, iö der Hof seiner ‘Jätete’ tion niedergebrannt wurde. eKnischer Generälsto-üe* V”. unt(.a 6«ie ♦* Aus der heimischen 3 n b u ft r I e. Eine ansehnliche Detriebserweiterung hat die Giehe- ncr Stempel* und Farbenfabrik Joseph Kreuter, Frankfurter Straße, in Der jüngsten Zeit oorge* noinmen. Anschließend an das bisherige Betriebs* gebäude hat die Firma einen Neubau erstellt, der cs ermöglichte, den früher durch empfindlichen Platz* mangel beengten Betrieb auf eine breitere Raum- grunblage zu stellen. Die Betriebsraume entfprcchen in allen Teilen sowohl in ihrer Höhe, wie im Einfall des natürlichen Lichtes und auch hinsichllich der hygienischen Einrichtungen vollkommen den Erfor* dernissen der Neuzeit. Als besonders interessant ist aus der Fabrikation des Unternehmens hervorzu- heben, daß es als größte Finna der einschlägigen deutschen Branche für die Porzellan-. Glas* und Steingutindustrie die sog. Dekorationsstempel (Ornamente. Slumcnmufter, Schriften u. dgl.) herstellt, die auch zu maschinellem Aufdruck auf Tafelservice, Gläser und sonstiges Küchcngeschirr Verwendung finden. Weiter ist bemerkenswert, daß die Erzeug* nisse dieses Unternehmens den Namen unserer Stadt weil hinaus in die wichtigsten Länder Europas und sogar bis nad) Afrika, Indien, China und Japan tragen, denn bis in jene Länder und Erdteile er- streckt sich Das Absatzgebiet für die vielseitigen Fabrikate dieses Hauses. Hieraus ergibt sich, daß die Firma in dem auf Erport eingestellten Teil der hei* mischen Wirtschaft eine beachtenswerte Stellung einnimmt. In etwa zwei Jahren kann das Unter* nehmen übrigens auf fein 25jähriges Bestehen zurückblicken. RDD. Arbeiterrückfahrkarten zu Weihnachten. Die Arbeiterrückfahrlarten werden nächste Woche bereit- am 23. Dezember, allo am Tage vor Heiligabend, ausgegeben und gelten vom Tage' vor Heiligabend oder am Heiligabend selbst zur Fahrt nach dem Wohnort der Angehörigen bis zum Montag, 28. d. Mts. einschließlich zur Rückfahrt nach dem Arbeitsort. " Eine Weihnachtsbitte zugunsten fremder Wanderer richtet der Hausvater der Herberge zur Heimat im heutigen An'-elgen- teil an die Bürgerschaft. Möge diese Ditte in weitem Ausmaß freundliches Gehör finden. •• Bestandene Prüfung. Der Dentist Hans 6. Koch, Sohn des verstorbenen Zahnarztes W. Koch, bestand in Darmstadt die staatliche Pru'ung für Dentisten nach § 123 der Aeichsversicherungsordnung. •• Eine Crzschwindlerin. Der Polizeibericht meldet: Festgenommen wurde die geschiedene Pudmacherin Helene Johanna D l o ch, geb. am 11. 3. 96 zu Berlin, die mit ihrem vierjährigen Knaben in Deutschland umherreiste. Sie nahm in Hotels und Privat'pen'ionen mit ihrem Kinde Wohnung, ohne überhaupt über Geldmittel zu verfügen. Aachdem sie eine Zech- schuld, In manchen Fällen mehr als 100 Mk., gemacht hatte, verschwand sie heimlich. In Gießen hatte sich die Schwindlerin in einem Hotel ein- quartiert, wo sich jedoch bald herauSstellte, daß sie mittellos war. Nachforschungen ergaben dann die Rotwendigkeit, die Person der Polizei zu übergeben. Die Bloch wird von mehreren Behörden wegen Betrugs steckbrieflich gesucht. Fc st genommen wurden hier, wie der Polizeibericht meldet, zwei Prostituierte weaen Llcbertretung der Kontrolloorschriften, sowie sieben Personen wegen Betrugs bzw. auf Grund von Ersuchen auswärtiger Behörden. ** Aus der Untersuchungshaft ent* lassen. Der Hilfsarbeiter Wilhelm Degen von Großen-Linden, her bekanntlich in der Notwehr seinen Later mit der Axt erschlug, ist am Samstag aus der Haft entlassen worden. WSR. Warnung vor einer Betrügerin. Die angebliche Gva Kühn, geb. am 12. Juni 1904. wohnhaft in Bürstadt, betreibt in Frankfurt a. M. und in der Umgebung Betrügereien. Sie besucht kranke Personen und gibt an, sie käme im Auftrage des Kreisgesundheit5amtes, und bietet den Leuten Tuberkulin oder Lysol zum Kauf an. Für 8 Mk. gibt sie den Käufern zwei kleine Fläschchen ihres Geheimmittels ab und erklärt, daß die andere Hälfte bereits vom Wohlfahrtsamt bezahlt sei. Nundsunst-Programm -eS ■SreinUrtrtf? Feri^erS. (Aus der .Radio Umschau".) Donnerstag, 17. Dezember: 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Haus* Orchesters: Wunsch-Nachmittag. 0—6.30 Uhr: Die Lesestunde. 6.30—7 Uhr: Die Ducherstunde. 7 bis 7.30 Uhr: Stenographischer FortbilDungskursuv für alle Systeme (Diktat von 80 Silben auswärts). 7.30—8 Uhr: Uebertragung von Kassel: Vortrag von Schriftsteller Wilhelm Ide, Kassel, über hessische Adventslieder unb -bröuche. 8.30 Uhr: Auf vielfachen Wunsch! Wiederholung: „Alt-Heidel- berg". Schauspiel in fünf Akten von Wilhelm Meyer-Förster. Neues vom alten Augsburg. Am Augsburger Dom sind dringende Renovie- r.ingsarbeiten oorgenommen worden, um den archi* tektonisch wertvollen Bau $u erhalten. Unter an* Deren wurden das Querschistdach, die Kapelle, der Westchor und die Nordseite des Langhauses einge- deckt. Die Südfassade und der Südgiebel wurden durchgreifend neu gestaltet, dos Mähwerk mußte an vielen Fenstern durch vereinfachte spitzgiedlige Form ersetzt werden. Die Erneuerung wurde nach Bildvorlagen aus dem frühen Mittelalter vollzogen, so daß der wuchtige Charakter des Augsburger Doms unverändert erhalten ist. — Das berühmte Pentingersche Haus am Domplatz in Augsbura ist gleichfalls durchgreifend erneuert worden. Die sthön gegliederte Rolokofafsade und das al» einzigartig geltende Portal bilden einen besonderen Schmuck der alten Reichsstadt Auc-burp. ** Eine öffentliche Stadtoerordnetensitzung findet am nächsten Freitig, nach* mittags 4.30 Uhr beginnend, im Stadtverordnetensitzungssaale statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Vorlagen: Neuregelung der elektrischen Strompreise; Festsetzung der Gemeinde-Hundesteuer für das Kalenderjahr 1926. •* Oberhessischer Kun st verein. Bei der am Montag stattgehabten Jahresverlosung wurden 13 Anrechlscheine im Gesamtwert von 700 Mk. und 19 im Laufe des Jahres anaetaufte Kunstblätter unter Die Mitglieder verlost. Es entfielen die Gewinne 1—13, Anrechtschetne auf Architekt Emst Schmidt (150 Gm.), Ingenieur Johann M e o e s und Juwelier Wilhelm R e u s ch (je 100 Gm.), Bergassessor Th. Petri, Kreisschulrat Fischer, Kaufmann Paul Schild, Architekt Hans Burg (je 50 Gm.), Holzbildhauer Max Berlc, Kaufmann Jughardt, Oberschwester Freise, Kommerzienrat Mueller, Stadt Gießen, Fabrikant Hermann Hammer- schlag (je 25 Gm.). Kunstblätter gewannen: Professor Dr. G tn e l i n , Bankdirektor Grießbauer, Architekt Ernst Schuchardt, Fabrik- Direktor Karl Wenzel, Zahnarzt Hau doch, Kaufmann I. Heilbronner, Kaufmann .Hd). Dilges, Reg.-Medizinalrat Dr. Szubinski, Zahnarzt Kockerbeck, Staufmann Karl Dra- bing , Frau A. Z u r b u ch Wwe., Profestor Dr. Gundel, Kaufmann Gg. Schuchardt, Frau Heddy Schön, Professor Dr. Zwick, Prokurist Karl Roth, Veterinärarzt Dr. Stein, Rektor Johann Reul, diese alle in Gießen-, Heinrich Dumur in Wetzlar. Die Anrechtscheine können zu Ankäufen in der derzeitigen Ausstellung Künstleriahr 1925 benutzt werden. Für die nächsten Montag stattsindende Ausspielung angekaufter Ausstellungswerke ist noch eine Anzahl von Losen er* hälllich. Die Gewinne werden voraussichtlich Ende dieser Woche in der Ausstellung ausgehängt werden. Turnen, Sport und Spiel. Doxkämpse in Frankfurt. Bei völlig ausverkaustem Haufe fanden gestern di« m t öpairnny erwarteten Dorkämpse im Schuman.ttheater tn Frankfurt a. M. statt, uxlche unter der vorzüglichen Leitung des deutschen Gr-Meisters A o l a u f olS Ringrichter eilten flotten Berlauf nafomex. 3m «rfben Tressen konnte der auswürtsstrebrnde Franllur-er Federgewichtler Lenz II. gegen den Berliner Sasse ein knappes LI nen t sch leben herauS^olerr Der vorzüglich disponierte O Griese, Sx-Lnateur-Meister verlor gegen den ringerfahrenen deutschen Welter- geuichtsmeister Ernst Drimm nach Punkten. Mit lebhastzer Witeilnahme versolgte das Publikum die Dvrführung Franz Dieners, des nächsten Meisterfcha^tsaesnecs van HanS Dreiten- sträter. Seine Schlagkra't bewies Dienet recht deutlich in einem C$?bluLlcn6matct> über sechs Runden gegen den bekcumten Berliner Schwergewichtler Kroger, der in der frchsten Runde, trotz der 12 Unzen Handschuhe DienerS. ausgab. Aach einer kingeren Pauk Barnen d.« Schwer- iiewichtler an die Reihe. Als erster betrat der icrüorrageiüx? Münchner Lrrdwig Haymann, Äihast begrüßt, den Ring. Jchm folgte der ausgezeichnete Kanadier. Larry D a i n s. Rach hartem Kampf, in dem Hay:nann in den ersten Rmi- drm sich recht tapser schluz, vnn der fecMten an aber nachlieh urck» in der achten bis fechS zu Boden mußte, foimte er mit Aufbietung aller Energie über die Zeit durchhalten xerb verlor nach Punkten. Wieder in Beziehungen. Dens, 15. Dez. Aus der heut« in Lausanne ob^ehaltenen e fien Tagung der deutschen und französischen Leichtathletikverbände wurde beschlossen, die Beziehungen, die feit dem AuLb uch deS Krieges bis heute uniecbrochen w->r10004 Kaffees Spezialmischung I edler Sorten Pfund Mk. Feinste Mischungen Pfund Mk. 4.40 und ^Lagerist Zahrplanänderung WZ »ur AiiShtlfe sofort gesucht. 11792 , Mietgesuche ~| SteKenangebote] gesucht. 010005 billigst 010023 *11 verL Wetzlarer Weg 8i) L 0100061 uiiiwmiiiiiniimmminiu > 4.00 4.80 1 2 I 1 2 1 2 1 1 2 1 2 1 2 2 2 1 2 1 2 Portions-Sohellflsthe... Schellfische, ohne Kopf . Cabilao, im ganzen Fisch Cabllau, im Ausschnitt.. Seelachs............ Goldbarsch............ ff. 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Grabenstrahe; m (Biegen: Marburger Strafe (üchmall, Walltor, Ostanlage (Ecke Moltke- stratze), Stadttheat r, Bleihstrahe. Finanzamt, Bahnhof; der Linie Mett (Wagen Nr. 2) in Wieseck: Friedhof, Lindenplatz, Turnstratze, Grabenstratze, Ortsausgang; in Bietzen: Marburger Strafe (Schmoll), Walltor, Schillerstraße, Oswalbs- garten, Schanzenstrahe, Bahn Hof. 117941) Pfd. 32.3) .. 32S 305, n 345, 30^ „ 26^ .. 60.9, Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule, Ortsgr.Gietzen Donnerstag, 17. Dez., abends 8 Uhr, in der Iohanneskirche Allein- mädchen Mit guten Zeugnissen ZU oertauien. 09870 Gießen, Dahuhofstraiie 62_ «rcdib uni) Pct- sPkiisAittcll Sdineeiöiiiljc Zioüklschlitteil au pctfn f. 010013 Faber, Mlchlitr22.Tel.l0W. mitbringen von Bundesschristen und Der Vorstand. der Autoomnibuslime Wieseck-Gietzen Werktags. 1 leeres Zimm ob. einfach möbl, per sofort oeincht Angeb. vnt. Nr. W nn Herso, Block- strnße 5. [11790h Konsumverein c.G. 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Wir sprechen die Hoffnung aus. datz alle diejenigen, welche sich ohne sichtbaren Erfolg bemühten, wenigstens einen sicheren Gewinn haben ia der Erkenntnis: Wer will guten Kaffee machen. Der braucht keine sieben Sachen. Farbe, Würze, Duft und Kraft Alles „Webers CarlSbnder" schafft. DaS Preisgericht bestand auS nachfolgenden vier Herren: Einem Dresdner Notar alS Obmann, einem Professor der Dresdner Hochschule alS Wissenschaftler, dem Vorsitzenden deS Neklame-Schutzverbandcs, Berlin, alS Reklamcsachmann, sowie einem Vorstandsmitglied unserer Gesellschaft. ES ist nachfolgende unwiderrufliche Entscheidung getroffen worden. Di« erste« 10 Preisträger sind: Else Seyfried, Mannheim, Waldparlstraße 22 , ... Le» Maslow, Köln, Eigelstein 84........ Julia Langenscheidt, Barmen, Eichenstratze 16 . . Margarete Thiele, Chemnitz, Stollbcrgcr Straße 33 Else Klinkcnbcrg, Duisburg, Schifferstraße 8 . . L. v. Fisenne, Charlottenburg, Kaiscrdamm 100 . . Hedwig Milde, Kamenz, Albcrtplatz 8...... 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Den Einsatz noch einmal.“ in Frankreich stattfand, elegant und pomphaft, wo der Marquis den Grafen leicht am Arm verwundete, k brr mit allem Drum und Dran, dem verschlossenen Landauer, der durch den noch dunklen W ld b.im Morgengrauen fuhr, dem feierlichen Abstecken der Plätze... Schade, dachte Franziska, der feige Stephansberger hatte sie eigentlich um ihren Ruhm gebracht. Als sie des Abends mit ihm zu spielen hatte, war sie hochmütig und verächtlich zu ihm, und er prahlte in den Pausen: „Wann i das anfangen töt’, dann hält man ja nix anderes mehr zu tun, als sich zu duellieren. Leben will ich!" Er lachte und zeigte ihr die schönen weißen Zähne, die sie an das Gebiß eines Hundes erinnerten. Sie betrachtete an diesem Abend die Menschen im Zuschauerraum durch das Guckloch und sah Hasse im ersten Rang sitzen, und sie fühlte den Abstand zwischen diesen Männern und Hasse. Würde einer allen diesen anderen sein Leben für sie setzen? Kein einziger außer ihm. Lind deshalb liebte sie ihn. eigenen Mitteln Brot. Marmelade und Käse genossen werden. Erwachsene dürfen Kauoder Schnupftabak verwenden. Die Bewegangs- zeit im Freien ist ausgedehnter, und zwar beträgt sie eine Stunde, für Jugendliche zwei Stunden. Die Hälfte der Zeit kann zu Frei- und Turnübungen verwendet werden. Die Gefangenen haben Sprecherlaubnis. Während die Desuchs- dauer in der ersten Stufe regelmäßig 15 Minuten beträgt, ist sie in der zweit eit Stufe ausgedehnter. Die Desuchssristen uird der Briesempfang sind geregelt. Als Lektüre sind eigene Bücher zur beruflichen oder allgemeinen Fortbildung zu- gelassen. Es ist die Teilnahme am Schal-, Gesangs- und Zeichenunterricht sowie an Vorträgen. die Ausschmückung des Heftraumes mit Blumen und Bildern erlaubt und der Besitz von Schreib- und Zeichenmaterial, Gedulds- und Geschicklichkeitsspielen gestattet. In der b itten Stufe find noch weitere, dem oben erwähnten Ziele entsprechende Erleichterungen eingeführt. Zellenoder Gemeinschaftshaft, bessere Raumausstattung. Anstaltskost mit Zulagen aus eigenen oder An-- staltSmitteln, Tabakgenuß — bei Gefängnisgefangenen auch Rauchtabak —, längere Dewe- gungsmöglichkeit int Freien, Einschränkung der Aufsicht. Sprecherlaubnis, möglichste Beschäftigung int eigenen Beruf. Erweiterung der Besuchs- und Schreiberlaubnis. Benutzung eigenen Briefpapiers, dauernde Belassung ausgehändigter Schriftstücke, das Halten einer eigenen Zeitung und Belassung persönlicher Bedarfsgeg.'nstände, wie Uhr. Trauring, Messer, Toilettegrgenständen und schließlich tägliche Beleuchtung der Zelle nach erfolgtem Einschluß des Gefangenen auf die Dauer von zwei Stunden, für Zuchthausgefangene von einer Stunde. Di.fe Anordnungen des Justizministeriums tragen einem Teile der Forderungen der Straivo.lstreckung.'reformer in billigem Maße Rechnung. Richt von der Verhängung einer Strafe schlechthin hangt die Dersserung eines Rechtsbrechers ab, sofern er überhaupt besserungsfähig ist — es gibt ohne Zweifel auch Unverbesserliche — sondern von der Art und W is> des Strafvollzugs. Die Unter- h l'.ung uns:rcr Straf- und Besserungsanstalten alter Art kostet den Staatssäckel jahraus jahrein außerordentlich hohe Summen. Sie sind bann auf den einzelnen Missetäter geradezu verschwendet, wenn dieser nicht durch seine erste Strafe vor einem Rückfall bewahrt bleibt. In diesem Sinne ist der Strafvollzug, d. h. die Art und Weise seiner Ausführung mindestens ebenso wichtig wie der Spruch, der die Strafe verhängt. Bei der Betätigung des Strafvollzugs kommt naturgemäß bi' aussichtssührende. verantwortungsvolle Führ errette der Anstaltsleitung zu: nicht minder wichtig aber ist die Haltung der persönlichen Aussichtsbeamten den aus den Geleisen des täglichen Lebens entfernten Gefangenen