Nr. 2(7 Erster Blast (l> (75. Jahrgang Mittwoch, (6. September (925 Erscheint täglid), außer Sonn« und Stiertags Beilagen: G lebenerSamtlienblätieT Heimat im Bild Monat,-Sezngrpreir: 2 Doldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sernfpre ch-Anschküsse: Schristleitung 112, Ter» lagundGeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeigerriebe». Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Skinöruderei B. Lange in Stehen, schristleitung und Geschäftsstelle: schulftrahe r. Annahme von Lnzetaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jebc'BcrbinblüWit Preis für I mm höhe für Anzeigen von Ä mm Breite örtlichS, auswärts 10 ©olbpftnnig; für Re- klame-?lnjeigen d 70mra Breite 35 (bolbpfenniq, Playvorschnst 20^ .Ausschlag. - Verantwortlich für ‘Politik u. Feuilleton: llr.Frirdr. Wilh Sange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für bcn Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gieszen (Einberufung einer WeltwirtschastsKonserenz Loucheur. Frankreichs mahgebendster Volkswirt, hat Vie Böllerbundstagung benutzt, um einen feiner Lieblingsgedanken, die Einberufung einer Weltwirtschaftskonferenz, durch ble Einbringung einer entsprechenden Resolution per Verwirklichung näherzubringen Die Konferenz soll die wirtschaftlichen Schwierigkeiten untersuchen, die der Wiederaufrichtung eineS allgemeinen Wohlständes entgegen flehen und die Wittel zur Ueberwindung dieser Schwierigkeiten und zur ‘BermeiDung von Konflikten feststellen. In einer kurzen Begründung wies Loucheur darauf hin, daß die Kriegsursachen nicht nur politischer, sondern häufig auch wirtschaftlicher Art gewesen seien. Aach den durch den Krieg geschaffenen tiefgehenden wirtschaftlichen 'BeränDcrungcn befinde sich heute Europa und die ganze Welt in einem Zustand wirtschaftlichen Anbehagens. Der nach dem Krieg entstandene wirtschaftliche Aationalis- m u S könne die schwersten Gefahren für den Frieden bringen. Die Konferenz solle freilich nach der Auffassung der französischen Regierung nicht etwa zu internationalen Konventionen führen. Ihr Ergebnis müsse vielmehr darin bestehen, daß gewisse Prinzipien sür Produktion und Absatz ausgearbeitet werden, durch die gewisse einschränkende Mahnahmen im internationalen Wirtschaftsleben aufgehoben werden, um dadurch wenigstens für eine bcftimmte Zeit das Gleichgewicht im internationalen Wirtschaftsleben herzustellen. Es dürfte wohl auch keinem Zweifel unterliegen, dah der Völkerbund diese Anregung des lranzöfischen Delegierten akzeptiert, leiden doch heute alle Staaten gleich stark unter den wirtschaftlichen Folgen des Weltkrieges. Selbstverständlich ist, dah auch Deutschland zu dieser Konferenz geladen wird. Stimmen für eine Heranziehung des Deutschen Reiches auch dann, wenn eS noch nicht Mitglied des Völkerbundes sein sollte, werden bereits in Genf laut. Ob aber diese Konferenz imstande sein wird, die aus den Fugen geratene Weltwirtschaft wieder in Ordnung zu bringen, bleibt abzuwarten. Frankreich steht heute auf dem Kontinent am besten da. es wird versuchen, seine wirtschaftliche Vorherrschaft auf dem Festland zu stärken und zu festigen. DaS muh wiederum die Opposition Englands heraussordern, dazwi chen bleibt Deutschland, das cbenfalls ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Eins steht aber schon jetzt fest: Jede Erörterung über eine Milderung der Weltwirtschaftskrise und über die Herstellung gesunder Verhältnisse wird und muh auf das Reparationsproblem stohen, ohne dessen restlose Beseitigung es der Konferenz niemals gelingen toirD, wirtschaftliche Ziele, die allen Dollern zum Segen gereichen sollen, zu erreichen. Hier liegt die Gefahr, dah die Konferenz schliehlich ergebnislos acksemarldergehen wird. De Monzie in Berlin, kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland imb Frankreich. Berlin, 16. Sept. (T. U.) Der französische Kultusmini st er b e Monzie hat gestern oormittag dem preußischen Kultusminister Pro- iessor Dr. B e ck e r einen Besuch gemacht und eine etwa einftünbige Unterredung mit ihm gehabt, bei der die Schwierigkeiten für die internationale Zusammenarbeit der Gelehrten erörtert wurden. An einem anschließenden Frühstück nahmen neben dem preußischen Ministerpräsidenten Braun der französische Botschafter de Margerie, die Staatssekretäre Schubert, Zweigert und Lammers und namhafte Vertreter der Wissenschaft und Kunst teil. Herr de Monzie befand sich in Begleitung der Professoren Brunot, Dekan der Sorbonne, und Hesnarb. fiulfusminifter Lecker begrüßte den Besuch des französischen Unterrichtsministers als einen weiteren Schritt zur kulturellen öerftänbigung ber europäischen Völker, insbesondere bes französischen und des deutschen. Die Wissenschaft sei ihrem Wesen nach international, aber der Mensch, der sie erzeuge, gehöre dem nationalen Boden an, in dem sein Bolt wurzele, und könne sich ohne Schädigung bei seiner geistigen Arbeit von den Geschicken seines Volkes nicht lösen. Daraus ergeben sich Schwierigkeiten für die internationale Zusammenarbeit der Gelehrten, wenn ihre Völker in Konflikte gerieten. Nach dem Kriege sei eine Boykottbewegung gegen Deutschland eingeleitet worben. Um so erfreulicher begrüße er die vorurteilsfreie Initia- üve de Monzies und heiße ihn als Vorkämpfer der geistigen Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich willkommen. Herr de Monzie wies auf die Notwendigkeit der Teilnahme Deutschlands an der bevorstehenden Einweihung des 3 n - ftitut International b c C onfebdra- t i o n b ’ 9 n t e 11 e c t u e 11 e hin, zu der fein heu- tiger Besuch in Berlin die Brücke schlagen solle. Die Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet müsse bestehen in dem Austausch von führenden Köpfen der Wissenschaft, in dem Austausch der studierenden Jugend und in der wechselsteitigen Beteiligung an den Ausstellungen von Kunst und Kunst'gewerbe. Um eine persönliche Aeußerung gebeten, ergriff Professor Brunot das Wort: Man könne zwar den Universitäten und den wissenschaftlichen Körperschaften ihre Haltung nicht vorschreiben, man dürfe nicht gleich Massen- mirkungen erstreben, vielmehr solle man an die Die Einladung an Deutschland. Die Einladung zu der zweiten internationalen Konferenz, Die nun schon seit Wochen in der Luft hing, ift am Dienstag durch den fran- zösifchen Botschafter in ‘Berlin überreicht worden, wobei als beachtenswerte Auance angefügt fein mag. dah die englische Regierung es für angezeigt gehalten hat. durch ihren Geschäftsträger unmittelbar nach dem französischen Botschafter ihre eigene Meinung dem deutschen Außenminister noch zur Kenntnis zu bringen. Man darf vielleicht annehmen, daß durch diefe Unterhaltung die mancherlei Unklarheiten, die über Form und Umfang der Konferenz bestehen, aus der Welt geschafft werden sollten. Denn tatsächlich sind wir durch die Einladung noch keinen Schritt weiter gekommen, weil alle die Vorfragen, die unbedingt geklärt werden müssen, ehe die Unterhaltung beginnen kann, noch ihrer Erledigung harren. Man kann sich für Ministerbegegnungen die verschiedensten Kombinationen vorstellen, man kann an höchst offizielle Versammlungen denken, wie sie etwa der Völkerbund Darstellt, man kann aber auch an eine Aussprache im vertrauten Kreise denken, die vielleicht geeignet wäre, mancherlei Schwierigkeiten des schriftlichen Verkehrs im Handumdrehen zu beseitigen. Mag sein, daß auch Herr Briand ursprünglich an etwas Aehnliches gedacht hat: das Gerede von seiner Privatzusam- mentunft mit Dr. ©trefemann, das doch offenbar von Paris seinen Ausgang nimmt, will nicht zum Verstummen kommen, und eine solche Besprechung hätte vielleicht auch fein Gutes gehabt, wenn sie möglich wäre, ohne vorher an die große Glocke zu kommen. 1 Daß sie in diesem Augenblick unmöglich ist. wo sie von den Engländern als Tusch aufgefaßt werden müßte, ist selbstverständlich. Aber für künftige Fälle sollte man doch den Gedanken, dah eine Unterhaltung von einer Stunde unter Umständen Hindernisse beseitigt, die ein monatelanger Rotenwechsel auf gehäuft hat, nicht ganz von der Hand weisen. Jedenfalls ist, nachdem diese Konferenz nun einmal eine europäische Angelegenheit geworden ist, an eine vertrauliche Aussprache unter Ausschluß der Öffentlichkeit nicht mehr zu denken: je?cr Staat wird mit dem ganzen Aufgebot von Ministern, Mitarbeitern und Pressevertretern erscheinen. die einer solchen internationalen Angelegenheit würdig sind. Dabei ist aber immer noch die Frage zu klären, welche Vollmachten den Vertretern mit auf den Weg gegeben werden sollen. Rechnet man die Zusammenkunft der Juristen als die erste Etappe, dann könnte sich daran jetzt eine unverbindliche Konversation der Außenminister als zweite Etappe knüpfen. die dann nachher durch eine große Ministerpräsiden- tenentervue gekrönt würde. Es ließe sich aber auch das Mittelstadium sparen und die kommende Konferenz so aufziehen, dah ihr Mandat bis zur Unterzeichnung der erst abzuschließenden Verträge reichte. Welche Absichten auf der Gegenseite bestehen, wissen wir nicht. Eine Zeitlang herrschte die Ansicht vor, gleich bis zum Letzten zu gehen. Dieser Plan ist aber fallen gelassen worden, und es wird weiteren Verhandlungen überlassen bleiben, den Rahmen abzustecken, in dem sich die Unterhaltungen bewegen sollen. Besteht aber die Meinung, etwas Abschließendes zu sagen, dann sind wir der Auffassung. daß man nicht dieAuhenminister allein reifen lassen darf, dah sie vielmehr in Begleitung andere r maßgebender Mitglieder ihres Kabinetts erscheinen müssen. Mag fein, daß die Engländer und Franzosen das entbehren können, bei der ParteikonstellatiorE wie sie gegenwärtig in Deutschland besteht, dürfen wir auf die Einschätzung Derartiger Imponderabilien nicht verzichten. Es ist ja ein öffentliches Geheimnis, daß die Tätigkeit des Reichsaußenministers auf dem rechten Flügel der Deutschnationalen mit einigem Mißtrauen betrachtet wird. Wirt» er allo allein dviuhen verhandeln, dann wäre die unausbleibliche Folge, daß inzwischen gegen ihn hiek eine Wühlerei losginge. deren Wellen auch in das Kabinett hinein- schlagen mühten. Seine Stellung wäre also kaum stark genug, um den Druck von drinnen und von Draußen gleichzeitig zu tragen, zum mindesten nicht, ohne daß dadurch seine Derhandlungs- fähigkeit der Gegenseite gegenüber vermindert wäre. Deshalb ist es schon richtiger, dah in diesem Falle der Reichskanzler und der Vertrauensmann der Deutschnationalen im Kabinett. Minister Schiele, ihn begleiten, damit dann an Ort und Stelle Die Mitglieder Des Kabinetts vertreten sind, die Vollmachten haben, auch weittragende Entsche.düngen zu treffen. Wie das aber eingerichtet werden soll, wird, wie getagt, davon abhängen, welche Vollmachten England und Frankreich der Konferenz zu ver- leihen gedenken. Da sie aber selbst offenbar noch an Lausanne festhalten, also große Dorbereitun- gen auch in der Auswahl der Unterkunftsräume für nötig halten, scheinen sie etwas ähnliches, wie die Londoner Konferenz, aufziehen zu wollen. Daß von deutscher Seite die Einladung angenommen wird, daran kann fein Zweifel be- ftehen, zumal da das, was Dr. Gaus von London mitgebracht hat, geeignet erscheint, mancherlei Bedenken auszuräumen, die bisher noch bestanden. 'Allerdings wird es gut fein, wenn von unserer Seite von vornherein betont wird, daß wir ein Minimalprogramm haben, auf das wir unter feinen Umständen verzichten können. Ein Minimalprogramm, was nicht aüeih den Sicherheitsvertrag selbst anlangt, sondern auch die Fragen, die von der Gegenseite damit verkoppelt werden sollen. Das wäre einmal unsere Stellung zum Völkerbünde und zum anderen die Räumung der er ft en Zone, endlich aber auch der Kreis der Teilnehmer. Ob es nützlich ist, das in einer zu sagen, darüber kann man zweifelhaft fein. Jedenfalls wäre es gut, wenn darüber feine Unflarheit gelassen würde, daß wir nicht auf eine Konferenz gehen, um lediglich die Verpflichtungen von Versailles noch einmal zu unterstreichen oder zu erweitern, sondern bah wir tm W» en die Hand zum Frieden bieten, um im Ötzen iie Möglichkeiten auszunutzen, die sich.uns offne 'Jppell an die Waffen ergeben. Die Ueberreichung des Memorandums. Berlin, 15. Sept. (TDolff.) heute mittag 12 Uhr hat der französische Botschafter de Margerie dem Außenminister Dr. Sftefemann das angefünblgte Memorandum der französischen Regierung übergeben. Der Wortlaut des Memorandums wird am Donnerstag früh veröffentlicht werden. Es wird in ihm, wie die Blätter erfahren, lediglich festgestellt, dah es nach Aussassunq der alliierten Regierungen wünschenswert erscheine, nunmehr eine Ministerkonseren, ftattfinben zu lassen. Ein Ort hierfür wird nicht genannt, hinsichtlich des Zeitpunktes erachten die alliierten Regierungen Ende September ober 21 n - fang Oktober für geeignet und erwarten eine deutsche Antwort hieraus. Diese Antwort wird erst erfolgen, nachdem das Kabinett sich mit der mate- Kreise appellieren, in Denen ber Gebanke an eine wissenschaftliche Zusammenarbeit lebenbig geblieben sei. Die Mehrzahl ber französischen Gekehrten verbeuge sich vor bem, was bie beutsche Wissenschaft zum ortschritt ber Geister beigetragen habe, unb vor bcn Vorzügen ber beutschen Rasse, bie burch ihre Methoben, burch ihren Fleiß auf geistigem Gebiet Großes geleistet habe. Niemals habe er selber vergessen, was er ben beutschen Geistern ber Wissenschaft verdanke. Eine solche geistige Schuld müsse jeder ehrlich Denkende anerkennen. Es würde für die Menschheit ein Unglück bedeuten, wenn die beiden größten Kulturvölker nebeneinander arbeiten wollten, ohne sich um eine gegen» seifige Ergänzung zu bemühen. Der deutsche Richtertag zum Strafgesetzentwurf. Augsburg, 15. Sept. (TU.) In Der heutigen Sitzung des deutschen Richtertages sprach Oberlandesgerichtspräsident Dr. Silberschmied über den Entwurf eines A r b e i t s - gerichtsgefehes. Er wies daraufhin, daß die deutschen Richter nach wie vor gegen alle Sondergerichte seien. Rach dem Entwurf sollen die Arbeitsgerichte für alle Lohnempfänger zuständig fein. Die Frage der Arbeitsgerichte sei keine Sonder-Angelegenheit einer einzelnem Partei, sondern berühre die Allgemeinheit gleichmäßig. da jeder der Arbeitslohn erhalte, sein Recht vor dem Arbeitsgericht suchen mühte. Die Angelegenheit fei von lo großer Bedeutung, daß sie nicht gegen die Meinung des deutschen Rich- tertums entschieden werden" könne. Darauf berichtete Oberreichsanwalt Dr. Eber- mayer über den Entwurf des neuen Straf- gesehbu ches. Er faßte sein Urteil über den Entwurf dahin zusammen, daß er, trotz mancher Schwächen eine sichere Grimdlage bilde, auf der ein neues zeitgemäßes Strafgesetzbuch aufaebaut werden könne. Der Entwurf trage audy dem Verlangen der österreichischen Strafrechtspflege Rechnung und könne daher zu einem allgemeinen deutschen Strafgesetzbuch ausgestallet werden. Zn dem Strafgesehentwuis wurde folgende Entschließung angenommen: „Die in Augsburg versammelten deutschen Richter und Staatsanwälte begrüßen es, daß die mit Oesterreich gemeinsam durchzusührende Reuordnung des Strafrechts durch die Vorlage eines amtlichen Entwurfes zu einem allgemeinen deutichen Strafgesetzbuch der Derwirllichung wesentlich näher gebracht worden ist. Sie hält den Entwurf für eine geeignete Grundlage und wünscht seine baldige Verabschiedung und seine Einführung als Gesetzbuch." Hiermit ist das Arbeitsprogramm des deutschen Richlertages erledigt. Annahme des preußischen Etats. Berlin, 15. Sept. (TU.) 9m Hauptausschuß bes Preußischen Lanbtages nahm erneut Finanzminister Hopker-Aschoff bas Wort unb erklärte, baß nicht bas ganze Defizit burch Mehreinnahmen gebeckt werben könne. Das Defizit würbe sich auf 221—224 Millionen Mark stellen. Ferner gab ber Minister eine Darlegung über bie für 1926 angemelbeten Mehrforberungen. Diese bezifferten sich beim Wohlfahrtsministerium auf 67, beim Kultusministerium auf 73, beim Lanb- wirtschaflsministerium auf 66, beim Innenministerium auf 81, beim 9ustizministerium auf 30 unb beim hanbelsministerium auf 20 Mill. Mk. 9n ber Aussprache wurde von Zenlrumsseite geforberr, baß bie preußische Staatsregierung für eine bessere Vertretung Preußens bei der Reichsbahn sorgen müsse. Es stehe heuie fest, baß S-nem es auch hier oerftanben habe, sich, trotz rieUcn Lage befaßt hat. (Eine kablnellfltzung ist für Montag einberufen worben. Erst danach wirb weiteres über bie materiellen unb formellen Fragen gesagt werben können. 