Nr. 269 Erstes Blatt (d (75. Jahrgang Montag, (6. November (925 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle. Monotr-Vezuxrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drohtnach- richten: Anzeiger Siehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhesfen Gietzener Anzeiger Druck vnd Verlag: Brühl'sche Umverfiläts-Vuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Siehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» Klameanzeigen otn 70 mnr'" Breite 35 Reichspfennig^ Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Fricdr. Wilh. Lange. Derantworilich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Iilstel, sämtlich in Giehen. Die Räumung der Kölner Zone am 1. Dezember. Der Beschlug der Botschafterkonferenz. Paris, 15. Koo. (HJIB.) Das offizielle fiom- munlquC über die Bolfchasterkonseren; lautet: Infolge der 2Hif(fi(ungen, die die Botschafterkonferenz von der deutschen Regierung erhallen hat, Hot sie beschlossen, heule nachmittag um 5 Uhr zu einer Sitzung zusammenzutreten. 3m verlaufe dieser Sitzung hat die Konferenz den Beschluß gefaßt, noch heule abend eine Kote an öle deutsche Regierung zu richten, in der sie die Milderungen bekannt gibt, die die Alliierten am Regime der besetzten Rheinlande eintreten zu lassen gewillt sind. Andererseits hat die vatschaf- terkonseren; Kenntnis von den Antworten der deutschen Regierung hinsichtlich der noch strittigen Entwaffnungsfragen genommen und ist zu der Ansicht gelangt, daß diese Mitteilung geeignet ist, es nunmehr zu gestatten, zur Räumung der Kölner Zone zu schreiten. Die Bolschafterkonferen; hat oeshalb beschlossen, den 1. Dezember als den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem diese Räumung beginnen wird. Die Votschasterkonferen; hat dem deutschen Botschafter sofort von ihrem Beschluß Mitteilung gemacht. Sie wird am Montag wieder zusammen- treten, um den Wortlaut der Kote sestzu- slellen, durch die der deutschen Regierung Mitteilung von dem heute gesahten Beschluß gemacht wird. Zur Frage der Milderungen im Besatzungs- regime melden die Morgenblätter ergänzend noch folgende Einzelheiten: 1. Der deutschen Regierung ist die Ernennung eincä Reichskommissars für das besetzte Gebiet in der Person des ehemaligen Botschafters in Madrid, Freiherrn Langwerth von S i m m e r n, zugeftanden worden. 2. Es wird eine vollkommene R e v i s t o n der Ordonnanzen für das besetzte Gebiet vorgenvnnnen. Deren Zahl wird von 300 aus 30 herabgesetzt. 3. Die Befugnisse der deutschen Gerichte werden ausgedehnt. Die Konrpetenz der Kriegsgerichte wird be schrankt auf Bergehen, die ihnen ihrer Ratur nach zukommen. Die deutschen Gericht werden wieder das Recht haben, über alle anderen Fälle Recht zu sprechen. 4. Die Einmischung der Alliierten in die deutsche Verwaltung beschränkt sich von nun ab ausschließlich auf die notwendigen Maßnahmen für die Sicherung der Truppen. 5. Das De legierten sh st em im Rheinland wird befcitigt 6. Es werden weitgehende 2l m n e st i c m a ß- nahmen für all ebiejenigcn erlassen, die im besetzten Gebiet verfolgt wurden und für die- jenigen, die sich auf Grund von Zwischenfällen mit den Besatzungsbehörden Strafverfolgung zu- gezogen haben. 7. Schließlich ist auch eine Revision der Urteile der Kriegsgerichte in Aussicht genommen. 8. Endlich wird ein neues System für die Unterbringung de rTruppen geschaffen. Die öffentlichen Gebäude werden freigegeben, was durch eine praktischere Kasernierung der Besahungstruppen, deren Zahl wesentlich herabgesetzt werden wird, ermöglicht werden soll. Stresemann über Locarno Eine Rede des Außenministers in Duisbnrts. Duisburg, 15. Rov. (Wolfs.) Anläßlich einer von der Deutschen Volkspartei in Duis- hirg veranstalteten Versammlung sprach Reichs- außenminister Stresemann über Fragen der deutschen Außenpolitik Er führte u. a. aus: Ein Tleberblick über die Zeit vom Beginn des Ruhrkampfes bis zur Gegenwart zeige, daß es darauf ankomme, insbesoiidere den Zusammenhang der weltwirtschaftlichen Ideenverbindungen mit den Forderungen der deutschen Außenpolitik auf dem Gebiet deutscher Souveränität und Freiheit im Innern zur Geltung zu bringen. Auf dieser Grundlage^ hätten die Verhandlungen von London zur Räumung des Ruhrgebiets und zur Räumung der Sanktionsstädte geführt. Derselbe Weg werde von Locarno über die morgen im Kabinett zu "beratenden, der deutschen Regierung bekanntgegebenen Erleichterungen für das Rheinland zu einer Politik führen, die uirs eine andere Bewegungsfreiheit in Deutschland verbürge. Der Vertrag von Locarno entspreche den Grundlinien der Rote der deutschen Regierung vom 20. Iuli. Deshalb hätten die deutschen Delegierten auch das Recht der Paragraphierung für sich in Anspruch nehmen müssen. Die deutsche Initiative sei erfolgt, um Bestrebungen entgegenzuwlrken, die bereits im Versailler Derirng als Ersah für die belgische Neutra ität ein einsei igeö Tlbkommen der Alliierten vorgesehen hätten. Rach Locarno sprach eines der angesehensten verbreitetsten französischen Blätter davon, daß England nnd Frankreich sich allein verständigt hätten, wenn sie mit Deutschland nicht zur Verständigung gekommen Warrn. Einer ter Hauptgesichtspunkte des Vertrags von Locarno liege in der Ersetzung der gegen Deutschland gerichteten Entente durch einen Gegenseitigkeitsvertrag, der auch Deutschland Schuh und Sicherheit gewähre. Die große fortwirkende Bedeutung von Locarno liege In der Rotwendigkeit des Zusammenwirkens der europäischen Wirich aft, die samt und sonders unter den Wirkungen DeJ Krieges gelitten hätte. Die Erkenntnis von her Rotwendigkeit der europäischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit fja'e dem Vertrag von Locarno den Weg geebnet. Man müsse hoffen und daran arbeiten, daß dieser Gedanke auch in Zukunft Boden in Europa finde und sich in einer Politik friedlicher Zusammenarbeit der Völker auswirken. Daß Locarno der Beginn einer neuen Aera in Europa sein müsse, dies fei die Auffassung aller derjenigen, die an diesem Vertragswert mit* gearbei.et hätten. Der Minister ging zum Schluß seiner Ausführungen auf die Frage der Rückwirkungen ein. Die Reichsregierung werde morgen über die Rote zu beraten haben, die von den alliierten Regierungen eingegangen sei. Sie enthalte Erleichterungen für das Rheinland und kündige ferner die endgültige Räumung der nördlichen Rheinlandzoge an, deren Beginn für den 1. Dezember in Aussicht genommen sei. Das, was man für das Rheinland erwarte, sei wiederholt versprochen worden. Auf Grund des bisherigen Ganges der Verhandlungen könne er nur sagen, daß das Vertrauen, das die deutschen Delegierten den Worten von Bri- and, Chamberlain und Vandervelde entgegengebracht hätten, in keiner Weife erschüttert worden sei. Wenn die Reichsregierung auf Grund der bevorstehenden Beratungen ihrerseits zu der Auffassung komme, das 2a zu dem vorliegenden Gesamtwert auszusprechen, und das deutsche Volk auffordere, hinter diese Entscheidung zu treten, so müsse man trotz allem, was vorgegangen sei, hoffen, daß unter Hintansetzung aller neuen politischen Erwägungen das deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit in dieser wichtigsten außerpolitischen Frage hinter die Regierung trete. Die Rede des Reichsaußenministers wurde von der Versammlung mit großem Beifall auf- ?,enommen. Mit dem Absingen des Deutschland- iedes schloß die Veranstaltung. Die Rückwirkungen. London, 16. Kon. (WTB.-Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" erklärt, die britische Regierung habe bei der Befriedigung der deutschen Wünsche wegen der Nheinlandbesetzung ien hervorragende Rolle gespielt. Sie habe auf eine wesentliche Hera b- fei’ung der Besatz ungstruppen hingearbeitet. Auf ihren Einfluß sei es zurückzuführen, daß die Botschasterkonferenz auf die Zerstörung der 22 schweren Geschütze der F e st u n g Königsberg verzichtet habe. Eine für den deutschen militärischen Stolz unangenehme Entscheidung fei die über d i e Stellung des Generals von S e e ck t. Aber dies sei auch die einzige, die unbedingt erfüllt werden müsse und es sei zweifelhaft, ob sie irgendwelchen nachteiligen Einfluß auf das große perjönliche Ansehen des Generals haben werde. Weiter beschäftigt sich der Berichterstatter mit der Frage, ob angesichts der neuen Lage die Votschafterkonferenz und das Versailler M i l i t ä r k o m i t s unter Leitung Fochs in Zukunft bcibehalten werde. Wahrscheinlich werde die Botschaftertonferenz beibehalten, aber durch den deutschen Botschafter verstärkt werden. Sie würde damit eine Konferenz nicht nur der alliierten Botschafter werden, sondern von Botschaftern der an der Friedensregelung interessierten Mächte und würde dadurch den Charakter einer Versöhnungs-Kommission erhalten. Eine ähnliche Abänderung sei für das Versailler Militärkomits in Aussicht genommen, dem ein deutscher General mit seinem Stabe hinzuzufügen wäre. Boischasterabend des Londoner Prefseklubs. London, 14 Rov. (Wolff.) Auf dem heutigen Dotschasterabrnd des Londoner Presseklubs brachte der Vorfitze des Klubs, Edgar Wallace, einen Trinkspruch auf die Botschafter und Gesandten aus, auf den der belgische Botschafter Baron de Monchcur erwiderte. Er sagte: Wi rhaben einen Wendepunkt in der Geschichte erreicht. Die Konferenz von Locarno ist die Krönung der Bemühungen der letzten sieben Jahre, Europa den Frieden zu geben. Wenn hie Konferenz von Locarno zu einem Pakt geführt hat, von dem ich hoffe, daß er eine Friedensurkunde für Westeuropa sein und ciire Friedensurkunde für die Welt werden wird, so ist dies zu danken dem Geist der Aufrichtigkeit, des gegenseitigen Vertrauens und der lebhaften Entschlossenheit, den Frieden zu sichern, der alle an dem Werke beteiligten hervorragenden Männer beseelt hat. Der Vertrag von ßoeamo ist nicht das Ende, sondern lediglich der Anfang. Der Geist, der ihn hervorbrachte, muß von Dauer werden. Er muß sich ausbre'ten und den Frieden in der ganzen Welt Herstellen. 3n der Verfolgung dieses Zieles kann die Presse unschätzbare Dienste leisten. — Der französische Botschafter de Fleuriau sagte kurz und herzlich: ich schlleße mich diesen Worten an Botschaftsrat Dusour-Feronze als Vertreter des erkrankten Botschafters Dr. Sthamer dankte für die Bez umrahme des Vorsitzenden auf den deutschen Botschafter und sprach dessen Bedauern darüber aus, am Erscheinen verhindert zu sein. Die deutsche Regierung hoffe aufrichtig, daß der Pakt von Locarno zu einem wirklichen Frieden führen werde. Er schloß mit einer herzlichen Huldigung an die große Hilfe, die die Presse bei dem Zustandebr.ngen dieses Friedensinstrumentes geleistet habe. Rach einem Trinkspruch Lord R ddels auf die Regierung Deiner Majestät erw.derte Lord Cecil u. a.: Jede Regierung fühlt immer stärker, daß sie in der Außenpolitik durch die von ihr vertretene Ration gestützt werden muß. Ohne diese cklnterstühung muß ihre Außenpolitik unwirksam und möglicherweise gefährlich sein. Hierbei hat die Presse eine wichtige Ausgabe. Locarno ist ein neuer Ausgangspunkt. Die Konferenz von Locarno soll eine Vereinbarung zur Verhinderung von Kriegen zustande bringen. Kein Teil der dortigen Verhandlungen war gegen irgendeine Macht oder irgendeinen Teil der Welt gerichtet. 2n Locarno gab es nur einen einzigen Feind, den Krieg. Londoner Vorbereitungen für den 1. Dezember. London, 14. Rov. (WB.) Die Vorbereitungen für die Unterbringung der europäischen Außenminister, die zur Unterzeichnung des Locarnopaktes nach London kommen werden, sind den Blättern zufolge beendet. Die deutsche Delegation wird im Rihhotel, die französische im Hydepark-Hotel und die belgische im Carltonhotel untergebracht werden. Alle Vorbereitungen sind „in einem Stil getroffen, der der Bedeutung des Anlasses entspricht". Die Mehrheit der Gäste wird voraussichtlich am 3. Dezember wieder die Heimreise antreten. Eine Protestkundgebung gegen den Locarnopakt. Berlin, 15. Rov. (WTB.) Die Deutschnationale Volkspartei re anstal e e an Sonntag mittag mit den Deutsch völkischen und den Vereinigten Vaterländischen Verbänden im Lustaar en eine Protestkundgebung gegen Lo arno, an der zah.reiche Vereinigungen und Organi.a.ionen mit Fahnen und Standarten teilnahmen. Ein großer Teil der Mitglieder der Verbände erschien in Uniform. Eine größere Gruppe Der Rationalsozialisten hielt sich von den übrigen Teilnehmern gesondert. 3n den verschiedenen Ansprachen wurde crlärf, daß keine interna.ionaien Abmachungen, sondern nur d i e eigene Kraft das Deut- Volk wieder frei machen werde. Für diese Freiheit zu arbeiten, sei besondere Pflicht der deutschen Äugend. Der deutschnaüonale Parteitag. Berlin, 15. Rov. (WB.) Der ordentliche Parteitag der Deutschnationalen Vollspartei nahm heute im Plenarsitzungssaal des Preußischen Landtages in einer auS allen Teilen des Reiches außerordentlich stark besuchten Tagung k er Parteivertretung seinen Anfang. Auch Reichsminister a. D. von Schließen und R e u^ Haus wohnten zeitweise den Verhandlungen bei. Reichs Minister a. D. Schiele befindet sich zur Zeit auf Urlaub. Die Tagung wurde eröffnet durch eine ausführliche Ansprache des Partei- vcrfihenden Abg. Dr. W i n ck l e r. Anschließend kamen die Vertreter der Landes Organisationen zu Worte. Alle Ausführungen gipfelten, wie wir erfahren, in dem Ausdruck des uneingeschränkten Vertrauens zur Parteiführung und Leitung. Im Rahmen des Parteitages fand am Samstag eine Tagung des Deutschnationalen Dröeiterbundes unter Leitung des Reichstagsabgeordneten Hartwig statt. In einer Reche einstimmig angenommener Entschließungen wird betont, daß die deutschnationale Arbeiterschaft in dem Vertrag von Versailles und den daraus hervorgegangenen weiteren Diktaten das größte in die Welt gebrachte Unglück erblickt. Ferner wird betont, daß keine einzige Parteiinstanz sich durch die Zustimmung einer Anzahl Männer mit kangvollen Rainen zum Vertrag von Locarno in chrer ablehnenden Haltung habe beeinflussen lassen. Schließlich wird der Partei und ihren Abgeord- neten im Reichstag der Dank ausgesprochen für ihre zielbewuhte Fortfiihrung der sozialen Gesetzgebung und gegen die Beschäftigung von Ausländern, insbesondere Polen, Stellung genommen. Der Deutschnationale Arbeiterbund ersucht ferner um Abhilfe für die Rot der Erwerbslosen. Der Zentrumsparteitag. K a ssek, 15. Rov. (TU) In der Stadthalle begann am Sonntag der vierte Reichsparteitag der deutschen Zentrumspartei, der bis Dienstag dauern wird. Eingeleitet wurde er durch eine Sitzung Des Reichsparteiausschusses. Zu den Verhandlungen waren die dem Ausschuß angeboren- Den Mitglieder aus dem ganzen Reich fast vollzählig erschienen, außerdem zahlreiche Abgeordnete Des Reichs- und Landtages und führende Persönlichk. iten aus Der Partei. In ciryr Geschäftsberatung befaßte sich Der Parteiausschuß mit Der Vorbereitung des Parteitages. Die Leitung Der Partüverhandlungen wird in Den Han. Den des Reichskanzlers a. D. Marx liegen. Eine eingehende Erörterung fand Die finanzielle Lage Der Partei. Eine längere Aussprache fand auch üb:r Die Frage der Beiräte statt. Es wurden Vorschläge für die Einfügung dieser Beiräte und ihrer Arbeiten in Die Gesamtorganisation Der Partei unterbreitet. Ferner beschäftigte sich Der Parteiausschuß mit Dem Fall Wirth. Von Dem badischen Parteifreund Dr. Wirths, Dem Prälaten Dr. Schofer sind Besprechungen mit Dr. Wirth eingeleitet worden, um die Grundlagen für eine öffentliche Aussprache auf Deut Reichsparteitag herbeizusühren. Der Parteiausschuß gab einhellig seinem Willen dahin Ausdruck, daß f ine Aufgabe nicht Darin liegen könne, sich zum Richter über Die Vergangenheit zu machen, sondern die Zukunft zu sichern und vor allem Die Einheit herzustellen. Man erwarte im Lande ein einheitliches, geschlossenes und aktionsfähiges Zentrum. Im weiteren Verlauf der Aussprache, in der u. a. auch Reichsarbeits- minister Dr. Brauns das Wort nahm, klarte sich die Situation dahin, daß die große Koalition als Forderung der Zentrumspartei sich herausbildete. Die eigentlichen Beratungen des Reichsparteitags beginnen Montag. ---------- j SchulpoMsche Tagung der Deutschen volkspartei. Berlin, 14. Rov. (211.) Die schulpolitische Tagung der Deutschen Volkspartei richtete ein Tel?gramm an den Reichsaußenminister in Dem der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß es gelingen möge, das begonnene Werk von Gocarno zum Wohl des Vaterlandes zu vollenden. In der RachmittagSsiyung äußerte Dr. v. Campe -Zweifel an Dem baldigen Zustandekommen eines Reichsschulgesetzes. Der Abschluß von Konkordaten sei abzulehnen: sollten sie aber nicht zu vermeiden sein, Dann Dürfte unter feinen Umständen ein Reichskonkordat sondern nur Länderkon- kordale geschlossen werden. Auch Staatsminister a. D. Dr. Doelih hielt den Referentenentwurf 5um Reichsschulgoseh für unannehmbar. Zur Frage des Konkordats wurde folgende Cnl- fchllehung angenommen: »Der Reichsschulausschuh Der Deutschen Vol^partei erklärt zur Frage des Konkordats: 1. Die Fdrm des Konkordats für Vertrags zwischen Staat und Kirche ist abzulehnen. 2. Vereinbarungen zwischen dem Staat und den Kirchen sind, wenn überhaupt unvermeidlich, nur zulässig über Fragen Der kirchlichen Or- ganis ationen uird die Staatsleistungen an Die Kirchen. 