Montag. H. vezember 1925 Ur. 292 Lrftes BKM u5. Jahrgang GienenerAnzeige General-Anzeiger für Oderhessen vnick vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Stetnörncferci 8. Lange in Sietzen. Zchristlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annah«« von Lazrigen für dt, lagetnummec Ha zum Nachmitlag vorher. Preis für f mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breile örtlich 8. ausmürls 10 Reichspfennig; für Rk- klameonzcigen n&n 70 mm Breite 35 Reichspfeimlg, Platzvorfchrift 2Ö* , mehr Tbcfrebohlfur Dr. Jriebr Wilh Lange. Verantwortlich. für Politik und Feuilleton Dr. Friede. Will). Lange; für den übrigen letl Ernst Dlumschein; für den An» zeigenteil Hav» Füstei. sämtlich in (Breiicn. Erscheint täglich,außer Smnrtags und Feiertags. Beilegen: Vtetzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Vsnais-Ve;ng,preir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt, ^ernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme des deutsch-russischen Handelsvertrages. Deutscher Reichstag. Der!in, 12. Dez. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des deut sch-russischen Handelsvertrages vom 12. Ot- tober 1925. Abg. Dr. von Freytagh-Lorrng- hoven (Dn.) stimmte den Verträgen zu und betonte, seine Freunde hätten sich imnzer für nn gutes Einvernehmen mit Rußland ausgesprochen Manche Bedenken seien gegen das Äeichsschutz bjommen zu erheben, aber immerhrn Verde die Stellung der Deutschen dem vertragslosen Zustand gegenüber verbessert. Abg. Dr. Haas (Dem.) begrübt den Av- schlich des Vertrages als erste praktische Durch- be8 Rapallovertrages. _ 2lbg. v. Graefe (Böll.) lehnt bie Verträge ab. weil er der Meinung ist. daß der deutsche Ehrenstandpunkt nicht gewahrt sei. Gute wirtschaftliche Beziehungen wollten auch die Bol» Äschen zu Rußland aufrechterhalten. Qlbg Dauch (Dt. Bpt.) betont, auch nach Lem Abschluß der vorliegenden Verträge habe 3>er rutsche Kaufmann in Rußland nicht die Recht«ga rantien, die ihm in anderen Ländern gesichert worden seien. Trotz aller Be- Denken seien aber die Verträge aus polrt^ Ich en Gründen zu begrüßen, denn Deutschland mb Rußland seien aufeinander ange- Viesen. Abg. Dr. Kreß (Wirtsch. Vgg.) weist auf ras besondere staatsmonopolistisch eWirt- schaftssystem hin, das Rußland beim Vertrags- Abschluß eine weit stärkere Stellung verschafft habe als Deutschland. Dieses System führe auch Lazu, daß das Dertragsvcrhältnis nur der deutschen Großindustrie, nicht aber dem deutschen Mittelstand Vortelle bringe. Abg. Rauch (Bayer. Dp.) erklärt, die Verträge hätten die schlimmsten Befürchtungen der deutschen Wirtschaft bestätigt. Rußland habe durch sein Außenhandelsmonopol und seine Handelsdelegation einen großen Borsprung. Die deutsche Regierung sollte das ausgleichei, indem sie and) der deutschen Aotschast in Moskau eine solche Handelsdele- oa t i o n angliedert. Aus politischen Gründen werde inan die Verträge annehmen müsien. Die deutsch-russischen Verträge werden hieraus in zweiter und dritter Beratung mit großer Mehr» ! heil endgültig angenommen. j Es folgt die Beratung der Verträge zur ErwerbsLosenfürsorge. Der Haushaltsausjchuß beantragte eine Ur- Höhung d e r Unterstützungssätze der .^auptunterstützungsempfänger um 20 Proz., der »nterstützungsberechtigten Familienangehörigen um HO Proz. Abg. Aufhäuser (Soz.) macht die Wirl- tzchaftspolitik der Reichsregierung und der Industrie- I Kartelle verantwortlich für die gegenwärtige Wirt. Schaftskrise und die Steigerung der Arbeitslosigkeit. I 2ie längst notwendige Einrichtung einer A r b e i t s» losen Versicherung sei planmäßig verschleppt morden. Don vielen Arbeitgebern werde die Krise l Lazu benutzt, um mit dem Druckmittel der Entlas- I fang die Angestellten zur 'Anerkennung verschlechterter Arbeitsbedingungen zu zwingen. An einen Abbau der übermäßig hochbezahlten Direktoren aber Werde in der Wirtschaft nicht gedacht. Der Redner wirft dann der Regierung vor, ^cch sie die parlamentarischen Arbeiten bei der Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung durch Hr Verhalten verzögert habe. Dr. Luther Habe sich als Vollstrecker des antisozialen Unter, nehmertums betätigt. Die Arbeitnehmerschaft werde sich mit den jetzt gewährten Almosen n'.cht begnügen. Dr. Luther habe zwar für die Masse 5er ärmsten Erwerbslosen nichts übrig, wohl ober für den arbeitslos gewordenen Minister schiele. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. R a e d e l (Komm.) begründet einen Antrag seiner Fraktion auf sofortige Erhöhung 2er Erwerbslosenunterstützung um 100 Prozent unb Abhebung der Karenzzeit. Abg. Koch-Düsseldorf (Dn.) erklärte zu litik, der Kunst und des Schrifttums waren an.orsend, u. a. auch der bisherige Intendant der StaatSoper, von Schillings, in Begleitung des berno- krattschen Fraktionsführers, des Aba. Koch- Weser. Mit lebhaftem Beifall begrübt, trat bann Reichsaußemninister Dr. Stresemann an bed Rednerpult. Er erklärte einleitend, der Schwebezustand, in dem sich jetzt die geschästSsührende Regierung befinde, entbinde ihn vrm der Verpflichtung, über Politik zu reden. Gr wolle seine heutigen Ausführungen kulturellen Fragen widmen. Die auswärtige Kulturpolitik findet ihre höchste Form in der gcmeiifamen ü'ernallonaten Verwaltung der Kulturgüter. Das setzt Entsagungen voraus bei denen, die an der Macht find und zugleich im Besitz der höchsten Kulturgüter zu sein glauben. Hinsic^lich der allen Kulturen erstreben wir nur einen freien Wettbewerb, nicht den Kampf. Das deutsche Kulturgebiet dehnt sich weil aus über die Grenzen des Deutschen Reichs. Dr. Stresemann wies weiter darauf hin, daß 30Millionen deutschen Blutes heute außerhalb dieser Grenzen leben. 9 Millionen sind vom Kern des deutschen Volkstums abgetrennt und in den Zustand der Minderheit gelangt. Hier seht unsere große Aufgabe ein. Die Deutsch?n int Ausland sind nach der Reuordnung Europas zum deutschen Gesamt-Volkstum in ganz neue, wichtige Fragen aufwerfende Verhältnisse getreten. Heb ereil in Europa steht das Deutschtum im schweren Kampf um die Erhaltung seiner Kultur, ein Kampf, der keineswegs aussichtslos ist. Wer die verschiedenen Tagungen deS AuSlanddeulschtums mitgccre^t hat, der hat erfahren, daß das ZugehorlgkcittgefLhl heute weit größer ist, als es jemals in den Zetten des Krieges war. QHan kann vielleicht, so fuhr der Minister mit deutlicher Anspielung auf die jüngsten Vorgänge in Bozen fort, Denkmäler zerstören ober fortbrwegen, die Kunde g-ben von dem Geiste eines Ortes und seiner Bevölkerung, aber der Geist eines solchen Volkes ist unzerstörbar, auch wenn man versucht, seine äußerlichen Bekenntnisse zum Schwelgen zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Die deutsche Kultur muß wissen, bah sie eine Heimat hat, daß allen staatlichen Grenzen zum Trotz der große Gedanke einer deutschen Kultur- gemein! chaft lebt. (Beifall.) Der Boykott der deutschen Wissenschaft während und nach der Kriegszeit ist ein tief beschämendes Kapitel in der Geistesgeschichte der Welt. Wer heute noch glaubt, daran festhallen zu müssen, befindet sich in Gefahr, sich bei dem allenthalben einsetzenden Abbau der Kriegsfolgen zu verspäten. Es ist ein Anachronismus, wenn wissenschaftliche Organisationen noch glauben, an dem Ausschluß deutscher Gelehrter, festhallen zu können. Die Zeit läuft eiliger, als in mancher Studierstube geglaubt wird. Möge man schnell damit auf hören, nicht deshalb, weil der Fortbestand dieser Anschauung die deutsche Wissenschaft gefährdet. Die deutsche Wissenschaft hat das Schlimmste übex- wunden. Sie ist zum Geben nicht weniger befähigt als früher. Zwänge man uns in eine geistige 3s olierung hinein, es gäbe wohl kein Volk, das sie eher ertragen konnte als das deutsche auf Grund dessen, was es aus eigenen Kraft und eigenem Geist für sich und alle darzubieten vermag. (Brifall.) Wer garu im Geiste seines Volkes lebt und ihn zum höchsten Ausdruck bringt, der vermag auch der Welt das Größte zu geben. Ein Goethe und ein Dante gehören bet ganzen Well, weil sie ganz den Geilt ihrer Völker verkörperten. Wer einen übernationalen Kulturaustausch Verbindern will, der schaltet sich selbst aus der großen Kultur- Gemeinschaft der Völker aus. 3etzt, wo sich in 0er Politik des Streben zur Verständigung zeigt, ist es eine Anomalie zur politischen Sage, wenn der Boykott der deutschen Wissenschaft irgendwie noch aufrechterhalten wirb. Die Abrüstungskonferenz. Genf, 12. Dez. (Wolff.) Der Völlerbunds- rat genehmigte drei von Benesch vorgelegte Entschließungen über die Vorbereitungen der Abrüstungskonferenz . Danach sollen in dem Vorbereitenden Ausschuß für die Abrüstungtkonse- renz 16 endgültig bestimmte Staaten vertreten fein, nämlich sämtliche Ratsmitglieder und außerdem Bulgarien. Finland, Holland, Polen, Rumänien und Südslawicn. Außerdem wurde der gegenwärtige Ratspräiioent Srialoja beauftragt, die Regierungen Deutschlands, der Verein. Staaten und Sowjetrußlands zur sofortig:n Teilnahme an den Arbeiten des Vorbereitenden Ausschusses einzuladen. Der Vorbereitende Ausschuß soll erstmals am 15. Februar 1926 in Senf zusammentreten. < 62° ber die 3m Landtag brachte die Fraktion der deutschen Dolkspartei folgende kleine Anfrage zur Erstreckung der Anmeldefrist auf Grund des § 16 des Aufwertungsgesetzes ein: Aach § 16 des Aufwertungsgesetzes findet die Aufwertung vonAnsprüchen auf Grund Dort» Halles der Rechte oder kraft Rückwirkung (dies in den Fällen von Zahlungen nach dem 14. 3uni 1922) nur statt, wenn der Gläubiger den Anspruch auf Aufwertung biS zum 1. 3anuar 1926 bei der Aufwertungsstelle anmeldet. 3n weiten Krei'en der Bevölkerung, insbesondere auf dem Lande, besteht noch vollkommene Lln - t e n n t n i s über die einschneidende Bedeutung dieser A u s s ch l u st f r i st, deren Versäumnis die Zerstörung der gesetzlichen Aufwertungsansprüche zur Folge hat. Lim weite Kreise der Aufwertungsgläubiger vor sonst unabwendbaren Schaden zu bewahreir, ist es notwendig, die kurz bemessene Frist zu verlängern. Wir fragen deshalb an: Ist die Regierung bereit, bei der Reichsre- gierung im Sinne einer Verlängerung der Frist des § 16 des Aufwertungsgesetzes bis zum 1. April 1926 unverzüglich vorstellig zu werden? Der Leiter der RechtSabteilunq des Voller- bundssekretariats van Hamel ist vom Rat in geheimer Sitzung zum Oberkommissar des Vollerbundes in Danzig ernannt worden, van Hamel ist Holländer und als Deutschenfresser bekannt. verwendet wurden. Acht Banditen wurden tötet, ein neunter schwer verletzt. Dieser gab Polizei alle Helfershelfer der Bande an, verhaftet wurde. Ans Tlahrungssorgen in den Tod. Die hessische Polizei hat dein Minister d. Brentano aus Anlaß seines 70. Geburtstages durch ihre Chefs, die Polizeidirektoren Usin- ger-Darmstadt, Dittmar-Offenbach, Vohmann-Mainz, Büchler-Gießen und Oechler-Darmstadt eine nach einem Entwurf der Technischen Lehranstalten in Offenbach hergestellte künstlerische Adresse in künstlerisch hervorragender Schrift auf einer Per- gamenteinlage, die sich in einer Mappe aus blauem Saffianleder befindet, überreichen lassen. gewählt. Aach den Dezemberwahlen von 1924 wurde Löbe, der in seiner Amtsführung sich die Anerkennung aller Parteien erworben, zum zweiten Male zum Präsidenten des Reichstages ge- wählt. Der Staatsgerichtshvs des Deutschen Reiches entschied in der Rechtssache des Deutschen Reiches gegen Preußen. Bayern, Sachsen, Baden und Hessen zur Frage der Wasservertehrsstratzen des Reiches, daß zwischen dem Reich und Preußen, Baden und Sachsen, Hessen und Bayern die Organisation der Wasserstrahenbehördrn nicht als Llebernahmebedingung im Sinne des Art. 171 der Reichsverfassung anzusrhen sei und daher nicht dem Spruch des Staatsgerichtshofes unterliege. Das Reich sei demnach berechtigt, seine verfassungsmäßige Liebergabe zur Unterhaltung der Wasserstraßen durch eigene Behörden durchzuführen, wenn aus der Reichsverfassung unmittelbar eine Pflicht dazu nicht her- gclellet werden könnte. Aach einer halbamtlichen Mitteilung hat das Gesarntstaatsminifterium d:n Ausnahmezustand in Bayern aufgehoben. Für Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel gelten nuirmehr uneingeschränkt die Vorschriften der Reichsverfassung, welche den Polizeibehörden bei unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit die Möglichkeit zum Einschreiten, zu Verboten und Einschränkungen geben. Derb rannt. In Quirnheim (Pfalz) kam das zweieinhalbjährige Töchterchen des Landwirts Reuter beim Spielen in Abwesenheit der Eltern dem Ofen zu nahe, wobei seine Kleider Feuer fingen. Dav Kind stand sofort in Hellen Flammen und erlitt so schwere Verletzungen, daß es bald darauf starb. Der Hund Im Schafstall. In Schlüchtern drang ein großer, bisher nicht ermittelter Hund in einen Schafstall ein, zerriß mehrere Tiere und verletzte zahlreiche andere durch Bisse derart, daß sie abgschlachtet werden mußten. Dlindenzählung in Deutschland. Aach einer medizinischen Fachzeitschrift soll im kommenden 3ahrc eine Blindcnzählung in umfassender Art vorgenommm werden, und zwar in Verbindung mit der geplanten Gebrechlichenzählung. Durch die Augenärzte soll dabei die Llrsache der Erblindung, die Krankhritsdiagnosc, der Grad der Blindheit und die etwa mögliche Besserung feftgestcllt werden. Eine russische Räuberbande überwältigt. Eine in dem Gouvernement Orloff Kursk ihr Llnwesen treibende Räuberbande, dir erst kürzlich eine aus neun Personen bestehende Dauern- samilie ermordet hatte, ist jetzt von der Polizei unschädlich gemacht worden. Die Polizei umstellte das Haus eines Kirchendieners, in welchem die Bande übernachtete. Zwischen den Räubern und den Polizeibeamten entspann sich ein IVrstündiger Kampf, wobei auf beiden Seiten Handgranaten Noch Keine Entscheidung im MossulKonfliKt. Gens, 12. Drz. (WB.) Der heutige Sonntag hat die Frage der Beilegung des Mossul- konsilltes nicht vorwärts gebracht. Die Lage ist gekennzeichnet durch einen vollkommenen Stillstand, obwohl unter den Ratsmitgliedern zahlreiche Besprechungen stattfandcn, die mit dem Mofsulkonflikt in Verbindung gebracht werden, und obwohl das Dreierlomitee selbst ebenfalls getagt hat. Ein abschließender Bericht des Dreierkomitees liegt auch heute abend nicht vor. Der Stillstand scheint teilweise auf den Eindruck der Reise des türkischen Außen- ministers nach Paris zurückzuführen sein. Der Minister ist vormittags in Paris ein» getroffen. Eine Begegnung mit Br.and hat nicht ftattgefunden . Ruchdy Bey kehrte nach einer langen Aussprache mit dem türkischen Botschafter Fechy Bey gestern abend wieder nach Genf zurück. Meldungen, die durch Havas bestätigt werden, besagen, daß die Türken durch Vermittlung Driands dem Dölkerbundssekretariat fvl- genoe Vorschläge zur Regelung der Mossul- frage unterbreiteten: 1. Abtretung des südwestlichen Zipfels des Euphrat an den 3rak, 2. Abstimmung im gesamten strittigen Gebiet. Die Türken kamen des weiteren auf ihren bereits im September gemachten Vorschlag zurück, der darin besteht, daß England, Persien und der 3rak einerseits und die Türkei andererseits einen Handels- und S i ch e rh e i ts v e r t r a g schließen. England müsse das Gebiet, das es besetzen werde, entmilitarisieren, während die Türkei bereit sei, das gleiche für die unter seine Souveränität gestellten Provinzen zu tun. Wenn die französische Regierung diesem Sicherheitspakt beitreten könne, werve man das begrüßen. Chamberlain soll diesen Kompromißvorschlag abgelehnt haben. gur ßage in Syrien. London, 14. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Neuler meldet au5 Beirut: Der neue französische Ober (ommiffar d e Jouven el erklärte, in ganz Syrien nut Ausnahme der Bezirke von Damaskus und Dschebel Drus, wo eine kleine Minderheit nicht Aus Hessen. Darmstadt, 13. Drz. Landtagsabgeordnter Kindt (Dntl.) hatte int Landtag eine Anfrage eingebracht, worin auf eine Anfrage des Gemeinderatsmitgliedes Mathes in Hirschhorn hingewicsen wurde, der beim ßanbeSamt für das Dildungswesen angefragt hatte, auf Grund welchen ministeriellen Erlasses es den Eltern verboten fei, ihre Kinder zu einem Sommerfest mit schwarz- weißroten Bändern oder Fähnchen ?u senden und auf Grund welchen Erlasses ich ein Lehrer strafbar mache, wenn er solche Kinder bei einem Sommers est dulde. Ministerialdirektor Ll r st a d t habe in seiner Antwort auf eine Mimst erialvervrdnung vom 26. August 1922 verwiesen, nach der das Mitführen von schwarz'veitzroten Fahnen an Iugrndtagen verboten sei. Auf Grund der gleichen Bestimmung sehe sich auch ein Lehrer der Bestrafung aus, toam er dies dulde. Die Ziffer 4 der Verordnung des Gesamtministeriums vom 26. August 1922 laute wörtlich: „DaS Tragen von Annchen jeder Art mit Ausnahme der Reichs- und LandoSfar- ben und der vom Deich oder einem Land verliehenen Kriegsau 2z.ichnungen ist Lehrpersonen im Dienste und Llnterricht untersagt." Abg. Kindt fragt an: Warum hat „Der Staatspräsident Hessisches LattdeLamt für das Dildungswefen, gez. i. V. Ll r st a d t“ dem Mitglied des Gemeinderates zu Hirschhorn a. A. Herrn 3oh. Lud. Mathes eine den Tatbestand unwahr darstellende Antwort gegeben ? Die statistischen Erhebungen über die Anwendung der Verordnung über Straffreiheit vom 5. September d. 3- ergeben folgendes Bild: 1. amnestiert wurden 268 Personen, 2. Untersuchungen wurden niedergeschlagen gegen 52 Personen, 3. Straferlaß wurde zuteil 216 Persoren, Gefängnisstrafe wurde erlassen 117 Personen und Geldstrafen wurden erlaßen 98 Personen. Die verfassungsgebende Versammlung in Pers ien hat einstimmig ein Ergänzungsgefeh zur Verfassung angenommen, das Riza Khan Pahlawi die Konigswürde zuerkennt. Aach diesem Ge'eh wird sein ältester Sohn Kronprinz und die Konigswürde bleibt in der neuen Dynastie erblich. gegen Frankreich, sondern gegen Syrien Krieg führe, herrsche Ruhe. Bei seiner Ankunft in Aleppo habe eine große Kundgebung für die Trennung Aleppos von Damaskus fiaitgefun- den. Dies sei das Ergebnis des Bruderkrieges. Ein Bandenfiihrer, der im Tschagulavieriel von Damaskus operiert, hat an ein örtliches Blatt einen Bries gerichtet, in dem er sagt, er habe 40 Mann abgeordnet,um d e Jouvcnel den Kopf abzu- schlagen. Das sei Syriens Antwort auf seine Rede. Neues von Abd el Krim. Paris, 14. Dez. (Wolff.) Wie der „Petit Parisien" mitteilt, veröffentlicht die in Paris erscheinende russische Zeitung „Dni" eine Mitteilung, nach der fünf Bevollmächtigte Abd el Krims gegen Ende Aovembrr in strengstem Inkognito nach Moskau gekommen seien. Am 5. Dezember soll das offizielle Organ des Volkslommissariats für den Krieg, der „Rote Stern", einen Artikel Abd el Krims mit der Lleber'chrift „Linser Kampf für die Freiheit" veröffentlicht Habnr. Abd el Krim schlage darin vor, Europa möge auf die unnützen Abenteuer verzichten und Marokko räumen. Wenn fie es nicht räumten, so würden die Rifleute sich bis zur Befreiung aller arabischen Völker der LIfer st aalen des Mittelmeeres und derer, die in Kleinasien wohnen, schlagen. Das freie Marrokko und daS freie Arg ypten würden die beiden