toat 9» q te Spich ben •* «1 ,Ut Unb ftien v !t N Ihn b“ LdL «VMis ***it ihtttn n. ^aden, ob« h L1« "Ervllirren. ct 3ngolbr /rage matfa 3u|ch m Stobt der nfion $«51au $HD *•$** dastnonatlia Um erscheint s ^el5u£bice^:/ bei ber^ureichA Dienstag, <5. September 1925 175. Jahrgang Nr. 215 Erstes Blatt - gelhändler" gegeben. Diese wie auch die übrigen Operetten der Spielzeit, wird das Operettenensemble von Direktor Sander -Offenbach herausbringen. daS uns auch bisher mit Operetten versehen hat. Heber Spielplan und Personalsragen werden wir in nächster Zeit berichten können. Der deutsche Ernteertrag im Jahre 1925. Dem .Tag" zufolge hat der Deutsche LandwirtschastSrat die Arbeiten zur Abschätzung des Ernteertrages beendet. Das Ergebnis stellt sich weit günstiger, als man ursprünglich angenommen hatte. Die Ernte ist als gut zu bezeichnen und weit besser als im Borjahrc. Der Gesamtertrag des Winterweizens wird auf 26 Millionen Doppelzentner gegen 20 Millionen Doppelzentner im Borjahre geschätzt. Der Ernteausfall des Sommerweizens ist dagegen von 3365000 Doppelzentner im Jahre 1924 in diesem Jahre um 1 Million Doppelzentner zurückgegangen. Der Ertrag deS Winterroggens beläuft sich schätzungsweise auf 75 Millionen Doppelzentner gegen 55 Millionen im Borjahre. Die Wintergerste verspricht einen sechsfachen Ertrag wie vor einem Jahre. Infolge der starken Regenfälle der letzten Wochen droht der Has er auszu- wachsen. Daher ist auch die Haferernte ungünstiger olS im Borjahre. 'Was die Kartoffelernte anbetrifft, so wird diese zwar geringer sein als 1924. jedoch ist eine Kartoffelnvt nicht Bu erwarten. Gießener Wochcnmarktpreise. am 15. September 1925 (Händlerpreise). ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 220 bis 230, Matte 40. Käse 70, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 10. Rotkraut 15. gelbe Rüben 15. rote Rüben 10, Spinat 25 bis 40, Römischkohl 10, Bohnen 30 bis 40. Unter-Kohlrabi 8, Tomaten 25. Zwiebeln 15 biS 20, Meerrettich 40 bis 120. Rhabarber 20. Kürbis 6. Pilze 40, Kartoffeln 4»/., Frühäpfel 15 bis 20. Falläpfel 5, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 12 bi8 15, Rüsse 80. Weintrauben 50. Pfirsiche 130. Preiselbeeren 70. Brombeeren 40. Honig 20 bis 30. junge Hahnen 110, Suppenhühner 100 Pf. daS Pfund: Eier 16 biS 17, Blumenkohl 40 bis 150, Salat 10, Salat gurken 25 bis 30, Einmach» «gurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 20. Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Lauch 10. Rettich 10 bis 20. Sellerie 15 bi« 25 Pf. das Stück " Der Sonderzug nach dem Rhein, der am Sonntagmorgen von Gießen nach Rüdesheim fuhr, war dicht beseht. Aus Gießen fuhren etwa 300 Personen mit, während die übrigen Teilnehmer in Butzbach, Bad-Rauheim, Friedberg. Bad Homburg und Höchst a. M. ausgenommen wurden. Bon Rüdesheim brachte ein Rheindampfer die Gäste auf den Wellen des schönen Stromes vorbei am Riederwalddenkmal, dem Binger Mäuseturm, Bacharach, der Pfalz bei Caub, der Loreley, dem schönen Braubach mit der Maxburg nach Koblenz. Hier hatte gerade die Stadt einen großen Festzug veranstaltet und die Ausstellung „Deutscher Wein" war als an ihrem letzten Sage geöffnet, so daß allerlei zu sehen und zu hören war. Da zudem die Witterung sich günstig gestaltete, konnten alle Teilnehmer vollauf befriedigt heirn- Eehren. •• Zusammenkunft aller Gießener Gymnasiasten. Rach 30 Jahren gaben sich am Sonntag die Abiturienten de« hiesigen Gymnasiums aus den Jahren 1895 und 1896 hier ein Stelldichein, zu dem auS nah und fern, selbst auS Deutsch-Oesterreich, sich die alten Schulkameraden eingefunden halten. Rach einem Besuch deS Gymnasiums, der alte Schul- erinnerungen wachrief, vereinigte ein gemeinsames Mittagessen im Gasthof Hindenburg" die alten Gießener Schüler. Sine besondere Freude für diese war es. den einzigen au- der damaligen Zeit noch heute im Dienst stehenden Lehrer, Professor Hüter, in ihrer Mitte zu sehen. Oberregierungsrat Dr. H e h. der ein Hauptverdienst an dem Zustandekommen der Tagung bat. sprach herzliche Worte der Begrüßung an den verehrten Lehrer und an die Mitabituriemen. und bedauerte, daß ein anderer Lehrer infolge seines Gesundheitszustandes nicht ar. der Feier teilnehmen konnte. Der Redner verlas ferner die freundlichen Begrühungsworte der Direktion des Gymnasiums. Ernst stimmte es alle Zuhörer, als Dr. Heß die Barnen der 11 Toten verlas, die vor 30 Jahren als Abiturienten das Gymnasium absolviert hatten. Professor Hüter sprach freundliche Worte zu feinen ehemaligen Schülern und deutele mit Recht die Tagung als ein Bekenntnis zum humanistischen Bildungsideal. Eine aus der Mitte der Versammlung angeregte Sammlung soll der Anstaltsdirektion als Grund st ock für eine Schü 1 erstif - t u n g übergeben werden. Es wurde die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß auch die anderen Abiturientenjahrqünge bei ihren Zusammenkünsten durch Zuwendungen diese (Stiftung erhöhen. Es soll weiter erstrebt werden, daß sich alle früheren Schüler des Gymnasiums zusammenschließen. Oberregierungsrat Dr. Heß wurde mit der Führung der notwendigen Ber- Handlungen betraut. Zu schnell schwanden die schönen Stunden des Beisammenseins, die die Teilnehmer wieder in die goldene Jugendzeit versetzten, aber man ging nicht auseinander, ohne sich versprochen zu haben: „In 3 Jahren sehen wir uns wieder!" !*! Einen tragischen Tod fand ein hiesiger Arbeiter auf der Straße bei Annerod. Er pflückte sich dort einige Aepsel vom Baume, als er plötzlich angerufen wurde und darüber so erschrak, daß er bewußtlos zusammen brach. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod infolge Herzschlags feststellen. ** D i e Bleibe auf dem Hoherods- kopf. Wer in letzter Zeit die schöne Bleibe auf dem Hoherodskopf ausgesucht hat, dem ist mancherlei Reues begegnet. Zu beiden Seiten der Türe laden zwei schöne, aus Fichtenholz gezimmerte Bänke zum Rasten ein, bevor man die Herberge betritt. Ein größerer Tisch mit einer dazu gehörigen Bank, beides als Waschtisch gedacht. ist an die Stelle des alten Tisches getreten. In der Bleibe selbst ist der Bodenraum fein säuberlich ausgebaut worden, so daß hier noch etwa 15 bis 18 Matratzen untergebracht werden können. Mithin können ungefähr 40 Personen auf einmal in der Herberge übernachten. Jedes Fleckchen ist im Innern der Bleibe praktisch und zweckentsprechend ausgenutzt. Auch die äußere Hülle wird demnächst durch ein in frischen Farben schimmerndes Kleid verschönert werden. Wir dürfen mit Recht das Schweizerhäuschen auf dem Hoherodskopf zu den schönsten Bleiben unserer ämgebung zählen. E. ** In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Dolkschule zu Obbornhofen, Kreis Gießen, Artur B r a m m auf sein Rochsuchen wegen geschwächter Gesundheit vom 1. Okotober an. Mreiö Friedberg. V Butzbach, 14. Sept. Am gestrigen Sonntag sand hier eine Bundesfeier des Evang. Bundes zur Wahrung der deutsch- protestantischen Belange statt. Da das Wetter der letzten Tage sehr unbeständig war. hatte man eine Freilichtbühne auf dem Kirchplay. unb eine andere Bühne in der Festhalle aufgeschlagen. Kurz vor Beginn der Ftter drohten aber starke Regengüsse, so daß man sich entschloß, die Feier in der Halle abzuhalten. Rach einleitenden Worten des Pfarrers Schneider - Butzbach trugen der Kircheilchor und Der Posaunenchor abwechselnd stimmungsvolle Ehöre vor. Dann hielt der Generalsekretär des Evang. Bundes, Pfarrer Haupt-Gießen, eine zu Herzen gehende Ansprache. An die eindrucksvolle.Rede schloß sich die Aufführung von Schönherrs „Glaube und Heimat", die sichtlich einen starken Eindruck bei den zahlreichen Besuchern hinterlieh. Die Darsteller, Mitglieder des Evang. Arbeitervereins Gießen, leisteten unter Leitung Herrn Be ch - stein S wieder ihr Bestes. " - p- Kreis Büdingen. y. Bad Salzhausen, 13. Sept. Heute fand hier die Beigeordnetenwahl statt. Der bisherige Beigeordnete, Stadtobersekretär i. R. Strohe, der eine ganz bedeutende Stühe der hiesigen Gemeindeverwaltung war und durch seine vieljährige Beschäftigung bei der Stadtverwaltung in Berlin über vorzügliche Kenntnisse und Erfahrungen im Verwaltungsdienst verfügte, war Anfang dieses Jahres gestorben. Als Rachfolger desselben wurde Gastwirt Schultz mit 56 Stimmen gewählt, sein Gegenkandidat, Pensionsinhaber E. E u n i ck e erhielt 16 Stimmen. Ärcie Schotten. !