3. Solche Vereinbarungen können, Da an Der Kirchenhoheit Der Länder nicht gerüttelt werden darf, nur von diesen geschlossen werden. 4. Für Die Behandlung des Verhältnisses zwischen Kirche und Schule kommt nur der Religionsunterricht als Gegenstand in Betracht. 5. Diese Regelung hat nach selbstverständlicher Anhörung Der Kirchen Durch Reichs- und Lande sgeseh zu erfolgen. 6. Bei dieser Regelung ist Die alleinige Schulaussicht des Staates streng zu wahren. 7. Der amtliche Einfluß der Kirchen auf den Religionsunterricht muß in eine Form gebracht werden, wodurch die letzte Entscheidung über Zahl Der Religionsstunden, Lehrpläne, Lehrbücher und dergleichen dem Staat verbleibt. Insbesondere Darf dieser Einfluß Der Kirche auf Den Religionsunterricht nicht zu einer Kontrolle Der Religionslehrer übersteigert werben. In einer anderen Entschließung wurde die Reichst agsfraltion der Deutschen Dolkspartei ersucht, Den Reichsschulgesehentwurs unter keinen Umständen Gesetz werden zu lassen. „Es Darf nur einem Gesetz zugestimmt werden," heißt es Darin, „das Die Erziehung der deutschen Iugend zu deutschem Volkstum auf dem Boden christlicher Weltanschauung gen ähr .eistet. Insbesondere verlangen wir: 1. Daß Die Staatshoheit über Die Schule auch über Die Bekenntnisschule nicht angetastet wird. 2. Daß Die Rechtssicherheit Der Stellung Des Lehrers geschuht und eine geistliche Aufsicht auch über Den Religionsunterricht ausgeschlossen wird. 3. Daß Der christlichen Simultan- schule volle Bestandssicherheit und E n t f a l t u n g s f r e i h e i t ge/ ährt wird. 4. Daß die pädagogische Leistungsfähigkeit Der Schu c für ihre Gestaltung als maßgebender Grundsatz c. c.lannt wird. Der Reichsschulausschuß Der Deutschen Volkspartei erf.ärt, daß er an Der Förderung einer baldigen reichsge - sehlichen Regelung der Schulfrage nach wie vor festhält." Rach einer längeren Debatte wurde Dan« auf Grund deS Referats des Landtagsabgeordneten Stadtschulrat Schwarzhaupt, Frankfurt, über die Grundschule folgende Entschließung gebilligt: „Die Deutsche Volkspartei häll an der für alle gemeinsamen Grundschule aus sozialem Gründen fest und tritt für i h re vierjährige Dauer als 'Tiegel auS pädagogischen Gründen ein. Sie verlangt aber als liberale Partei Berücksichtigung der Individualität des KinbeS und fordert deshalb für besonders beanlagte Schüler die Schaffung von Möglichfetten, das Ziel der Grundschule in drei Jahren zu erreichen." Die grundsätzliche Stellungnahme zur Frage der Reform der Lehrerbildung wurde einer weiteren Tagung Vorbehalten. Dank des Reichspräsidenten an Süddeutschland. Berlin. 14. Roo. (WTB.) Der Reichs. Präsident hat den Landesregierungen von Württemberg. V aden und Hessen, sowie dem Oberbürgermeister von Frankfurt a. 21t. in herzlichst gehalwnen Handschreiben seinen wärmsten Hank für die freundliche Auf- nähme, die er überall bei oen Behörden und bei der Bevölkerung gefunden hat. ausgesprochen und gleichzeitig gebeten, der Bevölkerung in Stadl und Land den Ausdruck seiner Dankbarkeit für die ihm allenthalben dargebrochte Begrünung zu übermitteln. Finanzfragen im Preußischen Landtag. Berlin. 14. Rov. Auf der Tagesordnung steht die 2. Beratung des Haushaltes des Finanzministeriums. Mit der Besprechung ver- 1 bunden wird eine Reihe von Anträgen, insbesondere über Beamtenrecht und Beamtenbesoldung. Abg. Dr. Kähler (Dn.) wirft die Frage auf, ob nicht den Ländern eine größere Selbständigkeit in der Behandlung der Deamtenfragen gegeben werden müsse. Die Finanzlage des Staates erheischt eine Hinauf sehung der Altersgrenze. Die Beseitigung des Alters- grenzengesehes würde viel Unmut beseitigen. Dor allem müsse sich der Grundsatz der Sparsamkeit wieder durchsetzen. Abg. Grebe (Z.) will dem Finanzminister eine überragende Stellung einräumen. Es sei Pflicht der einzelnen Parteien, zusammenzuarbeiten. Bei der Hinterbringung der verdrängten Beamten müßten auch die anderen Länder Sorge tragen, da Preußen ja nicht allein den Krieg verloren habe. Abg. Dr. Lese (D. Dp.): Der Betrag der Ausgaben für die Staats- und Ge- meindeverwa ltungen ist gegen 1913 trotz der Verkleinerung des Staatsuinfanges auf das zwei- bis dreifache gelegen. Hier ist eine Herabsetzung um jeden Preis dringend geboten. Der Beamte muh in seiner Dor- und Ausbildung angesichts der Steigerung seines Aufgaben- und Pflichtenkreises auf alle Weise gefördert werden. Hier wäre Sparsamkeit am unrechten Orte. Kommt der Locarnovertrag zustande, so muh mit größter Energie an die große Der- waltungsrefvrm gegangen und d i e Selbstverwaltung möglichst gestärkt werden. Abg. Bartels (Dem.): Die Fürstenhäuser haben sich geradezu Mühe gegeben, sich mit ihren Ansprüchen an das zusammengebrochene Dolk die letzte Sympathie zu verscherzen. Diese Auseinandersetzung kann als hochpolitische Frage nur Durch ein DeichSgesetz erledigt werden. (Andauernde Llnruhe und Widerspruch rechts.) Dem Finanzminister danken wir für die Entschlossenheit. mit der er für Preußens Lebensfähigkeit gegenüber dem Reichsfinanzminister eingetreten ist. Daß der Staat . Ankurbelungskredite für die Wirt- schäft Ijergege&en hat, ist begrüßenswert. Aber y sie müssen zurückgezahlt werden. Der Landwirtschaft habe sie viel mehr genutzt, als der ganze . Zolltarif. Abg. Müller- Franken (Wirt. Dec.): Wir wollen den Staat lebenskräftig und gestmd erhalten. Dazu bedarf es auch eines gesunden und lebenskräftigen Beamtenstandes. Auch der Staat soll nicht mehr Beamte haben, als er braucht. Don wirklicher Sparsamkeit bleiben wir weit entfernt. Abg. Dr. v. Brehmer (Völk.): Für die " verdrängten Beamten müsse in der Weise gesorgt werden, daß sie tunlichst bald freie Stellen bekämen. Eine allgemeine Fürsorge sei nicht jedermanns Sache. Die Lage der Beamten in Hessen. Darmstadt, 15. Nov. Der Landesbeamtenausschuß der Deutschen Volksport ei hat in einer stark besuchten Tagung in Darmstadt die folgende Entschließung einstimmig gefaßt: „9m Hinblick auf die Ablehnung des Rsichsfinanzministeriums der von ihm mehrfach als notwendig bezeichneten Besoldungserhöhung der Beamten richten wir an die Fraktion der Dcut- / scheu Volksportei die eindringliche Bitte, mit größtem Nachdruck bei der Reichsregierung auf eine endlich angemessene Erhöhung der Boom tenbezüge hinwirken zu wollen. Angesichts der erschreckenden Notlage, des bitteren und schreienden Elends in den unteren Beamtenklassen, der verheerenden Verschuldung in den mittleren sowie der fortschreitenden Verarmung und Verprole- tarisierung in den höheren Beamtenkreisen muß den von der Regierung im Reichstag gemachten Versprechungen bald die Erfüllung folgen, soll nicht die Ehrenhaftigkeit, Leistungsfähigkeit und der Lebensmut des gesamten Staatswesens untergraben werden." Die Mitglieder, des Landesbeamsen-Ausschus- ses bitten daher, daß die Fraktionen unter allen ständen zu ihren im Reichstag eingebrachten Anträgen steht und alles daran setzt, damit die große Notlage der Beamtenschaft mit ihren schädigenden Auswirkungen auf den gesamten gewerblichen Mittelstand wenigstens einigermaßen gebessert werde. Parlamentarisches aus Hessen. Darmstadt, 15. Äob. Abg. Dr. Werner und Genossen haben im Landtag folgende Anfrage eingebracht: Der Landtag hat seinerzeit auf Deutschnationalen Antrag beschlossen, die Regierung aufzuforßern: 1. das längst verlangte und dringend notwendige Gutachten dec Juristischen Fakultät der Gießener Universität über das D e r h ä l t n i s von Staat und Kirche endlich zu beschaffen: 2. darauf hinzuwirken, daß Bsrttrter der Regierung und des Landtags in den Dorstand oder AussichtSrat von gemeinnützigen Bereinigungen und Körperschaften eintreten, sofern letztere aus laufenden staatlichen Mitteln Beihilfe empfangen. Da die Beratungen des nächstjährigen Staatsvor- anschlags bald beginnen sollen, fragen wir an, was die Regierung in Drrfolg der bezeichneten Landtagsbeschlüsse getan hat? Englisch-franzöfischeBeratungen über die arabische Gefahr. Paris, 14. lltov. (TU.) Der neuernannte Oberkommissar für Syrien, de Jouvenel, wird sich in der nächsten Woche nach London begeben, um mit Chamberlain und dem Kolonialstaatssekretär Amery die Lage auf der arabischen Halbinsel zu besprechen. In britischen Regierungskreisen werden die Fortschritte der panarabischen Bewegung unter dem Eindruck der französischen Mißerfolge in Syrien mit großer Besorgnis verfolgt. Man befürchtet ein Ueb ergreifen der Bewegung auf Transjordanien und Palästina. Nach feinem Aufenthalt in London wird de Jouvenel nach Beirut reifen. Eine Regierung Feng in China. Berlin, 16. Rov. Der Moskauer .ZRul“ berichtet aus Peking, daß General Feng, der sogen '„christliche" General, die neue Regierung gebildet hat. Das diplomatische Korps habe darauf beschlossen, die von Feng gebildete Regierung nicht anzuerken-- nen. Feng habe sich an die Großmächte und die Sowjetunion mit einer Rote gewandt, worin erklärt werde, Laß dis neue Regierung eine Vereinigung der nationalen Kräfte Chinas sei. Dadurch werde er in die Lage versetzt, den Ausländern annehmbare Bedingungen für ihren Aufenthalt in China zu garantieren. Weiter habe Feng versprochen, Ende dieses Jahres bas Parlament einzuberufen. Entgegen allen Erwartungen habe die Sowjetregierung noch nicht die Regierung Feng anerkannt. Kleine politische Nachrichten. Für den zum Reichskommissar der besetzten Gebiete ernannten Frhrn. v. Langwerth-Simmern ist der bisherige Gesandte in Budapest, Graf Welczek, zum deutschen Botschafter in M a d r i d ernannt. Ein geheimes Konsistorium tritt am 14. Dezember zusammen, in dem der Nuntius in Paris, C errett i, der Nuntius in Brasilien. Henrico G a - f p a r r i, der Erzbischof von Armagh, O r d o m e l, und der Sekretär der Ritenkongregation, Verde. au Kardinalen ernannt werden. In dem öffentlichen Konsistorium am 17. Dezember werden die Erzbischöfe von Sevilla und Granada, die am 30. Marz 1925 zu Kardinalen ernannt worden waren, sowie die anderen neuen Kardinale vom Papst den Kardinalshut empfangen. * Der bisherige Chef des Generalstabes Kamenew ist zum Generalinspektor der roten Armee ernannt worden. Der bisherige Befehlshaber des Militärdistriktes West, T u - chaschewski. übernimmt den Posten des Generalstabschefs. Infolge des Rücktritts der vier katholischen Minister hat sich das holländische Kabinett gezwungen gesehen, zu demissionieren. Aus aller Welt. Jubiläum des Berliner Haupltelegrapheuamtes. Aus Anlaß deS 75jährigen Jubiläums des Berliner Telegraphenamts fand in der Hochschule für Musik ein Festakt statt, dessen Teilnehmer Den großen Saal der Hochschule bis auf den letzten Platz füllten. Dabei hielt ösr Amtsvorsteher des Haupttelegraphenamts, Oderpostbirektor Zeller, einen interessanten Dortrag. in dem er die Bedeutung des Berliner Hautzttelsgraphenarnts für die Telegraphie im Inlands darlegte, darüber hinaus aber zeigte, welchen hervorragenden Platz das Berliner Haupttelegvaphenamt in der internationalen Telegraphie einuehme, deren Wege, wenn sie nicht künstlich abgeleitet werden, hauptsächlich über Berlin führen Gr schloß mit Dem Gelöbnis, daß di« Beamtenschaft des Amtes zu- sammenioirken werde, um das Haupttslegraphen- amt der Entwicklung zuzuführen, die es beanspruchen dürfe. Hierauf betrat der Staatssekretär des Reichspostministeriums. Dr. Sauter, das Podium, um die Glückwünsche desReichs- p o ft m i n i st e r i u m s und der Beamtenschaft Den Dank des Ministeriums für die treue und fruchtbare Pflichterfüllung auszusprechen. 2hm folgten der Präsident der Berliner OberposiDirektion Genhke, Der in einem kurzen Abriß die räumliche und örtliche Entwicklung des Berliner Haupttelegraphenamts darlegte. Stadtrat Wege überbrachte in Dertretung Des Oberbürgermeisters Boeh Die Glückwünsche der Stadt Berlin. Der Vizepräsident Der Industrie- und Handelskammer', Dr. G e l p ck e , dankte dem Haupttelc- graphenaml für dessen fruchtbare Zusammenarbeit mit der Handelskammer. Vortreffliche Or- cheftermusik, ausgeführt von Angehörigen des Hauptttl'graphenamtes unter Leitung von Professor Dr. Grawert, sowie Mannerchöre des Gesangvereins Der Berliner Post- und Telegraphenbeamten, umrahmten die Festreden. Zrrm Hau. Karlsruhe. 14. Rov. (Wolff.) Zum Fall Hau wird amtlich befannt legeben: Mit Entschließung des Staatsministeriums vom 28. November 1919 wurde der zum Tode verurteilte und nachher zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigte Karl Hau zunächst auf Den 15. April 1925 endgültig begnadigt. Einem im Zähre 1924 neuerdings eingereichten Gnadengesuch um frühere Entlassung aus der Strafhaft entsprach das Staatsministerium in der Weise, daß es Hau. hinsichtlich des bis zum 15. April 1925 noch zu verbüßenden Teiles der Strafe bedingte Strafaussetzung mit Bewährungsfrist bis zum 1. August 1930 bewilligte. Dieser Gnadenerweis erging nicht unter der allgemeinen Voraussetzung einwandfreier Führung, sondern auch unter der ausführlichen Bedingung, daß er alle ehrenkränken de Angriffe gegen die von ihm Ermordete oder deren Angehörige, auch jeden Mißbrauch seiner Straftat, seiner Verurteilung oder Strafverbüßung zu Angriffen gegen die beteiligten Behörden oder zu Filmvorstellungen oder zu sensationellen s ch r i f t st. e l l e r i s ch e n Darlegungen unterlasse. Rachdem Hau durch die D e r offen tlichung über seine Strafhaft und über das Verfahren in einer Berliner Tageszeitung und in Buchform dieser Bedingung offensichtlich zuwidergehandelt hatte, hat Da* Staatsministerium den Strafurlaub auf Wohlverhalten mit Entscheidung vom 27. Oktober widerrufen. — Wie die „B. Z. am Mittag" hierzu erfährt, steht Dr. Hau auf dem Standpunkt, daß er in keiner Weise die Bedingungen seiner damaligen vorzeitigen Entlassung verletzt hat, und daß es sich um einen Racheakt der Staatsanwaltschaft handelt. Er wird sich deshalb der Polizei nicht stellen, da nach seiner Ansicht er fein Recht auf Freiheit nicht verwirkt hat. Der Verteidiger. Karl Haus, Dr. Alsberg, der sich mit der Angelegenheit Der Wiederaufnahme des Verfahrens beschäftigte, hat gegen die Maßnahmen der badischen Justizverwaltung Protest erhoben und diesen damit begründet, daß die Deröffentlichung Dr. Karl Haus übet seine Erlebnisse im Zuchthaus und feinen Prozeß in Der ,.B. Z. am Mittag" in keiner Weise den bei der Entlassung ihm auferlegten Bedingungen widersprechen. Der Fassadenkletterer im Kaiserhof. Berlin, 14. Rov. (Wolff.) Der Fassadenkletterer, Dec int Hotel Kaiserhvf in dem Zimmer des Züricher Dersicherungsdirettors H o l t i n - g e r eingeDrungen war, hat, wie die „B. Z." berichtet, den Einbruch verübt, als Holtinger sich im Badezimmer befand und Frau Holttn- ger allein im Hotelzimmer war. Holtinger erzählt u. t kinem Kern ter irflt unser« J$- •rlbauern uni Ai? anhalten, 'cn: Olhrimum 1,6 )rcb, h.'iche Morelsills, reidrrrn von j |lcn Mtivrvch. 18. ! :ungd:rLeiche [ on Alch/Hosen | Statt. Sic At-rt ? -Kassel nach Serag, der 11 Uhr 41 Uhr 2 in TirlM )tM de! dvrttgen xt galant. Auch 1 gesallencn Helden Überlegungen . der 3ug hin nur i, Außerdem M> durch Siullchland iigjn Herren haben -u. Der von Fran!- :te Transport Wirt e n übernommen uni Strahensperre. ialzarbeiten in w lanlaac und Lobet- um 16. Oftota an- m NW1 toU’ ißbtrelniöung - err Friedrich M> isleben über dr tvicklung des das bei der unge- ten Dörtes für le ouziehrn mh'e DuchrS und seM .drrausbai'L u^eres Ä der Äedner in ga*K«««J" * Mz N'N * qq® Vie KL« *%säSs iO? flSSr«! „i *Aaa«»«i >'<*■ a» Aungcn auf die sozialen Verhältnisse des Buch- drückerstandes schloß der Redner den wertvollen Vortrag. — •• Camera-Club Gießen 1920. Zu einem Vortrag feine» zweiten Vorsitzenden E. Winterhvff üder das Thema „Farben- Photographie" hatte der Camera-Club seine Mitglieder und Freunde am Freitag abend in den großen Hörsaal des Physikalischen Instituts eingeladen. Dor den zahlreich Erschienenen entwickelte der Vortragende zunächst in wesentlichen Zügen die Eigenart und die Dehandlung der Agfa-Farbenplatte, der einzigen Platte, die heute für den Amateur in Frage kommt. 3m Anschluß daran wurden farbige Diapositive in großer Anzahl gezeigt und an ihnen nach Fehlerquellen Ät, sowie gezeigt, daß die Farbenphoto- ie dank der Fortschritte unserer einschlägigen Industrie heute in der Lage ist. jedem Amateur die Ausübung dieses schönen Zweiges der ..schwarzen Kunst" zu ermöglichen. Dietet sich doch gerade dem Farbphvtographen durch die Bunt- heit seiner Motive manch reizvolles Bild, weit eher als das bei dem Schwarzweißlünstler der Fall ist. D ie Ausführungen deS Redners tour- i en mit Beifall ausgenommen und den gezeigten Bildern ein reges Interesse entgegengebracht. *'■ Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtdiehmarkt: 158 Rinder, 397 Ochsen, 45 Dullen, 1152 Färsen und Kühe, 400 Kälber. 