'Och chmittags- 386k Sommer, u. a. m. Ä itzMntzMrtel schr'^W Ange> an die ©ejdjöfts* m Anzeigers. Mädchen t SlSSK Ez MZ E» * für tanSüber gesucht für besseren Haiisbaft von zwei Personen. Meldung mir mit gutenLmv wi»«ä<». »’S iivcckloS. Wetbcttr^ov; MiTgeivändies UW iir Küche und Haus mit guten seMnaengeiucht- Frau Hofrat Grünewald, BadnhM?^ Desseres jung- M äiS8?5 FoMabLLz "Mädchen äs,S H^Äi'lieno^ckl- ÄK Ar. 88 Erst« Statt U5. Zayrgang Donnerstag, 16. April 1925 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenerF a milienblätkr Heimat im Bild. Wonats:Bejr/sprels: 2®olbmarh u. 20 Goldpfennig für Trügerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gwast. Fcrnsprech-Anschlüsfe; Sdjriftleitung 112, Ter« Iab undGeschäftsslclleSl. Anschrift für Drahtnach- richten: AiizeigerSiehen. Postscheckkonto: Srantfnrt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag- vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe L Annahme von Anzeigen fürbie loqesnummCT bis zum Nachmittag vorb.fi ohne jedeSerbindlichbcit Preis für 1 mm höhe für ?lnzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; fiir Ne» nlame»2lnzeigen v 70n m Breite 35 Goldpfennig, Plahvorfchrift 20° ^Auf» schlag. - Berantworilich für Politik». Feuilleton; Dr. Fricdr Wilh Lange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für dev Anzeigenteil: Hans Be«^ sämtlich in Gießen. vor einem Kabinett painleve. (Caillaux ^inanzminifter. Paris, 16. April. (Wolfs.) Gestern nach- tnlttog um 4 Ahr hat Kammerpräsident Pa in- kevö dem Präsidenten der Republik mitgeteilt, dah er die Bildung eines Kabinettübernehmen werde. Painlev- hat nach der Anterredung mit dem Präsidenten der Republik erklärt, das) baß Kabinett erst Donnerstag nachmittag gebUdet werden würde. Am späten Abend hatten sich im Arbeitszimmer Painlev« S folgende Personen eingefunden Chaumet, Danielou, Dri- and. <1 beton, Caillaux und M a l v y. In politischen Kreisen nimmt man an, dah Cail- laux das Finanzministerium angeboten worden fei. Die Sitzung war um 1 Uhr beendet. Cs wurde eine amtliche Mitteilung her- auSgegeben, in der Painlev. ausdrücklich sest- stellt, das) bisher noch keine Mini st er- posten verteilt worden seien. Der „Ulatln“ bringt in einer Sonderausgabe die Meldung, dah -ich die Aussichten de« Kabinetts Painlev« in letzter Stunde wieder verschlechtert hätten. Gegen 2 Ahr morgens habe im Senat eine heftige Opposition gegen eine Ernennung Caillaux' eingesetzt. P v i n c a r e habe, alö er von der Ernennung Caillaux' Kenntnis erhielt, ausgerufen: „Die Wahl Caillaux' bedeutet eine Herausforderung des Senat sl" Diese Erklärung rief großen Eindruck hervor. Die Sozialisten unterstützen Painleve. Paris, 15. April. ( Wolff.) Kurz nach Mittag hat sich eine Abordnung des Rationalrates ■ des Sozialistischen Partei unter Führung des Abg. 126mt Blum zum Kammerpräsidenten Painleve begeben. Painleve hat die Abordnung befragt, ob die Sozialistische Partei geneigt wäre, ihm int Falle, dast er die Kabinettsbildung übernehmen wird, ihre Mitarbeit zu gewähren, wie sie sie Herriot gewährt babe. Die Abordnung habe geantwortet, dast die Sozialisten, ohne effektiv an der Regierung teilzunehmen, entschlossen seien, ihm gegenüber die il n t e r ft ü h u n g «o [ i t i 1 fortzusehen. Der Rationalrat der Sozialistifchen Partei hat dann die gestern unterbrochene Beratung fortgesetzt. Es wurde deshalb nach langer Debatte eine dreigliedrige Kommission, der auch Leon Blum angehört, beauftragt, sich über den Text der Tagesordnung zu einigen. Rach kurzer Verhandlung legte die gewählte Kommission einen Text vor. der e i n st i m m i g angenommen wurde. Die Tagesordnung lautet: „Durchdrungen non dem austergewöhnlichcn Ernst der gegenwärtigen politischen und finanziellen Lage, ist der Rationalrat der Meinung, dast das Aktionsprogramm. das sich nach der Wahl vom 11. Mai ergeben hat, in Kraft bleiben muh. und dah die Partei gegenüber jeder Regierung entschlossen ist, das Derk Herriots. zu dem sich die Partei seit dem 11. Mai loyal bekannt Hal. fort» zusehen, also eine älnterstützungspoli- t i k betreiben müsse. Der Rationalrat der Partei beauftragt die Kammergruppe und den Vorstand, entsprechend den Beschlüssen des Kongresses vom Juni 1924 zum Besten der Partei, der Arbeiterklasse und des Landes zu handeln, unter den außergewöhnlichen llmflänbcn, die ein tret en könnten, bis ein Kongrcst oder ein Rationalrat einberufen wird. Infolgedessen wird ein aus den Abg. Saure. Blum, Rcnaudcl, Vincent Auriol, Darenne und dem ehemaligen Abg. Bracks bestehender A u S s ch u h eingesetzt, der ein Manifest ausarbeiten soll, das an das Land erlassen werden soll. Vie Zinanzvorlage in Kammer und Senat angenommen. Pans, 1b. April. (T. U.) Die Kammer trat gestern nachmittag zur Berabschiedung des Gesetzentwurfs über die Heraufsetzung des Geld- notenumlauis von 41 auf 45 Milliarden zu einer austerordentlichen Sitzung zusammen. Am Regierungstisch sah man d e M o n z i c. Zur Aussprache kam der erste Teil der außerordentlichen Finanz. Vorlage, der uf a. fordert, daß zur Sanierung der Finanzen eine außerordentliche nationale Steuer eingeführt werden soll, deren Er- tiag ausschließlich einer Amortisierungskasse zugefühn wird. Ein dahingehender Gesetzentwurf soll noch vor dem 17. Juli 1925 eingebracht werden. 2lbg. Marin beantragte die Vertagung, da ohne die Regierung die Gesetzesvorlage nicht verabschiedet werden könnte. Ein geschlagenes Kabinett sei außerstande, die Vertrauensfrage zu stellen. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Kammer nahm darauf die Finanzoorlage mit 345 gegen 29 Stimmen an. Abg. 23 a r e n n e äußerte mi Namen der Sozialisten gewisse B o r- behalte zu den geplanten Steuern, deren Charakter noch präzisiert werden müsse. Auch der Senat hat mit 193 gegen 5 Stimmen die Finanzvorlag7 angenommen. Der Fir.anz- berichterstattcr erklärte, die Finanzkommission betrachte die Heraufsetzung der Emissions- und Vor- schustgrenze nur als eine vorüber ge hende Maßnahme, die Regierung habe die Pflicht, den Geldumlauf wieder U normale Dahnen zu lenken. T h e r o n gab für den Republikanischen Verband folgenbe Erklärung ab: „Dir haben stets die Inflation bekämpft, zu der ein Land auch M äußersten Falle feilte Zuflucht nicht nehmen fr-* Wir wollen die Bcmgue de France nicht • Deutschlands Wirtschaftspolitik. Programmrede des Reichswirtschaftsministers Dr. Neuhaus im Haushaltsausschuß des Reichstags. Berlin, 15. April. (WTD.) 3m Haus- haltsausschuh des Reichstages ergriff vor Eintritt in die Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministeriums Reichswirtschaftsmini st er Dr. Reuhaus das Wort zu eingehenden programmatischen Ausführungen, in denen er die sachlichen Probleme, die das Reichswirtschaftsministerium im Augenblick beschäftigen, zu- sammenfaßte. Er führte aus, die Aufrechterhaltung einer beruhigten Wä h - rungdfituation könne auf die Dauer nur durch Sie Gesundung der Wirtschaft selbst gesichert werden. Es seien in der Hauptsache zwei Gruppen von Schwierigkeiten, welche dem Fortkommen unserer Wirtschaft entgegen« ständen, 1. die mannigfachen Folgeerscheinungen der Kriegs- und Rachkriegsblockade; 2. die außen- wie binnenwirtschaftlich schwer auf uns lastende Kapitalnot. Der Umfang der außenwirtschaftlichen Abschnürung werde deutlich, wenn wir die Ein- und Aussuhrzahlen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres in den Dorkriegswerten mit den Außen- handels^ahlen des Jahres 1913 vergleichen. Danach sei unser Außenhandel um die Hälfte zurückgegangen. Obwohl die deutschen Preise längst den Weltstandard erreicht oder sogar überschritten hätten, bedürfe es noch jetzt erheblicher Anstrengungen, um die sachlich überholten 'Bestimmungen, worin sich der heimliche Protektionismus mancher Länder verberge, zu beseitigen. Auch bei uns bestanden aus dieser« Zeit der inneren und äußeren Rachkriegsblockade, noch eine Reihe von Aus- und Einfuhrverboten. Die Regierung sei sich darüber klar, dah diese Reste sobald wie möglich beseitigt werden mühten. Freilich mühten hiermit gleichzeitig die Gegenmaßnahmen der anderen Länder fallen. Erst mit dem Wegfällen der einseitigen Meist- begünftigung am 10. 3anuar 1925 sei eine Bresche in die handelspolitische Blockade gelegt und Maßnahmen ermöglicht worden, die der deutschen ^Wirtschaft ihren Weg auf den Weltmarkt allmählich eröffneten. 3n erster Linie wurde es notwendig, die geänderten Konkurrenzverhältnisse auf dem Weltmarkt und die Konkurrenzmöglichkeiten der inneren Wirtschaft für den Weltmarkt neu zu erkunden. Die verlorenen Absahverhältnisse könnten in erster Linie nicht mehr durch billige Konsumwaren, sondern nur mit höchsten Qualitätswaren, insbesondere gegenüber der amerikanischen Konkurrenz wiederaufgebaut werden. Für unsere Handelspolitik ergab sich daraus, daß der Zeitpunkt für Dauermahnahmen noch nicht gekommen sei. Anser neuer Zolltarif müsse daher vorerst eine elastische Anpassung an die jeweils erreichten Umschichtungsverhältnisse ermöglichen. Als zweite Forderung ergebe sich aus der neuen Welthandelsposition der Zwang zur 3 n t en s i v,ier un g des europäischen Wirtschaftsmarktes. Die neue Zolltarifvorlage werde als Derhandlungsinstrument dazu zu benutzen fein, den neuen Abschließungstendenzen der europäischen Staaten entgegenzutreten. Wir müßten für unsere Rohstoffindustrien eine gemeinsame europäische Ordnung finden, um auf dieser Grundlage den Qualitätssertigwaren sowohl innerhalb Europas wie in der Welt den weitestgehenden Absatzmarkt zu eröffnen. AuS diesen handelspolitischen Erwägungen mühten wir vor allen Dingen an dem Grundsatz der gegenseitigen Meistbegünstigung festhalten. Der Minister machte hierauf einige vertrauliche Mitteilungen über den Stand der Handelsvertragsverhandlungen. Hinsichtlich der Verhandlungen mit Frankreich erklärte der Minister, daß zu Beginn der am 16. März aufgenommenen Provisoriumsverhand- lungcn nochmals die von Staatssekretär Dr. Tren- dclenburg im Februar abgeschlossenen Vereinbarungen beiderseits bestätigt tourten. Dor allem wurde nochmals die endgültige Meistbegünstigung festgelegt und hervorgehoben, daß die getarnten Verabredungen durch die Klausel ergänzt seien, dah das Gleichgewicht der Vorteile und Zugeständnisse auf beiden Seiten erreicht fein müsse. Der Austausch der Listen hatte Enttäuschungen. daß Deutschland wesentliche Exportmöglichkeiten verschlossen bleiben sollten. Etwa 75 Prozent der Zollpositioncn enthielten für Deutschland Diskriminierung. 3n Anschluß an die Handelsvertragsverhandlungen ging der Minister auf die Pariser Sachleistungsverhandlungen ein, die unter Leitung des Stockholmer Bankiers Wallenberg bis Anfang März stattgefunden hätten. Zur Zeit lägen deren Ergebnisse D:r Transferkommission und der Reparationslommis- sion vor. Der Abschluß dieser Verhandlungen habe ein Reglement entstehen lassen, daß den Ausbau der Gedankengänge enthalte, die die antiökonomische Wirkung der Sachlieserungcn für die beteiligten Staaten verhüten solle. Es leitete die Sachlieferungen auf Warengruppen, die möglichst viele deutsche Arbeit und möglichst wenig deutsche Rohstoffe enthalten. Die Kohlenlieferungen wurden von der bisherigen politischen Grundlage abgelöst und in eine han- delsmäßigr Form gebracht. Durch Handelsverträge und Vereinbarungen auf den Reparationsgebieten ließen sich nur die äußeren Schranken unserer wirtschaftlichen Betätigung beseitigen. Mindestens ebenso bedeutsam sei die Schaffung der inneren wirtschaftlichen Doraussehun- gen für unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt nach drei Gesichtspunkten hin: 3n Hinsicht auf die Qualität, die L i e f er u n g s-- bedingungen und die Preise Dom Halbzeug zur Fertigware müßten wir uns auf die kritisch verschärften Ansprüche unserer Absatz- und Konkurrenzländer neu einstellen. Organisatorische wie technische llmfteKung werden in dieser Richtung notwendig fein. Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit versuchte in dieser Richtung eine auf lange Frist angelegte Erziehungsarbeit -anzubahnen. Die Frage der Qualitätsarbeit sei in hohem Maße eine Frage der* Heranbildung und Erhaltung unserer wirtschaftlichen wie technischen Schulung, vor allem aber die Erhaltung ur.b Ergänzung unseres 5nch» arbeiterstande". Bedauerlicherweise sei die Aiisbildung von Lehrlingen auf manchen Gebieten zurück- gegangert. Ilm diesem Rotstand zu steuern, sei das Ministerium für eine Vergrößerung der Lohnspanne zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern eingetreten. Es müsse sich aber auch bei diesem Hohen Hause der Gedanke durchsetzen, dah Lohnforderungen und soziale Ausgaben in unserer gegenwärtigen Lage nur dann tragbar sind, wenn sie nicht zu einer Erhöhung der Preise führen. Die Sicherung hochqualifizierter Facharbeiter werde vor allem gewährleistet durch die Förderung eines gesunden Handwerkerstandes. 