3m Anschluß an bcn Besuch bes französischen Botschafters suchte heute ber englische Geschäftsträger Addison bcn Reichsminister des Aeuhern Dr. Strefemann auf unb überbrachte namens ber englischen Regierung ble Einlabung zu ber Ministerkonseren; über bcn Sicherheitspakt. Die .Tägliche Rundschau", die dem Reichsauhenminister Dr. Etresemann nahe steht, schreibt über die vermutliche weitere Entwicklung des Konferenzvlanes folgendes Die Art der Ministerbesprechung kann heute kaum noch zweifelhaft fein. Die bevorstehende Ministerkonfercnz. wo sie auch immer ftattfinben mag. ist dieVoll- konfc^enz der bevollmächtigten Mini st e r. Wir nehmen an. daß man Darüber leicht eine Verständigung erzielen wird, wenn die Frage überhaupt noch zweifelhaft fein sollte, und daß auch die Beschickung der Konferenz durch die einzelnen Staaten diesem Konferenzzweck entsprechen wird. Das Memorandum hat auch die Frage nach dem Derhandlungspro- gramm noch offen gelassen. AuS dem bisherigen Derhandlungsgang ergibt sich schon eine ganz natürliche Begrenzung. Die Cdit Döner Iuristenkonserenz sollte die nötige Vorarbeit leisten und für die Ministerbefprechung eine in allen technischen und Rechtsfragen geklärte Grundlage schaffen. Die Vorarbeit ist auch geleistet worden und zwar in einer Weise. Die man auch von Deutschen Seite aus als zufrieden stellend bezeich' en kann. Wie bekannt, haben sich die Juristen in London lediglich mit dem Rheinpakt beschäftigt. So ist es denn ganz natürlich, daß auch die Winister'onferenz ihre Arbeit in Derselben Weise abgrenzt. Die Gründe, aus denen sich eine solche Festlegung des Programms ergibt, sind im übrigen wohl nicht nur formaler, sondern auch politischer Ratur. England hat bekmrntlich von Anfang an ei!n reges Interesse an Dem deutschen Paktvorschlag an Den Tag gelegt. Der englische Außenminister hat sich in einer UnterhausreDe mit der deutschen Anregung einverstanden erklärt. Die deutsche Anregung bezog sich aber nur auf einen Rheinpakt und man braucht nur einen Blick in Die englische Presse zu werfen, um zu erkennen, daß Di? englische Oeffentlichkeil eine Deutlich ausgeprägte Abneigung zeigt, über Diesen Rahmen hinaus auch noch Die Oft fragen in Den Kreis Der englischen Politik zu ziehen. Die englische Regierung denkt sicherlich nicht anders. Die bevorstehende Ministerlonserenz wird also wohl Den ganzen Komple-, Der Ostfragen aus ihrer Verhandlung ausscheiDen. Damit Dürfte auch Die Frage beantwortet fein, ob Polen unb Die Tschechoslowakei auf dieser Konferenz vertreten fein werden. Die französische Presse hat sich auch schon mit Der negativen Entscheidung abgefunDen. Sie erörtert den Gedanken einer gleichzeitigen Tagung von zwei Konferenzen, von Denen eine Den Rheinpakt, Die anDerc Die Ostfragen behandeln soll. Ein solcher Weg ist schon rein technisch nicht gangbar. Man wird sich allo auf zwei zeitlich und wahrscheinlich auch örtlich verschiedene Konferenzen einrichten müssen. feiner geringen Beteiligungsziffer, einen weit größeren Einfluß bei ber Reichsbahn zu verschaffen als Preußen. Hierauf wurde der Etat angenommen. Nachdem der Finanzminister noch mitgeteilt hate, daß sich der Staat mit 12 Millionen an dem Rhein - Ruhr - Elektrizitätswerk beteilige unb bie Mehrheit ber Aktien ber stinnes - Elektrizitätswerke erworben habe, war bie Beratung bes Haushaltes ber allgemeinen Finanz- verwa'tung unb zugleich ber Gefamtetat crlebigt. Das Reichsschulgesetz. Berlin, 16. Sept (Wolff.) Gestern traten in Leipzig Die Vertreter Der ßänDer» regicrungen zusammen, um in mnverbind- llcher Besprechung zu dem Reichsschulgeseh Stellung zu nehmen. Als Ergebnis des ersten Tages der Besprechungen weih die „Voss. Zlg." zu melden, daß unter Den Ländervertreterrr kein Einverständnis über den Gesetzentwurf herrscht. Die Vertreter mehrerer großer Länder sollen sich gegen eine baldige Aenderung Der bestehenden Ortsschulgefetzgebung im Sinne des Eintwurfes ausgesprochen haben. Der sozialdemokratische Parteitag. Heidelberg, 15. Sept. (TU.) In der Aussprache über Den Geschäftsbericht sprach als Erster Hermann Müller-Franken. In der Barmataffäre, so erklärte er, werde so getan, als wäre schon jede Bekanntschaft mit Bar- mat kompromittierend. Als aber zum erstenmal Führer der Sozialdemokratie mit Barmat in Amsterdam zusammengekommen seien, weilten auch Branting, Troelstra und andere internationale Sozialistenführer in diesem Hause. Der Unterausschuß Der Partei habe Die Beschuldigungen gegen die Mitglieder geprüft, ohne daß sich etwas Belastendes für sie ergeben habe. Bei der Präsidentenwahl seien auch Löbe und selbst Braun für die Aufstellung einer republikanischen Sammelkandidatur im ersten Wahlgang gewesen. Die Sozialdemokratie werde bei ihrer Politik daran denken müssen, daß sie in absehbarer Zeit wieder die Verantwortung für die Regierungspolitik wird übernehmen müssen. Verschiedene Redner aus Frankfurt protestierten gegen die Angriffe in dem Bericht des Parteivorstandes. Opposition sei manchmal ein verantwortungsvolleres Amt als die Mitläuferreihe. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands müsse wieder zu ihrer St 1 a f f e n - kampfpolitik zurückkehren. Abg. F l e i ß - n e r aus Dresden erklärte, daß man über Den Verlust von 10 000 Mitgliedcrn nicht glatt hinweggehcn dürfe, wie es der Dor- andsbericht tue. Liebmann - Leipzig erklärte :nit Bezug auf die B a r m a t a f f ä r e. daß eine Reihe prominenter sozialdemokratischer Führer nicht die nötige Distanz gehalten habe, gegenüber einem Manne, der in einer sehr kurzen Zeit zum Millionär geworden sei. In der alten Parte: unter Bebel wären solche Führer sofort erledigt gewesen. Abg. Heilmann ° Berlin bedauert, dah vor allem in der sächsischen Partcipresse den verleumdeten Genossen in der Barmataffäre die Solidarität versagt worden fei. Demgegenüber erklärte Müller- Leipzig, dah die Beziehungen prominenter Persönlichkeiten zu Barmat nicht zu leugnen seien. Im Interesse der Reinlichkeit der Partei mühten die Dinge geklärt werden. Forderungen der Wirtschaftspartei. Köln, 15. Sept. (Wolff.) Der Parteitag der Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes fordert von den Regierungen und den Behörden die allergrößte Sparsamkeit, den Abbau der produktionsverteuernden Steuern und der Verwaltungskosten sowie die Herabsetzung der Zinsen für die vom Reich oder den Ländern an den Mittelstand gegebenen Kredite. Er appellierte an die Angehörigen des M i 11 e l st a n d e s . zu hohe Preisforderungen zu vermeiden »und strengste Kalkulation zu üben. Soziale Forderungen der Saar- arbeiter. Genf, 15. Sept. (WTB.) Eine saarländische Delegation hat im Ramen sämtlicher Ar- beitergewerifchaftsverbände des Saargebietes dem Völkerbundsrat eine Denkschrift überreicht, in der der Töllerbundsrat gebeten wird, sich für eine soziale Gleichstellung der saarländischen Arbeitnehmer mit denen des übrigen Deutschland cinsetzen und veranlassen zu wollen, 1. dah die Sozialversicherung des Saargebiets analog derjenigen im übrigen Deutschland ausgebaut wirb, dah also alle Rachkriegsgesehe des Reiches in der Kranken-. Unfall-. Invaliden-, Knappschafts-, Angestellten- und Crwerbslosen- versicherung alsbald für das Saargebiet übernommen werden und wenn möglich der Wie- deranschluh an die Dersicherungsträger im Reich herbeigeführt wird, und 2. die fortschrittliche deutsche Rachkriegsgesehgebung (Tarif- und Koalitivnsrecht, Betriebsräte, Arbeitsnachweise und Arberterfchuh) im Saargebiet zur Einführung gelangt. Oesterreichs DölkerbundspoMik Wien, 16. Sept. (T. U.) Bundeskanzler R a • me k trifft heute in Wien ein, um dem Ministerrat über die Ereignisse in Genf Bericht zu erstatten. Die Stimmung in politischen Kreisen ist auch bei den Mehrheitsparteien sehr zurückhaltend. । Die bestehende Unzufriedenheit mit dem Ergebnis der Genfer Verhandlungen richtet sich vor allem Pgegen die Außenpolitik Dr. Matajas, die in der letzten Zeit immer mehr einen französischen r K u r 5 einnimmt. Solange jedoch die Hoffnung bestand, daß Dr. Mataja mit dieser Politik irgendwelche greifbaren Erfolge für Oesterrreich erziele, mußten die Politiker der Mehrheitsparteien sich fügen, wollten sie sich nicht Vorwürfen aussetzen. Zweifellos wird die Opposition gegen eine Fortsetzung dieser Politik durch das Ergebnis der Genfer Verhandlungen gestärkt werden. Die Radikalisierung der englischen Arbeiterschaft. Die Resolution, mit der der Kongreß der englischen Gewerkschaften in Scarborough sein Ende gefunden hat, hat die Hoffnungen jener Kreise endgültig vernichtet, es werde den gemäßigten Arbeiterführern gelingen, eine Radikalisierung der englischen Gewerkschaften zu verhindern. Dieser Fall ist nicht eingetreten, die Gewerkschaften haben eine scharfe Links- s chwenkung vvrgenommen, was nicht weiter Wunder nimmt, da die englischen Gewerkschaftler in den letzten Monaten immer mehr in den Bann Moskaus gerieten. So kam eine Entschließung zustande, die nach zwei Seiten interessant ist. Einmal spricht sie sich gegen das Dawes- Abkommen aus, da es die deutschen Arbeiterschaft versklave, zum andern wendet sie sich gegen den englischen Imperialismus und gesteht den Völkern des britischen Reiches nicht nur das Recht der Selbstbestimmung zu, sondern auch das Recht, sich vollständig vom Reiche zu trennen. Selbstverständlich muß und wird diese Resolution in den englischen Dominions ein lebhaftes Echo finden, zumal in der Rachkriegszeit dort die Bestrebungen nach größerer Selbständigkeit oder gar nach Loslösung vom Mutterlande immer starker geworden sind. Wirtschaftlich bedeutet die Radikalisierung der GewerHchasten Verschärfung der gegenwärtigen Produktion s- und Absatzstockung. Wenn sich auch die englischen Gewerkschaften in der Hauptsache nur deswegen gegen das Dawes-Abkommen aussprachen, weil es England eher schadet als nützt, so bedeutet das aber auf keinen Fall, dah die Gewerkschaften eine Politik der Verständigung mit Den Unternehmern einschlagen und zur wirtschaftlichen Vernunft zurückkehren wollen. Gerade der letzte Bergarbeiterstreik hat zur Genüge gezeigt, wie stark die bolschewistischen Einflüsse schon geworden sind und wie wenig die englischen Gewerkschaftler heute noch Vernunftgründen zugänglich sind. Die Entschließung ist jedenfalls das Signal für neue Kämpfe der Gewerkschaften um die Macht im englischen Mutterland. Eröffnung der niederländischen Generalstaaten. A m st e r d a in , 16. Sept. (T. U.) Gestern fand im Haag die feierliche Eröffnung des Parlaments nach den Sommerferien statt. Die Thronrede, die von der Königin verlesen wurde, ging langsam und vorsichtig über alle innerpolitischen Fragen mit Andeutungen hinweg. Zur internationalen Lage sagte die Königin: In der Hoffnung, daß die Entwicklung des internationalen Zustandes eine Verwirklichung der durch den Völkerbund beabsichtigten Einschränkung der Rüstungen gestatten wird, wollen wir heute schon unser Streben darauf richten, bei Aufrechterhaltung einer dem internationalen Zustand entsprechenden Wehrmacht die militärischen Ausgaben möglichst zu beschränken. Die Blätter sind mit der Thronrede wenig zufrjeden. Man findet darin feinen Grundsatz und mir den bestimmten Wunsch, die Dinge nicht anzurühren. Dom marokkanischen Kriegsschauplatz. Madrid, 15. Sept (Havas.) Zeitungs- Meldungen aus Melilla besagen, daß in her Rächt vom 11. auf den 12. September der auf Dem Djebel Malmusi verschanzte Feind über Cala- bonita die spanischen Stellungen zu erreichen und die Bemannung eines spanischen Geschützes zu überraschen versuchte. Die Wachmannschaft benachrichtigte das Lager, worauf eine Gingeborenenabteilung und eine Kompagnie der Fremdenlegion den Angreifer z u r ü dt t r i e b e n und etwa 30 Mamr gefangen nahmen. In Morro Ruevo hat man begonnen, nach Wasser z u graben, das man in etwa 25 Meter Tiefe zu finden Hofft. Man erklärt, daß unter Der feindlichen Gefallenen sich vier europäische Kommunisten befinden sollen. Bei der Beschießung des Feindes durch das Seeflugzeuggeschwader wurde unter den Beni SIriaghel auch der Kaid Achemsil, der Ratgeber Md el Krims, getötet. Heute vormittag haben die französischen Truppen im Abschnitt von Taunat ihren Vormarsch nach Westen fortgesetzt und die Posten und das Dorf Mesraua genommen. Der Feind ist in Unordnung nach Rorden geflüchtet. Die französischen Verluste sind leicht. Die Großkampfflugzeuge haben Bibane bombardiert und dabei festgestellt, daß Bibane stark mit Schützengräben befestigt ist. Die Kampftätigkeit im Raume von Tetuan ist gestern nicht über kleinere Dorpostengefechte und Erkundungen hinausgegangen. Rach Fliegermeldung^n machen sich größere Truppenansammlungen östlich von Tetuan bemerkbar. Allen Anzeichen nach dürften in der allernächsten Zeit Angriffe zu erwarten fein. Um Mossul. Paris, 16. Sept. (TU.) Sieber die Grenz- überschreitungen der Türken bei Mossul liegen folgende Einzelheiten vor: Die Türken sind nördlich der von der Brüsseler Konferenz festgelegten Grenzlinie in Mesopotamien eingedrungen und haben 6000 Christen v erh af - t e t. 200 Flüchtlinge sind in ganz erschöpftem Zustande im Irakgebiet eingetroffen. Außerdem haben die Türken größere Truppenkontingente bereitgestellt, die im Falle einer ungünstigen Entscheidung des Völkerbundes den Vormarsch auf Mossul antreten sollen. Kleine politische Nachrichten. Finanzminister Henrich hat sein Mandat als hessischer Landtagsabgeordneter niedergelegt. Als Rachfolgerin tritt Frau Staatsrat Bal» s e r - Darmstadt in Die demokratische Fraktion ein. • * Der geschäftsführende Ausschuß her Deutschen Volkspartei in Hessen beschloß, dem Landesvorsihenden, Rechtsanwalt Dingeldeh, M. d. L., zu seiner Rückkehr , durch den Abg. Scholz die herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Rach einem Bericht von Dr. R i e p v t h , M. d. L., über die letzte Sitzungsperiode des Landtags und die bevorstehenden Kommunalwahlen, sowie Ausführungen von Generalsekretär Kottbach über die Organisation des Wahlkampfes tarn man zur Aufstellung entsprechender Richtlinien. Die Berichte aus dem Wahlkreis lauten hinsichtlich der Wahlaussichten für die Deutsche Volkspartei durchaus günstig. Die Deutschnationale Volkspar- tei hat im Hessischen Landtag eine Anfrage eingebracht, die wissen will, was die Reise der hessischen Weinbausachverständig en nach Angarn, Oesterreich und Italien an staatlichen Mitteln gekostet hat, wer auf Kosten des Staates Daran teilgenommen hat und aus welchem Fonds Die Reise bezahlt worden ist. Eine Konferenz Der politischen Arbeitsgemeinschaft Der Arbeiter-Zentrumswähler Hessens sprach in einer Entschließung Die Erwartung aus, daß Die Reichsparteileitung Wege sucht, auf Denen es Dr. Wirth ermöglicht wird, wieder zur Fraktion zurückzukehren. Zum Gesetzentwurf über das Kommunalwahlrecht wird erklärt, daß Die Konferenz unter keinen Umständen Reuerungen zustimmen könne, die den Einfluß her Arbeiterschaft schmälern konnten. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" ist von der Desahungsbehörde vom 20. September an auf drei Monate für das besetzte Gebiet verboten worden. ~ Der nächste große Frontfoldatentag (Stahlhelm) für ganz Deutschland findet am 5. und 6. Juni 1926 in Hannover statt. Die Behörden haben mit Ausweisungen und Razzien im Reuyorker Chines en viertel begonnen, um den blutigen Streitigkeiten zwischen den sich einander bekämpfenden chinesischen Organisationen ein Ende zu machen. Etwa 600 Chinesen wurden während einer Rächt verhaftet. 