365 Schafe, 3317 Schweine. Oberheffen. " Landkreis Gießen. l. Hungen, 14. Nov. Aus der jüngsten G e ° meinderatssitzupg ist zu berichten: Auf das zum Verkauf stehende Fichten st ammholz sind auf eine engere Submission hin folgende Höchstgebote eingegangen: Fichtenstämme 2. Klasse — 28,80 Mk., 3. Klasse — 28,60 Mk., 4. .Klasie — 28 Mk., Va-Klasse — 27,25 Mk., Vb-Klasse — 26,25 Mark. Die betressenden Firmen sollen nach Anhörung des Forstamts ßid) den Zuschlag erhalten. Nachdem die Pacht für das Gemeindegelände für 1925 auf die Friedens^acht festgesetzt worden ist, werden die Pachtbeträge für das in 1914 noch nicht verpachtet gewesene Gemeindegelände ent- sprechend festgesetzt. Dem Wunsche eines Züchters um Ueberlaffung eines Gemeindeebers zu Ausstellungszwecken soll entgegengekommen werden, die Landwirtschaftskommission wird mit dem Weiteren beauftragt. Die weiteren Beratungen bezwecken den Erlaß von Forderungen und Vorlagen der Gemeinde an bedürftige Personen, sowie die wegen Wohnungsbeschaffungen notwendigen Maßnahmen. -st Aus dem Buseckertal, 13. Rov. Wie leicht man heut in der Zeit der allgemeinen Geldknappheit doch noch seinen Lebensunterhalt „verdienen" kann, zeigt das Beispiel des ^Tierarztes Grünewald", der bei verschiedenen Tierhaltern einer Gemeinde im Buseckertal „praktizierte". Kam da Anfang dieser Woche ein Herr in Ledergamaschen und anderer F.-K.-Aufma- chung zu einem dortigen Einwohner, stellte sich alsDertoandterdesSchwiegerfohnes vor, redete in herzlicher imö gewinnender Werfe den Herrn des Hauses als Onkel, die Frau als Tante an und brachte im Laufe des Gespräches auch die Rede auf das Dieh. Er als »Tierarzt" versteht natürlich davon sehr viel, untersucht die arme Kreatur, stellt gleich mehrere Krankheiten fest und fügt sofort eine »Kuran. Der notwendige Etter setzt sich aus Seife und Del zusammen. , Schließlich schreibt er noch 2 Rezepte: eins gegen einen „geronischen" (chronischen) Gedärm uiterka tarrh, das andere zur Förderung der „Milchsevrektion", soll heißen: Milchsekretion. Die beiden Rezepte erregen natürlich ein homerisches Gelachter in bet Äpotyeke zu Gießen, werden aber angefertigt. Als man das, ein wenig mißtrauisch geworden, dem „Herrn Doktor" erzählt, kommt er gar nicht in Verlegenheit: „Ausstudiert hat er in Berlin: aber die Apothekerschrift lernt er eben erst noch." Rechnung: jedes Rezept 4 Mk.: die Behandlung kostet nur 5 Mark, „von wegen der Verwandtschaft". — In einem anderen Bauernhof war der „5)err Tierarzt" ebenfalls ein guter Bekannter vvn Bekannten, macht gleich Schnwllis mit dem jungen Herrn _ und erteilt auch dort bereitwilligst seine bewährten Ratschläge und Rezepte. Schließlich verabreicht er dem armen Vieh noch einige Spritzen einer höchst „wertvollen" Flüssigkeit. Daß hier die Rechnung noch etwas gesalzener war, ist einleuchtend. And die Moral an der Geschicht: Solange man gegenüber Srremben so vertrauensselig ist. solange wird es den Herren Gaunern und Spitz- buben Wohlergehen. Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 14. Rov. Nachdem der Vorsteher des hiesigen Eisenbahnbetriebsamtes, Baurat H d o, schon vor einigen Tagen im Gisenbahnerverein einen Lichtbildervortrag über das Thema „Aus den Kinderjahren der Eisenbahn" gehalten hatte, veranstaltete die betreffende Stelle in Verbindung mit dem Roten Kreuze im überfüllten Zentraltheater für die Mitglieder des Vereins und zahlreiche geladene Gäste eine Filmvorführung, die großes Interesse und allgemeinen Beifall fand. Der erste Film „Herr Mayer auf Reisen", zeigte in zwar humoristischer, aber zugleich sehr belehrender Weise, wie der unerfahrene Reisende durch Unkenntnis der Bestimmungen in die größten Schwierigkeiten geraten kann, der zweite Film gab bei dem Reubau einer Eisenbahnbrücke in Berlin während des Betriebes ein anschauliches Bild von den Errungenschaften unserer Technik, die vor feiner Schwierigkeit zuruck- schreckt. Zum Schlüsse lief der vom Roten Kreuze zur Verfügung gestellte große FUm, der reich war ort Belehrungen über die erste Hilfe bei leichten und schweren Llnglücksfällen. wie diese ja täglich vorkommen, und der gewiß feinen Zweck der praktischen Anleitung nicht verfehlt. Medizinalrat Dr. Rebel hatte vorher in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung und die Bestrebungen des Roten Kreuzes hmgewiesen. — Rach altgewohnter Sitte hielt die E v g L Vereinigung (Zweigverein des Evgl. Bundes) einen Lutherabend ab; der Saal in Groß-Friedberg erwies sich wieder einmal als zu klein für derartige Veranstaltungen, so daß viele der Erschienenen keinen Sitzplatz mehr bekommen konnten. Die Begrüßungsansprache hielt der Dorsitzende der Dereinigung. Professor L a m - p a s. Den Hauptpunkt des Programms bildete die Festrede von Stadtvfarrer Lic. Gengnagel über „Luthers Familie". In einstündiger vortrefflicher Rede entwarf er ein anziehendes Bild vvn dem Famllienleben und den Charaktereigenschaften Luthers und feiner Ehesrau. er schilderte das häusliche und gastfreundliche Treiben in diesem Hause. Die Ansprache, die ein äußerst interessantes Bild von Luthers Häuslichkeit entwarf, wurde mit größter Spannung entgegengenommen. Ein ausgewähltes und reiches. künstlerisches Programm gab dem ganzen Abend eine besondere Weise. Der Evgl. K i r - che n ch o r unter Leitung von Herrn Reallehrer Reinheimer trug in ausgezeichneter Weise eine Anzahl von Chören vor. daran reihten sich Dellamationen, Diolin- und Gesangsvorträge sowie gemeinsame Gesänge, so daß die ganze Der- anftaltung als eine in jeder Beziehung ansprechende und erhebende zu betrachten ist. 4- Ober-Mörlen. 15. Rov. Die am vorigen Sonntag getätigte Bürgerrnei st erwähl wurde wieder angefochten, und zwar von der Partei des unterlegenen seitherigen Bürgermeisters Geibel. Wenn das Kreisamt die vorgebrachten Gründe für stichhaltig hält und die Wahl verwirft, bann würden wir über kurz oder lang zum fünftenmal in diesem Jahre Dürgermeistertoahl haben. Am vorigen Sonntag wurde, wie wir berichteten, in der Stichwahl der Zentrumskandidat Landwirt Schmidt mit Unter- stühung der Arbeiterschaft mit 188 Stimmen Mehrheit gewählt. ch. Trais-Münzenberg, 15. Rov. In feierlichem Gottesdienst wurde unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und zahlreicher auswärtiger Gäste unsere prächtig wiederhergestellte Kirche wieder in Gebrauch genommen. Die Festpredigt hielt auf Grund von Matth. 4. 4 der Ortsgeistliche. Pfarrer Behr ich aus Münzenberg. 2m Gottesdienst wirkten der Männergesang- Derein durch 2 Chöre und acht weißgekleidete junge Mädchen mit. die als Lichtträgerinnen im Wochselgespräch mit dem ßiturgen und durch Sprschcköre die Feier reicher ausgeftalten halfen. Durch die Erneuerung ist nufer in feinen ältesten Teilen etwa taufend Jahre altes Gotteshaus wohl eine der schönsten und freundlichsten Kirchen in weitem Umkreise geworden. Die künstlerische Ausstattung des Gotteshauses lag in Händen des Kirchenmalers K i e n z 1 e aus Tratfa bei Darmstadt. die Weihbinderarbeiten führte Weißbinder- meister Schäfer aus Albach auS. Eine besondere architektonische Wirkung wurde bei der Erneuerung dadurch erzielt, daß die Dretterwäiche. die daS Seiten- und das Hauptschiff trennten, nunmehr beseitigt wurden, so daß jetzt die wundervollen romanischen Dogen und Pfeiler zwischen Haupt- und Seitenschiff wieder voll zur Geltung kommen. Emporenbiälstungen. die Stirnwände des Gestühls und die Fensternischen sind sinnig mit Blumen und sonstigen Ornamenten geziert. An der Decke des Hauptschiffs erblickt man zwei Engel, von denen der eine Arhren und Weintrauben, als Symbole des heiligen Abendmahls, trägt, der andere den Lorbeerkranz als Symbol der Seligkeit, die der Treue winkt. Die Kanzel zeigt die Bilder der Apostel Jakobus, Petrus und Johannes. Das Seitenschiff ist als Kriegsgedächtnis- und Ehrenhalle nusgestaltet. Dort ist die Gedächtnistafel für die Veteranen des Krieges 1870/71 aufgehängt und sind die Ramen der Gefallenen sowie sämtlicher Kriegs- teilnebmcr der Gemeinde mit näheren Angaben der Kriegserlebnisse zu lesen. Die Gemeinde darf stolz auf ihr schon wiederhergestellles Gotteshaus sein, zumal sie auch in einer Zeit wirtschaftlicher Rot freudig und opferwillig zur Destre-itung der Kosten bereit war. In einem Gemeinde- abend, der am selben Tag in der Kirche statt- sand. sprachen nach einer Begrüßung durch den OrtSgeistlichen zwei frühere Pfarrer der Gemeinde. Professor D. Weimar und Pfarrer Heß. beide aus Darmstadt, her erstere über das Thema: „Was haben wir an unserer Kirche?", ber letztere über: „Was haben wir an unserer Heimat?". Außerdem überbrachte noch Pfarrer Ködding aus Eberstadt die Grüße der einstigen Tochtergemeinde. Gesänge der Gemeinde und des Mädchenchors unter Leitung von Lehrer Morell umrahmten die Ansprachen. Mit herzlichen Dankwort und Gebet schloß der Ortspfarrer die schön verlaufene Feier. ___________ Kreis Büdingen. —/— Ridda, 14. Rov. Dieser Tage hatten sich etwa 15 Pfarrfrauen zu einer Pfarrfrauenfreizeit hier eingesunden. Die Vormittage wurden jrbcsmel mit einer tiefgrabenden Schrift- betrachtung eröffnet, die die Derulsarbeiterin der Inneren Mission. Fri. Hardt, hielt. Die Rednerin sprach im Anschluß an Iesaia Kap. 6 bezw. Hohelied Kap 1 über „Gesegnetes Frauenleben", „Wie kann ein Leben gesegnet fein, wenn wir in der Rachfolge und Gemeinschaft Jesu leben" und „Gesegnetes Fraurnleben. wenn totr im Gebet leben", eine rege Aussprache schloß sich jedesmal an. An den Rachmittagen wurden im Anschluß an Vorträge des neuen Direktors des Hessischen Landesvereins der Inneren Mission, Pfarrer D r e v e s - Darmstadt und Pfarrer M e m m e r t - Oberwiddersheim „Die Arbeit der Frau an der Kirche im Rahmen der Inneren Million" und „Die Arbeit der Kirche an der Frau" besprochen und durch die Erfahrungen der Pfarrfrauen wertvoll ergänzt. An den Abenden wohnten die Teilnehmerinnen den Cvan- gelisationsversammlungen b:i? die Frl. Hardt in der Kirche abhielt und die sich eines zahlreichen Besuchs seitens der Gemeinde erfreuen durften. Die Gottesdienste wurden an den verschiedenen Abenden durch mannigfache musikalische und gesangliche Darbietungen verschönt. Dankbaren Herzens für die innere Herzensstärkung und auch für die freundliche Aufnahme in den gastlichen Häusern verließen die Pfarrfrauen das Städtchen. Kreis Alsfeld. (!) Groß-Felda, 15. Rov. Die bisherige Ha'l teste! le der Autopost liegt naturgemäß an dem Postgebäude, da von hier aus An» und Abfahrt erfolgen. Da das Postgebäude jedoch weit am Ausgange unseres Marktfleckens liegt, so muhten die hiesigen Einwohner mitunter fast 10 Minuten bis dorthin laufen. Hm diesem ilebelftanb abzuhelfen, ist durch die Bemühungen von Postmeister U f l n g c r jetzt noch eine zweite Haltestelle beim Hotel Weifenbach, mitten im Ort, eingerichtet worden, was vom Publikum nur begrüßt wird. N i ede r - G e m ü n d e n, 14. 9loo. Die lang ersehnte Kirchenglocke ist nun hier angelangt. Es handelt sich um die dritte und kleinste Glocke, die als Ersatzglocke für die im Weltkrieg abgelieferte gegossen wurde. Sie hat ein Gewicht von 167 Sg. und kostet nahezu 600 Mk. Die Einweihung soll am Totensonntag (22. November) in der hiesigen Kirche stattfinden. Preußen. Kreis Wetzlar. 23 Wetzlar, 14/Nov. Wie man hört, wird der jetzige besoldete Beigeordnete Baurat K l e e m a n n seine hiesige Stelle aufgeben und eine auf ihn gefallene Wahl bei der Stadt Elbing annehmen. Laurat Kleemann war seit mehr als sechs Jahren in Diensten der Stadt Wetzlar. In seine Amtszeit fällt besonders die st a r k e Wohnungsbautätigkeit der Stadt und der Ausbau einer großen Zahl von Straßen, sowie die heute halbfertig liegende Friedhofserweiterung. Außerdem ist noch zu nennen der Ausbau des früheren Seminars als Krankenhaus und der Umbau der Unteroffizierschule als S ch u l st a d t mit Stadion. — Wie wir vor einigen Tagen bereits in Aussicht stellten, sind für die kommende Kreistagswahl fünf Wahloorfchlage eingereicht worden. Es marschieren auf: Bereinigte bürgerliche Liste für Stadt und Land, Zentrum, Demokraten, Sozialdemokraten rind ft’ommuniften. Die Gefahr weiterer Sondcrlisten ist glücklich gebannt worden. Nun wird in den nächsten Tagen der Kampf der Parteien von neuem beginnen, nachdem er glücklich ein halbes Jahr oe- ruht hatte. Es wäre zu wünschen, daß er von allen Seilen mit Würde und Sachlichkeit geführt wurde. Möge aber auch jeder Wähler sich am Wahltage seiner Verantwortung gerade bei dieser Wohl bewußt sein und seine Pflicht nicht durch Zuhausebleiben vernachlässigen. Nur auf diese Weise ist auch für den künftigen Kreistag eine bürgerliche Mehrheit gesichert. b. Wetzlar, 14. Rov. Die Zahl der tn letzter Zeit im hiesigen Kreise unterstützten Erwerbslosen beträgt über 600. — Es ist jetzt wieder die Zeit gekommen, wo in den Lan- gememben des Kreises der allwinterlich stattfindende Fortbildungsschulunterricht für die schulentlassene Jugend beginnt. Die meisten Gemeinden des Kreises haben beschlossen, den Unterricht einzuführen, wo dies der Fall ist, sind durch ein vom Kreisausschuß erlassenes Statut sämtliche in dem Gemeindebezirk wohnhaften, oder dort nicht vorübergehend beschäftigten nicht mehr schulpflichtigen männlichen Personen unter 18 Jahren, gleichviel welchem Berufe sie angehören, verpflichtet, die ländliche Forlbildungsschuien in den festgesetzten Stunden zu besuchen. Die Schulpflicht besteht für 4 aufeinanderfolgende Winterhalbjahre: sie beginnt mit dem Anfang des ersten Winterhalbjahres nach Entlassung aus der Volksschule oder aus einer sonstigen Schule und endigt spätestens mit dem Schluß des letzten Winterhalbjahres vor Vollendung des 19. Lebensjahres. Von dem Schulbesuch ist befreit, wer eine landwirtschaftliche Winterschule, Innungs-, Fach- oder andere Fortbildungsschule besucht oder einen entsprechenden anderen Unterricht erhält, sofern dieser Schulbesuch oder Llnterricht als ein ausreichender Ersah für den allgemeinen Fortbildungsschuluntsr- richt anerkannt ist. Dillkrcis. bl. Dillenburg, 14. Rov. Der Kreis- t a g des Dillkreiies, der zu einer Sitzung hier zusammentrat, übernahm u. a. die Bürgschaft für ein der Gemeinde Allen do rf von der Deutschen Kultur-Aktienge'ellfchaft bewilligtes Darlehen von 2000 Mark zu OQteRera- tionszwecken. Der Staat wie der BezirkSver- banZ) Wiesbaden haben dem D i 11 k r e i - zur Beseitigung der im Rovember 1924 an öffentlichem Eigentum ‘angerüsteten Hochwasserschaden je 6791 Mark im Dar lehn Swegc und einen ebenso hohen Betrag geschenktoetse überwiesen: der Kreistag übernahm ebenfalls die Bürgschaft. Einige Stunden lang wurde über die zu errichtende Kreis - und Stadtspar- kasse verhandelt. Im Prinzip waren alle Abgeordneten einig, daß feine andere Lösung gefunden werden könne, doch wurden Abanderungs- anträge zu den Satzungen gestellt. Die Satzungen wurden schließlich unter einer Abänderung angenommen und somit auch die Errichtung 6er Kasse gebilligt. Aller Voraussicht nach soll ab 1. Januar 1 926 der Betrieb eröffnet werden. Kleine Strafkammer Wetzlar. Q CB e 91 a r, 14. Rov. Wegen Diebstahls und Körperverletzung wird gegen die Ehefrau L. B. aus Frohnhausen verhandelt. Die Angeklagte war in erster Instanz durch das Amtgericht Dillenburg wegen Diebstahls an Stelle von einer Woche Gefängnis zu 30 Mk. Geldstrafe und wegen Körperverletzung zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Nach längerer Verhandlung kam das Gericht zu der Annahme, daß die Angeklagte in gutem Glauben gehandelt Halle, und sprach sie wegen des Diebstahls frei und wegen der Körperverletzung (eine Ohrfeige an ein Kind) erkannte es auf 3 Mk. Geldstrafe, hilfs- weise auf einen Tag Gefängnis. Von den entstandenen Kosten wurden ein Achtel der Angeklagten und sieben Achtel der Staatslasse auferlegt. — Gegen den Kaufmann C. aus Kröffelbach wurde wegen Vergehens gegen die Neichsversicherungsord- nung verhandelt, weil ihm zur Last gelegt war, er habe in 1924 und 1925 als Arbeitgeber fortgesetzt Krankenoersicherungsbeitrüge, die er seinen Arbeitnehmern vom Lohn abgezogrn hatte, nicht an die empfangsberechtigte Kasse abgeführt. Weaen dieser Straftat war der Angeklagte in erster Instanz vom Amtsgericht Braunfels zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er erhob gegen dieses Urteil Berufung. Er wollte in der fraglichen Zeit aus,Mangel an Geldmitteln nur Vorschüße on seine Arbeitnehmer bezahlt haben. Gelder für die Krankenkasien- beiträge will er damals nicht zur Verfügung gehabt haben. Später habe er dann die Kaffe durch Zahlung der Rückstände cinschl. Verzugszinsen entschädigt, so daß dieser keinerlei Schooen entstanden sei. Das Urteil lautete auf kostenlose Freisprechung des Angeklagten. Schöffengericht Wetzlar. 2 Wetzlar, 14. Rov. Wegen fahrlässiger Ialscheides war der Sü>losser I. K. aus Burgsolms unter Anklage. Ihm wurde zur Last gelegt, er habe anläßlich der Leistung des Offenbarungseides Insofern aus Fahrlässigkeit falsch geschworen, als er in dem hierbei vorgelegten Dermögensver- zeichnis über sein Eigentum unrichtige Angaben gemacht habe. Nach der sehr umfangreichen Beweisaufnahme, bei der 15 Zeugen vernommen wurden, gelangte das Gericht zur Freisprechung des Angeklagten. — Der Monteur 5). W. aus Ober-Biel war der schweren Urkundenfälschung angeklagt. Die Verhandlung ergab folgendes: Der Angeklagte war bei einer Wetzlarer Firma als chilfsmonteur befdjäfügt. Als solcher konnte er selbständig bei Bedarf Gegenstände für die Firma ir Wetzlarer Geschäften unter Benutzung der ihm ton der Firma zur Verfügung gestellten Bestellzettel holen. Als der Angeklagte diese Stellung verließ, behielt er sich ein Bestellzettelformular zurück. Mit Hilfe dieses Formulars holte er sich bann, nachdem er es mit dem entsprechenden Eintrag und der Unterschrift eines Angestellten seiner früheren Firma versehen hakte, in einem Geschäft eine Zug- lampe auf Rechnung seines früheren Arbeitgebers. Als der Lieferant der Lamps die Rechnung dem vermeintlichen Empfänger zur Bezahlung präsentierte, kam der Schwindel ans Tageslicht und die Sache zur Anzeige. Der Angeklagte gab den Tatbestand zu. Er wollte die Absicht gehabt haben, später zu bezahlen. Das Urteil lautete auf 1 Mort a t Gefängnis. Außerdem wurde dem Angeklagten eine Bewährungsfrist Den 3 Jahren unter Auferlegung einer Geldbuße von 50 Mk., zahlbar in Monatsraten von je 10 Mk., zugebilligt. Die Felgen einer herirHekigen Ätefr!