3n dieser Richtung werde die ReichBregierung auch demnächst den Entwurf eines Berufsausbildungsgesehes vor- legen. Die wichtigste Voraussetzung für unsere Konkurrenzfähigkeit liege aber naturgemäß in der Prcisg eftaUung, die, wenn sie heute noch zu hoch ist, teilweise auf zu hohen Selbstkosten beruhe. Mit zwangstoirtschaftlichen Mitteln auf die Preisgebiete, darunter falle auch die Preisprüfungsverordnung, sei allerdings nichts zu erreichen. Die Herabminderung der Selbstkosten sei zweifellos durch unsere gesamtwirtschaftliche Lage erschwert. Die Rotwendigkeit. auf der Grundlage unserer Währung über die für den ausgeglichenen Staatshaushalt notwendigen Mittel zu verfügen, führte dazu, daß die Steuern in einer Hohe und in Formen erhoben werden muh, die auf die Dauer von der Wirtschaft nicht getragen werden können. Der Versuch, diese Steuern auf die Preise aufzuschlagen, führte ebenfalls zu einer lleberhohung des Preisniveaus. Ebenso seien die Bestrebungen einzelner Wirtschaftskreise berechtigt, zu Frachtsätzen zu gelangen, die ihnen eine angemessene Preisstellung für ihre Produkte ermöglicht. Die Wirtschaftlichkeit und die Erhaltung der deutschen Konkurrenzfähigkeit seien eine der wichtigsten Ausgaben des Wirtschaftsressorts bei allen Fragen der Steuer-, Finanz-, Verkehrs- und Sozialpolitik. Damit kam der Minister auf das' große Problem der Deubildung deS geschwundenen Betriebskapitals unserer Wirtschaft und bis dieses gebildet ist auf die Versorgung unserer Wirtschaft mit fremdem Kapital zu sprechen. Die Rcparationsatempaus^ die das Dawesabkommen für notwendig H elt, sei in der Hauptsache auf die Rotwenbigfeit der Wiederauffüllung unseres Kapitals- und Betriebsfonds qegriinhet worden Unsere gesamte Wirtschastspolitit mülle einheitlich auf das Problem der - w e ck in 6 ß i g» ft en Ausnutzung der Atempause eingestellt sein. Es sei natürlich, daß sich die innere Kapital- bildung in Deutschland nur langsam vollziehe Wohl hätten die Einlagen aus den Sparkassen relativ zugenommen, auch die Kreditoren der Danken seien gestiegen, aber zur Anregung der Sparer nach den Erfahrungen. Die sie in der Inflationszeit gemacht haben, seien außerordentliche Anstrengungen cr- sorderlich. Ob die Verzinsung von 5 Prozent jährlich, welche die Danlen den Deposit.'ungläubigem bieten, einen ausreichenden Anreiz dar- stellen, fei zu bezweifeln. Eine andere Sparstelle des deutschen Volkes, die Versicherungen, gewinne wieder allmählich in größeren Be> völkerungskreisen an Boden. Wenn auch die an- gesammelten Prämien noch gering seien, so tauchc doch schon die ftrapc auf, sie für die Befriedigung langfristiger Kreditbedürfnisse. insbesondere der Landwirtschaft, zu nutzen. Das gleiche Problem gelte von den Geldern der öffentlichen Stellen. Die Bestrebungen der Reichsbank, diese Gelder bei der Reichsbank zusammen- laufen $u lassen, und der Wirtschaft auf ordnungsmäßigem Wege zuzuführen, feien zu unterstützen Aus den Mitteln der Reichspost würden dreißig Millionen dem gewerblichen Mittelstand zur Verfügung gestellt, lieber diele einmalige Maßnahme hinaus solle aber versuch' werden, dem mittelständischen Kreditwesen eine festere und modernere Gestaltung zu geben Für die nächste Zeit seien wir aber noch in erheblichem Maße auf das Hereinströmen ausländischen Kapitals angewiesen. Um dieses Kapital zur Anlage fft Deutschland anzuregen, und auch um den inneren Spartrieb nicht erliegen zu lassen, müßten der Reichsbankdislont und unsere Privatzinssähe fürs erfte noch höher bleiben als die Auslandsätze. Daß die bisherige Kreditgewährung nicht immer zu den für die deutsche Wirtschaft günstigen Bedingungen geschehen sei, habe teilweise feinen Grund in den zahlreichen, meist unberufenem Kräften, die sich mit der Vermittlung solcher Kre-i dite befassen und durch die Steigerung ihrer Rachfrage den Preis in die Höhe getrieben hätten. Die naturgemäßen Vermittler der ausländischen Kredite seien die deutschen Banken. Freilich dürften auch sie die Reigung, sich ihrer zu bedienen, nicht durch zu hohe Provisionen abschwächen. Die Passivität unserer Handelsbilanz mit rund 4 Milliarden seit dem 1. 1. 1924 unb die (Steigerung des Devisenfonds der Reichsbank um 1.3 bis 1.5 Milliarden biete einen sch.matischen Anhaltspunkt für die Höhe der neu wieder her- eingeftrömten Auslandsdevisen. Die (Steigerung der deutschen Einfuhr fei eine nottoenbige Folge des Herein strömens fremden Kapitals. Darin liege also an und für sich noch nichts Bedenkliches Die Be- benfen beginnen erst bei der Frage, was für die Einfuhr mit den iljr zur Verfügung stehenden Devisen getätigt worden fei. ob diese dazu diene, die Leistungsfähigkeit dei deutschen Wirtschaft zu steigern ober ob es sich um die Einfuhr bloßer Konsum- und Luxusgüter handele 3n der Verwendung dieser AuslandSdevisen sei nach den Ergebnissen der Handelsbilanz die erforderliche Wirtschaftlichkeit nicht erreicht. Zum Schluß wies der Reichswirtfchafts« Minister auf die Rotwendigkeit einer verständigen unb sachlichen Zusammenarbeit bes Reichs« wirtschaftsministeriums mit den beratenden unb gesetzgebenben Körperscha'ten hin. Er aebachte dabei auch des Entwurfs zum endgültigen Reichswirtschastsrat. Die Arbeiten deS Reichswirtschaftsrates toü-ben nach diesem Entwürfe in den Ausschüssen zu leisten fein. Es werde^dafür Sorge getragen werden müssen, baß durch Beschränkung der Zahl der Mitglieder die Korrzentration der Arbeit, das Willen unb Können der in ihm vorhandenen Persönlichkeiten in vollem Maße nutzbar gemacht werde daran hindern, ihre Finanzoperationen wieder aufzunehmen. Das Finanzprvblem ist eine Vertrauensfrage.- Das Attentat auf König Boris. Ueberfall einer Räuberbande. Sofia, 15. April. (WTD.) Die bisherigen Feststellungen bestätigen die Annahme, daß es sich bei dem Ueberfalf auf das Automobil des Königs Boris nicht um ein politische Attentat, sondern, um einen von einer Räuberbande in Szene gesetzten lleberfaH handelt, wie diese sich toieber- T/oIt in den letzten Monaten ereignet haben. Die Straße m Sofia',tack Orchania führt durch einen Engpaß, welcher solche Heberfälle erleichtert. Die Räuber, die es auf Kaufleute und vermögende Personen abgesehen haben. scheinen auch in diesem Fall auf Deute gerechnet zu haben. Dies geht daraus hervor, dah die Leichen des Prof. Z l t f ch e w und des Leibjägers völlig ausgeraubt waren König Boris wurde von seiner Umgebung wiederholt bringen!) gebeten, bie häufigen Autofahrten angesichts ber Unsicherheit nicht ohne militärischen Schutz zu unternehmen. Er wollte jeboch biefen Vorstellungen niemals Gehör schenken. Auch bies- mal leimte er militärische Bedeckung ab, trotzdem er wußte, daß er den Engpaß passieren muhte, bei dem er bereits früher ein unliebsames Zusammentreffen mit einer Räuberbande erlebt hatte, das aber damals harmloser verließ Zp Hpfia sgnd in der Rafbebrafc ein Dankgottesdienst für bi« Rettung deS König- statt. Rach dem Gottesdienst, bem eine ungeheure Menschenmenge beiwohnte, zog eine nach Tausenden zählende Menge aus allen Bevölkerungs- schichten vor bas Konigspalais und erwies bem König, der sich aus bem Balkon aufhielt, rhrs Sympathie durch begeisterte Zurufe. Der Vorbeimarsch dauerte zwei Stunden An ber Svitze deS Zuges befanben sich ber Ministerpräsident, die Mitglieder bes Kabinetts und bet Kammerpräsident, die im Ramen der Regierung und des ganzen Volles ihrer Freude darüber Ausdruck gaben, daß der König bem furchtbarer Unglück entronnen sei. Auch bie Garnison ec- wies bem König ihre Huldigungen. Das diplomatische Korps erschien ebenfalls im Palais, um bie Glückwünsche aus Anlaß des Mißlingens des Attentats auszuspreche.r Deutschlands Glückwunsch an König Doris. Berlin, 16. April. (SU.) Der Stellvertreter desReichspr äsidenten, Dr. Simons, Hal ans Anlaß des Attentatsversuchs aus König Doris von Bulgarien folgendes Telegramm gesandte „Ew. Majestät spreche ich an- ^tzlich der glücklichen Errettung von deni verabscheuungswürdigen Dandenübersall die aufrichtigsten Glückwünsche und zugleich daS wärmste Mitgefühl für die beklagenswerten Opfer aus." Aus dem gleichen Anlag hat Außenminister Dr. Stresemann dem bulgarischen Geschäftsträger einen Besuch abgestattet und ihm die Teilnahme der Reichsregierung sowie die Genugtuung über das Mißlingen des Attentats auf den König von Bulgarien zum Ausdruck gebracht. Marschall Fachs neuer Bericht. Paris, 16. April. (WTD. Funkfpruch.) Ein Termin für die Beratung des Berichtes des Marschalls Fach über den Stand der Entwaffnung Deutschlands ist von der Dotschaftertonferenz noch nicht festgelegt worden. Das Schriftstück, das im Sekretariat der Botschafterkonferenz gestern em- geganoen ist, hat ausschließlich technischen Charakter. Beim Umfang von 44 Schreibmaschinenseiten ist nur eine Seite einer allgemeinen Erläuteruna der Ent- waffnungsfrage gewidmet. Neues Todesurteil eines belgischen Kriegsgerichts. Paris. 16. April. (TU.) Aach einer Meldung aus Brüssel hat das Kriegsgericht von Brabant den deutschen Gendarmeriehauptmann Karge in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er soll am 19. August 1914 bei der Einnahme von Aerschot durch die deutschen Truppen den Befehl gegeben haben, 155 Zivilpersonen zu erschießen. Eine Programmrede Hindenburgs. Berlin, 15. April. (MTB.) Dom Reichsblock wird mitgeteilt: Am Sonntag abend findet in Hannover ein Empfang statt, zu dem der Reichsblock die Vertreter der ausländischen und inländischen Presse und die Vertreter der Mahlkreisausschüsse in großem Umfange einladen wird. Auf diesem Empfang wird Generalfeldmarschall von Hindenburg eine politische Rede halten. Eine spanische Pressestimme. Madrid, 16. April. (SU.) Auch die hiesigen Blätter nehmen lebhaft Stellung zu der Reichspräsidentenwahl in Deutschland. Das liberale Blatt „Jmpercial" schreibt zu der Kandidatur Hindenburgs, daß es lächerlich sei, d t e französischen Schlagworte nachzusprechen. nach denen die Mahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten die Wiederkehr der Monarchie und der Hohenzollern bedeute. Die deutschen Mähler sähen in Hindenburg nichts als ein Symbol der Ordnung und Disziplin unter Ablehnung politischer Experimente. Sowohl nach den Revolutionen in England als auch in Frankreich habe später stets das konservative Empfinden des Volles gesiegt. Es wäre unerklärlich, weshalb man Deutschland dasselbe verwehren wollte. Man könne nicht ewig ein Voll wie das deutsche als ein besiegtes Volt behandeln. Aus dem Barmatausschutz. Berlin, 15. April. (WTB.) 9m Reichstagsausschuß zur Untersuchung des Falles Barmat-Ku° tisker sagte Direktor Beiter vom Hotel Bristol aus, Barmat habe von 1921 bis 1923 im Hotel Bristol gewohnt und in dieser Zeit zweimal größere Fe st essen gegeben, an denen nach des Direktors Kennknis Polizeidirektor Richter und der Abg. H e i l m a n n teilnahmen, die auch fast täglich bei Barmat waren. Direktor Schneider vom Zentral!) viel bekundet, Dannat wohnte 1919 etwa zwei Wochen im Zentralhotel und Hobe keinen größeren Aulwand getrieben als andere Ausländer. Nur einmal gab Barmat im Zentralhotel ein Abendessen, an dem neben verschiedenen englischen und holländischen Sozialisten die Abg. Hermann Müller, Heil- mann und Wels teilnahmen. Regierungspräsident H u b c r , zur fraglichen Zeit Staatssekretär im Rcichsernährungsministe- rium, bekundet über die im Herbst 1920 zwischen iLertrciern des Reichswirtschaftsminiftermius und der „,Amexima" ftattgehabten Besprechung, daß eines Tage:- zwei Herren und Barmat bet ihm vorstellig wurden. Er habe darauf einige ‘.Vertreter der Reichsfettstelle herbeigebeten die über das Anliegen der Larmats verhandeln sollten. Später verwandte sich auch Reichskanzter a D. Bauer, der damals nicht mehr Reichskanzler war. bei »hm für Barmat. Ob Bauer als Berireter tv „A'nc- xima" auftrat, weiß der Zeuge nicht. Zeuge H e y l wird darüber oernommen, ub der damalige Vorsitzende des diktatorischen Ausschußes. Direktor P i t s ch o w , während der Kriegszeit mit Provisionen an Lieferungen beteiligt war. Der Zeuge bekundet, er habe von einem Kaufmann Völker gehört, daß Pritschow in dieser Zeit einmal eine Provision von 10 000 Dollar erhalten habe. Hochschulnachrichken. Eine wissenschaftliche Avrdlandreise. Eine wissenschaftliche Nordland- re i s e werden zu Pfingsten der Professor der deutschen und nordischen Philologie von der Leyen und der Literaturhistoriker B e r ft r a m von der Universität Köln in Begleitung einer Reche von Assistenten und Studierenden unternehmen. Die Reise soll nach Schweden und Dänemark führen zum Zwecke des Studiums der nordgermanischen Altertümer. Die Professoren werden in Upsala, Lunt und Kopenhagen voraussichtlich Vorträge halten. Deutsch« Hochschulwettkämpfe in Graz. Die deutschen Hochschulwetttämpie f n Graz werden in diesem Fahr vom 12. bis 14. Juni stattfinden, und zwar sollen dieses Mal nicht nur die österreichischen Hochschulen, sondern auch bie übrigen deutschen Hochschulen (Deutsches Reich, Tschechoslowakei) cmqelabcn werden. Es werden Fünfkämpfe, ein Zwölfkampf Einzel- und Mannschafiswettkämpfe stattfinden. Aucb ^chwimmwetttämpfe sind gepleni Die V c i t u n g liegt bei dem bereits im vorigen Sabre eiiiaeknicn Ausschuß unter Vorsitz des llniversttalsprosestors Dr. Karl H o l t e i. Zulassung zu den technischen Hochschulen. Die Zulassungsbestimmungen zu den technischen Hochschulen in Preußen haben eine Aenderung erfahren. Mährend bisher die in Sonderfällen abzuleoende Reifeprüfung nach den für das Realgymnasium bzw. die Oberrealschule gestellten Anforderungen zu erfolgen hatte, kann nunmehr die Zulassung auch auf Grund einer Reifeprüfung nach den für das Gymnasium gestellten Anforderungen erfolgen. Aus aller Welt. Französische Schüsse aus deutsche Frauen. 