*! Dom Vogelsberg, 14. Sept. Ein Jugend- und Wanderheim des Vogelsberger Höhen-Clubs wird gegenwärtig auf der Herchenhainer Höhe errichtet. Das Gebäude ist im Rohbau vollendet, die Arbeiten am inneren Ausbau teilt man noch dieses Jahr zu Ende führen, damit das Heim im Winter der teandersrohen Jugend geöffnet werden kann. Das Heim ist mit einer Jugendherberge verbunden, die getrennte Schlafräume für männliche unb weibliche Wanderer enthält. Eine Wasserleitung, deren Quelle 100 Meter höher liegt, führt Dem Heime das nötige Wasser zu. Das Denkmal für die gefallenen D. H. E-Brüder soll in der Rähe des Heimes errichtet werden. Kreis Alsfeld. (!) Groß-Felda, 14. Sept. Beim Einfahren der Dreschmaschine in die Scheuer seines Rachbars geriet der Landwirt K. Stein von hier zwischen Die WanD unD Die Presse, wobei er am Kopfe erhebliche Quetschungen Davontrug, die seine ilebcrfüfjrung in Das Krankenhaus zu Alsfeld nötig machten. Zu Besorgnissen um Das Leben des Verunglückten besteht glücklicherweise fei nAnlah. (!) Kestrich. 14. Sept. Die Dreschmaschine hat für dieses Jahr ihre Tätigkeit in unserem Dorfe beendet. Das Ergebnis Der Ernte ist hier in Qualität und Quantität zufriedenstellend. Kreis Wetzlar. 0 Lützellinden, 14. Sept Bei der hie- hgen Iagdverpachtung wurden für Die im VolkSstaat Hessen zur Gemarkung Großen-Linden gehörige Markwaldjagd in Größe von 125 Hektar Wald 595 Mark erzielt. Letztbieiender war August Ba l zer-Gießen. Die im preußischen VolkSstaat liegende Gemeindejagd in Größe von etwa 900 Hektar, und zwar 126 Hektar Wald und 774 Hektar Feld ergab Die Summe von 1350 Mark. Leytbietender war Hensoldjr. Wetzlar. Mit KreiS- unb Stempelsteuer erhöht sich die Summe auf 1730 Mark. hg. Dornholzhausen, 14 Sept. Die Feldbereinigung ist hier im vollen Ganye und wird von der ganzen Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt. Die Feldwege sind bereits verwesfen, die Grenzsteine sollen jetzt gesetzt werden. Auch das Ortsnetz wird in die Vermessung mit einbezogen Manche Grenzen sind Hierselbst im Laufe der Zeit verwischt gc^ gangen, Da niemand mehr recht wußte, wo Die eigentliche Grenze lag. Auf diese Weise ist eS möglich gewesen, daß selbst beim Bauen Die Grenzen nicht scharf eingehalten wurden. Jeder hat natürlich Interesse daran, daß das Gartenland, das von jeher beim Hause gewesen ist, auch weiterhin beim Hause alS Garten bleiben möchte.. Soweit es möglich ist, wird diesem billigen Verlangen Rechnung getragen. An manchen Grundstücken treten bei dieser Ortsvermessung wesentliche Aenderungen zutage. Ländereien, Die innerhalb des Ortsnetze- liegen und auswärtigen Besitzern gehören, werden nach Möglichkeit an Die Grenze Der Feldmark vermessen- so werden z.B. Grundstücke von Hochelheimer Besitzern in Die Rähe Der Hochelheimer Gemarkung gemessen. Der Boten unserer Gemarkung ist Durchweg gut, ungesähr ' , Des Landes wird alS wertvolles Ackerland geschäht. Das beste Land liegt in Der Richtung nach Lang-Göns, während Der Boden nach Der Richtung Des Knorrhofes etwas sand- haltig ist. Ein besonderes Stück Land wird alS V i e h h o s gemessen werden. Auch unsere Jugend soll nicht vergessen werden. Sie wird, wie dies auch an anderen Orten Der Fall ist,' einen besonderen Sportplatz erhalten. Unser Turnverein zählt mit den inaktiven Mitgliedern mehr als fünfzig Mitglieder. Die stattliche Turnhalle wurde vor zwei Jahren erbaut. 2n löblicher 'Weise hatte die Gemeinde, Die Dem Turnen unserer Jugend großes Interesse entgegenbringt, Den Bauplatz vor Dem Dorfe und das ganze Bauholz umsonst gestellt. Das ist hoch anzuerkennen. — Die Gramme temte» ist hier in vollem Gange. Da ein großer Teiß des Grummets während der letzten Regenperiode aus dem Halme stehen blieb, ist es vor Den Fäulnis bewahrt geblieben. Auf Die AuSsaat des Herbstfutters hat Die Feuchtigkeit günstig gewirkt. Der Futterraps steht hoch unD hell-« leuchtend Da, auch Die Futtererbsen haben sich gut gemacht. Der Mais, Der in diesem Jahre gut geraten ist, wurde noch nicht ganz abge- erntet. Mit Der Bohnen- und Gurkenernte ist man hier recht zufrieden: Die Bohnen sind hoch über Die höchsten ©langen hinäusgewachsen und der Behang ist reichlich. Dg. Hörnsheim, 14. Sept. Unsere Apfek- ernte fällt in diesem Jahr recht gut auS. Viele Bäume sind so voll von Den schönsten rotbäckigen Aepseln, daß die Aeste nur mit vielen Stützen die Last zu tragen vermögen. Der Sturm und Regen hat soviel Aepfel abgerissen, daß Die Straßen stellenweise geradezu übersät sind. Zwetschen gibt es in diesem Jahre wenig, dazu sind nod> viele wurmig. Starkenburg und Nheinhessen. Q Darmstadt, 14. Sept. Wie wir hören, hat die Hess. Eisenbahn-A-G. (Heag) mit den Gemeinden Griesheim und Pfungstadt wegen Einbeziehung dieser Vororte in das Straßenbahnneh bereits BerbanDlun- gen angeknüpft. Bis zur Fertigstellung dieser Linien beabsichtigt die Heag, Die Kraftwagenlinien Griesheim—Darmstadt und Pfungstadt—Darmstadt einzurichten. Hessen-Nassau. XX Waldgirmes, 14. Sept. Die schon vor dem Kriege geplante Wasserleitung geht jetzt ihrer Vollendung entgegen. Mächtige Quellen sind im Wiesental zwischen Grube Morgenstern und Hof Bubenrod erschlaffen. Diese liefern gesundes, vollständig einwandfreies ®e- birgswasfer in solcher Menge, daß sie auch noch die Rachbargemeinte Dorlar versorgen können. Waldgirmes hat nach Der letzten Zählung 1514. Dollar 808 Einwohner. fpd. Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Feuerwehr wurde heute mittag nach der Holz- Handlung von Forchheimer in der Hanauer Landstraße alarmiert Hier war, vermutlich durch Unvorsichtigkeit beim Heizen einer Lokomobile, eine große Fachwerkhalle in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte sich nur noch auf die Rettung Der schwer bedrohten Rach- bargebäuDe beschränken. Die Halle und Die Lokomobile brannten völlig nieder. Der Schaden beziffert sich auf rund 50 000 Mk. — In Der West- e nd-Mi t tels chu le an der Hohenstaufen- straße explodierte heute vormittag — vermutlich infolge Ueberdrucks — Die zum erstenmal nach Der Sommerpause in Betrieb genommene Riederdruck - Warmwasserheizung. Es wurde in Den Kellerräumen und am Gebäude etlicher Schaden angerichtet. Die Schulkinder wurden, da Die Lage weiterhin bedrohlich erschien, sofort alarmiert und ins Freie geführt. Indessen beseitigte tee sofort herbeigerufene Feuerwehr durch die Entfernung des Feuers aus dem Kessel jede weitere Gefahr. Menschenleben tarnen nicht zuschaden. Die Dampfenttvicklung war natürlich riesig und gab zu den wildesten Gerüchten Veranlassung. xx AusRassau. 14. Sept Die Kreis- bauernschaften des Bezirks beabsichtigen, im kommenden Herbst Den direkten Verkauf der Kartoffeln ihrer Mitglieder an Die Kvnsumentenkreise in Der Stadt zu vermitteln. Um eine glatte Abwicklung zu ermöglichen und Die rechtzeitige und gute Versorgung des einzelnen Käufers zu gewährleisten, ersucht die Bauernschaft, bereits jetzt AmneDun- gen Des Bedarfs an ih-? Geschäftsstellen zu machen. Preise sind die im Herbst gültigen Wiesbadener Marktpreise, die Dem Besteller vor Der Lieferung mitgeteilt werden, woraus er, falls er nicht Damit einverstanden ist von seiner Bestellung zurücktreten kann. Die Anmeldung ist also unverbindlich. (Zur Rachahmung empfohlen!) Trauerfeier für BaMng. • Darmstadt. 