- verfc'epfenc zeigten sich bei mir in Gestalt von Mitessern, Pickeln und kleinen Gnschwüren, besonders am Mund. 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Sivnzrin, Ain bfarm en, H«rr» nWiens unb £«*btd?rl(trna«iuuxf. I^flverz». ckrtppe. Jmpater« nab oteiefettc Dochlachtr« emvftwb -rg, Jtn»tf)c**rt Ar urb DrrraHaver, Cteiwbilbuagen ir ® Ie. SNcten, IMofr vs-».. Veriflntmegen, $erbmmu«e«n. etile -flse bei Unqllcks'Lllen, hnch.rHche Vridridu-q der Sreu-T, fronen« unb u|ro Urteile een f*»” bas ausflkrilchsie <-an6buA Kn 7!»m>a {Verschiedenes] Frchten- Dechreiser Hai lausend abzugeb. Eduard Kiescr, Gartenbaubetrieb. Marburger Str. 84, Wiesecker Weg 19. Televh. 786. 10313D lanigflHlDlfl MWS SWie ans Br einen im kaWtiniiWen Äereinstzous Ans. 8'.« abdd. I *** Stadttheater Dienstag, 17.Nov. ö.viensllig-Ahli.-vrst. von7'/,b. geg. 10 Uhv Ser Sfltnillentflg. Luitsptel in 3 Akten von Gust.Kadelburg. M. 269 Zweites Blatt Giehener AnzeigersEeneral-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 16. November 1925 - Die Stadlverordnetenwahlen in Gießen. Wahlbezirk Zentrum 15.11.25(19.11.22 Sozialdemokratische Partei T cutfd c Demokratische Partei Kommunistische Partei 15.11.25(19.11.22 Mittelstands' Bereinigung Gießen Bereinigte Bürgcrliste (Ttsch. BoltSv. u. Ttschntl.BoWp.) 15.11.25(19.11.22 Wahlberechtigte Abgegebene gültige Stimmen Ungültige Stimmen 15.11.25(19.11.22 15.11.25 19.11.22 15.11.25 19.11.22 15.11.25 — L5.I1.25 19.11.22 16.11.25 10.11,22 1 Altes Rathaus............... 12 8 204 195 68 37 67 116 117 — 120 214 1248 1110 588- ■. i 26 o Diem g'bände Ane. g...... 16 24 242 8b 82 23 50 112 — 156 276 1221 1204 584' • 674 - w 09 3 Geiverb. Haus................ 20 19 210 222 61 60 20 — 117 210 1166 1051 511" 5uG 14 25 4 Sct'ulhaus Sckitterftraße........... 12 24 245 55 78 13 52 112 — 154 287 1226 1304 570. . 68G 4 35 5 ule Nvrdanlage............. 26 26 263 64 90 46 92 " z. — 100 228 1261 1357 574 7J3 ■ — 30 ß schule LScstanlage............. 24 35 131 120 13 31 — ISO 283 1199 1062 574 600 o 14 7 Alle ftlini{ Liel'igstraße........... 41 51 157 166 48 81 17 47 71 — 185 308 1288 1221 519 653 3 17 8 30 65 158 196 35 69 13 43 — 276 1246 . 1276 381 11 26 9 74 81 1 12 134 83 48 10 46 97 — 315 1238 1146 548 5 33 10 Realgymnasium............... 34 45 124 117 89 83 12 34 95 — 265 363 1282 1080 619 11 11 11 Stadthaus Bergstraße ......... . . 25 1 42 73 96 84 82 7 21 i L — 370 1033 4?5 611 4 21 12 Handelskammer^............... 23 25 79 107 79 65 6 11 58 — 245 375 1120 490 586 3 ö 13 Lberrealjchulc................ 21 21 135 125 55- 71 10 34 86 — 186 293 992 928 493 544 6 16 14 Israelitisches Gemeindehaus......... 21 196 165 50 30 15 43 52 — 119 124 1224 877 457 383 4 19 15 Justizgebäude................ 10 28 124 128 72 91 22 64 88 — 214 417 1232 1266 530 728 5 22 16 24 29 138 143 40 49 31 69 84 — 127 238 1147 1075 444. 528 1 29 17 Hotel Prinz Earl . ............. 38 181 174 45 58 28 59 129 — 174 330 .1159 1163 598 674 11 35 18 21 24 125 120 71 78 18 53 100 — 201 354 -JLG7 1150 536 629 8 17 476 621 2864 2983 1195 1277 371 922 1575 — 3010 5261 21454 20289 9491 Iwyl 100 404 * Gießen, 15. Rov. 1925. Aach einem recht f.a.en Wah.ia:npse, in dem mai me.Lc, das; die Wah'.mü'.ig.cit eine weitverbreitete Erscheinung ist, tourv. gestern die Wahischlachi ge chloren. Don dem son t üblichen QIgi a.ionbbe:ricj uar nichts zu bemerlea. Da)er unD wohl auch infolge des ungünstigen Wetters bueo die Beteiügung der Wähler a n Wahlgeschäst recht mäßkg. Dis 1 Uhr mit.ags ha.ten durchschnittlich erst 10 Proze.tt der Wahlberechtigten abgestimmt, dann fri ch'.e der Zustrom etwas auf, so öaj es gegen 4 il.jr etwa 25 Prozent La.cn. Zwischen 4 und 6 Ähr setzte dann da, Hauptgeschäft ein. Don 21 454 Wahlberechtigten ga .en 9591 ihre Stimme ab. Die Wahlbe.eiligung beziffert sich hiernach auf 44,7 Prozent gegen 55,5 Pro'ent bei der vorigen Siadtvcrordnetenwahl. Gegen die RelchspräF- dentcnwahl war ein Rückgang von genau 31 Proz. zu verzeichnen. Unser Stadtparlament besteht nach dem neuen Wahlgesetz wiederum aus 42 Mitgliedern. Da 9191 gültige Stimmen abgegeben wurden, waren für jedes Mandat mindestens 225 Stimmen erforderlich. Unter Zugrundelegung dieser Ziffer tritt folgender INandatbesih ein: Vereinigte Bürgerliste 14, Sozialdemokraten 13, Mittelstandsvereinigung 7, Deutsche Demokratische Partei 5, Zentrum 2, Kommunisten 1. Rein ziffernmäßig, nach der Wahloorschlagsbe- zeichnung beurteilt, verlieren die Parteien der Vereinigten Dürgerliste (Deutsche Volkspartei und Deutschnationale Volkspartei) 7 Sitze, denn im alten Stadtparlament verfügen sie über 21 Mandate. Diese 7 Sitze sind völlig an die Mittel- standsvereinigung übergegangen. 3n dieser Besitzoerschiebung kommt die stärkste Ueberraschung des Wahltags zum Ausdruck. Mit einem gewissen Verlust der Parteien der Vereinigten Bürgerliste an die in ihrer Wählerschaft größtenteils mit den Rechtsparteien gesinnungsverwandte Mittelstandsvereinigung war von vornherein zu rechnen, aber die Einbuße war nur auf etwa 3 bis 4 Sitze angenommen worden. Einen Wahlgewinn kann aud) die Sozialdemokratische Partei verbuchen, die von 11 Sitzen im bisherigen Stadtparlament auf 13 im neuen sich ausdehnt. Die zwei neuen Sitze hat sie den Kommunisten abgenommen, die von 3 Sitzen heute auf 1 im neuen Haufe zurückgehen. Demokraten und Zen - tru in haben ihren Besitzstand mit 5 bzw. 2 Mandaten halten können. Der Ausgang der gestrigen Wahlschlacht wirft ernste Fragen der künftigen Mehrheitsbildung in unserem Sfabt- parlament auf. Bisher hatten die Parteien der Vereinigten Bürgerlifte zusammen mit dem Zentrum eine Mehrheit (21 und 2 Mandate) auch dann, wenn die Demokraten nicht auf ihre Seite traten, da die Demokraten 5 Sitze hatten, die Sozialdemokratie 11 und die Kommunisten 3. Sehr häufig gingen indessen die Demokraten mit den Rechtsparteien, so daß die Mehrheit der bürgerlichen Parteien dann noch stärker war. In Zukunft wird sich die Mehrheitsbildung wohl nicht mehr so einfach ge- Ein Besuch in Mednchshafen. Don Dr. K. E. Krack. Das Wahrzeichen von Friedrichshafen ist die große.Luftschiffhalle, in der Z. R. III erbaut wurde und die jetzt, seit dem kühnen Fluge Dr. Eckeners nach Amerika, öde und verlassen da- steht. Aber nicht die Lustschisshalle allein ist es, der unsere Bewunderung gilt, sondern es spielen da noch viele Momente mit, um uns ein Bild deutschen Fleißes und deutschen Erfindergeistes vor Augen zu führen. Beben der Werst der Luftschiffbau Zeppelin liegt der Mahbach-Motoren-Dau, der im Zähre 1909 gegründet wurde. Während des Krieges wurde hier der beste Motor für Flugzeuge herausgeöracht: der 2S0-?3-Maybach, der für alle deutschen Fernaufklärungsflugzeuge zur Derwendung kam. Infolge des Dauverbotes für Lustsahrzeuggerät wurde die Leitung des Werkes zu einer völligen Betriebsumstellung gezwungen. Das Ergebnis dieser Umstellung war der Bau eines 22/70 PS Sechszhlinder-Automobilmotors. Die Erfahrung, die man beim Dau von Luftschiff- und Flugzeugmotoren gemacht hatte, wurden dabei in weitestgehendem Maße berücksichtigt. — Etwas abseits befindet sich die Zahn- radfabrit. Diese stellt mit ihrer Fülle interessanter Einrichtungen und Werkzeugmaschinen zur Er-ielung höchster Präzisionsarbeit einen Musterbetrieb dar. Anlaß zu dieser Gründung gab das Bedürfnis nach ruhig laufenden Zahnrädern und Getrieben für Zeppeline. Als auch hier der Ausgang des Krieges eine Umstellung bedingte, war es das natürlichste, eine Um» statten, da die Mittelstandsoereinigung ein sthr gewichtiges Wort mitzusprechen hat, nach rechts geradezu das Z ü n g l e i n a n d c r W a g e bildet. Zunächst haben die Mittelständler mit ihren 7 Sitzen i?i. Möglichkeit der selbständigen F r a t t i o n s b i l d u n g erreicht, womit die Vertretung in den Ausschüssen gegeben ist. Weiter hat die Mittclstandsvercinigung in ihrem Programm und aud) in den Worten ihres Sprechers zum Ausdruck gebrad,t, daß sie in zahlreichen Punkten mit den Fraktionen der Recht Parteien nid)t zufrieden ist. Die Abweichungen der Standpunkte werden wohl im neuen Stadtparlam.ent bemerkbar werden, wenn bis zum Amtsantritt der neuen Herren nicht etwa ein anderes Arrangement getroffen wird: inwieweit sid) die Meinungsverschiedenheiten dann aber in auseinander gehende Abstimmungen auswirken, kann erst die Zukunft zeigen. Die Lage wird natürlich eine Aenderung erfahren, wenn es etwa zu einem umfassenden Zusammengehen der Parteien der Bürgcrliste mit der Mittelstandsvereinigung kommt, wobei die Parteien der Bürgerliste aber damit rechnen müssen, daß sie dann erhebliche Konzessionen an die Mittelständler zu machen hätten. Einstweilen kann man eine solche Vereinbarung jebod) als weit im Felde liegend ansehen, da auf beiden Seiten der Widerstreit der Ansichten noch zu stark ist und u. W. bei der Rechten keine besondere Neigung zu Verbindungen besteht, überdies die Mittelstandsoereinigung wohl auch geneigt sein dürste, ihre Position zunächst allein nach rechts und links hin auszunutzen. Und da tritt zutage, daß die Mittel st andsfraktion ebenso nach links hin der ausschlaggebende Faktor bei der Mchrheitsbildung werden kann. Wenn man den Zusagen in den Wahlversammlungen trauen darf, bann wird die Mehrheitsbildung der M i 11 e l st ä n d l e r mit den Demokraten und den Sozialdemokraten zum erstenmal bei der nächstjährigen Haushaltsberatung und -ge- nehmigung hinsichtlich der Verwendung der Son - der st euer zu Wohnungsbauzwecken Tatsache werden, denn alle drei Parteien haben den Wählern zugesagt, daß sie für die restlose Verwendung der Sondersteuer zu Wohnungsbauzwecken eintreten wollen, während jetzt nur ein Teil dieser Steuer für Wohnungsbauten verwendet wird. Tritt hierin eine Aenderung ein, so muß man sich natürlich für eine anderweitige Deckung der Geldbedürfnisse der Stadtverwaltung entscheiden. Als nächstes Objekt kommt bann wohl bie Gewerbesteuer auf den Plan; in bezug auf biese gehen aber die Ansichten der Mittelständler und der Sozialdemo, traten grundsätzlich auseinander, denn die Mittelstänbler wollen eine Senkung dieser Steuer, während bie Sozialbemokraten schon wie- derholt der Meinung Ausdruck gegeben haben, daß unsere Gewerbesteuer nod) eine Anspannung vertragen lennte. Hier würden sich also die Geister wieder scheiden. Ob dann der Versuch gemacht werden soll, in einem Zuge eine Mehrheit von Schmahl bis Nicolaus für bie Gewerbe- (teuer unb eine Mehrheit von Nicolaus bis Mann für bie S an ber [teuer auf bie Beine zu bringen? Unb ob sich bie Rechte zu einer solchen Mehrheitsbildung bereitfindet, wo es ihr doch darauf ankommt, einen Ausgleich der Interessen aller Bürgerkreise zu schassen unb dabei dem stöbst ellung auf bas verwandte Gebiet der Zahnrad- und ©etriebefabrilatüm für den Automobilbau zu bewerkstelligen. Wegen ihrer vorzüglichen maschinellen Einrichtungen ist die Fabrik in der Lage, Zahnräder von äußerster Genauigkeit herzustellen. — Wenn man noch etwas weiter geht, eine knappe Stunde von Friedrichshafen entfernt, liegen unten am See hinter Manzell die Dornier M e t a 11 b a u t e n, bie dritte Tochtergesellschaft der Zeppelin-Werke. Dieses Wer! besitzt schon lange wegen der außerordentlichen Flug- und Seeficherheit ihrer Dornier- Wale Weltberühmtheit. Erinnert sei nur an den Flug, den der Pilot Wagner mit einem gewöhnlichen Serienflugboot der Type Wal von Pisa nach Melitta ausführte. Die Flugdauer betrug 10 Stunden. Daher ist es auch nicht zu verwundern, daß die Dornier-Maschinen internationalen Auf genießen sowohl im Weltluftverkehr als auch im internationalen Militärflugwesen. Für dieses besteht eine Zweigfirma in Marina di Pisa. Kehren wir nun zurück zu unserer Luft- schifshalle. Wie sieht es dort aus? Heber dem Ganzen schwebt eine ungeheure Last: die Ungewißheit, was nun weiter werden soll. Die Alliierten haben ihre Zerstörung verlangt, weil einige besonders ängstliche Gemüter scheinbar noch immer befürchten, Deutschland könnte vom Bodensee aus die Welt im Fluge erobern. Jetzt hat man sich auch hier, so gut es ging, umge- stettt. Man fabriziert allerlei Aluminiumgeräte wie Kochtöpfe. Wärmeflaschen. Autoteile u. a., das ist natürlich nur ein kläglicher Notbehelf. .Wir suchen," sagte Dr. Eckener anläßlich einer Unterredung, „auf diese Weise das aus- tifdjen Haushalt zu geben, was er braucht? Das sind nur einige der größeren Fragen, bie in Bälde noch zahlreicher auftauchen werben. Zunäd)st aber stehen schon einige andere, bringlidjcrc zur Lösung. Es hanbett sid) dabei um den Vorsitz in den wichtigen Ausschüssen (z. B. Fincmzaus- schuß, Bauausschuß), der natürlich sehr bedeutsam ist. In der Vereinigten Bürgerliste sind zwei Fraktionen von Rechtsparteien für die Wahl zusammengeschlossen. Wirb diese Vereinigung jetzt wieder aufgehoben, so bleibt bie sozialdemokratische Fraktion die stärkste des Hauses, mithin hat sie nach der bisherigen Hebung den Vorsitz im Finanzausschuß unb Bauausschuß zu besetzen. Bleiben bie Fraktionen ber Rechten aber vereint, wobei natürlich jebe politische Opfer bringen muß, so bleibt biefer Vorsitz ihnen erhalten. Die Lösung dieser Frage in einer gedeihlichen Form sollte im Hinblick auf die sehr bedeutsamen Aufgaben ber nächsten Jahre sehr ernsthaft erwogen werben. Doch heute genug mit all ben Fragen, bie in nächster Zeit ohnehin nod) genug Kopfzerbrechen verursachen werben. Betrachtet man ben Wahlausgang abschkießenb unter bem Gesichtswinkel ber kommunalpolitischen Stetigkeit unb ber darauf basierenden Vorwärtsentwicklung, so muß man sagen, baß er keine reine Freube bereitet. Zwar ist bie bürgerliche Mehrheit an sich burchaus nod) gegeben, aber in bie bürgerlichen Parteien sinb st a r k e Momente ber Unruhe hineingekommen, bie zu gewissen Besorgnissen begründeten Anlaß geben. Hoffen wir, daß die Wähler, oder richtiger gesagt, die aiiEcrorbentlidi große Menge der Nichtwäh - l e r, ber Wahlfaulen, den gestrigen Tag nicht allzu teuer bezahlen müssen. Das neue SiaMparlament Die Zusammensetzung des neuen Stadt- parlaments, das am 1. Januar 1926 fein Amt antritt, ist — in der Reihenfolge ber Mahlvorschläge gesehen — folgende. ZentrumsparLei: 1. Goerz, Heinrich, Lehrer, 2. Schwab, Franz, Hotelier. Sozialdemokratische Partei: 1. Beckmann. Gg., Angestellter, 2. M a n n, 2ttbin, Gewerkschaftsbcamter, Landtagsabgeordneter. 3. Ottilie, Frau Christine, geb. Stöhr, Hausfrau, '4. Christ, Wilhelm, Schlosser, 5. M o o s d o r f, Kurt, Gewerkschaftsbeamter, 6. Detters, Friedrich. Redakteur. 7. Homber- g e r, Paul, Rechtsanwalt, 8. Diener, Franz, Geschäftsführer, 9. Schmcdt, Hermann, Rektor, 10. Maier, Josef, Vermittler beim Arbeitsamt, 11. Baum, Heinrich. Glasermeister. 12. Weihbeck, Christian, Heizer, 13. Reh, Frau Marie, geb. Stieglitz, Hausfrau. Deutsche Demokratische Partei: 1. Fischer, Martin, Kreisschulrat, 2. Haubach, Georg, Schreinermeister. 2. Diermann, Frau Emma, geb. Dernburg, Witwe, 4. M a h e r, Leopold, Kaufmann, 5. Höhn, Heinrich, Stadtbauinspektor. gezeichnete technische Personal zu halten. 3ft erst einmal das Personal mit seinem für den Luftschiftbau präzise eingearbeiteten Erfahrungen und Fertigkeiten auseinandergelaufen — und diese Möglichkeit droht Gewißheit zu werden, wenn die Friedrichshafener Werft Öen Luftschiffbau nicht wieder aufnehmen kann — so wird es nie wieder möglich sein, in Deutschland eine Luft- fchifswerft zu errichten, die auf Grund des reichen Crfahrungs- und Studiumsmaterials den Dorrang Deutschlands in der Technik des Luft» schiftbaues behauptet." Darum gilt es jetzt, dafür Sorge zu tragen, dqsf dem deutschen Volke die Zeppclin-Werke er» fjc ’(.m. bleiben, daß deutsche Arbeit unb beutscher Fleth nicht zugrunde gehen. Die Zeppelin- Sckener-Spende ist ein entscheidender Schritt zu diesem notwendigen Ziele. Denn der Luftschiffbau Zeppelin, das Vermächtnis des greifen Grafen, darf nicht untergeben. • Ein Jubiläum der preußischen Briefmarke. Am 15. November 1850 wurden bie ersten preußischen Briefmarken ausgegeben. Preußen folgte damit bem Beispiel Englands, wo bereits ein Jahrzehnt vorher bie ersten Postfreimarken über» Haupt eingeführt worben waren. Die Marken waren viereckig, mit bem Bilde König Friedrich Wilhelms IV. geschmückt und von einem schmalen Blätterrande umgeben. Oben las man die Worte „Freimarke" und unten die Angabe des Wertes in Buchstaben; bie Marken zu 4 Pf. waren grün, zu 6 Pf. ziegelrot, zu 1 Silbergrofchen rosa, 2 Sgr. Kommunistische Partei: Kästner, 2Iuguft, Vicker. Mitie.standLvrreini^ung ©:e'cn: 1 -iicolaus, Philipp, Architekt, 2. Lvunspach, Heinrich Allermeister, 3. Ringel, Älexan. er, Kaufmann. 4. Rahnefeld. ALäert Gastwirt, 5. Kurz, Ad ls. Oberi ge.'