UM2 Erstes Blatt ür sich ins Feld zu führen hatte, war auch das bei allen Parteien vorherrschende Gefühl, sie tonnten jetzt, ohne sich selbst und ihrem An- ' icfien das Wasser abzugraben, nicht länger in Negation verharren, sondern mühten irgendwie zu einem positiven Ergebnis tonimcn. Deshalb wird das Kabinett Luther auch von keiner Seite als die glücklichste Lösung I angesehen, sie werden alle — wie bei jedem Kom- promiß — daran herummäkeln und sich ihre stillen Vorbehalte machen. Jeder in ber Erwartung, dah die Forderung des Augenblicks war. über den toten Punkt Hinwegzukommen, dah aber in zwei oder drei Monaten die Lage ganz anders aussehe und dann der Zeitpunkt ge- ; kommen ist, wo sich das nachholen läßt, was dies- l mal versäumt werden muhte. So denkt das Zentrum, so denken die Deutschnationalen, so denken vermutlich auch die Demokraten und die Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten haben zwar die Versicherung Dc. Luthers, dah ec kein Kampfkabinett gegen sie machen | will, zur Kenntnis genommen, fte werden aber von sich aus die Gelegenheit benutzen, um sich i-urch nwglichst scharfe Opposition gesund zu • »rachen, vor allem den Deutschnationalen die Lust I an der Verantwortung möglichst zu verekeln. Deshalb haben zweifellos auch die Deutschnationalen bas größte Opfer gebracht. Sie haben verzichtet auf die Verbindung der Regierungslösung im Reich und in Preußen: wenn sie auch selbstverständlich erwarten, daß über kurz oder lang die neue Konstellation im Reich ihre Schatten auch auf Preußen werfen wird. Sie haben auch verzichtet auf die Forderung, daß sie entsprechend ihrer Starke im Kabinett vertreten I sind, dafür haben sie allerdings auch nicht die volle Verantwortung. Aber die Tlnterscheidungen, die hier ge- tcvffen wurden, sind doch wohl zu fein, als Haß sie auf die Dauer durchgehalten werden können. Die Arbeiten, die uns in den nächsten Monaten bevorstehen, und zwar auf innen- wie auf außenpolitischem Gebiet, sind so schwieriger ' Natur, daß ein Kabinett, wenn es in der Luft i hängt und nicht mehr als nur Verbindungsoffiziere zu den Parteien hat. ihrer Aar nicht Herr werden kann. Wenn wir in der Räumung der Kölner Zone etwas erreichen wollen, so ist das nur möglich unter dem Druck einer starken deutschen Regierung. Was wir aber erreichen, wird immer, an den Erwartungen des deutschen Volkes gemessen, sehr gering sein, wird deshalb einer hemmungslosen Kritik nicht sl andHalten können. ilnb im Innern? Wir müssen neue Steuern haben, wir müssen dafür sorgen, dah mehr Gearbeitet wird, müssen also Gesetze machen, die alles andere eher als populär sind, die zudem in den wirtschaftlichen Aufbau unserer Produk- i tion sehr lief cingreifen und schon aus diesem Grunde die Gegensätze zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bis in ihre tiefsten Tiefen bloßlegen. Wozu sicherlich die Sozialdemokratie ajid ihrem Agitationsbedürfnis heraus das Rötige 1 beitragen wird. Cs hilft alles nichts, das neue Kabinett toirb ein Kampfkabinett sein, nicht gegen eine Partei und nicht gegen eine Klasse, aber ein Kampfkabinett für den Wiederaufbau des neuen Deutschland. Deshalb läßt sich auch über seine Lebensdauer sehr wenig sagen. Auch dem Kabinett Fehrenbach. das allgemein als eine Verlegenheitslösung angesehen wurde, gab man keine lange Lebensdauer, trotzdem hat es länger als ein dreiviertel Jahr bestanden. Was Herr Dr. Luther mitbringt, ist eigentlich nur ein starkes Maß von Vertrauen bei allen Parteien, die mit ihm arbeiten. ($c wird auch geschickt genug sein, dieses Kapitol so zinsbrmgend anzulegen, dah er um den Bankrott herumLommt und in einigen Monaten eine engere Verbindung sich ganz von selbst ergibt. Senn schließlich, dos, was er erreicht hat. wollte Herr Dr. Marx in einem bestimmten Zeitpunkt seiner Regierungsbildungsversuche ja auch. Er sagte wenigstens, daß er es wollte. Aber die Haltlosigteit, mit der er zwischen den verschiedenen Polen unserer Politik hin und her schwebte, steh niemanden an die Ernsthaftigkeit seines Willens glauben, unb daran ist er zuletzt gescheitert. Hätte er mit derselben Beharrlichkeit, wie Herr Dr. Luther, sein Ziel verfolgt, vielleicht wäre cs auch ihm gelungen. Wir vermuten freilich, daß er es gar nicht erreichen wollte, sondern die Absicht hatte, den Beweis zu erbringen, dah etne m irgendeiner Form nur von bürgerlichen Parteien gebildete Regierung in Deickschland unmöglich sei. Herr- Dr. Luther hat bewiesen, daß diese These falsch Wenn die Parteien die Ausgabe begreifen, die Auen steht, dann wird sich aus dem Kabmett Luther ganz von selbst früher oder spater eme feste Regisrungs- gemeinschaft der bürgerlichen Jet«n ergeben, die allem berufen ist die Vm- aussetzungen für den Wiederaufstieg Deutschlands zu schaffen. Die Klärung. Berlin, 15. Jan. (TU.) Die gestrigen informatorischen Besprechungen des Reichsministers Dr. Luther mit den F attionsvertretern haben zu einer grundsätzlichen Klarheit über die Art der zu bildenden Regierung gemäß dem bereits bekanntgegebenen Plan Dr. Luthers (Der- ttauensmännec und Fachminister) und über die Personenfrage geführt. Dagegen sind die Er- örtcrurgen innerhalb der Fraktionen über die Form und Art, in der der Regierung die Zustimmung ausgesprochen werden soll, noch nicht in allen Fraktionen abgeschlossen Don der Erlediggung dieser F agr. die Donnerstag mittag zu erwarten ist, hängt die Bildung der beabsichtigten Mchrheilsregirrung ab. Bei dieser Sachlage hat Reichsmtnister Dr. Luther dem Reichspräsidenten in später Abendstunde berichtet, daß seine informatorische Aufgabe abgeschlossen sei und dah er bereit fei. die Bildung der Mrhrheitsregierung zu übernehmen, sobald die erforderlichen FraltionS- beschlüsse vorliegen. Dec Deuts6; demokratischen Fraktion hat Dr. Luther nochmals die Beteiligung an der Regierung angeboten. Der Vorsitzende Abg. Dr. Koch hat dem Minister vorbehaltlich dec Stellungnahme der Fraktion geantwortet, daß trotz ernster Bedenken die Fraktion bereit fei, eine abwartende Stellung einzunehmen. Dr. Luther setzte in den Abendstunden seine Besprechungen im Reichstag fort. Er bleibt dauernd in Fühlung mit den Fraktionen der Deutschnationalen und des Zentrums. AI. a. empfing er den dem Zentrum nahestehenden landcsgc ichtZpräside itc.i D Scholle n-Dü s l dorf. der für das 3 u st iz m i n t st er i u m und zugleich für das Ministerium der befehlen Gebiete in Aussicht genommen ist. Dr. Gutiper wartet noch den Abschluß der Frattionssitzungen des Zentrums und der Deutschna ional'n ab. Äm acht üljr erschien Re chswehrmi i'ter Dr. Geh - ler bei Dr. Luther. Rach der Besprechung mit dem Reichswehrminister, die nur kurz war. empfing Dr. Luther noch den früheren Reichspost- minister St in gl. der der Bayerischen Volkspartei nahesteht und wieder als Post- minister in Aussicht genommen ist. Die Besprechung zog sich sehr lange hin. Sie soll von ausschlaggebender Bedeutung gewesen fein. Es handle sich darum, daß die Bayerische Bolkspartei ihr Mitglied Stingl, der aber nicht in der Fraktion sitzt, wohl als Fachminister begrüßen könnte, aber ihn nicht alsihren Fraktionsvertreter im Kabinett betrachte und daher außerdem noch ein Mitglied der Fraktion in das Kabinett ausgenommen haben wollte. 3n den Abendstunden zirkulierte in den parlamentarischen Kreisen die voraussichMche Minifterlifte mit folgenden Ramen: Reickskanzler: Dr. Luther, Aeuheres: Dr. Strefcmann (D.BP.), Inneres: Schiele (Snat Dp.), Finan en: Samisch (D. DP.), Wirt chaft: Neuhaus (Dnat. BP.), Arbeit: Brauns (Ztr.), Justiz und besetzte Gebiete: Dr. Schollen, Düsseldorf, (Ztr.), Wehrmacht: Dr. Gehler, Reichspost: Stingl (Ba"r. BP.), Ernährung und Landwirt chast: Gras Kunitz. Für das Derkehrsministerium wurde noch kein bestimmter Anwärter genannt, lieber die Haltung der einzelnen Parteien zu dem Kabinett wissen die Blätter mitzuteilen, daß die Regierung unbedingt auf die Unterstützung der Deutschnationalen, der Deutschen Volk spartet und der Bayer. Volkspartei rechnen könne. Heber die Haltung des Zentrums schreibt die „Germania", daß das Zentrum dec neuen Regierung in völliger Fre beit geqe ü' r ‘e c Zu de Ett- fenbung i: sD: t aiicn mann:sinde Pe vn tcS Reichsarbeitsministers Dr. Brauns habe sich das Zentrum lediglich deshalb entschlössen, um die Bemühungen Luthers nicht auch scheitern zu lassen, da Dr. Luther ohne diese Mitwirkung des Zentrums keinen Auftrag habe annehmen wollen. Die neue Regierung müsse sich darüber klar fein, daß sie vom Zentrum lediglich nach ihren Taten beurteilt und behandelt werden wird. Die Demokraten werden, dem „Berl. Tagebl." zufolge, ein Vertraue ns- votum oder einen Dilligungsantrag nicht unterstützen, da sie sich durch die Detelligung Dr. G eßlers im Kabinett in keiner Weise gebunden fühlten. Die „Voss. Ztg." spricht sogar von einer scharfen oppositionellen Haltung der Demokraten. Zur Stellung der Sozialdemokraten bemerkt der „Vorwärts", es frage sich nicht, ob das Kabinett Luther bekämpft werden solle, nur wie der Kampf am wirkungsvollsten zu führen ist. Zum ersten Male seit sechs Jahren fei eine klare Situation vorhanden, in der die Rolle der Opposition der Sozialdemokratie zugefallen sei. Die Wirtschaftliche Vereinigung beschloß, dein Kabinett gegenüber wohlwollende Reu- tvalität zu bewahren und es zu unterstützen, solange die Interessen des Mittelstandes durch die neue Regierung gewahrt werden. Eine ‘Beteiligung der Wirtschaftlichen Vereinigung an der Regierung komme nicht in Frage. Deutscher Reichstag. Berlin, 14. Jan. Die Regierungstische find leer. Präsident L ö b e eröffnet die Sitzung um 4.20 Uhr und gedenkt des furchtbaren Eisenbahn-Unglücks in Herne Mit der Bevölkerung des betroffenen Landesteiles steht der Deutsche Reichstag in tiefer Trauer an der Bahre der Getöteten und spricht den Angehörigen und Verletzten feine herzliche Teilnahme aus." Der Präsident verliest dann die amtliche Mitteilung von der Enthebung des bisherigen Reichspost - ministers H o e f I c von seinem Posten. Anträge auf Einstellung von Strafverfahren gegen die 2Ibgj. Schulz-Königsberg (Soz.) und Henning (Rats.) sowie auf Einstellung des Disziplinarverfahrens gegen den Abg. Berndt (Dn.) werden dem Geschäftsordnungs-Ausschuß überwiesen. Eiistimmig angenommen tourb: ein Antrag Dr. 2 chücking (Dem.), der von allen Parteien unterstützt wird. Es handelt sich hier um einen Ausschuß zur Untersuchung der Kriegsurfachen, der wieder eingesetzt werden soll zur Beendigung seiner Arbeiten. Auf der Tagesordnung stehen dann Anträge aller Parteien über dieE rwerbslosenfür sorge. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag mit der Tagesordnung: Anträge über Beamten-, Mittelstands-, Auswertungs- und andere Fragen. Konstituierung der Reichslags- Ausschüsse. Berlin. 14. Jan. (TU.) Rach der Voll- i'huna des Reichstags Mben sich ve^chiedme Reichstags-Au schüsse o ftiuiirt D r Unterfuchungsausichuß ,ü. die Barmat kre- dite wählte den Abg. Sänger (@oi.) zum Vorsitz'' d'n und d n A g Bruhn iSntf.) *un stellve t t: bei Do h> den Sow t lis c fest- steht, ge ö e i D'm 21 sich :ß so gende Mi glicJ-er an: Vom Zentrum die Abgg. Spahn, Ätod» nerrvdDuchholz.rv'dmD ullch-a icn ilen die A' g . Leo: old v. Dewitz u id D a e d c r (Berlin), von den Demo.r'ttm drr Abg Koch, von den So inld rnrkraten Dr. Brei schein, Bader, Schreck, roi dei Kommunistm Dr. Rosenberg, von der Deutschen Volkspartei Dr. Pfleger. 3m AuSsch ß für Au s Wertung sf ragen wurde Abg. Steininger (Dntl.) zum Vorsitzenden gewäh't. 3m A s'chuß für Kricgsbcs hab gt mfrigen A >g Schröder (Soz.). 3m A schuß ü • hie besetzten Gebiete wurde 21 g. Daversdörffer D DvZ Vorsitzender. D e nächste Gilung d s Ausschu seZ für die bes.hten Gebiete si .det Fr.itag vonntttag um 10 Uhr statt. Die preußische Krise. Keine Reqierungsncub'ldung. Knappe Mehrheit für Braun. Berlin, 14. 3an. (T. 11.) Der Vizepräsident des Preußischen Landtags, Herr v. Kries, hatte bereite am Sonntag mit dem Minister H i r t f i e f e r wegen einer möglichen Umbildung des preußischen Kabinetts Fühlung genommen. Wie die Telegraphen-llnion erfährt, verhielt sich Hirtsiefer zu allen Vorschlägen des Herrn v.Kries ablehnend. Die Mutmaßungen über ein neues preußisches Kabinett aus Vertretern der Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und des Zentrums sind damtt hinfällig. Die Fraktion der Wirtschaft- lich en Vereinigung faßte den Beschluß, dem Mißtrauensvotum gegen die Regierung zuzu stimmen. Sollte von keiner der Rachbarfraktionen ein Antrag auf Entziehung des Vertrauens gestellt werden, fo behält sich die Wirtschaftliche Vereinigung vor, von sich aus einen eigenen Antrag zu stellen. erklärte M n'fterpräsident Braun, die Auffassung, daß das Staatsministerium nach j ober Lanbtagswahl zurücktreten müßte, beruhe auf einer falschen Auslegung des Artikels 45 der Verfassung. Es handle sich auch nicht um eine Rechtsfrage, sondern um eine eminent politische Frage. Man wolle durch die Anwendung formal juristischer Argumente um eine klare Aussprache über die politische Frage der großen Koalition herumkornmen. Der Ministerpräsident sagte u. a. weiter: Wenn die Volkspartei jetzt die große Koalttion bekämpfe, so fei das für das Kabinett kein Grund zum Rücktritt. Die Opposition gegen das Kabinett fei in der Hauptsache als Cinlettung der Agttation zur Reichs- Präsidentenwahl zu betrachten. Das Kabinett ftelle die Vertrauensfrage. Der Landtag müsse sich entscheiden, ob er die Politik des vaterländischen Wiederaufbaus wolle, oder jene von Rechts beeinflußte Düraerblockpolitik, die nichts anderes fein werde und könne als eine Kata- strophenpolitik. Rach dem der Ministerpräsident unter dem lebhaften Beifall der SozraDemokraten, anhaltender großer Unruhe des Hauses, Zischen auf der äußersten Linken und Rechten, feine Rede beendet hatte, wurde von den Sozialdemokraten ein Der - tagungsantrag eingebracht. Die Abstimmung über den Antrag, gegen den die Deutsch- nationalen, die Deutsche Vollspartei, die W'l- schastspartei und die Kommunisten stimmten, blieb zweifelhaft. Der Hammelsprung ergab für den Antrag 206 und 199 Stimmen gegen die Vertagung. Das Haus vertagte sich darauf. Das preußische 3uftizminifterium hat in einem Rechlsgutachten über die Auslegung des Artikels 45 sich die Auffassung des Ministerpräsidenten ang.'schloffen, nach der das 2KinUtcrium nach einer Reuwahl des Landtags zum Rücktritt nicht verpflichtet ist. Das hessische Zentrum für die Große Koalition. Darmstadt, 14. 3an. (TU.) Die alte Koalition zwischen Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten in Hessen ist nunmehr endgültig zerschlagen. Das Zentrum hat vorgestern zu der durch das Scheitern der Verhandlungen am vergangenen Freitag geschaffenen Lage Stellung genommen und beschlossen, sich unter keinen llinständen mehr an der früheren Koalitionzu beteiligen. Ferner beschloß das Zentrum, die g r o h e K o a l i t i o n in Hessen anzustreben. Aus dem Hessischen Landtag. Darmstadt, 14. 3an. (Eigen. Bericht.) Der Finanzausschuß, der (wie bereits gemeldet) gestern eine Entschließung gigen die weiters Besetzung der Kölner Zone annahm, hatte sich zu Beginn der Sitzung neugebildet. £um Vorsitzenden wurde Abg. Delp (Soz.) gewählt, zu dessen Stellvertreter 2lbg. Hofmann- Seligenstadt. Erster Schriftführer wurde Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.), zweiter Schriftführer Abg. H a u r y (D. Vp.). Eine Regierungsvorlage über die Reorganisation der Polizei in Bad-Rauheim wurde vorläufig ourüdgeftelU. Auf eine Anfrage erklärte ein Re gierungsvertreter, daß Gerüchte, wonach das staatliche Bad in Rauheim in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werben soll, unzutreffend feien. Bei der Beratung einer - Vorlage über die Abfindung des elje* maligen Grohberzogs. wobei es sich darum handelte, daß ein einstimmiger Beschluß zustandekam, damit den Beamten des ehemaligen Großberzvgs die Gehälter bezahlt werden tonn ten, stimmten die Sozialdemokraten dagegen. Rach Erledigung einiger kleinerer Do lagen vertagte sich der Ausschuß: er wird in etwa 3 Wochen wieder zusammentreten. Wüste Szenen im Thüringischen Landtag Weimar, 14. Jan. (TU.) 3m thüringischen Landtag kam es heute bei Beratung einer kommunistischen Interpellation über die Vorgänge beid er Beerdigung des Kommunisten Schauder (Gotha) zu wüsten Auftritten, wie sie selbst der thüringische Landtag noch nicht erlebt hatte. Nachdem der Abg. Geithner und der Abg. Brill (Soz.) gegen die Polizei in Gotha und den thüringischen Innenminister polemisiert und dabei die Leidenschaften zur Siedehitze gebracht Lhatten, kam es zu beleidigenden Aeuße- rangen gegen die Rechte. Der deutschnationale 2lbgeordnete Oberstleutnant Otto, dadurch aufs äußerste erregt, verließ den Saal durch die linke Tür, an der die Kommunisten sitzen. Diese folgten ihm und ehe andere dazwischentreten konnten, wurde er draußen überfallen, mißhandelt und schließlich zu Boden gerissen, daß er mit einer blutenden Kopfwunde liegen blieb. Die Sitzung des Landtags wurde sofort abgebrochen. Die Verteilung der Deute. Das Pariser Finanzabkommen der Alliierten. Paris, 14. Jan. (Wolff.) DaS Abkommen, das die alliierten Finanzminister über die Verteilung der von Deutfchland auS dem Dawesplan zu leistenden Zahlunaen und hinfichllich der Liquidierung des Ruhrunternehmens getroffen haben, bestimmt im wefentlichen folgettdes: In Zukunft dürfen für die Unterhaltung der R e p k o und der durch den Dawesplan vorgesehenen Organismen für die erstere nur 9V< Millionen Goldmark, für die letzteren 71/2 Milll Goldmark verausgabt werden. Für die Rhein- landkommission kann höchstens etne Summe von 10 Millionen Goldmark einschließlich der Entschädigungen für die Beamten ausgegeben werden. Die interalliierten Militärkom- mifftonen in Deutschland dürfen für das lausende Jahr höchstens 8 Mlllionen Goldmark kosten. Jedoch können Zusatzausgaben in ausländischer Währung von den einzelnen in den Kommissionen vertretenen Ländern gemacht und in Anrechnung gebracht toerben. lieber die Verteilung der Detotzungskosten wird folgendes bestimmt.' Die Kosten sehen sich wie folgt zusammen: 25 Millionen Goldmark für die belgische Armee, 25 Millionen Goldmark für die englische Armee und 110 Millionen Goldmark für die französische Armee. Für die Kosten der amerikanischen Besät- zungsarmee werden jährlich durchschnittlich zurückvergütet 55 Millionen Goldmark vom 1. September 1926 ab. Diese Zahlungen haben et^ Vrwusg vor In der Schluh- fitzung der Konferenz der alliierten Finanzminister hielt Finanzminister Clemente! eine Rede, in der er sagte: Wir haben ein Programm aus- gearbeitet, das nicht nur die Erzielung des möglichen Maximums an Reparationszahlungen durch Deutschland vorsieht, dessen Versagen mit vollem Recht das Weltgewissen aufgebracht hat, sondern das auch die finanzielle und wirtschaftliche Wiederaufricktung Europas vorbereiten kann, tim dieses Ziel zu erreichen müssen wohl noch viele Probleme gelost werden, in deren erste Reihe ich die Regelung der in ter al ti* ier t en Schulde »frage in einem friedlichen, ja ich möchte sagen, brüderlichem Geiste stelle. Der Vertreter der Vereinigten Staaten, Bot- schafter K e l l v g, erklärte: Er habe V e r- -i trauen zum Dawesplan, der auf soliden Geschäftsgruudsätzen aufgebaul sei und für dessen Gelingen sich das Volk der Vereinigter Staaten, lebhaft interessiere. Ministerpräsident Herriot erllärte: Das Bestreben seiner Regierung sei, in der Welt normale Arbeitsbedingungen, Vertrauen und Sicherheit wiederherzustellen. Die französische Regierung wende ihre ganz besondere Zuneigung der großen Famllie zu, deren Bildung der große Krieg herbeigesührt habe, der großen Familie der Alliierten. Die Tatsache, dah diese Famllie der Alliierten einig bleibe, sei das Hauptunterpfand der progressiven Wiederherstellung der Ordnung in Europa und in der Well, die Frankreich mit Herz und Geist erstrebe. Amerika und Rußland. Möglichkeit einer Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen London, 15. Jan. (WTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet aus Reuport, dah verschiedene größere amerikanische Geschäfts-Konzerne. die mit Rußland wegen Ausbreitung ihrer Betriebe und der Ausfuhr von Handelswaren Verhandlungen anstrebten, über den Rück- trrtt des Staatssekretärs Hughes erfreut feien, da in einigen Monaten, wenn Kellog Staatssekretär sein werden, eine Aenderung der amerikanischen Politik gegenüber Sowjet-Rußland stattsinden könne. In halbamllichen amerikanischen Greifen wird erklärt, daß Präsident C v o l i d g e die Absicht hat, eine besondere parlamentarische Kommission zur Prüfung der WieLerauf- nahme der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetregierung einzusetzen. Der Präsident macht dies jedoch von folgenden. Bedingungen abhängig: L Die Sowjetrsgierung verpflichtet sich, die von der provisorischen Regierung Kerenskys in 6en Vereinigten Staaten aufgenontmene Anleihe von 250 Mill. Dollar nebst Zinsen zurück z u z a h l e n. 2. die Schadenersatzansprüche der amerikanischen Bürger zu bewilligen, die auf Grund der Beschlagnahme amerikanischen Eigentums in Rußland gestellt werden, 3. sich jeder Propaganda in Amerika zu enthalten. Rach Erfüllung der vorstehenden Bedingungen werden die Beziehungen vorbehaltlich einer end- gilltigen Regelung unverzüglich wieder ausgenommen. Die Opfer von Herne. Die Zahl der Toten von Herne hat sich auf 25 erhöht. Bei etwa 12 Schwerverletzten liegt noch Lebensgefahr vor. Die Berliner Antersuchungskommisstoir 'm Herne. Mittwoch morgen ist die auS sieben Herren bestehende tintersuchmrgSkommission aus Berlin in Herne eingetrofsen. Die Kommission besichtigte sofort die tinglücksstelle. Die Vernehmung deS Lokomotivführers wird im Laufe des Tages erfolgen Die Danziger Postdrieskaften. Polen soll die Briefkasten entfernen. — Polnische Repressalien. Ein Appell an den Völkerbund. Danzig, 14. Ian. (WTB.) Eine von dem Oberkommissar an den Senat gerichtete Mllteilung über die Frage der polnischen Post in Danzig bestätigt, daß der Oberkvmmissar den polnischen diplomatischen Vertreter ersuchte, die nötigen Schritte zu unternehmen. um den Status quo wiederherzustellen. Auf eine polnische Gegenerklärung erklärte der Oberkommissar weiter: Sollte die polnische Regierung nicht in der Lage zu sein, diesem Ersuchen Folge zu leisten, so werde er den Senat ersuchen. die Briefkästen auf seine Anforderung und auf seine Verantwortung zu entfernen mit Ausnahme des Briefkastens an dem Gebäude des polnischen Generalkommissars, der in Anbetracht der Exterritorialität des Gebäudes nicht angerührt werden dürfe. Der Obcrtommissar fügte weiter hinzu, daß er davon Rachricht erhalten habe, daß die polnische Delegation beim Völkerbund in Genf angewiesen worden sei, den polnischen Standpunkt vor dem Generalsekretär zu vertreten, mit dem er ebenfalls in dieser Angelegenheit in Verbindung stehe. Von den Meldung m der Warschauer Blätter fei der gestrige Bericht des „Kurjer Polski" hier wiedergegeben: „Der Hohe Kommissar des Völkerbundes in Danzig. Mac Donnell, schlug heute dem polnischen Generollommissar, Minister Strasburger, vor, sofort die Briefkasten in der Stadt zu entfernen. Er begründete dieses Ersuchen nicht öimil, dah Polen eine vollendete Tatsache geschahen habe, soadern mit dem Wunsch, to ite cn Zwischenfällen vorzubeugen. Minister Strasburger lehnte entschieden die ©LfüIIung dieses unbegründeten (!) Wunsches ab. Hierauf antwortete der Hohe Kommissar, Mac Donnell, dah er dann den Senat Danzig ermächtigen werbe, die Briefkasten wegzunehmen. In Warschau fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten G r a b s k i eine De- sprechung der Departementsdirektoren des Finanzministeriums stall, um über finanzielle und wirtschaftliche Druckmahnahmen zu beraten, die Danzig gegenüber angewendet werden sollen, sofern es versuchen sollte, die Streitfrage nicht auf dem Wege des Rechts, sondern auf Willkür aus der Welt zu schaffen. Rach dieser Sitzung hielt der Ministerpräsident eine außerordentliche Besprechung mit den in Betracht kommenden Ministern ab, in der in den Abendstunden, wie amtlich bekanntgegeben wird, wichtige Beschlüsse gefaßt wurden, die jedoch vorläufig noch geheim gehalten werden. Wichtig in diesem Zusammenhang erscheint eine Meldung, die eine offiziöse Aeußerung des polnischen stellvertretenden Ministerpräsidenten bringt: Die von Mac Donnell, dem Döllerbunds- kommissar in Danzig, dem dortigen diplomatischen Vertreter Polens, Strasburger, zugegangene dringende Empfehlung, die unrechtmäßig im Danziger Stadtgebiet angebrachten polnischen Brief» kästen schleunigst wieder abnehmen zu lassen, widrigenfalls er dem Senat raten werde, dies selbst zu tun, wird hier von der Regierung und, der Presse mit höchster Empörung zucückgewiesen'. Das politische Komitee des Ministerrats trat gestern in den Abendstunden zusammen und beschloß, die ablehnende Haltung Stras- burgerS gegenüber der Donnellschen Empfehlung voll zu unterstützen. Rach Beendigung der Sitzung — knapp vor Mitternacht — empfing der stellvertretende Ministerpräsident den Minister Thugutt und Vertreter der Presse, denen er u. a. erllärte: Die letzten, aus Danzig eintreffenden Rach- , richten sind geeignet, neue Unruhe zu erwecken. Sie sprechen von einer auf ben Kommissar der polnischen Republik in Danzig ausgeübten Pression, ja von Drohungen, den Danziger Senat zu eigenmächtigem Handeln aufzustachela. Wenn wir auch von der unbedingten Richtigkeit unserer Anordnung überzeugt sind, die sich vor ollem aus dem Geiste des Vertrags von Versailles ergibt, so waren wir doch bereit, die Sache unseres Rechts dem zuständigen Forum, also dem Völkerbund zu unterbreiten. Es ist unser Recht, zu fordern, daß alle Streitfragen in einer den internationalen Gesetzen entsprechenden Weise erledigt werden, doch kann Polen niemals zugebcn, daß die Streitfragen mit Gewalt entschieden werden. Auf Gewalt mühte Polen mit entschiedener und sofortiger Abwehr antworten, wobei die Kraft der Abwehr ebenso stark wäre wie die der Gewalt. Gegen Anordnungen, die wir nicht als legal anerkennen können, mühten wir beim Völkerbund und bei Grohmächten, die die wahren Schöpfer des Friedensvertrages sind, Einspruch euüeaen. Cs wäre uns sehr unangenehm, wenn neben dem Polnisch-Danziger Konfl. kl noch weiterer zwischen Polen und dem Vvlterbundskommissar entständen. Wir keimen jedoch leine noch so große Ration, die gestatten konnte, daß man sie in einer mit dem Rechte übereinstimmenden Weise behandle. Wir werden um keinen Preis jemandem erlauben, daß man uns tote eine Horde Reger behandele. Entsprechend der Haltung der Regierung ist die Sprache der Presse eine noch erregtere. Die nationalistischen Blätter sprechen von einer Herausforderung Polens in Danzig. „Echo Warczawske" spricht von einem noch nie Dagewescnen. an Erpressung grenzenden Zynismus des Dölrerbundstominissars Donnell und fordert die Regierung zu noch tatkräftigerem Handeln auf, da man nicht darauf warten könne, dah noch vor dem Ausbau des Danziger Hafens Preußen mit Hilfe von Donnell Polen vom Meere abschneide. Auffallend hierbei ist. daß der sonst gemäßigte Minister Thugutt, der die neue Losung in dem Streitfall ausgab, die Aufregung künstlich weiter schürt und vor Verbtrelern der Presse Polen als auf das tiefste beleidigt hinzustellen verstand. Herrn Thugutts Ausführungen richteten sich aber nicht mehr gegen Danzig, sondern gegen den Völkerbun d und seinen in Danzig ansässigen Vertreter Mac Donnell, der den Polen schon lange ein Dorn im Auge ist. Rachdem jetzt der Völkerbundkom- missar der polnischen Regierung die Abnahme der Briefkasten empfohlen hat, Warschau sich aber in den leidenschaftlichsten Ausfällen ergeht, darf man der Entwicklung des Konflikts mit einigem Interesse entgegensehen, da bei einem weiteren Verharren Polens auf seinem bisherigen Standpunkt der Völkerbund in Aktion wird treten müssen. Rach den bisherigen Erfahrungen, die das Deutschtum mit diesem Institut machen muhte, wird auch die Danziger Bevölkerung gut tun, sich keiner allzu groben Hoffnungen hinzugeben. Aus aller Welt. Explosiv» in einem Stahlwerk. In dem Stahlwerk Julien Hütte in Dvbrek bei Beuthen, entern der größten Werke Deutschoberschlesiens, geschah durch tim* kippen einer Mulde eine schwere Explosion. Durch den Luftdruck wurden die Fensterscheiben des Werkes sowie der umliegenden Gebäude in weitem timkreise sämtlich zertrümmert. Das dabei ausg^brochene Feuer verbreitete sich in einem timfange von 80 Metern auf die Dureauräume und die Säureanlagen des Werkes, wodurch eine große Gefahr für wettere Explosionen entstand. Durch das schnelle energische Eingreifen der Feuerwehr ist diese Gesahr beseitigt worden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Untergang