ar. 3 Erstes Bialt Gold- pftnnig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsie: Schristleitung 112, Verla., undGeschäftsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichte l Snjelger^lefjen. Postscheckkonto: granffnrt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnö Verlag: vrühl'fche Univerfilütr-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Seschäftrstelle: 5chulttrahe 7. Annahme von Rnzelae, für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindUchbeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich«, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift20" .Aufschlag. - Verantwortlich fürvolitih u. Feuilleton: Dr. Friede Wilk Lange, für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich 'n Gießen. Der Sicherheitspakt. Der (Kencralkontrollbericht. Deutschland und die Sicherheit West- europas. London, 15. Febr. (T. 11.) Wie der diplomatische Berichterstatter der „Daily Mail" erfährt, stellt der Schluhbericht der Interalliierten Militärkontrollkommisfi o n ein umfangreiches Schriftstück von über 100 Seiten bar. Eine Veröffentlichung fei unwahrscheinlich, da der Bericht Mitteilungen streng vertraulichen Charakters enthalte. Auszüge und Schlußfolgerungen dürften der Oeffentlichleit unterbreitet werden, sobald Marschall 3od) das Dokument an die Dotschafter- konserenz übermittelt habe. Mit der Ueberrcichung des Deneralbcrichtes der Kontrollkommission treten nach dem „Echo de Paris" die Besprechungen zwischen Frankreich und England in ein entscheidendes Stadium. Ursprünglich sxi beabsichtigt gewesen, die beiden Fragen zu klären, in- wleweit Deutschland die Abrüstungsklausel erfüllt habe und unter welchenVor- aussehungcn Köln geräumt werden könne. Auf beiden Seiten habe man sehr bald eingesehen, daß die Probleme zu eng .gefaßt seien und das) es darauf ankomme, wegen der Aufhebung der beiden für Frankreich noch verbleibenden Garantien (Def'tzung des Rhein- landes und Interalliierte Militär-Kont oll-Kom- mission in Berlin) Schritte zur Lösung der französischen Sicherheits- srage zu unternehmen. Thamberlain habe im Der- laufe der Verhandlungen zu verstehen gegeben, das; er persönlich das Zustandekommen eines Vertrages entsprechend dem englisch-amerikanisch- französischen Pakt von 1919 begünstige, mit Rücksicht auf die Dominions aber eine von dem bisherigen Vertragsentwurf völlig verschiedene Abmachung erstrebe. Seit mehr als 1 Monat toirfc Chamberlain in diesem Sinne aus die Reichs r eg ierung ein und wenn § erriet am 28. Januar nicht die Rede in der Kammer Gefallen hätte, würde Dr. Luther wahrscheinlich mit einem günstigen Angebot an die Verbündeten herangetreten sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dost der deutsche Kanzler jetzt auf Veranlassung Lord D'Abernons seinen Plan wieder aufnehmen werde, auf den er Ende Januar zu verzichten schien. Ehamberlain habe sich in der Frage äußerst loyal benommen, da er die französische Regierung über die Schritte in Berlin ständig auf dem laufenden gefallen habe. Der von England Frankreich unterbreitete Vertragsentwurf lasse sich als eine Wiederholung beS 1922 von Llohd George angebotenen Garantiepaktes aussassen. Pari-, 15. Febr. (WB) Der ..Matin" will wissen, baf) der Sicherheitsvertrag, den man vorbereite. bereits in dem Augenblick fertiggestellt sein könnte, in dein der Völkerbundsrat zusam- mentrete. Die Westmächte würden in diesem Vertrag erklären, jeber Ang iss D:utschlands auf irgend einen Punkt der Grenze von der Rvrd- fee bis zum Adriatischen Meer würda als ein Angriffs gegen sämtliche Alli irrten betrachtet werden. D'Utschland seine', sei's mühte erklären, dah es sich verpflichte, keinen derartigen Angriff zu unternehmen. Es seien Desensivmah nahmen vorgesehen, die dann durch den moralischen Wert der gegenseitigen Verpflichtung verstärkt würden. Der Vertrag mühte vom Völkerbund ratifiziert werden, dem dann die Mittel an die Hand zu geben seien, dieses B fried'gungssystem auf andere Teile Europas auszudehnen. Frankreichs Rheinlandpläne. Die Rolle des Marschall ftorfi. Amsterdam. 15. Februar. (LH.) Der Pariser Korespondent des „Manchester Guardian" bringt heute Aufsehen erregende Mitteilungen über die Ziele der französischen Rbeinlandvol tif Er erinnert an die poincaristische R'de Herriots und sagt, Frankreich wolle die Räumung Kölns und die Sicherheitsfrage miteinander verbinden. Deran'wortliche Politiker sagten ganz offen, dah die Franzosen in Köln sofort an di e Stelle der englischen Truppen treten würden. Wenn also die Franzosen die Absicht hätten, in Köln zu bleiben, so seien sie sich über die kommenden Schwierigkeiten nicht im Unklaren. Sie beqr ffen die Gefahr der Erregung einer Gegenströmung in der öffentlichen Meimmg ganz Englands, seien sich klar über die rechtliche Schwäche ihres Standpunkt s und wüßten, das man die Bestimmungen des Friedensvertrages st a r k v e r drehen mühte, um ihre Haltung diplomatisch zu rechtfertigen. Man hoffe ind'ssen. durch eine Vereinigung von politischen Manövern und geschickter Propaganda die Schwierigkeiten der Vertragsbestimmungen und der englischen öffentlichen Meinung zu überwinden. Das Fochkomitee in Versailles werde die notwendigen Manöver einseiten, an das der ewig Fehler begehende Botschasterrat aus unbekannten Gründen den Bericht der Enttoaff- waffnungskommission zur Kommentierung und Begutachtung geschickt habe. Dabei besitze weder der Botschafterrar noch das Fxhkomitee eine rechtliche Grundlage und es fei schwer, die Gründe für dieses Verfahren zu erkennen. Naturgemäß, so fährt der Korrespondent fort, Deutschlands Ostpolitik. Des Reichskanzlers Rede auf der Königsberger Ostmesse. Königsberg, 15. Febr. (Wolfs) Der Reichskanzler ist heute vormittag am Bahnhof vom Oberpräsidenten Siehr, dem Präsidenten des Landesfinaiuamtes, Siedler, dem Präsidenten der Reichsbahndirektion. Möller, und dem Oberbürgermeister von Königsberg. Dr. L o h m e i e r . empfangen worden. So >am begab sich der Reichskanzler zum Reubau des Landes- finanzamtes, wo er von dem Präsidenten Siedler mit warmen Worten begrüßt wurde. Daran schloß sich eine eingehende Besichtigung ded Gebäudes. Bei der dann folgenden Eröffnung der zehnten deutschen Oft messe hielt Reichskanzler Dr. Luther eine Rede. Der Sinn der Ostmesse sei ein doppelter: Einmal so.le sie dazu dienen, innerhalb des gesamten deutschen Wirtschaftslebens die Bande immer fester und enger au knüpfen in der vollen Erkenntnis, daß dos deutsche Wirtschaftsleben sich untereinander durch regen Wechselverkehr so sehr wie nur irgend möglich stärken muh; zum anderen aber wolle Ostpreußen mit dieser Ostmesse seine alte Aufgabe weiter erfüllen, die immer nach Osten gewiesen habe. Die allgemeine Lage Ostpreuhens. das verstümmelt und von seinen Schwesterprovinzen und dem Mutterlande abgeschnitlen wurde, kann auch von den größten Opttmisten nicht anders als außerordentlich schwierig bezeichnet werden. Rur ein Volksstamm von der Zähigkeit, dem Schaffensdrang und dem nationalen V wußt- sein wie der Ostpreußens konnte sich in dieser Lage behaupten. Das M e m e l l a n d ist durch den Versailler Vertrag an die alliierten Mächte abgetreten worden. Deutschland hat damit auf das Gebiet verzichten müssen. 1923 haben die Litauer das Memelland eigenmächtig besetzt. Die alliierten Mächte haben die Souveränität Litauens anerkannt, aber unter der Bedingung, dah dem Memelgebiet die Autonomie gewährt werde. Litauen hat im Laufe des Jahres 1924 das von einer internationalen Kommission audgearbeitete Memelstatut angenommen. De- sonderd schwierig sind ferner die Verhältnisse an der Weichselgrenze. Zwar hat das glänzende Abstimmungsergeb- r.is vorn Juli 1920 bestätigt, dah das südliche Ostpreußen und der der Abstimmung unterworfene Seil Westpreußend. deutsch sind und deutsch bleiben wollen. Leider aber sind fünf Dörfer auf dem rechten Weichselufer mit dem Hafen von Kurzebrack Polen zugesprochen worden. Die Grenze, die bereits im F -ü >iahr 1922 fest- gclcgt wurde, verläuft so ungünstig, daß der W ichseldeich nicht weniger als viermal durchschnitten ist. In der Memelfrage hat sich die deutsche Reichdregierung. obwohl D u schland nicht eine Vertragspartei des M-m labkommens ist. fortgesetzt benrint, durch Verhandlungen mit Litauen auf eine baldige loyale Durch'ührung der Autonomie und insbesondere auf eine baldige Ausschreibung der Wahlen zum memel- ländischen Landtag hinruwi fm. Ich heg ü e cd deshalb, dah der neue litauische Ministerpräsident in seiner Programmrede die baldige Vorlage eines Gesetzes über die Wahlen im Memelgebiet in Aussicht g'stellt hat. Rachdem vor wenigen Sagen, am 10. Februar, der Optionsvertrag unterzeichnet worden ist. und da nunmehr die deutsche Optionsverordnung erlafan werden wird, wird die jetzt unter der Bevölkerung des Memelgebietes noch vorhemefch-nke Beunruhigung über die Optionssrage schwinden. Die vielen Protests und jahrelangen Verhandlungen über die Grenzführung an der Weichsel haben einen wirklichen Erfolg leider nicht erzielt. Doch ist es wenigstens gelungen. die Besetzung der Grenze f l-rg hin- us- zuschieben. bis die Regelung des Zug mies zur Deichsel erfolgt war Ab'r auch di"se Regelung des Zugingß zur Weichsel ist in einer Weise geschahen. die für Deutschla. v und Ostpreußen durchaus unbefriedigend ist. Diese ganzen an der Weichsel so gekfa’fencn De-Hältnisse werden von der deutschen Regierung als im Widerspruch stehend mit dem Versailler Vertrage betrachtet. Sie sind überdies in jeder Weise unnatürlich. Jene fünf Dörfer auf dem rechten Weichselufer, die nun zu Polen gehören, sind von allen ihren wirtschaftlichen und sonstigen 'Beziehungen abgeschnitten, und namentlich die mehrfache Durchbrechung des Dcichfystems durch die Grenze kann erhebliche Gefahren für die hinter den Reichen liegende Martenwerder Riederung heraufbeschwören. Auch auf wirtschaftlichem Gebiete wird dis Reichsregierung für Ostpreußen alles tun, wad möglich ist. Ostpreußen oildet in fo einzigartiger Weise ein Fort und eine Brücke nach dem Osten, dah es für seinen wirtschaftlichen Verkehr vor allem recht iche und vertrag.iche Sicherungen braucht. Wir sind und stets der Rotwendigteit guter deutsch-russischer Beziehungen bewußt geblieben. Diese Lieberzeugung von dem gemeinsamen wirtschaftlichen Interesse ist auch in Rußland lebendig, und wir haben daher die bestimmte Hoffnung und den ernsthaften Wunsch, dah cd gelingt, bei den Handelsvertrag s- verhandlungen mit Eowjetrußland trotz gewisser nicht zu unterschätzender Schwierigkeiten ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Rachdem die auf Grund der, bisherigen Moskauer Verhandlungen nötige nochmalige Ücbcravbeitung der Hauptvertragsgegensländc innerhalb der Ressorts unter Hinzuziehung von Sachverständigen zu Ende gebracht worden ist, wird eine kleinere Delegation am 24. Februar wiederum nach Moskau abreifen. Die Handelsvertragsverhandlungen mit Polen werden am 1. März beginnen. Die deutsche Regierung geht auch an diese Verhandlungen mit dem^vesten Willen heran und hat denWunsch, auch sie beschleunigt zum Abschluß zu bringen, da sie der Lieberzeugung ist. daß eine Verständigung im beiderseitigen wirtschaftlichen Interesse der beiden Völker liegt. Voraussetzung eines befriedigenden Erfolges ist selbstverständlich, daß Polen diesen guten Willen der deutschen Regierung nicht durch eine unfreundliche Haltung ge- gc.über den in Polen [ebenben Deutschen faeiu- trächtigt. Gerade in diesen Sagen hatte Deu schland eine Rote nach Warschau richten müssen, in der es mit Bedauern feststellt, daß Polen die Ausweisung evangelischer Geistlicher trotz wiederholter deutscher Vorstellungen vornehme, ohne stichhaltige Gründe dafür auch nur anzudeuten. Die Handelsvertragsverhandlungen werden auf der DrsiS einer gegenseitigen allgemeinen Meistbegünstigung geführt. Die Provinz Ostpreußen und die Stadt Königsberg haben da'ür umfangreiche Wünsche vorgelegt. Die Rcichsregierung wird in den Handelsvertrag ?- OcrfanHungen mit Rußland und Polen alles daran setzen, um diese Wünsche, soweit es irgend möglich ist, durchzusehen. Reichswirtschastsminister Dr. Reuhaud sprach dann über die großartige Organisation der Ostmesse zur Hebung der Warenausfuhr nach dem Osten als eine fruchtbare Grundlage unserer kü ’ftigen Wirtschaftspvlit k. Durch die vielfach noch schwebenden Hinde'svertragsver^andlungen mit fa-> Ostländern soll der ostpreußisch-.' Handel unterstützt werden. Die Zolltarifnovelle, di>' demnächst dem Reichstag unterbreitet werden soll, dürfe nicht zum Anlaß innervolit-scher Strei- tigküten gemacht werd'n. Se Rovelle habe sch bisher bei allen Handelsvertragsverhandlungen sachlich als dringend notwendig erw'esen. was im Reichsw'rtschaftdrat auch von Arbeitgebern und Arbei'nebm^rn anerkannt wurde. Um die deutsche Wirtfcfaft konkurrenzfähig au machen, fei außerdem eine Bereinigung der unproduktiven Losten, ein nach wirtschaftlichen GesichtSvunk'en zu vollziehender Steuerumbau, wirtschaftliche Frachtenpolitik. Förderung der Qualitätsarbeit und vor allem eine Gesundung unserer Wirtschaftsmoral nötig. hätte Frankreich ganz außerordentliche Hoffnungen auf Marschall Foch gesetzt. Jeter, der das Problem der Rheingrenze und de" S r e n - nung der Rheinlande von Deutschland kennt, wisse, daß er diese Hoffnungen rechtfertigen werde. Der Bericht Fachs werde zweifellos einen Widerhall in der ganzen Welt finden. Die MMtarkontrolle des Völkerbundes. Genf, 14. Frbr. (TBoPf.) Folgende Persönlichkeiten sind zu Präsidenten der militärischen Rachforschungskommissionen des Völkerbundes in Deutschland, Oesterreich. Bulgarien und Ungarn ernannt worden' Zum Präsidenten der Rachfvrschungskommission in Deutschland der französische General D e st i ck e r; zum Präsidenten der Rachfor- schungskvmmission in Oe st erreich der italienische General Marietti; zum Präsidenten der Rachfvrschungskommission in Bu lgarien der schwedische General!mtnant der Reserve Iungstedt. zum Präsidenten der Rachforschungskommission in Ungarn der englische Generalmajor Kirke. Die Ernennungen sind für ein Jahr erfolgt. Zranzösische währungssorgen. Der französische Frank ist aufs neue inS Gleiten gekommen. Dollir und Pfund sind an der Pariser Börse wieder stark begehrte Devisen. die Geldentwertung macht beängstigende Fortschritte, die Preisen st eigen und in der Kammer wie in der Regierung steht man den neuaufgetauchten Währungs'oroen völlig rat- les gegenüber. Ganz wie bet uns in den Inflationszeiten unseligen Angedenkens versucht die Pariser Presse, mit allerlei Ratschlägen dem liebel zu Leibe au gehen, die Preise der Opposition verspricht sich natürlich eine Stabilisierung nur von einem Regierungswechsel. Daß aber die Erschütterung der franz stfchen Währung mit der Gewaltpolitik Frank.eichs gegenüber Deutschland und der fortwährenden Beunruhigung Europas zufammenhängt, will man in Paris nicht begreifen. Kein Wunder, wenn die amerikanischen und englischen Gläubiger befürchten, die Kriegspolit k Frankreichs werde zu einem völligen Zusammenbruch Europas führen. Solange die Pariser Regierung für Bombengeschwader und Unterseebote viele Millionen übrig hat, dafür aber keinen Cent für einen friedlichen Wiederaufbau und die Rückzahlung der Kriegsschulden, wird der gegenwärtige Zustand keine 2lenbcrung erfahren Jur preußischen Kabinettsbildung. Berlin. 