.ieur. 6. Balzer, August, W.rnhän'.ler, 7. Weiß- bäcker, Max, E.ektrst-ech.n.'er. Vereinig e Bürgerliste (Deutsche Vo'ks'.arlei und Deutfchnai'.ona e BottSparlel): 1. Krausmüller. Ge rg, Prozessor. 2. Rau mann, Minna, geb. Th erwart, Ehefrau, 3. Schm ah l, Carl, Amfgerichtö^irektor, 4. W i n n, HÄnrich, Baumeister. 5. Kramer, Wilhelmine, geb. Engel, (Sficfrau. 6. Horn, Wilhelm, Kaufmann, 7. Schultz, Wilhelm, Krec^geschäftSfühaer deZ Deutschnatienalen Hand- lungSgchilfcnverbandeS, 8. K r a i l i n g, Karst Schbcssermcister. 9. Borgmann, Wilhelm,Pro- fefsvr Dr., 10. Schmieder, Theeöor, Apotheker, 11. Wendel, Fritz, Dreher, 12. Loeber, Wilhelm, Däctermeister, 13. Becker, Georg, Bauunternehmer, 14. Kirchner, Hermann, Geschäftsführer. Die Personen-Aenderung. Richt wiedergewählt wurden von den bisherigen, jedoch erneut aufgestellten Stadtverordneten folgende: Ernst Rumps, Heinrich Gottmann, Amalie Schenck. Georg Kling, Georg Appel, Johannes Loh. Reue Mitglieder sind folgende: Frau Christine Ottilie, Wilhelm Christ, Paul Homberger, Heinrich Baum, Christian Weißbeck, Frau Marie Reh, Georg Sau« bad), August Kästner. Philipp Rlcolaus, Heinrich L a u n s p a ch, Aiexandrr Ringel, Albert Rahnefeld. Adolf Kurz, August Balzer, Max Weihbäcker, Wilhelm Schultz. Die übrigen obengenannten Damen und Herren wurden wiedergewählt. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 8 9 vom 13. November enthält: Hegezeit für Hafen. — Viehzählung am 1. Dezember. — Schaf, räube in Grimberg. — Maul- unb Klauenseuche in Saasen unb Treis a. b. Lda. — Bekämpfung ber Geschlechtskrankheiten. — Teilnahme der Schüler an der Wahlagitation. — Gesunden, verloren. — Feldbereinigung Holzheim. — Dienstnachrichten. SEIT 1865 ” SCHIERSTEIH I. BHG. Jeder Weinhändler liefert: VERTRETER: H. Elges ir.. Gieren. Seltersweg 68 blau und 3 Sgr. gelb. Diese ersten preußischen Briefmarken, durch die die überaus mühselige Berechnung des Briefportos für die einzelnen Tarife und die bare Bezahlung am Poftschatter ausgehoben wurde, batten eine interessante Vorgeschichte. Der Kommis- fionsrat Wedbing in Berlin hatte den Auftrag erhalten, die erforderlichen Maschinen zur Herstellung der Marken aus England herbeizuschaffen und eine Anzahl von Mustern oorzulegen. Die englischen Briefmarken trugen von vornherein das Bildnis ber Königin Viktoria. Es lag baher nahe, für die vreußischen Marken bas Kopfbild Friedrich Wilhelms IV. zu wählen. Das wollte aber ber bamafige Generalpostmeister Schmückert nicht, denn er hielt es für höchst unschicklich, wenn bas Allerhöchste Bildnis druch Druckerschwärze verunziert unb durch ben Briefstempel entwertet wurde. Die von Wedding vorgelegten ersten Muster zeigten daher nicht den Kopf des Königs, sondern fliegende Adler mit einem Posthorn in den Fängen, fliegende Tauben, die einen Bries im Schnabel trugen, und ähnliches. Als aber Schmückert diese Muster bem König oorlegte, fragte biefer sofort: „Warum ist benn nickt für die Post- marken nach bem Vorbild von England mein'Kops- bilb gewählt worden?" Schmückert brachte feine Bedenken vor, aber Friedrich Wilhelm unterbrach ihn: „Ach was, dummes Zeug! Wenn bie Königin von England feinen Anstoß daran nimmt, daß ihr Bildnis auf Millionen von Briefmarken mit Druckerschwärze besudelt und — wie Sie sich ausdrücken —? entwertet wird, dann kann das auch meiner Wurde keinen Abbruch tun. Ich wünsche mein Kopf bild, wie auf ben preußischen Münzen, so auch auf den preußischen Postmarken." Die Provinziallags- und Kreistagswahlen im Kreise Giehen Gemeinderat hatte, erhält nun» Wahlbeteiligung: 58 seither 3 Sitze Mandate. im Wahlbeteilb 3 Sitze. Sozialdemokraten stand 4. den Aov. fand gewählt: Liste 1 (Qofob Decker) 2 Mandate, Liste 2 (Ioh. Bvtt) 2 Mandate, Liste 3 (Ludw. Schomber) 3 Prozent. letzten Tagen Da nur ein keine Gemein- Aov. Es wurden gimg 85 Prozerrt. bf. Burkhardsfelden, 15. Aov. Ergebnis der hiesigen Gemein deratswahl: Liste! Wilhelm Heß IV. (60 Stimmen) 3 Sitze, Liste II Arbeiterpartei lFriedrich La unspach) (78 Stimmen) 3 Sitze, Liste III Ioh Alb ach VIII. (7 Stimmen) 3 ©iftc. Die Arbeiterpartei hat gegenüber der vorigen Wahl 1 Sitz verloren. Wahlberechtigt waren 412 Personen, es wurden abgegeben 218 gültige und 8 ungültige Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt demnach ungefähr 54 Prozent. st. Reiskirchen, 15. Roo. Zu der Gemeinderatswahl waren 3 Listen aufgestellt, je eine vom Bauernbund, von der Arbeiterpartei und von den Gewerbetreibenden. Es erhielten Bauernbund 113, Arbeiterpartei 95 und Gewerbetreibende 108 Stimmen. 20 Stimmen waren ungültig. Damit entfallen auf jede Partei drei Sitze. Bon 655 Wahlberechtigten haben 336 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, das find 51 Prozent. oSaasen, 15. Aov. Bei der G e ineinde- rals Wahl erhielt die Liste 1 (Arbeiter) 77 Stimmen (wahrscheinlich 3 Sitze) die Liste 2 21 Stimmen (1 Sitz) und Liste 3 100 Stimmen mit 5 Sitzen. Liste 2 und 3 sind verbunden. o Göbelnrod, 15. Aov. Bei der G e - meinderatswahl erhielt der Wahlvvrschlag Weber 4 Sitze, Berges 3 Sitze. Beide Listen sind nicht nach politischen Gesichtspunkten aufgestellt. 5 Harbach, 15. Aov. Die G eme r n k - r a t s w a h l brachte als Resultat den Sieg ' »r Partei Schomber, sie erhielt mit 138 Stimmen 4 Sitze, die Partei Munch mit 104 Stimmen 3 Sitze. t Ettingshausen, 15. Aov. Es wurden hier gewählt: Liste Seipp — 7 Sitze, Liste Dann — 2 Sitze. 3n Hattenrod, Queck -> born und Lauter wurde der neue Gemeinderat durch Einheitslisten gebildet, wodurch der Wahlgang hinfällig wurde. oAernhardShain, 15. Aov. Gemein- deratswahl sand hier nicht statt, da kein Wahlvorschlag vvrlag. Inzwischen _■ find vom alten Gemeinderat in zwei Mitglieder gestorben. j Beltershain, IS. Wahlvorschlag vorlag, deratswahl statt. ibt. Äesselbach, 15. den. Bon einem Wahlkampf war nichts zu merken. Bolitis chsind Liste 1 und 3 Landwirte, während Liste 2 von den Arbeitern aufgestellt war. Don 600 Wahlberechtigten machten 330 Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch. 20 Wahlzettel waren ungültig. t Treis a. Lda., 15. Aov. Es wurden hier gewählt: Sozialdemokratische Liste (125 Stimmen) 3 Sitze, Mittel-Liste (94 Stimmen) 3 Sitze, Liste Konrad Amend (64 Stimmen) 2 Sitze, Bauernbund (142 Stimmen) 4 Sitze. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach. Beuern, 15. Aov. Bei der Gemeinderatswahl wurden abgegeben 432 Stimmen, davon 396 gültige und 36 ungültige. Wahlberechtigt waren 685 Personen. Die Wahlbeteili- gintg betrug also 63 Prozent. Es entfielen auf die Einheitsliste 274 Stimmen — 6 Sitze, Liste der vereinigten Arbeiter, Handwerker und Landwirte 122 Stimmen = 3 Sitze. Die Mandate verteilen sich auf 8 Dauernbündler und 1 Arbeitervertreter. Gegenüber dem letzten Wahlergebnis haben die Arbeiter 2 Sitze verloren, ferner ging ein neutraler Sitz verloren. Die Bauernbündler gewannen 3 Sitze. d" Lollar, 16. Rov. Die gestrigen Wahlen im hiesigen Ort sind durch Wohlmüdiykeit gekennzeichnet. Wahlbeteiligung 74 Proz. Für die G e - meiuderatswabl tritt keine Aenderung ein: Sozialdemokratische Partei 6 Sitze, Beamtenkartell 1 Sitz, Bereinigte Bürgerliste 5 Sitze. u Großen-Linden, 16. Aov. Das Ergebnis der gestrigen Gemeinderatswahl ist folgendes: Sozialdemokraten 554, Bereinigte Landwirte 241, Dürgervereinigung 236. Es entfallen so gemäß dec Stimmenzahl auf die drei Listen 7 bzw. 3 bzw. 2 Sitze. Watzenborn-Steinberg, 15. Aovember. Bei der heutigen Gemeinderatswahl machten von 1396 Wahlberechtigten in den zwei Wahlbezirken 865 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Hiervon waren 21 Stimmen ungültig. Abgegeben wurden für die Sozialdemokratische Partei 386, für die Bürgerliche Partei 337 und für die Mittelstandspartei 121 Stimmen. Die Sozialdemokratische Partei, welche mehr 6. die Bürgerliche Partei 5 und die Mittelstandspartei 1 Sih in dem neuen Gemeinderat. Bei einer Listenverbindung, die Letztere aber abgelehnt hatte, wäre ihr ein zweiter Sitz zugefallen. h. Annerod, 15. Aov. Gemeinderatswahl: Eine Wahlhandlung fand nicht statt, da nur ein Wahlvorschlag (Kennwort: Bereinigte Parteien) eingereicht worden war. Don den 9 Gewählten sind 4 Landwirte, 3 Arbeiter, 1 Handwerker, 1 städt. Beamter. is. Steinbach, 16. Aov. Bei der Gemeinderatswahl erhielten: Wahlvorschlag 1 Arbeiterliste) 142 Stimmen — 4 Sitze, Wahl- Vorschlag 2 (Landwirte-- und Handwerkerliste) 251 Stimmen — 8 Sitze. df. Langsdorf. 15. Aov. Gemeinderatswahl: Bereinigte Dürgerliste 134 Stimmen — 5 Sitze, Bereinigte Mittelstandspartei 113 Stimmen — 4 Sitze. " Trais-Horloff, 16. Aov. Bei der Gemeinderatswahl entfielen auf die Arbeiterliste 77, Handwerker und Gewerbetreibende 58, Bauern 44, Beamte 25 Stimmen. : : Utphe, 15. Aov. Es wurden gewählt: Sozialdemokraten 4 Sitze, Bauernbund 5 Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 60 Prozent. * • Inheiden, 16. Aov. Bei der Gemeinderatswahl (Einheitsliste ohne Wahlhandlung) entfielen auf Bauernbund 4, auf Sozialdemokraten 3 Sitze. * * Bellersheim, 16. Aov. Zur Gemeinderatswahl waren 2 Listen aufgestellt, auf die 176 (1. Liste) bzw. 76 (2. Liste) Stimmen entfielen. • • Obbornhofen. 16. Aov. Die Gemeinderatswahl (Einheitsliste ohne Wahlhandlung) brachte für Bauernbund 5 Sitze, Sozialdemokraten 4 Sitze. * * Aodheim b. Hungen, 16. Aov. Auf der Einheitsliste ohne Wahlhandlung wurden gewählt: Bauernbund mit 4 Sitzen, Sozialdemokraten mit 3 Sitzen. Steinheim, ,16. Roo. Bei der Gern e i n d e r o t s w o h l entfielen auf die beiden Liften 59 bzw. 50 Stimmen. Don der vereinigten Bauern- und Arbciterliste wurden gewählt: Bauernbund 3, Sozialdemokralen 2 Vertreter. Bon der Bürgerliste sind 3 Gewerbeaeibende und 1 Land- wirt in den Rat gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug nur etwa 33 Prozent. y Londorf, 15. Rov. Bei der heutigen G e- meinderatswahl erhielten Liste 1 Ludwig Göbel II., Landwirt, 102 Stimmen, Liste 2, Theodor Llemotz, Fuhrunternehmer, 122 Stimmen, Liste 3, Johannes Jammer, Landynrt und Steinhauer, 86 Stimmen, so daß von' jeder Liste drei yJtann gewählt sind. Liste 1 und 3 waren verbun- Die Kommunalwahlen in Oberhesien. LanSkrers Gießen. b Lich, 15. Aov. Btt der heutigen S tadt- vorstandswahl wurden gewählt: Beamtenliste (171 Stimmen) 2 Sitze, Bereinigte Arbeiterliste (279 Stimmen) 3 Sitze, Landwirte-Liste (Ludwig Wolff II) (242 Stimmen) 3 Sitze, Handel- Gewerbe'» uni> Mittelstands liste (275 Stimmen) 4 Sitze. Durch Listenverbindung zwischen der Beamtenliste und der Liste Handel, Gewerbe und Mittelstand kam der letzteren 1 Sitz zugute. Die Wahlbeteiligung betrug 62,5 Proz. t Grünberg, 15. Aov. Die hiesige Gemeinderatswahl hatte folgendes Ergebnis: Gerechtigkeitsliste (54 Stimmen) 1 Sih, Mittelstands-Bereinigung (501 Stimmen) 7 Sitze, Bolksliste (170 Stimmen) 2 Sitze, Bauernbund (205 Stimmen) 2 Sitze. Wahlbeteiligung 68 Proz. •- Heuchelheim, 16. Rov. Bei guter Wahlbeteiligung hat die Ortsbürgervereinigung bei der Gemeinderatswahl den Sieg daoongetra. gen. Es wurden 7 Kandidaten gewählt, während die Sozialdemokraten nur 5 Mandate durchbringen konnten. Seither war das Verhältnis umgekehrt. — — Klcin-Linden, 15.Aov. Es wurden gewählt: Liste I Bürgerliche Bereinigung (118 Stimmen) 3 Sitze, Liste II Friedrich Iuna (bürgerlich) (100 Stimmen) 2 Sitze, Liste III Sozialdemokraten (168 Stimmen) 4 Sitze, Liste IV Bereinigte Landliste (134 Stimmen) 4 Sitze. Wahlbeteiligung 43 Prozent. *« Hungen, 15. Rov. Bei der Gemeinderatswahl erhielten auf der Einheitsliste (ohne Wahlhandlung): Bauernbund 3, Sozialdemokraten 3, Gewerbetreibende 3, Beamte 3 Sitze. £ Wieseck, 16. Roo. Bei der gestrigen Gemeinderatswahl erhielten die Liste der Sozialdemokratischen Partei 552 Stimmen (6 Sitze), die der Kommunisten 204 Stimmen (2 Sitze), und die der bürgerlichen Parteien 654 Stimmen (7 Sitze). Die WahlbeteUigung betrug etwa 70%. LJ Aödgen, 15. Aov. G emeinder ats- wahl: Sozialdemokraten 119 Stimmen, Bauernbund 97 Stimmen, ungültig 15 Stimmern s. Trohe, 16. Aov. Bei der Gemeinderatswahl erhielten: Wahlvorschlag Engeln 47 Stimmen, Wahlvorschlag Bereinigte Liste 65 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 77 Proz. Bg. Grotzen-Duseck, 15. Aov. Ge- weinderatswahl: Bauernbund 5, Mittel- Ort Zentrum Prov.- I Kreistag tag -sozialdemokratische Partei Prov.- 1 Kreistag | tag Demokraten Prov.- I Kreis- tag 1 tag Deutsche Volkspartc> Prov.- 1 Kreistag | tag Deutschnatlvnale Volkspartei und Hess. Landbund Eintracht Prov.- tag Evangelische Volksgemeinschaft Kommunisten Mittelstands- Vereinigung bürgerliche Partei Prov.tag Prov.tag Kreistag Prov.- | Kreis- Prov.- I tag | Kreistag Prov.tag Kreis- tag rag । rag Albach............. • Allendors a. b. Lahn............... Ällendorf a. b. Lda................ Mertshausen............... • « ?Uten-Buseck.................. (Sbcrilobt m. Arnsburg.............. Ettingshausen ................. Geilshausen................... Göbelnrod................... Harbach.................... .sausen .................... Heuchelheim.................. Holzheim ................... ..nlieibcn ............... - » JtUein'Vinte.................... Jjattßb..................... Lang-Gön:................... Langsdo.i .............. ...... Lauter..................... viö "mit Hof Vikiut). Eolnhnusen und Mlihlsachscn . Lindenstrrtth.................. Mainzlar.................... Münster.................... Musche'.chei'.n ir.it Lws-Güll........... Liied. r-'Besjingen................ '/’m!'er ref*-................... \ 5jvriüir;v.t.................. Lver-Bessingen.................. Lber-H ärgern ................. Udenhausen mit Apvenbom........... Lppenrod................... Cucdl'orn................... i'brbertsbauien mit Hnngech Hausen ......... "ioinbardshaii'.................. ........................ - odheim n i: Hot ............. Rödgen...................• Rübdu'.gshausen . . . :............ Ruttershausen mit Kirchberg ............ Saasen mit Zolinbach, Beitsberg und Wirbcrg. . . Stangenrod................... 3rc’.'.fciibcrn mit sviiedeibaricn.......... Steinbach................... Stein heim................... Stcct Hausen ................. -LÜVlrC ..................... V» klingen................... Watzenborn mit Steinberg............ Weitershain . ................. 2 1 1 1 4 473 3 3 17 l 1 9 4 1 l 2 3 15 8 2 1 2 1 1 1 I 1 2 3 3 7 1 1 4 11 2 1 3 9 1 1 J 1 4 473 8 4 18 , 3 l 9 4 1 1 4 4 14 8 1 1 1 2 l 2 1 1 4 3 8 1 2 10 66 137 119 36 250 36 42 9 43 17 159 116 74 38 72 1 27 22 232 24 2816 13 306 561 185 149 66 23 99 593 106 51 29 62 222 ~48 304 34 3 248 317 86 490 110 55 66 12 14 39 5 62 25 2 29 6 28 .» IN 12 126 14 143 91 78 37 142 135 26 6 108 144 48 66 144 414 4 18 698 65 142 120 37 252 35 43 o 44 19 155 120 7.; 39 73 l 28 24 239 18 2847 13 319 551 184 148 73 23 100 578 .110 50 28 62 227 52 301 33 4 254 320 37 493 112 57 71 12 15 40 6 62 26 >i 34 6 27 2 115 15 126 14 146 93 82 39 139 136 25 6 113 146 47 70 151 422 4 18 2 3 25 1 10 5 1 14 10 1 6 16 3 19 13 1120 9 124 55 41 12 1 3 150 7 26 5 41 45 9 19 40 3 33 56 81 54 5 10 1 4 9 6 5 9 30 1 7 1 22 5 4 2 8 3 4 1 22 55 2 6 11 15 7 59 2 4 27 9 9 7 1 12 9 1 6 16 4 16 13 1151 9 105 52 51 13 1 1 203 8 28 5 42 44 18 52 3 31 56 3 93 61 4 12 1 4 3 7 5 3 1 1 28 1 5 1 21 5 5 7 6 5 l 19 48 3 5 9 17 7 60 9 14 26 1 5 2 1 1 3 13 6 4 8 9 1 6 10 48 1888 4 22 86 286 8 1 6 79 10 60 5 8 46 26 5 1 19 95 117 24 11 15 3 4 8 6 9 9 28 2 9 1 5 7 8 3 13 4 5 7 7 4 14 19 4 73 3 12 30 11 1 3 1 1 5 14 5 3 o 9 2 5 7 94 1860 4 28 94 300 9 1 6 71 59 63 5 7 43 37 2 I 22 120 2 24 11 9 2 3 10 3 1 16 27 2 11 2 4 6 10 4 13 6 1 4 9 4 4 17 23 6 86 107 154 266 52 172 102 216 36 92 184 191 116 120 71 29 198 209 266 123 120 1190 114 389 227 299 182 133 119 46 298 402 118 61 34 172 160 443 180 68 286 231 67 162 87 74 145 40 109 86 111 113 115 176 73 44 61 103 117 74 72 17 116 82 91 97 92 259 97 57 55 195 9 108 193 277 46 198 208 107 156 272 51 166 103 216 36 91 190 188 118 J19 67 28 197 207 226 131 96 1236 117 384 238 296 179 119 118 47 300 355 114 64 34 179 155 436 175 68 292 233 74 177 88 75 142 41 108 88 109 113 121 179 63 44 61 102 123 71 72 15 115 82 86 93 95 257 95 57 55 206 12. 110 197 280 47 197 208 1 1 3 1 1 4 1 1 ”1 1 3 3 5 2 9 6 1 J 5 4 225 2 4 8 10 9 50 10 8 19 1 10 7 14 3 11 141 2 18 7 1 8 6 I 2 2 1 1 2 6 2 1 2 1 3 1 6 48 10 2 5 3 7 1 14 1 5 o 3 3 240 3 9 8 10 15 49 9 7 19 11 8 14 5 13 144 2 18 7 7 6 2 4 1 1 2 1 2 8 2 1 4 1 2 o 5 53 19 17 4 7 1 1 11 16 1 1 359 13 11 2 3 7 2 9 27 1 9 2 11 13 6 1 3 3 1 5 2 7 1 1 2 5 1 12 9 1 195 14 4 7 1 1 10 17 1 362 10 12 3 1 9 2 10 25 3 8 8 2 12 16 6 _7 3 3 5 5 3 8 1 1 o 8 1 13 8 1 197 1 1 1 2 4 1191 2 9 37 32 1 13 2 2 1 3 1 18 * 12 10 2 49 3 4 1 1 1 5 3 3 3 1 8 1 23 1 13 25 1 4 7 o 1 2 3 1247 14 37 39 1 1 17 1 2 I 8 2 25 1 12 12 55 4 4 1 1 1 3 4 7 3 1 3 1 1 8 3 22 2 15 40 £l 1 1 1 1 1 1 1 J 1 1 1 l I I । i 1 .......1 oltBl IJJ 1 1 !„_! l^Jgl I । । । । I O । II I^J । Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 15. Rov. Bei der hiesigen Stadtvervrdnetenwahl wurden insgesamt 35C8 gültige Stimmen abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent entspricht. Er erhielten: Zentrum 254 Stimmen) 2 Sitze (2), Sozialdemokraten (967 Stimmen) 7 Sitze (6), Demokraten (382 Stimmen) 3 Sitze (2). Deutsche Dolkspartei (429 Stimmen) 3 Sitze (3), Kommunisten (211 Stimmen) 1 Sitz (2), Bürgerliche Liste (Handwerker) (366 Stimmen) 2 Sitze (2), Deutschnationale Bolkspartei (473 Stimmen) 3 Sitze (3). Mieter (336 Stimmen) 3 Sitze (3). Parteilose (90 Stimmen) keinen Sitz (1). Dad-Rauheim, 13. Rov. Don etwas mehr als 5000 Wahlberechtigten machten bei der heutigen Stad-tverordnetenwahl nur rund 55 Prozent von ihrem Stimmrecht Gebrauch, die Wahlbeteiligung war also sehr schwach. Dies dürfte in dec Hauptsache auf die große Zersplitterung besonders bei den bürgerlichen Parteien zurückzuführen sein, die sich durch 11 Wahlvorschläze bemerkbar machte. Cs waren 21 Stadtverordnete zu wählen. Die Sitze verteilen sich nach der heutigen Wahl wie folgt: Zentrum (142 Stimmen) 1 Sitz. Sozialdemokraten (859 Stimmen) 6 Sitze, Demokraten (161 Stimmen) I Sitz, Deutsche Dolkspartei (220 Stimmen) 2 Sitze, Kommunisten (177 Stimmen) 1 Sitz. Deutschnationale (503 Stimmen) 4 Sitze. Unpolitische (261 Stimmen) 2 Sitze, Dürgerlkste (125 Stimmen) keinen Sih, Bereinigte Liste der Kurinteressenten (287 Stimmen) 2 Sitze. Wirtschafts- Bereinigung (252 Stimmen) 2 Sitze, Katholiken (103 Stimmen) keinen Sih. Ungültig waren 76 Stimmen. :: Kirchgöns , 16. Noo. Die hiesige G e - meinderatswahl ergab: Bauernbund 5 und Sozialdemokraten 4 Sitze. :: Pohlgöns. 16. Nov. Bei der Ge- meinderatswahl entfielen auf den Bauernbund 4 Sitze. Sozialdemokraten 5 Sitze. i Steinfurth. 15. Nov. Die hiesige Ge- meinderatswahl hotte folgendes Ergebnis: Vorschlag 1, Gärtneroerein: 3 Sitze; Vorschlag 2, Arbeiterschaft Steinfurth: 4 Sitze; Vorschlag 3, Bauernbund: 5 Sitze. Wahlbeteiligung 50 Prozent. c. Rockende r g, 15. Äov. Bei der heutigen Gemeinderatswahl stimmten von 685 Wahlberechtigten 565 ab. 120 Wähler blieben der Wahl fern. Cs ergab sich folgendes Resultat: Bauernschaft 4 Ditze, seither 6 mit 155 Stimmen, Arbeiter-Vereinigung 3 Sitze, seither 2 mit 107 Stimmen, Beamte (Cb. Doktsgem.) 2, se.ther 1 mit 88 Stimmen, Beamte (Kath. Bolksgem.) 2, seither 1 mit 85 Stimmen. Gewerbetreibende 1. seither 0 mit 67 Stimmen, Thristl. Gewerkschaft 0, seither 2 mit 38 Stimmen. Wissel Sheim, 15. Rvv. Der der heu- ligcn Gemeinderatswahl wurden gewählt: Arbeitsgemeinschaft 3, Kommunisten 2, Unpolitisch 2. _ _< Schwalheim, 15. Rov. In den Gemeinderat wurden gewählt: Sozialdemokraten 6, Kommunisten 1. Bürgerliche 2. 4 Dorhei m, 15. Rov. Bei der heutigen Gemeinderatswahl wurden gewählt: Sozialdemokraten 7, Bürgerliche Vereinigung 5. 4 Rödgen. 15. Rov. Es wurden in den Gemeinderat gewählt: Sozialdemokraten 4, Liste Heimat (Bauernbund) 3 Sitze. s Riederflorstadt. 15. Rov. Der der hsiesigen Gemeinderatswahl erhielten: Sozialdemokraten (551 Stimmen) 8 Sitze, Bürgerliche Liste (169 Stimmen) 2 Sitze, Pcrreiiose Liste (162 Stimmen) 2 Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 80 Prozent. Kreis Schotten. ■■ Schotten, 16. Tlod. Bei der Gemeinderatswahl entfielen auf die Liste der Bereinigten Sozialdemokraten 260 Stimmen (3 Sitze), Bereinigte bürgerliche Liste 577 Summen (7 Sitze), Liste Schütz 163 Stimmen (1 Sih), Lrste RidgeS 138 Stimmen (1 Sitz). □ Laubach. 15. Nov. Gemeideratswahl. Lifte Andrä 3. Arbeite mit Fleiß 2. Landbund 1, Arbeit und Recht 2, Mittelstand 2. Emmelius 1. Wagner 1 Eitze. Die Gesamtstimmenzahl beträgt 572. 10 Stimmen find ungültig. )—( Ruppertsburg, 15. Rov. Cs wurden gewählt: 'Bauernbund 99 Stimmen — 3 Mandate, Unparteiische Listei 94 Stimmen — 3 Mandate, Unparteiische Liste H 84 Stimmen = 3 Mandate. Wahlbeteiligung 68 Prozent. Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 64 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Briefe wurden seltener. Hanns hatte Doktor Keller einige Andeutungen gemacht, aber der Vater Konstonzens nahm sie sehr gelassen auf und sagte, bis Weihnachten laufe noch viel Wasser den Rhein hinunter. Im Juni brach das Hochwasser herein. Vom Bodensee und aus der Aare, selbst vom Schwarzwald herunter schwoll wilde Wassersnot. Wenn Christian Ingolds Haus noch gestanden hätte, so wäre der Rhein zu den Fenstern hereingestiegen, wie im Jahre 1874. Der Rhein kam breit, in mächtigem Drang gezogen. ersäufte die Inseln, die Uferwäldcr, füllte die Altwasser und schoß bei Elfenau ins verlassene Bett. In xbcr bleichen Sonne glänzte er resedengrün. Hanns Ingold stand auf dem Stauwehr. Die Schleuse war geöffnet, die Drücke ausge- fahren. Alle Schützen aufgezogen. Atembellemmeno war der Anblick des Stomes vom Wehr aus. Wie gestauter und plötzlich in Bewegung geratener Glasfluß kam er als gedrängte Masse den früheren Laufen herab. Ein kalter Lufthauch ging vor ihm her. Hochauf schlug die Trund- welle an der schräggerichteten schwimmenden Schutz. wand, die die Turbinenanlage schützte. Der Leinpfad war überflutet. Hanns fühlte das Beben des Wehrs, unter dem der Schwall des Rheines grauzischend hindurchfuhr. Nun galt es die Probe. Er hatte das Wehr und Turbinenhaus in den gewachsenen Felsgrund ein» gesenkt. Wenn sie brachen, mußten sie aus dem Urgestein herausbrechen, über bas bcr Rhein seit Jahrhunberten lief. Er kam nicht mehr durch die schmale Enge, über Treppenstürze und Geklipp, sondern durch das auf dreifache Breite aufgefprengte offene Tor. Zugleich frei geworden und gefesselt. Gegen Abenb schwoll er um zwei Fuß über den höchsten Stand der letzten fünfunddreißig Jahre und leckte an den Schützen empor. Hanns ließ sie bis über die Höhe des höchsten Hochwaffers emporziehen, daß sie wie eiserne Sirenen hoch über der Flut standen. In der Schleuse toste der Schwoll wie Orgesstimmen. „T Oberschmitte n, 15. Rov. Es wurden in den Gemeinderat gewählt: Sozialdemokraten 4, Bauernbund 4, Demokraten 1. Wahlbeteiligung 37 Prozent. —S— Herchenhain, 15. Rov. Hier wurden für den Gemeinderat gewählt: Liste Linker 4 Mandate, Liste Dietz 3 Mandate. Wahlbeteiligung 80 Prozent. Kreis Alsfeld. H Alsfeld, 15. Rov. Cs erhielten bei der gestrigen Gemeinderatswahl Soz'.albemo» kratische Partei 591 Stimmen, Rationale Bürger- liste (Deutschnationale und Deutsche Dolkspartei) 562 Stimmen, Bereinigte Wirtschaftsgruppen (Wirtschaftsliste) 304 Stimmen. Demokratische Partei und freie bürgerliche Bereinigung 248 Stimmen. Die Sitze verteilen sich demgemäß wir folgt: Sozialdemokrat.Partei 6 Sitze, Rat.Bürgerliste 6 Sitze, Wirtschaftsliste 3 Sitze. Die Wahl verlief vollkommen ruhig. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 60 Proz. -er. Homberg, 15. Rov. Bei der heute stattgefundenen Wahlen lagen für die Gemeinderatswahl drei Wahlvorschläge vor. Cs erhielt der erste Wahlvorschlag, Kennwort: Landwirtschaft, 90 Stimmen, der zweite, Kennwort: Bereinigte Liste, 140 Stimmen und der dritte, Kennwort: Deltmar. 84 Stimmen. Mithin sind vom ersten und dritten Wohlvorschlag je drei, aber vom zweiten Wahlvorschlag 6 Mann als Gemeinderatsmitglieder gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug nur 40 Proz. 00 Kirtorf, 15. Nov. In ben hiesigen G e - mein berat wurden gewählt: Liste Bauernbund (154 Stimmen) 5 Sitze, Liste Mittelstand (Erb) (107 Stimmen) 3 Sitze, Arbeiter-Liste (S ch o m b e r 1) (54 Stimmen) 1 Sih. Nieber-Gemünben. 15. Noo. Hier wurde zur Gemeinderatswahl nur eine nach Berufen zusammengestellte Liste eingereicht, die entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen als gewählt gilt. Das gleiche Ergebnis ist von Burg-Gemünden zu berichten. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 15. Nov. Ergebnis der Ge- meinberatswahl: Die beiben bürgerlichen Parteien 7 Sitze (Wahloorschlag Meier 5 Sitze bei 502, Wahlvorschlag Otterbein 2 Sitze bei 229 Stimmen); Soziolbemokratische Partei 582 Stimmen (6 Sitze), Seamtenoereinigung 201 Stimmen (zwei Sitze). Kreis Büdingen. 0 R i d d a, 15. Rov. Die Gemein de- r a t s w a h l wurde hier durch das Dorliegen einer Cinheitsl iste hinfällig. Rach dieser Liste erhalten die bürgerlichen Parteien im Gemeinderat 7, die S^ialdemokraten 5 Sitze. Lreirtags-wahlerMmffe. Kreistag Scholten. O Schotten, 15. Rov. Dei der heutigen Kreistagswahl erhielten: Sozialdemokratische Partei 1745 Stimmen — 4 Mandate (1922 : 2368 Stimmen — 5 Mandate), Deutsche Demokratische Partei 604 Stimmen — 1 Sih (1922: 1344 Stimmen -- 3 Sitze), Deutsche Bolkspartei 513 Stimmen — 1 Sitz (1922: 449 Stimmen — 1 Sih), Hessischer Bauernbund und Deutschnationale Bolkspartei 4416 Stimmen —13 Sitze (1922: 4861 Stimmen 12 Sitze), Evangelische Volksgemeinschaft 702 Stimmen 2 Sitze (1922: —). Kreis Lauterbach. $ Wahlberechtigt zur Kreistogswahl 18 738, abgegebene gültige Stimmen 7843, ungültige Stimmen 477. Es erhielten: Soziolbemokratische Partei 2095 Stimmen 6 Sitze, Vereinigte Stabt» unb Lanbliste (Dschnatl. unb Hess. Bauernbunb) 4538 Stimmen 13 Sitze, Evangelische Volksgemeinschaft 528 Stimmen 1 Sitz, Liste Kübel 682 Stimmen 1 Sitz. Kreistag Alsfeld. Die Kreistagswahl ergab: Sozialdemokraten (2475 Stimmen) 5 Sitze, Deutsche eDmokratische Partei und Freie bürgerliche Bereinigung (1455 Stimmen) 3 Sitze, Landbund und Deutschnationale Bolkspartei (4964 Stimmen) 12 Sitze, für die f.Allgememheit (599 Stimmen) 1 Sitz. Ingold ging über die vibrierende Wchrbrücke zum Turbinenhaus. In den Kammern, die noch nicht in Betrieb waren, brauste die Flut. Die Rechenzähne saßen voll Gras und Laub. Unaufhörlich streiften die Arbeiter den Behang ab. Das ganze gewaltige Gebäude, bas mit ben fjalbcingebautcn Maschinen noch unwirtlich erschien, klang unb brauste von bem unter ihm ziehenden Strom. Hanns Ingolb verbrachte bie Nacht in seinem Werk. Der Baumeister bes Werkes war allein im Maschinensaal. Die Dynamos waren schon aufgestellt, bie Turbinen montiert. Still lag bas Werk, bas Metall ber Kraftmaschinen glanzte. Säulenschatten schossen in unruhigem Gaslicht. Langsam ging Ingold den riesigen Saal auf und nieder. Sem Schatten wanderte an den erleuchteten Fenstern entlang. Es war seine ereignisvollste Nacht, denn von Christian Ingold und Der Wasserweide der Ingold fang der Strom ihm ins Ohr. Als Hanns im ersten Morgengrauen nach Hause ging, der Rhein zu fallen begann und das Werk unerschüttert stand, wich der Gedanke an seinen Vater von ihm, und zum erstenmal — konnte er mit ruhigem Herzen an ihn denken. Nun trieb er zur Vollendung der Einrichtung. Er gönnte sich kaum noch Zeit, zu essen, zu schlafen, nie war größeres Schaffensfieber in ihm gewesen. Dazwischen fand er noch Gelegenheit, Hermann zu einer Reise nach Norwegen und Spitzbergen zu überreden, als er bei Maffei in München zu tun hatte. Er fand den Bruder frisch unb erstarkt, von zehrenber Liebe war nichts zu spüren. Auch schien Hermann Ingolb biefen Gesprächsstoff zu meiben, nur einmal sagte er: „Du, Hanns, geschrieben habe ich wirklich nicht/' Er war ganz von literarischen Plänen gefangen unb hatte ben Anschluß an bas Leben gefimben. Am 28. Juni trat er die Reise von Hamburg aus an. Als Hermann von Bord den ersten kurzen Bericht schickte, erwachte in Hanns Ingold zum erstenmal das Fernweh, der Drang in die Weite. Er zwang ihn nieder. Der August war vorüber, der September brach golden herein. Im Kraftwerk zu Rheinau imterm Kreistag Büdingen. 11 Die Kreistagswahl ergab: Sozialdemokratisch? Partei 3856 Stimmen. Deutsche Demokrat. Partei 1058 Stimmen. Deutsch? Bolkspartei 1233 Stimmen. Bereinigter Borschlag Hess.scher 2anb» bunb unb Deutschnationale Doltspartei 4670 Stimmen, Evangelisch? Volksgemeinschaft 742 Stimmen, Kommunisten 587 Stimmen. Kreistag Darmstadt. He p Pen heim, 15. Rov. (WER.) Beiden heutigen Kreis wählen würben folgende Stimmen;al; ca abf.e c e.x: Sozia de..ck a en 2772, Zentrum o268, Deutsche Bolkspartei 693, Demo- kra en 485, Kommunisten 957, Hessischer Land- bunb 1120. Darmstadt: S. P.D. 13380, Zentrum 2348, Deutsch? Bolkspartei 10 268, Demo'rctten 2530, Deutschnationale 3305. Kommunisten 931 unb Hessischer ßanbbunb 169. ProvMMltags-wahlergebniste. Kreis Büdingen. !! Die Provinzialtagswahl ergab: Wahl- Vorschlag Rr. 1 Zentrumspartei -- 232 Stimmen, Rr. 2 Sozialdemokratische Partei - 3759 Stimmen. Rr. 3 Deutsche Demokratische Partei - 666 Stimmen, Rr. 4 Deutsche Bolkspartei — 1031 Stimmen, Rr. 5 Bereinigte Stabt- unb Lanbliste ber Deutschnationalen Bolkspartei und bes Hess. Landbunbes im Kreise Gießen — 136 Stimmen, Rr. 6 Dereingiter Wahlvorschlag Hessischer ßanbbunb unb Deutschnationale Bollspartei im Kreise Als selb — 87 Stimmen, Rr. 7 bett im Kreise Büdingen — 4654 Stimmen, Rr. 8 bers. im Kreise Friedberg —105 Stimmen, Rr. 9 ders. im Kreise Lauterbach — 27 Stimmen, Rr. 10 ders. im Kreise Schotten — 44 Stimmen, Rr. 11 Eintracht = 15 Stimmen, Rr. 12 Evgl. Bolks- gemeinschaft — 576 Stimmen, Rr. 13 Kommunistische Partei — 520 Stimmen, Rr. 14 Mittelstandsvereinigung — 38 Stimmen, Rr. 15 Bürgerliche Partei — 48 Stimmen. Kreis Schotten. <> Cs erhielten Stimmen: Zentrumspartei 66 (1922: 21), Sozialdemokratische Partei 1650 (2337), Deutsche Demokratische Partei 251 (1214), Deutsche Bollsvartei 375 (468), Bereinigte Stadt- und ßandliste Der Deutschnationalen Bolkspartei unb des Hess. Bauernbundes im Kreise Gießen 163, Bereinigter Wahlvorschlag Hess. Landbund Deutschnationale Bereinigung im Kreise Lllsfeld 51, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb und Deutschnationale Bereinigung im Kreise Büdingen 32, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb unb Deutschnationale Bereinigung im Kreise Stieb* berg 35, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb unb Deutschnationale Bereinigung im Kreise ßauterbach 44, Ber. Wahlvorschlag Hess, ßanbbunb und Deutschnationale Bereinigung im Kreise Schotten 4347 (diese Kreisvorschläge erzielten 1922 zusammen 4854 Stimmen), Eintracht 45 (1922: 0), Cvangellische Volksgemeinschaft 495 (1922: 0), Kommunistische Partei 73 (56), Mittelstandsvereinigung 25 (1922: 0), Bürgerliche Partei 20 (1922: 0). Kreis Lauterbach. Es erhielten Stimmen: Wahloorschlag 1, Zentrumspartei, 608 Stimmen; Nr. 2, Sozialdemokratische Partei 1817 Stimmen; Nr. 3, Deutsche Demo- kiarische Partei, 253 Stimmen; Nr. 4, Deutsche Volkspartei, 846 Stimmen; N. 5, Vereinigte Stadt- unb Lanbliste ber Deutschnationalen Volkspartei unb bes Hessischen Lanbdunbes im Kreise Gießen 121 Stimmen; Nr. 6, Vereinigter Wahloorschlag Hess, ßanbbunb unb Deutschnationale Volkspartei iin Kreise Alsfelb, 35 Stimmen; Nr. 7, berjelbe im Krei e Bübingen, 36 Stimmen; Nr. 8, berjelbe im Strei e Sriebberg, 24 Stimmen; Nr. 9, berjelbe im Krei e Lauterbach, 3448 Stimmen; Nr. 10, derselbe im Kreise Schotten, 15 Stimmen; Nr. 11, Eintracht, 10 Stimmen; Nr. 12, Evangelische Volksgemeinschaft, 329 Stimmen; Nr. 13, Kommunistische Partei, 59 Stimmen; Nr. 14, Mittelstandsvereinigung, 26 Stimmen; Nr. 15, Bürgerliche Partei, 30 Stimmen. Kreis Alsfeld, Cs erhielten Stimmen: Wahlvorschlag 1 Zentrumspartei 632 Stimmen, Rr. 2 Sozialdemokratisch? Partei --- 2252 Stimmen, Rr. 3 Deutsch« Demokratisch? Partei 433 Stimmen, Rr. 4 Deutsche Lauffen klangen die letzten Hammerschläge. Napoli lag in Nuinen. Neue Häuserzeilen zogen sich in den Wald hinauf. Die Schlote des Kefselhaufes steckten schon ihre Rauchfahnen auf. Vor Hanns Ingold lagen die Pläne zum Umbau des Klosters St. Joseph und bas Programm ber festlichen Einweihung seines Werkes, boch es bulbete ihn nicht in feinem Bureau. Er ging ins Kloster hinüber. Allein. Um bie Pläne noch einmal zu überprüfen. Aber er vergaß, sie mitzunehmen. In bem Zimmer Ruths waren brei Bauzeichner beschäftigt. In Engelhardts letztem Arbeitszimmer vor dem Kamin, wo sie fo manchmal gefeffen hatten, war niemand. Alte Gartenjeffel standen darin. Und auf einen dieser Sessel setzte sich Hanns und schloß die Augen. Lange saß ec und spürte, wie in ihm die Quellen zusammenliefen, unterdrückte, von Arbeit ber» schüttete Adern ausjprangen, Erinnerungen wach wurden, Sehnsucht und fessellvs hervorbrechendes Verlangen aufjchrien unb zuletzt nur noch ein Gedanke wie ein jtrahlendes Licht durch alle Finsternis drang, die Gewißheit, Ruth Engelhardt wieder- zusehen, sie zu seinem Werk zu führen und zu ihr zu sagen: „Ruth, süße Ruth, es ist vollendet!" Er rüstete wie zu einer Hochzeit. Die letzten Tage flogen unb wollten boch kein Enbe nehmen. Das Personal war zur Stelle, schon flammten zuweilen bie Fenster bei Nacht, schon sprang Licht in bie Glühbirnen. Elf Gemeinden, siebenundvierziq Fabriken und einhundertsiebzehn Kleingewerbetreibende hotten Verträge abgeschlossen, vierzehntausend Pfcrdekröfte waren schon vergeben worden. Die Einweihung wurde auf ben 2. Oktober festgesetzt. Am 29. September traf Gerhart Iqlanber mit seiner Frau in Rheinau ein. Nuth und Hanns hatten sich seit dem Tode Engelhardts nicht wiedergesehen. Er war dreimal in Berlin gernejen, ohne den Verbuch zu machen, sie zu scheu. In Berlin war sie mcht Ruth. Er verhehlte sich nicht, daß er auf sie wartete, er tat ja nichts anderes, als auf sie warten, feit das Werk vollendet war. Am Abend ihrer Ankunft trafen sie zusammen. Gerhart wollte seiner Frau das Werk noch vor Bolkspartei - 444 Stimmen, Rr. 5 Berernigta Stadt- und ßanbltflc der Deutschnationale« Bolkspartei unb de- Herrschen Landbmrdes tu Kreise Gießen — 163 Stimmen, Rr. 6 Bereinigter Wahlvorschlag Hessischer ßandbund und Deur.ch- natienal? Bolkspartei im Kreis? Alsfeld 3949 Stimmen. Rr. ders. im Kreise Büdingen-65 Stimmen, Rr. 8 ders. im Kreise Friedberg 84 Stimmen, Rr. 9 ders. im Kreise ßauterbach = 47 Stimmen, Rr. 10 ders. im Kreise Schotten =? 