3n Siegburg wurde auf der Lohmarer Straße abends in der elften Stund' die Ehefrau Voß aus Lohmar, die sich mit ihrer Schwester und zwei jungen Leuten von Maldlegn auf dem Heimwege befand, von einem französischen Posten angeschossen. Der Posten hatte den Leuten aus einer Entfernung von etwa 50 Metern Morte zugerufen, die jedoch keiner verstanden haben will. Rachdem der Ruf einige Male wiederholt worden, aber unbeachtet geblieben worden war. wurde der Schuß abgegeben, der die Frau in der Brust schwer verletzte. Großfeuer in Hamburg. In dem an der Straße „Große Bleichen" gelegenen großen Bureau und Geschäftshause „Kaufmannshaus" brach Großfeuer aus. Der Brand entstand in den Pack'- und Lagerräumen der Niederlassung der Bergmann-Elektrizitäts-A.-G., ^Berlin. Durch den Lichtschacht drang das Feuer sehr rasch bis in bie obersten Stockwerte vor. Infolge ber starken Rauchentwicklung konnte eine Anzahl Personen nicht mehr über bie Treppen ins Freie gelangen unb mußte von ber Feuerwehr von ben Gesimsen des dritten unb vierten Stockwerkes mit H ilfe ber Leitern geborgen werben. Es gelang ber Feuerwehr, bie mit 11 Rohren erschien, bas Feuer größtenteils nieberzukämpsen. Vor allem konnte sie rechtzeitig bas in bem betroffenen Flügel lagcrnbe Benzin- unb Film- lager vor dem Brande schützen. Personen kamen nicht zu Schaben. Der angerichtete Feuer- unb Wasserschaben bürste sehr beträchtlich sein. Explosion in einer Gummtfabrik. In ber Filiale ber Kautschuk- unb Guttapercha- Company in Seelze bei Hannover explodierte auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise ein Säure- kess el. Die Explosion war so heftig, daß ein Stück der M a u e r herausgerissen und fortgeschleu- bert würbe. Eiserne Träger würben verbogen unb bas Dach burch ben Luftdruck etwa 10 bis 15 Meter hoch geschleudert. In bem Raum waren zwei Arbeiter beschäftigt, bie nur als Leichen unter ben Trümmern hervorgezogen werben konnten. Weitere Unfälle finb nicht oorgekommen. Zwei Kinder verbrannt. Nach einer Meldung aus Itzehoe find dort nachts bei einem Groß feuer die beiden 12- unb 13jährigen Kinber bes Kraftwagenführers Wegener Derbrannt. Die Ehefrau würbe gerettet. Feuer in ber Zeitungsbruckerei. In ber 'Nacht vom Dienstag zum Mittwoch würben in Gelsenkirchen gegen 4 Uhr morgens bie Bewohner des Hauses, in welchem sich bie Druckerei bes sozialistischen Gelsenkirchener „Do l k s- willens" befindet, aus bem Schlafe geweckt. Aus ben Pcnnerreräumen bes Druckereigebönbes loberten riesige Flammen empor. Den Arbeiten ber Feuerwehr gelang es, bas Feuer nach kurzer Zeit zu löschen. Die Druckereimaschinen sinb durch ben Brand schwer beschäbigt worben. Es wirb Branbftistung vermutet. Anfchuldig zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ein von ber Polizei in £ i n b a u verhafteter Schmuggler geftanb nach einer Blättermelbung aus München^ im Februar 1923 ben Grenzzollbeamten to a £ erschossen zu haben. Dieses Gestänbnis berft einen schweren Justizirrtum auf, benn als vermeintlicher Täter war ber Grenzzollbeamte Planck, ber mit Sax gemeinsam besten letzten Kontrollgang gemacht hatte, vom Volks- geeicht in Kempten (Allgäu) zu 8 Jahren Zuchthaus unb fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worben. Der Staatsanwalt halte sogar bie Tobesstrafe beantragt. Ein Opfer Denkes? Wie oerlautet, hat bas Lanbgerichr Glatz bcin Anträge bes Verteibigers bes wegen M o r b e s an ber Emma Sander zu zwölf Jahren Zuchtbaus verurteilten Fleifchers Trautmann, bas Verfahren wieber aufzu nehmen, ftattgegeben. Es wirb vermutet, baß bie Sanber ein Opfer Den- k e s war. Trautmann hat bereits neun Jahre feiner Strafe verbüßt. Die Schulbfrage beim Zechenunglück auf „Minister Stein". Der Unfallausschuß ber Grubensicherheitskom- w.isfion in Dortmund veröffentlicht seinen endgültigen Bericht über bas Ergebnis ber Unter- suchungber Grubenkatastrophe auf ber Zeche Minister Stein, bei ber 130 Bergleute ben Tob ge- funben haben. Der Ausschuß kommt zu bem Schluß, baß ber Fernleitung keineswegs der Vorwurf erspart werben kann, nicht alles getan zu haben, was zur wirksamen Bekämpfung ber Unfallgefahr hätte geschehen müssen. Wiederaufleben ber Haffkrankheit? Nach einer Blättermelbung aus Königsberg finb in Groß-Haybekrug erneut 6 Fischer an ber Haffkrankheit erkrankt. Auch in Fifchhausen erkrankte ein Fischer in besorgniser- regender Weise. Aus Furcht vor ber Erkrankung blieben in ben legten Tagen viele Fischer ihrem Berufe fern. Famttientragödie. Am Ostersonntag begoß sich eine in Aachen wohnhafte Tagelöhnersfrau im Verlaufe eines Familienstreites mit Petroleum unb 3 ü n b e t e f i ch bann an. Die mit schweren Branbwunben be- betfte unb bewußtlos zusammengebrochene Frau würbe in bas Krankenhaus gebracht. Alpenflug München—Mailand. München, 15. April- IWTB.) Das neue Dornier-Verkehrsflugzeug Komet 111 startete heute morgen 8.30 Uhr zum Zentralalpenflug. der von der Aero-Lloyd zur Eröffnung der Mailänder Messe veranstaltet wurde. Unter Führung des Piloten Polte uno des Fliegers Hailer landete das Flugzeug mit den Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Mcßamtes um 12 Uhr mittags in Mailand. Diese erste Aledersliegung h:r Zentralalpcn mit dem Verkehrsflugzeug ifi ein Vorilugversuch für j die Linie München Mailand die von. Süddeutschen Aero°Lloyd regelmäßig geflogen cen 1D1I, sovaro nie neuen viermotorigen Albet® flugzeuge fertiggestellt sind. Bärenjagd in Italien. Zn dem neuen Rationalpart in Valle Longo in den Abruzzen fand man vor kurzem die Spur einer großen Bärin, welche geworfen, hatte. Eine Expedition wurde ausgerüstet, um sich der Zungen zu bemächtigen. Sie muhte erst eine drei Meter hohe Schneewand weg- schaufeln, ehe sie zu der Lagerstätte des Tieres gelangen konnte. Die Expedition wurde dabei von der Bärin angegriffen, die einen Teilnehmer packte und ihn in einen vereisten Wasserlauf warf. Infolge der Flintenschüsse der anderen Teilnehmer flüchtete die Bärin, worauf die Zungen gefangen wurden, die dem Zoologischen Garten in Rom geschenkt werden. Gazpreise, Wärmeeinheiten und Wirkungsgrad. Zn den Tageszeitungen werden zuweilen Gaspreise veröffentlicht, die irreführend und unvollständig gegeben sind, weil manche Gaswerke Zuschläge, Grundgebühren, Messermieten oder dergleichen erheben, die in drr Regel mit den Gaspreisen nicht bekanntgegeben werden. Es erhebt z. B. das Gaswerk Darmstadt für das Kubikmeter Gas 20 Pf. und berechnet monatlich für einen 3—5flg. Gasmesser 1 Mk. Grundgebühr. das Gaswerk Verden a. d. Aller erhebt für das Kubikmeter nur 11 Pf. und 2.50 Mk. monatliche Grundgebühr (Ob diefe Gebühren berechtigt und sozial sind, soll hier nicht untersucht werden.) Linier Zugrundelegung eines Durchschnitts-Jahresverbrauches von 250 Kubikmeter Gas wirken sich die Zahresausgaben für Gas wie folgt aus in: Gießen 22 Pf. für einen Kubikmeter --- 55 Mk. plus - - Mk. -- 55 Mk., Verden (Aller) 11 Pf. für einen Kubikmeter -- 27,50 Mk. plus 30 Mk. - 57.50 Ml., Darrn- stadt 20 Pf. für einen Kubikmeter — 50 Mk. plus 12 Mk. = 62 Ml. Trotz des augenscheinlich hohen Preises von 22 Pf. für das Kubikmeter Gas in Gießen gibt der Verbraucher hiernach weniger Geld für feinen Gasbedarf aus. als die Abnehmer in vielen Städten mit niedrigeren Gaspreisen. Aber nicht nur bei Gaspreis allein darf bei der Mert- mefsung Berücksichtigung finden, sonbern es mühte auch die Märmemenge. die das Gas beim Verbrennen entwickelt, in Rechnung gezogen werden. Die Mäimemenge wird ausgebrückt in Wär nie - einheiten (ME.). Eine ME. ist biejenige Mäinnc- menge, welch 2 erforberlich ist, um 1 Kilogramm - 1 Liter Masser von 14.3'1 auf 15,5" Celsius, also um 1° zu erwärmen. Alm 1 Kilogramm Messer von 13" Celsius 5um Sieden zu bringen, sind demnach 87 ME. erforderlich. Die Anzahl der ME. bes Steinkohlengases ist fehr verschieben: bie Temperatur im Gaserzeugungsofen. bie Zersetzung von Koks- ober Wasser- gas. bei Grab der Entberizolisieiung bes Gases usw. übt einen Einfluß auf bie Gute des Gases aus. Rach ber neuesten Statistik über die Dr- triebsergebnisse von Gaswerken schwankt ber obere rebuzierie Heizwert des Steinkohlengases zwischen 3750 bis 5600 ME.. 5200 ME. sind als nonnal zu betrachten. Zum Vergleiche der Steinkohlengase ist der obere reduzierte Heizwert zugrunde zu legen. Zn Gießen beträgt der durchschnittliche obere reduzierte Heizwerts des zur Abgabe kommenden Steinkohlengases 5400 ME., woraus ein durchschnittlicher Heizwert von 4900 bis 5000 ME. ermittelt ist. Das Gaswerk der Stadt Darmstadt erzeugt ein Mischgas (Steinkohlen- und Massergas) von 4300 MC. Der Richtfachmann ersieht aus Vorstehendem, daß ein Gas mit einer höheren Anzahl von ME. wertvoller ist, als ein solches mit weniger ME. ES sollte daher gerechterweise eine Stadt, die mit niedrigen Gaspreisen in ben Zeitungen prunkt, auch stets neben ben Zuschlägen bie Güte ihres Gales, ausgebrückt in MC., belanntgeben. — Die ME. ber sesten Brennstoffe schwanken je nach bem Massergehalt unb bei Rückstände, also nach ber Menge des Kohlenstoffes. Die Durchschnittswerte (in runben Zahlen) betragen nir 1 Kg. lufttrockenes Holz mit 16 Proz. Masser 3500 ME., deutsche Rohbraunkohle mit 48 Proz. Master 2600 ME.. Braunkohlenbriketts mit 15 Proz. Masser 4800 ME.. Ruhr-Steinkohle mit 3 Proz. Masser 7500 ME. Anthrazit mit 2 Proz. Masser 7800 ME.. Gaskoks mit 3 Proz. Masser 7000 ME.. Zechenkoks 7200 ME. Richt nur der Heizwert der Steinkohlengase ist veränderlich, sondern auch ber der festen Brennst oste, dagegen steht der Heizwert des elektrischen Stromes mit 864Vs WC. für bie Kilo- wcsitstunde fest. Könnten alle WC. voll ausgenutzt werden, so wäre zweifellos die Verwendung von festen Brennstosten in der Küche in geldlicher Beziehung bas Vorteilhafteste. Aber der Verlust in den Küchenkohlenherben ist ein ganz bedeutender und beträgt meist über 90 Proz., b. h. von den WE. werden im Küchenkohlenherb kaum 10 Proz. ausgenutzt, die übrige Wärmemenge geht durch Strahlung, durch die Erwärmung bes Herbes, verloren unb der Rest entweicht durch ben Kamin. Bei Annahme eines Wirkungsgrades von lOProz. beträgt die wirkliche Ausnutzung von einem Kilogramm Braunkohlenbriketts nur rund 480 WE. Der Wirkungsgrab eines mobernen guten Gasherbes ist ganz wesentlich günstiger unb beträgt 60 Proz. unb mehr: es werben somit im Steinkohl engase von 5000 oberen WE. rund 3000 WC. ausgenuht. Zur Sveisebereitunq ist 1 Kbm. Gas Aum Preise von 22 Pf. gleichwertig mit etwa 7 Kg. Braunkohlenbriketts, die heute frei Keller bei gleichzeitiger Abnahme von weniger als 20 Ztr. 2212 Pf. kosten Die Gaskocherei bat aber neben der Billigkeit noch ben Vorzug der Schnelligkeit, b. i. Zeitgewinn, drr Sauber- unb Bequemlichkeit. Bei der Zubereitung der Speisen auf bem Gaskochapparat muffen Kochtöpfe mit möglichst großer Grundfläche stets auf bie offene Flamme gefetzt werben, weil barm ber Wirkungsgrad am günstigsten ist und bie Drennkosten am geringsten finb. Bei geschloffener Kochplatte ist ber Verbrauch an Brennstoffen ganz wesentlich (bis 50 Proz.) größer, als bei offener. ng. Wettervoraussage, Bleist wollig, kurze Regenfälle, unruhig, vor- wicgenb westliche Winbe, ziemlich kühl. Die Regenfälle verstärkten sich gestern beträchtlich. Der Luftdruck fällt weiter, und ber Westwinbcharakter hält an, da bas Zentrum der Tiefdruckstorung sich südöstlich in die Rordler verlagert hat und wir im Bereich ihrer Regen- fronten zunächst bleiben Aus Staor und Land. Gießen, den 16. April 1925. Schwimmrettungswesen im Dienste des Dolkswohls. Auf Wunsch geben wir den nachstehender» Ausführungen ber Zeitung „Der Schwimmer" Raum, die im Hinblick auf das jüngste furchtbare Alnglück auf der Weser besonders bedeutungsvoll unb bccherzigenswei l sinb. Die Forberung, daß jeder Mensch bes Schwimmens furchig sein muh, ist immer nachdrücklicher zu erheben. Rament- sich bie Eltern und bie Schule haben hin einer zwingenben Pflicht gegenüber bet Zugenb unb dem gesamten Volke zu genügen. D. Red. Schon der preußische Ministcrialerlah vorn 26. Zuli 1811 verbreitet sich in vortrefflicher Meise über den Mert des Schwimmens als Leibesübung. Kultusminister Dr. v. Göhler schreibt: „Das Schwimmen ist das Idea'l aller idealen Leibesübungen." Und doch hat es bald ein Zahrhundert gedauert, ehe der Gedanke in der breiten Masse festen Fuß gefaßt hat, das Schwimmen als notwendiges und wertvolles Mittel der körperlichen Ertüchtigung und gesundheitlichen Förderung unserer Jugend den anderen Leibesübungen zur Seite zu stellen. Mährend ir der ersten Zeit sich das Babewesen infolge falscher Prüberie abgeschlossen von der Melt hinter Brettcrplanken abspieltc, ging man in späterer Zeit daran, Schwimmhallen zu bauen und, wc man bie Mittel nicht dazu hatte, im freien Fluh sich des erfrifchenben Bades zu erfreuen. So fehr wir biefe Entwicklung begrüßet können, müssen wir auch bekennen, baß bie Zahl der Opfer, bie bas feuchte Element fordert, gestiegen ist. Damit soll nicht gesagt sein, daß bas Schwimmen daran allein schuld ist. Rein! Diese Tatsache muß uns zu denken geben. 