134 wurden ausgewiesen, da sie den Boden Amerikas ohne Erlaubnis betreten hatten. ' Aus aller Wett. Darmstädter Theater. Josef R o s e n st o ck , Der erste Kapellmeister des Hessischen Landestheaters, wurde, da Die Entscheidung über Die endgültige Besetzung Deö frei gewordenen Generalmusikdirektorpostens noch vertagt werden mußte, bis auf weitere? mit der Führung Der bisher von Michael Bal - l i n g wahrgenommenen Geschäfte beauftragt. Die Gründungsfeier der Stadt Amsterdam. Dienstag wurde in Amsterdam Der 650. Geburtstag der Stadt feierlich begangen. Die k o- nigliche Familie war zu dem Fest erschienen und stattete u. a. auch dem Reichs- Museum einen Besuch ab, wo sich zur Feier der Wiederkehr dieses Jahrestages schon seit einigen Wochen eine sehr reichhaltige historische Ausstellung der Werke aller holländischer Meister befindet, die mit Der Geschichte Amsterdams verknüpft sind oder hier gearbeitet haben. Die Ausstellung umfaßt außerdem noch eine ungemein reiche und interessante Sammlung alter Schriften und Urkunden. Aus aller Herren Länder sind Bilder holländischer Meister hierher gesandt worden. Derß gestrige Tag gestaltete sich zu einem richtigen Volksfest. Karneval- ftimmung herrschte auf den Straßen. Verkleidete Gestalten unterhielten die Menge und an jeder Ecke wurde Musik gemacht. Ein großes historisches Schauspiel im Amsterdamer Stadion und ein prächtiges Feuerwerk schlossen den Tag ab. Tagung des Hilfsbundes für die Elsaß-Lothringer. Der „Hilfsbund für hie Elsaß-Lothringer im Reich", der sich in mehr als 200 Ortsgruppen über das ganze Reich erstreckt, wird in Den Tagen vorn 18. bis 20. September in Leipzig feinen diesjährigen Vertvetertag abhalten. Den wichtigsten Gegenstand Der Beratungen wird hie Frage der Entschädigung für Die vielen Tausende von Vertriebenen und durch Liquidation ihres Eigentums beraubten Elsaß- Lothringer bilden. Denen bisher für Den Verlust von Habe und Existenz nur in ungenügendster Weise Unterftüßung zu Teil tourDe. Der Ver- treterrag wird sich aber auch mit wichtigen Kul- turaufgaben wie Förderung her von manchen Ortsgruppen gegründeten „Elsässischen Theater" und des „Wissenschaftlichen Instituts Der Elsaß-Lothringer im Reich" in Frankfurt a.M. befassen. Die für das gesamte Deutschtum von Interesse und Bedeutung sind. Der europäische Probefunk. Die Funkversuche der europäischen Sende- Rationen zur Siebermittelung einer neuen Wellenverteilung sind in der vergangenen Rächt nach 14 Tagen Dauer beendet worden. Rach Mitteilung des Reichstelegraphen-Der- suchsamtes ist festgestellt worden, daß mehrere Sender einander stören. Diese Störungen fot- fen auf Grund von internationalen Vereinbarungen abgeftetlt werden. Zunächst wird jedoch die alte Wellenverteilung beibehalten werden. Japanischer Fliegerbesuch. Die beiden japanischen Asahi-Flieger sind gestern früh 6.15 Llhr in Mos kau zum Fluge nach Deutschland gestartet und nachmittags um 3 Ähr auf dem Königsberger Flugplatz gelandet. Die beiden Flieger, die die 1200 Kilometer lange Flugstrecke Moskau—Königsberg in 8 Stunden und 30 Min. ohne Zwischenlandung zurücklegten, beabsichtigen am Mittwoch früh zum Fluge nach Berlin zu starten. Hier werden sie auf dem Tempelhofer Felde von dem Leiter Der Luftfahrtabteilung des Reichsverkehrsministeriums, Ministerialrat Dranhenburg, empfangen werden. Am Freitag gibt der Reichs- verkehrsminister ihnen ein Frühstück, zu dem Die japanische Botschaft sowie Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, her Presse, Des Luftverkehrs und des Sports geladen sind. Schweres Flugzeug-Unglück. Bremen, 16. Sept. (WTB. Funkspruch.) Ein seit eingen Wochen hier stationiertes Wasserflugzeug fetzte gestern abend bei der Landung zu hart auf und geriet dabei durch Explosion des Benzintanks in Brand. Gleich darauf versank der größte Teil des Rumpfes im Wasser. Von den drei Insassen sind die beiden Passagiere ertrunken, der Pilot wurde gerettet. Ein schweres Motorradunglück. In der Rähe von Regensburg wurde Die Frau des Taubstummenoberlehrers Fries, die mit ihrem Mann auf einem Motorrad einem entgegenkommenden Kraftwagen ausweichen wollten, vom Motorrad geschleudert und von einer Feder des Kraftwagens förmlich aufgespießt. Außerdem trug sie Rückgratverletzungen davon und erlag nach wenigen Minuten ihren Verletzungen. Fries selbst erlitt einen llnter- schenkelbruch. Reue Typhusepidemic in Pommern. Ueckermünde, 15. Sept. (WTB.) Durch Schnitter sind in der vorigen Woche in die Arbeiterbaracken in Carpin Ruhr und Typhus eingeschleppt worden. Die Ruhrerkrankungen konnten schnell lokalisiert werden. Die Typhuserkrankungen haben aber auch auf die Ortschaft Eggesin übergegriffen. Bisher kamen in beiden Dörfern etwa 20 Typhusfälle zum Ausbruch, davon zwei mit tödlichem Ausgang. Die Schule in Eggesin ist auf behördliche Anordnung geschlossen worden. Ebenso wurden sämtliche öffentlichen Lustbarkeiten verboten, Wettervoraussage. Zunächst noch heiter, westliche bto südlich« Winde, wärmer, Dann zunehmende Bewölkung, Winde nach Westen drehend, kühler, stellenweise bereits Riederschläge. Das isländische Fallgebiet rückt gegen Osten vor. Wir kommen in Den nächsten Tagen auf seine Südseite zu liegen, was uns Den erwarteten Witterungsumschlag bringen wird. Die Minimal- Temperaturen bewegten sich in Den letzten Drei Aächten von 2,7 Grad Celsius auf 2,0 Grad Celsius herab. Damit rückt die Gefahr von Rächt- frosten in beträchtliche Rähe. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16. Minimum 2 Grad Celsius. Riederschlage: keine. Heutige Morgentemperatur: 3,5 Grad CelsmS. Aus Stabt und Land. Gießen, den 16. September 1925. Hühnerjagd. Man braucht kein Jäger zu fein, um Rebhühner mittags auf dem Tisch haben zu können. Man kaust sie einfach auf Dein Markt. Da sind sie so zahm und bequem zu erreichen, dah mancher Sonntagsjäger sich verwundert hinter Dem Ohr kratzt über diesen Wechsel der Dinge, denn Draußen auf Den FelDem über Stoppeln und Rübenbreiten gebären sie sich wild unh scheu. Soll ich Ihnen sagen, wie es auf einet Hühnerjagd zugeht? Es kommt sehr darauf an. ob man als Jäger allein mit Dem Hunde die Furche entlang streift, oder ob man in Jagdgesellschaft ist. Es muß ein klarer Tag fein, der die Ferne ganz heranrückt. Wolken gehen durch Die Luft, Der Hund spürt durch das braune Kartoffelkraut: man fühlt Die Rässe, Die Kälte durch Schuhe und Gamaschen hindurch. Es gehört Glück zur IagD. Der größte Aeiz besteht Darin, Daß eine ganze Kette hoch- geht und man nun blitzschnell wählen muß, wo man „Hinhalten" soll. Hei, wie Da manchmal Die Federn fliegen! Es kommt vor, Daß man mit einem Schuß zwei Tiere trifft, oft auch, daß man nur ein Huhn ankratzt, Dann ist des Hund in großen schnellen Sprüngen hinterher und ruht nicht, bis er es hat. Gerade bei Der HühnersagD kommt es auf Den Hund an. Man findet die Beute zwischen Den Rübenblättern schlecht, besonders wenn sie sich todkrank verkauem. Ich müßte nicht Jäger sein, wenn ich nicht meinen Hund loben wollte, aber ich enthalte mich hier jeder Aeußerung. weil Münchhausen uns Jägern die besten Worte und Geschichten vorweggenommen hat. Man knüpft seine Hühner an Den „Galgen" der Jagdtasche, Rebhuhn neben Rebhuhn. Manchmal kommt es vor, Daß die Galgen nicht au®*' reichen. Dazu gehört aber eine sichere Hand und ein guter Tag, an dem kein altes Weib über Den Weg gelaufen ist. Und wollt Ihr glauben: ich esse Rebhühner nicht einmal gern, schieße sie aber mit Leidenschaft: selbstverständlich auch zu dem guten Zweck, daß Sie etwas für Ihren Sonntägstisch haben, meine hochverehrten Hausfrauen..... Dom Stadttheater. Auf die Anzeigen des Abonnements für die kommende Winterspielzeit sei auch an dieser Stelle hingewiesen. Mit der Ausgabe der Abonnements wird später wieder ein Prospekt herausgebracht werden, Der genauere Angaben über Spielplan unD Personal enthält. Einige Hinweise Dürften aber schon heute woh8 interessieren. Wie im vorigen Jahre wirb die Leitung unserer Bühne wieder nach dem Rezept des' Goetheschen „Theaterdirektors" handeln: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“; sie wird aber Dabei Die idealen Forderungen, hie der „Dichter" im Vorspiel zum Faust auf-1 stellt, keineswegs vernachlässigen. Da Operetten und eventuell auch einige Opern wieder durch Gastspiele aus Frankfurt am Main gebracht werden sotten (eine Einrichtung, die sich im Vorjahre bewährt hat), kann vom eigenen Personal das Schauspiel im weiteren Sinne mit um so größerer Sorgfalt gepflegt werden. An Klassikern sind vorgesehen: Braut von Messina, Macbeth. Egmont y. a. m. Doch sotten solche Werke, die hier schon öfter gegeben worden sind, nicht im Abonnement gebracht werden. Besonderes Augenmerk sott dem modernen Schauspiel zugewendet werden. An Werken, die für die Ausführung bereits cr«< worben oder vorgesehen sind, nennen wir: Haus Rosenhagen (zu Max Halbes 60. ECJrr/M Geburtstag). — König Ricolo (Dedekind). — DaS Apostelspiel (Tlar Mell). — LLsar und Cleopatra (Shaw). — Die blaue Stund« (gehl 3oftö). — Dau- meister volneß (3b g zu einer Verständigung beider Parteien gekommen ist, worauf die Streikparole zurückgezogen wurde. Auch hier wurde alsbald nach dem Bekanntwerden dieser Sachlage Gegenordre gegeben, so daß von 1U Uhr ab alle Leute wieder in Tätigkeit waren. In F r a n k s u r t a. M. konnte die Arbeitsniederlegung noch rechtzeitig abgewendet werden. 0 Eine Krastpo ft Verbindung Feld- kracken — Mucke beantragt. Wie wir hören, ist beim Reichspostminifterium die Einrich- lung einer Kraftpoft auf der Strecke Feldkrücken— Mücke (Oberheffen) beantragt worden. •• D i e Umlage der Landwirt- Ichaftskammer für 1 925. Die Lanbwtrt- schaftskammer erhebt zur Deckung ihrer Ausgaben eine Umlage in Höhe von 4,7 Pf. auf je 100 M. des der Umlage unterliegenden Vermögens. Die Umlage wird auf die Umlagepflichtigen nach dem Steuerwert des ihnen eigentümlich zustehenden Grundbesitzes (ohne Hofreite und Wald) und ihres Anlage- und Betriebskapitals ausgeschla- gen. wie er für die Gemeindesteuerveranlagung Die Ernte im hohen Vogelsberg. § Am Samstag unternahmen di- Herren Oberlandwirtschaftsrat May. Dr Heilert vom LandwirifchastSamt Schotten. Dr. v. Helms l t und Landtagsabg. Fenchel vorn Sauern- kund. Jinanzrat Dr. PI och vom Finanzamt Schotten und Direktor Dr. Hamann von der Landwirtfchaftskammer Sarmfiabt üne Rundfahrt durch den oberen Vogelsberg, von Schotten über Ulrichstein nach Hartmanns- Hain. Sie konnten sich davon überzeugen, daß durch die lange Regenzeit das Getreide teilmelle nicht gemäht, zum anderen Teil nicht eingebracht werden konnte und darum noch auf den Feldern lag oder stand: Deizen. Gerste, Hafer haben in den tieferen Lagen stark durch Auswachsen gelitten. in den höheren Lagen ist auch das Korn in Mitleidenschaft gezogen Dort ist also, nach der Mißernte des letzten wahres, wieder von einer Mißernte zu reden. Die betroffenen Landwirte geraten dadurch in äußerste Rot. weil sie durchweg vom vorigen Misterntejahr her mit Schulden belastet sind und natürlich Darauf gehofft hatten, durch ein besseres diesjähriges Ernteergebnis ihre Lasten abtragen zu können. Menschliche Voraussicht hat aber hier nicht recht behalten, und darum darf von den beteiligten Behörden erwartet werden, bah sie dieser Rotlage im hohen Vogelsberg Rechnung tragen und entsprechende Mahnahmen treffen In welcher Richtung diese liegen müssen, bas war au» der BürgermeifterBersamm- lung zu ersehen, die am Sonntagmittag 1 Uhr auf Dem f) o h e r o b 5 f o p f durch Bürgermeister Appel- Ulrichstein eröffnet wurde: Dcrtrctcn waren 33 Gemeinden, und zwar 30 des Kreises Schonen und 3 des Kreises Lauterbach, alio ift bas Gebiet, daß von ber Mißernte betroffen ift, recht beträchtlich. Die geschädigten Gemeinden wurden genau feftgefteQt, auch die prozentuale Schädigung :n den einzelnen Gemeinden die naturgemäß oerfchie den ift, wurde eingehend behandelt An der Ber sammlung, die bis gegen 4 Uhr bauerte, nahm auch fircubircttor öebeimrat Doeckmann-Schotten teil. Der eine mit herzlichem Beifall aufgenommene, von wirklichem, marinem Berständnis Der Röte zeugende Ansprache hielt. Das Ergebnis ber Aerfamm- lung waren zwei Entschließungen, deren eine, betreffend Steuerermäßigung und Steuer- ft u n b u n fl , von Dr. belfert vom Lanbwirt- Ichastsamt Schotten unb Bürgermeister Appel- Ulrichstein noch näher ausgcarbcUet wird: sie geht an das Lanbessinanzamt in Darmstabt. Die andere Enlfchließung, die ebenfalls an die zuständige Regierungsbehörde geht, beschäftigte sich mit der Rückzahlung der sog. Rotftandsfre- dite von 1 9 2 4; für sie ro^rbe eine Kommis- sion gewählt, bestehend aus ben* Herren: Lanbwirt Stein- stumvertenrod, Landwirt Cellarius- Schotten, Geschäftsführer des Bauernbundes v ch n ä g e l b e r g e r - Alsfeld. Lehrer Stein- mann fterchenhain unb Bürgermeister Appel- Ulricbftein. rechtskräftig festgestellt wirb. Der Höchstwert eines Grundstückes, der für die Erhebung der Umlage in Frage kommen soll, darf 1 M. für das Quadratmeter nicht übersteigen. Berufung gegen die Veranlagung finden in derselben Deise. wie gegen die Veranlagung zur Gemeindesteuer statt. •• Rentnerbund G letzen 3n der am Montag Im Saale deS Kath. Bereinshaufes abgehaltenen Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Rentnerbundes sprach Dr. iur. Ruckeishausen über die wichtigsten Bestimmungen des Aufwertungsgesehes. Angesichts der unser Wirtschaftsleben und besonder« die Lebensverhältnisse der Kleinrentner und Sparer tief berührenden Folgen der Geldentwertung ift eine eingehende, allgemeinverständliche Behandlung der AufwertunqS- frage im Zusammenhang mit den neuen Auf- wertungSgesehen ganz besonders zu begrüßen. Dieser Ausgabe wurde der Vortragende in jeder Hinsicht gerecht, so auch in der Form seines Vortrages, In der jede Kritik an der Arbeit des Gesetzgebers vermieden war. so daß strenge Sachlichkeit den Redner leitete! Es galt in der Hauptsache, den Gläubigern wie den Schuldnern zu sagen, ob. wie und wann ausgeweclet werden kann, fowohl bei privaten, hypothekarischen, wie öffentlichen Ansprüchen. Der Vortragende behandelte eingehend die in dem Bereich des Gesetzes gezogenen Auswertungsodjekte in bezug auf die unter ihnen zu beobachtende Verfchieden- artigfeit, besonders auch nach der Seite hin. wo die DermögenSverhältnisse des Schuldners auf der einen Seite und diejenigen des Gläubigers aus der andern Seite zu erwägen sind, im weiteren auch die Zeiten, bis zu denen Anträge auf Aufwertung gestellt werden müssen. Der Durchführung eines Gesetzes, wie das noch ohne Vorbild dastehende Aufwertungsgeseh. stehen natürlich noch teilweise Schwierigkeiten entgegen. die notwendigerweise zu Ergänzungen führen werden. Die Versammlung nahm die sachlichen Ausführungen des Redners mit verdientem Beifall auf, dem am Schlüsse der Vorsitzende des Rentnerbundes noch befonbereu Ausdruck gab. •* D i e Vorsührung von Hunden des Hess Polizei- und Schuhhundevereins 1914 am Sonntag im Philosophenwald zeigte Dressuren in den verschiedensten Stufen nach der am 1. Juli in Kraft getretenen Prüfungsordnung für Polizei- und Schriyhunde. Eine ansehnliche Zu- schauermenge folgte den sehenswerten Uebungen. Die Leistungen und die Lust und Liebe, mit der alte und junge Führer und Führerinnen arbeiteten, waren beachtenswert, und man konnte die Schwierigkeiten erkennen, die mit einer solchen vielseitigen Ausbildung der Hunde verbunden sind. Die Vorführung kann als gelungen bezeichnet werden. Von elf vorgeführten Hunden wurden von dem Preisrichter deS Hess. Landesverbandes. Kaul- Arheilgen. 5 mit „Sehr gut", 2 mit „Gut" und 2 mit „Befriedigend" gewertet. Die Besitzer und Führer dieser Hunde erhielten vom Verein und von Mitgliedern gestiftete schöne Preise. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 14. Sept. Um sich einer befreundeten Frau gefällig zu erweisen, stellte ihr der Stationsmeister K. G. in W. unter Mißbrauch seiner AmtSbesugnis eine gefälschte Fahrkarte nach Torgau aus Wegen Verbrechens im Amt erhielt er deshalb heute eine ZuchthauS- strase von einem Jahr und 150 Mk. Geldstrafe. In der gleichen verbrecherischen Weise hat er sich einer anderen Frau gefällig erwiesen, nachdem er abgebaut worden war: er mißbrauchte dabei das Vertrauen eines jüngeren Beamten, der ihm gestattete, im Stationsgebäude ein- und auszugeben. Da er hter nicht mehr Beamter war. konnten mildernde Umstände angenommen werden. Die Strafe von sechs Monaten Gefängnis wurde mit der anderen Strafe zu einer GefamtzuchthauSstrafe von einem Jahr zwei Monaten vereinigt. Die zwei anderen Angeklagten wurden freigesprvcheu. da ihre Behauptung sie hätten nicht gewußt. daß die Karten gelatscht seien, vielmehr angenommen. G. habe den Brei- dafür selbst bezahlt, nicht widerlegt werden konnte. Freigesprochen wurde ein der fahrlässigen Tötung angeklagter Autoführer. Er hatte bei einer Probefahrt von dem eigentlichen Führer die Lenkung übernommen. Dieser saß neben ihm unb veranlaßte ihn, in der Rahe von Lollar an einem Bahnübergang die Schnelligkeit der Fahrt ,u steigern und ein anderes Aut» zu überholen. Kurz vor dem Bahnübergang vlahte ein Reisen, auf den Schienen kam der Wagen inS Schleudern, fuhr rechts gegen einen Steinhaufen, bog scharf nach links ab und über- Idjlug sich. Der Autoführer wurde getötet. Durch die Beweisaufnahme konnte nicht festgestellt werden. daß der Beschuldigte übermäßig rasch gefahren war. auch ist es nicht ausgeschlossen, daß der Führer selbst im letzten Augenblick in die Steuerung gegriffen und so daS Unglück selbst herbeigeführt hat. Demgemäß erfolgte Frei- fprechunq mangels Beweises Wegen Fahrens ohne Führerschein erhielt der Angeklagte eine Geldstrafe von 13 0 M k. --- Der neue Stadtkiimmerer von Frankfurt a. M. Frankfurt a. M.. 15. Sept. (WTB.) Die Stadtverordnetenverfammluug hat in ihrer heutigen Sitzung Bifgermeister A s ch , H ö ch st a. M., zum Stadtkämmerer gewählt. Für ihn stimmten Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Kommunisten. Der Gegenkandidat Dr. Lange erhielt die Stimmen der Rechtsparteien. Transportarbeiterausftanb in Kassel. Kassel. 15. Scpt (Wolfs.) Die TranS- portarbeiter sind in den AuSstand getreten. Sie erklärten, Rotstanbarbeiten, wie Güter- abfubr ufw., nicht übernehmen au wollen Aus Veranlassung der ReichSbähndirektivtr wurde mit Genehmigung der Regierung die Technische R o t h i l s e bei der Speditionsfirma Heiirrich Wenzel mit 12 Mann eingefetzt zwecks Entladung und Abtransport der Güter auf den Kasseler Bahichösen. Dieser Einsatz war erforderlich, um eine Verstopfung der Bahn- böse zu verhindern und Qebemsmittel vor dem Verderben zu bewahren. Weitere vom TranS- poitarbeiterflreit betroffene Firmen haben um Gestellung von Rothelfern gebeten doch unterliegt die Cinsatznotwendigkeit noch dex Prüfung der Regierung. geschäftliches. Die häusliche Behaglichkeit ift größer, wenn die Arbeitslast der Hausfrau verringert wird. Arbeit Verdruß unb viel Zelt werden gespart durch die Verwendung von Maggis Suppenwürfeln, die jederzeit gevrauchsfertigi find unb ohne weitere Umstände, nur durch kurzes Kochen mit Wasser, um wenig Geld wirklich gute Suppen ergeben. Dabei hat man di« Auswahl unter 27 verschiedenen Sorten r■flUXXJJBOiwrin ltne. nm'JBEgrj-»aEgac:m.7 iiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiHiiiHiiiiiiHiiiiiiiiiiiniHniiiiHiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiihiiniiiiiiiiiiiiiiiin Ein Würfel nur 4 Pfennig. 8605c MAGGI' In Qualität einxig! Sonnige *• ob. 6.Zimmer- Wohnung Bad, Balkon, Garten. schönste Lage, Nähe Kliniken. sofort gen- 8-12000 ■ Hvpothekbeschatzung zu vermieten, ^cbr. Angeb. unter 0700 an den Gieß, «uz 2 üraflon Branöi Reuen Baue 22 5onmqemö6i.3lmnier Guteiverv'lcgunn. TeL 1085. («ut möbl. Zimmer evtl, mttPension, au vermieten (07596 Wetzlarer weg 11 p. [Mietgesuche 2 möbl. Zimmer NI Drei Betten tu l’Ciirtem Haufe für iiunAnblge, foltbe verren gegen gute Bcmhlungvcrl. Oktober gesucht. Sdit Aitgeb. unter 865#L> im Den Gieß. An». Ammer nut voller Pension für liiabr Schüler ui gutem Haufe gestiebt. Lchristl. Angebote unter 07592 tut den Gien. An». Ml. Ät für 2 junge Damen au in 15. 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Teil. läuft wieder. - Anmeldungen, soweit diese nicht bereits vorliegen, umgehend erbeten. der unerreichte Lustspieldarsteller in der Groteske: Was tut man nicht alles aus Liebe Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge meines lieben Entschlafenen, für die zahlreichen Blumenspenden sowie für die Anteilnahme während seiner Krankheit sage ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Anna Nies. Gießen (Goethestraße 68), den 15. September 1925. 07587 Ab heute Konzert der konkurrenzlosen Kapelle .Kaufhold1 sehr vielseitig, „Original-Jazz und Saxophon“ Speiserestaurant „Zllffl Andres" Heute nachmittag 7% Uhr verschied plötzlich und unerwartet meine herzensgute Frau, unsere treusorgende, liebe Mutter im Alter von 62 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Peter Zimmer, Verw.-Oberassistent Maria und Adolf Zimmer. Gießen (Ludwigstraße 33), 14. Sept 1925. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. September 1925, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 8637D Der Ieitschriften-Lesezirkel der Pfeifferschen Buchhandlung Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 AGRIPPINA Aelteste und größte Kraftfahrzeug-Versicherungs- Gesellschaft Vertrags-Gesellschaft des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs General-Vertretung: Seltersweg 22 IW* Vertreter gesucht 8641D Astoria-Lichtspiele Ab morgen: Oer Boxerkönig von Nenynrk Nur noch heute: Sklaven der Liebe Ab morgen: Schicksal Aus dem Leben eines jungen Mädchens. Sittenfilm nach Motiven des Romans von Hoido Kreutzer „Das verlorene Paradies“. Hauptrollen: Lucy Doraine Lia Eibenschütz ' ~ Conrad Veidt Eduard von Winterstein Ferner: kommenden Samstag ist unser Geschäft Festtage halbergeschlossen 8608a Modehaus Salomon Obstversteigerung an den Kretsstratzen des Kreises Bietzen. Ihre Verlobung geben bekannt Gretel Mayer Sigmund Bensinger 21.Septbr.,vorm. 8 Uhr 9 15 9 9 9 SV, 9 28 9 nachm. 3 norm. 8 77, 24. n 54 nachm. 1 vorm. 8 87, 8 nächst Daubringen 10 nachm. 2 vorm. 97, nachm. 17, 8603c Kreisbauverrvaltung (Biegen «>»v mlne. MUD 59 60 10 9 67 68 69 70 71 72 73 74 55 56 57 58 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 9 10 9 9 61 62 63 64 65 66 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 24. 24. 24. 26. 26. am Birklarer Wald nächst Langsdorf nächst Lich im Anschluß 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 am Baum Nr. 1 im Anschluß bei der Ganseburg am Baum Nr. 1 im Anschluß nächst der Kreisgrenze im Anschluß an der Hardt „ Baum Nr. 1 im Anschluß Ortsausgang Kl.-Linden Abfahrt nach ßutnba im Anschluß am Abz. n.Weickartshain int Anschluß am Abzweig der Straße Grünberg-Beltershain im Anschluß nächst Allendorf bei der Ziegelei im Anschluß Bahndurchl. nächst Gieß, im Anschluß am Pfingstkopf ,, Baum Nr. 1 * 8 (etwa 10 Bahnhof Bellersheim nächst Bellersheim „ Bettenhausen „ Hungen „ Inheiden im Anschluß nächst Hungen im Anschluß nächst Grünberg im Anschluß nächst Londorf im Anschluß „ Rüddingshausen „ Weitershain „ Grünberg im Anschluß 7? nächst Nieder-Bessingen int Anschluß „ 11 nachm. 2 „ 3 vorm. 91/, „ 107, an der Wellersburg int Anschluß nächst Kirchberg im Anschluß Carl Seibel. Germ an la-Drogerie Frankfurter Str. R. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Korse 12. Oktober., „ mittags 12 nächst Lich int Anschluß nächst Lich int Anschluß nächst dem Wald im Anschluß in Staufenberg im Anschluß zu entrichten. „ 8 „ 8 , 87, nachm. 2 vorm. 87, nachm. 1 vorm. 8 „ 9 „ 8 „ 10 „ 97, Die lästigen Schuppen! beseitigt unter Garantie Phlloder* Die Steigbeträge sind sogleich an Ort und Stelle Gießen, den 11. September 1925. an der Bauermühle Ortsausgang Gr.-Linden „ Lang-Göns bei Watzenborn am Kreismagazin bei Leihgestern „ Grüningen Stangenrod - Lumda- Atzenhain Lehnheim - Atzenhain . . . . V. Baubezlrk Gießen-Annerod...... Annerod - Grünberg..... Gießen - Reiskirchen..... Reiskirchen - Hattenrod . . . „ -Lindenstruth . . Lindenstruth - Grünberg (bis Abfahrt Harbach)..... Saasen-Bolnbach...... Mainzlar - Treis a. d. Lda.. . Allendorf-Londorf..... Allendorf - Climbach—Allerts» Haufen.......... Reiskirchen - Bersrod . . . . Bersrod-Beuern...... Beuern - Allertshaus. (b.Wald) Daubringen - Alten-Buseck . . VI. Baubezirk Gießen-Wißmar...... Wieseck-Alten-Buseck. . . . „ -Trohe....... Trohe-Rödgen. ...... Gießen-Lollar....... „ — Daubringen . . . . Kirchberg—Sichertshausen . . Odenhausen-Staufenberg . . „ - Ruttershausen . Ruttershausen-Kirchberg . . Staufenberg-Daubringen . . Daubringen-Lollar..... 25. 26. 26. 26. 28. 21. 21. 21. 21. 22. 22. 23. 23. 23. 23. 23. 23. 21. 21. 22. 22. 22- 23. 23. 24. 24. 24. 21. 21. 21. 22. 22. 24. 24. 25. 25. 26. 21. 21. 22. 22. 23. 23. 23. 23. 24. 24. 24. 25. 25. 22. 22. 24. 24. vorm. 8 „ 11 , 8 21. 21. 21. 22. 22. 22. 23. 23. 23. 23. 23. 23. 21. 21. 22. 23. 23. 23. 24. 24. 25. 25. 26. 26. 28. I. Baubezirk Gießen-Gleiberg...... „ —Rodheim...... Heuchelheim - Allendorf . . . Klein-Linden-Dutenhofen . . „ „ -Lützellinden . . „ „ -Großen.Linde«. Großen-Linden - Lützellinden . „ „ -Lang-Göns . Lang-Göns - Kirch-Göns . . . Watzenborn-Schiffenberg . . „ -Garbenteich . . Gießen-Leihgestern..... Leihgestern - Lang-Göns . . . Grüningen- „ „ . . . II. Baubezirk Lich - Langsdorf (bis Birklarer Abfahrt)......... Lich-Colnhausen (bis Wald). „ - Nieder-Bessing. (b.Wald) „ -Steinbach („ „ ) Gießen - Steinbach (vom Wald) Steinbach-Lich (bis Wald) . Lich-Albach........ Albach-Steinbach..... Kreisgrenze - Ober-Hörgern. . Ober-Hörgern-Eberstadt. . . Eberstadt - Hof-Güll..... Lich-Garbenteich...... Dorf-Güll-Hof-Güll . . . . III. Daubezirk Lich - Langsdorf(von Birklarer Abfahrt)......... Langsdorf - Nieder-Bessingen. „ - Hungen. . . . . Hungen-Inheiden..... Inheiden—Utphe...... Utphe-Berstadt...... Hungen - Nonnenroth . . . . Nonnenroth-Langsdorf. . . „ -Billingen. . . . Lich - Nieder-Bessingen. . . . Nieder-Bessingen - Münster . . Münster - Kreisgrenze.... Bahnhof Bellersheim - Kreisgrenze .......... Bellersheim - Bettenhausen . . Bettenhausen-Muschenheim . IV. Baubezirk Rüddingshausen.Deckenbach Weitershain - Lumda . . . . Grünberg-Lindenstruth . . . Göbelnrod —Beltershain . . . „ — Grünberg.... Grünberg - Röthges..... Queckborn - Ettingshausen . . Londorf—Nordeck...... „ -Kesselbach..... Kesselbach - Geilshausen . . . Geilshausen-Beltershain (bis Wald).......... Geilshausen - Beltershain (Fortsetzung)....... Beltershain - Grünberg . . . Grünberg-Mücke...... „ - Weickartshain . . „ - Stangenrod . . . Am 1. Oktober beginnen wir mit einem Bücher-Lesezirkel wertvoller Aeuerscheinungen Da die Teilnehmerzahl beschränkt, die Preise äußerst niedrig gehalten sind, bitten wir um baldige Anmeldung. Auskunft bereitwilligst. Pfeiffersche Buchhandlung Walltvrstr.21 Inh. Otto Pfeiffer Fernruf 1342 Niederhochstadt Gießen Pfalz Südanlage 15 September 1925 Empfang: Sonntag, 4. Oktober 1925 .......................................... 8648V Waagen aller Art emvnehU u. werden eichfähig bergestellt. fl60l Karl Schmidt • Neuenweg 42. Wir suchen zum 1. Oktober evtl, früher eine an energisches Arbeiten gewöhnte Neisekrast. Es wollen sich nur Herren melden, welche in Hessen bei den Kolonialwaren- und Lebensmittelgeschäften gut eingeführt sind und wirklich guten Erfolg auf- zuweisen haben. Schriftliche Angebote mit Angabe der früheren Reisetätigkeit mit Gehaltsansprüchen unter 07598 an den Gießener Anzeiger erbeten. weiilgrotzhandlung im rheinhessischen Produktionsgebiet, Spezialhaus für Konsumweine im Fatz und in Flaschen, sucht tüchtigen Vertreter dessen Fähigkeiten und Beziehungen Gewähr für Umsätze bieten. Schriftliche Angebote unter 07556 an den Gießener Anzeiger. MMMÜIMIIM Donnerstag. den 17. Sevt., oöenös 87« Uhr. Im Gewerbe!)lins. Prof. Rolon foridj! Oder: Die denisdiJraiizösisGh. Beziehungen in ta letzten Jahrhunderten. (Meinen fümtlidier Mglieber erroünfM Deutsche Volkspartei Obstversteigerung. Am Freitag, den 18. ds. Mts., nachmittags 2 LIhr, am Ortsausgang nach Gambach anfangend, soll das der Gemeinde gehörige Obst (darunter etwa 6) Zentner feine Tafelbirnen) meistbietend baumweise versteigert werden. Holzheim, den 15. September 1925. Hessische Bürgermeisterei. ____________Weh.________8659V Die Gemeinde Wißmar hat einen Simmentaler Ochsen im Gewichte von rd. 18 Zentner zum Schlachten abzugeben. Angebote werden bis Montag, vormittags 10 Uhr. bei dem Gemeindevorsteher entgegengenommen. Der Bürgermeister. 8662V 3n bester Geschäftslage Gießens ein größ. 882335 mit Lagerräumen für sofort oder später zu mieten gesucht. Off. u. F.S. H.5592 an Rudolf Mosse. Frankfurt a. M. Wohnungstausch Schöne 5-Zimmer-Wohnung mit Bad usw. in guter Lage gegen schöne 6-Zimmer- Wohnung, ferner schöne 7-Zimmer-Wohnung gegen 6-Iimmer-Wohnung zu tauschen gesucht. StüikralhL Bender k.m.b.H.Zicßcil Spedition und Möbeltransport Marburger Str. 7 Setterswcg 58 Telephon 1519 und 1039. s8633v Laufjunge int Alter von etwa 17 Jahren wird eingestellt. Bewerbungen sind eigenhändig geschrieben mit Zeugnisabschriften einzu- reichen; Borstellung nur auf Aufforderung. Wööler nnö BotioBoiöflnl 9ommanbltgelcnf(haft auf Aktien ZweWMWiW Sieden. 8647D MInsIttchc Zähne zu 2 Mk., ohne Rebenkosten, in Kautschuk, Kronen und Brücken, Plomben zu billigsten Preisen, auch auf Tetlzablg. 20jabr. Praxis. 07684 Stau Königen Steinstrnße 29. Feinster Fleischsalat mit reiner Mw jonnaise Pfund 45 Pf. stets frisch. Mtia t Heinrich Driesch SelterSweg 70. KurzMnitteiikS taMz Bestellungen nimmt wieder entgegen Sflüiiififlgeroert £oDar "'“o B. Nuhn A. G. Generalversammlung 8 o Tamötaa-d. 19.dS. Mts.. nbdS. 9 Uhr. - Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder, 2. Erhebung einer Umlage, 3. Verschiedenes. Rad-Club Germania. Die Mitglieder wollen ihre Ein- ladungskart.sürdaS winterfest in die bei Mitglied Pfund, Neuenweg, aufliegende Liste btS 25. Sevt. eintragen, «"c Dir Vorstaad. Die W -es * 2on %0 iten. käinpt sStf, tiolt. ®et J ftanzol c Auch.'? »Sten * rä v-e tur^rder 8.aÄ6lij feder e» feto» petobejü, dah W Nasi en und je Befürworten eine Deuischlandr ^feiten. Dan Qgrfcnnhtiä, daß l ocborenenelemeiif erinnert sich ff Hveihen Dass Der kolonial« 0oir“ Pierre D «ns aufmerksam, «Gefahren zu beset ! vökkerung S paischen Frieden i .Kolonialbesiy ver [ IM aufnehmen Illi dienen. Dayi f Deutschland auch e sfrr, die sich mit de Maden und statt gen sich vielmehr nien der anderen < weil das billig' labler sei. Es mag in b — man muh sm ’ -in Deutschland I Derben. Sie lvä eine Dieöerauslu 1 scher ©ebanfengäi Live Mlemafifäe -Seim fit li<$ fcutf so liegt das Haupts 2olk sich bet t Tchuldlüge qi ist und daraus zieht: Rück gab Wolken wir ob Deutschland nach tein pofitifd vankten unlerfnd legung zu dem Ei 1 ausreichende i läge die Dor biuanbe wirtsch, Wna, wo eh ■ Hremdmächten un die es allem Ar ' abgesehen. Im u daran möglich sc ihren Perus als Vengürtels i Muster Fom ]( halten und di eme Aachwirkun wird. Mr eir Deutschlands fjn 1 Hoffen t . psychologische i n'smder Flagge t I ü'b iche Roll?. 5 fcle schwer die bei 1*5 in alt- n^nichtanden Bubacher , Unsteie im r"Nre drängt S'MeMleT SÄ räg! ■SflÄä NLZ Zft’ S «in s ln “nl«'n.s?n" ttÄ- y w dienr Mittwoch, W. September M)25 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ÄderhefM) suieites Blutt nisse seiner wo! 16 b-»«« lvrg 42 ^er eine an Laudacher Nammermusittage oin Dernia in Florenz war einst der Geburtsort )!onialbesitz werde den deutschen Menschenüber- li tf> aufnehmen und als Sicherheitsven- | li I dienen. Daye will jedoch wissen, daß in 2:utschland auch eine andere Strömung im Gange . I , die sich mit der Tatsache des Kolonialraubes (f-finden und statt eigener überseeischer Desihun- ; n sich vielmehr darauf legen wolle, die Kolo- • en der anderen Staaten geschäftlich auSzubeuten, .