45 Stimmen. Rr. 11 Eintracht — 435 Stimmen, Rr. 12 Evang. lisch' Volksgemeinschaft — 375 Stimmen, Rr. 13 Kommunistisch? Partei — 76 Stimmen, Rr. 14 Mittelstands-Bereinigung — 56 Stimmen, Rr. 15 Bürgerlich? Partei = 55 Stimmen. Rheinhessen. Mainz, 15. Rov. (WSR.) Die heutigen Stadtverordneten Wahlen sind völlig ruhig und bei schwacher Wahibe.eiligung (nicht ganz 60 Pro-ent) verlauten. Es erhielten: So- äialbcmoha en 14 846. Arbeitsgemeinschaft der wirtschaftlichen Verbände 3225, Deutschnationale Bolkspartei 1412, Deutsche temofratii c Partei 3103, Zentrum 10 341, Deutsche Bo.spartet 1952, Kommunisten 3014, Arbeitnehmergruppe 632, S.adt- und ßandverband für ßeile»Übungen 1452, Ra iona/ozia'.istische deutsche Arbeiterpartei 270, Gastwirtsgcwerbe und verwandte Berufe 721, ungültig 329. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug insge amt 73 578. Rach dem vorläufigen Ergebnis sind gewählt: Sozicttdemolraten 21 (bisher 24). Zentrum 15 (18), Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsverbände 4 (—), Demokraten 4 (4), Kommunisten 4 (2), Deutschnationale 2 (4), Deutsche Bolkspartei 2 (6). Stadt- und flanö- verband für Leibesübungen 2 (—). WSN. Worms, 15. Nov. Bei den heutigen Stadtverordneten wählen haben 18 526 Wähler ihre Stimme abgegeben. Davon erhielten: Sozialdemokraten 6313, Deutschnationale 840, Demokraten 1240, Zentrum 2327, Deutsche Volkspartei 6048, Kommunisten 917, Nationalsozialisten 545. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Sozialdemokraten 15 (vorh. 14), Deutsch- nationale 2 (1), Demokraten 3 (3), Zentrum 5 (5), Deutsche Volkspartei 14 (16), Kommunisten 2 (3), Nationalsozialisten 1 (0). WER. Bingen, 15. Rov. Hier hatten die Stadtverordnetenwahlen folgenden Ausgang: Sozialdentokraten 639 (3 Ditze), Deutsche Bolkspartei 368 (2), Zentrum 1724 (10), Kommunisten 65 (—), Demokraten 372 (2), Reichs- und Staatsbeamte 325 (1), Handwerker und Gewerbetreibende 589 (5). Weisenau, 15. Äov. Die heutigen Gemeinderatswahlen hatten folgendes Ergebnis: Sozialdemokraten 973 (6 Mandate), Zentrum 801 (6), Kommunisten 283 (2), Bürgerliche Bereinigung 503 (3), Haus- und Grundbesitzer 208 (1). Starkenburg. WER. Darmstadt, 15. Rov. Hier hatten die Stadtverord netenwahlen folgendes Ergebnis: Sozialdemokraten 12 8111 Stimmen, 19 Sitze, Zentrum 2155, 3 Sitze, DDP. 8639, 14 Sitze, Demokraten 2053, 3 Sitze, Deutfchnatro- nale 2986, 4 Sitze. Kommunisten 887, 1 Sih. Mietervereinigung 589, 1 Sitz. Gewerbe-- unb Handwerker-Vereinigung 1346 und 2 Sitze, Äa- tionalsoz-alisten 529 und 1 Sch. Zersplittert waren 345 Stimmen. Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen betrug 33 908 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 50 Proz. WSR. Offenbach a. M., 15. Rov. Das Oamtliche Ergebnis der heutigen S t a d t v e t - ordneteHwahlen ist folgendes: Sozialdemokraten 10 203, Zentrum 4248, Demokraten 2253, Kommunisten 8590, Arbeitnehmer 693, Bereinigte Bürgerliste 8040. Die aMndate verteilen sich wie folgt: Sozialdemokraten 15 (bisher 21), Zentrum 6 (5), Demokraten 4 (3), Kommunisten 11 (7), Arbeitnehmergruppe 1 (—), Bereinigte Bürgerliste 11 (21). WSR. Bensheim, 15. Rov. Hier hatten die Stadtverordneten wählen folgendes Ergebnis: Soz. 1026, 7 Sitze (5). Zentrum 1636, 10 Sitze (10), Demokraten 193, 1 Sih (1), Komm. 247, 1 Sch (1), Bürgerliche Bereinigung 785, 5 Sitze (3). .Ungültig 167 Stimmen. Abgegeben wurden insgesamt 3837 Summen. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 50 Prozent. ter Einweihungsfeier zeigen. Im Maschinensaal des Turbinenhauses, der int opalfarbenen Dämmerlicht verschwamm, stießen sie auf Hanns. Unb plötzlich wußte Ruth, worum sie bie eifrigen Erklärungen ihres Mannes, fein Auftreten als ouhrer unb Sachkundiger inmenbig fo tief erregt hatten, „Es ist ja gar nicht bem Werk!" hätte sie ihm zurufen mögen. ..Schweig, zeig mir nicht, was nicht von bir kommt! Es ist ja Hanns Ingolds Werk." Und nun stand er vor ihr, blasser als sie, hager, mit zerfurchter Stirn, mit mübern Munb, fieberischen Glanz in ben Augen. Unwillkürlich sprach sie leise in bas sanfte Rauften, in bas Summen bes Wassers .indem sie ihm b-e Hand reichte: „Ihr Werk, Hanns Ingold!" In Tylcmders Gesicht trat eine Starre, bie alle Züge spannte. „Geballt habe ich es allein, ober nicht allein gebaut," antwortete Ingolb unb hielt ihre Hanb. Ihre Finger zuckten. Sie traten auseinander. In/mb er brach bie Besichtigung ab, unb Hanns Angold beschränkte sich bnrauf, ihnen bis zum Ufer bas Geleit zu geben. Ruth merl.ie, da., ihr Manu verstimmt war. Aber fie wo,- nicht mehr imstande, sich darüber Rcchensä.til ;u geben. Auch sie war von bcr alten Sehnsucht c-um en worden, die nie ganz geschlafen hatte. Ihr Wer- war es, das in zwei Tagen ein« geweiht wurde' Ihr Herz schlug in diesem Werk, tief eingebaut in ben felsigen Nheingrund. Gerhart Xgianbcr riß sich zusammen. Er hatte Besseres zu tun. als sich von unklaren Erinnerungen unb Empfindungen peitschen zu lassen. Sie kehrten in:- Hotel zuruck. Die Nacht lag samtschwarz und weich auf dem Waldtal von Rl)einau. Der Gasthof „Zur alten Post" hieß als steifer Neubau Hotel Bristol zur Post. Hanns Ingold hatte kurz nach Tylander das Bureau Verlagen. Er kam mit der Nacht ips Städtchen und blieb hinter der Brunnensiiule stehen, w» einst Ruth gewartet hafte, unb blickte zu ben Fenstern hinauf. Eme ganze Reihe war erleuchtet« Dann ging er hinein. (Fortsetzung folgt.) , Großer Preisabbau 10921P abends: Schlich. 10808c leit« te Der Vorstand. 10914D Gute und billige 09265 Aufstellung genommen. kochschockolade Pfund 95-9» in remwoll. MoulinS - Flausch. mit Pelzkragen Mk. Damenmäntel 10909V verabfolgt. AlsterweilererBerg LOO.« Edesheimer a. dem Schlotzgut 1.30jc 1A Fl- V, Fl Weinbrand-Derschnitt. 3.20, 1.70 Verschiedenes! 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An der Westküste Hausen acabi- »irrte Derberstamme, auch nomadisieren jenseits der schneegekrönten Atlasketten semitische Hirten, doch sie sind alle zusammen nur ein Bruchteil von Marokkos heutiger Bevölkerung. Hauptstütze jedes einzelnen Teiles im heutigen Scherifät sind erbeinge'essene bodenständige Berber. die fast vier Fünftel der Gesamteinwohnerzahl bilden, und die städtebewohnenden Mauren, die der Vermischung semitischer Eroberer mit vorgefundenem Berberblut entsprohten. Schon Karthagos Staatsmänner trauten nie ihren berühmten numidischen Reiterscharen, die durchweg aus lampssrohen und beutelustigen Steppensöhnen bestanden, ein Umstand, der viel beitrug zum unglücklichen Ausgang des hundertzwanzigjährigen Ringens mit Roms weltumspannender Macht? Und als letzteres die gefürchtete Rebenbuhlerin aus afrikanischem Festland bezwungen, halte es ebenso seine ewige Rot mit den wilden Derberstämmen beider Mauretanien, wie vor- und nachher alle, die den freiheitliebenden Stämmen Fremdherrschaft aufzwingen wollten. Sie schlugen sich mit der Bevölkerung herum, bis die hochgehenden Wogen der Völkerwanderung auch diesen fernen Strand berührten. Auch (Bermancnftämmc tarnen mit Weib und Kind und verschwanden ins Innere, ^ls ihr kaum errichtetes Reich zusammenbrach. Wohin — darauf weift die Weltgeschichte nur ungenaue Antwort. Vielleicht stcclen Reste jener trutz-- haften Vandalen und wilden Goten auf den Hängen der algerischen Kabilie und in Tälern des marokkanischen Rif! Dann fani der junge Iilam angebraust. Sturmwindgleich fegten arabische Emire mit sieggewohnten 5)n-.-öcn über Länder und Völler und wälzten semitische Glaubensstreiter vom Roten Meere bis an den Atlant. Lange verteidigte das zähe 'Berbervolk seine Freiheit: Ströme Blutes flössen, ehe die Fremden festen Fuh fassen konnten. Tatkräftige Führer aus den vornehmsten Familien, so der Senata. Senhadscha und Laui, leisteten wütenden Widerstand. Roch kennt die Ueberlieferung Ramen der großen Priesterin Kahinna und des tapferen Kossila, die Arabern ebenso blutige Kämpfe lieferten, wie Jahrhunderte früher den Römern der Ruafa- fürst Askalis und der tollkühne Takfarinas. Erst mit der dritten Araverinvasion verlor die bodenständige Bevölkerung ihre herrschende Stellung. Tatkräftige Araber mischten sich nun mit unverbrauchtem Derberblut und drängten als Mauren mächtig hinüber nach dem heutigen Spanien, um aus Europas Boden stolz blühende Königreiche zu schaffen. Als nach fast tausendjährigem Aufenthalt der letzte ..Moro" wieder hinüberflüchtete nach dem Strand des glaubensverwandten Afrika, nahm er mit sich den Wohlstand des Landes, dem er unvergänglichen Stempel aufgedrückt hatte. Aber auch die Erinnerung entschwundener Gräfte, an vergangene Glanzzeit, von der sein heutiger Zustand erschreckend absticht. Als ob diese einstigen Kulturträger wieder versunken wären in Rächt und Darbarei! Kaum noch in Träumen kennen sie maurische Prachtbauten auf Hispaniens Boden, und im Volksmund „Andalos" genannte Familien bewahren als heiligstes, kostbarstes Gut den allen unförmigen Schlüssel jenes Hauses, das einst ihre Ahnen auf den Pyrenäen bewohnten. Roch beten sie allwöchentlich nach der großen Freitagchutba um das Rahen des Tages, an dem sie als rechtmähige Besitzer wieder darin einziehen. Keinen größeren Unterließ kann man sich vor stellen als den erbeingesessenen Derber und den städtebewohnenden Mauren, dessen einstmals so hohe Blüte spurlos verschwand und fast vergessen ist von dem vormals so stolzen Vo.lke.» Der hagere Maure mit ernsten, klugen ®e- sichtSzÜgen, schwarzen Haaren und ebensolchen feurigen Augen ist zwar ein guter Kaufmann und Familienvater, sonst aber träge und Feind jeder körperlichen Anstrengung. Er hüllt sich in langwallende Gewandung von blendendem Weiß, m der er gemessen einherschreitet. Stolz und ehrsüchtig, aber Fremden gegenüber von gewinnender Liebenswürdigkeit, pocht er auf die herrschende Stellung seiner Rasse. Angesprochen, kann der Maure wohl lebhaft werden, nimmt auch nach Art aller Orientalen während des Sprechens viel die Hände zu Hilfe, doch rasch verfallt et immer wieder in weltentrücktes Hinbrüten. Anders freilich, wenn er lein geliebtes Lab cl Barud reitet, das Pulverivi?!. Da trieben l'ch feine starren Züge, dann zeigt er eine c Rest alter Ritterlichkeit. Soll braust er mit seinesgleichen über die Ebene, schwingt >wr wildem Jauchzen die lanrc Fant? über ivm Kopf und führt jenes aufregende Rciterlvi'l auf. das im eigentlichen Orient kurzweg Fantasia" genannt wird. Aber nirgends wird es fo toll gehetzt wie im Atlas. Wie wahnsinnig wirbeln die aufge.egten Reiter durcheinander. Von ihren bleichen Gelichtern fliegen groß? Sckwciü' tropfen, von Flanken und Hals de- dicker Schaum. Dazu Pulverdamps, unaufhörliches Gewehrgeknatter, tolle Schreie, schrille Rufe der wahnsinnig erregten Männer, jede Fiber der hageren Körper ift aufs äußerste angespannt — bis Roß und Reiter sich wieder trennen und letzterer zurückfällt in tatenlose Gleichgültigkeit, aus der er kaum aufgerüttelt worden. Das ist der Maure, Marokkos herrschende Rasse. Lieber ganz Marokko zerstreut findet man Reger. Sprößlinge südlicher Striche, meist aus der Sahara, teils sogar aus Senegal stammend. Gewöhnlich Sklaven in Diensten vornehmer Städtebewohner oder sogenannter Msaud l Freigelassene), bringen sie sich fort als Wasserträger, Garköche, Hafenarbeiter ufto. Auch zahlreiche Sultansreiter sind schwarzhäutig: bei Mckines haust ein ganzes Regiment, die Buwachir. Oft bringen sie es auch zu 2Imt und Würden. Der gefürchtete „General" des Revolutionärs Du Hamara war Reger, Mischling der all-» mächtige Groftusir Du Achmed, der nach dem Tode Wulai Hassans lange Zeit die Regierung kräftig führte an Stelle des schwächlichen Abd el Alis. — Junge Regerinnen sind dem lüsternen Mauren gesuchte Konkubinen (einer der Gründe, warum die maurische Rasse unaufhaltsam sinkt!!, die aber in späteren Jahren nur geringen Werl haben als Arbeitssktavinnen. Jedes vornehmere Haus hat deren mehrere, viel Regerblut fließt in den angesehensten Familien des Landes. Auch in der Sultansfamilie! Anders der berberische Bewohner des Sche- rifats. Wohl vier Fünftel der Bevölkerung besteht aus diesen Ureinwohnern, die als fleißige, bescheidene Landbauern oder Hirten in den fruchtbaren Ebenen an der Westküste, wie in grünen Tälern auf Hangen des Atlas leben. Sie wohnen in festen Zweighütten, Gurabi genannt, oder in Ruallas, festen Häusern aus Lehm oder Stein. Solche nur, die als Roma den hausen, in deren Adern mehr oder weniger reines Araberblut fließt, weilen unter Ziegenhaarzelten. Denn auch nomadisierende Araberstämme gibt es in Marokko, freilich nur wenige und diele nicht mehr rein semitischen Blutes. Der Berber kleidet sich im Rorden in die rauhe, kurzärmelige Dschelabba, die kaum über die Knie reicht, unter der er ein langes Hemd, die Farasia, mitunter auch weite Beinkleider trägt. Im Süden kommt an Stelle der Dschelabba ein langer Haik von ehemals weißer Farbe. So geht er Sommer wie Winter, bebaut feyie Felder mit gleichem Gerät, wie es vor zweitausend Jahren seine Ahnen benützt, und weidet Schaf- und Ziegen- und Rinderherden, immer die geliebte Flinte als treue Begleiterin neben sich. Meist von kleiner, gedrungener Gestalt, zeigt er stets mannhaftes Auftreten: die blitzenden Augen sind in unaufhörlicher Bewegung. Dom dunkelsten Braun der Höhen des Atlas und südlicher Provinzen findet man alle Schattierungen bis zum hellsten Weiß, im Rif sogar Blondhaar und Blauaugen. Ungleich der maurischen Bevölkerung des Landes räumt der Berber seiner Frau eine um vieles geachtetere Stellung ein und lebt ausschließlich in Monogamie. Wie er den Sultan nur als Religionsfürst, nicht als politisches Oberhaupt anerkennt, so schützt er seine uralte Freiheit und tritt gerne ein für die Rechte derer, die feine Hilfe anrufen. Blutrache gilt als heiliges Gesetz, obwohl in neuester Zeit bei manchen Stämmen der Brauch Eingang findet, unabsichtlich vergossenes Blut durch die Habe des Täters zu sühnen. Der Derber ist in jeder Beziehung Marokkos eigentliche Stütze. Gr wird zu allen Leistungen herangezogen, soll Steuern zahlen und Militär stellen, ohne vom Mauren entsprechende Gegenleistungen zu erhalten. Daher das unerquickliche Verhältnis zwischen beiden Rassen. Das greift so weit, daß Derber fast nie Stadtbewohnern die Tochter zur Frau geben, trotzdem ihr dort bequemeres Leben winkt als unter dem Dach heimatlicher Hütten. Leider kann der Berber die in ihm schlummernde Kraft nicht entfalten, hermetische Wschließung gegen jeden Einfluß von außen ließ all seine Fähigkeiten brach ft egen. Ilm so beachtenswerter sind seine körperlichen Vorzüge, die Frankreich längst erkannt hat. Ein französischer Orientkenner, Auguste Mou- lieras, sagte mit echt romanischer Ueberfdjtoeng- lichkeit und voll rosiger Hoffnung in die Zukunft sehend folgendes: „Wenn uns Algerien und Tunesien zusammen 300 000 mohammedanische Soldaten geben können, was ist erst von Marokko zu erwarten, wenn es endgültig in Frankreichs Machtbereich tritt? An diesem Tage wird es Herr des Erdballs! Welche europäische Armee könnte dem Stoß von zwei Millionen Berbern und Arabern widerstehen, die französisch bewaffnet und diszipliniert sind? Unb welch herrlich Ko- le- i.g _\d) würde i wir in die'em Teil des norb- wcst ich:n '21 r f i ha'e .! Tu e ic i A.gerie , Ma- rok.o! Marokk) vor allem, das mehr gilt als die beide i anderen zusammen. Marokko. Afrikas unvergleichlichste-. Lanb, das eines Tages, fo hoffen wir. die schönste Blüte im Kranze fron* zv'i'cher Kolonien sein wirb!" So schrieb vor zwei Jahrzehnten der fr an* höfisch« Patriot, gleich so vie en seiner Landsleute, damals schon an Marokkos gänzliche Einverleibung in den Kolonialbesitz der Republik denkend. Der neue russische Kriegsininifter Zum Rachfolger Frunses ist der bisher ziemlich unbefanntc russische Militärbefehlshaber Woroschilow ernannt worden Die Ernennung Woroschilows ist aus mehreren Gründen überraschend gekommen, ba die Laufbahn dieses Mannes noch eigenartiger ist, als die von Frunse war. Woroschilow war bei Ausbruch des Krieges als Verbannter in Sibirien. Am Ende des vorigen Jahrhunderts machte sich Woroschilow als junger Arbeiter der russischen Polizei unangenehm temerfbar. denn er war überall, wo die Mitglieder der sozialdemokratischen oder der revolutionären Partei zusammen- kamen. Die Polizei konnte ihm aber nichts nachweisen, bis zum Jahre 1905, wo er sich an den Aufständen beteiligte. Er wurde zuerst in bet Festung monatelang gefangen gehalten und dann zwangsweise nach Sibirien verschickt, wo er zur Ansiedlung verurteilt worden war. Zwangsarbeit brauchte er dagegen nicht zu leisten. Hier in Sibirien kam er mit mehreren angesehenen Führern der revolutionären Partei zusammen und erhielt eine Ausbildung, die der strebsame Mensch in Petersburg nicht erhalten tonnte. Er vertiefte sich auch theoretisch in die Lehren von Marx und Lassalle und wurde einer der maßgebenden Berater aller administrativ Verschickten. Als die Zarenherrschaft zu Ende war, kehrte Woroschilow mit vielen anderen bei den Sowjet-Kommissären hochangesehenen Revolutionären nach Rußland zurück und wurde im Kaukasus, wohin er sich zuerst begab, wegen -seiner rechtlichen Gesinnung und seiner großen Kenntnisse der sozialistischen Idee zum Volks- k o m m i s s ä r ernannt. Später begab er sich im gleichen