N aus h ' * StQURin ? ^Ulfetn &b(n 5Q^Wtbti \ • '^trchh?11 ^uh J fbt'gfl. dch"Z'"-»4 Z:SÄ -UM Ißgangepi- °n9 noch nft »Sfttej tuitb'g • J dvr CSu^Wmi ZSL9Ä! ÄS*^ 3? wei"' Uüsgtt KL-ztz-S WZ StSyät I''-"- tolflt) SCH CÜOR^ rgarW „los zu verlangen. Rollen Reite ,ls 20 Ro8® । zu iMen, fi billig Nr. 242 Erster Blatt (L) (75. Jahrgang Donnerstag, 15. Oktober 1925 (Er|d)etnt täglich, außer Sonn, und Feiertags Beilagen: GießenerFamilienblütter Heimat im Bild Monatr-kezuarr-reir: 2 Goldmark u 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lag undGeschäft ^stelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiaerHtetzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M 11686. GletzennAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag , vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Sietzen. 5christleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Hnjeiaen für bi« lagesnummer eis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-Anzeigen 0 70 nm Breite 35 Goldpfennig, ’ )latzvorfchrift 20", Auf« chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r.Friedr. Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst BIumschem;fürden Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Die „Nebenfragen" in Locarno. Freiheit der Luft. — Räumung Kölns. — Abkürzung des Befatzungs- regimes am Rhein und im Saargebiet. Severings Etatrede. Preußischer Landtag. Berlin, 14. Oft. Die allgemeine Aussprache zum Ministerium des Innern wird fortgesetzt. Abg. Dr. Leidig (D. Dp.): Der Etat des Ministeriums des Innern steht im Mittelpunkt der gesamten Politik in Preußen. Daher ist es von höchster Bedeutung, wer an der Spitze dieses Ministeriums steht. Die lebendigen Werte der 23er- oangenheit dürfen nicht zurückgedrängt werden, das ist der^Borwurf, den wir gegen Herrn Seoe- ring erheben, daß er Politik vom Standpunkt des 'Parteimannes getrieben hat. Mißgriffe in der ßersonalpolitik kommen überall vor. Was wir mißbilligen, ist die Tendenz, die sich darin offenbart. Wir können der so gestalteten Regierung kein Vertrauen entgegenbringen. (Lärm links.) Deshalb werden wir Mann für Mann für das Mißtrauensvotum stimmen. (Lebhafter Beifall rechts, Unruhe links.) Abg. Müller- Franken (Wirtsch. 23g.) vermißt die höheren Gesichtspunkte vom Standpunkt der Weltanschauung aus bei -diesem Kamps um die - Macht. Die Wirtschaftspackei steht programmatisch auf dem Boden der heutigen Verfassung. Der selb- - ständige Mittelstand bedauert, daß Minister Seve- k ring überall gezeigt hat, daß der Mittelstand nur immer Objekt der Gesetzgebung und der Derwaltungsmaßnahmcn ist. Der Minister hat nur allzuoft eine unglückliche Hand gezeigt. Herr Minister, schaffen Sie die R 0 ß v a ch l e u t e , die Stahlhelmleute und die Reichsbanner- l e u t e ab, wenn Sie sich verdient machen wollen. Darin liegt eine Gefahr für den Staat. Abg. Dr. Körner (Volk. Freiheitsp.) vermißt die nötige Sparsamkeit beim Haushalt des Innenministeriums. 2Bir haben zu dem Minister nicht das Vertrauen, daß er die ihm zur Verfügung ge- steüten Summen für das allgemeine Wohl verwendet, sondern nur den Vertretern seiner Partei sowie des Zentrums und der Demokraten zugute kommen läßt. (Lachen in der Mifte.) Unerhört ist es, daß nach Deutschland geflüchtete Elsaß- Lothringer auf Verlangen Frankreichs der sranzösischenMilitärgerichtsbarkeit ausgeliefert worden sind. Minister des Jnnnern Severing: Im Oktober 1924 habe ich den Wunsch ausgesprochen, daß es in oerhältnismäßig kurzer Zeit gelingen möchte, im besetzten Gebiete zur Liederausrichtung der preußischen Verwaltung zu kommen. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Seit November 1924 haben wir auch im Rheinland wieder eine preußische 23er» Wallung. Die Wiederherstellung der staatlichen Ordnung in allen besetzten Teilen Preußens hat dann auch die Bahn für die Erfüllung der Aufgaben frei» gelegt, die im Innern der politischen Zerrissenheit steuern soll. Die Derwaltungsresorm begegnet noch vielen Schwierigkeiten. Ich denke aber, daß das ganze Gesetzgebungswerk in einigen Monaten dem Landtag vorgelegt werden kann. Der deutsch-völkische Redner behauptet, daß die vaterländischen Verbände ausgelöst seien, nachdem ich mit der fron» ■ zösischen Militärbehörde vertrauliche Besprechungen 1 gehabt hätte. Wenn das der Fall wäre, dann wäre li ich ein ganz verächtlicher Mann. Ich bin gegen die vaterländischen Verbände vorgegangen, weil sie 18 einen Faktor der Beunruhigung bilden. Es ist be- houptet worden, ich wollte das Reichsbanner im Bürgerkrieg einsetzen. Ich habe nur erklärt, wenn die Rechtsorganisationen gegen die Verfassung vorgingen, würden auch die Reichsbannerleute keine Feiglinge sein. Es ist keine mittelstandsfeindliche Politik, wenn wir die P r e i s p r ü f u n g s st e l - Ilen beibehalten. Die mir vom Abg. Milberg zu- aemutete Rolle, alles abzudrosseln, was in diesen Zeiten die Gemeinden unternehmen möchten, lehne ich ab. Ich will die Selbstverwaltungen ausbauen und nicht drosseln. (Beifall links.) Die Herren von rechts, die hier die Einschränkung der Selbstverwal- r tung vom Ministerium verlangen, haben eine ganz v andere Haltung eingenommen, als das Ministerium die Gemeinden anwies, am Verfassungstage in den ■■ Heidisfarben zu flaggen. Wenn d e Gemeinden und Gemeindeverbände heute bei der modernen Entwicklung deS Der'ehrs große Aufwendungen für Verkehrs- zwecke machen, so dienen sie damit der Ge- samtwirtscha't. Ganz im Gegensatz zu den deutschnationalen Beden bei der Erörterung der Vorgänge tm Schueidemuhler Lager, sind die Deutschnatwna- len praktisch für die hemmungslose Einwande« rung pvkckfchrr Arbeiter. (Lärm und Rufe rechts: Sie sind ein hemmungsloser Demagoge!) Dre Gründung des Reichsbanners war notwendig geworden, um die Meinung zu widerlegen, kxiß das ganze politische Deutschland aus „Stahlhelm"- und „Iungdo"-Leuten besteht. Den Abgeordneten der Deutschen Dolkspartei möchte ich sagen: Wenn die Stresemannsche Außenpolitik fortgesetzt wird, so wird es nicht zwei Jahre dauern und die Volksparleiler werden vom Iungdo" genau so verfolgt und bedroht, wie wir jetzt. (Sehr wahr! links.) Der Minister verliest dann unter großer Unruhe der Rechten Stellen aus den D iesen der deutschnationalen Waeordncten Dorck, von Dersdorfs und Dächern, in denen zur Sammlung von Material aufgeordert wird, aus dem nachgewiesen werden könnte, daß für die Person alpolltik des Ministers SeveringS polltrsch- Freundschaftsbe- zi-hungen entscheidend sind, und daß dabei grobe Mißgriffe vorgekommen sind. Unter großer Heiterkeit verliest der Minister dann einen an ihn gerichteten Dries des deutschnationalen Abg. Dorck, in dem dieser den Minister bittet, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß ein dem Die hoffnungssreudigen Zeitgenossen, die an der Theorie Erzbergers festhielten, daß kurze Unterhaltungen zwischen den leitenden Staatsmännern Europas genügten, um den Frieden wieder herzustellen, die deshalb acht Tage lang dem deutschen Volke vorspiegelten, daß in Locarno alles in Butter fei, haben inzwischen einige saure Aepfel vom Baume der Erkenntnis gegessen, sie muhten einsehen, daß gar so leicht die Verständigung doch nicht zu erzielen sei, und haben deshalb ihre Linie etwas in die Richtung eines gemäßigten Pessimismus eingebogen. Mag fein, daß sie zum Schluß Recht behalten, mag fein, daß wirklich in Locarno die Friedenstaube aufsteigt', wir wurden uns darüber freuen, denn das Einzige, was Deutschland heute brauchen kann, ist, daß die Rachwirkungen des Krieges verschwinden und wir wieder die Arme frei regen können zum friedlichen Wettbewerb, um arbeiten und leben zu können. Aber vor der Hand füib wir doch noch weit davon e n t fe r n t. Und wenn man einmal die Ergebnisse, die bisher in Locarno heraus, gesprungen sind, durch ein Sieb schüttelt, dann bleibt im Grunde genommen verzweifelt wenig übrig. Deshalb wird es formell richtig sein, daß Staatssekretär K e m p n e r nur zur Berichterstattung nach Berlin gefahren ist, der Sache nach aber hat es sich natürlich darum gehandelt, daS Reichskabinett von dem in Kenntnis zu setzen, waS bisher erreicht und was nicht erreicht wurde und von neuem sestzustellen, wieweit die Grenzen für die Rachgiebigleit Deutschlands gezogen sind. Denn man darf nicht vergessen, daß die deutsche Delegation mit gebundenerMarschroute nach Locanw gefahren ist; nicht in der Form natürlich, daß sie einen genau ausgearbeiteten Marschbefehl mitbekam, aber doch soweit, als ihr vorgeschrieben war, was sie als Mindest- programm herauszuwirtschaften hatte. Alnb davon ist bisher recht wenig er* reicht worden. Vielleicht kann man sagen, daß der Artikel 16 seine Schrecken für uns verloren hat, wenn die Formulierung der Juristen das ausdrückt, was die Minister versprochen haben. Aber wir haben es ja schon einmal erlebt in der Frage der französischen Ostgarantie, daß Driand uns erst die Hand entgegenstreckte und sie nachher schnell wieder zurückzog. Das' liegt nun in seiner Tendenz, er will nichts von den Rechten aufgeben, die Frankreich aus dem Versailler Vertrag beanspruchen zu können glaubt, lind da die französische Diplomatie mit Unter» stützung ihrer militärischen ^lebermacht seither in der Lage war. den Vertrag so zu interpretieren, wie sie es für zweckmäßig hielt, glaubt sie eben alle Rechte für sich und alle Pflichten für uns in Anspruch nehmen zu dürfen. Das war für uns eine Folge des verlorenen Krieges, gegen die wir uns als entwaffneter Staat nicht wehren konnten. 3n dem Augenblick aber, wo man dazu übergehen will, die Fortsetzung deS Krieges mit anderen Mitteln, die feit dem Waffenstillstandsvertrag von der Entente durchgeführt wurden, zu beseitigen und wirklich wieder Zustände zu schaffen, die den schönen Ramen des Friedens verdienen, muß Frankreich seine ganze Position räumen, es muß sich vor allem daran gewöhnen, daß die Zeiten Ludwigs XIV. vorüber sind, daß Deutschland nicht der Tummelplatz für fremde Heere ist. sondern seine eigenen stark verkürzten Grenzen hat, aber wenigstens innerhalb dieser Grenzen seine Staatshoheit ausüben will. Damit ist es aber nicht verträglich, wenn die Gruppe Foch in Deutschland nur eine Etappe sieht, die beliebig besetzt werden kann, sobald es im französischen Interesse liegt, entweder bei einem deutsch-polnischen Konflikt oder auch nur bei einem russisch^polnischen Konflikt, bei dem die französische Generalität den in jeder Beziehung „teuren“ Bundesgenossen nicht im Stich lassen will. Deshalb der verzweifelte Kampf um dre Ostgarantie. Frankreich will an unserer Ostgrenze dieselbe Rolle spielen, die England am Rhein spielt, die eines neutralen Ga - Driefschreiber nahestehender Mann eine Stellung bei der Polizei erhält. Abg. Leidig hat in der Begründung des Mißtrauensvotums gesagt, so fährt der Minister fort, ich hätte nicht die Fähigkeit, den politischen Verschiedenheiten im Volke Rechnung zu tragen. Am 31. August 1923, als das Reichskabinctt Stresemann gebildet wurde, hat Abg. Leidig aber gerade mich aufgefordert, auf meine Partei im Sinne der Bildung einer Regierung der Volksgemeinschaft einzuwirken. In einer Koalitionspartei wäre der schlecht am Platze, der sich nicht seiner Partei zugehörig fühlt. Ich halte es freilich nicht für meine Pflicht, den Anhängern der neuen Zeit die Vorzüge des Alten ins Gedächtnis zu rufen, daß die alte Zeit nicht wied^rkehrt, um) daß es darauf ankommt, in der Gegenwart für eine bessere Zukunft zu wirken. (Beifall links, Zischen rechts.) Dann vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr. Die Abstimmung über die Mißtrauensantrage gegen den Minister Severina wird erst Donnerstag nächster Woche stattfinden. r a n t e n, will aber außerdem sein Militärbündnis mit Polen fortsetzen, von dem niemand weiß, was eigentlich darin steht, daß Deutschland also zum Spielball in der Hand der Franzosen und Polen machen würde. Erhält Frankreich durch die Garanten, die hinter einem Vertrage von Locarno stehen würden, die Sicherheit dec gegenwärtigen Grenze am Rhein gewährleistet, dann besteht nicht der leiseste Grund mehr, weshalb darüber hinaus rroch deutsches Gebiet von französischen Truppen beseht werden soll. Die neutralisierte Zone, die uns aufgezwungen ist, bedeutet mehr als hinreichend Sicherung Frankreichs vor der unmöglichen Gefahr deutscher Qlngriffe. Aber eS ist ja angenehmer, einen Teil französischer Truppen auf deutschem Boden stehen zu lassen und dem eigenen Lande die Lasten dieser bewaffneten Macht fernzuhal- t e n, es ist vor allem schwer, dem französischen Rationalismus klar zu machen, daß er seine Bastionen am deutschen Rhein räumen muß. Die Frage, wie er es seinen Rationalisten sagen soll, ist offenbar für Briand ausschlaggebend. deswegen will er uns mit unverbindlichen Versprechen vertrösten und alle Taten für eine unbestimmte Zukunft ausschieben. Damit aber kann sich eine deutsche Regierung nicht begnügen, sie muß darauf hinarbeiten, die Leidenszeit des besetzten Gebietes zu erleichtern und abzukürzen. Will Frankreich da nicht mitmachen. dann zeigt es eben, daß es von dem Geist des wahren Friedens keinen Hauch verspürt hat, und dann bleibt eben nichts anderes übrig, als die Verhandlungen über einen Westpakt solange zu vertagen, bis Frankreich für eine Einsicht reif ist. Die deutschen Forderungen. Heftiger Widerstand Frankreichs. Paris, 14. Ott. (X.21) Der Sonderberichterstatter des „Reuyork herald" in Locarno will erfahren haben, daß die deutsche Delegation, nachdem Sc eine schriftliche Erklärung von den (liierten erhalten hat. nach der die besondere Stellung Deutschlands beim Eintritt in den Völkerbund berücksichtigt werde, jetzt eine schriftliche Zusicherung gewisser Zugeständnisse verlangt. Rach dem „Reuyork Herald" sollen die deutschen Forderungen folgende sein: 1. Deutschland verlangt Aufhebung sämtlicher einschränkenden Luftfahrlvestimmungen und Gleichstellung mit den Alliierten. 2. Räumung Kölns bei Unterzeichnung des Paktes und Erteilung des versprechens, daß die Truppen der Kölner Zone nicht nach anderen Be- satzungsgebieten, sondern nach Frankreich zu- rückgeführt werden, damit die Besahungskoften vermindert werden. 3. Die Räumung Kölns ist dahin zu verstehen, daß Deutschlands Entwaffnungsbest im- mungen erfüllt sind. Kleinere mit der Abrüstung zusamenhängende Fragen können Gegenstand einer spateren gütlichen Regelung bilden. 4. Milderung de» Besahungsregimes i m Rheinland. 5. Beschleunigte Räumung aller Besät- zungszonen. 6. Wiederherstellung der deutschen Wirt- schaftshohelt im Saargebiet. Das Blatt hebt b:fon'1e .d hervor, daß Luther und Stre'ewann größten Wert darauf legen, daß sie diese schriftliche Zusicyerung von den alliierten Delegierten erhalten. Stresemann habe geltend gemacht, daß die gegenwärtigen alliierten Unterbau' l.r alle kürzere Zeit im Amte seien als die deutschen Minister und daß bei einem eventl. Regierungswechsel in den alliierten Staaten die neue Regierung mündliche Versprechungen nicht c.13 bindend ansehen könnte. Briand soll es jedoch abgelehnt haben, diese schriftliche Erklärung abzugben. Auf französischer Seite scheint dis Meinung vorzuherrschen, Konzessionen auf diesem Gebiet wären nur als natürliche F 0 l- gen des Pak.abschlus'es für später in Aus- Der Wiener Konflikt. Die österreichische Rcg'crnng deckt Mataja. Wien, 14. Oft. (WTB) Nachdem die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Parteien über die Beilegung des gestrigen Konsliktes fast den ganzen Tag in Anspruch genommen hatten, erteilte Bundeskanzler Ramek in vorgerückter Nachmittagsftunde auf die gestrige An- frage des sozialdemokratischen Klubs die A n t - wort der Regierung, in der es heißt: D>e Regierung stellt fest, daß der Abg. Leuthner gegen die Person des Ministers M a t a j a Anschuldigungen erhoben hat, die jedes Maß sachlicher Kritik übersteigen und nicht nur die Ehre des Ministers Mataja aufs schwerste kränken, sondern auch gegen die Außenpolitik des Kabinett» die schwersten, gänzlich unbegründeten Angriffe in der Richtung enthalten, daß die Regie- rung in der Führung ihrer Außenpolitik unter dem Diktat auswärtiger Mächte stehe. Leuthner machte dem Minister des Aeußern aus- sicht zu stellen, ohne sie mit diesem selbst zu verbinden. Das „Journal des Debats" sagt, eine Verständigung in der Frage der Räumung Kölns werde nur schwer znstand.' kommen. Auch sei Frankreich außerstande, im Hinblick auf die Erleichterung des Besahungsregimes bestimmte Verpflichtungen einzugehen. Die Besetzung des Rheinlandes könne nur so weit revidiert werden, als es mit der Sicherheit Frankreichs in Einklang zu bringen sei, wobei sich die französische Regierung das Recht Vorbehalten müsse, die Besatzung jeden Augenblick wieder zu verstärken. Frankreich dürfe um keinen Preis auf das durch den Versailler Vertrag festgelegte Recht der Besetzung verzichten, weil es die Grundlage für die territoriale Ordnung des neuen Europa bilde. Mit besonderer Schärfe widerspricht das Blatt der Auffassung, daß die französischen Bündnisverträge mit den O st st a at e n nach dem Zustandekommen des deutsch-polnischen und des deutsch-tschechischen Schiedsgerichtsvertrags hinfällig würden. Die französische Delegation könnte unmöglich diesen Standpunlt einnehmen. Sollte ein französischer Delegierter diesen Standpunlt zum Ausdruck bringen, so sei seine Ablehnung unausbleiblich. Rach dem „Echo de Paris" soll grundsätzlich auch die Erteilung eines Kolonial- man'batii an Deutschland beschlossen werden. Doch soll, wie das Blatt erfährt. Italien gewisse Schwierigkeiten machen, da es ebenfalls Ansprüche auf Zuerteilung von Kolonien erhebe. Der Rückkehr Kempners blickt man mit Spannung entgegen. Man hält es für möglich, daß der deutsche Staatssekretär bei seiner Rückkehr der deutschen Delegation auf Grund seiner Berliner Verhandlungen Forderungen an die Alliierten nahelegen werde, die, wie der „Quo- tidien" meint, den Gang der Arbeiten der Konferenz erschweren werden, ohne jedoch ihr Endergebnis zu gefährden. Die Arbeit der Juristen. Die Formulierung der Schiedsverträge. Locarno, 14. O'kt. (Wolff.) Die für heute nachmittag angesehie Vollsitzung der Konferenz ist ausgefallen. Das gab naturgemäß zu einer Reihe von Einzel beratungen Anlaß. So sahen im Laufe des heutigen Rachmittags der Reichskanzler und Außenminister Dr. Stresemann den tschecho-slowakischen Außen- mnllster Bene sch bei sich. Weiter konferierte Staatssekretär v. Schubert mit dem der italienischen Delegation angehörenden italienischen Gesandten in Wien Bordonaro und der britische Außenminister E h a m b e r I a i n mit Scial 0 ja. Bei diesen und allen anderen Besprechungen. die laufend statt'inden, sind angesichts de- Tatsache, daß keine Delegation hier ein einze7. es beschränktes Interesse verfolgt, naturgemäß zahlreiche laufende Fragen