Stützpunkte dieses Kampfes fein. Eine andere Sensation weiß das Pariser Mittagsblatt „Paris Midi" zu berichten, Abd el Krim habe mit dem englischen Finanzmann Gardiner Londacre in London einen Vertrag abgeschlossen. Auf Grund dieses Vertrages werde gegen die Zahlung von 300 000 englischen Pfund Gardiner das Recht zugestanden, eine Staatsnotenbank im Rifgebiet zu errichten. Außerdem fei ihm, vorausgesetzt, baß eine reguläre Regierung des Aifgebiets die Genehmigung hierzu erteile, eine weitgehende Konzession auf einem Gebiet von 15 000 Quadratkilometer hinsichtlich der Ausbeutung der Gruben. Wälder, Eisenbahnen, Häfen, Telephon und Telegraphen ufw. übertragen worden. Der Vertrag fei für die Dauer von 99 3ahren abgeschlossen werden Für die Nachrichten muß den gern in Sensationen arbeitenden Pariser Vlattern die Verantwortung überlassen bleiben. Die Westmächte und Rußland. Tschitscherin bei Briand. Paris, 14. Dez. (WTB.) Der russische Außen- tommisiar Tschitscherin, der von Wiesbaden in Paris eingetroffen ist, halte eine Unterredung mit dem Mimsterpräsiedentsn Briand, über die das „Journal" folgendes mitteilt: Alle zwischen den beiden Ländern schwebenden Fragen seien zur Sprache gekommen. Für Mittwoch sei eine neue Desprechüng vorgesehen. Tschitscherin und Ra - k o w s k i, Der russische Boisa;after in Paris, würden sich alsdcum nach M oskau begeben, um der Sowjetriegerung Bericht zu erstatten. Rakowski würde erst gegen Mitte Januar nach Paris zurück- fehren, dann werde die große Aussprache beginnen. Französischerseits würden zwei Punkte als wesentlich betrachtet: Zunächst eine gerechte Regelung der Rechte von Besitzern russischer Wertpapiere und der geschädigten französischen Interessen in Rußland. Andererseits betrachte Frankreich den Wiedereintritt Rußlands in die europäische Politik als untrennbar vom aufrichtigen Willen nach Wiederaussöhnung. Dieter Wille müsse sich darin bekunden, daß Rußland die ■Umtriebe. die es unter dem Deckmantel der Dritten Internationale sortgeführt habe, auf • gebe. Das Vlatt erinnert an das Mißtrauen her Bolschewisten gegen den Völkerbund und die Abmachungen von Locarno. Es bemerkt, daß die großen Schwierigkeiten offensichtlich darin bestünden, die Politik neuer aufrichtiger Mitarbeit Rußlands mit der revolutionären Strömung Eow- jetrußlands in Einklang zu bringen. Die russische eg'.eruRng müsse beweisen, daß sie fähig sei, diese Politik zu realisieren. Davon hänge der Erfolg der Verhandlungen ab, von denen man bisher lediglich fagen könne, baß die Staatsmänner sie mit einem ernsten Meinungsaustausch eingeleitet hätten und von gutem Willen beseelt seien. In einer Unterredung mit dem Vertreter des „Obseroer" erklärte Tschitscherin u. a.: Rußland hat wiederholt feine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, seinen Gläubigern entgegenzukommen, um eine Regelung der Schuldenfrage zu vereinbaren. Rußland wünscht die sofortige Regelung der TNeinungsverschiedenheiren mit England, was ich auch in Berlin dem Botschafter d'Abernon gegenüber zum Ausdruck gedacht habe. Eine solche praktische Lösung aller Streitfragen zwischen Ruß- land und den anderen Staaten würde die Förderung der allgemeinen Befriedung bedeuten, und es ist nicht einzusehen, warum Rußland zur Erreichung dieses Zwecke in den Völkerbund ein- treten soll. Rußland ist jedenfalls der Ansicht, daß der Völkerbund in seiner heutigen Zusammensetzung fein wirkliches F r i e d e n s i n st r u - ment ist. Es verwirft vor allem das Völkerbunds- maxime hinsichtlich der Ausübung von Zwang einzelner gegen einzelne Staaten. Im übrigen können die ständigen Aufforderungen gewisser Völker- bundsmitglieder an Rußland dieses zum Eintritt in den Bund um so weniger ermutigen, als sie gerade von den Landern ausgehen, die alle russischen Dor- schlüge zur Herbeiführung einer gegenseitigen Ein- vernehmens bisher abgelehnt haben und sich fortdauernd ün Besitz russischen Gebiets befinden. Die Frage der A b r ü st u n g wird schwerlich praktisch gelöst werden können .Mange die • sogenannte Sicherhei t als ihve Borbebwgung genormt wird. In einer Moskauer Rede hat der vVrsitzend- deS Rates der Vollskommissare ein eindeutiges Angebot gemocht, daß Rußland unter der Voraussetzung der allgemeinen Ab - r ü st u n g nicht nut seine Streitkräfte auflösen, sondern auch feine Kriegsindustrie abschaffen will. Er hat ferner erklärt, baß Rußland bereit fei, kjedweden Versuch einer auch nur teilweisen Abrüstung seine vollste Unterstützung zu geben, und diese Erklärungen sind keine bloßen Phrasen gewesen. Dutzlarä» ist wirklich bereit zum Verzicht auf jeden Eroberungskrieg. Es hält fein Heer und feine Flotte mir zur Verteidigung aufrecht. Die Verträge von Locarno, sagte Tschitscherin schließlich: Wir betrachten diesen Pakt immer noch mit Mißtrauen. Qixamo ist vielleicht ein Anfang, aber was für ein Anf ang es ist, das kann erst die Zell offenbaren. SÄ»s Aus aller Wett. Besuch der deutschen Universitäten. Die 23 deutschen Universitäten hatten im Svmmerhalbjahr 1925 folgende D'suchszahlen aufzuweisen: Bersin rund 10 000, München 7068, Köln 4609. Leipzig 4400, Breslau 4238. Bonn 32C9, Freiburg i. D. 3020, Frankfurt a. M. 2635, Tübingen 2533, Münster 2531, Heidelberg 2516t Göttingen 2393, Halle 2301, Marburg 2156, Würzburg 2124, Hamburg 2075, Jena 2015, Königsberg i.Pr. 1643. Kiel 1601, Gießen 1338, Erlangen 1272, Greifswald 947, Rostock 331. Gegenüber dem Vorjahr haben sich in der Spitzengruppe Berlin und München an erster und zweiter Stelle gehalten, während Leipzig Romain Rolland schwer erkrankt. Der ..Montag Morgen" meldet aus Genf, daß der französische Dichter Romain Rolland schwer erkrantt ist. Sein Besinden gibt zu Besorgnissen Anlaß. Skandalszenen in der Berliner StaatSoPer. Bei der Generalprobe der StaatSoPer „Wozzeck" von Alban Berg in der StaatSoPer Unter den Linden kam es in dem dicht gefüllten Hause zu Skandalszenen. wie man sie bisher im staatlichen Opernh«use nicht erlebt Hai. Rach bem 3. Akt wurde das Beifallklatschen eines Teiles bet Zuhörer durch Zischen und Pfeifen eines anderen Teiles erwidert. Es kam zn heftigen Auseinandersetzungen, die in Tätlichkeiten auSzuarten drohten. Schließlich mußte der Haus- infpektor unter Berufung auf fein Hausrecht die Streitenden aus dem Theater hinaus- weisen. Am gef.rigen Sonntag haben in Berlin 10 Personen, meist aus Gründen wirtschaftlicher N o t ihrem Leben ein Ende zu machen versucht. Aus der Provinzialhauptstadt. G i e ß en, den 14. Dezember 1925. Bekämpfung der Tuberkulose. Die Tuberkulosevoriräge, die auf Veranlassung der Bezirksfiirsorgestelle des Kreisamts Gießen mit finanzieller Unterstützung der Krankenkassen, der Londesversicherungsanstall und der betr. Gemeinden in einer Reihe von Landgemeinden von dem lellenden Arzt der Eleonorenheilstäüe Winter kästen, Dr. Sell,abgehalten werden, waren bis jetzt ein voller Erfolg in Hinsicht auf die Teilnahme der Bevölkerung. Sowohl die Nuchmittagsvariräge für Schulkinder als auch die Abendoortrage für Erwachsene brachten überall volle Säle, und man konnte auch dem Redner die Freude anmerken, so stattliche und so aufmerksame Hörerscharen vor sich zu haben. In meist musterhafter Weise und mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten Kinder und Erwachsene den leicht verständlichen Ausführungen des Redners, und es dürfte den metjtenjo gegangen fein, daß sie am Schluffe erstaunt waren, wie viel Zell verstrichen war. So darf man gewiß auch in d e m Sinne von einem vollen Erfolg sprechen, daß der Zweck erreicht wurde, in unserem oßn der Tuberkulose so stark heimgesuchten Kreise das Licht reiner lauterer Wissenschaft in viele. Herzen dringen zu lasten. Niemand zu gefallen, keinem zu Leide, behandelte der Redner als treuer, furchtloser Diener der Wahrhell, als begeisterter und begabter Dolkslehrer und warmer Dolksfreund die vielgestaltigen Fragen der Tuberkulosebekämpfung. Unter Vorführung einer großen Zahl vortrefflicher Lichtbilder zeigte Dr. Soft zunächst verschiedene Formen menschlicher, auch tierischer Tuberkulose und knüpfte überall an das an, was den Zuhörern, auch den Kindern, schon bekannt war. Es folgten Ausführungen über die furchtbaren Verheerungen, die die Tuberkulose besonders als Lungenschwindsucht unter den jungen Menschen anrichtet; bann kamen die Tatsachen über die Verursacher der Tuberkulose, die Tuberkelbazillen und die Wege, wie sie heute leider tagtäglich — aus Unwissenheit und Gleichgültigkeit — verbreitet werden und in den Körper eines jeden Menschen, besonders auch der Kinder eindringen. Daß man das verhüten kann, daß jedermann die äußersten Anstrengungen machen muß, um diese Massenansteckung zu verhüten, das wurde besonders eindringlich eingeprägt. Der wertvollste Teil aber kalß nach der Pause, die Belehrung darüber, daß die Tuberkelbazillen an sich gar nicht so gefährlich sind, daß vielmehr wir selbst es sind, die ihnen durch viele schädliche Gewohnheiten den Weg bereiten. Der vollkrästtge und gesundhcitsgemäß lebende Mensch verfügt über viel natürliche Widerstands- krafte. Aber unser ganzes modernes Leben ist von einer solchen Menge festeingewurzelter Fehler und Schäden durchdrungen, daß man sich eigentlich wundern muß, daß nicht noch mehr Leben, Lebenskraft und Lebensfreude von dieser heimtückischen Volksseuche vernichtet werden. Rur Abkehr jedes einzelnen von dieser Auslieferung an den Feind, nur Umkehr aller Menschen, nur das Verschaffen gründlichen Wissens und zähes Erarbeiten größter Gewissenhaftigkeit kann durchgreifend Helsen. Das kostet nidjt einmal Geld, denn die Heil- krafte bietet die Natur. Doch das muß man selbst gehört, die Lichtbilder muß man selbst gesehen haben. Deshalb versäume nierremb bie in ber dritten Dezemberwoche zu erwartenden Vorträge. Jeder, der die Vorträge hört und fchon gehört hat, bewahre alles als wertvollen ©du- , nützlichsten Wissens; jeder lasse die Saat auf gebe.a und Früchte bringen zum Wohle der eigenen F>- .-ilic und bes ganzen Volkes. Jebsrmann im Kreise Gießen muß im Sinne bes Redners ein unermüdlicher Mitkämpfer werden gegen diese furchtbarste Geißel des Menschengeschlechts. FabrylanänDsrungsn. Vom 21. Dezember an treten auf den SIrecken Fulda—Gießen und Gedern — Lauter- b a ch (Nord) folgende Fahrplanänderungen in Kraft: Strecke Gedern — Lauterbach (Nord) Personenzug 4133, werktags bis 31. 3. 1926, Gebern ab: 5.19 Uhr, Hartmannshain ab 5.47, Herbstein ab 6.31, Lauterl ach (Norb) an 7.00 Uhr vormittags. Vom 1. 4. 1926 ab verkehrt Bz. 4133 (W.) wieder in dem Plane, Gebern ab 4.49, Lauterbach (Norb) an 6.28 oorm., mit Kreuzung in Rixfeld mit Pz. 4138. Strecke Fulda — Gießen: Der Personenzug 551 (W.) erhält vom 21. Dezember ab bis zum 31. 3. 1926 eine spätere Lage unb folgenben Fahrplan: Pz. 551 Lauterbach (Norb)—Fulba, werktags bis 31. 3. 1926, Lauterbach (Nord) ab 7.05, Fulda an 7.47 Uhr vormittags. Die Triebwaoenfahrt 570 (W.) verkehrt vom 21. Dezember 1925 bis 31. März 1926 in folgendem Fahrplan: Fulda ab: 6 38, Lauterbach (Nord) ab 7.29, Alfsfclb an 8.04 Uhr vormittags. Ferner wirb ber Versonenzug 562 zwischen Ehringshausen unb Reiskirchen vom 31. Dezember ob wie folnt geändert: Ehringshausen ab 3.06, Mücke ab: 3.32, Grünberg ab 3.42, Reiskirchen an 4.03 Uhr nachmittags. Bornotizen. — Tageskalen d-er für Montag. Deutscher Sprachverein 8'A> -Uhr. Geographisches Institut (Drandplatz 4) Vertrag. — .Freiwillige Gailsche 'Feuerwehr, 8>,> Mr M^natsversamnr- hmg bei Dippel. — LichtspieHaus Dahnhosstr.: „Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz". — Astoria-Lichtspiele: „Die Insel der Versuchung". Kleine politische Nachrichten. Der Reichstagspräsident Löbe kann am 14 Dezember auf die Vollendung feines 50. Lebensjahres zurückblicken. Gr ist von Beruf Schriftsetzer. Im Jahre 1899 trat er in die Redaktion ber sozialdemokratische:! „Breslauer BollSwachl" ein. für welche er noch tätig ist. Er wurde als sozialdemokratischer Abgeordneter zum ersten Male 1920 zum Präsidenten des Reichstags Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, westliche biS nördliche Winde, kälter, noch vereinzelt leichte Schneee- fälle. Dos nördliche Fallgebiet ist in feiner bisherigen Richtung weiter abgezogen und hat sich dabei etwas abgeschwächt. ES dürfte sich mit einem im Süiosten liegenden Tiefdruckgebiet zu vereinigen suchen. Rach einer kurzen Zwischen- Hochlage wird unS ein heute über Island aufgetauchtes Fallgebiet neue Störungen bringen. ©eitrige Tagestemperaturen: Maximum 2,2 Grad Celsius, Minimum minus 2,1 Grad Celsius. Heurige Morgentemperatur: minus 1,5 Grab Celsius. bed°uerW wjin W SA m°r9'9eLn9 ber h»". B'chttreue M W „b,ie J WertsäM"9, weiter W\ "Furl neu Deu -Dmtcrnotyu Den für die < gingen bei Gießen 20 w die höhe« - würben von Frau Amtsge Sic Weihnacht letzten Tagen teilung über fahrkarten an daß lediglich len trom 2l Eonntaa den tigkelt haben gen Fcchrlar " Wii bahnzug. befonderm Wintersports großen unb aber einige ien, bamit b amehnWeik teerten bürfer uftp. In die P in die erste un fonm-üge. Ei Eilzügm m ' täte mitgeroi ton Schnee j gun gen bet - Yun hier darauf Lause des ( späteslens biä gen 3ürgerme bie MireOum wirst so Ist t Iaht weilet : Samiat Itfbfa von unter dr gleich ober n< kommende 3a wiesen wird, chung des 2 gegangen otx veräußert to. u ?°9i üt w Frank getreten. Er wollte aes Deranßalter ormer Äinik Pensionsmio ^acht da ge besonders rei Nennig beza der dieses 28« Mn versuch. , Ei J.ungsDorfi °!e Frau jung Qbenb im Caalb mann aus M tQ0«3 behände b*c Nt. die «h® bahn । dem Mar Ntanbteile tt ^eßanotit 3u deren Cek ihre 5i« te: ters Kut? Don ! Handlung b r!r Hur eil P >dde hauslr > r, > * :'/reii SQPJ5 len, bB 485 ** Der gestrige silberne Sonntag brachte bei günstigerem Wetter als am Sonntag vorher unseren Geschäftsstraßen regen Verkehr. Nicht nur die hiesige Einwohnerschaft bewegte sich in recht ansehnlicher Menge durch die Straßen, schauend, prüfend unb auch fnufenb, fonbern auch von auswärts war ber Zustrom ber Interessenten etwas stärker als am Sonntag zuvor. In den Geschäften mar ber Betrieb im allgemeinen reger als um kupfernen Sonntag; in manchen Heben kam zeitweilig sogar so etwas wie Großbetrieb in Gang- Immerhin wird man diese Erscheinungen in ihrer Bedeutung nicht überschätzen dürfen, im allgemeinen wird es wohl so sein, daß das Weihnachtsgeschäft bis jetzt noch erheblich hinter den Erwartungen der 6jcschäftswelt zurückbleibt. Hoffentlich bringen diese Woche unb ber nächste Sonnlag hierin eine Wendung zum Besseren. — Das gestrige Vorkehrsbrid in unserer Stadt erhielt eine "besonders bemerkens» werte, auffällige Note durch das erstmalige Erscheinen der großen Wiesecker Autoomni» buffe. Diese Wagen, die nach jeder Richtung bin einen ausgezeichneten Eindruck machen, begegneten . bei ber häufigen Durchfuhrt durch unsere Strotzen y allenthalben größtem Interesse. Sie fanben i'.i.'d) i eine sehr lebhafte Inanspruchnahme seitens der A1 Hnderungrn» Vte,w&S d°r Sn? > mit i*5ss ^chrnitt2?>r ’M»??1 k °°°- 6«?* 5» e- ik Str#|jx itig» ne SL^,rM fftfe «säte JlJunt wore^!, ÄK(SH «wch d, 'm un&WenM eludjÄ ? V" Tu *-AUa ’^ÄÄ “»TuStatj^ ä »#Ä Armen tnenltir ' uAkniipst, übiKi J’ÄJ® Kindern, |$on jungen über Nt Ä?“ EUAvjr be< n^fud)! unter ben jungen Ätissä ää per eines jeden Menschen r bringen. Laß man bas »ermann Die äußersten Li> iß. um diese Mchm> las wurde besonders ein- ' wertvollste Teil aber tob eletjrung darüber, daß int MQr nicht so gesährüch N es sind, die ihnen durch leiten den Weg bereiten, gesundheit-gemäß lebende iel natürliche Ärilanbs- es modernes Leben ift von leingwuizeller Fehler und daß man sich eigentlich Hk noch mehr Leben, Lende von dieser tjetaüüdv )tet werden, ütur Wleht :1er Auslieserunz an den c Menschen, nur bas üen sens und zähes Erarbeiten nt kann dlllchgreümd W nma( Geld, denn die N Doch das mß man M nufo man /ribft gesehn nitrranb bie in btr tritt! rtenben Vorträge. 3ebt. srbon gehört Hal, bewohn bc \ nächsten Dissen; Mn unb Früchte bringe i % -.ülie unb der gan.jer m Kreise Gießen muß ur i unermübfidier Mllämps» Mache W des Men- an treten auf ben » - und ®ehern--Wb )e Fahrplanandemp SB °° 4'4;,in mirfe(b mit ?i teuäung in w S»jsS ^ssselb an »-JJ i(4e er :rt'- Zn^^^s,rchen- (berg ab 3* rnotizen- SDnla! in 84 2' ? §reiM^ sl Ä* • , gönnt' . silberne ® { Wetter A E dqM t*ÄÄ? ite b"s ck«r ^«iditung: SSO Turnen, Sport und Spiel an der die ö. Nach den gestrigen Spielen im Handball Gießen-Wetzlor hat die Tabelle folgendes Aussehen: Hessen-Gießen 4 Spiele 8 Punkte. F. C. 05 Wehlar 5 Spiele 8 Punkte. S. C. Rieder-Girmes 3 Spiele 2 PuiEe. P. S. D. Wehlar 2 Spiele 0 Punkte. S. C. v. 1900 Gießen 2 Spiele 0 Punkte. Die Entscheidung über die Handballmeisterschast liegt nunmehr zwischen „Hessen" und F. C. 3m Bezirk Rheink essen - Saa - ha» .... der Spitze stehende F. D. Saarbr kcken T. u. Sp. G. Höchst in Höchst mit 3:1 g schlagen. Ep. Mainz 05, der an zweite. Stelle fo gt, gewann mit 6:1 Toren gegen Wormaiia W^rms. Wehlar. Der Tabellenstand den Seltenheiten. Diele Sammler haben durch ihre Sammlungen ein Vermögen über die traurige Inflationszeit hinübergerettet. Wurden bod) einem rheinischen Sammler vor einiger Zeit für seine Sammlung die horrende Summe von fünf Millionen Goldmark geboten. Solche Sammlungen sind natürlich Seltenheiten. — Nun zum Sammeln selbst. Mancher gereifte Mann hat in seinen jungen Jahren mit Sammeln begonnen, bann aber, heute wohl zu feinem lebhaften Bedauern, es wieder aufgegeben. Der Grund hierzu lag meistens darin, daß ihm da- mals die richtige Anleitung und ein brauchbares Album fehlten. Markensammeln ist sozusagen eine Wissenschaft, und ohne die nötige Anleitung und Belehrung wird ein jugendlicher Sammler nicht vorwärts tommen. lieber die meisten Schwierigkeiten Hilst ihm aber zunächst ein gutes, sogenanntes Per- manentalbum, in das später Seiten für nachträglich erschienene Marken eingefügt werden können, hin- weg. Bei den Iugendalben fehlt ein großer Teil der Felder für die Marken, der junge Sammler weiß nicht, wo er die Marken einkleben soll, und legt sie schließlich mißmutig beiseite, und der erste Schritt zur Aufgabe der Sammlung ist getan. Man gebe also dem jungen Sammler ein wirklich gutes Pcrma» nentalbum, das dauernd feinen Wert behält. In jeder Stabt auch hier in Gießen, bestehen Sammlervereine, deren Mitglieder gern bereit sind, Anfängern beratend, helfend und fördernd zur Seite zu stehen. ** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße gelangt ab heute der gestern in den Palast- Lichtspielen gezeigte Film „Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz" zur Vorführung. Ein wirkunas- voller Bildstreifen Berllner Großstadtlebens. Die Mitwirknna prominenter Darsteller, wie Neinhold mishiM ' jduqpi© öouj) ' i d 6 u n (p Q) t e r I e , Marie Kamradek u. a., die hohe fünft» lerische Leistungen bieten, und nicht zuletzt die ge» schmachvolle Ausstattung machen ben Film sehenswert. Aschaffenburg fielen erst in ber letzten halben Stunde, und zwar eines nach einem Elfmeter, das zweite nach einem Gedränge. Das Spiel fand in Aschaffenburg statt. Hanau 93 gegen Kickers Offenbach 1:0. Mit diesem Spiel darf Hanau als der kommende Meister im Mainbezirk angefprochen werden. Das Spiel selbst litt außerordentlich unter der eis- bahnähnlichen Glätte des Bodens. Das Siegestor für Hanau fiel zwei Minuten vor Schluß des Spiels. Die Tabelle hat nun folgendes Aussehen: Hanau 93 13 Spiele 22 Punkte, Fußballsport- verein Franks» rt 11 Spiele, 17 Punkte, Kickers Offenbach 12 Spiele, 15 Pi nttc, Eintracht Frankfurt 13 Spiele, U PunktDi'toria Aschaffenburg 12 Spiele '1 Punkte. S e.inania 94 13Spiele, 10 Punkte, Union Qlieberrab <5Viele, 10 Punkte, Helvetia Srai.Tfun 13 Spi Te 1 Punkt. Weitere FuIballergebnisse ron cteH.'Wu Pensions.nha-cr ein und nickte, nachdem er eine | Rächt da gewohnt und für fein leibliches Wohl I besonders reichlich gesorgt hatte, aus, ohne einen Pfennig bezahlt zu haben. Dor dem Detrüger, 1 der dieses Manöver sicher anderwärts zu wiederholen versucht, fei hiermit gewarnt. —Ein interessanter Ausklä- rungsoortrag. lieber das Thema „Wie bleibt die Frau jung unb schön?" sprach am Donnerstag- abenb Im Saalbau Sauer ber Chemiker Dr. Kaus - mann aus München. Sm ersten Teil seines Vertrages behanbelte der Redner die Kosmetik, die Kunst, die Schönheit des Körpers zu erlitten. Er kam dabei ilo. auf die Hautpflege zu sprechen. Auf dem Markte wurden vielfach Hautcremes für teures Gelb verkauft, die oft nur ganz geringwertige Bestandteile enthielten. Auf einfachste Weife stellte er eine Lanolincreme her, die er zirkulieren ließ, unb zu bereu ©elbftbercitung er aufforberte, da man durch ihre Verwendung nicht nur Gelb spare, sondern auch ein wirklich wertvolles Mittel zur Haut- pflege erhalte. Hierauf gab ber fßortragenbe bie Zusammensetzung eines guten, unschädlichen Pubers bekannt, Mittel für bie Gesichtsmassage, zur Entfernung von Mitessern, Sommersprossen usw. Die Behandlung der Zähne und Mundhöhle sei von überaus großer Bedeutung. Redner empfahl ebenfalls hierfür eine Paste unb ein Mundwasser, was sich jede Hausfrau auf billige Weife selbst anfertigen iönnc. Die Herstellung von Kölnischem Master könne ebenfalls von der Hausfrau auf ganz einfache Art ' ohne großen Geldaufwand erfolgen. Während einer Pause forderte ber Redner bie Anwesenheit zu Fragen auf, bie er auf Grunb seiner langjährigen Bra^is erschöpfend beantwortete. Hierauf tarn Dr. Kaufmann auf bie Haarpflege zu sprechen. 