nr. 190 Erster Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: GießenerFamllienblätter Heimat im Bild. Monatr-Bezngspreir: 2Dolümark a. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: Schristleitung 112, Der« lagundGelchastsstellebl. Anschrift für Drahtnach« richten: Rnjelger tiefeen. poßscheckkonto: granffurt a. M. 11686. Blatt US. Jahrgang Samstag, 15. August 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Buch- und Stcinörudcrd R. Lange in Stehen. 5christlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummervi« zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne» Klame-Anzeigenv 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platz Vorschrift 20°/, Aus« schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teü: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Reichstagsbilanz. Der Reichstag ist Mitte der Woche in die von allen Beteiligten — Regierung, Parlament, Presse und Publikum — langersehnten Ferien gegangen. Man wird in der Geschichte der deutschen Legislative weit zurückgehen müssen, bis man eine Leistung findet, wie sie dieser Reichstag in den letzten Mo naten vollbracht hat. In angestrengtester Arbeit wurden die Grundsteine für das große innerpolitische Resormwerk gelegt, das das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft aus dem Schlamm der Inflationsjahre auf festen Boden führen soll. Aufwertung, Steuerreform und Finanzausgleich und schließlich die Zolloorlage hat das Kabinett Luther in verständnisvollem Zu- sammenarbeiten mit den Regierungsparteien unter Dach und Fach gebracht. Dabei soll keineswegs verkannt werden, daß auch der Opposition ein gut Teil Derdienst an dem Zustandekommen des Gesetz- gebungswerks in seiner endgültigen Form zukommt. Der tätigen Mitarbeit der gemäßigten Linken in den Reichstagsausschüssen sind eine Reihe wesentlicher Derbesserungen, namentlich soziäler Art, zu verdanken, die man nicht missen möchte. Wenn in den Plenarsitzungen von Woche zu Woche mehr, dem Agitationsbedürsnis zuliebe, von der Linken heftige Brandreden gegen Regierung und Regierungsparteien zum Fenster hinaus gehalten wurden und an den Gesetzesvorlagen kein gutes Haar gelassen wurde, so wird man das nicht allzu tragisch nehmen dürfen, ebensowenig wie die heftigen Proteste gegen die angebliche „Vergewaltigung" der Minderheit in der Schlußabstimmung über die Zollvorlage. Nachdem alle Positionen der Vorlage unter Mitwir- funa von Demokraten und Sozialdemokraten in wochenlanger Arbeit in den Ausschüssen durchberaten waren, nachdem allen Parteien bei der ersten Lesung hinreichend Gelegenheit gegeben war. ihren Standpunkt vor dem Lande zu vertreten, lag für die Mehrheit kein Grund vor. von dem ihr nach der Geschäftsordnung zweifellos zustehenden Recht keinen Gebrauch zu machen, in der zweiten Lesung über die Gesetzvorlage — hier die Zollvorlage mit ihrer Fülle von einzelnen Paragraphen und Positionen — im ganzen abstimmen zu lassen. Das wurde fast zur Pflicht angesichts der immer offener zutage tretenden Absicht der Linken, durch endlose, nur längst Gesagtes iviederkäuende Debatten und Anzweiflung der Beschlußfähigkeit des Hauses die Verabschiedung der Gesetze hinauszuzögern. Diese höchst unerfreuliche Seite des eben beendeten Tagungsabschnitts hat noch den Eindruck verschärft, daß der Reichstag im Volk allmählich sich zur unpopulärsten Einrichtung unseres öffentlichen Lebens hindurchgeredet hat. Dazu tragen natürlich die unerhörten Szenen wesentlich bei, die die Komm uni st en in verschiedenen Sitzungen aufgeführt haben. Wenn Reichstagsabgeordneie ihre Aufgabe als Volksvertreter nicht besser verstehen, als durch ihre rüpelhaften Flegeleien den Hinausschmiß durch die Polizei zu erzwingen, so bewundert man wirklich die Langmut der Abgeordneten, die sich durch die gänzlich sinnlose Obstruktion dieser Art „Kollegen" um Zeit und Arbeitskraft bringen lassen; noch mehr erstaunt man über die Geduld des deutschen Volkes, das sein Parlament und damit sich selbst durch eine winzige Minorität bis ins Unerträgliche terrorisieren läßt. Int Interesse der wahren parlamcnta- rijdjen Freiheit darf der Reichstag sich so etwas nicht bieten lassen. Eine gründliche Reform des Wahlrechts u y b der Geschäftsordnung muß dafür sorgen, daß derartige Auswüchse eines mißverstandenen Liberalismus in Zukunft unmöglich werden. Womit hat sich eine Partei ein Recht auf Duldsamkeit erworben, die den Parlamentarismus verneint, in aller Offenheit den bestehenden Staat bekämpft und lieber heute als morgen den Bürgerkrieg, den Kampf aller gegen alle eröffnet? 3m übrigen konnte man bei den parlamentarischen Verhandlungen als erfreulichen Fortschritt buchen, daß der Reichstag zum erstenmal eine große politische Linie insofern aufwies, als der Regierung von Anbeginn an zur Durchkämpfung ihrer Gesetzes- vorlagen ein geschlossener Parteienblock zur Seite stand, dem eine ebenso geschlossene Opposition von Demokraten und Sozialdemokraten — von den radikalen Flügeln abgesehen — gegenüber- trat. Man wird darin die Wendung zum Z w e i - gruppensystem sehen dürfen, der einzig möglichen, weil einzig fruchtbaren Form des Parlamentarismus im Gegensatz zu dem durch die letzten Krisenjahre gründlich ad absurdum geführten System einer Minoritätsregierung der Mitte, die von Fall zu Fall, einmal rechts, einmal links ihre Unterstützung suchte und fanö, deren Existenz in Wahrheit also von der Gnade der Flügelparteien, oft auch von einer Laune des Zufalls abhing. Es ist nichk das geringste Verdienst des Kabinetts Luther und vor allem des Reichskanzlers selbst, diese Bereinigung unseres politischen Lebens bewußt angestrebt und erreicht zu haben. Möglich wurde sie erst in dem Augenblick, als das Zentrum die Unsinnigkeit einer Fortsetzung dieser Schaukelpolitik der Mitte, die man mit dem schönen Namen „Volksgemeinschaft" in der Praxis nicht brauchbarer machte, erkannte und hieraus die Folgerungen zog. Die Einsicht, daß man mit der Linken eine für die deutsche Wirtschaft erträgliche Steuer- und Zollreform kaum werde bewerkstelligen können, ferner die Unmöglichkeit, mit Demokraten und Sozialisten die im Spätherbst zur (Erörterung stehenden Kirchen- und Schulfragen in seinem Sinne jtF losen, erleichterten dem Zentrum den Weg zurück in die Reihe der ihm nach Tradition und Weltanschauung weit näher stehenden Parteien der Rechten. Man wird sich nicht wundern dürfen, daß es heute noch vor einer engeren Bindung an das Kabinett Luther zurückscheut und sich für kommende Fälle den Weg zu einer Koalition der Linken offen- hält. Das entspricht der ganzen Struktur dieses Frankreich und Abdel Krim. PainlevS zum Stand der Friedensverhandlungen. — Um die Unabhängigkeit des Rifs. Paris, 14. Aug. Ministerpräsident p a i n - levo hat, bevor er heule nachmittag Paris für einige Zeit verlassen hat, der Presse folgende Erklärung über die mit Abd el Krim angeknüpften Friedensverhandlungen übermittelt: Man hat der Regierung einerseits zum Vorwurf gemacht, sie habe Abd et Krim die französisch-spanischen Friedensbedingungen nicht zur Kenntnis gebracht oder sie nicht verössentlicht, sowie ferner, sie habe die militärischen Vorbereitungen für Marokko hinausgezögert, um wirkungslose oder verfrühte Verhandlungen einzuleiten. Ls ist demgegenüber nicht unnütz, festzustellen, daß die französische und spanische Regierung, nachdem LmmIssäre Abd el Krims dessen Wunsch bezeugt hatten, dem Blutvergießen ein Ende zu machen, sich über die Bedingungen eines gerechten und dauerhaften Friedens in Marokko verständigt haben. Obwohl Abd el Krim es bisher geschickt verstand, von diesen Bedingungen nicht durch beauftragte Abgesandte Kenntnis zu nehmen, kann er, wenn er sie nicht ignoriere, aus ihren hauptktauseln auch den Millen der Vertreter der französischen Ration erkennen, den Stämmen des Rifgebietes d i e verwaltungstech- nüfche, wirtschaftliche und politische Autonomie im Rahmen der vertrage zu gewähren, d. h. unter dem Vorbehalt, daß die Souveränität der S u 11 a n s h e r r s ch a s t und die des Kalifats anerkannt wird. Die Emissäre, die bisher, ohne von Abd el Krim richtig beauftragt zu sein, behauptet haben, in seinem Namen zu sprechen oder seine Auffassnug zu kennen, sind, indem sie sich jeweils entweder an französische Beamte in Tanger ober an General Primo de Rivera wandten, darüber einig, zu bestätigen, daß Abd el Krim vor jeder Verhandlung die vorherige Anerkennung der vollkommenen Unabhängig- fcitbesRifgebietes forbert, eine Bcblngung, bie den Verträgen unb internationalen Abmachungen zuwiderläuft, von benen sich Frankreich unb Spanien gegenüber den anderen Ländern nicht befreien könnten, mithin eine Bedingung, deren Annahme unmittelbar und in gefährlicher Meise bie ganze Marokkosrage roieber a u f r o 11 e n würde. Entgegen den Behauptungen gewisser tendenziöser Veröffentlichungen haben aber die Verhandlungen oder Besprechungen zu keinem Zeitpunkt die Vorbereitung der militärischen Operationen und die Absendung von Streitkräften verzögert. Frankreich ist biszurGrenzedesMöglichen gegangen, um in Marokko den Frieden herbeizuführen, bevor es feine Macht entfaltet. Sache der Rifleute ist es, zwischen Krieg und Frieden zu wählen. Vom marokkanischen Kriegsschauplatz. Französisch-spanische Erfolge. Paris, 14. Aug. (WB.) Lieber die militärische Lage an der Marokkofront gibt ein Bericht aus Fez vom 13. August folgende Darstellung: Die im Frontabschnitt von Quezzan unternommenen Operationen stellen einen »ollen politischen und wirtschaftlichen Erfolg dar, der von großer Tragweite ist. Politisch sichert diese Aktion die Beruhigung der Gegend des Sarsar-Gebirges. von dem die ganze feindliche Bedrohung gegen Aordwestmarokko aus- ging. Dadurch sind die Stämme und die Kolonisten dieser Gegend, die durch die feindlichen Einbrüche schwer zu leiden hatten, beruhigt worden. Zu gleicher Zeit hätten sich die Rebellen des Sarsargebietes in M-Zfrun eingefunden, um sich zu unterwerfen. Auch die mertmürbigen Parteigebildes, bas eben alle Stände unb Wirtschaftsgruppen umfaßt. Aber auch mit dieser Einschränkung kann das Kabinett Luther für unabsehbare Zeit auf eine feste Mehrheit rechnen, mit der es in verantwortungsbewußter Zusammen- arbeit fein so glücklich begonnenes inneres Reformwerk fortfetzen kann. Es erübrigt sich, nochmals zu den einzelnen Gesetzen Stellung zu nehmen, die der Reichstag in feiner letzten Tagung verabschiedet Hal. Das ist seinerzeit im einzelnen ausführlich geschehen. Es wird kein Mensch bestreiten, daß an den Reform- gefetzen vieles auszusetzen ist, was mehr als ein Schönheitsfehler gelten mag. Es gibt vielleicht keine Interessengruppe, der sie in ihrer endgültigen Fas- fung restlos gefallen, die nicht gern das eine abgestrichen, das andere hinzugefügt sähe. Darf das aber nicht gerade für die Güte des Werks sprechen? Finanz. und Wirtschaftsfragen lassen sich eben nur durch ein Kompromiß lösen, durch den Ausgleich aller entgegenstehenden Interessen, durch ein Sichfinden auf der mittleren, für die Mehrzahl gangbaren Linie. Und die dürste man in der Aufwertung sowohl wie in der Steuerreform und Zollvorlage gefunden haben. Besonderer Erwähnung bedarf es der beiden großen außenpolitischen Debatten, die die Beratung der inneren Reform unterbrachen. Einmal fand die deutsche Note zur Sicherheitsfrage und damit der Kernpunkt der deutschen Außenpolitik die Billigung des Reichstags. Don der Opposition stimmten die Demokraten für die Regierung, die Sozialdemokraten erklärten durch ihren Sprecher zwar auch ihr Einverständnis mit Dr. Strefemanns Außenpolitik, zuckten aber aus parteipolitischen Gründen vor einem Billigungsootum zurück. In dem Protest gegen die^ll usweifung der deutschen Optanten aus Polen fanden sich dagegen Oppo- Rebellen des Al-Scheris seien nach Arbaua gekommen, um ebenfalls zu verhandeln. Die französischen Truppen haben dem flüchtenden Feind schwere Verluste beigebracht. Ein Flugzeug- geschwader allein hat 28 Bombardements unternommen, und durch die Vereinigung mit den Spaniern Ist es gelungen, da- offene Tor zwischen den französischen Stellungen von Zituna einerseits und dem ersten spanischen Posten andererseits zu schließen. Die Verfolgung der Dissidenten sei im Lause des Vormittags fortgesetzt worden. Eine französische Gruppe sei in das Sarsargebiet bis auf 3 Kilometer nördlich von M-Zfrun e i n gedrungen. Die Herden würden in aller Eile nach Rorden getrieben, besonders in der Richtung auf Sul-es-Sebt. 3m Gebiete der Rhunas sollen die Stämme der Beni Mestara und der Ghezna die Absicht haben, die Feindseligkeiten e i n z u st e l l e n. Sie weigerten sich, den Rif- truppen Kontingente zu stellen. Ein offizielles Communiquö aus Madrid vom 13. August besagt, baß bie Kolonne Freyben- b e r fl die Operationen, ohne auf großen feindlichen Wiberstanb gestoßen zu sein, beendigt habe. Sie habe die durch die spanische Artillerie und die spa- nischen Flugzeuge verursachten Zerstörungen in der feindlichen Front feststellen können. Da vorauszu- sehen fei, daß die mit den französischen Truppen gemeinsam zu unternehmende Operation eine (Entfernung der spanischen Truppen von ihrer eigent- lichen Operationsbasis zur Folge haben werde, sei der Besehl gegeben worden, vorsichtshalber nach Marokko einige Bataillone zu entsenden, die die Verbindungen sichern sollen. Die allgemeine Lage in der spanischen Zone sei befriedigend. Die Lage in Syrien. Par s, 15. Aug. (£11.) lieber die Lage in Syrien berichten die Pariser Blätter mit auffallender Zurückhaltung, hauptsächlich wohl deswegen, weil keine oder nursehrunvollkom- mene französische Meldungen aus dem Auf standsgebiet Vorlagen. Die Presse gibt die englischen Meldungen, auf die sie hauptsächlich angewiesen ist, nur mit Vorbehalten wieder, so eine „Times"-Meldung, nach der die Drusen versucht hätten, die Schienenstränge nach Damaskus zu zerstören. Rach der gleichen Rachricht sollen Ämegaltruppen bei ihrer Ankunft in Dayrut gemeutert haben. „Journal des Däbats" schreibt: Der Verlust des Djebel Druse würde in der Flanke Syriens eine unheilbare Wunde schaffen. Dieses gebirgige Gebiet berührt im Süden die Ebene von Damaskus, und an dem Tage, an dem die Drusen, ein kriegerisches Volk, der französischen lleöer- wachung fich entziehen, würde das Schicksal von Damaskus bald besiegelt sein. Frankreich würde diese Festung und Perle der arabischen Welt mit seiner ständigen Bedrohung vor feinen Toren nicht behalten können. Die Aufstandsbewegung im Djebel Druse werde, wenn sie nicht tatkräftig unterdrückt wird, sich auf den Hauran ausdehnen und die Kornkammer P a l ä st i n a für fein Wirtschaftsleben zu gewinnen suchen und dann weiter die ganze Ebene von Damaskus bis zum Hermon in Gefahr bringen. So würde sich der Traum von einem Groß-Syrien zum Teil verwirklicht finden, wie ihn der Oberst Lawrence auch hatte. Die Abkommen vom 3ahre 1916 würden damit definitiv zerrissen sein. fition unb Regierungsmehrheit einmütig zusammen. Es wäre gut, wenn biefe Einmütigkeit in allen Fragen der brutschen Außenpolitik vor aller Welt bokumentiert würbe. In unserer Lage können wir es uns nicht leisten, aus innerpolitischen Grünben, weil uns nun einmal bie ganze Richtung nicht paßt, beiseite zu stehen, wenn beutsche Lebensfragen auf bem Spiele stehen. Das sollte sich auch bie Sozial- bemokratie sagen unb der Regierung ihre Mitunter- stützung nicht versagen auf einem Gebiet, auf bem bas ganze Volk mit bem Kabinett Luther eins geht. Der Reichspräsident. München, 14. Aug. (£11.) Der Reichspräsident, der gestern nachmittag gegen 5 Uhr in Dietramzell auf dem Schloßgute der Familie von Schilcher zum Sommeraufenthalt eingetroffen ist. wird in den nächsten £agen schon wieder zur 3agd ins Hochgebirge ausbrechen. Für den Tag der Rückreise ist der 9. September vorgesehen. Sie wird voraussichtlich über Lichtenfels erfolgen. Der Reichspräsident wird dann im Anschluß an eine Besichtigung von £ruppen der 2. Division bei den Hebungen in Mecklenburg am 13. September d i e mecklenburgische Regierung in Schwerin besuchen und beabsichtigt ferner, demnächst die sächsische Regierung in Dresden aufzusuchen. Der Zeitpunkt für diesen Besuch steht noch nicht fest. Voraussichtlich in der zweiten Hälfte des September wird der Reichspräsident in Begleitung des Reichskanzlers und einiger preußischer Minister das Einbruchsgebiet nach der endgültigen Räumung, und -war wahrscheinlich die Stähte Bochum und Essen, besuchen Mussolini. Ein Bild des äußeren Menschen. (Don unserem k-Korresponbenten.) Rom, 14. Aug. Den Kopf Mussolinis zu erfassen, ist noch keinem Künstler gelungen. Auf jebem Bild sicht er anbers aus, gleichviel, ob ihn ber mechanische Schlitzverschluß überraschte ober ein Porträtist sich rühmt, ber Diktator habe ihm ftunbcnlang gesessen. Es gibt Ge- mälbc berühmter Gesellschaftsmaler, die trotz aller Prämien nicht beliebt werben können, weil sie den robusten Schmiebesohn aus ber rebellischen Romagna, den Mann der action direkte, ber ebenso