14. Febr. (SU) Ministerpräsident Marx hatte am SamStaamittag mit den Sozialdemokraten eine Besprechung. Sie erklärten, daß sie auf die Ain'egung zur Di. düng eines Kabinetts der Volksgemeinschaft dem Ministerpräsidenten eine schriftliche Antwort ,zu- aehen lasten würden. Die in dem breiben der Deutschnationalen enthaltene Sieb lungnahrne scheine die Sozialdemokraten von einem Kabinett ausschließen zu wollen. Die Auffassung der Sozialdemokraten gehe dahin, daß eine Koalition nicht eine Ge- sinnungsgemeinschast bedeute, sondern die Auf- gäbe habe, praktische Ziele zu erreichen. Grundsätzlich seien die Sozialdemokraten bereit. auf die Anregung zur Bilduni einer Volksgemeinschaft einjug en One e gültige Klärung werde vor Mittwoch nicht zu erwarten sein. Die Antwort der Deutschnalionalen hat Man an den Vorsitzenden der Landtagdf raktion der Deutschen Dolkspartei, Dr. v. da m p e. tocitcrgcgcbcn. Marx hat von diesem die Antwort erhalten, daß seine Fraktion bereit sei. eine Regierungsbildung auf der Grundlage der deutschnationalen Erklärung zu unterstützen. Dr. von Campe hat sich zur mündlichen Besprechung darüber zur Verfügung gc- stellt. Gegenüber den immer wieder auftauchenden Geiüchten von einer Linksschwenkung der W ir tfchaf tlichen Vereinigung wird der „D:rl. Lokalanz." von dem Leiter der Fraktion kategorisch erklärt, daß nun und nimmer daran zu denken sei. daß eine auf die W c i ■ marer Koalition gestützte Regierung auf die Unterstützung der Wirtschaftlichen Ve.'Tilgung zu rechnen habe. Ebenso feien die Minister Schering und Äirtflefer unter keinen Umständen für d i e Fraktion tragbar. Diese Ansicht der Fraktion werde auch von der Partei im Lande geteilt. Für Montag haben die Sozialdemokratei eine Fraktionssitzung einberufen. Die anderen Fraktionen werden erst am Mittwoch vor der Plenarsitzung zufarnmentreten. Der Aeltestenra des Landtages wird bereits am Dienstag em: Sitzung abhalten, um die Geschäftslage zu besprechen und über einen Einspruch des kornrnn. nistischen Abgeordneten Kolwih geg-n seine Aus' schließung aus der Sitzung ded Unterausschusses zu beraten. Die hessische Negierunyskrisis. Darmstadt, 15. Febr. (WTV.) Auf btc Anfrage der Demokratischen Partei an die Deutsche DolkSpartei, ob sie bereit se., fich an einer RegierungSkoalition mit dem Zentrum, den Demokraten und den Sozialdemokraten zu beteiligen, hat der Abg. Dingeldeh bei der Demokratischen Fraktion zurückgesragt, ob die Sozialdemokraten in der Zwischenzeit ih-e grundsätzliche Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Volks- Partei geändert hätten. Kommunalwahlen in Braunschweig. Braunschweig. 15. Febr. (WTB.) 3m Freistaat Braunschweig haben Di: Stadtverordneten-, Gemeinde- und Kreistagswahlen staltgefunden. Bei den Stadtverordnetenwahlen der Stadt Braunschweig wurden abgegeben: für die Sozialdemokraten 29951 Stimmen, Kommunisten 5776, Demo^ [raten 2689, wirtschaftliche Einheitsliste 14 557, nationale Einheitsliste 27369, Bund der Invaliden 846. Liste BollSwohl 1725. Rationalsozialisten 239 Stimmen. Danach erhal.-en d e Sozialdemokraten 13, die Kommunisten 2, Ö:: Demokraten 1 und die wirtschaftliche und die nationale Einheitsliste zusammen 18 Svj?, die Liste der Invaliden und Di: Liste Bo'.ks- wohl zusammen 1 Sitz, die Rationalsozia, sten leinen Sitz. — In den beiden nächstgrößten Städten Braunschweigs, Helmstedt und Wolfenbüttel, wurden bet der Stadtvecord- netenwahl abgegeben in Helmstedt: für die Sozialdemokraten 3014, Kommunisten 424. den Invaltdenbund 448, unpolitische List: 1501, Liste Zentrum und Demokraten 152°, Bereinigte WirtschastSgruppen 2578 Stimmen; in Wolfenbüttel: für die Sozialoemo- [raten 2373, Kommunisten 1053, bürgerliche Einheitsliste 4791, Mittelstandsliste 792 Stimmen. 5chuldebatte in Reichstag. Um die vierjährige (tzrundschule. Berlin. 14. Febr Das deutsch-pol- nifche Rechtsabkommen, das deutschpolnische Vormuttdfchaftsabkommen, das Wirtschaftsabkommen mit Oesterreich und das vorläufige Handelsabkommen mit Portugal werden dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Der Gesetzentwurf über die Sodeserklä- rung K r i e g s v er f ch o l l en er wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Bei allen Kriegsverschollenen soll künftig als Sodestag ein gesetzlich festgeleater Sag angenommen werden, und zwar der 10. Januar 1920, der Sag des Friedensschlusses. <$ul SeiGtung Gestell! tocrOen oann Anträge St. Scholz (St. Dpt.), M umm (Dntl), -'IC ül ° ler -> Sixinfen (Soz.) und Koch-- Weser lDem.), die den Lehrgang der höheren Schulen betreffen. Abg. Löwenstein (Soz) nennt es ein baucmbeS Verdienst der Oiationalversammlimg, daß sie wenigstens c i n Gesetz auf dem Gebiete der Kultursrügen zustande gebracht habe, nämlich das G r u n d s ch u l w e s e n. Der Redner fordert die Bildung eines Reichskult ur- r a l s. Der KiNlsencharakter müsse beseitigr werden. Der Redner verlangt die vierjährige Grundschule, aus der sich baiu* die achtjährige höhere Schule aufbauen solle. Die Sozialdemokratie werde die soziale Schule erzwingen. Abg Dr. Philipp lDtntl.) wendet sich gegen die Verkürzung der Schulzeit in der höheren Schule Er fordert ein Gesetz zum Schutze der neunjährigen Schule. Mit den Schulexperimenten müsse man jetzt aufhören. In Hamburg sei der Versuch der achtjährigen Schulzeit vollkommen gescheitert. Begabte Kinder mühten die Möglichkeit haben, nach drei Jahren Grundschule zur höheren Schule überzugehen. Das bedeute keine Etandesschule. Die Begabung mache leinen Unterschied zwischen arm und reich. Demokratischer Schematismus sei hier nicht angebracht. Abg. Dr. Runkel (Dt. Dpt.) erklärt, die Deutsche Dolkspartei stehe durchaus auf dem Boden der Grundschule. Der Redner tritt gleichzeitig dafür ein, daß die Möglichkeit geschaffen werde, die Grundschule auch in drei Jahren zu absolvieren. Vier Jahre lang begabte Kinder in der Grundschule festzuhalten, bedeute eine Versündigung an der Seele dieser Kinder. Die Entscheidung ober die ääeberführung in die höhere Schule werde ja nicht von den Portemonnaiebe- sitzern, sondern vom Lehrerkollegium getroffen. Darum werde der Gewinn eines Schuljahres auch der Arbeiterklasse Ruhen bringen. Staatssekretär Schulz betont, daß man über alle diese Fragen erst mit den Ländern in Verbindung treten müsse. Außerdem werde sich zur Kontrollfrage auch der F i n a n z Minister zu äußern haben. Abg. Frau Lang - Brumann (Bayr. Vp.) erklärt, Bayern wolle die alte Vorschule nicht mehr und trete für Beibehaltung der vierjährigen Grundschule, ein. Abg. Dr. Götz (Dem.) hält ein Rahmengesetz für notwendig, um ein Zersplittern des Schulwesens zu vermeiden. Die Schulhoheit der Länder werde dabei nicht angetastet werden. Wenn den Ländern höhere Schullasten aufgebürdet würden, müßte das Reich dafür aufkommen. Auf der Grundschule lasse sich die Begabung der Kinder noch nicht übersehen. Der Redner fordert Schaffung eines Lehrplans, der eine a b g e s ch l o s - selie Bildung jür einen praktischen Beruf ermöglicht. Abg. Rheinländer (Ztr.) fordert, daß ein einheitlicher Dildungsgedanke bas ganze Schulwesen vom Kindergärten bis zur älniversität durchbringe. Ob die Grundschule mit drei oder vier Jahren auf die Dauer betrieben werde, müsse die Erfahrung lehren. Vom Standpunkt der religiösen Erziehung würde die Auflösung oder Differenzierung der Grundschule zugunsten begabter Kinder nur die Aufgabe der konfessionellen Schule sein. Dazu könne das Zentrum seine Hand nicht bieten. An der neunjährigen höheren Schule sollte man vorläufig nicht rütteln. Der Redner fordert, daß die Regierung auf dem Gebiete der Schulreform mehr Initiative entwickle. Abg. H ö r n l e (Komm.) fordert Herabsetzung der Klassenfrequenz und Verbesserung der Lehrmethode. Schulpolitik und Weltanschauung seien nicht zu trennen. Sämtliche Anträge werden darauf dem Dil° durrgsausschuh überwiesen. Das Haus vertagt sich auf Montag: Haushalt des Derkehrsministeciums. Der Tschekaprozetz. Der Mordanfchlag ans General von Seeckt. — Die Ermordung des Rausch. Leipzig, 14. Febr. (T. 11.) In der heutigen Sitzung des Tschekaprozesses wurde die Vernehmung des Angeklagten Reumann fortgesetzt. Zunächst gelangt ein Artikel Sinowjews gut Verlesung, der den deutschen Funktionären der Kommunistischen Partei zugesandt worden ist. General von Seeckt wird darin als die größte Gefahr für die deutsche Republik und das revolutionäre Proletariat bezeichnet, während Hitler, Wulle und Genossen als lächerliche, kleinbürgerliche Staatsmacher abgetan werden. S e e ck t, Ebert und Roste seien nur Spielarten des Faszismus. Ebert könne ohne Seeckts Duldung nicht einen einzigen Tag im Amt bleiben. Dev Vorsitzende richtet dann an Reumann die Frage, ob es richtig sei, daß nach dem Scheitern des ersten Mordplanes er versucht habe, den General von Seeckt im Tattersall zu erschießen. Reumal gibt an, daß er wohl einmal im Tattersall gewesen sei, daß aber dann die weitere Beobachtung des Tattersalls aufgeaeben wurde. M a r g i e s habe zunächst vorgeschlagen, Seeckt mit einer Bombe zu erledigen. Margies habe eine Bombe fertiggestellt, die auf einer Kanalwiese bei Tempelhof probiert wurde und eine heftige Explosion hervorrief. Auf Weitere Fragen sagt der Angeklagte aus, daß er mit dem Adjutanten des Generals v-n Seeckt gesprochen habe, wo er sich als Berichterstatter von Schweizer Blättern ausgab. Ursprünglich habe er die Absicht gehabt. Seeckt im Ministerium zu töten. Er erfuhr dann, daß Seeckt nach Weimar gefahren war und lieh bei seiner Rückkehr den Q', h.lter Bahnhof überwachen. Man kam aber zu spät. Auf eine Frage der Verteidigung, daß doch auch die anderen Teilnehmer Pistolen hatten und schießen konnten, erklärt der Angeklagte, daß er für alle Fälle angeordnet hatte, daß die übrigen sich nach ihm richten sollten, also warten mußten, bis er die Pistole zum ersten Schuß zog. Im weiteren Verlauf des Prozesses wurde -auf d i e Ermordung des Friseurs Rausch eingegangen. Der Angeklagte Reu- m a n n erklärte, daß er den Auftrag zur Erledigung des Rausch erhalten habe. Er hal>e noch acht Tage Frist zur Prüfung der Verfehlungen des Rausch gehabt, und während dieser Zeit feslgestellt, daß Rausch tatsächlich als P o l i- z e i s v i h e l gegen die Partei arbeitete. 3m nächsten Moment seren ihm aber Bedenken gekommen. Um der eigenen Sicher heil teilten mußte Rausch dann aber sofort gelötet werden. In der Rachmittagssihung gibt der Angeklagte Reumann eine eingehende Darstellung der Ermordung des Rausch. Er erklärte mit großer Erregung, daß er die Pistole, mit der er Rausch erschossen, so gehalten habe, daß er annehmen konnte, daß edle Körperteile nicht verletzt würden. Ohne daß er es gewollt habe, sei beim Senken der Pistote ein zweiter Schuß gefal.en, der tie'er gesessen haben müsse. Die ihm zur Last gelegten gefühlsrohen Aeuherungen nach der Tat bestreitet Reumann. Ebenso bestreitet er, gewußt zu haben, daß ein Schuß in den Unterleib tödlich sein müßte, vielmehr habe er angenommen, daß eine Verwundung zwischen Leib und Schenkel nicht tödlich sein könnte. Er habe mit Bedacht so gezielt, daß nach seiner Ansicht Därme nicht getroffen werden konnten. Ferner habe er statt der großkalibrigen Militärpistole eine klein k a l i b r i g e Walter-Pistole benutzt, die nach feiner Ansicht feine sehr gefährlichen Wunden verursache. Die den am Mord Beteiligten zugedachte Prämie habe er abgelehnt. Ferner habe er. da Rausch nicht gleich tot gewesen fei, erklärt, daß er ein zweites Mül die Sache nicht machen "würde. 136 Gpftr derGrudenkataftrophe Dortmund, 14. Siebt. (T. 11.) Entgegen allen anderslautenden Meldungen erfährt die Telegraphenunion von amtlicher Seite, daß bei dem Anglück 136 Bergleute ums Leben gekommen sind. Davon sind bis zur Stunde 12 9 geborgen, während 1 noch nicht freigemacht werden konnten. Die Bergungsarbeiten gestalten sich äußer st schwierig, so daß noch nicht gesagt werden kann, wann die noch fehlenden Leichen zutage geschafft werden. Anläßlich der aus allen Teilen Deutschlands und dem Ausland eingelaufenen zahlreichen Beileidstelegramme und Geldspenden erläßt die Zechenverwaltung in ihrem und im Ramen der Belegschaft folgende Danksagung: Bon Staatsbehörden, Kreisen, Gemeinden und aus allen Teilen Deutschlands sind bei uns zahlreiche Beileidskundgebungen anläßlich des Grubenunglücks auf unserer Zeche „Minister Stein" eingelaufen; ebenso wurden in freundlicher Weise Geldspenden zur Linderung der Rot der Hinterbliebenen zur Verfügung gestellt, deren Höhe noch bekanntgegeben wird. Wir sprechen allen diesen Behörden und Personen schon jetzt herzlichen Dank, zugleich im Ramen der Belegschaft und der Hinterbliebenen aus. Die gestifteten Summen werden uns unsere selbstverständliche Ehrenpflicht, für die Hinterbliebenen zu sorgen, wesentlich erleichtern. Die Teilnahme des Auslandes. Berlin, 14. Febr. (WB.) Der Reichspräsident empfing den französischen Botschafter deMargerie, der anläßlich des Dortmunder Grubenunglücks das Beileid des französischen Präsidenten aussprach. Auch der russische Botschafter hat dem Reichspräsidenten seine Teilnahme ausgedrückt. Der o e st e r-- reichische Bundeskanzler Ramek hat ein Beileidstelegramm an den Reichskanzler gerichtet. Auch die Gesandten der Schweiz, Finnlands und Belgiens sowie der spanische und litauische Geschäftsträger haben dem Auswärtigen Amt das Beileid ihrer Regierungen ausg:sprochen. König Doris von Bulgarien lic ßdem deutschen Gesandten in Sofia seine Teilnahme bekunden. Das Beileid der hePschen Regierung. Darmstadt, 14. Febr. (Eigener Bericht.) Staatspräsident Ulrich Hal an den Oberbürgermeister von Dortmund nach Bekanntwerden des Bergwerksunglücks folgendes Telegramm gerichtet: „Hessische Regierung nimmt an dem furchtbaren Unglück auf Zeche „Minister Stein" den wärmsten Anteil. Ditte übermitteln Sie Angehörigen der Opfer herzlichste Anteilnahme an ihrem schwersten Geschick." Die serbischen Wahlen. Der Wahlterror der Regierung. D e l g r a d , 15. Febr. In der heute aus- gegebenen Erklärung des oppositionellen Blocks wird festgestellt, daß die Wahlen in einer Weise vorbereitet wurden, daß der Regierung unter allen Umständen die Mehrheit gesichert werden mühte. An die Stelle des Präsidenten der Wahlkommission wurden vielfach nicht befugte Personen, selbst Amtsdiener, gesetzt. Die Urnenhüter wurden verhaftet und viele Wähler durch Waffengewalt an der Ausübung ihres Stimm rechts verhindert. Trotzdem hätte die Regierung keine Mehrheit erhalten, wenn man nicht nach den Wahlen zu einem S t i m m e n d ie b st a h l geschritten wäre, indem die Wahlkugeln aus den Urnen der Oppositionsparteien in Urnen der Regierungsparteien umgeleert worden seien. Am Wahltage selbst sei die Armee zu einem entwürdigenden Terror dien st herangezogen worden. Um der Verantwortung zu entgehen, klagt die Regierung jetzt die Opposition an, daß sie die Revolution vorbereite, weshalb die Regierung weitere Gewaltrnahnahmen ergreifen müsse. Deshalb richteten die oppositionellen Parteiführer an die oppositionellen Wähler einen Appell, auch weiterhin ruhig zu bleiben, um das Recht des Volkes auf legalem Wege erkämpfen zu können. Für Gewaltakte würden nicht nur diejenigen staatlichen Faktoren die Verantwortung zu tragen haben, welche den Terror ausgeübt hätten, sondern auch die, die ihn zuliehen. In dem Banater Dorfe Paratnh kam es zwischen der serbischen und der deutschen Bevölkerung nach den Wahlen zu einem blutigen Zusammenstoß, in dessen Verlauf 8 Personen schwer und viele leicht verletzt wurden. Kleine politische Nachrichten. Aach zehnjähriger Pause tagte gestern im Berliner Großen Schauspielhaus zum erstenmal wieder der vom Reichsbund der Kommunalbeamten und - angestellten Deutschlands einberufene Gemeindebeamtentag, der zu einer Kundgebung gegen die Verlängerung des Desoldungssperr- g e s e tz c s rouroc. Alle Redner und auch eine einstimmia angenommene Entschließung sprachen sich für Aufhebung des Desoldungssperrgese._>es aus. Zahlreiche Qtericeier des Reichstags und des Landtags wohnten der Veranstaltung bei. Die Berliner Kommunisten veranstalteten in Potsdam und Rowawes Deuwnstrationszüge. In Rowawes kam es zu Zusammen stoßen zwischen Demonstranten und dec Polizei. Auf beiden Seiten waren Verletzungen zu verzeichnen. * Die Firma Gebr. Himmelsbach A.