14. Sept. Gestern vormittag fand im .Großen Haufe" deS LandeStheatere. eine $ rauer feiet für den verstorbenen GeneralmusiDirektvr Michael Ba Hing in Form eines Konzerte- statt. Dieses tourte eröffnet mit Dem Vortrag von PalestttnaS .Ado- ramu»“ durch den Ehor deS LandeStheaters unter Leitung von Kapellmeister Berthold Sander. Dann folgte daS Adagio aus der neunten Symphonie Bruckners, vom Tbeatevorchester unter Leitung von Kapellmeister Rosen stock dar- geboten Hierauf sang Frau Baumcifter - Jacobs die Arie „®t eyultaoU spirituS meuS", Der sich, vom Musikverein gesungen, Der Schluß- chvr .Selig sind die $oten,r auS dem .Deutschen Bequem" von BrahmS anschlvß. Den Abschluß Der Feier bildete Die Tvauermusik bei Siegfrieds Tod auS der .Götterdämmerung". Sämtliche Darbietungen waren von künstlerischer Bollendung und von tiefergreifender Wirkung Der Trauet - kundgebung wrchnten 'Vertreter der Staatsbehörden und anderer Betörten, Vertreter von Vereinen unb ein zahlreiches Publikum bet. Kirche unb Schule. Dekanatsfeft in Kirch Göns. LJ Kirch-Gön-, 13. Sept. Unter starker Beteiligung der Gemeindeglieder und der benachbarten Dekanatsgemein den tourte heute in Der hiesigen Kirche daS letzte diesjährige Sela« na täfelt gefeiert Es galt Der Inneren Mission. Im HauptsotteSdienst predigte Pfarrer K a l b h e n n von Grohen-Buseck im Anschluß an 1. Johannes 5, 4: .Unser Glaube ist der Sieg, der Die Welt überwunden hat." Die PrtLigt aab einen anschaulichen Ueberblick über die verschiedenen Arbeitsgebiete Der Inneren Mission und überzeugte die Zuhörer von ter Rotwendigkeil und Unentbehrlichkeit dieser Arbeit. Der Gesangverein der Festgemeinde fang mit gutem Ausdruck: .Großer (Stott, wir loben dich." Rach kurzer Kaffeepause sand auf dem schönen Platz vor der Kirche und unter Mitwirkung des Lang-Gönfer Posau- nenchores die Rachversammlung statt. Pfarrer Groth von Rödgen zeigte an verschiedenen Beispielen, tote die Innere Mission die großen Ausgaben anfaht. die daS Volksleben ihr vor die Füße legt. Inübestmtere warb er um die Willigkeit der Gemeindeglieder, die Kinder in ihre Familien aufaunebmen, Denen cs daheim an Erziehung fehlt und über die vom Amtsgericht die Zwangserziehung verhängt ist. Rach einem Zwischengesang ter Gemeinde erzählte Pfarrer Waldeck- Lanq-GönS von ter 25jähr. Jubelfeier der Epileptischen Anstalt in Rieter- Ramstadt und warb um die tatkräftige Liebe für dieses Werk. Das eindringliche und kräftige Schlußwort sprach Dekan G u ß m a n n von Kirchberg. Pfarrer Raumann, ter Ottsgeistliche, sprach das Schluhgebet. Die Kollekte ergab 136,74 Mark, Die je zur Hälfte an den oberhessischen Verein für Innere Mission und an Die Epileptische Anstalt in Rieter-Ramstadt fielen. Der Fest gemeinde sei auch an dieser Stelle nochmals für ihre Gastfreundschaft und für ihr williges Entgegenkommen gedankt. Hochschulnachrichten. Ein Amerikaner Frankfurter Ehrendoktor. spd. Frankfurt a. HL, 14. Sept. Die medizinische Fakultät Der Universität Frankfurt hat den amerikanischen General H. T. Allen, der vordem Die amerikanischen Truppen tn Koblenz befehligte, wegen seiner Verdienste um die deutsche Volksgesundheit, zum Ehrendoktor ernannt. Die Überreichung des Doktordiploms geschah auf Diplomatischem Wege. ?tus dcm Amtsvcrkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Br. 72 vom 11. September enthält: Reictö- wahlen — Das Behüten ter Wiesen. — Rundgänge der Feldgeschworenen. — Tierschuhkalen der 1926. — Feldbereinigung Allendorf a. d. Lda. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus Der »Radio-Umschau".) Mittwoch, 16. September, 3Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4 Uhr: Wetterbericht Der Gießener WetterDienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bts 6 Uhr: RachmittagSkonzert des Hausorchesters: Franz von SuppLs Ouvertüren. 6 bis 7 Uhr: KinderstunDe. 7 bis 7.30 Uhr „Die Fuhballregeln und ihre Reuerung", Vortrag von,Wilhelm Haseneier, Mitglied des Fuhball- sportvereins Frankfurt a. M. 7.30 bis 8 Uhr: „Das türkische Theater (Karagös)", Vortrag von Fritz Peter Buch, Spielleiter am Frankfurter Schauspielhaus. 8 bis 8.30 Uhr: „Goethes Alters- gedichte", Vortrag von Pros. Dr. Karl Bieton 8.30 bis 9.30 Uhr: Tanzmusik der Kapelle Steinmetz. 10 bis 11 Uhr: Amerikanische Regerlieter aus alter und neuer Zeit. 8 JEevante blume kockaromalilclve. CONSTANTIN CIGAJZETTE voll im Format und gcfdunackllch vornehm in do* Flufniackun^, TECHN1SCHE:23.9rW. '■k)aS dankbare Seifenpuiveiu wVMunn 1 wenden! Ohne Chlor allgemeine: 23725=9. Ihre Vermählung geben bekannt Gießen Kinderzeitung -Der «eine Goto* ober die Lachzeitung -Fips' gratis. 8614D Für Fernruf 1342 Walltvrstrahe 21 8604a 8613D fleißige MI Hansa I für vormittags ge- IHandelsschule * Lindenplatz 1. 8618D Musikhaus 861 ID Kirchner neu eröffnet Mäusburg 17 Inb.: E. Scheel Sauberes, ehrliches w B» Sauberes, ehrliche! Küfer Mädchen 8610a Fernspr. 311 Frankfurter Str. 29 KÖLNER Bixin MESSE mitSöndergrupDen BAUFACH ü, MESSGERÄT-.] Winter- Maß-Anzug ein vollständig gutes Futter Salomon schuistr. 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Septbr. 1925, nackmittaaS 2?Ubr veritetgere ich dteuenweg 20 nm Löwen) Lwangsweise gegen Barzahlung: I. 1 Kleiderschrank, 1 Schretbttsch, ein Kaflenschronk, 1 Bücherschrank, 3 Sofas, 3 Nähmaschinen, 1 Konsolschränkchen, 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 4 Stühle, 12 Damenhüte, 1 Bertikow, 1 Kommode, 1 Tisch, 1 Schweihapparat. anschliehend an Ort und Stelle: (De- tanntgabe erfolgt im Bersteigerungslokal) 1 Häckselmaschine, 2 Pflüge, 2 Dreh- bank, 1 Kiste 500 ^Messing, 1 Blech, schneidemaschtne, 1 Rauchtisch, 1 Pack braunes Papier. 8627V bestimmt an Ort und Stelle: (Bekannt- gäbe erfolgt im Bersteigerungslokal) 1 Hausbackofen. Vogel, stellv. Gerichtsvollzieher. Mäher gesucht. 8628V Licker Straste 9. Vernickelung sämtl.Metallgegenstände Spezialität: Vernickeln und Emaillieren von Fahrrädern Gegenstände: 2 koinpl. Vetren, 1 gr. MlüerWank. Wetzsteingasse 8 Nähe Lindenplatz Mädchen gesucht, evtl, auch für I tagsüber. 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Berkans Mittwoch von 8 Uhr an sol.-verrn z. vrm. an Neustadt 19 im Hose. ««o Tck>rklicher Deuts einem lp2 bemüh! ii 8- 5au W alle j) > menf lrar>9 au ^niba[, L.zufall,- 'N der ■* $ E Nr. 215 Zweiter Blatt Dienstag, |5. September (925 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Turnen, Sport und Spiel. 3nternationales Leichtathletiksportsest in Berlin. Die amerikanischen Leichtathleten beim D. 2. <£. vo. Dom frühen Morgen an hatte eS am Sonntag auch in Berlin geregnet. Kein Wunder also, bah fich auf dem aufgcweichten Boden kxs Grunewaldstadions Rekordleistungen nicht erzielen liehen, und bah auch der erwartete Massen- befuch ausblieb, Umfo mehr muh man dem D 6. C. Anerkennung -ollen, dah er trotz dieser Alngunft der Verhältnisse das Fest nicht ablagte; denn sobald bekommt man auch in Derlin nicht eine Mannschaft wie die des Illinois- Athleticclub wieder zu sehen. Aach einleitendem Vorlauf und kleineren Wettbewerben von denen fich der Stettiner Horn in 12.2 den 100-Meter-Laus für Alte H-rreu und Var Kochba'in 3:33 eine 1500* Meter-Staffel für D. S. D. Vereine holte, traten dann Büchner. Wege, Schlöhke, Borner und Körnig zum 100-Meter-Endlaus an. Borner muhte jedoch ausscheiden, da er zweimal einen Fehlstart verursachte. Körnig rechtfertigte daS in ihn gesetzte Vertrauen und wurde gegen den erst in den letzten 20 Meter stark aufkommenden Büchner Sieger. Gr gewann in 10,7 vor Büchner und Dege. Der 800-Meter-Lauf fcühte leider an Interesse ein, da Döcher- Köln nicht antrat und so dem Amerikaner Dodge von vornherein der Weg zum Sieg frei war. Gr gewann das Rennen dann auch unangefochten, ohne sich ausgeben zu müssen, in 1:57.6 vor den, Magdeburger Iakobs, der sich recht achtbar hielt, und der Breslauer Schoern an n. Zur 4 mal 100»Meter-Staffel traten Phönix-Karlsruhe, S. C.