Nr. 2|3 Erstes Blatt 175. Jahrgang Aettag, 16. Gttober (925 Erfchetni rägllch, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: ® iehenerFamilienb littet Heimat im Bild Monatr.Beznerpreir: 2 Goldmark u 20 Bold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferniprech«2lnschllisse: -rchriftleitung 112, Ver- lagundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnach» richten: AinelaerSictzen. postfchecüonto: $ranffurt a. M 11686. GktzenerAnzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen vrvck und Verlag : vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Ztelndruckerel H Lange in Sietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Hnjetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen o.70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzoorschrift 20" ^Auf- schlaa. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr. Friedr. Wllh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Der Kampf um Severing. Preußischer Landtag. Berlin. 15. Oft (DD.) Das Haus seht die allgemeine Aussprache zum Haushalt des Innenministeriums fort. Abg. Maretzky (Dntl.) betont, der preußische Innenminister hätte alles tun müssen, um die Vereinfachung und Derbilligung der Verwaltung durchzusübren. Das sei nicht erfolgt. Ebenso sei die Aufsichtspflicht gegenüber den Kommunen gröblich außer acht gelassen worden. In der Behandlung der nationalen Frage hcll>e Severing vollkommen versagt. Verbände wie den Stahlhelm, den Iungdeutschen Orden usw. müsse jeder Minister, ob er rechts oder links steht, in den Dienst der Befreiung unseres Landes zu stellen wissen. Severing vertiefe nur den Gegensatz zwischen rechts und links. Rur 24 Prozent der Wählerschaft hätte eine sozialdemokratische Stimme abgegeben, so daß die Herrschaft der Sozialdemokratie dem ausgesprochenen Volkswillen in Preußen durchaus widerspreche. Die Deutschnationälen dürsten sich mit dieser Aeuaufrichtung der Herrschaft der Sozialisten in Preußen unter keinen llm- ständen zufriedengeben. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die stärkste Stütze der sozialdemokratischen Machtstellung in Preußen sei der Minister Severeng. 'Seine Partei bekämpfe ihn als den gefährlichsten Feind der nationalen Bewegung. Abg. Heß (Zentr.) erklärt unter stürmischer Zustimmung der Linken und der Mitte, gerade die Deutschnationalen hätten seit dem Iahre 1918 der Konsolidierung und Wiederaufrichtung deS Reiches die größten Schwierigkeiten bereitet Die vaterländischen Verbände müsse seine Partei bekämpfen, weil sie weder national noch staatserhaltend seien, während das Reichsbanner auf der anderen Seite als ein Gegengewicht und vorzügliches Abwehrinstrument gegenüber „den Störenfrieden von rechts" zu betrachten sei. Der Sturm der Deutschnationälen gegen das „System'^ Severing sei begreiflich, da dieses System den Anhängern des alten Systems die Staatsämter als Versorgungsstätten für ihre Söhne beschränkt habe. Seine Partei halte die große Koalition noch heute für das Wünschenswerteste, werde aber jedem anderen Vorschlag zur Verbreiterung der Regierungsbasis gerne nähertreten. Abg. von Eynern (Dtsch. Vpt.) unterstreicht die Aeutzerung des Abg. Dr. Leidig, Severing fühle sich mehr als Parteimann wie als Staatsmann. Das Einschreiten gegen Beamte, die sich etwas hätten zuschulden kommen lassen, erfolge in der Regel zu spät. Aehnlich sei es im Falle des Polizeipräsidenten Richter gewesen. Die Ausführungen des Ministers int Ausschuß über die Rotwendigkeit der Besetzung des Berliner Polizeipräsidentenpostens seien bezeichnend. Daraus gehe hervor, daß der Minister bei der Besetzung dieses wichtigen Postens sich habe von der Rücksicht auf die Straße leiten lassen. Die freiheitlichen Gesetze müßten auch den rechtsgerichteten Organisationen gegenüber Anwendung finden. In der Kriegsschuldfrage nehme der Minister durch den Schuh französischer Ver- sammlungsrcdner ä la Basch durch das Reichsbanner nicht die deutschen Interessen, sondern die der Entente wahr. Der Redner verlangt eine wahrheitsgemäße Erklärung von Severing, aus welchem Grund die Ernennung des aus dem Beleidi^ungspro eß ter Mag e mrger R chter des Ebert-Prozesses her bekannten Vorsitzenden des Republikanischen Richterbundes Landgerichtsrat Crone r zum Oberverwaltungsgerichtsrat erfolgt sei. Vermutlich solle das eine Art Belohnung für die bewiesene zuverlässige republikanische Gesinnung sein. Die Schonung der Gefühle der Volkskreise, die in der schwarz-weiß-roten Flagge ein hohes Symbol der einstigen Macht und Größe Deutschlands sähen, sollte auch einem republikanischen Minister nicht schwer werden. Abg. Riedel (Dem.): Die Mißtrauensanträge gegen den Minister Severing könne man als nichts anderes auffaffen, wie als Anträge zur Auflösung des Landtags. Seine Partei stehe geschlossen hinter dem Innenminister Severing. Jnnenminifter Severing Gegenüber den erhobenen Vorwürfen bezüglich des Optantenlagers in Schneidemühl habe er ein gutes Gewissen und könne schweigen. Wenn gewisse Maßnahmen nicht richtig waren, so sei das nicht zurückzuführen auf das Innenministerium, sondernt auf ganz andere Stellen Er erkenne an, daß in Schneidemuhl auch der Landbund sein Möglichstes an Hilfeleistung getan habe, neben anderen Stellen Ton den anderen Stellen müße er besonders amerikanische erwähnen, die mit Geld und Raturalien geholfen hätten. In Schneidemühl seien jetzt noch 930 Optanten und über 400 Verdrängte. Zum 1. Rovember sei etn weiterer Schub zu erwarten. Es set wahrscheinlich. daß noch 1500 Personen im Lager Aufnahme finden müssen, die Grundbesitzer sind und es sei noch manche Klage zu erwarten, ohne daß man etwas dagegen tun kann. In diesen Tagen der Armut habe ich als Kommunalminister die Verpflichtung, nicht zuzulassen, daß alles zu Lasten des Staates und nicht auch des Reiches geht. Den Reichskanzler Luther schätze ich als aufrechten und erfahrenen Mann. A^r darum kann ich auch nicht alles als Evangelium ansehen, was er seinerzeit als Reichsfinanzminister zur Begründung seines Standpunktes über die Belastung zuungunsten der Gemeinden gesagt hat. Ich habe dem Kritische Lage in Locarno. Der Kampf um die „Nebenfragen" und den Ostpakt. Locarno, 15. Oft (WTD.) Heute abend fand eine Besprechung zwischen -dem Reichskanzler Dr. Luther, dem Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann, dem Außenminister D r i a n d, dem englischen Staatssekretär des Auswärtigen Chamberlain und dem belgischen Außenminister Vandervelde statt. Cs wurden in etwa dreistündiger Aussprache die im Zusammenhang mit dem westlichen Sicherheitspakt stehenden allgemeinen Fragen erörtert. Rach der Besprechung ist ein völliger Llmschwung der Lage einge- treten, da von deutscher Seite die sogenannten Rückwirkungen, nämlich der ganze Komplex der Rheinlandfrage mit allem Rachdruck in den Vordergrund gestellt war. Die Konferenz ist damit in ein Stadium eingetreten, dessen außerordentlicher Ernst auch von amtlicher Stelle nicht mehr bestritten wird. Die deutsche Delegation kennzeichnet die Situation, baß sie „keine Krise, kein Bruch", daß aber Im Augenblick kein Ausblick auf eine befriedigende Lösung vorhanden sei. Br ian d erwiderte auf Fragen der Iourna- listen: „Wir sind noch nicht fertig." Die Rheinlandsorderungen sind in den persönlichen Besprechungen noch nicht ae* nügend geklärt. Frankreich versucht natürlich eine dauernde Dölkerbundkontrolle im Rheinland durchzüsehen, aber selbstverständlich ist jede neue Kontrolleinrichtung in einem Augenblick überflüssig und geradezu provozierend, in dem angeblich das große Werk der Friedenssicherung durch Verständigung vollbracht werden soll. Reben der Frage der Räumung Kölns, der Verminderung der BesahungstrUppen und Abkürzung der Fristen im übrigen Rheinland spielt auch die Frage des Verkehrs im Rheinland, dabei namentlich die Freiheit in der Luft eine wesentliche Rolle der Besprechungen. Unter allen Umständen muß jetzt endlich das EntwafsnungSproblem in einer Weise geregelt werden, die ihrer ewigen Verwendung als Vorwand durch die Franzosen ein Ende macht In den Besprechungen dürfte wohl von deutscher Seite auch darauf ßingetoiefen worden sein, daß die Abrüstungsfrage doch in einem allzu krassen Mißverhältnis zu dem steht, was man immer von Deutschland verlangt, und daß es nun allmählich Zeit wird, die einteilige in die allgemeine Entwaffnung zu überführen. Diese Lebensfragen bilden immer den eigentlichen Schwerpunkt der ganzen Konferenz. Trotz der Schwierigketten, die auf diesem Gebiete noch immer bestehen, wird die Lage auch am Donnerstag recht optimistisch beurteilt und mit einem Konferenzabschluß am Samstag abend gerechnet. Man wird dann den Sonntag vielleicht noch zu den Abwickelungs- arbeiten und einer Abschlußveranstaltung der Konferenz gebrauchen und am Llbend die Heimreise antreten können. Die juristischen Delegierten berieten gestern über den Ostpakt. Die Verhandlungen über diese Frage stehen auf dem toten Punkt, da die Polen unter keinen Llmständen von dem Ostpalt abgehen wollen, während von deutscher unterrichteter Seite noch im Laufe des gestrigen AachmittagS bekannt geworden ist, daß die deutsche Delegatton unter keinen Am- ständen den Ostpakt abschließen werde. Man kann mit der Tatsache rechnen, daß die Haltung der Polen, die schon durch die Diskussion der Rheinlandfrage ohnehin außerordentlich krittsche Situation noch weiter kompliziert. In Konferenzlreisen wird die allgemeine Lage dahin beurteilt, daß die Konferenz durch die gestrige Debatte über die Rheinlandfragen jetzt auf Biegen oder Drechen steht, da die deutsche Delegation diese für Deutschland lebenswichtigen Fragen zu allererst gcllärt sehen will. Bei den p olni.schen Forderungen soll es sich um folgende handeln: Die polnische Delegation verweist auf die territoriale Sicher- heil, die Frankreich in dem Westpakt von Deutschland verlangt und beansprucht das gleiche für sich in bezug auf die Ostgrenze. Deutschland lehne jedoch diese territoriale Garantie unter allen Umständen ab, und die deutsche Regierung werde darin von allen Parteien ohne Ausnahme, von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken, unterstützt. Der Abschluß der Weftpafts. (In einem Teil der gestrigen Auflage bereits mitgetilt.) Locarno, 15. Oft. (TA. Funkspruch.) Die Konferenz von Locarno hat in ihrer heuttgen Vollsitzung denGesamttext des Entwurfes des Sicherheitspaktes angenommen. Darauf wurde die Frage der SchiedS- vertrage auf die Tagesordnung gesetzt. Die Vertreter Polens und der Tschechoslowakei wurden eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen, um den Bericht der RechtSsachverstän- dlgen über ihre Arbeiten hinsichtlich der Entwürfe von SchiebSverträgen zwischen Deutschland und Frankreich bezw. Deutschland und Belgien mit anzuhören. Der Text dieser Entwürfe wurde von den beteiligten Delegationen angenommen. Die Vertreter Polens und der Tschechoslowakei machten alsdann Mitteilung über den bereits vorgeschrittenen Stand ihrer eigenen Verhandlungen mit den Vertretern der deutschen Regierung über den Entwurf der Schiedsverträge zwischen Polen und Deutschland bzw. der Tschechoslowakei und Deutschland. Es wurde beschlossen, die endgültige Annahme der verschiedenen Verträge sowie die Erörterung der Frage deS Zeitpunktes der Veröffentlichung einer späteren Sitzung vorzubehalten. Die Konferenz hat beschlossen, den Sicherheits- pakl nicht in Locarno zu veröffentlichen, sondern ihn am nächsten Mittwoch gleichzeitig in allen Hauptstädten der OeffenNichkeit zu übergeben. * Die Vollsitzung fand nach anderthalbstündiger Dauer kurz nach l2Uhr ihr Ende. Als erster verließ Chamberlain mit seiner Delegation die Sitzung, dann folgte Graf Skrzynski ganz allein. Im Anschluß an die Sitzung fand noch eine kurze persönliche Besprechung statt. Die deutsche und französischeDelegationen verließen etwa gleichzeitig den Justizpalast. B e n e s ck), der als letzter aus dem Gebäude trat, äußerte sich dahin, daß die Verhandlungen einen sehr glücklichen Verlaus genommen hätten, und daß alles so gut wie fettig sei. Man dürfe hoffen, daß die Konferenz am Samstag ihr Ende erreicht haben wird. Keine Endlösung. Berlin, 15. Oft (I. U.) Die Tatsache, daß in der heutigen Vollsitzung der Gesamttext für den Entwurf eines Sicherheitspaktes angenommen ist, könnte zu voreiligen Schlüffen verleiten. 3n maßgebenden politischen Kreisen Berlins äußert man sich hierüber dahin, daß selbstverständlich in der Konferenz einmal abgestimml werden müsse, daß es sich aber bei der Annahme des Textes für den Sichecheilspakt durchaus nicht um letzte Lösungen handele. So sind 3.V. die Fragen der Schledsvertraae mit der Tschechoslowakei und polen noch ungeklärt. Es ist sogar damit zu rechnen, dah sie, besonders was Polen angeht, noch erhebliche Schwierigkeiten machen werden, ferner haben auch die fragen der sogenannten Rückwirkungen noch keine befriedigende Lösung gefunden. Von der Bereinigung dieser Fragen aber dürfte es abhängen, ob ein Sicherheitspakt zur Tatsache wird oder nicht. Auch Meldungen über einen unmittelbar bevorstehenden Abschluß der Konferenz entbehren zur Zeit jeder Grundlage. Der Abschluß der Konferenz läßt sich vielmehr erst voraussehen, wenn eine R e ge l u n g aller Fragen erfolgt ist. Die Frage der Unterzeichnung des Paktes wird erst akut, wenn sich der Abschluß der Konferenz übersetzen läßt. Die deutsche Delegation hat bestimmte Richtlinien, innerhalb derer sie sich frei bewegen kann. Ob sie die etwa zustande kommenden Abmachungen schon dort in Locarno unterzeichnet, oder ob für diese Unterzeichnung ein späterer Zeitpunkt und ein besonderer Ort, ähnlich wie bei den Abmachungen in London, vereinbart wird, steht ebenso noch nicht fest. von alliietter Seite verlautet, daß der dgent- ließe Vakt In einer feierlichen Sitzung In London nach entsprechender Vorbereitung der Vertragsmächte erfolgen soll. PainlevS zum Abschluß des Westpaktes. Paris, 15. Olt. (WTB.) Heule mittag wurde Ministerpräsident Painlevö telephonisch von Außenminister Briand über den glücklichen Ausgang der seit zehn Tagen in Locarno geführten Verhandlungen benachrichtigt. Rach Empfang dieser Rachricht erklärte Painlevö, daß dieser Tag ein historisches Datum darstelle und er so ort ie.n Außer mi ifter die Glückwünsche der Regierung anläßlich des rheinischen Sicherheitspaktes übermittelt habe. Gr könne hin- zufügen, daß die Verhandlungen über den Abschluß der Schiedsgerichtsverträge zwischen der Tschechoslowakei, Polen und Deutschland auf gutem Wege seien. Ministerpräsident Pain- lette empfing den Generalsekretär Massiglie, der im Auftrag Briands aus Locarno den Text des rheinischen Sicherheitspaktes dem Ministerpräsidenten überbracht hat. Painleve und die übrigen französischen Minister werden ihn noch heute abend prüfen. Ebenso wird der Text heute abend in London den Ministern vvrliegen. Mussolini in Locarno. Locarno, 15. Oft. (WTB.) Heute nachmittag 4,10 llhr ist der italienische Ministerpräsident Mussollni in Locarno eingetroffen. Er stieg ht der Villa des früheren itallenischen Konsuls Sarteilt ab, dessen Sohn als öeteetär der Faschistischen Partei in Italien lebt und Mussolini nahe steht. Mussolini hat die Reise von Mailand, wo er heute vormittag eingetroffen ist, mit Automobil und Motorboot bis Dttfago und die letzte Strecke bis Locarno wieder im Automobil zurückgelegt. In Mussollnis Begleitung reiste der italienische üntetRaat5iefre<är für Aeußeres Grandv. Mussolini wurde von dem itallenischen Hauptdelegierten S c i a l v j a vor der Villa begrüßt. Zu seinem Empfang ßatten sich vor dem Garten der Villa viele Landsleute Mussolinis eingefunden. Kurz nach der Ankunft Mussolinis stattete der englische und gleich darauf der französische Außenmin ist er 6em Ministerpräsidenten einen Besuch ab. Mussolini erwiderte die Besuche sogleich. Dann fand zwischen dem tschechischen Außenminister Be° nesch und Mussollni eine Unterredung statt. Pressebankett in Locarno. Eine optimistische Rede Chamberlains. Locarno, 15. Oft. (TU.) Zu Ehren der HaupÜ>elegierten der an der Konferenz in Locarno beteiligten Mächte veranstalteten die Iournalisten der Weltpresse unter Führung der Vereinigung der beim Völkerbund beglaubigten Iournalisten etn Frühstück. Erschienen waren u. a. von der deutschen Delegatton Reichskanzler Dr. Luther, Reichsaußemntnister Dr. Stresemann, StaatssÄretär v. Schubert. Die Stellung deS Kanzlers als des höchsten Delegietten! kommt bet dem Essen dadurch zum Ausdruck, daß er den Ehrenplatz neben dem Vorsitzenden der Gastgeber eingenommen hat. Gegen Schluß deS Banketts erhob sich der englische Außenminister Chamberlain zu längeren, in französischer