-G. beabsichtigt, gegen das in ihrem Prozeh gegen den Herausgeber des „Holzmarktes", Otto Fe r n b ach , ergangene Urteil Berufung einzulegen. Bei der Eröffnung des südafrikanischen Parlaments teilte der Ministerpräsident mit, daß so bald wie möglich eine Gesetzesvorlage eingebracht würde, wonach in dem ehemaligen Deu tsch-Südwestafrika eine selb- ständige Verwaltung eingerichtet werden soll. * Am Samstag ist im Auswärtigen Amt von dem siamesischen Gesandten in Kopenhagen, Prinzen Dipulha, der deutsch-siamesische Wirtschaftsvertrag unterzeichnet worden. Der tschechische Minister für auswärtige Angelegenheiten hat den Gesandten Dr. Kamil K r o f t a mit der Leitung der Gesandtschaft der tschechoslowakischen Republik in Berlin beauftragt. Der Direktor der Sofiaer Zeitung „Slovo" Professor Rikolas M i l e s f, ein der Regierungsmehrheit angehörender Abgeordneter, wurde auf der Straße in Sofia von drei Personen ermordet, die aus nächster Rähe Revoloerschüsse auf ihn abgaben. Die Mörder sind noch nicht verhaftet worden. Man nimmt an, daß es sich um Bolschewisten handelt, da Mileff einen offenen Feldzug gegen die Bolschewisten führte. Aus aller Welt. Erdrutsch am Walchensee. Durch die Anlage des Walchensee-> werkeS ist der Walchensee zu einem natürlichen Stausee geworden. Wenn auch die geschaffenen Zuflüsse im allgemeinen genügen, so muh in feuchtigkeitsarmen Jahreszeiten wie in diesem Winter der Mehrverbrauch doch aus dem See selbst gedeckt werden. Daher hat der Wasserspiegel des Sees sich gesenkt und die schlammigen Steilufer sind durch Abrusch in Bewegung geraten. Der bisherige Rückgang des Wasserstandes beträgt 2l/2 Meter unter die niedrigste frühere Messung. Mit Gefahren verbunden ist nur das Betreten der schlammigen Böschung am Südufer. Die Erdrutsche sind keine Ueberraschungen, sie treten bei allen derartigen Anlagen auf, ein Sinken des Wasserstandes bis zu fünf Meter ist von vornherein als möglich angesehen worden. Schwere Sturmschäden In Bayern. München, 16. Febr. (TU.) Gestern hat in München und im Bayrischen Wald ein Föhn getobt, der zahlreiche Unfälle und großen Schaden verursacht hat. In München wurden zahlreiche Personen durch yerab- fallende Gegenstände verletzt. Im Bayrischen Wald sind Zehntausende von Quadratmetern niedergerissen, Telegraphen, Telephon- und Lichtleitungen zerstört und zahlreiche Häuser abgedeckt wor.den. Die Straßen wurden zum Teil vollständig unwegbar gemacht. Besonders groß ist der Schaden im Gebiete des Walchen- und des Eibsees. Schwere Anwetter in der Schweiz. Am Samstag und Sonntag haben die Südost st ü r m e in den verschiedenen Gegenden der Schweiz, besonders in Kanton Appenzell, erhebliche Verwüstungen angerichtet. In der Umgebung des Ortes Appenzell wurden zwei Dächer vom Sturme fortgetragen. Kamine stürzten ein, und Feldbäume wurden in großer Zahl entwurzelt. Aus dem Kanton Tessin werden sintflutartige Regenfälle, begleitet von außerordentlich heftigen Gewittern und Hagelschlägen gemeldet. Schneeverwehungen auf der Gotthardbahn. In der Rächt vom Samstag zum Sonntag wurde nach starken Schneefällen die Gotthardbahn zwischen Ambri und Airolo durch eine Lawine in einer Länge von hundert Meter verschüttet. Die Verkehrsunterbrechung dürfte am Sonntagmittag 2 Uhr behoben worden sein. Zwei Züge vom Sturm umgewörfen. Der vor zwei Tagen eingetretene Föhn entwickelte sich zu einem außerordentlich heftigen Sturm, der an verschiedenen Gebäuden Schaden anrichtete. Ein Personenzug der Ltelz- kammergut-Lokalbahn wurde vom Sturm erfaßt und aus dem Gleise geworfen. Mehrere Wagen stürzten die Böschung hinunter. Dabei wurde ein Schaffner getötet und mehrere Eisenbahnangestcllte und 15 Passagiere leicht verletzt. Ein an die Unfallstelle abgegangener H i l f s z u g mit Aerzten usw. wurde ebenfalls vom Sturm erfaßt und umgeworfen. Verletzt wurde dabei niemand. Die Telephon- und Telegraphenverbindungen sind gestört. Dom Tanz in den Tod. Der 22jährige Kellner Franz K i a k o w s k i in Mannheim wurde, als er sich mit einigen Freunden von einem Maskenball mit einem Lastauto nach Ludwigshafen begeben wollte, an der Rheinbrücke aus dem Lastauto her - ausgq»schleudert und fiel so unglücklich, daß er t o t liegen blieb. Wettervoraussage. Schwächer bewölkt und kälter, meist trocken. Das Zentrum des irischen Tiefs hat sich unter Abschwächungen nach Südskandinavien verlagert. In seinem Rücken ist in Frankreich und England der Druck stark angestiegen. Auch unser Bezirk dürfte morgen auf die Rückseite der Störungen kommen und die Regenneigung und Trübung nachlassen. | Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Februar 1925. Unser neuer Roman. Als neuen Vornan bringen wir unseren Leserinnen und Lesern ein Werl von Alfred- Bock, dem fein empfindenden Schildercr des Hessenvvlkes und Hessenlandes. In den „Ober- Wäldern" schildert der Dichter, eingesponnen in Liebe und Haß, Glauben und Aberglauben die Geschicke eines jungen Paares, das jung und stark neben einem alten, stolzen Geschlecht seinen Weg zu gehen gewillt ist. Derb und wuchtig, wie diese Menschen, fallen auch die Ereignisse. Dis schließlich der Dichter aus dem dumpfem von Leidenschaften durchwühlten Kreis dieser eingesessenen Dauern uns hinausführt in die damv- fenden Ackerfurchen mit ihrem lebendigen Obern, der unbesiegbaren Kraft der treuen, mütterlichen Erde. Die Deutsche Nothilfe ruft in unserem heutigen Anzeigenteil zu S p e n * den für die Hinterbliebenen der auf Trübe „Mknister Stein" bei Dortmund verunglückten Bergleute auf. Gaben werden in unserer Stadt beim städtischen Wohlfahrtsamt und bei der MitteldeutsHen Gre- bitbant angenommen. Möge der Ausruf überall Beachtung finden und rege Hilfeleistung auslösen. * ** Kreisdirektor Dr. Merck. Ernannt wurde der Oberrcgierungsrat bei dei Provinzialdirektion Ooerhessen zu Gießen, Dr. Ernst Merck, mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an zum Kreisdirektor des Kreises Groß-Gerau. Kreisdirektor Dr Merck hatte am 15. Oktober v. Is. als Ober- regierungsral die Amtsgeschäfte des in den Ruhe- ftcmd versetzten Oberregierungsrats Weicker bei der hiesigen Provinzialdirektion und dem Kreisamt Gießen übernommen. ** Ernennungen im Schuldienst. Ernannt wurden die Schulamtsanwärter Georg Josef Kern aus Hainstadt, Kreis Offenbach, zum Reallehrer an der Taubstummenanstalt zu Friedberg: Erich Musch ke aus Mainz zum Lehrer an der Volksschule zu Vilbel, Kreis Friedberg: Ernst Röschen aus Friedberg- Fauerbach zum Lehrer an der Volksschule zu Salz (Kreis Lauterbach): Heinrich Fink aus Dorheim (Kreis Friedberg) zum Lehrer an der Vorschule zu Schwalheim (Kreis Friedberg): Heinrich Graulich aus Hattenrod (Kreis Gießen) zum Lehrer an der Volksschule zu Rödgen (Kreis Friedberg): August Simon aus Rieder- Rosbach (Kreis Friedberg) zum Lehrer an der Volksschule zu Rieder-Eschbach (Kreis Friedberg: Heinrich Walther aus Friedberg-Fauerbach (Kreis Friedberg): zum Lehrer an der Volksschule zu Rieder - Eschbach (Kreis Friedberg): zum Lehrer an der Volksschule zu Rieder- Eschbach (Kreis Friedberg): Heinrich Müller aus Schadenbach (Kreis Alsfeld) zum Lehrer an der Volksschule zu Eschenrod (Kreis Schotten): die Lehrer Richard Müller zu Walldorf (Kreis Groß-Gerau) und Jakob Rull- mann zu Durg-Gräsenrode (Kreis Friedberg) zu Lehrern an der Volksschule zu Bad-Rauheim. ** Der Brandversicherungsbeitrag für 192 4. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft gibt bekannt: Wie wir erfahren, gelangen zur Zeit die Anforderungszettel übe» den Dranoversicherungsbeitrag für das Kalenderjahr 1924 zur Ausgabe. Da in den Monaten Januar, Februar und März 1924 die Betriebskosten in dem Mietsatz nicht enthalten, sondern umzulegen waren, sind die Vermieter berechtigt, den auf die einzelnen Mieter entfallenden Anteil an dem Drandversicherungsbeitrag für das erste Kalendervierteljahr von diesen noch zu erheben. Für das zweite bis vierte Kasendervierteljahr darf der Brandversicherungsbeitrag den Mieterr nicht in Rechnung gestellt werden. Hessische S ch u l st a t i st i k. Die im Jahre 1910 von dem Hessischen Landeslehrerverein herausgegebene „Schulstatistik", ein Auskunstsbuch über die Orts- und Schulverhältnisse sämtlicher hessischer Gemeinden, ist infolge der großen Veränderungen in unserem Schulwesen, jetzt gänzlich veraltet. Damit dieses unentbehrliche Hilfsbuch, das auch im heimatkundlichen Anterricht wichtige Fingerzeige gibt, in zeitgemäßer Bedeutung der Schule erhalten bleibt, wird es zur Zeit unter Mitwirkung der hessischen Lehrerschaft neu bearbeitet. Die wirtschaftlichen, kirchlichen, schulischen und sonstigen Verhältnisse einer jeden hessischen Gemeinde finden darin besondere Würdigung. -s- D i e Vertreter Versammlung des Hess. Landeslehrervereins fin'et am 18. April in Bad-Rauheim statt. Der seitherige Vorsitzende, Schulrat Bach zu Darmstadt, beabsichtigt, sein Amt dabei niederzulegen und lehnt eine Wiederwahl ab. ** Zur Freigabe deutschen Eigentums in den britischen Kolonien u n bl Protektoraten sowie in den unter briti»: scher Mandatsverwaltung stehenden ehemals deutschen Kolonien ist noch auf folgendes hinzu- weisen: Die bisher bekanntgegebenen Grundsätze finden auf die britischen Dominons mit Selbstverwaltung, auf Indien und Aegypten, keine Anwendung. Australien erklärte, daß es nicht die Absicht habe, dem Vorgehen der britischen Regierung zu folgen unb in besonderen Fällen deutsches Eigentum freizugeben. C a n a d a läßt nach den neueren Rachrichten Freigaben nur noch für britisch geborene Frauen von Deutschen und für solche Deutsche zu, die weiter ihren Wohnsitz in Canada haben. Reuseeland verfährt ebenso wie Canada. Freigabeanträge für Canada und Reuseeland, gerichtet an den High Comissioner for Canada bzw. Rew-Zealand in London, können zur Weiterleitung an den Vertreter des Reichsausgleichsamtes beim britischen Ausgleichsamt, Regierungsrat v. Friedberg, „Cornwall House", Stamford Street, London S. E, übersandt werden. Die Stellungnahme Indiens zu der Frage der Freigabe liegt noch nicht vor. Deutsche Staatsangehörige, die bis Kriegsausbruch in Aegypten ansässig waren und sich in Rot befinden, können sich mit einem Fceigave- antrag an den Custodian of Enemy Property in Cairo toenben. ** Auftrieb at:f dem heutigen Frankfurter Schlacht oiehmarkt: 420 Ochsen, 39 Bullen, 845 Färsen und Kühe, 286 Kälber, 267 Schafe, 3060 Schweine. Gerichtssaal Magst en | Morgen Dienstagabend €€€K^IN€ Schokoladen - Handels-Zeitung, Tageszeitung für Berlin [Vermietungen | unter 1631D an den (?berftrafoe 5 v «AgyJtjKma «Hefe «n». erb UWU Vertreter V* I VVr V die in Glesien und Umaebunr, bei Hr HALLE (SAALE) erbeten. Teilzahlung gestaltet. Garantiert 01*71 Telephon 924 Mühlstrage 33 DESHALB DER BILLIGSTE UND ZUGLEICH DER FEJNSTE TEE IM VERBRAUCH beifällig lebhafte. Badische Drezelfabrik Gebr. Lulay Heidelberg. fiofterftr. 3fr Alle Lastfahrten und Möbeltransporte mit gedecktem 4-Tonnen-Lastzug und Anhänger sowie mit l-To.-Lieferwagen nach jeder Entfernung führt werden. An sämtliche Vorträge. die sehr ausgenommen wurden, schloß sich eine ergiebige Aussprache an. Wlrwollen den Mignon-Freunden widmen: Eine Sammlung neuer Rezepte förTorten, Puddings, Krems u»w. hergestellt mit QualltSts-Kakao Diebesten uns hierzu bis zum20. 3.25 gemachten 200 Vorschläge (auf dem Umschlag mit,,Rezept“ bezeichnet) werden wir mit Je 20 Einviertel-Pfund-Packungen Winterkur für Nervenkranke und Erholungsbedürftige lirkens Bolhelm e.Taunus belWiesbaiL die in Giefren und Umaebunn be- HolelS» Restaurants. Teltfa-eftenflefcbafien, Bäckereien, Konditoreien bauens rin- aefübri find, können fttb eine feite Eristen» gründen durch den Berkaus unterer be= liebten kleinen Ealzbrezeln lFreiburaer Art». Hobe Provision. 1642V stelle von einer an sich uertoirtlcn Gefängnis strafe von 1 Woche. Der Arntsanwalt hatte 70 Mk. Geldstrafe beantragt — Unter der Anklage, im November und Dezember v. 2. unberechtigt gemeinschaftlich mit einer Fuchsfalle gc- jagt zu fraben, haben sich die Gebrüder D. von hier zu verantworten. Ferner wird ihnen auer Angebote am II. März, norm. 10 Uhr im Amts- gebäude Liebigstr.23. Iuschlagsfrist drei Wochen. 