8000 Men schen ertrinken jährlich nach vorsichtiger Schätzung Alnb gerade unsere Zeit, die Zeit des wirtschaftlichen Verfalles, hat jede Kraft so unbedingt nötig, unb zumal, da es doch immer die unternehmungslustige Zugend ist, die uns entrissen wird. Mas hat man dagegen getan ? — Das Wirtschaftsleben fordert jährlich an» nähernd 10 000 Todesopfer. Zm Bekämpfung dieser Gefahr find große Organisationen vom Staate geschaffen: ein Stab von gefd)ulten Fachleuten arbeitet an Schutzvorrichtungen: von amtlicher und genoffenschastlicher Sette wird in Mord und Schrift Aufllärungsarbeit geleistet. Man ist in Mirtschastskreisen fest überzeugt, daß noch mehr getan werden und jeder, selbst der Der- ficherte. an der Aufgabe der vorbeugenden Aln- fallveihütung mithelfen muß. Alnb nochmals bie Frage: Mas tut man, um die Zchl her Todesopfer im Masser herabzumindern? So gut wie nichts ist non amtlicher Seite geschehen, keine durchgreifenben Maßnahmen sind getroffen, so gut wie keine Aufklärungsarbeit ist geleistet. Alm so höher ist die Tat des Deutschen Schwimm-Verbandes einzuschähen, ber 1913 bie Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ins Leben rief. Der Rgme fagi genug über die Tätigkeit Dieser Vereinigung. Zhr Bestreben geht hauptsächlich bahin, eine genügende Zahl von Schwimmern auch im Rettungsschwimmen auszubillten. um auf biefe Meise bie Zahl der Opfer herab- zumindem unb biefe Kräfte bem Staate zu erhalten. Sv arbeitet auch sie am Aufbau des Vaterlandes mit. Auf die gesundheitforbemde unb allseitig leibeserzieherische Wirkung bes Rettungsschwimmens braucht nicht besonbers hingewiesen zu werben. Wie beschämenb muß es für eine Volksmenge fein unb wie niederschmetternd wirken, einen um Hilfe Schreienden in den Fluten versinken zu sehen, ohne helfend beispringen zu können. Welch wichtiges Erziehungsmittel ist uns mit dem Rettungsschwimmen in die Hand gegeben! Die Zugend, die durch den Krieg die Innerlichkeit verloren hat, in der Einbildung unb Egoismus großgezogen sinb, kann durch Einimpfung des Rettungsgedankens zu edlen Menschen erzogen werden. Wenn es uns gelingt, in dei Jugend die Achtung vor dem Menschenleben zu wecken, bie Bereitschaft, sich für den andern leinzufetzen, dann haben wir auch Großes erreicht zum Wohle der gesamten Menschheit. Groß ist auch der Einfluß auf die Seele. Entschlußfähigkeit, Mut, Ausdauer, Tatkraft, Besonnenheit, Selbstvertrauen werden entwickelt. Sind diese Eigenschaften erworben, lösen sie weitgehende Wirkung aus. Aus dem Selbstvertrauen entspringt Selbständigkeit. Das Vertrauen auf das eigene „Ich" bildet bann wieder die AI eher» leilurttz zur Tat, zur Ehargktererziehung und bahnt damit die Erziehung zur Persönlichkeit an Ein fester Wille regiert bas ganze Innenleben bieser Menschen, unb wirkt entscheidend bei jeder Handlung. Auf diese Weise schaffen wir uns die heute mehr denn je nötigen Männer und Frauen der Tat, deren Tun unb Lassen den edelsten Charaktereigenschaften eines Menschen entspringt unb nicht als Triebfeder den selbstischen Vorteil hat und auch erziehlich auf die Alm gebung einwirken. In Anbetracht dieser großen Bedeutung bei Schw inirn re tt un gswesens müssen wir fordern Pflichtfchulschwimmen und Einführung des Rettungsschwimmens. Jeder Turn- und Sportlehrei muh im Besitz bes Lehrschcins sein, um auf- klärend unb belehrend wirken zu können. * Gießener Wochenmarktp reise. am 16. April (Händlvrpreise). Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt bas Pfund Butter 220 bis 230, Matte 40, Käse 70. Wirsing 40, Weißkraut 25, Rotkraut 35. gelbe Rüben 15. rote Rüben 15. Spinat 35 bis 40. Römischkohl 20, Alitteriohlrabi 8. Mischgemüse 20. Giünkohl 20. Rosenkohl 50 bis 70. Feldsalat 100, Tomaten 130. Zwiebeln 30, Meerrettich 60 bis 100. Schwarzwurzeln 50, Rhabarber 50, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 12, Sorrobfl 35, Honig 40, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120; das Stück Eier 11, Blumenkohl 60 bis 150, Salat 40, Salatgurken 150. Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 60; das Bund Rsdieschen 20 bis 40. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: V S AIhr. „Aicbcr die Kraft". - Dünsberg-Vereini 812 AIhr: Hauptversammlung. Hotel Stöf)lcr“. — Lichtspielhaus. Dahn- hvfslraße, ^Aschermittwoch". u ?an°- im 5-?r Ws > aX?CcQnlc 'r *5*«wk LSL £ssä nmött Dell htnt„ UY IMtet f °°uen und, tcc J*Ü® heitn Fluf, b»'cklung btflTüf^ ;ne". m S L lemeiu fordert,^ ft bOE M- Dem! Diel, geben. 8000 Len llchliger Schätzung >e» des inmldiatt. fo unbebing' inttnct die unter- die uns entrissen i getan? - der! jährlich an* 3m Ärlämpsimg cgamiajinutn vorn >n geschulten Fnch- Amgcn, von amt- Leite wird in Dore 1 geleistet. 'Kan ift bezeugt, datz noch >cr, selbst der Der- ' vorbeugenden iln- lind nochmals die ie Zchl der Sota idern? So gut wie ife geschehen, leine ind getroffen, so gut ist geleistet. Tat des 'Deutschen >ähen. der 1913 die eselllchast ins Leben über die Lätigkei! streben gehl hayil- 3af)l von öchwioi armen ma^uhilbcn, bet Opfer herab- ►em Staate ?ju ev am Aufstau des mde und allseitig es Äettungslchvim* hingewiesen zu wer- es sür eine Dolls- rschmetternd tmrlen. in den Fluten versend beispringen zu ngsmittel ist uns mi^ die Hand gegeben Krieg die Innerlich- bildung und iSflore- durch Eimmpfmg idlen Menschen «• ns gelingt, "i de> tem Menschenleben ich sür den ank>«n uch GrostÄ crreuht lenschheit- iust auf die Serie- dauer, werden ortw^ )rbcn, lösen sie wett' Lselbswettr^ Das D-rttau^ Ss5 sie. ^Wnncr und »JßE öcn ä® ^nes Dlenschc? |dbftl *■ 2FE# isten des Tel- 01 s {.in, um au' Mrktp"«c atE... io 5äle^ 0 QBatxc *>. C&unf * «tn ^teUütgtd'Urtger Schulrat H 6 tf) m u d * Darmstadt. ba8 verdienstvolle eimige Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft, vollendet heute sein 7 0. Lebensjahr. Seit 1900 sieht er an der Spitze des Mttelrheinkreises und erfreut sich in Turnerkrrifen großer Beliebtheit und hoher Wertschätzung. Aus der Ribe- lungensladl Worms stammend, besuchte er das Lehrerseminar zu Bensheim und sand seine erste dienstliche Verwendung an der Realschule zu Wimpfen a. 71. In dem dortigen Turnverein, zu Lessen Gründern der junge Lehrer zählte, betätigte er sich sehr eifrig, bis er 1879 an das Realgymnasium zu Gießen versetzt wurde. Hier erst entfaltete sich seine turnerische Begabung. Er verstand es. die zahlreichen Schüler, die in Gcetzen unter ihm turnten, für die deutsche Turnsache lebhaft zu begeistern, und viele feiner hiesigen ehemaligen Schüler sprechen noch beute mit Der größten Hochachtung von ihrem einstigen Turnlehrer. In Gießen stand er aber auch mitten im turnerischen DeremSleben. Anfangs als erster Schrifttoort. dann als 1. Sprecher des Turnvereins 1846 tätig, gründete er 1885 mit gleich- gesinnten Freunden den Gießener THännerturn- verein, der ihn noch heute mit Stolz zu feinen Ehrenmitgliedern zählt. 3m Jahre 1887 erfolgte Schmucks Versetzung an die Realschule zu Bingen am Rhein. Auch hier fand er ein reiches Feld für seine turnerische Tätigkeit. Bald sehen wir ihn an der Spitze des Turnvereins Bingen, und weiter übernahm er 1888 das Amt des 1. Gauvertreters für Rheinhessen. Im Herbst 1898 wurde er als Hess. Landesturninspektor nach Darmstadt berufen und ihm der gefamlc Turnunterricht an allen höheren Schulen und an den Volksschulen unterstellt. 3n dieser Eigenschaft war er bis zu seiner am 1. Oktober 1923 vrsolgten Versetzung in den Ruhestand tätig. Was er als LandeSturninspeklor geleistet, ist allbekannt. und welcher Wertschätzung er sich auch bei der Schulbehörde erfreut, beweist die Tatsache, daß er auch nach seiner Pensionierung wiederholt mit der Abhaltung der Prüfung für Turnlehrer und Turnlehrerinnen beauftragt worden ist So steht Schulrat Schmuck trotz seiner 70 Jahre noch in voller geistiger und körperlicher Frische auf einem verantwortungsvollen Posten nicht nur als 1 Kreisvertreter des Mittelrhein- kreilcs. sondern auch als Mrtglied des Haupt- ausschusses der Deutschen Turnerschaf'. Auch schristslellerifch ist Schulrat Schmuck sehr tätig gewesen, als Mitarbeiter an der .Deutschen Turn-Zeitung" und als Herausgeber eines Lehrbuches für den Turnunterricht, das in allen hessischen Schulen Eingang gesunden hat. Seit Anfang dieses Jahres leitet er die Turnzeitung des 9. Kreiles (Mittelrhein». Als einen echten Turner als einen treuen deutschen Mann feiert ihn heute die Deutsche Turnerschaft, und über diese Kreise hinaus gedenken auch zahlreiche andere Mitbürger Hessens des verdienstvolleir Mannes. Möge er der deutschen Turnsache noch viele Jahre erhalten bleiben •• Die Konfirmanden der evangelischen Gemeinde. Am kommenden Sonntag finden hier iroch die Äonfirmationsfcicrn der Matthäus- und Lukasgemeinde statt, nachdem die Kinder der Iohannesgemeinde schon am 29. März, die Kinder der Martusgemeindc am 2. Oft erlag konfirmiert worden sind. Insgesamt beträgt die Zahl der diesjährigen Konfirmanden 485. Sie verteilen sich folgendermahen. auf die Matthäusgemeinde 73 Knaben und 43 Mädchen (116), auf die Warlusgemeiude 55 Knaben und 53 Mädchen (108), auf die Lukasgemeinde 74 Knaben und 67 Mädchen (141). auf die Johannes- Gemeinde 59 Knaben und 61 Mädchen (120). Auch in dem letzten Halbjahr tarnen zu diesen Konfirmanden im Unterricht noch viele hinzrr. die auswärts wohnen, aber hier die Schulen besuchen und in ihrer Heim al gemeinde konfirmiert werden. "• Erhöhung der Versvrgungsge- bührnisse ab l. April 1925. Der Zentral- verband Deutscher Kriegsbeschädigter und Krie- gerhinterblicbenen Berlin teilt mit: Die Dersor- gungsgebührnisse nach dem Reichsversorgungs- gesetz wurden mit Wirkung vom 1. April um drei Prozent auf 18 v. H. erhöht. Da bei Zahlung der Bersorgungsgebührnisfe für April nur die bisher geltende Rentenerhöhung um 15 v. H. berück sichtig t wurde, wird bei Zahlung der Bersor- gungsgebührniffe für Mai der Ausgleich sorgt- nommen werden Demzufolge werden einmalig 21 v H. zur Auszahlung kommen Die Fürsorge- stellen können het Zahlung der Zusatzrente Urne April die Rentenerhöhung nicht mehr berücksichtigen. Darum wird bei Zahlung der Husatzrente Mitte April noch der bisherige Satz von 15 v. H. zugrunde gelegt. Die Rachzahlung um 3 vH. wird bei Zahlung der Zusatzrente Mitte Mai mit den laufenden Beugen verbunden. Diese Rentenerhöhung gilt auch für reichsdeutsche Rentenempfänger im AuSlande, die ihre Verfor- gungsgebührnisfe in fremder Währung erhalten. " Zur Scho nung derKreis st raßen. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt die folgende wichtige Bekanntmachung: Häufig fahren die Fuhrnxrks- lenker auf Straßenstrecken mit stärkerem Gefälle zur Verminderung der Geschwindigkeit mit einer Radseite auf dem Bankett neben den Wand- fleinen. Wtr weisen außer dem Etraßenaufsichts- verfonal die Gendarmeriestationen hiermit an, derartigen Unfug zur Anzeige zu bringen. ** Kein Ankleiden der Leichen vor der Leichenschau. Das fireisatnt Gießen gibt im neuesten Amtsoerkündigungsblalt bekannt: Aerzte des Kreises, führen Klage, daß, wenn sie bei Verstorbenen die oorgeschriebene Leichenschau vor nehmen wollen, die Leichen oft schon angekleidet sind. Dadurch wird die amtliche Leichenschau^ die bei völlig entkleideter Leiche vorgenommen werden muß, sehr erschwert und auch unnötig verzögert. Das Streisamt hat die Bürgermeistereien angcroiejen, da für )u sorgen, daß die Verstorbenen mchi eher angekleidet und zur Einsargung vorbereitet werden dürfen, als bis die vorgeschriebene Leichenschau von den zuständigen Leichenbeschauern vorgenom- men worden ist. ' Ein K r eiSs e verwehr ta g findet, nach einer Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt, am Sonntag, 3. Mai. in Lich statt. Zusammenkunft: 21 •» Uhr am Gerätebaus. Dortselbst Vorführung eines Drandangrifss durch die Freiwillige Feuerwehr Lich: anschließend Versammlung im Saal der Gastwirtschaft von Stein. Tagesordnung: 1. Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. 