Sprache vorgetragenen Ausführungen, die er offenbar improvisierte. Er betonte, daß er namens des Reichskanzlers und fünf Außenministern spreche, obwohl er dazu nicht befugt fei. Er dankte zunächst der Weltpresse für die unter besonders schwierigen Verhältnissen geleistete Mitarbeit: die Konferenz neige sich ihrem Ende, das alle erhofften und dem man häufig durch Pessimismus und Optimismus hindurch zugesteuert sei. Ich glaub?, daß ich die Gefühle aller meiner Kollegen ausspreche, wenn ich sage, daß wir überrascht waren, zu sehen, wie viele Schwierigkeiten verschwanden gleich den Wollen in der letzten Rächt, die dem glorreichen Sonnenlicht weichen mußten. Die Vereinbarungen, die nach der endgültigen Verwittlichung mit nach Hause genommen werden sollten, seien keineswegs derTriurnph einer Partei gegenüber den anderen. Wenn auch nur im geringsten dieser Verdacht möglich war, so könne man nicht von einem Akkord sprechen, sondern müsse von einem Descrkkord sprechen. Die Beziehungen, die hier zwischen den Vertretern der Mächte die sich hier erftmalig zusammengefunden hätten. Reichskanzler schon kürzlich gesagt, daß seine Auffassung unter keinen Umständen richtig wäre und ich habe den Eindruck, daß er daraufhin seinen Standpunkt in ganz wesentlichen Punkten geändert hat. Der QTbg v. Eynern hat meine Grundsätze in der Personalpolitik bemängelt. Ich kann nur zum Schluß feststellen, daß ich es für notwendig halte, alle politischen Parteien, die am Aufbau des Staates Mitarbeiten wollen, an der Verwaltung des Staates zu beteiligen. Seit dem 1. Ianuar bis jetzt sind 26 Landräte neu ernannt worden. Davon sind 24 vorgebildete Verwaltungsbeamte und zwei Außenseiter. Der eine Außenseiter ist ein früherer aktiver Major, der andere ein früherer Redakteur Fisch, der in der Rechtspresse als Matrose bezeichnet worden ist. Der Minister bestreitet dann, die Ostjuden hemmungslos hereingelassen zu haben . Die Aufnahmebestimmungen über die polnischen Arbeiter seien von Iahr zu Iahr durchaus nicht milder geworden. Auch habe er nicht der Meinung Ausdruck geben wollen, als sei die Landwirtschaft in der Lage, eine allgemeine Erhöhung der Löhne eintreten zu lassen. Er habe die Auffassung, daß mit einem Programm die wirtschaftlichen und politischen Schäden nicht geh:ilt werden können. Richt die Ankündigung von Maßnahmen, sondern Männer seien not. Wenn keine Schlacken mehr aus dem Wege zu räumen seien, wenn wir wirtschaftlich und politisch kvnsolidiett seien, dann sei er bereit, auch die einzelnen Dünkte eines Programms zu entwerfen und sich für ihre Ausführung cinzusetzen. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Dr. Klamt (Wittsch.Vgg.) betont, daß eine Aenderung der Haltung seiner Fraktion gegenüber dem Innenminister zur unerläßlichen Voraussetzung eine völlige Aenderung in seiner Amtsführung habe. Don Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit könne der Mittelstand nichts merken. Grundsätzlich stimme seine Fraktion dem Mißtrauensantrage zu. Rächste Sitzung Freitag mittag 12 älhr. Regierung zu unterstützen, die fest entschlossen ist, das Kartellprogramm ohne Schwäche durchzuführen. reits das neue Tiefdruckgebiet folgt, das unS Set südlichen Winden zwar etwas höhere Temperaturen, doch spater erneut Niederschläge bringen dürfte. Einheitsfront der deutschen nationalen Parteien in Böhmen Prag, 15. Oft. ($11.) Rach den Absagen der deutschen Sozialdemokraten an die übrigen Ernste Lage in China. Neuhork, 16. Ott. (TU.) Nach Meldungen aus Schanghai spitzt sich die Lage in China immer nrehr zu, so dos; bereits in den nächsten Tagen mit einem offenen Ausbruch der Feindseligkeiten gerechnet wird. Der Gouverneur von Tschekiang steht mit seinen Truppen vor den Toren von Schanghai und nimmt gegen die Stadt eine drohende Haltung ein. Sn Schanghai herrscht große Bestürzung, da man stündlich einen Angriff gegen die Stadt befürchtet. Die Fing-Tien und Tsche-Kaing-Truppen. die das Hinterland von Schanghai beherrschen, haben begonnen, sich die Eisenbahnlinien entlang zurückzuziehen und treffen Vorbeugungsmaßnahmen gegen einen möglichen Qtngriff auf die Eisenbahn zwischen Wu-Si und Fing-Tien. Aus Sun-Kiang wird eine allgemeine Mobilmachung gemeldet. Aus verschiedenen Städten treffen Nachrichten über Ausschreitungen der Truppen und gewaltsame Pressung zum Heeresdienst ein. Der Hafenmeister von Hongkong gibt bekannt, daß die Kantoner Behörden in der Nahe der Küstenbefestigungen Minen gelegt haben und daß daher die Schiffe bei der Fahrt durch die Minenfelder sich besonderer Lotsen bedienen müssen. Ende des diesjährigen Marokkofeldzuges. Paris, 15. Ott. (Wolff.) Havas meldet aus Fez, daß alles darauf Hinweise, daß die militärischen Operationen großen Stils gegenwärtig als abgeschlossen angesehen werden könnten. Die Franzosen richteten sich an den von ihnen besetzten Punkten ein. Die Organisation von Etappen und die Besetzung der Nordfront werde intensiv betrieben. Marschall Petain werde demnächst nach Frankreich zurücklehren, und über die gegenwärtige Lage Bericht erstatten. Ein Teil bed Generalstabes des Oberkommandos sei nach Rabat verlegt worden. Es sei möglich, daß im Laufe des Winters einige weniger wichtige Einzelunternehmungen an.schonen Tagen unternommen würden. Die spanischen Wteilungen sind im Frontabschnitt von Alhucemas etwas weiter vorgerückt, um die Front zu befestigen. Man erwartet, daß die Spanier an der Küste gegen Sidi Driß und gegen Arau vorrücken werden, um auf diese Weise eine direkte Verbindung mit Melilla herzustellen, so daß sie dann diesen ganzen Küstenabfchnitt beherrschen würden. - , Das Fallgebiet ist über Finnland im Ab- dolfe begriffen. Wir liegen zur Zeit in einem Zwifchenhochgeteet, dem westlich von Srland be- Ausschuß für die Redaktion der Kongreherklarung hat folgendes Kommu- nrqutz angenommen: Die Kommission nimmt einmütig zur offiziellen Erklärung die von Herriot SSFTJ*** «n. Die scheM H?r- Vertrauen und überläßt eS Ä' 4U BeUt!SlIern' dB im Laufe der Arbeiten ^^ugresses seine Erklärung nach gewissen Punkten noch ergänzt werden kann. Die Abaeord- yeten der Partei werden aufgefordert, nur eine -------- uic e» erauo - ga&c des Geldes Einem Schaffner wurde mtt einem Messer der Tragriemen der Geldtasche durchschnitten, weil er mit der Herausgabe des Geldes zögerte. Die Täter entkamen unerkannt. Welrr Zunächst wenig veränderte Wetterlage, später etwas aufklarend und milder. entstanden seien, sollten zu einem wechselseitigen Hebereinkommen auf dem Fuße der Gleichberechtigung führen. Man werde in der nahen Zukunft ihre Rückwirkung in den Beziehungen der Völker erkennen. Die Konferenz von Locarno werde nicht den auferlegten, sondern den von allen gebilligten Frieden bekunden, der den Völkern jene Erleichterungen bringen werde, deren sie nach den jahrelangen furchtbaren Opfern und Lasten so sehr bedürften. Auswirkungen von Locarno? Köln, 15. Ott. (WB.) Wie der Berichterstatter der ..Kölnischen Zeitung" in Locarno aus bester Quelle erfährt, fand zwischen Dr. S t r e s e m a n n n und Außenminister D r i a n d eine Unterredung statt über die Angelegenheit des durch das Kriegsgericht in Bonn verurteilten Reichswehrangehörigen Bührig, der zu einem 3ahr Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. weil er ohne die für die Angehörigen der Reichswehr notwendige besondere Erlaubnis das besetzte Gebiet betreten hatte. Dr. Stresemann wies darauf hin daß ein derartiges Vorgehen der Desatzungsbehörden nicht mit dem Geist der Verhandlungen in Locarno vereinbar sei. Der französische Außenminister teilte Dr. Stresemann nunmehr mit, daß er aus Paris einen Bericht eingefordert habe und daß die Begnadigung des Verurteilten erfolgen werde. Aus aller Wett. Indienststellung dcsKreuzers „Emden" Wilhelmshaven, 15. Ott. (LU.) Der Herne Kreuzer „Emden", der am 6. Januar ds. 3S. vom Stapel gelaufen ist, wird am heuttgen Tage in den Dienst gestellt. Die Indienststellung wurde eingeleitet durch einen Gottesdienst, an £>em sich eine Ansprache des Kommandanten. Kapttan zur See Förster, an die Besatzung anschloß. „Emden" ist der erste neue Kreu- »er der Reichsmarine. Als Nachfolger der ai^ dem Krieg bei Freund und Feind rühmlichst bekannten .Emden" führt das Schiff am Bug das 1914 der alten „Emden" verllehene eiserne Kreuz. Anschließend an die Ansprache deS Kommandanten fand die Flaggenset- zung unter militärischer Parade der Besatzung statt. Reichspräsident von Hindenburg übermtttelte an den Chef der Marineleitung und das Schiff telegraphisch seine Glückwünsche. Der Düsseldorfer Gemäldediebftahl- Prozeh. Wicklung und seinen wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen gebührt. In dieser Zuversicht bitte ich Sie, meine Herren, unseren Willkominengruß zusammenzufassen in den Ruf: der Herr Reichspräsident, er lebe hoch! Reichspräsident v. Hindenburg erwiderte hierauf: Herr Ministerpräsident! Für den Willkommengruß, den Sie namens der Sächsischen Regierung an mich richten, danke ich Ihnen aufs herzlichste. Sachsen ist ein Mittelpunkt der deutschen Wirtschaft, ein Zentrum industriellen Schaffens, und so tritt heute die Sorge, die das deutsche Wirtschaftsleben gegenwärtig belastet, mir hier in besonderem Maße entgegen. Sie dürfen versichert sein, daß die Notlage der deutschen Wirtschaft Gegenstand ständiger und ernstester Aufmerksamkeit der Reichsregierung und ihre Besserung eine der ersten Aufgaben des Reiches ist. Aber es bedarf der Anspannung aller Kräfte in Reich und Ländern, um in friedlichem Wettbewerb der deutschen Arbeit freie Entfaltung und dem deutschen Arbeiter ständige und lohnende Beschäftigung zu verschaffen und zu erhalten. Gerade hierbei zeigt es sich, daß das Reich, unser gemeinsames Vaterland, allen seinen Stämmen und Ländern Rückhalt und Kraft gibt, und daß wir nur geschlossen, nur im Ganzen stark genug sind, um außerordentliche Nöte und Krisen zu überwinden. Und zu dieser Stärke gehört auch ein zweites: die innere Einigkeit im deutschen Volke, das Gemeinschaftsgefühl, das über Parteien und Interessen stehen muß! Deshalb begrüße ich dankbar die Worte, die Sie, Herr Ministerpräsident, über die Notwendigkeit des Ausgleichs der politischen Gegensätze sprachen, der Voraussetzung und Grundlage jedes Aufstiegs ist. Wir bekennen uns alle zum Glauben an Deutsch- । lanö und seine Zukunft: lassen Sie uns auch jur ] T a t bekennen, die im Bewußtsein der Gemeinschaft handelt und unter Ueberwindung des Gegensätzlichen die Einigung schafft, der wir so dringend bedürfen. Dann wird uns allen hoffentlich eine sorgenfreiere Zukunft werden, die auch dem Lande Sachsen, das im besonderem Maße die Nöte der letzten Jahre getragen, eine glücklichere Entwicklung bringt. Mit diesem Wunsche trinke ich auf das Wohl Ihrer engeren Heimat: Sachsen hurrra, Hurra, Hurra! . Nachdem im Anschluß an die Tafel der Reichspräsident und die Gäste noch in zwangloser Unterhaltung zusammengeweilt hatten, wurde eine Rundfahrt i Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. Oktober 1925. Ausstellung „Mutter und Kind". Sn einem einleitenden Vortrag zu der Ausstellung „Mittler und Kind" sprach der Direktor der Universitäts-Frauenklinik Prof. Dr. von S a s ch k e im Großen Hörsaal der Universität über das Thema „Mutter und Kind". Der Redner griff aus dem reichen Stoffgebiet zwei. Fragen zur Erörterung heraus, die er als die wichtigsten ansähe: Die Grundlagen der Pflege um) Ernährung des Neugeborenen und Säug- lings. Zunächst stellte er die wichtigsten Erfordernisse einer rationellen Neugeborenen- und Säuglingspflege dar. Cs wurde vor allem die Notwendigkeit einer entsprechenden Wärmepflege bei dem iahen liebertritt des Neugeborenen aus dem schuhenden Mutterschoß betont, freillch auch vor lleberhihung gewarnt, im Anschluß daran das Nötigste über zweckmäßige Kleidung und Bettung des Neugeborenen und Säuglings mit- geleitt. Dor häufig zu beobachNln-en Fehlern in dieser Hinsicht wurde gewarnt, ebenso vor dem noch immer viel angewandten .Mundauswischen", das bei dem zahnlosen Säugling ebenso gefährlich wie sinnlos sei, da durch die reichliche Speichelsekretion die Mundhöhle des Säuglings von selbst in vollkommenster Weise von anhaftenden Milchresten gereinigt würde Sm Hinblick auf die Gefahren der Nabelinfektion wurden ganz kurz die Grundprinzipien der aseptischen Nabelpflege erörtert. Sm zweiten Teil seines Vortrages entwickelte Redner die Grundlagen der Ernährilng des Neugeborenen und Säuglings. 11. a. schilderte der Redner kurz die prinzipiellen Unterschiede zwischen natürlicher und künstlicher Ernährung. Besonders unterstrich der Redner die Tatsache, daß selbst die kürzeste Zeit natürlicher Ernährung für das Kind von unschätzbarem Werte fei, und daß auch diejenigen Frauen, die vielleicht nicht imstande wären, ihr Kind sechs Monate lang ausreichend zu stillen, wenigstens dem Kind alles an Muttermilch zur Verfügung stellen müßten, was sie zu leisten vermöchten. Sm übrigen betonte Redner nachdrücklich, daß etwa drei Viertel aller Frauen ausreichend stillfähig seien und daß durch eine rationelle Brustpflege auch eine zunächst minder- toertige Brust zu höherer Leistung gebracht werden könne, wie an dem Beispiel an der Heranzüchtung von Ammen klargemacht wurde. Rach kurzen Bemerkungen über einige Grundfragen üoer Stilltechnik, Zahl und Verteilung der einzelnen Mahlzeiten beim Kinde, schloß der Redner mit einem Appell an die Frauenwelt, diesen Mutterpflichten sich nicht zu entziehen, zumal die Zukunft Deutschlands wesentlich abhänge von der Kraft und Gesundheit seiner Bevölkerung. Am Mittwochabend hielt im Großen Hörsaal der Universität Medizinal-Rat Dr. Wal- ger einen Vortrag über das Thema: „Geschlechtskrankheiten und Alkohol". Der Redner bemerkte eingangs, daß er in Anbetracht der Weite des Gebietes nicht auf Einzelheiten eingehen könne und sich darauf beschränken müsse, einen Ausschnitt darzulegen. Er erläuterte zunächst die Art der Fortpflanzung. Sm weiteren kam der Redner auf den Geschlechtstri^ zu sprechen, der beim Menschen, im Gegensatz 3um Tiere, frei ist Aus dieser Freiheit des Geschlechtstriebes erwächst dem Menschen einerseits eine große und heilige Verantwortung, sich seiner Würde bewußt zu bleiben, anderseits liegt hierin die Ursache der großen Verwüstungen, die die Geschlechtskrankheiten Hervorrufen. Grundsätzlich ist hier vorweg zu bemerken, daß diese Krankheiten heilbar sind. Voraussetzung ist natürlich, daß man frühzeitig einen erfahrenen Facharzt zu Rate zieht. Vor den Kurpfuschern sei nachdrücklich gewarnt. Hier gilt es besonders für Eltern und Erzieher, dahin zu wirken, daß sie sich das Vertrauen der ihnen cmt>ertrauten Sugend in solchen Fällen sichern. Als allgemeine Vorbeugemittel seien hier genannt. Das Betreiben eines gesunden Sports und das Fernhalten von schlechter Lettüre und leichtsinnigen Kameraden. Anschließend behandelte der Redner die einzelnen Arten der Geschlechtskrankheiten und erläuterte eingehend die Art der Übertragung, bie ersten Anzeichen und ihre Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Der zweite Teil der Ausführungen galt dem Hauptschrittmacher der Geschlechtskrankheiten, dem Allohol. Der Vortragende betonte hierher ausdrücklich, daß er nur von dem gewohnheitsmäßigen Lllkohol- mißbrauch spreche, und schilderte eingehend feine Folgen, die in Schädigung des Nervensystems. Herabminderung der Denkfähigkeit, Arbeitsunlust und vielen anderen bestehen. 