gut Kommunist sein könnte, als unpersönlichen Staatsmann zeigen. Es gibt für Massenabsatz her- gestellten Bronzen, bie ihn als schwertschweihenden Schmieb bem Volke näherbringen sollen — Bis- marckersatz und also Kitsch. Ich habe Mussolini gesehen, als er noch der Anarchist, der Brigant, der Desperado für das Aus- land war — damals trug er ein Bulldoggengesicht. Er fiel mir dann im Parlament auf, als er, ein kleiner Abgeordneter, aber ein großer Journalist, eine Robespicrremaske aufsetzte unb bamit mit einem Schlage alle bisher gelangweilten Kopfe Herumriß. Balb war er Budbha, halb Nero. Wenn er bie qua« dratifche Kieferpartie auf bie Hände stützte, war es, als stütze er wieder den für einen Italiener ganz ungewöhnlichen Denkerfchäbel auf einen brutalen Zweckklotz. Vielleicht tritt in biefem aufbringlichen Gegensatz zwischen Stirn unb Kinn sein Charakter am beutlichsten zutage. (Eonbottiere, trat er im schwarzen Hemb, noch ben flarfcrnben Rausch bes Sieges in ben berühmten, kreisrunden, rollenden Augen, nach dem „Marsch auf Rom" vor ben König. Auf seinem späteren Triumphzug von Mailand über Bologna, Florenz unb Perugia, den Hauptetappen des faszistischen Zuges nach der Hauptstadt, habe ich ihn begleitet unb babei Gelegenheit gehabt, ihn in den verschiedensten Situationen zu beobachten. Er war ein anderer, wenn er, die Balkonbrüstung eines alten Palazzo förmlich zerknetend zwischen seinen unaufhörlich mahlenden Fäusten, hektische Flecken auf ben zuckenden Wangen, Atem holend aus aufgewühlter liefe, zu dem wogenden Meer seiner Schwarzhemden hinuntersprach ober vielmehr •bonnerte; ein anderer, wenn er ins Steuerrad seines Kraftwagens griff, daß einem Hören und Sehen verging: ein oberer, als er ben Schokolaben- rnäbels von Perugia die Hand gab; ein anderer, als er in strahlendem Ordensrock den Monarchen als Gast empfing. Es gab an diesem einen Abend sogar zwei Mussolini: Wenn die Damen ringsum wie eine zurücktretende Welle wegknixten, stand ein korrekter, etwas einsilbiger Ministerpräsident neben dem König; bald darauf reichte er uns aber, allein unb zwanglos, mit jugenblidjer Freube in einem herzlich offenen Gesicht, bie Hanb herüber. Unb wenn er — seine Familie lebt in Mailand — bei einer Abendunterhaltung die Frau bes Hauses spielt, ist er eitel Liebenswürdigkeit, um einige Stunde später als Polttiker mit wahrem Fanatismus gegen feine Gegner zu wüten. Zielsicher bei scheinbarer Launenhaftigkeit. (Eine hübsche kleine Zeichnerin kam ins Gerede, so oft mußte sie in ben Palazzo Chigi gehen, um ihre Skizze zu vollenben, obwohl es boch nur, wie sie mit treuherzigem Augenausschlag versicherte, an (einer Sprunghaftigkeit lag. Balb schreibt er, bald fährt er auf, legt seine Züge wieder lächelnd in geeignete Malerfalten, plaudert telephoniert dazwischen, verabschiedet eiligst ben Besucher, holt ihn roieber zurück, lacht, tobt, biktiert — unberechenbar. Sich selber nicht treu. Unb baran muß es liegen, wenn fein lebenstreues Bilbnis zustanbe kommt. Unb bie Unberechenbarkeit eben ist seine Große und Stärke und Macht. Denn es ist ein Irrtum, zu glauben, den Gewaltmenschen zeichne bie gerabe Linie aus. Das trifft schon auf bie Cäsaren nicht zu, am wenigsten auf Nero, mit bem Mussolini bie größere Aehnlichkeit hat, um wie viel weniger auf unsere wandelbare Zeit! Wer die Zeit beherrschen will, muß ihre Launen kennen und sie sich nutzbar zu machen verstehen, nicht sie brechen wollen. Die Zeit hat in diesem Sinne etwas eminent Weibliches an sich. Mit Brutalität allein lassen sich gewiß Erfolge erringen, aber niemals dauernde. Das weiß Mussolini, und danach handelt er — fühlt man sich versucht zu sagen. Ich wage jedoch keine Formel aufzustellen, denn ber Duce scheint mir bafür viel zu triebhaft. Er hanbett letzten Enbes boch immer instinktiv, wie bie Frau, unb bas erklärt vielleicht feine Siege auch in den kritischsten Lagen. Mil sicherem Griff reiht er aus seinem reichen Lager von Masken fast jedesmal die gerade passende heraus, und setzt er ja einmal eine unzweckmäßige auf, so zögert er keinen Augenblick sich selber desavouieren und die Logik der rücksichtslosen Selbstbehauptung sprechen zu lassen. I'y suis, j'y reite! Das ist sein Wahlspruch, ber allen diplomatischen Berechnungen, soweit man von solchen bei einer so einfachen Parole noch sprechen kann, zugrunde liegt.* Als Ministerpräsident ober Minister — formell besitzt er nur vier Portefeuilles — spricht Mussolini um so mehr und um so farbloser unb langweiliger, je weniger er zu sagen hat. Entscheidungen dagegen legt er gerne in ein paar Donnerschläge. Unvergeßlich seine Haltung in jenem tödlichen Augenblick um bie letzte Jahreswende, als die Opposition hart- näckig wie Salome seinen Kops verlangte, ber Senat sich zurückzvg wie von Catilina unb ber Staats- anwalt sein Gesicht in bräuenbe Paragraphen legte. Da stand Mussolini im Parlament auf unb schlug gleich mit bem ersten Wort wie mit einem Hammer an bie Glocke ber Zeit, hielt bie golbgeränberte Verfassung hoch, las ben Artikel ber feibenen Schnur unb frug hocherhobenen Hauptes in die furchtbare Sülle hinein: Domanbo — ich frage, wer biefen Artikel angeroenbet wissen will? Einen Orkan be- schwor er damit herauf, unb dieser Orkan riß ihm IW? g reichen Geschichte der beiden Wehren eingegangt werden, hierzu wird sich zu dem Zeitpunkt bi SU 'V FAI für den während des A Ueber- Ror- ien >er ■ „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr, Einer für Alle und Alle für Einen." Die geplante Festfolge sieht oor: Samstag, 29. August, abends 8 Uhr, Fackel« g der beiden Wehren durch die Stadt: daran die Regierung und zum Treubekenntnis Papst auf. und alle Festungen feuerten in der Mittagszeit Salut. Eine Reihe von Chefs der ausländischen diplomatischen Vertretungen sprachen der norwegischen Regierung die Glückwünsche ihrer Regierungen aus. jK Feier noch Gelegenheit bieten. Aber es darf wohl schon jetzt erwähnt werden, daß in allen Teilen der hiesigen Bevölkerund die bescheidene Jubelfeier Gefühle froher und berzlicher Anteilnahme auslöst. Haben doch die Mitglieder der Wehren unter selbstloser Drangabe von Leben und Gesundheit in steter Pflichterfüllung ihrer Stadt und ihren Mitbürgern gedient und in zahleichen Fällen in den vielen Jahrzehnten ihr segensreiches Wirken entfaltet. Mögen die beiden freiwilligen Feuerwehren an ihrem Jubeltag erkennen, daß Dank und Anerkennung ihr Wirken lohne und möge dies seltene Erleben sie anspornen, weiter zu arbeiten im Sinne ihres Wahlspruches * Der Prager Bischof hat einen neuen politischen Hirtenbrief veröffentlicht, in dem in schärfster Weife gegen die Huß-Feier Stellung genommen wird. Auch die tschechoflowakischen Bischöfe fordern in einem Begleitbrief die Bevölkerung zu Massenkundgebungen gegen heuerbi frorfen. _ Dos not und F'nnl° Gebiet hoh dehitunz n' über Spar drucknnne, ohne Bede 1 mit einer doch Test! M Celsi Aus aller Welt. Neues schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. Paris, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend hat sich ein neues schweres Eisenbahnunglück ereignet. Der O-Zug A m st e r - dam—Paris ist gestern abend 11 Uhr in der Rähe des Bahnhofes Lendis auf einen von Lille kommenden Personenzug aufgefahren, der sich gerade, nachdem das Ausfahrtssignal frei- gegeben war, in Bewegung setzen wollte. Der Packwagen und vier Personenwagen wurden zer- Km nn «h z, Mniefenh >t|| Kleine politische Nachrichten« Rach einer Havasmeldung aus Moskau ist Trotzki zum Dorsitzendendes Ober st en Kriegsrates und Peters als Rachfolger Dserskinskis zum Direktor des politischen Kommissariats, der Tscheka, ernannt worden. Das Reichskommissariat für das Handwerk. Berlin, 14. Aug. (TA.) Der neue Reichskommissar für Handwerk und Kleingewerbe, Ministerialrat Dr. Hoppe, äußerte sich einem Vertreter der TA. gegenüber folgendermaßen: Die wirtschaftliche Lage des Handwerks hat sich durch die Kriegs- und Rachkriegszeit gegenüber den Verhältnissen der übrigen Erwerbsstände besonders verschlechtert. Dies ist ja auch begreiflich, wenn man bedenkt, daß das Handwerk zumeist auf die Bedürfnisse des letzten Verbrauchers eingestellt ist und seine Preise während der Inflationszeit nicht in dem Maße heraufgehen konnten, wie es notwendig gewesen wäre, um die Wiederbeschaffung seiner Betriebsmittel sicherzustellen. Allgemein wird als nötig anerkannt, daß es erforderlich ist, zur Schaffung einer festen Organisationslage durch Stützung seines Kreditwesens dem deutschen Handwerk wieder die Möglichkeit zu geben, seine wirtschaftlich not- ivendige Stellung im Produktionsprozeß auszufüllen. Am das allgemeine wirtschaftlrche Interesse an der Erhaltung des Handwerks zu zeigen, genügt es, wenn ich nur auf die von ihm geleistete Heranbildung der Lehrlinge verweise, die in zunehmendem Maße erfolgen muh, zumal sich in manchen Fachgebieten unserer Wirtschaft bereits jetzt eine Facharbeiter- n o t geltend macht. Die Facharbeiternot dürfte in den nächsten Iahren noch drückender werden, wenn nicht vorsorgliche Maßnahmen ergriffen werden, da in den kommenden Iahren infolge anschließend Kommers im Saalbau Sauer. Sonntag, 30. August, noripittags 10z Uhr, große U e b u n g , Aufstellung und Schulübung auf Oswaldsgarten, mit anschließenden Brandangriff an einem größeren Gebäude. Am Nachmittag Konzert, D o l k s s e st mit Kinderspielen im Philosophenwald. * ** Das städtische Volksbad bringt in der heutigen Nummer eine Bekanntmachung der Badezeiten und Bäderpreise, gültig vom 17. August 1925. — Infolge des geringen Besuches in der Mittagszeit wird die Anstalt künftig von 1 bis 2i Uhr geschlossen, mit Ausnahme des Freitags und Samstags. *• Beginn der Hühnerjagd. Rach einer amtlichen Bekanntmachung ist der Aufgang der Hühnerjagd für ganz Hessen auf Montag, den 24. August, festgesetzt: die Iagd auf Fasanen beginnt erst Mittwoch, den 16. Sep- tenrber. ** Vom 116er Denkmal. In den nächsten Tagen wird der Schöpfer des Werkes, Herr Bildhauer Arnold- Beuern, die Figur überarbeiten. Die Ausschüsse für die Enthüllungsfeier sind eifrig am Werke, ihre opferoolle Tätigkeit in der noch verbleibenden kurzen Zeitspanne zum Abschluß zu bringen. So besteht die Aussicht, daß nach dem großen Mittelrheinischen Turnfest unserer Vaterstadt durch den großen 116er Tag am 5., 6. und 7. September noch einmal eine eindrucksvolle Feier beschieden ist. ** Wer h a t den Iungen gesehen? Der Schüler Ernst Rühl, geb. am 8. September 1914, Sohn des Arbeiters Erns^Rühl, Hermann- steiner Straße 7 in Wetzlar wohnhaft, ist am 9. d.Mts. seinen Eltern entlaufen und bis heute noch nicht zurückgekehrt. Bekleidet war er mit schwarzer Kniehose, gestreiftem Sporthemd mit Amlegekragen und schwarzgeblümten Hosenträgern. Er trug schwarze lange Strümpfe, schwarze Schnürschuhe und war ohne Kopfbedeckung. Auf der Stirn hat er über einem Auge eine Rarbe. Wer über den Verbleib des Vermißten Auskunft geben kann, wolle dies seinen Eltern oder der Polizeibehörde in Wetzlar mitteilen. Rühl wurde zuletzt vorigen Montag von einem Kinzenbacher Arbeiter gesehen, der in der Frühe zur Arbeit ging. Der Iunge zeigte ein scheues Wesen und verfolgte die Richtung nach Heuchelheim. Die Eltern sind begreiflicherweise in schwerer Sorge. Die Polizeiverwaltung bittet nochmals, etwaige jüngste Wahrneh- mungen sofort, evtl, telephonisch, mitteilen zu wollen. ** Ihr 45jähriges Mietjubiläum feiert die am 16. August 60 Jahre alte Mitbürgerin Fräulein Elisabeth Schulz, Wilhelmstr. 3. Seit 45 Jahren wohnt sie als Mieterin ununterbrochen in demselben Hause. Gewiß ein seltener Beweis für das gute Einvernehmen zwischen Vermieter und Mieter, der gerade in der heutigen Zeit Beachtung und Nacheiferung verdient. Durch ihr zufriedenes, bescheidenes und stets hilfsbereites Wesen ist Frl. Schulz bei allen geliebt und geachtet, die sie kennen. Manchem alten und jungen „Darmstädter" hat sie während seiner Studienzeit die Mutter ersetzt. Wir wünschen der Jubilarin, an der die letzten schweren Jahre nicht spurlos vorübergegangen sind, von ganzen Herzen einen sonnigen Lebensabend. ** Goldene Hochzeit. Dem in weiten Kreisen unserer Stadt durch sein zuvorkommendes, biederes Wesen in hohem Ansehen stehenden Ehepaare Daniel Heil und Frau Gemahlin Dorothea geb. Trapp ist es vergönnt, Montag, 17. August, das seltene Jubiläum der goldenen Hochzeit begehen zu dürfen. Mögen die vielen aufrichtigen Ehrungen, die dem Paare im Goldkranz von Verwandten, Freunden und lieben Bekannten entgegengebracht werden, Herrn und Frau Heil sagen, daß sie in den Herzen der Gießener Bevölkerung ein ehrendes Denkmal gesetzt haben. Möge dem Jubel- paare ein ungetrübter Lebensabend in voller Gesundheit beschieden sein. Englands Stellung im Pazifik. London, 15. Aug. (TA.) Einige Blätter beschäftigen fid} an leitender Stelle mit dem Besuch der amerikanischen Flotte in Reuseeland und weifen darauf hin, daß Amerika jetzt die vorherrschende Seemacht im Pazifik sei. Sie Zeiten seien vorbei, in denen die britische Flotte die Meere beherrscht hätte. Sie habe nur noch in den heimischen Gewäfs ern eine absolute Aeberlegenheif. In Ost- aften sei sie dagegen zur dritten Macht herab- gefunfen. Selbst nach Fertigstellung der Flotten- basis in Sinaapore werde sie nur wieder an die zweite Stelle rücken. Die Vereinigten Staaten hätten in der letzten Zeit ihre Seestreitkräfte im Pazifik weiter ausgebaut und sei heute stärker als die japanische und englische Seemacht zusammen. Einstellung der Gptanten- answeisung? Warschau, 15. Aug. (TA.) Der polnische Innenminister hat gestern durch dringendes Telegramm die polnischen Behörden in Posen und Pomerellen angewiesen, die Ausweisung der deutschen Optanten einzu st eilen. ^Rach Bekanntgabe dieser Anordnung in den Abendblättern versammelten sich die Sejm- 5a bg e o r d n e t en der Rechtsparteien und entsandten eine Abordnung zum Ministerpräsidenten, die die sofortige Aufhebung der Verordnung des Innenministers verlangte. Die Antwort des Ministerpräsidenten steht noch aus. In den Rechtskreisen herrscht im Zusammenhang damit große Aufregung. MA: als Sei Muckblickei unb gesriei \tbetmann wtbxofftn leiten, na 'Beruf La Mitglied i nicht jede bafe, wer soziale E Probe fiel laufe feint fjewiltigen nun. Mt zu verdanke heute den A nalpoM fi mit ein Bei meinbe soll Lösung; zu können geordneter mit Arbeit heißt, ein gebracht, i den, dos! der W hieße ben gei Persönlich^ den Wkmsö Am Freitagmittag fand die offizielle nähme Spitzbergens durch wegen in Longycarcity (Adventsbah) statt. Der norwegische Iustizminister verlas eine königliche Bekanntmachung wegen derUebernahme des Landes. Ganz "Norwegen ist geflaggt Aus Stadt und Land. Gießen, fcen 15. Aw" Helft den gks PvLen ausgeaneienen Deutschen! 5)ie polnische Regierung hat in roher und r ck- sichtsloser^Weise mit kurzer Frist viele Taus.-de deutscher Familien aus ihrer Heimat vertrieben, in der sie durch oft jahrzehntelangen Aufenthalt verwurzelt waren. Not und Elend ist damit über viele gekommen. Der Not abzuhelfen, hat die amtliche Fürsorge des Reichs übernommen, aber hier gilt es, wie in den Zeiten des Rtchrkampfes, durch 'die freiwillige Hilfe der deutschen Landsleute die amtlichen Hilfsmaßnahmen zu ergänzen. Die Vertriebenen haben diese Hilfe um uns verdient, denn sie mußten aus der polnisch gewordenen Heimat nur deshalb gehen, weil sie sich zum Deutschtum bekannt und an den alten Vaterlande festgehalten haben. Sie hätten die Ausweisung vermeiden können, wenn sie sich zu Polen bekannt hätten. Die Deutsche Nothilfe hat sich bereit erklärt, Spenden entgegenzunehmen. Die Stelle, die deren Aufgaben hier am Platze wahrnimmt, bittet die Einwohner Gießens, Spenden auf ihr Konto bei der Mitteldeutschen Ereditbank, Filiale Gießen, in Gießen und bei dem W o h-4-s a h r t s- a m t, Gartenstraße 2, Zimmer 13, einzuzahlen. Diese werden an die Deutsche Nothilfe wettergeleitet, und es wird öffentlich darüber quittiert. 