3nter= e’fant war es hier, was man über Haarwasser unb ihren Wert ober Unwert erfahren konnte. Besonders empfahl er die Behandlung des Körpers mit ben ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes, die eine heilkräftige Wirkung enthielten. Sm zweiten Teil feines Vortrages kam der Redner auf die Fragen ber Hauswirtschaft zu sprechen und gab hier Anregung zur Vereinfachung ber Wäsche unb zur Schonung ber Gewebe. Sn kurzen, klaren Worten, die febem verstänblich sein mußten, berührte er das Bleichen der Wäsche, nannte Fleckenentfernungsmittel unb gab Auskunft über bas einfache, un- schädliche Entfernen ältester Dranb- unb Seng- flecke. Das Mittel zum Blankmachen unb Dlankerhal- ien von Metallen auf einfachste, selbst herzustellende Art, bas Versilbern von unansehnlich gewordenem Silber mußte genau so interessieren wie bas, was Dr. Kaufmann über bie Derwenbung von Süßstoff mitteilte. Der Dortragende sprach ferner über einen neuen Verbrennungsstoff, das Meta, ber an Stelle bes oefährlickien Brennfpirittls vorzügliche Dienste Unentschieden spiKten Borussia Aaunki hen gegen 6. D. Wiesbaden. Im Bezirk Bayern ist hervorzuheben die 1:3 Riederlage des fü .irden F. C. Bayern gegen den A. S. D. Aücuucrg. A. S. D. München schlug Schwaben Augsburg mit 4:0. 1. F. C. Qiürnberg und Sp. Bgg. Furth waren spielfrei. F. C. Wacker München tonnte gegen den D. f. R. Fürth nur 1:0 hevausholen. Im Berzirk Württemberg-Baden konnte der Karlsruher Fußballverein gegen die Stuttgarter Kickers mit 3:1 erfolgreich sein. Die Meisterschaft in diesem Bezirk dürfte dem Karlsruher cn'^b-jItDcrcm nicht mehr zu nehmen sein. D. f. B. Stuttgart verlor gegen den Stuttgarter S. E. ;0. Eine 'Niederlage erlitt der 1. F. C Freilm_g gegen den 1. F. C. Pforzheim mit 4:5. Sm Rheinbezirk besiegte verhältnismäßig hoch Phönix Ludwigshafen Mannheim 08 7:1. Pir- masens verlor gegen V. f. L. Reckarach 0:5. Sn Mannheim unterlag der F. Sp. Darmstadt gegen D. f. R. mit 5:0. Sm Rheinbezirk, Gruppe West, spielte der Rheydtcr Spielverein gegen Alemannia Aachen unentj '.eben, bod) bürste ihm ber Meistertitel nicht mehr , nehmen sein. Borussia M.-Glabbach gegen Düren er S. C. 2:2. Spv. M.-Glabbach-Lürrip gegen S. B. Düren 3:1. Eintracht M.-Glabbach gegen D. f.B Aachen 7:2. 9i: nbezirk, Gruppe ©üb. Hier unterlag d.führende V. f. R. Köln gegen ben Kölner Bal:|p! .lllub 1:2. Köln-Sülz gegen Kölner S. C. 99 3:1. Mühlheimer <5.93. gegen Koblenz 1900 2:1. Iura Bonn gegen Viktoria Köln 3:2. Niederrhein bezirk. Duisburg 99 gegen Meiberich 06 0:2. B. V. Beeck gegen Preußen Duisburg 1:5. Union Krefelb gegen Preußen Krefelb 2:2. Union Hamborn gegen Spv. Oberhaufen 2.0. D. f. B. B?ttropp gegen V. f. B. Ruhrort 0:4. Ruhrbezirk. Sportklub 07 Gelsenkirchen gegen Sportklub Dortmunb 96 1:2. M. B. P. Linben gegen B. D. Trier 07 1:3. T. u. S. Bochum gegen Alemannia Dortmunb 3:0. Union Gelsenkirchen gegen Essener Spv 99 2:3. Erle 08 gegen D. f. B. Dortmunb 2:2. Arminia Marten gegen Preußen Essen 0:3. B. V. Altenesten gegen ßangenbreer 04 7:0. Bezirk Westfalen. Westfalia-Schernebeck— Sp. V. Hamm 1:9. V. f. B. Bieleselb—Greven 09 1:L S. C. Minben—S. u. S. Ahlen 3:1. Bc 3 i r f Hessen-Hannover. Sp. V. Mün- ben—Borussia Fulba 2:4. Kastel 03—Kurhessen Kas- fei 3:3. Sp. B. Göttingen 05—Germania Osterobe, für Göttingen kampflos gewonnen worden. Der Berliner ^uhballmeister Herlha B. 5. C. bleibt nach dem 5; 4 Sieg über dem B. S. D. 92 in den dlesjährizen Punktspielen wciter ohne jrglichen Punttuerlust. In ganz Deutschland durfte es nur noch sehr wenige Vereine geben, die ebenfalls bisher noch keine Punkteinbus e erlitten h ben. Einr pleberraschung der Berliner Oberligaspiele bildete bie 1:3 Aicderlage von Vorwärts gegen den 1. F. C. Aeukölln. Tennis Borussia konnte im Gesellschaftsspiel gegen Anion S. C. C. nur ein 1:1 erzielen. Der Tabellenführer der Abtlg. B. Tas- B. C. 10 Wetzlar 2 Spiele 0 Punkte. Protest haben eingelegt, P. S. B. Wetzlar im Spiel gegen F. C. Wehlar 4:2 für F. F C. Wetzlar im Sp.el gegen Hessen, wo 5 ®. zu spät antrat uiti> dadurch des Spieles verlustig ging. Bis zum Entscheid durch die Dezirksbehörde find diese Spiele in obiger Tabelle ohne Aende- rung gewertet. Das Spiel Äieder-Girmes gegen Hessen, das 0:0 nrdetr, wurde für Hessen gewonnen erklärt, da bei Äieder-Girmes nicht spiel- berechtigte Spieler mitwirkten. 'Handball im Turngau Hessen. ---^Bad-Nauheim, 13. Dez. Sn der H a n d- ballrunbe des Turngaues Hessen hatte die 1. Mannschaft bes hiesigen Turnoereins 1860 heute ihr erstes Rückspiel auszutragen. Bei schlechten Platzoerhältnissen spielte sie gegen T.- u. Spv. Butzbach. Das Spiel enbete 5:1 für Butzbach. Futzball im Maingau. Germania 94 gegen Union Rieberrab 1:4. Das Spiel, bas gestern in Frankfurt a.M. auf bem Platze ber Union Nieberrab ftattfanb, ftanb auf keiner hohen Stufe. Der glatte unb sehr schlüpfrige Baben hemmte ben Spielverlauf außer- orbentlich. Union führte bis zur Pause mit 3:0. Rach ber Pause steigerte sich bas Tempo: Germania suchte mit aller Macht aufzuholen, und es gelang ihr auch, kurz nach Beginn ber zweiten Halbzeit, burch Elfmeter ein Tor zu erzielen. Die weiteren Anstrengungen Germanias zerschellten an ber gut oerteibigenben Hintermannschaft von Union Nieberrab. Nack) Durchbruch gelang es biefer Mannschaft, sogar noch zu einem vierten Tor einzusenben. Llnkrachl gegen helvetta 1:0. (Eintracht spielte sehr überlegen unb brängte währenb ber ersten Halbzeit stark, konnte biefe Überlegenheit aber nicht in Toren ausbrücken, ba Helvetia reichlich oerteibigte, unb ber in hoher Form besinblichs Torwächter von 5)elvetia feben Torschuß geschickt meisterte. Erst in ber zweiten Spielhälfte konnte Eintracht burch ein Tor in Führung gehen, bas Karoly nach einer Flanke von Döpfer unhaltbar einfepfte. Das Spiel litt sehr unter ben anormalen Bodenverhältnissen. Fuhballfporlverein gegen Viktoria Aschaf'enburg 5:2. Infolge der äußerst ungünstigen Bodenverhält- niste wurde obiges Treffen nur als Privatspiel gewertet. Fußballsportverein tämprte in der ersten Halbzeit überlegen. Viktoria kam erst in der letzten halben Stunde etwas auf. Halbzeit ftanb bas Spiel 3:0 für Fußballsportverein. Die beiben Tore für | ffabrtuftigen, fo baß man wohl sagen kann, daß I leifte, aber leiber noch nicht in den Harwel aelammen bas junge Unternehmen gestern einen recht ver- sei. Hervorzuheben ist besonbers, baß Dr. Kaufmann heißunasvollen Anfang genommen hat. Hn seinen Ausführungen nie Kr ober gegen eine ** Zur Warnung. Das Polizeiamt teitt mtt: I Firma ober em bekanntes Mittel Propaganba Zuaefrorene Flüsse, Teiä>e unb tiefe Bäche bürftn, machte, sondern daß er stets in dezenter Weise nur bei Bermeibuna einer gerichtlichen Bestrafung, Nicht allgemein sprach unb nur im Sntereffe ber Zuhörer betreten ober mit Schlittschuhen, Wagen ober Mittel nannte, bie ihm aus seiner langiahnpcn Schlitten befahren werben, solange dies burch poli- Chemikerpraxis als gut und vor allem als billig zeiliche Anordnungen ausdrücklich unterlagt ift. Bei bekannt sind. gleicher Strafe sind Diejenigen besonderen Stellen zu ** Wert und Nutz enbesBr i e f rn a rt em meiben beren Betreten ober Befahren ausbrücklich I sammelns. Man schreibt uns: Das Wechnachtsfest verboten ift Mit Rücksicht auf ben im Anfang v. 3. I kommt immer näher, unb manche Eltern wissen bebauerlidjertoeifc vorgekommenen Unglücksfall, bei vielleicht noch nicht, welches praktische unb babei bem in ber Lahn 5 Kinber eingebrochen unb 3 da- I bod) lehrreiche unb unterhaltenbe Geschenk sie ihren von ertrunken sind, glaubt bas Polizeiamt bie Eltern Heranwachsenden Söhnen machen sollen. Da möchte und Erneher (Lehrer) nicht mehr besonders auf ein alter Briefmarkensammler ihnen ben guten Rat bie außerordentlich erhebliche Gefahr des verböte- geben, ein Briefmarkenalbum auf den Weihnachts- nen Betretens der zugefrorenen Flüffe, Teiche und tisch zu legen. Das Sntereste des Beschenkten an tiefen Bäche aufmerksam machen zu müssen, und dem Sammeln von Marken wird mit bem An- hofft, baß biefer Hinweis genügt um bie für bie I wachsen ber Sammlung steigen. Man betrachte bas Beledigten gefahrvollen Zuwiberhanblungen aus- I Sammeln nicht als eine kirchliche Spielerei. Die zuschließen ‘ Zeiten, wo man das tat, sind längst vorüber. Heute *♦ 2 5 Fahre in städtischen Diensten, ist das Sammeln eine interessante nützliche Beschäf-- Berwaltunqsinspektor Karl Wied meyer kann am tigung, die von sehr vielen Personen aller Stände morgigen Tage auf eine 25jährige Dienstzeit bei betrieoen wird. Das Sammeln der Briefmarken der hiesigen StabtoermaUung zurückblicken. Der wirkt bilbenb, förbert bie geographischen, kultur- pilid)tlreuc Beamte hat sid; im Laufe ber langen geschichtlichen, heraldischen und chemischen Kennt- Jahre die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, die niste. Es erzieht zum peinlfch genauen Arbeiten, Wertschätzung seiner Kollegen unb bie Sympathie zur Gewistenhaftigkett unb Sparsamkeit. Manche weiter Bürgerkreise erworben. Stunbe, in ber ber Sammler unnutz Gelb ausgeben - Für bie aus Bolen ausgewiese- würbe, verbringt er zusrieben unb tätig hinter feinem nen Deutschen. Die Deutsche Aothilfe. Markenalbum. Ganz abgesehen von biefen Gesichts- Winternothilfe Gießen, teilt un8 mit: An Spen- punkten ist bas Sammeln von Marken eine vornig- ben für die aus Polen ausgewiesenen Deutschen liche Kapitalanlage, benn bie Briefmarken haben gingen bei der Mitteldeutschen Ereditbank in einen internationalen, in der ganzen Welt anerkann- Gicßen 20 Mk. ein. Davon entfallen 10 Mk. auf ton Wert, der mit dem zunehmenden Alter der Mar- die Höhere Bürgerschule in Hungen, je 5 Mk. fen fortgesetzt steigt, da die Ausgaben der einzelnen wurden von Frau Prof. Dr. E. Schaum und M rkenserien begrenzt sind. Sammlungen im Werte Frau AmtsgerichtSrat Brücke! in Gießen ge- I von 50—60000 Mk., die mühelos im Laufe der spendet. I Jahre zusammengertagen wurden, gehören nicht zu '• D i e Gültigkeitsdauer der W e i h n a ch t s s a h r k a r t e n. Zu der in ben letzten Tagen durch die Presse gegangenen Mitteilung über die Geltungsdauer der Eisenbahnfahrkarten an den Weihnachtstagen erfahren wir, Laß lediglich die Sonntagsrückfahrkarten vom 23. Dezember mittags 12 Ahr bis i Sonntag den 27. Dezember nachts 12 Ahr Gül» I VQl)VIRTCtSl)dtlODQU# tigfett haben. An der Geltungsdauer der übri- I Pollzelsportvercia Wetzlar—„Hessen" Gießen 0:2. flen Fahrkarten (4 Tage) wird nichts geankert. $ Wer die ersten 10 Minuten drs Spiels ** Wintersportgeräte i m ENen» gesehen hat. der hätte auf den Sieg der »Hessen" bahnzug. Für die Winterspvrtler ist es von I keinen Groschen gesetzt. Daß es nicht so kam. ver- besonderem Interesse, daß die Mi^'hme von I die Hessen weniger sich selbst, als dem Wintersportgeräte in die Eisenbal-n'tlge tm I gänzlich systemlosen Spiel der Polizei. Letztere großen und ganzen gestattet ist. Es smd |tanj> oas erste Mal komplett mit den vom aber einige Einschränkungen getroffen toor- F § übergetretenen neuen Leuten. Diese waren ben, damit den übrigen Reisen ^en keine An- I a^j. nur Cjn Schatten ihres Einst und lieferten, annehmlichkeiten entstehen Richt mitgenommen I ^turm ein derart zerfahrenes Sp'el, daß werden dürfen die Schlitten und Schneeschuhe ^nen fcin blühen konnte. Bei Halbzeit 0:0 usw. in die Personenwagen der SchnAlzuge und batten die „Hessen" nach dieser das Spiel meist in die erste und zweite Klasse der Eil- und Per> ln ^er Hand und schossen 2 Tore, die zu halten svnenzüge. Es können also bei 'penonen- und mären. Trotz allem hatten sie durch ihre größere Eilzügen in die dritte und vierte Klasse Ge- Einheitlichkeit den Sieg vollauf verdient. Der rate mitgenommen werden, doch müssen diese Schiedsrichter Engel vom D. C. Wetzlar war von Schnee gereinigt sein, damit keine Delasti- fc^r gut bis auf seine Oluffaffung des Ballgungen der Reisenden entstehen wnnem haltens. Da pfiff er stets zu früh ab. ” Hunde st euer in Hessen. Es sei . hier darauf aufmerksam gemacht, daß die im §. C. Wehlar-S.S. Wetzlar-RiebergirmeS 9:1. Laufe des Jahres abgeschafften Hunde tz. Ein von Anfang biS Ende überlegenes spätestens bis zum 31. Dezember bei ber zuständi- Spiel des Fußballklubs, trotzdem Girmes zeit- gen Bürgermeisterei abzumelden sind. Wird I weilig gefährlich aufkam. Die teilweise Ansicher- die Abmelduna erst nach dem 31. Dezember de- Helt des R.-G. Tormanns lieh die Torerfolge wiilt, so ist die Hundesteuer für daS folgende bes$ F. E. etwas zahlreich werden. Mehr wäre Jahr weiter zu entrichten. Wer ferner am 1. I nicht über das Spiel zu sagen. Fischer, Januar selbstgezüchtete junge Hunde im Alter I Gießen alS Schiedsrichter gut und großzügig, von unter drei Monaten besitzt, wird entweder " gl:ich oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Jahr zugezogen. Rur wenn nachge- wiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von 3 Monaten zu Grunde gegangen ober nach Orten außerhalb Hessens veräußert werden ist, tritt S'euerb:freiung ein. •* Lvgisbetrüger. Dor ci .igen Tagen ist in Frankfurt a.M. ein Logisbetrüger ausgetreten. Gr nannte sich Oswald Seeger, wollte aus Breslau, von Beruf Pfarrer und DeranstaUer von Wahl.ätigkeitsieften zugunsten armer Kinder fein. Er logierte sich bei einem mtnrta ttrntbe von ben Kickers von 5:6 geschlagen. Fußball in Gießen. Spielbereinigung 04 gegen Sportfreunde Dillenburg 4:4. S. Sp. Dg. benutzte den Sonntag zu zwei Spielen gegen den Richtverbandsverein Sportfreunde DiUenbuig. Dillenburg als neuer herein konnte mit feiner Mannschaft, die zum größten Teil aus ehemaligen Spiel- uni) SportHublcm besteht, gegen die Liga-Mannschaft von 04 Vies ehrenvolle Resultat erzielen. Die noch junge 2. Els mußte der besser eingespielten von 04 ben Sieg von 8:2 Toren überlassen. Der Norddeutsche Fußballpokal wurde in dem am gestrigen Sonntag in Hamburg stattgehabten Enbspiel zwischen dem vorjährigen Polalmeister Holstein — K re l und Eimsbüttel mit 3:1 wiederum von Holstein gewonnen. In der 5. Minute nach Anstoß fiel das erste Lor für die Kieler, kurz vor Halbzeit das zweite. Beim Stande 2:0 für Holstein wurde gewechselt. Im Verlauf der zweiten Spielhäl te bannte dann der Hamburger Linksaußen Brehmer das Ehrentor für seine Farben schießen, bald darauf stellte jedoch Ritter (Holstein) das Resultat auf 3:1. DieDeulsche Fußballmeisterschaft 1925/26. Rach den vom Deutschen Fußballverband bekanntgegebenen Terminen für Vie Austragung her deutschen Fußballmeisterschaft 1925/26 wirb bie Vorrunde am 16. Wai gespielt. An ihr nehmen wieder 16 Mannschaften teil, unb zwar je drei aus West- und Süddeutschland unb je zwei aus den übrigen fünf Landesverbänden. Am 30. Mai haben die siegreichen acht Vereine zur Vorzwifchenrunde anzutreten. Am 6. Juni findet die ^»ifchenrunde statt und am 13. Juni das (Stxb’v ieL Berliner Handball. Die Handballmeisterschaftsspiele der Berliner Turner konnten gestern nur zur Hälfte unter Dach und Fach gebracht tnerben. Die Spiele Akademischer T.V. - T. V. Tegel und T. D. Wilmersdorf — T. V. Reusnhagen fielen ben schlechten Bodenverhaltnissrn zum Opfer, das als EesellschaftssviA auLgetragene Treffen T.V.Wilmersdorf — T. V. Rcucnhagen wurde von Reuen- hagen überraschend hoch mit 7:3 getixmnen. Die Berliner Turagenosienkwafl sicherte sich mit einem 2:0-Sieg über T. V. Dörner Reinickendorf die für den Anschluß an den Spitzenreiter Cuts Muths wichtigen Puntte. Sehr gut hielt sich wieder der Ligcmeuking M. T. V. 2ldlershof, bem die spielerfahrene Turngrmetnde nur eine 0:1- Riederlage beizubringen vermochte. Das Spiel der Obleute des Brandenburgischen Turn- und Sportverbandes und deS Berliner Handballausschusses konnten die Handball- obleute mit 6: 0 gewinnen. Der Deutsche Handballmeister der Sportler Polizeisportveretn Berlin, ftanb am gestrigen Sonntag im VerbanvSspiel der S.Dg. Siemens gegenüber. AuS dem Kampf ging der P. S D. mit 14:3 (6:0) als Sieger hervor und erscheim damit wenigstens tn Berlin als unschlagbar. Die Kombination und bas Schuß- üetmögen der Meisterelf finden nur wenig ihres- gleich'rn. Neue Weltrekorde in der Schwerathletik. In dem gern in Pari s veranstalteten Schwerathletik-Meeting, kas drei der besten Schwerach'.eten von Deutsch and, der Schweiz und Frankreich zusammenjührte, gelang es dem Schweizer Iacquenod, seinen eigenen Weltrekord im einarmigen Reißen von links von 72,5 auf 74 Kgr. zu verbessern. In der Gefamtleisttrng siegte jedoch R e i n f r a n k-Marnheim mit 723 gegen Iacquenod mit 717 und Arnaud» gramreid) mit 695. In Lausanne stellte der Schweizer Schwerathlet A e s ch m a n n zwei neue Welthöchstleistüngen im Stemmen der Mittelgewichtsklasse auf und zwar im beidarmigen Reißen mit 101 Kgr., im beidarmigen Stoßen mit 131,5. Eishockey. Der süddeutsche Sportklub Rissersee gewann am Samstag in Wien gegen ö:n Gislaufverein Eottage mit 5:2, unter.ag aber am Sonntag gegen die Wiener SiSlaufvereinigung mit 12:2. Dom Schwimmen. Der Schwimmllrbkampf Hellas-Magdeburg gegen Poseidon B. f. B. Leipzig in Leipzig wurde ixm Hellas gewonnen, der sowohl die Sprmter--Stasfei in 2:23,1 mit Vto Sek. Vorsprung als auch die 3:nallO>Meter- Freistilstaffel in 3:16,8 vor Poseidon 3: 13,6 gewann. Dabci schioamm Fr öl ch-Hellas mit 1:3 seine bisher beste Zeit über 103 Mrter DaS Wasserballspiel wurde von bem deutschen Meister Hellas mit 7:4 gewonnen. Sport piegel. Die Amerikareife Houbens ist nach einer Meldung deS „EoortblattS" in Frage gestellt, da die Ameri:ancr keine Begleitperson (b. h. die Reisespesen für diese) anerker.nrn wollen, die D. S. B. diese Spesen (für den Reichssportlehrer Waiher) aber nicht selbst bezahlen kann. Der Schwergewich'sborkamps Haymann (München) gegen M e h I i n g (Würzburg) wird nunmehr das Haupttrrien eines Frankfurter Kampfabends am 15. Dezember bilden, in dessen Rahm-n die FedergewichtSaus- scheidung Lenz II— Rahrbach zum Austrag kommt. AflhmaleiSenSr! vergeuden iny bat sich sei« 3«brm Ktän^n- bea>ä#rt uncTlsi unerreicht in der Dantnpirfunft. 