2 Besprechung über den Brand in Lollar, 3. Anträge und Verschiedenes. Etwaige Anträge oder Anfragen sind spätestens bis 25. April an Kreis- feuerwehrinspektor Sidore, Gießen, Schanzen- straße 8. schriftlich einzureichen •• D i e zweite Zuchlviehversteige- rung des LMdwirtschastskammerausschusseö sür die Provinz Oberhessen wird am Mittwoch, dem 29. April, in Lauterbach gehalten. Äs jetzt sind rund 30 Bullen für die Veranstaltung gemeldet. fpd. Warnung vor Auswanderung in die Türkei. Die öffentlichen Auswanderer- beratungsstellen Warner, ausdrücklich vor einer Auswanderung in die Türkei und nach Angora. Infolge der starken Wirtschaftskrisis ist der Arbeitsmarkt dort sehr schlecht, die freien Stollen werden Einheimischen Vorbehalten AuSlänbiiche Firmen werden nur dann zugelassen, wenn sie lediglich Türken anstellen. Wer dennoch dorthin auswandern will, sollte feine Arbeitsverträge sorgfältig prüfen, ob die Bedingungen auch feine Existenz sichern und ferner die Möglichkeit geben, sich eine Summe für die mögliche Rückreise auszusparen. Gießener Stadttheater. Dic heilige Johanna — (tzaftspicl a. ($. Johanna: Susanne Hehm. Die erste Sentimentale auf Engagement als Johanna gastieren zu lassen — Hand aufs Herz! — ist verfehlt. Von ihrer Leistung in der Rolle zu sprechen: Sie bringt nicht die Reife mit, und sie hat nicht die klare Linie gefunden, auf der Gerda Bachfeld sie gespielt hat. Aber: Sie hat in manchen Einzelheiten, gerade infolge der Uneinheitlichkeit der ganzen Figur — die schon bei dem ..Teufelsschüler" an dieser Stelle aufgezeigt wurde, und die bei allen Shawschen Helden vorhanden ist — manche Szenen mehr auf Shaw hin gespielt, als das in der Premiere geschah: Die Austrittsszene war bei aller Beweglichkeit zu start kokett und naiv gespielt (ich sage gespielt: bei Shaw i st man). Vorm Dauphin und dem Erzbischof klang sehr viel sprudelndes Leben durch, auch in der Kirche im Gespräch mit Dunois. Das große Alleinsein mit Gott, die vtlionären Erlebnisse waren nicht so überzeugend, wie wir sie schon sehen konnten. Fein war die Freude über dte noch lebendige örtnncrung in Orleans in dem sonst zu quecksilbrig gehaltenen Epilog (.Diese Geschichte ist eine Angelegenheit mit einem erhabenen Ende." Da ..schillert" der Herr Shaw sehr deutllch1, 5m übrigen und hauptsächlich. Susanne Hehm hat Blut, spiell mit Intensität und Därme, hält auf Fühlung mit ihrem Partner und ist Weibchen und kokett. Wieweit sie einmal groß und einsam fein kann (die Johanna hätte Gelegenheit bieten sollen) muß offen bleiben. Sie scheint musikalisch genug, im Dialog den Ton aufzunehmen und weiter zu entwickeln, auch zeigt sic sich beweglich und gewandt. Die Kraft des Ausbruchs fehlt. Im ganzen jedoch scheint sie allerlei gute Anlagen mitzubringen, die zu entwickeln die Aufgabe einer klugen Regie sein wird. e—s tunrt, in oenen aum (lreunb|d)att»|pielr unterlagt sind. Die Sperrzen für Hand und Fußball wird vom 1. Juli dis 15. August festgesetzt. Schwimmen Hauptgegenftanb her Besprechung waren die 'ampfbeftimmungen, namentlich ht enf die Gliederung der 'Sentämpic und die ftlafknem- teilung Fechten Die Beständeserbel'ung zeigt eine Zunahme von 49 Wiegen. Oer 'Dlitglieberbeuanb beträgt rund 4890. Bon den erstmalig iiir Lehrgänge bewilligten Geldmitteln der D. I. verspricht man sich eine gute Fortentwicklung des Fechtens innerhalb der D. T. Die Meisterickatten werden tn .nnnnowr im OTtnber ausgetragen, die Mannschaftsmeisterschaften bereite im Juli tn Berlin, und zwar tm Florett. Turnen. Sport und Spiel. Kreiswartetagung der D. T. in Breslau. Nachdem eine Sitzung des engeren Borstandes bereits den reichen Arbeitsplan durchgesprochen und zu den verschiedenen Fragen und Anträgen Stellung genommen hatte, traten zum vierten Male die tech nischen Führer der Deutschen lurnerschast, insgesamt etwa 150, in Breslau zu einer Tagung zusammen. So reichhaltig sind die in Breslau behandelten Gegenstände, daß aus den Beschlüssen der einzelnen Fachausschüsse und von den sie begleitenden und ergänzenden Borführungen nur das Wichtigste er- wähnt werden tciin. Allgemeines: Die Ausschußsitzung für das Männerturnen lehnte eine Beteiligung an den Lipinpischen Spielen in Amsterdam 1928 Nach lebhafter Aussprache entschieden ab, solang«' noch ein feindlicher Soldat auf beuti Freitag, 17. April: 12 Ubi Rachlichtendiensi 3 und 4 lUjr* W irischen lsnul0uag:n *1.20 Hbi Rachrichtenbienst. 4.30 brs 6 Utn Hauv'lauennachmtttag in MuNk und Wort. '-ßroaianun h a.: ..Er» nährmigslebie im Haushalt . I>»ilrag von Dr. Strvhecker. Rabrungsmittelchemiker am Städtisch Rahlungsmitteluntersuchungsamt. v Utn Wirt- schaltsmeldungen. 6 bis 6.30 Uh.. Iuriftensunl 6.30 bis 7 Uhr Dic ßdeftunbe l Mei st er werte der Weltliteratut > Aus ..Soll und Haben" >un-. Gustav Freytag (Fortsetzung Z bis 7.30 Upr VortragSzyllus her Philosophischen Vereinigung (Dozent Pfau er Taesler). 20 Vonrag ..Friedrich Rietzfche 7.30 bis 8 Ubr Die Bespiechung Theater und Kino 8 bis 8.30 Uhr: Esperanto- Unterricht. Lehrer Herr Urban S 30 bis 9.30 Uhr Anekdoten und Schwänke. Vortragende. Fr l. Theffa Klinkhammer vom Frankfurter Schau- fpiclhaus und Herr Gerd Fricke 9.30 Uhr: Rachrichtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. 10 bi» 11 Uhr. Tanzmusik von Iomrys Hawaricm-Band -lus dem -lmtsvcrknn-igunFSblatt. *' Das Amtsverkündiaungsblatt 91 r. 30 uom 14. April enthält Leichenschau. — Matti- und Klauenseuche in Bellersheim und Langs darf. — Unterhaltung der Kreisstraßen. — Kreis straßen. — Kreisfeuerwehrtage. — Staatsmittel für Hebammen. — Straßensperre. — Verloren, gefunden. 19. BIS 22. APRIL 1925. 3902M 803 942 ab Giessen an ?b0'903 838 1020 tz B.-Nauheim A 7£2 | 8^ 846 1027 y Friedberg ß 6^2 81^ 910 n 10 an Frankfurt ab 522 ' 7^ UND ZURQ Kinder leiden oft an Würmern und werden elend. Zur Entfernung der Quälgeister raten wir Ihnen, 125 Gramm flüssigen Aattoma- E^trakt zu faufen, um bei Kindern über 5 Jahren eine Kur zu unternehmen. Sicher erhältlich: Uni- verfltäts-Apotheke „Zum goldenen Engel". Die Vestandteile sind auf der Packung angegeben. Maggi's Fleischbrüh Achtung auf den Namen Maggi und die rot-gelbe Packung „MAGGI« gute, epareeme Küche“ Würfelgeben kräftigeFleischbrühezumTrinken, f» Kochen von Fleischbrüh-Suppen, Sotzen, Nagouts, Gemüsen usw. — Natürlicher, feiner Fleischgeschmack ist ihr großer Vorzug. 3903e iWürfel4Pf. MAGGI1 flejschbruh ■Würfel I [ Vermietungon | fof. a. verm. 103311 Goetbettr. IS lll. Midi. JiiHffltr 1 mit Pensum »n oer» nv.cteiu Teleodon Im £»aufc. Zu ettr. 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Die von Pfarrer Ai es cinbcruiene und geleitete Versammlung war von d?n Bürgermeistern und Ortsvorstänoen aller Gemeinden von Grünberg bis L ch - ein« schließlich beider 6labte, und Hwar hatte Lich an Stelle des verhinderten Bürgermeisters das Sladiratsmitglied Lehrer D ö r m e r abgeordne: bin Direktoren der Realschule und der Landwirt« lchastslchule und einer großen Anzahl sonstiger jnterclfcnten gut besucht Der Vorsitzende gab < inrn Uebcrblid über die bisher stattgesundcnen Zahrplanverhandlungen. Aus seinrn Auslührun- gen ging hervor, daß die Bahnleitung beabsichtige. den A r b e i t e r s r ü h z u g, der morgens "15 iU)t von Grünberg nach Butzbach bzw Dad- Aauheim führt, mit der- Teilst rede Gründer g - Lich wegsallen zu lassen, den Abendzug, k-er 7.40 abends Dich verläßt, bis Quedborn zu sühren, und von da aus weiter nach Lich zurüdgehen zu lassen, wo er den Anschluß an den Zug 9.11 abends nach Gießen erreicht. Aus Grund der das Ergebnis im Monat Februar nutze ich aenden statistischen Tabelle zeigte der Be- Zrir-bsl etter der 'Bahn, daß der Zug tatsächlich von Grünberg bis Quedborn nicht besetzt ist und daß er mit täglich 6 Fahrgästen durchschnittlich in «Lich ankomme, von denen ein Teil den Zug dort schon wieder verlasse, um die Reichsbahn weiter zu benutzen. Weiter wurde von dieser Seite aus mit» geteilt, daß allein die notwendigen monatlichen ülebernachtungskosten des Bahnpersonals in Grünberg das Doppelte dessen betragen, was i'cr Zug einbringe. An diese Darlegungen schloß sich eine lebhafte Aussprache an Aus ihr ging hervor, daß man allgemein den Wegfall dieses Frühzuges, der eine glanzende Fernverbindung für unsere Gemeinden darslellt, schmerzlich vermissen würde. Wenn auch heute die Arbeiter zuin Teil durch die in unserer Gegend auk blüheirde Industrie < Basaltwerke- in der Räße eine lohnende Beschäftigung gefunden hätten, die ihnen Verdienstgelegenheit brächte ohne zeit» l aubende und den Barverdienst schmälernde Eis _n» bahnsahrtcn, und der Zug nur noch sehr unerheblich von dieser Seite benützt würde, so diene er doch noch einigen, die als gelernte Facharbeiter in ihrer engeren Heimat feine Beschäftigung s in den konnten, deren Arbeitsplatz eben die Stadt sei. Man betonte weiter, daß auch die gelegentlichen Fernreisenden diesen Zug ungern vermissen würden. Wenn man auch den Standpunkt der Gisenbahnverwaltung, deren Entgegenkommen man gern in sonstiger Beziehung anerkannte, verständlich sand, glaubte man doch im Interesse unserer Gemeinde den dringenden Wunsch aussprechen zu dürfen, den Zug weiter fahren zu lassen und betonte dabei nachdriidlich. daß gerade unsere Lich Grün- berger Teilst rede durch ihren regen Güter » i erkchr den Bahnbetrieb sonst rentabel gestalte. Man glaubt: es deshalb der Bahnleitung zu- r.mten zu dürfen, trotz ihrer finanziellen Bedenken den Zug weiter bestehen -zu lassen. So kam es zu folgender Resolution- „Sic heute im Rathaus zu Ettingshausen tagende Versammlung der Ortsvorstände Grünberg, Quedborn, Harbach. Ettingshausen, Münster, Ober» bedingen, Riederbessingen und Lich, der Direktionen der Real- und Landwirtschastsschule zu Grünberg und sonstiger Interessenten aus allen Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Lassert. 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wo sind die Franzosen jetzt?" „Sie haben sich in der Stadt cinquarlicrt. Nur an den beiden Eingängen des Werkes stehen starke Postcit, die jeden verdächtigen kontrollieren." „Wann kommt die Reichswehr?" ..Eine Äompagnie traf heute nachmittag mit der Bal n von Erfurt ein, sie wird morgen früh die sranzosiichen Offiziere bei der Durchsuchung der Fabrik unterstützen." „Es ist eine Schande, daß wir so etwas ge- statteit müssen!" „Du siehst, heute nacht ist der letzte Augenblick für eure Abfahrt gekommen." ..Wer mag die Franzosen auf den Gedanken gebracht haben, bei dir zu spionieren?" „'■Beträtet gibt cs überall, und leider hat es unter uns Deutschen immer solche gegeben." „Ich glaube, dieser Sorte von Leuten geht es noch nicht schlecht genug!" rief Nagel. „Laß die Sklaoenpeitschc der Franzosen nur noch etwas länger wirken, dann erwacht vielleicht auch in jenen verächtlichsten Kreaturen der Patriotismus wieder." „Glücklicherweise ahnt niemand, daß meine Ra- pibflieger keinen Flugplatz zu ihrer Abfahrt be- dürfen, sonst würden die Franzosen sicherlich auf der sofortigen Untersuchung bestanden haben." „Werden sie unseren Aufstieg bemerken?" „Das Geräusch der Motoren und Propeller läßt sich nicht völlig dämpfen. Aber das hilft ihnen nicht viel. Sollten sie auch in die Fabrik eindringen, euch fasten sie nicht mehr." ..Aber dich werden sie dafür verantwortlich machen'/' „Mögen sie! Es sind nicht die unwürdigsten Deutschen, die unsere Erbfeinde ins Gefängnis schicken." 6. Große, strahlend erleuchtete Maschinenhalle. Die Außenfenster dicht abgcblenöct. „schwalbe" und „Stößer", die beiden Rapidflieger, ncbcncinanber in der Mitte. Ihn sie beschäftigt eine Anzahl Arbeitet Ständen beschließt, daß der bisherige Fahrplan weiter beibehalten werden soll." Falls die Dahn- vcnvaliung und die Detriebsführerin der Butzbach- Licher Eisenbahn auf ihrem Standpunkt verharrt, so soll den Vertretern der Gemeinden tm Ausjichtsrat und in der Generalversammlung der Butzbach-Lichet-Eisenbahngesellschast aufgegeben werden, dasur zu wirleit, daß der A b c n d- zug bestehen bleibe Es fand eine Abstimmung nach Gemeinden statt, ob dieser Zug abends bis Grünbetg verkehren sollle, um von da aus zurückzusahren. oder ob er nur bis Quedborn geführt toerben soll, um von da aus zurüdzu- kehren uitd eine Spätverbindung über Lich im Anschluß an den dort 9.11 nach Gießen fahrenden Zug Hetzustellen. Die Gemeinden Lich. Rie- bctbefflngcn. Oberbeningen. Rlünster, Ettingshausen sprechen stch für diese Fahrgelegenheit aus. Quedborn ist auch für diese Regelung und trirb seinen Standpunkt in der Generalversammlung der Eisenbahngesellschast kundgeben Für Dutchsühtung bis Grünberg setzte sich die Bür> germeisterei Grünbetg ein und sand dabei die iliüerftüiiung von Harbach. Beide Orte haben allerdings Abendverbindungen mit Gießen durch nie Reichsbahn, während für die zuerst genannten Gemeinden die letzte Derbitrdung der 1,15 nachmittags in Grünberg abgehende Zug ist. Zum Schlüsse der Versammlung besprach Lehrer Jakob die mißlichen Postverhält- n i) f c, unter denen die Landgemeinden zu leiden: haben. Besonders schlecht ist es mit der Paket - ibestellung bestellt. Born 1 bis l1/» Stunden entfeinten Postamt sind die ankommenden Pakete abzuhvlen und zur Weiterbeförderung die abzu- scndenden dort aufzuliefern. Die Gemeinden werden Beschlüsse fassen, die die Einlegungi einer Dahnpost an einem gewissen Wochentage — als bester wurde der Mittwoch vvrge- schlagen - fordern und bei der maßgebenden! Stelle einreichen. Die fast vier Stunden währende Besprechung, die ein Zeugnis für das an unfered Bahn bestehende Interesse war, verlief in Ordnung und Sachlichkeit. Der Vorsitzende konnte der Vahnverwattung in aller Ramen dafür danken, daß sie schon viel erreicht hatte, um auf der Bahn und im Bahnbetrieb befriedigende Zustände zu schaffen. Wir hoffen auch, daß die heutige Besprechung den Erfolg haben wird, die bestehenden Schwierigkeiten im bestmöglichsten Einvernehmen zu lösen. Aus der Provinz- Landkreis Gießen. • Klein-Linden. 16. April. 