70 Jahre Feuerwehr. Die beiden hiesigen Freiwilligen Feuerwehren, die Gießener Freiwillige und die F r e i- willige Gailsche Feuerwehr beabsichtigen, ihr 70jähriges Bestehen am 29. und 30. August durch eine einfache aber würdige Feier zu begehen. Es soll heute nicht auf die Einzelheiten der taten- Die Slinnespresse steht zum Verkauf. B e r l i n, 15. Aug. (Wolff.) Zu dem in der letzten Zeit ausgetauchten Gerücht, daß sich der preußische Staat für die Presseunternehmungen des Stinneskonzerns interessiere, weiß eine Berliner Korespondenz mitzuteilen, daß die preußische Staatsregierung keineswegs geneigt sei, Zeitungen, wie etwa die Deutsche Allgemeine Zeitung, zu erwerben. In den Kreisen der preußischen Staatsreaierung glaubt man, durch die Organisation des Amtlichen Preußischen Pressedienstes in genügender Weise vertreten zu sein. Tatsache bleibt jedenfalls, daß auch die Deutsche Allgemeine Zeitung zum Verkauf steht, nur seien bisher zu geringe Kaufsummen geboten worden, so u. a. von einem großen rechtsstehenden Berliner Verlag. £ ffii Aeiyeo Mitglied« Wohin«« geordnete wirb, von sichtigung der Interessen des gewerblichen Mittelstandes zur Durchführung zu bringen. In seinen Arbeiten wird er durch einen Ausschuß unterstützt. Eine Zahl von hervorragenden Vertrauensleuten des Handwerks — für das Kleingewerbe soll Entsprechendes geschehen — wird ihm zur Seite gestellt werden und regelmäßig zusammenkommen, um Anregungen zu geben und den Reichskommifsar in schwierigen Fragen zu beraten Verzögerung der französischen Antwort. Uriaubsreise des Kanzlers und Außenministers. Berlin, 15. Aug. Die Aeberreichung der Antwort Vriands wird nach den letzten in Berlin ein- gelaufenen Nachrichten eine weitere Verzögerung von einigen Tagen erleiden. Das Schriftstück dürfte schwerlich vor Ende näch- ster Woche hier eintreffen. Der Reichskanz- l e r und der Außenmini st er haben daher gestern abend Berlin verlassen. Dr. Luther ist nach Wyk auf Föhr und Dr. Ltresemann nach Norderney gefahren. Nach dem Eintreffen der Note dürsten die beiden Minister zwar vorübergehend nach Berlin zurückkehren, doch sind wohl zunächst noch keine weittragenden Lnt- schlüssederReichsregierung zu erwarten. Man sieht nämlich jetzt schon voraus, daß weitere politische Beratungen erst durch juristische Sachverständige vorbereitet werden müssen. Hinausschiebung der Sicherheitskonferenz. französisch-englische Meinugsverschiedenhciten. London, 15. Aug. (TD.) In Londoner diplomatischen Kreisen wird neuerdings daraus hingewiesen, daß es wahrscheinlich nicht möglich sein werde, noch vor der Genfer Dölkerbunds- lagung Deutschland zur Sicherheitskonferenz einzuladen. Es habe sich herausgestellt, daß doch noch große Gegensätze zwischen der französischen und englischen A u f । a f f u n g beständen, die e r st d u r ch eingehende Verhandlungen beigelegt werden müßten. Die Sachverständigen müßten für den Sicherheitspakt erst eine Form finden, die für alle beteiligten Staaten annehmbar sei. Auch Deutschland mühte erst genau über die Stellung Frankreichs und Großbritanniens in der Sicherheitsfrage unterrichtet werden, damit es hierzu Stellung nehmen könnte. Erst müßten alle Meinungsverschiedenheiten zwischen den Alliierten ausgeglichen sein, bevor man Deutschland hören könne. Ebenso gingen die Meinungen über den Ort der Konferenz noch weit auseinander. England wünsche London als Tagungsort, was jedoch von Frankreich abgelehnt worden sei, da schon das Dawes-Abkommen hier abgeschlossen worden sei. Von andern Alliierten fei Genf, Brüssel und Haag vorgeschlagen worden. iÄ 5 unb,0, ''M unb •Watte«. , '°w'e ieb’ Ä .Mlburg' trag _ Ä wird uns Heilung» 9er N S leB s-uviert'Z heiterer » tviinimert. Dabei wurden vier Personen getötet und 50 zum Teil schwer verletzt. Durch die herrschende Dunkelheit waren die Rettungsarbeiten sehr erschwert. Unter den Verwundeten befinden sich verschiedene Personen, die aus Amie >: s kamen, wo sie unter den Opfern des dortigen Eisenbahnunglückes die Identität Verwandter festzustellen hatten. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat sich sofort an die Unglückstätte begeben. — Infolge falscher Weichenstellung entgleiste ferner gestern nachmittag 5.20 Uhr der Personenzug D i e p p e—P arid vor dem Bahnhof Pon- t o i s e. Ein Wagen 1. Klasse wurde zertrümmert. Vier Personen wurden verletzt, darunter eine schwer. SpanischerAerztebe-uch inBerlin Berlin, 14. Aug. (Wolfs.) Eine auf einer Fahrt durch Deutschland begriffene Reisegesellschaft spanischer Aerzte unternahm heute vormittag eine Rundfahrt und besichtigte hierbei zahlreiche medizinische Institute. Sie Fahrt endete im Rathause, wo Bürgermeister Scholtz mit Vertretern des Magistrats und Vertretern der Stadt den Teilnehmern einen herzlichen Empfang bereiteten. Später besuchten die spanischen Aerzte noch das Krankenhaus Westend und das Augufta-Viktoria-Haus zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit. Abends fand eine Festsitzung im Langenbeck-Virchowhause statt, die von sämtlichen medizinisch--wiisenschastlichen Vereinigungen in Berlin veranstaltet wurde. Für den Samstag sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Besuch des Instituts für Infektionskrankheiten „Robert Koch", der Universitätsinstitute der Charite, Frühstück bei Kroll auf Einladung der Medizinischen Fakultät der Universität, Besuch der Kriegspathologischen Sammlung der Kai-- ser-Wilhelmsakademie und der Sammlung von Prothesen für Kriegsbeschädigte im Reichs ar bei ts- ministerium, ferner der Besuch des Kaiserin» Friedrichhauses für ärztliche Fortbildung. Am Sonntag werden die Gäste in Potsdam kxü Der- sorgungskrankenhaus für tuberkulöse Kriegsbeschädigte und anschließend daran das iÄhloß Sanssouci besuchen. Abends wird ein Bankett der deutsch-spanischen Vereinigung die Gäste vereinen. Am Montag fahren die spani- fchen Aerzte nach Frankfurt a. M. weiter. Die Typhusepidemie. In Anklam wurden gestern vier neue Typhusfälle angezeigt, so daß die Zahl der Typhuserkrankten auf 260 angewachsen ist, von denen 28 gestorben sind. Um der Epidemie Einhalt zu gebieten, sind die Straßen der Stadt mit Chlorkalk und Saprol desinfiziert worden. Sämtliche Bewohner wurden geimpft. Tanz und jede Festlichkeit sind verboten. Auch in Schlesien treten seit einigen Tagen Typhuserkrankungen auf. Aus Ag- netendorf und Hermsdorf werden insgesamt zwanzig Krankheitsfälle gemeldet, darunter zwei mit tödlichem Ausgang. Raubüherfall eines Sechzehnjährigen. In Otterndorf bei Stade überfiel der sechzehnjährige Sohn eines Rektors aus Krefeld, der wegen schlechter Schulzeugnisse von Hause weggelaufen war und sich auf die Wanderschaft begeben hate, in einem Laden die Frau des Bäckermeisters. Er versetzte ihr einen heftigen Schlag auf den Kopf und verletzte sie gefährlich. Auf ihre Hilferufe eilte ihr Mann herbei und nahm den Jungen fest. SamiltentragöMe. Ansbach, 14. Aug. (Wolff.) Infolge der großen Hitze erlitt die Arbeiterfrau Margarete Brunner von hier auf dem Felde einen Schlaganfall, der bald darauf den Tod herbeiführte. Dies versetzte den Ehemann in eine solche Aufregung, daß er sich in der Rächt samt seinen drei Kindern im Alter von zehn bis zwölf Iahren mit Leuchtgas zu vergiften versuchte. Ein Arzt, der die Leichenschau vornehmen wollte, sand die Türen verschlossen. Rach gewaltsamer Oeffnüng fand man den Mann auf dem Boden liegend und die Kinder auf dem Sofa sitzend bewußtlos vor. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche starben der Mann und zwei Kinder inzwischen im Kranken-- hause. Das dritte Kind wurde gerettet. Dombenattentat in Cherson. Kiew, 14. Aug. (SU.) Im Chersonschen Sportklub sand während der Sitzung des Sportvereins der kommunistischen I u g e n b eine Explosion statt. Es wurden zehn Personen getötet und über 20 verwundet. Unter den Verwundeten und Toten befinden sich mehrere Mitglieder der politischen Hauptverwaltung. Aus Charkow ist eine spezielle Untersuchungskommission nach Cherson abgereift. Eucharistischer Diözesankongreß in Speyer. Dom 15. bis 18. August findet in Speyer der Eucharistische Diözesankongreh statt. An diesen: Kongreß nehmen u. a. teil der päpstliche Runtius P a c e l l i, der Kardinalerzbischof von München, Dr. Faulhaber, der Erzbischof von Freiburg, Dr. Fritz, der Erzbischof von Bamberg, Dr. Hauck, sowie die Bischöfe vonM a i nz, Würzburg, Speyer und Trier. Am Samstag dem 15. August, wird der Runtius Pacelli ein Pontifikalamt halten und der Versammlung den päpstlichen Segen erteilen. An allen drei Tagen des Kongresses finden Pontifikalmessen statt, die von den genannten Erzbischöfen und Bischöfen zelebriert werden. Am Sonntag, dem 16. August, findet eine eucharistische Prozession durch die Straßen der Stadt statt. Die 4. Schulmusikwoche in Hamburg. Bei der 4. Schulmusikwoche, die vom Zentral- institut für Erziehung und Unterricht (Berlin) und der Oberschulbehörde Hamburg vom 4. bis 10. Oktober in Hamburg veranstaltet wird, werden u. a. Ministerialdirektor Kastner über „Schule und Freude", Professor Hermann Albert über „Musikgeschichte in der Schule" und Direktor Professor Karl Thiel (Berlin) über „Die Ausbildung der Musiklehrer für höhere Schulen" sprechen. Professor Dr. Hans F r e y e r (Leipzig) wird das Thema „Musik und Erziehung" und Professor Willibald Gurkitt (Freiburg) wird das Thema „Alte und neue Musik in der Schule" behandeln. Bund reisender Kaufleute. Ein Zusammenschluß, der in allen Kreisen der reisenden Kaufmannsgehilfen freudige Zustimmung gefunden hat, ist vor einigen Sagen in Hamburg durch die Gründung des „Bundes reisender Kaufleute im D. H. V." erfolgt. Der Bund will alle reisenden deutschen Kaufmannsgehilfen sammeln und will neben der Wahrung der gewerkschaftlichen und sozialpolitischen Belange, feine Mitglieder auch vor allem für die großen wirtschaftlichen und futturetten Aufgaben, die dem reisenden Kaufmann gestellt sind, ertüchtigen. wieder alle Schwankenden zu. Dann reckte er sich von dem Angeklagten zum Kläger: in solchen Augenblicken schneidet seine Hand an dem fanatisch empor- tzereckten Kinn vorbei, hin und her wie ein rasendes schmert. Alle Köpfe ab, nur meiner nicht' Den Wert der Form, der Dekoration, der Pose, wenn man will, hat der „starke Mann", bei einem Romanen übrigens selbstverständlich, frühzeitig er- kanut. Ohne ein bißchen Schauspielerei geht es nicht. Selbst Mussolinis grimmigster, aber ritterlicher und deshalb von ihm gewürdigter Gegner, der sozialistische Führer Malteotti, dessen Ermordung den ersten Riß im faszistischen Turm verursachte, liebte es, sich seinen heimatlichen Bauern als einfacher Landmann zu zeigen, in Rom aber den vornehmen Mann herauszukehren, wie es fein Reichtum verlangte. Der Duce selber bezeichnete einmal als diejenige seiner Eigenschaften, die ihm niemand ab- streite, eine gewisse Intelligenz, Mut und Verachtung des schnöden Geldes. Er hätte hinzufügen können: den Willen zur Persönlichkeit. Das ist es ja, was die Welt an dem meistgenannten Manne unserer Tage so besticht. Sie ist daher immer auf der Suche nach Äußerlichkeiten, nach Attributen, wie sie dem klassischen Heros stehen. Und Mussolini kommt diesem Bedürfnis nach Handhaben nicht nur mit dem Liktorenbündel, den Adlern und anderen Wiederbelebungen antiker Kennnzeichen der Größe nach. Er ist ein leidenschaftlicher Reiter, er führt eine gute Klinge: wenn man ihn in seinem Arbeitszimmer am Korso aufsucht, kommt man vor der Schwelle an einen Tisch, auf dem zwei ausgiebige Pistolen liegen. Bismarck hatte große Doggen, Bülow einen Pudel, der deutsche Kaiser seine Dackel und Nero, wenn ich nicht irre, einen Panther. Was kann da ein Mussolini für ein Lieblingstier haben? Er kann nur einen Löwen haben. Ras heißt er, nach den Strapazen dadrunten in der italienischen Kolonie in Afrika, eine Bezeichnung, die jetzt gang und gäbe ist auch für die faszistischen Provinz- tyrannen. Mit seinem kleinen Ras fuhr der moderne Cäsar viel in Rom herum und ließ sich photographieren: jetzt ist der Löwe, wie jenes Hündchen bei Heinrich Heine, groß und wild geworden, doch wird er nicht ertränkt im Tiber, sondern in den Tiergarten verbracht, wo ihn fein Herr zuweilen aufsucht. Zwei Löwen auf einmal, zwei solche Prachtexemplare in einem Käfig — wenn das feine Fremdenattrak- tion ist. Im übrigen betrachten ihn die Fremden gewöhnlich von der Piazza Colonna aus, wenn er von dem historischen Eckbalken des Palazzo Chigi herunter- spricht. Er wirkt dort ungleich dekorativer als in feinem Heim, das in einer dunklen Straße liegt und nichts weniger als künstlerisch ausgestattet ist. Ich sehe schon die Zeit im Sauseschritt herbeieilen, wo jeder Essayist sich verpflichtet fühlt, eine Abhandlung zu schreiben: „Mussolini und die Frauen". Heute wäre das noch ein gewagtes Thema, wenn schon diese blühende Umrankung eigentlich zum äußeren Bild unseres Helden gehört. Aber wenn der mächtigste Mann Italiens dem schönen Geschlecht nicht gerade spinnefeind ist, so beruht das, gelinde gesqgt, auf Gegenseitigkeit. Jedenfalls scheinen die Frauen im allgemeinen für gewalttätige Naturen mehr zu schwärmen als für Pazifisten, und was die italienischen anbelangt, so muß bei ihnen der Sinn für Politik viel stärker ausgeprägt sein als bei den Herren des Parlaments, denn die Tribünen zeigen einen überwältigenden Damenslor jedesmal, wenn Mussolini spricht. des Geburtenrückgangs Krieges eine geringere Anzahl von Schulentlassenen in bas Erwerbsleben übertritt. Der Reichskommifsar hat bie Aufgabe, die Handwerksfragen mit allen Reichsressorts eingehend zu be° haicheln und eine einheitliche Berück- Die •• Z 2tbonn€ r a • pelle Topp Am Donnerstag fanb auf der Liebigshöhe das 7. Abonnementskonzert der Ra- pelle Topp fiait. Las Programm ttmrik' eröffnet mit der Duocrtürc zur Zauberflöte, die eine acdicacne Wiedergabe fand. Nachdem dann das PrciÄlcd aitf den Meistersingern gespielt war. brachten Brahms Ungarisch? Tänze 5 und 6 den musikalischen Höhepunkt des Abends, obwohl auch die Ouvertüre zu „Orpheus in der Lin ter weit" (Offentad)' eine muftialifche Leistung zu nennen war. Das Trompetersolo für , »Dei Trompeten »Solisten: Schwarz löse und Topp) .Alpenglühen" fand begeisterten Beifall. Hör ;cn. — Tageskaleuder für Samstag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. .Der Glöckner von Aoire Dame", — Astoria-Lichtfpiele: „Der rote Smibeutcr". — TageSkalender für Sonntag. Wartburg-Der ein 8 Ähr abends im Heim Dor. trag von Pfarrassistent Hertel: .Uttfere Brüder im Auslande — Lichtspielhäuser wie Samstag. - Aus dem Etadttheaterbureau wirb uns geschrieben. Wir weifen auf die Dor- s.ellung am nächsten Dienstag, dem 18. August, „D e r Hochtourist" noch ganz besonders hin. ..Der Hochtourist" ist wohl der beliebteste Schwank des jünafi verstorbenen Derfasfers Gurt Krantz. Das Werk ist vom Spielleiter Rudolf Goll, her selbst die Titelrolle spielt, sorgfältig einstudiert. und es kann dem Publikum ein recht heiterer Abend in Aussicht gestellt werden. Wettervoraussage. Heuer bis wolkig, nördliche Winde, etwas kühler, trocken. Dos nördliche Fallgebiet ist über Skandinavien und Finnland heute nach Süden oorgestoßen. Ein Gebiet hohen Druckes über England hat an Ausdehnung nach Osten etwas gewonnen. 3m Süden über Spanien und Italien liegt eine schwache lief- briufrinne, die aber für unsere Wetterlage zunächst ohne Bedeutung bleibt, so daß für die nächsten Tage mit einer konstanten Wetterlage gerechnet werden darf. Gestrige Tagestemperaturen Maximum 26,2 Grad Celfius, Mninmum 15,0 Grad Celsius. Landkreis Wi u. £ Wiefeck, 14. Aug Zu der bevorstehenden Beigeordnetenwahl hat eine stark besuchte Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Wahloereins beschlossen, falls der bisherige Beigeordnete Karl Schäfer roieberuni fanbibieren wird von der Aufstellung eines eigenen Äanbibaten Äbstand zu nehmen. Herr Schäfer, der am 28. Juli dieses Jahres auf eine 25jährige Tätigkeit als Beigeordneter der Gemeinde Wieseck zuruckbllcken kann, hat es verdient, geehrt, geachtet und gefeiert zu werden. Zu allen Zeiten gefällig, jedermann gerecht, sich nie überhebend, hält er unverdrossen am Ratstifch aus, auch wenn es, wie nicht selten, nach Mitternacht wird. Karl Schäfer, von Berui lianb- und Gastwirt, ist nicht eingeschriebenes Mttglied der Sozialdemokratischen Partei. Aber weist nicht jeder, der mit ihm zusammen arbeiten konnte, baß, wenn das Gebiet der Wohlfahrtspflege das soziale Empfinden der Gemeindevertreter auf die Probe stellt, er stets ein offenes Herz zeigt. 3m Zeitlaufe feiner 26jährigen Amtszeit hat Wieseck einen gewaltigen Aufschwung in jeder Beziehung genom- men. Nicht in letzter Linie ist es seiner Mitarbeit zu verdanken, daß unser Wieseck ganz allgemein heute den Nus einer auf allen Gebieten der Kommu- nafpolrtif fortschrittlickDn Gemeinde genießt. Es ist mit em Verdienst des Karl Schäfer, daß unsere Ge- meinbe soweit gekommen ist, aus eigener Kraft die Lösung ihrer Verkehrsmittelnot wagen zu können. Kurzum: 25 Jahre ehrenamtlich Beigeordneter einer so entwicklungsreichen Gemeinde mir Arbeiter und kleinbäuerlicher Bevölkerung sein, heißt, ein Riesenopfer an gemeinnütziger Tätigkeit gebracht. Diesem Manne, der noch nie etwas verdorben, das Jubiläum feines 25jährigen Wirkens mit der Aufstellung eines Gegentandidaten zu lohnen, hieße den Boden der Gerechtigkeit verlassen. Wohl bewußt, gegebenenfalls der Gemeinde eine geeignete Persönlichkeit präsentieren zu können, sprach man den Wünsch aus, daß zu Ehren des 3ubilors der <,l.v .