gegenüber. Diese dauernd persönlich tätigen Aufsichtsbeamten müßten Befähigungen besitzen und nachweisen, die auf ihre Eignung zu ihrem Beruf schließen lassen. Denn dieser Berus ist in höchstem Grade erzieherisch oder soll es sein. Die Befähigung des Aufsehers, des Wacht»meisters" soll und muh über die eines gewöhnlichen Türaufundzuschlie- ßers hinausgehen. Vorschriften haben erst dann einen Wert, wenn der ihnen zugrunde liegende Sinn von den zu ihrer Ausführung berufenen Beamten zur Verwirklichung gebracht wird. Und wie ein schlechtes Gesetz, von einem guten Richter angewendet, immer noch Ruhen bringen kann, ein gutes Gesetz dagegen in der Hand eines schlechten Richters Schaben stiften, so wirb es auch mit cILn Strafvollrugsvorschriften gehen. Liegt ihre Anwenbung nicht in der Hand s ilcher, denen die Kunst bei- Menschenbehandlung in er- zi.herischer Hinsicht gewissermaßen angeboren ist — und ihrer sind, wie ein jeder aus seiner Schulzeit weiß, nur wenige — oder in Der Hand solcher, die soweit irgend möglich in dieser Kunst ausgebildet sind, so wird der Staat immer wieder für zahlreiche Missetäter, die rückfällig werden, sein gutes Geld umsonst ausgeben. Hoffen wir, daß der Versuch der Strafvollstreckung in Stufen Es gab Revolution unter den Künstlern. Die Ebenhausen meldete sich nach der ersten Probe krank. Die Kolleginnen standen nach der Probe flüsternd im Vestibül zusammen, eigentlich freuten sie sich alle, am meisten triumphierte Franziska. Roch niemals war es auf der Bühne vorgekommen, dtß man rücksichtslos gegen die Ebenhausen verfuhr. Mariot aber kam am anderen Morgen und ineldete kurz, Frau Cbnthausen habe sich krank gemeldet, an ihrer Stelle sänge Fräulein Franziska Rott die Prtie. Auf allen Mienen malte sich Bestürzung, Franziskas Herz begann heftig zu schlagen. Sie war glücklich und stürzte sich Hals über Kopf in ihre neue Partie. Sie schrieb Hasse, sie könne die ganze Woche nicht ausgehen, sie habe zu arbeiten. Sie fuhr zu den Proben, lief zu ihrer Schneiderin, sonst saß sie in ihrem Zimmer Dec Professor gab ihr die Direktiven, sie wollte in dieser Rolle zeigen, was sie konnte. In ihr lebte und flammte ein Ehrgeiz, der bisher träge in ihr geschlummert hatte, aufgepeitscht von die» fen kurzen Lufthieben des neuen Taktstockes. Mariot war noch keine Wpche da, als sich schon die Meinungen für und gegen ihn entschieden hatten. Er konnte keine gleichgültigen Untergebenen oder Kollegen haben, dieser junge Feuergeist mit den temperamentvollen Bewegungen, den hellgrauen, klaren, schönen Augen, dem zurückgeworfenen Kopf, den nur eine kurze Haartolle schmückte. SKn mageres, blasses Gesicht mit dem Römerprofil hatte etwas Unnahbares. Seine Blicke irrlichterten manchmal zur Bühne hinauf wahrend einer kurzen Pause, wie in halber Zerstreuung. Er sah keine Sängerin wohlwollend an, er kritisierte nur, rügte und tadelte. Er lobte nie. Herr Wohlgemut war populär gewesen, jedermann kannte feine freundliche, weißhaarige, untersetzte Erscheinung auf der Straße. Mariot würde niemals allgemein beliebt werden, er legte auch keinen Wert dar ruf. »Ich kümmere mich nicht um das, was die Leute sagen," sagte er, „ich betrachte sie als Objekt, ich stehe über ihnen und ich weiß, das das nicht populär macht." (Fortsetzung folgt) Die Sänger und Sängerinnen auf der Äühne, die, in ihre Mäntel gehüllt, die erste Probe Hatter, setzten sich auf die Kisten zwischen den Kulissen. Das konnte ja nett werden, wenn der so empfindlich war. Das Orchester unter Wohlgemut galt für tadellos, nur in der Morgenzei- tung hatte der scharfe Doktor bosh.fte Witze über den Wohlg.inuthschen Dirigentenstab gemacht, den er mit einem Kochlöffel verglich. Die Morgenzeitung, die von Diesm Kritiken eigentlich lebte, denn jedermann hielt sie. um auf dem Fcühstückstisch eine amüsante Kritik des Doktors zu lesen, war Wohlgemuths einzigster Feind gewesen — und des neuen Intendanten Interesse lag mehr auf literarischem Gebiet. Die Proben Wohlgemuths hatten früher um zehn tihr begonnen, aber man kam nie vor halb elf. Der neue Kapellmeister machte sofort bekannt, daß die Proben Punkt zehn begännen, und er begann gleich mit der Einübung der Premiere der im vorigen Jahr angenommenen^ Oper eines auswärtigen Hofkapellmeisters, „Die Königstochter", die Wohlgemut aufzuführen immer hin- ausgeschcben hatte, weil schon zu Anfang fünf- stimmige Hirtengesänge darin vorkamen. Alle waren empört Um zehn ilfjr, zu nachtschlafender Zeit! Der Äammerfänger Drast mit feinem Eberkopf, der größte Hans Sachs Deutschlands, wie ihn die einheimischen Kritiker nannten, ein ausgezeichneter Sänger, der mit allen Theaterdirektionen in Streit geriet oder im Prozesse lag. mar, nachdem er sich mit allen Intendanten üb.rroerfen hatte, bei Wohlgemuth ?gelandet der ihn schonte und ihm seine unordent- iche Lebensführung nachsah. Es kam ost vor, daß er aus dem Dahnhofshotel zu der Probe aus dem Bett geholt werden muhte, oder dah er überhaupt nicht erschien. Wohlgemuth ließ ihn manchmal beste fen, da aber Brast grundsätzlich niemand bezahlte, fo erließ man ihm nach einer vor- züglichm Vorstellung, in der seine prachtvolle, unerschöpfliche, sichere S i.nme wieder einmal alle anderen herausgerissen hatte, meist seine Strafe. Manchmal erzürnte er sich und kündigte, nahm dieses aber wieder zurück, wenn er nüchtern war. Morgens war er nüchtern, aber dah er um halb zehn in der Probe fein sollte, war eine unerhörte Zu... j. Das Hessische Ministerium der Justiz hat mit Lrlah vom 19. Oktober 1925 Anordnungen über fen Strafvollzu in Stufen getroffen. Hiernach wirb zur Ausführung der von den Landesregie» rungen vereinbarten Grundsätze für den Bollzug r-on Freiheitsstrafen vom 1. Juni 1923 (Reichseesehblatt II S. 263), in der Zellenstrafanstalt Auhbach und im Landeszuchthaus Marien - l^loß vom 1. Rov. 1925 an zunächst Det- '»chsweis e »der Strafvollzug in stufen cingefüijrt. Er soll, so heißt es im 6v [®'fc. die sittliche Hebung des Gefangenen Da- MTd) fördern, dah ihr Ziele gesetzt werden, die rg ihm lohnend erscheinen lassen, feinen Willen luzuspannen oder zu beherrschen Je nach dem kprtfd^rcUcn der inneren Wandlung des Gelegenen wird Der Strafvollzug seiner Strenge, kntfleibet und durch Vergünstigungen, die nach pikt und Grad allmählich gelte.g-ert werden, ge- nuldert und schließlich soweit erleichtert, daß er k>cn .tiebergang in die Freiheit und zu einem ^ehmäßigeir. Leben vorbereitet. Im einzelnen ist Egendes zu sagen. Es werden drei Stufen kebtLöc'i, die — von unten anfangend — mit I, II lirb III bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich !äußerlich durch Abzeichen an der Anstaltskletdung | aoeißer bzw. gelber Metallknopf auf jeder Seite |i>s& Kragens). Ein Zuch'hausgesangener kann nach Incun Monaten, ein Gefängnisgefangener nach l'echs und ein Jugendlicher kann nach drei Mo- noten Strafzeit unter der Voraussetzung nach Stufe II aufrüden, daß er außer guter Arbeits- I Iriftung und guter Führung den ernsten und pufrichtigen Willen zeigt, sich zu beffern. Haus- l ordnungsmäßiges Verhaltes allein genügt nicht. |6inb die vorgenannten Fristen abermals Der» I flössen und ist die Hälfte der Strafzeit verbüßt. Iso ist zu prüfen, ob der Gefangene aus deo zweiten in die dritte Stufe aufrüden kann. E.n Illeberspringen der Stufen tft nicht zulässig, lieber | dos Aus rüden beschließt der Strasanstaltsdirektor ! nctch Beratung in der Beamtenbesvrechung. Das I SigebniS ist aktenkundig zu machen und dem Ibefangenen mitfluteilen. 3n Stufe 1 gibt e< grundsätzlich keine Der- günffgurgen. 1'3 ie Vergünstigungen der Stufen II und III, über | bLe unten noch kurz gesprochen werden soll, cver- b öen nur einzeln und schrittweise ge° itDcbrL Geistige Darbietungen wie Vorträge, Mufikaufführungen u. dgl. dürfen nicht zu häufig gewährt werden und sollen mehr die Förderung kdec Bildung als die Befriedigung des Unter- hrltungsbedürfnisses im Auge haben. Dauernd Ironie, völlig arbeitsunfäh ge und geistig minöer- I inertige Personen, bei denen ein Erfolg vom | ckcafvollzug nicht zu erwarten ist, ble'ben vom Strafvollzug in Stufen ausgeschlossen. Sogenannte Illeberzeugungstäter, die eine Straftat aus Titt- I sicher, religiöser oder politischer Ueberzeugung bedingen haben, verbleiben außerhalb des Straf- • rc»Ilzugs in Stufen. Für sie bleibt der § 32 der i Durchführungsverordnung in Kraft. Ihnen können llkinad) Trauringe und andere Gegenstände, von iteren eine mißbräuchliche Benutzung nicht zu be- ['uriyten ist, auf Antrag vom Vorsteher aus- Inahmsweise belassen werden. Unwürdige oder ungeeignete Gefangene l&imcn zurückversetzt werden, sogar von III un- | mittelbar in I. Ein Wiederauf steigen soll nur ■in besonderen Fällen möglich fein. Der Strafvollzug in Stufen soll lediglich Der ifrjiebung Der Gefangenen Dienen, sie vor neue I thfgaben und Ziele stellen, ihre Verantwortung I beigern und sie in ihrem Willen, in Zukunft I gesetzmäßig zu leben, festigen. Dem Verzeichnis der Vergünstigungen ent- j nefaien wir folgendes von allgemeinem Interesse: In der ersten Stufe, von regelmäßig in |3eHenbafr befindlichen Gesang nen. ist Anstalts- Itleibung zu tragen und lediglich Anstaltskost zu 8 genießen. Die Bewegungszeit im Freien beträgt, tooi Sprechverbot, 40 Minuten. On der zweiten Stufe Erd das Abeichen getragen; es ist Gemeinschafts- k’t zulässig. Zur Anstaltskost dürfen aus Franziska hatte drei Tage lang auf Hasse ii unfonft nach Der Probe gewartet. Er kam irüht. Sie wußte schon alles. Stephansberger hatte das Erlebnis dramatisch vorgetragen, la- 8ch«id über diese Rarren, die von ihm ver- |knigt batten, daß er sich ihretwegen schlagen I bitte. Ja, er fand das so komisch, dah er sich Lac nicht mäßigen konnte — ihn, Stephans- 5 terger, zu fordern, der jeden von den Zivergen ■ mit seiner Hand auf Der Stelle zu Boden ftredte. | .Tiit Säbeln von Holz und Pappe bin liH jederzeit bereit, mich Abend für Abend Mir euch zu morden, aber ich habe nicht die Ab- | liebt, mir eine Kugel in den Leib jagen zu (laJfen. weil — nun. Gott, weil eine von euch mic einmal gefallen hat. Rein, wirklich nicht..." I'qjte er. „Richts für ungut, Franzerl, aber der Ijifl echt, dem guckt der Korpsstudent aus dem :'>ilskragen heraus, den er mir da auf Den ; h ls geschickt hat. Aber ich hab' ihn heimge- I Eidt" Aber Franziska fand das nicht lächerlich, und । nukm sie die feinen dunllen Brauen unwillig ^'ammenzog. Tagte sie über die Schulter: „Wenn die echt sind, nun, das muh ich fo-gen, Stephansberger, Sie Haden sich auch „echt" benommen." Während Hasse diese Zurückweisung wie eine ihm angetane Schmach empfand, trug Franziska ben Kopf höher und schritt über Die Straße so leicht und frei, von Dem stolzen Gefühl gehoben: cs hat jemand sein Leben für dich eingesetzt. QdS machte He stolz und glücklich, es berührte die romantische Saite in ihr. Eigentlich tat es Franziska leid, daß Ste- dhrnsberger das Duell nicht angenommen hatte. Lolch ein Zweikampf wurde Dann in allen Zeitungen besprochen, ihr Rame lief, durch Die i Zeitungen weitergeg.bm, an allen Kaffeetischen te-rum. Es gab eine Tänzerin, die durch einen 3»iwelcndiebstahl berühmt geworden war, warum fie nicht durch ein Duell? Ein Duell, wie es Hof- Lich. Zwerglangshan: Karl Sch ä f e r • Bettenhausen (zwei Preise). Tauben: Blau, ohne Binden: Moritz Müller- Ober-chörgern, ilcinrid) Glöckner- Lich. Am ersten Tage war die Ausstellung sehr gut besucht, mährend die Ausstellung am zwecken Tage durch den Ausfall des vorgesehenen Schweinemarktes etwas litt — Bei zwei hiefiacn Biehhändlern wurde heute in ihren Viehbeständen dieMaul. und Klauenseuche sestgesteUt. di. Langsdorf, 15. Dez. Die hiesige Kirche verfügte feit fast einem Jahr über keine spielbare Orgel. Man behalf sich daher mit einem flarmomunu Nachdem die Drgelbauanftalt Nikolaus & Pappe in Lich im Auftrag der Kirchengemeinde bzw. des Kirchenvorstandes eine neue Orgel erbaut hatte, fand am Sonntag deren feierliche Einweihung durch den Ortsgeiftlick)en statt Die Feier nahm einen schlichten Verlauf. Nach Beendigung des Geläutes fang der Männerchor den Beethovenschen Chor: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". 2Hsdann hielt der Pfarerr an Hand der Bibelstelle Psalm 71. Vers 22 und 23 die Weiherede und übergab daraus die Orgel durch einen kurzen Weihespruch ihrem Zweck. Daraus ertönte das neue Werk zum erstenmal, und zwar zur Begleitung des Liedes „Allein Gott in der Höh' sei Ehr'". Am Schluß des Gottesdienstes trug der Gemischte Chor — unterstützt von einigen Damen und Herren aus Gießen — das wunderbare „Halleluja" aus Händels . Tleffias" vor. worauf zum Beweis der Güte und Klangfülle der neuen Orgel ein Nachspiel von Bach folgte. X ßanqb. 15. Dez. Obwohl unter Dorf in einer walbreichen Gegend liegt, wird es bis jetzt weder von Fremden ausgesucht, noch durch Zuzug von außen vergrößert. Den Grund dafür findet man wohl in der abgelegenen Lage des Dorfes bzw. in dem Mangel eines Verkehrsmittels, denn man hat bis zur nächsten Bahnstation eine Stunde zu geben. Man beschäftigt sich schm, feit Jahren allenthalben mit dem Gedanken, d'esem tiebelstande abzuhelfen. tinfere Vor'ahren widerstrebten dem Bari einer Dahn durch unser Darf, weil sie abergläubischerweise mmahmen, daß durch den Rauch der Lokomotiven die Kartoffeln faulen würden. Vor Jahren war der Dau eher Bahn von Hungen über Langd. Ulfa nach Schotten geplant, aber nicht ausgeführt worden. Se t einem Vierteljahr hegt man nun die Absicht, einen .Kraftwagenverkehr Hungen — tilsa — Schotten zustande zu bringen. Hoffentlich tragen unser neugewählter Bürgermeister und Gerne, nbe- rat zur baldigen Schaffung dieses Verkehrsmittels recht rege bei, denn ohne Zweifel würde dadurch unser Dirs bedeutend gehoben. — Auch hier macht sich d e Arbeitslosigkeit allmählich bemerkbar. Aus dem Duderusschen Eisenstembergwerk im Heckenwald bei Hungen ist wiederum ein: Anzahl Arbeiter entlassen worden, die, mangels anderweitiger Beschäftigung, nunmehr arbeitslos sind. bs. S t e i n h e i m b. H u n g e n , 15. Dez. Dieser Tage wurde der erste Gemeindeabend dieses Winters hier begangen, der in allen Teilen zu einer wohlgelungenen Deranstaltung wurde. Im Mittelpunkt der Feier stand der Vortrag von Pfarrer Dr. H e y m a n u - Rodheim über das Thema „Mt- Steinheim und seine Bewohner". Der Vortrag, der von außerordentlich tiefgründiger Geschichtsforschung zeugte, fand allenthalben lebhaften Anklang. Die Ausführungen wurden durch einige Chöre des Gesangvereins „Frohsinn"-Steinheim sowie durch Gedichtvorträge der Schulkinder umrahmt. Alle Besucher waren des Lobes voll Über den ausgezeichneten Abend. X Villina en, 15. Dez. Im Laufe Des letzten Jahres hat unser Dors durch eine beträchtliche Zahl Reubauten eine erhebliche Erweiterung erfahren, de ein De- Oberhessen. KanMi-cie (ließen. 