besprochen worden. Die Besprechungen der Juristen galten der Entwerfung der Westschiedsverträge: in die Arbeit der Ost schiedsverträge dürste erst morgen eingetreten werden. Die morgige Vollsitzung, deren Zeitpunkt noch nicht festgesetzt ist, wird die Schiedsverträge mit Frankreich und Belgien zu behandeln haben. Die juristischen Arbeiten an den verschiedenen Verträgen bedeuten im wesentlichen eine Fortführung der Arbeiten, die seinerzeit bei der Londoner Zusammenkunft der Juristen be» ra’en worden sind. Es waren damals zwar die Oststaaten nicht vertre'en, aber auch für die mit ihnen astzuschsteßenden Schiedsverträge gilt voraussichtlich wie für Sch'edsverllä e mit Frankreich und B-rlgien, daß die allgemeinen Grundzüge, die jetzt se'tgestestt worden sind, nicht mehr umstritten find. Obwohl beute die Arbe 'en der Juristen zunächst nut den West- fchiedsre.trä en ga'ten, die morgen in der Vollsitzung bestandest werden sollen, ist dabei der drücklich den Vorwurf, daß er seinem französischen Herrn und Gebieter in Gehorsam diene. Die Regierung muß diese in nichts begründeten Anschuldigungen entschieden zurückweisen. Die Regie.ung erflurt sich selbstverständlich mit der Politik ihres Minister des Auswärtigen und somit auch mit der Sache, die er gegenüber den Angriffen Leuthners zu vertreten hatte, voll und ganz solidarisch. Aber sie steht nicht an, zu erffären, daß nicht jede Polemik, w lche der Minister im Verlaufe einer erregten Debatte mit einem Abgeordneten aus dem Stegreif führt, schon deshalb als eine Regierungserklärung zu b-werten ist, und daß mithin die Regierung sich auch mit jeder einzelnen Redewendung, die ein Minister in der Kritik gegen einen Abgeordneten anwendet, identisch erklärt. Der Verband der Sozialdemokratischen Abgeordneten hat beschlossen, sich mit Leuthner solldarisch zu erklären, die an feiner Rede geübte Kritik zurückzuweisen und den Verkehr mit dem Minister des Aeuheren abzubvechen. des nahmen erfolgt. Tagung der Goethebünde. einen Volks» Schillerpreis von neuem einzurichten, der in drei Jahren erstmalig zur Verteilung gelangen soll. Die deutsche Fassung der Augustana entdeckt. glatt verlaufenen Arbeiten an den Schiedsverträgen, die die Juristen vollbringen, als einer politischen nichts zu tun hat. Die Lösung dieser Frage ist, wie die der anderen politischen Fragen, wie z. D. der mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängenden, noch nicht endgültig gefunden. Berichterstattung in Berlin. Staatssekretär Kempncr beim Reichs- Präsidenten. — Cine zweite Kabinetts- sitzung. Berlin, 14. Okt. ($11.) (Amtlich.) Staatssekretär Dr. Kcmpner wurde heute vormittag 10.30 Uhr vom Reichspräsidenten von Hindenburg zur Berichterstattung über die Verhandlungen in Locarno empfangen. Um 11.30 Uhr trafen erneut die in Berlin anwesenden Minister unter dem Vorsitz des mittlerwelle eingetroffenen Reichswehrministers Dr. ® e ß - l e r zusammen, um die Berichterstattung des Staatssekretärs in Fortsetzung der Verhandlungen von gestern abend weiter entgegenzunehmen. Wie der »Verl. Lokalanz." betont, ist in der Sitzung irgendein formeller Beschluß nicht gefaßt worden. Die Zustimmung der in Berlin weilenden Kabincttsmitglieöer zu den Darlegungen des Staatssekretärs habe sich nur aus dem Verlauf der Diskussion und ferner daraus ergeben, daß keiner der Minister Einspruch erhoben habe. Dass.kbc gelte von der Berichterstattung beim Reichspräsidenten. Das „Berliner Tageblatt", das ebenfalls hervorheüt, daß die deutsche Delegation in Locarno auch weiterhin der Zustimmung der übrigen Kabinettsmitglieder sicher sei, glaubt über die heutige Ministerbesprechung Mitteilen zu können, daß die (Stimmung durchaus dafür gewesen sei, mit allem Rachdruck für die Durch - i sehnng der deutschen Forderungen in den sogenannten Rebenfragen einzutrctcn. Staats» fcLetär Dr. Kcmpner trat abends die Rück - reise nach Locarno an. Abreise Mussolinis nach Locarno Rom. 14. Okt. (WTV.) Mussolini ist heute abend nach Locarno abgerrist. Lr wird am Don- | nerslagoormiltag 11 Uhr in Locarno eintresfen. Chamberlain vor Ser presse. Locarno. 14. Oft. (TU.) Chamberlain empfing heute morgen die Vertreter der englischen Presse und gab ihnen folgende Erklärungen ab: Die Verhandlungen seien bereits recht weit vorgeschritten. obgleich alle Entscheidungen, besonders in den Ostfragen, noch ausständen. Die Verhandlungen waren jetzt an einem Punkte angelangt, wo niemand mehr die Verantwortung für ihr Scheitern übernehmen forme. Er müsse betonen, daß bei allen hatten im April und Mai 1924 unter dem Titel ..Der Dolchstoß" und die „Auswirkung dcS Dolchstoßes" in zwei Heften Darstellungen von Augenzeugen über die Zersetzung in Heer und Marine und die Vorbereitung der Revolution gebracht. Diese Darstellungen wurden in der „M ünche -- n e r Po st" als Fälschungen bezeichnet, worauf gegen deren verantwortlichen Schriftleiter Beleidigungsklage erhoben wurde. Die Ver- Handlungen, zu denen Sachverständige und Zeugen aus ganz Deutschland geladen sind, nehmen am 19. Oktober vor dem Amtsgericht München ihren Anfang. * Der Verkehr zwischen Italien, der Schweiz und Deutschland soll dadurch er» die Paßkontrolle in Como nur noch im Zuge erledigt werden soll. Ein AnglückSfall in den Phönixwerken. Ein schwerer Unfall ereignet* ii* auf den Phonixwerken m Hamm. Bei dem Wiederaufbau der kürzlich niedergebrannten Verzinkerei brach ein Gerüst zusammen, wodurch vier Anstreicher und Glaser aus einer Höhe von 12 Meter in die Tiefe stürzten. Einer der Verunglücklen ist seinen Verletzungen bereits erlegen. Die drei übrigen liegen schwer verletzt im Krankenhause. I Neue (YptautenausMisungen aus Polen. . Vertreibung von 2000 deutschen Grundbesitzern. Berlin. 14. Ott. (LA.) Am 1. Rovembcr wird eine zweite Welle von vertriebenen Optanten aus Polen zu erwarten sein. Der deutsche Rechtsstandpunkt demgegenüber ist bekannt. Die Reichsregierung hat niemals die formale Berechtigung der Polen zur Ausweisung der Optanten aus dem Wiener Abkommen bestritten. Es hätte aber Polen volllommen freigestanden, im Interesse eines gegenseitigen Einvernehmens von dem Ausweisungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Die Zahl der Optanten, die zu erwarten ist, steht noch nicht fest, sie wird aber etwa 2000 betragen. Es handelt sich diesmal um Grundbesitzer aus den Grenz- und F e st un gs g e biet en. Da die Zahl geringer ist als die erste Welle, ist schon deshalb eine bessere Aebernahme im Flüchtlingslager Schneide mü hl zu' erwarten, das für 2300 Personen eingerichtet ist und für den Winter geheizt werden kann. Schon jetzt aber tritt wieder die alte Erscheinung auf. daß die Optanten bis Kommunisten-Derhaftung in London. ~ 15. Oktober (WTB. Funkspruch.) Groß« Aufsehen erregt hier die gestern nacht erfolgte Durchsuchung des kommunisti- '^en Hauptquartiers in London durch die Polizei und die Verhaftung von 6 bekannten Führern. Die Razzia wurde unternommen auf -befehl be* Innenministeriums. Die Verhafteten werden des Versuches. Aufstand und Meuterei zu erregen, angeklagt. Vier der Verhafteten sind Mitglieder ö-s Volksausschusses der kommunisti- ßben Partei. Große Mengen von Literatur und Dokumenten wurden beschlagnahmt. Amerika für die chinesische gollautonomie Der „Hanauer Anzeiger" feierte vor einigen Tagen als eine der ätieften deutschen Zeitungen sein 200jähriges Jubiläum durch Herausgabe einer Sondernummer. Er ist unter dem Konten ..Wöchentlicher Hanauer Frag- und Anzeigungsnachrichten" auf Anregung der Regierung des Grafen Johann Reinhardt von Hanau gegründet worden. Aus den kleinsten Anfängen (ein Faksimilie-Druck der ersten Ausgabe vom 27. September 1725 lieat der Rcftnummor Di« französische Regierung hat. sich entschlo!- sen, das Parlament für den 27. Oktober zu- sammenzuberufen. Aus aller Welt. Der erste Schnee. Köln. 14. Okt. (WB.) Auf dem Weste r- wäld. besonders am Schenkelberg, fiel heute der erste Schnee. Rachts ist die Teniperatur auf öwer Grad unter Rull gesunken. Auch aus Mitteldeutschland, vor allem der Gegend von Erfurt. ist heftiger Schneefall gemeldet, ebenso aus den höher gelegenen Orten des Erzgebirges und des Vogtlandes, aus Reitzenhain und Klingenthal. Die Felder, in denen überall Kartoffeln stecken, sind bereits von einet Schneedecke überzogen. ImAiesengebirge setzte, wie der „Bote aus dem Aiesengebirge" meldet, in der Rächt zum 14. Oktober Schneefall ein, der bis mittags bei 1 Grad Kälte und fast völliger Windstille anhielt. Die Schneelage auf dem Kamm hat bereits die Höhe von 4 Zentimeter erreicht und reicht etwa bis zur Gegend der Teiche herab. ZeitungSjnbiläen. Der General der 3nfajiterie Dr. v. Bahr- ^6 Honorarprofessor an oer Hallenser Aniversität wirkt und der sich als ^tunzforscher einen internationalen Ruf erworben WnrhLÜ Kr^gbgericht in Mons wegen ^andstistung und qualifizierten Dieb- nayls in contumaciam z u in Tode verurteilt worden ♦ ♦ der Stahlhelmlei- ^4^cr?cbur9 0,1 den Innenminister Achteten Telegramms, das An- X0C0€£ öie preußische Regierung r Ji’Är ?er Regierungspräsident Grütz- ner in Merseburg gegen den Verfasser des Tele- Neuyork 15. Okt. er Tätigkeitsbericht ergab ein erfreuliches Bild oer toieberauffteigenben Entwicklung und festere? Zusammenschluß der Goethebünde Einstimmig wurde folgender Antrag Berlins angenommen: Die Goethebünde halten es dringend für angezeigt, daß die Regierungen der deutschen Lander nach dem Vorbild Preußens einen Sach- ber ft dn big e na ugfcßu ß ernennen, deren @1x10^1611 gegen Werke der Literatur oder Kunst in Berücksichtigung gezogen werden müssen. Es wurde ferner beschlossen, angesichts der Tatsache, daß der Staats-Schillerpreis auch in öer neuen Aera nicht zur Verteilung gelangte, zum letzten Augenblick warten. Die Situation ist bei dieser Welle besonders dadurch verschärft, daß die Grundbesitzer kaum in der Lage waren, ihr Besitztum in Polen zu verkaufen oder zu verpachten. Don etwa 2000 Morgen Grundbesitz der deutschen Optanten in | Polen ist zwar ein Teil verkauft ,öic Erlöse bc- ! trage : aber höchstens ein Viertel des Friedenswert cs, weil der Verkauf in der Rot erfolgte. Weitere Vermögensverluste sind dadurch entstanden, daß der Gegenwert in polnischer Währung ausgezahlt wird, die ständig sinkt. Die Polen haben aber auch nichts unversucht gelassen, um den deutschen Grundbesitzern die Veräußerung ihres Besitzes zu erschweren. So haben sie größtenteils in ihre Wohnungen Zwangsmieter einquartiert, nämlich polnische Optanten aus Deutschland, und es ist selbstverständlich, daß unter solchen Umständen der Verkauf des Grundbesitzes kaum möglich ist. Polnische Gerichte in Birnbaum hoben ferner den deutschen Optanten verboten, ihre Besitztümer zu verpachten. Die deutschen Stellen haben dagegen protestiert, sie sind aber bisher ohne Antwort geblieben. Dieter zweiten Welle folgte nach polnischer Absicht eine dritte Welle bestehend aus den übrigen Grundbesitzern, die biö jum 1. Juli nächsten Jahres abgewandert i lein müssen. Die Zahl dieser letzten Grund- j beJlhcrJDlrD ungefähr 5000 betragen. Diese pol- ni^e Serrorifierungeitafttf steht in eigenartigem Widerspruch zu den Bemühungen des polnischen Außenministers in Locarno, mtt Deutschland zu friedlichen Abmachungen zu Tommen. zu denen e,n Gnsi deö Vertrauens und der Loyalität Voraussetzung wäre. I Aus -er Proyinzialtzauptfladt. Gießen, ben 15. Oktober 1925. 1 | Don der „Schönen Aussicht". ! _ isi nirf)ts so schlimm, es ist für etwas gut1 hat denn auch die schlimmste Notzeit der jüngsten Jahre für Gießen etwas Gutes gebracht in Gestatt des Wohnhauses für Studenten auf der „Schönen 21 u ssich t", das bei seiner Einweihung den Namen < a o * m crß’eti- Als im Sommersemester 1923 die Wohnungsnot für Studenten aufs höchste • flieg, da drängte sich der Gießener Studeuten Hilfe der Gedanke auf, hier durch Errichtung I eines Gebäudes mit Studentenwohnungen helfend I einzugreifen. Und als bann vor allem durch die Bemühungen des Stadtv. W i n n der Erwerb einer Barocke auf dem Trieb von der Stadt zustande kam, da konnte zur Verwirklichung dieses Planes gc- I schritten werden. Gar viele und große Schwierigkeiten waren zu überwinden, und es schien, als ob es nur möglich sein werde, ein recht primitives Unterkommen mit Massenquartier zu schaffen, bas kaum längere Zeit biefem Zweck hätte bienen können. Da kam ober Hilfe, vor allein durch den Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen, wobei insbesondere Direktor Dr. Humperdinck von den Buderuswerken in Wetzlar m aufopferndster Weise mitwirkte. So gelang es, ein Heim.zu schaffen, das nicht nur geeignet war, dem augenblicklichen Notstände zu begegnen, sondern eine dauernde Einrichtung zu werben, um bie viele anberc Hochschulen Gießen beneiden. 46 Studenten sind dort während des Semesters untergebracht. Obwohl feine großen Ankündigungen ergehen, hat sich die Kunde vom hiesigen Studentenwohnhaus doch schon weichin verbreitet. Ständig kommen Aufnahmegesuche, z. T. aus der Nähe von Söhnen eines Landpfarrers ober eines Lonbarztes, S-T. aus weiter Ferne von Auslanbbeutfchen. Aber schon seit längerer Zeit ist dos Wohnhaus für das kommende Wintersemester voll belegt, da von feinen seitherigen Bewohnern nur ein ganz verschwindender Bruchteil wegen Wechsels bet Universität ober wegen Examens bas Heim verlassen ßat. So übersteigt bie Zahl der Anfragen bei weitem die Zahl der verfügbaren Betten. Bei der Aufnahme wird eine sorgfältige Auswahl getroffen, und dem ift es zu verdanken, baß bas Zusammenleben der Studenten in dem Heim sich zu einem überaus erfreulichen und harmonischen gestaltet hat. Bedenkt man, baß hier fast 50 junge Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen und Gegenden, korporierte und nichtkorporierte, alte Semester und junge Füchse, zusammenwohnen, so ist man erstaunt über die absolute Ruhe, die den in bas Haus (Ein« fretenben empfängt. Hier wird eben fleißig ftubiert, unb bazu ist Ruhe nötig. So nimmt benn auch jeder Rücksicht auf bie anderen, und wenn etwa auf einer '■öube die Unterhaltung zu angeregt wirb oder wenn gar einmal Gesang ertönt, bann bebarf es nur eines Klopfens an der Wand, um bas Silentium roieber herzustellen. Je nach ihrer Eigenart unb ihrem Geschmack haben die Bewohner sich ihre Buben noch wohnlicher gestaltet: hier hält sich ein Tierfreund seinen Kanarienvogel, dort züchtet ein anderer Kakteen. Eifrig ist im Sommer bas Turnen im Freien, namentlich am Reck, unb bas Tennisspiel gepflegt worden, unb besonders Sportbegeisterte traten häufig schon morgens um 5 Uhr zu leichtathletischen Uebungen an. So gewinnt man aus allem den Eindruck, daß sich die Heimbewohner wohlfühlen, und baß dies nicht auf einer Täuschung beruht, das zeigt u. a. ein Brief, den kürzlich ein Student, der im Wintersemester 1924/25 im Heim gewohnt hat, an die Gießener Stubentenhilfe gerichtet hat. Cr schreibt von der Hochschule in I. unter dem 22. Sept. l. I.: „Da ich im nächsten Sommer (!) roieber nach Gießen mochte, bitte ich Sie höflichst, mich einstweilen für bas Egerheim Vorwerken zu lassen. Ich freue mich schon sehr, roieber in bie große Familie auf ber ..Schönen Aussicht" aufgenommen zu werden . . . Die hiesige otudentenhilfe (in X.) ist technisch sehr gut ein- gerichtet, ich muß aber gestehen, daß cs in Gießen uiel gemütlicher ist, zudem ist dort — ein sehr roidr tiger Faktor für hungrige Stubentenmäqen — bas Essen reichlicher." Daß das Studentenwohnhaus noch manche Spuren der Notzeit — in welche feine Entstehung gramms, Oberstleutnant D ü ft c r b c r g , Straf- antrag gestellt, Die „Süddeutschen Monatshefte" beteiligten Staatsmännern der beste Wille bestehe, die Konferenz zu einem günstigen Abschluß zu bringen. Seiner Meinung nach wird das Ergebnis der Konferenz keine Scheinlösung, sondern tatsächliche Entscheidungen von tiefgehender Bedeutung für den künftigen Frieden Europas mit sich bringen. EhamKrlain wies besonders auf die weit vorgeschrittenen Arbeiten der Juristen hin, die eine Anzahl von Streitfragen günstig gelöst hätten. Das Erfreulichste an den -reichen Ergebnissen werde sein, daß sie nicht den Triumph einer bestimmten Kategorie von Ansichten über die Riederlage einer der beiden - Seiten bedeuten würden, sondern natürlich er- wachsen seien auS gemeinsamen Interessen und gegenseitigem guten Willen. Die Ausführungen Chamberlains waren nach dem Eindruck der Anwesenden von einem gedämpften, aber ernsten Vertrauen in den weiteren Der- i lauf der Konferenz getragen. Die Londoner Abendblätter scheinen den Optimismus des britischen Außenministers nicht durch- weg zu teilen. So vergleicht der konservative, dem Ftanfopßilen Lord Derby nahestehende „E o e n i n g Standard" die Berichte über die Verhandlungen mit Kriegs-Bulletins, in denen beide ©eiten über große Fortschritte berichten, während die Armeen sich immer in derselben Position befinden. Eine Formel bedeute nicht notwendigerweise eine Losung. In ber Tat sei eine Formel sehr ost em Bekenntnis dafür, baß eine Lo - fung nidjt gefunden werden könne. Frank- könne beispielsweise nicht vergessen, daß die östlichen Grenzen Deutschlands ein bequemes poli- ti ches Instrument für gewisse ehrgeizige Zwecke '/ien. Deutschland auf ber anberen Seite sonne nicht vergessen, baß bie französische Politik in Polen feine Sicherheit unb selbst feine eigene Souveränität gefährden könne. In der Tat sei es heute schon klar, daß kein Pakt im Sinne einer allgemeinen Befriedung in dem gegenwärtigen Stadium der europäischen Politik nicht verlangt werben könne, in welchem Frankreich unb Deutschland sich zwar gegenseitig bulben, aber gewiß nicyt lieben würden, tn welchem ferner eine ehrgeizige neue Großmacht mit neuen Methoden um ihren Plag an ber Sonne, nämlich im Mittelmeer kämpfen würde (Italien), und in welchem schließlich R u ß l a n d sich als ein Rebell von der ganzen Struktur europäischer politischer unb sozialer Zivilisation abgetrennt habe. Die Hoffnungen seien von Anfang an ü b e r t r i c b e n roor- ben Es sei möglich, baß die Enttäuschung der En° thusiasten genau so laut zum Ausdruck kommen wurde, wie sie entdeckten, baß bie Konferenz in Locarno zwar bie Probleme bearbeitet, sie aber unlösbar gefunben habe. Die Konferenz habe in- beßen niemanden Schaden getan, im Gegenteil sie scheine insofern Gutes geschaffen zu haben, als sie ore leitenden Staatsmänner in persönliche, an- statt m rein offizielle Berührung miteinander brachte. Die Dinge arbeiteten jetzt für bis allgemeine Befriedung, wenn bis Menschen überhaupt ben I Frieden wünschten, aber genau fo gut für b e n jt r i c g , wenn die Menschen den Krieg woll- I ten. Die beste Garantie für den Frieden für die nächsten zehn Jahre sei nicht irgendein möglicher Pakt, sondern die Tatsache, daß die Menschheit des Kämpfens müde sei. Dieser Faktor verliere jedoch von Jahr zu Jahr an Wert. Eine neue Gene- ratton wurde auf dem Kontinent aufwachsen, welche des Friedens ebenso müde fein würde, wie bie gegenwärtige des Krieges. I juristische Vertreter 6er tschechoslowakischen Delegation zugezoaen worden, um die abschließenden Arbeiten an den Ostschiedsverträgen zu erleichtern. Cs ist nicht ausgeschlossen, daß auch bei den morgen in Angriff zu nehmenden O st - schiedsverträgen die juristischen Berater Englands und vielleicht auch Frankreichs Mitwirken werden. Dabei ist festzustellen, daß die Frage der Garantie mit den an sich 27. September 1725 liegt der Feftnummer bei) hat er sich zu dem meistgelesensten Blatt des Stadt- und Landkreises Hanau entwickelt. Die Iubiläums-Rummer enthält Beiträge aller Spitzen der Behörden aus Stadt und Kreis, von Schule und Kirche, Handel unb Wirtschaft. Heimatgeschichte und Kunstpflege kommen gleichfalls zur Beachtung. Mit zahlreichen Repro- pulhonen nach photographischen Aufnahmen gc- schmückt, gibt die Feftnummer des „Hanauer Anzeiger" ein umfassendes Bild seines technischen Könnens und feiner geistigen Peripherie. Der deutsche Osten ist wieder ein Gebiet geworden, in dem deutsche Kulturpropaganda getrieben werden muß. um deutsches Land gegenüber polnischen Einflüssen deutsch zu erhalten. Der wichtigste Vorkämpfer aus geistigem Gebiete ist dazu die Presse, die allen deutsch Sprechenden deutsches Geistesgut vermittelt. Das ..Pommereller Tageblatt", das am 1. Oktober sein 75jähriges Bestehen feierte, steht heute mehr denn je auf exponiertem Vorposten tn„ i r f d) a u, das den polnischen Ramen Tczew trägt. Die Iubiläumsnummer, die Verlag und Redaktion des „Pommereller Tageblatt" aus Anlaß feines Iubeltages berausgeben, zeigt in feinem Inhalt deutlich die Gesamtlage der deutschen Presse im geraubten Osten: Mit gebundenen Händen arbeiten. Was aus diesen Schaf- fensmögltchkeiten entsprossen ist, das hat in dieser Rümmer seinen Riederschlag gefunden. Die Anerkennung und Glückwünsche seiner führenden Mitarbeiter, und anderer einflußreicher Persönlichkeiten, soweit sie deutsch denken und fühlen und die deutsche Sache mit warmem Herzen för- Madrid, 14. Okt. (Havas.) Nach Nachrichten oern, begleiten das Blatt in das letzte Viertel aus Eingeborenenquellen soll der Bruder Abd ersten Jahrhunderts. el ßrims sich bei ben Djeballas mehr als Der Niesenbetrua bei bet Gefangener aushalten. Als er bie Nachricht von ber J t 7" .neicysvanr. Niederlage Abb el Krims bei Alhuc?mos erhalten KiidLrn L? N-i^k^?!!