eines Dampfers. Der britische Dampfer „John Harrison", der am 26. Dezember Aewcastlc verlassen hat, ist gestern an der holländischen Küste angetrie- ben worden. Die gesamte Besatzung von insgesamt 16 Leuten ist bei den Stürmen in der Rordsee um gekommen. Eine Hilfeleistung des „Svlumbus". Der Dampfer „Columbus" des RoiMeut-- scheu Lloyd, der sich auf dem Wege nach Plv- mouth befand, erhiell von dem Dampfer „Präsident Carnvt das drahtlose Hilsssianal: Das.Schiff befindet fich in Seenot. Der „Columbus" eilte $uv Hilfeleistung mit Volldampf herbei. Der Dampfer befand sich eine Meile von der Küste entfernt und hatte mit der Aussetzung der Boote begonnen. Zwei Todesopfer einer Oelschalterexplosiori. Die Oelschalkcrexploston in dem Umformer» werk Pankow der Reichsbahn, die dir Ursache der Störung der Licht- und Kraftversorgung Berlins war. hat zwei Todesopfer gefordert. Raubüberfall in Berlin. In die Räume des Deamtenwirt- schaftsvereins drangen drei mit Handgranaten und Revolvern ausgerüstete maskierte Männer und zwangen dort die mit dem Aufrechnen der Tageskasse beschäftigten völlig überraschten Angestellten, drei Männer und eine Frau, sich/ a> die Wand zu stellen. Während zwei Räuber die Angestellten bewachten, plünderte der dritte die Tagestasse, die 1000 Mk. bares Geld enthiell und füllte drei mitgebrachte Rucksäcke mit Lebensmit'-Lln. Rachdem die Räuber dann die Tür verschlossen und mit einer Eierhandgranate gesichert hatten, flüchteten sie. Erst geraume Zell später hortr ein Wächter die schwachen Hilferufe, woraus die Angestellten befreit wurden. Die sofort cmge- stelüen Ermittlungen der Kriminalpolizei Haven noch zu Leinem Ergebnis geführt. Typhusepidemie in Weißenfels. Rach Blättermeldungen aus Weißenfels ist dort eine Typhusepidemie auscebrochen. Rach dem Bericht des Gesundheitsamtes ist die Ursache der Krankheit auf den Genuß von durch Typhusbazillen verunreinigter Milch zurückzu- führen. Laut „Vorwärts" sollen insgesamt 49 Personen erkrankt sein, von denen zwei gestorben sind. Der „Lokalanz." weih sogar von fünf Todesfällen zu berichten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Januar 1925. Gießener Wochenmarktprerse am 15. Januar (Händlerpreise). Cs kosteten aus dem heutigen Wochemnarkt: Butter 160 bis 180, Matte 35, Käse 70. Wirsing 12, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 50. tinterkohlrabi 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 60, Feldsalat ICO, Zwiebeln 15, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 60, Kartoffeln 5, Aepsel 10, Dirnen 12, Rüsse 60, Endivien 100 Pf. das Pfund. Eier 18, Blumenkohl 50 bis 150, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück. Paketannahmedienst. Das Postamt schreibt uns: Vom 16. Januar ab sind die Paket- annahmeschaller bei den hiesigen Postämtern von 8 bis 12 tihr vorm. und von 2 bis 6 tihr nochm. (bisher 9 bis 12 vorm. und 3 bis 6 nachm.) geöffnet, vS> Verkehrseinschränkung. Vom 5. Februar ab werden die Zuge Pz. 255! Londorf ab 4.47 vorm., Gießen an 5.29 vorm., und Pz. 2552 Gießen ab 6.13 vorm., Grünbera (Oberh.) an 7.34 vorm. nur noch werktags gefahren. An Sonn- u. Feiertagen verkehren die Zü^e wie folgt: Pz. 2551 Londorf ab 7.29 vorm., Gießen an 6.11 vorm., und Pz. 2552 Gießen ab 9.48 vorm., Grünberg (Oberhessens an >11.04 vorm. ** timtausch der Versicherunas- karten in der Ange stellten Versicherung. Die Ausgabestelle der Angcstelltrnver- sicherung Gießen-Stadt (Gartenstraße 2. Seitenbau) hat mit dem timkausch der vollbetlebten Dersicherungskarteu begonnen. Arbeitgebern, die sich und ihre Angestellten vor Aachteilen schützen wollen, wird empsohlen, die in ihrem Besitz befindliche:: Dersicherungskarten möglichst bald bei der genannten Stelle vorzulegen. ** Hessi sche Auwaltslammer. Zum Vorsitzenden der Hessischen Anwaltskammer ist Iustizrat Dr. Denver $u Darmstadt, zu dessen Stellvertreter Geh. Iristizrat Winbecker zu Friedberg gewählt worden. Schriftführer ist '^echtsanwalt Dartoriuszu Darmstadt, dessen Stellvertreter Rechtsanwalt S n g i s ch zu Gießen. Vom Hessischen Sängerbund. Der Provrnzialverband Starkenburg des Hessischen Sängerbundes wählte am Sonntag in einer starkbesuchten Versammlung in Darmstadt die Provinzialvertreter zum Bundesvorstand. Der Bundesvorsitzende, Ober-Regiervngsrat Sic- gert, teilte mit. daß demnächst in Rheinhessen und Oberhessen die cntsprechLnden Wahlen statt» finden: dann werde der Bundesausschuh den Dundcschormeister wählen. Preußen und die Saatgutbeschaffung. Aus einer Verfügung des preußischen Landwirtschaftsministers teilt der Amtliche preußische Pressedienst mit: Soweit für die Beschaffung von Saatkartoffeln dis zur Ver^ fügung gestellten Mittel für diese Zwecke noch nicht Verwendung gesunden haben, bürfen sic zur Versorgung der Landwirte mit Sommer- saatgut, wozu auch Klee, Serradelle und ankere Sämereien zu rechnen sind, in Anspruch genommen werden. Für die weitere Versorgung mit Saatgut hat der Finanzmmrster aus preußischer Staatsmitteln weitere 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, die von den Landwirten mit 6 Prozent zu verzinsen und im Dezember 1925 zurückzuzahlen sein werden. Die 'preußische Staatsregierung hat nunmehr also zur Versorgung der Landwirte mit Saatgetreide 50 Millionen Mark aus eigenen Mitteln zur Der- fügung gestellt und für diese Summe, sowie für weitere 20 Millionen Mark, die zu 10 Millionen von der Girozentrale und der Landesbankenzentrale hergegeben sind, die Herabsetzung des Zinsfußes auf 6 Prozent auf die Staatskasse übernommen. Die Einbeziehung von sonstigen Bedarfsgegenständen der Landwirte, msbeson" öere von Kunstdünger, in diese Deschaffunge- attion hat sich leider nicht ermöglichen lassen. Der Minister ist jedoch um die möglichst reichliche und günstige Versorgung der gesamten Landwirtschaft mit dem erforderlichen Kunstdünger bemüht. Keine Kriegsauszeichnungen mehr. Die im Februar 1924 vom preußischen Staatsminifterium dem R.rchswehrm.nisteriun' übertragene Abwicklung der damals noch vor liegenden Atrträge auf Verleihung des Eisernen Kreuzes ist durchgesührt worden. Jegliche Verleihung von KriegsauszeichnuirgLn ist unwider- ruslich und ausnahmslos eingestellt worden, ebenso Beförderungen, Charakter- und Uniform» Verleihungen für die alte Wehrmacht, das Heer und die Rkarine und das tiebevgangvhser. Die Dienststellen sind angewiesen worden, die allenfalls doch noch einlaufenden Anträge unbearbeitet und kurzhändig zurückzugeben. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Ochsen 6. Bullen I, Färsen und Kühe 13, Kälber 994, Schafe 627, Schweine 760. Bornotizen. — Tageskalender für Donners-- tag. Sladttheater, 6^/4tihr, „DerTeufelsschüler". — Bortragsvereinigung: 8 tihr, Aula der tini- versität, Lichtbildervortrag „Der Harz". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „tim Krone und Reich". — Astoria-Lichtspiele: „^ulevard^ Blut". — Reichsgründungs feier. Mau schreibt unS: Wir weisen darauf hin. daß bei der am Sonntag von der Deutschen Volkspacici und der Deutschnationolen Vollspcrrtei gemein fani im Stadttheater veranstalteten Reichsgründungsfeier tiniversitätsprofessor Dr. 5t ün ^et aus Frankfurt a. M. die Festrede übernommen hat. Der Genannte ist als glänzender Redner bekannt. Der Besuch der Veranstaltung kann warm empfohlen werden. Karten sind bei Chal- Her zu haben. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Camera-Club Gießen anstaltet am morgigen Freitagabend bn großen Hörsaale der tiniverfitat für seine Mitglieder einen Lichtbilder-Vortrag über den derzeitigen Stand der Farbenphotooraphie an Hand von etwa 60 naturfarbigen Ausnahmen, die zum Teil von Mitgliedern des Camera-Clubs selbst ausgenommen wurden. Der Vortrag dürfte auch für Richtmitglieder Interesse haben. Freurrdc der Lichtbildkunst finfc eingekaden. (Äähercs im gestrigen Anzeigenteil.) — OB ft» und Gartenbauverein Samstag abend bei Hopfeld Wttgliederversamm-' hing mit Vortrag von Gartenbauinspcrtor Aentfch (Friedberg) über „Unser Beerenobst" (Siehe gestrige Anzeige.) — Wichtig für Pensionäre und Deamtenwitwen. Wie aus dem gestrigen Anzeigenteil ersichtlich ist, findet am kommende« Samstag, m'ttaHs 3Vs tihr, eine Versammlung aller Pensionäre und Deamtenwitwen von Gichen und timg-genb im „Hessischen Hof" statt beh fs Grü idung einer „Gruppe Gießen" des Hess scheu Pensionärvereins. Den Bericht über die bisher-ge Tätigkeit traft Vereins wird Oberreallehrer Kahd. Darmstadt, erstatten. WettervoranHsage. Vielfach neblig, sonst trocken und kalt, Landkreis Gießen. X Lang-Göns, 14. Ian. Im Jahre 192 4 wurden im hiesigen Standesamtsregister 39 Geburten, 20 Sterbefällc und 19 Trauungen verzeichnet. — In diesen Tagen sanden in der Turnhalle verschiedene Feiern der hiesigen Vereine statt. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildete die Feier des Turn Vereins unter RMwirkung der Durngc- meinde Griesheim bei Darmstadt. Die Turnhalle war vollbesetzt, es mögen gegen 600 Personen zugegen gewesen sein. Die Darbietungen, die man hier noch nicht aesehen, fanden allgemeineli Beifall. Ganz besonders vorteilhaft waren die Aeiaenvorführmrgen der Damen und deren rhythmische Bewegungen zu dem Lied L„Wir saßen am sonnigen Morgen", gesungen vom hiesigen Dvppclquarteti, welches auch an diesem Abend wieder mehrfach bewies, dah seine Leistungen auf großer Hohe stehen. In bester Weise verschönte auch der Orchester- verein den genußreichen Abend. Mir Worte" wärmster Anerkennung dankte der 2. Gauvor- sitzende Schneider -Butzbach unter ftarEerZustimmung der Zuhöver allen Mitwirkenden für ihre vom vollsten Erfolg gekrönten Bemühungen um das gute Gelingen der Veranstaltung. T Grunberg, 14. Jan. Rach Beschluß des Eisenbahnausschusses des hiesigen Gemeinde ratS soll sich die Bürgermeisterei mit der Verwaltung der Butzbach—Grün- berger Si senbah'n zwecks Erbauung eines Wohnhauses für die Beamten auf dem in der Rahe der Eisenbahn gelegenen Gelände ins ^Benehmen setzen. Mehl liebt Joha, Gängen M, °it6cMGn10 Die ßto,.. «ich ß*, Schneider, ilt Dad-Da lige 6iR * wichtigsten DkM „ ton bE7- ' P&S st et^.rtznete KJ» (d manchs ' 4cUung Mc iituen -stleöho! lvl willlgt, - /Pti von Ämgeianoe lot gusschoß bMen. Anterausschuh. - 5 Teinixbeamten vir! i u 6 PrvM 3’tni1 tauf eines Srhoiun billigt. - Tie mit Mietpreise für die zu 600 Mk. für ei k ßen von bet Linke feit wurde tarn Prüfung überwiese yoss suchte für fei schastslon-Llsion na sicht daraus, daß schäften der Chara c 6 geleimt - Sie 1 oft en können iüi Bet und an zweit geaogen Verden. 1925 wurde feßgefei feil 2. $unb 18 M - Sin Gesuch -er etunfiung der öond mingen bei ‘Seamter ferfieuechslichi brr Q saht. - beschlossen eine Zuwendung vc der Linken wird $ sprich erhoben, d. sich daraus ergeb, s »Besprechungen" v Anfrage gerichtet, dch in der 2bei ^nser Kaiser" gef öffentlichen Sitzung -'Tausche A »"rgerungSgesuch 5 ' u f,. »irei •h- £• Lchotten J^trctu- Dpi, §ouamt und der « ®.«mcinbcrat qc Wen, der TchvrL ^vnsraum toitb ^urne für Ä 3\6e^-cl fini D„ltD die näheren Dierk gesM^ (tf RAPH Ärttorf noch ÄtrdjOain anftatt nach Alsfeld zu tneinbcrat fafttc in feiner jüngsten Sitzung gende B Schlüffe: DaS Holz auß bem Gemeinde- Wald soll demnächst öftentllch an Ort und Stelle Mark. Der schic de ne Rechnungs- Gießen (Gnauthstr. 12 p.), 14. Januar 1925. mit Dcmlnkltt. 106D E. Karn, Central-Drogerie, Sch ul Straße OH» hinaus emc Garantie leisten für eine Summe der Einnahmen, die insgesamt Die Beerdigung findet Freitag, 16. Januar, nachm 2' '. Uhrauf dem Neuen Friedhof statt. Groß en-Linden Ludwigstrahe 28. Ge- fol- für die darüber gewisse für die Alsfeld Gießen Wallwrstrahe 46 iinöungsfeier. M» elfen darauf hm, daß br! der ®euil$en ÄMartci alen IMpartei gemein «eraufialteten R-'chSgM- syrvsristr De. Aünhei die tzesirche übommer n < lol Tolles Zahnweh Stillt Dr. Bufleb- deet. Zahntropfen. Wer hohle Zahne bat, plombiere Butzbacher Zeitung- zuerst der Durger- r elfter gewählt, und dann die von diesem zu 'tätigenden Beigeordneten gewählt werden iihten. Die Stelle des Bürgermeister» wieder eingetrosten 503c l M. Alllhoi, Marklßr. 4. Rrets Friedberg. • Butzbach, 14. 3an. Der seit über 45 «en bestehende, seit KriegSbezinn aber nicht r abge^a te e Butzbacher Faselmarkt in diesem Jahre, und zwar am 1 2. März, ßöelnifie SroWüiieM mit vor^üfilidien bellen und t. ,;ilen QualitätSll'-.reu sucht noch einige Sier- aurschänke ttt Gießen u. Umgebung uttier gün- ktlgen BedlnLuu- flcuAUinieteu.'fcdjc. Angeb. m. Tarte guna der näheren . erbältniffe tmtet 4?>nz a. d. G.Anz. GeschäfLsverlegung Habe mein Geschäft von Wehsteinstraße 42 nach Weserstratze 1, Türe Nordanlage — gegenüber der Mädchenschule — verlegt. Aar! Beck Maschinenstrickeres (früher Roonftr. 6) Jur Blutreinigung und Auffrischung der Säfte ist die jetzige Jahreszeit besonders geeignet. Wir raten Ihnen, in der Apotheke 30 g Herber-Kerne zu kaufen, die unschädlich, aber von vorzüglicher Wirkung ftnb. Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, sicher AniversttätS-Apochele „Zum goldenen Engel". führen, fand keine Annahme. Die beteiligten Gemeinden müssen zunächst für ein Jahr Linien einen festen Zuschuß in bar und l leere Zi t, »ec sucht altes orbentL Cbevaar. 103 x Le- lohnutifl Sfr. Ang. u.O43tza.d Giest An«. Mein lieber Gatte, unser guter Vater Johannes Zufall Zinngießermeister ist nach längerem Leiden sanft eingeschlafen. Marie Zufall und Kinder. ttm mit troctenen Räumen und Bureau zu mieten oö öu kaufen gesucht. Schriftliche Angeb. unter 0447nn ft jetzt ausgeschrieben. Es wird möglichst in Äerwaltungtveamlcr gewünscht. Die Besolden. Karten silld bei M- : heutige Mige.) ra-Llub Dirhcn W> >n Freitagabend im greisen Mät für seine Wgiukr •trag über den >okogra-hie ®nü eine Prämiierung von Rindern und eine Verlosung vw. Butzbach, 14. 3an Bekanntlich wurden n einer Stadtverordnetenversammlung die beiden Beigeordneten gewählt, ehe der neue stät- ßche Bürgermeister bestimmt war. Gegen diese 12ahl ist Einspruch erhoben worden, weil -ich einer Auseinandersetzung des Justizinspek- Stadtveroürneten Btcrheller in der •Jen SSfi'Ä DL'L Wb, in »TjJ“? tritt Doit den ßanx3?arf iu: und im mit rrden. 1925 «Mt alt. Mjlfr - mit Seiten QRitMn r0 Ä Ni ifTpäa ö- ton 2 5°°» >ch« lalfto "W» «fr Aunfttninga ir8lto46£^nunJtn Ito tarnte ,wch vo- i toorDvH. begliche zeichWngen isi untrita S yteüt worden, harter- und tinifoim- te Dchrmacht. das fytr >qb Uebevgantzvh«r. «ekn worden, die allen- iden Anträge unbearbeitet igeben. auf dem heutigen laytviehmarkt: Och len und Kühe 13. Mtr eine 760. notizen. nder für Äonners' j ühr, „DerTeuselsschüier". ng: 8 Ahr, Aula der Uni- rtrag .Der harz". - Lichl- :ohe ,11m Krone uni -Lichtspiele! .Avulevnd- Gartenbauvereln Mr„Mt WjfS Iettins toirt KL ** H ttod« ®b reii 3«»tt i W 3aK1 Ssiwti61 E »Sfc stc dcr . Die Lurngc- IS-E A F» rÄ7°E t- ^ä«".®wsa! 14-Ä M «"* sich - m-Dtirrag- u. Abendessen äu mästiaem Preise mm 20. Ian. v. Gefchästsaeh. «es. Sfr. Ang. unt 04-17 a. d. Gteü-Anz. erb. Cod. jar. sucht für den Ren des Semesters eins möbl. Zimmer tötL mit Pension. Schr. Anaeb. u. 04 3 an d. Gtest. Anz. erb. utng wurde nach Gruppe XI, Ortsklasse B der Ikiatsbefolbungsordnung scstgeseht. Dem in ir Deutschen. Turnerschaft rühmlichst bekannt gc- idenen Professor Albert Wamscr. der das i uLtzbacher Turnwesen auf eine hohe, ehrenvolle itufe führte, wurde anlählich seines lÖjährigen 5cdei Schlosser W. Hans von Bieber war damit bc schäftigt. Bohrer zu schärfen, als plötzlich ein tut Feuer liegender Bohrer explodierte. Haus wurde von glühenden Stahlteilen so schwer in der Seite und im Hintertopf getroffen, daß ct in die Gießener Klinik verbracht werden mußte fpd. Frankfurt a. M., 14. San. Dc> bekannte Afrikafvrscher Leo Frobenius München, der in kurzer Zeit nach Frcmlfuri übersiedelt, um hier einen Lehrstuhl an der .UniDerfität zu übernehmen, ist im Besitz eines großen Afrika-Archivs, das eine nahezu einzigartige Sammlung von Druchschriften. band schriftlichen Auszeichnungen und Bildern zur Afrilalunde enthält. Der Magistrat der Stad". Frantfllrt hat einstimmig beschlossen, diese kost bare Sammlung zu erwerben. Die Führe» der einzelnen Stadtverordnetenfraktionen haben ihre Zustimmung zu dem Ankauf dieser wissen schastlich einzig dastehenden Sammlung bereits? gegeben, so daß der endgültigen Zustimmung nichts mehr im Wege stehen dürste. Bei bc* Erwerbung wird allerdings erwartet, daß sich der Staat unb viele private Kreise an dec Aufbringung der Kosten beteiligen. Er besteht außerdem die Aussicht, daß in den näd) stcn Jahren ein ähnlid)es Institut kommt, das nach gleichen Grundsätzen die chinesische Kultur durchsori'cht. wie es die Arbeiten von Frobenius tun Damit bat Frankfurt Aussicht, eine der ersten Kulturzentren in der Völkerkunde zu wer den. — Aus einem Auto. daS in der Goethe strahe einen Augenblict unbeaufsichtigt stehen ge blieben war, stahl ein Dieb einen Perlenbeutel mit Schm Ursachen im Wert von mehr als 3000 Mk. Der Diebstahl wurde von einem IG bis 18 Zähre alten Burschen ausgeführt, bei aber rasch entkommen konnte. — 3n einem hie figen Gasthause wurde einem durchreisenden Kam mann eine Handtasche mit Goldware«' im Werte von rund 8000 Mk. gestohlen. C Hersfeld, 14. 3an. Der älteste Teil der altebrtoürbig en Stiftsruine, dic Krypta, die 1040 in Gegenwart von Kaiser Heiirrich ill. eingetoeibt tr-utbc, ist neuerdings von Einsturzgefahr bedroht. Die Verscho luna des Mau-rwerts, ebenso wie der Mörtel 'wischen 6en einzelnen Steinen haben sich ge lockert. Es ist unbedingt nötig, daß der Fiskus durchgreifende Erneuerungsarbeiten vornehme» läßt. Bei der Hersfelder Stiftskirche handell es sich um eine der schönsten romanischen Kirchen' ruinen Deutschlands. C Bebro 14. 3an. Die Märkte in den kurhessischen Orten haben erheblich an Bedeutung Derforen. Bei den Krammärkten lohnt sich meist kaum die Veranstaltung. 2Tut die Diehmärtte haben noch Bedeutung. 3n ver schiedenen Orten ist man bereits daran gegangen, die Märkte einzuschränken. So droht langsam wieder ein Stück deutscher Dollspvesie zu verschwinden, die mit den Märkten verbunden war. versteigert werden. — Der FriedhosSauf- seher- und Totengräberdienst wird ab 1. Februar 1925 dem Wilhelm Weber zu Ridda übertragen. Wegen Reufestlehung her Kagd - und Fi 1 ckereipacht für 1924 bezw. 1925 wird zunächst in mündliche Derhandlmrg mit d?n Pächtern etngetveten. — Einem Gesuch um Gewährung eines Baudarlehens w'rd stattgegeben und beschlossen, den gleichen Betrag als GemeindLdar- leben zur Verfügung zu stellen, den der Staat gewahrt, - Ein Gesuch um Abgabe eines Bauplatzes wird im Einverständnis m t dem Antragsteller vorerst zurückgestellt. — Für die Gbec- haltung wird ab 1. San. 1925 eine Vergütung von 300 Mark Pro 2ahr bewilligt. — Dem Eintrag des Wilhelm Bähr um pachtweise Heber- lassung des Gartens unterhalb des Johanniter- türm» wird ft angegeben, die dem Gesuchsteller gehörige Mauer soll von der Stadt erworben werden. - Der Karussellplatz für den diesjährigen Herbstmarkt soll erst zur Vergebung kommen, nachdem dem fe'teerigen Pächter Gelegenheit zur Einreichung eines Angebots gegeben worden ist. Die Wasserleillmg soll nach der Abcllstraßr weitergrsührt und m'll drn Arbeiten alsbald begonnen werden. — Hieraus kamen noch einige Wohnungssuchen zur Verhandlung. 