2kflunBi«Ut auf der Datana tfrrbdtffkb in: (Slede-I. H»o uefe »nm av'denen Engel. Bei lästi em Husten raten wir 9bnen, die von Aerzien nlS kräftige H u it e n m e d t g« n tietvorrogend be*ntadncien w2anitia* Ouilcnironion» zu nelnut-n. Lindern die Scbmeizen, lösen den »dilcun. „Sagitta"- Bonbo 's 'ind in allen Avoiheken erbnliltdj Nnlverstlätsnvotheke z. Gold. Engel, Apoch. STroföorf Möbel Brück 10717c Gießen, Marktplatz 22 11747D Fst. Weizenmehl . Pfd ff Enta Fraabcte|! toonei; . . . Hl. 65 Big. n H 3 5t. 20 EM 120 60 95 58 ff ff ff ff V Giessen Brandplatz (Altes Schloss) MMN . lofetfeijeu ercogeo 105t 95 M.. 10 5L 1.35 litonößrinen . . M. 60 M. Dr. med. Ernst Schwabe Dipl.-Ing. Kurt Schwabe Matilde Schwabe Gertrud Schwabe Frida Schwabe, geb. Hertzfeld Dorothea Schwabe, geb. Kall. Zucker, fein...... Mandeln, süße .. , Mandeln, gr ausgel. Haselnutzkerne .. Sultaninen,Auslese Korinthen ...... Eoeosflocken.... Schw.-Schmalz.am. Gießen, Kowahlen, Cuber City, den 14. Dezember 1925. Die Beerdigung findet Mittwoch, 16 Dezember, nachm. 21/.Ubr, statt. ’V'X W \ Mietgesuche'] Grieche Diplom-Kauimann sucht oer 1. Jan. ein elegantes möbliertes Zimmer. mit Klavier, cuetul. Vnn er re. Lchriitl. Angebote unt 09970 an den Gtest. An». Arzifamilte auf dem Lande sucht z. 1. I 20 oder später zuveri., iilchiigeS DlkHSiiiDßtii Sckr. Angeb. u. OtD45 an d. Gteb.Anz. erb. Preiswert Kulant Bequeme Teilzahlungen . 0.28 0.36 2.40 2.80 2.00 1.40 1.00 0.80 1.05 Todes-Anzeige. Dienstag morgen entschlief plötzlich und unerwartet meine liebe, gute Frau, ihres Kindes liebe Mutter, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Emmy Lieberum geb. Wen im 30. Lebensjahre. Für die uns anläßlich unseres 2djahr. Ehejubiläums erwiesenenAufmerksam- keilen sagen wir allen, insbesondere der Altersvereinigung 1873 - 1923 und dem Gesangverein Eintracht auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Ioh. Käfer u. Frau Lina geb. Hopfner. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Emil Lieberum und Kind Familie Ludwig Alffen. Wetzlar und Gießen, den 14. Dezember 1925. Die Beerdigung fand inzwischen in Wetzlar in aller Stille statt Beileidsbesuche dankend verbeten. 09955 sowie alle anderen Backzutaten in besten Qualitäten preiswert. Heinrich Driesch Seltersweg 70 n5B7a MI. MM au vermieten [09973 Steinstr. 7.3 I, r Gut mW. Zimmer sofort z.verm Elektr. t.'icht. sev. Etng. ovoss O'der st raste 11. Gewandter junger für Lrenoar. und Lchreibmasch. fofort eiucht. Off- u 9K! an verso. Ptock- strahe 5. fll7O2h Statt jeder besonderen Anzeige. Unsere liebe Mutter Frau Anna Schwabe, geb. Flick ist am Sonntag morgen durch einen sanften Tod von ihren Leiden erlöst worden. »achen aller Art gEfBfiffSÄS fche UnwersitStr-Vnickerei, H. Longe. Stehen, Lchulftr. 7. fcrole größte Asswiiiii ia veciSied. Mlen-SAkornden iu hin. Steifen. 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I1749D Allen Verwandten, Freunden und bekannten die traurige Nachricht, daß am Samstag 5'/, Uhr unser lieber, guter, treusorgender Vater, Bruder, Schwager, Schwiegervater und Großvater Herr Ludwig Volk III, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 56 Jahren sanft entschlafen ist. !m Namen der trauernden Hinterbliebenen; ■ Familie Wilh. Volk Familie Ludw. Volk IV. Kiem-Linden, 14. Dezember 1925. Anna Volk Familie Wdh. Franz. Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Hintergasse 10, aus statt. ------ 11734D Friedrich Schreinersen auf dem Alten Friedhof statt. Um stille Teilnahme bitten: Henriette Schreiner geb. Nikolai Emmi Keitzer geb. Schreiner Fritz Schreiner Paul Schreiner Karl Keitzer Frieda Schreiner geb. Hohmeier Christa und Friedrich-Karl Schreiner. Gießen (Ederstraße 5), den 14. Dezember 1925. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Dezember, nachm. 2V3 Uhr, Sonntag vormittag verschied plötzlich und unerwartet aus einem arbeitsreichen Leben mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater und Großvater Bäckermeister vorgerückten Mter empfiehlt es sich, täglich 2 Zlajchen von dem exliakt- relchen, alkoholarmen ju trinken.Visses neueBier, vollmundig in. Sefchmack» gut bekömmlich, appetitanregend, ist eine Quelle oon Kraft und Hcfmidheit. Dos Hackcr-Rährdler ist }u hoben in oben durch Schilder und Plakate kemniich gemachten Apotheken, Lebensmittel- und Feinkost- geschäjtvn. Alan verlange ausdrücklich Han.el-Aähr- bier, nicht r^ond ein Bier, waches nur mit Zarbmah schwor; gefärbt ist und auch nicht annähernd den gleichen Äähcwert hat. Alleinige Herste lerln: Artien- geseilschoft hackerbräu Alünchcn, 500 ßabre bestehendes Brauhaus. Alleinvertrieb für (Ziehen u. Umgebung: Firma Georg hebstreit.Giehen,Klinitstr.21, Fernruf 163. Aparte Stoffe für Dekorationen, Kissen usw. 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Suchende s%a feÄ? &<* Moa^M- jjyhiedenjs] . fjf WB werden 1 Mcllnnstf ffi1 Karpfen -Schollen 1 %iff SS ipoulor»6" Stent.®0'1' «ulen M Nr. 292 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-AnzeigerfürGverhesfen) Montag, U. vezember 1925 Das Kernproblem der Wirtschaftsnot. ‘ Bon Karl Hepp, M. d. R., e<- Präsident des Reichs-Landbundes. Der gewaltige Aufschwung der deutschen Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege beruhte wesentlich aus der fein ausgeglichenen Gleichgewichtstellung zwischen Industrie und Landwirtschaft. In enger Wechselwirkung steigerte sich ihre * Produktionskraft aneinander in die Höhe. Der Werl des toten Inventars (Maschinen und Geräte), der um das Jahr 1800 auf 1 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche 20 Mark betrug, stieg um das Jahr 1870 auf 50 Mark, und betrug unmittelbar vor Ausbruch des Krieges durchschnittlich 250 Mk., bei lieft- bewirtschafteten Betrieben sogar 450 Mark. Dabei ist zu beachten, das) die Selbstanfertigung von Geräten und Geräteteilen in der Landwirtschaft immer mehr zurückging und an ihre Stelle der Kauf trat. So hat sich in den Jahren 1882 bis 1907 die Zahl der gewöhnlichen Dreschmaschinen verdreifacht, die der Danmpsdreschsätze verzwanzigfacht, die der Drill- und Sämalchinen annähernd verfünffacht, die der Mähmaschinen oersiebzehnfacht, die der Dampfpflüge mehr als verdreifacht. Der Warenwert, bcn_ die deutsche Landwirtfchast der Industrie abnahm, überstieg den gesamten deutschen Ausfuhrüberschuß. So war die Landwirtschaft der wichtigste Faktor auf dem inneren Markt, der stets das Rückgrat der gefunden Wirtschaft gewesen ist. Andererseits war nur durch diese starke Intensivierung die gewaltige Steigerung der Leistungssähigkeit der deutschen Land- wirtschaft möglich, die sich nicht nur ausdrückte in einer steten Steigerung der Gesamternten, sondern auch in einer Steigerung der Mengen, die auf den einzelnen Kopf der Bevölkerung entfielen. Betrug der Jahresdurchschnitt auf den Kopf der Bevölkerung in den Jahren 1881 bis 1885 im Durchschnitt 175 Kilogramm Brotgetreide, so steigerte er sich in der Spanne 1906 bis 1910 auf 207,5 Kilogramm, 1911 auf 211,4 Kilogramm, 1912 auf 224,3 Kilogramm, 1913 auf 235 Kilogramm. Aehnliche Fortschritte waren in der Viehhaltung zu beobachten. Die deutsche Landwirtschaft war also trotz der wachsenden Bevölkerung nicht nur in der Lage, den Lebensunterhalt auf der gleichen Höhe zu erhalten, sondern ihn noch zu verbessern. Diese sich gegenseitig antreibende Wirkung ist heule jäh unterbrochen, zum Schaden der Landwirtschaft, deren Schwierigkeiten sich zu einer Katastrophe zu steigern drohen, ebenso sehr, wie zum Schaden der Industrie, die heute mehr denn je auf den inneren Markt angewiesen ist. Der Hauptgrund dieser Erschütterung ist die Zerstörung des Gleichgewichts zwischen Industrie und Landwirtschaft, ist das ungeheure Mißverhältnis in den Preisen landwirtschaftlicher Betriebsmittel und Erzeugnisse. Setzt man die Septemberpreise 1913 gleich 100, so stellte ssch in der gleichen Zeit des Jahres 1925 der Zinsendienst auf 275, Handwerkerlöhne auf 250, Maurer 211, landwirtschaftliche Maschinen 202, Ge- schirre 188, Frachten 151, Braunkohlenbriketts 152, Mais 136, künstlicher Dünger 106. Die Hauvtpro- dukte der Landwirtschaft dagegen stellten sich in der gleichen Zeit: Rinder auf 91, Roggen 92. Kar- toffeln 94, Weizen 104, und nur die in der Gesamtproduktion der Landwirtschaft eine geringere Rolle spielende Erzeugung von Schweinen und Milch wies günstigere Bedingungen auf. Die gewaltig klaffende Preisschere verurteilt die Landwirtschaft zur Unrentabilität, und das bedeutet nichts anderes, als Absatzstockung auf dem industriellen Markt und vermehrte Arbeitslosigkeit, bedeutet den Zwang zur Ertensivierung, d. h. Schmälerung der deutschen Er- nährungsbasis, die das tägliche Brot des deutschen Arbeiters zum Spekulationsobjekt ausländischen Händlertums macht. Damit gäbe Deutschland das Hauptziel auf, das deutsche Politik in dieser Notzeit einzig und allein hoben kann, für die 63 Millionen Deutsche im öeutfdjen Raum Lebens- und Ernährungsmöglichkeiten zu schaffen. So wird das Schicksal der deutschen Landwirtschaft zum Schicksal des deutschen Volkes. Dadurch wird die Forderung der Wiederherstellung des erschütterten Preisgleichgewichts über das berufsständische Interesse hinaus zur Kernfrage deutscher Wirtschaftspolitik schlechthin. Mit ihr ist auch der Sinn der Preissenkungsaktion der Reichsregierung bestimmt. Es wäre ztl wünschen gewesen, daß dieser von der Reichsregierung mit mehr Klarheit herausgestellt worden wäre, Pelzmärtel. Sin Nürnberger Spielzeugroman. Aach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. ' Copyright 1925 by A. Scherl G. m. b. H.» Berlin. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die Störche flogen und flogen immerzu. Es schien, als folgten he einer Spur, die das vorausgegangene Heer der Zugvögel in den Himmel eingezeichnet hatte. Als ob ihnen ein durch die Luft gezogener Faden als Führer diene, damit sie nicht um Haaresbreite von dem richtigen Weg abwichen, in Zweifel und Unruhe gerieten. Einmal nut hielten sie für einen Augenblick an, aü wollten sie sich beratschlagen. Darauf lenkten sie etwas seitlich ab, um einem anderen Lustreisenden, einer Taube, die ihnen entgegenkam, den Weg zu verlegen. Als sie auf Flügelweite berangetommen waren, forderten sie Auskunft: „Woher kommst du?" „Woher es mir paßt", antwortete die Taube nrürrisch. Sie hatte offenbar keine Lust, sich in eine Unterhaltung einzulafsen. „Das Volk der Vögel hat seine Gesetze", erklärte ÖuginSlanb streng. „Du scheinst sie nicht zu kennen." „Ich habe gar nichts zu kennen", sagte die Taube noch zugeknöpfter. „Ich bin in größter Eile, ich habe eine Botschaft zu überbringen, schlechtes Wetter ist hinter mir her, und ihr werdet verstehen, daß----" Dieser unhöfliche Geselle war also nur ein angestellter Dole, eine Drieftaube. Luginsland, dem keine Frechheit imponieren konnte, erklärte kurz und bündig: „3m Namen des Hilfeleistungsgesetzes, das Vie Zugvögel gegen die Raubvögel verbündet, verlange ich von dir, mir ohne Verzug zu lagen, ob wir die Neise auf diesem Wege fortsehen können und welche Gefahren uns bevorstehen. Schnell, antwortete: Welche Nachrichten hast du über den großen Königsadler?" „Ich sah ihn die Richtung nach Westen einschlagen, gegen den Deuteberg zu. Es ist besser, sich mehr links zu halten." u „Diele Geier? Diele Habichte?" _ . um gleichzeitig damit zu verhindern, daß die Preis- senkungsaktion zu einem beliebigen Tummelplatz für berufsmäßige Störer werden konnte. Das deutsche Volk muß wissen, worum es sich bei dieser Frage handelt-, nur bann besteht die Aussicht, alle Selbsthilfemöglichkeiten mobil zu machen. ,/)iif dir seiber, so Hilst dir Gott!" Dieses alte Bauernsprichwort mahnt zur Selbstbesinnung. Nicht immer sind die verantwortlichen deutschen Körperschaften, insbesondere die Regierungsstellen, sich der eisernen Konsequenz dieses Wortes bewußt gewesen. Nur so ist cs erllärlich, daß der deutsche Wirtschaftsapparat von der ösientlichen Hand in einem Maße belastet wird, daß der Abbau des Wirtschafts- apparatcs die Folge sein muß. Reich, Länder und Gemeinden stehen in dieser Beziehung in einem einer besseren Sache würdigen Wettbewerb. Das wirb besonders deutlich, wenn man die verhängnisvolle Verschiebung der Belastung der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu früher sich einmal klarmacht. Darnach ergibt sich folgendes Bild: Vor dem Kriege: Löhne und soziale Lasten 55 Prozent (zur Zeit 631 Proz.); Oeffentliche Hand 12* Proz. (z Z. 25 Proz.): Verbrauch der Unternehmer und Kapitalisten 10 Proz. (z. Z. 111 Proz.): Erhaltung und Verbesserung des Produktionsapparates 221 Proz. (z. Z. 111 Proz.). Die Ueberlafi, die auf die deutsche Wirtschaft drückt, ist also heute schon so groß, daß mit den zur Verfügung stehenden Summen der deutsche Wirtschaftsapparat nicht erhalten, geschweige denn verbessert werden kann. Diese Erkenntnis ist leider noch nicht Gemeingut der Parteien. Vielleicht darf hierzu der Deutsche Reichstag an jene bekannte „Selbstverleugnungsordre des englischen Parlamentes" erinnert werden, die darauf hinauslief, keinerlei Geldsummen zu bewilligen, wenn nicht eine ausdrückliche Empfehlung der Regierung vorliege. Ab- kehr von einer Parteimeinung, die augenblicklicher Vorteile willen die Substanz der deutschen Wirtschaft preisgibt, ist dringendes Lebensgebot. Immer wieder muß festgehalten werden, daß Deutschlands Gesundung nur von innen heraus möglich ist. In diesem Kampfe sollten alle aufbauenden Kräfte zu- sammenstehen, um einer besseren Zukunft willen. Englands künftige Ostpolitik. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) L. London, 7. Dezember 1925. Don einem sehr geschätzten ausländischen Mitarbeiter, der den Gang der internationalen Politik an ihren Brennpunkten feit Jahren verfolgt hat, und der augenblicklich in London weilt, erhalten wir folgende, beachtenswerte Ausführungen: Die Paraphierung in Locarno und die Vertrags- Unterzeichnung in der englischen Metropole siird von zwei Vorstößen S k r z y n s k i s begleitet gewesen, die dem geschichtlichen Sinn der europäischen, ganz besonders aber der deutschen Presse, wenn nicht entgangen, so von ihm doch als des ausführlichen Kommentars für unwürdig betrachtet worden sind. Beide Male wurden die Versuche des polnischen Außenministers, Rheinpakt und östliche S ch i e d s v e r t r ä g e als ein Ganzes zu- sammenzufassen dzw. auszulegen, mit eisigem Stillschweigen beantwortet. Briand hatte ihm schon in Locarno die Einstellung weiterer Rüstungs- frebite in aller Deutlichkeit mitgeteilt, ihre Korrespondent ist dahin unterichtet, daß diese Absage, die das Fallenlassen Polens bedeutet, und das Rumäniens nicht ausschließt, in der englisch- französischen Einigkeit hinsichtlich der Isolierung Rußlands von Europa begründet ist. Frantreich zeigt Polen seine kalte Schulter mit Rücksicht auf sein Schuldenoerhältnis zu England und auf die Kriege in Marokko und Syrien, deren Schärfe England mildern kann. De I o u - v e n e l hat die vor und in Locarno paraphierte englisch-französische Entente im nahen Orient perfekt gemacht. Die Kehrseite dieser Entente richtet sich gegen Italiens Drang ins Mittelmeer östlich der Linie Malta—Tunis, gegen seine Ausdehnung nach dem Balkan hin über Albanien und Jugoslawien und gegen Rußlands Vordringen in der Türkei. In der Zurückhaltung Frankreichs gegenüber Polen und der Kleinen Entente spielt das Bedürfnis nach einer Annäherung an Deutschland deshalb eine größere Rolle, als lediglich die „Sicherheit" am Rhein, da Mussolini die Rückeroberung von Savoyen und Nizza im Auge hat, und zu diesem Gedanken vom russischen Botschafter in Rom, Kershenzew, angefeuert wird. Die Beschränkung Italiens auf sich selbst bei Unterbindung seiner Unabhängigkeitsbestrebungen durch Paris und London wird von de Jouoenel von Beirut aus unterstützt werden, der auch die russisch-türkisch- italienifd)e Uebereinftimmung beobachtet. In Locarno ist in schönsten Umrissen zutage getreten, daß für die Balkanpolitik nur drei Großmächte in Frage kommen: England, Frankreich und jetzt auch Deutschland, nachdem ihm in bezug auf die Oft« grenzen und den Balkan der freie Wettbewerb im Verein mit England und Frankreich sozusagen stillschweigend zugebilligt worden ist. Zu der verschieden begründeten Vorsicht gegenüber Italien und Polen sah Frankreich sich auch durch die nur bedingte Zuverlässigkeit seiner Armee verleitet. Auf eine Anfrage Briands hatte der französische Oberkommandierende am Rhein im Sommer geantwortet, daß die Fortdauer des Regimes am Rhein aus politischen Gründen verhängnisvoll fei, und daß nicht nur keine Division, nicht nur kein Regiment, sondern auch keine Kompagnie sich mehr für die Jnschutz- nähme Polens bereit finden mürbe. Seine Truppen seien nur bann zum Widerstand bereit, wenn Deutschland die französischen Nordprovinzcn angreifen sollte. In einem Gespräch mit Vandervelbe bestätigte der belgische Ministerpräsibent. baß auch bas belgisch-französische Militärbünbnis jetzt keine Bedeutung mehr habe, denn Belgien mar- schiere mit Paris, London und Berlin seit Locarno in der gleichen Richtung. Nach Unterredungen mit Briand, Berthelot, Painlevö, Degoutte und Eham- berlain habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß Frankreich den Rheinpakt unterzeichnet hätte, auch ohne auf die französischen Nationalisten durch irgendwelche östliche Schiedsverträge Rücksicht zu nehmen. Der Rheinpakt wäre allein unter« zeichnet worden, wenn Dr. Stresemanns Friedensübereifer den O ft e n üb c r I) a u p t unberührt gelassen hätte. Don den Oftoerträgen würde in Frankreich, habe ich mir