-Schlesien-Dres- lau, D. S C. Brandenburg und S. C. C. an. Karlsruhe gewann mit der Mannschaft Aathan. Faist. von Rappard. Suhr vor dem 6. C. ($., während sich der D. S. G., der erst bei den Meisterschaften einen neuen Rekord in dieser Staffel aufgestellt hatte, diesmal mit dem dritten Platz begnügen muhte. Im W e i t sp ru n g holten sich die Amerikaner ihren zweiten Sieg. Iones gewann mit 7,08 Meter (man batte mehr erwartet). Mit 6,56 Meter belegte Hosfina nn- Leipzig den zweiten Platz. Dann kam das mit Spannung erwartete Zusammentreffen Riley-Trohbach. DiS zur 5. Hürde des 100-Meter-Hürdenlaufs lagen beide biS auf dem Zentimeter zusammen, dann wurde Trohbach nervös. Gr rrh die 6., 7. und 8. Hürde und gab dann auf. Riley gewann in 14,9. Den 200-Meter-Lauf holte sich, in Abwesenheit von Körnig und Büchner, Borner-Teutonia in 22 vor Wege- Leipzig und Wondratschek. Gs war ein wenig aufregende» Rennen. Den ersten deutschen Sieg über die ausländischen Gäste brachte da» DiSkus-Werfen, da» der deutsche Meister Hähnchen mit 40,61 Meter vor dem Irländer Birmingham 40,11 Meter gewann. Der Turner Lingnau warf 40,06 Meter. Dine schwere Enttäuschung brachte der 400-Meter-Laus, da sowohl Pelher — es wurde Erkrankung verkündet — als auch der deutsche Meister Schmidt- Berlin dem Start fernblieben. So lief der Amerikaner Stevenson allein sein Rennen, und als er In 49,5 durchs Ziel ging, waren Sterz- Halle und Reumann- Hannover noch 10 bis 12 Meter zurück. Dafür entschädigte der Hochsprung. Als die deutschen Vertreter Meister Dkoczin- s k i, Huhn- Jena und der Turner R ü t c r - Hannover schon am Ende ihre» Könnens waren, übersprang O sporn die Latte bei 1,88 Meter noch in langen Hosen und im Sweater. Gr zog sich erst aus. als die deutsche Rekordhöhe 1,92 Meter gelegt wurde, die er mühelos nahm, ebenso wie die in Deutschland noch nicht gesehene Leistung von 1,98 Meter. Sein Versuch, den Weltrekord auf 2,05 Meter zu stellen, mißlang Christian Friedrich Grabbe Zu feinem Todestage am 12. September. Von 2*r. W Saue r. Doch was ist Leben? Stetes Leiden! Grabbe. Diel geschmäht und wenig gekannt, doch aber ein wirklicher Könner und ein ganz echter, bemühter Deutscher ist der Mann gewesen, der einst an einem 12. September sein himmelhoch jauchzendes, zu Tode gehetztes Leben aushauchte: Christian Friedrich Grabbe! „Ein lebendes Schlachtfeld ewigen Widerstreits negativer und positiver Kräfte", so zeichnet ihn Paul Friedrich knapp und zutreffend, Paul Friedrich, der jüngst erst Grabbes Werke neu herausgegebcn und nut einem sehr Verständnis vollen Degleitwork versehen hat, und der uns vor allem in feinem Grabbe-Roman die Gestalt dieses unglückseligen deutschen Dichters nahe zu bringen bemüht ist. Wahrlich, dieser Grabbe ist ein Stück deutschesten Deutschtums, nicht allein, weil ihn fein Lebelang ehrliche, glühende Vaterlandsliebe erfüllt hat und er diese trotz aller seiner Mißerfolge auch nicht verlor, sondern weil in seinem Wesen urhaft etwas Faustisches lag, und das ist deutsch! Er sucht alle lösten, kennt alle Abgründe des vielgestaltigen menschlichen Lebens, tobt seinen Schäftens- drang aus an den Großen dieser Welt: einem Hannibal, den sraufischen Kaisern, mit dem er, nicht zufällig für ihn, Don Juan verflicht! Und dort auch in der Tragödie „Don Quan und Faust" steht das bezeichnende Wort „Richt Faust wäre ich. wenn ich kein Deutscher wäre!" Freilich, das Faustische in diesem Grabbe ist doch mehr mittelalterlich Faustisches, nicht Goechescher Faust, dessen Jtämpfcrtum ein lieber wlnbertum wird und so zur Erlösung führt. Grabbe -leibt unerlöst, sein Leben zerrinnnt. Qn ihm liegt dagegen Er lieferte später ba» vom Publikum (und den Photographen) beifällig aufgenommene Stückchen, über die Latte zu springen, unter der sich vier Zivilisten aufgestellt hatten, bk durchweg reichliches ©arbemah besahen Auch im Kugelstoßen stand in dem Amerikaner Schwarze, einem Mann von athletischem Körperbau und einem Gewicht von 270 Pfund der Sieger von vorn- herein fest lieber 1 Meter warf er weiter als seine deutschen Gegner. Gegen die 14.41 Ve- t e r Schwarzes konnten Hähnchen und Lingnau nicht auslominen. Eine schöne Leistung zeigte im 5000-Meter-Lauf der Hamburger Petri. Er ging von Deg n>, an dem führenden Ryan nicht von den Fersen wahrend sich der jetzt in Deutschland woimende Finne Katz sorgsam im Hintergrund hielt. Erst in der letzten Kurve kon ite sich Ryan sreimachm auch einen Angriff von Katz zurückweisen Gin glänzender Endspurt brachte ihn in 15:16 4 du-chs Ziel, 20 Meter vor Katz, dem weiter? 20 Meter zurück Petri folgte. — Gleich daraus wurde zur Schweden staffel, die den internationalen Bestimmungen g-mäh über 100, 200, 300, 400 Meter gelaufen wurde, gestartet. Sie brachte Teutonia 99 einen glänzenden Sieg in der unter deutscher Rekord- zeit liegenden Zeit 1:58,6. Da aber der Schweizer Borner in der Mannschaft lief, kann diese Zeit nicht als neue deutsche Höchstleistung anerkannt werden. Die Amerikaner wurden hinter Phönix- Karlsruhe Dritter. Im Speerwerfen waren die Deutschen unter sich. Dr. Lödeck e- Derlin gewann den Wettbewerb mit der recht mäßigen Leistung von 51,84 Meter. Was Osporn der staunenden Welt im Hochsprung zu zeigen vermag, das bedeutet im Stabhochsprung der Norweger Hoff. Als der letzte deutsch« Vertreter Leppke bei 3.70 Meter ausschied und als bei 3,80 Meter der Amerikaner Iones auch nicht mehr mit konnte, sprang Hoff diese Hohe noch mühelos in engen Hosen. Leider ließ er es dann mit einem glänzenden Sprung von 4 Meter bewenden. Den Schluß bildete eine 20 mal 300 ■ Meter-Staffel. bei der sich S. C. E.. Teutonia 99 und D. S. C. dem Starter stellten. Sieger wurde der Veranstalter mit 10 Meter Vorsprung vor dem S. C. C. Spielmeisterschaften der D. S. V. vo. In Dresden fanden am Sonntag die Meisterschaften der deutschen Sportbehörde im Schlagball und Faustball für Damen und Herren ihre Austragung, zum zweiten Male überhaupt. Die Spiele hatten folgende Ergebnisse: Schlagball (Herren): S. C. Stern 99-Harnburg — Marienburger S. E. 1920 (Köln) 62 : 84. V. f. K.-Königsberg - D. C.-Schmalkalden 83:43. S. C. Germania-Glei- wlh — Brandenburg-Derlin 92:36. Marienburger S. C. 20 — V. f. K.-Königsberg 83:54. Gerrnania-Gleiwitz — Stern 99-Hamburg 49:63. S. C.-Schmalkalden — Brandenburg-Berlin 47:43. Gntscheidungsspiel: Marienburger S. C 1920 — Gerntania-Glei- wlh 66:72. Deutscher Meister 1925; Germania 04-Gleiwih. Schlagball (Damen): Rur zwei Mannschaften nahmen an den Meisterschaftsspielen teil: S. C. Eimsbüttel — Dresdensia-Dresden 93:42. Deutscher Meister 1 925: S. C. -Eimsbüttel. Sauft ball (Herren): Vorkämpse ©r. 21.: Teutonia 99-Berlin — Polizei-Hamburg 51:75. S C. Teutonia 99-Ber- lin — T. S. D.-Königsberg 73:68. Polizei-Hamburg — T. S. D.-Königsberg 80:60. Gruppe 6: Eckeseyer, T. S. V.-Hagen V. f. D.-Dreslau 86: 81. S Vg.-München — Wacker-Erfurt 91:85. Eckeseyer T. S. D.-Hagen — Wacker-Erfurt 82:79. S. Dg.-München — V.f.B.-Breslau 80:70. S. Dg - München — Eckeseyer T. S. D.-Hagen 68:55. Wacker-Erfurt — D. f B.-Dreslau 78:74. Entscheidungsspiele: Eckeseyer T. S. D.-Hagen — Polizei-Hamburg 69:98. Teutonia-Berlin S Dg.-München 71:82. eben neben dem Fausttrieb noch ein ander Stück mittelalterlicher Deutschheit: ein Stück Eulenspiegel! Sein Grundsatz: „Was frag'ich nach der Chaussee — wenn ich nur die Stadt erreiche" ist durchaus diesem Wesenszug entwachsen. Auch seine bauernschlaue Pfiffigkeit" und seine „Freude am Mystifizieren" sind, wie Paul Friedrich sagt, kennzeichnend' für seine Eulenspiegel-Natur. Grabbes Leben zerrann: äußerlich und innerlich, weil bei höchster schöpferischer Kraft das harmonische Gestaltungsprinzip in ihm fehlte. Es fehlte in der äußeren und inneren Lebensentwicklung, weil es in der Gesamtheit der Persönlichkeit dieses Menschen nicht vorhanden war. Schon seine körperliche Erscheinung war disharmonisch. „Nichts stimmte in diesem Körper zusammen", schreibt Jmmermann. „Fein und zart — Hände und Füße von solcher Kleinheit, daß sie mir wie unentwickelt vorkamen — regte er sich in groben, ungeschlachten Bewegungen. Die Arme wußten nicht, was die Hände taten, Oberkörper und Füße standen nicht selten in Widerstreit. Diese Kontraste erreichten in seinem Gesicht ihren Gipfel. Eine Stirn, hoch, oval,gewölbt, wie ich sie nur in Shakespeares (freilich ganz unhistorischen) Bildnisien von ähnlicher Pracht gesehen habe, barunter große, geisterhaft weite Augenhöhlen und Augen von tiefer, feelenvoller Bläue, eine zierlich gebildete Nase, bis dahin — das dünne fahle Haar, welches nur einzelne Stellen des Schädels spärlich bedeckte, abgerechnet — alles schön. Und von dahinunter alles häßlich verworren, ungereimt . . ! Und der Lebensgang dieses Mannes ist gleichfalls ein har rnonielofes Hin und Her.-Als Sohn eines Zuchthausaufsehers wurde er am 11. Dezember 1801 in Detmold geboren und als einziges Kind zärtlich geliebt und nach Grundsätzen erzogen, die über die Mittel der Eltern hinausgingen. In Leipzig studierte er feit 1820 Jura, führte dort ein zügelloses Teutonia - Berlin — Eckeseyer T. S. D.-Hagen 71; 72. Polizei - Hamburg — S. Dg.