^-^ellungen aus ben habe, habe er seinem 23rubcr zu Hilfe eilen wollen, M EL» t^«^0^tnebenfteUe in Charlotten- lei ober von ben Djeballas baran verhinbert mor- 5^??'ÖCmJ^sba£fin^‘or Arden mit ber Begrünbung. baß feine Anwesenheit ’m ^d) 9 b,e ^ohe von bei ihnen im Augenblick ber Gefahr notwenbig nahP°°^‘ üegt bJc Vermutung roare, unb baß Abb el Krim bie Ursache des gegen- q J’h r? ru nblhc„bereits im wattigen Zustanbes sei. In ber letzten in Ast Ka- ?■ 6 9 0 n n e n hat. Um wenigstens mata abgehaltenen Sitzung habe Abb'el Krim bie .Teil des Gelbes zu erhalten, ist über bas Führer ber Bokojas unb9 ber Beni Uriaqel be- 'r,nb die Wohnungseinrichtung »Irnolbs (türmt, ihm neue Unter st ützüng zur Ber- » lagnah m e verhängt worben. Verfügung zu stellen, aber feine Bemühungen seien insofern vorhonben, als Arnold einen erfolglos geblieben. Aeußerst mißgestimmt habe Lnbunh nnh»??».16« r hochwertigen er einige des Abfalls verdächtige Eingeborenen ge- und onberem Vesitz angelegt hat. Arnold fangen fetzen und einen ber Spionage verdächtigen k'", Doppelleben geführt. Einerseits erschießen lassen. Nach der Zeitung .mhiTl" ^Mk", ber fid) durch «allen bie nächsten Operationen bie Verbinbuna ÄÄ. Unb Duchtigtiit bas Vertrauen feiner 'Bor fischen bem Frontabschnitt von Alhucemas und -u erwerben wußte, wahrend cr auf der dem von Melilla sein. ?eite als L e b c m o n n auftrat. Besondere _____ Zorttebe hatte er für die Damen der Halbwelt des Kleine politische Nachrichten. ”4^*» u .Iwischci, d-in d-ul,ch-„ Dolschoster Frei- KUXrei6en ™6 ÄVLÜgfl Ä“ ,"n. ‘ f"'b Ä« Departement die Urfunöen über die Ratif^ Gelbe?6beh^m'1 hÜ? bC\ ^silegung der 3 i e r u n g des beu t f cb - a m er if antfdjen I bÄ f,°L fmb bercÜ5 -mige Fest- «anöelgbertragß vom 8. Dezember 1923 ausgetauscht. Hiermit ist der Vertrag in Kraft getreten. ’MMtlhme. r Am Bäw, Zr-V ZLsK- BMs ■«orgentemperahiruß !WhaiiptW. l>:n 15' Oktober 19%. önen Aussicht". ?m> _M 'st für etwas k ümw.ste Notzeit-er DnL (auies gebracht in (Seitab wntai auf der „Schöner, «r LmMchung den Kamen Ws im Lmmechmeflrr fui Studenten aufs höchste »er Gietzener Stuben. :e aut, hier durch Crrichdm -tudentenwohnungen helfend dann vor allem durch die n. Wenn der Erwerb einer mn der Stadt zustande kam, kllchung dieses Planer $e- ielc und grotze Schwierig nden, und es schien, als oi oerbe, ein recht primitiv« fenquartier ;u fchaffen, das liefern Zweck hatte dienen fiilfe, vor allem durch den and für Lahngou und i insbesondere Direktor $r, den Buderuswerken In Ach Weife mtairfle. So gelom . ifen, dos nicht nur geeignet hen Notstände zu begegnen Einrichtung zu werden, um hulen Sieben beneiden, dort während des^ Semesters keine großen Ankündigungen nie vom hiesigen Studenten. weithin verbreitet. Stanbig che, x/L aus der Nahe von ners oder eine- Landarztes, m von Auslanddeuttchen. r Zeit ist da; Wohnhaus für .«melier M » nobnem nur ein ganz o«l xrkKsru ex 1L1 einem überaus er •fei“ »“■»ilSS , die denm ^ÄierL er wird.e^Mjeder a- 5ohnZntia>a auf emcr m, unb5 mirb oder wenn zu angeregt w nur irtönt, dann -ilentium , c Mild'"" Eigenart unb - seiner fich'p -n die vcw (ld) em t gestal-e -m daß sich b e,:„(r Täuichung E3 nicht °U' Kürzlich-»' .Itt F «ML "«Ach.,, Biff W i| ®Iau?QHun?^n die VJJMBmJ d" am 15 .3^^ nM- Stfe \6,t iNA$N Ä'WlfUiS ^5**55,* *•* !«« ÄS »«t .^gtbtannÄ^leber- Qc"nen, Mur? Merei ?us eüterä^ An !e I1SÄ.W12 e" £ fällt — nn sich trägt, {an nicht Wunder nehmen. Noch fehlt gar vieles an Weißzeug für die Betten, und nach und nach erst fönen die Strohsäkfe durch Matratzen ersetzt werden. Bor allem hat sich aber eine Aenderung als dringend notwendig erwiesen. Bis jetzt sind alle Duden mit je zw<ü Studenten belegt. Dos ist nun zwar für jüngere Semester ein heilsamer Zwang, sich anzupassen, und durchweg hat dies enge Zusammenleben seither nie zu Unfrieden geführt, im Gegenteil, viele Kommilitonen, die der Zufall hier in eine Klause zusammengeführt hat, haben sich freundschaftlich aneinander angeschlossen. Aber für höhere Semester, speziell für Exomenstandidaten, bedeutet doch dieses stöndiae Zusammensein in der intensiven Arbeit eine sehr starke Störung, die vermieden werden mutz. So ergibt sich das dringende Bedürfnis nach Schaffung von Einzelzimmern, und es bleibt nur zu hoffen, daß in nicht allzu ferner Zeit puf der „Schonen Aussicht" noch weitere Räume zur Unterbringung von Studenten verfügbar werden, um diesem Mangel abzuhelfen. W. Der Aufmarsch zur Stadtverordnetenwahi. Die Dentschnntionale Volkspartei hielt am Montag im „Postketler" eine sehr zahlreich besuchte Mitgliederversammlung ab. <56 galt die Waylvorschlagslilte zur Stadtverordnetenversammlung aufzustellen. Die Derfammlung eröffnete Kommerzienrat Ql oll; cl begrüßte die Erschienenen und gedachte mit ehrenden Worten der großen Verdienste, die sich der nach Osfenbach a. M. versetzte L Vorsitzende. Oberpostamtmann Kohlhase. um die Deutschnstionale Volkspartei erworben hatte. Man beschloß, Herrn Kvhlhafe den Dank der Versammlung für feine der Partei geleisteten hervorragenden Verdienste aussprechen zu lassen. Das Andenken der verstorbenen Parteimitglieder Richard K o m p t e r. Vorstandsmitglied, Fran Vecker , Schmiedemeister Heinrich Li n^ d en st r ul h, Kaufmann Franz G oer es ehrte die Versammlung in der üblichen Weise. Dtudienrat Dr. Lenz berichtete über die der Ausstellung der Vorschlagsliste vorausgegangenen Verhandlungen. Darnach haben sich die Deutsche Volkspartei und die D e u t s ch n a t i o- nale Dolkspartei auf eine gemeinsame Vorschlagsliste geeinigt. Das Abkommen wurde genehmigt und demgemäß die Vorschlagsliste ausgestellt. In später Stunde trennte sich die sehr an- regend verlaufene Dersammlung. W. Hausbesitzer-Berfammlnng. Am Montagabend sand im Kath. 2erein8°- Haus eine Mitgliederversammlung des Haus- besih et Vereins statt, in der Dr. Ruckeishausen über das Hypothekenaufwertungs- geseh, erläutert durch praktische Beispiele, sprach. Der Referent betonte eingangs, daß er sich daraus beschränken müsse, den Willen des Gesetzgebers mitzuteilen, und erörterte hierauf im einzelnen die Aufwertung der hypothekarisch gesicherten Forderungen. Er unterschied hierbei zwei Gruppen: die der Dermögensanlage, die im allgemeinen mit 25 Proz., und die der Gefälligkeitsdarlehen, die mit 50 Proz. und mehr aufzuwerten sind. Bei der Aufwertung der Hypotheken ist im allgemeinen fein besonderer Antrag zu stellen, wenn die sog. Härtetlausel Anwendung findet, die eine Herabsetzung der Aufwertung um 10 Proz. in besonderen Fällen vorsieht. Die Rückzahlung der aufgewerteten Hypotheken kann frühestens am 1. Januar 1932 verlangt werden. Auch von dieser Bestimmung sind Ausnahmen zulässig. Im weiteren erläuterte der Redner die Frage des Rangvorbehaltes und die Möglichkeit einer Aufwertung über 100 Proz. Ferner streifte er noch kurz die Aufwertung von Sparkassenguthaben, Versicherungen, Pfandbriefen, Stadtanleihen usw. Bei letzteren wird die Aufwertung in der Reger nach dem Grundsatz von Treu und Glauben erfolgen. Aus den Ausführungen des Vortragenden konnte man entnehmen, daß die Frage der Aufwertung eine ungeheure Belastung der Gerichte herbeiführen wird. Schließlich beantwortete der Referent noch die aus der Versammlung gestellten Fragen. Heber die Errichtung einer Kredit- Organisation des Zentralverbandes referierten Druckereibesiher A. Klein und Architekt R i e o l a u s. Der Hauptzweck dieser noch im Werden begriffenen Organisation soll der sein, die für die Rückzahlung der aufgewerteten Hypotheken erforderlichen Mittel im Jahre 1932 bereit- zustellen. Hierauf sprach Architekt R i c o 1 a u s über die Stellungnahme zu den Stadtverord- netenwahlen. Er behandelte die Fragen: 1. Welches ist die Ursache der Rotlage, in der sich der gesamte deutsche Hausbesih befindet? 2. Welche Bedeutung hat der Hausbesih in der Kommunalpolitik? Im Zusammenhang mit der Erörterung dieser Fragen übte er Kritik an der Tätigkeit der Stadtverwaltung und der Stadtverordnetenversammlung. An der anschließenden Aussprache beteiligten sich neben sonstigen Diskussionsrednern die Stadtverordneten S ch w i e - per und L. Mayer, die die Ausführungen des Referenten bezüglich der städtischen Angelegenheiten widerlegten. Zum Schluß wurde der Vorschlag des Vorstandes, mit anderen Wirtschaftsgruppen (Kaufmannsstand und Handwerk) eine eigene Liste der Mittelstands- Vereinigung.für die diesjährige Stadtver- otbneicntoabl ber'auszugebrn. einstimmig angenommen. k. Wassergenostenschast Oderwald. Reue Wasserwirtschaft im Vogelsberg. S. Eine für die Oefsentlichteit bemerkens- werte Regelung aller Interessen an einer ordnungsmäßigen Ausnutzung unserer heimischen Gewässer hat mit der Begründung der W a s f e r g e n o s f e n s ch a s t Ober Wald. Sitz in Schotten, ihre segensreiche Wirksamkeit begonnen Auf Anregung des Kulturbauamts Gießen und untei Mitwirkung einer Anzahl Trieb Werks besitzet- an der Ridda im Kreis Schotten und unter nachhaltiger Förderung durch den hessischen Forstsisfus und das Kreisamt Schotten ist eine Genossenschaft gegründet und inzwischen vom Hessischen Mini- terium genehmigt worden, die s ü m t l i ch e Nutznießer an dem Wasserlauf der oberen Ridda umfaßt, also alle Besitzer von Was s er traf ta nlagen für Mehl- und Sagemühlen, Fabriken und Gcwerbebetrtebe. alle Wässerungsberechtigte. die Gemeinden, die Fischereiberechtigten und sonstigen Interessenten, sowie den Forstfiskus als Eigentümer des Waldes, von Wiesen und der Forellenteiche. Da sich ersah- rungsgemäß die Interessen von Bewässerungsanlagen und von Triebwerken oft widersprechen, Streitigkeiten auf diesem Gebiet alltäglich sind und viel Wasser durch eine ungeregelte und ver- chwenderischc Wasserwirtschaft dem eigentlichen Zwecke verloren geht, ist es lehr zu begruben, daß mit der Begründung dieser Wafsergenossen- schäft endlich hier Ordnung ge'chafsen wird. Dies geschieht dadurch, daß unter fachmännischer Aufsicht alles vorhandene Walser soweit wie irgend möglich ausgenv. tzt wird, daß jeder Berechtigte sein Recht findet, und dah ständig an V e r b e s s e r u n g e n, wie W i e b er« Herstellung verfallener Wehre und Schleusen, Instandsehlmg verwahrloster Bewässerungsanlagen, Verbesserungen an Triebwerken durch höhere Ausnutzung der Wasserkräfte gearbeitet wird: alle diese Arbeiten erfolgen auf genossenschaftlicher Grundlage, nötigenfalls mit Zwang, soweit er durch das Gesetz gegeben ist. Die den einzelnen treffenden Kosten sind im Vergleich zu den erreichten Vorteilen von feiner Bedeutung. Wie wir Horen, ist von der Genossenschaft beabsichtigt, die seit langen Jahren trocken liegenden Forellen teiche an der Oberwald- (trabe wieder in Betrieb zu nehmen-, es soll versucht werden, die Dämme zu verstärken und zu erhöhen, um einen größeren Teichinhalt zu erzielen und die Teich: so zu bewirtschaften, daß der untere Teil zur Fischzucht, der oben als Ausgleich und Vorrat zu Wässerungszwecken benutzt wird. Der Forstsiskus hat sich in danlens- toerter Werse bereit erklärt, an der Lösung dieser Frage in entgegenkommender Weise mitzuhelfen. Die Wasser genossenschaft Ober- wald ist nach unserer Kenntnis die erste bestehende dieser Art: ihre spätere Ausdehnung: auf den Unterlauf der Ridda und aus die anderen Bäche und Flüsse Hessens wäre sehr zu begrüben. Gicftenev Wochenmarktprcise. am 15. Oktober (Händlerpreise) Es kostete aus dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 220 Pfennig, Matte 35, Käse 70 bis 75. Wirsing 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 12 brs 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, ilnterloblrabi 5 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 30, Feldsalat 100, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 100, Kürbis 8, Pilze 40, Falläpfel 5, Aepfel 8 bis 20, Birnen 20 bis 40, Zwetschen 35, Honig 35, junge Hahnen 100 bis 130, Suppenhühner 120. Gänse HO bis 130, Rüsse 45: das Stück. Eier 17, Blumenkohl 10 bis 100, Endivien 10 bis 25, Oberkohlrabi 5 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 5 bis 25. Vornotizeu. — Tageskalender für Donnerstag. Ausstellung „Mutter und Kind" von 11 Ubr vormittags bis 9.30 Llhr abends, „Reue Aula". — Astoria-Lichtfpiele: „Maciste Imperator". — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Romain Rolland, der am morgigen Freitag mit seinem „Spiel von Tod und Liebe" zu Worte kommt, ist hier durch ein anderes Werk aus seinem Revolutions- zhklus, durch seine ..Wölfc", schon bekannt. Diesmal bildet aber die französische Revolution nur den Hintergrund der Handlung: tiefste Akzente der Liebe und Leidenschaft sind es, die im „Spiel von Tod und Liebe" angeschlagen werden. — In den Hauptrollen sind beschäftigt Frl. O ß k e und die Herren G e f f e r s und Juhnke. Die Regie führt Herr T e l e k y. Bemerkt sei noch, daß das Spiel ohne irgendwelche Pause vor sich geht. * * Von der Landes-^Iniverfität. Der ordentliche Professor an der Philosophischen Fakultät der Landes-Llniversität in Gießen, Geh. Hofrat Professor Dr. Karl Fromme, wurde auf fein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Rovem- ber ab in den Ruhestand versetzt. P e r ) o n a 11 e k. Ernannt wurden der Lehrer Karl M e i d t zu Hattenrod zum Lehrer an der Volksschule zu Beltershain: der Schul amtsanwarter Adolf Schmidt aus Fauerbach v. d. H. zum Lehrer an der Volksschule zu Hochweisel. In den Ruhestand Ersetzt wurden der Rektor an der Volksschule zu HeuchrlheimHeinrich Daniel Schmidt, der Lehrer an der Volksschule zu 'Dernshauien. Kreis Lauterbach Wilhelm Sommer auf :hr Rachfucher-. mit Wirkung vom 1 Rovembec 1925. *’ Eine öffentliche Stadtvervrd- nctenfihung findet morgen. Freitag, nachmittags 1 Ubr beginnend im Stadthaus Bergstraße statt (Huf der Tagesordnung stehen iol- genbe wichtigere Vorlagen Bauprogramm 1925 und Verteilungsplan der verfügbaren Mittel. Aeubefesiigung der Westanlage zwischen Bahnhofstraße und Frankfurter Straße und Reu- befeftigung der Rodheim er Straße Außerdem hat das Haus eine ganze Anzahl kleinerer Vor» lagen zu erledigen " Die Offenlegung der Wähler- I i ft e hat nach den Vorschriften des neuen Wahlgesetzes am 22. Oktober zu beginnen. Die Liste liegt bis zum 26. Oktober aus. " D i e Wahl vor schlüge für tue Pro. vinzialtagswahl und die Kreistagswahl sind bis spätestens 2 4. Olt ober be; dein Provinzial, öueftor bzw. bei dem Krersdirektor des Kreises Gießen et neureichem Die VerbindungSerklärungen von Wahlvorschlägen müssen spätestens bis zum 2 8. Oktober abgegeben fein. ***5) er erste Schnee im Vogelsberg ist gestern nachmittag gefallen, Unter -Mitarbeiter berichtet darüber aus 111 r i d) ft c i n vom 14. Oktober: Der heutige Tag war ungewöhnlich rauh und falt. Gegen 4.30 Uhr nachmittags begann der erste Schneefall dieses Winters: der Schnee siel dicht, wenn auch recht naß. Es scheint damit ein ziemlich strenger Winter sich anzukündigen. In der Ausstellung ,,M utter und Kind" findet morgen, Freitag, abend ein weiterer Vortrag statt. Für die Mitglieder sämtlicher Gießener Frauenvereine ist morgen nachmittag eine Führung durch die Ausstellung angesagt. Räheres in der heutigen Anzeige. *'■ Aufgehobene Kreis st raßen- sperre. Das Kreisamt gibt bekannt, dah die Sperrung der Kreisstraße Steinbach-Lich aufgehoben ist. *“ Gegen d i e Derichleppung der Maul- und Klauenseuche. Das Kreisamt Gießen hat zur Sicherung gegen die Verschleppung der Maul- und Klauenseuche durch Viehhändler auf den Märkten angeordnet, dah vom Gießener Viehmarkt unb sämtlichen übrigen Viehmärkten des Kreises auch Personen aus Sperrgebieten ausgeschlossen sind. Zuwiderhandlungen werden nach den Bestimmungen des Reichsviehseuchen- gesehes bestraft. ** Ermäßigung der Berzugszu- zu schlüge für S t e u c r r ü cf ft ä n b e. Durch eine Verordnung vom 10. Oktober, die am heutigen 15. Oktober in Kraft tritt, werden die Verzugszuschläge bei Steuerrückständen, die bisher V? Prvz. für jeden, auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden angefangenen halben Molrat betrugen, auf 5/j Proz. herabgesetzt. Als ileber- gangsbestimmung gilt das auch für die Verzugszuschläge, soweit der betreffende halbe Monat bereits vor dem 13. Oktober begonnen hat. Darüber hinaus hat der Reichsfinanzminister in einem Schreiben an die Finanzämter zum Ausdruck gebracht, er habe keine Bedenken