sagen lassen, nur von einem Kabinett Poincarä im Sinne Skrzynskis und Beneschs Gebrauch gemacht werden können. Deutschlands neue Politik sei von der Konsequenz seines Verständnisses für Locarno abhängig. Es habe als künftiges Völkerbundsmitglied das Schutzrecht für die Minderheiten, und in Locarno erklärte mir Chamberlain, England halte die Oft grenzen Deutschlands für ftarf revisionsbedürftig. Frankreich wird schweigen, wie Briand Skrzynski gegenüber in Locarno und London geschwiegen hat. Deutschland soll Frankreichs neuer Stützpunkt gegen Italien werden. In Verfolg dessen richtet es unter Befürwortung irgendwelcher slawischer Wünsche in Südslawien, Bulgarien und in der Tschechoslowakei weitere Stützflächen her. Don Athen her wirkt London gegen die Zulassung slawischer Mächte zum Aegäi- schen Meer und hat Konstantza als Flottenbasis gegen die russische Schwarzmeerküste. Die englische Tiittelmeerflotte ist über ihre Kampfaufgabe für den Fall eines türkischen Vormarsches auf Mossul unterrichtet. Rußland ist der Türkei gegenüber vertraglich zu Neutralitätsgarantien verpflichtet, zur lieber* lassung Batums'als Operationsbasis und zur Lieferung von Munition und Pferden. Finanzkontrolle für Polen Die zahlreichen Bemühungen der Warschauer Regierung, im Auslande Geld aufzrttreiben, um aus der unerquicklichen Situation herauszukommen. in die Polen durch den Zlotysturz geraten ist. sind durchweg erfolglos geblieben. Jnfolae- desfen bricht sich namentlich in Wirtschaftskreisen allmählich die Anschauung Dahn, daß Polen aus der Finanzkalamität nur dann heransksmmen wird, wenn es sich unter eine internationale Finanzkontrolle begibt und im Austausch dafür größere Auslandanleihen erhält. Gs wäre allerdings falsch, wollte man nun annehmen, daß auch im polnischen Kabinett schon Stimmung dafür vorhanden ist, ein ähnliches Joch auf sich zu nehmen, wie es Oesterreich nunmehr schon seit Jahren unter den erdrückendsten Bedingungen tragen muß. Die finanzielle Lage Polens ist aber doch so katastrophal geworden, daß der Warschauer Regierung letzten Endes nichts anderes übrig bleiben wird, als sich hilfesuchend an das Ausland zu wenden. Aus eigener Kraft die Finanzen in Ordnung zu bringen, sind die Polen doch nicht in der Lage, das hat soeben erst bis Ablehnung eines sozialistischen Antrages gezeigt, der eine Verminderung der Staatsausgaben für militärische Zwecke verlangte. Die Mehrheit des polnischen Parlamentes lehnte diesen Antrag, der allerdings auch nur eine geringe Erleichterung gebracht Hütte, geschlossen ab. womit die polnischen Parlamentarier gleichzeitig den Beweis erbrachten, daß sie ebenso, wie ihre französischen Kollegen, noch immer meilenweit von der Erkenntnis entfernt sind, daß nur allergrößte Sparsanckeit und Vermeidung jeder unnötigen Ausgabe einen Staat wieder finanziell in die Höhe bringen kann. Vorläufig wird die Warschauer Regierung natürlich versuchen, fortzuwursteln. Sollte aber tatsächlich eines Tages die ausländische Finanzkontrolle Wirklichkeit werden, dann würde es uns fehle interessieren, ob die ausländischen Finanzkontrolleure ebenso scharf ihr Amt ausüben werden. wie das z. D. der Holländer Zimmermann in Wien jetzt getan hat. und ob sie vor allem dulden werden, daß Polen durch seine sortge- besteven neue Bezieher den Gießener Anzeiger schon von heute an, also für die zweite Dezemberhalste. Sie sichern sich dadurch die bekannten regelmäßigenBeilagen Gießener FamilienblätLer Heimat im Bild Die Scholle und haben Anspruch auf die Iubiliiumsnummer des Gießener Anzeigers, sowie auf den von Professor Lucian Bernhard-Berlin entworfenen, in 3 Farben gedruckten Künstlerkalender für 1926 „Sehr viele. Aber da es auf den Gebirgskämmen wenig zu fressen gibt, kreisen sie über den Tälern, in die sich die Gemsen vor den Schneestürmen flüchten. Nicht selten stoßen sie bis in die menschenbewohnten Hochebenen vor, wo es für tollkühne Räuber immer etwas zu holen gibt." „Und die Raben?" fragte Wiesenstelz, die einen Abscheu vor jenen leichenfressenden, scheußlichen Vögeln hatte. ■ „Die Aasjäger tun den Lebenden nichts, sie finden ihren Tisch reich besetzt. Furchtbar haben die Stürme gehaust: in den Schluchten liegen tote Hirsche und Wölfe, auf den verschneiten Pässen und Saumpfaden findet man Leichen von Mauleseln, Pferden und. auch Menschen." „Hu", sagte Wiesenstelz, und ein kalter Schauer lief ihr durchs Gefieder. „Seid ihr nun zufrieden?" fragte die Taube. „Kann ich weiter?" Aus der Nuhdroschke kam ein zaghaftes Stimmchen: „Noch eine Frage, liebe Taube! Wenn du mir antwortest, gebe ich dir dafür diese Brotkrumen." Und Liesel streckte die flache Hand aus dem Fensterchen. Die war aber so klein, und die Brotkrumen so winzig, daß die Taube gar nichts sah und unwillig gurrte, weil sie sich genarrt glaubte. „Warle", sagte Kunigunde, die ihre gewöhnliche Größe nicht verloren hatte, und bückte sich, um die Brosamen aufzunehmen. Kaum lagen sie auf ihrer Hand, wurden sie aus kaum sichtbaren Släubchen zu schmackhaften Brotstückchen. Gierig pickte die Taube sie auf. „Sprich nur“, sagte sie dankbar. Die kleine Liefe! grübelte über einen Gedanken. zufällig vom Feenland?" fragte sie ängstlich. „Sag mir, liebe Taube, kommst du vielleicht Die Taube sah sie erstaunt an: „Was für ein Land ist das? Ich habe nie davon gehört." „Wie denn nicht? Ein so berühmtes Land! Der Himmel ist dort immer blau. t»a$ ganze Jahr blühen die Rosen, und die Orangen pflückt man korbweise in den Gärten. Alle dürfen davon elfen.“ . » „Jetzt verstehe ich", sagte die Taube, „du meinst ItalienI" „Schönes Italien I" trällerte Hans Sachs verhalten und griff in die Saiten seiner Laute. „Vielleicht," antwortete Liesel in Gedanken, „wir heißen es, wie ich dir sagte, und ich weiß nur von einem immer blauen Himmel, von Rosen und Orangen. Daher möchte ich alle Nürnberger Kinder bitten lassen, dahin zu kommen, wo wir Hinreisen. Willst du die Botschaft übernehmen? Vielleicht gar sie alle^ fjinbe« gleiten?" „Cs soll geschehen", sagte die Taube, um das Kind zufriedcnzustellen. Es leuchtete chr ein, daß die Kleine den Gedanken nicht ertragen konnte, die Orangen allein essen zu müssen. Es gibt solche Kinder. Und nebenbei gesagt, der Pelzmärtel hat Kinder dieser Art besonders gern und trägt jeden schönen Zug in fein Notizbuch ein. Die Taube ließ sich nichts davon merken, daß sie niemals mit den Nürnberger Kindern sprechen würde, und zwar aus dem einfachen Grunde nicht, weil nur Liesel und Otto die Sprache der Vögel verstanden, was ja eigentlich noch viel mehr war, als Körbe voll Orangen essen zu dürfen. Hm sie nicht traurig zu machen, setzte die Taube noch hinzu: „Hnd wenn die armen Kinder nicht gleich kommen sollten, habe nur Geduld, liebe Kleine. 3n Italien ist der Himmel blau, wenn es nicht regnet, und die Rosen blühen, wenn es nicht kalt ist. Aber gerade in diesem Jahre gießt es in Strömen, und die Feen schlummern, in dicke Tücher gehüllt, am warmen Ofen.“ „Oh!" Otto und L e'et sahen sich verdutzt an. Machte sich die ungezogene Taube einen Spaß? Cs konnte nichts anders sein, und bann war es ein sehr schlecht angebrachter Spatz. Mit einem Schlage schloß sich das Fensterchen. Wiesenstelz gab, um ein Ende zu machen, das Abfahrtszeichen. Im nächsten Augenblick waren Taube und Störche weit auseinander. Wie es der fliegende Bote geraten hatte, hielten sich die Störche mehr nach links. Ties unter ihnen erschien ein großer schwarzer Flecken, der aussah, als habe man mitten im Schneefeld ein Stück Erde anfaeSV— Vlick eriannlen lu, ........... . ... —________ von Raben. Es war eine so ungeheure Menge, und sie hielten sich so dicht aneinander, daß man glauben konnte, ein einziger Riesenvogel streife dort mit schwerem Flügelschlag über das Gelände. Sicherlich hatte sich dieses Untier schon boilgemäftet, fraß aber gleichwohl immer noch weiter. „Decke deine Schleppe über die Nuß", raunte Wiesenstelz Kunigunde zu. Sie wollte nicht, daß die Kinder so scheußliche Bilder sahen. Mittlerweise war Sturm aufgekommen. Er trieb die Wolken vor sich her wie der Hund die Herde. Die Störche schwammen in einem grauen, flockigen Meer, in einem dicken, falten Nebel. „Zusammenschließen!" befahl Luginsland. „Die Tramontana kommt, der Eiswind, der grimmigste Feind aller kurzflügigeo und schwerfälligen Vögel. Wir Störche brauchen ihn nicht zu fürchten. Ihr aber seht euch vor, Karl der Große, Kunigunde und Hans Sachs! Hüllt euch fest in den Mantel und schmiegt euch dicht an unseren Hals! Gebt auf die Hunde, auf die Marionetten und auf die Bleisoldaten acht!" Alle mummelten sich so fest ein, als es ging. Niemand wagte ein Wort zu sagen, um nicht den Mund öffnen zu müssen und sich eine Lungenentzündung zu holen. Nur von den Schwanzfedern der Zugführerin Wiesenstelz her, die ihr bei der raschen Fahrt durch das Wolkenmeer als Steuer dienten, vernahm man sonderbare Laute. Das war ein mühseliges Blasen und Schnupfen und Lufteinholen, dann kamen zwei oder drei kräftige Nieser, darauf ein ängstliches Zischen und ein unterdrücktes Brummeln. Nicht lange, ging es von neuem an: Krrkrr — frafra — — ein Zähneknirschen und Schnaufen und Röcheln und Gurgeln und Pfeifen und Piepsen und Schnarchen und Glucksen und schließlich — — hazi, hazi! „Wer hat denn da Pfeffer in der Nase?" spöttelte Hans Sachs. Hätte er es niemals geigt! Die Nürnberger Nußknacker sind arg empfindlich und übelnehmerisch. Krachauf fuhr wütend auf und schrie: „An alle hat man gedacht, sogar an die Hunde, nur nicht an mich! Niemand hat einen Ton verlauten lassen, daß ich mich vor der Tramon- v-u. —" (Soitlc&unfl folgt.) setzten geradezu größenwahnsinnigen Rüstungen weiterhin den Frieden im Osten wird stören dürfen. Sicherheit und Räumung. Wir glauben annehmen zu dürfen, daß die in Locarno abgeschlossenen Sicherheitsverträge nicht lediglich ein Stück Papier sind, daß sie vielmehr das Fundament des zukünftigen europäischen Friedens bilden. 3n der Pariser Presse allerdings werden andere An'chauuvgen vertreten. So hat man aus Anlaß der 2lbriiftungSbeSattc wieder das alte Schlagwort von der Sicherheit hervorgeholt, dos doch eigentlich nunmehr zum alten Gerümpel geworfen gehört. Die Franzosen sind aber nun einmal gewollt ängstlich, besonders bann, wenn jemand die Anregung zu machen wagt, auch Frankreich mühte das Schwert endlich wieder mit der Pflugschar vertauschen. Run dringt aber auch aus England eine Stimme zu uns Grüber, die direkt aus dem Forcign Office kommt und sich dahin äuhert. es sei noch zu früh, die logische Folgerung aus den Locarnv-Vcrträgen zu ziehen und nun auch an die Räumung der zweiten und dritten Zone heranzugehen. „3u früh" ist allerdings eine recht eigenartige Begründung für die Hinauszögerung der Räumung der beiden ander , n Zonen. Und will scheinen, als ob eine möglichst schnelle Freigabe des Rheinlandes der eigentliche Zweck der Locarno-Verträge ist. Irgendwelche Gründe, um seine Sicherheit besorgt zu sein, bestehen doch jetzt für Frankreich erst recht nicht mehr, wie auch schon vorher das Gespenst von der „deutschen Gefahr" angesichts unserer restlosen Entwaffnung geradezu grotesk wirkte. Wenn die Engländer jetzt eine Räumung für „zu früh" halten, dann wären wir ihnen für die Mitteilung sehr dankbar, an welchen Zeitpunkt f i e denn denken. Vielleicht erinnern sich die zuständigen Stellen in London einmal daran, bah Locarno für uns mit wesentlichen Opfern verbunden war, die wir nicht nur deswegen brachten, damit England und Frankreich Bewegungsfreiheit im Orient erhalten, sondern die wir unter der Voraussetzung auf uns nahmen, daß nun endlich als Gegenleistung für unsere Erfüllung des Versailler Vertrags sich auch die Entente bereit findet, ihre Virpflich- tung innezuhalten und das Rheinland frei» zugeben. , Zweierlei Gerechtigkeit am Rhein Die Rückkehr zum vertragsmäßigen Z u st a n d gemäß dem Rheinlandabkommen in der Ausübung und Zuständigkeit der französischen Militärjustiz im besetzten Gebiet stellt eine der deutschen Mindestforderungen im Rahmen der „Rückwirkungen" des Vertrags von Locarno dar. Wie notwendig fie zu einer wirtlichen notwendigen Befriedung Europas ist, zeigt die erste sachliche Darstellung über „Französische M i l i t ä r j u st i z und Militärpolizei im besetzten Gebiet^ im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte. Nunmehr ist ein besonders krasier Fall bekannt geworden, der sich am 20. November 1925, also wenige Tage vor der lln- terzeichnuna des Vertrags von Locarno, vor dem Kriegsgericht Landau in nächtlicher Sitzung zugetragen Hot. Der zugrunde liegende Vorgang ist folgender: Ein gewisser Sokoli von Kaiserslautern war in betrunkenem Zustande mit einem anderen Deutschen in Streit geraten. Polizeioberwachtmeister i Schneider, der Sokoli zur Ruhe bringen wollte, , wurde von diesem tätlich angegriffen. Die Inter- ? alliierte Rheinlondkommission verbot die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Sokoli wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt mit der Begründung, daß Sokoli im Dienste der Besatzungsbehörde stehe. Gleichzeitig wurde aber Polizeioberwacht- meister Schneider, der in Ausübung seines Dienstes gegenüber einem Deutschen pflichtmäßig vorgegangen war, zum Angeklagten gemacht und vor das Kriegsgericht gestellt unter der Beschuldigung, einen im Dienste der Franzosen stehenden Deutschen und damit mittelbar die französische Besatzungsbehörde selbst beleidigt zu haben. Obwohl der Verteidiger, ein französischer Rechtsanwalt, nachdrücklichst die Zuständigkeit des Kriegsgerichts in dieser rein innerdeutschen Angelegenheit bestritt, lautete das Urteil — und zwar unter ausdrücklicher Berufung auf den „Geist von Locarno" — auf 500 Mark Geldstrafe. Aus dem Amtsverkündignn^sblutt. * Das Amtsverkündigungsblatt Vr. 96 vom 11. Dezember enthält: Tttrfruf und Einziehung von R^n'-enbankscheinen. — Bildung einer Wassergenossenschaft in Rüddingshausen. — Urlaub des Vet.-Rates Dr. Martin in Grünberg. — Herbstversammlung der Fleischbeschauer. — Maul- und Klauenseuche in Lumda und Allertshausen. — Viehmarkt In Lich. — Miet» Gießener Stadttheater. Gastspiel der frankfurter Oper: Puceinis „TuSka". Verdi hatte mit feinem späteren Werken „Falstaff" und.Othello" Elemente des modernen mus.kdramatlschen Stiles (Wagner) auf genommen, aber doch ein gewisses italienisches Gepräge in sich gewahrt, besonders in der melodischen Gestaltung. Äur die Wahl des Stosses führte säst immer wieder auf die Gebiete hin, die bisher dem Theater den Stoff liefert en; noch wagte man es nicht, das Leben, wie es war, in seines Tragik auf die Buhne zu stellen. Der Wurf gelang erst Mascagni und Leon- cavallo in ihren kurzen, gedrängten, daher aber um so packenderen Werten. „Cavalleria" und „Bajazzo". Diese Art erschien ihrer Zeit unerhört neu und war dennoch völlig organisch aus dem BorauSgegangenen teils als Re.ckt.on, teils als Weiterbildung herausgewachsen. Auf gleichen Pfaden hatte Puccini gesucht und bereits sechs Jahre vor Mascagni ein vertsiisches Werk geschrieben („La Ville"-. Gleich- fam in Den unerhört einschlagenden Werken seiner LandSleute die Bestätigung der eigenen Richtung für sich erblickend, wählte er Stoffe, die ihn persönlich-menschlich packten, fesselten („Ma- non" 1893. „La Boheme" 1897 ..Tosca" 1900). Und mit diesen Stoffen, die sich mit ihrer stark drängenden menschlichen Handlung in Gegensatz zu dem in epischer Breite sich hinziehenden Wag- nerschen Musikdrama stellten, war ihm auch der Erfolg in Deutschland gesichert. Und daß diele Porallelsttlentwicklung nicht spurlos an manchem deutschen Komponisten vorüberging, beweist die Zahl der Puccinismen im mobernen Operneinigungsämter im Landkreis Gießen. — Kreisfürsorgerinnen. — Jnaaliden-Rente. — Tier- schutzkalender. — Schulferien. — D'.enststunden des KreisschulamtS. — Dienstnachrichten. Vrundgebührentarife für elektrische Energie. Bon Oberingenieur A. Kurz. Dio Elektrizitätswerke sind wichtige Enmahme- ouellen der kommunalen Vermattungen und der Staaten geworden. Die Höhe der Strompreise beeinflußt Handel, Gewerbe und Industrie häufig recht merkllch, und auch der chaushaltungsvorstand sieht, besonders in den Wintermonaten, dem Zählerableser mit Sorge und Mißtrauen entgegen. Die Frage, ob eine Ermäßigung der Strompreise Möglich sei, beschäftigt alle Stände lebhaft, und ruft Diskussionen hervor, die nicht immer von Sachkenntnis geleitet sind. Eine kurze Aufklärung wird daher wohl willkommen sein. Voraussetzung für jede Ermäßigung von Strompreisen ist, daß die Einnahmen des liefernden Werkes und daraus folgend die Einnahmen der Stadt nicht zurückgehen dürfen, da sonst andere Einnahmequellen mobil gemacht werden müssen, und der Bürger das, was er auf der einen Seite spart, auf der anderen wieder zulegt. Es ist also notwendig, daß der Ausfall an Einnahmen, der durch die Ermäßigung hervorgerufen wird, durch Mehrverbrauch zu ersetzen ist — also der gute alle kauf- männische Grundsatz: „Großer Umsatz, kleiner N u tz e n!" Die Erfahrung hat gelehrt, daß auch bei den Elektrizitätswerken jede Verbilligung der Tarife einen gewaltigen Aufschwung im Verbrauch 'ur Folge hatte, so daß die zunächst erwarteten Rückgänge der Einnahmen nicht eintraten, ja, im Gegenteil, Mehreinnahmen und, was auch nicht zu unterschätzen ist, eine bessere Wirtschaftlichkeit im Betriebe der Werke, erzielt wurden. Die Werke haben daher eine ganze Anzahl von Tarifen ersonnen, die einerseits den Verbrauch steigern, anderseits eine feste Grundlage für die Einnahmen des Werkes sichern sollen. Diese Tarife nennt man Grundgebührentarife. Sie sollen an einigen Beispielen erläutert werden. Die Stadt Gießen erhebt vom Durchschnittsverbraucher für Lichtstrom 51 und für Kraftstrom 30 Pf. für die Kilowattstunde, wozu noch eine Gebühr für Zählermiete lammt. Dieser Varif hat den Vorteil, sich leicht abrechnen zu lassen und gute Einnahmen, besonders in den Wintermonaten, zu bringen. Er hat aber den großen Nachteil, daß er den Verbraucher zwingt, in jeder möglichen Weise zu sparen, da er teuer ist: er hat ferner den Nachteil, daß die Einnahmen in den Sommermonaten auf ein Minimum zusammcnschrurnpfen und daß die Belastung Des. Elektrizitätswerks zur Zeit des Hauptlichtverbrauchs sehr groß ist, während fie in den übrigen Tagesstunden nur durch Motoren ström gegeben wird, da bei dem hohen Strompreis kaum jemand in der Lage ist, elektrisch zu kochen oder zu bügeln, geschweige denn zu heizen. Die Grundgebührentarife gehen von dem Gedanken aus, daß der Verbraucher nicht gezwungen werden darf, an allen Ecken und Enden zu sparen, sondern daß man ihm die Möglichkeit geben muß, durch erschwingliche Strompreise, besonders tagsüber, elektrische Energie in möglichst weitem Ausmaße zu verwenden, also nicht nur zum Beleuchten, sondern auch zum Kochen, Heizen, zum Antrieb des Staubsaugers, der Wasch- und Nähmaschine, des Haartrockners und des Lusters und sonstiger nützlicher Hilfsmittel, die die Industrie uns zu ganz annehmbaren Preisen anbietet. Der Grundgebiihrentarif gibt aber