3n den Lagen vor Ostern wurde der Betrieb in der von der Gemeinde Lützellinden verpachteten Sandgrube eröffnet. Interessant ist es, zu beobachten, wie die beladenen Wagen durch Maschinenbetrieb den stellen Berg hinauf befördert werden. Lieberhaupt ist es erstaunlich, daß zwischen dem Vorherrschen der Tonmasse dieser Helle Sand zu finden ist. Wer vor Jahren noch durch den Wald ging, der sich bis zur Main-Weser- Bahn er ft rodle, hätte damals nicht geglaubt, daß ldiese Fläche, nachdem sie ausgebaggert, auch noch eine gewinnbringende Sandgrube abgeben würde. Wir sehen, wie überall unser Heimatboden Schätze 'enthält, die gehoben gute Verwendung finden. ri. SU o ft e r Arnsburg, 15. April. Gestern sand hier die alljährlich übliche große Ostermis- f i o n s ft u n b e statt, die trotz der ungünstigen Witterung von einer großen Zahl der Freunde der Arnsburger Anstalt besucht war. Die Redner waren Pfarrer Boeder non Brandoberndorf und Missionar Schäfer von Hausen. Außerdem erstattete Pfarrer K ö d d i n g von Eberstadt einen Bericht über den Stand der rheinischen Mission. Die gemeinsamen Lieder wurden vom Licher Posaunenchor be» und Ingenieure. Jetzt war die weitere Geheimhaltung unnötig. Ganz aus grauem Metall die beiden Fliegermaschinen, selbst Tragflächen und Propeller. Die zu den Kabinen führende Treppe ist herunter- gelassen. Man labet bie letzten Borräte ein. Liebharb ist Kommanbant ber„ Schwalbe", Gerling führt ben „Stößer". Nagel erteilt bie letzten Instruktionen: „Stößer" steigt Punkt zwölf Uhr auf, nimmt Kurs genau nach Osten. Kiew muß 2.30 Uhr vormittags erreicht sein. Dort Abwarten ber „Schwalbe", falls Verbindung burch Sicht oerlorengegangen ober Funksprüche nicht ankommen. Don ba nach Charkow zwei Stunden, Kurs östlich mit einem Strich nach Süben. Weiter genau östlich dis Nikolajews- koje an ber Wolga, bas in brei Stunden zu ereichen ist. Bon dort südöstlich noch 350 Kilometer bis Kal- mikowskaja, wo unmittelbar am Ort an geeigneter Stelle gelandet wirb. Ich folge mit ber „Schwalbe" fünf Minuten später, da diese etwas rascher fliegt. Flughöhe bei klarem Wetter 3000 Meter. Bei diesiger Luft nur zeitweise tiefer gehen, falls Orientierung verloren. — Sind noch weitere Fragen?" Die beiden Kommandanten stenographierten die Befehle mit Keiner antwortete. „Dann werde ich die Maschinen starten", sagte Martens. „Fünf Minuten Probelauf für beide Motoren!" befahl er. Der elektrifche Antrieb warf die Propeller her- um. Ein Sturmwind erhob sich. Aechzend knirschten die verankerten Fahrzeuge in den Fesseln. Martens und Nagel schrien sich die letzten Derftändigungen in die Ohren, bis der betäubende Lärm aufboric. „Stößer" fertigmachen!" befahl Martens. Die Mannschaft bestieg den Flieger. Der Führer ergriff Hand- und Fußsteuer. „Abblenden und auffahren!" rief Martens. Die Lichter erloschen. Das Kuppeldach der Halle öffnete sich. Schwacher Lichtschein drang von einer Bogenlampe, die im Fabrikhose stand. Die Plattform mit dem Flieger stieg langsam nach oben. Dann hielt sie. „Anwerien!" befahl Martens. Die Propeller furrten. Nach wenigen Augenblicken war der hohe Ton genügender Touren erreicht. gleitet. Auch bie .Hlosterkinder" fangen der Der janunlung ein Dfterlicb. Eine Sammlung für bie rheinische Mission ergab 22 Ms. s. Ettingshausen, 15. April. Einer Ein- labung bes hiesigen Gesangvereins folgend, unternahm am 1. Oftcrfeiertagc etwa 15 Mitglieder ber Wanber - unb Manbolinen vereine von Reiskirchen unb Trohe eine gut verlaufene Werbefahrt nach Ettingshausen. Eie würben von den Einwohnern aufs herzlichste aufgenommen unb mit Kaffee, Kuchen unb später mit Abenbessen gastfreundlich bewirtet. Im Saale des Wirtes W a 11 e r vereinigte sich bann die ganze Gemeinde, wo Musikvorträge ber Gäste mit einigen gut vorgetragenen Liebern bes Gesangvereins wech selten. Den Dank ber Gemeinbe gab Bürgermeister 0 pper beredten Ausdruck. Der spater einsetzende Regen machte eine Heimwanberung der jungen Leute unmöglich. Sie übernachteten in einer Scheuer unb verließen am anderen Morgen um 4 Uhr unter klingendem Spiel bas Dorf. Kreis Büdingen. Q) Ridda, 15. Aprll. Aus der jüngsten Gemeinderotsfihungist zu berichten: Die Wetterführung der Wasserleitung nach der Abcllstraße entlang der Zufuhrstraße zum Güterbahnhof sowie nach dem Reubau des August Bleitgen und demjenigen des Eitchar Bach wird beschlofsen. — Der Kaufpreis für den seinerzeit dem Heinrich Knöpp abgetretenen Bauplatz wird auf 1,50 Mk. pro Quadratmeter festgesetzt Es wird beantragt, die festgesetzte Baufluchtlinie in der Raun oberhalb des Iptschen Lagers 1,25 Meter vorzuverlegen, da bei Einhaltung der festgesetzten Dausluchtlinie die Bauplätze nicht genügend ausgenutzt werden können. — Dem Gesuch des Heinrich Keller zu Geiß-Ridda um Abtretung eines Daupl ahes in der Abellstraße wird stattgegeben und der Kaufpreis auf 1.50 Mk. pro Quadratmeter festgesetzt. — Auf Antrag wird die unwiderrufliche Anstellung des Dürgermeistereiselretärs Em r ich beschlossen. — Die S 11 a ßem rein igung wird dem Karl Herz hier auf unbestimmte Zeit für 50 Mk. pro Mvnat übertragen. Der Gemeind erat ist grundsätzlich bereit, mit Hilfe von Darlehen aus Reichsmitteln zu geringem Zinsfüße Wohnungen für Reichsbeamte zu errichten. — Die Anfertigung einer neuen Wet terf ahne für das Rathaustürmchen wird dem Heinrich Wolf hier laut Angebot übertragen. — Einigen Gesuchen um Gewährung von Daudarlehen zum Selbstkostenpreise wird stattgegeben, weiter werden noch verschiedene Wohnunzs lachen erlogt Kreis Schotten. Laubach. 15. April. Gestern abend würben im Schützenhof die ersten Vorbereitungen zu dem Mitte Juni hier stattfindenden „Ausschuß-Fest" getroffen. Rach altem Brauch wählt die sog. „Ausschuß-Gesellschaft", die bis 1540 zurüdgeht. an diesem Tag ihren Hauptmann. Das Fest ist das eigentliche Laubacher Rationalfest, eine Verbindung des Preisschießens der alten Schühengilde mit den Schießübungen der Solms-Laubacher Mlliz. Rachdem das Fest durch Volksbelustigungen (Karussel, Schießbuden usw.) am Sonntag eingeleitet worden ist, findet am Morttag das Hauptsest statt. Die Ausschuh-Gesellschaft. 13 Sektionen zu je 25 bis 30 Mann, sammelt sich auf dem Marktplatz. Ilm 9 ilbr bewegt sich der Zug mit Musik und Trommelschlag zum Schlosse. Hier begrüßt der Hauptmann den Grafen mit einer längeren An- spiache unb lädt die gräfliche Familie zur Tell- nahme ein. Der Graf dankt in gleicher Weise und stiftet als ersten Preis einen Hammel: die Gräfin stiftet ein Kleid. Dann zieht die Gesellschaft zum Festplatz, der sog. „Hätte", wo „Abfahrt!" Die automatische Borrichtung schnellte den Flieger vorwärts. Einen Augenblick schimmerte ein gespenstiger grauer Schatten im unsicheren Licht der Bogenlampe. Dann verschlang ihn die schwarze Nacht. Da ertönte ein Schuß. Jetzt noch einer. Dann knatterte es von zwei Seiten. Die Plattform hatte sich bereits wieder gesenkt. Kräftige Hände schoben den zweiten Flieger hinauf. Ein letzter Händedruck der beiden Freunde. Dann schloß sich die Kabinentür. Und hinaus in die Nacht schoß der zweite graue Bogel, verfolgt vom Wutgeheul der Franzosen, die blindlings in die Dunkelheit feuerten. 7 Eodetelegramm aus Christiania. Stratoff, Kalmikowskaja, via Moskau. In Adventbai bei Eriksen lagern 6000 Kilogramm Benzin für Sie. Mehr zu beschaffen augenblicklich unmöglich, da nächster Dampfer erst in drei Wochen von Hammerfest nach Spitzbergen fährt. Derghaus. Antwort. .Berghaus & Co., Christiania. Bitte 14 000 Kilogramm Benzin in Hammer- fest ficherftellen. Treffe mit zwei Flugzeugen in etwa acht Tagen dort ein. Landungsstelle in ruhigem Teil des Hafens auf dem Wasser ausfuchen und durch vier rote Bojen mit weißen Flaggen darauf mar fieren. Tag und Stunde der Ankunft wird durch Funkspruch mit Wellenlänge 840 an Station Harn- morsest gemeldet. Stratoff." Kabeltelegramm aus N e u y o r k. „Stratoff, Kalmikowskaja, via Moskau. Lieferung von Benzin nach Nordalaska in bie fern Jahre nicht mehr möglich. Schlagen vor, mit Dampfer „Athalia" von Kap Borrow nach Nome zu fahren. Abfahrt Barrow 20. Juli, Ankunft Nome 27. Juli. Dort genügend Benzin vorhanden. Bratford." „Einoerslanden. Weisen Sie Dampfer „Athalia" an, in Kap Barrow drei Tage auf Ankunft zweier Flugzeuge zu warten und Borkehrungen zum Der- laden auf Deck zu treffen. Alle Mehrkosten werden von mir ersetzt. Stratoff." An Bratford Brothers, Neuyork." WeM Der 5taöl Sletzen 1925 Vom alphabetischen Einwohner- und Firmenverzeichnis liegen die Buchstaben N bis einschließlich Z vom Donnerstag, 16. April, an drei Tagt lang zu jedermanns Einsichtnahme offen. Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Nichtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa erforderlicher AenderungenundErgänzungen GeWWelle to MMMerlMS Schulstrahe 7 sofort das Prcisschiehen beginnt Am Dienstag klingt da»« Fest aue> mit Volksbelustigungen (Wetttaus. Hahnenschlag usw.) Zum diesjährige» Hauptmann wurde Stadtiechner Schmidt gc- wähll Gestern morgen rourb? hier ber übliche 5 c r t c l ni q i f t abgehalten Der Auftiicb begann um 8 Ahr. gegen 11 Ahr war alles vci- kaust. Zu biefem schnellen Veikauf trug Haupt- fächlich ber Ausfall des Licher Schweine- markts wegen der Qliaul- und Klauenseuche in Langsdorf bei. Insgesamt waren 220 Ferkel auf getrieben, vornehmlich aus der näheren imb weiteren Amgegend (Grvßeneiche.i, Lardenbach. Ulfa usw.) Für Ferkel von 5 bis 6 Wochen wurden 25 bis 30 Mt. für größere sogar 35 bis 45 Mk. gezahtt. Mrcie Alsfeld ta* Alsfeld, 15. April. Heute morgen um 7 Uhr ertönte die F e u e r f i r e n c. In der Hofreitc der Wilhelm Fuchs Witwe am !>wßmarkt brannte die Scheune. Der rasch herbeigeeilten Freiwilligen Feuerwehr gelang es durch ihre umsichtige unb angestrengte Tätigkeit, ein Umsichgreifen hes Feuers auf bic benachbarten Häuser zu ver hüten unb bas Feuer auf feinen Brandherd zu beschränken. Bon ber Scheune selbst ist ber Dachslock abgebrannt. Ein Umsichgreifen bes Feuers hätte zu einem großem 'Branbunglürf in biefem Stabttcif führen können, ba bie Häufer bort bidtlancinanber gereiht find. Die Entftehungsurfache bes Feuers ist nicht bekannt, sie dürfte vermutlich auf Fahrlässig- leit zurückzusührcn sein. — In ber Angelegen- heit ber Bcrsetzung bes kommunisti - schen Studienrats von berSchmitl nach Alsfeld soll eine erneute Etternversammlung statt- finden, um äußersten Falles zu einem c n 11 d) eiben b c n Abwehr mittel zu greifen, falls bie Regierung sich nicht nodj dazu entschließt, bic Ber- setzung bes Genannten an hie hiesige Ober-Real- schule zurückzimehmpn. In bie|cm Falle durfte mi/ einem Schulstrcik zu rechnen sein. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 15. April. Generalleutnant Frcise in Babenhausen begeht sein 50, jähriges M i l i t ä r d i e n st j u b i l ä u m. Im Der 8rühl!ng erzeugt Zommersproffen! Diese Tatsache ist vielen, bie Rcigung zu Sommer- sprossenbttdung besitzen, unbekannt Wir raten Ihnen, in der Apotheke weißes Eitalbol-Wachs, 50 ober 25 Gramm, zu kaufen und jetzt schon mit der Behandlung ber befallenen Stellen zu beginnen. Sicher erhält.: Aniv.-Apoth. „Zum goldenen Engel". Or Weinreichs MottenSkhei nVUI)£|* Den Grimmigsten der IHottentöler ■■■...... i .......... iH 8. Stratoff saß in seinem Arbeitszimmer unb bik» tierte einer Stcnotnpiftin. Das Telephon rief an. „Was gibt es?" fragte Stratoff. „Hier Fun kenftation. Uns fiel auf, daß (riffel' türm feit sechs Stunben mit kurzen Unterbrechungen Störungszeichen mit Welle 840 gab. Seit wenigen Minuten hören wir auf gleicher Welle Sprechtöne zweier Stationen, bie sich zu nähern scheinen, alsl wohl Flugzeugstationen." „Verstanden Sie etwas von bem funkentele phonischen Gespräch?" „Die Störungen burch Eiffel find noch zu stark boch glaubte ich, beutsche Worte zu unterscheiben/ „Es ist gut. Sobalb bie Berstänbigung oollkom men ist, rufen Sie bie unbekannten Stationen ar unb oerbinben Sie mich mit ihnen." Er hängte ab unb wanbtc sich zur Sekretärin. „Fräulein Stolpyn, bitte, erledigen Sie fol- genbes." Nach ruffifdjer Sitte hatte erste Sonja Iwanowna anrebe» müssen, aber als Bolschewist verachtete er ben patriarchalischen Braud). „Befehl an bic Flugzeughalle: Eintreffen bet dciben brutschen Flugzeuge ist in Kürze zu erwarten. Auslegen bes weißen Lanbimgskreuzes vor ber Halle. — Mitteilung an bie Fürstin Lahory unb an Herrn Sanbers: Ich lasse bitten, sich bereitzuhalten, in fünf Minuten von Portal 1 mit mir zum Lan bungsplatz zu fahren. — Befehl an Garage: Großer Mercebes sofort cbendorthin." „Nad) bem Flugplatz?" fragte bas Fräulein. „An Portal 1. dumme Gans!" rief Stratoff. „Alles rasch durch Telephon erledigen." Sonja erhob sich, ohne eine Miene zu verziehen. ötratoff ließ wieder mit der Funkenstation verbinden. „Haben Sie Verständigung ausgenommen?" „Zprechoerkehr noch zu undeutlich. Wir geben daher soeben Morfespruch." „Was fünfen Sie?" „Wir melden uns und bitten um Mitteilung, wo die beiden Stationen sich befinden." „Blödsinn. Funken Sie Stratoff läßt Herrn Nagel bitten, an Flugzeughalle Östlich Kalmikow- staja zu landen. Landungsstelle durch liegendes weißes Kreuz markiert. — Wiederholen Sic." (Fortsetzung folgt.) ____-«Ich habe feit meinem 18. Lebensjahre an Haarausfall gelitten PSsti % HifP ’ ’ und seitdem unzählige Haarwässer bageg-n Ingew-endet. Es 86 818 6 888 ky 6 Ü 6*83^88 8 • gibt keins in Deutschland, das ich von den bekanntesten nicht versucht hätte. Deutsche ?7ict(D5anTetDe . 4% Deutsche NcichSanleihe . BVe% Deutsche Michsanlethe 3% Deutsche RcichSanleiäe . Deutsche Sparprämieuauleihe 4°/0 Preußische KonsolS . . . 4% Hessen........... 37»% Hessen 3% Hessen Deutsche Wcrtd. Dollar-Aul. bto. Doll.-Schatz-Anweisng.y 4% Bolltürken «... 5% Goldmexikaner ...... Berliner HandclLqcscllschaft. Komntm« und Pnvat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BercinSbant . . . . Disconto Commandtt Metalldank........... Mitteldeutsche Crcditbank . . Ocsterreichische Creditanstalt. Weltbank............ Lochumer Guß ...... Buderus........ . . . Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaitwerlc AscherSlcben. . . . Kaliwerk Westeregeln Laurabüttc....... . . Obcrbedarf . . Phönix Bergbau Rtebeck Montan TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd..... Cheramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Hohmann...... Attglo-Conl -Guano . . . . . Badische Anilin . Chemische Mayer Alavtzr .. Goldschmidt Griesheimer Elecrron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... lliütgcrSwerke Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke Schuckert Siemens & Halske Adlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hchligcnslaedt Meguin Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Mctallgescllichoft ftranffart. Pet. Union A.