2hLch das beste Erbgut, das manchem Süngling a/,ä dem Elternhaus mitgegeben wurde, feine Gesundheit, wird durch diese unheilvolle Krankheit untergraben. Diese Ausführungen wurden an Hand einiger Tabellen, auf denen die Wirkungen des Alkohols bildlich dargestellt waren, treffend vor Augen geführt. Das Thema „Geschlechtskrankheiten und Alkohol" zusammenfassend beantwortete der Redner noch die Frage: „Was sollen wir tun, um diesem üebel abzuhelfen?" Wir müssen beim Kinde anfangen und ihm auf die Frage übet das Woher keine Märchen erzählen, sondern ihm eine bestimmte, dem kindlichen Verständnis entsprechende Antwort geben und so vermeiden, daß es genötigt ift, sich beim Kameraden oder der Kameradin eine Antwort zu holen. Bezüglich des Allohols ist bei den Kindern Enthaltsamkeit empfehlenswert .Eine weitere Frage lautet: „Sft die Enthaltsamkeit für die Gesundheit des jungen Mannes schädlich?" Dieses Vorurteil wird heute von allen maßgebenden Fachleuten verneint. Als Beweis hierfür sei erwähnt, daß im Weltkriege Hunöerttausende von Männern in den Gefangenenlagern aller Länder Cuthaltsamkeit üben mußten, ohne nachweisbare Schädigung ihrer Gesundheit. — Der ausgezeichnete Vortrag fand bei den Zuhörern dankbare Aufnahme. Bornotizen. unternommen, auf der der Reichspräsident von dem überall sich zahlreich eingefundenen Publikum stürmisch begrüßt wurde. Die Rundfahrt endete am Opernhaus, vor dem sich eine dichtgedrängte Menschenmenge aufgestellt hatte, die trotz des eiskalten Westwindes geduldig war- iete. Kurz vor 5 Uhr erschien der Reichspräsident. Die Menge begnügte sich nicht mit der tunen Voibeifahrt. so daß Hindenburg dem Druck der Menge nachgab und mit einigen Herren seiner Umgebung auf dem Balkon erschien. Sm Opern- baus hatte Ministerpräsident Held zu einem Empfang im Foyer geladen. DaS Gesamt- mmiltenum, an feiner Spitze Ministerpräsident Held, empfing und begrüßte die Ankommenden. Man sah zahlreiche hohe Staatsbeamte, die Generalität der Reichswehr, geführt vom Landeskommandanten Generalleutnant Müller, Oberbürgermeister Blühe, Vertreter der Landwirt, schäft, Sndustrie, Handel, Beamte der Arbeiterschaft, Wissenschaft und Kunst. Sm Opernhaus tourben dann als Feftvorstellung einige Akte des Freischütz" gegeben, worauf der Reichspräsident sich zur Abreise auf den Neustädter Bahnhof begab. Hier zog ein starker Zug der Sportler ,md Sportlerinnen aus dem Gau Obersachsen an dem Reichspräsidenten vorbei. Unter nicht enden- wollenden Hochrufen der Menschenmenge begab ttch der Reichspräsident mit seiner Begleitung Oem Dateisteig wo der Zug fahrplanmäßig <25 Uhr nach (Berlin abfuhr. Der Reichspräsident in Dresden. Besuch der sächsischen Staatsregieruug. Dresden, 15. Ott. (£11) Reichspräsident v. Hindenburg ist mit seinem Gefolge mit dem fahrplanmäßigen V-Zug gegen 11,30 Uhr hier eingetragen. Das Wetter ist regnerisch, trübe, kalt und stürmisch. Trotzdem zeigen die Straßen der inneren Stadt einen besonders lebhaften Verkehr. Die Häuser namentlich der vorn Reichspräsidenten zu passierenden Straßen prangen in reichem Flaggenschmuck. Die alte Reichsfarbe schwarz-weih-rot, die sächsische und die Dresdener Farbe, zu denen sich namentlich an behördlichen Gebäuden die schwarz-rot-goldenen Farben gesellen, bieten einen prächtigen Anblick. Auch die Vorstädte, selbst die, die zum überwiegenden Tell von Arbettern bewohnt sind, grüßen den Reichspräsidenten mit Flaggenschmuck. Schon kurz nach 9 Uhr sieht man Schulkinder in geschlossenen Reihen zur Spalierbildung anmarschieren, und 'die Mitglieder vaterländischer ^Bereinigungen treffen sich an ihren Sammelplätzen. 2ttif dem Bahnhof zieht die Ehren kompagnie, gestellt vom 1. Säger- Bataillon des Snfanterie-Regiments 10, auf. Auf dem rechten Flügel der Ehrenkompagnie haben die unmittelbaren Vorgesetzten, auf dem linken eine Abordnung der ehern, sächsischen Armee, Armeeführer, kommandierende Generäle und solche Offiziere Aufstellung genommen, die in persönlicher Beziehung zum Reichspräsidenten gestanden haben. Die Garnison Dresden bildet auf dem Wiener Platz Spalier. Auf dem Bahnhof hatten sich zu feiner Begrüßung die Mitglieder ter sä chs i sch en Regierung mi tbem Ministerpräsidenten Held an der Spitze, die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und Körperschaften eingefunden. Nachdem dem Reichspräsidenten verschiedene Herren vorgestellt worden waren und er die Begrüßungsreden entgegengenommen hatte, schritt er die Front der Ehrenkompagnie ab und fuhr bann im Auto durch dis von einer dichten Menschenmenge besetzten Straßen. Ueberall rief fein Erscheinen . stürmische Huldigungen hervor. Leider setzte bei der Abfahrt vom Bahnhof ein starker z Schneesch aper ein. Die Fahrt ging nach dem Ministerialgebäude. Vor und hinter dem Auto ritt eine Reiterschwadron des Reiterregiments Nr. 12. Sm Ministerialgebäude fand die Vorstellung der Staatsminister und der Ministerialdirektoren und anschließend eine Besprechung und persönliche Aussprache statt. Bald nach 12 Uhr stattete der Reichspräsident dem Landtagspräsidenten im Landtagsgebäude einen Besuch ab, wo auch die Frakttonsvorsihenden des Landtages dorgestellt wurden. Anschließend daran begab er sich zum Besuch der Städtischen Kollegien inS Neue Rathaus, wo ihn Oberbürgermeister, Stadtverortee'envorsteher und die Vertreter der Städtischen Kollegien willkommen hießen. Ein Lundgang durch die Festräume des Rathauses schloß sich an. Sm großen Saal des Rathauses trug der Kreuz-Chor eine Motette vor. Hierauf fuhr der Reichspräsident, überall von der Menschenmenge auf das lebhafteste begrüßt, nach dem Hotel Bellevue, wo um 1 Uhr ein vom Ministerpräsidenten gegebenes Frühstück flattfanb. Wahrend der Tafel begrüßte Ministerpräsident Held den Reichspräsidenten mit folgender Ansprache Hochverehrter Herr Reichspräsident! Sm Namen der Sächsischen Regierung heiße ich Sie, Herr Reichspräsident, herzlich willkommen. Daß wir Sie heute als höchsten Vertreter unseres auf neuer Grundlage aufgebauten ?eu^eS begrüßen dürfen, darf ich als ein Symbol dafür auftassen, wie sehr sich unsere innerpolitischen Zustände nach lan- ger Zerrissenheit gefestigt haben, und wenn ich dabei daran denke, wie Sie, Herr Rrichspräsitent, während der Zeit Shrer Deichs- Prä,identschaft bemüht sind, die politischen Gegensätze auszugleichen, so können Sie des Dankes des deutschen Volles dafür gewiß fein, daß Sie d" schwere Bürde der Reichspräsidentschaft übernommen haben, um dem deutschen Dolle bei feinem Wiederaufstieg zu helfen. v » rx Qb€r auch versichert sein, daß das sächsische Volk und seine Regie- tu diesem Wiederaufbau im Bewußtsein der SchicksalSgemrinschaft aller deutschen Länder Mitarbeiten und jederzeit treu zum Reiche und seiner Verfassung stehen werden. Dir wissen uns dabei mit Shnen eins, wenn wir glauben, daß das Reich dann seine Kräfte am besten zu entfalten vermag, wenn das in der DLfchSverfassung verankerte Eigenleben ter und ihrer Länder erhalten bleibt. Werten in dieser Weise alle Kräfte unseres Pottes auf das eine Ziel unserer Wiederaufrichtung beretmgt, so wird unser deutsches Vaterland auch wieder die Stellung in der Welt erkrr^w, Me Gm nach seiner gestAchtttchm Ent„ Tages kalender für Freitag. Stadttheatei. ?V3 Uhr: „(Sin Spiel von Tod und Srete . — Ausstellung .Mutter und Kind" von 11 ipr vorm. bis 91/, Uhr abends Neue Aula: Großer Hörsaast der Universität: 8 Uhr Vortrag von Dr. Hofmann. — Lichtspielhaus, Bahnhof (trafie: „Die weihe Schwester". — Astoria-Licht- spiele: „Maciste Imperator". — Naturheilveretn. Montagabend Vortrag im Kath. DereinshcmS über „ Fehlerhafte _ dreitägiger Verhandlung wegen des Gemaldediebstahls in der Städtischen Kunsthalle ^us der in der Nacht zum 30. September 1924 aetjt Gemälde im' Werte von einer Million Reichsmark gestohlen worden waren, ver- urteiltedas erweiterte Schöffengericht den Kaus- . ~ ,------। mann Martin Derzewski aus Neusäß an ter ßeutjefcn »arteten m der T,chech°n°wakei Und Oder ,u neun Ttontien Tesan^is dte du^ch dte übrigen Parteien m ter Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden, weiter gegan- Der wegen Begünstigung angeEIagte Direktor 9^- Vertreter des Bundes der Landwirte, der Städtischen Kunstballe OTTm-tin der putschen Christlichen Sozialen Vollspartei broich, wurde maS Deutchen Demokratischen Freiheitspariei, te^ Der der Deutschen Nationa- aus Murg täuschte bri ter Ve^dluaa lm Partri und ter Deutschen Nationalsozialisti- Vergiftungsverfu?r —------ balle von den beiden Angellagten der Bei- sozraustrschen Kongretz. München, 15. Oft. (2LTB.) Aus Immen- ..Paris 16. Ott. (TU.) Herriot hat den £5." berichtet, daß nach längerem Schnee- ^LEsvzialistischen Kongreß in Nizza mit einer Ä f r rub b i e ganze All- Begruhungsrede eröffnet, in der er die Politik 1%“ * V9/„ Lr 9/?,f ette t nm ,nterlichem ^^Partei großen Umrissen schilderte. Hin» Das Thermometer zeigte sichtlich des Erfolges der auswärttgen Politik * Null. Aus K ochel wird gemeldet, sagte Herriot: „Wir behaupten, daß es die W SS? - 5 aVf den Bergen, sondern auch im \a um u ng der Ruhr war, die es uns er- ef‘n?et.retfn. ’fc 3n der Umgegend moghdjte, in Marokko einem Angrift wirksam 5 Reukirchen ist feit einigen Tagen alles bis ins entgegmzutreten. Wir erklären im übrigen aus- ^ hw mter bereift Bei 5 Grad Kälte gab es druckftch erneut im Angesicht der gesamten Welt, J prusten. öab wir keine neuen Gebietsteile beanspruchen Uni ^ute vormittag gingen leichte unb daß wir mit den gegentoärfigen ©rennen tfelbberge nieder. Frankreichs zufrieden sind." Die innerpolittsche Temperatur betrug tn der Nacht minus 7,2 Gr. f age wird, so erklärte Herriot weiter, voll- «fru^ rocrben noch etwa 5 bis 6 Grad Kälte tommen beherrscht vom Finanzproblem. Eine ^messen. Ratton, die sich verblutet hat, kann an den Ueterfall auf einen Straßenbahnwagen?""' vm^^ememsame Sache übernommenen Der- Düsseldorf. 15. Oft. (WLB) Gestern ^gründe gehen. abend kurz nach 11 Uhr bemerkt? ter SS ni8 k“ bas zukünftige Verhält- eines Straßenbahnzuges, daß die Gleise du^r ch terr?artti innerhalb des Kai'- einen langen Holzblock gesperrt wa- Mmnien soll, ist stark beseht, ten. Als das Hindernis beseittgt teerten Mte alieteÄ? öen Derhandlmigen die zehn Mit- sprangen aus dem Dunkel drei mastterie Männer Painlevs bei, die hervor und verlangten unter Vorhaltung von angehören. Der von dem Vevolvern von den Schatsnern die Heraus- 0b??a- Äühlv' As! W HS schus's P |W i‘i Eine ZsS & Kopfham tirf gesch'Ä d h'fpamite Schw ^Mden auf d hfiugä werden Ln sie eimge haben, werden gereinigt und 1 können täglich den, die QW bett. Die Derb porationen um chm über die - der, sehr instr Desliedigung a - 3“? gen im bei Zeit sind aus ( biet mehrere a mende junge L festgehasten W Wimpel M bischen Dohlsah juftänbigen M Mnöervcreimgu chen. Saß auch ähnliche Vereine. Viinpel zeigen 1 den TerorLnung anzeigen müf von Dimpeln v der DesahungLa sährden!) 0 Gegen hördlichen Reichsininister i gemein interessü Rcichsressorts gc ßanürls unb’ter holt Klage darf AmtsrÄme von stunden vicksach die auherhalb de werbsmäßig mit mit dem Aussuö schästigen. CS ! dieses Dersahrer teiligten Kreiser wird. 3m Hin die sich hieraus ungestörte Arbe dafür Sorge tix genannten Äck grundsätzlich un 2lusnahmefällv ständige Stelle toüröc, könnte i chen Erlvägungc /* 3ur : «estrigen Berich Mannerchors M: »Weite Satz diü worden. Ajchti .,Ew reichhaltige stehend aus ttren Rezitation« Jinan eigM zu ,s ?Ä Kind- ö iu der » MM OSO ’^ÄWS öaran t?nen Und ton?.Un9 und zahnlos^ °?unü. .iKsL fahren hwÄ ^widprin^^^ivn g des qZ?w Drund. lderte beSn Unb i'Snmg wlliande wären Lr te,^ib w K L Vftg SerÄ ^bner nach. imÄ;6?® grauen t£ un& Sah durch eine rafo, ’ e«e aunä(W minder. ^bracht teer, n Seidel an der §ttm< llargemacht wurde. M einige Gnmdstiw und Derteiluug der e< i Kinde, schloß der 2üm ' die Frauenwelt, bieln cht zu entziehen, zumal bk totMüdj Mnge dvn der 1 'Mer ‘SeDottetung. mh M im Trotzen hör. Mckizinol-Vat Dr. Dal« über das Thema: ,®e« iten und Alkohol', eingangs, daß er in 2nbe- Gebietes nicht aus 6injd» und sich -arnul öeschranken Sarzulegan. Sr erläuterte ForWanzuntz. 3m tt>» c aus den DeWechtStrieb i Menschen, m Tegenlar Aus dies« Freiheit des ächst dem Menschen einer- heilige Duantworlung, sich zu bleiben, anderseits liegt c großen Verwüstungen, die eiten hervvrrusen. Grund« »eg zu bemerken, daß diese sind. Voraussetzung ist na« zeitig einen erfahrenen Fach« Ior den Kurpfuschern sei t Hier gilt es besonders eher, dahin zu wirken, daß ren der ihnen anoerttcruten iflen sichern. W dlgw hier genannt Sti Detr^ Lrts und das Fernhalten e und lÄchtsimigen Karne« behandelte du Mmll dre ^ch'Lchtskrcmkheiten und er« Ä der Hebertram i und ihre Dirkunaen ganismus. Ser Mte^ alt dem litat, dem W. g ^Eher ausdruE dch MhAtSmGgen W)^ ,{, schilderte ÄL^chUbeöe Ä* ü? rde, j2111--;.ytteraraben. !>° wurden an U Alkohols ^DuxL^rLM M 'L * jefien^ , Kje Frage übet s ihm ans sondern MM aufna^61 inlbat« -** Ji’ÄS 'M»-- "SfSäs Montanaktien Gelsenkirchen 81 (Ultimo), Har- Berkin 123, Badische Anilin 125, Elberfelder bereitete. —8. 102.1* I 103,2* Börse. Berliner Damit werden LUX-Seifenflocken, die Sie bisher vor allem für wunderbare Eignung für die Haarpflege Seide. Wolle und alle feine Wäsche brauchten, in Ihrem Haushalt er* heblich vielseitigere Verwendung finden können. 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Industrieaktien: Adlerwerke Klcyer 35,75, Aschaffenburger Zellstoff 62, Dyckerhoff 34,25, Eßlinger Maschinen 38, Inag 0.44. Iung- hans 56,25, Lechwerke 70,25, Rheinmetall 26. Dörseukurfe. 76* 45,75 75* 81.5* 108* 119 18,8 35,13 76* 60.5* 72,5 | 63* 168,75* 9'.62* 73,75 65,5* 81.5* 35,75 33.75 34.5 126.5* 94,75* 103.3* 105* 102,2* SO* 7.13 73* 45,25 72* 79.25* 106* 115 18.5 34,75 74 25* 58.5* 71,62 60,25* 52.75 90 5 123.62 68,5 121.5 121 62 65 97 5* 75,75 68.62* 85,5* 35,75 33J 34,5 84.3 58 55,5 126,2* I 94* ; 103.2* I 101.2* ' pener 108 (Ultimo 108,50), Mannesmann 67,25 (Ultimo), Phönix 76,25, Rheinische Braunkohlen 315,75, Rheinstahl 60.50, Kali Aschersleben 210,50, Kali Westeregeln 126. Chemische Aktien: Anilin Berliner Handelsgesellschaft. Lollmicc;- und Prtvat-Bank Dann ft und 'Jlarionalbant . Deutsche Ban!......... Deutsche Bereinsban! .... Disconto Commandit . . . Metallbant Mitteldeutsche Lreditbcmk. . Dcsterrrichische Kreditanstalt. Wcstban! .......... Bochumer Guß...... - BuderuL . ........ Caro ............ S-Luxemburg irchcner Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte...... Oberbedarf ........ Phönix Bcrgban . Rheinstahl Riebeck Montan Lelluü Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ... Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pbilipp Holzmann...... Änglo Com-Guano .... Badische Anilin....... Chemische Mäher Alavtn » . Goldschmidt Gries! cimer Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . ..... Rütgerswerkc ....... Scheideanstalt ........ Allg. ElcktrkzitätS-Gesellschaft Bergmann ......... Maülkraftwerke ....... Schuckert Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt...... Meauin Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen .. Konservenfabrik Brann . . . Metallgesell'choft Frankfurt. Pet. Union A -G Schub'abrik Herz...... Sichel. ....... Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 15. Olt. Dec feste Verlauf des Frankfurter' 2lbendverkehrs und die günstige Kursentwicklung im heutigen Dormittagsgeschäft liehen für den offiziellen Verkehr eine wertere Befestigung der Kurse erwarten. Diese trat bei Beginn der Börse dann auch ein. Reben der Tatsache, dah im Zusammenhang mit den Prämienerklärungen anfänglich Deckungskäufe stattfanden, wirkten auch die Nachrichten über den günstigen Verlauf der Locarno-Konferenz anregend. Auch die Meldungen, dah Reichsbankpräsident Dr. Schacht gestern in Reuyork eingetroffen ist und hieran für die künftige Anleihegewährung an Deutschland Erwartungen geknüpft werden, führten zu Meinungskäufen. Die feste Grundtendenz kam vor allem im Terminhandel zum Ausdruck Montan- und Elektrowerte konnten per Ultimo prozentweise anziehen. Siemens L Halske, die gestern nachbörslich mit 81,5 gehandelt worden waren, gingen heute auf 85 hinauf. Ungarische Renten behaupteten ihre erhöhten Bortagskurse. Auch heimische Anleihen lagen freundlicher. Der Geldmarkt behielt sein flüssiges Aussehen. Tägliches Geld 8 bis 10 Proz., Monatsgeld IO1/, bis 11V. Proz. Das Devisengeschäft vollzog sich heute wesent-- ♦* Die Wahlvorschläge z u den Staötverordnetenwahlen betrifft eine wichtige Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil. •*’ Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen findet am morgigen Samstag, 17. Oktober, vormittags 81, . Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage der Oberhessischen 'Basaltwerke Ignatz Seipel in Mühlheim a. M. gegen das Kreisamt Büdingen auf Aufhebung des Polizeibefehls vom 15. Dezember 1924; 2. Anfechtung deS Beschlusses .des Gemeinderats zu Büdingen vom 7. August * 1925; hier: Beschwerde des Gemeinderatsmit- glieds H i l d n e r gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 30. September 1924; 3. Turbinenanlage des Frhrn. Georg Riedesel zu Eisenbach in Altenburg; hier: Berufungen gegen das Urteil des Kreisaus- schusses des Kreises Alsfeld vom 12. März 1925. !