1628id Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft. Eisenbahn - Betriebsamt 2 Dietzen. Dr. Unblutig wird häufig auf» Und gerufen, denn auch dort gedeihen die Hühneraugen und andere Fußübel. Eines Tages begegnet ei einem Bauernknechte, der eine Kuh führt .Wo wollt Ihr beiden denn hm?" fragt Di Unblutig .Das geht den Dritten gar nichts an", antwortet det Bauet mehr schlagfertig als liebenswürdig Er wird erst zugänglich, als sich Dr Unblutig erkundigt, woher es denn beauftragt, ihm aus der Stadt Kukirol mitzubringen, von dem er schon 50 viel Gutes gelesen habe. Die dumme Ziege habe ihm aber Irgend ein nichtsnutziges Zeug mitgebracht, das habe er aufgelegt, und aeft 3 Tagen laufe er nun mit diesem Fuße herum, der so geschwollen Ist. wie ein neues M d R am Tage naca seiner Wahl und so empfindlich, wie eine alte Erbtante zu ihrem Geburtstage Ja. guter Mann" sagt Dr Unblutig, .zunächst werfen Sie erst einmal dieses Zeug, das Ihnen solche Schmerzen verursacht, Ins Feuer Oder, wenn Ihnen Ihr Schatz untreu wird, weil Sie nicht mit zu Tanze gehen können, so pappen Sie es Ihr auf den Mund Sie bekommt dann Lippen, daß man Pfannkuchen darauf backen könnte und muß dann ebenfalls zn Hause bleiben. Nun aber erst einmal heule abend ein Kuklrol-Fußbad. Die Entzündung wird sich legen, und die Hühneraugen werden auch nicht mehr schmerzen Sie haben dann auch keinen Fußschweiß mehr Die Füße werden nicht mehr wund und brennen nicht, sondern fühlen sich warm und trocken nn. statt kalt und feucht. Dann legen Sie auf die Hühneraugen das ärztlich empfohlene, millionenfach bewährte Kukirol-Hühneraugenpflaster In 3 Tagen sind Sie Ihre Hühneraugen los, ohne Entzündung und ohne Schmerzen. Und jeden Morgen tun Sie etwas Kukirol-Streupuder aut Ihre Füße, in Ihre Schuhe und Strümpfe. Sie werden dann laufen, wie eine Biene, Sie werden beim Tanzen so elegant dahinschweben, wie ein Kavalier aus B»rl n W und Ihre Füße werden nicht mehr so landwirtschaftlich riechen, wie sie e< fetzt jeden Abend tun, weil es nämlich Schweißfüße allererster Qualität sind Diese ganze Kukirolkur kostet nur 2 Mark. Schärfen Sie aber der Botenfrau ein. daß sie in der Apotheke oder Fachdrogerie die echten Kuklrol-Präparate verlang, und auf die Schutzmarke .Hahnenkopf mit Fuß" achtet. Das Kuklrol-Fußbad können Sie übrigens schon für 30 Pfg. haben, wenn Sie die einfache Packung verlangen. Die Doppel-Packung kostet 50 Pfg." Unsere, unter ärztlicher Leitung stehende. Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle die Fußpflege und Fußleiden betreffenden Fragen. Außerdem senden wir Ihnen auf Verlangen eine lehrreiche Druckschrift über die Notwendigkeit der Fußpflege. Holzversteigerung. Donnerstag, den 19. Februar, von vormittags lOLlhr an, sollen in demMark- v>ald Bettenhausen versteigert werden: Scheit Rm.: Buche 30,Eiche 2. Knüppel Rm.: Buche 66, Siche 96, Kiefer 12. Reisig Rm.: Eiche 117, Kiefer und Fichte 70, Buche 48, Weichholz 72.Stöcke Rm.: Eiche 15, Kiefer und Fichte 8. Zusammenkunft an der Waldecke der Straße Bettenhausen-Muschenheim. Samstag, den 21. Februar, von vormittags 10 IHjran: Stämme: Siche 3.Kl. 1 St. = 1,06 Fstm.. 4. Kl 196t. = 10,45 Fstm. 5. Kl. 37 St. = 14,91 Fstm., 6. Kl. 85 St. 13,64Fstm. Fichte: 5,-Kl.6St-3,61 Fstm. 5d-Kl. 55 St. = 14,86 Fstm. Kiefer: 3. Kl. 4 St. --- 2,79 Fstm., 4. Kl. 5 St.--2,20Fstm. 5. Kl. 2 St. = 0,49 Fstm. Lärche: 6. Kl. 14 St. = 1,86 Fstm. Derbstange: Eiche und Buche: 13 St. = 0,50 Fstm. Fichte: 158 S. — 7,35 Fstm. Bohnenstangen: 230 St. Rutzreisig 59 Rm. Zusammenkunft bei der Lache. Bettenhausen, den 15. Februar 1925. Der Markvorsteher Roth._________1648 0 Gäste wlllk^iH;! | ^n^erL Der Vorstand. Uiiioerlitüts- MMM. Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen w,a Fürstenberg-Brän Gert Unser Junge ist angekommen! Vruösachen aller Ack stattung stilrein un^preiswert die vriihl'scke Universitäts vnick-rel. R. Lange, Gietzen. Schulstr. 7. Mesches Gelbhaser frühreif, vorzüglich keimend, gibt ab C. Voct I. Qm»Siro« 01424 Z ab 12. im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, zu sehen ist. Kein Mitglied sollte versäumen diesen Film zusehen.Außerdem empfehle jeder- man sich diesen Film anzusehen, wieviel Menschen da ihr Brot verdienen. 164715 Der Vorstand. nadmkstclle O14O4 tomnn. daß e,':n"einem6rlite'biduBVehl"unä »,fum do. Fuß so geschwollen TBnflfnrffr 15 1»' Der Bauer macht seinem Unmute die bitterste Luft Er habe die Botenfrau wuiiiums. xo .... a., ci.elf ,.iarr>i mitriihrlnven. von dem ei schon ro viel IStellengesuche] Suche für meinen Sohn, 16 Zähre alt, mit gutem Zeugnis, welcher V/oÖabr als Volontär mit Büroarbeiten beschäftigt ivar, Stellung, m d. Frifeurbandwerk zu erlernen. 1620D Karl Repp, Schotten. Theater-Lase „Ernsttudwig" iiiiiHiiiirfniTniiiTH'nrniiiiiiriwiniiiiiiiuiiiiiiiii.iiiiJiniiiiiiiiiiiihiiii Dienstag, den 17, Februar 1925, ab 8 Uhr: WrteralWM WckÄ ohne Eiseueinlage empfiehlt 01410 II. Petri. Kupierschtuiederei und Berzinnerei Wetzstetnitrake 42. 40ÖÖ Mk. 1 Hyv., aut reelleö Geschäftshaus, Wert {0 000 Mk., bei 127a JabreszlnS und 5'7, Prov. ges. Sichere Anlage. Schriftliche Angeb. unter 01402 a. d. (Wei;. Anz. erb Ghfl korrem RtrnnEF. SPRACHJ a. Handelbfacher. Anmeld ^na täglich 3rau Gullao Gefferk. WeiuguiSbenizer. Nierstein a. Nb. CrbcntL, tiichttgeö MM das auch kochen kann, wird sam baldigen Eintritt griu dt. lä<)4D Stau Sflula Slstlllvarü, Celtersweg 4 41. SderhesWes Soröroorenbous Schnlstraße neben d. Stadlpost. Israelit. F» ■ GieOen. Generalversammlung Dienstag, o. 17.3ehr., Qflöjmirtßfls 4 Uhr, g|Q9iet(tunöen ges.Schr.Ana. m Br. u. 01412 a. d. G. Auz. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichstr. 5 21. April und 4. Mai Beginn neuer Kurse. gesucht für Gemüse n. Blumen. i6i4v ScheidhaneriGiessing Mainzlar. Frärtlem in Schreibmaschine und sonst. Bureau- arbeiten erfahren, möglichst nicht unter 25 a., zur Beaus- nchtigung unserer Lesehalle ver foiort gesucht. Schriitl. ?in- nebo:e an Herso, DMitelb. Anuonceu- Ervediiion. !l(tüGh Mill s. sofort gesucht. Gntenbcrgstr. 25 v. 6hit empfohlenes, tüchtiges 1 Natur- VoHeis unglasiert u. unvo- ltert, vollweriii und gesund. Viel nabr- basternlSderglän- senbe Reis. 1 Pfund 45 Pf. Reformhaus Krcnzvlatz 5. Tüchtige o"t. Büglerin empfiehlt sich in und K# I Ion 3 Dis 2ioma ®8. Forts Äir l/? nut C Ätz pierener des Bieler wiesen hab« Krieg unc kurieren, p flehende a Dechselvls wirlschasch auf die 2 man will, l Tatsache, c grundsählic politisch lassen: mit muffen mch dern durch tadellose G mit der schaftlick meistert Auf bei man sich ljfiien für d Dohnunj Ich möchte l linien" keine verschafft, dc Las Aiietr« ein ein^itV Deichszentr lehten zcör rungsbehm unterstellet hätte, es : datz etw man ja r kommun sonders in raum l> .schafft" d stelle mit Stellen. 1 Statistiken leiten. Cffi iuriffer tif; so 6c 'Bctradßung Praktischen । fuMifch hinterz Die erftell nur mit lKreditbeft weitestgehf gelöst wer Dickung Verhältnis und in dr Juristen die auf de lehten Cn Ein 1 «ngedeute mutz, ist d strafrel Spielack Delikte d Vekämpsu Illusion A Ihre ihres ®c ^bte rasch teten sich .. ..®erf n-cht. . .» und -0 @ott, t B!am 5 o,l 2nntt " i« Xnt £ 6u, tot 'ch »och U6 Dem . .Teit» liebst ii w^; -Aein, < 'S ^llen kl ^WitQ v ich D°rs 1638c er 5 7-59 Utjr, 1657D rner )Wn Institut vnsität le ©itjjtn MV i r men’. : ienjinger r 1925 i Wkk 01424, J )föergeiDun|d]itnM ftilrfin unb prtisotfl qt, Sithtn. 5-uIftk. V ' fort.el.uns ,0^' StzS- >«mG‘bu'Ä’i»‘VnS nm»,dlc5 hi Sch>'» “HS d Ihn« M e5 ihi «»'S P«rP„! bid“"^d eben oJI’“ heul'' «!S ,nnen "'«7' -n- le allfiÄ‘Sa^ Kukl'o',P'kfcbF^13(tn’ i D’-$ h.pit.ui'S Lini|Cbe -rt-M -ZK- Nr. 3) Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gveryesten) Montag, fb. Zedruar 1925 Weniger „Recht", mehr „Wirtschaft"! Don AmtSgerichtsrat Dr. Andrae In Ortenberg (Heften). Wir leiden an 'einer Heber tnobuftion von Gesetzen, lieber diese Tatsache selber bestehl wohl nur eine Meinung, nicht aber über ihre Ursachen. Mit eine Ursache ist ohne Zweifel die Auflassung, als sei bev Schwierigkeiten grösste schon behoben, wenn man sich zu der oder jener Regelung einer Materie entschließt. Die Devisen- und Wohnungsgesetzgebung. die zahllosen DerkehrS- und Derbrauchsregelungen und wie viele andere wirtschaftliche Gesetze sind D-ilviele hierfür. Doch scheint bei vielen Juristen der Glaube andie alleinseligmachende Wirkung pa- vierener Anordnungen zu belieben trotz des offensichtlichen Umstandes, dast sich die meisten dieser Massnahmen als Schläge ins Wasser erwiesen haben. Es soll hier, um das gleich vorweg- zunehrnen. kurz daraus hingewiesen vordem. daß es verfehlt ist. Zustände, die ihre Ursachen in Krieg und RachkriegSzeit haben, dadurch zu kurieren, dah man neue Gesetze macht ober be° stehende ändert. Man mag zu der Frage der Wechselwirkung von gesetzliche, Regelung und wirtschastlicher Gestaltung (Einfluß des Rechts auf die Wirtschaft und umgekehrt) stehen wie man will, anher Zweifel steht heute doch wohl die Tatsache, dah wirtschaftliche Fragen sich grundsätzlich nicht juristisch, sondern nur politisch (im weitesten Sinne gefaßt) lösen lassen, mit anderen Wartens die Schwierigkeiten müften nicht durch Gesetzgebung und Iustiz, sondern durch die Derwaltung. nicht durch theoretisch tadellose Gesetze und Verordnungen, sondern mit der Kun st des politisch-wirtschaftlich-praktisch Erreichbaren gern eist er t werden. Auf dem letzten Heidelberger Iuristentag hat man sich darüber unterhalten, welche Richte linien für die zukünftige Gestaltung deS Wohnungsmietrechts aufzustellen sind. 3 möchte der Ansicht sein, dah man mit ..Richtlinien" keinem Wohnungsuchenden eine Wohnung verschafft, dah es herzlich gleichgültig ist. ob man das Mietrecht des VGD. so ober so änbert. dah ein einheitliche- Reichswohnnngsgeseh mit einer Reichszentralstelle (die to eoiclte innerhalb der letzten zebn Iahrel). welcher besondere Ausfüh- rungSbehörden der Länder und Kommunen zu unterstellen wären, gar keinen Sinn und Zweck hätte, es vielmehr allein darauf ankomm 1, dah etwas Positives geschehe, und dah man ja nicht zentralisiere, sondern der kommunalen Selb st Verwaltung - besonders in den Städten — weitesten Spielraum säht Gin tatkräftiger Bürgermeister »schafft" die Sache leichter wie eine Reichszentralstelle mit weih Gott wie vielen untergeordneten Stellen. Behörden und Behördchen, Erhebungen, Statistiken. Berichten und sonstigen Ueberflüssig- f ei bei. Wir brauchen leine Wohnungsjuristerei. sondern eine Wohnungspoli- 1 i k: so betrachtet — und nur bei einer solchen Betrachtung wird man auf den Weg des wirtlich Praktischen gelangen - treten alle Fragen juristischer Ratur völlig in den Hintergrund. Die entscheidende Frage ist: Wie erstellen wir neue Wohnungen? Sie kann nur mit politisch-wirtschaftlichen Maßnahmen (Kreditbeschaffung. Abbau bet Zwangswirtschaft, weitestgehende foinmunaTe Selbstverwaltung ulw ) gelöst werden Diese Maßnahmen sind in ihrer Wiriung abhängig von der Erhaltung stabiler Derhältnisse im Innern - Währungsstabilität — und in der äußeren Politik. Es ist sogar einem Zuristen klar zu machen, wie auch Probleme, die auf den ersten Blick juristische zu sein scheinen, letzten Endes solche der ..hohen" Politik sind. Ein Rechtsgebiet, welches gleichfalls von dem angedeuteten Gesichtspunkt auS betrachtet werben muß. ist das Preistreiberei - und Wucherstr as recht. Gewiß verdient gerade diese Spielart der Ausbeutung anderer, wie sie die Delikte dieser Rechtsgebiete darstellen, schärfste Bekämpfung. Aber man muh auch hier die Illusion begraben, daß die „Verordnung" es schon allein mache. Jeder Kenner weih, dah die praktische Durchführbarkeit von Derfahren. bi« den sog. Leistungswucher betreten, mit nahezu unüberwindlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Hieran kann auch eine Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen gar nicht- ändern Es kommt daraus an. baS liebel an seiner Wurzel zu treffen, nicht barauf. einzelne besonberS frech wuchernde Schößlinge zu beschneiden. Diese .Wurzelbehandlung" ist aber kein juristisches, sondern ein politisches Problem. Der Politiker, nicht der Jurist muh die Mittel auf zeigen und an- wenden, die hier zweck- Herbeiführung der Gesundung erforderlich find. Richt ander- ist die Sachlage in der berühmt- berüchtigten Aufwertung-fra g e. Diele Angelegenheit ist in einer alle Beteiligten auch nur halbwegs befriedigenden Weise überhaupt nicht zu erledigen. Gan; verfehlt ist es — man mag zur Aufwertung selbst stehen, wie man will —. im Wege der Auslegung bestehender Gesetze zu dieser ober jener Lösung zu gelangen. In da- Prokrustesbett deS bisherigen bürgerlichen Rechts lallen sich ganz einzigartig daste- henbe wirtschaftliche Dorgänge, wie sic der Frage- komplcr Inflation — Geldentwertung darstellt, nicht hineinzwängen. Mit InterpretationSkunst- stückchen und gelehrt juristisch aussehenden Darlegungen sind die Schwierigkeiten nicht zu, beheben. An anderer Stelle ist schon vor Iahr «und Tag entgegen der bekannten Ansicht deS Darmstädter OberlandeKgerichtSpräsidenten Dr. Best und des .Bunde- der Geusen" ausgelührt worden, daß dessen formelrechtliche Auffassung unhaltbar ist. Die Verhältnisse haben grundsätzlich gegen die „freien" Aufwertungsfanatiker entschieden. wie die dritte Steuemotverordnung. deren Anordnungen im Einzelnen man durchaus noch nicht alS Ideallösung zu akzeptieren braucht, beweist. Die prominentesten Vertreter der Wirtschaft haben mit Recht erklärt, daß man schon im Interesse des Realkredits wie des Grundstücks- und Kreditverkehrs überhaupt endlich eine flarc. geregelte Situation vorsinden müsse, und daß der Wirrwarr, den ein Hin- und Herschwan- ken der Rechtsprechung auf diesem Gebiete anrichten müßte, unübersehbar wäre. Ie länger je mehr muß man zu der Ueberzeugung gelangen, daß die juristische Betrachtungsweise, auch wenn sie in moralischer Maskierung auftritt, ein untaugliches Mittel ist. Mansolltedochend- lich dazu kommen, in wirtschaftlichen Dingen der wirtschaftlichen Betrachtung den Vortritt zu lassen. Tut man dies dann sieht sich auch das Auswertungsproblem ganz anders an. Richt, toi» man dem einen ober anderen Auswertungsgläubiger zu seinem Geld verhilft, kann die Fragestellung lautem, fonbem: welcher Weg muß gewählt werden, u in einen Ausgleich z u schaffen zwischen den V o l k s k r e i s e n , die infolge der Geldentwertung und des Staatsbankerotts ihr Dermö- genverlorenhaben.unbden Kreisen, die noch heute im Besitz ihrer Sachwerte sind, diese womöglich noch vernt c b r t haben. Sofort zeigt sich, daß hier der Iurist zu schweigen und der Politiker und Staatsmann zu reden hat. Der bcfaimtc Antr a g DernburgzurAufwertungsfrage faßt die Sache von dieser Seite an und trifft damit im Prinzip ohne Zweifel das Richtige 3um Unterschied von den Vorschlägen der verschiedenen Gläubiaerschuhverbände, die sich meist durch eine verblüffende Raivität in der Beurteilung von wirtschaftlichen Dingen auszeichnen. — Diese Beispiele ließen sich unschwer um Dutzende vermehren. Sie beweisen die Rotwen- digkeit einer Umstellung. Wir Iuristen leiden we-bl alle mehr ober minder an einer lieber- schähung des Rechts in dem Sinn, daß wir den erlassenen Gesehen Fähigkeiten zutrauen, die sie oft nicht haben können. Die in unseren Kreisen übliche Auftallung. biß man mit b?m Erlaß papierener Bestimmungen den größten Teil einer zu bewältigenden A'beit schon geschafft habe, widerspricht nur zu häufig den Erfahrungen der Praxis, in welcher sich zeigt, baß es mit einem Wust von Gesehen. Verordnungen. Bekannt- nrachungen. Ve'sugnngen. Erlassen ulw. nicht getan ist. Wir Haden an einem Abbau der (ormalj uriftifchen und einer nachhaltigen Kultivierung einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise alle- Interesse. In diesem Sinn will der Titel dieses Auf'aye- ver- standen sein. Evangelischer Landeskirchenlag ♦ Darmstadt. 