-eil das billiger, ungefährlicher und profi» blcr sei. TS mag in der Tat der Fall sein, daß solche - man muß sagen kolonialfeindlichen Ansichten . h Deutschland hier und da im Stillen gehegt werben. Sie wären nichts Reues, fonbem nur (ine Wieberauflage kleinlicher eng merfantilifti- ijjer Gedankengänge, deren sich vor Jahrzehnten li; systematische Kolonialopposition bediente. Tenn sie sich heute noch nicht offen bervorwagen, > liegt daS hauptsächlich daran, daß Das deutsche Ihlt fich der ihm mit der kolonialen kchuldlüge angetanen Schmach voll bewußt j'l und daraus die einzig mögliche Folgerung >:cht: Rückgabe deS geraubten Gutes! Wollen wir hier aber einmal die Frage, tf> Deutschland wieder Kolonien erwerben soll. . nach rein politischen und wirtschaftlichen Gesichts- i^kten untersuchen, so muh gründliche Ueber- ging zu dem Ergebnis gelangen, daß nur eine i^iuS reichende territoriale Grund- xgc die Voraussetzungen für sichere und liuernbe wirtschaftliche Gewinne schafft. Don khina. wo ein altes Kulturvolk mit den feemdrnächten um die Selbständigkeit ringt, für >ie es allem Anschein nach reif ist. fei dabei !. gesehen 3m übrigen wird kaum ein Zweifel liran möglich sein, daß die weiße Rasse Iren Beruf als Beherrscherin des Xrosen g ü r t e 16 in jeweils angepasster und abge- ix’ter Form schließlich doch aufrecht e r - jaltcn unb bic gegenwärtige Gärungsperiode, tne Rachwirkung des Weltkrieges, überwinden ibrb. Für eine koloniale Wiederherstellung ssutschlands sind bic Zeitläufte offenbar sehr Igiftig. Hoffen wir, baß bic Deutsche Regierung len psychologischen Moment nicht verpaßt. Unter ‘lemDcr Flagge zu Gaste gehen zu müssen, ist eine Eliche Rolle. Die Erfahrung hat uns gelehrt, ite schwer die deutsche Industrie und der beutsche 5-ondcl eS in alten Ländern hat In den neuen es nicht anders. Selbst Handels-. Schiffahrts- Masaryk hat feinem Buche den Titel .Di« Weftrcvolutio:." gegeben und Damit die durchaus zutreffende Anschauung zum Ausdruck gebracht, baß der hinter uns liegende Weltkrieg nur ein A:scheut! mit ein:.. r»en rc. . luti : Entwicklungsprozeß ge -fen sei. D.efer Prozeß ist aber keineswegs m Versailles zum endgültigen Abschluß gekommen. 2c geht weiter — auch gegen den Willen der Männer. die bis Versailles revolutionär waren und blHife>er Scliftan- digfeit. Merkwürdig als es sich um die tschechische Minderheit im alten österreich-ungarischen Staate gehandelt, hat her teaigr Präsident der tsch chisch-sloioakischen Republik ganz andere Anschauungen vertreten. Die e. vnismen Masaryks werden die im Gange befindliche Entwicklung nicht aufhalten können Was der kleinen tschechifchcn Minderheit recht war. muß dem großen Volke der Deutschen billig fein Der Der- faffer sagt, es verstehe sich von selbst, daß die OHinbcrbeiten das Recht haben, nationale Freiheit und eine angemessene Beteiligung an der Staatsverwaltung zu fordern. Leider versteht sich dieses Recht in der Tschechoslowakei, in der beiläufig m ehr Richt- tfchecken als Tschechen wohnen, nicht von selbst. Wenn Masaryk an anderer Stelle von feinem Staate stolz behauptet: ..die nationalen Minderheiten sind gesichert", so ist das angesichts der wirklichen Zustände in der Tschechoslowalei, wo die Rechte und Die Freiheiten der Deutschen tagtäglich mit Füßen getreten werden, eine offene Verhöhnung. . „ Das Buch des tschechischslowaiischeit Praft- benten wird in vielen Sprack)en verbreitet werden. Unsere Aufgabe wird es sein, Die Irrtümer unb Verdrehungen Dieser PropaganDa vor aller Welt auszudecken. Den Deutschen aber fei daS Buch Masaryks trotz seines deutschfeinDllchen Geistes z u r a u f m c r f f a m e n Lektüreempfohlen als ein LehrbuchDerIrrebenta, aus dem wir zu unserem Teile lernen mögen, wie unterdrückte Völker unb nationale Minderheiten auch in trüben Zeiten die Hoffnung nicht sinken lassen dürfen, sondern unabläfhg unb mit allen Mitteln an dem Werfe ihrer Befreiung arbeiten müssen. Das Unstete im musikalischen Schaffen der letz- l?i Jahre Drängt zur Losung: fort vom Kow I ruiert-Gewollten zum Durchbruch des Musika- I fch-Gefühlsmäßigen unb damit zu den durch das Gefühl bedingten inneren Gesetzen, zur Form: eine sr'unde Reaktion anf das in den Vordergrund ge- i e KW V"=' Krieg lange Dauert, wir würden unsere Revo- lutirnsprvpaganda entfalten können." 3. 11.) Ihn quälte Die Frage, ob Der Krieg wirklich so lange Dauern werde, wie er gerechnet hatte: .Ich fürchte. Daß wir leer ausgehen würden, wenn Die Alliierten bald fie*m Bei einem längeren Krieg haben wir mehr Zeit zur Prvpa- g a n Da." (6. 57.) Dieser chauvinistische Kricgs- verlängcrer. der um seiner Propaganda willen bebenfenl?5 bereit war. Hekatombei: von Menschenleben zu opfern, hat gleichzeitig Die Stirn, uns Deutsche als „unerbittlichste Feinde Des Pazifismus" anzuNagen. Wir Durchleben in Den Aufzeichnungen Masaryks noch einmal Die Tra- göDic DeS vierjährigen Deutschen Kampfes um untere Selbstbehauptung unb nehmen mit Er- schütterung gewahr, wie nahe Die Mittelmächte oftmals Dem Siege ge ft anDen haben. Zwar wird Die Seeschlacht am Skagerak in einen englischen Sieg umgefälscht. (Tatfache ist Riederlage nicht mehr zu einem Seeangriff hervorgewagt bat.) Aber bie Erfolge Der deutschen Anterseebole werden offen anerkannt. „In Eng- lanb mehrten sich im Frühjahr 1917 warnende und sehr pessimistische Stimmen, die Die Aushungerung Englands und Die Kapitulation erwarteten." (6.125.) Mit einigem Erstaunen wird Der Deutsche Leser aus Masaryks Munde erfahren. Daß sich unter diesen Pessimisten auch Lloyd George befand! Und Daß in Frankreich Der Tiger". Slcmenceau selbst, zeitweilig Die Hoffnung auf Sieg aufgegeben hatte Recht unerquicklich scheint sich bald nach Beginn Des Feldzuges Das Verhältnis Der Westmächte zu RuhlanD gestaltet zu haben. Jin Frühjahr 1916 gewann man im Lager der Entente Den Eindruck, daß Rußland durch seine Mißerfolge zu Deutschland getrieben werde. Diese Befürchtung verstärkte fich. als im März 1916 Stürmer zum russischen Premier ernannt wurde, den der russische Botschafter Ben d e n - Dorfs als einen „gefährlichen Germanophilen" bezeichnete. (6.124.) ... „Stürmer wurde Minister mit Rücksicht auf Deutschland und ebenso fein Rachsolger Trepow. Es ist begreiflich, daß Di# Alliierten das Vertrauen zu Rußland verloren: eine Zeitlang fürchteten sie bereits, den Russen Waffen und Munition zu liefern, weil sic gegen sie selbst benutzt werden könnten." iS. 141.) Man wird dein Verfasser darin beipflichten müssen, daß Die Entwicklung des Jahres 1916 in Rußland für die Entente eine höchst gefäbr liche Lage schuf und daß eine aktive Deuts <..»2 Außenpolitik zu jenem Zeitpunkt wohl iv der Lage gewesen wäre, den Dingen einen anderen Lauf zu geben. Bethmann-Hollweg und feine Berater wußten im Sommer 1916 bekanntlich nichts Besseres zu tun, als das K öni g- reich Polen zu proklamieren, trotz aller eindringlichen Warnungen, Die Dem Kanzler u. a. durch Die Denkschrift Der Rationalliberalen Partei rechtzeitig genug zugegangen waren. Masaryk war vom Standpunkt Der alten österreichisch-ungarischen Monarchie Hochverräter. Der alte Staat hat nicht die Kraft aufgebracht, ihn rechtzeitig unschädlich zu machen, wie es die Pflicht feiner Selbstcrhaltung geboten hätte. Der Erfolg Der „Weltrevolution" hat inzwischen sein Tun für Die öffentliche Meinung Der Welt sanktioniert. Mit Der Tatsache muh gerechnet toerDcn. Dennoch wehren wir uns gegen Die ungerechten und haßerfüllten Verunglinipfungen. Die auf jeder Seite seines Buches gegen Oe ft erreich- Ungarn gerichtet sind. Gewiß: der alte österreichisch-ungarische Staat war — wie Der Ausgang des Krieges bewiesen hat — überlebt, sein letzter Herrscher schwach und korrupt, unD schon lange Zeit vor Dem Kriege war Oesterreich nach einem bekannten Wort immer entweder mit einer Armee oder mit einer Idee im Rückstände. — Als sich Die deutsche Politik bei Kriegsbeginn entgegen allen Warnungen Bismarcks und im Gegensatz zur Politik des Fürsten Bülow von Dem Bundesgenossen das Leitfeil um Den Hals werfen lieh, nahm Die Katastrophe ihren Lauf. — Die offenbaren Schwächen unD Fehler, die diesem alten Oesterreich-Ungarn anhafteten, können aber eine objektive Geschichtsbetrachtung nicht Daran hindern, Die historische Mission anzuerkennen, Die es durch viele Menschenafter hindurch erfüllt hat. Es wird sich erst noch zeigen müssen, ob Die neue Staatenordnung, Die an seine Stelle getreten ist, Bestand haben wird, und ob sich bie Völker auf die Dauer unter ihr glücklicher fühlen. Die Oefterreicher und Ungarn dürften diese Frage | schon heute mit aller Entschiedenheit verneinen. ■> -.iiliorben, jeyt aber auf mehr als 11 Milliarden belliuft — in England nur 9,1 Milliarden Mark —, wenn also auf den Kopf der Bevölkerung eine jährliche Steuerlast von 180 Mark kommt, zu denen sich noch für soziale Lasten weitere 25 Mark ge- feilen, so ist eine solche Belastung völlig untragbar und vor allem nicht erforderlich, denn die Einnahmen des Reiches übersteigen in Wirklichkeit die Ausgaben erheblich, so daß sich in öffentlicher Hand Ricscnbetröge angefammelt haben und weiter ansammeln werden. Das Katastrophale ist, daß derartige Summen der kapitalsarmen Wirtschaft entzogen werden. Des weiteren beträgt die Ansammlung iion 600 Millionen im Postscheckverkehr und von 900 Millionen, die die Reichsbahn als Jahresüberschuß errechnet hat, sowie die bisherige Art der Verwendung dieser Riesenbeträge sehr viel zur Warenverteuerung bei. Dem Prob ' , misprozeß sind diese Gelder wegen ihrer Kurzfälligkeit nur in sehr geringem Maße dienstbar zu machen. Wir müssen fordern, daß diese ganzen Summen, soweit sie nicht zur Kassaführung unbedingt nötig sind und daher liquib gehalten werden müssen, der Wirtschaft ganz anders nutzbar gemacht werden als bisher. Die Forderung, die wir hier stellen, ist nicht Forderung des Bankgewerbes: es ist Forderung der deutschen Wirtschaft. Bei der jent so beliebten Klage über die teueren Bankbedingen wird vollkommen übersehen, daß der Bankkredit im Januar 1924 20 Proz., im Juli vorigen Jahres 36 Proz., aber schon im Oktober nur noch 18 Proz. und seit Februar dieses Jahres 14 Proz. kostet. Erhöht sich bei den Banken weiterhin der Zufluß fremder Gelder, so wird auch der Zinssatz eine abermalige Senkung erfahren. Wie es Aufgabe des Bankiers ist, dem Sparer ein treuer Berater zu fein, so fallen ihm andererseits auch Aufgaben gegenüber der Spekulation zu. Bor allem wird bei der Unterbringung von Neuemissionen der spekulative Zwischenbesitz wieder die Rolle spielen müssen, die er bis zur Jahrhundertwende auf diesem Gebiete gespielt hat. Die notwendigen Vorbedingungen für die Erfüllung der heutigen gesamtwirtschaftlichen Aufgaben des privaten Bankgewerbes müssen zu einem sehr großen Teil von der Regierung und den anderen öffentlichen Gewalten, zu einem weiteren Teile von den wirtschaftlichen Er- werbsständen und zum letzten und nicht geringsten Teile vom Bankierstand selbst erfüllt werden. Eines aber, das wichtigste, braucht das Bankgewerbe zur Erfüllung feiner Aufgabe vom ganzen Volke: Vertrauen ! Ueber dasselbe Thema sprach als zweiter Berichterstatter Karl L. Pfeiffer-Kassel. Der Berichterstatter erörterte die Verwendung bei? öffentlichen Gelder und das Bankensystem der öffentlichen kommunalen Banken. Die Gesundung in unserem kommunalen Bankwesen könne nur dadurch herbeigeführt werden, daß die Sparkassen und die Stadt- und Kreisbanken sich wieder des Hypothekengeschäftes annehmen und sich unter grundsätzlichem Verzicht auf Blankokredite im Personalkreditgeschäft auf wirkliche Mittelstandskredite — bis etwa 50 000 Mark — beschränken. Die Girozentralen müßten sich gleichfalls aus dem Kundenkreditgeschäft zurückziehen und ihre Mittel in Wechseln anlegen oder an Staatsbanken ausleihen. Wird der Weg, den wir weisen, beschritten, dann werden die Sparkassen in ihrer veränderten Gestalt zusammen mit den anderen Kommunalinstituten die Stellung in dem deutschen Bankenorganismus finden, die für sie gegeben ist. Dann wird die Gefahr für den Geldmarkt, die sie heute bedeuten, beseitigt sein. Dann werden sie auf ihrem Gebiet in hohem Maße befruchtend auf die deutsche Wirtschaft wirken. lieber das Thema: „Die deutsche Währung vor und nach der Stabilisierung" referierte Franz ll r b i g , Geschäftsinhaber der Discontogefellfchaft, Berlin, aus dessen Richtlinien die Schlußfolgerung hervorgehoben sei: Deutschland ist darauf angewiesen, als Käufer und Verkäufer von Waren im Weltmärkte aufzutreten und muß dabei mit den besten Mitteln operieren Zu den besten Mitteln zählen Oualitätsprinziv, Vertragstreue und gute Währung. Als gute Währung gilt nach der heutigen Weltanschauung die gesicherte Goldwährung. Keine Maßnahme mit dem Ziele einer Produktionsförderung darf hart erscheinen, keine notwendige Er- mäßigung der öffentlichen Lasten darf als unsozial verschrien werden, keine angemessene Forderung -* *uf dem Gebiete der Arbeitsleistung, sei es nach Seitumfang ober Intensität, darf unerfüllt bleiben, wenn es sich darum handelt, den Boden zu befestigen, auf dem unsere wie jede Währung ruhen muß: einer mit Ueberschuß abschließenden, mindestens aber ausgeglichenen Zahlungsbilanz. Von allen Kapitalreserven entblößt, können wir dies nur durch produktive Arbeit und sparsame Wirtschaft erreichen. Wir sind dem Stadium des Gleichgewichts noch nicht nahe, in welchem unsere Währung sich befinden sollte. Alle Kräfte müssen sich vereinigen, um dieses Stadium zu erreichen. Man kann nicht 2500 Millionen Reparationszahan Empfindungen, das Menuett mit dem graziösen Trio, der Schlußsatz mit seinen wechselnden Bildern. Für die meisten Besucher das stärkste Erlebnis des Abends! Regers Klarinettenquintett (A-Dur) ist ein Werk aus der letzten Phase seines Schaffens, wo er nach Suchen und Berfuchen die letzte Abklärung und Reife des Stiles erreicht hat. Zu dem Streichquartett läßt er dasjenige Blasinstrument treten, das in Ton und seelischem Ausdruck den Streichinstrumenten am nächsten kommt: die Klarinette, und findet so neue Mittel, sein inneres Wesen, das zu starken affektiven Aeußerungen drängt und dann wieder romantischer Weichheit und Zartheit huldigt, zu offenbaren. — Dem Hauptthema des ersten Satzes, getragen von der Klarmette, folgt nach einer mrzen iinpulsiven Lieberleitung, die vom Forte aus abklingt, das Seitenthema der Streichinstrumente, zart, abgleitend, von der Klarinette umspielt. die Durchführung mit ihrer Steigerung zum dreifachen Forte, ein Meisterstück kammer- musikalischer Setzkunst — ein Verklingen des Satzes im dreifachen Pianissimo. Das Vivace huscht am Hörer vorüber, bis es im Un poco meno mosso mit der Klarinettenmelodie, die von der Bratsche beantwortet wird, reale Gestalt gewinnt. 3m Largo stellt sich einer Kanti- lene her Klarinette das Seitenthema des ersten Satzes entgegen; ein Satz voller reicher, verklärter Stimmung. Das Finale läßt einem graziösen Thema von mozartschem Geiste eine Reihe von Variationen folgen, in denen sich Reger in seinem eigentlichen Element weiß; figuriert, kontrapunktiert, als vivace, piü lento, immer wieder ein neues Licht, immer wieder eine neue Seite, ein neuer Inhalt, schier unerschöpflich und immer wieder voll innerer Berechtigung. —- Herr Kammermusiker Fritz H e y n a u , Darmlungen auf sich nehmen und allein für laufende Reichsbedürfnisse 11 Milliarden aus dem Produktionsprozeß herauspressen. Man kann nidjt einen Krieg verlieren und in unseren Lebensformen so tun, als ob mir einen Krieg gewonnen hätten. Das sind vollkommene Widersprüche. Die Vernunft drängt zum Handeln auf der ganzen Linie. Die Freigiebigkeit des Parlaments in der Bewilligung von Ausgaben ist nachgerade zu einer Gefahr geworden. Rechnen wir nicht auf das Ausland. Sorgen wir selbst für uns nach dem Wahlspruch: „Vertrau' auf Gott und deine eigene Kraft!" In seinem Referat überlas gleiche Thema kam Dr. jur. et phil. L. Albert Hahn, Vorstandsmitglied der Deutschen Effekten- und Wechselbank, Frankfurt a. M., zu folgendem Schluß: Rur eine auf natürliche Zinsermäßigung im Wege der Einschränkung der Kapitalnachfra'ge und der Vermehrung des Kapitalangebotes gerichtete Politik kann von Nutzen sein. Der Staat braucht nur damit zu beginnen, gewissermaßen vor der eigenen Tür zu kehren und mit allem aufzuräumen, was sich nicht mit den Grundsätzen äußerster Sparsamkeit vereinbaren läßt. Ein beträchtlicher Teil des Kapitalelends ist durch die Wegsteuerung des Kapitals und die Benutzung der weggesteuerten Mittel zu mehr ober minder unproduktiven Zwecken bedingt. Im übrigen warnen Beispiele aus der Vergangenheit, im Gegensatz zur Lage des offenen Kapital- und Geldmarktes künstliche Zinssätze schaffen zu wollen. Das Ziel, das sich die deutsche Wirtschaft sehen muh, ist Steigerung der Produktion durch Rationalisierung der Arbeit, Verwendung einer geringeren Arbeitsmenge zur Herstellung des gleichen Arbeitsproduktes. Auf Grund feiner Fähigkeit zur Organisation wird und muß es dem deutschen Volke gelingen, den Ertrag seiner Arbeit so zu steigern, daß trotz aller Lasten allen Klassen ein der Kulturhöhe des deutschen Volkes entsprechetider Lebensstandard gewährleistet wird. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 15. Sept. Aus Anlaß des G !> st a o - A d o l f - F e st e s findet am nächsten Sonntag vormittag 9 Uhr in der diesigen Kirche ein F e st g o 11 e s d i e n st statt, wooei der hiesige Posaunenchor mitwirken wird. Als Festredner ist Herr Pfarrer Germer aus Bingen, ein geborener Klein-Lindener, gewonnen. Nachmittaas werden sich die Gemeindeglieder an dem Festzuge in Gießen beteiligen. : —: Beuern, 15. Sept. Dem Weitblick unseres Gemeinde rats haben wir es zu verdanken, daß das Wallbottsche Haus on der Ecke Hauptstraße—Dersröder Weg durch Ankauf in den Besitz unserer Gemeinde übergegangen ist. Die direkt auf der Straßenecke stehende Scheune dieser Hosreile bildete ein Verkehrshindernis ersten Ranges. Es konnten sich noch nicht zwei Fuhrwerke an dieser unübersichtlichen Stelle, die dazu noch vor der Wirtschaft „Zur Germania" liegt, kreuzen. Run hat die Gemeinde die Scheutre a b r e i ß e n lassen. Es ist damit eine große Gefahr beseitigt worden für Fuhrwerke aller Art, namentlich aber für Fuhren mit Langholz, die täglich, fast das ganze Jahr über, diesen Weg passieren müssen. — 3n unserem Ort rüftet man eifrig für die am 20. l. Mts. in Gießen stattfindende Gustav-Adolf-Tagung. Der hiesige evangelische Kirchengesangverein, der sich am Massenchor in der Gießener Festhalle beteiligt, hat seine Klebungen vor einigen Tagen aufgenommen. Archer seinen 60 bis 70 aktiven Sängerinnen und Sängern wird sich eine große Anzahl der hiesigen Gemeindemitalieder an dem Gießens Fest beteiligen. Am Festsonntag (20. Sept.'» spricht im hiesigen Gotteshaus der Diasporapfarrer Roth atls Mühlbach in Siebenbürgen lReu-Rumänien). Am Samstagabend zuvor, um 1 \9 älhr, wird derselbe Redner im hiesigen Volksbildungsverein einen Vortrag halten, der voraussichtlich das Thema behandelt: „Land und Leute in Siebenbürgen". Zu dem Vortrag wird keinerlei Eintritt erhoben, |inb somit wäre eine große Beteiligung auch ans den Rachbarorten erwünscht. !—I Harbach, 15. Sept. Die ä 11 e ft c Frau unseresDorscs und wohl auch der weiteren Umgebung ist die 96 Jahre alte Frau Gräf. Vor etwa einem Jahre starb ihre Tochter im Alter von 78 Jahren; ihr jetzt noch lebender Sohn befindet sich im 73. Lebensjahr. ! —! Queckborn, 15. Sept. In den diesjährigen Sommermonaten herrschte hier eine rege Bautätigkeit Sieben Wohnhäuser erstanden neu, davon ist ein Teil der Bauten bereits unter Dach gebracht. Gastwirt G ö r n e r t hat den Saal seiner Wirtschaft vergrößern lassen ftabt, vereinte sich mit dem Drumm-Quartett zur Wiedergabe des Werkes; mit seinem weichen Ton, biegsam und warm, verwuchs er mit dem Streichkörper zu einem organischen Ganzen. Für die letzte Veranstaltung (Montag abends waren Violinsonatcn von Komponisten der Gegenwart vorgesehen: Psihner, v. Koczalsky, B r u g n o l i. Roch in letzter Stunde trat eine Aenderung des Programms ein, die Sonate von Brugnoli fiel fort, dafür leitete Robert Schumanns /r-Mell-Sonate mit ihrer drängenden, stürmenden Romantit den Abend ein und bereitete den Boden für die Reuromantik deutscher und slavischer Fassung. Mit seiner Sonate (op. 27) offenbart sich Psihner als ein ganz anderer. Er hat feinen Stil gefunden; seine impulsive Persönlichkeit bricht durch; Kantilene, impressionistische Elemente, ein Flimmern, Huschen, Steigerungen größten Stils, im Ausdruck der Erregung bis an die Grenzen des Instruments drängend, artistische Kunstmittel (Flageo- lettöne) als Aeußerungsmittel. Richt mehr das Kühle, Verhaltene wie im Quartett (op. 13), ein Stürmen, das ihn so reich erfüllt, daß die Formen geweitet werden; er kann sich gar nicht genug tun in der Durchführung des ersten Satzes, so wächst sich das Thema aus. — Unter den modernen Violinsonaten nimmt op. 27 eine Vorrangstellung ein und wird diese Stellung auch behalten. Eine gan zandere Welt in dem Werke von Koczalsky; ganz aus die Kantilene als Ausdruckswert eingestellt, förmlich in ihr schwelgend, «itel Wohlklang,! dabei eine Rundung in der ^orrn. vornehm vn allem und immer schön. Eine Sonate, die dem Geiger das Eigenste des Instruments erschließt, hier kann und muh er fingen in allen Stadien der Gefühlswallung. Und die beiden ausführenden Künstler — ein Eingehen aufeinander und ein Sich- Finden im Wevke: und dadurch den Bedürfnissen der Vereine Rechnung getragen. Für das nächste Jahr stehen weitere Bauten in Aussicht. — Auf dem nahen Steinbruch Hellkopf muhte eine Anzahl Arbeiter wegen Absahschwierigkei- t e n c n 11 a s | e n werden. Das Hauptabfahgebiet dieses erstklassigen Basaltbruches lag bisher in Holland. f Örünbcrg, 14. Sept. Der Kapellmeister Earl G i e h aus Hamburg, ein Sohn unserer Stadt, gab gestern abend in der hiesigen Turnhalle ein Konzert, das für die außerordentlich zahlreichen Besucher ein erlesener Kunstgenuß war. Sämtliche Darbietungen wurden mit reichem Beifall belohnt. Die musikalische Begleitung des Künstlers hatte Musiklehrer W. Gerhardt -Marburg übernommen, dem gleichfalls der herzliche Dank der Zuhörer galt. Man hofft. Herrn Gieß noch oft in unseren Mauern als Konzertgeber zu begegnen. / Lich, 15. Sept. In der jüngsten Sitzung des S t a d t v o r st a n d es lamen folgende wesentliche Punkte zur Beratung und Beschlußfassung : Die Direktion der Landwirtschaftlichen Schule dahier suchte bei dem Stadt- Vorstand darum nach, für einen Saal dieser Schule acht neue Schulbänke zu beschaffen. Die Kosten der Anschaffung dürften sich auf etwa 415 Mk. belaufen. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß die Stadt zur Anschaffung des Schulinventars wohl nicht verpflichtet sei, befürwortete jedoch im Interesse des guten Einvernehmens mit der Schule und. weil dieser keinerlei Mittel zur Verfügung ständen, die Bewilligung des erforderlichen Kredits. Der Stadtvorstand trat dem gestellten Antrgg bei. — Zum Zwecke tec Straßen Verbreiterung der Straße am Wall ist der Erwerb von 24 Quadratmeter Vorgartengelände von 2 Privaten Grundstücken erforderlich. Der Stadtvorstand stimmte dem Erwerb unter Ansehung eines Kaufpreises von 100 Mk. und Tragung der äLebereignungskosten zu. — Der Schützen verein 19 13 hat seinen Schützen st and auf dem Kirchberg in der Gemarkung Lich anfangs des Jahres 1925 in die Rähe des Albacher Sees in der Gemarkung Hof—Albach verlegt. Das Gelände des ersteren Schießstandes war Eigentum der Stadt Lich. Hierfür hatte der Schutzenverein eine jährliche Anerkennungsgebühr von 20 Mk. zu zahlen, die in der Inflationzeit festgesetzt und in gleicher Höhe in Goldmark übernommen worden war. Er suchte jetzt darum nach, diese Gebühr für das Iabr 1924 und 1925 auf zwei Goldmark zu ermäßigen. Der Stadtvorstand stimmte dem Ansinnen zu. — Den Gesuchen des Reichsver- bandcs der deutschen Taubstummen in der Tschechoslowakei und der Hessischen Landeshaupt st ekle gegen den Alkohol i s in us in Darmstadt um Bewilligung von Unterstütz ungsbcittägen konnte der Stadtvorstand nicht zustimmcn. — Verschiedenen Gesuchen um Schadenersatz wegen Wasserschäden, die durch Abdämmen der Wetter entstanden sind, wurde entsprochen. — Dem Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr zu Sich wurde für den am 20. September hier stattfindenden Herbst- verbandstng der freiwilligen Feuerwehren der städt. Iuxplah zur freien Verfügung überlassen. — Ferner teilte der Vorsitzende noch mit, daß er in Ausführung eines früheren Beschlusses eine Zählung des in unserer Stadt gehaltenen Vogelsberger Viehes habe vornehmen lassen. Diese Zählung habe 36 Stück ergeben. — Der für den 28. September vorgesehene Kirmes markt kann wegen der in der Llmgegend herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden. 5 Lich, 14. Sept. Nicht nur die private Bautätigkeit geht infolge der Geldknappheit nur langsam voran, wie wir dieser Tage berichteten, auch auf dem Jmmobilienmarkt macht sich der Geldmangel empfindlich bemerkbar. Zum Verkauf angebotene Grundstücke finden nur selten Liebhaber und müssen gegebenenfalls zu Schleuderpreisen veräußert werden. Kaum kommt es zu einem Hausverkauf. Mehrere wertvolle Hofreiten sind in letzter Zeit zum Verkauf angeboten worden. Es waren auch immer Interessenten, aber eine K ä nf e r da. Nur die Stadt hat kürzlich in der Obermühle ein größeres Anwesen van der fürstlichen Verwaltung zum Preise von 14 000 Mark erworben. — Die Fürstliche Obstbaumschule hatte früher weit über die Grenzen Oberhessens hinaus einen anerkannten Ruf. An der Förderung her Obstbaumzucht in Oberhessen hat sie wesentlichen Anteil. Nach dem Kriege mußte sie, da es an Nachzucht fehlte, ihre Lieferungen mit einmal einstellen. Jetzt verfügt sie. was im Interesse unseres ober- hessischen Obstbaus lebhaft zu begrüßen ist, aber wieder über mustergültige Neuanlagen. : ä.11phe , 15. Sept. Einem hiesigen Landwirt geriet beim ObstPftücken die Leiter ins Rutschen. Im Fallen gelang es ihm noch, sich an einem A st s e st z u k l a m m c r n. Er Konzertmeister Drumm und von Koczalsky am Flügel, Schumann und Pfitzner in ihrem Innersten erschließend; im letzten Stück der Komponist selbst, sein Werk tragend, und Konzertmeister Drumm in kaum zu überbietender Höhe, ganz im Klang ausgehend. Die Festestage haben ihr Ende gefunden; die Reihe der Gäste zerstreut sich; aber das Gehörte wirkt nach; allen ein Mittelpunkt späteren Gedenkens. Mögen solche Feste jedem Jahr be- schieden sein, der Kunst in ihrer Entwicklung, den Schaffenden und Hörenden zum Gewinn, — und um die Zukunft unserer Musik braucht uns dann nicht zu bangen! -in- * Dem Wachrufen der Erinnerung an eine durch frühere Jahrhunderte mit liebevollem Verständnis geübte Kunstpslege des gräflichen Hauses galt eine Besichtigung der erstaunlich reichhaltigen Porträtsammlung des Laubacher Schlosses. Die Porträtsammlung geht zurück auf Bilder aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Die vier- ältesten Porträts stammen aus den Jahren 1520 bis 1528- von dem Oberfranken Hans Döring, einem engeren Landsmann von Lukas Cranach, von denr er mancherlei Anregung empfing. Der Zeit nach folgen zwei gute Porträts eines unbekannten Malers, der stärkeren niederländischen Einfluß verrät. Dann kommt das 17. Jahrhundert in einigen charakteristischen Stücken zu Wort, und endlich die Fülle von Bildern des 18. Jahrhunderts, die den eigentlichen Wert der Bildersammlung ausmacht. Ein Bild von M e l l o t führt uns in den repräsentativen französischen Stil um 1700 ein. Daran schließen sich deutsche Meister des beginnenden 18. Jahrhunderts. Wir finden hier den hessen-homburgischen Hofmaler Hauch, den hessischen und solmsischen Hofmaler war nun gezwungen, aus ziemlicher Höhe ak» zuspringen und erlitt dabei einen Beinbruch. — In fcen letzten Jahren hatten sich viele Kleiw- tierhalter auf die Aufzucht von Ziegenböcken geworfen, da reinrassige Tiere sehr gut bezahlt wurden und sogar ausländische Kommissionen zum Ankauf der Tiere auf den Märkten der Umgegend erschienen. Da dies, anscheinend durch die Festigung unserer Wäh^ rimg verursacht, jetzt nicht mehr der Fall ist, herrscht zur Zeit ein- großes Lieberange.' bot an solchen Tieren. Infolgedessen waren viele Züchter gezwungen, auch von dem letzten Markt in Aid da unverrichteter Sache wreder heimzukehren, nachdem sie schon mehrfach andere Märkte put ihren Tieren beschickt hatten. Ez wird eben nichts anders übrig bleiben, als in Zukunft wieder mehr Döckchen beizeiten in ft? Pfanne, wandern zu lassen. Kreis Friedberg. Bud-Nauheim, 15. Sept. Am Freitag unternahm die hiesige Stadtschule eine Rheinfahrt. 650 Schüler wurden im Sonder- zug nach Mainz gebracht, von wo auf dem Dampfer „Albertus Magnus" eine frohe Fahrt bis zur Loreley .führte. Auf dem Rückwege galt dem Niederwald ein lohnender Besuch. Kreis Bndingcn7 ow. äl n t e r - W i d d e r s h e i m, 15. Sept. Am Sonntag sand die feierliche Einweihung des auf dem Friedhof zu Tlnter-Widders- heim errichteten Kriegerdenkmals statt, ilnter Vorantritt des Posaunenchors Glauberg, der sich freundlich zur Verfügung gestellt hatte, bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das ganze Dorf zum Denkmal. Schuljugend, Kränze tragende Mädchen, Kriegerverein, Gemeinderat. Kirchenvorstand, Radfahrer- und Gesangverein, sowie die meisten sonstigen L>rt sein wohnen nahmen an dem Festzug teil. Auf dem Friedhof hatte sich schon vor Eintteffen des Festzuges eine große Menschenmenge — meist Gäste aus den umliegenden Orten — eingefunden. Das vom Architekten Theis in Darmstadt entworfene.' von der Firma Bräuer in Miltenberg in Sandstein künstlerisch ausgeführte und von Baumeister Eckel in Tlnter-Widdersheim aufgebaute Denkmal ist altarartig in die Friedhofsmauer eingebaut und von einem vorhofähnlichen blumen- geschmückten Raum umgeben. Es ehrt in seiner Aufschrift acht Gefallene, einen Vermißten, unb zwei in der Heimat an den Folgen der Kriegsstrapazen Gestorbenen, und macht einen durchaus würdigen und erhebenden Eindruck. Rach einem die Weihefeier einleitenden Vorspiel des Posaunenchors und einem von Lehrer Seibert vorgetragenen Gedicht hielt Beigeordneter Müller eine längere, wohldurchdachte ernste Ansprache und ließ das Denkmal enthüllen, wobei von dem Kriegerverein die üblichen Ehrenbezeugungen erwiesen wurden. Von Schülern und jungen Mädchen vorgetragene Gedichte, Gesänge der Sängerabteilung des Radfahrervereins und Gemeindclieder leiteten über zur Weiherede, in der der Ortspfarrer aufforderte, der zehn Kriegsopfer niemals zu vergessen, vielmehr in der Erinnerung an sie und ihr Heldentum sich immer wieder Kraft zu holen für den Kampf, in dem wir noch stehen müssen, um Deutschland- innere Einheit und äußeren Wiederaufbau. Darnach folgte die feierliche Gedäcbtnishandlung mit Verlesen der Rainen der 10 Kriegsopfer, wobei für jeden auf» der Ehrentafel des Denkmals Verzeichneten ein Kranz niedergelegt wurde. Rach weiteren Gedicht- und Gesangsvorträgen und Gebet schoß die Gewehrsektion des Kriegervereins die üblichen Ehrensalven, dann wurden mit zum Teil längeren Ansprachen Kränze nieder gelegt im Ramen des Kriegervereins, der Ortsgemefnde, der Kirchengemeinde, des Radfahrervereins und seiner Gesangsabteilung' und des Bundes tater- ländisch gesinnter Krieger, Abteilung Hessen. Rachd:m Bürgermeister Michel das Denkmal in den Schutz der Ortsbehörde übernommen hatte, verabschiedete sich der Kriegerverein von der Ehrenstätte seiner toten Kameraden mit dem Lied „Ich hatt' einen Kameraden". Unter den Klängen des Posaunenchors marschierten die Vereine ins Dorf zurück. Allgemeines Urteil war: Die Gemeinde ^lnter-Widdersheim hat durch dies Denkmal und durch die stimmungsvolle erhebende Feier ihre toten Kriegshelden würdig geehrt. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 15. Sept Am Sonntag war ein Jahr seit dem Brande des Kirchturms verstrichen; aus diesem Anlaß fand abends ein besonderer Geben kgottesdienst statt, der ausnezeichnet besucht war. Text der Predigt war da. bedeutsame Wort aus Johannes, Kapitel 13, Vers 7. Eine Kollekte, die zu einer schwarzen Verkleidung für den Taufstein und die Kanzel zu ernsten Sonntagen ver- ; Rnndt, den Frankfurter Lipp old. Durch Lippold kam der befannte Maler I o h. Daten- t i n Tischbein nach Laubach. Er loar geboren zu Haina in Hessen 1715, wurde 1741 Hofmaler unter der Regierung des Reichsgrafen Ehristian August (1738-1784). erhielt 1747 eine jährliche Bestallung und malte nach Ausweis der Quittungen zahlreiche Bilder für den Laubacher Hof. von denen uns eine Reihe tocrt-1 voller Stücke erhalten sind. Ioh. Valentin Tischbein brachte auch seinen jüngeren Bruder Johann Heinrich (geb. 1722 in Haina, geff. 1789 als Professor an der Kunstakademie in Kassel) nach Laubach. Er ist hier in den Jahren 1741—44 nachweisbar. 