4. Ridda, 14. Jan. Gestern nachm. wurde hier im Gambrinus der Bethel-Film vorgesührt, wozu sich alle Schulen der Umgegend und von hier eingefunden hatten. Abends war die Vorführung für Erwachsene. Jedesmal war der große Saal voll von Zuschauern. In einzelnen Abteilungen wurden Bllder der Rot, aber auch der Liebe aus dem Heim der Epileptischen, aus der Heimat der Heimatlosen. auS dem Trinker- Heim unb der Fürsorgeerziehung deutlich vor Augen geführt unö die ungeheuere Ausdehnung der Anstalt mit ihrer vielseitigen Betätigung christlicher Liebe gezeigt. Paßende Gesangbuch- lieber, gefangen von den Anwesenden, füllten die kurzen Pausen aus. Die Darbietungen mach- ten auf jeden christlich Deutenden einen lief ernsten Eindruck. Pastor v. Dod.lschtoingh hat sich durch die Anstalten, Vie 8 000 Seelen mit 1 600 Schwestern unb Brüdern beherbergen, ein unvergeßliches Denkmal geschaffen, das der opferwilligsten Unterstützung gewiß würdig ist. Ä reis Alsfeld. -s» Alsfeld. 14. Jan. Gestern fand auf Veranlassung des hiesigen Kreisamts im Saale des Gasthauses „Zur Erholung" eine Versammlung der Vertreter der Gemeinden unb sonstiger Interessenten statt, die sich mit der Grrich- t un g von Kraftpostlinien im Kreise Alsfeld befaßte. ES handelte sich dabei um die Errichtung einer Postkrafttoageillinie Groß- Felda—Ehringshausen—Alsfeld und Ehringshausen—Kirtorf—AlSfeld. Rach einer längeren Aussprache wurden die von der Oberpostbircktion Darmstadt vorgeschlagenen obigen Linien unb die vorgelegten Fahrpläne von den anwesenden Gc° meinbebertretet» gutgeheißen. Ein Antrag d1, fr-*'1' 'K » Versessenes] 7M0 10 Monate zu leihen ober en. Angebote erbittet Kreis- t Jfenber in Wetzlar neues Kreishaus). W5P M. Einladung M ifl.uk Bahn.oe' 3(irifih*e liMsten- . Laae unt- n Siebener ttbeS- m$ nenßo£ Ä-Ä 0446 ie»M^ lN0 aibandf' ahM r» sk« Wx- rd icne ilrte . „ 015» len. .. ges'ulb S'-! ES c die Deutsche Reichsbahn als Großabnehmerin für rollendes Material fast völlig aus. was für die Firma bet der großen Leistungsfähigleit ihrer Anlagen für das Eisenbahnwesen besonders nachteilig war. In Esfen wurde ein neues Walzwerk sowie ein neues Elektrostahlwerk in Betrieb genommen. Der Lokoniotiv- und Wagenbau, der unter schlechtem Geschäftsgang zu leiden hatte, hat die erste deutsche Turbo-Lokomotive im Sommer 1924 berausgeb.acht. In den Ma chinenbauwerkstätten rourbc an der Durchführung neuzeitlicher 21t- bettswci'en zur Verminderung der Selbstkosten gearbeitet. Der Lajttraftwagenbau hat seine Er- -eihgung vermehrt, die Kruppschen Erntemaschinen, Düngerstreuer und Mllchentrahmer haben sich seht gut eingesührt. Im Baggerbau wurde die Erholung in letzter Zeit durch den Rückgang hex Braunlohlensörderung beeinträchtigt Die Beschäftigung in Gittermasten und Glcisftopfmaschi- nan ist befriedigend, in Dieselmotoren, Getrieben. Molorlokomotiven und Registrierkassen ist da« Geschäft gewachsen, ebenso in Kinoapparaten, chl rurgischen Instrumenten und Preßluftwerk- 1 trugen Im Textilmaschinenbau wurde die Her- [irllung von Radelwal-enstrecken und Karden neu ausgenommen. Die Geschäft?ergebnifse sind jedoch für die Maschinenbauwerkstätten im allgemeinen wenig befriedigend infolge unzulänglicher Preise. Der Geschäftsbericht betont endlich, daß auch im setzten Geschäftsjahr Kriegsmaterial in Essen das feit langen Jahren Laufstabe für Gewehre walzt und jetzt als einziger Unterlieferant von nicht hergestellt wurde. Das Stahlwerk Annen, rvhgewalzten ungebohrten Gewehrlaufstäben zugelassen ist, hat von der durch die interalliierte Kontrollkommission ancrfSnntcn Gewehrfabrik Simson in Suhl im Jahre 1924 einen Auftrag für etwa 25 000 Rohlinge erhalten. Der interalliierte lleberwachungsausschuh ist immer noch bei der Firma Krupp tätig. Nachdem feit November 1918 9173 Arbeitsmaschinen (44 Prozent des Gesamtbestandes) zerstreut oder zerstört und an Lehren und Vorrichtungen rund 9000 Tonnen vernichtet worden sind, steht eine Entscheidung lediglich noch aus über die Erhaltung einiger geringfügiger Anlagen auf dem Versuchsplatz Meppen sowie einer Anzahl von Werkzeugmaschinen, die für die Herstellung von Friedensmaterial notwendig sind. Die Durchführung der Dawesgesehe bedeutet für das Kruppsche Ge- famtunternehmen eine Belastung mit rund 34 Millionen Goldmark, wovon die Friedrich Krupp A.-G. rund 14,5 Millionen veräußerlicher Einzelobligationen zu tragen haben wird. Die Zahl der Werkangehörigen, einschließlich derjenigen der Tochterunternehmungen betrug am 30. Juni 1923 insgesamt 97 303, am 30. September 1924 insgesamt 71 320. - Auch die Tochterunternehmungen der Friedrich Krupp A.-G. verteilen Shaw: Der Teuf elsschüler. Erstaufführung im Stadttheater. Dieser „T e u f e l s sch ü l e r" gehört in den Anfang von Bernhard Shaws dramatischen Schaffen. Nicht allein zeitlich. Auch stofflich. Der Shaw, der heute auf unfern deutschen Bühnen seine Triumphe feiert, ist ein anderer an Ausmaß und Kraft. Unb wenn die Intendanz uns diesen „gestrigen" Shaw vorsehte, so tat sie boä wohl aus der Erwägung heraus, daß man an alles Neue sich getoöbnen muh. Wenn auch nicht übersehen werden darf, daß wir im Zeftalter einer sechzigstündigen Amerikafahrt schneller leben als vor zehn und zwanzig Jahren. Dieser .Teufelskerl". wie er ursprünglich hieß, ist noch ohne die vollendete Sicherheft und Rundung — sagen wir. um dem ersten das bisher letzte Werk gegenüberzustellen _ — der „heiligen Johanna". Die Handlung läuft vielfach im Zickzack. Ihr Mittelpunkt wechselt mit dem jeweiligen Schauplatz. Es gibt viel zu sehen und es passiert eine Menge babei. Kleinkrieg um das plötzlich geänderte Testament des verstorbenen Vaters, wobei dem „ungeratenen" Sohn peinlidycrtoeife der Hauptanteil in den Schoß fällt. Die guten, frommen, puritanischen Mitglieder der Famifte bersten vor Neid. Unb der Konflikt zwischen Muller und Sohn lagert als Schwerpunkt im Dau des ersten Aktes. Im Hause des Pastors. Die Situation aufs Haar wie in Rosalindes Salon in der ..Fledermaus". Nur mit Shaws Augen gesehen. Der Pseudogatte wird an Stelle des Pastors verhaftet. Morgen soll er gehängt werden. Der Pastor kommt zurück, hört von der Verhaftung des „Teufelsschülers" an seiner Stall: Wer ist nun ein anftänbigercr Kerl: der „Volles streit er" oder der andere? An dieser Stelle ruht das Fundament des zweiten Aktes. Und im britten? Da geht es eigentlich um die Auseinanbersetzung zwischen Amerika unb England. (Das Stück fpieft 1777 im Kampf gegen die englischen Kolonialtruppen.) Daß am Schluß noch alles gut wirb. Gott, bas ist uns der Dichter eigentlich schulbig nach den für die Beteiligten immerhin peinlichen Szenen, die vvrh ergingen. Ein „Melodrama" nennt es Herr Shaw. Da sind einige Szenen, die heute nur Shaw schreibt (schon damals schrieb). Wie der mißratene Sohn inmitten seiner so ehrbaren Familie sitzt, die ihn ausstieß..... Wie die geschlossene Einheitsfront der Verwandtschaft das „wenn auch" uneheliche Kind des verstorbenen Onkels aus seinen Klauen reißen will, dessen, der sich dem Teufel verschrieb, unb bie so plötzlich verschwindet, als er vom Anmarsch der Engländer erzählt (ohne die gefährdete Seele des Kindes zu retten, weil der eigene Leib in Gefahr schwebt.....) Wie vor dem Kriegsgericht, dessen Urteil schon vor dem Verhör feftftanb..... aber nein, das ist ja schon zum drittenmal dieselbe Szene, nur in anderen Kbstürn n, und so delikat abgewandelt, daß man es gar nicht merkt! Da sind vor allem einige Personen, Gestalten. die leben unb gelebt haben, auch ohne die entzückenden Plaudereien, in denen Shaw in seinen Randbemerkungen über sie spricht. Wesentlichst: der Teufelsschüler, Richard Dudgeon. In frömmelnder Umgebung, abgeschnitten vorn pulsierenden Leben, bei einer „strengen" Mutter aufgezogen, hat er eines Tages die Ketten zerrissen und ist baoongelaufen. Nicht zu dem ersten Onkel, der viel betet unb viel mehr Bier trinkt, nicht zu dem zweiten Onkel, der bei all seiner „Gerechtigkeit" als Pferdemaller den lieben Nächsten bei jeder Gelegenheit übers Ohr haut — nein, zu dem dritten, der offen unb freudig als Sünder unter soviel ..Gerechten" lebt, den bie Snglänber, leider, gehenkt haben (well sie gerade wieder einen brauchten.....). Natürlich war Richard auch mit bei dieser Haupt- und Staatsattion. Den anderen Verwandten jagt er das Gruseln über den Rücken. Angesichts ihrer Tugend hüllt er sich mit Wollust in feine Laster — in Wahrheit der einzig aufrichtige Mensch in der ganzen Gesellschaft, der, durchaus nrit Absicht, sein Rockfutter nach außen trägt Der englische General: Genlleman mit einer Mitgift von Geist. Witz und savoir vivre. — ,.O. wir haben Unglück in unfern Beziehungen zu ihrer 5amtfte“, sagt er zu Richard, als er hört, daß bet gestern gehenkte Peter Dougeon der Onkel des heutigen Todeskandidaten ist. U^.d voller farkastifcher Höflichkeit: »Ich hoffe. Sie begreifen, daß. toeim wir das Unglück haben follta.i, Sie zu hängen, dies bloß aus politischer Notwendigkeit und aus militärischer Pflicht ae° schehen wird, ohne daS leiseste persönliche Uebelwollen!" Der im Grunde seines Herzens praktislch- nüchterne Verkünder von Gottes Wort. Äer durchaus kein schlechter Kerl ist. Und seine kleine, eifersüchtige, hilflos kindliche Frau, der die Wellen des Lebens einen Augenblick über die unsicheren Füßchen plantschten..... Es steckt doch allerlei Gutes in dem Stück! • Zur Aufführung: Die Rolle des „Teuselsschülers" zu spielen ist eine nicht ganz dankbare 2lufttube, well der Zuschauer