üibaeie cü/j;..r tun August euunmnug von der Gemeinde wtedergewählt werden möge. £ Wieseck, 18. Aug. Lebhafte Klagen wurden leit einiger Zeit über das verunreinigte Wasser der Gemeindewasserleitung laut Um dem tatsächlich bestehenden Mißstand richtig zu Leibe gehen zu können, wurde an das Chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen in Gießen eine Wasserprobe gesandt, die dort chemisch unb mikroskopisch untersucht würbe. Dabei wurde festgestellt, daß das Wasser neben geringen Spuren von Ammoniak und salpetriger Säure Exemplare des gemeinen Flohkrebses enthalt. Dieser, etwa 12 bis 15 Millimeter groß, kommt nach dem Gutachten nur in freiem Wasser vor, nicht aber in gefaßtem Quellwasser. Die Wasserleitung muß demnach an irgendeiner Stelle eine Verbindung mit gewöhnlichem Wasser haben, das der Wasserleitung den ungebetenen Gast zusuhrt. Es wird alles versucht, dem llebelftanb so schnell wie möglich abzuhelfen, da nach dem Gutachten Gefahr besteht, daß das Leitungswasser bei weiterem Zufluß fremden Wassers gesundheitsschädlich werden kann. Gegenwärtig besteht irgendwelche Gefahr nicht, die Verunreinigung ist nur im höchsten Grade unappetitlich. Dem wird dadurch begegnet, daß man un den Zapfstellen Wasjerleitungssiebe anbringt. Wettere Untersuchungen durch das Chemische Unter- suchungsamt werden nach Beseitigung des liebel- standes von der wieberhergestellten einwandfreien Bcsclianenheit des Wassers Nachricht geben. Leihgestern, 13. Aug. Am vergangenen Sonntag wurde hier bas seitherige Gemeinderats- mitglieb Georg Waldschmtdt III. mit 425 Stimmen zum Beigeordneten gewählt. Sein Gegenkandidat, der Lackierer Heinrich S ch ä s e r, erhielt 197 Stimmen. Nachdem am Abend der ortsübliche Baum (Fichte) aufgestellt worden war, brachten die beiden Gesangvereine, Eintracht und Liederkronz, dem Neugewählten ein Ständchen, zu dem sich der größte Teil der Gemeinde eingefunben hatte. 3n einer kernigen Ansprache dankte der Neuerkorene den beiden Vereinen sowie seinen Wählern für das ihm dargebrachte Vertrauen. -gr. Röthges, 18. Aug. Am vergangenen Dienstag erklang zum erstenmal nach Liähriger Pause feierliches Glockengeläute von unserem Kirchturme. An diesem Tage wurden unsere neuen Bronzeglocken aufgehängt. Die Lieferung hatte die Firma Andreas .£) a m m Sohn in Frankenthal (Rheinpfalz), von der auch die im Weltkrieg einqe- schmolzenen früheren Glocken geliefert waren. Da bu? Glocken in derselben Tonart wie die früheren Glocken gegossen wurden und in der wundervollen Tonsülle unsere allen Glocken in jeder Hinsicht erlegen, so herrscht allgemein große Begeisterung, daß wir endlich wieder unser früheres, schönes Geläute haben. Die feierliche Einweihung der Glocken, oer- bunben mit der diesjährigen Kirchweih, findet nächsten Sonntag, 16. d. Mts., nachmittags £2 Uhr, statt. Srcis Lchottcn. •+- Schotten, 13. Aug. Vergleicht man die Bevölkerungszahl unseres Kreises mit der aus dem 3ahre 1849, so ist ein Rückgang der Bevölkerung von 31 754 auf 28450 festzustellen. Die Bevölterungsabnahme beträgt 10 Proz., 1919 sogar 15 Proz. 3n diesen Zahlen offenbart sich das Schicksal all der Gegenden, die nur auf Landwirtschaft angewiesen, ohne baß Inbustrie in größeren Maße Eingang gesunden. Es findet eine starke Abwanderung nach den 3ndustriezentren statt, während in früheren Jahrzehnten die Auswanderung nach Amerika aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte. Nur 3nbuftrieorte und daran angrenzende Dörfer Haden eine Bevölkerungszunahme zu verzeichnen. Sie beträgt z. B. für Glashütten 30 Proz., für Eichelsdorf25 Proz. und für Steinberg 20 Proz. Schotten, Gedern und L a u b a ch, die 3 größten Plätze unseres Kreises, wußten chre Be- völkecungszahl zu behaupten. — 3n dem hiesigen Dekanat werden am nächsten Sonntag zwei evangelische Veranstaltungen abgehalten. Der Zweig- verein Schotten der Gustav-Abolf-Stis- tu n g feiert in Herchenhain sein Iahresfest, während der Ev. Bund hier auf dem Bockzahl ein Volksfest veranstaltet, bei dem Schönherrs „Glaube und Heimat" zur --Aufführung kommt. Die Darsteller sind Damen und Herren aus Gießen. L a u d a ch, 12. Aug Zur Feier des Der^assungstages hatte Bürgermeister Böhm die Bewohner unkrer Stadt auf den gestrigen Abend in den .Solmfer Hof" eingc- laden. Um 9 Uhr eröffnete der Bürgermeister die Versammlung. mdem er die Erschienenen begrüßte und mitteilte, daß Prof. Dr Roes- chen die Festrede auf besonderen Wunsch übernommen habe. Die Bede wurde eingeleitel durch die Olympia-Ouvertüre . Redner führte auS. daß wir bei Kriegsende auf einem Trümmerfeld gestanden hätten, daß die Weimarer Verfassung das Chaos beendet und wieder geordnete politische Verhältnisse gebracht habe. Besonders dankbar sei zu begrüßen gewesen, daß fie die bedrohte Reichseinheit gerettet habe Als Staatsbürger müsse jeder nach besten Straften am 'Ausbau und Wohl des Reiches mithelfen, den Staatsgedanken lebhaft erfassen und die Verfassung achten. Auf einem anderen Gebiet liege die Frage, ob diese Verfassung nicht ver- besscrungs' und ergänzungsbedürftig sei. etwa durch Errichtung eines Ober- und Unterhauses, wie dies Frankreich und auch England, das freieste Volk der Erde, hatten, gewiß nicht zum Schaden ihrer Länder. Dor allem mahnte der Redner zur Einmütigkeit, zum gegenseitigen Verstehen der einzelnen Richtungen. Gebildet sei. wer verstehe, sich auf den Standpunkt des andern zu stellen. Das gelte, und erst recht, auch vom politischen Leben. Untergeordnete Dinge solle man nicht in den Vordergrund stellen So erhitze z B die Flaggensrage die Gemüter in übertriebener Weife. Der Standpunkt Bismarcks vom Oktober 1870. daß wer an solchen untergeordneten Fragen stutze, politisch nicht reif sei. gelte noch heute: man hätte mehr zu tun. Und in der Tat, viel wichtiger sei die Verteidigung des Rheins und die Zurückweisung der polnischen Anmaßung, als solche im Grunde doch kindlichen Gegenstände. Bald träte auch an uns die Ausgabe heran, als Dorkäntpser europäischer Kultur, europäischer Wirtschaft und europäischer Staatskunst gegen die „gelbe" und schwarze Gefahr in die Schranken zu treten. An das zum Schluß ausgebrachte Hoch auf das deutsche Vaterland schloß fich der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes. Bürgermeister Böhm dankte für den lehrreichen Vortrag und legte der Versammlung die Mahnung des Redners zur Eintracht an das Herz. Bei den Klängen der trefflichen Laubacher Feuerwehrkapelle (H. D.ehl) und angeregter Unterhaltung blieb man bis zur Mitternachtstunde beisammen. Mrcie Alsfeld. — Lehrbach, 12. Aug. Seit einer Reihe von 3ahren schon befand sich die Dorf st roße, die zu dem sogenannten „Berg" hinoufführt, in einem trostlosen Zustand. Der Weg über sie war für Vieh und Wagen kein Vergnügen und kein Vorteil. Nach der 3nflationszeit ging nun der Gemeinberat in verständnisvoller Weife daran, die Mittel für einen Neu b a u der Straße zu sammeln. Es war feine Kleinigkeit, zumal die Gemeinde im vorigen 3ahr ein Denkmal für die Gefallenen errichtet hat und in diesem Jahr eine neue Kirchenglocke be- schaffte. Wer es gelang: 3n diesen Tagen nähert sich der Sttaßenbau seiner Vollendung. Er wurde nur von Einheimischen ausgeführt. Die Witterung begünstigte den regelmäßigen Fortgang der Arbeiten, so baß auch bem Einfahren ber Ernte keine wesentlichen Schwierigkeiten entstanden. Sehr zu begrüßen ist auch, daß das Wasser, das bei Gewittern ober zur Zeit der Schneeschmelze im Gebirge hier immer zu Hochwasser ward und oft tagelang den Verkehr von und noch dem „Berg" völlig lahmlegte, nun in einem Strang von 70er Betonrohren unterirdisch in die Gleen-Bach abgeleitet wird. Durch diese Maßnahme wird der Zustand ber Straße bauernb ein besserer bleiben. 3Hr Bau dürfte auch von manchem Bewohner von Dannenrod und Schweinberg, die oft den kürzeren Weg durch den Wald wählen, freudig begrüßt werden. Kreis Wetzlar. spd. Wetzlar, 14. Aug. 3m Walddistrikt Steimel bei Werdorf fand ein bedeutender Erdrutsch statt, der die hohen Waldbaume entwurzelte und sie kreuz und quer durcheinander schob. Der Erdrutsch bat eine Länge von 200 Meter und eine Breite bis zu 30 Vieler Aus dem verwüsteten Gelände sprudeln zahlreich: H ube Quellen, so daß die Ursache durch Untcdpülungcu des Grundwassers verursacht wurde. Die Gtd- masscn sind noch nicht völlig zur Ruhe gekommen. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 14. Aug. Der Hauptvvr- stand des Hessischen LandeSlehrer Vereins will Samstag, den 22. August, auf einer Zusammenkunft in Mainz zur schuipoli- tischen Lage Stellung nehmen. Es werden Fragen erörtert werden, wie Grundschule. Fmlbildungs- schule und Stmuttanschule. — Der 6. Bundestag des Hessischen Deamtenbundes finbet Sonntag, den 23. August, in Mail" statt - Finanzminister H e n r i ch befindet s.ch je l einigen Tagen mit Vertretern des Weinbaues in Hesfen, der Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft des ArbeitsMinisteriums und dem Referenten für das Kapitel Weingüter, dem Landtags- abgeordnelcn Blank (Ztr.), sowie Vertretern der preußischen Wettrbau-Domänenoerwal lung. auf einer Informationsreise in bie Weinbaugegenden Oesterreichs und Ungarns. Hessen-Nassau. fpd. M a r b u r g. 14. Aug. In einigen Teilen Kurhessens tritt ein schlimmer G e t rei de s e i n d in diesem Jahre besonders stark auf Lindell sich um einen nordischrn Zugvogel, den Bergfinken. der durch sein massenhaftes Auftreten sehr erheblichen Schaden anrichtet. Der Bergfink läßt sich sehr schwer verscheuchen und zieht erst weiter, toemi er die Getreidefelder kahl gefressen hat. XX Aus dem hessischen Hinterland,, 13. Aug. Noch vielfach zeigt man in unfern bewaldeten Hinterlanbbergen Die riesigen Kohlen- plage, wo ehedem die mächtigen Meiler rauchten. Wie schon wußte Groß- und Urgroßvater von dem Treiben der rußigen Männer zu erzählen'. 3m R ö h r b c r g kohlt man feit einigen 3ahren wieder, berußte Gestalten hantieren dort wie ehedem, ihre Erzeugnisse füllen Pferde- und Bahnwagen. bl. Dillenburg, 13. Aug. Die Bauarbeiten an der Lerbindungsstraße zwischen dem Di Hk reis und dem Kreise Biedenkopf nähern sich dem Ende. Dank dem Entgegenkommen von feiten des Staates traten finanziell keine allzu großen Schwierigkeiten ein, so daß der Bau ohne nennenswerte Unterbrechung von statten gehen tonnte. Noch im Lause des Herbstes gedenkt man die Straße fertiggestellt zu haben, die wirtschaftlich bas aejamte dazwischenliegende Gebiet vollkommen aufschließt. bl. Dillenburg, 13. Aug. 3m gesamten Kreise ist man auf Veranlassung des Landesbauamtv mit Instandsetzungen von Land st raßen beschas- tigt. Zum Teil werden die Straßen asphaltiert, ober mit einer Kleinfchlagdecke überschüttet. — 3n der Zeit vom 25. bis 28. August hält bie 14. Kompagnie des Inf.-Regts. 15 Marburg in hiesiger Gegend eine U e b u n g ab. Die Truppen werden in Herborn, Dillenburg und in einigen umliegenden Dörfern Quartier nehmen. Bereits im vorigen Jahre war die Kompagnie zur Uebung in hiesiger Gegend. Gerne werden Freiquartiere zur Verfügung ge- stellt, wenn der Ruf erschallt: „Die Soldaten kommen!" fpd. Frankfurt a. M, 14. Aug. Nachdem sich in der letzten Woche im Städttschen Krankenhaus erst zwei Frauen durch Absturz aus dem dritten Stock in die Tiefe getötet hatten, stürzte f i ch heute nacht abermals eine F r a u im Fieberwahn aus dem hochaelegenen Fenster ihre« Zimmers und war auf der Stelle tot. Die weltberühmten Gonckewerke Bieleield. örtdre FAHRRÄDER sofort lieferbar F. Linker & Sohn Ludwigstraße 16 7758V Vertilge unter Garantie und Verschwiegenheit :Hn(tea, Mäuic. Schwaben. 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Für das Festspiel SamStag, 5. Sept, abends tn der DoikShalle werden, da nur eine beschränkte Zahl Zuschauer zu- gelasien, Kontrollkarten ausgegeben. Die Vorstände unserer Vereine werden gebeten, die benötigte Zahl Karten bei dem Vorsitzenden Kamerad Prof. Wentzel, Henselstraße 6 vom 25. August ab in Empfang zu nehmen. |7724D Der Vorstand. Tausche HÄ-Hlolw mit Garten (Meinberv. einesEinsam.-Hauses) gegen 3—4 - Simtner - HJoönung Angebots von oertrauensw. Familien unt. 7753V an den Gieß. Anzeiger. Sperrplatten in Duche i von 0-30 mm Stärke \ in allen Größen Kiefern 1 nur beste Fabrikats Eiche । prompt ab Lager lieferbar Leopold Rosenthal, Hol-Handlung Wetzlar, Teleph. 100 „,.D Evang. Kirciiengesangverein. der Vorstand. 77181) Lichtspielhaus “ 7741c Biete alleinstehenden Leuten 2-Jimmer-Wohnung u. Küche ec. Sicherst günstiger Miete gegen Tausch einer 3—4-Zimmer-Wohnung. Schriftliche Angebote unter 7754D an den Gießener Anzeiger erbeten. EinfachmöbliertcS Zimmer von Dauermieter gesucht. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marg. Schäfer geb. Volk. Annerod, den 15. August 1925. 06756 Missionsfest MMVIMSWUMW Feier 11/2 Uhr, Nachfeier 3!/2 Uhr, Festprediger: Miss. Schlaudraff Posaunenchor Bersrod wirkt mit. Es ladet herzlich ein 77zgD^ der Kirchenvorstand. WWMS-vlllM von leistungsfähiger Pavierwaren- fabrik (Tüten und Beutel, Pack Papiere) gesucht. Gebrüder Bickelhaupt, Eberstadt b. Darmstadt. Zuverlässiger Bauschreiner sowie zuverlässiger Möbelschreiner ge ucht. 7751D Ludwig Rinn XVII. Seultzelheim. Töcht. Bank- und Maschinenschreiner nicht unter 26 I.. stellt ein 06670 H. Freitag, Möbelfabrik, Wetzlar. AeltereS, zuverläss Jililger Hllndlanger gesucht. 06721 H. Konrad, Weitzbindergesch., Neustadt 77. IW. feionönöioer Bäcker sofort gesucht. 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Genau dasselbe ist es bei Zußschweiß. wer daran leidet, fühlt es zwar, aber riecht cs nicht. Oie anderen dagegen fühlen cs zwar nicht, aber sie riechen es. And wie! Kein anderer Körperteil wird so vernachlässigt, wie die Süße. On undurchlässiges Leder cingezwängt, von der Luft abgeschlossen, mit schmerzenden Hühneraugen behaftet, müssen sie vorzeitig dienstuntauglich werden. Aber die Einsicht gewinnt Boden, und was viele Tausende Aerzte mit ihren gutgemeinten Belehrungen nicht erreicht haben, das erreichen wir durch unsere guten und bequem anzu» wendenden Kukirol-Präparate. Millionen kukirolen schon! Millionen werden folgen, sobald sie den ersten versuch gemacht haben, denn Sußpflege mit Kukirol ist eine Wohltat nicht nur für die Süße, sondern für den ganzen Menschen. Daher dlS große Beliebhcit der Kukirol-Präparate bei Sportsleuten, Touristen, Militärs, wie überhaupt bei Allen, die wert auf leistungsfähige Süße legen müssen. 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Deutschlaf belspolitif, Verhandln la9 »ach d Wz bis - ^utschlanj °dnichlesisl Ach Pon 1 Ra-H Atz LS ,i - ai ^chseinj SBenn ? ihren C|n soll O0Qr zun Mu ä°Pfunge Slaös fiertes ; £ d v. handel irag un>w für den - durchgel^ die W Ausland hondelsch Stellung ?M.dD' Parteien t tuns irass ftimmie e reinen fo innenpol»1 haben sich ’Hun (ir Landon bereitungen haben sie I den Entwr Nahe liegt sacht in e vereinigen für Froch gesöhr bn stimmuno die syrisc reichs Un frage. Ab genug S männer, Ähre erfolgen. Beginn in Eens1 Fragen Werbin Frage ga der Seger heitssrage mehr mö ftimmung K gelch regMtzen naie? 2- entstand^ Pause freien n deutsche dort mit 9n Sen/ Sa aber lanbs Seh Nr. 190 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefjen) Außenpolitische Umschau. Äon Professor Dr. Otto Hoetzsch, M. d. R. Nach schweren und heißen Kämpfen ifl bcr Reichstag auseinandergegangen. Das Kabinett Luther und die dieses tragenden Parteien haben das Ziel erreicht, das sie sich gesetzt hatten, und man sieht, wie ein fester Wille auf ein klar erkanntes Ziel hin auch die größten Schwierigkeiten über- windet. Hur die 'Außenpolitik am wichtigsten sind die Entscheidungen im Zo11karnpf und die Ste b I u ng n a 1) m e j um Sicherheilspakt. Mit der ersteren schafft sich Deutschland endlich die handelspolinsche Rüstung, deren Mangel, soweit wir in Frage kommen, jeden wirklichen chandelsoer- trag unmöglich machte. Die Grundlage ist gcschäften für den Schutz der nationalen Produktion, der Wille durchgesetzt, in der Linie Bismarcks und Bülows die deutsche Handelspolitik zu halten, und so hat das Ausland auch einen festen Faktor, nach dem es feine handelspolitischen Erwägungen einzustellen hat. Die Stellung zum Sicherheits^ialt ist durch die deutsche Note vorn 20. Juli gegeben, der die Regierungs- Parteien zustimmten, und für die sie die Verantwortung tragen. Auch damit ist eine eindeutige und bestimmte Situation geschaffen, mit der das Ausland rechnen kann. Linie und Wille sind, was auch der innenpolitische Kampf dagegen sagt, vorhanden und haben sich durchgesetzt. Nun sind B r i a n d und Chamberlain in London zusammengekommen. Nach langen Vorbereitungen zwischen den beiden Ministerpräsidenten haben sie sich über die Antwort an Deutschland und den Entwurf eines Sicherheitspaktes ausgesprochen. Nahe liegt die Vermutung, daß sie auch olle Fragen sonst in einem großen Zusammenhang miteinander vereinigen würden. Die weltpolitische Belastung ist für Frankreich und für England im Augenblick ungefähr die gleiche. Frankreich braucht Englands Zustimmung und $)ilfc für die marokkanische und auch die syrische Verwicklung, England wünscht Frankreichs Unterstützung in China und in der Mostul- fraflc. Aber die Sicherheitsfrage bietet in sich schon genug Schwierigkeiten, so daß die beiden Staatsmänner zunächst nur darüber sprachen. Ihre Aeußerung an Deutschland wird demnächst erfolgen. Darauf wird eine deutsche Antwort vor Beginn der Völkerbundstagung Anfang September in Gens erwartet. Wir lassen nun heute