14. Februar Beginn der Sitzung 9.30 Uhr. Zur Verhandlung kommt zunächst die Besetzung der Superintendentur Gießen. Abg Dr. W a I g e r -Gießen erstattete den Bericht des 3 Ausschusses. Dieser beantragt, die Superintendentur Oberhessen sofort mit einem Superintendenten im Hauptamt zu besetzen, und daß dieser seinen Wohnsitz in fernem Sprengel nehme. Abg Ausfeld -Gießen beantragt im Flamen deS 1. Ausschusses ebenfalls die sofortige Besetzung der Superintendentur Oberhessen und teilt mit. baß nach Ansicht deS Ausschusses finanzielle Bedenken nicht bestünden. Abg. Dr. A v e m a r i e-Darmstadt tritt für Erledigung der Frage in obigem Sinne ein. Abg. Dr. Müller -Rüssel-Heim wendet sich auS finanziellen Gründen gegen die Besetzung der Superintendentur Oberhessen und bittet um Annahme seine- Antrags, dem Prälaten und dem Superintendenten die einstweilige Mitversehung der Superintendentur Oberhessen zu übertragen. Abg. Deggau -Oberbreidenbach tritt aus volkskommissarischen Gründen für Besetzung ein. Abg. Gustmann -Kircfcherg betont, daß eS der dringende Wunsch der oberhessischen Laien und Geistlichen ist. das Amt des Superintendenten zu besehen. w Prälat D. Dr. Diehl betont, daß fein Amt nach der geistlichen Seite ausbaufähig sei. daß es zu sehr durch Präsidialgeschäfte einseitig bestimmt werde. Abg. Dr. von Hehl weist zurück, dah heute schon ein so wichtiger Punkt der Kirchen- Verfassung wie die Stellung deS Prälaten rückwärts revidiert würde. Abg. Lenz-Lich fordert, daß die geistige Bedeutung des Prälatenpostens gesichert werde. Der Antrag dcS Dekanats Friedberg auf sofortige Desehung der Euperinten- dentur Oberhessen wird mit 36 gegen 11 Stimmen angenommen. Ebenso wirb mit großer Mehrheit angenommen, baß der Superintendent seinen Wohnsitz in seinem »Sprengel nehmen soll. Abg. Kleberger - Darmstadt begründet einen Antrag, dah dem Prälaten die versassungs- mähige Berechtigung gegeben werde, ins Land zu gehen, wann und wohin er auch gerufen werde. Der Antrag wird mit groher Mehrheit (gegen 2 Stimmen) angenommen. Rach weiteren Verhandlungen über die Gehaltsverhältnisse der Kriegsteilnehmer unter den Pfarramtskandidaten wird das Gesetz übet die Abänderung des KirchengesetzeS vom 17. Rovem- ber 1888. die Pfarrer betreffend, in zweit ter Lesung beraten. Um l1/» Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen: nächste Sitzung Montag 10* ? Uhr. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. t Gründer g. 15. Febr. Bei der heutigen Bürgermeister-Stichwahl wurde Karl Georg Iöckel. der Kandidat deS Bauernbundes, mit 653 Stimmen zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt. Der Gegenkandidat, Kaufmann Hermann Magel, erhielt 618 Stimmen. 9 Stimmen waren ungültig. Don 1421 Wahlberechtigten hatten 1280, also 90 Prozent, ihr Stimmrecht ausgeübt. Grünberg war den ganzen Tag über in Aufregung. Schon von morgens früh ging eS sehr lebhaft zu. Wagen fuhren hin und her. um die Wähler zum Stadthaus zu bringen. iDele Auswärtige waren gekommen. um sich den Wahlbetrieb anzusehen. Rachmittags war eine große Menschenmenge auf dem Marktplatz versammelt. Um 6 Uhr. bei Schluß der Wahl, war das Wahllokal dicht gedrängt voll Menschen Rach bet Dekanntaabe des WahlcrgebnisfeS veranstalteten die Wähler einen Fackelzug nach der Wohnung de- neuen Bürgermeister-, dem der Giünberger Mu» fikchor ein Ständchen darbrachte Bürgermeister Iöckel sprach seinen Dank au- und versicherte. daß er stet- für den Frieden und das Wohl der Stadt wirken wolle. Weiter teilte er mit. daß er einen Betrag für ein Krankenhaust isten werde. • Staufenberg, 14. Febr. Bei der heutigen Runhol-versteige rung in unserem Gemeindewald ergaben sich folgende Durchschnittspreise: Eichenstämme 4. und 5. Klasse 60 Mark, Kiefernstämme 4 und 5. Klasse 40 Mark je Festmeter. Eichennuy- scheitcr 30 Mark, Eichennuyknüppel 15 Mark je Raummeter. KreiS Friedberg. 2 Dad-Rauheim. 14. Febr In dem an der Parkstraße grenzenden Teil des Parkes wird eine größere gärtnerische An läge geschaffen, die wesentlich dazu beitragen wird, in daS Grün der Wiesenflächen eine angenehme Abwechslung zu bringen. Bei den Ent- wässerungSanlagen. die zur Zeit ausgeführt werden. stieß man in etwa 1 Meter Tiefe auf vor - geschichtliche Funde. Auf Veranlassung von Dr. Martin, dem eifrigen hiesigen Heimatforscher. wurde alles Scherben.material sofort ge- sammelt Prof Helmke- Gießen, der Denk- malspfleger für Oberheften, hat bereits Kenntnis von dem Funde genommen und an Ort und Stelle die Fundstücke besichtigt. Da neben den Stücken von Töpfen auch tierische Knochen zutage gefördert worden sind, nimmt man am daß eS sich um eine Siedlung aus der La-Tßne-Zeit (etwa 103 v. Ehr^ handelt Mit Interelle wird das Ergebnis der genaueren Untersuchung Pros. Helmkes erwartet. Es ist bekannt, daß die hiesigen Salzguellen schon in vorgeschichtlicher Zeit benutzt worden sind und immer wieder zur Siedlung angezogen haben Gerade aus der angegebenen Zeit sind hier schon zahlreiche Funde gemacht worden. Sf. Friedberg. 14. Febr. In einer sehr stark besuchten Versammlung im Hotel Trapp sprach Geheimrat Best über die dritte Steuemotverordnung und den gegen« toättigen Stand der Aufwertungsfrage. Er berücksichtigtee in seinem Dortrage besonders den Gesetzentwurf, den sein Druder, der bekannte Vorkämpfer in der Aufwertungsfrage und Reichstagsabgeordnete. Ober- landesgerichtspräsident Best, demnächst dem Reichstage vorlegen wirb. Zahlreiche der Anwesenden traten dem „Lande-verbande Hessen des Hypotheken-Gläubiger- und Svarausschufses für das Deutsche Reich" bei. - Wie wir früher bereits berichteten, haben sich die beiden hiesigen höheren Schulen, die Augustiner- und die Schillerschule, zu einer Reihe gemeinsamer Veranstaltungen vereinigt. Zu diesen Veranstaltungen gehörte der Vortrag, den Studicnrat Dr. Rup v c l von der Schillerschule in der Aula der Augustinerschule hielt. ..Aus großer Fahrt nach Sylt" so lautete da- Thema: unterstützt bureb 70 prachtvolle farbige Lichtbilder ftihrte un« dtc Reise durch die Lüneburger Heide und das Marschland nach Hamburg, dann zur See. vorüber an Helgoland, nach der Rordseelnsel Sylt und endete nach einem Desuche von Kiel in Lübeck. Die Reise, die der Redner gemeinsam mit einer Studienanstalt au- Wiesbaden gemacht hat gab ein lebensvolles und interessantes Dild dieser für dic Entwickelung und Zukunft Deutschlands lo wichtigen Gegend. Ärcis Büdingen. A Ridda. 15. Febr. Die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schutze der deutschen Kultur veranstaltete im „Garn- brinus" unter Leitung des Ingenieur- E r t e I einen Filmvortrag, der sich eines recht guten "Besuches erfreute. Der erste Film „Frankreich gegen Europa" z^gte in überzeugender Weise die geschichtliche Entwicklung der Eroberungspolitik unserer westlichen Rachbarn. Der zweite Teil führte .Die Ska- gerrakschlacht" genau so vor. wie diese nach Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zvbeltih. 68. Fortsetzung (Rachdruck verboten.) (Schluß.) Ihre Glieder flogen, über das Kalkweiß Hres Gesichts fuhr eine fliegende Hitze und ebte rasch wieder ab. ihre schlanken Finger knoteten sich ineinander. „Ocrt". sagte sie zitternd. „ich schwieg ja nicht . ." Dann warf sie die Arme auf den Tisch und barg den Kopf in den Armen . . . „O Gott, was quäl ft du mich", schluchzte sie. Er stand auf. . Freye. ich will dich nicht quälen. Weine nicht — es tut mir so weh. Ich kam einer Riederträchtigkeit auf die Spur. Ich will auch die letzten Spuren bloßlegen. Hellmut konnte mich betrügen — und Alere ja. auch Alere. Du tannft es nicht Warst du mit in dem Komplott gegen mich? Rein — du sagst ja. du hättest nicht geschwiegen. Aber wenn du gesprochen hast, mußte man doch — Ärcuj- himmeldonnerwetter. mußte man doch wi.sen, daß ich noch unter den Lebenden bin!' Sie hob den Kovf und wischte die Tränen aus dem Gesicht. Eie war wieder fester geworden. „Gert", sagte sie. -ich frage noch einmal: was willst du? Alere ist deine erwählte grau. Du liebst sie, sie liebt dich Denke doch an die Zukunft und nicht an das, was hinter dir liegt!" „Ich denke an das. was meine Ehe zerstören Tann und meine Liebe zerbricht. Willst du mir ehrlich Antwort geben?" „Rein, ich verweigere sie dir", rief Freye. Er nahm das Gewehr aus der Ecke und entsicherte es. „Freye". sagte er ruhig, aber in metallen klingendem Tone, „ich bin bis obenhin mit Gift. Galle und Ekel geladen. Mein letzter Glaube war der an dich. Don dir hoffte ich die Wahrheit zu hören. Weigerft du sie mir. so schieße ich mir vor deinen Augen eine Kugel durch den Kopf. Du kennst mich, ich halte immer mein Wort. Also sprich." Freye erhob sich, trat neben ihn und nahm ihm die Büchse ans der Hand. „ES siegen zwei Patronen in dem Gewehr", entgegnete sie, die zweite Kugel wäre für mich gewesen." Sie stellte öle Waffe wieder in die Ecke neben der Fensternische und wandte sich dann mit fast brüsker Bewegung an Gert zurück „Du zwingst mich zu einem Geständnis , tagte sie. „daS ich um deinetwillen geheim halten wollte. Du zwingst mich dazu, allo mufj i rldsonferii :r Das 'hre -ZN fünfen amMchen Berichten in Wahrheit verlausen ist. Die Anwesenden brachten den Vorführungen und Erklärungen reges Interesse entgegen und spendeten dem Vortragenden dollen Beifall. Kreis Schotten. wg. Gedern, 15. Febr. Wie überall, so ist auch hier die Witterung dieses Wmters außergewöhnlich mild. Als Zeichen dafür diene die merkwürdige Tatsache, daß am 13. Februar im Garten des hiesigen Pfarrhauses bereits einblühendeSVeil-- ch e n vorgefunden wurde. Kreis Alsfelder Alsfeld, 14. Febr. Ein seltener ©c- vuß wurde uns gestern abend bereitet. Die hiesige Dürer-Gesellschaft unter Leitung ihres rührigen Vorsitzenden Studienrat G r a e - b e r hatte den über die Grenzen unseres engeren Vaterlandes weit hinaus bekannten Dichter und Schriftsteller Dr. Adam Karillon zu einem Vorträge gewonnen. Aach einer herzlichen Begrüßungsansprache von Seiten des Studienrates Graeber hielt Dr. Karillon nach einer kurzen launigen Einleitung über die Werke feiner schriftstellerischen Tätigkeit einen Vortrag über eine seiner Afrikareisen, er gab seine Erl^nisse bekannt in den „Lagunen von Dahomeh". 3n überaus fesselnder Weise wußte er eine anschauliche Schilderung über die in Betracht kommenden afrikanischen Gebiete zu geben, wobei auch der aus seinen Schriften bekannte urwüchsige Karillonsche Humor nicht fehlte. Reicher Beifall dankte ihm für seinen fesselnden Vortrag. Studienrat Wittich- Mainz, der Herrn Dr. Karillon auf seiner Reise begleitete, las eine Aovelle „Hans llnstern" von Dr. Karillon recht eindrucksvoll vor, die eine köstliche Probe der echten Kunst von Dr. Karillon ist. Trotz seines Alters von 72 Jahren ist der beliebte Odenwalddichter noch von einer erstaunlichen Frische und Munterkeit, die ihm hoffentlich noch recht lange erhalten bleiben möge. Er ist nach dem Kriege nach Wiesbaden übergesiedelt. Starkenburg unv Nbenrhefsen. Darmstadt, 14. Febr. (WB.) Umfangreichen D i e b st ä h l e n, die 2 Jahre hindurch, trotz eifrigster lleberwachung, fortgesetzt wurden, ist man heute, im Lager der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Darmstadt, auf die Spur gekommen. Es wurden etwa 400 Zentner Dünger, eine große Menge von Haushaltungsgeräten und Maschinen gestohlen, die vielfach mit dem eigenen Lastwagen der Genossenschaft verschleppt wurden. Das Hehlernest der Spitzbuben war in Aiedermodau aufgeschlagen, und zwar bei dem Landwirt Philipp Funk und dessen Bruder und dem Bäckermeister Philipp Ludwig. Diese drei, sowie zwei Arbeiter und ein jugendllcher Angestellter, sind biS jetzt verhaftet worden. Die Untersuchung geht Weiler. Kreis Wetzlar. J. Dorlar, 14. Febr. Das am hiesigen Bahichos neu erbaute, der Firma 3. H. Müller, Wetzlar gehörige Sägewerk befindet sich seit gestern im Betrieb. Der große der Aeuzeit entsprechend errichtete Dau, ist vollständig massiv hergestellt und mit allen modernen Maschinen ausgestattet. Durch die Inbetriebnahme hat mancher Arbeitslose Beschäftigung gefunden. • . Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M.. 15. Febr. 3m Vorführungsraum der Luna-Lichtspiele in der Schäfergalle entstand Samstag abend infolge einer Störung des Vorführungsappo rotes Feuer, das den Film in Brand setzte und sich auch sofort auf andere Films verbreitete. Die im Theater anwesenden Zuschauer bemerkten zuerst ^>as Feuer und verließen sofort den Zuschauer- tium, um die Feuerwehr zu alarmieren. Diese eseitigte, da der Vorführungsraum gegen seine Umgebung feuersicher abgeschlossen ist, jede weitere Gefahr. Der Vorführer konnte sich rechtzeitig retten, so daß niemand verletzt wurde. — ©in verwegener Roubüberfall wurde Freitag abend gegen 7 llhr auf den Bäcker Wenzel zwischen Praunheim und Aiederursel verübt. Der Räuber stieg unbemerkt von hinten auf den Wagen und versetzte dem Bäcker mit einem stumpfen 3nstrument drei schwere Schläge auf den Hinterkopf, die ihm fast die Besinnung raubten. Durch die entstehende llnruhe wurden die Pferde scheu und jagten nach Hause. Der Räuber sprang infolgedessen vom Wagen ab, ohne etwas erreicht zu haben. Der Bäcker erstattete sofort bei der Polizei Anzeige, die sofort eingehende Aachforschungen anstellte, aber greifbare Spuren des Täters bisher nicht entdecken konnte, da von diesem jeder Anhaltspunkt über die Persönlichkeit fehlt. Buntes Merlei. Kreuzworträtsel. Aach der Begeisterung 'jr den Rundfunk 'n die nach Unterhaltung gierige Welt von einer neuen Manie befallen worden, von der Leidenschaft für das Kreuzworträtsel. Auch bei uns beschäftigt dieser schwierige Zeitvertreib unzählige Köpfe, aber in den Vereinigten Staaken, wo jede Mode gleich ungeheuerliche Formen annimmt, ist diese Manie zu einer wahren Plage ausgewachsen. Selbstverständlich gibt es in Aordamerika kerne Zeitung mehr, die dieser Rätselform nicht mehrere Spalten widmet, und die konservative Aeuyorker Times erregt dadurch Sensation, daß sie — keine Kreuzworträtsel bringt. Aber auch schon eine ganze Literatur ist für dieses Gebiet entstanden. Das „erste Kreuzworträtselbuch", das im April 1924 erschien, wurde in neun Monaten in mehr als einer halben Million Exemplaren verbreitet. Die Wörterbücher erleben eine Hausse. Aoch niemals sind so viel englische L^ika gekauft worden wie jetzt, denn die Kreuzwortjäger Wirtschaft. * Die Ausfuhr von Schiffahrtsaktien freigegeben. Wie der „Deutsche Handelsdienst" zuverlässig erfährt, hat der Reichs- wirtschaftsminister Aeuhaus im Interesse der deutschen Wirtschaft es für geboten angesehen, die Verordnung über die Veräußerung von Aktien oder sonstigen Geschäftsanteilen Deutscher See- und Dinnenschiffahrtsgese'l'chaften ins Ausland vom 20. Januar 1918 auszuheben. soweit sie die Aktien und sonstigen Geschäftsantelle deutscher Seeschiffahrtsgesellschaften b-trifft. Die Aufhebung wird demnächst im Reichsgesetzblatt veröffentlicht werden. Aus Dank- und