auf den Titelträger eben durch den Titel als auf die Hauptperson hingeftoßen unb der Held wiederum vom Dichter mehr als einmal arg im Stich gelassen wird. (Wie oben kurz angebeutet.) Daß ein fo, beweglicher Darsteller wie Kurt Joachim Baum (Richard Su^geon) sich über diese Lücken durch sein Temperament hinwegtragen zu lassen versucht, ist begreiflich, bah er dabei scheitern muh. ist bebauerlicj). doch im Stück begründet- So kam es auch, daß das Plus an Spannungsenergie, das in innerlicher Geste hätte gebändigt werden sollen, nach außen hin wirkungslos zeritob. Hier hätte die ^-piel- lei tung einsehen unb dämpfen müss-n: das Stück hat kein Spiel der geraden Linie, hier sind Szenen zu spielen, einige Komplexe zusammenzufassen, deren Held jewells wechselt! ileberan da, wo Daum das Stichwort zu geben ober es aufzunehmen hatte, war er am Platze: Sehr fein im Vaterhaus, wo er alles ed)tc Empfinden auf bie Essie zuspielt: sehr fein, im Ausnehmen des Rhythmus in der Zelle Inird» das Zufammenschlagen der Härrde: erfrischend auch in dem Ausbruch kurz vor der Hinrichtttng gegenüber dem General Durgvyne. Drei andere Figuren noch gaben dem Abend fein besonderes Gepräge: bie (Sfjie Gerda Dachseids, Judith Anderson der Freya SturmselS unb Felix Norfolks General Durgvyne. — Das erste ,3a“, das dieses verschüchterte Menscherllind zu dem erften Menschen spricht, der ein fteundllcheS Wort an sie richtet, blieb während der ganzen Vorstellung wie ein Helligenschein über ihr schweben. Die Frau Judith wäre schlackenrein gewesen, hätte sie den llmschwung. die Rückkehr zu dem einen Augenblick verkannten Manne durch eine minimale Umstellung glaubhaft machen können. Sie war eine Handbreit zu groß: Zu sehr Weib statt Weibchen. Ihr Gipfelpuntt lag in der Unterredung mit dem Gatten, wo sie fast leblos starr, die toten Augen irgendwohin gerichtet, beichtet, alles erzähft. — Mit keiner feiner Figuren hat es Dernhard Shaw jedoch fo gut gemeint wie mit dem General Durgvyne. Felix Norfolk hatte wohl begriffen, daß hier eine banfbare Ausgabe lag. Unb wenn er sie mit ber Ruhe des Mannes von Welt ergriff und mit unnachahmlicher Grazie erfüllte, fo mag ihm fein Wiener Blut dabei vollwertiger Heiser gewesen sein. Kari Juhnke lleh dem Pastor Anderson sein sonores Organ, Max Hofsmann dem Major Swindon ein scharsgeschnitteneS und Hartmut Brand dem Christoph ein Edummes Gesicht. Warum man die Galgenszene im Schluß- bild vor dem Markttasfee in Websterbridge (das offenbar infolge der Maristabilisierung renoviert war) spielte, ist nicht ganz einzusehen. Unb General Burg ohne würde, wie ich chn kenne, bei Anblick dieses Galgens seinen Gefangenen denn doch wohl geraten haben, sich erschießen zu lassen, trotz der Tüchtigkeit feinet Soldaten..... Die Spielleitung (Adolf Teleky): Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß Rich. Dudgeon der Held dieses Stückes ist. Man darf sich von der Ueberschrift ebensowenig nasführen lassen wie von dem Untertitel „ein Melodram". Deshalb sei wiederholt, was schon weiter oben gesagt wurde: der Teufelsschüler ist nicht ein gradlinig verlausendes, geschlossenes Stück: es sind mancherlei Begebenheiten, die nicht durch den Titelhelden, sondern durch einen leitenden Ausdruckswillen zu'ammengehalten werden, sonst droht dem Richard und her Ausführung ein gefahrvoller Ausgang. Doch auch hier wurde die Schlinge nickt zugezogen: Bernhard Shaw ist ein Dichter unb sein Teufelsschüler hat schon seine Feinheiten! c-s für das Geschäftsjahr 1923/24 keine Dividende. Die Papiermarkbilanz der F r i e d r ich Krupp Grusonwert A.-G. weist einen Gewinn von 200 000 Billionen aus, der in der Rvichsmark- Eröffnungsbilanz zum 1. Oktober 1924 Lufgegan- gen ist. Die Papiermarkbilanz der Friedrich Krupp Germanrawerft A-G. vielst keinen Gewinn bzw. Verlust auf. Mit AufträGn ist die Werft für das 2ahr 1925 und für die eWen Vlo- nale 1926 noch versehen. Der starke in-- umd ausländische Wettbewerb macht die Hei «nholung neuer Aufträge sehr schwierig. Die Atrssichten des Schiffbaues erscheinen sehr trübe, Dir Preise sind stark gedrückt und liegen durchweg; unter den Selbstkosten. — Die Papiermarkbibanz der A.-G. für Unternehmungen derPisen- und Stahl-Industrie, Berlin, wellst für das am 30. September 1924 abgelaufene proz, Ungarn von 1924 9,40, Sproz. Goldmexikaner (abgestempelt) 38. 5proz. Silbermexikaner (abgestempelt) 17, 3proz. dtr. 12,25, 5proz. Tehuanteves (abgestempelt) 24. Bankaktien: Kommerzbant 7,10, Darmstädter Bank 14,75, Deutsche Bank 13,70, Diskontogesellschaft 19,50, Dresdner Dank 9,50, Metallbank 21, Mitt deutsche Kreditbank 1,95, Reichsbank 71,12, Rheinische Kreditbank 3,75, Oesterreichische Kreditaktien 11,60. Montaonaltien: Du- Gelsenkirchen 105 bis 106,50, Harpener 145. Ilse Bergbau 32, Mannesmann 75, Mannsselder 5.40, Oberbedarf 1450, Otavi-Minen 31.50, Phönix 62.25, Rheinische Braunkohlen 69.42, Rheinstahl 57.75, Stinnes-Rieb eck 53.12, Rom- bacher Hütte 32.50, Laurahütte 7.62. Chemische Aktien: Badischer Anilin 34.25, Chemische Griesheim 37.37, Scheideanstalt 27.50, Elberfelder Farben 28.85, Th. Goldschmidt 28.20, Höchster Farben 25.80, Holzverkohlung 11,37, Rütgerswerle 23. Elektrvattien: AEG. 12.95, Licht und Kraft 9.15, Elektrische Lieferung 115.37, Lahmeyer 15.75, Schuckert 75.50, Siemens Halske 94 bis 93.50. Transportwerte: Hapag 31.12, Schantungbahn 3.60, Baltimore 6750, Anatolier 9.50. Sonstige Industriewerte: Kleyer 4, Aschaffenburger Zellstoff 35, Dingwerke 4.70. CementHeidelberg 101.25, Goldprozent, Dhckerhoff und Widmann 5.12, Deutsches Erdöl 6250, Deutscher Eisenhandel 7.62, Daimler 5.50, Spinnerei Hammersen 23.75, Hed- dernheimer Kupfer 10.45, Inag 2. Karlsruher Maschinen 4.6, Lechwerke 23.5, Gebr. Iunghaus 13.25, Metallgesellschaft 19.80. Reckarsulmer 9.30, Rheinisches Metall 13.25, Iulius Sichel 3.20, Peters Union 2.60, Pokorny 8.10. Chemische Mainz 12.25, Voigt und Häffner 2.20, Badischer Zucker 4.625, Frankenthalzucker 5.85, Osfstein- zucker 4.55. Die Börse schloß lebhaft und fest. Sevisemnartt Berlin—Frankfurt a. M. On Billionen Mark auf jebrüdt VuruoS-AireS. London. Nell» York, Japan. Rio de Kanetro für etne Ltnbett, Wien and Budapest für 100009 «ndenen. aCefi Übrige für 100 Ein betten.» Telegraphische Auszahlung. 1'1. Januar 14 Januar Repart. vmiliche vield lolteruni '-britf 9lnitu q: . cvclo o ist i t t 3r.._r 13 14 VmN -NvN 16J.34 1.8.96 lu9, l 169,76 volllvoll VrN.-?lnkw 21 OS 11 12 20.94 k1,09,43 MJ.22 vou voll Deft abgef) 5,907 5,927 8,909 8,929 vow voll Prag 1?,60 12,64 fr. 59 11,63 voll^voll Dudapesf . . 5,80 t.R? 5,73 6,105 voll voll Buen Aire» 1,674 V78 :,L66 1.670 vou voll B»l arten 5,125 8,61!, 3,021 3,13 vou voll stavan . . 0d 1^12 6,103 1,608 1,612 vou »oll 'n io de stau 1,101 t/9 1^.01 vou voll Belzrad . 6 o4 6,-o 6,87 6 89 voll voll L'ffobon -0.88 19,82 1-.88 19.32 ou voll ®a n r n ote< U. Januar. <$fP» I S»r'»' •Reu.i °l. HmfrifamlÄe Rotei» ..... 4,17 4,192 roll Belgische Roten 20 9 21 0 roll Dänische Roten 4 41 74 79 voll Englische Noten 19,81 fC,01 voll Französische "?oten ...... »2,49 2 81 voll Holländische Noten ..... 18, 8 69,82 voll Jtnlienische Noten ...... 17,' 17,49 voll Norwegische Noten..... 63.61 -3,88 voll Deulsch-Oesterr , a 100 ftronen 6,91 > 6,93 voll Rumänische Roten ..... 2,17 2,19 voll Schwedische Noten . . ...» 11:,6/ 1'8,?3 voll Schweizer Noten . . . . , GO. 2 11,? voll Spanische Noren ...... 8,7 9,05 voll Tschechoslowakische fllottitt - k, 5 U,61 vou Ungarische Noten b 7 6,77 voll Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zobeltih. 42. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Der Abstieg war schwierig wegen des loderen Lawinenschnees, irgendeine Wegspur auf dieser Seite nicht zu sehen, aber Masarbai als Vorreiter vermied leidlich geschickt die größten Unebenheiten des träger schen Bodens — man kam j wenigstens vorwärts, mußte einen eisigen Bach I durchqueren und imse ts b'S Flüß^ens *>ine I Steppenzone, auf der die Stürme den Schnee ’ dünenartig zusammengefegt batten. Hier traf man auch wieder aus Wolfsspuren unJ sah in der Entfernung die Silhouetten eines kleinen Rudels flüchtiger w ider Grunzochsen, die bald zu einer Wirrnis schwarzer Punkte wurden, um - dann dem Blick zu entschw'nd.-n. Am Rachmittag begann es zu nVeln, Schnee fiel, der Himmel schien sich zu senken und war wie in Watte gepackt. Trotzdem zog die Karawane weiter, in einem endlosen Weih, so daß keiner den andern sah — es toav nur ein instinktives Zusammen- bedien. Aber das Terrain stieg wieder an, mählich freilich, immerhin war man nicht mehr auf I der Talsohle. Ein Halt Masarbcrs rief Gert und Murray heran. Ein scharfer Ostwind hatte ! sich aufgemacht und riß weite Löcher in die Rebelwand, rollte auch zuweilen das Kalkweiß wie einen Vorhang auf, und dahinter zeigte sich ein seltsames Phänomen: ein gefrorener Wasserfall, 'der oben einen etwa fünf Meter hohen konischen Eiskegel bildete. Da oben aber fmachte der Berghang sich ab, und ein dunkles Etwas wuchs aus der Erde — ein Kirgisenzelt! Endlich wieder Menschen! Doch die Enttäuschung kam nach. Was Masarbai für eine Gurte gehalten hatte, erwies sich als eine gewaltige Steinpyramide, vielleicht das Denkmal irgendeines mohammedan scheu Heiligen, aber dagegen sprach das hohe, aufrechte, roh gezimmerie Holzkreuz auf der Spitze der PyraiNude. Masarbai war fassungslos und wußte keine Erklärung, und auch die beiden Europäer starrten verwundert auf dies Zeichen des Christentums. Man schien wieder auf einer kleineren Paßhöhe zu frin, doch das Wetter gestattete keine Umsicht. blieb nichts weiter übrig, als von neuem zu, rasten und den nächsten Morgen abzuwarten. Er stieg m t l icht r m Rebe! über die D.rge, so daß man im Osten schneeige Gipfel und iwrd- WÄrts ein blautoc hes Rundtal erkennen konnte, vo, ziemlich sanft abfallenden Höhen umgeben, in Äie sich an verschiedenen Stellen dunkle Linien gndben, alH suchten dort Abflußwasser ihren Wqg durch die Schneefläche. Es hagelte ein toeissg. Murray zog Den Kompaß zuvate, aber infolge des Wetters, das mit elektrischen Entlad s ngen in der Höhe verbunden sein konnte, vielleicht auch ii.folg.' von Eisenerzen int Gestein, zeigj e die Magnetnadel eine starke Unruhe. Ma- farüci hatte wieder seine Zuversicht verloren, glau&tc indes durch das Fernglas in der Tiefe Oer sRundmulde die Eismasse eines Sees zu sichte»,, den man für Den Karakul halten konnte. Doch '.falls auch nicht: In Seenähe befanden sich zweifellos F.rg fische Lager, die man zu erreichen suchen, mußte. Btwdrießlich setzte man den Marsch fort Die M ferde waren noch todmüde, die Knechte nrürristlh, selbst Murray hatte feine ewig gute Laune eingebüht und verbarg seine Sorge nrcht. Gert ziickte Darüber die Achseln. Man war auf einer E ntdeckerfahrt. Man war in diesem merk- würdigsn Geb.rgsbau vielleicht wirklich in Gegenden .geraten, Die noch lern Reisender betreten hatte. 