4 Watzenborn-Steinberg, 15. Dez. Im vollbesetzten Saale seines Dercinslokals, der Wirtschaft ,r3ur Krone", veranstaltete der Gesangverein Jugendfreund unter Leitung seines Dirigenten ch. Köhler am Sonntagnachmittag sein diesjähriges W i n t e r k o u z e r t. Neben einer großen Zahl hiesiger Gesangssrcunde hatte sich eine stattliche Zahl auswärtiger Interessenten eingcsun- den. Sämtliche Darbietungen fanden starken Beifall. Alles in allem eine Veranstaltung, die dem Gesangverein Jugendfreund und seinem Dirigenten zur Ehre gereicht. cfXI o 11 a r , 16. Dez. Gestern ereignete sick) auf dem hiesigen Rangierbahn Hof ein bebauen kicher Unglücks fall. Der Rangiermeister cheinr. Wagner von hier geriet beim Rangieren, wohl infolge des Schnees und der Glätte, unter einen Wagen und wurde derart verletzt, daß sich die Ucberführung des Verunglückten in die Gießener Klinik notwendig machte. Hier wurde festgestellt, daß der Fuß abgeguetscht mar. (Das Befinden des bedauernswerten Mannes ist, wie wir auf Anfrage in der Klinik hören, den Umständen entsprechend gut D. Red.) * Londorf, 15. Dez. Dieser Tage ereignete sich am hiesigen Bahnübergang ein Unfall, der leicht hätte schlimme Folgen haben können. Ein Schlitten kam die steile Straße von Kesselbach her und rannte gegen die geschlossenen Schranken des Bahnkörpers,wobei der eine Schrankenbaum zerbrach. Der Schlitten wurde stark beschädigt und blieb mit dem Pferde und den Insassen zwischen der Schranke stehen, als gerade der Zug von Grünberg her einfuhr. Der Vorsteher konnte den Zug vor seiner sonstigen Haltestelle noch rechtzeitig zum Stehen bringen, wodurch weiteres Unglück verhütet wurde. T Grünbc-rg, 15. Dez. Der Krieger- verein hielt unter der Leitung seines Vorsitzen- den, Oberstudiendirektors Angelberger, eine sehr gut besuchte Hauptversammlung ab, zu der auch zahlreiche Gäste erschienen waren. Hierbei hielt Reallehrer K o h l b a ch einen fesselnden und sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über die Kriegsursachen, treffliche Lichtbilder illustrierten das gesprochene Wort nach mancher Richtung hin. Der Vorsitzende stellte in Aussicht, daß weitere Auf- Uärungsoorträge stattfinden werden. Anschließend wurden Vereinsangelegenheiten, wie das 50. Stiftungsfest, Wiederaufnahme des Schießens ufw., erörtert. Etwa 10 Mitglieder wurden neu ausgenommen, der jetzige Mitgliederstand beläuft sich auf weit über 100 Kameraden. )) Lich, 14. Dez. Der Geflügel- und Vogelzuchtverein Lich und Umgegend hielt gestern und heute in der hiesigen Turnhalle seine diesjährige Jubiläumsausstellung sürGeflügel undTaubenab. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte am Svnntagnachn.ittag mit einer Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Völker hier. Der Katalog wies 104 Ausstellungs- nummem auf. Als Preisrichter fungieite Herr Rübsamen - Gießen. Durch zahlreich bereitgestellte Ehrenpreise konnten folgende Züchter für ihre schönen Zuchtergebnisse mit einem solchen be- lohnt werden. Hühner Weiße Wyandottes: Wilheln' D ü r i n g e r - Ober-Hörgern. Schwarze Italiener: Jakob Lotz, Ober-Hocgern und Otto Wagner I., Ruppertsburg. Weiße Wyandottes: Wilhelm D ü - ringer, Über-Hörgern. Rebhuhnfarbige Wyandottes: Wilhelm B o m m e r s h e i m - Bettenhausen. Schwarze Wyandottes: Bürgermeister D ö 1 k e r - Lich. Blaugold - Wyandottes: Lehrer Schiefer st ein - Bettenhausen. Barnafelder: Karl R i e g g e r - Inheiden. Rebhuhnfarbige Italiener: Karl Wick- Lich (zwei Preise), Hch. R a d e tz k i - Lich, Wilh. Bom mersheim- Bettenhausen, Lehrer S ch i e f e r st e i n - Bettenhausen. Schwarze Italiener: Jak. L o tz - Ober-Hörgern, Jakob L e r ch- Lich, Jakob Lotz- Ober-Hörgern, Georg S t e u 1 - Betienhausen. Weiße Italiener: Heinrich Jäger- Ober-Hörgern. Gelbe Italiener: Karl Schäfer- Bettenhaüsen (zwei Preise). Silberbrakel: G. Meid- nicht dankbar cmpjunben Hal. us ist daher nicht zu verwundern, daß die einfache und erhebende Feier, die aus diesem Anlasse im Saale des Hotel Trapp stattsand, einen überaus starken Besuch aufwies. Namens der Stadt sprach Bürgermeister Dr. Seyd warme Worte des Dankes und der Anerkennung, namens des Bürgerhospitals der leitende Arzt Dr. Rompf und namens der Aerztcschaft Medizinalrat Dr. Nebel. Stadtpfarrer Ritter gab in seiner Ansprache einen Ueberblick über die Geschichte der hiesigen Station und gab in kurzen Zahlen einen Beweis für die überaus große Tätigkeit der Schwestern. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß auf jede der drei Stadtschwestern im letzten Jahre 1500 Besuche und 120 Nachtwachen kommen, eine Leistung, die fast übermenschlich ist, und eine Vermehrung der Zahl der Schwestern unbedingt nötig macht. Pfarrer Hickel» der Leiter der Darmstädter Diakonissenanstalt, gab in seiner Ansprache interessante Aufschlüsse über das Entstehen und die Entwicklung dieser Anstalt. Das Schlußwort sprach Stadtpfarerr lic. Gengnagel. Die Mitwirkung des Evana. Kirchengesangoereins, Gesangsvorträge von Frl. Schünemann und Violinoorträge von cand. theol. Schmidt gaben der schönen und würdigen Feier einen passenden Rahmen. — Seit einiger Zeit besteht hier eine Jugendherberge in einem zu diesem Zwecke vom Hochbauamt zur Verfügung gestellten Raum der alten Wache um Burgtor. Mit großer Mühe ist es den Vorständen der hiesigen Jugendoereine gelungen, den ziemlich dürftigen Raum einigermaßen auszugestalten und zwölf Betten aufzustelleo. Aber keinesfalls kann die letzt bestehende Herberge als genügend betrachtet werden, da oft größere Gruppen in dem von jugendlichen Wanderern stets gern besuchten Friedberg Einkehr hallen und deshalb oft zurückgewiesen werden müßen. Vor allem wäre es nötig, durch zwei getrennte Räume auch für die weibliche Jugend zu sorgen. Es hat sich deshalb ein aus Mitgliedern aller Bünde bestehender Ausschuß gebildet, der es fick) zur Ehrenpflicht gemacht hat, diesen längst gehegten Wunsch zur Ausführung zu bringen. Diesem Ausschüße gehören u. a. an Pfarrer lic. Gersten- mayer, Oberregierungsrat Hoos, Dr. med. Balser, Bankbeamter Kegel, Lehrer Stumpf und Zeichenlehrer Siegler. Man hofft, daß die Stadt und Bürgerschaft für diese Sache das nötige Verständnis zeigen werden, außerdem ist geplant, im Frühjahr hier eine Herbergswerbewoche abzuhalten, zu der die Jugendgruppen sämtlicher Bunde in Hetzen und Hessen-Nassau eingeladen werden. £2 Nieder-Florstadt, 15. Dez. Bei der Viehzählung am 1. Dezember hatte unsere Gemeinde: Pferde 100 (bei der vorigen Zählung 95), Rindvieh 456 (452), Schafe 2 (38), Schweine 706 (684), Ziegen 571 (563), Gänse 751 (728), Enten 106 (100), Hühner 3330 (3120), Kaninchen 109 (107), Bienenvölker 31 (32). — In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, die zur Verbesierung der als Autohalle seither benutzten Hofreite aufgewendeten 1974 Mk. mit 1500 Mark von der Gemeinde Oberflorstadt zurückzufordern. Die Kleinrentner, die der Kreis nicht mehr unterstützt, werden von der Gemeinde übernommen. Auf Antrag wurden einer Frau für Ankauf von KartoMn 30 Mk. bewilligt, weil durch den Bau der Autohalle ihre Ernte auf einem Pachtstück vernichtet wurde. Um festzustellen, ob der Heizer nicht richtig heizt, wird die Bedienung der Dampfheizung in der Neuen Schule auf Probe einem andern übergeben. B Rodheim n. d. H., 15. Dez. Im überfüllten Saale des Gasthauses von Hayn am Bahnhof hielt der evangelische Frauenverein seinen sehr gut besuchten Weihnachtsfamilien- abend mit anschließender Verlosung der von den Mitgliedern gestifteten Gewinne ab. Die Vortrags- folge wurde ausschließlich von Dereinsmitgliedern bestritten und brachte in bunter Abwechslung Ge- dichtvorttäge und Deklamationen, ein biblisches Spiel und mehrere Weihr.achtsstücke. Die Ansprache hatte der Ortsgeistliche übernommen, der auch die Leitung des Abends hatte. Besondere Beachtung fand die Gesangsabteilung des Frauenvereins mit ihren Weihnachtschören, die unter Lehrer Alles als Dirigenten wirkungsvoll zum Dortrag kamen. Im Laufe des Abends überreichten die Sängerinnen als Dankeszeick-en für seine Mühe dem Dirigenten eine größere Figur, die die Gestalt des segnenden Christus nach Thorwaldsen darstellt. Vier lebende Bilder aus der Weihnachtsfeier beschlossen das Programm, das bereits am Nachmittag schon der Rodheimer Jugend bei freiem Eintritt gezeigt worden war. Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Dach dem I alienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 by QL Scherl G. m. b. H., Berlin. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. So sagten sich die drei Störche, glücklich, Heimatluft zu atmen. Gin Dach? Wahrhaftig, ein richtiges Dach! Kaum erblickt^ flogen sie, ohne ö:e Einladung abzuwarten, hmauf, ließen sich auf dem Giebel nieder und zogen ein Dein in die Höhe. Ein Freudengeklapper ertönte. Darauf verfielen sie ohne weiteres in die storchen- übliche gelassene Haltung, die den Eindruck erweckt, als hätten sie nur den einen Wunsch, zu schlafen: Das geht unS die Welt an! Sie waren ja so müde. Die Türe öffnete sich und höflich grüßend, die Mühe in der Hand, erschien der große Einsiedler. „Wie ich sehe, haben eure Reittiere schon den Stall gefunden." Er lachte über seinen Witz und zwinkerte mit den Augen. Ein leutseliger Alter, trug er eine lange graue Kutte und hatte eine Flöte umhängen. Wenn man ihn sah, begriff man ohne weiteres, warum er fein Höhlenhaus nicht größer gebaut hatte, er war nämlich, seinem Damen zum Trotz^ der kleinste, verhutzeltste und ver- schrumpNeste aller Greise. Auch daß er in vollkommener Einsamkeit lebe, konnte man nicht behaupten, denn außer der Aachteule hatte er noch eine Kröte, eine Fledermaus und einen gezähmten Leuchtkäfer als Hausgenossen. „Seid gegrüßt!" rief der Alte, als die kleine Reisegesellschaft, den Schnee von den Kleidern klopfend, vollzählig versammelt war. „Ich erwartete euch, habe schön warm gemacht und ein gutes Essen vorbereitet; denn ich weiß, daß unter euch gewisse kleine Leute sind, denen schon bange der Magen knurrt. So ist's dock), wie?" Karl der Große warf Hans Sachs einen Blick tzu, Hans Sachs schaute Kimigunde an und alle älreis Büdingen. y. Bad-Salzhausen. 15. Dez. Hier sind seit einigen Wochen Bestrebungen im Gange, in unserer Gemarkung die Feldbereinigung durchzuführen. In den letzten Tagen wurde den Gutsbesitzern ein derartiger Antrag übermittelt. Manche haben den Antrag nicht unterzeichnet, weil sie erst noch nähere Grundsätze für das bevorstehende Unternehmen hören möchten. Denn hier liegen die Verhältnisse wesentlich anders als in den angrenzenden Gemarkungen Dorsdorf, Geis-Ridda, Ridda und Kohden, in denen die Bereinigung schon stattgefunden hat. Ein sehr großer Teil des Grundbesitzes in unserer Gemar" kung gehört dem Staat. Von hier kommen dann nur noch das Roth'sche Gut und zwei Privatleute mit einem Besitz von 4 bis 5 Hektar in Betracht. Die übrigen Einwohner unseres Badeortes besitzen nur so viel Lind, als sie zum Anbau ihrer Gemüse und Küchengewächse brauchen. Die Ausmärker, die in den oben genannten Gemeinden wohnen, überwiegen ganz bedeutend mit ihrem Besitz die Antragsteller von hier. Ferner ist zu bedenken, daß die Gemeinde Bad- Salzhausen außer dem Friedhof nicht einmal einen Hektar Land besitzt. Die Kosten^ werden demnach in der Hauptsache die Ausmärker zu tragen haben, denen dann aber auch die Gewißheit gegeben werden muß, daß ihre wertvollen Grundstücke in der Rähe der Brunnen und des Gradierwerkes oder innerhalb des von der Försterwohnung bis zum Geis- Viddaer Kops reid)enden schon teilweise bebauten Gebietes ihnen auch wieder — allerdings in bereinigter Form — zugeteilt werden. Mit einer Verlegung ihres Besitzes an die Gemarkungsgrenzen, wie 'es schon öfters in anderen Gemarkungen vorgekommen ist, werden sie sich nicht einverstanden erklären. )( Orten berg, 14. Dez. Im Mauergarten- faal sprach gestern abend Kapitän a. D. o. Sen- den in gutbesuchter Versammlung, die von Lehrer Roß begrüßt und geleitet wurde, über „Die Erlebnisse und den Werdegang eines Seemanns vom Schiffsjungen zum Kapitän". In schlichter, aber überaus fesselnder Weise gab der Redner in dem erften Teil des Abends einen Ueberblick über feinen eigenen Werdegang. Im zweiten Teil des Vortrags führten zahlreiche schöne und klare Lichtbilder die Zuschauer durch die ganze Welt. Streik Schotten. ♦ Eichelsdorf, 15. Dez. Der durch seine Arbeit vor vier Jahren in unserer Gemeinde bestens als volkstümlicher Redner eingeführte Volks- Missionar Walther aus Beuern hielt hier wiederum vom 10. bis 13. Dezember Evangelisationsvorträge. die eine von Abend ;u Abend wachsende Zuhörerschar fanden. An Hand seiner Themen „Es muß anders werden", „Erziehungsratschläge", „Mach' dich zum Sterben bereit", „Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend", ,Lanket nicht auf dem Wege", „Wie willst du dich entscheiden?" verstand es der Redner ganz vorzüglich, die Jugend, die Eheleute und die Alten innerlich zu packen und aufzurütteln. Missionar Walther, das oberhessische Bauernkind, begabt mit feinem Gefühl für alles, was das Herz des Dorf» vewohners besonders bewegt, ist wie wenige berufen, dem Landvolk in unserer verworrenen Zeit ein religiöser Erwecker zu sein. Die Schuljugend, der immer und immer wieder unsere verlorenen Kolonien als unbedingt erstrebenswertes Ziel vor Augen gestellt werden müßen, wußte er ganz prächtige Bilder aus Kamerun darzubieten. In unserem Filialdorf Ober-Schmitten hiell Missionar Walther die gleichen Vorträge. -8- Herchenhain, 14. Dez. Heute fand endlich die Bestätigung des neuen Bürger- m e i ft e r s , Ernst Linker, durch den Kreisdirektor, Geheimrat B ö ck m a n n , statt. Damit schließt ein Stück Herchenhainer Dorfgeschichte, das für die Beteiligten nicht gerade erfreulich war. Nack) zweimaliger Wahl, die immer mit großer Mehrheit für Linker ausging, wurde die letztere vom Kreisaus- schuß für gültig erklärt. Dagegen wurde beim Provinzialausschuß Widerspruch erhoben. Die Sitzung war schon auf vergangenen Samstag anberaumt. In letzter Stunde — 3 Tage vorher — nahmen die Reklamanten ihre Beschwerde zurück, so daß das Urteil des Kreisausschusses rechtskräftig wurde. Darauf erfolgte nun die Bestätigung des neuen Ortsoberhauptes. (b. Aus dem Vogelsberg, 15. Dez. Nachdem die erste Kältewelle dieses Winters drei seihen auf Krachauf, der zu zittern und mit den Zähnen zu klappern begann. „Krr — krr! Ära — fra!“ schluchzte er. „Ich kann nichts dafür, der Wind ist daran schuld, der Wind..." „Hör' doch mit dem Zähneknirschen auf! Du wirst dir sonst deinen Zopf zerbrechen und hier ist kein Pelzmärtel, um ihn zu leimen“ sagte mit gütiger Schelmerei der Greis. „Erzähle lieber der Reihe nach, damit ich aus der Geschichte klug werde." Aber dem Munde des unglücklichen Krachauf entrang sich nur ein zerknirschtes und konfuses Kra-kra! nach dem anderen, so daß Kunigunde einspringen mußte. Der Einsiedler hörte ihr aufmerksam zu und schüttelte ernst den Kopf. „Ein bö^es Abenteuer! Eine Ruh in den Bergen zu finden, das ist wie eine bestimmte Muschel aus dem Meer holen, dazu braucht es einen Mann, der sicher ist, siebentausend Jahre alt zu werden." „Und wo wäre dieser Mann zu finden?" fragte Kunigunde harmlos, schämte sich aber sogleich ihrer Einfalt und war arg froh, daß der Rürnberger Trichter es nicht gehört hatte. .