auch dem Elektrizitätswerk eine feste Einnahmequelle, mit der es rechnen kann, indem er einen monatlich zu entrichtenden Mindestpreis festlegt, der nach dem Anschlußwert der Anlage bemesicn wird. Ein Beispiel: Die Stadt Pirmasens Hoile bisher einen Tarif, ähnlich dem Gießener, mit 50 Pf. für Licht und 30 Pf. für Kraft. Sie hat dann einen Erund- gebührentarif wie folgt eingeführt: Monatliche Grundgebühr für eine Zweizimmerwohnung 1,50 Mk. Monatliche Grundgebühr für eine Dreizimmerwohnung 2,50 „ Monatliche Grundgebühr für eine Vierzimmerwohnung 3,50 „ Für jedes weitere Zimmer wird die Grundgebühr um 1 Mk. erhöht. Als Zimmer werden im allgemeinen gerechnet: Wohnstuben, Wohnküchen, Schlaf-, Eß- und Herrenzimmer. Nicht als Zimmer gelten Ncbenröume, z. B. Flur, Stlofett, Boden- und Kellerräume, Mädchenlämmern, Waschküchen usw. Außer der Grundgebühr erhebt Pirmasens eine Arbeitsgebuhr für die durch den Zähler gemessenen Kilowattstunden, und zwar 15 Pf. für die Kilowatt ft und e. schassen: andererseits ist gerade im Lande des Verismo die Zahl der Ausführungen Wag- nerscher Werte kaum je so groß gewesen als in den leisten Jahren: ein Beweis für die innere organische Berechtigung der beiden Stilrichtungen. Und letzten Endes entscheidet für den dauernden Wert eines Werkes doch nicht der gewählte Stoss, — denn dcr ist start G-cschmackswandlungen unterworfen —, sondern die geistige Formung, die ihm der Schaffende gab. Und die ist es, die sich in jedem Zeitalter neu auswirtt, und jedesmal irgendwelche innere Anklänge weckt und so das Werk wohl anders, aber in steter Beziehung zum Lebendigen erscheinen läßt. So sehr auch der Streit um Puccini wogt, eins muh ihm fein stärkster Gegner lassen, er hatte Melodien voll starkem Ausdruck, und seine Musik quoll ursprünglich, lebenswahr, ohne artistisches Raffinement. Der Stoff zur Oper „Tosca" hatte als Schauspiel seine Bühnenwirksamkeit bereits bewiesen: die Hauptrolle war von Sardou für Sarah Bernhardt gestaltet worden. Und eine primitiv w.rksarnere Handlung mit einer solchen auspeitschenden, erregenden Kraft konnte für die Bühne kaum gedacht werden: denn gerade erst dadurch wird ihre Dramatik zum höchsten gesteigert, daß sie zum Schluß Theater spielen will und harte bittere Tragik w.rd. Es war im 3uni 1800 in Rom: die Reapoli- taner hatten die römische Republik gestürzt und den römischen Konsul Angelotti (aus dem Geschlecht Qlttahanti) in der Engelsburg e ngekerkert. Der Polizeiches Scarpia unterdrückt mit Grausamkeit jede republikanisch? Regung. — Angelotti ist aus der Engelsburg entflohen und sucht Schutz in der Kirche Sank Andrea della D.ckle. Seine Schwester hat ihm den Schlüssel für die Familien» Es muß bemerkt werden, daß dieser Äilowatt- stunbenpreis sehr niedrig ift Trotzdem wird das Elekttizitütswerk auf seine Rechnung kommen, denn die Grundgebühren bilden seine feste, auf das ganze Jahr gleichmäßig verteilte Einnahme, während es an den Arbeitsgebühren nichts verliert, sondern gewinnt, allerdings pro Kilowattstunde nicht soviel wie früher. Es sei ein Vergleich zwischen dem Gießener und dem Pirmasenser Tarif für einen Wintermonat und eine Fünfzimmerwohnung gezogen, bei einem Verbrauch von etwa 30 Kilowattstunden, der dem Novemberverbrauch entsprechen dürfte. In Gießen wären zu zahlen: 30 Kilowattsttmden, je 51 Pf. 15,30 Mk. Zahlermiete 0,40 „ 15,70 Mk. In Pirmasens würde berechnet: Grundgebühr für eine Fünfzimmerwohnung 4,50 Mk. 30 Kilowattstunden, je 15 Pf. 4,50 „ Keine Zählermiete 9,— Mk. In Gießen würden also 6,70 Mk. = ca. 75°/o mehr bezahlt als in Pirmasens. In Wirklichkeit ist die Sache nicht ganz so ungünstig, wie sie auf den ersten Anblick aussieht. Der Pirmasenser zahlt durch die Grundgebühr im Sommer für die Winter- monate mit, denn es ist sehr wohl anzunehmcn, daß er, z. B. im Juli ober August, wenn etwa noch Ferien in diese Zeit fallen, auch in Gießen keine 4,50 Mk. an Stromkosten zu bezahlen hätte. Aber der Grundgebührentarif will ja die Lasten aus das ganze Jahr verteilen, und es dürfte jedem Haushaltungsvorstand recht angenehm sein, wenn er im November, Dezember, Januar und Februar, in welchen Monaten er ohnedies große Ausgaben für Heizung, Weihnachtsfest und sonstigen Winterbedarf hat, nicht auch für elektrischen Strom eine unheimlich große Rechnung bezahlen muß. Aehnliche Tarife wie Pirmasens hoben auch, um einige zu nennen, die Städte Braunschweig, Freiburg i. B., Glogau, das märkische Elektrizitätswerk Berlin, Recklinghausen u. a. m. Manche Werke bemessen die Grundgebühr nicht nach der Zahl der Zimmer, sondern nach dem Meßbereich des Zählers ober nach ber Zahl ber Lampen, bie installiert sind. Immer besteht jeboch neben ber festen Grundgebühr eine Arbeitsgebühr für hie gemessene Kilomattstunbe. Manche Werke berechnen für Kleinwohnungen, etwa bis zu 3 Brennstellen, eine sehr niebrige Grunbgebühr, z. B. Freiburg i. B., von 0,50 Pf. pro Brennstelle monatlich, entsvrechenb einem Gesamtverbrauch von etwa 12 Kilowattstunben pro Brennstelle und Jahr. Mehrverbrauch wird mit 10 Pf. für die Kilowattstunde berechnet. Auch dieser Tarif soll dazu anreizen, nicht nur die 12 Kilowattstunden pro Brennstelle, also bei drei Brennstellen 36 Kilowattstunden im Jahr, zu verbrauchen, sondern möglichst ein Vielfaches davon, denn je mehr der Wohmmgsinhaber verbraucht, desto günstiger ftelli sich der Preis für die Kilowatt- tunde. Auch der Inhaber einer Kleinwohnung oll die elektrische Energie nicht nur zum Beleuchten, andern vor allem zum Kochen seines Morgen- assfees, seines Mittagsbrotes und Abendessens, zum Bügeln und Nähen verwenden. (Schluß folgt.) Oberhessen. Ungültige Dürgermeisterwahl. • Gießen, 12. Dez. Der Provinzial- a u s s ch u ß verhandelte in seiner heutigen öffentlichen Sitzung u. a. über Berufungen gegen ba$ Urtrtl des Kreisausschusses des Krci'eZ Alsfeld in Sach m: Bürgcr ncifterwahl i n M e r- lau. Bei dcr am 24. Mai 1925 inMerlau stattgehabten Bürgermeister-Wahl wurde Wilhelm Kochendörfer mit 197 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein Gegenkandidat, der feit» herrige Bürgermeister Konr-d Schomder, erhielt 189 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war eine sehr starke und betrug über 90 Prozent der Stimmberechtigtem Am 21. Mai erhoben Heinrich Meinhard und Ludwig Schlosser in Me.l.u geg.n das Wahlergebnis Einspruch, indem sie rügten, daß 2 formelle Gesetzvorschriften nicht beachtet worben seien, und daß ferner vor, währer.d und nach der Wahl durch Versprechungen, Drohungen und Trinkereirn das Wahlergebnis in unlauterer Weise beeinflußt inorben sei. 3n der mündlichen Verhandlung vor dem KreiS uöschuß in Alsfeld ergab die 'Beweisaufnahme, daß bereits einige Wochen vor und bei der Wahl Parteigänger der beiden Kandidaten versuchten, in den Wirtschaften zu Merlau und Mücke Wähler zu bewirten. Obwohl der Kreis Alsfeld die Art und Weise, wie der Wahlkamps geführt wurde, mißbilligte, konnte er sich nicht kapelle b-er Attavanti am Postament des Mo- donnenbildes versteckt. Als er ein Geräusch hört, verbirgt er sich. Es ift der Meßner, der dem Maler Cavaradossi, der schon seit einiger Zeit hier an einem Bilde der Maria Magdalena arbeitet, die Pinsel bringt Als Modell hat dem Mater die Schwester Angelotcks ahnungslos, unbewußt, gedient, als sie am Altar betete. — Als Der Meßner sich entfernt, kommt Angelotti aus der Kapelle, und Cavarabossi erkennt ihn als den Konsul der ehemaligen Republik Rom' Doch die Sängerin Tosca nähert sich: Angelo^i verbirgt sich wieder, nachdem ihm sein Freund noch einen Korb mit Chwaren zugesteckt hat ToSca bittet Cavavadossi zu einem Zusammensein am Abend nach 6>er Oper. Als sie das Madonnenbild fleht, fällt ihr die Aehnlichkeit des Bildes mit der Schwester Angelottis auf; Eifersucht ertvacht in ihr, aber ihr Geliebter beruhigt sie wieder und bewegt sie zum Gehen. Er holt nun Angelotti wieder hervor; dieser will sich verkleiden und fliehen (die Schwester hat ihm Kleid. Schleier und Fächer unter dem Altar versteckt). Cavavadossi weist ihm sein Haus als Unterschlupf zu. Als ein Kanonenschuß fällt zum Zeichen dar Entdeckung von Angelottis Flucht, da hält es der Maler für seine Pflicht, ihn persönlich in seine Villa zu geleiten. Der Meßner verkündet den Sieg der Oesterreicher unter Melas, die auf feiten der Neapolitaner gegen Tlapolron kämpfen. Der Sieg soll vurch eine festliche Kantate, bet der auch Tosca mitwirken wird, gefeiert werden. In diesen Jubel tritt Scarpia: alles verstummt feine Häscher müssen die Kirche oblochen man findet den leert n Ehköro und den Fächer in ber Kapelle. Run schmiedet Scarpia gegen Eaoar - dossi, der ihm bei Toeca als Jtcbcnbuhler im Wege steht, einen teuflischen Plan. Das Wappen dazu entschließen, die Wahl für ungültig zu erklären. well beide Parteien mit verwerflichen Mitteln versucht hatten, die WaUer zu beeinflussen, wobei zwar die Parteigänger Ko- chsndörsers eine größere Tätigkeit entfaltet hatten, als die Gegenpartei. Der Kreisaus- schuß wies hiernach die beiden Reklamationen als unbegründet zurück. Die Reklamanten verfolgten gegen dieses Urteil Berufung an den Provmzialausschutz. Sie waren in der mündlichen Verhandlung durch Aecht-anwalt Hornberger - GieHen vertreten. Der neugewählle Bürgermeister Kochrndörfer war durch Rechtsanwalt' B e i l st e i«= Grünberg vertreten. Zur Verhaillllung waren etwa 15 bis 20 Zeugen erschienen. Es fand eine eingehende Beweisaufnahme statt, auf Grund deren festgestellt wurde, daß in drei Wirtschaften vor der Wahl und am Wahltag an die Wähler kostenlos Getränke und Speisen verabreicht wurden und diese Vorgänge jedenfalls geeignet waren, das Wahlergebnis in unlauterer Weise zu beeinflussen. Der Provinzialausschutz gab der Berufung unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld statt und erklärte die am 2 4. Mai 1 925 inMer- Iau stattgehabte Bürgermeisterwahl für ungültig. Mit den im Verfahren entstandenen Gerichtäkosten wurde die Gemeinde Merlau belastet. Die Kosten ihrer crnwalllichen Vertretung haben die Reklamanten und Dürger- meisterlänbidat Kcxhrndörfer selbst zu tragen. Landkreis Gictzen. £ Wieseck, 14, Dez. Als bedeutungsvollstes Ereignis in der Geschichte und Entwicklung unserer Gemeinde wurde gestern die Aufnahme des regelmäßigen Auto-Omnibus-Der- kehrs zwischen Wieseck und Gießen vor- genommen, nachdem am Samstagnachmittag der zweite Wagen eingetroffen war. Leider wurde versäumt, für genügende Bekanntgabe zu sorgen, daß ab Sonntag morgen der fahrplanmäßige Dienst ausgenommen würde. Nur diesem Umstande war es zuzuschreiben, daß die erstem Wagen zwischen 5 und 7 Uhr morgens von den hierfür Interessierten nicht in dem Maße benutzt wurden, wie dies heute morgen bereits ber Fall mar. Von Wagen zu Wagen hob sich nun bie Zahl ber Fahrgäste, in ben ersten Nachn.ittagsst'.inben würbe ber zweite Wagen eingesetzt. Der Anbrang war aber berart, baß bei weitem nicht alle, bie mitfahren wollten, befördert werden konnten. Mit 60 und über 60 Person e n fuhren die einzelnen Wagen hier ab und waren teilweise.an ber Ansangsstation schon überfüllt. Selbsterverstänblich rief bie Ausnahme des Fahrdienstes eine lebhaft angeregte Stimmung in allen Bevölkerungskreisen hervor, auch die noch oor- bandenen wenigen Pessimisten werden wohl bald eine zustimmende Meinung haben — von einigen wenigem Unverbesserlichen abgesehen. In Gießen rief bas Erscheinen der Auto-Riesen begreifliches Interesse hervor, an den einzelnen Haltestellen waren die Wagen sofort vod großen Menschenmengen umlagert, die ihrer erstaunten Verwunderung einmal über die Ausmaße, zum andern über die gediegene Innenausstattung der Autos Ausdruck gaben. Von dem Umstand abgesehen, dah nicht alle, die mitfahren wollten, befördert werden konnten, wickelte sich ber Verkehr am ersten Tage glatt und reibungslos ab. Heute morgen setzte der Verkehr schon mit dem ersten Wagen stark ein, zwischen 7 und 8 Uhr waren dieselben schon wieder überfüllt. Die Feuerprobe ist bestanden, die nächsten Tage werben d>e Notwendigkeit der Schaffung dieses Verkehrsmittels beweisen, und die Zukunst wird und muß die Rentabilität des Unternehmens erbringen. — Lollar, 13. Dez. Die Werksleitung der hiesigen Buder usscheu Eisenwerke hat gestern ihrer Belegschaft m'.tgrteilt, daß vom 15. Dezember (kommenden Dienstag) ab 5 Prozent der gesamten Arbeiter entlassen werben sollen. Diese Maßnahme mußte getroffen werben, da in der letzten Zeit Mangel an Arbeits- und Lieferungsauftragen bestand. Der noch verbleibende Teil der Belegschaft erhalt in feiner Arbeitszeit ebenfalls einschneidende Einschränkungen dergestalt, daß vom obengenannten Zeitpunkt an Feierschichten eintreten müssen. Seit einer Reihe von Wochen war bereits in der Kesselfabrikation der Ei'enwerte auf Samstag jeder Woche eine Feierschicht eingelegt worden. Dieses Spezialgebiet erhält von nun an drei Feierschichten. Glimpflicher kommt der Heiz- ^orperbau dabei weg, dessen Arbeiter für die Folgezeit nur an zwei Tagen nicht zur Arbeitsstätte brauchen. Außerdem ift das Werk in der Zeit vom 23. Dezember bis 4. Januar 1926 geschlossen. — Mainzlar, 13. Dez. Beim Schlittschuhlaufen auf der Lumda brach dieser Tage ein neunjähriger Junge ein und formte nur mit Mühe von einem rasch herzugerufenen der Attavanti auf dem Fächer, die Züge deS Bildes, alles Mittel, die Cifersücht ToscaS zu erregen; sie eilt fort, um Cavarabossi zu überraschen. Scarpia sendet ihr Häscher nach. Er ist ganz beglückt, sich seinen Wünschen bei Tosca genähert zu sehen und stimmt begeistert mit in das Tedeuni ein. Scarpia im Palazzo Farnese In feinem 5immer; im unteren Stock hat das Siegesfest der Königin begonnen, bei dem Tosca mitwirken soll. Scarpia läßt sie für nach dem Feste zu sich bitten. Inzwischen hat ein Häscher die Verhaftung . Cavaradossis gemeldet, aber Angelotti ist noch nicht gefunden. Der Maler wird vor- gesührt, trotzig vxll er sich nicht dem Gewaltakt beugen und verweigert jede Auskunft. (Da- zwijchen tönt Toscos Stimme in der Siegeskantate.) Cavarabossi soll durch die Folter gc- xtoungen werden: noch gelingt es ihm, Tosca, die eben eingetreten ist, zum Schweigen zu ver- pflichten. Scarpia sucht nun ToSca auszuforschen, indes Cavarabossi gefoltert wird. Als die Schrecken der Falter immer größer werden, verrät Tosca den Versteck Angelottis (im Brunnenschacht). Gebrochen wird Cavarabossi aus der gclterfarmncr herausgeführt: da wird ein Sieg Napoleons gemeldet. Sofort erwacht Cavaradossis alte Kraft, er jubelt auf. Da läßt ihn Scarpia abführen zum Tode. — Gelassen setzt sich Scarpia zu Tisch. Tosca will ihren Geliebten loskaufen: aber Scarpia fordert sie selber als Kaufpreis. Ms er zudringlich wird, will sie sich aus dem Fenster stürzen. Da hört sie die Trommeln, die die ..Hochverräter zum letzten Wege rufen". Tosca r'vgt im Gebet. Scarpia verspricht ihr Cavara- drtlls Loben für eine küße Stunde. Da meldet der Häscher, das; Angelotti sich selber getötet habe. Slim ist die Reihe an Cavarabossi. Da hierher e schuldn der Zus° Kasse ben ver zu ■ Zustim prozei treten gerer A: handelt ganz obt jummen. theken b zu den ; GinMif hat, fdn j)ärtf fii maBnafjrr wirb. Oh fällt ihn all ten 6| nen dem nmgsgejet Walen i Heiden zufolge, 1 den in Mtwock halten. ( und geb: stündigen mehr j ur. b'.wt - dienstes f( geben. Si Advenkze streckt, so) ben-_; SS ÄU leist en! nute v°' ausgeba «rohen fti#., den. 3 beige»01 form!"} ve-n,fl 2e(t" Cf tfcinen i) Has 3“. unter in« hier ivoh Schlag biefet 5 „E chlac gewaltig natürlich Eichen i stunde । Wer 2 zählte. ! schritten wohnen! in Gieß sich last fammeit 'Bu fr au d einigen versru im dri die 6l und auf Haus g noch ur S Dicht a öo wo berge ö schaffen siugSott stolzen < als 2Lif des St, nur bör| lich im T st LS Wafo wil neu» ritten ui, ren, Ion M Tv §es. z feto Hascher verlangt und Cat Ä fh A dem entwind^ 2or en» d'-Ä« Wn. » Q| K L'Z Ä husche, d'e Lehen < «ufzustj Met Kr Tiefe. An ’tQ9tch ^lang erschloss ?Mng ’ SEIT 106> SCHIEMTEIN I. 0HG Jk». S-.-.KL »Ä*S^ ct,®SrS M 9 Waren fth^nui^I9 f ©run^SM Mb £äS LZtzS ft'S ätF^Ä P»» ,ct w SU jy* Bietzen. J? &uflu?9 *£r ?^nahme des l0t0mnibu5.$er. ^nd Lietzen vsi. -anislagnachmillaq btr ®«. Leider wurde ver- Mr SU (orgen, daß irplanmchye Dienst auf: em Umstand« war es zu. Wugen zwilchen 5 und crfur Lntereffierten nicht wie dies heute mor- son Wagen zu Sagen «Maste, in den ersten der zweite Wagen ein. r ober derart, daß bei ähren wollten, befordeit 1 und über 80 Perlen Wagen hier ab und 'Wation schon über- rief die Aufnahme des -ngcregte Stimmung in Toor, aud) bit noch vor len werden wohl bald haben - von einigen bgefchen. Ln Tiefen uto«Äirsen degreif. en rinMen Westellen >d großen Nenschenmen- [jtaunren DerwmdeMg zum anbern über die ge- der Autos Ausdrui! rbgefehen, daß nicht alle, ’orbert werben konnten, trftai laßt glait unb gen setzte der Verkehr ;rn stark ein, zwischen i?n schon wieder Überbeständen, die nächsten igteit der Schaffung bient, und die Zukunft wird t des Unternehmens er- M. Sie Mfeto-j ffchrn Sifenwertc haft m'.tgM dast M > i ÄM-tag) ad 5 W rrbeiterentlalfer. chmhm mckte Mb jauHtüßcn >cr D.^gschast erhält ", M nnfHn-ldendeEm daß t?3m obmMMwr hichien eKtntenm^ _-n Dochcn.war •r @iv:iE€W auf w- grÄJä > sg*id» Sti E, bei r^cagi' tfeSG > »*»«#► 1 durch V^e o ^5*6? Ä«e “u«i A»JS rfT(W d-l ?Ä&6c«* * K- w rt ^nn.-ge ^Lavara' ?;SK SiVr»' fr On monl verl VERTRETER: H. Eljes jr., Gieren, Seltersweg 68 . t oel al5 charatteristischL Gestalten, Führer Herr Kapellmeister . c MusU in ihren ftilifti- Emi chard _• alS Mehner schufen jeder für sich. MS musiaklisch.? Jeder Wemhändler lefert: den Äufführu g verhal. Der Leitung des (Sufjener Stadttheaters gebührt der Dank der Bürgerschaft für diese Der- anstaltung. Möge der Winter noch manche solche Höhepunkte folgen lassen! —in— Bruno Hartl , de . scheu Eigenheit en er chloß und mit seinem be» währkn Orchester dem Werke zu einer glänzen» audenmeyer als Angelottl, Ri- Spotetta, Josef Gar eis Jammen. : Trais-Horloss, 12. Dez. Die B e - zirkssparkasse Laubach hatte dieser Tage hierher ein« Versammlung ihrer Hypotheken« s ch u l d n e r in der Umgegend einberufen. Zweck der Zusammenkunft sollte, wie der Vertreter der Kasse betonte, fein, aus gütlichem Wege die Schuldner zu oeranlassen, daß sie ihre freiwillige Zustimmung zu der geforderten 2 5 • prozentigen Aufwertung der Hypotheken und Schuldscheine geben. Trotz längerer Aussprache war jedoch niemand bereit hierzu, handelt es sich doch fast ausschließlich um bereits ganz oder teilweise in Papiergeld beglichene Schuldsummen. Eine andere Möglichkeit ist die, die Hypotheken bei der Kaste in neue umzuwandeln, jedoch zu den jetzt geltenden Zinssätzen. Wer nun einigen Einblick in kleinbäuerliche und Arbeiteroerhältniste trag auf Enteignung der Fürstenvermögen, der abgelebt wurde. Die Erwerbslosen hatten einen De- nftrationszug veranstaltet, der durch die Polizei 'hindert wurde, in den Sitzungssaal vorzudrtngcn. nickt Tosca dem Scarpia Erfüllung seines Wunsches zu und fordert aber sofortige Freiheit für ihren Geliebten Scarpia verabredet mit dem Häscher eine nur scheinbare Erschießung. Run verlangt Tosca noch einen Gelestsbries für sich und Cavaradossi. Während Scarpia schreibt, erspäht sie auf dem T sch einen Dolch und stößt ihn dem Scarpia in die Brust. Roch dem Toten entwindet sie den Passierschein. Dor dem Morgengrauen aus der Plattform der Engelsburg. Eine Hirtenweise ertönt aus der Ferne. Cavaradossi wird in die Kasematte ge ührt. Doch in letzter Stunde will er einige Zeilen an Tosca schreiben: da erscheint sie selber, berichtet vom Tode ScarpiaS, von den bllnden Schüssen, mit denen die Hinrichtung zum Scheine vollzogen werden soll. Beide kosten die Stunde des Glückes aus. Da kommen die Soldaten, die das Urteil vollstrecken sollen. ToSca rät ihrem Geliebten lächelnd, ja rechtzeitig hinzufallen, täuschend Vie auf dem Thea'er. — da fallen die die Schüsse —, Cavaradossi stürzt. Die Soldaten gehen ab. — ToSca fordert ihren Geliebten auf, aufzustehen, aber er ist tot — noch im Tode hol Scarpia seine Bache geübt. Schon nahen die Häscher, um Tosca als Mörderin ScarpiaS zu fangen; da entzieht sie sich dem Richter; über die Maner der Engelsburg stürzt sie sich in di« Tiefe. — Unter Puccinis Opern wohl der stärkste tragi.chc Stoss. Doller Momcnte, de nach Musik verlangen, die nut durch sie in vollem Gehalt erschlossen werden können. Doller innerster Erregung ist Puccini der Handlung gefolgt, voll blutiger Wärme hat er die Musik geschrieben, frei von Künstelei in ursprünglicher Ratürlich- £eit und doch charakteristisch für jede Szene. Welche Einfachheit und doch welche Stimmung Manne vom Tode beS Ertrinkens gerettet wer- Grohen-Buseck. 