Borsenkreisen ist diese Aufhebung bekannllich im Laufe der letzten Jahre wiederholl angeregt worden In der letzten Zeit sind auch die Schiffahrtsgesellschaften für die Aufhebung der Verordnung eingetreten mit der Begründung, daß es bei dem großen Mangel an Kapital notwendig sei. ausländische Mittel heranzuziehen und eine lieber- fremdung durch Schutzbestimmungen in den Satzungen verhindert sei. * Verständigung z Wischenderde ui- ! ch en und der elsässischen Kali- Industrie. Wie die „Deutsche Allgemeine Zellung" erfährt, hat sich die Verständigung zwischen der deutschen und elsässischen Kaliindustrie infofern günstig gestaltet, als seit dem Abschluß des deutsch-elsässischen Vertrages über den Kaliabsatz nach Amerika verschiedentllch Besprechungen zwischen der deutschen und elsässischen Kaliindustrie stattgefunden haben, die auf Grund der beiderseitigen Beobachtungen und Erfahrungen im Weltgeschäft zu einem durchaus freundschaftlichen Zusammenarbeiten geführt haben. Eine solche Besprechung fand jetzt in Baden-Baden statt. Cs ist zu hoffen, daß diese Zusammenkünfte im Laufe der Zeit zu festen Vereinbarungen in bezug aus den gesamten Kaliabsah führen werden Heber den deutschen Kaliabsah im Februar wurde mitgeteilt, daß derselbe schätzungsw<> s' 1,5 Dz. (1,658 Mill. Dz im I nuar) erreichen du sie' Das hängt naturgemäß mit der aurch ui günstigen Witterung zusammen, mit der wahrscheinlichen Folge eines früheren Saison-Schlußes als in den anderen Jahren. * Frankfurter Hypothekenbank A. G., Frankfurt a. M. In der a. 0 HD in der elf Aktionäre 14 802 Stück Stammaktien und 1000 Stück Vorzugsaktien vertraten wurde die Reichsmarkeröffnungsbilanz einstimmig genehmigt. Das Aktienkapital von 45 Mill Pm bestehend aus 44 Mill. Pm. Stammaktien und 1 Mill. Pm. Vorzugsaktien, wird zusammengelegt auf 5,285 Mlll. Am., bestehend aus 44 000 Stück studieren diese dicken Bande, um seltene Worte aufzustöbern. Gin unternehmender Verleger hat eine alte Auflage eines Wörterbuches, die ziemlich wertlos war, mit dem neuen Sltel „Kreuzworträtsel-Wörterbuch" herausgebracht, und den Ladenhüter unter dieser Flagge im Handumdrehen verkauft. Es gibt natürlich eine große Anzahl von „Kreuzworträtselklubs" in den Vereinigten Staaten, und es gibt natürlich auch einen Weltmeister im Kreuzworträtselraten. Diesen Titel nimmt eine Dame Ruth von Phul für sich in Anspruch, die auf dem „Ersten Dativ- nalen Kreuzworträsel-Tumier" der ,.Rationalen Kreuzworträtsel-Vereinigung" in Aeuyork den ersten Preis errang. Selbstverständlich wird das Raten dieser geheimnisvollen Ausgaben auch auf den Universitäten gelehrt. Unter den Studenten herrscht ein edler Wettstreit, und kürzlich hat die UniDerfität Pale die Universität Harvard in dem „jährlichen Universitäts-Kreuz- Worträtsel-Wettbewerb" geschlagen. Ein Professor der Universität Princetown benutzt die Kreuzwörter, um englisch zu lehren; ein anderer Professor verwendet sie für psychologische Versuche. Das Kreuzworträtsel als Intelliaenzprobe ist allgemein eingeführt. Das Gesundheftsamt von Detroit verbreitet Kreuzworträtsel, deren Auflösung Gesundheitsregeln und hygienische Anweisungen enthalten. Auch die Sprache wird durch die Rätselmanie beeinflußt. Die Verfertiger der Rätsel graben Worte aus. die veraltet sind oder sehr selten gebraucht werden, und dadurch kommen diese Worte in die Umgangssprache. Aber man begnügt sich nicht nur mit der Lösung der Rätsel, sondern auch die Schnelligkeit des Ratens spielt bei den Wettbewerben eine Rolle, und die Weltmeisterin. Miß von Phul. verdantt ihren Ruf besonders der Schnelligkeit, mit der sie jede Aufgabe löst. Der neue Haardt-Wei«. Don der Haardt wird uns geschrieben: Der Jahrgang 1924 hat sich zur Zufriedenheit der Weinbautreibenden entwickelt. Es ist ein temperamentvoller, würziger Tropfen geworden, mit allen guten Eigenschaften eines leicht trinkbaren Weins. Die kundigen Weintrinker schätzen ihn nach der ersten Probe und die Aachfrage ist lebhaft. Besonders wird der Reue in den kleinen OS einorten der Mittelhaardt im freien Handel flott abgeseht. Die Preise bewegen sich langsam aufwärts, sodaß sich der Durchschnittspreis auf etwa 490 Mark für je tausend Liter beläuft. Auch die letzten Restbestände der Jahrgänge 1922 und 23 werden in kleinen Kellereien abgeseht. für einen Preis von 650 bis 1000 Mrrk. Ende Februar veranstalten Heine Gemeinden in der A< u- städter Gegend, besonders aber Aeustadt selbst, Weinversteigerungen, die neues Zeugnis o?m Weinreichtum dieses rebengesegneten Landstrichs ablegen. An Weißwein in Fudern gelangen etwa 30 000 Liter des neuen Jahrgangs 1924 zur Versteigerung. An Weißwein des Jahrgangs 1922 gelangen etwa 18 000 Liter zu Ausgebot, des Jahrgangs 1923 etwa 25 000 Liter. Außerdem große Mengen Flaschenweine. Der Stand des Rebholzes ist gut. Auch in den kleinen Weinorten macht sich der Wunsch nach weiterer Ausdehnung der Weinäcker bemerkbar und neue Anlagen werden geschaffen. Kaufliebhaber auf Weingärten tauchen zeitweilig wieder auf. K. R. IV11 11C IV ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Ulltn nnilwn V|ft Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, iBmr lll IlirEl rtSP Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. || Hl HHlll |||h Oie meisten Gegenstände lassen sich durch H1 KBVll V1V chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder M wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20D Laden: Marktplatz 8. Stammaktie^ ä 120 Rm. und 1000 Stück Vor- Repark. 6,84 lieo.trt. For- Pas- und den voTtiioQ voll voll uoll.ooU i'oO voll voll voll Banknoten. (Ohne Gewäbr.) 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(In Dilltonen Mart ouSgedrüctt. BuenoS-AtreS, London, Neu- York, Japan, Rio br Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für-100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gerr-ähr.) 169,06 21,07 64.08 74.94 113,30 10,598 17,29 20,067 4,205 22,87 81,00 59,77 168,87 21,245 64,07 1 74,76 113,04 | 10.555 17,35 20,0!« | 4,195 22,295 80,85 l 59,63 | 5,908 ' 12, 02 5.808 1,648 3,055 1.638 0.474 6,85 19.098 2.21 6,89 zugSaktien ä 5 Rm., letztere uhier Aizahlung von 4800 Rm. Der gesetzlichen Reserve werden 1,5 Mill. Rm. überwiesen, der Deamtenfürsorge 200 000 Am. Die Eröffnungsbilanz weist sonst noch aus: unter Aktiven: Dantgebäude mit 500 000 Rm., Kassenbestände und Guthaben mit 27 799 Rm., Wertpapiere mit 125 310 Rm. 56/, Deutsche Ncichsanleihe . 4% Deutsche Rcichsanleihe . 3V.% Deutsche Relchsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe - Deutsche Sparpramienanleihe 4°/0 Preußische Äonsols . . . 4°'o Prisen........... 3'Wo Hessen 3°/0 Hessen ....... Deutsche Gertb- Dollar-Anl. bro. Doll.-Schatz-Anrreiing.') 4% Zolltürlen......... y/0 Goldmcrikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bauk. Tarmst. und Naiionalvank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank . . . . Diseonto Commandtt .... Melallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Lcste-reichische Creditanstalt. Wcstbank........... Bochumer Guß Buderus....... Caro ............. Deutsch-Luxeinburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeucr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Obcrbedarf........... Phöntr Bergbau....... Rheinstabl Nie bell Montan........ Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albiu . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt.......... Gries eimer Electron .... Höchster ftarotoerfe Holzverkohlung ...... Nütgerswerkc......... Echcideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkrastwerke Schuckcrt Siemens & Halske Adlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren....... Hcyligenstaedt......... 1 eguin............. Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . . .stonservenfabrik Braun . . . Pietallgesell chaft Frankfurt. Pet Union A.-G.. Schuh'abrik Herz Sichel ......... Zellsto-s Waldhof Zulleriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Febr. Tendenz: Fest. — Der Tendenz-LImschwung, der gestern mit einer Defserung auf den Hauptmärkten einfetzte, brachte auch am Wochenschlufse der Börse weiter gute Kurserholungen. Die Befürchtungen wegen der späteren Gestaltung des Geldmarktes begegnen einer etwas günstigeren Auffassung, wodurch die Zuversicht und Beruhigung festeren Fuß fassen konnte. Die Tendenz, die bei Eröffnung fest war, wurde etwas gehoben durch Kaufaufträge, die heute zum ersten Male wieder aus dem Ruhrgebiet Vorlagen, die in der Haupt- Brl'.' 4,192 21,125 74.91 20.105 21.96 169,16 17,39 64,06 5,93 2,16 113.33 81,15 59.75 12.485 5,79 4,172 21,025 74 53 20,005 21,84 168.30 17 31 63,74 5,91 2,14 112,77 80,75 59 45 12.425 ?lllltl< h! l t ; o.el» < ■! 13. Krtnuir finitl-'tj Viotlrruni <’ clo 1 Brief Frrrt*. 14. Februar. Amerikanische Noten . . . . . Belgische Noten Dänische Noten . Englische Noten ...... Franwsischc Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten Deutsch Cesterr.L100 Aronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ...... ftnmfftrrtT M. Perlfn Schluß fiur» Sdjlufeü ‘21bent>- böric S»kich. Lchlutzk. Mittag, b^rle 13. 2. 1 14 2. 13. 2. 14 2 0,755 0.7.55 0,740 0,75 — 0.950 0.98 0.95 1 0,9i5 0.97 0,97 1.3 1,30 1.27 1,13 0.525 0,510 0,53 0,595 1,15 1.175 1,17 1,155 1,25 1,25 —— — <■— 1,40 1,37 —— — 1.22 1,25 94,75 91,75 94.75 94,75 90,75 — 90,75 90.90 10,55 10 75 | 10.5 i 10,50 40,75 40 I 46 47 163,5 165 164.90 166 6,62 6,62 6.60 6,60 13 13 13 13.25 126 13 127,5 129 0,43 0,43 — 122 122,25 121,75 123 17.8 17.9 —* - 1,95 1 95 *> 9 62 9 70 9.75 9 62 0,121 0,125 0,25 0,225 93.5 — 94.75 19.25 20 50 19 20,5 12,40 13 12,90 13 85.50 86 84 50 87 92 75 96.5 92.25 96 25 146 5 151.5 143,9 152 19,25 20,25 19.25 20.4 24 50 25,75 24 30 25,75 8.12 8 40 7.9 8.40 12,9 13.5 12,50 12,70 63.7 66 63,75 65 58,50 60 57.50 60 10 48 49 47,5 48,50 3,70 3.7 — —— 28.75 28.5 28 28 90 3,8 3,90 3,62 3,75 — — — — 97,85 98 — — 5,60 5,80 5,6 5,70 — 160 162 21 31,50 30,4 31,25 0,575 0 59 — 23 50 21 4'1 22,9 24.40 25,40 25,90 ?5 25,90 26.10 27 26.20 27 9.35 9.4 - 18.25 19 18 18,75 21.50 1 22,25 — — 12 30 12.50 12,30 12,5 18.9 19.50 19 19.62 13,75 14 —- 71 72 T- 70.1 73 82,5 87 81,6 84 4,10 4.3 4,1 4,25 6 6 2 6 6,25 0.65 । 3 85 — । — 10.25 ! 10,5 _ 10 — i — 98.75 98 0,625 0,625 — 1.1 1,12 1,1 1,1 15.75 , 16,4 — 3,45 2,475 2,5 4.2 1 4.2 < : 4,3 2.55 ; 2 60 2,65 3 6 12.62 12,95 12 13,13 4 5 4.80 —- •— 3,975 4 — ( —— lacye aber nur für den Montanmarkt in Betracht kamen. Auch die Erleichterung des Geldmarkts bot Anregung. Zu großen, wirklich belebenden Abschlüssen kam es jedoch auch heute nicht. Am Mont a n markt konnten einzelne Werte Kursgewinne bis zu 41 ■- Proz. erzielen. Stark gesteigert waren namentlich Gelsenkirchen, Har- pener, Mannesmann und Phönix. Auch Kaliwerke konnten sich weiter erholen. Chemie- und Elektrowerte lagen ruhig bei geringen Kursveränderungen. Bei den B a n i c n to c r t e K konzentrierte sich das Interesse wieder auf Berliner Handel und Reichsbankanteile, die weiter im Kurse gewannen. Schiffahrtswerte waren leicht erhöht. Auto- und Maschinenaktien mäßig gebessert. Zellstoff aktien verkehrten fest, während Zuckeraktien nennenswerte Kursveränderungen nicht aufwiesen. Am Einheit s m a 111 der Industriepapiere bestand nur für Spezialwerte einige Kauflust. So gingen Deutsche Erdöl, Hanf-Füssen und Löwenbräu- ÜNünchen ansehnlich höher. Die übrigen Werte dieses Gebietes waren zumeist unverändert. Am Rentenmarkt war das Geschäft unverändert still, d e u t sch e Anlechen verkehrten unteriSchwan- Jungen. Lebhafter wurden Städte-Anleihen imv gefetzt. Ausländische Renten lagen fast oßne Geschäft. Im Freiverlehr war die Tendenz befeftigt. Api 2. Beckerstahl 1,5. Decker- kohle 6,62, Brown-Boveri 80 Growag 0,132. Krügershall 12.5, Kunstseide 95, Petroleum 17,37. Ufa 14. 3m weiteren Verlaufe schrumpfte das Geschäft auf allen Marktgebieten sehr zusammen. Kursveränderungen von Belang waren nicht mehr zu verzeichnen. Vereinzelte Werte flogen im Kurse leicht an. so Montanwerte. Am G e l d rn a r k t ist die Flüssigkeit von Dauer. Monatsgeld 10 bis 11 Proz. Privatdiskont SZ'i b's 10 Proz, Am Devisenmarkt ist die starke Abschwächung des französischen Frankens auffallend. Die Pfundparität stieg auf 91 bis 91,20, der Dollar-Gegenwert auf 19.08. Auch das englische Pfund lag mit 4.771 : gegen Dollar leicht nachgebend. Die Mark ist mit einer Dollar- Parität von 4,199 unverändert, Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 14. Febr. Der älmschwung, der gestern bereits zu bemerken war, setzte sich an der heutigen Börse fort. Das 'Börsenbild war heute freundlicher als seit Wvchen^ Die Spekulation ist geneigt, den kommenden älltimo weniger pessimistisch anzusehen als bisher, und die Schätzungen der per Ultimo lausenden Engagements sind ganz bedeutend zurückgegangen. Die in Aussicht stehende Ermäßigung des Dörsen- stempels auf die Hälfte hat beim großen Publikum wieder etwas mehr Interesse geweckt. Im Vordergründe standen Mvntanaktien, auch Kaliwerke waren lebhaft gefragt. Im übrigen konzentrierte sich das Interesse auf Spezialpapiere, die gestern schon im Vordergrunds standen, so für Reichsbankanteile, wo man bereits von einem Dezugsrecht spricht, was aber kamr den Tatsachen entsprechen dürfte. Der heimische Rentenmarkt wurde durch die afb gemein feste Haltung günstig beeinflußt. Kriegsanleche notierte 0.76. Der Geldmarkt liegt unverändert leicht bei gleichen Sätzen wie gestern. Am Devisenmarkt waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 17. Februar: 11,55 Llhr: Zeitangabe. 12 Llhr: Nachrichtendienst. 4 Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,15 U^r- Dachrichtendienst der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. 4,30—6 Llhr- „Charakterstücke" - Dachmittagskonsert des Hausorchesters. 6 älhr: Wirischaftsmeldungen. 6—6.30 älhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6,30—7 LIHr: Vortrag von Aegierungsrat Rudolf Cuno: Aus dem Gipfel des Dreithornes (4171 Meter)". 7—7,30 llljr: Vortrag von Frau Kuales dc Vmda: „Der Tanz". 7,30—8 Llhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamtcs; Vortrag von Fräulein Dr. Kaufmann: ..Das tuberkulosege- sährdete Kind". 8,30 Uhr: Gitarre und Violine 1. Marsch für 2 Gitarren (L. de Call). 2. Serenade für Violine und Gitarre (Diceni-Celli), 3. 3) Andante für zwei Gitarren (L. de Gatt) b) Menuett (I. B. Marella). 4. 2 Sonaten für Dwline und Gitarre (D. Paganini), 5. Großes Duo für zwei Gitarren (Methfessel). Ausführende: Konzertmeister Kraus (Violine). Lina Poppe und Herr Möchel (Gitarre). 9,30 Uhr: Dachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 10—11 älhr: Fastnachtsschwänke von Hans Sachs. 