die sachlichen Fragen und stellen fest, daß, wie man auch zum Völkerbund stehe, für dieses Mal im September die Frage ganz gewiß nicht akut ist. Durch die Schuld der Gegenseite sind die Verhandlungen in der Sicherheitsfrage so in die Länge gezogen, daß es nicht mehr möglich ist, vor Genf eine klare lieberem- ftimmung erzielt zu haben. Warum hat man sich Zeit gelassen mit der Antwort auf die deutschen Anregungen von Anfang Februar — volle fünf Monate? Jetzt ist daraus eine zwingende Geschäftslage entstanden, nämlich, daß unter allen Umständen eine Pause in den Verhandlungen mit Deutschland eintreten muß. Der Gedanke ist abzuweisen, daß der deutsche Außenminister etwa nach Genf gehe und dort mit den beiden andern Ministern sich bespreche. In Genf hat Deutschland heute nichts zu suchen. Da aber für Genf die ganze Frage, soweit Deutsch- lands Beteiligung zur Diskussion steht, nicht spruch- icif ist, so ist die Forderung mehr als berechtigt, nach der übermenschlichen Belastung der letzten Wochen und damit Deutschlands Interesse mit aller Nuhe und Konzentration wahrgenommen werden kann, eine Pause in den Verhandlungen eintreten zu lassen. Man sage das ganz ruhig der Gegenseite in London und Paris, wo ja die Möglichkeit einer Pause auch nicht unwillkommen sein wird. Wir haben gar keine Veranlassung, über Schwierigkeiten, die nicht bereinigt sind, Hinwegreden zu lassen, wie es die Engländer gern möchten, ober uns in übereilte Entschlüsse hereinhetzen zu laßen. Die außenpolitische Lage ist für Deutschland nicht ungünstig. Soll sie mit Ruhe und Festigkeit zum Nutzen unseres Vaterlandes ausgewertet werden, so ist das nicht möglich unter den Nachwirkungen einer Arbeitsperiode, wie sie jetzt hinter fcen deutschen Ministern und Politikern liegt, und nicht mit irgendwelcher Uebercilung. Wir richten heute den Blick wieder nach dem Osten. Unsere deutschen Volksgenossen in Polen können mit Necht sich darüber beschweren, daß man für sie und ihre Klagen in den letzten Monaten kein Ohr gehabt hat. Das gilt für die Regierung, für den Reichstag, für die ganze öffentliche Meinung. Dabei find die Schwierigkeiten und Spannungen mit Polen allmählich immer größer geworden. Der Staat hat den Zollkrieg mit uns vom Zaun gebrochen. Jeder andere Staat hat anerkannt, daß Deutschland am 10. Januar 1925 seine Arme handelspolitisch frei bekam, und hat sich danach in den Verhandlungen mit Deutschland gerichtet. Mit Polen lag nach dem Genfer Vertrag bekanntlich eine Bin- bung bis zum 15. Juni 1925 vo^ die Verpflichtung Deutschlands, gewisse Kontingente polnisch- oberschlesischer Kohle zu übernehmen. Die Frist Die Feil als Kunstrichterin Von Walter Appell. Die Geschichte privater und öffentlicher Kunst- fammlungcn zeigt, welchen Schwankungen die Bewertung einzelner Werke (ober Werkgruppen) im Wechsel ber Generationen unterworfen ist. Das hat zuweilen wunberliche Folgen. Mancher Sammlungsleiter hält z. B. gerabe bie Werke des — meist knappen — Wandraumes nicht für würdig, für die seinem Vorgänger ober boch einem aus bereu Reihe kein Preis zu hoch war. Unb doch liegt hier nicht immer eine Willkür ober Eigensinnigkeit vor. Vielmehr handelt es sich meist um eine fast felbstoer- ftänbliche Erscheinung, bie im Rahmen ber unaufhaltsamen menschlichen Allgemeinentwicklung gewertet sein will. (Wobei natürlich Entwicklung durchaus nicht immer gleichbebeutend mit „Fortschritt" zu sein braucht.) Die letzten Enbes hier einwirkenben Faktoren sind bie gleichen, bie jedem „Stil“ eine zeitlich begrenzte Lebensbauer zumessen, nach bereu Ablauf die inzwischen Geborenen ober Herongewachsenen ihn — aus innerem Müssen heraus — stürzen ober boch seine Alleinherrschaft erschüttern. Wenn bas, was hier von ganzen Zeitabschnitten unb ihren Menschengeschlechtern gesagt wird, richtig • sein soll, bann muß es nicht nur genau so, fonbern sogar zunächst für ben einzelnen gelten. Es ist not- roenbig, baß jeder Urteilsfähige sich über bie Kunft- fchöpfuugeu vergangener Epochen sein eigenes — allenfalls von berufener Seite geleitetes, aber nicht bittiertes Urteil bilbet. Die Summe biefer Urteile, die aus naheliegenden Gründen doch immer eine gewisse Homogenität zeigen wird, ergibt dzw. bildet bann die Gesamteiustellung einer Zeit, lieber den ständigen Wechsel, ben diese Einstellung burchmacht, lief ab. Selbstoerftänblich war für Deutschland, daß es nach seinem Jnteresie nun die Lache ansah, ob sein Kohlenmarkt gestatte, diese Rontmgciue weiter hereinzunehmen, und ob Polens handelspolitische Haltung sonst gestatte, emgegenzu- kommen. Aber Polen verlangte als sein gutes Recht, daß Deutschland diese Verpflichtung wieder übernehmen und erfüllen sollte, und brach mit Einfuhrverboten den Zollkrieg mit uns vom Zaun. Als Kampfmahregel dazu sollte zugleich auch dienen das Vorgehen gegen bie Optanten . bie nach bem Wiener Abkommen vom 30. August 1924 ja verpflichtet waren, bas Lanb zu verlassen. Insoweit war und ist Polen formal im Recht. Aber Deutsch- land hat in der Annahme, daß Palen ein zivilisierter Staat sei, mit bem man nicht in Kriegsbeziehungen ftünbe, mit Polen verhanbelt, baß sich biefer Wechsel, ber doch große wirtschaftliche und persönliche Schwierigkeiten in sich schließt, mild und menschlich voll- ziehe. Es war selbstverständlich auch seinerseits zum Entgegenkommen bereit. Polen hat aber in ber brutalsten Weise von seinem Recht Gebrauch ge- macht unb diese Optanten, deren Zahl sich auf 27 000 beläuft, zum Verlassen seines Staates gezwungen. Da anbererfeits bie Aufnahmestellen in Deutschlonb damit noch nicht gerechnet hatten, sind Zustände ent- standen, die ein wahrhafter Skandal waren. Sie haben endlich auch den Reichstag zu einer ausgiebigen Besprechung der ganzen Fragen veranlaßt, und trotz einer wüsten unb wiberlichen Debatte war es doch möglich, dann die großen Parteien des Reichstages im ganzen von den Deutschnationalen bis zu den Sozialdemokraten zu einer einheitlichen Aeußerung des Protestes und des Appells an die Regierung zusammenzufasfen. Lassen wir heute die Schuldsrage in bezug auf die deutschen Behörden unb Stellen beiseite. Jetzt kommt es barouf an, mit aller Energie bissen ver- triebenen deutschen Volksgenossen (genau so wie denen, die aus Polnifch-Oberschlesiien unter den Wirkungen des Zollkrieges zur Abwanderung ge- zwungen werben), bie Aufnahme im Mutterlanb auf alle Weife zu erleichtern: Bereitstellung von Wohnung, Arbeitsvermittlung, Transporterleichterung, Krebithilse, alles, was bazu gehört. Gewiß, wir find mit aliebem in unserem enger geworbenen Vaterland unb seinen Röten überlastet, aber Zeit unb «Geld muß sich einfach finben lassen, bamil biefer nationalen Pflicht Genüge geleistet werde. Es ist nicht unsere Schuld, daß nun auch Deutschland mit Repressalien vorgehen muß und die polnischen Optanten feines Gebietes ausweift. Man hört, daß auf der polnischen Seite, wie zu erwarten war, gar keine Vorbereitungen getroffen sind, sie aufzunehmen. Dann fühlen diese armen Menschen, die nach Polen zurückkehren müssen, eben am eigenen Leib die Hemmungslosigkeit und die Rücksichtslosig- feit bcr polnischen Politik, von ber man sich heute wirklich fragt, welchen Sinn, Zweck unb Verstaub sie hat. Denn betrachtet man Polens Lage, so ist sie boch alles anberc als erfreulich. Im Innern bie Parteikämpfe, bcr Kampf um bie sogenannte Agrarreform, will sagen, bie Enteignung bes großen Besitzes, bie sich in erster Linie gegen den deutschen Besitz richten wird, die schwere Erschütterung der mühsam befestigten Währung. Nach außen: Wo ist ein Bundesgenosse? Rumänien? Frankreich, der große Bruder? Die Sicherheitsdiskussion macht in Warschau reichlich nervös. Man blickt argwöhnisch nach Paris, ob man da auf die oft wiederholten Zusagen Frankreichs rechnen kann. Man fragt sich, ob man nicht vielleicht eine Figur bloß sei in dem großen Schachbrett ber französischen Politik. Man sucht Stimmung in Amerika zu machen, um bie zweite Rate ber Anleihe zu erhalten, und der Erfolg ist keineswegs glänzend. Kurz, die ganze Lage Polens ist heute zwischen zwei so großen Völkern, die zu seinen Todfeinden geworden sind, so, daß eigentlich erstes Gebot der polnischen Politik sein müßte, sich mit dem großen Nachbar im Westen zu verständigen und friedlich mit ihm zu verhandeln. Das hat vor einiger Zeit auch die „Times" mit Nachdruck den Polen geraten. Aber es entspricht bem polnischen Nationalcharakter, ber sich in keiner Periode seiner Geschichte änbert, baß er so etwas nicht sieht. Man will ben Staat zum Nationalstaat umbilben. Man will bie Deutschen heraustreiben unb entdeutschen, bamit, wenn vielleicht einmal bie Frage ber Revision ber Grenzen spruchreif wird, man sagen kann, das alles sei ja rein polnisches Land unb Gebiet. Man spielt in biefer Weise mit ber eigenen Existenz. Polen wirb nicht heute ober morgen zusammenfallen. Aber baß seine Grenzen gegen Deutsch- lanb absurd unb unmöglich sinb, erkennt heute mit Ausnahme ber Polen bie ganze Welt an. Daß dieser Staat auf schwankender Grundlage steht, ist kein Zweifel. Und da setzt er mit Zollkrieg und Optanten- ausweisungen die Beziehungen zu dem nächsten Nachbarn so auf das Spiel Von dem deutschen Ausfuhrhandel gehen ganze 4 Prozent nach Polen — die können wir entbehren, auch auf längere Zeit. Vom polnischen Außenhandel geht fast die Hälfte schrieb mir einmal Pros. Max Feldbauer: „Als ich jung war, wurde Rembrandt kaum erwähnt, dagegen Rubens stand hach im Kurs. Von Vermeer (Delft) wurde kaum gesprochen, das war schon fast Kitsch. Die Gotiker achtete man nicht usw. „Wer es nicht wissen sollte, dem sei gesagt, baß das inzwischen Derftrid)cnc Menschenalter in allen diesen Beispielen — und vielen anderen — zur gegenteiligen Anschauung gelangt ist. Daraus geht wohl klar hervor, daß es ein Unding wäre, überkommene Urteile gedankenlos nadjbeten zu wollen, ohne daß sie sich mit unserer eigenen Wertgebung decken. Wohl sollen wir die Erkenntnisse der vor uns Betrachtenden und Forschenden nutzen, soweit sie sachlich-wissenschaftlich, also funftg eschich11icher Natur sind. Unsere Einstellung aber zu irgendwelchen Werken und Werten dürfen wir dadurch in keiner Weise beeinflussen lassen. Soweit bas Rein-Künstlerische m Frage kommt, sinb wir nur uns selbst unb ben — ungeschriebenen — Gesetzen unserer Zeit Berück- sichtigung schulbig. Trabition barf es ba nicht geben. Sie wäre zugleich ein Armutszeugnis unb ein Der- zichi auf bie Geltendmachung berechtigter Ansprüche. In den Rahmen unserer Betrachtung fallen auch bie sog.„Entbeckungen" von lange unbeachtet Gebliebenen, — soweit nicht umfangreiche Funbe bisher verschollenen Materials oorltegen (ein Fall, ber für bie Künstler historischer Zeit kaum noch Vorkommen dürfte, roenimtens nicht in bem Matze, baß eine ausfdjlaggebenbe Korrektur bes Urteils bie Folge fein müßte). Sonst hanbelt es sich meist eigentlich nur um lieber entbeefungen, mit benen oft bie Aufhebung eines Fehlurteils — freilich erst nach Jahrzehnten ober gar Jahrhunberten — oerbunben ist. Unb wo ein solcher Fall vorliegt, ba sinb eben gerade wir bie Menschen ber Zeit, bie ben Rei- stmgsprozeh jenes Künstlers obschliehen sollte. Da nach Deutschland ,— bie kann biefer Staat schlechter- bings nicht entbehren. Wohin will er seinen Roggen, feine Kohlen verkaufen? Nach der Tschechoslowakei, nach Ungarn ober wohin sonst? Er müht c sich mit Deutschland verständigen. Die deutsche Politik bat eine Langmut ohnegleichen in ben Beziehungen zu Polen erwiesen, jetzt heißt es, den Zollkrieg, den mir nicht gewollt haben, auch aufrecht erhalten, unb jetzt heißt es, um bas noch einmal zu lagen, diese Optanten. bie ins Vaterland zurückgetrieben sind, mit aller Liebe unb mit allem Opfermut zu umgeben. Es war boch sehr bedauerlich, daß es erit einer sol chen Erfahrung unb einer solchen Kritik bedurfte, um bie deutschen und preußischen Amtsstellen aus eine Ausgabe binzuweisen, aus die sie sich geschlagene elf Monate vollständig hätten vorbereiten können! Die Entstehung der englisch- russischen Entente vonl907 Von Dr. G u st a o Roloss, orb. Professor ber Geschichte an der Universität Gießen. Je mehr über die Beziehungen zwischen den Großmächten bekannt wird, desto deutlicher wird es, daß feit dem Schluß des 19. Jahrhunderts England die treibende Kraft bei allen internationalen Veränderungen gewesen ist. Nachdem es um 1898 die Politik bcr „glänzenden Vereinzelung" (splendid isolation) aufgegeben hatte, strebte es zuerst eine Verstänbigung mit Deutschlonb an, um gemeinsam mit ihm alle Weltfragen — vornehmlich in Dftafien, im nahen Orient unb in Afrika — zu lösen. Da aber Deutschland im Jahre 1901 ablehnte, weil nach bcr Ueberzeugung bes Reichskanzlers Bülow ein derartiges deutsch-englisches Bündnis ben Festlandfriedcn gefährden unb insbefonbere bas Verhältnis zu Ruß- lanb, bas ihm wichtiger als bas zu Englanb erschien, stören müsse, roanbte sich bie Lonboner Regierung an Frankreich, mit bem sie balb bas bekannte Mo- rottoabtommen abschloß (8. April 1904). Gleichzeitig suchte sie einen entfpredjenben Vertrag mit Ruß- lanb zu schließen, um Deutschlanb überall vor neue vollzogene Tatsachen zu stellen. Wie biese Annäherung zwischen „Bär unb Walfisch" zustanbe kam, erfahren wir jetzt aus ber Fortsetzung ber Ver- öffentlidjung bes Auswärtigen Amtes über bie „Große Politik ber europäischen Kabinette von 1871 bis 1914" (Banb 19—25 (Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik unb Geschichte, 'Berlin W 8|). Zwar bie letzten Geheimnisse ber englischen unb russischen Politik 'fönnen uns bie deutschen Akten nicht enthüllen, aber in großen Zügen können wir bie Vorgänge verfolgen unb vor allem ein klares Bilb von ber Haltung ber beutschen Regierung gewinnen. Schon währenb England noch mit Frankreich über Marokko unb Aegypten verhanbelte, suchte es auch mit Rußlonb über China, Tibet, Persien unb Afghanistan Fühlung zu nehmen, fanb aber keine Gegenliebe, ba Rußlanb, noch im Vollbesitz seiner Macht, weber an eine Einschränkung seiner Expansion am Gelben Meere noch in ben Vorländern Jnbiens buchte. Der japanische Krieg unb bie Revolution brachten bie Wendung: Die russische Regierung, sagte Harbinge, ber englische Gesandte in Petersburg, sei nach bem Frieden von Portsmouth (August 1905) weit zugänglicher und weicher als früher. In Peking konnte sie selbstverständlich nach der Niederlage in der Mandschurei ihre Stellung nicht aufrechterhalten, Tibet entzog sich ihr ganz unb in Afghanistan und Persien hatte sich ber Respekt vor den russischen Waffen ebenfalls vermindert, so daß hier ein Zusammenarbeiten mit England angezeigt war. In Berlin verfolgte man diese Versuche mit Aufmerksamkeit, namentlich als Iswolsky, dessen englandfreundliche Gesinnung bekannt war, zum Minister des Auswärtigen ernannt wurde. Insbesondere war der Kaiser mißtrauisch unb sah in einem eng- lisch-russischen Einverständnis eine Gefahr für bas Deutsche Reich, aber er wie Bülow waren entschlossen, bie Verhandlungen nicht« zu burchkreuzen, weil ein solcher Versuch nutzlos sein werbe. Solange bie beiben Mächte über ausschließlich englisch-rus- sische Interessen verhandelten, könnte, meinte Bülow, sogar bie Beseitigung von Reibungsflächen bem allgemeinen Frieden bienen, aber, gab er in Petersburg zu verstehen: „Wir erwarten, baß bie russische Regierung in Fragen, welche deutsche Interessen berühren, nicht ohne unser Zutun entscheibet und uns nicht vor ein fait accompli stellt. Als eine solche Frage betrachten wir bie Bagbadbahn." (Mai 1906.) Durch diese offene freundschaftliche Erklärung hoffte Bülow die guten Beziehungen zu Rußland zu erhalten und zugleich zu verhindern, daß fremde Mächte, wie zwei Jahre zuvor in Marokko, über bie Rechte Deutschlands Hinwegschritten. Bei ben verwirrten Zuständen in Rußland gingen die Verhandlungen zunächst langsam voran. Aber für die Annäherung arbeitete nicht nur die Diplomatie, sondern auch bie Presse. Die russischen Zeitungen, voran bie „Nowoje Wremja", besprachen läuft eben erst in unseren Tagen bie Frist ab, bie sein Werk brauchte, um in bie Linie berer hinein- zuwachsen, denen in ber Kunstgeschichte niemanb mehr ben Platz streitig machen bars. Damit ist jedoch nur ber Rang feines Gesamtwertes für bie kommenden Zeiten festgelegt, ohne daß diese im übrigen gezwungen werden konnten, sich ihr individuelles Verhältnis zu den Werken als solchen vorschreiben zu lassen. Das ergibt sich ohne Zutun aus den herrschenden Umständen (Daseinsbedingungen). Wir können — müssen! — die üppig glanzvollen Malereien galant-höfischer Epochen obiettio bewundern. Wir können uns in das Milieu der Renaissancepäpste, in die Atmosvnäre der französischen Ludwige und den Charakter ihrer Zeitalter versetzen. Wir können den Geist, der die ihrer Zeit entstammenden Werke erfüllt, weil er sie ermöglichte, vielleicht bedingte, nach- empfinben. Die Werke haben uns dann gewiß viel zu sagen. Aber es wird in der Hauptsache eben doch ein „sagen", d. h. ein „mitteilen" bleiben. Im