-München 84:68 Deutscher Meister 192 5: S. Dg Polizei-Hamburg. Fauftba ll (Damen): Lehrer-T. V.-Hamburg — D. s. R -Dresden 75 : 22. S C-Charlottenburg — Rafensport-DreS- den 51:39. Entscheidungsspiel: Lehrer T. D.-Hamburg — S C.-Charlotten- bürg 75:50. Deutscher Mei ft er 1925: Lehrer-T. D.- Hamburg. Spielmeisterschaften der Deutschen Turnerschaft. Halle war am Sonntag Austragsort für die Meisterschaften im Faustball und Schlagball der Turner, die Faustballmeisterschasten für Männner und Frauen, die Meisterschaft im Schlagball nur für Männer. Die Entscheidungsspiele hatten folgende Ergebnisse: Faustballmeisferfchaft für Frauen. To. Barmbeck Uhlenhorst gegen To. 55 Krefeld 36.34 (13,24). JauffbaUmeiflerfdjaft für Männer. Rothenburgs Orter Tv. gegen Iv. Luftlichtbad Frankfurt a. M. 28:26 (15:11). Schlagballmeisterschaft für Männer. To. 1860 München gegen To. Elmschenhagen (Kiel) 110:70 (55:34). — Damit wurde Tv. 1860 München zum dritten Male deutscher Schlagball- meiftcr. Die Wettbewerbe im Ballschlagen brachten folgende Ergebnisse: wettschläger. 1. MohrTv. Elmschenhagen, 94 Meter. 2. Frie- demann-A. D. D. Leipzig-Nctischönefeld 88,45 Meter. 3. Summerer-Tv. 60 München, 88 Meter. Hochschläger. 1. Warnecke-Tv. Guts Muts Ouedlinburg 6z. 2. Bauer-Tv. 1860 München 6Z. 3. Fredenbach- Tv. 1860 München 6z. Die Leichtathletikwettkämpfe anläßlich der Spielmeisterschaften brachten folgende Ergebnisse: Schwedenstaffet. 1. K. T. V. Halle 2:11,3. 2. Mtv. Merseburg 2:13. - 4mal 100 Meter: 1. K. T. V. Halle 46,4. 2. A. Tv. Leipzig-Neuschöneseld 47,1. — Olympische Staffeln: 1. K. T. D. Halle 3:55,4. 2. T. S. V. Neil- rossen 4:3,3.— 10mal 200 Meter Staffel: 1. K.T.V. Halle 4:13,5. 2. K. Tv. Leipzig-Neuschönefeld 4:20. Nation« e Leichtathletikwett- kämpse in Remscheid. Das Zusammentreffen Corts — Hvuben sollte den Höhepunkt der am Sonntag vom D. f. D. 06 Remscheid yeranftalteten nationalen Leichtathletikwettkämpfe bilden. Hvuben ist nicht angetreten. Er lieh erklären, einige Jahre älter als Corts zu sein und daher dessen Einladung zu einem Revanchekampf nicht annehmen zu können. So gewann CortS den 100- Meter-Lauf überlegen in 10,9 vor Hubrich, feinem Klubkameraden. Handballänderkampf Oesterreich — Deutschland 6:3 (3:1). Das mit Spannung erwartete Handball- Länderfpiel Oesterreich—Deutschland, das bereits mehrmals angesagt, aber immer wieder verschoben wurde, sand am Sonntag in Halle l Sportplatz des S.C. 96) statt. Eine große Zuschauermenge hatte sich zu dem Spiel eingefunden. Beide Mannschaften traten in der stärksten Ausstellung an, wenn auch die Zusammenstellung der deutschen Mannschaft vielleicht nicht ganz den Wünschen aller Handballfreunde entsprach. Ein Teil der deutschen Mannschaft — die ganze Läuferreihe — war den Hallensern noch vom Städtespiel Berlin—Halle in Erinnerung. Die Stärke der österreichischen Elf lag einmal' in ihrer Stürmerreihe, aber auch in ihrem guten Zusammenspiel. Gleich nach Beginn wurde von der deutschen Mannschaft das erste Tor geschossen. Die Oesterreicher ließen sich dadurch nicht beeinflussen, sondern entwickelten ein sehr lebhaftes Tempo und dank ihrem guten Zusammenspiel erzielten sie bis zur Halbzeit 3 Tore, während den Deutschen keins mehr gelang. Rach Wiederbeginn lag das Sviel zunächst in den Händen Leben: feine Neigu, - schenkte er dem Theater, wendete sich bald von L>er Wissenschaft ab und hoffte als Schauspieler oder Vorleser fein Glück zu machen. Er schreibt fein Drama „Herzog von Gothland", fein Lustspiel „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung", gewinnt eine Zeitlang Tiecks Gönnerschaft, muß aber schließlich, ohne ein juristisches Examen gemacht zu haben, in die Heimat zurückkehren und betätigt sich dort als Advokat. Einige Jahre später ist er Auditeur beim Lippischen Mili- tär, sucht Offizier zu werden, vernachlässigt sich in seinen Dienstpflichten, nimmt feinen Abschied, denn „mit seinen fünf Seelen in einem Kopfe" vermag er sich nicht im Kriegerrock zurechtzufinden. Er schafft mit Leidenschaft an feiner Dichtung, aber immer mehr auch verfällt er seinem Laster: dem Trunk. Und infolge feiner unglücklichen Ehe sinkt er immer tiefer ins Elend. Nichts rettet ihn mehr, nicht Jmmermann, nicht der Musiker Burgmüller, zu denen er vorübergehend engere Beziehungen hatte, nicht auch feine Kunst. Als ein völlig Zerbrochener stirbt er am 12. September 1836 in den Armen seiner unglücklichen Muttter. Wenn aber auch Grabbe künstlerisch nicht vollenden konnte, was er begann, so soll er doch unvergessen bleiben, und wenn es aus keinem anderen Grunde wäre, als daß er ein Sänger der Vaterlandsliebe gewesen ist, wie sie großartig in seinem ,^)annibal" und in seinem Schwanengcfang der Hermannsschlacht" zum Ausdruck gelangt. Und es leuchte über seinem Leben das Schlußwort seiner Faustdichtung. „Noch jetzt ruf' ich als letzte. Wort aus Erden: König und Ruhm und Vaterland und Liebe!" gu Gustav fiabelburgs Tode. Gustav Kadelburg. der am Freitag, 11. ds. Mts., in feiner Berliner Wohnung gestorben ist. ist allen deutschen Theaterbesuchern der deutschen Els. Sie erzielte zwei Tore, dabei blieb es aber. Mit drei weiteren Erfolgen konnten die Oesterreicher das Spiel zu ihren Gunsten entscheiden, während eS den Deutschen trotz aller Anstrengungen nicht gelang, aufzuholen oder gar ausgleichen zu können Die Riederlage der deutschen Mannschaft ist wohl zunächst auf das wenig geübte Zusammenspiel zurückzuführen. An Sckußsreudig- keit mangelte es nicht, die zum Teil gut gezielten Torschüsse der deutschen Stürmer scheiterten aber an dem ausgezeichneten österreichischen Torwart. Die deutschen Bahnmeisterschasten in Köln. vo Am Sonntag wurden in Anwftenheit von 10 000 Personen die Bahnmeisterschaften für Amateure über 1 und 23 Km. in der Kölner Stadionbahn audgetragen. In der beut- scheu Meisterschaft über 1 Km. wurde wiederum Paul O s c m e 11 a • Köln Sieget Den zweiten Plan sicherte sich ebenfalls ein Kölner, Roßbach vor Buschen Hagen - Krefeld, und Franken st ein - Köln. — Zu der Meisterschaft über 25 Km. traten 21 Fahrer an. Auch hier konnte O s c in e 11 a den Sieg erringen. Er gebrauchte 38:23.4. Den zweiten Platz belegte Rausch (’/« L.) vor Einsiedel (2 L), Dennekobt - Hannover (1 L). Tennisländerkämpf Deutschland — Holland 10:7. vo. Der Tennis - Länderkampf Deutschland-Holland konnte am Son.ftag in K ö l n zu Ende geführt werden. Er endete mit 10; 7 für Deutschland. Don den auSgetragencn Spielen konnte Deutschland 291 gegen 255 von Holland buchen. Frau Reppach, die am SamS- tag eine Fußverstauchung erlitt, konnte am Sonntag nicht weiter spielen, und so sprang die junge Kölnerin Frl. Austern ein Sie ist jedoch noch nicht so erprobt und mußte Frl. Bo u m a n n mit 6:1. 6:1 den Sieg überlassen. Die Ergebnisse des Sonntags sind: Bryan gegen Hannemann 6:8, 2:6. 1:6. Kool gegen Landmann 6:1, 6:2, 6:1. Frl. Dou- mann gegen Frl. Austern 6: 1, 6; 1. van der 5?en gegen Hannemann 1:6, 3:6, 9:7, 4:6. van Lennep-Diemerkovl gegen Froitzheim-Kreutzer 4:6, 6:1, 1:6, 6:3. In der Kombination Frau Friedleben — Frl. Aißem (als Ersatz für Frau Reppach) ging bann das Damen Doppel- 'piel an Frf. Bvvmann Fr. Stroingk verloren. Die Schwimmweltkämpse in Budapest. vo. Im Rahmen der Budapester Schwimm Wettkämpfe wurde am 1. Tag die Meisterschaft im 400-Meter - Freistil-Schwimmer ausgetragen, zu der auch der deutsche Meister Heinrich, Poseidon-D s D.-LeWzig. startete und die Meisterschaft über diese Strecke in 5:25,6 überlegen vor dem Ungarn Bicskeh gewann, der 5:34,2 schwamm. Don den weiteren Eintel- wett bewerben gewann Rademacher daS 200-Meter-Dru st schwimmen in 3:2,6 vor 3 u n g - Ungarn 3:3. HellaS-Magde- bu r g gewann die 4 mal 66?, - Meter - Staffel in 2:45,2 vor F. T. C. Budapest 2:47,2, wurde jedoch in der 3 mal 100 - Meter - Freistilstaffel hinter Remzeti S.C-Budapest 3:16,8 in 3:21,2 Zweiter. Der Sonntag brachte unter anderem das 100-Meter-Freistilschwimmen um den ungarischen Königspreis. Hier startete auch Heinrich, wurde a'-cr von Barany und dann auch noch von Gabor ffy geschlagen, die 1:1, bezw. 1:2 schwammen, Heinrib brauchte 1:3. Heinrich gewann dann aber die 200- Meter-Freistil in 2 -27,4 vor dem Ungarn Bicskey 2:34. Das 100-Meter-Rückenschwimmen gewann Bartha, Budapest in 1:15,2 ganz knapp mit Vio Sek. vor Frölich, Magdeburg, dem deutschen Rückenmeifter. Rademacher, der am Vortage bereits die 200 Meter gewonnen hatte, holte sich auch über 100 Meter in 1:18,8 einen raren Sieg, wiederum vor Jung. Hellas, Magdeburg, war noch in der 4x662/s- Meter-Lagenstaffel in 3:3,8 erfolgreich. Ünterna‘ionakr Flugwettbewerb in München. München. 