1 Dei tote Mann (Personen: Hans, Mann: Else. Frau die Dachbarin: der Dachbar), 2. Das heiße Eiser (Personen: Der Bauer, die Bäuerin, die Gevatterin), 3. Das Darrenschneiden (Personen: Der Arzt, der Kranke, der Knecht). Aussührendc Gerd Fricke. Eduard Bornträger, Alfred Schrr- zer, sämtlich vom Denen Theater. Geschäftliches. Einen Ehrensold in Form von Kakaopulver zahlen die Mignon-Schokoladen- Werke David Söhne Mtiengesellschaft, Halle (Saale), tüchtigen Hausfrauen, die die in ihrem heutigen Inserat niedergelegten Bedingungen erfüllen. 6auJ loll, ?. J. iw», Drog. Georl Drin. 0. WlaierhoIL 46c Aus dem Reiche der Frau. Ehe und Kultur. Don Reinhold Braun. Die Kratt eine- Volke« und di« Kulturhöhe «ine» Reiche« hängt ab von der Zahl der guten Ehen im Staate. Anton Jendrich. SS ist ein» der betrüblichsten Zeichen unserer auch innerlich so armutvollen Gegenwart mit welch einer Verantwortungslosigkeit man Ehen schlicht und löst. Tragik um -Tragik sprelt slch oft in der nächsten Umgebung unsere« Lebens ab. Die Menschen laufen zusammen unbrennen wie verwundete Tiere wieder aufeinander. Wo die Zivilisation herricht, da nimmt man e« mit der Ehe leicht, und da« ganze Volk«, leben kann äußerlich einem »eiten Felde gleichen, auf dem e« in bunten Blumen schillert und prangt, unter dessen trügerischem Boden aber der schwärzeste Sumps sich hindehnt. Da« Danze ift eine ungeheure Scheinblüte, au« der ein Giftodern langsam zerstörend in die Seele und bas Blut de« Volke« bringt. Der untrüglichste Spiegel für die Gesundheit eine« Volke« und die Tiefe und Schönheit seiner Kultur ist die Ehe. Wenn man in ihr Gebilde mit der Sonde tief hineinfahren kann und dort alle« gesund findet, dann kann man wirklich von dem Glücke und der glückvollen Zukunft eines Volke« reden. (Zhe ist im Tiefsten Kulturschöpferin und zugleich Kulturhüterin. Wo ihr heiliger Boden entheiligt wird, verwundet man die tiefsten Wurzeln der Kultur. Sin Volk kann nicht verantwortungsvoll genug das Gebilde der Ehen nehmet und die Erziehung zur Ehe. Wenn wir aber da« Letztere nehmen, so müssen wir leider erfeimen, daß viele unter uns eine erschreckende Kulturlosigkeit besitzen. Sie tappen und lärmen in die Ehe hinein und wissen nicht, dast sie einen Tempelgrund betreten, da man andächtig und voller Ehrfurcht schreiten muh. Wir erziehen die Jugend zu Vielerlei, aber am allerwenigsten noch zur Ehe. Darum haben wir ja so viel bejammernswerten Dilletantismus in der Ehe. so viel UnheUlgFcit und so viel .Unbeil, so viel Zerbrochensetn an Leib und Seele. 3a, man kann sagen, baift die Ruinen- Hastigkeit eines Volkes letzten OEndes aus den unglücklichen und sehlgeschlagencn Ehen kommt. 3e mehr Ehen in einem Volke zerbrechen, je mehr zerbricht auch seine Kultur. Alle Kernigkeit unseres Daseins, alle Quellenfrische und schöne Urwüchsigkeit, alle Stärke und Gröhe des Ganzen liegen in der Ehe wie in einer Schale. Wir müssen erkennen, dah mit dem Wort Ehe das Wort ewig verwandt ist. Ehe muh tatsächlich Ewigkcitslrägerin. Ewigleitsverkörverin werden innerhalb des Zeitlichen. Eine glückliche Ehe ist, so aufgesaht. der beste Dienst im Leben des Volkes Das Glück einer Ration wachst, je mehr Menschen in ihr die Ehe alS eine Aufgabe, als ein Werk nehmen, als die schwerste, aber köstlichste Wirklichkeit, wenn sie mit dem ganzen Ernste und der ganzen Inbrunst zweier sich wahrhaft liebender Seelen gestaltet und gelebt wird. Ehe ist Wachstum, und mit ihr wird auch die Kultur wachsen, ihre beseligende Heiterkeit und Schönheit, ihre Trächtigkeit mit Ewigkeitswerten. GS gibt nichts Schöneres und Gröheres. alS wenn ein Liebender vom andern sagt: „3ch bin durch dich in der Ehe ein Mensch geworden!" 3a. das ist das Köstlichste, wenn so aus ben meisten Ehen bie reine, volle Menschlichkeit wie aus beni Grunbe eines heiligen Gartens blüht. Der Gipfel aber aller Kultur ist Menschlichkeit. Und so erkennen wir wiederum, wie Ehe und Kultur wurzelhast ineinander verflochten sind. Der Wille -ur glücklichen Ehe. einer voll Reinheit und tiefster innerlicher Lebendigkeit, ist der Wille zur Kulturhöhe unseres Volkes. Solchen Willen laht uns haben! Die ländliche Sausbeamtin. Von Gisela Drude, Deinrvde. Der Beruf der ländlichen Hausbeamtin, der noch immer nicht genügend bekannt ist, hat durch die Verstaatlichung der Ausbildung und der Prüfung eine wesentliche Verbesserung und Aen- berung erfahren. Tie Bezeichnung „ländliche Hausbeamtin" ist in „ländliche Haushalt- Pflegerin' umgewandelt. Die Ausbildung von staatlich geprüften Haushaltpflegerinnen kann nur in solchen Anstalten erfolgen, die die staatliche Anerkennung vom preußischen Minister für Domänen, Landwirtschaft unb Forsten erhalten haben. Vom Reifensteiner Verband für Wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande ist bis jetzt die ländliche Hausbeamtinnenfchule Deinrode bei Greineselde die einzig staatlich anerkannte Schule für Preuhen. Der empfindliche Derwandtschastsnerv. Don Srieba Schanz. Beim kleinen Schuljungen macht er sich bereits bemerkbar, der empfindliche Verwandt- schaftsnerv. Frihchen, der Sertancr. glaubt sich genieren zu müssen, wenn er mit seinen Freunden aus der Schule kommt und seine Schwester unter- Wegs trifft. Schwestern haben offenbar etwas, was einem Sextaner auf die Verven fällt. Unversehens können Schwestern einen mit einer Zutraulichkeit kompromittieren. UeberHaupt sind Geschwister untereinander oft seltsam scheu und geniert Eine Schwester empfindet im Kreise der Freundinnen oft seltsam peinlich das Wesen, die Eigenart der anderen Schwester, ihre Art. sich auszudrücken, Heine Absonderlichkeiten oder Vachlässigkeilen in der Sprache, im Benehmen, in der Bewegung. Was leidet so ein junges Mädel oft durch ihre Brüder, die nicht lernen wollen, ritterlich zu fein, wie es ihrem Ideal entspricht. Bei ihren Freunden und Kameraden kann sie nachsichtig sein, nur gerade das Benehmen, das Gehabe und Getue der Brüder, der nächsten Verwandten, das r'izt. das stachelt, macht die Stimmung kribbelig und kraus. Gin ganz bestimmter Verv im Gefühlsleben muh vorhanden fein, der durch das Tun der nächsten Verwandten bis zur Schmerzhaftigkeit alte- riert wird. Bei Ellern ist manchmal durch blinde Liebe zu den Kindern dieser Verv chloroformiert — Die staatliche Prüfung für ländliche Hau«- haltpslegerinnen findet Mitte März in Dein- r o-d c statt Der neue staatliche Lehrgang beginnt Mitte April. Zur Aufnahme in den Lehrgang für staatlich geprüfte ländliche Haushalt Pflegerinnen sind ersoiLerlich: Ein Alter von mindestens 18 Jahren, der abgeschlossene Besuch eines Lyzeums, einer Höheren Mädchenschule oder bei abgeschlossene Betuch einer Volksschule, wenn vor dem Eintritt in den Lehrgang eine schulwissenschaftliche Vorprüfung abgelegt wird, ferner zwei praktische Lehrjahre auf dem Lande. Der Lehrgang in der Hausbeamtinnenfchule dauert ein Jahr, so dah in der Praxis vorgebildete Mädchen schon nach einem Schuljahr tn bei Hausbeamtinnenschule die staatl. Prüfung ab legen können. Bisher wurde immer noch ein zweite« Schuljahr, nämlich das sogenannte Maidenjahr, gefordert, das nach den neuen staatlichen Bestimmungen fortsallen kann. Es ist dies für die Mädchen, die schon einige Jahre in der Praxi« gearbeitet haben, von größter Bedeutung, da sie auf Grund ihrer praktischen Vorbildung befähigt sind, nach einem einjährigen Schullchrgang eine abgefdjloffenc Berufsausbildung mit staatlicher Prüfung zu haben. Die, welche einen Maidenlehrgang durchgemacht haben, brauchen nur eine einjährige Vorbildung auf dem Lande, da da« Maidenjahr als ein Lehrlingsjahr angerechnet wird. Dah zum Beruf der ländlichen Haushalt- Pflegerin ein gesunder Körper. Lust und Liebe zum Laiche und ArbeitSfreudigkeit gehören, ist wohl selbstverständlich. Veben dem staatlichen Lehrgang werden in Beinrode junge Mädchen für den Beruf einer zukünftigen Gutsfrau ausgebildet. Anmeldungen und Anfragen sind an die Vorsteherin der ländlichen Hausfrauenschule Deinrode bei Greinfelde zu richten. (Einiges über unsere Mädchenfortbildungsschulen auf dem Lande. Es ist eine bekannte Tatsache, dah Veue- r ungen. wie auf anderen Gebieten, so auch im Schulbetrieb von der Landbevölkerung anfangs mit mißtrauischen Blicken betrachtet werden. Hier tritt etwas Fremdes, Unbekanntes an sie heran, das sie nicht zu deuten und schwer zu verstehen wissen. Geht es uns im Leben nicht manchmal ebenso? ..Gut Ding will Weil' haben" sagt ein altbekanntes, auf dem Land gern gebrauchtes Sprichwort! Das scheint auch hier gelten zu sollen. So eine Mädchensortbildungsschule war doch im Anfang ein Wunderding! Altbekannt war es wohl, daß die männliche Jugend sich nach Schulentlassung am Fortbildungsschulunterricht beteiligen muhte, dah nun aber auch die weibliche Jugend drei Fahre lang Pflichtfortbildungsschülerinnen sein sollten, das war und ift bis heute zuweilen bei vielen Leuten noch etwa« Unbegreifbares. Aber nachdem nun unsere Wad- chenfortbildungsschule säst überall bald ein 3ahr auf dem Land besteht, sieht man mit ehrlicher Freude, dah das Mihtrauen allmählich Dtt- verschwindet. und bei vielen Müttern der Gedanke auftaucht, hier können unsere Kinder etwas lernen. — Etwas, ein kleiner Begriff, und doch für uns alle, die wir an diesem Schulwesen mitarbeiten, etwas Gröhes l — Ein weites Arbeitsfeld an unserem Volke und ganz besonders an unseren Mädchen, die einmal im Glück der Familie im bescheidenen Heim zufrieden sein sollen! — Ter verlorene Krieg mit seinen Folgen hat es uns gelehrt, dah wir alle wieder umlernen muhten, es heute noch müssen. Unsere Jugend bedarf der Unterweisung und Führung. Und da hat man mit Recht ein Teil dieser Arbeit in die Hände der Lehrerinnen und Lehrer gelegt. Es ist dies kerne leichte Arbeit. Das wissen alle, die daran arbeiten! Viel Geduld und viel Liebe gehört vor allem dazu. Aber auch sach- männisches Können und Lehrtalent, bei den jungen Mädchen das Interesse für den Stoff zu wecken. Sehen wir uns doch einmal eine solch stattliche Klasse von meist 20—25 Schülerinnen an, wie sie frisch und munter ihren Lehrerinnen folgen, wenn diese etwas Veues bringen! Hier sind sie nun auch im gewissen Sinne keine Schulkinder mehr, hier haben wir es mit den Mädchen zu tun. die nun zu Frauen betanreifen und darum oft hohe Forderungen an ihre Lehrerinnen stellen. Einen giohen Vorteil bieten die Stunden wie Rechnen. Lesen, Schreiben u. dgl. Die Mädchen lernen in ihrem Deutschunterricht Gestalten kennen, die sie sich doch manchmal als Vorbild in« Bewusstsein rufen. —K—anMW ■ f ■ 11ITP1 ober aber, wohl meist, er leidet an krankhafter Erregbarkeit. Peinvoll empfindet die Mutter den Schlenkergang der Tochter, wenn sie so mit ihren Gefährtinnen ein hei kommt. Jeder Blick, mit dem sie dem jungen Ding in der Gesellschaft oder im Tanzsaal folgt, ist zitternde Erregung und Kritik. Sie leidet, aber einzig darum, weil dieses junge Sing mit dem leisen Stich ins Sorglose, Ungenierte ihr Kind ist! Wär's Detters Lise oder Vachbars Lene, würde sie das alle« als ganz nett empfinden. Vur gerade in der Verwandtschaft liegt diese Reizbarkeit. Der Vater reibt sich am Wesen des Sohnes, an ein paar ihm gerade besonders unsympathischen Fehlern gefährlich wund. — Sollten das die Fehler sein, die gerade ihm so bekannt sind — nur zu gut bekannt? Die Fehler, deren Grund- clemente er, mühsam gebändigt, in sich trägt? Ist in dieser ganzen Reizbarkeit etwas von den nie ganz gäbst en Rätseln der Vererbung? Liegt sie im Blut? Ist sie kranke Liebe, die Folge zu grober unbewusster Ansprüche an unsere Vächsten und Liebsten? Ihre schlimmste und peinvollste Form ift die, daß Kinder, sagen wir es gerade heraus, sich ihrer Ellern schämen, dah Kinder unter bert Schwächen, unter den Gewöhn Hellen, den kleinen stereotypen Redensarten ihrer Väter und Mütter leiden. Da liegen viel Selbstanklage, viel Reue, viel Kamps, viel Unzufri^enheit mit sich selbst. Aber die peinvolle Empfindlichkeit, die quälende H^hvrigkeit, das geschärfte Hinhorchen auf die nun einmal leidigen Eigenschaften der älteren Generation sind da und lassen sich tvdschwer bekämpfen. Tritt eine räumliche Trennung ein, Und die erworbenen Schätze au« der Schulzeit geben nicht verloren, sondern «fahren an Vertiefung unb Bereicherung. Don der technischen Lehrerin aber erhalten die Mädchen Keimtniffe und Fertigkeiten für« praktische Geben Ihre Arbeit erfordert fiel« fachmännisches Können und gewissenhafte Vorbereitung. Sie »oll ja nicht allein lehren, wa« nützlich und praktisch ist. sondern in ihrer Hand liegt c«. die Mädchen durch Wort und Beispiel zum sittlich Guten zu erziehen. In den Lanb- sortbildungSschulen für OMdchen (äfft sich c« meist etnridnen, bah bie am Unterricht beteiligten Kräfte Hand tn Hanb arbeiten. Wie sollten bei solchem Unterricht nicht bleibende Werte für« Leben geschaffen werden? Wer einmal Gelegenheit halle, mit zuwandern durch grobe Füiforgeonstalten für weibliche Jugend, der findet dort Land- und Stadtfinder. denen getabc diele CBcrtc nach der Schulentlassung verloren gingen. Vielleicht hätte damal« schon oie Einrichtung einer MädchenfortbllbuiigS- schuke manchem verwahrlosten Kinde helfen können. Gerade die Freihell, die heutzutage der schulentlassenen Jugend manches erlaubt, wa« einst nicht Sitte war. ist oft dazu angetan 6en inneren Lebenswert herunterzudrucken Da kommen die Fortbilbungsschulstunden mit Recht unb erziehen zum praktischen Leben, zum Schönen. Wahren und Guten, und für manche Lehrerin ist es ein großes Werk, au« ben Mädchen Frauen zu «ziehen. Detttsche Frauen von deutscher Treue! Unsere LandfortbUbungSschüler sind meist empfänglich für all da« Schöne und Vützliche. was geboten wird. Man kommt gerne und sogar noch freiwillig, wenn man das schulpflichtige Güter hinter sich hau Die Hemmungen zwischen Fabrik unb Schule lassen sich mit gutem Willbn auch überroinben, unb die Schülerinnen, die in der Fabrik arbeiten, kommen gerne. In dem Gernekommen haben wir den Fortschritt unserer Entrichtung. Vicht alle Kinder können etwas lernen, sondern müssen verdienen helfen. Und doch regt sich tn ihnen der Wunsch und das Bedürfnis, noch etwas mehr lernen. Dem trägt die Fortbildungsschule besonders Rechnung. Wenn daS so begonnene Wer? durch weiteren Ausbau stets vorvollkommnet wird, wird die Einrichtung unferer MäbchenfortbilbungSschulc unserem Volk und Vaterland zum Segen gereichen ! K. G. Fürsorge für weibliche Auswanderer. Die Oeffentlichkeit hat im allgemeinen keine Vorstellung davon, wieviel junge Mädchen sich immer noch zur Auswanderung entschliehen. weil sie in fremdem Land Arbeit und Fortkommen zu finden hoffen, die ihnen die Heimat oft versagt. Vamentlich wissen die mit der Auswande- rungsbewcgung vertrauten Streife von einem Der» hältnismäfstg lebhaften Abstrvm von weiblicher Landjugend aus Mittel- unb SükDeut sch land zu berichten. Die Gefährdung und bie Votlage, der solche jungen, in ber Grostftabt fremden Mädchen während der zwei bis drei Tage ausgesetzt sind, in denen sie vor ber Ausreise deS Schisses sich zu den amtlichen Formalitäten — Kontrolle der Papiere, ärztliche Unt«suchung, Impfung — in den Hafenstädten einzufinden haben, ist oft groß. Um hier zu helfen, hat der