Sinne unmittelbarer, zwingender Einwirkung zu geben werden sie uns in der Mehrzahl nichts vermögen. Elementar in unserm Tiefsten packen, in unferm Innersten aufrütteln werden sie uns nicht. Dazu ist uns der Sinn für jenes Verhältnis zu den Dingen zu sehr abhanden gekommen. (Allerdings kann jenes „mitteilen" zuweilen ein so starkes Erleben auslösen, daß mancher an ursprüngliches Aufgewühlt- fein glaubt.) Wieviel mehr haben uns do bie weniger bombastischen, sonbern „nur" lebensbejahenden Niederländer zu geben: Dftabe, Jan Steen usw. Und zwar deshalb, — auch Gegensätzlichkeiten spielen hierbei oft eine Rolle —, weil durch unsere mannigfache Bedrückung und Entbehrung ein Sehnen nach jener zuweilen derben, immer aber in ihren Wurzeln gesunden, ungekünstelten Daseinsauftassung rumort. Wie ja auch unsere Jahrzehnte ber 5rieb- Samstag, 15. August 1925 eifrig bie Möglichkeit eines Abkommens, unb wenn sie auch cm gewisses Mißtrauen gegen E nglond, den langjährigen Widersacher, nichi verhehlten, so wiesen sie doch gleichzeitig daraus hin, wo man sich om besten einigen könne: sie bradjtcn allerlei Eingriffe gegen den Einfluß Deutschlands im Orient, insbesondere gegen bie Bagbabbahn. Deutschlanbs wirtschaftliche unb politische Stellung hier sei nicht mit ben Rechten bcr onberen Mächte vereinbar. Das hieß allo; Wenn England bereit ist, mit Ruß- lanb gegen Deutschland im Orient vorzugehen, steht Rußland zur Verfügung. Daß diese Idee der Anschauung bcr russischen Regierung entsprach, ist zweifellos. Sie mußte nach neuen auswärtigen Erfolgen streben, um das in den letzten Jahren verlorene Ansehen wiederzugewinnen, und dazu gab es kein besseres Feld als den Orient, bas alte Ziel des nationalen russischcit Ehrgeizes. Diese auf Ver- änberung zielenbe Politik mußte sich gegen Deutschlanb richten, bas gerabe burch bie Bagbabbahn unb anberc wirtschaftliche Unternehmungen nach Äon- folibierung ber orientalischen Verhältnisse strebte. Aber bcr englischen unb russischen Presst stauben noch anberc Argumente zu Gebote: sie behaupteten, cm Bündnis mit England, bem liberalen Musterstaat, werbe bie neuen konstitutionellen Einrichtungen in Rußland sichern, während ein Bündnis mit Deutschland den reaktionären Einfluß des Kaisers auf ben Zaren stärken werbe. So falsch bie Vorstellung von der antikonstituticmeUen Beeinflussung des Zaren durch den Kaiser war, sie faßte doch Wurzel und hals die Antipathie in Rußland gegen England überwinden. Indessen auch damit waren Englands Mittel noch nicht erschöpft: als Rußland mit Japan über einige Ausführungsbestimmungen des Friedens, wie über einen Handelsvertrag und die Fischcreircchtc in den ostasiatischen Gewässern verhandelte, stand England den Japanern im stillen zur Seite, so daß Iswolsky schon einen neuen japanischen Krieg befürchtet, unb um ihn zu oerhinbern, bie Annäherung an England noch stärker betrieb. Neben der Peitsche fehlte das Zuckerbrot nicht: Als ein kleines russisches Geschwader den Hafen von Portsmouth berührte, wurde auf speziellen Wunsch König Eduards eine Deputation russischer Offiziere und Mannschaften nach London eingeladen unb burch Begrüßung burch bie höchsten Würbenträger in auffollenber Weise gefeiert. So brängten auf beiben Seiten starke Einflüsse zum Abschluß einer Konvention. Bereits im September 1906 beobachtete ber beutsche Bolscha ter in Petersburg einen wesentlichen Fortschritt in ben Verhanblungen, ba Iswolsky verbot, bie engli che Politik in Persien) bem Hauptobjekt ber Besprechungen, wie bisher zu bekämpfen, unb wenn bcr Abschluß auch fast nod) ein Jahr (bis zum 31.21ug. 1907) auf fi(h warten ließ, so hatte boch niemand mehr einen Zweifel am Zustandekommen. Wie de- lannt, gab Rußland seine Hoffnungen in Tibet unb Afghanistan preis, währenb Persien in eine englische und eine russische Zone, getrennt durch einen neutralen Abschnitt, zerlegt wurde. Der Wortlaut des Abkommens war nicht aggressiv, wohl aber ber Geist, in bem es geschlossen war: Englanb, setzt nach der russischen Seite beruhigt, erstrebte jetzt über öübinbien, Mesopotamien unb Syrien eine Ver- binbung zwischen Jnbien unb Aegypten, um die Bedeutung bcr Bagbabbahn zu verringern unb bas arabische Element von bem türkischen zu trennen. Unb wie sehr das Abkommen sich speziell gegen Deutschland richtete, sprach einige Jahre fpäi Graf Bcnckendorff, ber russische Botschafter in London, im vertrauten Kreise offen aus: Es habe bie Aufgabe, Deutschlanbs Einfluß in ber Türkei zu hemmen unb seine Ausbreitung in Persien zu oerhinbern. Die defensive unb vorsichtige Politik ber deutschen Regierung hatte also in London und Petersburg keinen Widerhall gefunden. In der Tat standen der deutschen Politik in Persien wie in Kleinasien neue Schwierigkeiten bevor. ________________ Turnen, Sport und Spiel. Die Hermannsfeier der deutschen Turnerschaft. $ Wuchtig ragt bas Hermannsdenkmal bei Detmold ins Westfalenland, um kommenden Geschlechtern von einem gewaltigen Recken zu künden, wie ihn das Schicksal bem beutschen Volke nicht oft im Laufe ber Jahrhunberte beschert. Der Erinnerung an biese beutsche Großtat würbe 1875 bas Hcr - mannsbenfmal bei Detmolb geweiht, bas vor 50 Jahren nach langer Mühe von seinem Schöpfer Bandel errichtet werden konnte. Ein Mahnruf sollte es sein unb für alle Zeiten bleiben für das deutsche Volk, um es daraus hinzuweisen, daß nur in der Einigkeit seine Stärke liege. Es war daher ein glücklicher Gedanke, wenn die Deutsche Turnerschaft. mit 1,7 Millionen Mitglieder der größte deutsche Verband für Leibesübungen, be- lofigteit und des Lärms bie geruhige, still beschauliche Romantik der Blechen, C D. Friedrich und PH. O. Runge zu neuem Leben erwecken sollten. Von — nicht zu unterschätzender — praktischer Bedeutung sind diese Tatsachen in erster Linie für die Künstler unb, wie schon eingangs erwähnt, für Sammlungen. So schmerzlich oft bie Enttäuschun- gen der Künstler, so teuer zu bezahlen oft später bie Berfäumniffe ber Sammlungen sinb, bie ihren Grunb in bem bebächtigen Tempo ber Entwicklung haben, — für ben nach höheren Gesichtspunkten Strebenben liegt in all bem boch auch eine schone Gewißheit. Die nämlich, baß bas wirklich Große, bas künstlerisch Echte sich, wenn seine Zeit erfüllt ist, immer burchsetzen wird! Der Palast des Tutanchamon. lieber ben bei ben Ausgrabungen in Mittelägypten jetzt freigelegten Palast bes ägyptischen Königs Tutcmchamon, besten Grabmal man erst im Vorjahre gefunben hatte, berichtet bie ägyp. tische Fvrschungsgesellschaft, daß ber Palast noch außerorbentlich gut erhalten ist unb im Lause bie- fes Jahres voraussichtlich vollständig freigelegt wer- ben wirb. Nach bort vorgefunbenen Dokumenten ist ber genannte Palast im Laufe von 25 Jahren gebaut worben, was für bas alte Aegypten einen Rekord bargestellt haben muß. Tutanchamon selbst hat in bem Palast, ber aus gebrannten Ziegeln her- gestellt ist, über zwanzig Jahre gewohnt zusammen mit seinem Schwiegervater währenb ber Zeit, als er als Abtrünniger außerhalb ber SReligionsgetneta« schäft lebte. Der Palast liegt siebenhundert eng« tische Meilen von Luxor entfernt. Die amerikani« sechn Finanziers der ägyptischen Forschungsgestll« lchast tragen sich mit bem Plan, den Palast voll« ständig wieder aufzubauen, ‘Verkauf' c. MS 331 BRILLANT FABRIK-MARKE Eine große Partie zurückgesetzter Tapeten ganz besonders billig Tapeten Alle Neuheiten in reichster Auswahl Tekko und Salubra die lichtechte und abwaschbare Wandbekleidung 7780a Linoleum und Triolin Fußbodenbelag in allen Farben u. 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Neben einer Reche geschäftlicher Fragen, die zur Erledigung.stehen, ist aus der Tagesordnung heroorzuheben ein Dortrag des durch seine Arbeit auf dem Gebiet der Jugendpflege im Hessenland rühmlichst bekannten Pfarrers Kornemann von Ulrichstein, der vor den Geistlichen und weltlichen Abgeordneten über das aktuelle Thema referieren wird: Welche Aufgaben stellt an unsere Kirchenaemeinden die neue Gesetzgebung betreffend Jugendfürsorge und Wohlfahrtspflege? Gießener Wochenmarktpreise. vorn 15. August. Cs wurden bezahlt für das Pfund: Butter 200 bis 220, Käse 65, Matte 35 bis 40, Wirsing 25, Weißkraut 15, Notkraut 30, Noterüben 15, Gelberüben 20 bis 30, Nhabarber 15, Tomaten 30, Pilze 35, Römischkohl 15, Bohnen 25, Erbsen 35, Kartoffeln 6, Reineilauden 50, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Tauben 80, Brombeeren 50, Heidelbeeren 60, Weintrauben 70, Honig 35; das Stück: Blumenkohl 10 bis 120, Salatgurken 25 bis 30, Einmachgurken 3 bis 5, Rettich 10 bis 15, Oberkohlrabi 10 bis 15, Salat 10 bis 15, Endivien 20; d. Dd. Radieschen 20, Eier 14 bis 15. Amtsgericht Gießen. Gießen, 12. Aug. Einen etwas unerwarteten Ausgang nahm eine Privatklage, die eine Frau aus Großen-Duseck gegen eine Nachbarin wegen Beleidigung angestrengt hatte. Sie behauptete in der Anklageschrift, die Nachbarin habe sie „dumme Eule" genannt. 3rt der Haupt- verhandlung stellte sich jedoch heraus, daß nicht die Nachbarin, sondern deren Tochter diesen Ausdruck gebraucht haben soll. Darauf behauptete die Privatklägerin, die Angeklagte habe sie auch „Geschirr" genannt. Später erklärte sie jedoch, mit dem Ausdruck „Geschirr" habe die Angeklagte den Sohn der Privatklägerin gemeint. Bei dieser Sachlage blieb der Letzteren nichts anderes übrig, als ihre Klage zurückzunehmen. Dies hat zur Folge, daß sie auch alle Kosten tragen muh. — Ein hiesiger Rechtsanwalt hatte die Frau eines Kohlenhändlers, die ihn in öffentlicher Gerichtssitzung beleidigt hatte, verklagt. Die Angeklagte nahm die gefallenen Beleidigungen mit Bedauern zurück und übernahm die Kosten. Spielplan der FranksnrLe.r Theater. Opernhaus. Sonntag, 16. Aug.: Carmen. Montag, 17. Aug.: Susannens Geheimnis. (Don unserer Tausendeinhundertjahrfeier in Seligenstadt. In dem hessischen Städtchen Seligen st adt am Main haben in Geaenwart zahlreicher hoher Würdenträger der katholischen Kirche die Feiern aus Anlaß der vor 1100 Jahren erfolgten Gründung der Benediktinerabtei und der Kirche begonnen. Seligenstadt ist eine Gründung Einhards, des Biographen Karls des Großen, der um 770 geboren ist, im Kloster Fulda erzogen wurde und von da an den Hof des Kaisers kam, dessen Vertrauen er sich nicht allein durch seine Klugheit und Gelehrsamkeit, sondern als Kanzler durch Rechtlichkeit und Treue in hohem Grade erwarb. Einhards Lebensbeschreibung Karls des Großen lehnt sich zwar eng an antike Vorbilder an, ist auch nicht, nach heutigem Maßstab gemessen, in allem zuverlässig, aber sie zählt zu den bedeutendsten historischen Denkmalen der mittelalterlichen Geschichtsschreibung. Nach dem Tode des Kaisers, seines Gönners, zu der Zeit, als er dessen Biographie verfaßte, zog er sich zunächst nach M i ch e l st a d t im Odenwald zurück und gründete in dessen Nähe ein Kloster, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte. Das im altchristlichen Basilikenstil errichtete Kloster liegt heute noch bei dem Dorfe Steinbach. Es ist unter dem Namen Einhard-Basilika bekannt und ist von großer Bedeutung für die Kenntnis der Architektur der Karolingerzeit. G. Schäfer in Darmstadt hat 1874 das Bauwerk als eine Schöpfung Einhards wiederentdeckt. Nach einer Legende soll Einhard durch einen Traum veranlaßt worden sein, am Main bei dem heutigen Seligenstadt ein Kloster zu gründen. Es ist dies zweifellos eine Erfindung späterer Zeit; die meisten Klostergründungen werden nach solchen Erzählungen Träumen oder Wundern zugeschrieben. Einhard wurde Abt des Klosters, wahrscheinlich ohne Geistlicher geworden zu sein. Er starb im Jahre 840. Seine Klostergründung war Jahrhunderte hindurch von großer Bedeutung und gehörte zu Sur« mainz. Im Jahre 1802 wurde das Kloster säkularisiert und bald darauf ganz aufgehoben. Bei Seligenstadt befinden sich auch noch die Reste einer Kaiserpfalz. Die Sage führt die Gründung von Seligenstadt auf Karl den Großen zurück. Danach soll Einhard (Eginhard) die Tochter Emma des Kaisers gegen besten Willen geheiratet haben. Der Kaiser habe seine Tochter venrstoßen, aber seine Tat bereut ugd sie erst nach langem Suchen, als er auf der Jagd war, zufällig bei Seligenstadt wiedergefunden mnb sich mit ihr ausgesöhnt. Aus Freude hierüber soll er dem Ort den Namen Seligenstadt gegeben Hoben. Die Sage, die erst im 12. Jahrhundert in der Lorscher Chronik auftaucht, ist mehrfach überliefert und später öfters dichterisch behandelt worden. In Wirklichkeit hat der Ort, der ursprünglich Ober« Redaktion.» Mühlheim hieß, seinen Namen von den Reliquien der Abtei, den Gebeinen der Heiligen oder Seligen Marcellinus und Petrus, die aus Veranlassung Einhards dorthin gebracht waren, erhalten; auch war Einhards Gemahlin Emma (Jmma) keine Tochter Karls des Großen, sondern eine Schwester des Bischofs Bernhard von Worms. Die Sage hat wahrscheinlich den Geschichtschreiber Einhard mit dem am Hofe Karls des Großen lebenden Dichter Angilbert verwechselt und Jmma mit einer Tochter des Kaisers, die aber Bertha hieß, und heimlich mit diesem vermählt war. Ihr Sohn war der Geschichtsschreiber Nithard. Von Einhard leiten die Grafen von Erbach ihren Ursprung her, freilich ohne jeden historischen Beweis. 700 Jahre Oppenheim. Die Stadt Oppenheim in Rheinhessen feiert in diesen Sagen ihr 700jähr iges De- st e h e n als Stadt. Sie blickt also nicht auf das Alter der Römerstädte am Rhein zurück, aber sie ist wohl schon in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten entstanden. Wahrscheinlich ist der Ort eine Klostergründung. Zuerst wird Oppenheim als Dors im Jahre 764 im Lorcher ilr» kundenbuch erwähnt, bann wird es 774 urkundlich als Billa Karls des Großen bezeichnet. 2m Jahre 1008 verlieh Kaiser Heinrich II. dem Orte Marktrecht. 3n ber Ebene vor ber Stadt wurde im Jahre 1024 Konrad II. zum Kaiser gewählt. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts kam Oppenheim aus dem Lehensverhältnis wieder in kaiserlichen Besitz, erhielt 1225 durch Kaiser Friedrich II. Stadtrechte und wurde später befestigt. 3n den folgenden Jahrhunderten war Oppenheim eine ber bedeutendsten Reichsstädte am Rhein, wurde indessen 1402 an diePfalzver- psä ndet und Kaiser Ruprecht ist dort im Zähre 1410 gestorben. Mehrere Jahrhunderte gehörte die Stadt der Pfalz und hatte an deren schwerem Schicksal Anteil. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Oppenheim im Jahre 1620 von den Spaniern besetzt und 1631 von den Schweden unter Gustav Adolf nach harter Belagerung eingenommen. Die Erinnerung an dieses Ereignis wird noch heute durch die auf Befehl Gustav Adolfs errichtete Schwebensäule auf dem jenseitigen Rheinufer bei Erfelden wachgehalten. 3m pfälzischen Erbschaftskrieg unter dem französischen König Ludwig XIV. wurde Oppenheim durch Melac so gründlich zerstört, daß es seitdem seine frühere Bedeutung nicht wieder erlangt hat. Damals (1689) sank auch die über ber Stadt stehende Burg Landskron in Trümmer; nur noch wenige Reste sind heute davon vorhanden. Ein hochragender Zeuge ber früheren Gröhe Oppenheims ist die K a t h a r i n e n k i r ch e, die Hessische Stobtjubiläen Darmstädter Hu.«.arr,. <-LupcciwStrauß. Zum Schluß: Gianni Schicchi. Dienstag, 18.: Rigoletto. Mittwoch, 19.: Die Fledermaus. Donnerstag, 20.: Die Hugenotten. Freitag, 21.: Der Freischütz. Samstag, 22.: 3ntermezzo. Sonntag. 23.: LoHontz rin. — Schauspielhaus. Dis Samstag, den 29. August, geschlossen. Ans dem AmtsvrrkiiudigunaHblntt. •* Das Amtsverkündigungsblati Tir. 65 vom 14. August enthält: Nachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entsprechenden Polizei- verordnungen ber Gemeinden Beuern. Harbach, Klein-Linden, Lumda, Mainzlar und Trohe. Gebühren im Verfahren vor dem Mieteinigungsamt. Straßensperre Großen-Linden—Lang-Göns. Die Dienstwohnungen der Lehrer. Feldbereinigung Rödgen. Rundfunk-Programm des frankfurter Tenders. (Aus ber ..Radio-Umschau".) Sonntag, 16. August: 8 bis 9 Ahr: Morgcnse.er, veranstaltet vom Wartburg-Verein E. V. 4 bis 5 Ahr:^Kinder- stunde, veranstaltet von der Märchentante. 5 bis 6 Ahr: Nachmittagskonzert de§ Hausorchesters: Die Oper der Woche. 7 bis 8 Ahr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Dolksb Ibung: Vortrag von Dr. Carl Gebhardt: „Deutschland und England" (anläßlich ber englisch-deutschen Sommerschule). 8.30 ilfjv: Russische Musik im 19. 3ahrhundert. Anschließend: Nachrichtendienst. Wettermeldung, Sportfunkdienst. Ittonfag, 17. August: 3 Ahr: Wirtschaftsmeldungen: Bericht über Frankfurter Effektenbörse. 4 Ahr: Wetterbericht ber Gießener Wetterbienststelle. 4 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 llfjr: Nachrichtendienst. 4.25 Ahr. Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bis 6 Ahr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Wiener Lieder. 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ahr: Die Lesestunde (Die Novelle): „Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist. 7 Ahr: Wirtschastsineldungen. 