dagegen, daß die Finanzämter aus Dilligkeitsgründen auch für die Vergangenheit, soweit die Verzugszuschläge nicht bereits gezahlt worden sind, die neuen Sähe in Anwendung bringen, soweit nicht schlechter Wille des Steuerpflichtigen vorliegt. Schun der Telegraphenleitun- gen. Die Besitzer von Bäumen zu Seiten solcher Kreis-, Kommunal- und Ortsstraßen, an denen Telegraphenstangen entlang laufen, werden im neuesten Amtsverkündigungsblatt vom Kreisamt ausgesordert, gelegentlich der im Herbst dieses unb im Frühjahr des kommenden Jahres stattfinden- den Ausästungen die betreffenden Bäume soweit zurückzufchne^den. daß Berührungen der Tele- graphenleitungcn mit den Baumzweigen (auch bei raschem Wachsen der Bäume) für den nächsten Sommer ausgeschlossen sind. “ Deutsche Volkspartei. In einer gutbesuchten Frauenversammlung der D. Vp. sprach am Montagnachmittag im „Hindenburg" Geschäftsführer Weiher über die Politik Stresemanns. Rach der Annahme des Versailler Vertrages habe es sich für Deutschland um die Lösung zweier Aufgaben gehandelt. Einmal galt es, die Reichseinheit, die besonders im Herbste 1923 aufs schwerste bedroht war, zu erhalten. Diese Aufgabe habe der Reichskanzler Strese- mann unter den schwierigstxn Verhältnisse und schärfsten Angriffeir gelöst. Die Lösung dieser Aufgabe sei noch im Fluß unb werde auch mit Locarno nicht abgeschlossen fein. Der Reichs- auhenminister Stresemann werde sie. die ohne Zweifel die schwierigere sei, nur vollbringen können, wenn ihn das gesamte Volk unb die Presse weitestgehend unterstütze. Die Ausführungen wurden dankbar aufgenommen. Der Gesangverein Heiterkeit hielt am Samstagabend leine diesjährige Abend- unterhaltung in der Turnhalle ab. Der Der- , g,rügungsauschuß halte ein recht flotteS Programm juiammengcntilt. in Dein Gelangsvor- träge, gut gewählte Konzertstücke und Einzel- vorträgc miteinander wechselten. Eine Operette, die von Kapellmeister Deller dirigiert wurde, ging flott über Die Bretter und fand lebhaften Beifall. Das übliche Tanzvergnügen hielt die Beiucher noch einige Stunden in heiterster Stimmung zusammen. " Der Bereinigte Männerchor „Harmonie-Gemütlichkeit" beging am Samstag abend un Kath. Vereinshaus unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder fern 79. Stiftungefcft Ein reichhaltiges, gutgewähltes Programm, bestehend aus Gelangsvorträgen sowie einem eigen» zu diesem Feste verfaßten Prolog fanden reichen Beifall. Mit einem Ball »and die Feier ihren befriedigenden Abschluß ' D. H. ($. Eine überaus schöne Wanderung durch einen Teil des Westerwaldes veranstaltete am Sonntag der B. H. C. Dießen. Rachbem da» interessante Städtchen Herborn, bis wohin per Frühzug die 70 Teilnehmer gebracht hatte, passiert war, fehle gleich der Ausstiea ein, der in mäßiger Steigung, ziemliche Windungen machend, zu einem Ruhetempel, „Scvöne Aussicht' genannt, führte. Dieser Platz fährt seinen Ramen mit Recht, denn reizvoll liegt das freundliche Städtchen und seine Umgebung zu den Füßen des Beschauers, während in einiger Entfernung u. a. die Ruine Greifenstein herübergrüßt. Die weitere, übrigens sehr gut markierte Wanderstrecke gestaltete sich immer mehr zu einer genußreichen Wanderfahrt Von einem Hochplateau, ter sogenannten Platte, mit ausgesprochenem Heidecharakter genoß man prächtige Ausblicke auf die Berge des Hohen Westerwalds, aus Schluchten unb Täler, auf im schönsten Herbst schmuck prangende Wälder unb friedliche Dörfchen, namentlich auf das malerisch gelegene Uckersdorf. Durch Wald und Feld gelangte man in etwa dreistündigem Marsche nach dem herrlich auf steiler Waldeshöhe gelegenen Forsthaus Reuhaus, wo eine ausgiebige Rast, die bei schönstem Sonnenschein im Freien erfolgte, am Platze war. Der Weitermarsch führte durch das liebliche Donsbachtal und hierauf über einen Höhenrücken mit wiederum entzückenden Ausblicken nach Dillenburg, wo Rast im Schloßlw'el. mit schönem Rundblick auf die Stadt und ihre Umgebung, gehalten wurde. Hier hatte sich der Westerwaldverein Herborn zum Empfang der Gießener Gäste eingefunden und unter dem Gelange froher Marschlieder wanderte man von hier gemeinsam auf guter, allerdings von Autos stark belebter Landstraße dem Endziel Herborn zu, wo sich nn „Ralsauer Hof" eine fröhliche Tagung anschloß. In längeren, gehaltvollen Ansprachen begrüßte her Vorsitzende des Herborner Vereins, Rektor Schumann, in herzlicher Weise die Gäste, in deren Ramen der Schriftführer des V. H. C. Gießen dankte. Bei frohem Sang, Scherz unb Tanz verflossen nur zu rasch die Stunden bis zur Heimfahrt, die um 9.30 ilftt erfolgte. ^DasEaftzHettler. ein in der (Siebener Bürgerschaft bekanntes unb beliebtes Lokal, ist nach einem vollständigen Umbau wieder neu eröffnet worden. Die erweiterter! Räumlichkeit«r sind geschmackvoll eingerichtet unb machen besonders durch die Behandlung der Wände, ihre Farbigkeit und Flächenaufteilung einen guten Eindruck. Ein intimer Raum gibt kleinen Gesellschaften Gelegenheit, abseits von dem übrigen Geschäftsbetrieb, zusammenzukommen. •’ Kaufmanns-Tagungen. Der Deutsche Verband kaufmännischer Vereine (Sih Frankfurt a. M.) hält am 17. und 18. Oktober in Wiesbaden seine Iahrestagung ab, auf der auch der hiesige Kaufmännische Verein vertreten fein wird. Auf der Tagung soll über die Fragen der Lehrlingsprüfungen, der Stellenlosigkeit und der allgemeinen deutschen Wirtschaftsnot verhandelt werden. — Am Sonntag, 13. Oktober, veranstaltet der Kreis- Mittelhessen des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in Friedberg eine öffentliche Kundgebung, bei der der Kreisgefchäftsführer Schultz- (Sieben über „Dringende sozialpolitische Forderungen" und Gauvorsteher Auerbach - Frankfurt über „Die wirtschaftspolitischen Ziele und Dufgabeic der Kausmannogehilfen" sprechen werden. An diese Kundgebung schließt sich ein ordentlicher Kreistag des Kreises Mrttelhessen an. ch. Der Verband der evangelischen weiblichen Jugend in Hessen halt einen Lehrgang für Leiter und Leiterinnen der Iungmädchenvereine vom 26. bis 30. Oktober in Butzbach ab. ** Auftrieb auf dem heutiger, Frankfurter Schlachtviehmarkt: Ein« Kuh. 663 Kälber, 933 Schafe, 700 Schweine. Briefkasten der Nedastttsn. PachtanSerungS-Interessent Erdkauterveg. Ihre Frage ist jetzt sehr eingehend beantwortet worden. Holen Sie sich das Schriftstück, bitte, auf der Redaktion ab. Sprechstunden 12—1 Ähr mittags, 5—7 Ufjr nachmittags. Somulente allem fülle häßlich Wir raten Norvutemen und allen Aiim Starkwerden Veranlagten, tn der Apotheke ::0 Gramm echte Totuba-5kerne au kaufen, die. wie auch Aerzte bcitätigt haben, unschädliche Stoffe von fettzehrender und an>aüvethlndernder Dirkiina enthalten. Bestandteile ain der Packung. ,lMs» Musikhaus Kirchner Wetzsteingasse 8 Nähe Lindenplatz. _________9140V Kartöffeln in besten Qualitäten, gelb- und, weib- steischige. »um Etnkellern, bet äußerst günstigen Preisen frei Hä»s und ab Lager foiult la will Großverbraucher und Wiederverkaufer EngroSvreise. 9625V Joh. Müller, Landesprodukten- grotzhandlg-, Seltersweg 89, Id. 1571 Für die lange« Wftkterabeude l — d |SX FLr de« Weihnachtstisch l -T-sU statt nerv 6,” Leiter geworden. 61 hletze 6alte uoch Alben trage«, wollte man feine herrliche« Sache« mit noch herrlichere,» Worten preife«. 0. Man«, stird. Phil. — trab IM) ««der«. Sie liefen« auf Wunfch 3 läge zur Lnsich«. daher (einerlei Rifit»! Aller guten Dinge find drei! «Soeben erschien die lang begehrte Reihe III » on Rud.HerzogsGesammelteWerke OnDelti Reihe I. Einleitung. - Der toraf von »leicheu. — Die vom Kiederrhei». — Da« LcbenSlied. — Die WiStoUcn?. — Der Kbentenrcr. — €4 albt ein SlüS. — Der «lten ^hn- lucht Lied. — Scibe IL yanlcateu. — Die Burgunder. — Da« grotze Heimweh.— Die Stötten- tamp-3 und Ihre Frauen. — Die Welt in @olb. — Iungsraaeu. — Gedichte. --Steife III. 2) e Buden der Frau Opterderg. — Kätner oben. — TJtelanb der Schmied. — Das 0 ei beite Zeitalter. — Ter Mbjutant. - SennanienS Hütter. - Nibelungen. — Preutzens Geschichte. - Dramen.— DieTondottieri.- Aus»ifienitoog.-Ter letzte»aifer. — HerrgoUsmufikante-i. — Sttomübergang. Nir liefern aus Bunid) jede Reihe einzeln oder auch alle S Reihen zusaminen auf einmal u. Sie zahlen für jede Reihe (6 Bde.) vornehm :n Tanztet», gebunden durch eine reife, tiefe Leben4- arrschauurra. die die TrzShlung^ tun ft wieder der allgemeinen (fmffinbung im Leben liebender Menfchen nühert, im Seaenlatz zu beit »ilnftelclen der Literaten- litetaiur . . ." Köln. Zig. — Die treue ich mich, Herz« neben an- deren endlich in EinheitSgewand zu erhalten. Merken Sie mich t>6ü. Sffat. B. Wünsch. — Wer feine Literatur liebt, mag au Herzog in erster Linie «reifen. Prof. Berg. — Seine Ferien waren noch «te (o reizvoll wie diesmal, da ich oie letzten Bünde von Herzog bei mir hatie. Mag^Tetr. Reh. — „Herzog' ist mein LieblingSfchrist. Sein 9iame bedeutet ein Proarauiin — ei« Programm, auf dein aI8 Erste» «16 HauptlüchlichsteS eine trahiakühnc LebenSbejahung steht, ein DaS.t?eben.Zwingen, DaS-Leben-Meistern, mit stris griffbereiten Fäusten, imm-r ungebrodteneni Mut und einer nie versagenden Eiege-gewltzhelt.' «etL Neueste Rachr. — .$» Ist der beste jioman, den der hochbegabte Ru- Dolf Herzog bisher geschrieben hat, unb wie ole beiden vorher genannten Romane erfreut er uni «1 — 3 r Wie kaum eht anderer Erzähler unferct Tage hat Rudolf Herzog mit leinen Werken den Weg in» deutsche Bürgerhaus gesunden. Sn rund drei MUÜonen von Baude« find die EinzetouSgabcn feiner von (tigen Gedanken und kühner Echdpsersreude getragenen, nach starken, hoch- gepesten Zielen weisenden Romane verbreitet, und «ach vielen Millionen zahle« die Leser au5 allen Preisen eeB deutschen Volke». denen Rudolf Herzog olB ein Dichter deö LebenSglandens »nd der Zuverficht mit seinen Schöpfungen Freude, Aufschwung und Schaffensmut gegeben hat und immer wieder gibt. Denn der Verlag eB unter- nahm, seine Werke in einheit- lichem Gewände bet küalich weiter wachsenden Semelnde seiner Leser und Verehrer zn bringen, so »utzie er, datz er damit nur Wünsche erfüllt, die unge-ahlle Male laut geworden find. Be- sondere Sorgfalt wurde trotz aller grotzen, in unseren Zeitderhött- ntfien kiegenden Schwierigkeiten der Ausstattung »ugeeenbet Urteile: .Alle gesund empstudendeu Leser aber werden f.ch herzlich freuen, taß auch für fie wieder einmal ein echter Dichter lang, und befandet» freudig wird mau die hiftvri'chen Gedichte begrüben, die ein echt deutscher Mann und ein jur alle» Große begeisterter Dichtet schrieb; »afl Herzog In ihnen gab, ist BolkSdichtung im dornehmsten Sinne de» BotteS.* Leipziger Xtuefie Siachrichten. — .Rudolf Herzog. LZ 5«« göÄLZ = G 5“ I Stj# tL - erft s» 2* «d c v ZSZ-7L8K f u> s k s Befadif die HusWedung „mufferund Kind" Vortrage: Am Freitag, 16. Oktober, abends 8 Uhr, findet im Großen Höriaal der Universität der Dorlrag des Oberarztes der Univ.-Kinderklinik, Herrn Dr. Hofmann, über „Ernährung des Säuglings" start. - Die Mitgl eder sämtlicher Gießener Frauenvereine werden zu einer Besichtigung am Freitag, dem 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, hierdurch eingeladen. Eintrittspreis zu dieser Besichtigung: 20 Pfennig. <)636D E/9 fcaffeMbelze, Nieder-Gemünden, den 14. Oktober 1925. Die Beerdigung findet Freitag, 16. Okt., nachm. 2Uhrstatt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 9630D Preiswerte Unterzeug bürg. 08429 Vortrag. [96i9c 9632a Frdr.Telpel • Gießen W Zweiggeschäfte: BahnhofstraBe 45, HillebrandstraBe 2 gesucht. 9652D 75 60 Wie früher! 95 95 95 90 Gute Schuhe Billigste Preiset Trohe Huswahl Bahnhofstraße 68 9616a Dame »-Boxkalf - Spangenschuhe moderne Form .. I. N. d. trauernden Hinterbliebenen: Amanda Kemmer geb. Kratz Gertrud Kemmer. Normal - Einsatzhemden Normal - Unterjacken . . Normal-Unterhosen. . Mlerr.-Arbelf »stiefel kräftige Qualität mit schwerem Beschlag u. Absntzeise» . .. Herren-Hal b»chuhe schwarz und braun 61 eg. Formen 14.90. 13.90. 11.50. Rlndleder- Feidhalbwchqhe mit gutem, kräftigem Boden Größe 38-42 Stadttheater Freitag, 16. Okt.. 2. Zr Uag-Allov.'vrst. von7'/,b oeg/J'^Ubr (5r>tauffübiunn! Gin Spiel oon loö sznö Liens vonRommnRolland Todes-Anzeige Heute früh um 1 Uhr entschlief nach kurzem» schwerem Leiden mein lieber Mann und guter Vaterunser treuer Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onke* Lehrer Georg Kemmer nach vollendetem fünfzigsten Lebensjahr, . . 360, 375, 400 . . 250, 275, 300 250, 27e, 320, 350 gränltin als Kinderpflegerin oder Stütze. Maia Müller. Wetzlar. Haarbach- fttahe 11. 9639 D der naßwisdibaren Glan^wachsbeize pflegen. Die .Büffel-Beize", gelb, rot, braun er» zeugt wunderschöne Farben, einen wundervollen, parkettartigen Hochglanz u. Ist naß wischbar, ohne daß Farbe u. Gla n z leiden. Sie riecht nicht, schmutzt nicht u. läßt fidi ________ mühelos auftrggen. Ausgiebig u. fparfam! BQfleln ist alfo die einzig zeitgemäße, natürliche und dabei billige Pflege aller Bretterböden und Treppen. Tüchtiger Schneider- geselle aufs Land gesucht. Kost und LogtS tm Hause Schriftliche Angeh. unter 08428 an d. Gietz. Anz. erb. tteitto empfiehlt sich in und aiiner dem Hause. "a'n' Neuen Bflna 11H. Die Beerdigung findet Freitag, 16. Oktober, nachm. 2 Uhr, statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 9647D Zisch-Zentrale Marktlaube 03n# Morgens;reitaaver° kaulen in d. Markt- laude von frischen Sendungen Seefische guter Fänge, ebenfalls Flußfische I. & A. Verhetz. W solide wollgemischte Qualitäten Damen - Schlupf hosen 260, 300 Damen-Reformhosen °lQua|,*atie 400, 450, 550 Schwarze Stoll-Sehnallen- A atlelel mit Lederspitze, 1 f’ £ Leders- Gr 30 8'. I 2-45, Gr 2r>29 1.91 21-24 ■ Steinig, öen 16. MM 1925, r nofimitfößs 2 not versteigere ich im fönten4', Neuenweg. °^Eer, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Kiste Messingblech 1 Kassen schrank, 5 Schreibt,sche, 1 Kontrollkasse, zwei Ladentische, 1 Ladeneinrichtung, zwei 7 Glaskasten, 3 Schreibmaschinen, etn Klavier, 1 Waschkommode. 1 Küchen- tornnr, 1 Büfett. 1 Akienfchronk, ein Sota, 1 grauen Diwan, 1 Wanduhr, 8 komplette Nauchiische, t Karthoteken- torant 1 Bücherschrank, 1 Spiel mit Konsol. 9650D Hebbel Hess. Gerichtsvollzieher in (Sieben Dammttrahe 21 1. Seltener Gelegenheltskauf Prakiisclisler Kinderstieiel A 45 yn,«o.an^,^XV,0,’nürst!?r%l_^ ÄS KÜK Wohnungs-Tausch Biete: Schöne 3»Zimmer-Wohniing in gut Hause in Bad-Vtlbel (30 Min von Frankfurt). Suche: 2—3-Ztmn'er»Wohnungm.Laden, geeignet für Lebensmittelgeschäft, ~ , evil. m. Waren gegen Bezahlung. SchrmUche Eil-Angebote unter 08424 an den Giegener Anzeiger erbeien. Volkshochschule Gietzen Geschästsstelke Löberstr. 2b ll. Zernr.2401 Beginn des neuen Semesters 26. Oktober. Alles Nähere im Programm, das in den durch Aushang bezeichneten Geschäften kostenlos zu haben ist. [Ms‘c Junger SAeiimgeleNe (18 Jahre alt) sucht Stelle z. 15. Nov. oh. 1. Dezember. [9645D Sollt. Wl. ömrlrnof Schreiner, Maar. Kaufleute oder somi redegewandte Herren aus den verschiedensten chtoustriezweigen, besond. Bauwesen und Metall-Industrie, die sich für ein neuartigeö . K. w., wenig gefahren, btll. zu verkaufen 08425 Sandgasse 11p. Groh u. klein. **”D Brennabor- Buchhalter Milte der 30er Jahre, bilanzsicher, sucht geeignete Vertrauensstellung. Schriltliche Angebote unter 08414 an den Giehener Anzeiger erbeten. fotlffefa" heißt: alte und neue Bretterböden u. Treppen lowie abgenutzte gestrichene Böden mit Zwei bewohnbare leere Zimmer mit separatem Eingang von besieretn Herrn per sofort ob. baldigst gesucht. Schr. Angeb. unter 96481) n d. (Sieb-Anz. Akademiker, sehr ruhig, sucht möbl. Zimmer mit Pension. Schr. Angeb. unter 08426 an den Gieh. Anz. Ste!lenangebote| Miller oder Verkäuferin f.Koionialwaren u. Feinkost zum baldigen Eintritt gesucht Bewerber mit la Zeugnissen u. gründlicher Aus- bildung wollen schriftliche Mel- düngen u. 96510 an d Gietz. Anz. etnreichen. SUM beste Qualität. sehr preiswert, siievar. u. Slenbezieben in etg.Werkit. m. elektr. betrieb schnellstens. Eilige isteparatu- rett sofort. -n,4D Fr. P. Sack 1 «INeuen Baue 17 [Verschiedenes! Erstklassige Soinenidiiieiierin hier fremd, fertigt Damen- u. Kindergarderobe gefchmack- voll und billigst an. Näh. t. d. GefchästSst. des G. Anz 08420 Statt jeder besonderen Anzeige Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, meine vielgeliebte, herzensgute Frau, unsere allzeit treu sorgende und treu besorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante • Laura Muhl geb. Bettgenhäuser nach längerem mit Geduld und Ergebung in seinen Willen getragenen Leiden heute abend. 8% Uhr im Alter von 64 Jahren in die ewige Heimat abzurufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Muhl, Pfarrer i. R. Hänny Dauber geb. Muhl Alfred Dauber Hans Joachim Dauber Schotten, 13. Oktober 1925. Wolfgang Dauber Anita Dauber. rekle Wen billig abzugeben. 9635D Sigmund Jacob Bahnhofstraße 54. Tüchtige Verputzer Verkäufe Ein erstklassiger, reinrassiger, ange- körter, garantiert sprnngsähiger Saaner MM zu verkauf, bei 0,1,3 Gdh av Müller, Bcllersbeim. ImlL Kamelhaar-Umschlag- SHd ir sohnhs in. Filz-u Leder- sohle, i srut Ausf.J'.röüe < 3* Nalirunnäökk-i b. NabrunMerg b. ch 1 ES» Lamstag, dcn 1 reiz «w, ik «ne Jen rh.- ben 2^'lchinund Wt dem Hauke. TMnBSgeU^ (öiiteö WWe mit ©tlbbcttflfi. .., Sbwfl. n nute K- J* lobn.b.5öollMnt> len I boiitTflhe 6411. Stadttheater ZE J1B- UV-1 —————— fn! Vereine I N '— -—l M D«i«äril'6r ZM F. Sack ^ue»Bauett Ü^*Ssl JjWtaii NS N.dö.Mts., nbbe. 8 Uhr, int Hindenburg: WMMM MWllfc efien, »W» SklWM M . Mitglieder bettlichtt etngetaden. Anmn- öunfl »um Wn vtS Freitag int HtMw Guma W!-’’ Der Bort'iand« mUr 3-r.ÖHin- w-Ä Vortrag. l*1” Bretterböd,h ^ßeZze 8 df0 leize\oe??$b8izt F»rbe^ ein?'* 1 braun er» }«< Fi,beu r.i sl naß nS'anf.'elden. , Siebig u jj /'dl t^*p^dabei abbanbeuflelommeii bitte umMteiluug. Kac Ci» Aslorli. Verloren: ltzclbc uhe 9616» Hr. 2<2 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) öonnerstag, (s. Gilover <925 indem man darin liegt Politik nur essen eines untergraben betont welch unverantwortlicher Unsinn wenn die französische imperialistische daraus ausginge, die vitalsten Jnter- 60 Millionen großen Nachbarstaates zu wollen. Zielbewußten und tat kräftigen deutschen Politikern dürfte es nicht schwer fallen, den Franzosen klarzumachen: Also gebt uns schleunigst unsere Kolonien zurück, um diesen lleberschuß an Kraft und Menschen in vernünftige Bahnen abzulenken. Hier sollten wir den Hebel ansetzen, einen Hebel, dessen Kraftarm sehr stark ist, vielleicht so stark, daß es die ungeheure Last des Versailler Vertrages von uns wälzt. Noch dürfen wir ernstlich hoffen, daß hierzu in Locarno gute Ansätze gemacht werden. glauben und engherzige Kirchturmspolitil beiseite schieben und im deutschen Sinne ernstlich Mitarbeiten an dem Sicherheitsproblem, denn dies ist und bleibt in der Lat Frankreichs größte Sorge. Kein vernünftiger Franzose denkt ernstlich an die Möglichkeit eines deutschen Angriffskrieges gegen Frankreich. Jeder französische Offizier sagt sich daher auch mit Recht: Sollte Deutschland wirklich einige Cadres über den Versailler Vertrag hinaus mehr unterhalten, so ist dies an und für sich fast bedeutungslos. 