13. Sept. (WB) Der zweite Tag des Internationalen Flugwettbekannt. Sein Rame erweckt die Erinnerung an viele heitere Theaterabende, die er Jahrzehnte hindurch dem deutschen Publikum bereitet hat. Seit je fühlte er sich vom Theater angezogen. Er ist in Budapest g ?boren und errang seine ersten schauspielerischen Erfolge in Wien unter Laube, dann unter L Arronge im Berliner Deutschen Theater. Schon damals fanden einige feiner Schwänke bemerkenswerten Bei- fall, so bah er sich vom praktischen Dühnenleben dem Beruf des Schwankautors zuwandte. Auf diesem Gebiet liegen die grohen Wirkungen, die feinen Romen weit über die "berliner Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht haben. Wo ist nicht einmal eips dec Lullspiel: aufgeführt worden. die et gemeinsam mit Oskar Blumenthal, Franz von Schönthau. Presber ober R. Skowro- nek versaht hat? Die große Serie der „abendfüllenden Schwänke" — man erinnere sich an „3m weihen Röhl". „Sufatenfieber“. .Der Fa- milientag“ usw. -- die er alleine, oder mit verwandten Autoren geschrieben hat. darf, wenn eine dieser Komödien wieder einmal gespielt wirb, auch heute noch auf sicheren Beifall rechnen. wo ihnen die veränderten Zeitverhältnisse viel von ihrer Aktualität geraubt haben. Kadelburg ist nicht literatifj) zu werten, denn er hat niemals literarische Ansprüche erhoben, chm genügte es auch am Theaterabend der witzige Gesellschafter, der hanige, frohe Unterhalter zu fein, ber er im 3ibzn war Aber er schuf den Schauspielen dankbare Rollen, sichere Situationseffekte, er hatte Kombinat ivn-gabe und Instinkt für ben „Schlager", er enthielt sich ber unbeutschen Zoten und Lüste nheiten. die den Pariser Schwänken zu billige^ verhelfen — darum sei ihm ein dankbares freundliches Andenken bewahrt! tzetoe rbs auf dem Flugplatz in S chleih - Leim brachte bet gutem Wetter einen Massen- vesuch. Gegen 2 Ahr nachmittags begannen die Hindernisziellandungsflüge, wobei sich 20 Flugzeuge dem Starter stellten, von denen die meisten die gestellte Aufgabe lösten. Darauf begann das Kunstfliegen, wobei das von allen Beteiligten Geleistete allgemeines Staunen erregte. Später starteten zehn Flugzeuge zum Stafettenflug Schleißheim - Dachau - Oberwiescnfeld Schleihheim. Zwischen den einzelnen Wettbewerben fanden Fall- schirm absprünge statt. Leider schloß der Tag mit dem bereits gemeldeten tödlichen Anfall des Kunstfliegers K r ö h l. Aach dem Anfall stellten sämtliche Flieger, die sich noch in der Luft befanden, ihre Flüge ein. Wirtschaft. Der amerikanische Kredit der Rentenbank. Die Deutsche Aentenban i- Kredit- anstalt (Landwirtschaftliche Zentralbank) teilt mit: Die Verhandlungen mit der Aational-City- Companie in Aeuyorl wegen einer amerikanischen Anleihe für landwirtschaftliche Realkredite in Deutschland sind am Samstag. 12. September, zum Abschluß gekommen. Darnach übernimmt die Aational-City-Gompanie von der Deutschen Aentenbank-Kreditanstalt Schuldverschreibungen in Höhe von 2 5 Millionen Dollar. rüd» zahlbar zu pari, zu einem jährlichen Zinssatz von 7 Prozent, auf 25 Jahre, bei einer Tilgung von etwa l1 . Prozent jährlich, zuzüglich ersparter Zinsen. Zinsen und Amortisation werden am 15. März und 15. September jeden Jahres fällig, erstmals am 15. März 1926. Der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt steht das Recht zu. die Anleihen auch zu früherer Rückzahlung im ganzen oder in Teilbeträgen, ebenfalls zu pari, erstmalig vom 15. September 1935. sodann zu jedem späteren Zinstermin zu kündigen. Die Anleihe soll in diesen Tagen zum Kurs von 93 Prozent in den Bereinigten Staaten aufgelegt und ihre Zulassung an der Reuhorl Stock-Erchange beantragt werden. Die Auszahlung des Gegenwertes der Schuldverschreibungen zu 88 Prozent soll gegen Ende Dieses Monats erfolgen. ' Dahnbedarf A. G. Darmstadt. Die Bilanz per 31. Dezember 1924 schließt nach Abschreibungen in Höhe von 34 360 Rm. mit einem Verlust von 167 840 Rm. ab. Der auf den 15. Oktober einzuberufenden H.-V. soll vorgeschlagen werden, den Derlust auf neue Rechnung vorzutragen. fpd. Aus der Offenbacher In - d u st r i e. Das Amtsgericht Offenbach ordnete am Samstag über fünf Betriebe die Geschäfts- aufsicht bzw. den Konkurs an, und zwar die Geschäftsaufsicht über die Firma Alöhs Winter, Mühlenfabrikate in Heusenstamm, die Offenbacher Pianofortefabrik Alois Knauer in Offenbach, die Firma Main-Metallwerke G. m. b. H. zu Mühlheim a. M.. die Zigarrenfabriken der Firma Barbara Behl zu Groh-Steinheim und den Konkurs über das Vermögen der Firma Chemische Fabriken Offenbach a. HL, A-G * Deutsche Vereinsbank in Frankfurt a. M. In der auherordentlichen Generalversammlung der Deutschen Vereinsbank in Frankfurt a- M. machte der Aufsichtsratsvor- sitzende Mitteilung von dem Scheitern der Der- kaufsverhandlungen mit Michael und stellte fest, bafj es damit unmöglich geworden sei, die Deutsche VereÜtsbank in dem seitherigen Rahmen weiterzuführen. Die nicht dem Michaelkonzern . angehdrenden Aufsichtsratsmitglieder legten ins- /-gesamt ihre Mandate nieder. Der Vorsitzende gab eine formelle Erklärung ab, dah alles bei der Dank intakt sei. Auch Direktor Schlesinger, dec nunmehr den Vorsitz übernahm, erklärte, dah die Dank vollkommen intakt sei. Richt erörtert wurde die Frage, wie es sich nunmehr mit dem zwischen der Deutschen Vereinsbank und der Frankfurter Bank geschlossenen Jnteressengemein- schaftsvcrtrag verhält. Der „Franks. Ztg." zufolge wird )eht eine ruhige Abwicklung eintreten, für die alle Vorkehrungen getroffen sind. 6 DieRotlage der oberschlesischen Industrie. Die „Schlesische Zeitung" meldet: Die oberschlesische 3nbuftrie entsandte in den letzten Tagen eine Abordnung nach Warchau, um der polnischen Regierung die Rotlage Ober- fchlesiens darzulegen und um Abhilfemahnahmen zu bitten. Die Abordnung, die mit dem Handelsminister und dem Präsidenten der Dank von Polen, sowie dem Leiter der Devisenabteilung des Finanzministeriums verhandelte, legte eine eingehende Denkschrift über die Lage der Industrie vor. Die Industrie verlangt u. a. umfangreiche Diskontkredite von der Bank Polski. Der Präsident der Bank Polski 'stellte eine einmalige größere Kreditsumme in Aussicht unter der Voraussetzung, dah die Industrie die Devisen von ihren Kohlenverkäufen nach dem Auslande an die Dank Polski abgebe. * Einfuhr polnischer Kohle. Die Bemühungen der polnischen Regierung, Absatzgebiete für polnische Kohle zu finden, haben in Holland Erfolg gehabt. Als Probe soll bereits die erste Bestellung einer holländischen Kohlengesellschaft auf 16 800 Tonnen eingegangen sein, wobei ab Dezember die monatliche Abnahme 30 000 bis 40000 To. betragen soll. Börsenkurse. Berlin Frankfurt a.M. __________________Tatunt: 5% Deutsche Rcichsnnleibe . 4% Deutsche Reichscinleihe . 37g% Deutsche Reichsanlcilie 3% Deutsche Reichsanlechc . Deutsche Eparprämienanleihe 4% Preußische ttonsols . . . 4% pesten 3'/2% .Hessen.......... 3% Hessen Deutsche Derrb Dollar-Anl. bfo- Doll.-Schay-Anweisng.') 4% Zolltürken . 5% Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Tarmft. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Bcreinsbank .... Disconlo Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oeslcrreichischc Credikanstalt. Weltbank ........... Bochumer Guß . . Buderus .......... Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahntte Obcrbcdars Phönir Bergbau Rbeinitabl «... Ricbeck Montan Tellus Bergbau ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Lont.-Guano ..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alabin .. Goldschmidt . . .... .. Gries oeimer Electron ...» Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung..... Rütgerswerke Schetdeanstalt ........ Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mamkraftwerke...... . Schlickert . ....... . Siemens , HO 110,5 111 110.75 Ul 111 111 111 103 5 104.25 104,25 104,25 7' 79 93,5 93,75 94.5 93.5 7,8 7.8 7.62 7,62 0,03 0,03 — — 70,5 69 7 » 19,5 »1,6 49.9 51 43.5 13,5 43 41,75 71 72 70.1 72,62 v-4.25 56 54.3 öfi 5 10? 106,5 106 106.9 124 123.5 122.25 123.4 133.5 131 19,6 19.5 43 44 44,5 44.-25 *0,) 57.75 54,75 73,25 74.25 73,62 74 64 75 64 9 65 65 77,5 76,5 77,25 77,5 53 54,5 — SO.5 62,62 62 63 85 67 66,5 68 65.75 65 25 — - 57 57.1 59.5 .78 — — 96 99,5 125 124.9 122 125,25 — 71.5 70,25 71 75 72.5 120 120,62 120,75 121,4 120.4 121,5 120 122,4 56 57 75.5 75,5 74,25 76,13 97,75 96 — 96,2 96,75 SS,8 96,75 — 77 75.6 76,75 — 73.25 — 64,5 63.25 64.9 80 84.5, 82 83,5 4i 46 46.62 46 42,5 45 43,1 45 2 26 — 36 37 35 36 55 50 3.37 0,4 — — — 0.8 — — 100 100,5 — — 62,5 62.25 62 62,13 38 — — — 4 4,25 4 4 9,1 9,25 9 9,2 63 63,75 58 — 56.5 57 57 Adendbörie. ab. Für Kriegsanleihe wurde zum Schluß ein Kurs von 242,50 bis 245 genannt. Die Avend- börse schloß geschäftslos und in schwächerer Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,244, Schuhgebietsanleihe 6,050. Ausländische Renten: Zolltürken 7.60, Türken von 1905 6,87. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 129, Commerzbank 96, Darmstädter Dank 110,50, Deutsche Bank 111, Dresdner Dank 100,25, Metallbank 79, Mitteldeutsche Creditbank 93,75, Rcichsbank 130, Oesterreichischc Kreditaktien 7.80. Montanaltien: Deutsch-Luxemburg 72, Rheinstahl 64,90, Kali Aschersleben 123.50, Kali Westeregeln 131. Chemische Aktien: Dadische Anilin 124,87, Chemische Griesheim 120,62, Th. Goldschmidt 70,25, Höchster Farben 121,50, Holzverkohlung 57, Schiffahrtsaktien: Rordd. Lloyd 67. Jndustrieaktien: AEG. 96,75, Zement Heidelberg 65,25, Elektrisch Licht und Kraft 96,50, Chlinger Maschinen 43, Hanf Füßen 66. Jnag 0,51, Gebr. Junghans 66.50, Lechwerke 72, Schuckert 64,50, Wahß und Frehtag 68,25. Badischer Zucker 58, Heilbronnzucker 57,25. Debisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BurnoS-AireS, London, Neu- hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Em beireu, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Danknoten. 12 Septbr. 14 Septdr. Amtliche fflclb Hoti rung Brief Amtliche Meld Notierung Brief Amst.-Non 166.67 167,09 168.71 169,13 Bucn. Aires 1.687 1.691 1,687 1,691 Brss.-Antw 18,50 18,54. 18 51 18,55 Chrissiania. 86,79 89,01 86,19 86,41 Kopenhagen 103,17 103,38 102,27 102,53 Stockholm - 112,51 112,79 112,51 112,79 Helsingfors- 10,58 10,62 10.575 10,615 ytalicii. . . 17.18 17,22 17,43 17.47 London. . 20,332 20-382 20,332 20,382 Neuhork - - 4.195 4,2)5 4,195 •1.205 Paris. . . 19.71 19,7) 19.74 19,78 Schweiz . . 80.96 S1.16 80 96 81,16 Spanien. . 60.97 61.13 60.97 61,13 Japan . . . 9iio de Jan. Wien in D-- 1.704 1.708 1,703 1,707 0,566 0.568 0 561 1.563 £cft. abaeft. VJ.18 59,32 59,08 59,22 12,46 Prag .... 12,425 '2.465 12,42 Belgrad . . 7,47 7.49 7,47 7,49 Budapest. . 5,89 '.91 5.89 5,91 Bulgarien . 3,055 :,im>5 3,065 3,075 Lissabon . 20,925 .0,9:5 .0 925 20.975 Danzig. - . .Konstantin. 80.65 80.85 80 65 80.85 2.385 2,395 2,395 2,405 Athen. . . 6.09 6.11 6.09 6.11 Canada. . . 4.195 4,205 1.195 1,205 Uruguay . . 4,20 4.21 4,19 0,20 Berlin, 14 Septbr. Geld Briet Amerikanische Noien ..... Belgische Noten........ Dänische Noten ....... Englische Noten........ französische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 1.2-3 18,4 i 101,94 30,303 19,71 168,28 17,56 86,21 )8.9O 112,17 80,80 60.75 12.385 5.845 4.253 18,52 102,46 «0,403 19,81 169.12 17,64 86.25 59,20 112,73 81,20 61.05 12,445 5,885 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gleßener Anzeigers".) Berlin, 14. Sept. Der Auftragseingang war bei Beginn der Börse sehr gering, das Geschäft hielt sich daher ansängli h in sehr engen Grenzen. Die Kurse erfuhren bei der hieraus resultierenden Lustlosigkeit allgemein nur geringfügige Veränderungen, neigten teilweise allerdings zur Schwäche. Gegenüber dem etwas freundlicheren Kursstand am Wochenschlusse traten am Montanmarkt und auf einigen weiteren Gebieten Kursrückgänge bis 1 Prozent und darüber ein, die aber bald wieder aufgehoben wurden. Insgesamt erfolgten die Geschäftsabschlüsse während der ersten Stunde somit zu Preisen, die gegenüber dem Schlüsse am Samstag keine wesentliche Veränderung zeigten. Am deutschen Anleihemarkt konnten Schuh- gebietanleihen ihren lehterreichten Stand nicht behaupten, sondern gingen auf 6,8 bis 6,7 zurück, dagegen erwiesen sich Pfandbriefe als sehr widerstandsfähig, und zwar mit Rücksicht auf den bevorstehenden Abschluß der amerikanischen Rentenbankkredite. Man erwartet, dah hierüber heute noch eine offizielle Mitteilung ausgegeben wird. Die Auflegung der Anleihe dürfte bereits in der allernächsten Zeit erfolgen. Am Geldmarkt hält die flüssige Lage an. Tagesgeld 8 bis 9,5 Prozent und darunter, Monatsgeld 10 bis 11,5 Prozent. Bezeichnend für die leichte Verfassung ist, dah die Preußische Seehandlung die zu Medio fälligen Gelder durchweg um einen Monat prolongiert hat. Die in Rorwegen neuerlich erfolgte Diskontherabsetzung von heute ab auf 5 Prozent toirfte sich an dem Wechselkurs gegen London in der gewünschten Weise aus. London-Oslo gab aus 25,55 nach, demgegenüber blieb Kopenhagen- London mit 19,75 unverändert stabil. Mailand befestigte sich gegen London auf 116,75. Es verlautet, dah die Lira auf der Basis von 100* Lire für ein englisches Pfund stabilisiert werden soll. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20;36, Paris 5,0772» Amsterdam 59,20. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Sept. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 24,50 bis 24,75, Doggen (inländischer) 19,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 25 bis 27,50, Hafer (inländischer) 20 bis 21, Mais (gelb) 21, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39 bis 39,25, Roggenmehl 28 bis 28,25, Weizenkleie 10,85 bis 11, Roggen- kleie 11,25 bis 11,50, Erbsen 30 bis 40. Linsen 45 bis 70, Heu (süddeutsches, gut,- trocken) 8,50, Weizen- und Roggenstroh 4, Treber (getrocknet) 17,75 bis 18. Tendenz: Leicht nachgevend. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzergers".) Frankfurt a. M., 14. Sept. Auftrieb: 1879 Rinder, darunter 534 Ochsen. 70 Bullen, 1275 Färsen und Kühe. 433 Kälber. 309 Schafe, 4250 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: Vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 62 bis 70, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 54 bis 61, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 53, Bullen: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 60, vollfl. jüngere 45 bis 53, Färsen und Kühe: Vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 66, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 54 bis 62, wenig gut entwickelte Färsen 49 bis 57, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 42, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 4o, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 25, Kälber: Feinste Mastkälber 85 bis 90, mittlere Mast- und beste Saugkälber 75 bis 84, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 74, geringe Saugkälber ‘50 bis 62; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 54 bis 60, geringere Masthämmel und Schafe 45 bis 53, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 44; Schweine: Vollfl. von 80 bis 100 Kg. 95 bis 97, unter 80 Kg. 88 bis 94, von 100 bis 120, von 120 bis 150 und Fettschweine über 150 Kg. 96 bis 98, unreine Sauen und geschnittene Eber 80 bis 90. Marktverlauf: Langsamer Handel; Tleberstand. Am Schweinemarkt fette Ware gesucht und über Rotiz gehandelt, leichte Ware vernachlässigt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 14. Sept. Der Produktenmarkt war bei kleinem Geschäft ruhig. Die Preise gaben allgemein etwas nach. Es notierten für 1000 Pfund: Weizen, märf. 213 bis 218, dto. Oktober 240 bis 239, dto. Dezember 245 bis 243, Roggen, märt. 164 bis 168, dto. September 188, dto. Oktober 189 bis I88V2. dto. Dezember 191 bis 190Vs. Gerste, märf. 208 bis 241, Futtergerste 176 bis 181, Hafer, märf. 175 bis 183, dto. Oktober 1831/2, 184, 182, dto. Dezember 190 bis 189, Mais (loko Berlin) 212 bis 216, RapS 355; es notierten für 100 Pfund: Weizenmehl 30,25 bis 33,50, Roggenmehl 24 bis 26. Weizenkleie 11,80 bis 12, Roggenkleie 10,80 bis 11, Viktoria- erbsen 26 bis 31, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 25 bis 28, Lupinen, blau 12.75 bis 14, Rapskuchen 16,20 bis 16,40, Leinkuchen 22,60 bis 22,90, Trockenschnihel 12, Torfmelasse 8,80 bis 9, Kartoffelflocken 17,80 bis 18, Zucker 21. Für Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spexialknranetalt Ho!