7 bis 7.30 Ahr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Vortrag von Dr. P. Lertes: „Das Spektrum ber elektromagnetischen Wellen". 7.30 bis 8 Ahr: Aebertragung von Kassel: Stunde ber Stadt Kassel. 8 bis 8.30 Ahr: Englischer Anterricht, erteilt von Paul Olbrich, ©tubienrat an ber Musterschule. 8.30 bis 9.30 Ahr: Sinfoniekonzert: Concerto grosso Nr. 3 in 8-Dur von G. F. Händel. 2. Zwei Arien au8 der Oper „3ulius Cäsar" von G. F. Händel. 3. „Aus Holbergs Zeit", Suite für Streichorchester. op. 40 von E. ©rieg. Musikalische Leitung: Dr. Ludwig Rotienberg, Erster Kapellmeister des FrankfurterOpemhauses. Ausführung: Das Orchester des Frankfurter Opernhauses. Mitwirkung: Frl. Betty Mergler (Alt) vom Frankfurter Opernhaus. 9.30 Ahr: Nachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Ahr: Spätankündi- gung: „Paul Whiteman!" 9.45 Ahr: Sportfunkdienst. 10 bis 11 Ahr: Aebertragung von Kassel. fielrflflerRauh.Ä" Stahlwareniabrik und Versandhaus Versand direkt an Private DaenlbeiirtlOi llr lede Familie ist tue Haar- und Barisciipetaeflaasetune „Hanicnr no. 3425 mit knusprigen Makronen Der reine Mandelduft und der zarte Marzipan- gescHmack machen diesen Pudding zum Liebling aller Feinschmecker und zu einem wirklichen MON DAM IN-FEIN KOST-PU ÖDING Sonntagsdienstd.Aerzte u.Älvotbeken am 16.8.25: Frl. Dr. Gürtler. Dr. Steinreick». Engelavotheke. Zabnarzt: Dr. Gonter, Blockstraße । -.«. 1 1 . ii i f ..eesae Telephon: Aschaffenburg 1043. Goldbacher Straße 41. TO“a Hierfür Hotels, Restaurants, Metzgereien, I Niederlagen, Konditoreien usw, Mit und ohne Eis-Erzeugung. - Erstklassige Ausführung. — Einfache Bauart - Leichte Bedienung. - Lieferung ab Lager. General-Vertreter: A. 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Gabby studierte indessen das Dach noch näher es war aus irgendeiner Art flunftgla». in Fenster eingeteilt, von denen jedes die Größe einer gewöhnlichen Dachlucke hatte Wahrend Gabby dies altes beobachteic. ereignete sich etwas auf dem Boden des Luftschachtes, eine der Lucken wurde von innen geoffnie, vermutlich der Ventilation halber. Dadurch war also eine direkte Öffnung zur Fabrik hinab entstanden, oder was es war. Gabby unterließ nicht, die» kleine Ereignis auf die einzige, ihr zu (Gebote stehende Weise au.-;u- nutzen. Sie schrie, so laut und so lange sie nur konnte. Aber mae half es? Es kam keine andere Antwort als dos Dröhnen der Maschinen dort unten, die für jene, die sich in deren Röhe befanden, gewiß einen ohrenbetäubenden Lärm machten. Es mußte eine Druckerei oder chemigraphifche Anstalt fein, dachte sie und sah sich zum uvan- zigstenmale ratlos im Zimmer um. Jetzt mußte sie etwas unternehmen. Ihr ganze» Schicksal hing vielleicht von diesen Sekunden ab. Die Ventilation konnte jeden Augenblick wieder geschlossen werden. Sie mußte in aller Schnelligkeit ein Mittel finben, sich mit den Leuten unten in Verbindung zu setzen. Ihr Blick streifte eine halbe Sekunde zerstreut die Champagnerslaschen im Eiskübel und dann die Jalousien im Fenster. Ganz unbewußt kombinierte sie diese Gegenstände. Dann aber stand der Plan klar in ihrem unter Hochdruck arbeitenden Hirn. Sie mußte sich auf eine Stuhllehne setzen und laut auflachen. Jetzt war die Sache vollkommen klar. Rasch wurden die Schnüre aus den Jalousien gerissen, zusammengebunden hatten sie eine Länge von ungefähr acht Metern An einem Ende der Schnur ujurbe eine Champagnerflafche befestigt und sodann durch da» Fenster hinabgelassen. Heureka! (Fortsetzung folgt.) ......-......——————.......................—----------- Statt starten Paula Stiefel Josef Wassermann Verlobte Birklar b. Lich Neuyork (U S A.) Neuyork (U.5.3.) ”*6D Statt statten Ihre am heutigen Tage stattgefunbene Vermählung beehren sich anzuzeigen August Haas, Kaufmann und Frau Manschen geb. Schäfer Gießen (Ludwigstr. 21), 15. August 1925 r Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Dr. med. Kurt Frey und Frau Trudel geb. Heerig : staffel, den 15. August 1925 ”«d i M-Moiip ===== Teilzahlung! Lindenplatz 1 Lindenplatz 1 7732a i;at, jetzt enttäuscht zu fein. k> bin ich es Denn ich war schon sicher, öic verschmähte Schöne nachhause begleiten und ihre Tränen trocknen zu dürfen. Du dagegen ....." Für Malverte war es gut. daß Fcllivs für feinen Spott fein Ohr hatte. Er rafte wütend durch die ganze Wohnung und drehte überall die Schalter auf. Bald erstrahlten die Zensier des Bankiers, so alS ob es hinter ihnen ein großes fieft gebe. Das Ergebnis blieb aber ein negatives. War das Mädchen aus den geheimen Mechanismus der beiden Schiebetüren gekommen, so war es natürlich keine Zauberei mehr, das Patentschlvh an der Bortüre zu öffnen. Das Zimmermädchen faß, so wie ihr befohlen worden war, still in ihrem Zimmer. Sie hatte weder etwas gehört noch gesehen 2Us FellipS in den Salon wieder zurückkam, stand dort Malvette. den Hut in der Hand, bereit zu gehen. Er lächelte mit einer Ironie, die leinen Gastgeber geehrt hätte, wenn dieser nicht jeder Spur seiner gewohnten Hebcrlegenfceil beraubt gewesen wäre. Herrn Malvette schien es. als ob er ganz hilflos aussehe, llnö das belustigte ihn. „Du scheinst dich bezüglich der Zudringlichkeit des Mädchens geirrt zu haben." sagte er höhnisch, ..damit du mich aber nicht des Gleichen beschuldigen kannst, erlaube ich mir, dir gute Nacht zu sagen. Schlafe süß, lieber FelllpS." Der Bankier ging in fein Zimmer zurück! und machte sich an die Untersuchung der Schiebetüren. Er fühlte sich jetzt ganz nüchtern, und er hätte sich dem Teufel verschrieben, um Klarheit über diese ganze Sache zu gewinnen. Arn Mechanismus selbst war kein Fehler, Übrigens war eß ganz ausgeschlossen, ihn zu entdecken. Aber sieh da! Bon der Wandverkleidung, die die Sperrhaken verbarg, war ein Stück abgeschraubt. Ging denn das Mädchen mit einem Schraubenzieher in der Tasche herum? Denn mit einem anderen Werkzeug hatte man diese starken Schrauben nicht entfernen können. Olein, Gabby ging nicht mit einem Schraubenzieher in der Tasche herum. Dicht einmal ein kleines Taschenmesser hatte sie bei sich.--- Fast in dem »eiben Augenblick, da der Bankier die Tür ins Schloß geworsen hatte, gewann Gabbv wieder ihre Beiinnung und sah gleichzeitig klar, welche Gesahr sie bedrohte Sie beschloß. kaltblütig ihre ganze Erfindungsgabe und eventuell auch alle ihre physischen Kräfte ein» zu sehen, um dieses Gefängnis zu sprengen. Bevor der Morgen anbrach, mußte sie entwichen fein. Gut. die Türen hatten einen geheimen Mechanismus, aber deswegen war es doch keine Zette mit meterdicken Mauern und einer nur zwei Ouadratdezimeter großen Oeffnung im Plafond. Es war doch auf alle Fälle nur ein gewöhnliches Wohnzimmer in einem gewöhnlichen Wohnhaus, in dem gewöhnliche, normale Menschen hin und her gingen, nur einige Meter weit entfernt, unten im Hof ober auf der Straße. Es müßte doch mit dem Teufel augehen. wenn man aus einem gewöhnlichen Wohnzimmer, und wäre es auch das des Herrn Fettips, nicht ins Freie kommen konnte. Methodisch und ruhig begann sie die Wege zu prüfen, die sich ihr bieten konnten. Zuerst bei der Tur. Es war eine ganz gewöhnliche Schiebetür mit einer Schnalle aus gehämmertem Äupfer. Don einem Schloß oder einem Riegel fand sich keine Spur. Sie ging weiter und untersuchte Zoll für Zoll die nächste Umgebung der Tür. In der Wandverkleidung gab es ein paar Schrauben, die möglicherweise mit dem geheimen Schloß in Zusammenhang stehen konnten. Sonst hätte man sich deren Vorhandensein nicht erklären können. Run, das beste war, das Zimmer weiter zu prüfen. Die Untersuchung der Wände ergab ein negatives Resultat. Dann war es das Fenster, auf das Gabby eine schwache, sehr schwache Hoffnung setzte. Aber auch hier schien die Sache aussichtslos. Das Fenster ging auf einen Luftschacht hinaus, etwa sechs Meter im Durchmesser. Auf den übrigen drei Seiten erhoben sich die typischen, unzugänglichen Feuermauern. Plötzlich machte Gabby eine Entdeckung: die Tiefe dieses Schachtes war ganz bestimmt geringer, als die Höhe der Wohnung von der Straße aus. Bei näherer Prüfung fand sie, daß der Boden des Lustschachtes aus dem Dach irgendeiner Fabrik oder Werkstätte bestand, aus der man deutlich den me- Sofas von Mir. HO.— an Polstermöbelhaus stcin Laden! A. Wehrheim, Gießen Löberstratze 17 Klubmöbel von Mir. 130.— an Polstermöbelhaus stein Haben! 2l. Wehrheim, (Liehen Löberstratze 17 Komplette Betten von Mir. 110.— an Polstermöbelhaus Rein Gaben! A. Wehrheim, Bietzen Löberstratze 17 69881) Fräulein Fod. Roman von Anders G j e. 45. Fortsetzung fRachdruck verboten.) Ql ad) wenigen Minuten drehte sich der Schlüsse de» Bankier« im Schlotte feiner Dohnunastür. Malvette stand hinter ihm, zufrieden schmunzelnd. Die'es Abenteuer war ganz nach feinem Geschmack. Es machte doch überaus luftig fein, zu sehen, was daS Mädck'en für dne Miene machen würde, ha. ha. Er war neugierig, wie lie ihm gefallen würde, denn er war sehr wählerisch. Aber auf Felllps konnte man lich ja verlassen, er war ja. auch ein Feinschmecker Vielleicht würde er, Malvette, sie dann nachhause begleiten und trösten können. Bun, et hatte heute ja nichts Wichtige« mehr vor ..... Schon im Dorzimmer hatte Fettips trotz seiner animierten Stimmung, die doch fönst den Optimismus zu begünstigen pflegt, ein Gefühl, daß et'ra'* nicht in Ordnung war. Er rtß die Ca ontur auf und eilte in sein Zimmer, Malvette dicht aus oen Zersen. 2U(t> wirklich! War das nicht em Hotten- spuk! Beide Schiebetüren sperrangelweit offen! Der Bogel auSgeslogen, der Käsig leer. Herr Fellips mußte einige Minuten alle Kräfte fernes verdunkelten Bewußtseins anstrengen, um diese peinliche und ganz unerklärliche Tatsache sest- zustellen. Denn unerklärlich war sie. Sein Mechanismus, den außer ihm niemand handhaben konnte, sein Mechanismus, auf dessen Geheimnis man unmöglich kommen konnte! Er brach in endlose Flüche auf diese zudringliche Dame auS, die so rücksichtslos ihres Weges gegangen war. Malvette. der nicht so bezecht war. daß er nicht mehr logisch hätte denken können, sand Fellips' Aaserei unberechtigt und unlogisch. „Lieber Freund," sagte er, ..warum regst du dich so schrecklich auf? Du sagtest doch, daS Mädchen sei so zudringlich, daß du nicht wußtest, wie du es wieder los werden solltest. Du hast mich sogar von dem schönen Whisky im Klub weggelockt, damit du die Betreffende leichter fortbringen könntest. Wenn jemand daSBecht (Es labet ein: 7713V SIfluiete § FerdinandKreiling:„ZnmTreppchen" Wilhelm Rinn: „Hum Schwanen" Friedrich Bolkmann. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Gießener Freiw. Feuerwehr und Freiw. Gail'sche Feuerwehr Kontaf, den 17. Aneuet 1925, abends 8 Uhr: Hauptübung Antreten pünktlich 8 Ubr an den Gerätehäusem. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. 7649D Der stkdtlache Branddirektor. I. V.: F. Wenzel Einladung zur kWeiMElW am Sonntag, dem 16.u. Montag, dem 17. August. 7752D Sonntaag im drei, bo fei mr bebet 6fl[moaiööi5 werb, fachgemäß il preiswert gestimmt tu revar. Möerisx (Sietzen, VloMttIl Televhvn 2408. Anken! nbr. Rlaa u. Harmoniums llWtftnl! Also mein läiwer Fritz, eh mach m’r nur ka Witz - sonst bist d' roäi’n German un doch Kan Mann - sonst hast b’ om Sonntaag beu Wort gehale unn bich näit so hehmlich in den Siebche aestoahn. - Awer bis Sonntaag äis ni&s f mache - m'r gih noch Reiskirche, bo erlebst b e Kirmes - so hott br beu Motter noch naut gekocht: du host ja fit Kummer doch lenk näit gelacht. Mrr treäffe iis beim Backhaus, unn vo bo gihts grab aus noch Reiskirche in (Bonbroms Haus. Unn du bist ja boch firm, vergeß' näit bein Schirm. Woaff mer näit in br Jugend küsst, bebauert mer, wann mer aller is. Alsa bis Vaillants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle Installationsgeschäfte. lllustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos. Joh.Vaillant* Remscheid. l Koh- Anthrazit] len Unionbriketts Buchen- \ Brenn Fichten-1 holz Anmadhbolz Liefert bilL frei Haus. Carl Haas />, Frankfurter Str. 59. Telephon 1682. 4irc Chaiselongues von Mk. 55.— an Polstermöbelhaus Kem Laben! A. Wehrheim, (Biefeen Löberstratze 17 MWM! 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Insoweit die Steuerschuld nach dem Steuerbescheid für das Rechnungsjahr 1925 höher ist als die auf Grund des vorjährigen Bescheids vorläufig entrichteten Zahlungen, ist der Llnterschiedsbe- trag binnen zwei Wochen nach der Zustellung des Steuerbescheids für das' Rechnungsjahr 1925 nachzuentrichten. Im Falle nicht rechtzeitiger Zahlung erfolgt kostenpflichtige Mahnung und gegebenenfalls Beitreibung. Auch sind Verzugszuschläge nach dem für die Reichs- steuern gültigen Satze (halbmonatlich l°/0) zu entrichten. Schonfrist: eine Woche. Gießen, den 10. August 1925. _____ Finanzamt._____7610c Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde am 1. Juli 1925 bei der Firma Keram- chemie, Gesellschaft für Herstellung und Vertrieb keramischer und chemischer Produkte mit beschränkter Haftung, Andernach a. Rh., Zweigniederlassung in Gießen, folgendes eingetragen: Gemäß Beschluß derGesellschafterversammlungvom20.März 1925 ist das Stammkapital durch Um- stelluna auf 600 Reichsmark ermäßigt und die §§ 7, 8 des Gesellschaftsvertrags vom 11. November 1923 geändert. Gießen, den 13. August 1925. 7708B Hessische^ Amtsgericht. Bekanntmachung. Betr.: Die Viehmärkte in Gießen. Die für Dienstag den 18. und Mittwoch, den 19. August vorgesehenen Diehmärkte finden besttmmt statt. Gießen, den 15. August 1925. Der Oberbürgermeister. _______I. V.: Klingspor. 774OB Bekanntmachung. Die städtische Fuhrwerkswage in der Frankfurter Straße ist fertig gestellt. Die Wiederinbetriebnahme erfolgt am Montag, den 17. August 1925. Gießen, den 14. August 1925. Der Oberbürgermeister. _________I. V.: vr. Seib. 7739B SWklsleiWW. 8reitag,den21.AMßMGlW Kommen auf dem Selgenhof bei Ulrichstein ungefähr 60 vierzähnige Hammel und 20 fette Schafe zum Schlachten zum Verkauf. 77220 Selgenhof, den 12. August 1925. Gutsverwaltung Selgenhof. Richtpreise für Mahllöhne pro Zentner Bei Barlobn 1,50 Mk. Abzug an Schwund 5%. An Mehl sind 60 Psd., an Kleie 35 Pfd. zu liefern. 06692 Bei Mollern pro Zentner 15% Abzug mit Schwund. An Mehl sind 58 Psd., an Kleie 27 Pfd. zu liefern. Fuhrlohn ist mit einbegriffen. Sie fjefrütfien miitieriniiunaen. 3R M.WWW Einer hiesigen Einwohnerschaft sowie meinen Freunden und Bekannten hiermit die ergebene Nachricht, daß ich Anträge aus Lebens-, Feuer-, Glas, Einbruch-, Diebstahl-, Autokasko- Versicherungen jederzeit entgegennehme. Indem ich unter Zusicherung reeller Bedienung um eine wohlgeneigte Inanspruchnahme bitte, zeichne ich 06700 Jul. Bräutigam Weserstr. 10”. Sei her Augustwochi brdarss ein lungsmitiek ausweis do anlage um Während c Mill. Rrn. ausstehend Mil. 'Jtm. Aeichsnm an Lombai ieuilfe senk 2ombarMoi Der Sqi aus 2472,7 scheinen um gelangten a 'ungsmitteli die Bestänt von 1345 Die sre Millionen durch Ein, Die d Printer C jungen ) Jolle sür Mschen dc ^rast trete 1472,2 Mi verändc "nd 358,5 'Menbetfui eine Besser! ^rch Gold ^cheidemün Millionen ; Jnkra schenkte. j ^stunde । W frQt .äffens d, f'wrnung 9iCrnf "Morl ,unS5 an b M dir L?tUn! >.N W uni, fin, 3m iyo :4s fc stund' w Mer nw gebot an v äuherung tätigt«, td mit #' anderen J Gebiete d- wirkten. 2 nik-Ieriva Kesellschnst kauf- W fung g«y anscheine^ vorliegend ringening. doch betrach bisher M wesentlichen rungen gell Im Ai Stimmung lot'. W lv ausscht einiger 3 schreitende an dem st Die verhäi aus den Iinssahes dieser Do die Äachs Tagen ve wisse 2lai letzung de Häuser ein gung bes mit einer. Proz. bankaus Lage der ' Ansprüche. 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Die Phönix-Altien waren hierzu gerate deshalb geeignet. weil vor kurzem bereits ter veröffentlichte Prospekt in der Oefsentlichkeit lebhafte Kritik sand und wenig Aufschluß über die finanzielle Lage te* Unternehmens gab Da in diesem Papier nun jüngst verhältm»mäßig starkes An- gebot an den Markt gelangte, da- man aus Der- auherung von Borratsaktien zurückführte, betätigte sich die Ba isse- Gruppe, ausgiebig mit eigenen Abgaben von Phönix und anderen Montanaktien, die dann auf bic übrigen Gebiete ter Effektenbörse stark verstimmend ein- wirktcn. Leider haben die Erklärungen ter Phönix-Verwaltung. daß keine Dorratsaktien ter Gesellschaft verkauft seien oder demnächst ver- kaust werten, bisher nicht die gewünschte Wirkung gehabt. Der Pessimismus ter Börse erfährt anscheinend auch durch die jetzt wieder zahlreicher vorliegenten stimulierenden Momente keine Verringerung. denn e- ist auch nach den immerhin doch beträchtlichen Kursverlusten der letzten Zeit bisher nur zu ganz vorübergehenden und un- wesentlichen Rückkäufen und damit KurSbesse- rungen gekommen. 