-G Schutitavrik Her; . . .... Sichel.............. Zellstoff Waldhof Mucker!abrik Frankenthal .. Zuckerfabrik WaghäuÄ • . . ftrnnffntM. M. Berlin Schluß fiurs Schluhk. Ab»'iö» börii Schluß Stu.» Schluß Uiittog bi'rle 14. 4. 15 4. 11. 4. 15 4. 0.(150 0 650 r 655 e.6‘0 0,70 0.71 0,715 0 680 0.72 0,69 0,70 0,65.5 — 0.775 0 795 0,380 0,369 0 36 0,345 0,7 0 0.710 0,73 0,74 — 0,7 0,i5 —— 0 71 0.7 „ — 0 GS 0,67 0,65 0.70 84.75 0« 7.5 95 95 bl,55 91 55 91 75 91,85 9,9 9,9 10 10 — 36,9 42 5 — 145 —- 145,25 144 10).25 109,50 109,50 109 50 137 136,61 137 i.6,5 135 1’4 135 134 9) »9.7.» 116.2 116,25 116,75 116,25 111 113,25 - 99.75 9». 75 103 too 8 3 8 8 4) 8,4 0,11 0,11 0,2 0,2 — _ __ 76 82 81,9 16 16.50 9,6 9.6 10 9,9 70,75 70,5 70.8 70,40 78 77,25 79 77.60 133 7, 133,75 183,1 131 16,75 16 17 16 21,9 21.4 22 21,5 73.50 73,7i 7.1 73 2 8.875 9,75 9.20 9,10 58 57.50 57.62 57 49,62 48,4 48,8 47,90 102,25 103,5 10 3 102 3,55 3,50 —- —• 79,2.5 77,90 ro 78.5 82 81,25 83,75 81 75 89,75 89 — 87,15 86,40 85,75 84,4 —— __ 131 131 138.90 137,25 138 136,50 0,4 0,4 105,50 108 106 108 26.3 26,05 26 40 26,13 133 183,25 132,50 131,75 7,60 7.35 •— —• 14,75 14,5 15 15,10 137 136,50 — — 10 95 10 80 11 10,80 91,62 90,75 91,75 90,10 90 90 2> —* 61 61.1 61 60 60 60 0 71 71,75 70,25 3 -50 3,30 3,49 3.59 5,30 5 25 5,30 5,3 3,1 3.05 —• — 7,25 ;.i 7,2-. 7,5 — 107 107 0,66 0.675 _ 1,19 1,19 1 1 129 128 _ — 2,5 2,12 2.2 2,3 3,5 3,65 3,62 3,61 61 60 2,45 2,4 13 13 13,25 13,1 4 8 4,5 — — • 3,45 3,3 3,4 3,3 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (§n Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-SlireS, London, Neu- York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiteo.) Lelegraphische Auszahlung. 14. April 15. April Sinnliche Notteruna Amtliche 'JZottermt Geld Beter Geld Brief rimst.-Non. 167.44 167.86 167,59 168, Ui Buen.-Aireü 1,597 1.601 1,60 21.13 1,634 Brff-Autw. 21,13 21.19 21.19 Chriftianta. 67,12 67,28 67,62 67,78 ttopcnhag-n 77,16 77.36 77,49 77.Ö0 Stockholm . 113,04 113,32 113,04 113.32 Selsingfors. 10,56.3 10,603 10,563 10,603 Italien. . . 17.20 «7.24 17.21 17.25 Bonbon. . . 20,665 20 115 20.077 20,127 NeUyorl .. 4.19'1 4,205 4.195 • 4,202 Poris. . . . 21,55 21 61 $1535 21,595 Schwei, . . M 04 8t 24 81,05 61,25 Spanien. . 69 68 59 82 19.78 69,93 Japan . . . 1,748 1.752 1,758 1,762 'Hio de Jan. Wien inD- 0,449 0,451 0.449 0,451 Oeft. abgest. 59.06 69,20 69,07 69.21 Prag .... 12,435 12,175 12,43.5 12,47 . Belgrad . . 6,775 6.795 6,765 6,785 Budapest. . 6,815 1.06 6,835 6.815 6,835 Bulgarien. 3,07 8,065 3,075 Lissabon . 20,275 20 32 > 20,27» 20,32i Danftg. . . .Qonftantiit <9,65 2 185 79 85 79,70 79,90 z 195 2 <8 2,19 Alben- . - 7,29 7,31 7 29 7 31 Banknoten. Berlin, 15. April. . Hohenlohe. Aus meinem Leben. Mit 12 Bildtafeln Verlag Frankfurter Societäts-Druckerei, Frankfurt a. 21 Leinen 10 Mk. Der Sohn he« Reichskanzlers Chlodwig von Hohenlohe-Schillingsiürst, Prinz Alexander, schildert seine persönlichen Erlebnisse und Beobachtungen namentlich au« der Zeit, da fein Vater Statthalter in Elsaß-Lothringen und deutscher Reichskanzler war. Eine Reihe interessanter Persönlichkeiten zieht vorüber, die alle irgendwie i»i politischen oder im Leben der großen Gesellschaft eine Rolle gespielt haben. Als Sproß eines mediatisierten Fürstenhauses mit vill» tintigen internationalen Beziehungen und als vertrauter Mitarbeiter und persönlicher Adjutant seines ValerS, halte der Prinz Gelegm- cheit. tiefe Einblicke in das politische Getrieb: und in da« Hofleben der wilhelminischen Zett zu tun, und mit rückhaltloser Offenheit verbreitet er sich über die Persönlichkeiten, denen er dort begegnet ist, und über Mißstände, die ihm dabei aufgestoßen sind, und die schon lange vor dem Krieg in ihm die Ueberzeugung weckt en. das) die Dinge einer Katastrophe entgegentreiben mußten. Eingeslreute Bilder und Porträts beleben daS Buch. 55 Cl. v. Delbrück. Die Wirtschaft- -k i che Mobilmachung in Deutschland 19 14. (Verlag für Kulturpolitik. München.) Delbrück. der ehEalige Staatssekretär und Dize- lanzler. hat zur Zeit des Kriegsausbruchs an *ber Bereitstellung der Kriegsmittel und der Einstellung der Heimat auf den Krieg hervorragenden Anteil gehabt. Die hier vorliegenden Aufzeichnungen bc« kürzlich Verstorbenen sind eine Fundgrube für die Kenntnis der Kriegsgeschichte, werfen aber auch äußerst intcreffantc Schlaglichter auf die vetfehlte innere Politik während de« Krieges. 1599 K v. Salharow: Das werße Sibirien (bet A. Laubereau-München. Amalien- sl ratze 9). Eine packende Darstellung des Bürger- s, icgc« in Sibirien, die zum erstenmal in deutscher Sprache ein zusammenhängendes, getreues Bild jener fchicksalsvollen sibirischen Kämpfe entrollt, die zwischen 1918 und 1920 um die nationale Sache in Rußland auSgefochten wurden, und mit dem Siege der jetzt in Moskau herrschenden Roten Internationale endeten. Im Mittelpunkte dieser Tragödie steht Admiral Koltschak. der in Irkutsk den Märtyrertod für sein Vaterland starb. General Sakharow führte in diesen Kämpfen zuerst unter Koltschols Regierung die westliche Armee und übernahm später den Oberbefehl über die gesamten weißen Streitkräfte. Mit nie nachlassender Spannung liest man ein Kapitel ums andere und sieht, wie sich die Katastrophe durch die Fehler und Unterlassungen schwächlicher Raturen und durch den organisierten Verrat der „Qkr- bündeten" Rußlands, besonders der tschechoslvwa- irschen Kriegsgefangenen unter Führung eines französischen Generals vorbereitet, unaufhaltsam entwickelt und folgerichtig hereinbricht Sv schreitet der gütige edle Koltschak, her nicht die Kraft hatte, inmitten bei ihn umbrandenden trüben Wogen von Parteileidenschaften und verräteri- fchen Bestrebungen zur allein rettenden Diktatur zu greifen, in sein Verderben. Ihm folgte die ganze weiße Bewegung, deren Anfänge so viel Bücher der Bildung. Finonzieste Rot und ungeschwächter, ja ver> ffÖrfler Bildungsdrang sind in der heutigen schweren Zeit die Signatur der besten .streife des deutschen Volkes. Der deutsche Verlagsbuchhandel darf mit Genugtuung lagen, das) er die 'Jlotincnbigfcit, neuer, auch der bescheidenen Börse erreichbarer Buchtypen sofort erfaßt hat. Zn den erireulichsten Erscheinun gen auf diesem Gebiete zählt eine weitausgreifend geplante Reihe, deren zehn erste Bände der Verlag '.'llbert Langen in München eben erscheinen läßt, und die er ..Bucher der Bildung" nennt. Der Band „U r - (9 o c t ß c" der die Reihe eröffnet, enthält die drei berühmten Urfafsnngen Goethescher Dramen: die „Geschichte Gottfriedens von Ber- lidlingen mit der eisernen Hand" (den „Ur Götz"),' den „Ur-Faust" und die Prosa Iphigenie. Das Rachwort tüßri aus, wie sehr das neuerdings erwachte Interesse für die erstell Fassungen großer Kunstwerke ba\u angetan sei. wieder zu emem ehrlichen und herzlichen Verhältnis gegenüber unseren Klassikern zu gelangen. Der Band „It a l i en i sche Reise" von Victor X) ehn vereinigt das Schönste aus ßebne Reijetagebuch von 1839— 40 mit den klafsifchen Kapiteln feiner Reise. Zeitlich Bedingtes und lleberholtes ist weggelassen, ebenso, was tuiffetv schastlich so sehr ins Einzelne ging, daß es einer größeren Leserschaft vielleicht den 'ißeg von diesem wundervollen Buche unnötig erschwert hätte, lieber große historische Fragen und Erscheinungen handelt mit weitschanendem Urteil 3gna) von Döllinger in dem Bonde „Geschichte und Kirche'. Der ungewöhnliche Kopf, von dem die Gegenwart im allgemeinen nur aus Lenbachs Bildnissen Kennt- nis hat, wendet sich in den gewählten Aufsätzen und Akademiereden an die weitere Dildungswelt. Von den großen Dlinastien, von Papsttum und 3nqui- sitiomvon der einflußreichsten Frau der französischen Geschichte und anderem spricht er in seiner lichten Prosa mit dem großen Gefühl des überlegenen 3or* fchers und Menschen. — Wiederum nicht Pitcrar Historie, sondern lebendiges Verhältnis zur Dichtung ist es, was die Auswahl aus Wilhelm S ch»e r e r s heute noch unübertroffener Geschichte der deutschen Für den Büchertrsch. versprochen, die aber daran scheitern mußte, baß sie nicht alle Macht ohne irgendwelche Einschränkung m die Hände eine« einzigen Mannes gelegt hatte. 170 Neue Romane. El Vie big: Der einsame Mann. (Deutsche Berlagsanstalt. Leipzig, gebd. 5.00 Mk.) Die Geschichte eines alten, einsamen Zunggesellen. der in dem vaterlo« aufwachsenden .Knaben seiner Wirtin ein Kind gewinnt mit dessen Schicksal dgk> seinige sich innig verschmilzt. Tragisch ist das Schicksal dieses sorgsam gehüteten Jünglings. b minnen, die auf das Schone, auf Reines und Erhabenes gerichtet ist und mithin ohne weiteres gefeit fein vor den heute leider von vielen Seifen auf sie eindrinqenden Einflüssen geschmackoerrohen den und moralverderbenden Bilderschundes. 231 Gin „Deuts ches Rätfelbuch" hat Lisa Tetzner, die Märchenbas. auS alten und neuen Quellen gesammelt, namentlich schöne alte Volksrätsel finden sich in dem famosen Büchlein, kernig uird humorvoll, eine Freude für jung und alt. (Verlag Eugen Diederichs in Iena.) 142 Literatur . „23 o n Wolfram bis Goethe" am strebt. Sie holt aus diesem meisterlichen Werke genau das heraus, was Scherers glänzendste Gabe war: jene sieben herrlichen Charakteristiken von Wolfram von Efchenbach, Walther von der Vogeb weide, Luther, Lessing, Herder, Schiller und Goethe, in denen Scherer fein immenses Wissen in erschoß fenbe, dabei wundervoll klare und völlig Phrasen- lose Darstellung ergießt. — Als unseren größten Dichter kennt jedermann Goethe: aber daß unsere ganze wissenschaftliche Prosa, soweit fie nicht nur Wissenschaft, sondern auch sprachliche Leistung ist, aus Goethe zurncksuhrt, zeigt der Band „Die s ch ö n ft e n Essays non G ooth e". Beginnend mit dem Hymnus des Straßburger Studenten auf das Münster Erwins von Steinbad), enthält es weiter die licht- und liebevolle Darstellung der alt deutschen Malerei am Rh chussest zu Bingen". „Winckestnann" und „Ben venuto Cellini in seiner Zeit und Stadt' zeigen, wo die Wurzeln der gesamten neueren Äunftgeld)id)ie zu suchen sind. Das hymnische Fragment „Natur" leitet zu den viel zu wenig gekannten Essays über, die, so vereint, wie es in diesem Bande geschehen ist, geradezu das Manifest dessen bedeuten, was mir naturwissenschaftliches Denken nennen. Das bändsreiche Hauptwerk von Gregor» eins, heute fast nur noch in gelehrten Bucher- ftuben zu finden, verdichtet fid) in der zweibändigen Auswahl „Rom im Mittelalter" zum bewegten Drama jener großen Kräfte und Gestalten. d>c die abendländische Christenheit mit ihrem schicksalc haften Mittelpunkt verketten. Der glänzende Gestal ter Gregorovius hat die zahllosen Quellen seiner Wissenschaft in das Strombett seiner großen Kunst gesammelt und erteilt ihr planvoll die Bewegung eines dichterischen Ganzen. Besonders verdienstlich ist. daß enblid) Sari Hillebrand wieder leicht zugänglid) gemacht^ wird, vieler „letzte humane Deutsche, der die Feder zu führen verstand', wie Nietzsche ihn nennt. Den Band „Abendländische Bildung" eröffnen zwei der berühmte । ften und letzten Essays: die Gedanken zur Entwick- lungsgeschichte der abendländischen Kultur und Ge- I sellschask. Es folge” die drei großen Aussätze, in denen Hillebrand als erster Nietzsches „Unzeitgemäße Betrachtungen" würdigte, und jene hoch über allem Partei- und Klüngelwesen schwebenden Gedanken Hillebrands über ein wahrhaftiges Verhältnis zur bildenden Kunst, die dem Florentiner Kreise entflammen, dessen Haupt er war, und zu dem n. a. der Bildhauer Hildebrand, Hans von Maries, Bayersdorfer und Isolde Kurz gehörten. Weit über das Fach der Rechtsgelehrten hinaus greift Rudolf von Ehering in seinen vorstoßen- den Werken. Aus ihnen |ammcll der Band „Recht und Sitte" das Lebendigste und Gültigste um den beherrschenden Gedanken, daß in Dingen des Rechts, des Eigentums und der Sitte mehr und mehr die gesellschaftliche Betrachtung an Baden gewinnen soll. Ob vom römischen Recht die Rede ist, ob von Kapitalismus, nom Kampf des einzelnen um (ein Mdn, von Höflichkeit und gesellschaftlichen Formen, von lomlfdjen Verbohrtheiten in der luriftischen Zunft, immer zeigt der sprühende, streitbare Denier auf die gesellschaftliche Verbundenheit des em Seinen und entlarvt den gefräßigen Egoismus als den heimlichen Gestalter unserer Lebensformen. Die aufgewühlte Gegenwart tut gut daran, dem frischen Er mecker rechtlichen und sozialen Denkens wiederum Gehör zu geben. Der Band „Die schönsten Essays von Ta ine" ist ein Beweis dafür, daß die Sammlung fid) keineswegs gegen bedeutende Denker des Aus^ landes abschließen will. Er bringt vor allem die sarbensprühenden Aufsätze zum Jahrhundert Lud- wigs XIV.. in denen sich bereits der zugleich oolh endete Darsteller und unbestechliche Richter des Ancien Regime antunbigt; sodann die Essays über Goethes Iphigenie, Marc Aurel und Balzac und einen Auszug aus Taines in Deutschland so gut wie unbekanntem nachgelassenen Romane, der eine bei aller geistvollen Feinheit der Farm vernichtende Kritik eines ichematischen und unintelligenten Schul bctriebes barfteUt. Die Bände sind durchweg auf bestem Papier gedruckt in blaues Ganzleinen dauer hust gebunden und präfentieren sich so als das nidjt- belletristische oeitemtüd zu den bekannten , Die schönsten Erzählungen". (Preis je Bd. 3 Mk.) Iettschriftenschau. Das April heft der neuen Monatsschrist .Zeitwende" (C. H. Beck. Miinchen) ist überreich. fv daß hier nur auf einiges bingetrnelen werden kann. Eine Reibe wertvoller Aufsätze, die Lebenssormen und Lebensaußerungen der Dergangenheit und der Gegenwart behandeln, sofern fie von religiösem Geiste durchströmt sind, ja die aus -ukünslige Daseiusmöglichkeiwn deuten, macht das Progruinm der Zeitschrift ganz klar Don .Rissen tm Mittelalter" Ipricht Iustu« Hashagen. Er zeig'. nnS. daß die unS so hoch gepriesene barmonisch in sich geschlossene Welt des Mittelalters nicht den Latsachen der Geschichte entsprich:, die vielmehr soziale Zerrissenheit. Friedlosigkeit, vor allem eine gewaltige ßaienrcaltion gegen das kirchliche Weltbild zeigen In eine unS fremde, zeitlich aber gar nicht ferne Welt führt uns Iohannes Alt in seinem Aussatz über den russischen Erzähler Lesskow. Die Menschen dieses russischsten aller russischen Dichte, fragen Himmel und Hölle in sich Hier erleben wii Westeuropäer Menschen und Geichehniste von mittelalterlichen Dimensionen. Gegenwai-tsfragen bringt uns Friedrich Diese in seinem Aufsatz Übei die „Erneuerung der Rechtssicherheit in Deutschland" nahe. Paul Schubring gedenkt Sd. von Gebhardts Schassen. Zwei Biwer begleiten diesen Aussatz. D e u t s ch e A l p e n z e i t ü ,t g 20. Iahi> gang 1925 (Dcrgverlag Rudvls Rother. 