„Immerhin", begann der Alte wieder, „wollen wir nicht verzweifeln. Eine Ruh bleibt immer eine Ruh und kann nicht aus der Welt verschwinden. Irgendwo wird sie fein." Ein magerer Trost, dachten die drei Führer der kleinen Gesellschaft. Um sich aber nichts merken zu lassen, denn sie hatten einen großen Re.pekt vor dem Alten, stellten sie jetzt ihre Gefährten vor und bei jedem entfuhr dem Einsiedler ein Oh! der Freude und Bewunderung. Oh, diese schönen Soldaten! Oh, die zierlichen Mari net en! Oh, was für ein lieber Dackel, ein Pudel, cm Windhund! Er bekam selten Besuch in seiner Höhle. „Da hat sich ja eine ganz treffliche Kumpanei zusammengefunden," lobte er und ein sonniges Lächeln huschte über feine Züge. Wenn wir wollen, können wir sogar Theater spielen. Ich keime viele lustige Stücke, und da es einen langen Winter geben wird und wir das Haus nicht verlassen können ..." hinter uns liegt, lassen sich die F r o st s ch ä d e n dieser Tage einigermaßen überschauen. Die erste Frostnacht, die ganz überraschend tarn, brachte viele Wasserleitungen zum Einfrieren, die z. T. heute noch nicht benutzt werden können. Durch unsachgemäßes Auftauen sind viele Rohre zum Platzen gebracht worden. In vielen Kellern, besonders in älteren Fachwerkhäusern mit leichtem Unterbau, sind die an den Wänden lagernden Kartoffeln und Dickwurz erfroren. Die nickst durch Baumschützer oder Stroh umhüllten stärkeren Obstbäumchen wurden bereits von den Hasen benagt. Die Winterfrucht, die unter der dicken Schneedecke geschützt lag, hat nicht gelitten. Die mildere Witterung der letzten Tage hat ober die an sonnigen Abhängen liegenden Aecker ihrer Schutzdecke beraubt, und bei wieder stärker eintretendem Frost ist die hier wachsende Saat gefährdet. Die Verluste, die der W i l b b e ft a n b erlitten hat, ebenso die durch „Schneebruch" entstandenen Beschädigungen jüngerer Fichtenschonungen lassen sich noch nicht feststellen, da der in den Wäldern ziemlich hoch liegende Schnee jede genauere Beobachtung unmöglich macht. Gar nicht selten sind auch die „Fälle", daß Menschen auf den von Schnee entblößten vereisten Straßen zu Fall kamen und mehr oder minder schwere Verletzungen und Quetschungen bavontrugen. Kreis Alsfeld. I. Alsfeld, 15. Dez. Der Verband der hessischen land w. Genossenschaften und die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft hatten die Verwaltungsorgane der im Kreise Alsfeld bestehenden Genossenschaften, soweit sie das Warengeschäft betreiben, zu einer Bezirksbesprechung nach hier in das Gasthaus „Mainzer Hof" eingeladen. Die Versammlung war überaus stark besucht. Bürgermeister Schröder- Elbenrod leitete die Sitzung. Direktor B e r g» Darmstadt gab in längeren Ausführungen einen Ueberblick über die wirtschaftliche Krise. Er gab den Genossenschaften Hinweise, wie sie sich in dem Gefahrenzustand zu verhalten haben, damit sie diese Krise, die für die Landwirtschaft die schwerste seit hundert Jahren sei, und deren Ende nicht vorausgesagt werden könne, überwinden. Der Grundgedanke seiner Rede war der Mahnruf: Zurück zur Einfachheit, Einschränkungen sich auferlegen, wo es nur irgend möglich ist! Auch die Zentralgenossenschaft habe sich zu einem Abbau der Lager entschließen müssen. Die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren um sich gegriffene Dezentralisation müsse heute wieder einer straffen Zentralisation weichen. Die Hauptaufgabe der Genossenschaften sei, sich gesund zu erhalten! Sodann hielt Direktor Straßburger- Darmstadt eine beachtenswerte Rede. Er warnte die Landwirte, zu größeren alten Schulden noch neue hinzuzufügen, und wies besonders auf die schwerwiegenden folgen hin, die das Eingehen von Wechselverbindlichkeiten nach sich ziehen könne. Im Vordergrund des Interesses stand die von der Zentralgenofsenschaft für den 1. Januar 1926 vorgesehene Schließung des Alsfelder Korn- Hauses. Direktor Berg erstattete eingehend Bericht über die Gründe und Erwägungen, die zu dieser einschneidenden Maßnahme geführt haben. In der Deoatte ging ein Sturm der Entrüstung durch die Versammlung über den Beschluß der Zentralgenossenschaft, das schon vor dem Kriege gegründete Alsfelder Kornhaus jetzt eingehen zu (affen. Sämtliche Redner gaben ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß das Lager in Alsfeld unter keinen Umständen geschloffen werden dürfe. Es fei eine moralische Pflicht der Zentralgenosienschaft, daß sie diesen Beschluß wieder rückgängig mache. Direktor Berg erklärte sich außerstande, irgendwelche Versprechungen in dieser Angelegenheit zu machen. Zuletzt gab der Revisionsbeamte, Eidmann - Lauterbach, den Verwaltungsmitgliedern der Genoffenschaft bekannt, wie sie sich in der Aufwertungsfrage zu verhalten haben. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 15. Dez. Der hiesige Kriegerverein kann auf 50 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Kameradschaft und Vaterlandsliebe wurden in diesen langen Jahren stets gepflegt und geübt. Seine Mitglieder setzten sich aus allen Kreifen der Bürgerschaft zusammen, und wenn es galt, den nationalen Gedanken in die Tat umzusetzen, da stand der Kriegerverein ip unserer Stadt allezeit an der Spitze. Aus eine reiche Vereinsgeschichte kann der Verein blicken und stolz darauf fein. Von seiner Gründung an lag die Leitung des Vereins in den Händen bewährter Männer, die in dem öffentlichen Leben unserer Stadt eine führende Stellung einnahmen. Die 50. Jubiläumsfeier war von dem jetzigen rührigen und verdienstvollen Vorsitzenden Obersteuersekretär L ö - ch e l und dem Vorstande aufs beste vorbereitet worden. Das zeigte sich fdjon bei der Vorfeier am Samstagabend in der schön geschmückten und von Festteilnehmern vollbesetzten Spieß-Turnhalle. Den musikalischen Teil hatte der hiesige Musikverein übernommen, der unter der verständnisvollen Leitung Mei st er Rönicks ganz Vorzügliches leistete. Dasselbe darf von den Gesangsoorträgen des Männergesangoereins Liederkranz, den Darbietungen Der Männer- und der Damenriege des hiesigen Turnvereins und den Darstellern in den Aufführungen „Und neues Leben blüht aus den Ruinen^ und „Deutsch das Herz und deutsch der Vater Rhein" gesagt werden. Ein mit großem Beifall aufgenommener, zur Feier gedichteter Vorspruch unseres früheren Oberpostmeisters K. Schirrmann eröffnete die Feier, worauf der 1.Vorsitzende, Obersteuersekretär Löchel, die Gäste, unter denen sich der Präsident der Krieger- tameradschaft .Hassia", Ober ft J6 chliephake , sowie die Vertreter der Behörden"'und Vereine unserer Stadt befanden, aufs herzlichste begrüßte und in begeisterten und beredten Worten von der Aufgabe und dem Ziele des Vereins sprach. Der schöne Verlauf dieser Vorfeier ließ auf ein gutes Gelingen der eigentlichen Festfeier am Sonntag schließen. Zum Festgottesdienst hatte sich der Verein und eine große Gemeinde in der Stadtkirche versammelt. Zusammen mit dem Musikverein wirkte der Kirchengesangverein unter Lehrer Kalb- f I e i f d) 3 vortrefflicher Leitung mit. Die Predigt hielt Dekan Schlösser über den 46. Psalm. Einen überwältigenden Eindruck machte am Schlüsse des Gottesdienstes das unter Musik- und Orgelbegleitung von dem Kirchengesangverein und dem Kinderchor vorgetragene Niederländische Dank- gebet. Im Anschluß an den Gottesdienst marschierte der Verein zu einer Gedächtnisfeier für die verstorbenen Kameraden nach dem Friedhöfe. Nach einer Ansprache von Dekan Schlösser legte Cberfteuerfefretär Löchel zu ehrendem Gedächtnis der Verstorbenen einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Mit dem Liede „Ich hott' einen Kameraden" schloß die ernste und würdige Feier. Ein gemeinsames Mittagessen in der Turnhalle vereinte am Mittag die Kameraden und ihre Gäste. Bei der Feier am Nachmittag tarnen nach Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden und der Ansprache von Pfarrverwalter Kn eil die Vertreter der verschiedenen Behörden und Vereine zu Wort, die alle dem Kriegeroerein zu seinem goldenen Jubiläum ihre Glückwünsche aussprachen. Auch eine Reihe von Auszeichnungen wurden dlirch den Vorsitzenden der „Hassia" bekanntgegeben. Der Verein selbst ehrte die noch lebenden sechs Mit- gründer des Vereins dadurch, daß sie zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Ein geselliges Beisammensein vereinte am Abend noch die Festteilnehmer. Es war ein wohlgelungenes Fest, das der Kriegerverein Lauterbach bei der 50. Wiederkehr seines Gründungstages feiern konnte und das allen, die es mitfeierten, eine bleibende Erinnerung fein wird. Starkenburg. " Darmstadt. 15. D^. Zu dem Explv- fiondunglüd in Schönbe r g bei Bensheim (wo der Deirzinbehälter eines Autos explodierte) ist noch zu melden, bah 14 Personen Brandwunden erlitten. Der 15 Jahre alte Sohn des Maurermeisters Wienbold ist feinen CB er - leöungen erlegen. Ein anderer Junge hat das Augenlicht verloren. Mehrere Personen schweben noch in Lebensgefahr. WSR. Groß-Gerau, 15. Dez. In der ©emarfung von Krumstadt tour^ bei Ausschachtungsarbeiten das Skelett eines mächtigen hirschartigen Tieres mit einem Geweih von etwa 1,85 Meter Länge gefunden. Sachverständige des Darmstädter Musiums stellten fest, daß das Tier vor ungefähr 7 000 '^Jahren gelebt haben dürfte. Der Fund wurde oem Darmstädter Museum überwiesen. Preußen. Kreis Wetzlar. •O Lützellinden, 15. Dez. Bei einem in dem kleineren Teile der hiesigen Feldmark abgehaltenen Kesseltreiben auf Hafen wurden 50 Hasen und eine Wildente erlegt Erschrocken blickten sich seine Gäste an. „Wie?" stammelte Kunigunde. „Ich meine,“ sagte ge.ajen der Einsiedler, „daß ihr euch vor dem Morgengrauen nicht wieder auf den Weg machen könnt und bis der Morgen graut, wird der Schnee den Eingang zur Höhle verweht haben, dann sind wir im Fels begraben. Hört ihr den Schneesturm draußen?" Born Dach herab klapperten die Störche Zustimmung, sie ffcürten es bis in die Zehenspitzen, wie der Ciswind über die Kämme strich. „Dann sind wir verloren", stöhnte Kunigunde, die Hände aufs Herz gedrückt, bereit, in Ohnmacht zu fallen. „Im Gegenteil", jubelte Hans Sachs, der blitzartig alles begriffen hatte: Warum die Ruh herabfallen mußte, warum es zum Streit kommen mußte zwischen Karl dem Großen und Krachauf und damit zum Erscheinen der Rachteule. Pelz- märlel und kein anderer halte diese Zwischenfälle künstlich herbeigesuhrt, um die Störche zu veranlassen, an der von ihm vorgesehenen Stelle niederzugehen, bevor sie der Schneesturm überraschte. „Wir sind gerettet“, wiederholte Hans Sachs, und können getrost das Tauwetter abwarten I" e Niemand verstand sich besser aufs Geschichtenerzählen, auf Schnurren und Schwänke als Hans Sachs. Schon zu feinen Lebzeiten machte ihm das den größten Spaß und nachdem er gestorben und von seinen Mitbürgern feierlich auf dem Iohannes- friedhof beigeseht worden war, wer hockte in einem Winkel des Zimmers und horchte zu, wenn an den langen Winterabenden die Mütter und Großmüt.er vor dem warmen Ofen seltsame Geschichten und Märchen in große Kinderaugen hin- einerzählten? Hans Sachs. Er konnte es nicht unterlassen, wenigstens als Geist in seinen lieben Rürnberger Stuben zu verkehren. Jetzt, wo er wieder lebte, wenn auch nicht gerade in Fleisch und Blut, so doch in Holz und Tuch, Pappe und Lack, wo er wieder eine Seele hatte wie jener Hans Sachs von damals, kann man sich vorstellen, mit welcher Lust er aufs neue zu fabulieren an- fing, seine alten und doch immer schönen Geschichten, Schnurren und Schwänke wieder aufgriff. Ich kann es ihm nicht verdenken. Er wußte sehr wohl, daß in den alten Geschichten, die nur erfunden zu fein scheinen, um die Leute in Verwunderung zu sehen, viel Wahres enthalten ist. Cs gibt ja nichts Wunderbares, bas nicht bewiesen werden könnte, nur fehlt manchmal die Gelegenheit dazu, und wer sich rühmt, an die wunderbaren Geschichten nicht zu glauben, ift mehr bedauernswert als schlau. Denn dann muh er entweder blind oder taub sein oder nie etwas erlebt haben. Fragt nur einmal Schneewittchen, ob es ein Zwergenhaus gibt oder nicht! Oder Rotkäppchen, ob der Wolf nicht die gleiche Stimme hat wie die Großmutter! Oder Schneeweißchen und Rosenrot, ob sie niemals einem Ungeheuer begegnet find, das sich, als es von einem tapferen Mädchen auf die S.irne geküßt wurde, in einen wunderschönen Königssohn verwandelte! And der große Einsiedler war, wie Hans Sachs sofort erkannte, kein anderer als der geheimnisvolle Rattenfänger von Hameln, der bann später so übel verleumdete Flötenspieler. Hier muh ich gestehen, daß ich an den Schluß der Geschichte nie so recht geglaubt habe: denn ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Mensch, der so zauberhaft schön die Flöte zu blasen versteht, eine so schwarze Seele in sich tragen soll, wie man sie ihm zuschreibt. Ich denke mir vielmehr, der geheimnisvolle Fremde werde nach dem ihm widerfahrenen Anrecht die Stadt auf demselben Wege, den er gekommen war, verlassen und sich dabei seinen Schmerz über die Andankbarkeit der Menschen von der Seele gespielt haben. And diese gramvolle, aber nachsichtige Weise verführte wohl die ihm nachlaufenden Kinder. In ihren unschuldigen Herzen mußte das Gefühl übermächtig werden, ein Mann, der die Riederträchtigkeit der Menschen nur mit einem unendlich rührenden Flötenspiel vergelte, könne nichts anderes sein als ein guter Zauberer. And so verzaubert folgten sie ihm nach. Wer weiß, in welches glückliche Land er sie führte. So dachte auch Hans Sachs und sprach deir Einsiedler kurz entschlossen daraufhin an. Deor huschte ein Lächeln über das verwitterte Gesicht- (Fortsetzung folgt.) Doublet^- hatte- Sonntag J® L neuen JnduslE Detc'l'A in Agent-Ä siödlM % LÄrisUl auf Die AW in der letzt- jchr'tte. 3" « vor. einer W unterstützten ( gestiegen. W viel höher- ab lommt, da du und Üßertsbet losigkeit start' lid) Erwerbs zum Ausdru-t bisher günst eine starke w der Stadt Du flen Arbeitsm aber 6000 < auch, datz in suchenden setz nen Stellen die Erwerbs, in der Hfyinp ousgleichMe btrs ungünjlH Mer für die gebraut werde Die Eründl Ausmaßes lie trachtet, spielt der Jahreszeit desonders start Unternehmung Hoffnung aus haben, jetzt ei tichkeiten ersch turbessening b denken ift. 21m bin an fid) bas ist, macht natür dcr Eiseninbust Mainenten liec Ausschlaggeben 'Verschiebung i sich besonders Bergbaues a törennstoffverb find diese Mo, in der üortt stimmten Äet Äussuhrbedars vor einer völ! sehen. In bei d'e srachtlch "einen Eisen rauben. Achr /wie 3.3. । (JWfädjlid) Mittel ihrer f v'e eifenoerarl Verschiebungen ^egszeit sich baut haben Zeugnissen ihre, 'ndustrie sei tb 9en m her g Tertilgewe »oghdjteiten et "..Schon diese W einer Hesse "chnen ist. (? ** Zeit e bringt, ba Die WrfoM ® Weil »ero ** en, nUt m ^nne nti IlenMs verM tinb in ure folgt) < Großrechtenbach. 15. Dez. Bei feinem gestern hier ftattgefundcnrn Kessel- unb Waldtreiben auf Hasen und Füchse Wurden von 15 Schützen 55 H a s e n und 2 Füchse erlegt. Auf die beiden Füchie machte der Rentner Ortenbach Den Wetzlar eine ©Dublette. Die Jagd ist an den Fabrikanten Friedrich Hollmann zu Wetzlar verpachtet, der bisher so gut wie noch keine Hasen geschossen hatte. Maingau. 