3m Augenblick scheint eS zwar, als wenn die Stimmung eine gewisse Besserung erfahren soll, denn die KurSentwicklung geht nicht mehr so ausschließlich nur nach unten, wie noch vor einiger Zeit. Hierzu dürfte wesentlich die fortschreitende Erleichterung am Geldmarkt beitragen, an dem jetzt eher die Geldgeber nicht ankommen. Die verhältnismäßig flüssige Lage ergibt sich auch auS den zweimal erfolgten Herabsetzungen des Zinssätze- für Privatdiskonten mit langer Sicht In dieser Woche Die Veranlassung hierzu war. daß die Rachfrage nach Privatdiskonten in chiesen Tagen verhältnismäßig rege war und eine gewisse Materialknappheit bestand. Die an der Festsetzung ter PrivatdiSkontnotiz beteiligten Bankhäuser einigten sich daher auf eine leichte Ermäßigung des geforderten Diskontes, der für Wechsel mit einer Laufzeit von 56 bis 90 Tagen zur Zeit Z»/8 Proz. beträgt. Auch ter neueste Reichs- bankausweis zeigt die Erleichterung der Lage ter Bank nach Ueberwindung der Ultimo- At^prüche Für den bevorstehenden Medio sind bei dieser Verfassung des offenen Geldmarktes Befürchtungen nicht mehr angebracht, er darf vielmehr als bereits überwunden gelten. Wenn zu dieser günstigeren Verfassung des Geldmarktes noch einige weitere erfreuliche Momente vorlägen, würde fix die Börse, wenigstens vorübergehend, die Voraussetzung einer besseren Tendenz auch der 2lktienkurse gegeben fein. verkehr war ft i 11. Holland konnte sich gegen London leicht befestigen (12,07)). Sonst waren überhaupt keine Veränderungen in den Wechselkursen 5U ver^ichnen. Die Reichsmark notierte in London 20,40, Paris 5,10, Amsterdam 59,15. Börsenkurse. Krank'an a.M Berlin ,örle Schiatz. Pur» &nu6i Miuaq Totmn: y/, Tnrflfit mtt®?anTrtte ♦U Xcnrldx SteichKanIethe 8'/?,V Deutsche gtncbvnnldbt VI. Ttntidjt Reich-Anleihe ItniidK epcnrramtenanltlbe <•,, l'rea6:ict? Sontoll 4°. Heften >•/»•/< tefien • ■ • l*/c Heß en - ■ • • Deutsche Utrtb Dollar-Anl. bro. l oll -Schav-Antrefsna-'l <•/» HoUtnrten......... 6*/« Selb Mexikaner • . < verlmcr HaodelSgeleMchatt toaimen* and Pnvat-Bank TcnnfL and Nanonaldank Deui'che Bant ..... Deutsche iberetnSbanl - - - DtSconio commanbtf - • TOeiaUbanf - - - ‘Dhttelbentfdie drebUbant Ccficrrtubtiax drcbitanflali Weübank ...... vowinner Satz .»»».- BnbeeuS .....* • . . Caro ....... Darti (b-Snpembnra ..... «elienttrchener Jcromerte . . Horvenrr $ergbuu ... Moliroerte älcbcrelebcn. . .. Balin»rf IBefteregeln. .... Hanrabuitt . ..... Cberbebart ....... «bonu Berg da» ...... WUcui lül,! ..... Rie treck 'Ikontan........ TelluS Bergbau ..... Hamburg-Amerika Paket. . . VtorbbtnrfcfiCT Llovd Lberamllchc Werke AldtN . . Zcmcunvcrt Heidelberg . . . Philivv Holzmann ..... ttnglo dont.-öaane . . ... Badische Anilin..... Lhemikchc Maver Slavt» .. Voidichmtdi .... EncSieimer dlectnrn .... Höchster Farbwerte ..... Holzverkohlung ....... mütgerLlverke......... SchetdeanstaU «Ng ElekkrUttätS-Sefelllchaft Buainann MalnkraiNoertr........ Schocken • • • Siemens k HalSI» ..... Adlcrwerke Äleya ..... Daimler Motor«. ...... Henliaenstaedt - . 'J.'tQinii............ Wlotorcnroetle Mannbelm fttanlfuna Arwanrren Äonierüenfabrif Brann • . . Metallgescllichast Sttmffmt. Bet- Union A-'iH. .... Schuhfabrik Hem - . ... Sichel Zellstoss Daldhof Zuckerfabrik Frankenthal . • Zuckerfabrik Waghäusel - - 13. 8. 14 8. 11. s. 14.8 U 145 '1.135 u 14 0.14 — 1 — 0.270 0. X — » 0.21 0 22» 2425 U.lNJ 0.48 > 0.49 u.475 0,115 ".115 1.1225 0.115 li 20 ".220 0.20 o.2l 0.27 — 0.31 0.32 0.265 — 0.25 0.22 ' 215 0.23 0,22 W.7a •9,75 91.75 91.75 34.15 94.05 91 91.3 5.8 . 90 5,75 5.9 32.5 32.5 — — 126 125 124,5 125,5 93.75 '3.-5 94 94.5 112.25 111.75 111.25 111 114 114.9 113 114,5 — to: .25 103.5 102.5 103.75 78 Tf| — 93 93 93 92.8 7.40 ;,5 .4 7.4 0.065 9.C65 0,055 0,55 - 59 55 2 58.25 37 38 37.25 38 1 37 37,5 37.5 37 5 7.5 56 56,25 36,25 49.25 8m 16,5 45.35 4 > 87 86,8 86,75 120 119 119.9 iro 135 — 19.70 19.75 31 32.5 31 32,13 35 31 35.25 37 62,62 SO 59.4 61 53.50 50 50,4 50.25 72 72,75 71,5 72.25 44 43 — — 45.25 46 47.25 45,75 45,75 46,25 46.5 .7 67,25 — — 51 51,5 50 51,62 • — 12 92 124 121 121.25 121.<5 0,4 0.4 — — 71,50 7 .25 70 70 115,25 114,75 113.9 113,9 115.75 113.112 115 114 4,55 4.7 — — 54,5 66,5 63,90 64 99 94,9 — — 94 25 92,75 93 93 68 — 68 68.9 SO 80 — — 53 53 51.90 53 73 73 70,7 5 70.5 19 18 48 48 39,5 39 39,5 40,13 30 30 — — 42 42 40.5 38 — 52 1 52 0,425 0.425 — — 0,75 0,75 — — 97 98 * — 65.5 65.6 65.75 65 35 35 ,38 38.25 21.75 22 20 20,75 8.7 8.9 9 9 4,25 0 — — 57 56,25 57,5 57 Reichsbankausweis. Bei der »eichsbank war während der ersten Augustwoche wie Üblich nach Abwicklung des Ultimobedarfs ein Nachlassen der Kredit- und Zah° lungsmittelanfprüche zu beobachten. Nach dem Bankausweis vom 7. d. M. nahm die gesamte Kapital- anlagc um 119,6 auf 1931,6 Mill. Reichsmark ab. Während an rediskontierten Wechseln nochmals 13,5 Mill. Rm. zur Bank zurückfloffen (als Summe der ausstehenden Rediskonten verbleiben danach 445,3 Mill. Rm.), wurden von privater Seite 96,6 Mill. Reichsmark an Wechfelkrediten und 36,4 Mill. Rm. an Lombardkrediten zurückgezahlt. Das Wechselporte, feuille senkte sich dadurch auf 1706,1 Mill. Rm., das Lombardkonto auf 23,8 Mill. Rm. Der Banknotenumlauf verminderte sich um 57,7 auf 2472,7 Mill. Rm., der Umlauf an Rentenbank- scheinen um 81,1 auf 1621,9 Mill. Rm. Im ganzen gelangten also 138,8 Mill. Rm. an papiernen Zah- lungsmitteln zur Reichsbank zurück. Dabei haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankfcheinen von 134,5 auf 215,5 Mill. Rm. erhöht. Die fremden Gelder der Bank wuchsen um 110,7 Millionen auf 810,4 Mill. Rrn. — im wesentlichen durch Eingänge bei den öffentlichen Guthaben. Die Gold- und Deckungsdevifen- b e ft ä n b c erscheinen in ihrem Gesamtbeträge — 1472,2 Mill. Rm. — gegenüber der Vorwoche u n - verändert, wovon 1113,7 Mill. Rm. auf Gold und 358,5 Mill. Rm. auf Devisen entfallen. Die Notendeckung durch Gold und Deckungsdevisen zeigt eine Besserung von 58,2 auf 59,5 Proz., die Deckung durch Gold hob sich von 43,6 auf 45 Proz. — Die Scheidemünzenbestände nahmen um 0,4 von 67,1 Millionen Reichsmark zu. Inkrafttreten der (Getreide und Mehlzölle. Wie ter „DHD." meldet, find dem Verein Berliner Getreide- und Produktenhändler Mitteilungen zugegangcn. wonach die Einfuhrzölle für Getreide und Mehl in der Zeit zwischen dem 29. August und 1. September in Kraft treten werten. Berliner Börse. B e r l i n, 14. Aug. Die B c r u h i g u n g hat sich nach dem freundlicheren Verlauf der gestrigen Börse heute fortgesetzt. Die Spekulation sah sich anfangs an den Aktienmärkten zu Deckungskäufen veranlaßt, die insgesamt eine allmähliche Weiter- führung der Kurs st eigerungen des Vortages zeigten. Allerdings hielten sich die anfänglichen Gewinnzuschläge der Kurse in engen Grenzen und meist unter 1 Proz., da man den Gerüchten über eine finanzielle Hilfe der Reichsbahn für den Kohlenbergbau wenig Glauben schenkte. Nachdem sich gegen Schluß der ersten Börsenstunde noch weiteres Kaufinteresse geltend gemacht hatte, trat bann nach Bekanntwerben bes Nichtzutreffens ber erwähnten Gerüchte wieder eine Verstimmung hervor, so daß sich die Tendenz schwankend gestaltete. Die Verfassung des Oelbmarf = t e s war weiter leicht, tägliches Geld wird zu 8 bis gj Prozent angeboten. Monatsgeld 101 bis 111 Prozent. Das Geschäft im internationalen Devisen- Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. TL (ftn BüUoaen Mart auSgedrürtt- ®nen*HtteS, Lvwsou, 3icu- y«t. Japan, Rio be Janeiro für eine Einheit. Zt <7.16 59,14 112,49 90,05 12.392 5,83 4.205 6,34 20,445 19,78 169,37 15,31 77,54 59,44 113,05 X 81,89 60-35 12.452 5.87 Frankfurter Abendvörse. Frankfurt a. M. 14. Aug. 3m Einklang mit ten schwächeren Rotierungen ter Rachbörse nahm die Abendbörse bei unbedeutenden Umsätzen erneut eine rückläufige Bewegung an. die durch verstärkte Abgaben namentlich beim Morttan- und Chemicmarkt zum Ausdruck kam. Bankaktien blieten behauptet. Schiffahrtsaktien umsatzlos Am deutschen Rentenmarkt gaben bprozentige Reichsanlechen gleichfalls nach. Die Aberchbörse schloß in lustloser und schwacher Haltung. Deutsche Anleihen: öproz. Reichsanleihen 0,135. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 125, Commerzbank 93,75, Diskontogesellschaft 103,50, Dresdner Bank 100,50, Mitteldeutsche Credit- bank 93. Rcichsbank 122, Oesterreichische Kredit- aktien 7,50. Montanaktien: 3lse Bergbau 80.50, Mansfelder 59, Phönix 60. Rheinische Braunkohlen 111, Rheinstahl 50. Kali Aschersleben 119. Chemische Aktien. Badische Anilin 121. Höchster Farbwerke 113,62, Holzverkohlung 4,70. Jndustrie- aktien: Adlerwerke Kleyer 48. AEG. 92,75, Daimler 39, Dyckerhoff & Widmann 2725, Licht und Kraft 90,12, Rheinmetall 26, Zucker Heilbronn 55. Rätsel-Ecke. Die Buchstaben in obigem Dreieck sind derart Dkastisches Dreieck. i n o umzustellen, daß die drei äußeren Reihen, wie die vier Querreihen Wörter mit folgender Bedeutung ergeben 1. Tonkünstler, 2. griechischer Sänger. 3. Halbedelstein, 4. Säugetier, 5. geographische Bezeichnung, 6. spanischer Fluh. Ltreichholzspicl. Von 15 Streichhölzchen sollen zwei Personen abwechselnd deren je eins bis vier fortnehmen. Wer daS letzte fortnimmt, hat verloren. Wie ist dies anzustellen 2 Silbenrätsel. chi — vil — co — dal — be — des — dur — e — eck — fug — ger — heim — her — hil — im — in — fa — le — kla — Io — lach — les — li — rne — mer — na — na — ne — ni — pos — re — rei — rot — so — stein — fien — te — te — tha — the — to — un — war. — Aus vorstehenden 43 Silben sind 18 Wörter mit folgender Beteutuna zu bilden: 1. Römischer Geschichtsschreiber, 2. landwirtschaftliche Beschäftigung, 3. Arzneimittel, 4. Siadl in Hannover, 5. weiblicher Personenname. 6. musikalische Form, 7. Stadt in Baten 8. geschäftliche Anpreisung. 9. strafbare Handlung, 10. deutscher Dichter, 11. Stadt in Steiermark. 12. Gemüse, 13. griechischer Philosoph, 14. Stadt in der Provinz Sachsen, 15. asiatisches Reich, 16. deutscher Maler, 17. Rebenfluß der Oder, 18. Bad in Böhmen. Hat man die Wörter richtig gebildet, ergeben diese in ihren Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und ihren Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von Lafontaine. Arithmogriph. 24 1 10 5 6 9 11 5 13 10 2 13 8 4 2 14 3 13 8 10 15 2 12 10 2 13 2 4 15 14 3 5 15 3 2 10 16 4 12 6 17 11 13 16 18 10 2 7 8 10 67 82341 10 5 18 11 5 15 9 4 2 19 6 10 10 18 3 5 15 17 3 5 13 20 19 11 20 10 16 11 12 10 4 5 10 2 Es bedeuten die wagrechten Zahlenreihen: 1. Riederländischer Maler, 2. Stadt im Kanton Zürich, 3. Lehrstuhl, 4. weiblicher Vorname, 5. Zaumzeug der Pferde, 6. höchster Gipfel des Deutschen Reiches, 7. Singvogel, 8. Bestandteile von Maschinen, 9. fabelhaftes Ungeheuer, 10. größte Insel Dänemarks, 11. theatralische Darstellung ohne Worte, 12. Wandervolk. Kreuzworträtsel. Cs bedeuten: Von links nach rechts: 1. Kleiner Wald. 4. Weiblicher Personenname. 6. Badeort in Belgien. 8. Bolksstamm. 9. Körperteil. 10. Stadt in Vorarlberg. 14. Name einer lebenden Königin. 15. Messenische Bergfeste. Von öben nach unten: 1. Kopfbedeckung. 2. Englisches Bier. 3. Alkoholisches Getränk. 4. Nebenfluß ber Rhone. 5. Stabt in Türkisch-Kleinasien. 6. Bad in Hessen. 7. Metallhaltiges Gestein. 11. Biblischer Name. 12. Wurfgeschoß. 13. Weiblicher Personenname. Auflösungen. Zahlenrätsel. Pfauenauge. Jeuerrabe. teberpilz, Anemone. Uferfinf, Maulwurf, Erika. Neuntöter, Sellerie. Papagei. Admiral. Iladmgall, Ressel. Engerling. Roggen — Pslaumenspanner. VesuchskarlenRösielsprung. henrif Ibsen. Silbenrätsel. 1. Sexagesima, 2. Chopin. 3. Wurmfarn. 4. Eskadron, 5. Irawadi. n. G.nee, 7. Ephraim. 8. Ni^za. 9. Unterwalden, 10. Neufundland. 11. Dorn sink, 12. Donner. 13. Erika 14. Novelle. 15. Kamin. 16. Ekliptik, 17. Nelke. 18. Kaplan. BerroanbtungMufqabc. „Arbeit schändet nicht." Kreuzworträtsel. fiuBoranren ®niSmmnnran w nssrnb riBö 131300 n pnEimra i?i Die Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom RedakttonStisch. Sein Beruf. Der Richter: „Sie sagen, der Beamte hätte Sie verhaftet, während Sie ganz ruhig Ähren JBeruj ausübten?" Angeklagter: „Jawohl, Herr Richter. „Und Sie haben wirklich nichts anderes getan, al» sich Ihrem Beruf zu widmen?" „Nichts anderes, Herr Richter." „Das ist aber doch sonderbar. Was ist denn Ihr Beruf?" „Einbrecher, Herr Richter." Anschauungsunterricht. Die Lehrerin will den Kindern der unlerften Klasse eine anschauliche Erklärung des Wortes „langsam" geben und gehl daher mit gemessenen Schritten vor ihnen auf und ab. Als sie bann bie Klasse fragt, rote sie benn gegangen sei, ruft ein Junge von ber letzten Bank: „O-beinig, Freilein." Der stunde. „Sagen Sie mal, Fräulein, warum hat denn der Kunde, den Sie eben bedient haben, nicht» gekauft? Er war doch so nett und liebenswürdig?" fragt der aufmerksame Geschäftsinhaber die junge Verkäuferin. „Was wollte er denn?" „Mich heut abend um 8 Uhr", antwortete sie errötend. Der llebungsfah. Eben erst Oberlehrer geworden, schuf Herr Dr. phil. Müller — ledig noch, aber schon lange verlobt — ein Uebungsbuch. Einer der Einzelsätze zum Uebersetzen ins Lateinische, der für die Einübung des Aolativus bestimmt war, lautet also: „Das Leben der Junggesellen entbehrt der Freuden." Das Buch fand einen Verleger, und zusammen mit dem bescheidenen Gehalt setzte bas Honorar den Verfasser in den Stand, die Erwählte seines Herzens heimzu- führen. Jetzt, nach kaum drei Jahren, ist die zweite Auflage herausgekommen. Sie nennt sich mit Recht „unverändert", da schon die erste Fassung voll gelungen war. Bloß eine einzige Abweichung hat man festftellen können. Der genannte Satz lautet nämlich jetzt: „Das Leben der Junggesellen entbehtt nicht der Freuden." Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 14. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 26,25 bis 26,50, Roggen, inländischer 21 bis 21,50, Sommergerste für Brau- zwecke 26 bis 28, Hafer, inländischer 20,50 bis 23,25, Mais, gelb 22, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 40 bis 40,75, Roggenmehl 29,75 bis 30,50, Weizenkleie 11,60 bis 11,75, Roggenkleie 12,50. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin. 14. Aug. Der Produktenmarkt schwächte sich nach anfänglicher Befestigung etwas ab, infolge vermehrtem Angebot von Brotgetreide. Die Rachricht, daß vom 20. August ab die Getreideausfuhr freigegeben fei, blieb noch ohne Einfluß. Gerste und Hafer reichlich angeboten, Mehl blieb still. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 249 bis 253, Weizen (September) 259, Weizen (Oktober) 263 bis 261, Roggen (märt) 181 bis 187, Roggen (September) 200,50, Roggen (Oktober) 200,50 bis 205,25, Gerste (märk.) 240 bis 270, Futtergerste (neue) 190 bis 198, Hafer (märk.) 204 bis 210, Hase, «September 188.50, Mais (La Plata, lofo Berlin) 215 bis 218, Raps 355 bis 360: pro Doppel« zentner: Weizenmehl 32,75 bis 35, Roggenmehl 26,50 bis 28, Weizenkleie 13,90, Roggenkleie 13,65, Viktoriaerbsen 27 bis 35, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen (blau) 12,50 bis 14,50, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,60 bis 16,80, Leinkuchen 23,60 bis 24, Trockenlchnihel 12,20 bis 12,50, Torsmelasse 10, Kartoftelflocken 26,20 bis 26,40. Zucker 22,60 bis 22,70. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 16. August. 10. n. Trinit. Etadtkirche. 8: Pft. Mahr. Zugl. Christenlehre für die Reukonfirmierten a. d. Matthäusgemeinde. 9*/,; Pft. Becker. - JohanneSttrche. 8: Pft. BechtolS- heimer. Zugl. Christenl. für d. Reukonfirmierten a. d. Lukasgemeinde. 91/,: Zugl. WiiitärgotteSdienst. Pft. Ausfeld. 8: Bibelbesprechung im Johannes- faal. Pft. Mahr. — Kirchberg. 10: Kollekte f. innere Mission. 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Daubringen. — Lollar. I1/,. — Wieseck. Gvang. ©emeinöefaal, Ludwigsft. 11,8",: Christenlehre. 9",; (Opfer für das Wichernheim). — Wahenborn-Garbenteich. Wahenborn-Steinbergt 1 mit Christenlehre. Garbenteich: 1 ?10 mit Christenlehre (Kollekte für innere Mission). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, d. 15. August. 4’/, il7 Beichte Sonntag, den 16. August. 11. Sonntag nach P fing st. 6*/, Beichte, 7 Meße, Korn, der Jungfrauen, 8 Rom., 9 Hochamt m. Predigt. 11 Messe m. Predigt., 2 sakra- mentalische BruderfchaftSandacht, 3 (Jungfrauen* Kongregation. - Grünberg. 9*/, Meße mit Pred». — Hungen. 8 Meße mit Predigt. - Laubach. 10 Meße mit Predigt. — Lich. 10 Hochamt mit Predigt. Verantwortlich für den totalen Teil: i. V. Ehrhard Evers. Fahrräder Sie beseitigen schmerzlos Verstopfung und Stuhlträgheit, regeln die Darmtätigkeit und wirken blutreinigend. Was Großeltern und Eltern geholfen hat, hilft auch heute. Seit 50 Jahren bekannt und beliebt in fast jeder deutsch. Familie als einziges zuverlässig wirkendes Hausmittel sind d. echt Apothek-RichardBrandfe MOEBEL 7 7594D Julius Kühn Schokoladen Kakao Kurze Kuren Glänzende Erfolge Die Marke Bäderpreise Badezeiten Erwachsene 'S 7720D Städtisches Volksbad Gieffen 4 Biebrich a. Rh, PIANOS 1672 Zahlungsweise. 06665 P. Ehbrecht, Gießen t.""®' ^ereroffj. d Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen und Einzelmöbel, Stahldraht- und Auflage-Matratzen Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel (eig. 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