*! Eine Vorführung landwirtschaftlicher Maschinen fand am Mittwoch auf den Rübenfelüern des Universitäts-Versuchs- gutes statt. Es handelte sich dabei um eine neue Art der maschinellen Rübenernte nach dem Pommrcher System. Bei dieser Methode werden die Rüben -zuerst reihenweise mittels Köpsschippe oder Köpfhacke ihrer Blätter (Köpfe) beraubt; dieS geschieht durch Frauen. Dann kommt der bespannte Schwadenrechen, der die Blätter zu Schwaden auf die Seite recht, mittels des Ro^- pflugs werden die Rüben herausgeackert. Rach- dem sie einige Stunden in der Luft gelegen haben, werden sie mit einer besonderen Egge gereinigt und später verladen. Auf diese Weise können täglich rund vier Morgen geerntet werden, die Arbeit verbilligt sich um 30 vom Hundert. Die Vertreter der landwirtschaftlichen Korporationen und die zahlreichen Landwirte sprachen über die Vorführungen, denen ein einleitender, sehr instruktiver Vortrag vorausging, ihre Befriedigung aus; •* Zur Beachtung bei Wanderungen im besetzten Gebiet. Dor einiger Zeit sind auf einer Wanderung im besetzten Gebiet mehrere aus dem unbesetzten Gebiet stammende junge Leute von den Besahungsbehörden festgehalten worden, weil sie einen farbigen Wimpel führten. In einem Erlaß des Preu- tzischen Wohlfahrtsministers werden nunmehr die zuständigen Bchörden ersucht, die Iugend- und Wandervereinigungen darauf aufmerksam zu machen. dah auch Wandervögel, Pfadfinder und ähnliche Vereine, wenn sie im besetzten Gebiet Wimpel zeigen wollen, dies gemäß der geltenden Verordnung beim Kreisdelegierten vorher anzeigen müssen. (Das unangemeldete Tragen von Wimpeln würde allerdings die „Sicherheit der Besahungsarmee" in schwerster Weise gefährden!) . O G egen den Warenhandel in behördlichen Diensträumen hat sich der Reichsminister des Innern mit folgendem allgemein interessierenden Schreiben an sämtliche Reichsressorts gewandt: »Aus den Kreisen des Handels und der Handelsvertretungen ist wiederholt Klage darüber geführt worden, daß die Amtsräume von Behörden während der Dienststunden vielfach von Personen besucht werden, die ausserhalb den Behörden stehen und sich gewerbsmäßig mit dem Verkaufe von Waren oder mit dem Ausstichen von Warenbestellungen beschäftigen. Es kann dahin gestellt bleiben, ob dieses Verfahren tatsächlich in dem von den beteiligten Kreisen angenommenen Umfange geübt wird. Im Hinblick auf die Unzuträglichkeiten, die sich hieraus für den Dienstbetrieb und für die ungestörte Arbeit der Beamten ergeben, bitte ich dafür Sorge tragen zu wollen, daß Personen der genannten Art das Betreten von Diensträumen grundsätzlich untersagt wird. Rur in besonderen Ausnahmefällen, über deren Vorliegen die zuständige Stelle der Behörde zu entscheiden haben würde, könnte von den angegebenen grundsätzlichen Erwägungen abgegangen werden. •* Zur Richtigstellung. In dem gestrigen Bericht über das Sttftungsfest deS Männerchors „Harmonie-Gemütllchkeit" ist der zweite Satz durch einen Satzfehler verstümmelt worden. Richtig ist an dieser Stelle zu lesen: „Ein reichhalttges. gutgewähltes Programm, bestehend aus Gesangsvorträgen, ernsten und heiteren Rezitattonen, Theater, Tanzreigen sowie einem eigens zu diesem Fest verfaßten Prvwg, .fand reichen Beifall." Im Lichtspielhaus Bahnhof- ft raße läuft zur Zeit der Bildstreifen „Sie weihe Schwester". Der Fllm ist amerikanischen Ursprungs und wohl einer der besten, der leit längerer Zeit über den großen Teich nach Deutschland gelangte. Geschickte Regie, gute Manuskript- lich ruhiger als gestern. Die Abwärtsbewegssg des französischen Franken ist zunächst zum Stillstand gekommen. Paris lag unverändert gegen London mit 107,20. Brüssel zeigte eine weitere mäßige Befestigung. Die Reichsmark notierte in London 20,33, Amsterdam 59,22, Paris 5,28. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. zeichnen das Werk besonders aus. Die Hauptrolle I bank 137,25, Oesterreichische Creditaktien 7,15. liegt bei Lillian Gish — die auch in Deutsch- laich nicht mehr unbekannt ist — in guten Händen. | Ihr Spiel ist allerdings aus den amerikanischen Geschmack der starken Betonung (besser: Ueber- treibung) eingestellt, in einigen Szenen steigert sie das Raiv-Kindliche über Maß. Die übrigen Rollen sind ebenfalls gut beseht. Im ganzen: ein sehr beachtenswertes Zilmwerk. — Erwähnt seien noch die guten musikalischen Darbietungen der Hauskapette und der Gesangsvortrag während der Szene der .ewigen Hochzeit". —z. *• „6in Aden d im Frankfurter Rundfunks ende r". Unter diesem Motto veranstalteten die am Frankfurter Sender mitwir- kenden Künstler im Saalbau Sauer einen heiteren Sonderabend. Die Leitung lag in Händen Emil Münsters. Die Darbietungen der Künstler waren vielseitig und vorzüglich ausgewahlt. Aenne Lönhold eröffnete den Reigen mit Gesangsvorträgen. von denen besonders die Arie aus Hans Helling zu erwähnen ist. Gedichte in Frankfurter Mundart, die Hertha Münster zum Dortrag brachte, schlossen sich an. Den stärksten Erfolg des Abends tonnte zweifellos EIly Schäf er mit ihren Liedern zur Laute für sich verbuchen. Ihre Darbietungen, besonders ,Das Katzenfräulein", fanden lebhaftesten Beifall. Der erste Sprecher des Rundfunks, O. W. S t u d t m a n n, bot durch die von ihm gesprochenen Rovellen und Grotesken eine weitere wertvolle Bereicherung des Abends. Besondere Erwähnung verdient schließlich noch die musikalische Unterhaltung durch Kapellmeister Reff (am Klavier). Zusammenfassend: ein Abend, der den Zuhörern einige recht angenehme Stunden AmenkanUche 9iolen . . . .. Belgische Noten ...... Dänische Noten ...... Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten...... Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Dentsch-Ocsterr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten . Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... Frankfurter 4.192 19,04 103 64 20,26 18,93 168,25 16.55 84.76 68,94 111.97 80,6.1 60,02 12,38 5,825 Getreidebörse. Wirtschaft. *DieamtlicheGrohhandelsinde?- 8 i f f e r. Die auf den Stichtag des 14. Oktobeo berechnete Grobhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 7. Oktober (124,3) um 0,2 v. H. auf 123,1 zurückgegangen. • Die Lage der Siegerländer Industrie. In einer Dersammlung der Industrie- und Handelskammer in Siegen ist über die schwierige Lage der Siegerländer Industrie mit» geteilt worden, daß von 29 Hochöfen nur noch acht in Betrieb sind. Zwei weitere Hochöfen würden demnächst ausgeblasen werden. Eine große Anzahl Siegerländer Gruben sei bereits ftillgelegt. Weitere Detriebseinstellungen stünden bevor. . * Der deutsche K a 1 i k r e d 11 i n A m e- rila. Wie die „Köln. Ztg." zu der beabsichtigten neuen deutschen Kalianleihe in Amerika durch eine Reuhorker Funkspruchmeldung erfährt, handelt es sich um einen Kredit von 50 Millionen Dollar, der hauptsächlich dem Ausbau der beut- Kaliwerke dienen soll. Die kurzfristigen Schulden sollen in langfristige umgewandelt werden. Der Anleiheerlös werde wahrscheinlich auf die einzelnen Werke gemäß ihrer Quote verteilt werden. Dieser Kredit soll gegen eine hypothekarische Eintragung auf die deutschen Werke gewährt werden, wodurch die Grundlage für die Ausgabe von Schuldverschreibungen geschaffen werden soll. Der Ausgabekurs werde sich einschließlich aller Spesen zwischen 89 und 92 Prozent bei einem Zinsfuß von 6,5 bis 7 Prozent halten. * Gewerkschaft Friedrich Thyssen. Die Gewerkschaft Friedrich Thyssen, die zur Zeit einen zweiten Schacht in der Bergwerkskolome Beeckerwerth-Hamborn abtäufen läßt, konnte ;eht in 182.4 Meter Tiefe der neuen Schachtanlage das Steinkohlengebirge erreichen. In etwa halbjähriger Arbeit hofft sie, den neuen Schacht von der vierten Sohle zum Schacht I durchschlagen zu können. Dagegen steht der Zeitpunkt der Aufnahme der Kohlensörderiing noch nicht fest. Frankfurter Abendvörie. Frankfurt a. M., 15. Ott. Die Rachrichten aus Locarno, daß der Sicherheitspaft und die Schiedsverträge zwischen Deutschland und Frankreich und Deutschland und Belgien angenommen seien, kamen an der heutigen Abendbörse erst in vollem Umfange zur Auswirkung und führten bei großem und lebhaftem Geschäft zu erneuter scharfer Festigkeit. Die Steigerungen, die ganz bedeutend waren, betrugen am Montan- martt 1,5 bis 3 Prozent, für Elektrowerte 4, für chemische Aktien 1 und für Schiffahrtsaktien über . ca. 4 Prozent. Das Geschäft nahm infolge ungewöhnlich starker K^flust einen an der Abendbörse selten gegebenen Umsang an. Deutsche Anleihen: 5pro^«mllge Reichsanleihe ändert. Die Mendborse schloß fest und lebhaft. Deutsche Anleihen: 5prozeniige Reichsanleihe 0 0,233, Schutzgebietsanleihe 5,900. Ausländische Renten: 4prozentige Oesterreichische Iulirente 0,91, 4,5prozentige österreichische Renten von 1913 2,80, Ungarische Goldrenie 11,50, Bagdad II 6,70, Zolltürken 7,75, Türkenlose 22,25. Bankaktien: Commerzbank 94 (Ultimo), Darmstädter Bank 105 (Ultimo), Deutsche Dank 105 (Ultimo), Dis- contogesellschast 102,75 (Ultimo 103,25), Dresdner Dank 00.215. Mitteldeutsche Creditb -nk 91, Rerchs- (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 15. Oft. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 23,50, Roggen, inländischer 17,50 bis 18, Sommeraerste für Drau- zwecke 24 bis 25, Hafer, inländischer 19,50 bis 21,50, Mais (gelb) 19,25 bis 19,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 37,25 bis 37,75, Roggenmehl 25 bis 26,25, Weizenkleie 9,75 bis 10, Roggenkleie 10,50. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 15. Oft. Auftrieb: 1 Kuh, 834 Kälber, 1208 Schafe, 789 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Feinste Mastkälber 90 bis 95, mittlere Mast- und beste Saugkälber 80 bis 38, geringere Mast» und gute Saugkälber 70 bis 79, geringe Saugkälber 55 bis 65. Schafe: Mastlämmer und Mast Hümmel 45 bis 50, geringere Masthämmek und Schafe 36 bis 44, mäßig genährte Hammel unb Schafe (Merzschafe) 27 bis 35. Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 88 bis 90, unter 80 Kg. 82 bis 87, von 100 bis 120 Kg. 90 bis 92, von 120 bis 150 Kg. 89 biS 92. Marktverlauf: Kleinvieh lebhaft, norddeutsche Mastkälber über Rotiz gehandelt, Schweine bei langsamem Handel ausverkauft. ^Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Oft. Der Produllemnarkt war infolge des schwachen Auslandmarktes ebenfalls etwas schwächer. Das Inlandangebot blieb Hein. Hafer wohl angeboten, aber zu teuer, Gerste blieb ruhig, Mehl unveränderlich und Futter- artilel vernachlässigt. ES notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 212 bis 215, Weizen (Oktober) 229,50, Weizen (De'ember) 231 bis 231,50, Weizen (März) 237,50 bis 236,50, Roggen (märt) 150 bis 154, Roggen (Oktober) 167, Roggen (Dezember) 173 bis 172,50, Roggen (März) 182 bis 181,50, Gerste (märt) 210 bis 235, Futtergerste 170 bis 175, Hafer (märt) 182 bis 190, Hafer (Dezember) 187, Hafer (März) 192; pro Doppelzentner: Weizenmehl 27,25 bis 31,25, I Roggenmehl 22 bis 24,25, Weizenlleie 10,70, I Roggenkle e 8,90 biS 9,20, Diktoriaerbsen 26 bi« 31, kleine Speiseerbsen 26 bis 28, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 22 bis 25, Rapskuchen 15 bis 15,20, Leinkuchen 22, Trockenschnitzel 8,70 biS 8,80, Torfme'asse 9,50, Kartofselflocken 14,30 bis 14,60, Zucker 20,40. 76.5 | 91* 7.2 0.03 71.5* 45 38 5* 72.5* 76.4* 106* 116.75 123.5 35 73.25* 58.5 73 52 59.5* 61* 65,25 ! 53.5 | 122.25 67,5 121.5 121,62 60 64.25 90.25 96.5* .3.5 74 65, <5* 81* 35.25 33.25 25 35 Ml 95 60 24 25 4,1 80.5 56,25 66 14 Üftbr. 15 Okttr. Amtliche runa Geld Bries AwUiche Notierung Gelt» Brief flmft.« 'Jton Buen AireS | Brfs «Antw | Christiania • | »openhaoen I Stockbolm • | HclsingforS. Tratten. . I London. . 1 Nenvork . . 1 Paris. . . I Schweiz . . I Spanien. I Japan . . . I Nio de Jan I Wien in D » 1 Ceft. abgcst 1 Prag .... | Belgrad . . I Budapest. . I Bulcianen. I Lissabon . | Danzig. . . I Konstinnn. I Alben . | Lanada. . . 1 Uruguay. . 168 64 169,06 1.721 1.725 19 07 | 19,11 85.49 , 85,71 104,12 | 101. 8 112,83 l 112,61 10.55 1 10,59 16 48 । 16.52 80.308 20.358 4.195 | 4.205 18.895 । 18.935 "0 85 81.05 60.07 60.2t 1.715 ! 1.719 9 618 ! 1.620 59,13 । 59,27 12,417 . 12,457 7.455 7,475 3.875 ' 5,845 3.045 1 3,055 21 225 21.275 80 56 80.76 i, «7 : 8,38 574 | 5.76 4,195 , 4,207 4.345 1 4.255 Banknot« 168.641 1.724 10.09 I 84.9< 1 103,87 112,26 10.517 16 54 *0,305 4.193 18.93 80.875 60.15 1.715 0,599 50.13 12.42 7,455 5.875 3,0 <5 21.225 80,54 5.74 4,193 4.245 'N. 169,0« 1.728 19.15 85.21 101.13 112.54 10.587 16.58 20,355 4,215 18.97 81.066 60.31 1,71» 0.60t 59,27 12.4« 7,475 3,895 t.065 10.275 80.74 2.375 5.76 4.205 4.255 Berlin. 15 Ottbr ^ld Brief Frankfurt a.M. Berlin Schluh. stur» Schlugk. AbenS» 'ifae Datum: 14 11 15 10. | 14. 10. | 15 10. y/0 Deutsche RcichSanleihe . 4°; Deutsche Reichsanlcme . 3*/eo/o Deutsche Reichsanleihe 0 230 0.233 ü 223 | 0.2275 ■ — 0,285 1 0 285 0,2775 0 2635 0.2725 0,27 3% Deutsche Reichöanleilie . 0,46 0.46 0.475 | — Deutsche «sparprämieuan leihe — 0,1325 1.1325 4% Preußische KonsolS . . . 4°'o Hessen........... 0,25 0,25 11.26 0.26 0,25 —• 0.26 0,26 3‘/.6/* Hessen.......... 3^ Heuen........ 0 .25 0,25 0.25 0,25 — — 0,24 0.25 Deutsche Dcrtb. Tollar-Anl. 90 25 91,25 91.75 — dto. Doll.-Schay-Anweisna-*) 96,25 96 25 96.5 96,6 4% Zolltürkcn......... 7.05 7,75 39,75 7.5 7.62 5"/o Goldmerikaner..... 39 75 41,13 — Besonders preiswertes Angebot! Herren-Normalhemden ,350 mit waschechtem Einsatz Bleyle's gestrickte Knaben-Anzüge Westen und Sweater Seltersweg 52 9681a SpezlallMustBröamenbekleidung Was bieten wir? 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Betrifft: Die Stadtverordnetenwahlen; hier: Die Wahlvorschläge. Durch das neue Gesetz über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (streife und Provinzen) vom 7. Oktober 1925 find verschiedene Aenderungen ein* tzetreten. Meine Bekanntmachung vom 3. d. M. über die Einreichung der Wahlvorschläge wird daher wie folgt geändert: 1. AIS Sndtermin zur Einreichung von Mahlvorschlägen gilt nicht der 18., sondern 24. Oktober 1925. 2. Die Wahlvorschläge find nicht von 50, sondern 70 in der Wahlkartei eingetragenen Personen zu unterzeichnen. 3. BerbinbungserNärungen find nicht bis 25., sondern spätestens 28. Oktober 1925 bei mir einzureichen. 4. Die Beseitigung etwaiger Mängel in den Wahlvorschiägen ist nicht bis 1.» sondern bis spätestens zum 4. November 1925 zulässig. 5. Der Vertrauensmann ist jetzt auch zur Aenderung des Wahlvorschlags er* riketts in vorzügl. Qualität liefert von 1 Ctr. an zu Mk. 1.45, bei Abnahme von über 5 Ctr. zu Mk. 1.40 in Säcken frei Keller GleBener Kohlenkontor AHcestr. 17 H. W. Abel jr. Telefon 9 Bekanntmachung. Die Umlage zur Aufbringung der Kosten der Handwerkskammer für das Rechnungsjahr 1925 ist nunmehr festgesetzt worden. Mit Genehmigung des Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft werden außer einem Stammbeitrag von 6 Mark für jeden Handwerksbetrieb 27 Pfennig für je 100 Mark Steuerwert des gewerblichen Anlage* und Betriebskapitals erhoben. Die Zahlung der Umlage hat in 4 Zielen zu geschehen und zwar: 1. Ziel sofort, 2.-4. Ziel jeweils n der ersten Woche der Monate Dezember 1925, Februar und April 1926. Es wird dies bekanntgegeben mit dem Aniügen, daß entsprechendeAnforderungs- ; ettel den Umlagepflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt werden. 96686 Gießen, den 15. Oktober 1925. Der Oberbürgermeister: Keller. 5i6ere UW Wegen Vergrößerung meines Ladengeschäftes 0HH1 I verkaufe Ich eine komvl. 