'S Han wandelte auf unbekannten Pfaden, und dass Hübscheste war: was man entdeckte, entdeckte man nur für sich selbst. Gert entsann sich gewisser Splitter aus Der Literatur über dies Laistd Schon Die Griechen und Römer hatten Kenntnis der Pamirgebiete. 3m Altertum fühiste hier ein SjanDclstocg, Die sogenannte Seidenstvahe, aus Den römischen Kolonien nach China, und später ditz Straße der Destorianer, die den Mongolen in Zentralasien das Christentum brachten. Marco Ptzolo kletterte um 1272 durch diese ‘Serge und vier Jahrhunderte spater ein portugiesischer Missionar,, wie hieß er doch gleich? Aber erst die ®eg?ntmrt brachte denen, Die es interessierte, nähere A Ischlüsse über diesen verlorenen Weltzipfel, rustz sche, englische, schwedische, dänische, deutsche Rtz sende suchten ftch neue Wege durch Die verrückten Gebirgsketten und die verödeten Hochsteppen, in denen im Grunde genommen verdammt wenig zu finden war — und nun trottete man höchstselbst von einem Paß zum andern .und aus Tälern wieder auf allerhand Höhen und abermals hinab und abermals hinauf — 'und vielleicht war man gar nicht mehr in Pam r, sondern schon in den bucharischcm Bergen oder in den Ausläufern des Hindukusch in Afghanistan oder sonst irgendwo. Die Karten lagen unter Dem Schnee, Der Kompaß schien in Irrsinn verfallen. Masarbai war ein Quatschkopf, und Gvrdon Murray machte ein b-denkliches Gesicht. Herrgott, wie gleichgültig war cs, wo man im Augenblick steckte, unter welchem nördlichen Breitengrad und welchem Grad östlicher Länge — noch lebte man ja und hatte fallen lassen, was den wohlerzogenen Kulturmenschen mit Ketten belastete, und war schon mehr Kirgise als Europäer und pfiff aus Die Well Da draußen! Der Pfiff auf die Welt war allein schon ein Glück... Das Wetter blieb ungemütlich. Der Hagel hatte zwar nachgelassen, aber Der Wind wehte stark und die Sonne stand hinter Wollen^ Ein direkter Abstieg von hier aus war unmöglich, Denn Die Halde war von tiefen Schrunden durchzogen und mit spitzen Felstrümmern übersät. Ulan mutzte also vorläufig auf der Pahhöhe bleiben und Dem Kamm weiter folgen, der in Windungen nach Osten bog und reich an kegelförmigen Erhebungen war. die sich nicht umgehen liehen, sondern überstiegen werden muhten. Rach zwei Stunden ungeheuerlich beschwerlichen Marsches nahm mis Plötzlichkeit die Windstärke zu und Schneewirbel fegten durch die Luft. Aber durch diese schillernden Tromben fielen Die Schatten steiler Bergwände, Die vor dem Duran Schutz bieten konnten, denn ost gingen diese wilden Stürme so rasch vorüber, wie sie kamen, und zuweilen kamen sie sogar bei heiterem Himmel. Bis man die schützende Steilwand erreicht hatte, mußte man sich dicht zusammenschliehen, keiner durfte den Rachbar verlassen. Vorsicht von altersher. aus jenen Tagen schon, Da die ersten Romaden in diesem unguten Lande ihre kärglichen Sommerweiden suchten, gebietet, bei einem Heberfall durch Den Duran stehenzubleiben oder sich niederzukauern, bis er sich ausgetobt hat. Aber die Felswand winkte, BtmtfTurtet Verrewebörse. Frankfurt a. M., 14. Ian SS wurden notiert: Wetterauer Weizen 21,50 btfl 24,75, Roggen, inländ. 22 bis 24,25, Sommergerste für Drauzwecke 25,50 bis 32, Hafer, inländ. 18 bis 22,50, Mais, gelb 22 bis 23, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0, 39,50 bis 42, Roggenmehl 34,50 bis 38,50, Weizenlleie 14,35 bis 14,50, Roggenkleie 13,75 bis 14. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin. 14. Ian. Am heutigen Pro- duktenmarkt ist die effektive Ware sehr ruhig wie an den Vortagen, bei zögerndem inländischem Angebot. Terminware fest. Es notierten: Weizen, märt., 247 bis 254, Mai 284,50 bis 284, Roggen, märt, 236 bis 243, März 264,50, Mai 275.75. Gerste, märk. 295 bis 310, neue 212 bis 231, Hafer, märk. 186 bis 195, fromm. 176 bis 185. Mai 219, QHate (La Plata) 222 bis 224, Mai 214,50; frer 100 Kg. Weizenmehl 33,25 bis 35,25. Rogaenmehl 33 bis 35, Weizenlleie 16,20, Roa- genlieie 15,90 bis 16, Viktoriaerbsen 31 bis 35, kleine Erbsen 21 bis 23, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 17 bis 17,50, Ackerbohnen 18 bis 20, Wicken 16 bis 18, Lupinen, blau 12 bis 13. gelb 16 bis 16,50, Seradelle, alt 16 bis 18, Rapskuchen 18,40 bis 18,50, Leinkuchen 26, Trockenschnitzel 9,50 bis 9.80, Torfmelasse 9,60 bis 10, Kartoffelflocken 19,60 bis 19,80. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (AuS der „Radio-Umschau".) Freitag, 16. Januar: 11,55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Rachrichtendienst. 4,30 bis 6 Uhr: HausfrauenMRach- mittag. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6—630 Uhr: Die LesestunDe i Meisterwerke der Well- literatur) .Soll und Haben" von Gustav Frey- tag (Fortsetzung). 7—7,30 Uhr: Esperanto-Unterricht. 7,30 Uyr: Funkhochschule: Vorttag fron Professor Dr. Otto Schmitt front Städelschen Kunstrnstllut: „Deutsche Kabinettplastik des 15. Jahrhunderts". 8-830 Uhr: Die Besprechung (Theater und Kino). 8,30 Uhr: Tanzmusik der Kapelle Pinkus-Langer. 9,30 Uhr: Rachinchten. Wettermeldung, Sportbericht. 9,40 Uhr: Die Spätankündigung: „Lohengrin". 9,55 Uhr: Zeil- Vorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 Uhr Zettangabe. 10—11 Uhr: Lustiger Abend des Hausorchesters. Mitwirkung: ßiefel Simon lieft aus dem „Buch Der Torheiten" von F. v. Ostini: Herr Gareis (fron der Frankfurter Oper) singt Lieder zur Laute. Ans dem Amtsverkündiftungsblatt. * DaS AmtSverkundigungSblatt Rr. 4 vom 13. Ianuar enthüll: KarnevalisttscheS Treiben. — Freilassung von möblierten Zimmern vom Mieterschutz. — Maul- und Klauenfcuche tn Lang-Göns. — Abschuß von Eichhörnchen usw. — Die Kirchen- und Stiftungsvoranschläge für 1925. — Prüfungen 1925. — Osterferien 1925. — Behandlung der Zugtiere im Winter. — Waffenscheine. — Dienstnachrichten. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. Religionsgemeinde. Gottes-, k. Gemeindeh Lonystrahe 4. Samstag, Den 17. Januar. Doradd. 4.45. tnorg. 9.00, abds. 5.05 u. 5.45. Isr. Religionsgesellsch ast. Sabbatfeier. 17. Ian. Freitag abd. 4.30, Samstag vvrm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 5.45, Wochengottesd. morg. 7.00, abends 4.30. Schlank fein, beißt jung fein.' Scklaoke Personen ruhten äußerlich ntchl nur jugendlicher, sondern lind rarsächlich auch körperlich elastisch und letsmngSsähiger als korpuleme. Gerade in den Wintermonulen artet der Körperansatz infolge bei in der kalten Jahreszeit vorhandenen Neigung des Organismus zur FettbUdima allzuleicht zur all- gemeinen Korpulenz aus. Slnd Sie korpulent oder besteht bet Ihnen Neigung hterzu, so roten wir Ihnen, in Ihrer Apotheke echte Toluba-Kerne. 3'> oder 60 Gt am'n, zu kamen, bte völlig unschädliche Stoffe von fett ehrender Wirktmg euthalten. Ber- langen Sie aucorücklich in den Avothelen Toluba' Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, Rthet UniverstiätS-.'ipotbeke ,.Sutn goldenen Engel". Llsg Eine Qual ist der Husten. Die tausendfach bewährten Sagitta» Husten Bonbons befreien Sie davon. 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Man sah nicht weit in Dem Schneegewimmel, aber das. was Gert foeben noch in matten Umrissen fror sich gesehen hatte. Die Packpf erde mit ihren Führern, das verschwand das versank in aufbrodelndsn weißen Wolken. Unter hellem Wiehern stieg Der kleine Gaul Gerts mit schlagenden Dorderhufen kerzengerado empor und warf sich dann auf Der Hinterhand herum. Gert ahnte nur, daß das seine Rettung, er wußte nicht, was geschehen war, aber es strich das Begreifen von etwas Unerhörtem und Furchtbarem schmerzhaft Durch sein Hirn. Und allmählich kehrte Die Lebenskraft in ihn zurück und wurde das Bewußtsein stärker — in® Da begann auch er zu schreien. Hundertmal rief er Den Ramen Murrays, bis er heiser wurde und der ihm in den Mund wehende Schn« zu Wasser geworden über Lippen und Kmn rarat. Don selbst, ohne Zügelung. Drängte das Pferd Den Weg zurück. Und Gert fühlle, daß das richtiger Instintt war, Denn Da vorn lag das Unbegreifliche, das im Ru Den Tod brachte, lag Der weiße Schrecken. Aber auch der Gaul taumelte, er prustete kläglich unter dem Druck des Sturms und Der Höhenluft, schaumige Blut- streifen sickerten aus seinen Rüstern — und plötzlich stürzte er, er brach zusammen wie vom Schlage gerührt. (Fortsetzung folgt.)