12. Dez. Wohl nur wenige Dörfer von der Größe un eres Dorfes haben eine so rege 03 a u tä ti g t eit aufzuweisen, wie gerade Großcn-Buseck. 3n den Rachlrieasjahren find zwei ganz nnie Dors- teile entstanden. Der Schützcnweg. nur eine Minute vom Bahnhof entfern., Wito in kurzer Zeit ausgebaut sein. Fast 20 neue Bauten, zum großen Teil einstöckig, aber auch etliche zwei- stöckige find in den letzten Jahren dort entstanden Die Rahe des Bahnhofs wird mit dazu beigetragen haben, daß gerade hier die Häufer förmlich aus der Erde herauSgewachsen find. Aber auch an der Beuerner Straße und dem alten Grünberger Weg und dem Verbindungsweg dieser beiden Straßen sind in den letzten Jahren rund 15 Wohngebäude errichtet worden, fast alle versehen mit einem kleinen HauSgarten. Das hier gelegene Land, das zu dem hiesigen Hofgut gehörte, wurde unter die Baulustigen aufgetcilt. Da viele der hier wohnenden Hausbesitzer ihre Bausteine aus Schlackensand selbst hergestellt haben/ so hat dieser Dorfteil scherzhafterweise den Ramen „S ch l a ck e n h a u s e n" erhalten. Diel zu dem gewaltigen Aufschwung unseres Dorfes trägt natürlich der Hmflanb bei. daß unsere Zentrale Gießen mit der Eisenbahn in etwa einer Viertelstunde Fahrt erreicht werden kann Während unter Dorf im Jahre 1910 kaum 1700 Einwohner zählte, wird eS jetzt das zweite Taufend überschritten haben. Diele, ja die meisten der hin: wohnenden Arbeitsleute, finden chren Verdienst in Gießen, und der Zuzug unseres Dorfes setzt sich fast ausschließlich aus Arbeitsleuten zuhat, kann jetzt schon ermeßen, welche ungemeine Härte einmal die Durchführung der Aufwertungs- maßnahmen für diese Kreise im (Befolge haben wird. Ohnedies kann allerdings anderseits keine Kaffe ihren Aufwertungsverpflichtungen gegenüber all den Sparern nachkommen. So beginnen im kleinen dem einzelnen die Auswirkungen der Answer- »ungsgefetze fühlbar zu werden. — In den beiden Filialen unseres Kirchspiels, in Utphe und I n ° Heiden, haben jetzt wieder, einem alten Brauch zufolge, die fog. B e t ft u n b c n begonnen. Sie werden in den beiden Gemeinden abwechselnd am Mittwoch durch den Pfarrer in der Schule abgehalten. Infolgedessen ist alle 14 Tage auch älteren und gebrechlichen Gemeindegliedern, die den halbstündigen Weg zur Kirche in Trais-Horloff nicht mehr zurücklegen können — natürlich nicht allein diesen — Gelegenheit zum Besuch eines Gottesdienstes sowie zur Teilnahme am Abendmahl ge> aeben. Diese Einrichtung, die sich von Beginn der Ädventszcit bis zum Ausgang der Passionszeit erstreckt, soll eine uralte sein. Krcrs licDhcrfl. Butzbach, 13. Dez. (WER.) Die Ehefrau des Musikers Schitzkowskh machte vor einigen Tagen dadurch einen Selbstmordversuch, daß sie sich aus einem Fenster ihrer im dritten Stock gelegen e Wohnung a u f die Straße stürzte. Mit shweren inneren und äußeren Verletzungen wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Die Beweggründe der Tat sind noch unbekannt. Langenhain-Ziegenberg, 12.Dez. Dicht an her he'Nsch-preuh schen Grenze gelegen, da wo die 11 f o in tiefer Talfurche die Taunus- berge durchbrochen und das idyllische Ufatal geschaffen hat, liegt der bekannte und bzliebte Ausflugsort Ziegenberg, überragt von dem stolzen Schlosse, das einst Goethe längere Zeit als Aufenthalt gedient. Der weiteren Belebung des Fremdenverkehrs standen seither die nur dörflichen Ilnierkunftsmöglichkeiten hinderlich im Wege. Deshalb hat sich Gastw rt M ö ck e l entschlossen, ein großes z? tgemähes Gasthaus an Stelle der alten Gebäulichkeit zu errichten. Der für unfern Ort sehr respektable Rou.bau ist im Rohbau sertiggestellt. Rach seiner Vollendung im Frühjahr wird er 14 Fremdenzimmer bieten und mit neuzeitlicher sanitärer Ausstattung dem Touristen nicht nur eine behagliche Unterkunft gewähren, sondern auch die Benutzung unseres hofft- Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Wetzlar, 12. Dez. Wie bereits gemeldet. ist in einer geheimen Sladtverord- netenf i6ung unser jetziger Bürgermeister D r. Kühn auf eine weitere AmtSdauer von 12 Jahren wiedergewählt worden. Bekanntlich schreibt eine winitzerielle Verfügung in Preußen vor, daß sich die Stadtverttetung spätestens ein halbes Jahr vor Ablauf der AmtSperiode des BürsermeistcrS darüber schlüssig zu werden hat, ob sie den bisherigen Inhaber wieder wählen will, oder ob die Stelle ausgeschrieben werden soll. Daher mußte auch in dem hiesigen Fall eine gleiche Entscheidung bereits in diesem Monat gttroffen werden. Sie ist In der Richtung ausgefallen, daß Bürgermeister Dr. Kühn gegen eine starke M nderheit wiedergewält worden ist. Diese -dürfte »ich in erster Linie aus Stimmen aller bürgerlichen Parteien zufammenfehcn. die wegen der stark umstrittenen Finanzpolitik und der für hiesige Verhältnisse ost zu großzügigen und zu teueren Vaupläne seine Gegner geworden sind. Dazu kam weiter eine Verärgerung in wohl allen Parteien über ein Regime, das das Mitbeftim- mungSrecht der BüraerschastSvertreter teilweise beiseite schob. DaS ist nun einmal bei so stark ausgeprägten Haturen, wie Dr. Kühn, immer der Fall. Die Wahl wäre wohl ganz anders ausgefallen, wenn nicht gerade wegen dieser Verärgerung noch bis in diesen Sommer hinein teilweise heftige Kämpfe wegen des Bewilligungsrechts der Stadtverordneten hätten ftotl- finden müssen. Denn daß Bürgermeister Dr. Kühn ein Mann von großem Können und Wollen ist, daß er sich um die Entwicklung der Stadt äußerst große Verdienste erworben hat, das wird gerade auch aus der bürgerlichen Seite dankbar gewertet. Mit der jetzigen 2lb- stirnmung dürfte daher auch ein Schlußstrich unter diese Gegnerschaft gemacht werden, wobei man sich in den Kreisen der Bürgerschaft der Hoffnung hingibt, daß Bürgermeister und Stadtverordnete in den kommen)en Jahren befttebt sein werden, durch ein vertrauensvolles, von gegenseitigem Vers.ändnis gctrsv.nes Zusammen- arbeiten unsere alte schöne Stadt in gesunden Bahnen weiter zu einer glücklichen Zukunft zu führen. Die Stadt Wetz,ar mit ihrer starken industriellen Entwicklung braucht als ihren Führer einen Mann von weiter Sicht, und das ist Herr Dr. Kühn, nur müssen wir unS alle in dieser Rotzeit Beschränkungen auserlegen und uns manches versagen, was in einer glücklicheren Zeit leicht hätte ausgesübrt werden können Möge die neue Amtsperir>de des wiedergewählten Bürgermeisters für Wetzlar ein Segen und für ihn selbst ein steter Erfolg sein. XX Aus der Bürgermeisterei 2ltz- bach, 12. Dez. In den Orten unserer Bürgermeisterei wird gegenwärttg der bekannte Bethel-Film gezeigt, lleberall bringt man den Vorführungen größtes Interesse entgegen. Der Besuch war bis jetzt durchweg recht gut. DillkrciS. bl. Dillenburg. 12. Dez. Der Kreis ist in den letzten Jähren immer mehr bestrebt, das Reh der Sanitätskolonnen im Kreise zu erto:it:rn. So konnten schon in mehreren Gemeinden Kolonnen errichtet werden, die sich recht gut entwickelten. Weitere Reugründungen hat man ins Auge gefaßt. Dio Kreisverwaltung sorg' für deren Finanzirrung, so daß den Gemeinden kine nennenswerten Kosten erwachsen. - Die in den letzten Jahren im Kreise zur Durchsühcu.ig gebrachten Meliorationen von Viehweiden fallen im kommenden Jahr weitergcsühtt werde.i. Wurden seither nur kleine Arbeiten ausgcsührt. to;c Instar»Hungen von Gemeindeviehweiden, so hofft man 1926 an die Urbarmachung der großen Oeölanb- fläch en des Westerwaldes heranzu- gehen, wofür man 12 Jahre Arbeitszeit b.'rechnet. Die Jahresleistung hat man mit 3—400 Hektar abgoschätzt. Staat, Be^irksverba?d und Kreis beteiligen sich mit gleit» hohen Beträgen an dem zu Anfang des 3. Aktes; oder die Folterszene l in ihrer charakteristischen Gestaltung; oder die ] lyrischen Höhepunkte; oder der Monolog S.arpias im 2. 2ll;e; oder der Gegen atz der Schlüsse des ersten und zweiten 2(!e’ in ihrer Verbindung mit dem Sch'.ckäl Scacpias! Solche Musik völä -, erschließen, ist nur wenigen Sängern Vorbehalten; denn wenn man auch musikalisch zu folgen vermöchte, ncuitalienische Musik ist nun nicht ohne eine gewisse Stimmtechnik darzustellen. Rur wenige deutsche Duhnen verfügen über ein für diese Musik so geeig» netes Ensemble toi? gerade die Frankfurter Oper. Und von diesen Kräften geboten ist »ToSca" stets ein großes musikalisches Ereignis. Der Lebensfähigk.it dieser Oper gereicht die Bedeutung ihrer Titelrolle zum Dvrtell. Die großen Vertreter der Tosca sind zu zählen; denn neben hohem Gesanglichem erfordert sie überzeugende Kraft der Darstellung, namentlich im Kampfe mit Scarpia: das Rassetoeib mit feiner Liebe und mit feinem Rachegeist. Und dem toar Else Gentner-Fischer Vollenderin, in ringender Zerknirschung (»Rur der Schönheit" . . j, im Kampfe um den liebten, eine vom Schicksal Betrogene! John Gläser als Eavaradossi, der begeisterte Patriot, bet im krjenben Spiel den Tod findet. Don seiner hohen gesanglichen Kunst gani zu schto igen; jeder Szene angepaßt, vom Wehcschrei auf der Folter bis zum sieghaften Diktoria und im Liebes-Le- benöjubel im lehtcn Akt. Adolf Hermann verlieh dem Scarpia trotz aller in der Partie ruhenden Grausamkeit ein vornehmes Gepräge, immer noch der Ritter, toeim auch hart an der Grenze; feinen Höhepunkt gab er Im 2. M; bei allem Realismus ein Schönsänger, ein Scarpia, tote man ihn nicht oft hört. Rezitation einige überaus tottfunatDoCfe Balladen von Münchhausen vor, während tm zweiten Teile eorige tief empfundene Balladen von Agnes Miegel folgten. Die technisch in formvollendeter Weik vor getragenen Rez.tattonen wurden leider durch eine infolge ErkA rmg verursachte stimmliche Indisposition der tragen- den etwas beeinträchtigt. Mit veichllchem Beifall dankte die zahlreiche Zuhöverschar für den seltenen Kunstgenuß. -er. Homberg a. d. Ohm. 12. Dez. Infolge der Källe der letzten Zeit bildete sich auf der Ohm ein spiegelblankes, 22 Zentimeter dickes Eis, das für Bierbrauer, die Kühlräume der Metzger unb Wirte ein wertvolles Material abgab. Wurden doch durch Arbeitslose 60 Schlitten voll Cis gebrochen, das die Brauerei Wallach in Alsfeld hier in ihrer Filiale in der Brauhausgasse aufstapette. — Ein Junge von Ober-Oslei- b e n wollte das elterliche Pferd ausreiten, kam aber durch die Glätte mit dem Tiere so heftig zu Fall, daß cs verendete, während er- fteulicherweise der Reiter mit dem Schrecken davvnkam. Merlau, 12. Dez. Der Antrag des Bibelheims Flensunger Hof. die in der Gemarkung Flensung-.n liegenden Grund- stücke der Pfarrei Merlau im Umfang von etwa 10 Morgen zu laufen, ist vom Landeski vchenaint abgelehnt worden, weil fönst zahlreiche Pächter, meist Arbeiter und kleinere Landwirte, ihr Pachtland verlieren würden. Auch sprechen die in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen gegen einen Berkaus von Psarrgelände. Die Kirche kann die Einnahmen aus dem Pfarrbesoldungsland nicht entbehren, sie bilden vielmehr zur Zeit den einzigen sicheren Rückhalt der kirchlichen Finanzwirtschast. Die Einnahmen an Landeskirchenfteucrn sind schwankend, und der Staatszuschuh an die Kirche, der übrigens nicht einmal die Höhe des StaatS- zuschusses an bas Lanbestheater in Darmstadt erreicht, ist lange nicht der allgemeinen Teuerung entsprechend erhöht worden. Deshalb kann kirchliches Land nur bei dringendstem Bedürfnis und auch bann nur in beschränktem Umfang abgegeben werden. Der Kirchenvorstand hat sich auch nicht enffchliehen können, dem Bibelheim einen Teil der Pfarrgrundstücke zu verkaufen, weil in diesem Falle solche Gemeindeglieder, die gern auch ein Grundstück kaufen mochten, sich benachteiligt fühlen könnten. sireis Lauterbach. Schlitz, 13. Dez. (WSR.) In Hutz- d o r f bei Schlitz hat vor einiger Zeit die Diamantschleiserei ih-en Einzug gehalten, da die Schäsersche Diamantschleiserei in Hanau, eine der bekanntesten Firmen auf diesem Gebiete, hier eine Filiale errichtet hat. Dis jetzt sind. etwa 15 Diamantschleifer hier tätig. Wie man hört, besteht die Absicht, diesen Industriezweig im kommenden Jahre durch Errichttmg von Neubauten noch auszudehnen. Starkenburg. * Darmstadt, 13. Dez. In der Spahn- Mühle in Schönberg bei Bensheim versuchte dec Besitzer der Mühle den eingesrorenen Motor feines Autos aufzutauen. Hierbei geriet aber der Be n^ in be hä l t e r in Brand. Während des Dersuchs, bas Auto aus der Garage ins Freie zu bringen, erfolgte eine Benz inexplosion, wodurch 10 Personen verletzt wurden. Einige haben sehr schwere Brandwunden davongetragen. Die Der- letzten wurden in das Bensheimer Krankenhaus eingelie ert. = !• Df f e nbüd), 12. Dez. Aus der Tagesordnung der gestrigen Stadtoerordnetensitzung stand die Beratung der Erwerbslojenfür- sorge für Weihnachten. Es lag zunächst ein Antrag der Verwaltung vor, der die Gewährung eines Geschenks an die schulpflichtigen Kinder aller in der lleberwachung des Arbeitsamtes befindlichen Erwerbslosen und ausgesteuerten Erwerbslosen vor- schlägt. Dieser Antrag wurde angenommen. Ebenso der Antrag des Obereiirgenneifters, den Fürsorgeempfängern für die Monate Dezember und Januar j' einen weiteren Zentner Kohlen zu beschaffen. Schließlich lag noch ein Antrag her Kommunisten vor, jedem rwcrbslosen und Wohlfahrtspflegling zu Weih' eine einmalige Untefftutzung von 100 Mk. 5 billigen. Die sozialdemokratische Fraktion hatte dagegen beantragt, für die Ledigen 10 Mk., für Alleinstehende, Verheiratete ohne und mit einem Kind 15 Mk., mit 2 und 3 Kindern 20 Mk., über 3 Kinder 25 Mk. Nach heftigen Debatten wurde diesem Antrag gemäß beschlossen. Offenbart) hat z. Z. 4000 Erwerbslose. Die Kosten der Weihna«- : beihilse betragen 80000 Mk., wofür keine Dc . n g vorhanden ist. Das ist um so bedenklich ohnedies ein Defizit von 800 OOu Mk. im St 0 . halt bereits besteht. Die Dcckungsfrage wollten die ^nmmuniften erledigen durch einen An- ,Die Mättsekönigin" oder „Wie der Waid in die Sta t kam". Weihnachtsmärchen von F. A. Geißler. Es gibt nichts Köstlicheres als solch ein Weihnachtserlebnis: die ungeduldig-begierigen Kinder- lein zu schauen, wie sie nun auch einmal ins Theater dürfen — eine Erlaubnis, zu der eben nur das Christkmdlein die Eltern vermocht Hot —, und wie sie dort all ihre Kinderphantasien, ihre Märchen- träume ihren Weihnachtsglauben Gestalt werden sehen. Und eine Freude ist es für jeden Aelteren. der sich in feine Kindheit [o gern mal zurückträumt, zu schauen, wie sie d. rch ihre manchmal fast zu unruhige Lebendigkeit ihr innerstes Mitgehen bekunden und ohne Gage mitspielen. Dieser empfänglichen und dankbaren Kinder- weit ward gestern ein liebliches Weihnachtsmärchen gezeigt. In fejfelnder Bilderfolge ließ es die Kleinen die wunderbare Reife des edlen Prinzen mit- erlebcn, der, fein Vaterland von einem Fluch zu befreien und zugleich seine entschwundene gen. x m ganzen Deutschen Reich findet in der -zeit oom 15. Dezember 1925 bis 1. März 1926 ein Wohlfahrtsbriesmarken- verkauf zugunsten der Deutschen Nothilfe statt. Es werden ausgegeben: 5 Pf.-Marken z. Verkaufspreis d.0,10 Mk. Be'lrnf m älntisNiin findet neben Schuhhaus Metro- pol, Seltersweg, und Frensdorf, Ecke Bahnhofstraße—Neustadt, zu (illllllillililllllililllinilllllFi Reformkorsetts Reformleibchen Weninffler WM auch für starke Damen tn großer Auswahl. OVN» Warme Leibbinde» Mliiij 5 Kreuzplatz 5. JS MHHenen Makuto seiösttaiieim. Mol* NKÄii ÜMLiHMik ffehMthteliKM Modell 1028 uU fedtetellbart i Sobmubeo (Petent aogemeldet rasieren d. atärtesten Bart wobi teend sanft a. bleiben jahrelang ebne Schleifen haarscharf. Ver '.einen anindelieh. Niedrige Preise. MJt. 5— Mk. ISO. Mk. 10.— durch unsere Fabrik- ixlederUxen. W» picht, direkt portofrei durch die F.rfindw MITLCUTO - WtiRtL Solingen //Kiepenkerl// _____ der /eichie Freiwillige Gail'fche Feuerwehr. Deute Montag, 14. Dez, abdS 8'-N.: Monats- verfammrung bei Stnmer. Dippel, t. Vortrag des Ka- nierQöenEraither, 2. Besvrechuug über WeibnachiSieter. Voll^ä it. Erscheinen erwünscht. 11733c DaS Ljommando. Skikiuh Sauerland Ortsgruppe Skiklub Gießeo Dienetaa, 15. Dc zembcr. abcn'os SV, llbr: Mitgliederversammlung und Dorstands- fitzung im Cato Awiorta» Alaska- Kreuzfuchs wunder volleSExem- plar, fast ganr neu, llmstnnde halb, sehr vreiSwer' zu verk. An;useh -wischen 3 u.4 Uvr. ßii etfr. bei Heino. Plockstr. 5. Eisenbahn mit Schienen u. viel Zubehör billig ab- ÄUflcben-SrouFiurt. Straße 4 II. GSQ67 [Verschiedenes 3n unser Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: Am 27. Nov 1925. a) Bei der FirmaFakobHammerschlag zu Treis a d.Lda.: Die Prokura des Meyer Hammerschlag in Treis a. d. Lda. ist erloschen, b) Bei der Firma Abraham Edelmuth zu Reiskirchen: Die Firma ist erloschen. Am 5. Dezember 1925 a) Bei der Firma Balthasar Häuser, Garbenteich: Die Firma ist erloschen, b) Bei der Firma I. Heß XX. in Leihgestern: Die Firma ist erloschen, c) Bei der Firma Haubach & do., Gießen: Die Prokura des Raimund Hoog in Gießen ist erloschen. Dem Kaufmann Heinrich Balser in Gießen ist Prokura erteilt. Am 8. Dezember 1925. Bei der Firma D. Fießer in Gießen: Dem Kaufmann Heinrich Balser in Gießen ist Prokura erteilt Gießen, den 10. Dezember 1925. Hessisches Amtsgericht. 