0DSR. Frankfurt a. M.. 15. Dez. Am Sonntag hat hier die Grundsteinlegung der neuen F r i ede n s k i r ch e im westlichen Industrieviertel an der Frankenullee unter gro» 6er Beteiligung der Gemeindemitglieder, sowie in Gegenwart von Dertre.ern der kirchlichen und städtischen Behörden in feierlicher Weise ftait- gcfunden. .Das neue Gotteshaus, das nach einem Entwu.f des F.an.furter Archite trn Dlatt- ner erb.ul wird, dürfte In etwa l‘/2 Jahren s.itiggestcllt fein. — Der Stadtsekretär Paul Dresde aus Schwanheim hat beim Städtischen Jugendamt, wo er beschäftigt war, etwa 50 — 70 000 Mk. unterschlagen, die er mit Frauenzimmern und im Spiel verbrachte. Dresdr ist flüchtig. Frankfurter Dorfe. lEigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a.M., 16. Dez. Tendenz: Befestigt, später abgeschwächt. — Nach der gestrigen Abschwächung war die Börse heute etwas zuoersichtlicher gestimmt. Die Aktienmärkte eröffneten über- wiegend in befestigter Haltung bei nicht ganz einheitlicher Kur-gestaltung. Die Spekulation zeigte heute etwas mehr Kaufneiaung, wobei sich das Interesse besonders aus Schisfahrts > und Montan- a 11 i c n konzentrierte. Verstärkte Nachfrage bestand besonders für S ch i f f a h r t s a k t i e n, die erneut begünstigt waren durch eine Prefseausiaffung, wo- nach die Entschädigungen für die Schisfahrtsgesell- schäften sich günstiger gestalten würden, als man bisher annahm. Daraufhin konnten Hapag auf 91 und Nordd. Lloyd auf 93 anziehen. Auch für M o n t a n - werte stellte sich etwas Kauflust ein bei leicht gebesserten Kursen: doch lag der Markt nicht einheitlich. Die Aktien der Farbengruppe waren weiter gedrückt, die Rückgänge waren aber nur geringfügiger Art. An ilinwerte verloren etwa 1 Prozent, Höchster 0,5 Prozent. Geringes Interesse bestand für Elektrowerte, die Kurse waren gehalten. Bankaktien verkehrten ruhig in behaupteter Haltung. Discontogesellschaft gaben etwas nach. Autoaktien lagen behauptet, Zuckeraktien schwächten sich weiter ab. Am Kassamarkt der Jndustriepapiere konnten viele Wette nicht zur ersten Notiz gelangen, da Käufer kaum vorhanden waren. Deutsche Anleihen waren zunächst etwas lebhafter im Geschäft, die Kurse aber kaum verändert. Schutzgebietanleihe 4,6. Am Auslandtentenmarkt ist für Türkenwerte ein kleiner Tendenzumschwung zu verzeichnen dadurch, daß der Völkerbund in der Mossulfrage eine für die Türkei ungünstige Entscheidung gefällt hat. Die Türkenwerte blieben aber trotzdem ziem- lich widerstandsfähig, so daß nur kleinere Einbußen zu verzeichnen waren. Der Freiverkehr war fast ohne Geschäft. Benz 26, Brown Boveri 53, Entreprise 8, Growag 36, Krügershall 72, Ufa 51, Unterfranken 50,5 Prozent. Der weitere Verlauf war durch große Geschäftslosigkeit sehr beeinträchtigt, die Kurse schwächten sich mehr ober weniger ab. Am Geldmärkte ist eine leichte Entspannung eingetreten. Tagesgeld 9 Prozent, Monatsgeld 9,5 bis 11 Prozent, je nach Adresse. Bankdiskont 7 Prozent, Jndustrieakzepte 9 Prozent. Im Deoisenverkehr sind gegen gestern keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Paris lag gegen London mäßig erholt auf 134,50. London notierte gegen Kabel 4,847/s. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 16. Dez. Die Börse begann allgemein in freundlicher S timmung. Anlaß hierzu war die im Laufe des Vorrnitbags- verkehrs eingetretene Besserung des französischen Franken, ter sich gegen London auf 131,50 erholte. Besonders Montan- aktien profitierten hiervon. Auch für Schiff- fahrts - und Freigabe werte bestand wieder günstigere Meinung, so daß dieser gestern etwas vernachlässigte Markt wieder in den Vordergrund trat. Die übrigen Aktienmärkte lagen nach wie vor darnieder. Die geschäftliche Stagnation führte gegen Schluß der ersten Dörsensttmde auch bei den anfangs freun^ich gelegenen Werten zu leichten Rückgängen. Am Geldmärkte ist der Medio-Termin vorübergegangen, ohne daß eine fühlbare Steigerung der Inanspruchnahme zu verzeichnen war. Tägliches Geld notierte 7 bis 9 Proz.. Monatsgeld 91/, bis 11 Prvz. Am Valutamarkt rahm die Besse ung des französischen Franken das Hauptinteresse in Anspruch. Die Abschlüsse sind im Vergleich zum Vortage lebhafter geworden. Die übrigen Werte waren nicht wesentlich verändert. Die Reichsmarkt notierte gegen Mittag in London 20,36, Amsterdam 59,25, Zürich 123,40. Frankfurter Getreidebörse. lEigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 16. Dez. Es wurden notiert: We'zen, Wettcrauer 25, Roggen, inländ. 17,50 bis 18, Sommergerste für Drauzwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländ. 18,75 bis 22, Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 41 bis 42,25, Roggenmehl 27.25 bis 27,75, Weizen- und Roggenkleie 11,25. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. Die Tendenz im Berliner Produktenhandel bleibt für Brotgetreide allgemein ruhig. Die Kurse lagen gegenüber den letzten amtlichen Rotierungen schwächer, allerdings bedeuten die ersten amtlichen Festsetzungen nach der sehr starken Derflauung im gestrigen Spätverkehr eine leichte Erhöhung, und zwar wohl in Auswirkung der etwas freundlicheren Meldungen aus Liderpol. Am Lokomarkt trat größeres Angebot von schlesischem We'zen hervor, während Roggen ohne beträchtliche Offerten in den amtlichen Verkehr ging. Am Markt der Zeitgeschäfte eröffnete Weizen per lfd. Monat sowie per Mai je 2l/2 niedriger, März 3— Mk. unter letztem Kurs. Für Roggen stand der Dezembertermin unter verstärktem Druck. Der erste Kurs wurde 3.— Mk. niedriger, während März nur l1/, Prozent nachgab. Hafer überreichlich angeboten, Gerste gleichfalls in mittleren Qualitäten offeriert. Mehl ruhig. Die Absatzschwierigkeiten blieben nach wie vor bestehen. Futterartikel ohne nennenswette Bewegung. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märt) 245 —250, Weizen (Pommern) 248—253, Weizen (Dez.) 255, Weizen (März) 262,50—263, Weizen (Mai) 265.50—266,50, Roggen (märt) 143—150, Roggen (Pommern) 147—153, Roggen (Dez.) 161, Roggen (März) 176,50—177, Roggen (Mai) 185, Gerste (märt) 186—213, Futtergerste 154—166, Hafer (märt) 161—171 ;pro 100 Kg.: Weizenmehl 32,25—36. Roggenmey! 22—24,25, Weizenkleie 11,25—11,75, Roggenklcie 9,75 bis 10,20, Raps 360—365, Viktoria erb sen 26—32. Kleine Speiseerbsen 22—24, Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17—18, Ackerbohnen 20—21, Wicken 21—23, Lupinen blau 11,75—12,25, dto. gelb 12—14,50, Rapscuchen 15—15,25, Leinkuchen 23,60—23,80. Trockensc^nihel 8,30—8,50, Torf- melaffe 7,70—7,80, Kattoffelflocken 14,50—15, Soya-Schrot 21,80—22. Wirtschaft. Die Zuspitzung auf dem Ardeitsmürkt. Die Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt macht in der letzten Zeit geradezu sprunghafte Fort- schritte. In einigen westfälischen Kreisen ist z. B. von einer Woche bis zur andern die Zahl der unterstützten Erwerbslosen um 35 bis 55 Proz. gestiegen. Dabei ist die Zahl der Arbeitslosen noch viel höher, als sie in der Statistik zum Ausdruck kommt, da durch die Einführung von Kurzarbeit unb Werksbeurlaubungen die tatsächliche Arbeitslosigkeit stark verschleiert wird, und da viele tatsächlich Erwerbslose in der Erwerbslosenstatistik nicht zum Ausdruck kommen. Auch in den Bezirken mit bisher günstigen Arbeltsmarttverhältnifsen wird eine starke Verschlechterung gemeldet, wie z. B. aus der Stadt Duisburg, die bis vor kurzem den sichersten Arbeitsmarkt im ganzen Ruhrgebiete hatte, jetzt aber 6000 Arbeitslose zählt. — Bezeichnend ist auch, daß in Dortmund sich die Zahl der Arbeitsuchenden jetzt auf 12900 beläuft, die Zahl der offenen Stellen dagegen nur auf 255. Die Kosten für die Erwerbslosenfürsorge steigen immer stärker; in der Rheinprovinz sind die Mittel der Provinzial- ausgleichskasie bereits erschöpft; in manchen befon» ders ungünstig liegenden Gemeinden können die Gelder für die Notstandsarbeiten kaum noch aufgebracht werden Die Gründe für eine Verschärfung so starken Ausmaßes liegen verschieden. Rein äußerlich betrachtet, spielt natürlich eine Rolle die Einwirkung der Jahreszeit, die sich allerdings in diesem Jahr besonders stark äußert. Weiter ist wesentlich, daß Oie Unternehmungen, die bisher ihre Betriebe in der Hoffnung auf eine bessere Konjunktur durchgchalten haben, jetzt erkennen müssen, daß ihre Kreditmöglichkeiten erschöpft sind, und daß an eine Konjrmk- lurbcfferung in absehbarer Zeit überhaupt nicht zu denken ist. Auch die Rationalisierung her Betriebe, die an sich das Produkt einer gesunden Entwicklung ist, macht natürlich viele Arbeitskräfte (besonders m der Eisenindustrie und im Bergbau) frei. In diesen Momenten liegt aber nicht das Entscheidende; das Ausschlaggebende ist vielmehr die grundsätzliche Verschiebung innerhalb der Industrie. Diese zeigt sich ’ besonders im Ruhrbezirk, wo die Krise des Bergbaues auf weitgehende Veränderungen im Brennstoffverbrauch zurückzuführen ist. Zu bemerken jind diese Momente auch bei solchen Industrien, die in der Vorkriegszeit in der Hauptsache auf bestimmten Bedarf (z. B. Kriegs- bzw. spezieller Ausfuhrbedarf) eingestellt waren, und die sich jetzt vor einer völligen Veränderung ihrer Absatzmä-kte sehen. In der Eisenindustrie wirken sich besonders die frachtlichen Verschiebungen aus, die manchen kleinen Eisenwerken einfach die Absatzmöglichkeit rauben. Achnliches gilt für den Erzbergbau, wo (wie z. B. im Siegerland) die Grubenbetriebe (hauptsächlich wegen der hohen Frachten) nur ein Drittel ihrer früheren Belegschaft beschäftigen. Auch die eisenverarbeitende Industrie leidet unter diesen Verschiebungen, da viele Länder während der Kriegszeit sich eigene eisenverarbeitende Werke erbaut haben und nunmehr den deutschen Erzeugnissen ihren Markt versperren. Auf die Textilindustrie sei ebenfalls verwiesen, wo Veränderungen in der Geschmack-richtung manchen Zweigen des Tettilgewerbes restlos frühere Produktionsmöglichkeiten entzogen haben. Schon diese Darstellung zeigt, daß grundsätzlich mit einer Besserung auf dem Arbeitsmarkt nicht zu recknen ist. Es ist sogar anzunchmen, daß die nächste Zeit eine weitere erhebliche Verschärfung bringt, da die Konjunkturentwicklung deutlich nach unten gerichtet ist Typisch für die kommende Zeit ist z. B., daß die Handelsfirmen die sonst vor Weihnachten zu beobachtende Nachfrage nach Ver- laufspersonaf überhaupt nicht aufweisen, daß im Gegenteil gerade aus dem Handel besonders zahlreiche Entlassungen gemeldet werden. Besonders .betroffen von der Arbeitslosigkeit sind die ungelernten Arbeiter In einer größeren westdeutschen Stadt waren Ende Oktober ungefähr 500 gelernte Arbeiter erwerbslos gegenüber 1100 ungelernten. Im Baugewerbe sind 35 Prozent mehr Bauhilfsarbeiter erwerbslos als gelernte Arbeiter. Es rächt sich jetzt schon die Kurzsichtigkeit der gleichmacherischen Lohnpolitik der Nachkriegszeit, die jeden Anreiz zum Erlernen eines Gewerbes restlos genommen hat. Die KohlenprodukLLon in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Vollsstaates Hessen weist für den Monat November 1925 folgende Zahlen nach: An Rohbrannkohlen wurden gefördert 37 466 To., verkauft wurden taoon 5751 To.; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelerci'-rodukten erzeugt: 920 To. Braun- 101 ! 102 2S 28/i! 28 15 Dezbr. ttmtlictie Noti runa (flelb I Brie» MW WM !'?^Ä?°Fsliches u- 108.6* 63 107.5* 1-8* 43 j 19 5' 78 I 92 5* I 74* 24 24 15.5 29 16 De, r- Amtliche Notierung weld ' Briet Frankfurt a.M Berlin Lchtu,-i bUnr- Lchtutz-iAntcma Surr, Kur, ktrr» Ditutn | 15. 12 | 16.12 15 12 16 12 5°/. Deutsche ReichSanletde 0.211 0.212 <1.2275 0.21 > 4»/n Deutsche NeichSauleche . — — U.i3 0 232- 3'/,% Deutsche R.ichc-anleide 0 2225 — 0.2-15 0 231 3°/. Deutsche ittctchLuileche, ) . — 0.31 U 330 Deutsche eDarpramienanleioe 0,13 — 0 1175 —- 4% Preußische ItonioU • ■ • ■1.23 — U 22.5 n 22 4U o Hessen ..... • 0 ix — O.2< 3•/*% Hessen........ ' .1 5 — — 0 2275 0 208 Deutsche Grrtb. Dollar-Ant. 90 25 91.75 - dto Toll Schav-Antreiiag/i 98 — 98 2 - 168 62 1.737 138.94 1,711 168.6i 1.737 168.9. 1. 41 19 <25 19,065 19.0 5 19 065 85.15 85.35 85 15 85.35 104 2? 1'14.53 104,27 101.51 112,25 112. 3 112.25 112.4! 10 5'5 10.585 10.545 10.585 16 93 16.97 16,92 16,96 -0 34 20.8- 20.34 .-0.3, 1.195 4.2" 4.19 4.2,5 15 09 '5.13 15.1,9 15.13 •9) 87 M .07 •>0.87 51.07 59 33 19. V 59,3 59.47 1 X25 1,4-29 1.825 1.8.9 -> 597 1.599 0.5b7 0,599 >9 155 59,295 69.155 69,2 <5 12.418 12,45 12.418 12.458 7.43) 7,455 7,435 7,465 0.875 ■>,895 3,875 0,89. 3,045 3,055 3.045 4,055 21 2.5 2i,32a 21,2 5 1,325 811 66 80.8,. 80 68 •SO.81 2.2-5 2.2'5 2.225 2.235 5 09 5 11 5 „9 5 1t 4 195 4,2 5 4.19.) 4.205 4.245 4..'85 4.245 4,255 Banknoten. Berlin, li Dezbr (Selb Briet Amerikanische ’Jtoice . • • • • 1.222 4.212 rlelgische 'Jlotcn ..... . 18,! 7 19,07 Daiiiiche Noten ...... 103.99 101,51 Englisch, Noten........ 20.70 20,40 Franivnlche 9,'ote«...... 15.055 15 135 Holländische Noten ...... 168,1 168. 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Alm mann an bember J btt 9taba joL Las bas er nm Lande zu mit feinen auf dem J sich Trichii Es ist der dichlerifche wollie, - ftanbinanl lefenen ro Fülle der mitt feines Die Her btjtidjnel l nuifterstod) Finnland; ter des fei ratet, denf diente. - sttfch rin ü der Hand Sprach« g ist, dah a' stifch In II bei fiaupl tut mit ei fo oerfchl lann, nw !Us Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Nr. 294 Drittes Blatt Für den Weihnachtsbüchertisch 1875 Für die Jugend U/16 Vom Heiraten. von 752 Honen. 769 er gut gegen alle sein . . 758 Leipzig.) 1410 sei das Buch bestens empfohlen. Gabe für den Weihnachtsttsch! 717 'einer Persönlichkeit ausgedrückt hat. 804 •Läufer •Malten Linoleum * -Teppiche •Läufer .Stückware Cocos zu scheitern oder bei den Menschen auf Unverständnis für seine weitgesteckten Ziele zu stoßen. Dann steigt Bitterkeit und Härte bis zur Brutalität in ihm auf. „Heute wollte er gut gegen alle sein", so beginnt das Buch, immer wieder kehrt das Motiv, aber die Entwicklung führt über den Mißerfolg, der ihn, den Begabtesten unter seinen Altersgenossen auch im praktischen Leben verfolgt, in den Abgrund. Als ein Dutzend Jahre zuvor Ragnar Europa verläßt, bleibt das Weib seiner Leidenschaft zurück. Run erfährt sein Sohn vom Schicksal des Vaters. Wird es ihn niederdrücken, ihn mit hinwegspülen? Er bäumt sich dagegen auf mit der ganzen Kraft seiner Jugend. Er kämpft mit sich wie einst sein Vater als Kind mit sich gerungen hat: „Heute wollte Iberhessen), ^uszeiciuii^~ Massige Qualität mwandfrel lb9ebrannt In der zuGroßen-linden — Birger Ssöberg: Das gesprengte Quartett. Aus dem Schwedischen von Gustav Morgenstern. Die Stärke dieses Schweden ist frische Situationskomik und ein Reichtum an humorvollen Einfällen. Er ist nicht tiefsinnig, löst keine Welträtsel, hat aber eine Sicherheit, Menschen und Verhältnisse zu sehen und zu gestalten, und trotz aller Kritik eine Güte, die für olle ein gutes Wort findet, alle zum Reden bringt und gern menschliche Dokumente parodiert. (Verlag Grethlein & Co., jßlO^piasdi. ’0*10 SS- August Strindberg, Vom Heira Reue Ehegeschichten. (Aus dem Schwedischen Heinrich Goebel. In Ganzleinen 3,80 Mk.) „Es ist die bei Strindberg (1849—1912) wohltuende Seite dieser Erzählungen, daß er hier über den Parteien steyt: so daß das Weib vielleicht sogar auffallend gut wegkommt. Der beste Instinkt für das gesunde natürliche Grundwesen der Ehe tritt klar, man kann Politik und Geschichte. — 3n der bekannten Sammlung .Krdner- TaschenauSgaben" erschien als Band 19/20 Geschichte deS deutschen Volke- von Konrad Sturmhoefel. l.Teil: Don den Anfängen dis zum Lode Friedrichs des Großen. 