3n dieser Hinsicht bleiben die Franzosen logischen Einwänden gegenüber durchaus nicht verschlossen. Eine Zeitlang wurde stark mit dem Schlagwort operiert: Sämtliche Studenten seien in Deutschland militärisch ausgebildet. Sagt man den Franzosen: „Setzen wir einmal voraus, dies wäre tatsächlich so, aber was folgt denn daraus? Wieviel Studenten gibt es den wirklich in Deutschland? Es mögen 30 000, vielleicht sogar 40 000 sein. Was bedeuten dtnn diese 40 000 unbewaffneten Soldaten gegenüber der riesigen, bestausgerüsteten Armee Frankreichs und seiner Verbündeten?" Dann schweigt der Franzose. — Dieser Logik verschließt er sich nicht, soweit er überhaupt ernstlich gewillt ist, über das Sicherheitsproblem mit sich reden zu lassen. Viel' ernster aber ist in diesem Zusammenhang für jeden Franzosen ein anderes Problem, nämlich das der starken Bevölkerungszunahme in Deutschland gegenüber Frankreich, wenn auch dieses Verhältnis für Frankreich vorübergehend ein wenig beruhigender ist als vor dem Kriege. Diese Frage der 60 Millionen Deutsche gegenüber 40 Millionen Franzosen ist für die französischen Politiker in der Tat eine außerordentlich ernste Angelegenheit. Hier muß energisch angesetzt werden, Rundfunk vom Meeresgründe. Zauberhafter Abend über Helgoland. Hier weht auch am Ende dieser Oktoberwoche noch milder Wind, im bleiernen Scheine eines herbstlich- Sagung der vertriebenen Elsah-Lothringer in Leipzig. Ende September fand in Leipzig der 6. Vertretertag des Hilfsbundcs für die Elsaß- Lothringer im Reich statt. 3m Vordergrund der Beratungen und Beschliehungen standen die wirtschaftlichen Fragen. Erschütternd kam es zutage, in welchem Elend — 7 3ahre nach dem Kriege! - manche elsaß-lothringische Flücht- lingssamiiie. vor allem aber die alten Leute, sich heute noch befinden. Eine ganze Anzahl ist infolge von Entbehrungen und Hunger gestorbenI Alsi schreiendes Anrecht empfindet inan in Flüchtlingskreisen die Art, mit der die vorübergehend von Rhein und Ruhr Verdrängten gegenüber den Clsaß-Lothringern von der Regierung entschädigt wurden. Hier - wo es sich um Entwurzelte handelt - wurde die schlimmste Rot nicht gelindert! 3n schärfstem Protest wandte sich der 6. Vertretertag diesmal an die Regierung. Aber auch den Kulturaufgaben der elsaß-lothringischen Flüchtlinge widmete man sich in Leipzig eingehend. Geheimrat Prof. Dr. Wolfram referierte über die geleisteten und die künftigem Arbeiten des wissenschaftlichen 3nstitutes der Elsaß-Lothringer im Reich. .Universität Frankfurt a. M., der Leiter her elsaß-lothringischen Theater im Reich berichtete über den Stand der Theatergruppen und das Theaterarchiv. Allen Referaten folgten lebhafte Aussprachen. Wenn sich der H-lfsöund seinen Satzungen gemäß auch nicht mit Politik befaßt, so wurde doch diesmal einstimmig der Standpunkt des Vundesoorsihen- den, Ministerialrats Dr. D 0 n n c d e r t, angenommen, daß auch die vertriebenen Elsaß-Lothringer — unbekümmert um einen Sicherheitspakt — niemals d i e Ansprüche auf ihre Heimat aufgeben werden. Zu Ehren des 6. Vertreterlages fand im Völkerschlachtdenkmal ein Konzert statt, die Deutsche Bücherei batte eine wertvolle Buch- und B'ldausstellung „Elsah- Lothringen" veranstaltet. der die an, der der sein Oberhessen. Landkreis Gießen. X Wieseck. 13. Oft. Der Tag der goldenen H 0 ch z e i t der Eheleute Balthasar Schnabel und Marie geb. Größer, zeigte dem Jubelpaar, welcher Verehrung es sich allenthalben erfreut. Schnabel konnte zugleich fein 5 5 jährig e s 3 ubilä um a l s Zigarrenmacher begehen und auf 23jährige Arbeit in der 1889 gegründeten Z i g a r r e n f a b ri k F r. W. Meyer zurückblicken. 3hr 3nhaber, Kurt W i l s e r aus Gießen, ließ es sich denn auch nicht nehmen, persönlich am Vormittag das Jubelpaar zu beglückwünschen, und mit reichen Gaben zu erfreuen. Da die Kirche wegen der Erneuerungsarbeiten zur Zeit der Andacht verschlossen ist, vollzog der Ortsgeistliche in der Wohnung des Paares in Anwesenheit der nächsten Angehörigen die goldene Trauung und brachte die Wünsche der Kirchengemeinde im Flamen des Kirchenvorstandes zum Ausdruck. : Beuern, 14. Oft. Nachdem in unserem Dorfe in den letzten Tagen nicht weniger als vier Versammlungen der einzelnen Parteien tagten, die alle die Gemeinderatswahlen behandelten, ist man erfreulicher Weise nun doch endlich zum Entschluß gekommen, eine gemeinsame Liste aller interessierten Gruppen aufzustellen. Cs handelt sich in unserem Dorf in der Hauptsache um den Bauernbund und die Arbeiterpartei, deren Stimmen ungefähr im Verhältnis 4:3 stehen. Eine kleine Gruppe der Handwerker und Geschäftsleute steht außerhalb dieser beiden Parteien. Nun ver- traurige Rolle zu spie en, eine Rolle, die man ihr, damals als man sie zu Beginn ihres Baues und zur Verkehree.öfsnung a s Kul urwert ersten Ranges für die Erschließung Sibiriens pries, nicht voraussagte — ein Weg für das asiatische Barbarentum nach.Europa zu sein. Der Heerweg Asiens. Don Dr. U. Baron Frehtag-Löringhoff. Als Zar Nikolaus II. im 3ahre 1904 den ersten Spatenstich am Ausgangspunkt der großen sibirischen Dahn tat und damit feierlich den Bau dieses wichtigen Derkehrweges eröffnete, ahnte man nur einen Teil derjenigen Bedeutung, die der sibirische Schienenstrang für die Politik und die Volkswirtschaft Rußlands erlangen sollte. Großzügig, wie es schon das von Gerstnersche Projekt eines russischen Eisenbahnnetzes vorgesehen hatte war man auch hierzu Werke gegangen, obgleich Zar Nikolaus II., nicht sein Großvater, der durch einen Linealstrich auf der Landkarte Petersburg—Mpskau die Linienführung der Nikolaibahn vorschrieb, die Ausführung des Werkes grundlegend zu beeinflussen suchte. Die Motive der Arbeit waren, wie meistenteils bei der Verkehrslinienführung in Rußland, militärpolitisch- strategischer Natur, galt es doch dem russischen Expansionsdrang nach Osten, der Kolonisierung Sibiriens und der fortschreitenden Sicherung neu erworbener Gebiete eine leistungsfähige Marschroute zu schaffen . Das Projekt sah daher auch den doppelspurigen Bau des Traktes vor. Dank bem russisch - japanis che n Kriege war die Möglichkeit geboten, die Durchlässigkeit und Leistungsfähigkeit der neuen Linie voll zu erproben. Sie lieferte damals jedenfalls den Beweis, daß ohne sie eine wirksame Verteidigung der ostasiatischen Besitzungen Rußlands ein Ding der Alnmöglidjfeit gewesen wäre. Weiter ausgebaut und verbessert, diente sie während des Weltkrieges dem großen Truppen- und Fouragetransport, um in der Zeit des schlimmsten Chaos in Zentralrußland den bolschewisierten Hauptstädten eine wichtige Verproviantierungsader der hungernden Bevölkerung zu fein. 3hr strategischer und wirtschaftlicher Wert offenbarte fich weiter in den heftigen Kämpfen um den Besitz der Endstationen zwischen den „weißen Koltfchak-Trup» pen" und den Bolschewisten im fernen Osten. Heute sehen wir die sibirische Bahn vor eine neue Ausgabe gestellt. Die entschiedene Oft Orientierung Scwjelrußlands, die Lösung zentral- und ostasiatischer Fragen, mit denen es sich zur Zeit intensiver als früher befaßt, machen die Konzentrierung größerer Truppenkontingente in Süd- und Oftfibirien zur unab- weislichen Notwendigkeit. Die bisherigen Kräfte zum Schuh der Grenzen, Russensiedlungen und Kosakenposten, genügen den Machtgelüsten der Sowjets nicht mehr, wären auch kaum imstande, auf die Dauer das ins Wogen geratende Völker- chaos Zentralasiens und Chinas von den Grenzen der Sowjetrepublik fern zu halten. Hier gilt es für die Sowjets, sich zu entscheiden: entweder man steht in der Defensive dem Gang der Ereignisse abwartend gegenüber, oder man stellt sich an d i e Spitze derjenigen Bewegungen in Asien, die der bolschewistischen Entwicklung günstig sind oder ihr Gefahr bringen konnten, — mit anderen Worten, es drängt sich die Entscheidung auf, Ambos oder Hammer zu fein. Während des kurzen Bestehens der Sowjetrepublik haben die bolschewistischen Machthaber den Beweis erbracht, daß die machtpolitische Losung schwebender Fragen des russischen staatlichen Lebens ihnen stets die nächstliegende war. Der Weg einer Bolschewisierung Europas ist lang und mühevoll, während die erwachenden Geister Asiens einer neuen Lehre harren und die uralten Religionssysteme dieses Kontinents unter dem Ansturm von Zivilisation und fremder Kultur abzubröckeln beginnen. Wer konnte es den klassischen Realpolitikern unserer Zeit, den Bolschewisten als solchen, verdenken, daß sie sich in ihrem Kamps um Partei- und Staatsexistenz zu allererst dem locus minoris resistentiae zuwenden. Und ein Kamps um Partei- und Slaatsexistenz ist ihre propagandistische und Wühlarbeit sowohl in Europa wie in Asien, denn Stillstand bedeutet für sie auch hierin Rückschritt und das He^ausbeschwören neuer Komplikationen durch das Wiederaufleben einer russischen anti- bolschewistischen Reaktion. 3n der konsequenten Verfolgung des Planes der Weltrevolution und in der klaren Erkenntnis der Sachlage, wie sie zur Zeit in Asien gegeben ist, hat Moskau nicht gezögert, in die östlichen Konflikte einzugreisen und seinen diplomatischen wie militärischen Druck für die kommenden Entscheidungen in die Wagschale zu werfen. Heber Erwarten gut gedeiht bolschewistisch-propagandistische Saat, die man vorsorglicherweise schon feit einigen 3ahren in Asien verbreitete. 3eht gilt es, den aufhorchenden Volkern Asiens die Machtmittel der bolschewistischen Zentrale vor Augen zu führen. Wieder, wie zur Zeit des russisch- japanischen Krieges und der Koltschak-Kämpfe, fluten Truppenteile, Delegationen, Transporte, Diplomaten, Kuriere und vor allem Gold, immer Gold, auf der großen Heerstraße, der sibirischen Dahn, nach Osten, einer noch nicht voll ersichtlichen Bestimmung entgegen. Werden die Bolschewisten sich mit einer territorialen „Korrektur" der Grenzen Rußlands begnügen oder werden sie, auf diese verzichtend, es vorziehen, die geistigen und politischen Führer eines erwachenden Asiens zu werden? Man mühte als Europäer das erstere erhoffen, denn ein mit Sowjetrußland eng verbündetes bolschewistisches China und Zentralasien ist eine Gefahr für Europa, und zwar eine Gefahr von solchen Ausmaßen, wie sie nur noch ein Weltkrieg bringen konnte. 3n diesem Fall wäre die Möglichkeit gegeben, /bei Osteuropäischen Konflikten asiatische Truppenkadres in Zentraleuropa auftauchen zu sehen. Dann hätte die Transsibirische Bahn eine schweren Himmels beginnen die roten Dächer Häuser leise zu ergrauen, dann liegt schwarz Stadt auf dem Unterland, sie zündet Lichter die grünen Feuer der Düne scheinen schon in Unendlichkeit zu schwimmen — da beginnt Leuchtturm, der Insel nächtliches Wahrzeichen, dreigeteiltes Strahlenrad kreisen zu fassen. Zwischen Helgoland und der Düne spiegelt sich im nächtlichen Wasier eine Lichterreihe, wie helle Fenster eines festlichen Palastes. Das ist der Dampfer „Kehrwieder" der Hapag. Von dort wird heute abend der Taucher Alnwick H a r m st 0 r f auf den schillern, rotes. Gestein taucht leuchtend aus gelbem Sand .... nordische Tiefseephantastik. Wir aber hören ihn, als stände er bei uns, mir glauben ihm, denn wir haben unseren Rundfunt- taucher auf dieser dreitägigen Helgolandfahrt der Norag kennen gelernt: ein ernster, ruhiger Mann, nüchtern, sachlich, ohne Hang zu feuilletonistischer Ausschmückung. Dann fragen auch wir, wir von der Presse, durchs Telephon auf den Meeresgrund und geben der märchenhaft spannenden Phantastik einen heiteren Abschluß. „Halloh, haben Sie .nicht die große Seeschlange gesehen? Kommt nicht die letzte Zeitungsente geschwommen?" Und Harmstorf antwortet mit leichter Ueberlegenheit und unendlicher Geduld, mit jener Langmut, die eine leise Ironie in sich trägt, mit der er den Ansturm der Photographen, Zeichner und Filmleute ertrug, die ihn in allen Stellungen und Situationen aufnehmen, skizzieren, kurbeln wollten. Nach einer Stunde steigt er, mit Dank und Beifall empfangen, empor, lächelt ein wenig und läßt sich von einem Steward ein Glas Bier reichen — als sei nichts geschehen. Was ist geschehen? Hunderttausende sind im Bereich der Norag und darüber hinaus diesem Taucher- erperiment am Kopfhörer gefolgt. Sie erlebten die kleine Sensation des Ungewöhnlichen, saßen friedlich um den Familientijch, ahnten nichts von den Schwierigkeiten, die zu überbrücken waren, bis diese eine Stunde Rundfunk zustande kam. Wir aber, die wir auf dem Dampfer weilten, haben nicht von einer kleinen Sensation, sondern von einem großen Wunder gesprochen, dessen Werden und Vollendung wir mit eigenen Augen sahen. Denn wir hatten auch an der Welt dieses Wunders billigsten Anteil: Wir empfanden die feierliche Große der Helgo- ländischen Herbstnacht, spähten in die Unendlichkeit schwarzwogenden Wassers, sahen die Insel Felsblock als riesige Silhouette gegen den Himmel stehen, fühlten fast körperhaft die Aufmerksamkeit der Hunderftausende, die sich auf diesem Dampfer verdichteten: eigenartiges, unbeschreibliches Gefühl auf unserem Dampfer, wußten wir, vollendet sich ein neuer Fortschritt der Technik, aber der ist wieder verwurzelt in nordischer Märchenphantastit, überwölbt von der Erhabenheit des Sternenhimmels, eingebettet in die Weite des nordischen Meeres. Und über allem wieder die Technik: der Leuchtturm von Helgoland, wie er seine Lichter gleißend und unermüdlich durch die Schwärze der Nacht kreisen läßt.... G. B, . Zeitungskunde als Wissenschaft. Von Prioatdozent Dr. W. Schöne, Leipzig. Die Erfahrungen des Weltkrieges haben jeden Zweifel darüber beseitigt, daß außerhalb des deutschen Iournalistenstandes das Verständnis für Presse und öffentliche Meinung unzulänglich war. Die leitenden Stellen waren unseren damaligen Gegnern auf diesem Gebiete nicht gewachsen. Die Wissenschaft hatte in keiner Weise oorgearbeitet. Ein deutscher Nationalökonom, Carl Bücher, der als wissenschaftliche Autorität auf dem Gebiete des Zeitungswesens galt, hat damals außer ohnmächtigen Iecemiaden über die Bosheit der Gegner nichts Besseres zu sagen gehabt, als daß die Presse die publizistischen Waffen aus der Hand legen und als- Richter über den Parteien stehen müsse. Den Entrüstungssturm der deutschen Presse glaubte er mit einem Gesetzentwurf zur Sozialisierung der Tagespresse beantworten zu können, der Anfang 1919 der Münchener Regierung zuging. Uebng geblieben ist davon nichts weiter als ein I n st it u t für Zeitungskunde, das der Heranbildung des deutschen Journalistenstandes in seinem Sinne bienen sollte. Auch anderwärts entstanden in der Folge akademische Journalistenschulen Wer innerhalb der Tagespresse und insbesondere auch an amtlicher Stelle seit Jahren journalistische Erfahrungen gesammelt hat, wird darüber unterrichtet fein, daß andere Kreise viel dringender einer journalistischen Bildung bedürfen: Diejenigen dämlich, die in führender Stellung als Geschafts- leine, Nationalökonomen, Juristen, Geistliche auf die Zusammenarbeit mit der Tagespresse angewiesen sind. Erst in der Praxis kommt es ihnen dann schmerzlich zum Bewußtsein, wo es ihnen fehlt, und was dies für das berufliche Fortkommen zu bedeuten hat. Diese Entwicklung erklärt sich daraus, daß den meisten deutschen Hochschulen das Bewußtsein verloren gegangen ist, daß es vor anderthalb Jahrhunderten einmal eine Zeit gegeben hat, m der an deutschen Hochschulen z e i t u n g s k u n d - liche Vorlesungen urtb Hebungen abgehalten worden sind. Mar ging damals von der Voraussetzung aus, daß jeder, der als Geschäftsmann, als Staatsmann oder Verwaltungsbsamter zu einem selbständigen Erfassen der öffentlichen Angelegenheiten kommen will, nicht nur Verständnis für die Buchführung des Staates — die Statistik — haben müsse, sondern auch die Kenntnis von dem Zu- ftandekommen der. Zeitung nötig habe. Verständnis Frankreichs Hegemonie- Politik und Locarno. Von unserem Pariser -8-Korrespondenten. Paris, den 14. Oktober 1925. Wenn dieje Zeilen im Druck erscheinen, wird ein wich i c A. schnitt kes Locarncer Programms schon erledigt worden sein. Bis zur endgültigen Ratifizierung dieser Beschlüsse in der Paktsrage wird es zwar iwch einiger Zeit bedürfen, immerhin wird aber die Gesamtlage insoweit bereits geklärt fein, daß der seit Konserenzbeginn in den Hauptstädten der Alliierten so stark betonte Optimismus unmöglich von denjenigen deutschen Politikern in vollem Maße geteilt werden kann, die sich darüber klar geworden sind, um was es sich in Locarno eigentlich handelt. Diese Frage in deutschem Sinne von Paris aus aufwerfen, heißt schon sie beantworten. B r i a n d war von vornherein viel zu schlau, um in Locarno über den deutschen Gegner triumphieren zu wollen. Gewiß wollte er triumphieren, aber zunächst über die schweren Irrtümer und die 311 uHonen der bisherigen französischen Regierungen. Denn deren Fehler und Irrtümer beginnen nachgerade nun doch sich am eigenen Lande immer schwerer zu rächen. Mit Schlagworten und theoretischen Erörterungen wäre hier gar nichts erreicht. Den „Mann des Volkes" lassen „Genfer Protokoll" und „Sicherheitspakt" durchaus kalt. Dieser Wirrwarr von Meldungen und Artikeln ist ja so überaus bezeichnend für den Niedergang unserer Kulturepoche, die nicht einmal mehr den Mut aufbringt, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Wenn die Diplomaten zu wissen glauben, was hinter all diesem juristischen Formelkram sich versteckt, und die Journalisten es zu verstehen glauben, so schüttelt der Zeitungsleser zu alledem nur den Koos, denn in die harte Gegenwart findet er sich dadurch sicherlich nicht zurück. Worum handelt es sich denn eigentlich? Frankreich ist durch sehr weitgehende Verträge gebunden, seinen östlichen Vasallenstaaten zu Hilfe zu kommen, falls sie (im französischen Sinne gesprochen) von Rußland oder Deutschland angegriffen werden sollten. Das Frankreich des Bloc National riß in Versailles durch seine Verbündeten daher das Recht des Durchmarsches durch Deutschland im Ernstfälle an sich. Ob es in Frankreich wohl einen General gibt, der sich ernstlich irgendwelche militärische Vorteile aus diesem „Durchmarschrecht" versprechen könnte? Der es wagen würde, das Heer Frankreichs vollständig von seiner Basis abzuscheiden und einen sehr ernst zu nehmenden Gegner, nämlich Deutschland im Rücken, weit über 1000 Klm. von der eigenen Grenze entfernt, zu kämpfen? Wozu also diese endlosen, rein theoretischen Erörterungen über das „Durchmarschrecht" ? Man sollte sich damit doch nicht fortgesetzt so lächerlich