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Der Artikel 146 der Weimarer Reichsverfassung, ist, besonders in seinem zweiten Absatz, ein erst nach harten Kämpfen kurz vor Abschluß des Derfassungswerkes zustandelommenes Kompromiß zwischen den damaligen Mehrheitsparteien, also Deniokraten und Sozialdemokraten einerseits, .Zentrum andererseits, in erster Linie aber ein Erfolg der Zentrumspcrtei, die wesentliche Punkte ihres schulpolUischen Programms durchgesetzt hat. In seinen entscheidenden Sähen hat der Art. 146 folgenden Wortlaut: „Das öffentlich: Schulwesen ist organisch auszugestalten. Auf einer für alle gemeinsamen Grundschule baut sich das mittlere und höhere Schulwesen auf. Für diesen Aufbau ist die Mannigfaltigkeit der Lebensberufe, für die Aufnahme eines Kindes in eine bestimmte Schule sind seine Anlage und Reigung, nicht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung oder das Religionsbekenntnis seiner Gütern maßgebend. Innerhalb der Gemeinden sind indes auf Antrag von Erziehungsb.'rechtiaten Volksschulen ihres Bekenntnisses oder ihrer Weltanschauung ciazurichten, soweit hierdurch ein geordneter Schulbetrieb, auch im Sinne des Abs. 1, nicht beeinträchtigt wird. Der Wille der Erziehung^b?recl iglen ist möglichst zu berücksichtigen. Das Rohere bestimmt die Landesgeseh- Hebung nach den Grundsätzen eines Reichsge- setzcs." Der Rrscrentenenlwurf zum Reichsschulgeseh, der kürzlich bekannt gegeben worden ist, stellt nichts andere? als die Ausarbeitung der von der Rrichsverfasslmg gegebenen Richtlinien dar. In Verkennung dieser Tatsache schrieb dieser Tage ein Hess. Blatt, das der Sozialdemekratrie angehört: „Wir werden das widerwärtigste Schauspiel erleben, daß mindestens in protestantischen Gegenden Besitz und Christentum sich eng zusammenschließen i:n? die Armut mit Gewalt religiös expropriieren werden. Ein haßerfüllter und lediglich auf politisch reaktionäre Ziele gerichteter Geist hat diesen Gesetzentwurf geboren: ein Geist ähnlich dem jener falschen Mutter des salomonischen älrteils, ausgehend auf Zerfleischung der lebendigen Volkseinheit." Der Inhalt des Entwurfs ist zuerst dura) ein Hamburger Blatt bekannt geworden, daraufhin wurde der Entwurf veröffentlicht. In dem Artikel 5 wird erklärt, daß die Bekenntnisschulen nach dem 'Bekenntnis zu bezeichnen seien, für das sie bestimmt sind. Die gesamten Unterrichts- und Erziehungsarbeiten dieser Bekenntnisschulen müßten getragen sein vom Geiste des Bekenntnisses, für das sie bestimmt sind. Im Lehrplan sowie bei der Auswahl der Lehrer und Lehrmittel müsse gebührende Rücksicht auf die bekenntnismäßigen Gebräuche der Schulen genommen werden. Die Einführung von Lehr- und Lernbüchern für den Religionsunterricht habe im Benehmen mit der Religionsgesellschast zu erfolgen .Die Zahl der Unterrichtsstunden und der Lehrplan hierfür werde im Benehmen mit der Religionsgesellschaft festgesetzt. Lehrern, deren Tätigkeit den Vorschriften zuwider . ’, sei erforderlichen Falls der Unterricht an i er Bekenntnisschule abzunehmen. Rach § 15 des Entwurfs genügt ein Antrag, mit 40 Unterschriften von Erziehungsberechtigten schulpflichtrger Kinder zur Errichtung einer Bekenntnisschule. In Hessen lehnen alle Parteien mit Ausnahme des Zentrus den Entwurf ab. Roch in der letzten Sommertagung des Landtags, als über Schulfragen verhandelt wurde, kam diese Meinung zum Ausdruck. Aber selbst das Zentrum hatte sich mehr oder weniger mit der Simultanschule abgefunden, wenn auch eine Aeu- ßerung des Zentrumsabgeordneten Dr. Schmitt „Sei personangi in cercad’autore“ (Sechs Personen suchen einen Autor.) Pirandello in Frankfurt, Schauspielhaus. Da sitzt ein kleiner, gut aussehender Herr in der Jntendantenloge, die Hände auf die Brüstung gelegt und den Blick auf die offene Bühne gerichtet. Dann kommen Bühnenarbeiter auf die Szene und Schauspieler. Einer setzt sich ans Klavier, zwei tanzen, die legen die Mäntel ab, die plaudern. So ist man mitten im Stück. . . Der Herr Souffleur und der Direktor sind da. Das Spiel kann beginnen. Licht! Plötzlich steht da ein Mann auf der Bühne. Spricht. Stört die Probe. Spricht weiter. Wird Mittelpunkt. Mit ihm fünf Personen. Mutter, Tochter. Sohn, Junge, Kind. Ron capiseo, non capiscol Wehrt sich der Direktor. Die Tochter assistiert dem Vater, die Mutter greift ein. älnd schon spielen sie. Sich: verita, vrrita, ihr Leben. . . Wer schreibt sie zu Ende? („Ein Stück, das gemacht werden muß".) Kulissen. Tochter am Tisch. Der Vater: .Duon giontol“ — „Buon giorno.' Frage, Antwort, Schicksal liegt in dem Gruß. Die Hauptakteucs dasselbe. Mit Souffleur. Dumm, dumm, sinnlos. Lächerlich. Die Tochter lacht. Schreit: 2a verita! La verita! — Wahrheit! Das Stück kann nicht weitergehen. Madame Pace fehlt. Es ist unmöglich, ohne Madame Pace zu spielen. Die sechs Personen müssen sie haben. — Ruhe! Der Vater zwingt sie. Auffliegt die die Tür: Ein Schrei der Kommödianten. Madame Pace, aus einer dritten Welt, ist da. Zwischen hartem Wirklichkeitslicht unb_ weichem Dämmerrot reißt man ihr die Perrücke vom Kopf. Madame Paee ist Mensch. Geht- In die Debatte fällt der Vorhang. (Der kleine Herr in der Loge hängt noch immer starren Blickes an der Bühne.) Dann stehen sie wieder alle da. Szenerie wird gestellt: Brunnen, zwei Zypressen. Die Tochter ertränkt das Kind. Vater und Sohn geraten aneinander. Die Mutter leidet. Wein- krampf schüttelt die Tochter. Weiter, weiter! Ein Schuß: Der blöde Junge ist tot. Spuk? Rein, tot! — Aber das ist Wahnsinn! Die Bühne ist ja leer! Der Direktor schwankt. Wahnsinn! Halluzination: Auf dem Fetzen Horizont Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) ' ü Freitag, 16. Oktober 1925 uns.) e-s. Ein Verismus restlos gelöst, unendlich beglückend in schlackenloser Reine, lückenlos geschlossen, herrlichst auf eine kristallen klare Form gebracht. (So stark ist hier das Eisen des Stückes im künstlerischen Schaffensprozeß zusammengebogen, daß sich trotz des Symbolhaften der „Personen" die Bezeichnung rechtfertigt.) Soll man Ramen nennen? Es war eine einmalige Angelegenheit. Bleibt unwi'^-erholtes Erlebnis. Da deckt sich Schein und Sein, Rolle und Akteur. Die Tochter, d.r Vater, der Dtrektor, die Heldin. Unt> alle anderen! Zu dem Stück aber gehört der,kleine Herr in der Loge, der, die Hände auf bep Brüstung, kein Auge von seinen Gestalten läßt. Das scheint mir das Wichtigste für den Dichter Pirandello. (Er mußte sich am Schluß wohl zehnmal zeigen. Bescheiden und dankbar. Glücklich gleich dunkel triebhaft die Personen. Wohin soll das? Licht! Licht!! Licht!!! älnd mit einem Lachen ist alles wieder verschwunden, woher es kam. Woher? — ? — Der Direktor geht ab. Achselzuckend. Kopfschüttelnd. Der kleine Herr in der Loge liegt mit den Händen auf der Brüstung, starrt auf die Bühne und lächelt glücklich: Der Dichter Pirandello. und Traum, aus einer anderen, fremden Dimension. Die gefallene Perücke entkleidet sie ihres Wesens. Sie geht, fehl am Ort, davon. Don romanischer Sprechkultur können wir lernen. Schön ist, daß man nichts versteht. So wird das Wesentliche klarer. Eine Frage, eine Ditte, ein Aufschrei, ein Gewähren, Befehlen, Erdrücken, es erwachst aus der Melodie der Worte, Hingt aus der Stärke und Schwäche des Atems, erhellt aus dem Blick, steht auf aus einem Zucken um den Mund, springt aus dem Wink der beweglichen Hand.... Die Hande: Einen HymnuS möchte man auf diese Hände schreiben. Rhythmus im Sprechen der Masse: Aus ihr wächst der Träger des Wortes, in ihr versinkt er. Unb Tempo, irrsinnig, bis zur Anverständlichkeit gepeitscht von der Rot inneren Drängens. Das Stück ist: Grandiose Skizze. Glücklicher Traum eines begnadeten Dichters.^ Da stehen die Rollen, tauchen ihm aus Urgründen des Schöpferischen auf, wollen Leben, fordern ihr Stück, ihre Wahrheit, chr Dasein. Der Dichter-Direktor, Mittler zwischen Wunsch und Schein, gibt Raum zum Spiest Und die Rollen lachen über ihre Interpreten! Was wißt ihr von uns! Abklatsch seid ihr, hilflos und dumm. Wir aber sind Leben und Wahrheit. Und ach, niemand ist, der uns ins Licht erlöst. Immer noch suchen wir einen Autor (= fehlt uns der kongeniale Gestalter). Dichters Rot ist groß. Es ist, um irrsinnig zu werden. Und bei Lichte, nüchtern betrachtet: Lächerlich. Hahahaha. . . . Und die Wertung? Was hier gesagt wird, gilt nicht einmalig. Ist Schöpfer-Schicksal. Gilt immer. Wird bestehen. täten und sonstigen Hochschulen in Verbindung mit einigen großen Verbänden von Wissenschaftlern die Rotgerneinschaft der deutschen Wissenschaft mit der Aufgabe, die der deutschen wissenschaftlichen Forschung durch die wirtschaftliche Rotlage erwachsende Gefahr völligen Zusammenbruchs abzuwenden. In viereinhalbjähriger Tätigkeit gelang es ihr, mit Stiftungen des In- unb Auslandes, vor allem aber mit Hilfe deS Reiches, im Zusammenarbeiten mit den Kultusverwaltungen der Länder manchem Rot- ftanb abzuhelfen, und die Durchführung vieler Forschungsaufgaben zu ermöglichen. Die bisherige Arbeit der Rotgemeinschaft hat aber auch gerade mit voller Deutlichkeit die Lücken auf allen Gebieten der Wissenschaft erkennen lassen, die es noch auszufüllen gibt. Mit einer Denkschrift über Forschungsausgaben im Bereich der nationalen Wirtschaft, der Vollsgesundheit und des Volks- Wohls ist jüngst die Rotgemeinschaft an den deutschen Reichstag herangetretey, um Mittel für diesen Zweck zu erbitten. Die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiete der Volksgesundheit steht dabei mit in erster Linie. Willkommen ist der Rotgerneinschaft daher in diesem Augenblick die Anregung aii8 Kreisen der Gewerkschaften, vor allem d'^ Gebiets, das am schwersten unter der fremden Besatzung leiden mußte, des Ruhrgebiets sow.e des Oberbürgermeisters von Essen, auf einem wichtigen Teilgebiet der deutschen Wissenschaft, der Medizin, vor der Arbeiterschaft einen Lieberblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung zu geben, um darzulegen, wie diese Fragen das gesamte Volk, vor allem auch die Arbeiterschaft, angehen, wie die Wissenschaft zu helfen bemüht ist, und welche großen Aufgaben fürder ihrer warteten. Aus freudiger Mitarbeiterschaft soll durch den Mund der ersten Forscher Deutschlands bem werktätigen Doll näher gebracht werden, waS die medizinische Wissenschaft bisher geleistet hat und welcher lohnende Arbeitskreis hier noch winkt. •Sirrten dem Zeichen „®ie medizinische Wissenschaft und das werktätige Volk" veranstaltet die Rotgerneinschaft in Essen in der Zeit vorn 25. bis 31. Oktober eine Medizinische Woche. Reichskanzler Dr. Luther nimmt en diesem Plan lebhaftes Jirteresse und w'll die Woche selbst durch eine Ansprache einleiten. Ein selten kultiviertes Publikum ehrte sich und den Dichter: Der Abend war wertvoll: Pirandello als Regisseur mit seiner Truppe des Theatro d'arte di Roma. Auch hier ein Großer. Er ehrt den Grundsatz: Die Szene gehört dem Schauspieler. Er kennt die Bedeutung der Bewegungslinie einer Figur. Ganz klar war aufgerissen: Rechts im roten Licht die ungeborenen Ideen, die Gestaltung suchen. 2inI8_ im grellen Weiß bei Leute der Scheinwelt, Komödianten, die jenen Leben geten sollen. Draußen, außerhalb, der Direktor, oft der Mittler, dann auch in der Mitte posttert. Leben suchend stoßen immer gegen die unsichtbare Kluft der Mitte die positivsten der Schatten, Vater und Tochter. Als sie durchbrechen, verliert auch der Direk'.or an Helle, alles schwankt; noch ein Hin und Her: der Wahnsinnsanfall ist da. Im nüchternen Licht verschwindet alles. Rur irgendwoher .aus dem Unterbewußten, dringt ein Lachen. . . Madame Pace, herbeigezwungen, kommt zwischen Schein Eine medizinische Woche in Essen. Seit Beginn der Inflation führt die deutsche Wissenschaft den schwersten Kampf um die Gr- haltung ihrer Existenzgrundlagen. Als der Währungsverfall im Jahre 1920 immer fühlbarer wurde und die Fortsetzung w.ssenfchaftlicher Arbeiten schwer beeinträchtigte, gründeten die deut- schm Akademien der Wissenschaften, iUniversi- Sonotag, 18 £fi» 1 Uhr nachm.: 3n> iammtnfunit mit B(nmlielnb.„2iabt üid)u.$eiprc(buniib. Deihnachlöstier. *k je zu .£ Sieb. Mb ZI Sonntag, 18. “t: MWA nach Marburg. ^fammentteffert Moen Kameraden orsAmllmevemnS jyz UhttIolnitagb hOMlN. Ms- ®u!|Sen »*etB mit,BfiFommct- ter4lld,Änfl der Zur TEN UnloU-''-^ WÄLE Sietzener w»»S. llebunAM. aus einer Landtagssihung, die einige Jahre zurückliegt. und die der deutschnationale Abg. Dr. Werner zitierte, wohl nicht unmittelbar als Zustimmung aufzufassen ist, so kommt sie doch einem Sichabfindcn mit den bestehenden Tatsachen sehr nahe. Jedenfalls hat das Zentrum in den letzten Jahren seine früher üblichen Proteste gegen die Cimultanschule im Hess. Landtage nicht mehr erneuert. Den Standpunkt der evangelischen Kirche zu dieser Schulgattung Hessens hat Prälat D. Dr. Diehl im Landtag etwa dahin formuliert, daß die evangelische Kirche auf dem Boden der Anerkennung der Simultanschule flehe, doch müsse die Gewähr gegeben sein, daß keine, religionsscindlich-en Tendenzen im Unterricht hervortreten. Gegen Ende des Monats September haben sich die evangelischen Pfarrer Hessens, die auf dem Boden der Deutschen Volkspartei stehen, für die Simultanschule ausgesprochen, ebenso der Landesschul-AuSschuß der Deutschen Volkspartei. Von der Deutsch- nationalen Volksparte^ Hessens liegen gerade aus jüngster Zeit wieder mehrere Zeugnisse vor, daß sie unentwegt für die Simultanschule eintritt und die Einführung der Bekenntnisschule in Hessen ablehnt. In einer Zuschrift deutschnationaler Lehrer an eine Zeitung ihrer Partei werden die nachstehenden Punkte besonders an dem Reichsschulgesetzentwurf bemängelt: 1. Die Zerschlagung der deutschen Schule und ihre Auslieferung an die Kirche. 2. Wesentliche Abtretung bedeutender Rechte des Staates an die Bekenntnis- und Weltan- schauungsgemeinschasten. 3. Gefährdung der wohl erworbenen Rechte der Lehrer, die auch Staatsbeamte sind. Beachtenswert ist diese Stellungnahme, weil die Sozialdemokratie für die Fassung des Entwurfes den Reichsminister Schiele und die Deutschnationale Volkspartei verantwortlich machen will, otwohl die Grundlagen schon in Weimar festgelegt worden sind. Außer den Sozialdemokraten haben auch die Demokraten den Reichsschulgesetzentwurf durchaus abgelehnt. Von der hessischen Zentrumspresse liegen nur gelegentliche Zustimmungen vor; es ist aber zu erwarten, daß die Partei sich wieder stark für ihr altes Schulideal einsehen wird. Die hessische Lehrerschaft zeigt sich seit der Veröffentlichung des Entwurfs sehr Beunruhigt; sie hat an vielen Orten und in allen Teilen des Landes Versammlungen abgrhalten, die sich scharf ablehnend gegen die Bestimmungen des Entwurfs aussprechen, soweit sie die Simultanschule beseitigen wollen. Im wesentlichen folgen die hier gefaßten Beschlüsse einer Kundgebung des Hessischen Landeslehrervereins, in der llar ausgesprochen ist, daß nach dem Entwurf die Bekenntnis- und Weltan- schauungsschule zur Regelschule wird. Die Leistungsfähigkeit wird herabgesetzt, es entstehen Zwergschulen, die Kosten werden größer und die Gewissensfreiheit der religiösen Minderheiten wird vergewaltigt. In Hessen ist die Simultanschule eine Frucht der Kämpfe bet älteren Generation der Liberalen. Diese Schulgattung hat sich feit mehr als 50 Jahren bewährt und niemals konnte gegen sie beweiskräftig der Vorwurf erhoben werden, sie habe die religiöse Erziehung vernacUässigt oder die Religionsgemeinschaften geschädigt. Fast das ganze Land ist mit dem bestehenden Zustand zufrieden; die Beunruhigung ist gewissermaßen erst von außen hereingetragen worden. Dis jetzt ist der Reichsschulgesehentwurf nur ein Referentenentwurf; es heißt, daß er noch einmal umgearbeitet werden soll, bevor er dem Ministerium borgelegt wird. Hoffentlich geschieht dies, und zwar in der Weise, daß die Länder mit Simultanschule, wie Hessen, diese Schulgattung behalten dürfen. Zusammenfassung der Deulfchtumspflege! Anläßlich einer jüngst in Berlin durchgeführten „Tagung bet Auslanddeutschen" hat es sich herausgestellt, daß die größere Oeffentlichbeit des deutschen Inlandes und Auslandes im ollge- fchreitung seiner Wesensgrenzen. es, für seine auf nationalem, kulturellem und wirt« schaftlichem Gebiete liegenden Aufgaben der Festigung des Volkstums auch im Kernlande, damals in Wien, Freunde und Helfer zu werben. Es entstand dort im Jahre 1880 der „Deutsche Schul- v e r c i n". Ein Jahr später wurde in Berlin der „Allgemeine Deutsche Schulvcrein zur Förderung des Deutschtums im Ausland" ins Leben gerufen, der gleidjgefinnte Kreise im Reich sammelte und zu Opfer und Auf. tlärungsarbeit vereinigte. Dieser Verein, der heute als „Verein für das Deutschtum im A u s l a n d" weit über eine Million Mitglieder umfaßt, und in diesem Jahre zum ersten Male über eine Million Goldmark an Mitteln aufgebracht hat, ist somit der älteste und größte Verein auf diesem Gebiete. Er hält sich seinen Satzungen eilt- sprechend, jeder Art von Politik fern. Er unterstützt lediglich kulturelle Einrichtungen, in erster Linie Schulen, Vüchereien, Kulturoerbände jenseits der Grenzen und klärt das Reichsdeulschtum über das Gesamtdeutschtum und seine Lage auf. Nach dem Zusammenbruch traten an den V. D. A. gewisse politische Aufgaben im Zusammenhang mit den Volksabstimmungen heran, die er als reiner Kulturoerein ohne Gefährdung feiner Gesamtarbeit jenseits der Grenzen nicht auf sich nehmen zu können glaubte. Vom damaligen Dar- sitzenden des D. D. A. wurde zur Lösung dieser Aufgaben der „Deutsche Schutzbund" gegründet, der sich alsbald große Verdienste in den Abstimmungskämpfen erwarb und es verstand, die führenden Streife des europäischen Grenz- und Siedlungsdeutschtums zu ständiger engerer Fühlungnahme in volkspolitifchen Fragen heranzu- ziehen. Nach Beendigung der Abstimmungsarbeiten hat der Schutzbund bann diese Gemeinsamkeit der Interessen ständig zu erweitern und zu vertiefen gewußt und daneben nacheinander eine Reihe Ion- tretet volkspolitischer Fragen bearbeitet. Gegen- roärtig hat er seine Aufmerksamkeit dem Bevölkerungsproblem und der Siedlungsfroge, besonders im Osten, zugewandt. Ein Verem, der im Aus- lande geschädigten Reichsdeutschen ist der „Bund der Auslanddeutschen", der nach Kriegs- ausgang gegründet wurde und mit Energie, soweit es überhaupt möglich war, auch mit Erfolg, die Entfchädigungsfrage bei der Regierung vertreten bat. Diese Bearbeitung der Entfchädigungsfrage ist fein allgemein anerkanntes Gebiet. Ein nach wissen- schasUichen Grundsätzen arbeitendes und in der praktischen Nutzbarmachung dieser Grundsätze für das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Deutschen sehr erfolgreich tätiges Institut mit Sammlungen, Archiven usw. ist das „Deutsche Auslands- Institut" Stuttgart. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates dieses Instituts ist Exz. von Hintze, der Vorsitzende des V. D. A. Aus den Namen ergibt sich das Arbeitsgebiet der in diesem Zusammen- hange weiterhin in Frage kommenden Spitzenvereine, der „Deutschen Kolonialgesell- schäft", der „Vereinigung Deutsch- Evangelisch im Ausland", des „Neichs- verbandes für die katholischen Auslanddeutschen", der „Vereinigung für deutsche Siedelung und Wanderung". Alle die genannten Verbände sind in dem „Verband der freien Deutschtumvereine" zusammengefaßt, in welchem der D. D. A. den Vorsitz führt. Zwischen V. D. A. und Bund der Aus- landdeutschen schweben Verhandlungen, die, nach Abzweigung der Entschädigungsfrage, einen Zu- sammenschluß der Organisationen zum Ziele haben. Der in letzter Zeit häufiger genannte Ostbund ist eine Interessenvertretung der vertriebenen und ausgeplünberten Ostmärker. Aus der Grundlage des Heimatbewußtseins bestehen noch zahlreiche Heimo t b ü n d e, die Heimattreuen Oberschlesier, Ost- preußen, sudetendeutschen Bünde und andere Verbände landsmannschaftlicher Natur. In diesen Zeiten, in denen nach Zertrümmerung des souveränen Staates um die Volksbehauptung gekämpft wird, ist die Frage der zweckmäßig organisatorischen Kräftegruppierung vielleicht von ausschlaggebender Bedeutung. Hoffentlich bringt die nächste Zeit auch hier eine engere Zusammenfassung als Vorbedingung der bitter nötigen Kräftesteigerung und einen Verzicht jeder Organisation auf lieber» «ÄftSfeSf«» Provinz Ober bei. ,» "°k«retun«s iu beleä ö8e kommen nur erff. ? i’^^^nnennbnebnuie flÄ'temoltße Cmüete ücksichtigt werden. MMissM Vertreter) um. günjiim lin8ungen eingeiiellt. Bewerbungen an dir MMh iÜNMMnM meinen noch sehr wenig über die Organisationen und die Arbeitsziele der für das Auslonddeutschtum arbeitenden Verbände unterrichtet ist. Es dürfte wohl nur ein zahlenmäßig außerordentlich kleiner Kreis von unmittelbar Beteiligten fein, der die besondere Zielsetzung dieser vielen, dem äußeren Anschein nach gleichen, aber doch von verschiedenen Organisationen veranstalteten, dem Aus- landdeutschtum gewidmeten Taguüfien kennt. Daß jo viel derartige Veranstaltungen abgehallen werden und auch in der Oeffentlichkeit Beachtung finden, ist an sich ein erfreuliches Zeichen der Zeit. Wird es doch offenbar, daß das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit oller Deutschen und die moralische Verpflichtung des Binnen- b e u t f d) t u m s gegenüber dem Auslanddeutschtum im wachsenden Maße ein Problem erster Ordnung zu werden beginnt. Dos Deutschtum beherzigt die Lehren des Friedensdiktates, noch denen die früher als Abgrenzung des nationalen Lebenskreises empfundenen Grenzen für die Volksgesamtheit nur von relativem Zeitwert find. Dos Problem hat aber noch eine andere, weniger erfreuliche Seite. Es scheint unser volkspsychologi- sches Schicksal zu fein, für alle Schattierungen einer Sacheinheit organisatorisch besonders ge« NR. POSTSCHECKAMT STUTTGART sammelt alle Gaben für die 3eppel$K=6aS Lied vom Hemd ist längst vergessen, auch in ethischen Fragen und Gemütserregungen gibt es Ebbe und Flut. In d"m neuesten Roman Galsworthys. „Der weiße Affe", wohl die beste Schilderung des Englands unserer Zeit, erscheint die Heimarbeite- rtnnenfrage tweder im düstern Licht: Dictorine. Die hübsche Blufennäherin, wird, als sie und ihr Mann nur noch die Wahl zwischen Arbeitshaus und Selbstmord haben, Modell. Der Krieg hat die Rachen in England Wohl reicher gemacht. die Armen scheinen arm geblieben zu sein. In Deutschland ist durch die Inflation die Zabl der Heimarbeiterinnen bedeutend vergrößert worden: viele Flauen des M'ttelstandes, 7a sogar der höheren Stände sind auf He'marbeit anaewiesen, Mütter, die bis in die Rächt hinein nähen und nähen, um ihren Kindern Brot zu schaffen, Töchter, die ihre Estern erhalten müssen. Die schreiende Rot dieser Enteigneten hat zur Gründung vieler H'lfsorganisattonen geführt, die zum Teil noch bestehen. ab?r mehr oder weniger von Auslosung bedroht sind: denn nichts wider- stoht bet Zeit, auch das Mitleid nicht, wenn es nicht immer von neuem geweckt wird. Man verläßt sich wieder auf das Gesetz und den Staat, die doch fchon lange, in allen Ländern, ihre Hn- fähigkest bewiesen haben, diese Frage ganz zu lösen. Die Lösung hängt von den wohlhabenden Frauen ab. Dor dem Kriege gab es einige Städte, wo die Frauen auf dem besten Dege waren, das Werk zu vollbringen. Drei Forderungen führen zum Ziel: 1. Man gewöhne skch daran, nicht zu feilschen: es ist leicht zu berechnen, wieviel einer Arbeiterin ebührt, damit sie menschenwürdig leben kann. Wenn es oft im Gespräch der Hausfrauen als Ruhmestitel gilt, daß dies oder jenes so billig erstanden worden ist, diese ober jene Heimarbeiterin so billig für sie arbeitet, so ist das ein sehr zweifelhafter Ruhm, manchmal auf Gedankenlosigkeit beruhend. Gin paar Mark mehr belasten einen solchen Haushalt nicht: für die Heimarbeiterin bedeuten sie die Existenzmvq- lichkeit. Das Gewissen soll hier sprechen, nicht nur das Eigeninteresse: ganz abgesehen von der Stimme des Hebens. Sagt man nicht, daß das Herz der schönste und kostbarste Besitz einer Frau fei, ihr eigentliches Wesen? 2. Eine außerordentliche Förderung bedeutet es für die Sache der Heimarbeiterinnen, wenn sich woNhabende, wenigstens materiell unabhän- tziae Flauen zu einem Vereine zusammenschließen, bet Arbeitsmöglichleiten verschafft und den Verkauf leitet. Viele müssen sich zusammen- tun, denn auch der beste Wille erlahmt, wenn die Last immer auf denselben Schultern ruht. In Gießen besteht feit Jahren der Bienenkorb, der schon viel geleistet hat und noch leistet. Wer hilfreich sein will, möge vor allem in feinem Bekanntenkreis dafür werben und sorgen, daß man die Preise nicht zu hoch finde. Sind Jumper und Kinderkleidchen nicht viel reizender-, wenn man weiß, daß die fleißigen Hände, die daran gearbeitet haben, sich gern, und freudig bewegt haben? Sollte glicht jede Frau Freudespenderin sein? 3. Es ist leicht, in solch einem Verein ein persönliches Verhältnis anzubahnen und die Menschenwürde zur Geltung zu bringen, im Gegensatz zu dem verderblichen Prinzip, daß der Mensch und seine Arbeit auch nur Ware fei. Dadurch Kirnte der Schaden, den die Inflation angerichtet, etwas verringert, viele Bitterkeit gemildert werden. Wir feiern religiöse Feste, hören von Konferenzen über praktisches Christentum — nun, die Heimarbeit ist eins der vielen Gebiete, wo Glauben und Liebe sich betätigen können. Mögen die Frauen sich darüber klar werden, nicht das Gesetz bringt hier Hilfe, allein i h r guter Wille. Von ihnen hängt es ab, daß im verarmten Deutschland das Lied vom Hemd nicht schreckensvolle Wirklichkeit werde. M. R. Oberhesfen. Lattvkrcis (<■■: s;rn. :—. Aus bem Sujeder Tal, 15. Oft. Die Kartoffelernte in unserem Tal ist fast beendet. Infolge des prachtvollen Wetters der letzten Wochen ging die Ernte schnell vonstatten. Die Kartoffeln kamen sauber und trocken in den Keller. Die Ernte war gut, stellenweise sogar sehr gut Untere Landwirte sind nun stramm am Einfahren der Dickwurzeln. Im großen und ganzen ist auch diese Ernte als gut zu bezeichnen. Während in früheren Jahren in unserer Gegend fast nur „gesetzte" Dickwurzeln auf die Aecker kamen, ist man in den Rachkriegsjahren dazu übergegangen, ganze Aecker mit Dickwurzlernen zu „legen". Es ist dies namentlich in trockenen Vorsommern von großer Bedeutung, wenn es in dieser Zeit beim Verpflanzen der jungen Dick- wurzpflänzchen am nötigen Regen fehlt, ilnb so sieht man denn in diesem Jahr besonders deutlich den Hnterschied in der Ernte. Die umgesehten Dickwurzeln sind infolge der Trockenheit des Vorsommers im Wachstum zurückgeblieben, während man bei gesäten Dickwurzeln besonders starke Exemplare ernten kann. Die besten Erträge liefert die Sorte ..Eckendorfer Riesenwalze". Pflanzen von 12 bis 14 Pfund Gewicht find keine Seltenheit. Inzwischen hat auch die Aussaat des Wintergetreides begonnen, und infolge der günstigen Witterung schreitet dieselbe rasch vorwärts. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 14. Oft In sehr vorteilhafter Weise führte sich gestern abend die H e s s. Landeswanderbühne in unserer Stadt für den kommenden Winter ein, daS reizende Lustspiel von Moreto, „Donna Diana", fand sowohl wegen seines Inhalts, als auch besonders wegen der ausgezeichneten Darstellung eine sehr beifällige Aufnahme. Wenn auch der Besuch etwas zu wünschen übrig ließ und der Saal von Groß- Friedberg nur etwa zur Hälfte gefüllt war, so hoffen wir, daß sich die Mitglieder dadurch nicht abschrecken lassen und bei nächster Gelegenheit auch wohl auf einen stärkeren Besuch rechnen dürfen. — Die Wahlbewegung für die demnächst stattfindende Stadtverordnete nwahl war bis jetzt noch sehr ruhig. Erst im Laufe der Woche werben die politischen Parteien zusam- mentreten, um ihre Listen aufzustellen. Außer den politischen Parteien werden noch eine ganze Aeihe von Jnteressentengruppen erscheinen: so hat die Mieterpartei bereits in ihrer letzten Sitzung erklärt, wieder mit einer eigenen Liste auftreten zu wollen. Eine gestern Abend ins Hotel Trapp berufene Bürgernersammlung war nur schwach besucht. Dje Tendenz der Versammlung war „Auf das Rathaus gehört keine Pc^itik". jedoch wurde von verschiedenen Seiten in der Diskussion bezweifelt, ob dieser Grundsatz durchführbar ist. Jedenfalls aber will man auch mit einer eigenen Liste vorgehen. hr. Rieder-Florstadt, 15.Oft Die Turngemeinde Florstadt stellte 1923 eine Turnhalle von 10 mal 14 Quatratmeter im Dvhbau fertig und erledigte 1924 den Innenausbau. Bei Benutzung der Halle, besonders zu Festlichkeiten, zeigte sie sich als zu klein. Deshalo beschloß man, den von vornherein schon geplanten A n b a u für Bühne, Wirtschafts- und Geräteraum noch dieses Jahr aufzuführen. Das Material ist zum größten Teil angekauft, so daß bis zum Eintritt der Kälte der Rohbau noch fertig werden konnte. Die Mittel zum weiteren Dau will man durch Vermieten der Halle bei Festlichkeiten an Wirte aufbringen, Vorläufig will man aber Anteilscheine ausgeben, die bald wieder eingelöft werden können. Spenden will man nicht sammeln, da beim Dau des Hauptgebäudes die Mitglieder und Freunde des Vereins starke Leistungen aufgebracht haben. So hatte Baron von Low zirka 300 Quatratmeter Ge- lanbe zur Verfügung gestellt, das Holz bekam der Verein zu ermäßigtem Preis aus den Wäldern des Grafen von Assenheim. Fast alle Mitglieder halfen, jeder nach seinen Kräften, beim Heranbringen des Materials und Der Aufbrin- gung der notwendigen Gelder, so daß die Halle bezahlt ist. Durch Vermieten an Wirte gehen namhafte Beträge ein, die biS jetzt zum Abtragen der Restschulden dienten, und die man nun zum Weiterbau benutzen will. Man hofft, später einmal das Gelände, das vorläufig leihweise zinslos überlassen wurde, aufkaufen zu können. — Der Dau der Autohalle schreitet schnell vorwärts: der Rohbau ist beendet, so daß wohl bald die Wagen hier eingestellt werden können. Die Straße nach Friedberg ist fertig und der Betrieb feit Montag wieder mit zehn Hin- und Rückfahrten pro Tag voll ausgenommen. Außer der bequemen Verbindung empfindet man besonders die gleichmäßige Fahrt auf der nun ebenen Straße als große Erleichterung. — Bei den kleinen Landwirten ist die Kartoffelernte fast vollständig beendet. Man pflügt, sät und bringt die Rüben heim, die durch die Rachtfroste leicht beschädigt werden können. Die größeren Güter hier und in der Rahe haben zum Teil noch viel Kartoffeln stecken, weil es ihnen an Arbeitskräften mangelt. Die Schulkinder ,die hier sehr viel tätig sind, müssen nun wieder zur Schule und können statt eines Ganzen nur noch einen Viertel machen. Dadurch stockt die Arbeit, und die Zuckerrübenernte ist in Gefahr, durch Frost behindert und beschädigt zu werden Kreis Schotten. xlx Schotten. 15. Oft. In Ridda fand am Dienstag eine Versammlung statt, in der übet die Einführung der Autopost Schotten— Ulfa — jungen beraten wurde. Von Darmstadt war Qberpostrat Wittich erschienen, von Schotten Regierungsrat Weber, von Gießen Regierungsrat Braun. Außerdem waren anwesend die Vertreter der in Betracht kommenden Gemeinden. Regierungsrat Weber leitete die Verhandlung. Postrat Wittich erflärte, er habe tags zuvor die fraglichen Strecken abgefahren. Leider habe er feststellen müssen, daß die Strecke Ulfa—Eichelsdorf für die schweren Postautos ungeeignet sei. Erst müsse die Straße in einen anderen Zustand verseht werden (starke Kurven und großes Gefälle). Es wurden noch verschiedene Projekte besprochen, die jedoch auch keinen Anklang fanden. Es wurde daraufhin beschlosfen, an dem alten Projekt Schotten—Eichelsdorf— Ulfa—Hungen festzuhalten, die Sache jedoch noch zurückzu st eilen, bis die, Strecke fahrbar gemacht ist. te» Ulrichstein, 15. Oft. Gestern tagte in dem hochgelegenen Gebirgsstädtchen des Vogelsberges eine Versammlung der beteiligten Gemeindevertreter zur Beratung der neuen Postkraftwagenlinien Alsfeld — Meiches — Ulrichstein und Alsfeld — Großfelda — illridjfiein — Rieder« gemünben. Den Vorsitz führte der Vertreter des Kreisamts Alsfeld, Regierungsrat Strack, ferner waren erschienen vom Kreisamt Schotten Regierungsrat Weber und Qberpostrat W i t - t i ch von der Oberpostdirektion Darmstadt. Es wurde zunächst verhandelt übet die von den Gemeinden zu leistende Garanttesumme und dann über den Fahrplan der neuen Strecken. Gemäß dem Vorschlag der Postbehörde einigte man sich dahin, daß die von den beteiligten Gemeinden zu leistende Garantiesumme nach der De- völlerungszahl der einzelnen Gemeinden aus- geschlagen und verteilt werden soll. Es kommen etwa 3,50 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung der einzelnen Gemeinden. Der von der Postbehörde vorgelegte Fahrplan der beiden neuen Strecken fand mit geringen Aenderungen Annahme. Sobald die endgültigen Beschlüsse der einzelnen Gemeindevertretungen über die Bewilligung der Garantiesumme vorliegen, sollen die neuen Linien alsbald in Betrieb genommen werden. Wie sich aus der Aussprache ergab, werden die neuen Derkehrsverbesse- rangen im Vogelsberg von den beteiligten Gemeinden freudigst begrüßt. Kreis Lauterbach. £ Lauterbach, 15. Oktober. Aus der jüngsten Stadtverordnetensitzung ist zu berichten: Der mit dem Hess. Justizministerium bezüglich der A m t s g e r r ch t s r ä u m e neu ab- zu schließende Mietvertrag findet nach dem vorliegenden Entwurf Annahme. Die Jahresmiete beträgt 3300 Rm. — Die Pachtpreife ür verpachtetes städtisches Qlder- und Wiesengelände werden nach dem Vorschlag der landwirtschaftlichen Komission festgesetzt. Hiernach sollen in 1925 je nach Bonität des Landes pro Morgen 20, 19 bzw. 18 Rm. Pacht erhoben werden. Von den verpachteten Gartenbeeten sind je nach Beschaffenheit des Landes 2 bzw. 3 Pf. Pacht pro Quadratmeter zu erheben. Diese Pachtpreise entsprechen int allgemeinen den vom Siedlungsamt festgesetzten Pachten. Ein Gesuch des Karl Großmann um pachtweise ileberlaffung eines Wiesengrund- lücks an der Großen Bleiche wird genehmigt. Als Pachtpreis wird der durchschnittliche Versteigerungserlös, wie -er für derartige Grundstücke erzielt wird, festgesetzt. — Hm die notwendigsten 'Bauarbeiten an der Krie gergeb e n k st ä 11 e weiterzuführen, beabsichtigt der Denkmalsausschuß bei der Dezirkssparkasse Lauterbach ein Darlehen bis zu 5000 Mk. aufzunehmen. Der Ausschuß ist an die Stadt mit dem Ersuchen herangetreten, die Bürgschaft zu übernehmen. Dem Antrag wird stattgegeben. Der aufzunehmende Betrag soll im Laufe des Winters bzw. der nächsten Monate durch frei» willige Spenden wieder aufgebracht werden. — 3m weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte sich der Stadtvorstand mit der geplanten A u t o - Pvstlinie Herbstein — Fulda. Rach eingehender Aussprache billigt der Stadtvorstand einstimmig die diesbezügliche Haltung des Bürgermeisters und die bereits von diesem unternommenen Schritte, die daraus abzielen, diese Linie zu unterbinden. — Schließlich wird noch beschlossen, die vor und auch noch zu Beginn des Krieges jeden Samstag auf dem Marktplatz stattgesundenen Wochenmärkte in der früheren Weise wieder aufleben zu lassen. 