1744 ging er nach Paris, 1748 nach Venedig und wurde 1752 Kabinettsmaler des Landgrafen von Hessen. Auch ein Gießener Maler namens R e u I i n g war um die Mitte des 18. Jahrhunderts für das Laubacher Schloß tätig. Seine Bilder sind durch ihren kostürnlichen Reichtum fesselnd. Der Vollständigkeit halber sei auch noch aus dieser Zeit Ehristian Friedrich Z i e s e n i s genannt. Besonderes Interesse beanspruchen die Porträts des jüngsten Bruders Anton Wilhelm Tischbein, der 1758 Sekretär des Grafen Ehristian August toirrbe. Seine Bilder sind äufterft reizvoll und dekorativ, wenn sie auch bei weitem nicht an die Qualität der Werke seines älteren Bruders Ioh. Valentin heranreichen. Die Reihe der Hofmaler beschließt der Pastellmaler Dryander, der nach dem Tode des Grafen Christian August als Hofmaler zum Fürsten von Rassan-Saar- brücken kam. Reizvolle Pastelle und Zeichnungen der Gräfin Christiane Luise zu Solms-Laubach, einer Tochter des Grafen Christian August, zeigen den Einfluß, den daS künstlerische Milieu auch auf die Mitglieder bet gräflichen Familie ausübte. 9l< ®al6 Ich Oschle I 10 3‘atgbcr; ■ Die letung ' ßo ■ h.-Vit K lf8 -riedel ■A'istnJe Jen fast l"1® nU mehr I Jin* A Lause IMä KL Z I a. Ivrnhi i/fJetc Schulen g ff Schulvai Lohmen die ober Essigen 2 vlls i i-una unseres i.e Bet Edert< l marschierten ov ! iSrohen-Linden, «benutzt wurde, mnii nun gmg Wallung zu •ZDon hier aus t Wgler nach morgens aniam. ®en Augen der NchloK und der Nen Dasserspicg' ei gleich aus es Anlagen dec öj: ii'iiic Fahrt übe: »leiben, weil ins. Mein Boot ging. Lungen muhte ji ikM in der D geht. Jnsvlgedess das TM nur seinen werden. .die Rückreise a -abends kamen d wohl müde von drücke, die sie kald nicht verge gott aus ihrer ! rtr. Dorla gotteäbienft t per diesigen . tingelunden, um echlaudrass 1911 an der Gvl nsvlgedessen sehr 'einem dortigen sien Sonntag si 2ustav-Ädvl «otteSdienf Koloss, Reul Kirch M. Alten den am Somitac der Leiden Ober enfttoettfäm W Knaben der Mit großen Turner um die Wurden fünf voll Krchsprunq, Wei ®auf und Balltv wttschiedenen AI Nullpunktes tfrt Siege fW- Hofmar TO 04 Punkte Much i Punkte und C E12 Sieger der , Zlnoldg, Pu Eft1 Dilh. Ä H.»« ™ buller ; ,(y Mflnrnicit, tu Lk/r mit der ilÄ ban! SÄ * -Ar. 73 « bießii hn e Knaben der vier letzten Jahrgänge daran Kirche und Schule. mr. Alten-Bufeck, 15. Sept. Hier fan- am SamStag unter der Leitung der Lehrer Armze niebttgfr ns. der VrtsgeM Radfahrewereiüp hr beiden Oberklassen die diesjährigen 3 u ■ lemdwettkämpfe statt. Es nahmen fämt ,d Bundes r r, Abteilung H jchel das DeM X übernommen k negerverein dm i Kameraden mit » meraben". Uni« J >rs markierten ____ . . , „ _ Allgemeines IW kil. Mit grobem Eifer stritten die jugendlichen Diddersheimbal^t jicner um die Ehre des Sieges Insgesamt >le stimmungsvoll^ lieben fünf volkstümliche Hebungen ausgeführt: Kriegshelden WW Jedfprung, Weitsprung, Dreisprung. 100-Meter- fciif und Ballweitwurf. In Anbetracht des sehr inen 'n. < :: 3-:^ jnfl unseres Lehrer- Watz eine ‘Keife nach »r Sdertalfperre. Degen Mitternacht na kschierten die Kleinen nach dem Bahnhof refjen-Linden, von wo auS der erste Frühzug «nutzt wurde. In Dabern wurde ausgestlegen rD nun ging es zu Fuß, um das Blut in Teilung zu bringen, nach Station Fritzlar. > n hier avS brachte daS Dampfroß die Aus- i:gler nach Waldeck, wo man gegen 9 ilfjr nnigcniS ankam. Zwei Wunder boten sich hier f 1t es d i e n st fand am Sonntag nachmittag r oer diesigen Kirche statt. Diele hatten sich mefunben. um den Worten deS Missionars khlaudrasf zu lauschen, der von 1911 bis V'7 an der Goldküste in Alrika tätig war und r zur TB ei ufforberte, kt irgelfen, vitlmhi a > ihr Syelbate k n für oen Karchs, ii •n, um Deutschle'li "Weberaufbau. tot iftnitbantfuno mit Kriegsopfer, anbei rö DenkrnM TJw Wbe. Bü- iLuqsvvMtzm uri ________ _ _ des Kri^nverris Holgebeffen sehr anschauliche Schilderungen von mn wurden mit ir Ir. iem dortigen Wirken geben konnte. — Räch- 11 Sonntag findet auch hier gelegentlich des k L st a v-A dolf-Feste- in Stehen ein Fe st- |f 11 c 8 b i e n ft statt. Festredner ist Pfarrer Koloss. Reuhburg. »rRä " 11 PR ?t£?! 'b»g. m.Ut . im «•* Ht bis, f"* «« in, { hßeä; "beim. 15 e "cnfma[g e, }Mom ®[aut up9 gestellt he,' (Q*6 durch ^liugend, Stob . ^d ©esUgvnx, }■ dem 5ritÄ Aufle< ti W Taste aus to lgefuilb^. Izz m anpftoht emtrörftu Miltenberg, Ue und hon 3a, ^heim ausgebami die ^edhvlsmaue rhosähnlichenbiuni» n' ehrt in sei« inen Bemißt 1 Folgen dertot* ' macht einen üben ©inbrud. ij litenben Bochie! M vn Lehrer Seit«, hielt B^igeord» )ohlburchbachie ei ifmal enthüllen. > Michen Thrcitz Don Lchiilensi mc Gedichte, wy Üabfahrervmis i I ssen soll, ergab den schönen Betrag von fast I 3 Marl l no Ober-Lee.n en, 15. Sept. Gegen das I »teil des KreiSauchjchuffeS In Sachen der hiesi- |,?x Bürgermeister-Stichwahl wurde bet I ti Provinzialausfchuh Berufung eingelegt. no. ^otkarrshain, 15 Sepi Der ■C > f e t f i u n ist trotz der schlechten Ernte, e den, Dogelberg infolge der ungünstigen Wit- tung der letzten Tage zuteil wurde.' nicht rlofchen. So wurden anlählich der Orgel- irparatur von hiesigen Einwohnern 56 Mk. » ix kirchliche Zwecke geftiftet. Mrcie -llsteld yiieber-öemünben, 15. Sept. In l hiesigen Gegend nimmt daS Zigeuner- i to e f e n fast überhand. Trupps mit 4. 5 und (gar noch mehr Wagen ziehen von Ort zu Ort. lästigen die Einwohner mit Betteln. Wahr- , tcn usw. und heißen auch mitgehen, was sie j .i tbc gebrauchen können. Die Männer fischen I a Bäche ab, oder begehen Jagdfrevel. Hof- mllich wird durch behördliche- Eingreifen diesem . Wesen bald ein Ende gemacht Mreie Lauterbach. £ Lauterbach 15. Sept. Der hiesige ' ifikverein veranstaltete am Sonntagabend der Spieß-Turnhalle ein Konzert unter der rung des Dirigenten, Oberpostsekretär R ö n i ck. :\i hervorragenden Darbietungen wurden von dem sterordentlich zahlreich erschienenen Publikum mit »Haftern Beifall belohnt In anerkennenswerter ' jifc hatte der Musikverein den Reinertrag feiner -nstaltung dem Fonds für die im Bau begriffene •riegergebenfftätte überwiesen. Mrcid Wetzlar. m. Dornholzhausen. 15. Sept. Da i ft re Schulen gegenwärtig unter dem Zeichen tc Schulwanderungen stehen, unter- otzmen die oberen Jahrgänge der hiesigen einzigen Do 1 kSschule dieser Tage unter Füh- )0ttkN. Sepi. Arn W raube des K'^ bleiern Anlaß 7 benfgotte^'» icluchi mr «*; lame » 7. Eine ^°ll«r -fieibung fu« !rn(friJonntdflenJ» ■ung o« - # W» malte igj. oatr * M ipcrt« •<-«%£.8; 5®«*^ *d)^ Sv® ** «LÄ fto ®Ä(> t< Itiiebencn Alters der Knaben wurden zwei E,ungdgrupb€n ausgeführt, die nicht nach Zahl Art der Hebungen, sondern nach der Höhe ! < Rullpunktes der Bewertung verschieden Watt. Die Sieger der ersten Druppe waren: )ilh. Hofmann 108 Punkte, Friedr. 6 e u - Tg 104 Punkte, Wilh Seuling 93 Punkte, fiedrich Döll 82 Punkte, Heinr Schreiner ^Punkte und Wilh. Lepper II. 73 Punkte, ie Sieger der zweiten Gruppe waren: Friedr. it o I b 91 Punkte, Friedr. Müller 33 unkte, Wilh. Hofmann 78 Punkte, ßubto. lieber 76 Punkte, Wilh. Lepper 74Punkte, Ul t. Müller 70 Punkte und Ludw. H o f - va nn 70 Punkte. : Dillingen, 15. Sept. Am Samstag van die L e h r er des Bezirks Hungen c versammelt, um Vorführungen in : cxizeitlichem Turnen, durch Lehrer Kolter mit der hiesigen Oberklasse dargeboten, ; i eben. Es handelte sich nicht darum, turne- kHe Glanzleistungen vorzuführen, sondern den ^.T'-auf einer Turnstunde nach der neuen Art zu '..'n, die weniger Wert auf exakte Ausführung d fchöneS Aussehen legt, sondern mehr die j.'ihmäßige. dem kindlichen Organismus geilste Ausbildung aller Muskelpartien in mög- B"H vielseitiger Weife zum Ziele hat. «S dem Llmtsrcrküudiqungsbl .. DaS A m t Sv e r kündig u n g s bl a t t 1r. 73 vom 15. September enthält: Die Schaf- ni-'ic in Rieder-Beffingen — Feldbereinigung 'T'igen. — Abänderung der PoUzeiverordnung »er die Einführung eines einheitlichen Brot- MvichteS. Diehtlfe gegenGickt undRh^umatiamus Sie wiffen kein sicheres Mittel gegen diese fpigcgeifter, denn alle Einreibungen. Packun- »ku, Bäder, Salben usw. lindern nur für einige »1 die Schmerzen, aber sie packen nicht daS Jibcl an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Wirtschaft. Die Fusion der rheinifa)weft- I ä i 11 d) e n (9 r o 6 i n b u ft r i c. Zu den F u - iionsoerhanblungen bet cheinifchwest- fälifchcn Großindustrie erfährt die ..Essener Allg. Zeitung" entgegen anberslautenben Blättermelbun- gen von authentischer Seite daß ein Fustonsver- trag bisher noch nicht abgeichlosten ist und frühestens Snbe bieses Monats erwartet werben darf. QJegenftanb und Ziel biefer Perhanblungen ist die Fusion fämtlicher Werke unb Firmen von Ihysien, Phönir. Rheinstahl, van der Zypen Hrupp. Rhein- Clbe-Union lDeutfch-Lu^emburger Bochumer Per- ein-Gelfenkirchen. Bergwerks (4e!-llfchaft> in Form einer Aktiengesellschaft unter Uebernuhme sämtlicher Bergwerksberriebe, Eisenhütten unb Walzwerke der genannten Aktiengesellschaften und Gewerkschaften. Tie ßöhe des Aktienkapitals fteht noch nicht fest * KonkurSnach richt. Hebet das Vermögen der Hessischen Teerproduktenfabrik. A -G. in Viernheim ivormal- IRoenania) wurde das Konkursverfahren erössnet. Forderungen sind biS zum 1 Rovember beim Amtsgericht in Lampertheim anzumelden. Börsenkurse. Zrauksnrt a M Berlin Aurt Stiubh. ?lben>. •Me Scktuk!. Hur» Schiuz» mina, b’r- Tattm: lt.9. 15 «. 14. 9. 15 9. Ttnifdjc gteid)3anletbe • 0.214 •1.25W 1.2625 0.245 < TkuUchc Wiicfiflanlttbe ■ — — o.33 0.31.5 3' .. IcutldK !Hrid)tnnlefbe 0 21*1 >',270 0.316 0.31'25 3•/. Jcuttoe Aeich^JNtcide . Tcuilchc eparpranuciiankibe «•/O Pr.-ußilLe .RonfotS . . . 4°/, Heflcn...... . . • . u.5 »,52i 0.5125 0,480 0.140 0.132 0 H 0.145 U 300 — 0.2C 0.265 — 1.250 0.29 W.M«........ 3*4 HkNcn.......... U.2X — 0.26 0,25 Ifutfdx £*mb. Tollar Aul. SM.K 89.75 61.75 91.75 dto Toll -Schatz AnlrcUng.'i M.6 84,75 94,65 '-4.7 4*/0 Zolltürtcn......... 5°/o 6o(bmrrifaner ... ■ 7.6 38.75 'm 7.1 7 62 Berliner Handelsacsellschai«. Lommrrz- und Privat-Bant 120 J6 128.75 16 130 •li 130 % X arm ft und "Jlationalbant . 11U.5 110.5 110.75 110 5 Teurichc Bant......... 111 111.75 111 112 Deutsche BeretnSdank .... DiScomo üommandit 104.2> 1'3,8 104.25 104.5 Mctallbant........... 7J 79 MUieideutschc Credttdank . Oesterrrichilchc (Ertbtlanflafl. 03,75 •rj.5 53.5 i'3.; j 7.8 7,75 7.62 7.7a SBcfibanf............ 0.03 0.03 0.03 Bochumer Gu»........ 70,» 72.5 72 73 13 BuderuS........... 51.5 51.25 M 51.5 Taro .......... . Deutsch Luremdurg...... 43,5 H.75 42 7V 73,75 72,62 72.6 Äclsentirchcuer äergroerte . . 57.25 10'.5 121 5 Ti ,i 57 5 Harvener Bergbau...... staltwertc Nschcr^leben.... 100(5 123.5 106.9 123.4 107,75 llaliwerk Westeregeln..... Laurahüttc......'..... Hl 44 132 46 19.5 44 25 19.5 12.5 Odcrbcdori .......... 57.75 53.5 55.75 Phönir Bergbau ...... 71.25 bl <1 76 74 76.25 'Jibdiutnul........... Rirdcct '.UZontan........ >4 25 65 65 2.5 <6,5 77.5 77 > Telluü Bergbau. ...... 74, b 55 Hamburg.«merita Pater. . . Norddeutscher Lloyd . ... 62.62 62.9 67,25 63 68 63.13 67 6 Theramtlche Werte Hlbm . . Sfiiicmroerf Heidelberg . . 65 15 _ - Philipp Holtmann .... 67.1 57 75 .8 57.25 «nglo-Lout-.Guano . ... — — 09.5 98 Badische fliiilin........ Chemische Maner «lapin . . 124.9 126 125 25 125,2. t^oldschmidl........ :O,25 71 ! 72.5 70 62 (Vries' eimer Electron .... 120.62 122 5 121.4 122 Höchster Farbwerte...... H^lzvertohlung........ 121,5 1-3.25 122.4 123,1 57 60 Nütgerowerte ........ 75,5 1*1 76.13 75.2.5 Scheidcanstalt ........ 96 96.1 Mlg. ElettrizitalS-Gesellschast •16,75 98 '«,75 98 Bergmann ......... 77 78 76.75 77 Maintrastwertc ....... 73.25 73 5 Schultert........... 64,5 67 64.9 66,25 Siemen» ± Halske ...... 84.5 85 83,5 85 «dlcrwerte Äleyer ...... 46 •6 46 46 Daimler Ptotoren....... -5 44 45 43.75 Hcnligcnstacdt........ 26 — "■'tauln........... 37 38 36 36 Motorenwerke Mannheim — — 0 — Frankfurter Armaturen stonservenfabrik Braun . . 0.4 0.8 (1/8 — — Metallgesellichaft Frankfurt. Pct. Union A-.^-....... e^ubfabrir Her»...... 100.5 62.25 IbO 64,5 62.13 — 1.25 <5.5 5 4 3 Wellston Waldho,...... 9. ;5 9 9,2 9 Juderfobrif Frankenthal . ! .-sudersabrik Waghäusel 63.75 58 6:4.25 57.12 57 57 Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BnenoS-NireS. Lvndo». Ntu- hort. Japan, Rio de Janeiro ffit eine Ein bei'. Wien und Budaprtt tot 100000 (Embättn. alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung Banknoten. 14 Septbr. 15 Lept r. Smtltche Jioti runo .'lmtiichc Dotierung Geld Brie» Keld Bries Hmu.‘iXon 168.71 169.13 168.68 169,10 Bucii.-Sirec (.687 1.691 1.687 1.691 Brll >'?lntw l< 51 18,55 18,44 18,48 Lbrisliania. 86.19 86.41 88,51 88.76 Äclx'iibagtn 102,27 1'12,53 102.62 102,82 Stodbolm (12,51 (12.79 112.56 ,12.81 Helüngforo 10 575 10.615 10.575 10.615 Italien. . 17.43 17.47 17.30 17.3 > London. «,332 *0,382 -0,335 20,38.. Oteuvork . • 1.195 4.20- 4.195 4,2 ti Pari». . . Schweij . 19.71 19,78 19,82 19,86 so 96 41,16 •50,96 81,16 Spanien . 60.97 61,13 60.42 60,58 O'QVOIl - - • 1.703 1.707 1.706 ) 569 1,710 Pio de Aan > 561 L563 0.571 Wien in T-- Ctfi. abfleft »9.08 59,22 .9,09 59,23 Prag .... Belgrad . . 12.42 12,46 12,43 12,47 7.47 3.89 ; ,49 7.48 7,50 Budapest. . i.91 4,89 3.91 Bulgarien 3,(«5 3,075 3.055 1.06.5 Lissabon CÖ 925 20,975 20.925 .0,975 Darutg. . . Koustantiu. 80 65 80 85 80,68 80,8» 2,395 2,405 2.375 2.385 «ltcn . . ti 09 •i.11 6 09 6 II Canada. - 4.195 4,205 4.195 4.205 Nrnguatz . 4,19 0.20 4.19 4.30 Berlin. 15 Septbr. Geld Briei Amerikanische Nvien..... 4,2 3 4.253 Belgisch« Noten...... . 18,36 18.4' Dänische Noken ....... 102 32 102.84 Englische Nod'n...... . 20.303 -0.403 Fran,onsche -.'.'oirn...... 19,S8 19 98 Holländische Noten...... 168,28 169.12 !>talieni'che Noten...... 17,41 17,49 Norwegische Noten ..... 8<.43 88.87 Deullch-Osterr. a ioo Kronen 58.89 59,13 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten...... 112,24 112.>91 Schweirer Noten....... 80,77 st. i; Svannche Noten....... 60.20 60 50 Tschechoslowakische Noten . . 12.387 12.447 Ungarische Noten . . ... 5.81 5.88 Mittel und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet: aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie den folgenden Dries: „Ich teile Ihnen mit. daß Ihre Dichtosint- Tabletten schon nach zwei Monaten bei mir überraschenden Erfolg erzielt haben. Mil jedem Tage fühle ich mich wohler und kann jetzt trotz meiner 65 Jahre große Fußtouren in den Bergen machen und auch bie» schwersten Arbeiten mit Leichtigkeit verrichten. Die Kur setze ich getreulich fort, ich hoffe den Rheumatismus für immer los zu lein. Ihnen sage ich meinen besten Dank und Schach-Ecke. Beatbettei von W Orbach. 6 5 3 2 Weitz. Matt in zwei Zügen. Weih: 9 Steine. Kg8, Dd8, Lf3, Lh2, Sg2, SIS, Bd2, Bc3, Bc5. Schwarz: 6 Steine. Ke5, Tg3, Lh8, Sd3, Sg7, Bd7. In neckischer Weise wird die Ohnmacht einer gefesselten Figur demonstriert. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion deS .Diehenei An-eigers". Problem Nr. 28. t. G Garilow-ISmail. Iids f Sch 1908 Schwarz. h 8 8 6 3 e Partie Nr. 19 gespielt in der neunten Runde des Meisterlur- nierd zu Bad Münster a. Stein, am 11. Sept. 1925. Weiß: Orbach, Frankfurt a. M. Schwarz: Gebhardt. Saarbrücken. 1. d2-d4 2. Sgl -f3 3. c2-c4 4. Sbl-c3 1. d7-d5 2. Sg8-f6 3. e7-e6 4. Sf8-er 5. Lei — g5 5. 0—0 6. e2-c3 6. Sf6-e4 Richt gebräuchlich, unb auch nicht empfehlenswert. weil nach dem Abtausch auf e4 das weiße Zentrum c4 —d4 zu stark wird: und die Durchbruchsmöglichkeil burd) f5 verhindert wird. 7. Sc3xe7 7. d5xe7 8. I^5X<7 9. Sf3-d2 10. I .fl -e2! 11. 0-0 12. f2 — f4 13. Kgl-hl 14. Tfl-gl 15. g2-g4! 16. ß7xf5 17. Tglxg5 18. f4xg5 19. Ddl-gl 20. Dgl-f2 In dieserPosition der durch die Besetzung ttargestellt wird. 20. 21. Tal-gl 22 Sd2-fl 8. Dd8xe7 9. f7 — f5 10. Sb8-d7 11. De7 - g5 12. Dg5-h6 13. Kg8 -118 14. Tf8-g8 15. g7 —g5 16. eöxf5 17. Tg8Xg5 18. Dh6xg5 19. Dg5 - g6 entscheidende Zug, in welcher der g-ßinie der Gewinn 20. Sd7-f6 21. Dg7 -116 22. Sf6-g8 Um die Drohung Sg3 au parieren, wonach sonst der Bauer f5 nicht zu decken gewesen wäre: jedoch gerat hierdurch Schwarz von der Scvlla in Eharvvdis 23. Df2-g3: Hierdurch gewinnl Weih zum mindesten ehren Bauern. 