machen vor jedem ernst denkenden Menschen und nicht zuletzt vor sich selbst! Paris verfolgt ganz andere Ziele. Und wer die in Locarno nicht erschaut, der hat den Sinn der französischen Geschichte überhaupt noch nicht erfaßt. Briand verfolgt in Locarno ein ganz großes Ziel: Deutschland soll mitarbeiten am Sicherheitsproblem Frankreichs und die Sicherung der Ost grenzen der kleinen Verbündeten Frankreichs übernehmen. So wie die Dinge augenblicklich liegen, können wir uns nicht einspannen lassen in die französischen Hegemoniepläne über Europa. Zunächst müssen wir unsere Handlungsfreiheit wieder haben, wir müssen selbst entscheiden zwischen England und Rußland. Indem die so vorzüglich arbeitende französische Propaganda diese Formel aufstellte: Wähle zwischen Asien und Europa, zwischen Rußland und England! (Dies ist das einzige Thema, über das der „Temps" seit zehn Tagen, stets neu variierend, leitarttkelt) —da mußten eigentlich jedem die Augen aüfgehen. Hier sollte eine stark aktive deutsche Politik einsetzen, allen politischen Köhler- für die Presse galt als selbstverständliche Voraussetzung staoatswissenschaftlicher Bildung. In meinem Buch: „Zeitungswesen und Statistik" (eine Untersuchung über den Einfluß der periodischen Presse auf die Entstehung und Entwicklung der staatswissenschaftlichen Literatur, Gust. Fischer, Jena 1924) habe ich versucht, an diese fast völlig vergessene akademische zeitungsfreundliche Tradition anzuknüpfen. Aus ihr ergibt sich zugleich die Begründung für eine ftaaatswissenschaftliche Zeitungskunde als selbständiges Wissenschaftsgebiet: Die Ausgabe des neuen Wissenschaftsgebietes kann nicht lediglich im Zusammentragen zeitungskundlichen Wissens aus dem Kreise der verschiedenen historischen Wissenschaftsgebiete bestehen. Aufgabe muß vielmehr sein die Erarbeitung eines eigenen Er- kenntmszieles: D i e Erkenntnis der Zeitung als Ausdrucksmittel des gesellschaftlichen Bewußtseins. Die Erreichung dieses Zieles wird nur auf dem Boden der empirischen gesellschaftswissenschaftlichen Untersuchung und an der Hand des Zeitungsmaterials selbst, moalich sein. Die wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden, insbesondere für die Erkenntnis der öffentlichen Meinung bedürfen noch der Ausbildung, soweit von solchen überhaupt schon gesprochen werden kann. Die ebenso dringenden wie bedeutungsvollen praktischen Ziele der akademischen Zeitungskunde können nur durch ernsthafte wissenschaftliche Arbeit erreicht werden. Daß daneben die journalistische Berufsvorbereitung in engster Fühlung mit der Tagespresse nicht zu kurz zu kommen braucht, versteht sich dabei von selbst. Meeresgrund steigen, er hat im Taucherhelm ein Mikrophon und wird erzählen, was er unten beim Scheine einer Zweitausend-Kerzen-Lampe erlebt. Seine Worte aber laufen über komplizierte Verstärkereinrichtungen durch Kabel und Fernsprecher zu den Sendern der Nordischen Rundsunk-A.-G. (Norag) in Hamburg, Hannover und Bremen: von dort strahlen sie die Antennen aus — in alle Welt. Unendlich ist die Macht des technischen Wunders, das Rundfunk heißt. Helgolands Leuchtfeuer kreisen, gespenstig kräuselt sich weißer Schaum über finsterer Flut, phosphoreszierend rauschen die Wogen am Bug der Barkasse auf, die uns zum „Kehrwieder" trägt. Dort gespannte Erwartung. Taucher Harmstorf steht fertig gerüstet. Jetzt hat er den Kopfhörer um= geschnallt, der Taucherhelm wird ihm aufgeschraubt, Harmstorf steigt die Leiter hernieder, unförmig in feiner mächtigen Rüstung, mit schweren Bleigewichten bepackt, selbst ein rätselhaftes Tier des Meeres. Schon wirbelt und brodelt das Wasier um ihn, noch leuchtet die Kuppe feines Helms goldig Unendliche Stille in der großen Natur um uns, fiebernde Erwartung an Bord unseres Dampfers. Wird dieser Versuch gelingen, ben die Norag in wochenlangen praktischen Studien vorbereitet hat? Spannung und Stille. Gleichförmig surrt die Pumpe, die dem Taucher Luft zuführt, bisweilen wäscht das schwarze Wasier an den Schisfswänden. Stille. Spannung. Auch mir, wir allezeit agilen Journalisten, sitzen mit Kopfhörern im Salon des „Kehrwieder", Haden Notizblocks gezückt und warten. Da Horen wir die Stimme der Norag-Direktors Bodenstedt, der vom Oberdeck in ein Telephon spricht: „Halloh, Herr Harmstorf!", und die Antwort: „Hier Harmstorf!" Und nun erzählt der Taucher. Er erzählt von dem wundervollen Reiz des Lichtes, das feine Lampe durch das klare Nordfeewasser ausstrahlt. Die Lampe steht fünfzehn Meter tief auf dem Meeresgründe, berichtet er, er sieht die Seetiere, die von dieser leuchtenden Erscheinung angelockt werden, starke stürzen sich auf schwächere, der Kampf um die Existenz tobt, Umrisse eines versandeten Wracks tauchen auf, er fühlt die Gewalt der Strömung, ein Hummer naht sich, er will ihn greifen, wird gebissen, au, 0 wehe! (Der Kopfhörer läßt alle Phasen dieses humorvollen Hummerkampfes durch die Färbung der Stimme erkennen.) Und die durchsichtigen Phänomene der Quallen wogen herbei, Steinbutten und Schollen er so- 36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) handelten am Montagabend alle Gruppen zusammen und stellten eine provisorische Liste von etwa 40 Kandidaten aus. Es finden in den nächsten Tagen, wahrscheinlich am Freitag, die V o r- Wahlen zu unseren Gemeinderatswahlen statt und die Namen derjenigen Kandidaten, welche dabei die meisten der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen, werden auf die gemeinsame Liste gesetzt. Damit ist unser Dorf vor einem Dahlkampf mit seinen üblen Folgen verschont geblieben. Ö Beltershain, 14. Oft. Nach dem im letzten Monat erfolgten Abzug des Lehrers Petri, der nach Wieseck versetzt wurde, wurde unser Schulhaus durchgehend renoviert. Auch der äußere Anstrich wurde erneuert. so daß sich das Schulhaus als eine Zierde unseres Dorfes zeigt. Ein Nachfolger ist für Herrn Petri noch nicht ernannt, doch dürfte die Er- Wahl, das Ruhegehalt und die Hinterbliebenen Versorgung des Bürgermeisters werden nad) den Vorschlägen der Finanzkommission genehmigt. Die Bürgermeisterei wird ermächtigt, den Wortlaut der ganzen Ortssatzung, wie er sich aus den vorstehenden Aenderungen ergibt, neu zu veröffentlichen. — W e g v e r b r e i t e r u n g in der Siedlungsanlage Rom bad): Hier wird die mit dem Anlieger H. Schäfer 11. schon getroffene Vereinbarung genehmigt, roonnd) dieser als Entschädigung für die in seinen Garten zur Straße fallende Einfriedigung und für die Versetzung der in dem Garten stehenden Halle einen Betrag von insgesamt 480 Mark erhält. Die Regelung der Herauszahlung für das ausgetauschte Gelände bleibt vorbehalten.— Festhalle: Auf Antrag der Marktkommission soll im nächstjährigen Voranschlag die weitere Anschaffung von 10—15 Tischen und 20—30 Bänken für die Festhalle vorgesehen werden, da fid) die jetzige Anzahl bei dem letzten Prämienmarkt als nicht ausreichend erwiesen hat. — Ein Gesuch des Carl Arnold um Errichtung einer Ha l l e zwecks Aufstellung von landwirtschaftlid)cn Geräten bl. Herborn, 14. Oft. Der prakt. Arzt Dr. rned. Buntz errichtete hier eine Privat- kll n i k. Zu diesem Zweck wurde ein älteres Fall und blieb bewußtlos liegen. Seinem mit- fahrenden Sohn hatte der Sturz nichts geschadet, auch war das Motorrad unbeschädigt geblieben. Dr. Kröck - Alsfeld, der telephonisch benachrichtigt wurde, fand bei seinem Eintreffen den Verunglückten noch besinnungslos. Der Mann hat sich bei dem Sturz Kopfverletzungen zugezogen, die jedoch zu ernsterer Besorgnis leine Veranlassung geben. Krei4 Schotten. ! Schotten, 13. Oft. Gestern fand eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses im Nathaussaal zu Schotten statt. Auf der Tagesordnung stand die D ü r g e r m e i st e r w a h l in F e l d k r ü ck c n. Nachdem die vorige Wahl durch den Kreisausschus; für ungültig erklärt worden war, fand am 13. September nochmalige Wahl statt. Diesmal erhielt Land- und Gastwirt Louis Kaiser 5 Stimmen mehr als sein Gegenkandidat 3af. Nühl. Letztere Partei hatte nun Reklamation verfolgt. Nach längeren Verhandlungen, bei denen viele Zeugen vernommen worden sind, wurde die zweite Wahl ebenfalls für ungültig erklärt. Bemerkt sei noch, daß beide Parteien sich anwaltlich vertreten ließen. — Am nächsten Montag findet wiederum eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses mit folgender Tagesordnung statt: . Bürgermeister w a h l in Burkhards. Bei der ersten Wahl hatte Bürgermeister Kneipp eine Stimme mehr erhalten als With. Künkel, bei der letzten Wahl war das Verhältnis umgekehrt. — Wie man hört, ist mit der Genehmigung der Autopo st Verbindung Schotten — Ulf a —Hungen alsbald zu rechnen. Der baldigen Eröffnung der Linie dürften feine Schwierigkeiten mehr entgegenstehen, zumal alle interessierten Gemeinden die Garantie übernommen haben. lg. Gedern. 14. Oft. Die Beschickung des gestrigen Schweinemarktes war recht gut. Es waren 375 Schweine aufgelrieben. Die Preise für Ferkel bewegten sich zwischen 18 und 20 Mk pro Stück. Der Umsatz war beeinträchtigt durch d,e allgemeine Geldknappheit. Krämermarkt fand wegen allzu geringer Beteiligung n i cht statt. Starkenburg. * Darmstabt, 14. Oft. Wie bereits ge- meldet, ist am Sonntag in Arheiligen bei Darmstadt der.Motorradfahrer Schäfer aus Arheilgen bei einem Zusammenstoß mit einem Automobil getötet worden. Gegen den Besitzer des Autos, den Auto- und Fahrrad- Händler Islinger in Mannheim, ist jetzt ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden. — Zn Nauheim bei Groß-Gerau wollte der Landwirt Adam Schupp, da er den Schlüssel zu seiner Wohnung Defkgt hatte, mit einer Leiter d u r'ch ein Fenster einsteigen, ’&r stürzte dabei ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß gleich starb. Iiiiuii. ou vieiein Oll>ea wuroe ein älteres Wohngebäude um gebaut und zum Krankenhaus eingerichtet 8 enrjauB Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. Preußen. KreiS Marburg. I[ Marburg. 13. Oft. Auf der abschüssigen Landstraße zwischen hier und Eölbe rannte gestern ein mit einem Herrn und einer Dame besetztes Motorrad mit voller Wucht in die Pferde eines nach Eölbe fahrenden Brotwagens. Die beiden Motorfahrer muhten schwer verletzt in die Klinik gebracht werden — Der Schäferverein für den Kreis Marburg veranstaltete heute hier seinen zweiten diesjährigen Schafmarkt. Aufgetrieben waren rund 360 Schafe. Bei mäßigem Handel wurden für Lämmer 18 bis 22. für Schlachthämmel 30 bis 35 und für ältere Schafe 15 Mf. das Stück bezahlt. - Das fett 8 Tagen vermißte 16jährige Mädchen aus Wetter ist in Gießen ermittelt worden. Kreis Biedenkopf. bl. Bischoffen. 14. Oft. Am nächsten Sonntag. wird daS für die gefallenen Söhne unserer Gemeinde hergerichtete Kriegerdenkmal eingeweiht. Dillkreis. Nennung unmittelbar bevorstehen. t Grünberg, 14. Oft. Der heutige Gal- lusinarkt war gut besucht. Mit Postauto und der Eisenbahn kam eine große Menschenmenge von außerhalb, immerhin kann der diesjährige Besuch einen Vergleich mit dem Vorjahre bzw. mit der Vorkriegszeit nicht aushalten. Die Vcr- faufsstände auf dem Markt und die Geschäfte in der Stadt fanden ebenfalls nicht den Zuspruch wie früher, infolgedessen wurden auch die Erwartungen der Geschäftsleute enttäuscht. Die Geld- tnappheit wurde allgemein als Ursache des Fernbleibens der Käufer angesehen. Dagegen hatten sich Taschendiebe unliebsam bemerkbar gemacht. 3n drei Fällen gelang den Spitzbuben ihr unsauberes Handwerk, und zwar stahlen sie zwei Besuchern des Ferkelmarktes die Brieftaschen mit ungefähr 200 Mark Inhalt und einem Geschäftsmann die Ladenfasse mit etwa 100 Mark Bestand. Der Ferkelmarkt war nur mit 366 Ferkeln befahren, darunter 112 von Händlern. Diese geringe Zahl ist auf die in der Umgegend herrschende Klauenseuche zurückzuführen. dursten sich doch sechs Ortschaften an diesem Markte nicht beteiligen. Der Handel ging anfangs schleppend, die Verkäufer hielten mit ihren Forderungen zurück. jedoch kam der Handel nach und nach in Gang und wurde recht lebhaft. Es verblieb ein unbedeutender Ueberstand. Es wurden pro Sttick gezahlt: Bis 6 Wochen alte Ferkel 30, 7 Wochen 35, 3 Wochen 38 bis 40, 9 Wochen 43. 10 Wochen 45, 11 Wochen 48 und 12 Wochen alte Ferkel 50 Mark und darüber. Aus dem nördlichen Teile des Kreises, 14. Oft. Das günstige Wetter der letzten 2 Wochen hat die E r nt e a r 6 e i t e n gut gefördert. Dor allem wurde die Grummeternte endlich beendet, es hat sogar noch unberegnetes gutes Grummet gegeben. Die Kartoffelernte wurde bei dem guten Wetter rasch heimgebracht, sie fiel in der Quantität sehr gut aus. wenn auch die Schädlinge etwas Abtrag getan haben. Ferner ist die R unkel - rüben ernte und das Gemüse fast völlig eingebracht. Die Aussaat machte bei dem günstigen Wetter ebenfalls gute Fortschritte, die Roggenaussaat ist beendet, auch ist die Weizen- ' aussaat im besten Gange. Hoffentlich bleibt das Wetter so günstig weiterhin, dann macht das so sehr wechselreiche Jahr 1925 für die Landwirtschaft einen guten Abschluß. Leider haben sich die Mäuse derartig vermehrt, daß die Mäuseplage schlimm ist. Kreis Alsfeld. S«c Alsfeld, 14. Oft. (Stadtvorstands- s i tz u n g.) Erster Punkt der gestrigen Tagesordnung war die Errichtung einer Straßen- Benzintankstelle vor dem Hotel „Kron e": Die der Rhenania-Ossag-Mineralöl- A.-G. in Düsseldorf durch einen früheren Beschluß bereits erteilte Genehmigung zur Ausstellung einer Benzinpumpe wird auf ein entsprechendes Gesuch der Gesellschaft dahin abgeändert, daß der Behälter 'für die Anlage auf dem Bürgersteig eingebaut wer- -den darf, anstatt, wie ursprünglich beschloßen, im Garten des Hotels „Krone". — Ein Gesuch des Zimmerschützenvereins um Anbringung eines Schieß st andes auf der Galerie des großen «aales im „Deutschen Haus" wird genehmigt unter Vorbehalt eines jederzeitigen Widerrufs. Die Ausführung der Anlagen hat auf Kosten des Vereins unter Aufsicht des Stadtbaumeisters zu erfolgen — Ortssatzung über die Anstellung eines besoldeten Oberbürgermeisters: Die durch die Aenderung der Gesetzgebung notwendig gewor- dene Abänderung der Bestimmungen über die Sine Weile standen sie fhimm aneinander- gedrückt. ..Sie haben ihn gewiß arg lieb'" stieß er plötzlich hervor. „Ja", antwortete sie. und der verhaltene Klang ihrer (Stimme durch bebte das Dunkel der Nacht. Um dieselbe Stunde fuhr Hanns Ingold ganz erfüllt von seinem Werk und brennend von Tatendrang der Heimat zu. Die Konferenz der Regierungsleute und der beteiligten Gemeinden und Interessenten mit den Vertretern der neugegründeten Aktiengesellschaft zur Nutzbarmachung der Wasserkräfte des Rheins bei Rhelnau unterm Lauffen hatte stattgefunden. Als sie m der „Alten Post" tagten, lag das Städtchen verschlafen wie vor zweihundert Iah- Fcn tmler dem silberhellen Frühlingshimmel, und im Niederholz schrien die Fasanen, im Rhein die Fische, schneeweiß standen die blühenden Kirschbäume an den grünen Halden. Zwei Tage währte die Konferenz, dann verloren sich die schwarzen Hüte wieder, und im Saal der „Alten Post" wurden die Läden geschlossen. Rheinau schien wieder ins alte Dämmern au finken. Aber unter der Decke regten sich verfchla- sene Glieder, unruhige Gefühle begannen zu erwachen. die Wirtsstuben füllten sich, Rheinau warf sich wie ein Schläfer, dem plötzlich die Sonne aufs Bett und ins schlaftrunkene Gesicht scheint. Hanns Ingold stand blaß und übernächtig mit Augen, die von Nachtarbeit gerötet waren' vor seinem Bruder. Es war dasselbe Zimmer m dem er tm verflossenen Jahre gewohnt hatte' Die Morgensonne fiel gelb herein. s -Ä®C Besinnung. Aber sehen darfst du ihn nicht , sagte Hermann kurz. Hanns warf den Hut auf das Bett. Er hatte die Herren zur Bahn begleitet und war noch wie im Schuß. Das Gedankenttiebwerk. das in diesen beiden Tagen ohne Pause, in sausendem Schwung gelaufen war, konnte nicht so rasch zum Stillstand kommen. (Fortsetzung folgt.-) bl. Nanzenbach. 14. Oft. Der Bau bet Verbindungsstraße zwischen unserer Gemeinde und der Gemeinde Hirzenhain nähert sich dem Ende. Die 4 Klm. lange Strecke hofft man noch im November dem ^erkehr übergeben zu können. Die Straße schließt das zwischen den Bergen liegende Gelände vollkommen auf und stellt eine direkte Verbindung oe$ Dillkreises nach dem Kreise Bieden- kopf dar. Die im Dillkreis und im Kreise Biedenkopf gelegenen Gemeinden konnten feit- ■I S-J als durch das Scheldetal O . 1U 1 gelangen, was einen erheblichen ilmtoeg bedeutete. Diese Schwierigkeit ist nun beODben Es kommt weiter hinzu, daß die in Betracht kommenden Dörfer durch gute Absa h r m o g lichkeit einen besseren Absatz ihrer Erzeugnisse, so auch des Gemeindeholzes erzielen. 0 ' Frankfurt a. M. und Umgehend. Frankfurt a- M.. 14. Oft. Der N/mann Werley. der bei der Tragödie in öer Kleinen Spillinggasse Frau und Kinder verlor kehrte auf telegraphische Mitteilung Mon- tag abend von einer Besuchsreise zu Verwandten m Mayen in der Eifel zuruck Als er bei seiner Ankunft die Einzelheiten der'grausigen Tat erfuhr, erlitt er einen- -Qlerben- lUfa™mernbruJt und mußte sofort dem Krankenhause zugefuhrt werden. Auch der Ehemann Schmidt hat sich wieder eingefunden Gr weilte bei Verwandten in der Gneisenau- strahe rn Frankfurt und wurde im Laufe des Dienstag einer eingehenden Vernehmung unterzogen. — In der Nacht drangen Einbrecher in eine Villa am Schaumainkai in Sachsenhausen ein und machten hier reiche Beute an meist silbernen. „M. A.“ und „M S " gezeichneten Bestecken und Tafelgeräten. Außerdem fielen ihnen silberne Platten, silberne Körbe sowie ein silbernes Tafelgeschirr in die Hände. Der Gesamtwert der gestohlenen Sachen ist sehr groß und läßt sich noch nicht abschähen. Kirche und Schule. , Dekanatskonferenz Hungen. • J? u n 9 e.n’ 141 Okt. Zu einer sehr inhaltsreichen Zusammenkunft gestaltete sich die Konferenz der evangelischen Geist- lichen des Dekanates Hungen, die hier mi „Solmser Hof" unter Leitung von Dekan E n g e l - Obbornhofen stattfand. Die Andacht zur Eröffnung wurde in feierlicher Weife als Chorgebet gehalten; Stiftsdechant Lenz-Lich redete v.i einer kurzen Ansprache von der Kirche und ihrem Amt. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten hielt der evangelische Anstalts- geistliche vom Landeszuchthaus Marienschloß, Pfarrer Dörner-Rockenberg. einen un- gerncin fesselnden, aus reicher Erfahrung geschöpften und von großer Wärme getragenen Vortrag, der tief in die Probleme der Für - " r die Gefangenen hineinführte, und Gelegenheit bot, in lebhafter Aussprache ' noch längere Zeit die sozialen und psychologischen Probleme unserer Zeit zu besprechen. Dekanatstaq des Dekanats Nidda. „Nein, die Genoveva Ingold hat fünf Kinder und kann das kleinste nicht auf dem Arm mitbnngen. Ich bleibe die Nacht hier." Uno so geschah's. Die Nacht deckte alles mit schwarzem Schat- len, nur der Lausten leuchtete in ungewissem Schein. Die beiden Lampen, die aus den Licht- offnungen der gedeckten Brücke blickten, standen wie zwei große gelbe Sterne am dunklen Himmel. Ruch bettete und labte den Kranken, der mit geschlossenen Augen, schwerkeuchend, in den Äijfen lag. Nebenan saß Hermann über feinen Buchern und wachte bis tief in die Nacht. Um ein Uhr kündigte sich eine kleine Bes- Aung an. Der Atem verlor den rasselnden Klang, die Färbung des Gesichtes verblich „Er schläft", flüsterte Ruth. L Leise stand sie auf und ging in die Stube hinüber. ..Gehen Sie zu Bett, Hermann!" ?