- beim 1. Taunns bei Frankfurt a M Behaglein gerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Biät-Kuren). Mäßige Preise. Prospekt durch Dr. M. Schulze-Kalileyss, Nervenarzt. ^MMWWMMWWWWWWWWMN^WWM»^»» Der gefesselte Strom. Boman von Hermann S t e g e m a n n. 11. Fortsetzung. (Nachdruck nerboten.) „Auch ich stehe auf eigenem Grund, Fräulein Ruth. Ich habe gestern den ganzen Strich von St.-Josephs-Acker bis zum Wald zusammen- gekanj?." „Sie? älnd bis zum Wald!" Sie maß die Entfernungen. Er trat neben sie und rollte den Gelände- plan auf. „Sehen Sie hier! Dieses rotschrafsierte Areal gehört mir. Das Klosterviereck von St. Joseph ist deutlich sichtbar inmitten der schraffierten Fläche." Ruth starrte mit zusammengepreßten Lippen auf die Zeichnung. Wie eine Insel schwamm das Kloster mit seinem Garten und dem Wiesengürtel auf dem bunten Papier. „Also gehört jetz: außer dem Kirchhof und unserem St. Joseph auf diesem Ufer alles Ihnen", stieß sie leidenschaftlich hervor. Er irberhörte die an.Mißachtung streifende Schärfe ihrer Worte. „Ja " antwortete er ruhig. „Es ist gut. Ich werde meinen Vater —“ „Ruth," bat er, mit einem Versuch zu lächeln und streckte unwillkürlid) die Hand aus, um sie festzuhalten. Da warf sie den Kopf zurück und entgegnete: „Jetzt stehen Sie nicht mehr auf Ihrem Grund und Boden, Herr Ingold!" ..Damned!' Der englische Fluch war ihm entfahren, er wußte nicht wie. Totenblaß, mit svriihenden Augen richtete Ruth fid) auf. „Ich bitte, die Grenze zu respektieren. St. Joseph ist nicht käuflich, Herr Ingenieur." „Aber Ruth, so hören Sie doch, id) —" „Joseph," rief ihre helle Stimme in seine ungeduldigen Worte, „warfen Sie die Grenzfurche besser aus, damit die Herren wissen, woran sie sind und uns nicht ins Gras treten.“ Darauf wandte sie sich und ging mit raschen Schritten der Mauer zu. Vor ihren Blicken schillerte die Welt in bunten Farben. — Eine Viertelstunde später stand sie in der weißen Kittelschürze neben dem Vater am Krankenbett. Engelhardt sagte lächelnd zu der Kranken: „Sie werden gesund, kleine Lo. Heute und morgen bleiben Sie noch im Bett, ilebermorgen stehen Sie auf. Wenn die Sonne scheint, stehen Sie um sieben ilfjr auf, und wenn es regnet, was auch einmal vorkomml, stehen Sie fünf Minuten später auf." „So früh schon," klagte die Kleine und kroch noch tiefer unter die Decke. Ruth band ihr die Schleife neu. mit der sie den schwarzen Zopf umwunden hatte. „Sind Sie noch nie um sieben ilfjr auf- gestanden, wenn es sich um Sport oder sonst ein Vergnügen handelte?" fragte Engelhardt ruhig. Er war am Krankenbett so ruhig und bestimmt in seinen Anordnungen und so gesammelten Wesens, wie sonst heftig und zerstreut. „Sie haben ja nicht mal 'n Tennisgrund", schmollte Lo. „Rein, aber Solbäder versetzte Engelhardt mit tiefem Ernst und ging hinaus. Auch strich noch einmal über die Kissen und öffnete das kleine Fenster so weit, daß der Wiesenduft in vollen Zügen hereinströmte. Sie war schon an der Tür, da seufzte Lo: „Ach Gott, Fräulein Ruth, hier passiert ja gar nichts!" Ruth zöge'rte einen Augenblick, ehe sie mit ihrer heitersten Miene antwortete: „ilebermorgen kommen neue Gäste, dann werden Sie sich nicht mehr zu beklagen haben." „ilebermorgen? Grad an dem Tag, da ich ausstehen bati! Kriegen wir dann eine Golf» Mannschaft zusammen?" Hochaufgerichtet saß sie im Bett. Wie in einem Glasfigürchen stieg das rote Blut in ihr auf, und der nervös gespannte Zug ihres Gesichtes gab ihr einen täuschenden Anschein unbändiger Energie. „Muß es denn immer ein Sport sein, Fräulein Lo?" „Run natürlich! Das ist doch das gesündeste!" rief Lo eifrig. „Aber Sie treiben ja keinen Sport", schloß sie mitleidig. ■BHBMnraHnaHflBMaraiaBaainBiBaiiHMBaii „Ach so", erwiderte Ruth lächelnd, und noch einmal an das Bett der kleinen Berlinerin tretend, die vor vierzehn Tagen im Zustand vollständiger Erschöpfung in St. Joseph angekommen war, drückte sie das zarte Geschöpf in die Kissen zurück und zog ihr die weiten Aermel des Spihenhemdes über die weißen dünnen Arme. Die Fünfzehnjährige schien noch jünger, als sie war. Doktor Engelhardt hatte seine Besuche beendet und wartete auf Ruth, um ihr die Krankenberichte zu diktieren. Zerstreut nahm er den „Rheinauer Anz.", der, noch feucht vom Druck, in der Türspalte gesteckt hatte, und begann darin zu lesen. Als Ruth eintrat, lag die Zeitung in Stücken auf dem Teppich und der Vater stand breitbeinig mit geballten Fäusten und wirrem Haar über den zerfetzten Papieren. „Mädel, Ruth er ist ein Schurke! Ein Schänder und Frevler! In Stücke zerreißen sollte man den Menschen, wie ich dieses Blatt zerrissen habe!" Im Augenblick, da er ihr dies entgegen- schrie, wußte sie. was geschehen war. And dann geschah etwas Seltsames, spürte sie, wie sich in ihr alles gegen den Vater aufbäumte. „Rein, Vater, das ist Hanns Ingold nicht!" rief sie leidenschaftlich. „Ein Schänder und Frevler, sag' ich, denn er schändet die Ratur. er will das kostbare Kleinod, das der Herrgott hier im Laufe von Jahrtausenden geschahen hat, zerstören, er will es in den Schmelztiegel unserer verfluchten Jn- dustrialisierungswut werfen, um gemeines Geld daraus zu machen." „Rein, Vater, das will er nicht. Ans Geldmachen denkt der Hanns nicht, das ist's nicht, was ihn treibt." Engelhardt faßte seine Tochter heftig an den Händen und zog sie dicht zu sich heran. „Mädel, ich kenne dich nicht mehr. Du weißt, was er vorhat. ich seh's dir an. daß du weißt, was in dem Wisch da steht. Seine Heimat zerstören den Frieden dieses Erdenwinkels in alle Ewigkeit vernichten, den Rhein und den Lauffen zum Fabrikkanal machen, das will dieser Fischerssohn der in Amerika gelernt hat, den Dollar anzubeten! Tlnd du, du ergreifst Partei . ' " 111 . ■■■■ . für ihn, du, Ruth Engelhardt, meine Tochter? Mädel, es gibt nur eine einzige Erklärung für diese Parteinahme und die darf, die kann nicht richtig fein.“ Ruth blickte den Vater fest in die Augen. Kein Hauch Farbe tönte ihr Gesicht. Zwischen den blassen Lippen schimmerten die Zähne in weißem Schmelz, ihr Atem jagte, ihre Hände waren kalt wie Eis. Mit unnatürlich ruhiger Stimme entgegnete sie: „Du bist mir die einzige Erklärung, die du gefunden zu haben glaubst, schuldig, Papa. Gerade, weil sie nicht richtig sein kann, wie du sagst." „Also gibst du s zu, daß du für ihn Partei nimmst, daß du dieses ungeheuerliche Beginnen, diese Tempelschändung verteidigst und am Ende gar billigst!" Er schüttelte sie in sinnlosem Zorn an den Armen und drängte sie unwillkürlich zur Tür. Da riß sie sich mit einem Ruck los. „Komm zu dir, Papa! Du bist außer dir." „Tlnd du bist es nicht! ilnb das ist, was mir so stark in die Augen beißt!" „Was willst du damit sagen?" flammte sie auf. „Run denn — ich weih, daß dir der Hanns Ingold vor sieben und mehr Jahren etwas gewesen ist, daß er der erste war in deinem Leben, der erste, der als fremder Mensch zwischen mich und meine Tochter getreten ist, und wir dadurch klar gemacht hat, daß ich kein Recht mehr habe an dich." „Soll das eine Anklage sein, Papa? Willst du damit sagen, daß ich dir etwas schuldig geblieben bin? Dir ober mir, Papa!" „Rein, mir nicht. Ruth! Zwischen uns ist seit Jahr und Tag die RechnMq glatt. Wenn eines von uns beiden in der Schuld des anderen ist, bann bin ich's. Aber jetzt frag' ich dich, ob du ihm nichts schuldig geworden bist!" „Vater!" „Ja, ich weiß, das ist ein Gedanke, der uns auseinanderwirft, denn wenn es so ist, dann verwaltest du seit sieben Jahren dein Leben selbst, und ich wohne mit einem fremden Menschen unter einem Dach." (Fortsetzung folgt.)