23..... 24. Dg3-e5-r nächsten Zuge folgt. 23. Sg8-c7? Aufgegeben, da matt im Lösung des Problems Rr. 27. Von D. M i e s e S 1. Te2-e1, f5 (V) 2. Dd2 usw. V. a) 1......fe: 2 De2 usw. b) 1....., Kd4 2. Sß-k usw. Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom RebakttonSttsch. Unüberlegt. Ehef: .Wer ist am TelephonV" Lehrling .Ich habe nur das Wort Schafskopf verstanden!" Chef: ..Gehen Sie weg: sie will mich wahrscheinlich selbst sprechen!" DoShast. Klara: „Ach Emma, wenn ich nur wüßte, wie ich meinen Bräutigam glücklich machen konnte?" Emma: .Das will ich dir lagen — heirat ihn nicht!" Variante. „Wie haben sich Denn die Moorbäder bei Ihrem Fühlet den bewährt?" „Hervorragend! DaS Rloor hat feine Schuldigkeit getan . . und ich kann gehen!" So ähnlich! „Meinen Mann kennen Sie nicht wieder, nachdem der Prosesfor ihm den kranken Darm hcrausgenommen unb einen anderen dafür eingesetzt bat." „Der neue ist wohl schöner?" Ra eben. Sommerfrisd)ler: ..Wie alt ist Ihre Kuh?" Bauer: „Zwei Jahre." Sommerfrischler .Woran sehen Sie denn das?" •‘Bauer: „An i)e.i Hörnern." Sommerfrischler „Ach ja, sie hat ja bloß zwei!" Ein Optimist. „Wie geht dir's, alter Freund?" „Brillant! Ich heirate eine reiche, schöne unb vornehme junge Dame!" „Ei, ei, wie heiht sie denn?" „Das weiß ich noch nicht! Ich habe soebeit die Heiratsannonce aufgegeben!“ 3n der Hitze. Auf feiner Urlaubsreife tommt Herr Wind in eine Stadt, geht ins nächste Hotel und (egt sich gleich zu Bette. Behaglich streckt er seins müden Glieder und will einschlafen, nicht möglich. Ein Floh sekkiert ihn. Wutentbrannt borniert er: „Du Bieft, elendes! Bist du krank, wozu springst du da herum, bist du gesund. waS fuchst du da in meinem Bette?" Da freut ihn öle ganze Seich' n«f. Ein Schilderer Berlin- leistete sich kürzlich in einem Provinzblatt folgende Stilblüte: Die Friedhöfe liegen meist fünf bis sechS Kilometer vom Zentrum Berlins entfernt. Daß unter solchen Umständen eine Beerdigung kein Vergnügen ist. kann man sich denken. Berliner Börse. ^Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 15. Sept. Die Aufmerksamkeit der Börse wurde heute von den Beratungen der Bankiers-Tagung stark in Anspruch genommen. Am gestrigen Begrüßungs-Abend sind einige sehr beachtenswerte Mitteilungen gemacht worden, so •ua)U3Q]jp;ichuDq£'.p,3& gaq 0unBiqunju]t aiq v n daß vorläufig noch keine Diskontermäßigung erfolgen könnte, und die Aeußerung des Reichswirtschastsministers. der einen gesetzlichen Eingriff in der Frage der Vorrats-Aktien ablehnte. Da der Besuch der Börse infolge der Inanfpruchnahme zahlreicher maßgebender Bankdirektoren durch die heutigen Beratungen der Bankiers-Tagung etwas schwächer war als sonst, kam anfänglich keine erhebliche Geschäftstätigkeit auf. Der Markt zeigte vielmehr die feit kurzem wieder gewohnte Lustlosigkeit, bei allerdings gehaltenen Kursen. Eber konnte man gegen Schluß der ersten Börsenstunde vereinzelt leichte Besserungen beobachten. Der Geldmarkt lag unverändert. Tägliches Geld 7> ? bis S>» Prozent, Monatsgeld 10 bis 11> Prozent. Der Medio ist durch die erfolgten Prolongationen glatt überwunden worden. Am internationalen Devisenmarkt war Paris gegen London mäßig wrholt bei 102,7. Auch Oslo und Kopenhagen lagen fester, nachdem die kürzliche Diskontermäßigung in Rorwegen für Oslo gestern einen vorübergehenden Rückschlag gezeitigt hatte. Oslo stellte sich gegen London auf 22.70. Kopenhagen auf 19,63. Im übrigen waren die Ab- schlüsse am Devi'enmarkt gering. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,36* ?. Paris 5,06, Amsterdam 59,17'.. Rindviehmarkt in Gießen. h. Gießen, 15. Sept. Auf dem heute stattge- fundenen Rindviehmarkt waren insgesamt 933 Stück Großvieh unb Kälber aufgetrieben. Der Handel war recht flott. Es wurden folgende Preise erzielt: Trächtige Kühe 450—550 Mk., Kühe 2. Qualität 300—450 Mk, Schlachtkühe 200—300 Mk. das Stück. Kälber hatten etwas nachgelassen unb kosteten 65—75 Ps. bas Pfunb Lebendgewicht. Frankfurter Getreitzcbörse. Frankfurt a.BL, 15. Sept. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 24,50, Roggen, tn- empfehle Ihr vorzügliches Präparat in Bekanntenkreisen. Hochachtungsvoll 2. B. in A." Solche Briefe besitze ich Taufende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus tonnen nur von ijmen &erau« wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alle- Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure aber bient das Gich 1 osint. Sie tonnen da- glauben ober nicht, aber ländischer 19,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 27.50, Hafer, inländischer 20 bi- 20,50, Mais (gelb) 21. Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39 bis 39,25. Roggenmehl 27.50 bis 28. Weizenkleie 10 85 bis 11. Roggenkleie 11.25 Tendenz: Schwächer. Beniner Produktenbörse. Berlin, 15. Sept. Es notierten per 1000 Kilo. Weizen, märk. 211 bis 216. do. Oktober 236 bis 223,50, do. Dcz. 241,50 bis 240,50, Roggen märk. 162 bis 166, do. Sept. 135 bis 184, do. Oft 185 bis 182,50, do. Dez. 183 bis 186, Sommergerste 206 bis 238, Futtergerste 174 bis 179, Hafer, märk. 174 bis 132, do. Dez. 187,50 bis 187, Mais (loko Berlin) 211 bis 215, Raps 355, per 100 Kilo: Weizenmehl 30 bis 33,25, Rvggen- mchl 23,50 bis 25.75. Weizenkleie 11,80, Roge.en- fleie 10,80 Bifloriaerbfen 26 bis 31. Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 25 bis 23, Luptnen. blau 12,75 bis 14, Rapskuchen 16 bis 16,20, Leinkuchen 22,60 bis 22.30. Trockenfchnitzel 12, Zuckcrfchmtzel 21 bis 2120, Torfmelasse 8.80 bis 9. Kartoffelflocken 17,30 bis 18. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. tAus der .Rodio-LImschau" ) Donnerstag, 17. September. 3tthr: Wirtschaftsmeldungen. 4il&r: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen 4.20 llbi Nachrichtendienst 4.30 bis 6 Uhr Rachmittagskonzert deS Hausorchesters: Wunsch - Rachw'ttag. (Bor- schläge werden bis Dienstag, 15. September, mittags 12 Uhr, in das Bureau der Südwestdeutschen Rundfunkdienst A.-G., Frankfutt a. 1, Elbestraße 50, auf Postkarte erbeten.) 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Aus fernen Ländern): AuS dem Buch: Unter Indianern Südamerikas, von Prof. Dr. War Schmidt, Berlin. 7 bis 7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: 20. Kursvortrag von Dr. K. Bauer. Löschs unken- fenber II". 7.30 bis 8 Uhr „Kindernot und Kinderhilfe in Frankfurt a OH“ Dritter Vortrag: „Frankfurter Ferienfpiele -- Das Kleinkind in Luft und Licht — Krüppelfürsorge". 8.30 biS 9.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Heiterer Abend. lObis ll Uhr: Zweiter Liliencron-Abend. Sie sollen keinen Pfennig dafür auSgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns ihre Adresse auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Sie diese an: Generaldepot der Viktoria-Apotheke. Berlin A235, Friedrichstraße 19: es geht Ihnen dann voll» ftänbig kostenfrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu. [8631D Wenn sie sich überzeugt haben, so steht isch Pfund 40 Pf im Ausschntit Pfund 45 Pf. ■ i ff. Nordsee-Cabliau o. St. & Psd. 60, im '?lusschnttl Ptd. 65 Pf. Cabliau mittel o. K. § 21/i-4=pfünbtn, Pfund 50 Ps. ' PortionS-SchellfiichePfd. 40Pf •ä Frische ^ischkoleletts Frische Bücklinge, Psd. 70 Ps.' die Kiffe mit netto 5 Psd. Mk. 3.— Me IriUti 3! seinfte italienische Gold-Trauben lose Psund 50 Ps. k in Steigen von 20 und 40 Pfund daö Psund 40 Pf. * Bananen lose das Psund Mk. 1— g in Händen ä ca. 3-4 Psd. Psd.85Pf. WOWUM i BflhnhonitßöeZ? JernsorecherlSZl 1? im Stadtbauamt, Asterweg 9, abzugeben. Daselbst sind die Vordrucke erhältlich. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 14. September 1925. Stadtbauamt. I. D. Roh. Te'ephon Nummer 1257 mit andern Worten, der Anruf des Gießener Kaffee-Spezialgeschäfts Emmericher Waren-Expeditlon Lindenplatz 1 seisn bis zum Wald gekauft. Wir haben ihn auf allen Seiten als Rachbar." „Woher weiht du das? Das ist nicht wahr. Aber wenn es wahr ist, dang —“ Ein Klopfen an der Tür unterbrach seine drohenden Worte. Ein Knabe brachte einen Brief. Ruth reichte ihn dem Vater. „Ich glaube der Brief ist von Ingold, Papa." Unschlüssig wog er ihn in der Hand. „Am liebsten —" „Rein, du • muht ihn lesen." Sie drängte seine Hand zurück. Als er den Brief öffnete und las, hingen ihre Blicke an seinem Gesicht. Sie sah, wie es sich braun färbte. „Du hattest recht, Ruth. Er hat uns so gut wie abgewürgt." Langsam reichte er ihr den Brief. Fz stand nichts darin als die Anzeige, dah die Alle, also Aecker und Matten vom Lauffen bis zum Wald, aus dem Besitz der früheren Grundeigentümer in Ingolds Hände übergegangen seien. Der neue Besitzer bat um gute Rachbarschaft und versprach, solche zu halten, so weit es in seinen Kräften stände. Das Papier zitterte in ihrer Hand. „Ich habe ihm schon gesagt, daß St. Ioseph nicht käuflich ist", stieß sie hervor und erzählte in kurzen, abgebrochenen Sätzen, was sich ereignet hatte. Während sie sprach, erhellte sich Engelhardt- Gesicht, und als sie zu Ende war, ging er zu ihr hin, zog sie an sich, schüttelte die Locken und rief: „Also bist du doch mein Mädel! Und deine Iugendliebe, die will ich respektieren und einen Kranz auf ihr Grab tragen. Laß sie nur kom- men, die Schänder und Schinder der Ratur: hier sollen sie vergebens ihre Goldstücke tanzen lassen. Wir halten fest am ewigen Glauben, an der Heiligkeit dieses stillen geruhigen Lebens in der Innigkeit unserer Uebereinstimmung mit den Kräften der Ratur." (Sortierung folgt.) Die Ruhri bei Bochum tartung sieht Aeichsprasiöer KnDinister, d-r Reichs- u L-^ericht. itaufen den i ?.°ffbahnhof SlQflgt. Qi WZ DK Miet. N L Aff AL«! ZK SjÄä nDZ ■ teäisif'e Durch Schaumauflaae mu fiffrha0\pffo Odermeyer'S Medizinal U^1 VQ erzielte ta> rasche Heilung. Frau Hachwann IN W. Der St. M. - .65,80°/° verstärkt M. 1.— Zur Nachbehandlung tft Hcrda-Ereme besonders zu empfehlen. Zu haben in allen Apotheken. Drogerien und Parfümerien fieW1' !Änen Ms ^psslschec jtaitfitfi a. Größte und älteste Spezlalwerkstätten Oberhessens für den modernen Karosseriebau Empfehle Phaetons, Limousinen and Anb sätxe, A’.l-Wetter-Wagen, Geschäfts- nnd Lieferwagen. Ueberzeugen Sie eich durch Besichtigung meiner Werkstätten. Otto Faber, Gießen Telephon 1056 83y,D Btthlstrafle 22 Er ließ sich schwer in den Schreibsessel fallen und stützte den grauen Kopf mit beiden Händen. Seine Stimme war so voll Gram gewesen, daß sie davon spröde geworden war und zerbrach. Leise trat Ruth hinter ihn und legte sauft die Hand auf feine Schulter. Ihr Gesicht war von der weihen, klaren Blässe der Perlen. Starr zusammengezogen die dunklen Brauen unter dem hellen Haar. Ihre Stimme ohne Klang. „Lieber Papa, was du da sagst, dah ich mein eigenes Leben habe, kann auch dann wahr sein, wenn ich niemand etwas schuldig geworden bin. Ich war allein, immer allein. Auch in der Schule. Auch das Iahr in Berlin, als ich den Kurs mitmachte und studierte. Wir waren beide allein, du auch. Bis wir uns ein Zusammenleben zurechtgemacht hatten. Aber was bleibt davon, wenn wir das Zusammenarbeiten abziehen und die Tatsache, dah wir uns lieb haben. Oder glaubst du am Ende, ich hätte dich nicht lieb, weil ich nicht zärtlich bin und. wie ein Kätzchen schnurren kann?" Heftig schüttelte Engelhardt den Kopf zwischen den aufgestühten Händen. Da löste sich die Starre in Ruths Zügen, und sie fuhr fort: „Und nun war noch der Hanns Ingold da. Gab es denn einen anderen Jungen in Rheinau? Als er eines Tages nach Lahr aufs Gymnasium ging, um noch sein Examen zu machen, warst du dabei, wie er Adieu sagen kam. Da sagtest du: Du willst wohl die Ruth einmal heiraten, dah du studieren willst. Und als er rot wurde und ich dummes Ding ein ganz verklärtes Gesicht machte, da sagtest du noch, dann mache er sich eigentlich überflüssige Mühe, denn du hättest mich auch einem tüchtigen Mechaniker gegeben." Engelhardt rückte unruhig auf dem Stuhl. Das Mädel erzählte in einem so ergreifenden, zwischen Tränen und Lächeln schwankenden Ton, daß ihm Zorn und Bitternis in Rührung zerfloß. weih, legitimieren oder abbrechen mußt?" Ruth spürte, dah der Vater mit diesen Worten wieder Oberhand und Gewicht gewonnen hatte. Sie prehte einen Augenblick die Zähne zusammen und kämpfte um Fassung und Klarheit. Aber ehe noch der wilde Strudel ihrer Gefühle sich geklärt hatte, gab sie Antwori. „Rein, zwischen Hanns Ingold und mir besteht keine Verbindung. Wir haben vor fünf Iahren die letzten Briefe gewechselt." „Gut!" Ohne noch einmal von Ingolds Plan zu sprechen, der ihn so sehr erregt hatte, kehrte er zu seinem Schreibtisch zurück. Ruth bückte sich und las die Reste der Zeitung zusammen. Dabei erinnerte sie sich, dah die Flugschrift, die Hanns an den Vater gerichtet hatte, noch auf dem Steintisch lag. Sie ging sie holen. Schreckende Amseln stoben aus dem Holunderbaum, als sie den Hügel erreichte. Der Heuduft schwoll zu ihr herauf, Goldstaub flimmerte über den Matten. In reifender Stille ruhte das Land. Sie barg die Schrift wie ein Verbrechen und eilte zurück. „Diese Broschüre war heute morgen unter den Drucksachen. Ich glaube, dah sie dir mehr sagen wird als die Zeitung." Doktor Engelhardt las den Titel, unterdrückte eine Gebärde wilden Zorns und fragte, indem er Ruth forschend anblickte: „Du hast sie schon gelesen?" ,.Ia, Papa", erwiderte sie und sah ihn furchtlos an. „Und nimmst diese frevelhaften Spekulationen ernst?" „Ich glaube, daß Hanns Ingold alles dransehen wird, das Werk zu bauen." „Den Lauffen sprengen! Wir sind nicht in Amerika! Rein, gottlob, wir sind hier nicht in Dollaria! Sie steinigen ihn auf dem Markt, ehe er die Hand rührt." Eine fanatische Zuversicht war über Engelhardt gekommen. Er lachte laut und warf das Heft verächtlich beiseite. Da versetzte Ruth mit ruhigem Ernst: „Ich muh dir noch etwas sagen. Hanns Ingold hat auch noch das ganze Land vom Rhein einige faulend Rollen IZapefen-Reffe in Stückzahlen von 5 bis 20 Rollen gebe ick, um Fdinell damit zu räumen, außerordentlich billig ab Pneumette hat mich von Fuh- und Bein- schmerzen vollständig geheilt. Ihre Pneumette*) hat mich von qualvollen Futz- und Beinschmerzen vollständig geheilt und ich habe dadurch die Hälfte meiner Lebenskraft zurück, erhalten. Die in den Inseraten genannten Vorzüge entsprechen in jeder Hinsicht meinen Erfahrungen mit der Pneumette und sollten Ihre Anzeigen in der Presse für ! jedermann ein Ansporn sein, es doch einmal mit der Pneumette zu probieren. Frau Friedrich Sch., Mainz-Rüssels« heim. Fr. Krogmami Kassenschrankfabrik Gießen 8281D Reparaturen von Accumulatoren jeder Art werden fachgemäß als Spezialität ausgeführt. Emil ftltholT.Balinhafstr.as^o ZMismjlieiihaiis in Gießen schöne Lage, großer Garren, in gutem Zustand, iebr preiswert unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Bet Kauf wird eine schöne 4-Zimmer-Wobnung, Mädchenilmmer u. Fremdenzimmer frei. Anfragen an Ludwig Stürz. Jmmo- btlienbüro. Cffeubnrb a M.» Bismarck- straße 133, Telephon 1377. 07540 WmsitUmg der AM blirgen. Montag, den 21. September 1925, soll die diesjährige Obsternte der Stadt Gießen öffentlich meistbietend versteigert werden: a) vormittags 81/, Uhr beginnend von den Bäumen an den Kläranlagen, Leihgesterner Weg, Steinbacher Weg, Lutherberg, Sicher Straße und Alter Anneröder Weg. Die Zusammenkunft findet um 8Vt Uhr an den Kläranlagen statt. b) nachmittags 3 Uhr beginnend, das Obst von den Bäumen im städtischen Obstbaumstück an der Sicher Straße. Zusammenkunft um 3 Uhr bei der Wirtschaft „Zur Stadt Lich". Gießen, den 14. September 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: vr. Rosenberg. 86518 Bekanntmachung. Die zum Ausbau des Schiffenberger Weges zunächst des Ueberganges über die Eisenbahn nach Fulda erforderlichen Pflaster- und Chaussierarbeiten sowie die Fuhrleistungen sollen öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck find vor dem Eröffnungstermin Montag, den 21. ds. Mts., vormittags DiegroßeMode H H U B Wir bieten an: 8609a ■ I G w Wasch - Kleider-Samt, 70 cm A50 Piioto-Haus Wmterhoff Kreuzplatz 9 das Fachgeschäft für den gesamten Photobedarf .a