*uch. 'ch wache gern. Aber Sie! Legen Sie sich hm st Ruth strich ihm über das frauenhaft zarte Haar und blickte, über ihn gebeugt, auf feine Hefte. „Wollen Sic ein Gelehrter werden?" fraate ste scherzend. u „Ich will Afrikaforscher werden", rief er hastig. „Afrikaforscher?" „Ja, oder Rechtsanwalt!" Gin Lächeln flog über Ruths Gesicht. .Da erzählte er, was er gelernt &atte, und daß er hoffe, im Herbst die Prüfung zur Aufnahme m die Prima des Waldshuter Gymnasiums zu bestehen. r. , Aber dann brach er ab und horchte ängstlich auf den Atem des Vaters. „Glauben Sie, daß der Vater wieder ge- funö wird, Fraulem Ruth?" fragte er heiser „Ja. Hermann, das glaube ich. Er muß ja gesund werden. Er darf nicht an dem Werk —" „Ich war schuld, ich hab' ihn gereizt?" unterbrach et sie hastig. „Nein, verrenn' dich nicht in diesen Gedan- fen. ES liegt alles viel weiter zurück." entgegnete sie traurig. „Sogs noch einmal, du Lotter du!" blitzte der Fischmeister tränenblind und schwang die Faust. Doch ehe sie zum Schlag herabftihr, fing Buch den drohenden Arm und rief: „Schlagen Sie mich, denn ich hab' ihm geholfen. Ich hab' ihn lieb, ich hab' gezittert und gebetet für fein Werk!" 2m dunkel gewordenen Zimmer standen chre schwarzen Gestalten dicht aneinandergedrängt. Keuchende Atemzüge und krampfhaftes Schlucken. Brausen des Rheins und die verhallenden Rufe der Laustenknechte, die das letzte Floß zu Wasser brachten. Da dröhnte plötzlich ein schwerer Fall, und Christian Ingold lag langgestreckt zu Boden geworfen. und über ihm im Sturz mitgerissen, Ruth Engechardt. Einen Augenblick lähmenden Entsetzens, dann schrie Hermann laut auf. reckte Ruth sich in die Aohe. tasteten, zogen, zerrten sie und fanden den rÄ groß, zu starr, zu schwer, um ihn auf- richten zu können. , "^tcht". rief Ruth, aber das Licht wollte , rennen, die Flamme nicht leuchten, das Röcheln nicht schweigen, das aus dem geöff- neten Wunde des alten Mannes drang. Blaurot verfärbt war fein Gesicht, schwarzes Blut rollte klumpig von der Schläfe in den Bart. Sc9en die Tischkante gefallen in Eturz. Seine alten Rechnungsbücher stürzten ihm nach. 'Ui,»?"? ^gte Hermann zum Arzt, zu Doktor .77er' unö während er lief, rannte imtpr0«- ?osser. schob dem Fischmeister Kissen ««EL?*"«!? dürfen, öffnete ihm Rock und Lm die Stirn, das Gesicht, die mÄ* Brust, und zählt- hoffnungsvoll Tropfen, der aus der aufge- « quoll, denn sie wußte, daß 6a» Clnen} Schlqgfluh begegnet wurde. au kamen, Christian Ingold toar und die ersten Hilfe- mnA»n9?rnhner pflege und Wartung Platz Holm g-h-n te ^ermann di- Schwägerin Da sagte Ruch: Er war wieder in fein unheimliches Brüten zuruckgefunken. Das Zwielicht wischte die letzten Farben aus seinem Antlitz. Wie eine Totenmaske starrte es im bleichenden Schein Und um ihn aufzurütteln, sein Blut in Bewegung zu bringen, fragte sie überredend: „Wollen Sie nicht in die Sitzung des Ge- meinderates gehen und dort für Ihre Sache eijitreten?“ Da streifte er den Arm seines Sohnes ab und stand auf. Langsam ging er zum Tisch, tastete nach emsM Vrief, der dort auf den Akten lag, und reichte ihn Hermannn hin. „Hier ist mein letztes Wort in dieser Sache Icy habe mein Amt als Obmann der Fischer- innung nieder gelegt und trete mit diesem Vries auch aus dem Gemeinderat zurück. Wie ich zu dem Höllenwerk steh', das sollen sie schwarz auf weiß zu den Akten nehmen." Flehend rief Hermann Ingold: „Vater, tu's nicht, du bist und bleibst der Fifchmelster von Rheinau. Du kannst ja nicht leben ohne das Amt?" Und in feine letzten Worte klang Ruth- warme Stimme: „Verfluchen Sie das Werk nicht, tun Sie es nicht, es ist ja Hanns Ingolds Werk!" Mit rauhem grimmigem Gelächter blickte et von einem zum anderen. „Vicht zurücktreten! Richt verfluchen! Bei Gott, ich wär' ein schlechter Hund, wenn ich's nicht tät! Was wisset ihr davon, ob ich gehen muß und ob ich fluchen darf? Ja, es ist Hanns Ingolds Werk denn er hat den Frevel in die Wett gesetzt aber jetzt säugen sie es alle groß! Und ihr beide, ihr habt in dieser Sache so wenig ein Wort wie der Rhein, der hier unter dem Fenster kocht!" „Vater, er ist mein Bruder, und ich hab' eS erkennen lernen, daß eS etwas Großes ist was et plant!" 131 Ott. Hier fand gestern unter Leitung des Dekans S c r i b a - Eichels- der Dekanatstag des Dekanats ^?tt, zu dem die geistlichen und die weltlichen Vertreter der Dekanats-Gemeinden fast vollzählig erschienen waren, außerdem die drei Vertreter der Lehrerschaft und die beiden weltlichen Abgeordneten des Dekanats zum Landes- ttrchentag. Nach Gesang des Liedes „Ach bleib mit oeiner Gnade" eröffnete Pfarrer Laut- Nidda mit einer biblischen Ansprache auf Grund von 1. (5.ot. 15; 58 und mit Gebet die Verhandlungen Sodann begrüßte der Dekan die Erschienenen besonders die neugewähtten Mitglieder, und gedachte in ehrenden Worten der feit dem letzten Dekanatstag verstorbenen Mitglieder: Bürgermeister Eck-Nidda, Georg Reih l.-Echzell und Lehrer Best- Langd. Hierauf wurde der gedruckt vorliegende Bericht des Dekanats-Ausschusses besprochen. Dabei wurden mehrere Entschließungen einstimmig gefaßt, nämlich: 1. „Der Dekanatstag richtet an alle Gemeinden, besonders die Eltern und Lehrer, die dringende Bitte, ein wachsames Auge auf die und Maschinen auf dem Grundstück des Ober-Post- sekretärs Holler an dem Wege neben dem Schlachthof wird genehmigt. — Ein Gesuch der Bewohner der oberen Grünberger Straße um Verlängerung des zur Zeit im Bau begriffenen erhöhten Fußsteiges bis an die Einfahrt des Kornhauses wird genehmigt. — Siedlungsanlage in der Rambach: Auf eine entsprechende Eingabe der hier beteiligten Bauherren wird beschlossen, diesen den Kaufpreis für ihre Bauplätze nicht an den Baudarlehen zu kürzen, sondern die bewilligte Summe in voller Höhe auszuzahlen und den Kaufpreis für den Bauplatz bis zum 1. Oktober 1926 gegen Stellung eines tauglichen Burgen zu stunden gegen eine Verzinsung zu 5 Proz. — Ein Gesuch der Gemeindehebammen um Erhöhung des Wariegeldes wird wiederholt abgelehnt, dagegen sollen die Hebammen zur Krankenversicherung angemeldet werden. — Schl acht Hof: Aus Antrag des Beigeordneten V o g e 1 e y wird die "Anschaffung eines llniversal- Jnjektors beschlossen gemäß dem Angebot der Gesellschaft für Lindes Eismaschinen in Wiesbaden. — Unter Mitteilungen am Schluffe der öffentlichen Sitzung gibt der Vorsitzende ein Vermächtnis bekannt, wonach Karl Gustav Wilhelm Bücking in Frankfurt a. M. im Falle seines Ablebens feiner Vaterstadt Alsfeld einen Betrag von 25 000 M k. für wohltätige Zwecke vermacht hat. Das Testament stammt allerdings aus dem Fahre 1922, so daß der anfallende Betrag nur sehr gering fein wird. Weiter gibt der Vorsitzende eine Beschwerde d e r Alsfelder Gärtner bekannt, die sich gegen die Vergebung der Anlagen für die Friedhofserweiterung an die Gartenbaufirmen Gebrüder Siesmeyer in Frank- urt a. M. wendet, es wird Rückgängigmachung dieses Beschlußes verlangt. Wie der Vorsitzende dazu ausführt, sei der Zuschlag an die genannte jirnia bereits erfolgt und könne nicht mehr rückgängig gemacht werden. Rieder-Gemünden, 13. Oktober. Um nicht von der hiesigen Eleklrizitätsgefell- chast abhängig zu sein, plante die Heber- landzenlrale im vergangenen Jahr ben Dau einer eigenen Starkstromleitung, die in einer Entfernung von ettoa 100 Meter mit der chon erbauten Leitung der hiesigen Gesellschaft parallel laufen sollte. Von den Grundeigeru- tümem, zu denen auch die Gemeinde selbst gehört, wurde aber die Genehmigung zum Dau nicht erteilt, weshalb das Kreisamt Alsfeld das Enteignungsverfahren einleitete. In den Darauf folgenden Terminen kam ein Vergleich dergestalt zustande, daß die bereits erbaute Leitung um gebaut und durch höhere Maste erseht werden i Die neuerbaute Leitung soll eine ®Dbpel- l . i l, n g werden, von der eine für die lieber- landzentralc und eine für das hiesige Werk bestimmt ist. Diese Leitung konnte jetzt dem Betrieb übergeben werden. l. Leusel, 14. Oft. Durch die anhaltenden Regensälle in der Erntezeit ist ein großer Teil der im H e i mert s bä u se r Wald reichlich vorhandenen Brombeeren auf dem Stand zugrunde gegangen. Don den beeren- uchenden Devölkerungsrreifen wird dieser Verlust sehr bedauert. I Hopfgarten, 13. Oft. Hier verunglückte gestern Herr Philipp aus Renzendorf bei seiner ersten Ausfahrt auf einem neuer ffanbenen D.K.W.-Motorrad. Als er an L14' Oh. a iinbe8Äen noch i* ^Im ” na. °""en.Dj^de^x^e 611 1>«q2 ®Mc Lr-tln »«&'I1' Wu"8 L'Z^S wV'1 J°g'sbit®« in 3«. ?W-- ''ch toieh>/ ■b{t tfie- * int» XX? 6f htSSfe1 “*>• " S4”«m &*” 10 Mten hi rnlQ'. 'n tuen, „M A'- irei$e und Taset und „M.S." ue flohen firu' ^her- ^Igeldiitt' ?x^/°rbe §*«, ift- «bl«”'" F "d Schuh, ,ctEII$ Hungen. ALLitL °"S°liIch.n S.j«. Vfl bon $t[Qn .uottsand. Die anJz Adechant Lenz-Lich J fp0 von der Kirch« geschastiich« « enangehtoe Anstal» ^uch'haus MarienM nväenberg. einen m- ,^'cher Erfahrung ge- >yer Därme getragenen nr Probleme der ftüt. sangenen hrnnnMle, w Whaster Ansprache lojialen und pjycholvgi« c Zeit zu besprechen. ? Dekanats Nidda. Oft. Hier fand gestern t/ans Sctiba»Sityfa tag des Stfanati die geistlichen und die Delanats-Temeinden fast aren. auherdem die drei aft und dir beiden well- s Dekanats zum Landes- Liedes .,Ach bleib mit te Pfarrer Laut-Aiddo lnsprache auf Grund von Gebet die Perhandlungen. D e k a n die Erschienenen, chlten Mgliedet, und ge- »orten der seit dem letzten neu Mitglieder: ‘Bürger* ieorg Aeih l.-W und gedru-Ü vorliegende Zeus. Ausschusses be- ourden mehrere Ent- mmig gefaht, nämüch. Itag richtet an alle Te- c eitern und Lehrer, die wachfMe^g^^ stumm aneinander- Miß arg lieb!» stieh -r ,je und der verhaltene »urchbebte das Dunkel der ha hißt Hanns Zngold und brennend von it zu. Äecrierungsleute und dtt ^^"Akt7engeMast ründeten Ak ti ^ein6 S'K itsj&f llen ÄT int Ä-m die ^"standen dte ' "er- ne Konsett^ un6 im * in» **“ sSL-- » VA -»firfSft Am»«* WM l> fung t*1 Franksttrl a.M. Berlin Datum: Zutaten: Abenddörse. Frankfurter er» der die Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 1 Päckchen Dr. Oetker’s Backpulver .Bacldn« 150 g Rosinen 156 g Korinthen V, Päckchen Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker Salz nach Geschmack Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Oft. Der Produkleninarkt zielte etwas festere Preise. Das Angebot Landwirtschaft ist immer noch gering und Bom Verwaltungsgerichtshof. • Darmstadt. 14. Ott. Der Verwaltungs- Gerichtshof verhandelte abermals in dem Fall des Gendarmeriewachtmeisters Szerbowsti in Gomberg a. d. Ohm. der beschuldigt ist. "cbensmittel als Geschenke angenommen zu haben. D:r Vrrtraker, des StaatSinteresses machte nach >... of.... -ßntunqen wiederum geltend, daß die ' -rgeb. achten Fälle Jahre zurückliegen und in Zeiten großer Ernährungsschwierigkeiten S^lc-.i; eine Aeber^chreitung der AmtSbefugnisse s nicht festzustellen. Der Gerichtshof entschied aber, daß der Gendarmeriewachtmeister sich in zwei Fällen einer Amtsüberschreitung schuldig gemacht habe. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReligivnSgemeinde. DotteSd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 17. Oktober 1925. Dorabd. 5.15, morg. 9.00, abds. 5.35 u. 6.15. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabdatfeter, den 17. Oktober 1925. Freitag abds. 5.00, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbat- ousgang 6.15. Wochengottesdienst morg. 6.45 und abb«. 5.00. Forderungen zu hoch. Gerste bei gedrückten Preisen gefragt, für Hafer besteht Gxportfrage. Mehl und Futterartikel ruhig. Es notierten pro Tonne: Weizen lmärk.) 213 bis 216, Weizen (Oktober) 229, Weizen (Dezember) 232,50 bis 233, Weizen (März) 237,50 bis 238,50, Roggen (märt.) 152 bis 155, Roggen (Oktober) 167 bis 169, Roggen (Dezember) 173 bis 174, Roggen (März) 182 bis 183, Gerste (mark.) 210 bis 235, Futtergerste 170 bis 175, Hafer (märt.) 183 bis 191, Hafer (Dezember) 189, Hafer '(März) 191 bis 191,50; pro Doppelzentner: Weizenmehl 27,25 bis 31,25, Roggenmehl 22 bis 24,25, Weizen- kleie 10,70, Roggenkleie 8,90 bis 9,30, Viktoria» erbsen 26 bis 31, kleine Speiseerbsen 26 bis 28, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 22 bis 25, Rapskuchen 15,20 bis 15,40, Leinkuchen 22 bis 22,20, Trockenschnihel 9, Torfmelasse 9,50, Kartoffelflocken 14,30 bis 14,70, Zucker 20,40 biS 20,60. Frankfurt a. M, 14. OH. Nachdem der Kabinettsrat nach Entgegennahme des Berichtes Kempners sein Einverständnis erklärt hat, sah die Börse ihre günstige 'Beurteilung der Konferenzverhandlungen bestätigt. Der Abendverkehr nahm infolgedessen einen recht festen und lebhaften Verlauf. Auf fast allen Märkten war die Kaufneigung sehr rege und es kam auch zu ansehnlichen Umsätzen, wobei neue Steigerungen bis zu 1 Prozent zu verzeichnen waren. De» Turnen, Sport und Spiel. Futzball-Repräsentalivspiel Norddeutschland - Westdeutschland. Zu dem Fuhball-Repräsentativspiel Rord- deutfchland—Westdeutschland am 1. November in Hamburg (H. S. V.-Platz) ist die westdeutsche Mannschaft nach dem Auswahlspiel folgender- mahen ausgestellt worden: Pesch (Düsseldorf 99); Schröder (V. f. R. Köln), Richarts (Sülz 07); Müller (Düsseldorf 99), Gruber (Duisburger S. V.), Heidkamp (Düsseldorf 99); Kievernagel (E. f.R. Köln), Fiederer (V f.R. Mülheim), Malsch (Duisburger S. D.). Lücke, Rudolph (Turu* Düsseldorf). Ersatz: Sockenheim (Duisburger S.V.). 5OJ g Mehl 200 g Butter 200 g Zucker >/,—'/« I Milch 5 Eier, das Weiße zu Schnee geschlagen Selbstgebackener Kuchen steht sehr hoch im Nährwert! Die besten Nahrungsmittel, wie Butter, Zucker, Eier, Milch, Mehl nsw. sind in ihm vereinigt und durch Dr. Oetker’s Backpulver ,,Backin“ zu einem lockeren, aromatischen und leicht verdaulichen Ganzen geformt. Diese Tatsache sollte niemand unterschätzen. Machen Sie einen Versuch mit: Dr. Oetker’s Rodonkuchen — »Der Al pe nf reund". illustriert« Halbmonatsschrift für Reise und Touristik (Alpen- freund Verlag A.-G. München. Amalienstr. 9. Das zweite Septemberheft der bekannten alpinen Zeitschrift bringt an der Spitze 'eine populärwissenschaftliche Arbeit von Sh-, P Fickeler über die ungewöhnlich seltsamen geologischen Verhält» Nisse des Wimbachtales Einen mißlungenen De- zwingungsvers uch der Dreitorspihe-Rordwand schildert Karl Theobald, der kurze Zeit daraus in den Miemingern tödlich verunglückte, eine Bergfahrt in den Hohen Tauern im Umkreis der (Siebener Hütte erleben wir mit Dr. O. Vaubel. Die Kunstbeilage „Abstürze des Hochkallers inS Wimbachtal" darf man ebenso wie den übrigen reichhaltigen Bilde rschmuck als erstklassig bezeichnen. Die schöne Literatur (Herausgeber: Will Vesper Verlag Ed. Avenarius. Leipzig. Preis: Vierteil. 2 Mark) widmet ihr Oktober- beft zwei Iubilaren: Friedrich Lienhard, dem 60jährigen, und Conrad Ferdinand Mover, dessen 100 Geburtstag am 11. Oktober aller Orten festlich begangen wurde Auster den Aussätzen und zahlreichen Besprechungen enthält das Heft noch eine Zusammenstellung der Neuerscheinungen im September, eine Zeitschriftenschau September, ilr- ausführungsberichte und Mitteilungen Europäische Gespräche Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politck. Herausgegeben von A. MendelSsohn-Barthvldtz. (Deutsche Derlagsanstalr. Stuttgart.) 3. Jahrgang. In Heft 9 zieht ein Artikel des Historikers Prof. DarneS die Lehren, die aus dem „Kriegsschuldschwindel", wie er die Behandlung der Frage der Kriegsschuld auf Siegerseite bezeichnet, zu entnehmen sind, vor allem auch für die Verhütung von Kriegen. Ein anderer amerikanischer Beitrag bringt Angaben darüber, seil wann bei Wilson die Absicht bestanden hat, in den Krieg auf Ententeseite einzutreten Ein ganz europäisches Thema ist dagegen die von einem diplomatischen Mitarbeiter behandelte Frage ..Polen und Lothringen in ihrer Beziehung zur Sicherheit Frankreichs" heute wie vor fast zweihundert Jahren. Der Dokumententeil bringt u. a. die geheime Chamberlainsche Denkschrift, die, tote sich immer mehr herauSstellt, in der Vorgeschichte der SicherheitSverh.ondlungen nicht fehlen darf, Büchertisch. Die Auslese der schönsten Stickereien und Spitzen, die Spitzen(eistunce 1 neuzeitlicher Frauen- hanbarbeit in Zentraleuropa bietet ihrem internationalen Leserkreis die Rundschau "Stickereien und Spitzen". Das beweist das Oktoberheft, das erste Heft des neuen Jahrgangs dieser reizvollen „Blätter für kunstliebende Frauen" (Verlag Alexander Koch, Darmstadt), das in ca. 40 großen Abbildungen, mit einer Vierfachen-, vier Sepiaton-Deilagen und natur- großer Stickvorlage u. a. folgendes bringt: Kissen und Deckchen in Tüllstickerei von Käte Louise Rosenstock, Leipzig. Wandbehänge und Kissen von Maria Chliax Krauß, Zürich, in der neuen Technik der „Nadelweberei". Seidenapplikationen von M. de Waard Backer, Paris, und Elfi Köhler, Wien. Häkelgardinen nach Entwur von Ludwig Kozma, Budapest. Dildstickereien in Wolle von Marian Stoll, Oxford (England). Kreuzstich- unb Filet-Entwürfe von Paul H. Hübner, Freiburg. Gestricktes Kissen von Ella Margold, Darmstadt. Klöppelspitzen von Elfriede Freiin v. Hügel, Stuttgart, und Margret Gmin- der, Reutlingen. Dierfarben-Beilage: Kissenplatte von Artur Nikolaus. Charlottenburg. Dazu viele anregende Textbeiträge. Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 16. Oktober. 4.30 bis 6 Llhr: Hausfrauen-Nachmittaa. 6 bis 6.30 ilbr: Die Lesestunde (Driefliteratur): „Aus dem Briefwechsel zwischen Goethe und Zeller". 6.30 bis 7 Uhr: Die Bücherstunde II (Gedenktage). 7 bis 7.30 Uhr: Vortrag von Dr. Köbner: „Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt". 7.30 biS 8 Ähr: Vortrag „Röhrensender II". 8 bis 8.30 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Gastspiel der Münchener Kammeroper der Bayerischen Landesstelle für gemeinnützige Kunstpflege. Zubereitung: Die Butter rühre schaumig, gib Zucker, Vanillin-Zucker, Eigelb, Mehl, dieses mit dem Backin gemischt, Milch hinzu und zuletzt die Rosinen, Korinthen, Salz und den Eierschnee. Fülle die Masse in die gefettete Form und backe den Kuchen I bis 1 l/t Stunden. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher kostenlos in den Geschlften, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr.A. Oetker, Bielefeld. b- ötublverstopfung hartnäckiger Varn gebraucht man seit 50 Jahren nur die echten Apothek« Batt.SeLpri.1A 5ü W lü allcD ApothekeD Hxtr TdL - Oa* la 04. Priv. rad. Otat - Trlt te q a. t pu sonders der Banleninarkt erfreute sich heule einer größeren Beachtung. Auch für deutsche Anleihen zeigte sich Interesse. Anleihen gingen zu 0,22875 bis 0,230 um. Im freien 'Verkehr hörte man für Phönix einen Kurs von 75 und für Badische Anilin einen solchen von 123 nennen. Die Abenddörse schloß zu den höchsten Kursen. Deutsche Anleihen Schuhgebietsanleihe 5.900. Ausländische Renten: Ungarische Goldrente 11, 4,5prozentige Ungarische Staatsrente von 1914 9,87, Oesterreichische Staatsrente von 1913 2,55, Oesterreichische Silbcrrente 1, Bulgarische Tabak (Talons) 16,25, Zolltürken 7,65, Bagdad II 6.62, Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 126,25 Medio, Eommerzbanl 94 Medio, Deutsche Bank 104,25, DiScontogesellschaft 102,12, Dresdner Bank 100,25, Mitteldeutsche Creditbank 91, Reichsbank 136,12, Oesterreichische Creditaktien 7,20. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 72,5 Medio, Harve- ner 106, Rheinstahl 58,50, Kali Aschersleben 116,75, Kali Westeregeln 123,50. Chemische Aktien: Ehemtsch« Griesheim 121,50, Elberfelder Farben 121,50, Th Goldschmidt 67,50, Höchster 121,62. Transportaktien Nordd Lloyd 64, Baltimore 48,50, Anatolier II 6,62, Monastir 10,62. Jndustrieaktien: AEG 96,50, Medio Eement Heidelberg 65,25, Dyckerhofs & Widmann 33, Elektrisch Licht und Kraft 94,50, FuchS Waggon 0,40, Holzmann 53,50, Jungbans 55,50, Lahmeyer 79,90 Krauß Lokomotiven 36, Schuckert 65,75 Medio. Siemens L HalSke 81 Medio, Wayh & Frehtag 65. Badischer Zucker 56, Heilbronnzucker 55,75. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Grehener Anzeigers".) Berlin, 14. Ott. Di« im Verlaufe des gestrigen Börsenverkehrs eingetretene Verstimmung hielt heute vormittag an. Die Kurse der Jndustrieaktien zeigten bei Beginn eine recht matte Veranlagung, da die Spekulation und die Dankenwelt sich vom Geschäft »urückhielten und andere Interessenten an den Effektenmärkten aur Zeit nur wenig vorhanden sind. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs wurden dann wieder etwas höhere Kurse genannt, doch blieb die Umsatztätig- keit so gering, daß die Tendenz bald wieder zur Schwäche neigte. Die Ursachen waren auch Gerüchte über ungünstige innerpolitische Folgen, die man jetzt an die Pattverhandlungen in Locarno knüpft. Für Montanwerte wirkt« besonders die gestrige Mitgliederversammlung des Rhein.- westfälischen Kohlenshndikats verstimmend, wonach Im letzten Monat-eine weitere Verschlechterung in dem SrlöS des Ruhrkohlenbergbaues zu verzeichnen ist. Di« Ermäßigung des Diskontsatzes der GvlddiSkvntbank blieb demgegenüber ohne Einfluß, da eine Herabsetzung des ReichsbankdiSkonteS hiermit nicht der- bunden ist und die Ermäßigung des Diskontsatzes der Dolddiskontbank nur für einzelne Industriezweige von Bedeutung ist. Heimische Anleihen verkehrten still bei leicht rückgängigen Kursen. Pfandbriefe lagen völlig vernachlässigt. Infolge deS geringen Geldbedarfes zeigte der Geldmarkt größte Flüssigkeit. Tagesgeld 8'/, biS IO1/» Proz. und darunter. Monatsgeld nominell 101/, biS 11 Prvz. Am Devisenmarkt erlitt PariS eine außerordentlich starke Abschwächung gegen London auf 107,45. Auch Mailand lag erheblich schwächer. Oslo und Kopenhagen waren gegen London leicht gebessert. Die Reichsmark notierte in London 20,34, Pari« 5,26. Amsterdam 59,2F/$. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Oft. E« wurden notiert; Weizen (Wetterauer) 23,50, Roggen (inländischer) 17,50 bis 17,75, Sommergerste (für Drauzwecke) 24 bis 25, Hafer (inländischer) 19,50 bis 21,50, Mais (gelb) 19,25 bis 19,50, Weizen- mehl (inländisches. Spezial 0) 37,25 bis 37,75, Roggenmehl 25 bl« 26,25, Weizenkleie 9,75 bis 10. Roggenkleie 10,50. — Tendenz: Fester. Wirtschaft. * Dom Ruhrbergbau. In der Mitgliederversammlung des rheinisch - westfälischen Kohlenshndikats wurde mitgeteilt, daß die Ge- famtziffer des Absatzes im September die gleiche war, daß jedoch innerhalb dieser Ziffer der Auslandabsatz einen gewissen Rückgang-erfahren habe, der durch die Zunahme des Jnlandabsahes wettgemacht worden sei. Don einer Belebung des Marktes aus den iimeren Verhältnissen der deutschen Wirtschaft ist noch nichts zu spüren. Besonders unangenehm ist, daß die englische Kohle, dank der staatlichen Subventionen, auch in Deutschland selbst erfolgreich vordringt. Für eine Reihe von Brennstoffen wurde der Verkaufspreis mit Wirkung vom 15. Oktober herabgesetzt, für einige Kokssorten aber erhöht. Da die im Preise herabgesetzten Kokssorten der Menge nach bei weitem überwiegen, ergibt sich eine weitere Verschlechterung tn den Erlösen des Ruhrbergbaues. • Harpener Bergbau AG. in Dortmund. Entgegen anderen Pressemeldungen teilt die Verwaltung dem D. H. D. mit. daß sie von der allgemeinen Wirtschaftslage ebenso betroffen wird wie ähnliche Unternehmungen. Nachdem das bekannte Abbauprogramm bei Harpen feit einiger Zett beendet ist, konnte man bisher allerdings ohne neue Einschränkungen und De- . triebsstillegungen auSkommen. Diese Hoffnung besteht auch für die Zukunft, falls sich die Verhältnisse nicht besonder« verschlechtern. Es entspricht also, wie die Verwaltung feststellt, keineswegs den Tatsachen, daß in letzter Zeit ein angemessener Nutzen erzielt wurde, da der kaum nennenswerte Gewinn gerade die hohen Unkosten und öffenllichen Lasten deckt. Die Finanzlage der Gesellschaft ist beftiedigend. * Maschinenfabrik Moenus A. G. in Frankfurt a. M. Nach einer Meldung des „B. T." wurde in der AR.-Sihung mit- geteilt, daß der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahre gestiegen ist uiid die Vorkriegshöhe erreicht hat. Auch der Auftragsbestand bewegt sich in Vorkriegshöhe. Man leide aber unter öen gedrückten Preisen und den hohen Llnkosten. • „Rhei nmetall", Rhein. Metallwaren- und Maschinenfabrik in Düsseldorf. Für das Geschäftsjahr 1924 25 ist die Verteilung einer Dividende nicht zu erwarten. Der augenblickliche Beschäftigungsgrad sei in einigen Abteilungen befriedigend. In anderen dagegen unzureichend. Das Auslandgeschäft liege sehr darnieder ' Schwierigkeiten des russischen Getreideexports. Berichte aus der russischen Provinz lassen darauf schließen, daß der bisherige Getreideexport inS Ausland großen Schwierigkeiten ausgesetzt ist. Es wird keineswegs das Programm ausgeführt werden können. So meldet die ukrainische Eisenbahndireftion, daß sich dort der Waggonmangel sehr bemerkbar mache und daß infolgedessen große Mengen Getreide auf den Bahnstationen faulen. Hingegen berichtet man aus Nordvaukasus, daß sich dort der Getreideeinkauf sehr schwer gestaltet, da die Dauern in Erwartung höherer Preise einfttoeilen vom Verkauf des Getreides absehen. Dörsenkurse. Tergtf tung der 3u ge nl durch schmutzige Bücher und Dilder zu haben. Zur Abwehr sorge man für guten Lesestoff. Wer Deziehungen zu Zeitungen und Buchhandlungen hat, wolle seinen Einfluß dahin geltend machen, daß auch hier alles Unsaubere und An- stößige vermieden wird." 2. „Der Dekanatstag richtet an die Hess. Staatsregierung das dringende Ersuchen, den ausführenden Polizeiorga'nen die durchgreifende Anwendung der bestehenden Gesetze gegen Schmutz und Schund in Schrift, Bild und Film erneut zur Pflicht zu machen." 3. „Der Dekanatstag hält es für sehr wünschenswert, daß die Katechismuslehre lünftig in den Wintermonaten (September bis April) gehalten wird." Der Voranschlag der Dekanats- lasse, der einen von den Dekanats-Gemeinden aufzubringenden Fehlbetrag von 700 Ulf. auf» weist, wurde ohne Einwand genehmigt. Bei den hierauf folgenden Wahlen wurde Pfarrer Laut- Nidda zum Dekan-Stellvertreter gewählt und Pfarrer Landmannn»Gettenau zum Vertreter des Dekans und des Dekanstell- vertreterS im Dekanats-Ausschuß. Nachdem noch über die 2Iroeit der äußeren und inneren Mission, des Gustav-Adolf-Dereins und des Evangelischen Bundes Bericht erstattet waren, sprach Pfarrer Weidne r»Ober-Lais ganz kurz über baä drohende Reichskonkor - d a t zwischen Kurie und Reich. 2Jiif seinen Antrag wurde eine Entschließung angenommen, die alle evangelischen Gemeindeglieder auffordert, ein wachsames- Auge darauf zu haben und nexp Kräften dafür mitzuwirken, daß die evangelischen Interessen im öffentlichen Leben zu ihrem Recht kommen und das evangelische Volk vor einem Reichskonkordat bewahrt bleibt. Leider mußte wegen der schon sehr vorgerückten Zeit Pfarrer N auma nn-Schwickarts- Haufen sein Referat über daS neue Reichs- jugendwohlfohrtsgeseh bedeutend gekürzt vortragen. Seine knappen, durchaus klaren Ausführungen ließen die Wichtigkeit dieses Gesetzes erkennen und gaben in erschütternden Einzelbildern den Beweis für die Notwendigkeit der weitverzweigten und oft überaus mühevollen Arbeit, die auf Grund diese« Gesetze« die Kreiswohl- fahrtsämter zu leisten haben, in denen neben anderen auch die Vertreter der evangelllchen Kirche führend Mitarbeiten. Als Vertreter des Dekanats Nidda im Landeskirchentag gab Professor La m pu S-Friedberg nexb kurzen Bericht über die wichtigsten in letzter Zeit dort geleisteten Arbeiten, vor allem über die Regelung finanzieller Schwierigkeiten der Landeskirche und das neue Stellenbesehungsgeseh; er wies dabei auch darauf hin. daß durch den eingetretenen Mangel an jungen Theologen in allen deutschen Landeskirchen der evangelischen Kirche die Not droh'., einmal eine größere Zahl ihrer Pfarrstellen unbesetzt lassen zu müssen: um so wichtiger werde bann die Mitarbeit aller kirchlich gesinnten Laien werden. Nach Dankesworten des Dekans für die Referenten und alle Erschienenen wurde der Dekanat«» taa geschlossen mit dem Gesang de« Liedes „Laß mich dein sein und bleiben." yj0 Deutsche ReichSaolethe . <•/« Deutsche ReichSauleihe . 3'/,°/, Deutsche ReichSanlethe 36/o Deutsche ReichSanlethe . Deutsche Sparpramienanleihe 4°/0 Preußisch« KonsolS . . . 4e/o Hessen ....... ........ 3% Heflrn........... Deutsche Wend. Dollar-Aul. dto- Doll.-Schatz-Antretsna-') *1« £ entarten 5®/e Goldmerttaner ... Berliner Handelsvesellschast. Commerz- und PnvavBank Darmst. und Narionalbank - Deutsche Bank......... Deutsche BerewSbaot ... DiSeonto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Credttdauk • . Oesterreichische Tredttanstalt. Weltbank Bochumer Gah . ...... Buderus............ dato . Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau Kaliwerke AscherSlebeu.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........ Oberbedars Phönir Bergbau ...... Rheiustahl. .......... Rrebeck MoMan........ TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Patek. . . Norddeutscher Llovd Theramische Werfe Slbin . . Zementwerk Heidelberg . . . Pytlivv Holzman» Anglo-Lont.-Guano..... Badische Anilin....... Chemische Mäher Alapiu .. Boldschmidt....... . GrieS tieimrr Electron .... Höchster Farbwerte ..... volzvertohluug ........ RütgerSwerte......... Scheideanftalt ....... «llg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann .......... Mamkraftwerle ........ Schuckert .. ........ Siemen« .2725 0.45 0,46 0.47 0.475 0,13 — 0.137 1.1325 0.25 0,25 0.26 0.26 — 1 0,25 0.27 1 0,28 । *16 0.27 0.25 — 0.245 0,24 '>1.25 W 25 91,-5 | 91.75 9t,1 96,25 06,4 96 5 7.4 7.65 7.62 ' 7,5 40 89 75 — 41,13 123.5* 125,2* 126* 126.5* '34* 94* 1)5* 94,75* 104,5- 103.2* 103.2’ 103.3* 104.25 104,2* 104.7* 10.-V 74,9 — 102* 102.1* 102,2* 102,2* 76 76.5 _ 90,5 91* — 90* 7.1 7 2 7,4 7,18 0.0B 0.03 — 66.75 71,5*1 68,25* 73* M 4.5 4.5 46,35 38.5 33 5* — 08 73.5* 69* 72* 73,75 76.4* 74,75* 79,25* 103.2* 106* 105* 106* 117 116.75 115 115 121 143,5 18.4 18.5 36,25 35 85,5 34,75 46 *- 78,25 79,25* 71,75* 74 25* 66 53.5 57* SS.5* 73 73 71 5 71,63 52 52 59.75- 59.5* 60’ 60.35* 64.25 64* 64,75* — 06.5 66.25 — — | 52,75 33,5 53,26 58 — — 90 90 131 123,20 122 122,75 —— — 67.25 67,5 67,75 67,18 119.5 121.5 120 120 119.9 131,64 120 25 120.75 51.25 50 _ 68.75 64,25 64 64,(2 91 90.25 -- «6,13* 96,5* 95,9* 96.63* 73 23.5 74 78,75 74 74 — — 6H,5* 65,75* to,75* 65,5* 78,5' 81* 78,75* 81.5' 8« : 86.25 36,4 35,75 38,25 33,2.5 34 33,75 25 25 — — 36 35 35 34,5 —- 1 — — 0,3 0,8 — — —— 96,6 K — 60 60 @) 60 25 24,25 25,5 25.5 4,13 4,1 4 4 80 80,5 79,5 80 57 56,25 — —- • 56.13 56 55,62 55.5 18 Oftbr. 14. Oftbr. Amtliche Noti runa Amtliche Notierung (Selb i Brief Geld Brief 2hnft.» Stott. 168.58 169,00 168,64 169,06 «uen. Aires 1,728 1,782 1,721 iS,» Brff -Antw. 19.165 19,205 19 07 Christiania. 84,74 84,06 85,49 85,71 Kopenhagen 102,45 102,75 104,12 104,; 8 Stockholm - 112,36 112,64 112,39 10,55 112,61 HclstngforS- 10.552 10,592 10,59 Ztalien. . 16 >65 16,69 16.4b 16.52 London. . 20,806 20,356 20,30a 20,358 Neuyort . 4,195 4,2-15 4,195 4,205 Paris.... 19,145 19,185 18.89' 18,935 Schwei; . . 60,8 j 81,05 80 85 81,05 Spanien . . 60^ 60,42 60.07 60,23 1,719 Japan - . - 1,716 1,720 1,715 iltio de Jan. 0.622 0,624 0,61« J.62O Wien in D.° Oest- abgest. 59,10 69,27 69,13 59,27 Prag .... 12,424 12,464 7,474 12.4C 12,457 Belgrad - . 7,454 7.455 7,475 Budapest. . Bulgarien . 5,875 8,0iö 21,225 5,895 '-,055 5,875 3,045 5,8^5 3,055 Lissabon 40,275 21 22. 21,275 Danzig. . . 80,54 80.74 80.51 80,76 Konstantin. 2.38i 2.395 2,T 2.N Athen. . . 5.74 5.76 5.74 5.76 Tanada. . . 4,193 1.205 4,195 4,207 Uruguah . . 4.245 4,255 4,245 4.255 Banknoten. Berlin, 14 Oftbr. (Selb Bries Amerikanische Noten..... L197 4.217 Belgische Noten ........ 19,00 19,10 Dänische Noten........ 103.84 104,36 Englische Noten........ 20,265 20,865 Französtsche Noten...... 18,91 19 01 Holländische Noten...... 168,24 169.06 Italienische Noten...... 16,51 16,5‘J Norwegische Noten...... Deutsch.Oesterr., i 100 Kronen 85.24 85.66 58.94 59,24 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten...... 112,04 112,60 Schweizer Noten....... 80,65 81,0.5 Spanische Noten....... 59,97 50.2; TschcchAowafische Noten . . 12.375 12,435 Ungarische Noten....... 5,825 5.865 Billiges Angebot in wollenen StrickwarenI ortmltSchailen Posten Wollene Jumpers, modernste Farben, mit langen Aermeln fodebausS&lomon. Giessen 9627c W W fordernde bei uns Heber 650 Filialen Astorialichtsplele Sperrplatten Ferner: 9641c ER in einer glänzenden Grotte « v> rs Wtfll Blöd* 1 Bfö. 1.10 Gteme- 3 lof. 0.70 Bumttflff.vj(ö.0.40 9644a Auf bequeme Teilzahlung! [ 0.70 1.00 1.00 Gebe. Kaffee fionl-W.Bfö.3.40 9am0. Berlin« Mil. Schwere wollene Ueberblusen Jumpers, elegante Ausführung . . Strickwesten für Damen....... Strickjacken in prima Qualität . von 3-30 mm Stärke in allen Größen nur beste Fabrikate prompt ab Lager lieferbar Posten II Wert bis 30 Mk. Tapetenhaus OttoTäubert Fernsprecher 1326 :: Seltersweg 70 Oelsardinen des. Mg, rm 1.00 Schokolade Spelfe- miKD- nnidi-nuB Kaffee-Mischung (feljt beliebt) Ä LOO Äl-40 Ä2.20 ».UarleD Wassert »£RKA ML« heißt unferftolider Seidenftorftrumpf Auto- und Reisedecken Auto-Fußsäcke Felle HJer ihn getrogen, kauft dm wieder: / 19. Okt. \ 'Beginn neuer Kurse A Vogtsche »HandelsschuleGieflen / \ Oocthestraße 32 7 x 9617a J/ ' des wirklichen 3 Wertes HenkeFs Wasch- und Blcich-Soda Henko bindet den Kalkgehalt, das Wasser wird weich wie Regenwasser, Sie sparen am Waschmittel und haben immer eine tadellose Wäschei in Buche | Erle Gaboon Kiefern I Giche / PmOlDdAUlHORNäMlESPEN Generalvertretung und Kommissionslager: 9622A Ph. Herrmann, Gießen Telephon 1165, Bureau u. Lager Seltersweg 12 H. Leopold Rosenthal, Holzhandlung. Wetzlar. Teleph. lOOoe85D Roh-Kaffee ßamplMs $6.2.80 Sliolmolo „ 3.40 lNMWWk „ 3.80 Tnpjao.Beto,, 5.00 ^^Geol.....6.00 Eingesührte leistungsfähige Haus- n. Feinseisenfabr. sucht Mr Wc'ter- wald und Taunus Wen Btlitnötn Herren, welche diesen Bezirk bereits mit Erfolg bereist baden und bei der in Frage kommenden Kund- schnfl eingeführt sind, wollen Singel), mit Zeugn., Bild und Äehaltsan- ivrllchen unter 962OD an den Olieszener Anzeiger richten. . / Waschkommoden Waschkonsolen • Einzelheiten Kleider-Schränke V, 2- und 3türig Wir suchen für den dortigen Bezirk einen bei der einschlägigen Kundschaft bestens eingeführten VERTRETER. Nur Herren, die in der Branche aufgewachsen sind, wollen Angebote einreichen an Neuland Schokoladenfabrik A.-G. Stuttgart Zcllerstr. 35. ti638ss AT Eli t s ZtNTOAlf AlteFeiitriersil-eriiiioggestllsihast mit Nebenzweigen - Unfall, Hastpslicht, Auto-CaSco — sucht gut eingesührten Herrn nl5 !)ij40ss Hauptvertreter gegen Hobe Bezüge. Offerten unt. F. U. J. 136 an Rudolf House, Frankfurt am Hain. prannen, Sek, StOotoiaöe in grollet Ansmnoi. ThamsLGarfs Mäusburg 3 9633a Mäusburg 3 j Telephon Wollene Ueberblusen, schwarz u. farbig, mit langen Aermeln durchw.jed.Stuck ■ wbis‘ 500 Woll. Kinderkleidchen u. Mäntelchen, mit Mütze, viele Färb, is M. w Mk- 3 Reklametage! Bom Freitag, dem 16. Oktober, bis Montag, dem 19. Oktober, erhall jeder Kunde beim Einkauf von 1 Pfund Bohnenkaffee oder Tee oder */•> Pfund Kaffee und ’/2 Pfund Tee 1 schöne Porzellan-Tasse oder 1 prachtv. Kaffeedose gratis! Wir empfehlen: Heute bis einschl. Sonntag: telelmperalor Der Riese Macistes in einem glänzenden Film voll Kraft und Schönheit Kakao W. oon 60 $f. an Weine "UM üoho’ln v, 31.1.05 Bljeinmeio „ „ 1.05 lartagona„ 1.50 maiaga „ „ 1.75 500105 „1.75 mit Flasche und Steuer. ft flirt reinwollene Ueberblusen üem 16.Oktober 9l!|lst«.k SÄXct,™ » im ersten stock mb wrWBP reinwollene Strickjacken 3.60 3.80 4.20 4.80 jedes 4| Stück ■ EJ H Mk. Das hiesige Wasser hat einen ungewöhnlich hohen Kalkgehalt, ist also, wie die Hausfrau sagt, „hart“. Die Folge ist mangelndes Schäumen der Waschlauge, erhöhter Seifenverbrauch und oft sogar Fleckbildung in der Wäsche (Kalkflecke). Enthärten Sie das Wasser durch einen Zusatz von Henko Kopfwäschen Ondulieren Maniküren Elektrische Gesichtsund Kopf-Massage empfiehlt sich 3 Jakob Schäfer Damen- und Herren- Frisier-Salon Ludwlgstraße 57. _____ 9382D Zu verkaufen ■Wut erhaltene, getragene Ulster, ■ -schliiPser.PaletotS.auch für kor- ■ vulenreHerren vassend, v. 10 Mk. ■ 25' Anzüge sehr billig. Einzelne ■ Sakkos u. Hoieu. Frack-, ®mo ■ kmg , Gebrock-, (5utawav - An ■ »Uae in allen Preislagen. Gletch- ■ falls versch. Damen Kostüme, » Damen -Mantel und Aöcke H| äußerst billig. Ein gut erhaltener ■ Herren-Pelzmantel mitNerzge- H füttert, billig abzugeben. c“ IC L. Rosenzweig I Metzen, SelterSweg 58 I. | Etng.EckeBolkSbad. KetnLaden. •Schulslraße : 9624a < wir Eraitoin verkaufen r| B $ am | | Gietzener Vogelhaus Wolkcugasse 17. Wegen Umbau deS Ladens gebe ich bis zum 20 ds. Mts. bet ied. Hahn 1 Weib chen gratis. W?1 Vögel aller Art. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse . 12. Oktober. Oemeinnöölge mööeloetforgung M l Affe AH füt 605 Wir, Blom- ii. cmgeblsl |Jy; |OW|| n.ö i'ohn. tlnöenolaB 1 Nun UM MAC HF. « Pfd.-Latb 60 a BJeüwtönö- Derschn., 1 , Fl 3.00 meinötflnö rein, >/t Fl. 3.50 UalNM Liebigstr.71,Tel.1685