'Mün chen. Preis vierteljährlich 3,30 Mk.) Zwischen Winter und Frühling erscheint das zweite Heft der Deutschen Alpenzeitung. AuS dem Inhalt sei zunächst ein wundermoller Küpferliesdntck „Abstieg vom Morteratsch" erwähnt. al«dann ein Aussatz von Ernst Iennh „Letzte Fahrt". Es wird in packender Weise eine Fahrt von der Berglibütte ausS Aletschhorn geschildert, bei bet' Andreas Fischer den Tod fand Die kleinen Äachrichten halten den Bergsteiger über alpine Angelegenheiten auf dem Lausenden und geben ihm Anregung und Auskunft. Verschiedenes. Eine Art deutscher Geistes- und Kultur« geschichte, ein Zitatenschatz deS deutschen Volkes, so kann man mit Recht „Dü chmanns Geflügelte Worte" nennen, die soeben 60 Iahre nach ihrem ersten Erscheinen in 27. Auflage von dem angesehenen Verlage der Haude & Spener- schen Buchhandlung (Max Paschke) in Berlin in mustergültiger Ausstattung herausgegeben sind. Als Dr. Georg Düchmann im Iahre 1863 seine Sammlung zum ersten Male erscheinen ließ, umfaßte sie nur 750 Zitate. Unter der Mitarbeit bet Gebildeten der ganzen Welt haben seine Rachsolget die Sammlung so erweitert, daß fU heute über 4000 Zitate aller Zeiten und Dölket bietet. * Ernst Reckarsulmer, ,.Der alte und der neue Reichtu m". (Verlag F. Fontane & Co, Berlin SW 68.) Ein Kapitel Zeitgeschichte, für daS alle Welt sich leidenschaftlich interessiert, da« aber bisher noch keinen 6d)il- herer gesunden hat, wird in diesem Werk zum ersten Male öargeftellt. Die gewaltige Umschichtung der Vermögen, die im Laufe der verflossenen zehn Iahre stattgesunden hat, der Zusammenbruch alten, seit Generationen vererbten Reichtums, die Anhäufung gewaltiger Vermögen in den Händen der „neuen Reichen" zieht tn fesselnder, auf genaueste Kenntnis der Verhältnisse und Personen beruhender Schilderung vorüber. Der Entwicklungsgang mancher allgemein genannter Finanzkönige großen Stils steht plastisch vor dem Auge des Lesers, und auf der anderen Seite wird von den Vermögen der Rothschild, Mendelssohn, Bleichroder, Thyssen und ihrer Entwicklung bis auf den heutigen Tag berichtet. Das Phänomen Hugo Stinnes wird in großen Zügen dargestellt. Manche Hamen hört der Leset zum ersten Male und erfährt, daß ihre Inhaber zu den reichsten Männern des heutigen Deutschland zähleit. So entsteht ein grandioses Gemäldc des großen Kampfes um« Geld, der sich in de» verflossenen zehn Jahren inmitten deS Verfalls der deutschen Valuta abgespielt hat. Die Dar- Wellung gewinnt an Reiz durch die Porträt« von 33 der bekanntesten Persönlichkeiten sowohl aut den Reihen des alten als auch deS neuen Reichtums. 149C Philosophie und Leben Unter diesem Titel gibt der Gießener Philosophie- und Pädagogik-Professor Dr August Messer im Verlag Elwin Staude. Osterwieck-Harz eine Zeitschrift heraus, deren erste Hummer im Ianuar erschienen ist Seit einigen Iahrm ist Prof. Messer mit wachsendem Erfolge bemüht, in gemeinverständlichen Büchern die Denk- und Lebensfragen des C?>eqen toa rtsmen scheu hem Standpunkte ruhiger philosophischer Betrack^ung zu behandeln und die Schätze, bie in den 'Bertm der großen Denker der Vergangenheit und der Philosophen der Gegenwart m reicher Fülle verborgen liegen, aus der Verschalung einer teils veralteten, teils allzu gelehrten Ausdrucksweije zu lösen und so einem weiten Krei« denkbrdürftigrr Menschen zu erschließen und für das Leben frucht bar zu machen. Im selben Geiste soll die neue ,>itschrift wirken. Sie will, wie der Titel sagt. Philosophie und Leben in engste Berührung bringen, ernsten Menschen in ihrem Ringen um die großen Fragen der Welt- und Lebensairschau- ung Hilfe leisten, die heute aus oem Leben, seinen Röten und Aufgaben brennender denn je auf» brechen, und so dem tocitocrbretteten Bedürftn« nach philosophischer Klärung dienen. Dabei soft dem Leser nicht etwa eine bestimmte WeUauf- faslung auf gedrängt, sondern den Vertretern aller bedeutsamen Denkrichtungen das Wort gegeben werden. Oberste- Bestreben aller Mitarbeiter wird sein, gemeinverständlich rm guten Sinn des Wortes zu schreiben. Philosophisch: Fachkenntnisse werden daher beim liefet nicht vorausgesetzt, Fremdwörter und Fachausdrücke nach Möglich teil vermieden, die unentbehrlichen in Anmerkungen verdeutscht und erläutert. Fragen aus dem ßeferfreife werden sachliche und verständsicho Beantwortung finden Außer dem Herausgeber werden an der neuen Zeitschrift mitarbeiten < Prof von Aster-Gießen. Pros. BauchIena. Pros. Ba-ge-Rurnberg. Unlerftaat«fefretär a. D. Prof. Frick-Gießen. Pros. Groos-Tübingen. Professor Kinkel Gießen, Prof. Liebert-Berlin, Prof. Lessing- Hanrrovei. Prof. Pauli-München, Professor K L. Schmidt-Gießen. Unser Freitag-Angebot Trikotagen CO Kurzwaren in großer Auswahl Strümpfe: Damen-Strümpfe kräftige Baumwolle, gut vor- stärkt, schwarz und farbig . Mk. f v Kinder-Socken in großer Auswahl Neu aufgenommen: Bleyles gestrickte Knaben-Anzüge und Sweater Damen-Strümpfe Baumwolle, verstärkte Hochferse und Doppelsohle, schwarz und in fK 55 A modernen Farben sortiert . Mk. V« Herren-Untergarnituren in schönen Farben sortiert, extra KAK preiswert........Mk. Ffprfön QapLph feste Baumwolle, I ICI Icll-DULKCH schwarz und farbig, 2 PK 0.95 1 0.48 Hprrpn -kpn «Ute Strapazier-Qual. i lerreii dulkcii verstärkt ä * schwarz u. in inod.Farb. sort., Mk. Herren-Unterbosen^of^^ preiswert........Mk. ■■■* Herren-Unterhosen kräft°.f<>biKn Herren-Unterjacken beak0orbAA sonders preiswert .... Mk. 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Deshalb wählt den Politiker Marx, nicht den unpolitischen, greisen, als Kriegsveteran ehrwürdigen Hindenburg, den zweiten Kandidaten des Rechtsblocks. Marx hat in der erfolgreichen Verständigungspolitik des Londoner Abkommens den unbestrittenen Befähigungsnachweis für das Amt des Präsidenten erbracht. Seine Einstellu ng zu den inneren Verhältnissen kennzeichnet das Wort aus seiner Kölner Rede. „Wir stehen erst am Anfang des Weges zum wahren Volksstaat." Marx besitzt als Staatsmann das Vertrauen der besonnenen Kreise Deutschlands und darüber hinaus der ganzen Welt. Dagegen gibt es nur einen Soldaten, keinen StaatS- vMnn Hindenburg. Hindenburg wählen heißt daher die extremen Kreise in bett Sattel heben, die hinter seiner Kandidatur stehen. Sie waren es, die dann den politischen Kurs Deutschlands bestimmen würden. Deshalb alle Stimmen am 26. April für den erfolg, reichen,überzeugten,republikanischen Staatsmann Marx. Gebt nicht nur die Stimme für Marx, helft auch die Lasten des Wahlkampfes tragen. Zahlungen erbeten an das Bankkonto Dolksblock bei dem Bankgeschäft Rauheim & Co., Darmstadt, Rheinstrahe. — Postscheckkonto des Bankhauses: 1514 Frankfurt a. M. Ulrich, Staatspräsident: v. Brentano, Minister des Innern und der Justiz: Henrich, Finanzminister, Raab, Minister für Arbeit und Wirtschaft, Dr. Bockius.M. d. R.: Dr.David M.d.R-: Knoll, M.d.R.-, Dr. Quessel, M. d.R.: Kaul, M. d. L.: Lenhart, M. d. L.: Reiber, M. d. L.: Storck, Rmchsbanner Schwarz - Rot - Gold, Gau Hessen; Müller, Republ. Reichsbund Hessen. 33llD | Eine Uhr | • ist ein sehr beliebtes Geschenk zur ® 2 Konfirmation und Kommunion ® Ein Uhrkauf ist Vertrauenssache, den • man nur beim Fachmann vornehmen soll. ® : Meine langjährige Geschäftsführung gibt Ihnen Ge- 2 währfür beste Beratung auchbeimkleinstenEinkauf • O Uhren- und Goldwarenhaus | 2 Bahnhofstr. 49 Emil Otto Bahnhofstr. 49 5 J Gegründet 1890. 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Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. 60 an Verlangen Sie kostenlos Jubiläums-Katalog fir.124 „Arte* Herren- u. Damenfahnfider Frachtfrei. 5 Jahre Garantie I Laufdecken Mk. 2.85, 3.25; mit Garantie Mk. 3.50, 4.-, 5.— Verheyen G.m.b H, Frankfurt a.M. Spezialhaus für Fahrräder und Zubehör & »rollt Vorzüglich gepflegter Weihwein 22er vosenheimer . . . 1.20 23er Edenkobener. . . MO 22erhambach.Schlohberg (.70 22er hallgartener Kies 1.80 21er rlebsraumilch. . . 2.00 21er Oppenheimer. . . 2.70 üus eigener Kellerei Rotwein -/,8t Montagne.......1.20 Tafel-Rotwein.....1.40 Roussillon........1.70 22er Dürbheimer Zeuerberg. .... 1.70 20er St. Emilion .... 2.00 3894c einschlieblich Glas und Steuer Wein S&r-SSaifee aus eigenen Importen, von Kennern bevorzugt fiaffeeTpfunb 5.20, SÄ 4-80,4-40, 4-00 W Vahnhofstratze 26 Ludwigstrafte 20 | Walltorstratze 24 Frankfurter Strafte 89 Orangen^ Abschlag! 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Die Reichsprästdentschaft ist ein hochpolitisches, nicht ein militärisches Amt. - Deshalb wählt den Politiker Marx, nicht den unpolitischen, greisen, als Kriegsveteran ehrwürdigen Hindenburg, den zweiten Kandidaten des Rechtsblocks. Marx hat in der erfolgreichen Verständigungspolitik des Londoner Abkommens den unbestrittenen Befähigungsnachweis für das Amt des Reichspräsidenten erbracht. Sein Verhältnis zur Innenpolitik kennzeichnet das Wort aus seiner Kölner Rede: „Wir stehen erst am Anfang des Weges zum wahren Dolks- ftaat.“ Marx besitzt als Staatsmann das Vertrauen aller besonnenen Kreise Deutschlands und darüber hinaus der ganzen Welt. Dagegen gibt cs nur einen Soldaten, keinen Staatsmann Hindenburg. Hindenburg wählen heißt daher, die extremen Kreise in den Sattel heben, die hinter seiner Kan- didatur stehen. Sie wären es, die dann den politischen Kurs Deutschlands bestimmen würden. 3912D Deshalb alle Stimmen am 26. April für den erfolgreichen, überzeugten republikanischen Staatsmann Marx. vervolksblock für dieNeichspräsidentenwahl: Deutsche Demokratische Partei. Sozialdemokratische Partei. Zentrumspartei. Deutscher Republikanischer Reichsbund. Deutscher Republikanischer Lehrerbund. Deutscher Republikanischer Richterbund. Reichsbanner Schwarz°Rot°Gold. Tel. 240 auch nachtö Anerkannte SüüilNkvsselll Joföfoenöe“ gelbfleischig, sehr ertragreich, treffen erster Tage ein. omm Weise & Petri, Grabenstrane 7. Telephon 1313. Montag, den 20. April 1925, vormittags 11 Uhr, versteigere ich in dem Sihungssaale öet Handelskammer in Gießen, Lonystraße7, gemäß § 1235 B. G. B. öffentlich gegen Barzahlung: 8. M. 485 000 Mitteldeutsche Schmirgelwerke-Attien. Versteigerung bestimmt. Lern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13. 3898D + MWAl! Brüche sind heilbar ohne Operation, ohne schmerzhafte Einspritzung. Vollständig ohne Berufsstörung. In Behandlung kommen: Leisten-, Schenkel-» Hoden-, Nabel- und Vauchbrüche. Sprechstunde in Bietzen: Sonntag, den 19. April, vorm. 8—1 Uhr, Bahnhof - Hotel. Dr. med. H. L. Meyer, prakt. Arzt, 5De3lolöel)aaölungf.Btniijlelöen,6flniüurg.5d)auen6Brgflt.4. Lieber 100 amtlich beglaubigte Atteste Geheilter liegen vor der Sprechstunde aus, z. D.: Ich kann es nicht unterlassen, meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ich bekam einen doppelten Leistenbruch, aber gleich so schlimm, daß beiderseitig die Wunden 7 cm lang waren, ich habe verschiedene Bandagen- Häuser aufgesucht, um mir Hilfe zu verschaffen, aber leider wurde mein Leiden immer schlimmer, zuletzt kam ich soweit gar nicht mehr als Leben zu können, denn kein Band konnte mir die Brüche zurückhalten, ich war in Erfurt, Dresden, Halle, Stuttgart und Berlin, um Hilfe zu finden, alles vergeblich Zur Operation konnte ich mich nicht entschließen, da ich im 62. Lebensjahre bin. 3m November 1920 las ich Ihren Auf. ruf in der Thüringer Tageszeitung. Ich hatte mich ent. schloffen, noch einen letzten Versuch zu machen, meldete mich bei Ihnen an und trat im Dezember in Ihre Behandlung. Es trat eine langsame vollständige Heilung ein und bin heute vollständig geheilt und trotzdem in meinem Schmiedeberufe immer weiter tätig. Das hätte ich nie geglaubt, daß ich je wieder geheilt werden könnte. Ich sage Ihnen meinen herzlichsten Dank. Berlstedt bei Reumark, Kreis Weimar. 3773D P. U., Schmiedemeister,