Verein ,,Freunoinnen junger Mädchen", ber schon seit fast fünfzig Jahren die allcinreifenbe weibliche Jugend betreut, in den letzten Jahren in allen Teilen Deutschlands neununbbreifjig Aus- wanbererberatungsstellen eingerichtet und krönte kürzlich dieses Hilfswerk durch die Anstellung einer Auswanderer- Fürsorgerin in Hamburg (Hbg. 26, Griesstrahe 55). Wenn auch die Dahn- hossmissionarinnen Tag unb Vacht auf ben Bahnhöfen tätig sind, so war diese Fürsorge-Erweiterung eine dringende Votwendigteit. Die Missionarin kann natürlich ihr Wirkungsfeld, den Bahnhof, nicht verlassen. Hier seht die Tätigkeit der Fürsorgerin ein. Sie holt bie Aus reis ende, nachdem ihr die Ankunftszeit von der Beratungsstelle oder der Reisenden selbst gemeldet wurde, vom Bahnhof ab, bringt sie in ein gutes Vacht- quartier, begleitet sie zur Schiffslinie, zur ärztlichen Untersuchung unb am Einschiffungstage zum Hafen. Und wa« sehr wichtig ift: sie meldet bie Deutsche drüben in Amerika an und bittet, ihr bei der Ankunft im fremden Weltteil behilflich zu sein. Da der „Freundinnen"-Derein mit den beiden arofrcn Schuyorganisationen „Voung Women'S Christian Association" und der .,Travellers' Aid Society" in ständiger Zusammenarbeit steht, ist es ihm möglich, in allen nennenswerten ameri- ■ II — so ift das meist alles wie weggeweht. Vur gegenseitige Liebe und gegenseitiges Verständnis bleiben. Auch ein besonderes Glück oder Unglück macht die gereizten Verven manchmal sanft. Handelt es sich um wirlliche, schwerwiegende Fehler der Ellern und Kinder, so spielt bie Empfindung des Leides unb der Scham eine natürlich über den Rahmen dessen, was diese Zeilen plaudernd berühren wollen, hinausgehende Rolle. Glücklich die Familie, wo weder der leichte noch der schwere Fall der Reizbarkeit des Der- wandtfchaftsnervs besteht, wo nur Liebesaugen sehen, nur das Ohr der Liebe hört, — schlichter, wahrer, unverblendet« Liebel — Oder wo ber feinste Reifer in Stimmungsgelegenheiten. ber Humor, zu Haus ist. Ist so ein Verv aber einmal krank, wund unb entzündet, daß jebe Berührung schmerzt, so soll man gegenseitig ernstlich um Heilung kämpfen. Don feiten der Kinder ist ein Sichrichten yach den gerechten Anforderungen der Eltern iclbstverstÄtdlich. Aber auch die älteren und ältesten Leute sollen sich prüfen, ob das peinllche ob« verlegene Gesicht der Tochter oder be« Sohnes bei ihrem Auftreten und Reben nur kindliche Vaseweisheit unb unreife Heber- legenhell bedeutet, oder ob sich bei gutem unb ernstem Willen von ihr« Seite nicht doch manche« vermeiden läfit. was ben empfindlichen Derwondt» schastsnerv malträtiert Vehmen wir an. unfern Kindern tun unsere kleinen Menschlichkeiten au« übergroßer Liebe weh ..Laßt uns bell« werden, gleich wird'« besser sein!" konischen Orten DertraucnAabreffen zu ftnben unb zu nennen Vamentlich bk ..Voung Women'S Christian Association" hat in Amerika ein au«gcbebntc9 Fürsorgenetz auSgefpannt unb bietet alleinsteden- den Mädchen in eigenen Boarbinahäusern preiswerte Unterkunft. Verpflegung, Geselligkeit unb Anschluss an Gleichst redende. Den „Voung Wo- men'«“ angeschlossen zu sein, ist schon eine Art Legitimation. Sehr hart, namentlich für die alleinreisend' weibliche Auswanderin, smd die amerikanischen (5intoanberung«beftimmungen. Wenn auch ihr 't\at unb da« Visum vollständig ordnung-gemäh smd. die Einreiseerlaubnis bc« amerikanischen Konsulats »erliegt — trotz alledem kann sie bei ber Canbung zurückgewiesen werden. Tatsächlich kann kein 3nformation«bureau. lein Geistlicher, kein Angestellter einer SchifsahrtSlinie. fein Aus- wandererverein vorher lagen, ob man fchliest'.ich zugelassen wird ober nicht, denn ben endgültigen Entscheid treffen die öintDanbcrungebeborben in den Vereinigten Staaten von Amerika Im vvngen Jahr sind 20 000 Menschen bei der Landung aurüdgetoiefen wordcn! Wenn man auch Amerika die Auslese zugestehen muh, so sollte es doch eine Möglichkeit geben, die endgültige Sichtung und Prüfung schon in Europa vorzunehmen, daS unendliche xjurüdgetoiefcncn elend wäre damit gemilbcit Immer wiede: muh auf die groben Gefahren und da« Risiko hingetoiefen werden. daS die Auswanderung bedeutet. am mciften natürlich für junge, unerfahrene Mädchen. Praktische Winke. Um bi.' jCi#>n7nhnhpitpn 711 1632V Horn. 1615V Wir bitten, beim Einkauf von „Schwan im Blauband“ das farbig iUustr, Familienblatt „Die Blauband- Woche“ gratis zu verlangen. Bellersheim, den 14. Februar 1925. Bürgermeisterei Bellersheim. Fstm. Lichenstammholz 3.-6. Älafle in 7 Losen Fstm. Kiefernbauholz 3.-5. Klasse in 18 Losen Fstm. Fichtenbauholz 2.-5b-Klasse in 6 Losen „Meine Frau war ÜV« 50Jahre mit einer Astoria-Lichtspiele, Seitersweg Turfpiraten Krug, Marktplatz Meister, Teltkrsiveg Gastwirt Dörr, Hattenrod. Rot untcrsirichene Brennholznumniern kommen nicht, blau unterstrichene Ruhhol;- nummern kommen zuni Ausgebot. 1629V Linde 9, Kiefer 4, Fichte 32; *_____ Buche 107, Eiche 17, Fichte 212; Reisholz Buche 798, Eiche 62, Hartholz 20, Weichholz 10, Kiefer 5, Fichte 140 und 25OWsllen; Derbstangen: Fichte (dabei Weißbinderstangen) 813 Stück mit 37,40, Esche 106 St mit 1,58, Hainbuche 11 St. mit 0,29 Fesi- meter; Rutzreisiq (Schichthaufen); 42 Rm. Das Holz wird von 8'/. Uhr ab durch das Forsipersonal voraezeigt. Treffpunkt: Straßenkreuz Lich - Haltenrod, Burkhardsfelden - Niedcrbessingcn. Versteigerung von 10 Uhr ab am Meilbach-Häuschen (Pflanzgarten), bei schlechtem Wetter im Saale von Dienstag, den 24. Februar, kommt das Holz aus den Distrikten Riedwald, Meilbach, Münchwald zur Versteigerung, und zwar Raummeter: Scheitholz: Buche 137, (Die Liebe einer schönen Fran). Ein Roman aus dem Orient in 7 Akten. Dazu ein lustiges Beiprogramm! Eintrittspreise: Mk. 0.80, 1.—, 1.50, 2.00. urso verpackt / Gießen, den 14. Februar 1925. Deutsche Nothilfe (Winterhilfe 1923) Mgeid-Tresore und kombinierte für Papier und Hartgeld1 1396 D Drucksachen allerArt Uefei t Inieder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl «ehe Univ. Druckerei, R. Lange» Holzsubmission. SamStag, den 21. Februar, kommt aus dem Gemeindewald Bellersheim folgendes Kiefernstammholz auf dem Submissionswege zum Berkaus. MMUs-MWMMW. Freitag, den 20. Februar, 1J Ahr vormittags (omnit im Gemcindemarkwald Eleeberg, Distrikt 9 und 10 Herrenwald, 5 und 8 Sankharösberg folgendes Brenn. Holz zur Bersteigerung: 200 Rm. Buchen-Scheit und -Knüppel 5600 Buchcn-Wellen 18 Am. Kiefern-Knüppel 32 Rm- Kiefcrn-Beiferknüppel. Zusammenkunft am Wege Bodenrod - Brandoberndorf. Dienstag, den 24. Februar, 10 Ahr vormittags, kommen im Dlstrikt 22 Gaulskopf zirka 26000 Stück Durchforstungs-Wellen aus dem Lohschlag zur Bersteigerung. Zusammenkunft an den Weiperfeldener Wiesen. Cleeberg, den 12. Februar 1925. Höhn, Bürgermeister. 1645V Nutzholzversteigerung der Stabt Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Montag, dem 2. März 1925, vormittags !0'/z Uhr beginnend, in der Gastwirtschaft „Zur Lieblgshöhe" in Gießen versteigert werden: Ullsleiii-ttille alle Größen lauernd im 846a Modehaus Salomon Holzversteigerung. Donnerstag, den 19. Februar 1925, vormittags 9' , Uhr, sollen im Anneröder Gemcindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 44 Rm. Kiefern.Scheid, 117 Rm. Kiefern. Knüppel, 6,5 Rm. Fichten-Knüvpel, 1210 5t Kiefern-Wellen, 50 Stück Fichten-Wellen, 32,7 Rm. Kiefcrn-Stock, 1 Rm Fichte-Stock, 30St Fichten-Derbstangen 1 Kl. 2,77Fstm. 58 St. Fichten-Derbstangen 2. Kl. 2,58 Fstm. Verkaufsbedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gegeben. Zusammenkunft auf der Grünberger Straße am Pfarrweg. Annerod, am 13. Februar 1925. Hess. Bürgermeisterei Annerod. einzuschränken. Wenn Sie Ihr Leben $ gemütlicher gestalten wollen, dann beachten Sie mein Erscheinen genau.Das Nächstemal stelle ich mich Ihnen vor. Auf Wiedersehn! Prima Mrindleder mit 2 Schlössern u. Griff. per Stück OVik. 8,- Lichtspielhaus, Bahnhofstrasse Ileate bis einschl. Mittwoch: Vogtsche Handelsschule, Gießen Goethestraße 32 Die Schulleitung: Franz Vogt. Dr. Reukauf. 3,5 Fstm. Eschenstammholz 5. u. 6. Kl. in 1 Los 5 Rm. Eichen- und Eschen-Ruhscheiter in 2 Losen. Loseeinteilungen (nebst Bersteigerungs- bedingungenl können zum Preise von 50 Pf. für das Stück von unterzeichneter Stelle bezogen werden. Rach den Dersteigerungsbedingungen kann Stundung des Kaufgeldes auf drei Monate erfolgen. 16366 Gießen, den 14. Februar 1925. Der Oberbürgermeister: I.D.: vr. Rosenberg. 6 Akte von Paul Rosenhayn. — Ferner: Dee Maske ™= Drama in 7 Akten. N. KNblnger, Ssltoweg 79 Spezialgeschäft feiner Lederwaren Ei?iMsbe!itel großes Format, in allen Volledersorten von RrSk« 7.50 an diese Woche billigst bei 16490 Metzgemstr. Aulmann, Marktstratze । seine Gewohnheiten zu ändern und ohne sich Kränkliche Schweine und solche, die es in den Vcinen haben, die nicht fressen wollen, die ÄUtticfgebutben sind, all diese Tiere werden rasch gesund, wenn man diesen Schweinen durch jedes Fuller 1 Eßlöffel von — Rassol —mengt. (Sejunoe Schweine erreichen durch Veifülterung von Rassol in kürzester Seit höchstes S6)lachtgcwichl. Jeder Landwirt, der Rassol bisher noch nicht rannte, staunt über die Wirkung von Rassol. Junge Ferkel mit Rassol angefüttert, bleiben stets gesund und munter und entwickeln sich überraschend schnell. Id». Man achte beim Einkauf aber ganz genau auf den Ramen - -Kanol — und weise alle Rachahmungen sowie vor allem auch jede Nach, sullung von Rassolflaschen ganz energisch zurück. Rassol hat tausende von freiwilligen Gutachten aus allerersten Fachkreisen. Original Rassol erhallen Sie in der Engel-Apotheke, Gießen (am Markt). Eigene Fabrikation nur hochwertiger Tierarznetmittel. 1 große Originalflasche kostet 2 Mark (Ausschneiden und aufheben! Machen Sie sofort einen Versuch!) MMmi ter MWen MlWerei £i®. Montag, den 23 Februar, werden in den 'Distrikten Fuchsstrauch und Höler ver» stygert: Rm. Scheitholz: Buche 152, Eiche Ovch) 2, Fichte 1; Knüppel: Buche 110, EDe 47, Dirk- 1, Weichholz 6, Fichte 8; Swckholz: Buche 77, Eiche 35, Fichte 11; Reisholz: Buche 370, Eiche 332, Weich-. Holz 20, Fichte 15 (darunter 190 Rm. i Forstreiser); Derbstangen: Fichte 167 Stück mit 7,48 Fstm., ca. 1000 Bohnenstangen und ca. 70 Rm. Ruhreiser (Schichthausen), z. T. mit Bohnenstangen. Zusammenkunft 9'/., Uhr am Kolnhäuserkopf;, etwa um 11 Uhr am Waldeingaug Straße Lich - Garbenteich, um 2 Uhr am Petristein. Bei sehr schlechtem Wetter wird von 11 Uhr ab in Steins Sanlbau (Lich) versteigert. und bei dem Wohlfahrtsamt, Sartenstratze 2, Zimmer Nummer 15. " ............................................. I ■, ■ I ■ ■ ■ ■, i ■., la. ■ ,7b ■ ■ n behaftet. Kein gesundes Fleckchen batte sie auf dem Leibe. Durch Zucker'- Patent« Mediziaal-Seife wurden die Flechten in 8 Wochen beseitigt. Diese Seife ist Tausende wert. E. W." Dazu Zuckooh« Creme (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. ^.W>rrtcrboff,Med.-Trog.„Z.Kreuzplatz" A. Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr. 51 W.Kilbinaer,Lölven-Drog.,Sellersn).79a Eduard (tzutb, Viktoria-Drog., Marktstr.5 Herm. Plank, Parfümerie, Seltersweg 8 P. Jos. Möbs, Seifenfabrik, MäuSburgS SPENDEN für die Hinterbliebenen der auf Grube „Minister Stein" in Dortmund verunglückten Bergleute werden erbeten und entgegengenommen bei der ”l!M^“*^«n.6reöitt>anh,JiliakJkhen,in6k^n Die stetig wachsende Besucherzahl machte eine weitere Ausgestaltung unserer Handelslehranstalt zur zwingenden Notwendigkeit. — Der im vergangenen Herbst begonnene Erweiterungs-Neubau geht seiner Vollendung entgegen und wird mit Beginn des 12. Schuljahres, am 20. April 1925 seiner Bestimmung übergeben. Unserem seitherigen Grundsatz entsprechend wird es auch weiterhin unsere vornehmste Aufgabe sein, gut durchgebildete Kräfte der kaufmännischen Praxis zu übergeben. Prospekte stehen auf Wunsch kostenlos zur Verfügung. 1. 5 Stück 3. Kl. mit 4,09 Fstm. Inhalt 2- 20 ,, 4. „ „ 12,21 3- 80 5..... 28,55 „ Die Zahlung kann gegen Bürgschaft ff?*« r >-• 7 o- « ■" , 0 v ;X ' ■yie oapiung mnn gegen ^-urgicyaft ff a! oo’’fc5-1?nuPnöU ?ud)rC 19L gestundet werden und ist in diesem Falle Nutzknüppel), Birke usw. 18, in zwei Baten zinslos zahlbar. 1. Rate 32; Stockholz: am 1. Juli. 2. Bäte am 1. November •'“’cF'Ar’ 1^25. Bei Ueberschreitung der Termine werden 15°/n Verzugszinsen angerechnet. Bei Barzahlung bis zum 1. April 1925 werden 5% Rabatt gewährt. Die Angebote sind, verschloffen nach Klaffen getrennt, bis zum Samstag, dem 21. Februar, mittags 1 Llhr, auf hiesiger Bürgermeisterei oder auf dem Ratbause abzugeben, woselbst in Anwesenheit der erschienenen Bieter die Eröffnung erfolgt. Das Holz liegt an der Kreisstraße nach Trais-Munzenberg und ist gut abzufahren. ltohlenschlacken Sur Schlackensteinfabrikation, für Beton« und Wegebau von Anlagen Wetzlar L. und Mühlheim/M. abzugeben. Auch sep. Koks laufend von dort lieferbar. 1348id Bretmsloff-GewiDDungs- n. Veredelanss-Ges. m.LB. Frankfurt a. M., Savignystrahe 25. Bekanntmachung. Betrifft: Die Erhebung einer Getränkeverbrauchssteuer in der Stadt Gießen. Es besteht Deranlaffung, wiederholt auf die Defttmmungen der Gettänkeoerbrauchs- steuer-Ordnung für die Stadt Gießen vom 31. August 1923 hinzuweisen, wonach Empfänger von steuerpflichtigen Getränken, soweit sie nicht als Großhändler zum monatlichen Abrechnungsverfahren ausdrücklich von mir zugelaffen sind, innerhalb 3 Tagen die bezüglichen Frachtbriefe und Rechnungen im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 19, zur Berechnung der zu entrichtenden Steuer vorzulegen haben. Gegen Zuwiderhandlungen sieht die Steuerordnung Strafen vor. Gießen, den 9. Februar 1925. 16358 Der Oberbürgermeister: Keller. i f umiiiiiiiiHuir 11 Eilr. Ham. Novae. Aluie. acet tert. Formal e/g. geb. Gegen Hämorrhoiden. Dringt automatisch in die Sitze d.Krant» heitSkeime ein, beseitigt rasch die Be- schiverd. u. bringt die Hämorrhoiden zur Schrumpfung. Erb. in Apotheken. Bestimmt Hirsch- Avotb., Frktt.Str.4. Gralisvrospekt Nr. 24 durch tc<7ss Chemische Fabrik Merz & Co. Frankfurt a.Main. a er Q ar. 4° Heimat Viona^-V auch b" , von infolge h° fftrnfpr Schriftlett lagUndV- Anschnst Zkakitfurl eine Seite wie hoc lungen ge den off tag gewö Jetzt Regiert crfotzt, bc teerten löt litten Men Denn wir - sieben- oder fonbern la Summe un gleichs die sie g< Millionen eiat-lechnif rung dami erfolgte, l die Mögli nicht dvrll Eile nv Betriebe r es aber vi im Reichs was gleicl Hier bleibi ucht 5u vc oa4 ja die lall trügt, Karten aut Jude, Reichstag Ssitig die Unterläget den den : Derhandlr nanten A bäuerliche Millionen Zejagi ton Mich un bar ungefi Te-Mrist' dem 2 Mten we SV," 3u ? belvnder, r.ebtete Q ieDicu & woen. ,q.ln B nicht , M Ruhrg' ^-zeitig un folgten, r, >ur das &»6®, i L ab baf. ^latzu beit Agitation worin te wird, daß ;U u-tt- schenkt 1 ja vuptiom Hamen K ten, tveu Deutschland ja auch c affären al für. die 6 allbevähr! 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