2. Teil: Dom Lode Friedrich- des Großen biL zum Ausbruch des deutsch-französischen Krieges. Mit je 4 Bildnissen. Zwei Bände, jeder einzeln käuflich In Ganzleinen je 2,50 Mk. Sturm- hoesels ruhiger Blick für das Entscheidende, die Kunst, den vielfältigen Faden der Geschichte klar zu ziehen und die Persönlichkeiten durch eine Fülle feiner Einzelzüge anschaulich zu machen, erscheint in keinem seiner Werke so vollendet ttne in diesem. Es erwächst unparteiisch au- genauester Kenntnis. Groh geschaute Zusammenhänge ordnen die Darstellung, die ernst und in vaterländischer Wärme gehalten ist. (Alfred Kröner Verlag, Leipzig.) — Als Fortsetzung mag man Albrecht Wirth- Deutsche @e° schichte von 1 870 bi- zur Gegenwart betrachten. (3n Ganzleinen gebunden 3,25 Mk.) Mit dem unbeirrten Blick des Mannes, der die groben Geschehnisse, von denen er berichtet, ander Aähe sah, zeichnet der berühmte Welt- reisende und Gegenwartbetrachter die deutsche Politik und Gesamtgeschichte der letzten fünfzig Jahre. Erschütternd in der Vorwärtsdrängen- den Fülle sachlicher Einzelheiten, die durch ein- gestreute Dokumente und Memoirenstücke Zeitfarbe erhalten, stellt das Buch Personen und Schicksale, die Bewegungen deS politischen und Wirtschaftslebens greifbar nah und klar vor den Blick des Lesers. Für den heutigen Deutschen, vor allem die vaterländ-sch denkende junge Generation, ist es die Einführung in das DerständniS der großen Wirklichkeiten unv unS her, nach der sie lange gesucht hat. 759/60 — Karl Esselborn: Hessen - D arm- stad t. ein Heimatbuch. Es gibt wenig deutsche Länder, deren geschichtliche Landkarte bunter ist als die des Staates Hessen, dessen heutige Gestaltung in letzter Linie auf den Wiener Kongreß zurückgeht. Die politische Einheit hat sich stärker erwie'en als die Stammesgemeinschast. Aus diese Grunde ist auch die sich aus mehreren ftultur- mittelpunkten ergebende außerordentliche Fülle be$ Stoffes, die für ein hessisches Heimatbuch der Sammlung Fr. Brandstetters zu berücksichtigen war, den politischen Grenzen entsprechend eingeteilt worden. Das Heimatbuch für den Volks- staat Hessen, herausgegebcn von Professor Dr. jur. et Phil. Karl Esselborn, will in erster Linie den heutigen Zustand des Landes widerspiegeln und befaßt sich mit der Vergangenheit nur insoweit, als erforderlich ist, um die Gegenwart zu verstehen. Ein Heimatbuch von dem Umfang des vorliegenden kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, das Beste, das es bieten kann, ist Anregung zu weiterem Studium. Gleichwohl gibt die bunte und doch sinnvolle Zusammenstellung von 132 erlesenen Poesie- und Pvosa- beiträgen, darunter viele Originalbeiträge, tn 4 Abschnitten, Der Dolksstaat Hessen im allgemeinen, Die Provinz Starkenburg, Die Provinz Oberhessen, Die Provinz Rheinhessen, und die Zusammenarbeit von 77 der besten Kenner de- Landes, ein wohlabgerundetes Bild, das jeden Heimatbuchfreund erfreuen wird, zumal stimmungsvolle Federzeichnungen von der Künstlerhand des Landschaftsmalers Walter Möller den Text aufs glücklichste ergänzen und dem ganzen Bande zum Schmucke dienen. (Verlag von Friedrich Brandstetter in Leipzig. Preis in Ganzleinen 6,50 Mk.) 848 — Emil Ludwig hat sich einen Ramen gemacht weniger durch seine wenigen, aber interessanten farbigen Romane, oder seine Dramen, als durch feine historischen Essays und feine Biographien — man scheut sich, diese Bezeichnung zu gebrauchen — großer Perscn ichkeiten wie Goethe und Rapoleon. Sie bieten in der zugänglichen Art ihrer Diktion, in der Herausstellung des Psychologischen und des Milieu- (des Menschlichen, allzu Menschlichen) viel Zn» iHressantes. Prickelndes, Amü antes, freilich eine md)t ungefährliche Lektüre für Leser, die ihre Geschichtslenntnisse ein,ig und allein von Herrn Ludr^z zu beziehen gedenken. Sein neueste- OpuD, das sich die Person des letzten Kaiser- vorknöpft, ist nun durchweg un.rireulidjer Ra- tur. iEinil Ludwig: Wilhelm II., verlegt bei Ernst Rowohlt in Berlin.) Wollte schon Herr Ludwig das erste abschließende Buch über die Persönlichkeit des letzten Kaisers nicht den Federn zünftiger Historiker überlassen, so war es immerhin eine Frage des Geschmacks, ob man noch zu-Lebzeiten Wilhelms II. mit diesem Buch an die Oeffentlichkeit treten mußte. Wenn Ludwig behauptet, für fein Werk nur Quellenwerk« benutzt zu haben, die von Herren aus der nächsten Umgebung des Kaisers herrühren, so ist da- richtig. Mer wie sie verwandt wurden, verrät eine Einseitigkeit des Verfassers, die auch Leute, die sich keineswegs zu Bewunderern des letzten Kaisers und seines Regimes rechnen, in Harnisch bringen kann. Das Buch bringt gegenüber der ja sehr reichen Memoirenliteratur an Tatsächlichem kaum Reues von Belang. Die brillierende Schreibweise des Verfassers, ein Wohlwollen das dem eines Psychiaters für feinen Patienten verzweifelt ähnelt, kann über die Tendenz des Buches nicht hmweg täuschen. ES dient schwerlich der Erkenntnis der historischen Wahrheit und ist keine Empfehlung weder für den „Historiker" noch für den Psychologen Ludwig. 580 — Generalfeldmarschall Freiherr Eolmar von der Goltz-Pascha: Leben und Briefe. Herausgegeben von Oberstleutnant Bernhard von Schmitcrlöw. (K. Z. Koehler. Verlag, Berlin und Leipzig.) Die Lebensgeschichte des berühmten Soldaten und Organiiators der türkischen Armee, dessen Rame einer der bedeutendsten in der Geschichte des deutschen Heeres ist, läßt fein bester Zug endfreund, der vor dem Tode des Marschalls von ihm noch zur Veröfsentlichung gewisser Aufzeichnungen autorisiert wurde, in aowechslungsreicher Form vorüberziehen. Von besonderer Bedeutung ist der üeberblld über 12 Dienstjahre in der türkischen Armee, in denen der General durch feine reorganisatorischen Maßnahmen die Beach mng oller mijitärilchen Kreise der ganzen Welt tz W! Woche in Gieren »24. Dezember bedrängt besonders schwer Greise, Arbeilsunfibige und den verarmten AilieislM beiiersamilien Die deutsche rrmag nicht mit arohen Einzel- Helsen, aber jeder kann mit st i Gabe den Bedürftigen $ife sen Deut'chen Reich finde,» om 15. Dezember 1925 Hi . 5 ein DMahilsbiie Men der Deutschen Dtjilse s •erben auszegeben: mz.DnkaufspreMt0M. st . . . 0,20 „ , , „0.40 . :kn find ohne EinMnfimg > Auslandsverlchr an 6ltic lichen Briesmarlen nervend- d an ollen PMatlern und ion 5 Siüc? an auswärts auch fjen DolMrlsamt, Garten- jeraeiM, 3>™r 2?r 17, it Ertrag Mir bie Zweck lze.TmOerhllfe und der Bolts, irnen. Bon dem Abgabepreis ircimochungslvert der Aei-bs- ,Aeberlchcherhält dieLeuische Ion ben beim Lohlsohlteamt ■n Marlen verbleiben 6J , M i der Sieben?.- Vnlernol- erhält der Londesausschub der ?cthlfe und 301, filcstn einem ikidjsflcd ftt ttioaM no - ebidc zu, zu denen euch re inderZeitvom 5 staitfinden. . ääW jSSSSS ^WlichenS°M' erhalten wotSilf« "iiflö Dr. 5rep- — Deutsches Knabenbuch. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. Ein Jahrbuch der Unterhaltung, Belehrung und Beschäftigung für Jungen von 12 bis 17 Zähren. Band 34. Mit zahlreichen ein- und mehrfarbigen Bildern. 10 RM. Wo die reifere deutsche Jugend ein anspruchsvolle- Interesse für wirklich gute Unterhaltung und sachgemäße Belehrung über das Reueste und Wissenswerte auf den verschiedensten Gebieten menschlichen Forscher- und Erfindungsdranges kundtut, wird man auch zum diesjährigen Weihnachtsfeste nach Thienemanns Deutschem Knabenbuch greifen müssen. Bereits eine ganze Generation Hal an diesen Jahres- gaben ihre Helle Freude haben dürfen, wachsen sie doch immer mehr in ihre treffliche Aufgabe hinein, unter Vermeidung von Einseitigkeit und älferlosigkeit der begeisterungsfähigen Jugend das Echte in zielbewuhte Absicht darzubieten. Deshalb finben die Knaben in dem ihnen gewidmeten Buch neben historischen Erzählungen spannende Schilderungen des Urwalds und Südpols. Auftähe über das Flellner-Rotorschiff, den Wandel des Lokomotivenbaues und die Welt- teilSlehre, Anregungen zu alpinem und Wassersport und andere- mehr. Dazu einen erlesenen Buchschmuck und zahlreiche prächtige Jllustra- ßeW*en «ÄS ».■«es — „Irrfahrten i m Lande des weißen Tode s", Erlebnisse und Taaeduchaufzeich- nungen des Ersten Steuermanns Albanow der Brussilow-Expedition (1912—1914) auf seiner Reise von Bord der „St. Anna" nach dem Kap Flora. Mit zwei Routenkarten und 15 Textbikdern. Herausgegeben von Dr. Leonid Breltfuß. (Verlag Friedrich Andreas Perthes-A.-G., Gotha-Stuttgart.) Als in den Augusttagen des Jahres 1914 der Erste Steuermann Albanow mit einem Begleiter a l s einzige Ueberlebende der im Juli 1912 mit einer Besatzung von 24 Mann unter Führung des russischen Leutnants z. S. Brussilow auf der „St. Anna" angetretenen Polarmeerfahrt zurückkehrte, loderten die Flammen des Weltkrieges. Jenes Ereignis wurde dadurch in den Hintergrund gedrängt, und nur wenig ist damals von dem Untergang der Brussilow-Expedition bekannt geworden. Deshalb war es eine dankbare Aufgabe, durch Veröffentlichung der Tagebuchaufzeichnungen und Erlebnisse des Steuermanns Albanow in dem vorliegenden Buche jenen Männern ein Denkmal zu setzen, die den Krallen des „weißen Todes" nicht zu entrinnen vermochten. Das Werk schildert in eindrucksvoller Weife die überaus gefahrvolle Schlittenreise Alba- nows, der sich mit 13 Begleitern von der Besatzung der im Eise eingeschlossenen und mit ihm abtreibenden „St. Anna" getrennt hatte, um den Versuch zu machen, zu Fuß 'Land zu erreichen. Rur ih :i und einem Begleiter sollte das gelingen: er erreichte nach endlosen Mühen Kap Flora. Zwölf seiner Kameraden fielen auf der Reise dem „weißen Tode" ebenso zum Opfer, wie das Schiff mit den auf ihm verbliebenen 10 Mitgliedern der Expedition. Im ganzen: ein vortreffliches Buch, das den Leser bis zur letzten Seite in Spannung hält. Eine schöne schleudert, je nachdem, von welcher Seite man es anschaut. Aber die Teufel, welche man heute taufen kann, sind alle nur armselige Stümper gegen jenen Plimplamplauz, der sich aus seinem Kasten befreite und die Welt durch seine tollen Streiche in Aufregung setzte, bis er dann ein klägliches Ende fand. 746 — Hans Dominik, der Meister der populären Darstellung der Naturwissenschaftlichen For- ichungsergcbnisie, bringt in zwei vorzüglich ausge- statteten Bänden der bekannten Jugendbücherei des Berlages Richard Bong in Berlin „Das Buch der Physik" und „Das Buch derChemie", die neuesten Erfindungen und Entdeckungen auf beiden Gebieten in einer unterhaltenden spannenden Weise. Fast mühelos wird der jugendliche Leser in auch chroieriqere Probleme der Raturkenntnis eingeführt. 818/819 — Enderling, Paul, Di e Glocken von Danzig. Mit 4 ganzseitigen Bildern von Berthold Hellingrath. Halbleinen. 4 RM. K. Tbienemanns Verlag. Stuttgart. Paul Enderling hat auch seine Heimatstadt, dem deutschen Danzig, ein Buch gewidmet. Es spielt im Jahre 1577, wo die freie Stadt in heldenhaftem Kampfe gegen die gesamte Kriegsmacht des Polenkönigs Stephan Vathory siegreich blieb, und ihre deutsche Art und ihre Freiheit truhig wahrte. Von diesem denkwürdigen geschichtlichen Hintergrund hebt sich die Glchichte des jungen Jörg Giese ab, der, von a 'steuerlicher Fahrt im neuentdeckten Westen voll Heimweh nach der Vaterstadt zurückkehrend, sich durch tapfere Taten sich das Herz des Vaters gewinnt. 776 — Else Model, Die Katzenlore im Stadtmarierturm und andere Geschichten. 9 Erzählungen mit 4 farbigen und 10 schwarzen Bildern von Paul Hey. (K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.) Die Jugend von 8 bis 12 Jahren liebt kurze, lebendige Erzählungen, die gerade einen Regennachmittag ausfüllen. Deshalb wird die vorliegende Sammlung bei Jungen und Mädchen das größte Interesse erwecken. Schon die prächtigen Bilder Paul Heys werden immer wieder von neuem zum Blättern in diesem Büchlein anregen. 777 Nordische Bücher. Der skandinavische „Norden" ist zu einem bestimmten Kulturbegriff geworden, der eine fgm- pathisch lockende, eigenartige Macht auf den Deutschen ausübt. Man fühlt in der Tiefe troll aller Verschiedenheit der Voltscharaktere, trotz mancher politischen Unstimmigkeit die ursprüngliche germa- nische Verwandtschaft. Und nicht nur eine gemeinsame Herkunft und dunkle Vorzeit, von der viele Märchen und Mythen, Heldenlieder und Sagen erzählen, verbinden den Deutschen mit den Völkern de» Nordens, sondern auch eine parallele geistige Entwicklung und manche gemeinsame Ziele und Ideale. Besonders seit mehr als vier Jahrzehnten sind die stärksten Anregungen von den Dänen, Nor- roegern und Schweden ausgegangen, haben viele deutsche Geister in ihrer wejensoerwandten Eigen- art gestärkt und die deutsche Literatur- und Kultur- entwickldng befruchtet. Zur Förderung dieser Wechselbeziehungen will die Sammlung Nordische Bücher des Verlages H. Haessel in Leipzig die wertvollsten Dokumente nordischer Geisteskultur in repräfentatioer Auswahl und unter großen Gesichtspunkten zusammenstellen. In schmucken, grünen Leinenbänden liegen uns oor: — Julius Berstl, Plimplamplauz. Leben, Streiche und klägliches Ende eines Teufels aus dem Kasten. Mit 4 mehrfarbigen Einschaltbildern und 12 einfarbigen Textbildern von Ernst Nutzer. In Ganzleinen 5 Mk. Verlag von Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Für unsere jungen Freunde, Jungen und Mädel von 8 bis 14, hat Julius Berstl eine entzückende Märchengeschichte geschrieben. Dieser Plimplamplauz ist einer von den Teufeln, wie man sie auch heute noch auf den Jahrmärkten in einem bunten Kästchen kaufen kann und die, wenn man nichts ahnend den Deckel aufmacht, plötzlich aus ihrer Behausung emporschnellen und einen gruseln machen möchten. Wer einmal einen solchen Teufel aus dem Kasten gehabt hat, wird wissen, wie luftig ein solches Männlein auf seinen Spiralfeder-Beinen wippen kann, und wie es traurige oder bösartige Blicke >ers‘er Firme, ^itianJur.n *1 heute noch die Zeit, sich in die sich immer weiter verzweige.iden Naturwissenschaften, in die riesigen gelehrten Bücher einzuarbeiten, wo er auf Schritt und Tritt über Begriffe stolpert, zu denen ihm die Voraussetzungen fehlen? Diesem Mangel ist durch das in deutscher Ausgabe erschienene Werk des norwegischen Professors Carl Stürmer abgeholfen. Die deutsche Ausgabe stammt von dem Astronomen der Leipziger Un'velsftätssternwarte Dr. I. Weber, der bekannte Buchkünstler Georg Baus hat sie in ein ansprechende- Gewand gekleidet. Raum je war ein Zeitalter in der Geschichte der Menschheit so reich an Entdeckungen wie die letzten 30 Jahre, und Professor Stürmers Werk ist der berufene Führer, jeden Wissensdurstigen ohie Voraussetzung bestimmter Vorbildung uer Vorkenntnisse in die bisher er- forschten Geheimnisie der Natur in fesselnder Weise einzuführen. ' 301 — Rothenburg und das Taubertal. Don Werner Köhler. (Verlag von Franz Schneider, Berlin SW.: Ladenpreis 8 Mk.) — Das Buch gehört zu den Perlen der deutschen Heimatschilde- rung. In Wort und Bild (190 Photographien!) auf gleich hoher Stufe stehend, vermag es auch den strengsten Ansprüchen zu genügen. Die buchdruck- künstierische Ausstattung dieses Werkes ist, wie beim Schneider-Verlag bekannt, hervorragend. Jedem Freund der deutschen heimatkundlichen Literatur vielleicht sagen: erstaunlich hervor." Zachris Topelius, Finnländische Märchen sind in Schweden ein allbeliebtes Hausbuch, bas durch ursprüngliche Naturfrische, zarte Innigkeit oder grotesken Humor entzückt. „Wunderliche und wunderbare Dinge weiß Topelius (1818 bis 1898) in seinen finnländischen Märchen zu erzählen. Almquist ist als Erzähler E. Th. A. Hoffmann am nächsten verwandt, zugleich von bezaubernder Natursrische und einer dämonischen Kraft der Beobachtung, wie sie nach ihm nur Strindberg hot. Das Jagdschloß ist das Ideal Almquists, das er nur in her Phantasie erfüllt hat: auf dem Lande zu leben in voller Unabhängigkeit und sich mit seinen Verwandten und Freunden allabendlich auf dem „Schloß" beim Kaminfeuer zu treffen, um sich Geschichten von der ganzen Welt zu erzählen. Es ist der Rahmen, in den Almguilt sein gesamtes dichterisches Werk von 15 starken Bänden spannen wollte. — Don Zachris Topelius, dem in allen skandinavischen Ländern außerordentlich viel gelesenen romantischen Erzähler, unerschöpflich in der Fülle der Motive und stets fesselnd durch die Anmut seines Vortrages bringt die Sammlung ferner Die Herzogin von Finnland. Der Titel bezeichnet den Spitznamen für die schöne Bürger- mcifterstochter von Abo, die nach der Besetzung Finnlands durch die Rusien 1740 den edlen Änfüh- re- des feindlichen Heeres, den General Keith heiratet, denselben, der später Friedrich dem Großen diente. — Das Herz von Peter Egge ist stili-, stisch ein Meisterwerk in der strengen Geschlossenheit der Handlung, in einer neuen, frisch behauenen Sprache geschrieben, die herb und zugleich bildsam ist, daß auch die leisesten seelischen Vorgänge pla- stisch in ihr heroortreten. Damit in Einklang steht der Hauptcharakter des Buches: eine nordische Natur mit einem zarten liebebedürftigen Herzen, aber so verschlossen und wortkarg, daß er nicht sagen kann, was er fühlt: wenn er aber einmal redet, fq sind seine Worte so schwer und und bedeutungsvoll, daß sie den inneren Reichtum sahrelanger Sehnsucht und Qual ahnen lassen. — Verner o. Heiden st am trat 1889 als Künder einer neuen Stimmung»- und Phantasiekunst hervor, einer „Renaissance" gegenüber dem öden Natura- lismus, und besang zuerst den Orient und den Süden in unerhört neuen Rhythmen und Tönen. Später wurde er der große nationale Dichter, der namentlich die Zeit Karls XII. in einem prachtvollen monumentalen Prosastil feierte. Auch seine Sagen und Erzählungen, in denen er ungewöhnliche Mo- tive aus der Antike, der sagenhaften Vorzeit und der Geschichte Schwedens behandelt, sind beredtes Zeugnis von der Macht seiner Phantasie und dem Klang seines Stils. 634 — 3. Anker Larsen, Martha und Maria. Zwei Frauentypen führt Larsen durchs Leben, von den ersten Kinderjahren bis in ihr Alter. Mit einer scvst beklemmenden Einfühlung ist da- Leben dieser beiden kleinen Schwestern geschildert, die in ihrer Zartheit und Klugheit etwas unendlich Rührendes haben. Sie sehen unb fühlen Dinge, die andere nicht sehen, finden Symbole, die ihnen durchs ganze Leben hindurch ihre Kindheit erhalten. Trotz unbedeutender äußerer Geschehnisse erleben sie ew'.gkeits- aesättigte Augenblicke durch ihre offene Seele, in der sich eigenes und fremdes Leben wie in einem Brennpunkt zusammenfindet. Maria, die Träumerische, die von Ratur Ausgeglichene .wachst von Stufe zu Stufe, bis sie zum Segen aller seelisch Hilfsbedürftigen wird. Martha aber findet Lebensfreude. höchstes Glück, indem sie mühelos die Forderung des Tags erfüllt. Lächelnd und strahlend steht sie da im Bewußtsein, getan zu haben, was sie soll — ein Himmelreich inmitten der alltäglichen Kleinigkeiten. Unb über allem Tun und Lassen leuchtet ein Licht der ewigen Liebe, die alle Keime des Guten entfaltet. I. Anker Larsen hat ein tostbares Gut gehoben, das andere unbeachtet ließen, und es zu seinem eigensten Besitz gemacht: Es ist der Reichtum unseres Lebens, den wir uns leibst schaffen können. Sein Werk ist ein tiefes und reiches Buch (Verlag Grethlein & Eo. in Leipzig.) 793 — Gudmundur Kamban, Ragnar F i n s s o n. Roman. Berechtigte Uebertragung von Else von Hollander-Lossow. Ganzleinen 8,50 Mk. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Ein Kunstwerk, das in wundervoll geschauten Bildern jenen geheimnisvollen Zwang der Entwicklung ahnen läßt, unter dem sich Glied um Glied zur Kette menschlichen Schicksals zusammenfügt. Ein außergewöhnlich begabtes, alle Eindrücke innerlich verarbeitendes Kind ist dieser Ragnar Finnsson. Es scheint ihm Schicksal zu sein, gerade bann, wenn er das Gute will, wenn er nach dem Höchsten strebt, entweder an der Tücke des Objekts Natur und Technik. - Dr ehms Tierleben. In Auswahl herausgegeben und bearbeitet von Carl W. Reumann. (Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig. Sechs Bände mit 150 Bildtafeln, jeder Band über 600 Seiten Text. 3n Ganzleinen der Band 5 Mk., das Gesamtwerk 30 Mk.) — Gute Bücher find stets eine besondere Zierde des Weihnachtsgabentisches. Ramentlich unsere Jugend, deren ursprünglich gesunder Sinn von so mancherlei Kitsch- und Schmutzlektüre bedroht wird, sollte man mit den hohen Bildung-- und ülnterhal- tungswerten wirklich guter Bücher erfreuen, um die jungen Gemüter dadurch hinzulenken auf das Edle und Schöne, das trotz aller Riedrigkeiten dieser Zeit noch nicht verkümmert ist und auch nicht untergehen darf. Aber auch den meisten Erwachsenen wird ein gutes Buchwert ein lieber Freund in den Stunden der Muhe und ein belch- rerrder Förderer In dem Streben nach geistiger Vervollkommnung sein. Ein ausgezeichnetes Er- zeugnis unserer deutschen Dücherproduktion. das den edlen Bildung-- und ülnterhaltungsanforde- rungen vollkommen gerecht wird, ist das sechsbändige Werk „Brehms Tierleben". Dem Heraus-- geber und dem Verlag ist diese Erscheinung auf em Büchermarkt als eine vortreffliche Tat anzurechnen. In den ersten drei Bünden des Werkes werden die Säugetiere behandelt, der verte und der fünfte Band sind den Vögeln gewidmet, der sechste Band beschäftigt sich mit den Kriechtieren. Lurchen und Fischen. In erster Linie sind in dem Weick alle Tiere der deutschen Heimat berücksichtigt. von den Ausländern die nur bekanntesten, besonders fesselnden Vertreter. Wo immer man die Bände aufschlägt, da ist ihr Inhalt auher- ordenttich interessant, zumal die volkstümlich in Erzählerform gehaltenen Schilderungen durch reichen Bildschmuck, prächtige Naturaufnahmen und Zeichnungen erster Künstler wirksame Unterstützung erfahren. Jedem warmherzigen Freund der Natur und der Tierwelt, jedeln Jagdliebhaber, den Erwachsenen aller Stände, den Lehrern unserer Jugend, nicht zuletzt aber der Jugend selbst wird der Volks-Brehm, den man mit Recht als den Klassiker der Naturgeschichte bezeichnen dari, ein steter Quell der Belehrung und des edlen Genusses sein. Dieses echte Volksbuch, das seinen Besitzern immer ein wertvoller Freund fein wird, sollte auf keinem Weihnachtsgabentisch fehlen! 1519 — Aus den Tiefen des Weltenraums bis ins Innere derAtome. Don Prof. Carl Stornier. (Verlag Brockhaus, Leipzig, geheftet 5Mk., Halb!. 6Mk.) An den größten Wundern gehen wir mit verbunden Augen vorüber, weil keiner uns den Blick dafür öffnet. Denn welcher Laie hat — Rachdenkliches und Heiteres aus den er st en Jahrzehnten der Eektrotechnik von Dr. 3ng. h. c. Heinrich Voigt. IR. Voigtländers Verlag in Leipzig.) Eine Geschichte der Entwicklung der Eleftro- technik ist das Buch nicht. Es ist mehr. Es ist ein Rückblick auf die ersten Jahre der Elektrotechnik und auf die Arbeit der Männer, die an dem Kamvfe teilnahmen, der zu dem heutigen Stande führte, und ohne die das stolze Gebäude, von dem aus heute die Ströme von Licht und Kraft sich über das Land ergießen, nie hätte errichtet werden können. Es ist ein Erin nerungebuch. wie es sein soll, verfaßt von einem Mitkämpfer, der ebmso wie die Männer. deren Leben und Werk er schildert, der sich entwickelnden ClektroteL, nik den Stempel auch 664/68 2 Mark. ten hat. 705 * warme Empfehlung verdenk. 533 I \ ■■ an einem Einzelsalle bleme des Menschseins, eines der Grunbpro- das von Schuld und (539) empfinden. bk mailt 786 Weihnacht! - Bilder wrm ki'j Praktisches Weihnachtsgeschenk: MAGGI® Suppen in Würfeln MAGGI® Würze* MAGGI® Fleisch brüh würfel vielen Porträt» von Dichtern aller Zetten, der Musik kalendec und der Wander kalender mit schönen Landschaftsaufnahmen au» Deutschland, Spanien und Italien. Jeder Aalender tostet Kalender für den Weihnachtstisch. — Der Verlag W. Spemann gibt auch in diesem Jahre wieder seine bekcinnten, reich und wirkungsvoll illustrierten Aalender heraus, die jedes Interessengebiet berücksichtigen. Es liegen un8 vor: der Alpenkalender, der Kunstkalender mit prächtigen Wiedergaben klassischer Kunst, der Literatur kalender mit erweckte. — 2ll» Führer der türkischen Armee in Mesopotamien starb der Feldmarschall 1916 fern der Heimat nach einem Leben, das in großer und stiller Vaterlandsliebe und unermüdlicher Schafsenkraft nur dem Vaterlande gegol- Sühne. Einer der berühmtesten Aerzte seiner Zeit sieht im Mittelpunkte der Handlung. Ein Mann, dem die Kraft gegeben war, zu fast unerreichbaren Höhen vorzudringen — bis er dort, wo er menschlich einfach handelt, in die Tiefe zurückgeschleudert wird. Der Roman ist geschrieben mit einem bewundernswerten Sinne für Nuancen, für die Kunst der Steigerung. Prachtvoll lebendig sind die Szenen hin- gestellt, von der ersten im Glasbläserdorfe bis zur letzten, der atemveraubenden, dramatischen im Schwurgerichtssaale. Er verbindet auf das glücklichste eine Fülle von Fragen, welche die Gegenwart beschäftigen, mit tiefer allgemein-menschlicher Pro- fir. J Di t jlöliati* 2 9U,*sr Atichsp'l" lohn, o schein«" e'" IMS« b ttrn|Pr< ijril-g lag u"6 , MU"' JJ MWltO" bet1 Abfc >Derl Kreisen D arbeite iiommcn ' Dettacht telt Am j bann oie über die 7 Mn nimr Entschei »frb. Bei der spielte vor eine große ganz bestir stellt wurd kretischen neuen V gen verösf auogehl in der Ei schritte on zeitbestimr gleichzeitig Washin unter der und W Kch der 3 lerne N>> Jen Sojiali ' nicht aus betten eine hing, die \ o auch die Ur rend es fas den Frage lösen. Mch die Fraktic Partei und zu den ergi Äellung ji Sie foi tion gab n il llhr aber Die sozl Itlittwod, o spricht, daß Handlungen düng einer wird Dann kl)len Be werden. Fast alle ichluh der das Cn die gro dem Wg bleibe, aie um ihm geben, es als näc Präsident kanzler der Regiei m a n i a" ( der Dinge M dos Z, verhindert i Flucht d 5Cn kv omchaten bUdung sei blrk und tvmmende binett mit bovn mög( bedanken- l?b>eigendc tonne. s. Auch j Sozial! . ugenbljck ^r Parte das b, tzrre. $e»p IjSWn 1 !?^aldenm Arche ' Führers a in »faikf « ^-e ®°oialbCm die Partei < 5" d°» Kartei J ti — Der Deutsche Kalender 1926. Hera»s2egeben von der Reichszentral« für Deutsche Verkehrswerbung, ist für jung und alt, für Schule und Haus ein Anschauungs- und Dildungsmittel bester Art, ein nationales Bilderbuch im schönsten Sinne deS Wortes. Eindringlicher als irgeirdwelche Beschreibung sprechen die sorgfältig gewählten und vortrefflich w'.eder- geaebenen 122 Bilder, erinnern an all das Schöne und Bedeutende, was Deutschland sein eigen nennt. Verlag Carl Gerber K.-G., München. 767 — Abel & Müllers Iugendkalender. (Verlag Abel & Müller in Leipzig.) In buntem Wechsel der verschiedenfarbigen reich bebilderten Blatter werden in enger Beziehung zum Kalen- barhim Gedichte und Prosastücke unserer besten deutschen Dichter gebracht. Die Auswahl ist mit icherem literarischen Urteil und mit. oioftem Der- tändnis für die Kindertümlichkeit getroffen Worten. Rückseitig sind die Blätter mit gut geschriebenen, kurzen lebensgeschichtlichen Angaben zu den kalendarischen Gedenltagen versehen. 802 — Deutscher Werlkalender 1 926. herausgegeben von der Reichszenlrale fürDeutsche Verkehrswerbpng unter Mitw.rkung deS Reichsverba ndes der Deutschen Industrie, ist soeben im 2. Jahrgang im Deutschen 'Werbeverlag Earl Gerber, München erschienen. Dieser Abreißkalender. der bei seinem erstmaligen Erscheinen im vorigen Jahre eine gute Aufnahme gefunden hat. zeigt aus 122 Blättern auf gutem Kunst- druckpapier in sorgfältig ausgewählten, glänzenden Bildern das schaffende Deutschland. Gs ersteht die Welt des deutschen Fleißes und ter deutschen Arbeit m.t ihren stolzen Leistungen in Industrie und Tech.rik vom gigantischen Hochofen bis zum edelsten kunstgewerblichen Srzer:gnis in bunter Reihe und überraschender Vielseitigkeit. 768 Groß und Klein Dae billigste Weihnachtegeechenh Überall su haben — D i e Ukrainerin. Von Martin Otto Johannes. Zweite Auslage. (Heimatschollen- Verlag. QL Bernecker. Meldungen.) Halbleinen. 3.50 Mk. Trotz des in die Ferne weisenden Titels ein Heimatbuch, ein durchaus deutsches Buch. ..Eine Geschichte aus dem Herzen Deutschlands", wie der .Untertitel besagt. Schauplatz ist das burgengekrönte Werratal. Schauplatz im erweiterten Sinne ist daS überaus starke, deutsche Gefühlsleben. Aus den Tälern und Höhen der Heimat läßt der Dichter feine Gedanken in weite Fernen gehen, mißt heimische Sitte. Brauch und Art an fremdem Volksleben. Ein Werk von seltener Spannung und Gindruckskraft. 810 — Otto Soyka: „5 m Bann der Welle". Engelhorns Romanbibliothek 38. Reihe, Bd. 24 (Verlag Engelhorns Nfl., Stuttgart). Soykas Thema ist stets der modernste Me.ifch mit allen seinen Besonderheiten. Jede neue Erfindung, jedes charakteristische Merkmal der Zeit ist diesem Autor wertvoll für die Darstellung seines Hauptthemas. Diesmal ist es der Versuch, der Menschheit eine Erfindung — nämlich die des Rundfunks — wegzunehmen und sie persönlichen Zwecken dienstbar zu machen. Der Held der Erzählung schmiedet sich als neue Kampfwaffe d a s W o r t, mit dem er jeden erreichen kann. Er weiß die Welt in Bewegung zu fetzen, ja Geistes- reoolutionen hervorzurufen, bis er schließlich der Stärke eines Gefühls erliegt, das dem Gedanken überlegen ist. Ein ungemein spannender Roman des geistreichen und originellen Erzählers. 