3n der Hauptsache soll dieser Markt mit Kartoffeln. Obst, Gemüse, Frucht und dergleichen befahren werden. Durch die Wiedereinführung dieser Märkte, die stets reges Leben und Verkehr brachten, dürften auch dem Gesinde vorn Lande wieder bessere Absatzmöglichkeiten für ihre Deputatfrüchte und der Einwohnerschaft leichtere und bequemere Kaufgelegenheit geboten werben. Der e r ft e Markt findet bereits Samstag. 17. d. Mts., statt. Preußen. Kreis Wetzlar. . J*,3Lau Okt. Der in Hirzenhain durch Absturz schwer verunglückte Fritz Weimer von hier ist in der Klinik zu Gießen seinen Verletzungen erlegen Die Leiche wurde hierher in das Elternhaus de« Verunglückten überführt. Kreis Biedenkopf. XX Fellingshausen. 15. *0^ Große Hoffnung setzt man hier auf die in Angriff genommene Wasserversorgung. Oberhalb des Dorfes, an der Straße nach Frankenbach, wurde der Hochbehälter erbaut, welcher der Vollendung entgegengeht. An der Straßenabzweigung nach Crumbach konnte am Fuße des Dünsberges die Quelle ausgeschlossen werden. Es ist allerdings eine Frage, ob diese Quelle sür unsere rasch wachsende Gemeinde genügend Ruhwasser liefern wird. XX Frankenbach, 15. Oft. Die Kartoffelernte ist hier beendet, man ist mit dem Ertrag sehrzufrieden. Selbst alte Bauersleute haben ihre Kartoffelleller noch nie so gefüllt gesehen wie diesmal. — Die Zusammenlegung unserer Feldmark ist jetzt zur Zufriedenheit-durchgeführt. Es gilt nun nur noch, das Wegenetz der großen Gemarkung auszubauen. Dillkreis. bL Dillenburg, 15. Oft. Die St aßt- verordneten beschlossen in ihrer iungsten Sitzung, den Zuschlag zur st aatVi'cßen Wanderlager st euer von 100 auf 150 Prozent festzusehen. Aus dem Lehrerseminar wurde eine Anzahl Einrichtungs- gegenstände zum Preise von 906 Mk. erworben. Die Getränke st euerordnung der Stadt wurde nach dem Magistratsvvrschlag abgeändert. Heber die Errichtung eines weiteren Hotels in der Stadt entspann sich eine längere Debatte. Der Magistrat hat Schritte beim Gast Wirteverband in Kassel unternommen. Man will den Fremdenverkehr hierdurch heben, der letzten Endes dem Handwerk und Gewerbe nützlich sei. Die Versammlung stand der Angelegenheit mit geteilter Meinung gegenüber. Die nächste Sitzung soll Klarheit schaffen. Oberlahnkreis. * Weilburg, 15. Oft. Die G e treibe» mühke von Ehr. Moser geriet heute früh in Brand. Die Flammen ergriffen in kurzer Zeit auch eine benachbarte Holzschneiderei und eine Schreinerei. Während die Schreinerei und das große Holzlager völlig niederbrannten, konnte die Mühle und die anderen angrenzenden Gebäude noch im letzten Augenblick gerettet werden Man vermutet Brandstiftung, da an verschiedenen Stellen in der Mühle abgebrannte Stearinkerzen gefunden wurden. Auch der Hofhund wurde vergiftet vorgefunden Der Schaden ist sehr beträchtlich. Rach einer späteren Meldung sind von der Polizei drei Arbeiter der Rachtschicht unter dem Verdachte der Brandstiftung verhaftet worden. Frankfurt a. M. und Umgegend. fpd. Frankfurt a. M, 15. Oft. Das Barometer stand in der letzten Stadtverordnetenversammlung wiederholt auf schweren Sturm. In fast sechsstündiger Sitzung wurde ein Bruchteil der umfangreichen Tagesordnung ertebigt. Die weitaus meiste Zeit wurde durch nutzlose Reden vergeudet. Der Magistrat hatte gegen den Willen bed Plenums einen Angestellten auf Privatdienstver- trag zum Leiter des Wohnungsamtes bestellt, einen Mann, der sich hervorragend bewährt hatte. Trotzdem verlangt die Versammlung den Abbau dieses Mannes und spricht bem Magistrat das Recht ab, bei Besetzung derart wichtiger Posten allein zu verfügen. Zur Klärung dieses wichtigen Rechtsfalles soll nun ein besonderes Gutachten eingcboTt werden. Sehr ernst ging das Haus mit dem Magistrat bei der Vorlage auf Dewill'gung von 1 300 000 Mk. für die Messegesellfchaft ins Gericht. Man erkannte wohl die wirtschaftliche Bedeutung der Messe an, vermißte aber die bei den Messe- bauten gebotene Sparsamkeit und kritisierte sehr scharf, daß der Magistrat die Versammlung stets vor vollendete Tatsachen stelle. Infolgedessen wurden die verlangten 130000 0 Mark zum zweiten Mal nicht beteil ligt. Erst wenn die Meffegesellschast eine Bilanz und einen Geschäftsbericht vorlegt, will man die Vorlage vevabscheden. Inzwischen aber wird das viel umfehdete ,§auS der Moden" weiter mit einer wertvollen Marmorbekleidung versehen. Die Verteidigungsrede des Oberbürgermeisters Dr. Landmann in b:efer Sache MAGGP SUPPEN ?w AGG '-SUPPEN sind billig, nahrhaft und wohlschmeckend MAGGr Supper *■ ' SPeC ,„bS' RS >n 0181Q n iU Ak. Z-ID ZG Stiva 6en. 'Mar. Ä*ä£ --SS-L 'edcnkvdi lultn, 15 MeVaJ^jMarb rr«- knntc - :'";«A;. bLS ‘Sj-ü SS; " 8«»m^tl i8a£; Oet ^en Temarkvng kreis. ^5. Oft. Die Stadt- S« 'n irer titnM ng Sur ßaatlrchen er von 100 auf iw İL^.rersemi! W Clnrichtungz. ßteife Don 906 M tt. infeßeuctorbnuna oem MagistratSvvrlchl« Errchtung eines toti- Stabt entspann sich m Magistrat hat Schtzkr rbanb in Kassel 1 oen Frembenver« der letzten Tnbes bem e nützlich sei. Die Der- ngeiegenheit mit geteilter Die nächste Sitzung svß chnkeis. . Oft. Die Getreide- )ser geriet falte früh men erraffen in kurzer le Holzschneidern i. Mhrenb die Schrei- bohlaget völlig niete die Mühle unb bie Gebäude noch Im letzten werben. Man ttrmuiet a an verschiedenen Etel- brannte Stearinkerzen gebe! hoshunb wurde »en. Der Schaben ist sehr r spÄeren Meldung sind Arbeiter der Aachtschicht er Brandstiftung verhaftet L und Umgegend. t a HL, 15. 0kl. D-s der letzten Stadtvei' ilung Meberhvft aus In M '«ML ruchteil der umsaagmchm Die weitaus meiste leben vergeudet. D« Ma Dillen des Plenun^ einen s Privatdieustver- eg Dohnungsamle gs ä: ? und fntiftertc d-e Dttsaminlung fachen * •i'Ä«! "£»S*S!S gff»sS zeichnete sich durch Starke nicht aus. Der Dolks- parteiler Landgrebe machte dem Magistrat den Vorwurf, daß über wichtige Lebensfragen der Stadt nicht im Schoße des Magistrats oder der Stadtverordnetenversammlung entschieden werde, sondern in einem ganz kleinen Zirkel, deren Persönlichkeiten außerhalb der städtischen Körperschaften ständen. Herr Landgrebe machte sich anheischig, dem Oberbürgermeister das Material dazu zur Verfügung zu stellen. Auch um die angeblich sehr prunkvoll auSgestatteten neuen Amtsräume entstand wieder ein sehr lebhafter Meinungsaustausch. Ts wurde dabei festgestellt, bah die Ausstattung 34 000 Mk. gekostet habe. Die Summe wurde von dem neuen Stadtrat May olS Lappalie bezeichnet, der aber auch meinte, es gäbe in anderen Städten noch ganz anders ausgestattete Amtsräume. Man ging verstimmt auseinander. — Der Direktor der Frankfurter Sternwarte. Professor Martin Brendel, folgt einer Einladung des astronomischen Instituts in Leningrad (früher Petersburg). Er ist heute nach dort abgereist und wird in Ruhland Vorträge über seine Untersuchungen zur Planetenforschung halten und außerdem Verabredungen über gemeinsame Arbeiten der deutschen und russischen Astronomen treffen. Dieser Reise Brendels nachRuß- land ging ein Besuch russischerAstro- n om en in Frankfurt und Berlin voraus. — Der erst vor kurzem eröffnete städtische Omnibus bet rieb forderte heute mittag gegen 1 Uhr sein erst es Opfer. Der 1-ährige Emil Ragel. Martm Luther- straße 5Q, wurde an der Ecke Sternstraße-Eschers- yeimer Anlage von einem städtischen Omnibus mit seinem Motorrad überfahren und sofort getötet. — 3m Hause 3ordanstrahe 35 versuchte der Güterbodenarbeiter Heinrich Krause infolge häuslicher Zwistigkeiten seine Frau zu erschießen. Die Frau flüchtete mit dem jüngsten Kinde .Darauf jagte sich Krause mehrere Schüsse in den Kops, so daß er in hoffnungslosem Zustande dem Elisabethenkran- kenhause zugeführt werden muhte. Hanau. 15. Ott. (Wolff.) Gestern abend gegen 10 Uhr ereignete sich in der Rordstrahe eine Gasexplosion. Die Eheleute Ahls warren mit offenem Licht in das Schlafzimmer gegangen, in dem der Gasometer undicht war. Die Explosion war so stark, dah Türen und Fenster mit lautem Knallen herausflogen und zertrümmert wurden. Die beiden Eheleute erlitten schwere Brandwundcnn und muhten in das Krankenhaus gebracht werden. fpd. Fulda, 15. Oft. 3n Sachsenhausen (Rhön) kam es in der Landwirts- familie D e r b i g zu Streitigkeiten, in deren Verlauf der junge Derbig seinen Schwiegervater mit dem Jagdgewehr erschoß. Der Täter wurde verhaftet. Eine Aulomobilstratze durch den Maingau. vo. Dieser Tage wurden die Vorarbeiten für die Automobil st raße Frankfurt — Wiesbaden —Mainz ausgenommen. Die Straße wird in drei Teilstrecken ausgeführt und vermeidet jede Ortschaft, die zwischen diesen drei Großstädten liegt. Die Linienführung entspricht der zur Römerzeit gebauten Elisabethenstraße, von der noch die Pflasterung vorhanden ift. Turnen, Sport und Spiel. Dom Arbeiter-Turn- und Sportbund. Freie Turnerschast Gießen l—Freie Turnerschaft Heuchelheim I 2:1. I Aus dem Sportplatz Trieb lieferten sich die obigen Mannschaften am Sonntag ein Treffen, das verdiente, eine solch stattliche Zuschauermenge aufzuweisen. Die Gießener Mannschaft ist bekannt durch ihre schon seit Jahren konstant gebliebenen Starke. Der außerordentlich geringe Wechsel in den einzelnen Spielern hat es mit sich gebracht, dah das spielerische Können des einzelnen und das Gesamtspiel der Mannschaft auf einer anerkennenswerten Höhe steht und die Mannschaft keinen eigentlich schwachen Punkt aufweist. Alle in der letzten Zeit von der Gießener Mannschaft durchgeführten Spiele blieben sich aus diesen Gründen gleich und haben niemals eine Enttäuschung gebracht. Heuchelheim auf der anderen Seite spielt dieses 3ahr das erste Mal in ber 1. Klasse. Hier treffen die Voraussetzungen ähnlich wie bei Gießen zu, nur eben mit dem Hnterschied, dah bie Mannschaft noch zu jung ist. Vor einigen Jahren noch 3ugenb-Meister, dann Meister in der 2. Klasse, ist sie heute in der 1. Klasse ein Gegner, der alle Beachtung verdient. Menn hier das Zusammenspiel noch nicht so vollkommen wie bei der Gießener Mannschaft ist, so ist das ein Mangel, der wohl schon im nächsten 3ahre behoben sein wird. Daß es am Sonntag der Gießener Mannschaft außerordentlich schwer fiel, den Sieg an sich zu reihen, beweist, dah die junge Mannschaft Heuchelheims über ausgezeichnete Kräfte verfügt, das richtige Zusammenspiel kann ja erst mit längerer „Praxis" kommen. Wo die schwachen Punkte der Mannschaft liegen, wird sie wohl selbst wissen. Das Spiel wurde mit dem der Heuchelheimer Mannschaft eigenen außerordentlich schnellem Tempo eröffnet, die Gießener Verteidigung mußte gleich rettend eingreifen. Während der ersten Halbzeit hatte man den Eindruck, als ob der Gießener Torhüter mehr beschäftigt wurde als fein Gegenüber. Rach einem vorzüglich vorgetragenen Angriff wäre es ohne den fast unglaublichen Leichtsinn des Halblinken der Heuchelheimer Mannschaft gelungen, in Führung zu gehen. Dieser schoß, wenige Meter frei vor dem leeren Tor stehend, den Ball haushoch darüber. Gießen war erfolgreicher und kann mit 1:0 in die Pause gehen. 3n der zweiten Halbzeit verwandelte Heuchelheim einen wegen Hand gegebenen Elfer und zog damit gleich. Dadurch wurde das etwas abgeflaute Spiel wieder auf seine vorherige Höhe gebracht und bot geradezu fesselnde Momente, bis eine vorzüglich von rechts eingegebene Flanke, die unerwartet eingeköpft wurde, abermals der Gießener Mannschaft die Führung brachte. Alle Anstrengungen Heuchelheims, die manchmal recht beängstigende Momente für Gießen brachten, scheiterten an einem ausgesprochenen Pech, bis der Schlußpfiff des Schiedsrichters dem äußerst interessanten Spiel ein Ende machte. Gießen III—Wieseck Jugend 0:2. Ein Ausgang, der eigentlich nicht erwartet wurde, wenn man die körperliche Beschaffenheit der beiden Mannschaften vergleicht. Die kleinen Wiesecker haben ihren Sieg in erster Linie dem aufopfernd und mit viel Verständnis spielenden Sturm zu verdanken. Sie haben sich die zwei Punkte redlich verdient — neidlos mögen sie sich ihres Erfolges freuen. Die Freie Turnerfchaft Wieseck hielt an den beiden letzten Sonntagen ihr Ab- turnen ab, an dem sich die Turner und Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen beteiligten. 3n hem Turnplan ha te man in'o ern eine Aenderung etntreten lassen, als nur die Schüler und Schülerinnen, sowie die Turnerinnen neben den volkstümlichen Hebungen Geräteübungen auszuführen hatten, während sich der Hebungsstoff bei den Turnern und 3ugendlichen auf volkstümliche Hebungen beschrankte. Der Erfolg dieses Versuchs war ein recht guter, Beteiligung und Leistungen sind durchaus zufriedenstellend. Am ersten Tag traten zunächst die Geräteturner im Hebungslokal zum Geräte Wettkampf an und boten dabei mitunter ganz vorzügliche Leistungen. 3n geschlossenem Zuge gings hieraus nach dem Sportplatz, wo die volkstümlichen Hebungen ausgetragen wurden. Sie bestanden bei den Schülerinnen aus 50°Meter°Lauf, Dallweitwurf und Weitsprung, bei den Turnerinnen aus 75-Meter-Lauf, Ballweitwurf und Weitsprung, bei den Schülern aus einem Lauf (50 bzw. 75 Meter) Weitsprung und Dallweitwurf. Bei den Turnern und 3ugend- lichen waren Speerwerfen, Schleuderball, 100- Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen und Stabhochsprung vorgeschrieben. Durch die räumliche Entfernung der beiden Hebungsplähe wurde das Turnen am ersten Tage gegen Mittag abgebrochen und die Sprungübungen auf den nächsten Sonntag verlegt. Gin ganz respektabler Zug war es, als sämtliche Teilnehmer mit frohen Turnerliedern nach Hause zogen. 3m großen Garten des Hebungslokals wurden am Sonntag die Sprünge zu Ende geführt. Damit ist das turnerische Leben für dieses 3ahr zu einem gewissen Abschluß gelangt. Besondere Anforderungen werden nochmals an die aktiven Vereinsangehörigen zum Stiftungsfest gestellt, bei welcher Gelegenheit auch die Resultate des Abturnens bekanntgegeben werden. Dann heißt's erneut an die Arbeit, denn das kommende 3ahr bringt für W'eseck das Bezirksturnfest und damit eine Fülle von Arbeit und Aufopferung. Sportumschau für Sonntag, 18. Oktober. Turnen und Leichtathletik: Das bedeutungsvollste turnsportliche Ereignis des Sonntags ist in der G r u n d st e i n l e g u ng des Sportforums am Sonntagvormittag in Berlin zu sehen. Bei dieser Gelegenheit wird der Grobstaffellauf „Rund um Berlin" ausgetragen. Die Süddeutsche Meisterschaft im 50-Kilometer-Gehen wird in Aschaffenburg ausgetragen. Am italienischen Marathonlauf beteiligen sich, wie es heißt, der deutsche Meister Hempel und sein Klubkamerad Pohl. Rasensport: 3m Fußball sind die Meisterschaftsspiele Trumpf, ebenso int Handball. Der Golfsport bringt in Hamburg kleinere Spiele. Schwimmen: 3m Reiche herrscht allgemeine Ruhe. Rur in Berlin treten die Schwimmer zum 3ubiläums- Schwimmfest des Berliner Taubstummen- Schwimmvereins an. Die Turner vereinigen sich in einem Reich-offenen des S. C. Aegir-Schöneberg. Boxen: 3n Stettin stehen sich in der Silber- Pokal-Vorrunde die Brandenburgische und die Rordostdeutsche Repräsentativ-Mannschaft der Amateure gegenüber. 3n Hamburg wird die Vorrunde um die Mannschafts-Meisterschaft im Amateurböxen Co- lonia-Köln gegen Sportmann Hamburg crusge- iragen. Das Dre iländertumier Deutsch- land-Oesterreich-Hngarn wurde wieder abgesagt. Ein Städteringkampf Mannheim — Karlsruhe geht in Karlsruhe vonstatten. Motorsport: Der Sauerländische Bob- und Autoklub bringt das 4. Winterbergrennen zum Aus trag. Flachrennen veranstalten der 2L S. E. Senftenberg sowie die Arbeitsgemeinschaft der Desolei In Düsseldorf. Zuverlässigkeitsfahrten finden statt durch den M. C. Wismar, dem Gau Xa Rord- hab ern des ADAC, und den M. E. 3th-Weser, Bodenwerder, und durch die Pommersche Motorradvereinigung, Motorrennen finden in München- Dag Ising statt. Rads Port: Bahnrennen gehen in Frankfurt a. M. Hannover und Köln, Fernfahrten m Peine Köln und Dresden vor sich. Stand und Vorschau der Vezirksliga in Hessen-Hannover tz. Zunächst ein Blick auf die Tabelle, die sehr interessant ist. Dabei ist zu beachten, daß bei gleicher Punttzahl der Verein mit weniger Spielen führt, bzw. bet ebenfalls gleicher Zahl der ausgetragenen Spiele der mit dem besseren Torverhältnis. Siehe: Kurhessen und Sport Kassel, sowie F. C. Wetzlar und Münden. Kurhessen Kassel 16 Spiele 27 Punkte Sport Kassel 17 . 27 „ 05 Göttingen 19 „ 26 „ Spielverein Kassel 18 „ 24 . Hessen 09 Kassel 16 „ 23 . Borussia Fulda 18 . 22 „ S. C. 03 Kassel 16 „ 20 „ Marburger S. Vg. 17 „ 81 . S. Dg. Göttingen 17 . 15 „ F. C. Wetzlar 19 „ 14 . Gießen 1900 17 . 8 , Osterode 19 , 7 „ Wer spielt am Sonntag? S. C. 03 Kassel- Sport. Borussia Fulda—Spielv. Kassel. Marburger S. D.—Kurhessen Kassel. Osterode—(Sie- Vßen 1900. Hann.