Amt in den Petersburger Kreis, wo er von Luga aus eine eifrige Agitation entfaltete. Hier hatte er Gelegenheit, seine militärischen Fähigkeiten zu zeigen. Die Gegenrevolution, die von Kronstadt ausging, wurde von ihm nach.kurzer Tätigkeit völlig niedergeschlagen. Dabei stellte er fest, baß Kavallerie durchaus nötig sei. und er machte den Volkskom- mjsfärer den Vorschlag, eine Kavallerie auszu- bilden. Trotzki, brr damals Dolkslommifsäx des Heercsausschusses war, betraute nunmehr Woroschilow mit der großen Aufgabe, die Organisation einer „Roten Reiterei" zu entwerfen. Woroschilow teilte die Kavallerie in 16 Divisionen und 9 besondere Brigaden auf. die dem Armeekorps zugeteilt find. In einer Division sind 6 Regimenter und in einer Brigade je drei Regimenter vereinigt. Da zwei Divisionen unter Woroschilow ins Leben gerufen worden waren, so bildete er im ganzen nur 111 Kavallerieregimenter, von denen jedes ungefähr 300 bis 500 Mann stark ist. Die Zahl der Soldaten tn einem Regiment schwankt. Insgesamt wies er der „Roten Kavallerie" 55 500 Mann zu. 10 Divisionen machte er von dem Armeekorps völlig unabhängig und bildete aus den ersten drei die Reiterarmee des Generals Dudenh, ferner 2 Kosaken-Kavallerie-Arm een aus je 2 Divisionen, während die Dudenh-Armee 3 Divisionen hat. Die übrigbloi- benden 3 Divisionen dienten zur Bildung von besonderen Einheiten. Die Ausrüstung der Kavallerie-Regimenter erfolgte zum Teil mit leichten Maschinengewehren, zum Dell aber auch mit schweren Maschinengewehren, die auf Räder gestellt und schnell über schlechten Boden bewegt werden tonnen. Diese Organisation der „Roten Kavallerie" hatte sich vorzüglich bewährt, so daß Woroschilow bald zum Kommissär des nord-kaukasischen Militärbezirks wurde, wo er feine organisatorischen Fähigkeiten weiter entfalten konnte. Seine Ernennung zum Volkskommissar des Heeresausschusses ist in erster Reihe auf seine große orgcnnsatorischr Fähigkeit zurückführen. * Der deutsch-italienische Handelsvertrag. Auch der Handelsvertrag mit Italien, der' am 31. Oktober in Rom unterzeichnet wurde, wird im Laufe der nächsten Wochen aus allen Kreisen unserer Wirtschaft zahlreiche, mitunter sehr scharfe Kritiker finden, ist es doch auch in diesem Falle der Reichsregierung nicht gelungen, die deutschen Wünsche hundertprozentig durchzusetzen. Gewiß, hier und da hat die italienische Regierung großes Entgegen- kommen gezeigt, aber in den wichtigsten Punkten war sie doch außerordentlich ßartnätfig und zu Konzessionen wenig bereit. Immerhin ist es uns ge lungen, ein Abkommen zustande zu bringen, das unter den gegenwärtigen Verhältnissen und angesichts der Tatsache, daß die «tauten der Entente sich nut schwer und widerwillig bare in finden wollen, uns wieder den Platz einjiiräumen, den wir vor dem Kriege auf handelspolitischem Gebiete inne hatten. im allgemeinen als befriedigend ungesehen werden kann. Lei allen derartigen Verhandlungen müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, daß wir nur bi: Wiederherstellung norm hier Wirt- fchaslsbeüehunaen erreichen können, wenn wir zu Opfern pereit sind. Das bedeutet aber keineswegs, nun ui allem, was uns die Gegenseite präsentiert. Ja und '21 men tagen zu müssen. So. wie mir uns erst nach langem und zähem Kampf allmählich vom Versailler Vertrag werden frei machen können, so müssen wir auch auf wirtschaftspolitischem Gebiete bestimmte Etappen berühren, ehe wir restlos die Position wieder erobert haben, in der wir so stark sind, daß sich das Ausland im eigenen 3mcrcfie be reit findet, unseren Zugeständnissen vollwertige an- bere entgegenzufetzen. Schöffengericht Gießen. Gießen 11 Rov Unter Ausschluß der Qcfsentlichkeit wurde heute gegen die Ehefrau Anna H. unb die Witwe Anna D. von Groß- Karben wegen 2Ibtrcibung verhandelt. Auf Grund der eingehenden Deweisausnahmr hielt das Gericht die Angeklagte H. in einem Fall der Lohnabtreibung für überführt und verurteilte sie dieferhalb zu 1 Jahr 2 Monat Zuchthaus. während sie in einem weiteren Fall, ebenfalls wegen einer ihr zur Last gelegten Abtreibung. mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen wurde. Die Angeklagte D. wurde der Beihilfe zur Abtreibung für schuldig 'efunben und za einer Strafe von 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Beiden Angeklagten wurde ein Teil der Untersuchungshaft auf die Strafe in Anrechnung gebracht. Amtsgericht Wetzlar. 2 Wetzlar. 14. Rov. Das Dienstmädchen Anna W. war int September d. 3. als Ausländerin (Tschechoslowakin) zuaezogcn, ohne sich den bestehen den Vorschriften entsprechend innerhalb 48 Stunden bei der Polizeibehörde anzumelden. Durch gerichtlichen Strafbefehl war dieferhalb auf 10 Mk. Geldstrafe gegen sie erkannt worden. Hiergegen erhob sie Einspruch mit dem Erfolg, daß die Strafe auf 5 Mk. ermäßigt wurde. Der Witwe Ferdinand K. von Wetzlar, bei der die Angeklagte W. in Stellung war, war ebenfalls ein Strafbefehl über 10 Mk. zugegangen, weil sie ihrer Verpflichtung, sich über die erfolgte Anmeldung der W. zu vergewissern, nicht nachgekommen war. Auf ihren Ein spruch, den sie damit begründete, daß sie zur fraglichen Zeit krank gewesen sei, gelangte das Gericht zur Einstellimg des Verfahrens gemäß § 153, 3 StrPO. — Der Kaufmann Josef 3t von Wetzlar war durch eine polizeiliche Strafverfügung in 5 Mk. Geldstrafe genommen, weil er in der Dimkelheii mit feinem Auto die fträmerftraße befahren hatte, ohne hierbei die Scheinwerfer abgeblendet zu haben. Gegen diese Strafverfügung hatte N. gerichtliche Entscheidung beantragt. Er behauptete, feine am Auto befindliche Bosch-Lichtanlage sei polizeilich zu- gelassen, an dem fraglichen Tage habe er die kleinste Lichtstärke eingeschaltet gehabt. Das Gericht kam zur Freisprechung. — Auch der Schlosser Rudolf Pf. von Launsbach hatte gegen eine Strafverfügung der Poli^eiverwaltung Wetzlar über 3 Mk. Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Er war beschuldigt, in Wetzlar durch eine Straße trotz des bestehenden Radfahroerbots mit dem Rad gefahren zu sein. Der Angeklagte entschuldigte die Uebertretung mit Unkenntnis der örtlichen Bestimmungen. Die Strafe M Operierte und Geschwächte schöpfen neue Kraft, roeiui sie täglich je nach Verordnung des Arztes, 2 bis Z Flaschen von dem extrakt- reichen, appetitanregenden, alkoholarmen ilinken. Angenehm im Geschmack, wird es gerne, auch dauernd,genommen.DasHacker-Äährbier i[t}uhaben i: allen durch Schilder und Plakate kenntlich gemachten Apotheken, Lebensmittel- und ^eii'.ko|t-6e- ilbäften.Man verlange ausdrücklich Hackcr-Rä!u bier, nicht irgend ein Vier, welches nur mit Farbmcch schwär; . •-■färbt ist und auch nicht annähernd den gleichen ."ahrroert hat. Alleinige Herstellerin: Acticngesell- (baft Hackerbräu München. 500 Fahre bestehendes prauhaus. Alleinver.ricd für Gießen u. Umgebung: Firma Georg Hebstreit.Gießcn,Klinikstr.2l, Fernruf 163. Licht lockt Leute. Wer sein Schaufenster nicht werbend voll ausnutzt, schädigt sich selbst. Das billigste Werbemittel ist ausgiebige, richtig angewendete Beleuchtung zur Ausnutzung des Schaufensters — auch nach den Geschästsstunden. Das Lichitzeft „Licht lockt Leute" ist bei Elektrizitätswerken, OSram-Derkaufs« stellen und anderen Slettro «Fachgeschäften zum preise von 25 pf. erhältlich. * Datum: Banknoten. Rt 3nf)c konnte Wir rufen De Speiseerbsen 22—24, Futtererbjen 18—20, Peluschken 16—18, Ackerbohnen 19—22, Wicken 20 10799D ■■■■■■■■■■■■■na Werbewoche vom 16. November bis 22. November Ingenieur H. BRINKMANN Ausstellungsräume: Bahnhofstraße 56 und Laden am Bahnhof 10912D HsaaaaB8 Ihnen nochmals zur Verwenden Sie das altbewährte Cafetinr nehmen Sie nichts anderes zur Bereitung Ihres Kaffees. 1924 turgf folge, dazu des unter Blatt fügm Hesse Tesui 2.4 De 3ntereffierten wirt, dessen UrteilSbildung übe» das Dertragswerk durch die streng juristisch gehaltene Fassade des BerhandlungSergebnisses ft> sehr erschwert wird. Die zum Studium der Vorgeschichte und des Ergebnisses von Locarno erforderlichen Dokumente sind, wofür der Lese» Dank wissen wird, anhangsweise milgeteilt. — Die Lebenserinnerungen Dietrich Schäfers, des berühmten Historikers, werden in den nächsten Tagen bei K. F. Koehler, Derlin/Leipztg (Ganzleinen Mark 8.—) erscheinen. An sich schon von hoher politischer Bedeutung, werden sie besonders auch wegen des ungewöhnlichen Lebensganges des 80jährigen Gelehrten lebhaftes Interesse erwecken. Schäfer entstammt den einfachsten Verhältnissen, sein Vater war „Schlacht"-Arbeiter (Schiffsbelader) in Bremen: der Lebenstauf des bedeutenden Mannes ist ein Musterbeispiel zum vielgebrauchten Wort »Freie Dahn dem Tüchtigen". Proz., Entreprise 11,5, Growag 62 Proz., Krügers- hall 80 Proz., Ufa 47 Proz., Unterfranken 50 Proz. Der weitere Verlauf wurde im allgemeinen freundlicher, indem sich, die Kursbesserungen, die sich für die im Terminhandel umgehenden Papiere einstell' ten, sich auch auf die anderen Papiere ausdehnten. Das Geschäft blieb aber ruhig, und auch die Kurs- besierungen waren bescheiden. Der Geldmarkt ist weiter etwas angespannt. Tagesgeld stellte sich auf 8$ Proz., Monatsgeld für erste Adressen auf 10 bis lOi Proz., für zweite Adressen auf 11 bis lli Proz. Im internationalen Devisenverkehr sind die Balutenkurse im Vergleich zum Vortage fast unverändert. Paris und Mailand stellten sich auf eine Pfundparität von 119,70. Börsenkurse. 2 26. 2 3. dembe D befere 2. der [fr 3. D SU geb Briefkasten bet Redaktion. W. D. L. Für den Fall, daß Sie einen Versicherungsantrag unterschrieben haben, werden Sie kaum mit einer Einrede gegen die eingeklagte Prämie Erfolg haben. (Zs frrar Ihre Pflicht, zu lesen, was Sie unterschrieben habens ' Liegt dagegen nur eine mündliche Vereinbarung mit dem Vertreter der Gesellschaft vor, was kaum anzunehmen ist, und sind Ihnen hierbei hinsichtlich der Höhe der Prämie Angaben gemacht worden, die sich demnächst als falsch herausstellten, so wird mangels anderer Beweismittel der Eid den Vrozeh entscheiden. In diesem Falle befinden Sie sich als Beklagter in der günstigeren Stellung. !lk. Die 3 «5^ lag und ® Anschnsi richten: Jg Jas ®e Mieten Mel und übet die Dualis dasbest „ach allem. Mr das v gehalten, fc toieter mV gerade aus sollte, trop ras an W t>an Ergebn fie recht ein dings die Seile Plotzltc diesen Dückv mit teilenJ» Lheramische Werke Albin . Zementwerk Heidelberg .. Philipp Holjmann Anglo-Lovt-Gmmo .... Badische Snilm Chemische Mäher Slapta . Goldschmidt GrieS l etmer Electron . . . Höchster Farbwerte Holzverkohlung . NülgerSwerke ....... Lcheidcansialt Allg. Elekn-tzttätt-Gesellschaft Bergmann . . Mainkraftwerke Schockert Siemens Dienstag, 17. November: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Der Rhem, Lieder und Walzer. 6—6.30 Uhr: die Lese- stunde. 6.30—7 Uhr: Uebertragung von Kastel: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft". Vortrag von Oekonomierat Dr. Staehly. 7—7.30 Uhr: Funkhochschule „Die Entstehung des Weltalls und der Erde , Vortrag von Dr. Udlost. 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule. Vortrog: „Klinische Fol- gen des Arzneimittelmißbrauchs", Vortrag von Prof. Dr. Alwens. 8—8.30 Uhr: Funkhochschule: „Aus dem Städelschen Kunstinstitut V". Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 8.30 Uhr: „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück". Ein Lustspiel in 5 Huf» zügen von Gotthold Ephraim Lessing. Für Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spextalfcuranilalt Hob heim I. Tannas bei Fra kfurt a M Behagl eingerichtet vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kurenh Mäßige Preise Prospekt durch Dr. IN. Nchnlze-Kahleyws, Nervenarzt Berliner Produktenbörse. Berlin, 14. Noo. Der Produktenmarkt sich für Brotgetreide nicht voll behaupten und die Kursgestaltung war sehr uneinheitlich. Gerste, mittlere Braugerste mehr gefragt. Hafer behält in guter Ware seine Exoortnochfrage. Futterartikel ruhig. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt. 225—228, Weizen, Dezember 240,50—241,50, Weizen, Mai 248,50, Roggen, märk. 138—141, Roggen, Dezember 159,50—161, Roggen, März 172—173,50, Roggen, Mai 177—177,50, Gerste, märk. 184 bis 208, Futtergerste 148—160, Hafer, märk. 164 bis 173, Hafer, Dezember 177; für 100 Kilo wurden kleie 9—9,20, Diktoriaerbsen 23—31,50, kleine wurde auf 1 Mk. ermäßigt. — Dem Kaufmann Karl Sch. von Wetzlar war unter der Beschuldigung, er entziehe sich vorsätzlich der Verpflichtung zum Unterhalt seines unehelichen Kindes, durch gerichtlichen Strafbefehl 30 Mk. Geldstrafe zudiktiert worden. Sein Einspruch hiergegen yatte insofern Erfolg, als das Gericht ihn freisprach, da ihm seine Behauptung, er sei zur Zeit nicht in' der Lage, seiner Unterhaltspflicht zu genügen, da er stellenlos sei, nicht widerlegt werden konnte. • Vücherttsch. — „Der A l p e n f re und", illustrierte Halbmonatsschrift für Reise und Touristik (Heft 80 Psg.). Alpenfreund-Verlag 21.-®., München AW. 12. — Eine wissenschaftliche und doch immer lebendige Arbeit von Dr. P. Fickeler läßt die herrliche Bergwell des 2Ntai vor uns erstehen. A. Dienst schildert fesselnd die erste Ersteigung des Caca 2lca, dieses märchenhaft schönen Gipfel Boliviens. Eine interessante Beschreibung einer Bergfahrt auf den Kefchisch Dagh (Olymp) gibt uns Josef Steinlehner. Audyard Kipling hat eine fesselnde Geschichte, „Das Wunder des Purim Baghat", beigetragen. — Die Schöne Literatur (Herausgeber Will 2)esper; Verlag Eduard Avenarius, Leipzig) legt das Aovernberheft als Weihnachtsheft vor. Der einleitende Aufsatz über den „Kleinbürger Sternheim" ist geistvoll und interessant, der Desprechungsteil reichhaltig wie immer, die beiliegende Iahresernte bietet Proben aus den neuesten Büchern von Hermann Claudius, Rudolf Kahner und Rudolf Borchardt. — Im Aovernberheft der Monatsschrift „Deutschlands Erneuerung" zeigt Dr. F. Sckweinitzhaupt an Hand statistischer Angaben, daß die heutige Wirtschaftslage über kurz oder lang zum vollständigen Zusammenbruche der mitteleuropäischen Staaten führen müsse, lieber die politische Lage Deutschöfterreichs unterrichtet uns Herbert Werner. Durch feine zusammenfassende kurze Darstellung wird uns erst so richtig klar, wie verhängnisvoll der Einfluß von Männern wie Dr. Mataja, Dr. Ramek und Dr. Seipel für die großdeutsche Bewegung ist. — Wie der Anschlußgedanke jedoch vom ganzen Volle getragen und von allen Parteien unterstützt wird, zeigt uns Dr. 21. Langer, Wien, in seinem Aufsatze: „Die Anschluhbewegung in Deutschösterreich". — Europäische Gespräche. Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik. HerauSgegeben von 21. Mendelssohn-Bartholdy. (Deutsch Tierlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin und Leipzig.) 3. Jahrgang, Heft 10. Oktober 1925. Das Oktoberheft ist ein Locarno-Heft und als bi» 25, Lupinen, blau 11,50—12,50, Rapskuchen 14—14,20, Leinkuchen 21,20—21,50, Trockenschnitzel 7,60—7,70, Torfrnelasse 9,20—9,50, Kartoffelflocken 12,70—12,90, Zucker 19,30—19,50. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 3 59,97 59.86 60.00 1.757 1.761 1.757 1,761 Rio de Jan Wien in D-- 9 622 1.624 0.622 0.624 Oest. abgest 59.13 59,25 59,08 69,2-2 12.42 12,46 < ,45 12.425 7.43 12,465 7.45 Belgrad . . 7.48 Budapest. . 5.875 5,895 5,8.5 6,895 Bulgarien 3.04 3.05 3,04 3.05 Lchabon 21 275 ‘US 21.275 -0,325 80 61 80.60 80.80 Konst'mtin. 2.885 2,395 2,39 2,40 Alben. . 5.77 5.78 5.74 5.76 Canada. . . 4,197 4.207 Uruguay . — — 4,30 4,31 Frankfurt a.M. Berlin Schluh- flur» Sdjtaßtt. Abrno- ->örlc Schluß, fiure 13. 11. 14. 11. H. 1L 14 11. 0 205 0.208 * 205 0 205 —. — 0 2125 — 0.23 0 235 0.235 0,235 0,3 0 3 0.310 0.300 0.211 0.12 0.12 0,28 0.205 0 2175 .215 — 0.21 0,24 — — 0.2 0.2 — —— 0.2 0.2 90.35 90.25 91.75 —- 97,1 97.1 97,35 97,95 7.5 7 435 7 5 7 26 43 43 — — 129,5* 130,5* 130- 132* 94* 9-5* »4.25* 94.25’ 103.2- 103.5- 103 5* 103,t>* 10..7* 104,2* 104 2* 66 66 — — 101,1* 101 ft* 101,2* 101,7* 70,75 70,75 84,5* — w — — 6.75 8,75 6,75 6,75 0,03 0.03 0.03 0,03 67.75* 68.5 34 34.25 34 25 35 —■ 34.5* 33 )* 84.75* 66* 67.5* 67* 64,62- —» 74.5* 73.62* 14* 98.5* 98 75* 100.6- 104 25 104.25 103 ft 103 109 109.5 110 110.25 33 33.5 34 84.6 — 42,5* 64.5* 64,75* "3 9* 64.9* — w 53.25* 54* 66 — 65,25 65,5 45 43 66* 68.75* 67.75* 69* 73* 74* 73.5* 74,5' — * - 54.5 53 6 - - 43,35 43,75 43 43,5 — — 72 72 115,7* 116,5* 116,7* 117* — * • 57 —— 57 56 115.3* 115.7* 116* 115.1* 116.2* 115,5* 43 44 - — 54* 55* 56* 75 75 — 90* 90,4* 68* 69 68.5 68,5 — — 63.5* — 63.26* 62* — — 77,5* 78,75* 26,25 26 5 26 26 22.25 22.5 23 22,3 18 — 25 25 35 25 — -» — — » 22 -- — — — — —■ 8615, 86.5 -*• —• 65 55 55 54,75 23.75 23.75 26,5 22.4 2.87 79,2 2.4 1.5 1,75 79.2 79 7' 50 50 50 48,25 42 43,25 43,25 Berlin, 14 Novbr Geld Brief Amerikanische Nsie» .... Belgische Notm ...... Dänische Noten ...... Englische Noteu....... Französische Noten ..... Holländische Noten ..... Htalicnische Noten ..... Norwegisch« Noten ..... Deutsch-Oesterr.. 5100 Krönet Rumänische Noten..... Schwedische Noten..... Schweizer Noten...... Spanische Noten...... Tschechoslowakische Noten . Ungarische Noten...... 1.196 18,98 103.44 20,295 16,89 168,41 16.94 84,44 68,93 111.92 80,60 59.00 12.88 . 5.83 4.216 19,08 103.91! 20,395 16 97 169.25 17,02 84 86 69.23 112,48 81.00 59 90 12.44 5,87