853 — Mitternächtliche Beichte. Von Georges Duhamel (Newa-Verlag, Berlin.) — Das Buch fesselt den Leser in hohem Maße. Feingeschllf- sene Sprache, vackende Gestaltungskraft und eine selten reizvolle Art der Milieuschilderung geben diesem Druckwerk eine besondere Note. 1445 — Han» von Hülsen: Der Kelch und die Brüder. (Verlag Ph. Reclam in Leipzig.) Gebunden 7,50 Mark. — Der Roman behandelt Hessischer Obersörsler-Derband. Der 2 5. Verbandstag wurde dieser Tage in Frankfurt a. M. abgehaltcu. Trotz der großen Kälte waren über 60 Grünröcke der Einladung gefolgt. Der Vorsitzende, Odersorstmeister Heyer begrüßte die Versammlung und hieß insbesondere den Landforstmeister Hesse und die weiteren Re gwrungsoertreter willkommen. Er gab einen Rück blick über das abgelaufene Verbandsjahr. Der Ver band hessischer Forstrefercndare wurde mit dem Oberförsteroerband vereinigt. Das Verhältnis mH dem Verband hessischer Förster und Forstschreiber ist ein gutes. Das tarn besonders deutlich zum Ausdruck bei der Weihe des gemeinsamen Gefallenen denkmals für Oberförster, Förster, Forstschreiber und Forststudenten am 2. Oktober l. 5- auf den- Alteburgskopf bei Schotten. Großes Gewicht muß auf eine berufsständische Vertretung gelegt werden. Der Verband ist z. Z. durch seinen Vorsitzenden im Reichssorstoerband, Reichssorstwirtschaftsrat und Reichswirtschaftsrat vertreten. Es muh unbedingt gefordert werden, daß in dem neuen Reichswirl- fchaftsrat die Forstwirtschaft ihrer Bedeutung ent sprechend stärker vertreten ist al» setzt geplant. Die Forstwirtschaft ist ein werbender Betrieb und das Rückgrat der Staatsfinanzen, sie darf nicht Immer durch den Abbau beunruhigt werden. Hier muß einmal Schicht gemacht werden: denn ein werben der Betrieb kann nur durch Ruh« und Stetigkeit höchste Leistungen erzielen. Es wird dringend gefordert, datz die Anfangsbeioldungsgruope für den Amtsvorstand die Gruppe Xi wird. Obwohl Ober* forftmeifler Heyer wiederholt gebeten harte, von feiner Wiederwahl zum 1. Vorsitzenden Abstand zu nehmen, bat ihn die Versammlung dringend, eine solche wieder anzunehmcn. Freudig wurde seine Wiederwahl begrüßt. Auö dem Amtsvcrkündigun^Sblatt. ** Das Amtvoerkündigungsblatt Nr. 97 vom 15. Dezember enthält: Hochspannungsleitungen und Baugesuche. — Abhaltung von Tanzbelustigungen. — Fleischbeschaustempel. — Filmvorführung über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen". — Gefunden, verloren. schaftsgeschlchte. Deutschland» Kolonialwerk im schwarzen Erdteil unter der Leitung von mage- mutigen und oorausschauenden Bremischen Handelsherren wird in „Nodenkampp Söhn e" in den Mittelpunkt gestellt. Das zweite Werk „I. E. Rathmann und Sohn" schildert die ernste, pflichtbewußte Arbeit des stolzen Hamburger Handelshauses Godefroy und gleichzeitig die Geschicke der alten Freien Reichs- und Hansestadt feit der Gründung des Reiches unter der Leitung kluger Staatsmänner, wie der unvergessene Bürgermeister Burchard einer war, und wie sie heute mit ernstem, klugem Blick aus ihren dunklen Staatsroben in der Heldengalerie der Hamburger Kunsthalle seltsam herniederschauen auf eine andere Welt. Der dritte Band führt in die allerjüngste Vergangenheit: „Kaufmann aus Mühlheim", ein Hugo-Stinnes-Noman ist em Wagnis, das heute vielleicht auch einem stärkeren Dichter als Jünger nicht gelingen konnte. Schon in den beiden früheren Bänden droht die Darstellung äußerlicher Begebenheiten, die fast an Berichterstattung lokaler Ereignisse erinnert, häufig die psychologische Entwicklung der Charaktere zu überwuchern, in diesem letzten, der angesichts des behandelten Stoffes auf starkes Interesse stoßen wird, wird zwar der Versuch gemacht, uns den Menschen Stinnes näher zu bringen, aber der Verfasser bleibt in den Ansätzen stecken. Dazu erscheinen von unserem heutigen Wissen aus manche wirtschaft- liche Momente schief gesehen, so daß es einem unvoreingenommenen Leser nicht leicht wird, sich ein Bild von dem Menschen Stinnes und der wahren Bedeutung seines Schaffens zu machen. Das muß auch wohl einer späteren Generation auf Grund einer gründlicheren Erforschung der wirtschaftlichen Zu- sammenhänge und einer kühleren Beurteilung der für uns ja kaum erst abgeschlossenen eigenartigen Wirtschaftsperiode Vorbehalten bleiben. Trotz dieser .Einwande bleibt die Trilogie als Ganzes eine anregende Lektüre (Verlag her Hinftorffschen Buchhandlung in Wismar in Mecklenburg). 536 — Eva Gotting „Starks Jugend". Roman. (Verlag Deutschs D.ichgemeinscbaft m. b. H., Berlin.) In der. Rotzeit unserer Tage ist die Lektüre eines guten Buches In hohem Maße geeiqn-et, einen Lichtblick zu b etsn, um neue Kräfte zu sammeln für den harten Daseins- lamH. Da wird man gern zu einem lebens- bej den Buche greifen, wie es uns die Dichter. n;t d esem Werke bietet. Sich jung und fta'.t fühlen, ist heute mehr denn je not, und wohl dem, der sich die Erkenntnis deS Hcld'n dieses Duch-s beim A blick des w rbelnden, schäumm- den Meeres zu eigen macht, der es jubelnd hinausruft: „Wir sind es. wir alle! Siner gegen den enteren und doch im anderen, vom anderen mit fortgeriffen, aber alle stark, jung!“ Gin Buch für unsere Zeit, dessen Lektüre neben hohem Genuß starke innere Bereicherung vermittelt und — Ma rmaduke Pickthall, Glanz, Liebe und Tod des Fischers Said. Gin Abeirteuer-Roman aus dem wirklichen Orient. Berechtigte Heberfetjung aus dem Englischen von Paul Fohr. Preis in Ganzleinen 8 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Das Buch ist orientalisch bis in jede Pore und morgenländisch mit allen Sinnen. Es ist phantastisch und realistisch, erotisch und abenteuerlich, leidenschaftlich und farbig, vor allen Dingen aber ist es künstlerisch eine Meisterleistung, der sich auf dem Gebiete der exotischen Erzählung in der seitherigen und zeitgenössischen europäischen Literatur nichts vergleichen läßt. Liebhaber von .Tausend und eine Rächt" werden diesem Werke die Geschichte des Fischers Said gleichstellen, wenn nicht höher. In ihm scheint die Psyche des Morgenlandes konzentriert wie in einer glühend duftenden Gssenz. 614 — Nathanael Jünger, der sich durch eine Reche guter niederdeutscher Romane bereits einen Namen gemacht hat, gibt in einer Romantrilogie bedeutsame Ausschnitte aus der deutschen Wirt- Arno Holz gegenwärtig beschäftigt ist. In diesen freien Rhythmen entfaltet der Dichter einen Glanz und Reichtum der Sprache und zeigt zugleich eine Tiefe und Echtheit des Empfindens, die in der modernen deutschen Lyrik kaum ihresgleichen haben. Dav Buch ist in einem großen Format, wie es die eigentümliche Vervform des Dichters verlangt, in Breitkopf-Fraktur von der Offizin Breitkopf (I. W. Zanders, Bergifch-Gladbach) gedruckt und von dem bekannten Berliner Graphiker Max Hert» totg mit charakteristischen Holzschnitt-Vignetten geschmückt, deren zartes Grün mit dem Schwarzweiß des Druckbildes sich zu einer gefälligen Farbenharmonie verbindet. Da das Werk nur den Mitgliedern der Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei zugesandt wird, und zwar diesen gratis, als Gegengabe für ihre Mitaliedsbeiträge, dürfte es der Gesellschaft viele neue Mitglieder zusähren. 598 — Arnold Ulik Barbaren (in Leinen gebunden 8.50 Mk.. Verlag von Albert Langen in M nAen). Es sieht beinahe so auS als könne er gar nicht aus Gurova stammen, dieser Arnold Ülitz, der da mit weiten, federnden Schritten über eine Erde schreitet, die unter feinen Füßen h ng erscheint, wie am ersten Sage, ta^enti, leuchtenden Angesichtes und doch ist der Ernst und der Sinn der Jahrtausende Europas in den Augen dieses Dichters, der mit Ti anenfänften Blöcke wälzt, die Berge sind, 6d)ic*fale gefaltet, die Pro chetien von Vol'er- schicksalen bedeuten. — „Ararat", .Das Testament". und nun holt er xum dritten großen Wurse aus. — Eine Robinsonade ans dem hohen Borden, aus Ultima Thule. Ein Märchen aus Menschheilea fang n Eine Schickfalstvagödie des letzten Berühmtesten einer im hoh n Vörden verschollenen wißen'chaftlichen ©* ■>e>ition. Eine Clownerie toller Bocksvrünge, wahnsinnig- vhantastischer Einfälle und urw lthast-ausbrüll n der Liebesabenteuer. Eine Gespachte, die sich ein Träumer erzählt, durch dessen Vhantasie- krasl gciu,e Klüngel von Schriftstellern versorgt werden könnten auf Jahrzehnte hinaus. Gin Buch der Weisheit, in dem das schlichte und gewaltige Wort gesprochen wird: Die Liebe ist geschaffen, daß wir den Tod vergessen. 722 - Simm Kröger, Heimkehr. Skizzen aus meinem Leben. In Leinen 3,50 Mk., in Halb- lebet 5 Mk. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg Dichter sche Phantasie gestaltete in diesen Sk^ze.i kleine Kunstwerke, über denen Grdgerach und Sonnenglan) schwebt, und die teils durch ihren heiteren Humor, teils durch ihre schlichte Tragik uns menschlich nahekommen. Wer zugleich den Dichter und den Menschen Simm Kröger kennen und — waS hier dasselbe ist — schätzen lernen möchte, greife zu diesen von köstlichem Humor getragenen Geschichten. 779 — Georg Hirschfeld: Der Mann im Morgendämmer. (Vertag Ph. Reclam. Preis 10 Mk.) Der Titel von Georg Hjrschfelds jüngster Schöpfung „Der Mann im Morgendämmer" verkündet ein Programm, eine Hoffnung: Der neue Tag graut, der mannhafte deutsche Mensch, aus den Fiebern der Nacht erwachend, hält Umschau, erkennt und geht dem Licht entgegen. Damit fit der Grundgedanke des Romans auf die knappste Formel gebracht worden. 781 — Rudolf Huch: Hans der Träumer. (Verlag Ph. Reclam. Preis 8 Mk.) Huch erzählt die Geschichte der Jugend des letzten Sproßen einer verarmenden Familie. Kindbeit, Schuljahre, Studentenzeit, ein früher Tod, ein Auslölchen — damit sind die Stationen der Handlung festgelegt. Tausend Möglichkeiten, in der Liebe, im Korps, in der Kunst, finden keine einzige Erfüllung: bis Hans Fadricius zu der Einsicht des Mißverhältnisses zwischen Erlebnis-Willen und Erlebnis-Fähigkeit kommt. Wie ein todwundes Tier geht er dann in die Einsamkeit und stirbt. 785 — Der mysteriöse Kavalier. Roman von Rud. Strotz. (Verlag Aug. Scherl, Berlin.) — Wieder ein prächtiges Stratz-Buchl Der Roman fesselt durch die reizvolle, meisterhafte Erzähler- und Gestaltungskunst, die diesem Dichter eigen ist, und die ihn zu den beliebtesten Autoren gemacht hat. Beste Empfehlung an die Leserwelt ist für dieses Buch eine «Älbstverständlichkeit. 1538 — John Galsworthy. auch weiten Kreisen in Deutschland von der Bühne her bekannt als scharfer Kritiker der gegenwärtigen GeseN- schafi, deren Moral er tn einer Reihe von Tendenzdramen geißelte, verdient auch mit feinen Romanen unsere Beachtung. Einer feiner letzten, „D e r Patrizier" (Verlag von Paul Zsolnay in Wien), schildert da- Leben eines britischen Grandseigneurs unserer Tage, nicht ohne Kritik, ironisch und witzig, immer geschmackvoll. Galsworthy ist vielleicht nicht unbefangen genug, um ein zuverlässiger Führer zum Verständnis dieses merkwürdigen Volkes und seiner noch merkwürdigeren Oberschicht fein zu können, trotzdem wird man die Lektüre als Bereicherung — Gras Brockdorff-Rantzau, Dokumente und Gedanken uin Versailles. Broschiert 3 Mk., Halbleinwand 4 Mk. Der Botschafter des Deutschen Reiches in Moskau hat sein vor einigen Jahren in einer unvollständigen Ausgabe erschienenes Werk vollständig umgearbeitet und gibt es jetzt, ergänzt und stofflich wie gedanklich neu geordnet, in einer Volksausgabe des Verlages für Kulturpolitik in Berlin neu heraus. Das ganze Programm der Rantzauschen Polittk, die Gründe feiner L!nterschristsverweig:rung und seine Versuche, statt eines Dil'a.es Friedens- Verhandlungen zu erzielen, werden bis in die Details sichtbar. Für den Kampf um Versailles, der heute noch gekämpft wird, vereinigt dieser Band a'les Wesentlichste.' er gibt — mit den Worten des Verfassers „die Grundlagen des Kampfes, die gedankliche Schlachtordnung, sein geistiges Wafsenzeug .... Was der Staatsmann an fern? Gegner oder an die Männer richtete, denen er in der Heimat Beran Wartung schuldete, ist in den „Dokumenten niedergelegt." 707 Schöne Literatur. — Jakob Schaffner: Die Glücks- fIscher. (Union Deutsche VerlagegcseUschafk in Stuttgart.) Wenige Wochen nach seinem 50. Geburtstage schenkt Jakob Schaffner, der deutsch- jchwcizerische Dichter, der weitverbreiteten Gemeinde feiner Leier wieder einen neuen großen Ro- vian. Die Gliickstischer sind kein Ereignisroman mit vielen Geschehnissen. Um so gewichtigeres Lob bedeutet es, daß man das Buch von Seite zu Seite mit zunehmender Spannung und Anteilnc.hme lieft. Wie diese Menschen ihre großen und kleinen Erlebnisse durchcmpfinden, wie sie sich selbst suchen, verlieren und finden müssen, ist so wahrhaftig und eigenartig mit dem Dichtergeiste Schaffners ge,chaut und so lebendig geformt, daß cs packt und mitreißt. Nicht jene vornehmlich dem Abwegigen und Kranken zugewandte zerfasernde moderne Seelenanatomie treibt Schaffner, sondern bei ihm runben sich aus der Darstellung vor Kleinem und Einzelnen wie aus bunten Molaiksteinchen Gesamtbilder von Menschen mit ausgesprochener Individualität, immer blutwarmen Lebens voll, — Gestalten, die mit ihrem Leid und Freud' jedem von uns nahe und verwandt erscheinen und über ihr Einzelschicksal hinaus Bilder alles Allgemein-Menschlichen bieten. Und hinter diesem bald heiteren, bald ernsten, bald krausen, bald ergreifenden Mosaik, das in allem des Diästers Feingefühl für das Bildhafte und für die Kräfte der Sprache erkennen läßt, fDüren wir i den Meister, besten Figuren zufammengcyalten sind von der eigenen, tiefen dichterischen Zusammenfchau der Dinge. Was diesen neuen Schaffner besonders verschönt, Ist der herzliche Humor, der auf seinem innersten Grunde (legt und feine Kraft zieht aus der Liebe des Dichters zum Leben um des Lebens willen, sofern es nur recht und tüchtig und vor ollem sich selbst getreu Ist. 836 — Otto Wirz, Novelle um Gott. (Verlag Engelhorn, Stuttgart.) Gewiß war es für Wirz schwer, nach den „Gewalten eines Toren" Neues zu geben. Denn ein Werk von solcher Umfassung und Erfüllung mußte sich wie eine Mauer rund um den ' Dichter legen, durch die kaum noch ein Tor in un- betretenes Land führt. Aber er entging diesen Schwierigkeiten und allen unseren aufrichtigen Befürchtungen auf würdige und schöne Art: warf den Ballast der Wirklichkeit, Diesseitigkeit — und damit der iym entsprechenden Schriststellerel — von sich und flog mit der Leichtigkeit der reinen Seele geradezu über die Mauer weg, in die Weite gottjuge- roanbter Dichtung. Mit besserem Recht noch, als jedes andere „höhere" Kunstwerk trägt seine Novolle den Titel „Um Gort". Unmittelbarer, zielsicherer wurde die Allmacht noch nie in den Mittelpunkt eines Gedichts gestellt und wirkte umgekehrt in jede Szene, jede Gestalt, jedes Wort herein, so daß alles Einzelne aus ihr allein feine Wahrheit und fein eigentliches Leben empfängt. Alle die un- dinghaften i)inge der Novelle find keineswegs mit idealischem Schwung mit der Sprache des Ethos dargeftellt, sondern In einer Jo handfesten, wirklich, keitsnahen und doch zugleicy gedankenvollen Diktion gegeben, wie sie mir heute neben Wirz nur noch sein Schweizer Landsmann Schaffner zu handhaben scheint (ohne damit mehr als ein gemeinsames Ziel anbeuten zu wollen. Wirz' Sprache ist viel ausgepflügter, sehnsüchtiger, die Jakob Schaffners runder und gewißer). Wirz überbrückt den scheinbar unlöslichen Widerspruch, daß seine Gestalten, obschon sie vor dem Ewigen sich ihres letzten Eigenwertes beaeben, dennoch dieses Ewige für unser Gefühl in die Welt bannen und nahe bringen. Es gelingt ihm durch seine inbrünstige Gestaltungskraft, zwischen den vier seltsamen Personen seiner Novelle als fünfte den Unpersönlichen er- stehen zu lassen, auf den alle Taten und Worte zielen, von den kräftigen Blasphemien des alten Wild bis zu den mühsamen Grübeleien des jungen Theologen, von der senilen Demut der Großmutter bis zu dem unweidlich-herrifchen Trotz des Mädchens. Jeder Eharakter schafft und formt fein Teil an Gott, und aus den Teilen wird plötzlich der Ganze, Genindete, der beinahe unter ihnen zu stehen scheint im Gang der Dichtung und schließlich, wie sie mit der majestätisch-symbolischen Verschlingung von Zeugen und Sterben endet und sozusagen zu Boden sinkt, als der Große, Eine über alles ragt. Ja, die Novelle bad heißen: „Novelle um Gort", denn ein Gott, ein seltsamer, aber ein kraftvoller Gott ist in ihr Gestalt geworden." (770) W. E. Schäfer. — „Neun Liebesgedichte" von Arno Holz bringt soeben die Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bücherei zu Leipzig ihren Mitgliedern als Jahresgabe für 1924 dar. Es handelt sich hier um einen Ausschnitt aus dem Lebenswerk des Dichters, dem „Phantasus", mit besten Neugestaltung Dae festlich geschmückte VPeihnachteheft bringt viel schöne VlZe ihnachts^Geechichten Weihnachte-Gedichte s