-Münden—Hessen 09. S. Vg. Göttingen—05. Wer gewinnt? Gießen 1900 und Hessen 09. Die vier anderen Begegnungen in Kassel, Marburg, Fulda und Götttngen sind offen. Kreisttgaverbandsspiel in (Stehen. Kommenden Sonntag findet das zweite Kreis- ligaverbandsspiel auf dem Waldfportplatz des D. f. D. in Gießen statt. Der Plahverein hat diesmal D. f. R- Butzbach zu Gast. Ob er auch dieses Spiel gewinnen wird, bleibt bis dahin eine offene Frage, da D. f. R. Butzbach eine äußerst durchschlagskräftige Mannschaft besitzt, die u. a. sogar schon bekannten Gauligamannschaften das Rachsehen gegeben hat. Das Spiel der Buh. bacher erhält ein besonderes Gepräge durch die Mitwirkung einer Anzahl Schuhpolizeibeamten, die als vielseitig trainierte Sportsleute durch ihr forsches Spiel der Mannschaft schon zu manchem Sieg verhalfen haben. V. f. D. spielt in stärkster Aufstellung und will siegen. Hm 1 Hhr, vor dem Ligaspiel, tritt die 2. V. f. D. gegen die 1. von Niedergirmes an. Da beide punktgleich stehen, wird dieses Spiel über die ä-Meistermeisterschaft entscheiden. Ersterer wäre diesmal etwas mehr Ruhe im Spiel dringend zu empfehlen. Auch die 3. D. f. D. hat sich wiedergefunden und gibt ihr erstes Debüt gegen die gleiche der Spielvereinigung 04 auf dem Hniversitatssportplatz morgens um 10 Hhr. Die 1. 3ugend fährt zum V. f.R. Butzbach zum ersten Verbandsspiel. Fuhball-länderspiel Deutschland — Schweiz. Rach einem Auswahlspiel der ursprünglich ausgestellten Schweizer Ländermannschaft gegen eine Auswahlelf ist jetzt die endgültige Mannschaft aufgestellt worden. Die anfangs nominierte Mannschaft hat danach noch eine wesentliche Aenderung erfahren. Das Auswahlspiel, das unentschieden 3: 3 endete, zeiate auf beiden Seiten keine überragenden Ergebnisse. Rach diesen letzten Erfahrungen wurden für das Länderspiel gegen Deutschland am 25. Oktober in Basel auf gestellt: Pulver: Schneebelin, Ramseher: Oberhäuser, Osterwalder, Fäßler; Ehrenbolger, Dietrich, Hür- zelen ll, Poretti, Schorri. Turnplatz- und Turnhallenbau in Sachsen. Der Turnkreis Freistaat Sachsen, der größte Turnkreis der Deutschen Turnerschaft, ist in seiner turnerischen Arbeit besonders rührig, und seine Bestrebungen gehen erfreulicherweise nicht nur auf die Förderung der technischen Fertigkeiten der Turner aus, sondern er richtet seine Bemühungen auch nachdrücklich darauf, daß die sächsischen Turnvereine bodenständig werden, d. h., daß sie sich eigene Turnhallen und Turnplätze schaffen. So sind allein im vergangenen 3ahr 1924 nicht weniger als 58 Reubauten entstanden und 127 Spiel- und Hebungsplähe gekauft, eingerichtet oder erweitert worden. Auch acht Schwimmeinrichtungen wurden geschaffen, ein gutes Zeichen für die aufwärtsstrebende Schwimmbewegung in der D. T. Für 1925 sind 86 sichere Baupläne oorbereilet, zum Teil schon in Angriff genommen oder ausgeführt. Vielfach hilft die Arbeitskraft der Mitglieder selbst zur Fertigstellung der Hallen und Plätze eine Opferwilligkeit, die sich bald in materieller und ideeller Hinsicht bezahlt macht. Anerkannte Leichtathletik-Rekorde. do. Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik in Berlin hat ■ folgende Verbesserungen bisheriger deutscher Höchstleistungen anerkannt: 5 mal 100-Mtr-Staffel: 53,5 Stuttgarter Kickers (Rees, Möbus. Schmidt, Hubrich, Eorts) 5. September 25 in Stuttgart. vchwadeustaffak fFrauarft LÄLF Berliner Sportclub (Henrch Kohler, Brandes. Pöting). 21. 3unl 25 in Berlrn. Kugelstoßen (Stauen): 11,57 Wtr Frtt Henoch (Berliner S. E.), 18. August 25 in Leipzig. Wintersport. Deutsche Kampfspiele im Eislauf vo. Die alle 4 3ahre zum Aus trag gelangenden Kampfspiele tm Eislauf kommen in diesem 3ahre im Schwarzwald zur Entscheidung. Titi- see und Triberg teilen sich die Wettbewerbe. Eishockey, Eisschießen und EiSschnellausen hat sich Titisee gesichert. Auch wird hier wahrscheinlich zu Beginn der Kampsspielwoche vom 23. biS 31. 3anuar die Deutsche Schnellauf meisterschaft abgetragen werden. 3n Triberg versammeln sich Die Teilnehmer zum Kunstlaufen. Kirche und Schule. Die größte kirchliche Orgauisatiou in Hessen ist nach dem gedruckten 3ahresbericht der Evangelische Bund. Der hessische Hauptverein, der vor kurzem feine diesjährige Hauptversam- lung in Alzey abhielt, hat darnach im 3ahre 1924 einen Zuwachs von 31 Zweigvereinen und 1647 Mitgliedern zu verzeichnen, so daß er jetzt insgesamt 218 Vereine mit weit über 20 000 Mitgliedern zählt. Der ihm an- gegliederte hessische Hilfsausschuß für Oesterreich hat im letzten 3ahre für seine drei Pflegegemein- den in Steiermark: Leoben, 3ubenburg und Knittelfeld insgesamt 10 000 Mk. ausgebracht, darunter 3000 Mk. auS einer Spende der hessischen evangelischen Psarrer. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 13. Oft. Ein vielfach vorbestrafter Kaufmannsgehilse aus Barmen kam im Herbst vorigen 3cchres zu einem hiesigen Herrn und bat ihn unter Schilderung seiner angeblichen Rotlage und unter dem ausdrücklichen Versprechen der Rückzahlung in den nächsten Tagen um ein Darlehen. Dieses wurde ihm auch in Höhe von 30 Mk. gewährt. Schon am nächsten Tage versuchte der Schwindler sein Glück unter den gleichen Vorspiegelungen bei demselben Herrn nochmals, und es gelang ihm auch tatsächlich, weitere 15 Mk. zu erhalten. Damit verschwand der glückliche Darlehensnehmer und ward nicht mehr gesehen, bis es endlich gelang, seinen Aufenthalt im Gerichtsgesängnis in Dortmund festzustellen. Er erhielt stier als rückfälliger Betrüger mit Rücksicht auf feine vielfachen Vorstrafen eine Gesamt gefängnis- strafe von 6 Monaten und wird dann nach Frankfurt a. M. gebracht, wo et sich wegen ähnlicher Schwindeleien vor Gericht zu verant- Worten hat. Ein Einwohner M. von Grohen-Lin- den versetzte dem Sohn eines Rachbarn R. eine Ohrfeige, weil er angeblich seinen, des M. 3ungen, mißhandelt hatte. Dies sah ein anderer Rachbar W, der dem R. davon Mitteilung machte und mit ihm in das Haus des M. ging. Obwohl ihn die ganze Angelegenheit weiter gar nichts anging, faßte W.. der nach seiner eigenen Angabe mittags von 2 bis gegen 8 Hhr eine längere Wirtshaus-Sitzur.g gemacht hatte, den M. am Rock und an der Kehle und warf istn zu Boden. Gr wurde deshalb wegen tätlicher Beleidigung und Körververlehung zu einer Geldstrafe von 40 Mk. verurteilt. Rundfunk-Programm des Arankfurtrr Tenders. (Aus der „Radio-Umschau ".) Samstag, 17. Oktober. 4.30 bis 6 Hhr: RachmittagSkonzert des Hausorchesters: Reue Schlager und TanzmusS. 6 bis 6.30 Hhr: Die Lesestunde (für die reifet» 3ugend): Aus „Die rote Koppel. eine Tierg«^ schichte von Svend Fleuron. 6.30 bis 7 Hhr: Der Briefkasten. 7 bis 8 Hhr: „Die Musik der Araber", Demonstratlonsvvrtrag von Dr. Wil- stelm Heinih-Hamburg 8 bis 8 30 Hhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. — Vortrag von Pros. Dr. Hülsen: Dom Entstehen un dWachsen der Renaissancekunst. 8.30 bis 9.30 Hhr: Tanzmusik der Tanzkapelle Steinmetz. 10 bis 11 Hhr: Frankfurter Lokaldichtung, aber ein wohlgepflegtes, üppiges, leuchtendes Haar verleiht der Trägerin einen solchen Liebreiz, da® sie auch Im einfachsten Kleid jede noch so kostbar gekleidete Rivalin in den Schatten stellt Das Haar ist nun einmal der herrlichste Schmuck der Frau, deshalb soll sie Ihn auch bestens pflegen. Womit? Natürlich nur mit dem altbekannten Kopfwaschmittel „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" Absolut unschSd- j lieh, prächtig schäumend, reinigt es nicht nur erfindlich das Haar, sondern gibt Ihm auch einen wundervollen, leuchtenden Glanz und jene I lockere Fülle, die das EntzOdcen jeder i Frau und — Jedes Herrn Ist Man verlange daher nur dieses Präparat, kun I gesagt „Schwartkopf ■ Schau mpon**. | und achte auf die Schutzmarke. Die Mmozlose 15taro Borneo - Sandblatt 1U ng. UByill I U pQr Liebhaber einer kernigen, sehr bekömmlichen Q Qualität, Zigarren - Vertriebs. G.nub.Ä Verkaufsstelle in Gießen: Mar kl L Der gefesselte Strom. Vornan von Hermann Stegemann. 37. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Warum nicht?" erwiderte er heftig. „Vorgestern. als ich dnfam, hieß es. der Vater sei krank, wünsche mich nicht zu sehen. Krank — daS hab' ich nicht geglaubt. Vicht sehen — um so eher. Gestern kamst du ungeheißen, riefst mich hinaus und wiederholtest, dah ich ihn nicht besuchen könne. Lind das war zu viel, Hermann. Lind unnötig dazu, denn gestern saß ich hier angeschmiedet, beide Füße im Stock. Gestern ging's um alles. Heute kommst du zum drittenmal. und jetzt höre ich, dah er wirklich krank ist. Lind jetzt muh ich's glauben. Lind weil ich's glaube, geh' ich zu ihm." .„Hanns, geh' nicht!" „Warum nicht! Meinst du, ich geh' aus Trotz. Weil er mein Vater ist, weil ich weih, dah ich ihm in sein Leben einen Rih gemacht habe, deshalb gehe ich. muh ich gehen." „Lind wenn du ihn tötest!" „Töten? Llnsinn, Bub, töten? Lebendig machen ist mein Beruf, nicht töten." Er warf den Kopf in den Vacken. „Lebendig machen", wiederholte er. „Siehst du, sie haben es eingesehen: vor einem halben 3a6r haben sie mir ihre Flüche, ihr Hohn- gelachter um die Ohren geschlagen, heute bin ich ihr Gott. Vun glauben sie. dah der Lauffen Gold schwemmt, wenn er aufgesprengt wird und in der Au die Turbinen laufen und das Wasser in den Schleusen braust. Sie sind sogar so hellhörig geworden, dah sie uns Bedingungen machen und uns die Hände 'binden wollen! Die Fischer, die Flößer die Ackerer: das Volk, das Iahr- hunderte ein Dämmerleben geführt hat, ist plötzlich lichthungrig geworden. Sie verkaufen ihre Sieder und ihre Vechte, sie wollen uns dabei nur den Daumen auft)rüden. Die Fischerinnung hat ihre Forderungen in runde Zahlen gebracht, und der Fischmeister Christian Ingold hat sich dabei als guter Aechner erwiesen. Ich will's ihm selbst bezeugen. Komm, Hermann, ich will ihm alles abbitten, was ich chm zu Leid gesonnen habe, er Weitz jetzt, dah ich nicht anders konnte." „Geh' nicht, Hanns", mahnte Hermann noch einmal. „Der Vater ist nicht mehr Fischmeister, nicht mehr Gemeinderat. er ist bei seinem Vein geblieben." „Vicht mehr Fischmeister, nicht mehr Obmann! Lind der Rhein findet noch den Weg durch den Lauffen!" rief Hanns. „Verhöhn' ihn nicht, ich hab' zu dir gehalten, und ich weih jetzt, daß das Kraftwerk am Rhein größer ist und mehr wert als jedes Opfer, das es fordert, aber verhöhn' ihn nicht, Hanns! Ich erwürge dich, wenn du ihn verhöhnst!" Mit flammendem Gesicht fuhr er auf den älteren Bruder los. Rasch umspannte Hanns die drohenden Fäuste, und ihn dicht heranziehend, Auge in Auge senkend, sprach er leise: „Verhöhnen? Hast du mein Erstaunen für Hohn genommen! Es ist mir durch und durch gegangen, dah der Vater nicht mehr Fischmeister ist. Durch und durch, und ich werde schwer daran zu kauen haben, dah ich ihn dazu getrieben habe." „ _ Der Iüngling war erblaßt, verebbt die Springflut seines erregbaren Blutes. Er sah, wie sich das Gesicht seines Bruders wieder hart spannte, die Blicke sich schärften und die Lippen trotzig zuckten. ’ Ieht gab Hanns ihm die Hände frei, strich sich über die Stirn und fuhr mit metallischer Stimme fort: „Schwer, verdammt schwer daran zu kauen, aber ich trag's." Lind erwandte sich zu den Plänen und Papieren auf dem Tisch. Hermann wartete eine Weile, und als er die Hände des Bruders nervös bald dieses, bald jenes Schriftstück ergreifen sah, drängte ihm die Erzählung von der fressenden Verbitterung zum Wunde, die den Vater während des Winters befallen und ihn vor zwei Tagen nieder- gestreckt hatte. Mit kurzen Fragen peitschte Hanns ihn vorwärts. „Lind Ruth war bei ihm?" •■■■■••■■••eeeeeeeeeeeeee Achtung! Achtung! rote Soldvarmänen, Schöner £U|ilUJ|Cl von BoSkov und alle erittL Sorten zu billigen Preisen eingetroffen. Zwiebeln 8tr.8TZ sowie Meerrettich Berkaus Samstag von 8 Uhr an, am Eingang vom Botanischen Garten. Frau Frosch, Neustadt 19. 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Freikarten nnd alle Vergünstigungen aufgehoben. Verstärktes Orchester« 9674c In der Nachmittags- und Abendaufführung Gesangseinlage: Ave Maria von Schubert. Astoria-Lichtspiele Selteraweg meiste Imperator Abenteuer des Riesen Macistes. Um Sonntags einem allzu großen Andrang vorzubeugen. läuft in den Palast-Lichtspielen “SSF nur am Sonntag, ab 5 Uhr Ole weIHe Schwester beseitigt.' Herr Dr. med. ®. In 2. hat mit CS‘ Serba-Keif« 6n unreinem Leint vrücvtlae Erfolge erzielt, «er et M. -.65, Wio verstärkt TL 1— Zur Aachdehandlung ist Herva^reme desonderß zu emostlslen. Zu haben tn ollen Aootbeken. Drogerien und Starf Outeten km. Hatte Feuerwehr Samstag, Den 17. VNover. abends 87, W, |0 der Intnöalle des Turnvereins von 1846 Familienabend anläßlich des 70jährigen Bestehens Uniform: Tuchrock.—Nur vom Vorstand etngeladene Gäste haben Zutritt. 9414c Der Vorstand. Zu mir ist der Weg "ff; und zwar deshalb,weil jedermann, der bet mir gekauft bat, von der Güte und Billigkeit überrascht ist. 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Lind als hätte der Bruder sich zum Sprecher seiner eigensten Gedanken gemacht, fragte Hermann auf einmal leise: „Hanns, warst du schon bei ihr?" Stärker mahnten die inneren Stimmen, doch hart erwiderte er: „Du hörst, dah ich keine Zeit hatte." Lind Entfremdung baute die ersten Steine auf zwischen Hermann Ingold und seinem Bruder. Schon im Begriff zu gehen, sagte der Iün- gere noch: „Der Vater hat dir die Privatstunden, die du für mich bezahlt hast, gutgeschrieben. Er will nicht, dah einer vom anderen empfängt." Ein Stutzen, em Auffahren und Sichbeherr- schen, und Hanns Ingold antwortete: „Gut." Dann stieß er den Zirkel in den großen Plan, rollte ihn auf und griff zum Bleistift. Hinter ihm klang die Tür. In der Konferenz waren viele Seiten mit Wünschen, Begehren und Vorschlägen vollgeschrieben worden, die von den Gemeinden, Anstößern und Kraftabnehmern, von der Handelskammer und der Regierung zum Ausdruck gebracht worden waren. Sie hatten sich der Gründung willig gezeigt, seit die Millionen dahinter leuchteten, aber den Entwurf hin und hergewendet wie eine alte Iacke. Lind der Ingenieur hatte den ersten Zwang gespürt, der dem frei schaffenden Geist auferlegt wird, wenn Pläne in Wirklichkeit wachsen sollen« Aber Ingold war kein Schwärmer, sondern ein Wirklichkeitsmensch, der um jeden Fußbreit Boden rang und das Ganze nicht fallen lieh, weil im kleinen gemäkelt wurde. Schon rih ihn der Kampf mit den Widerständen, die ihm bei der Ausführung des Werkes entgegentraten, ungestüm fort. Die Gesellschaft war gegründet, vier Millionen gezeichnet, Verträge geschlossen und die Genehmigung in sichere Aussicht gestellt, jetzt hatte er Boden unter den Füßen und lieh sich nicht mehr werfen. Er war nie gesunder, mutiger, rücksichtsloser gewesen als in diesen Tagen. Er spürte angestaute Energien nach Entfaltung ringen: alle Kräfte seines Geistes, alle Schwingungen seiner Seele drängten zu seinem Werk. Die Fischer verlangten Entschädigungen, Abfindung für die Wasserweide, die verloren ging. Gut, das war eine Geldfrage, die hatten andere zu erledigen. Er sorgte nur für die Fischpässe, die sie gefordert hatten. Einer am linken Llfer, wo der Talweg zog, war schon im Plan vorgesehen. Eie verlangten auch eine Treppe am rechten Llfer. Dort, wo der Vater das Stanggarn geführt hatte. Mit festen Strichen zeichnete er die Treppe in den Plan. Er muhte den Pah im spitzen Winkel zu der schräg stromab gedichteten Turbinenanlage anlegen, das Llfer zurucksehen und bastionieren. die Treppe auf sechzig Meter zurückbiegen und dann ins Gelände einschneiden, um sie mit einer Steigung von 5 Prozent um das Turbinenhaus herum in den freien Strom zu führen. Der Lageblan zeigte das alte Strombett mit seinen Felsenufern, die Flut grün angefärbt und die Klippen schwarz schraffiert, jeden Felsen genau nach der Vatur profiliert. Blaue Kurvenlinien gaben Strömung und Wirbel an. und in harten roten Strichen stand das Werk mit seinen neuen Llfern, die rücksichtslos ins Gelände schnitten, mit dem quergestellten Stauwehr und dein schräggerichteten Turbinenhaus im gefesselten Strom. Der Sttft flog, der Radiergummi scharrt^ breit lag die Sonne km Fenster, und höher stieg der Tag. tolaf) Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofsir. 60 vorn. Hermes Neue Kurse ^72. Oktober. Spezialitäten: Obst* tu Gemtteekou- serven. Soul-, Essig- tu Salzgurken, Cor- nlchone, nilnod-Plok- les, Sauerkraut, Ha- rinaden, Feinkost- u. Kolonialwaren, Tee, Kaffee, Kakao, Schokoladen, Liköre, Weine empfiehlt 9663c J. M. Schulhof Seit 1830 Marktstr. 4, Tel 119. BosleMnnB-frolHaM. Russen Schwaben Läuse Flöhe Wanzen Mttnse Ratten g vernicklet buck- ftiiblicb In ein. Nacht vinolLN Zn Pak. bzw. f. Insekten anTieren tn ausgtebtgenSprttz- dosen crbältL bei Drog. J. W. Kurs Nach!.,Neustadt 11, Drog. Go. 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