117428 Bekanntmachung 3n unser Handelsregister Abt B. wurde heute bei der Firma S. Bock & do., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Zigarren. Fabriken in Gießen, folgendes eingetragen: Die Prokura des Raimund Hoog in Gießen 20..... „ 0,40 „ Die Marken sind ohne Einschränkung im In- und Auslandöverkehr an Stelle der gewöhnlichen Briefmarken verwendbar. Sie sind an allen Postschaltern und in Mengen von 5 Stück an auswärts auch beim städtischen Wohlfahrtsamt, Garten- straße 2, Obergeschoß, Zimmer Ar. 17, «rhältlich. Ihr Ertrag soll lür die Zwecke der Altershilfe, Kinderhilfe und derDolks- fpeiiungen dienen. Bon dem Abgabepreis Hießt der Freimachungswert der Reichs- post zu. Den Ueberschuh erhält die Deutsche Dothilfe. Don den beim Wohlfahrtsamt entnommenen Marken verbleiben 60u/o des Tleberschuhrs der Gießener Wrnternvt- Hilfe, 10% erhält der Landesausschuß der Deutschen Aothilfe und 3070 fließen einem Deichsausgleichsstock für besonders notleidende Gebiete zu, zu denen auch Teile Hessens gehören. Für Gießen soll eine Opferwoche in der Zeit vom 17. bis 24. De- zen.ber 1925 staftfinden. Wahrend dieser Opferwoche verwende jeder für seine Post nur Wohifahrtsbriefmarken. DieGültigkettsdaueristdiesmal kurz befristet (bis31.Marzl926) fodah sie erheblichen Sammlerwert erhalten werden. Winiernothilse Gießen 1923. Krimmer- Muff LelterSweg—Wall- «orstrake verloren. Wtederbrinaer Be« lobnuna. Hao, Walltorstr. 67. Notizbuch am Fretrag verloren. Waschseide sr Modehaus Mk. Schulstr. Lichtspielhaus Heute: Der größte Schlager der Saison I Oie tanta vom Marner tt lleglc: Jaap Speyer HAUPTDARSTELLER: yV,helP?Jnieterlc • ' V -rnL V ■ a • • • -alB August Mahnke Enka Gläuner. . . als Trude, seine Fi au, die ..Blumenfrau vom Rosa Valetti, als Rieke Schulze, die Konkurrenz der Blumenfrau Frida Richard . . ah Frau Trudes Mutter, ein Typ aus Alt-Berlin Blandine Ebinser, als Erna Buschke, ein verliebtes Arbeitemadel Ralph Arthur Roberts........ als Dr. Effon Schmitz (Typ: «man stellt nach . . . ") Reinhold Schünzel ........ ......? La btiefelputzer Paul Morcran ..........ala Dr. Meyer VIL. Ptechteauwalt Carl PJaten ...........als Vorsitzender Maria Kamradek................. als Verkäuferin Gewöhnliche Eintrittspreise! 11737c ASTORIA-LICHTSPIELE Mente: Die insel der Versuchung Ein Abenteuer in fernen Zonen. 6 Akte. — Ferner: Die Sünden der Väter G» rtaltener Lautrrdacher Klagen AU ve,kaufen 09957 Müblstraste SS. WeaAna iciber btu. t Eirsyrant Backtrog vers tz. Motel <. verk. 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Nr. 292 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Wirtschaft. • Zinsverbi tligung bei den ö f • 1 fentlichen Geldern. Der Dorstcmd beS Deutschen Städtelages hat neuerdings einem der Kreditverbilligung dienenden Ucbereintommen sämtlicher Kommunen über die Zinsverbilligung öffentlicher Gelder seine Zustimmung erteilt. Daher soll bei Ausleihung verfügbarer Gelder cn die Girozentralen und Sparkassen bis aus wei- teres kein höherer Zinsfuß alS 7' .. Prozent gefordert werden, wobei die Institute sich verpflichten müssen, diese Gelder im Durchschnitt mit nicht mehr als 1 Prozent Aufschlag weiterzugeben. Auch die Privatbanken, die von kommunaler Seite verbilligte Kredite erhalten, sollen verpflichtet werden, die Zinsermäßigung ihrem Kunoenkreis voll zugute kommen zu (affen. * Preußische 5prozentige Kali- und Roggenwertanleihen 1 92 3. Für die am 2. Januar 1926 fälligen halbjährlichen Zinsen der Preußischen bprozentigen Kali- und Roggenwertanleihen von 1923 beträgt der amtliche Durchschnittspreis für Kali und Roggen 6,67 Rm. für 100 Kilo Kali und 7,35 Rm. für den Zentner Roggen. Die Einlösung der Zinsscheine erfolgt vom 2. Januar 1926 an unter Abzug von 10 Prozent Kapitalertragssteuer kostenfrei. * Kurzarbei.t bei Opel-Rüssels- Heim. Die Firma Adam Opel, Rüsselsheim, hat durch Anschlag ihren Arbeitern bekanntge- aeben, daß bis auf weiteres in der Abteilung für Fahrräder und der Abteilung für Kleinauto nur an drei Tagen in der Woche und in der Abteilung für große Wagen nur an vier Tagen der Woche gearbeitet wird. * Norddeutscher Lloyd A. G., Bremen. Wie die Banksirma Schwarz, Goldschmidt & Co. in ihrem jüngsten Wochenbericht, der sich speziell mit der Lage der Nordd. Lloyd 21. G. befaßt, mittelst, soll der neueste Personendampfer des Lloyd, „Columbus", ab Januar 1926 auf fünf Monate von einem amerikanischen Konsortium gechartert sein. Das Schiss erbringe, wie der Bericht hierzu bemerkt, dem Lloyd im nächsten Jahr eine so ansehnliche Roheinnahme, daß aus dem Gewinn dieses Geschäftes sich allein schon eine angemessene Dividende bezahlen ließe. 5ronZfutter Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt a M., 14. Dez. Tendenz: befestigt, aber unsicher. Die Börse zeichnete sich auch bei Wochenbeginn durch eine günstige Veranlagung aus, allerdings mit der Einschränkung, daß das Geschäft in wesentlich ruhigere B ah nen eingelenkt ist. Insbesondere ist die Haussebewegung für Schifffahrtsaktien zum Stillstand gefommeru Anfangs neigte die Börse infolge der Regierungskrise zum Rachgeben. Rach Ueberwindung der unfreundlichen Stimmung konnte sich das Geschäft etwas beleben, und die Tendenz war erneut nach oben gerichtet. A n i l i n a k t i e n waren stark bevorzugt und hatten Gewinne bis zu 1 Prozent aufzuweisen. Auch Elektro- a k t i e n verkehrten in befestigter Haltung. Montanwerke zeichneten sich burd) recht feste Haltung aus Gelsenkirchen plus 1,3 Prozent, Deutsch-Lux 1,5 Prozent, Mansfelder plus 1 Prozent. Phönix plus 1.13 Prozent. K a li- werte setzten ihre Aufwärtsbewegung in mäßigem Tempo fort Bankaktien verkehrten in freundlicher Sti nmung. Schiffahrts- Werte lagen etwas vernachlässigt, und die Kurse brodelten leicht ab. Besonders fest verkehrten Auto-Aktien, die größere Gewinne aufwiesen. Zellstoff-Aktien waren überwiegend niedriger. Lebhaftes Interesse stellte sich für deutsche Anleihen ein. die gute Besserungen erzielten. Bon ausländischen Renten waren Türlcn stärker gefragt. Der Freiverkehr lag füll, die Kurse waren kaum verändert. Benz 24 Prozent, Brown-Boveri 53 Prozent, Entreprise 8,5 Prozent, Growag 35 Prozent. Ufa 44 Prozent, Unterkonten 50,5 Prozent. Der spätere Verlauf nahm eine unsichere Haltung an. Bei stark verminderter Um- satztätigkeit wurde der Markt durch Gewinnsicherungen etwas beeinträchtigt. Der Unterton blieb aber fest. Am Geldmarkt ist die Rachfrage etwas stärker geworden. Für kurzfristige Spittel hörte man einen Sah von 9 Prozent. Monatsgeld 93/< bis ll3/4 Prozent. Bankdiskont 7 Prozent. Industrie-Akzepte 9 Prozent. Im Devisen verkehr setzte der französische Franken seine Abwärtsbewe- ?u n g fort. Paris senkte sich gegen London auf 33,70. Die übrigen Valuten sind unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbencht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 14. Dez. Die zögernde und teilweise schwache Haltung des Effellenmarttes während des heutigen Vormittagsverkehrs von Bureau ?u Bureau wurde bei Beginn der Börse von einer reundlicheren Stimmung abgelöst. Das Interesse konzentrierte sich dabei auf einige Spezialgebiete, in erster Lime auf deutsche Staatsrenten. Am Kr-egsanleihemarlt war das Geschäft außerordentlich lebhaft .die Kurse waren ansehnlich gebessert. Schuhgebietanleihen hatten ebenfalls größere Rachfrage zu verzeichnen und lagen hoher. Mont an - aktien waren stabil. Es lagen hier wieder Kauforders von außerhalb vor. die im Zusammenhang mit Deckungsläufen der Spekulation zu Gewinnen von 2 bis 3 Proz. führten. Diese Tatsache ist um so beachtenswerter, als der französische Franken feine Abschwächung noch weiter fortsetzte. Paris gegen London sentte sich auf 133,75. In Dörsenkreisen weist man in diesem Zusammenhang auf die Erklärungen Loucheurs hin, wonach ..efer entfdjloffen fei, den Franken weit unter feinem gegenwärtigen Staub zu stabilisieren. Auf den übrigen Märkten war die Umsahtätigkeit gering. Belonderc Anregungen lagen auch nicht vor Es fehlte vor allem an Kaufaufträgen des Publikums. Bank-Aktien lagen freundlich. Am Geldmarkt war die Lage weiter flüssig. Die bevorstehenden Medio-Abwickelungen machten llch noch nicht bemerfbar. Tägliches Geld ist weiter angeboten. Monatsgeld stellt sich auf g bis 11 Prozent. Im Devisenverkehr nahm die weitere Abwärtsbewegung des französischen Frankens die Aufmerksamkeit in Anspruch. Die anderen Valuten waren dagegen kaum verändert. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,36, Amsterdam 59,25. fBortenturk. Frankfurt a.M Berlin Schtu.,-! Kur» | i»Ui>r- Rur» Schlich. Sitr* Anfang Datum: IS. 12 | 14.12 12 12 14 12 5% SDemfdK RcichSan'ckb, 4% Deutsche RrichSanlcihc . B'/2°/n Deutsche Retchoanlettze 0.201 0.215 0,2025 0.2175 > _ — 0.U2 0 232 > " r — 1,2125 0 235 S6/., Deutsche Ncichsanleihe ■ o.3 — 0,31 0.325 Deutsche Lparvramicnanteih« 4% Preußische Konsole . . . 0,115 — 0 11 — 0,2 — 0 215 n 236 4° o Hessen ....... - — — —— 3y.% Hessen.......... 3% Hcsten........... — — — — 0,18 — Deutsche Wend. Dollar-Aul. dto. Doll.-Schatz^Snirrisng.*) — 01.75 — 98.1 — W.% — **lo Zolltürkcn......... 7-< 8,75 7.9 — 5% Goldmcrftaner . . . . 12 78 43 Berltner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank 140* 95' 95,5* 141,6* 95.5* 141,5* 96* Darmft. und Naiionalbank • 105,7* 106.6* 107* Tcmlchc Bant. . . ...... 107,5* IU9* 109, ' Deutsche Bereinöbank .... 55 — — — DiScomo Commandtt 105,2* 105,5* 105.5* 105,7* 72,5 72 5 — Mitteldeutsche Tredttbank. . Qestcircichische Treditanstalt Weltbank ........ 89* 89.5* 90* — ti 6 6.5 6.4 0,03 -• 0,03 0 03 65.'* 30.1 36.5* 65.4* 30 32 Bl .5 Kare ........... Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . - • 61.2.5* 61,5' 62,76* 63.5’ -* 60* 69* 6''.5* 99.25* (HF 99 8* 100.75 staliwcrle Aschersleben.... 100 100 Kaliwerk Westeregeln..... 101 25 104 75 1'12 103 5 28 26.26 44.5* 28 Obcrbedarf .......... Phönix Bergbau ....... «bdnftabl ....... 41.5* — 45.9* — 65,13* 65* 65, * 5-1,5* 52* 5t,13* 52,4' 62. 41 96 ?5* 63 65 62 Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket.. . Norddeutscher Llovd . . . ■•t HH.13* -7,5* 93.9* 96,4* Thcramische Werke Albtn . . - Zementwerk Heidelberg . . . 63.5 64.5 — — Philipp Hohmann...... 41.25 41 —• Anglo lLonl -Guano..... — — 85 68 Badische Anilin ....... 111,2* 110,7* !11* 111,5* Chemische Mauer Alaptn » . Goldschmidt ...... 56 56 5 56,5 57,2. Hrics: eimcr Electron .... —w m».v' 169 V U'9,7* Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... 11!!* il'l.2* 169,7* 110.1* 40 5 10.75 — Rülgerswcrke • ........ —w 50 19,5 50 Scheidcanftaft ........ 75 94* Ällg. Elektrizitäts-Gesellschaft 94,5* 94 5* 94.4* Bergmann ......... — » — 65,5* 67,5* Mainkrastwerke........ G6.25 — — — Schlickert ...... — iH),75* 60.13* ilO* Siemens 22 75 24 25 Daimler Motoren. ...... 22 24,75 22 25 34 Hebllgcnfiaedt . . ....... 16 z5 ü/eguin....... • • . . 26,5 _ 28.5 Motorenwerke Mannheim . — 33 — Franksurtcr Armaturen • . — — — — Konservenfabrik Braun . . . — Melallgesell'chaft fftanffnrt. 64 9 — — Pel. Union A.-G. ..... 61 51 50 —• Schub'abrik per;...... 20 5 20 76 30 — Sichel. . . . .... 1 75 — Zellstoff Walddoi. .... 81 5 - 81.5 84.75 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 41.6 36 41 35,13 40 35 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. * 12 Dechr. 14 Dez r. Amtliche Reib Noti rung Brie, Amtliche Notierung Weib ^rret Amu-Roa 168.53 168.95 168 54 168,06 Buen.Aires 1.739 1,748 19.07 1,739 1,742 Brss. Antw 19 03 19.025 19.065 Chrtstianto. 85.39 85.61 85.89 85.61 ilopinbagrn 11)4.67 1'4.93 104. 0 104.86 Stockbolm - 112.26 112, 14 112,25 112.53 Helüngsors 10.545 10.58.5 10.545 10,58.5 Italien. . 16 93 16.97 16.92 16.96 London. . .'0.349 20,3.‘J 20,342 20,3 2 Neuyork . . 4.195 4,20; 4,195 4,2)5 Poris. - . 15.355 I5.3C5 15,05 15.09 Schwei; . 80 87 81.07 80,87 11,07 Spanien . 59.68 59,82 59,4 i 59.57 Japan • . • Nio de Im« 1,813 1,817 1,825 1,829 '1 596 '.598 ),5b6 0.698 Wien in D- £eft. abgest 59.14 59,28 59.12 59,26 Prag • . . 12.418 12,45- 13.418 12.458 BcUrad . . 7.44 7,46 7.44 7.46 Budapest. - >.87 5,875 5,69 > Bulgarien 3.045 3,055 3.045 1.055 Lissabon 21.375 21,82j 21,2<5 1.325 Danstg. . .Ranft ntin- 811 69 80.89 80,85 60.8-', 2,22 2,23 ',22 2,23 Atbcn 5.29 5 31 5 24 5 26 Canada. . . 4 195 4,2 5 4.19. 1.205 Uruguay - 4.265 4.275 4,215 4,255 Banknoten. Berlin, U Drzbr Geld Briet Amerikanische Noten ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten. ....... >.207 18,l-7 104.41 20,322 4.227 19,07 101.43 20,422 Französische Noten ...... Holländische Noten ...... ntalicnischc Noten...... 15,14 168,05 10,91 15 42 168.*i'2 I6.9M Norwegische Nmen . ... Deutsch-Lesterr. 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... 85.16 18.94 111,97 85 M 59,2.5 112.52 ^diroeicr Noren...... M.77 59.40 81.27 Svanilchc Noten ...... 59 70 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... berliner Pro! 12.386 5,82 »uktenbörse 12.446 5.86 Berlin, 12. Dez. (TU.) Die wenig verändert liegenden Mittagsmeldungen aus Liverpool boten dem Berliner Produktenmarkt eine leichte Stütze. In Weizen überwog heute beträchtliches Angebot zu ermäßigten Forderungen. Demgegenüber stand für Export wenig Frage. Roggen gleichfalls nachgiebig, indessen zeigt sich hier zu dem ermäßigten Rweau größerer Bedarf. Im Zeithandel büßte Dezcmberweizen mit einer ersten Rotiz von 233 Mk. 6,50 Mk. ein. Frühjahrssichten 4.50 Mk. bzw. 3,50 Mk. niedriger. Roggen per Dezember um 3 Mk., per März um 5 Mk. und per Mai um 4.50 Mk. unter letztem Kurs. Gerste ruhig, ca. 2 Mk. niedriger. Hafer nicht voll behauptet. Futterartikel still, zum Teil schwächer. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 248 bis 252, do. Pomm. 251 bis 255, do. Dez. 255 bis 257, do. März 254,50 bis 264, do. Mai 268 bis 267, Roggen, märt. 146 bis 152, do. Pomm. 151 bis 156. do. Dez. 164, do. März 178. do. Mai 185,50, Gerste, märt 190 bis 216, Fattergerste 155 bis 168. Hafer, märt 163 bis 173, do. März 181. do. Mai 188. Raps 355 biS 365; für 100 Kilo: Weizenmehl 32.25 bis 36.25. Roggenmehl 22,25 bis 24,50, Weizen- llcie 11,75 bis 12, Roggenkleie 9,75 bis 10,20, Viktoriaerdten 26 bis 32,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24. Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17 bis 18, Ackerbohnen 20 bis 21. Wicken 21 bis 23, Lupinen, blau 11,75 bis 12,25. do. gelb 12 bis 14,50, Rapskuchen 14,75 bis 15, Leinkuchen 23,60 bis 23,80, Trockenschnihel 8,40 bis 8,60. Torf- melasse 7.70 bis 7,80. Kartoffelflvcken 14.80 bis 15.20. Doha-Schrot 22 bis 22,20. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Dez. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer. 24.75 bis 25, Roggen, inländischer, 17.50 bis 18. Sommergerste für Brauzwecke 22.50 bis 25, Hafer, inländischer. 18.75 bis 22, Mais, gelb, 21 bis 21.50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41 bis 42, Roggen- mehl 27.25 bis 27.75, Weizenkleie 11.25, Roggenkleie 11.25, Erbsen 30 bis 36. Linsen 40 bis 70. Heu. süddeutsches, gut trocken. 9.50 bis 10. Weizen- und Roggenstroh 5.50 bis 6, Treber, getrocknet. 18.50. Tendenz: Abgeschwächt. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gteßener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Dez. Auftrieb: 1342 Stück Rinder, darunter 296 Ochsen, 44 Dullen, 1002 Färsen und Kühe, 380 Kälber, 295 Schafe, 3293 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 55 bis 62, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 46 bis 54. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 55; Dullen, vollst ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts- 50 bis 55, vollfl. jüngere 41 bis 49; Färsen und Kühe, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 bis 58. vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 45 bis 53, wenig gut entwickelte Färsen 41 bis 51, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 34 bis 44, mäßig genäbrhe Kühe und Färsen 24 bis 33, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 23. Kälber: Feinste Mastkälber 72 bis 78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 70, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 58, geringe Saugkälber 40 bis 45. Schafe: Mast- lämmer und Masthammel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 43, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 34. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 90 bis 92, unter 80 Kg. 85 bis 89, von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine! über 150 Kg. 90 bis 92, unreine Sauen und geschnittene Eber 70 bis 85. Marktverkauf: Dei wenig Handel ausverkauft. Kirche und Schule. Kreislchrcrversammlung in Friedberg 5 Friedberg, 12. Dez. Hier sand unter dem Vorsitz von Rektor Koch im Singsaale des Lehrerseminars eine stark besuchte Kreis - lehreroersammlung statt. Gegenstand der Tagung war der „Geschichtsunterricht im Geiste der Arbeitsschule". Als Redner- War der bekannte Frankfurter Geschichtsmethodiker Rektor Dr. D i e n st b a ch gewonnen worden. Er verbreitete sich in sehr lehrreichen Ausführungen über Ziele und Wege des Geschichtsunterrichts. Das Endziel alles Geschichtsunterrichts fei, die Gegenwart als etwas Gewordenes und Werdendes verstehen zu lernen. Der bisherige Unterricht sei zu sehr einseitige Staatsgeschichte gewesen. Die berechtigte Forderung, mehr die Kulturgeschichte in den Kreis der Betrachtung zu ziehen, sei alt,' sei aber nach der Revolution vielfach überspannt worden. Die Staatsgeschichte nun zu sehr zu vernachlässigen, sei auch nicht angebracht, beim ohne gesicherte politische Zustande fei Kulturfort schritt nicht möglich. Deshalb dürfe die Frage nicht heißen: „politische oder Kulturgeschichte?", sondern „politische und Kulturgeschichte!" müsse als Forderung gelten. Der Geschichtsunterricht sei nicht dazu da. den König zu verherrlichen. Damit solle nicht gesagt sein, daß nun Schlachten und Könige gänzlich aus dem Lehrstoff verschwinden müßten. Sind sie zum Verständnis der geschichtlichen Entwicklung netto enbig, dann müssen sie behandelt werden, ebenso wie Fürsten von wirklicher Bedeutung auch im Volksstaate genannt werden müßten, genau so wie andere verdiente Männer des Volkes. In bezug auf die Staatsbürgerkunde forderte der Redner die Anlehnung dieses Unterrichtszweiges an die Geschichte. Cs komme weniger auf vieles Gerede über Gesetze und Staatseinrichtun- gen ao, als auf staatsbürgerliche Bildung, die von innen heraus wirke. Zur Heimatgeschichte führte der Redner aus, daß Montag, H. vezembcr 1925 bei aller Wertschätzung es doch nicht zu Ueber« treibungen kommen dürfe. Sie soll nach Möglichkeit der Ausgangspunkt der Betrachtungen sein, besonders wenn Ereignisse und Geschehnisse in der Heimat in gewisse Zeiten typisch für die Gesamtheit gewesen sind. Besonders eingehend behandelte Dr. Dienstbach das schwierigste Stoss- gebiet wesentlich beitragen: d.e geschichtlichen Re- Q u eilen. Ausgabe des Unterrichts wird es fein, sie zu einem Erlebnis werden zu lassen. Zur Belebung kann auch ein wenig beachtetes Stoffgebiet wesentlich beitragen: die geschichtliche Re- densarten, ebenso sei die Verwendung von Anekdoten zu empfehlen. An einem Unterrichtsbeispiel mit Schülern der Oberklasse der Se- minarübungsllasse zeigte der Redner, wie groß das Interesse der Kinder bei Heranziehung von Quellen ist. wenn es der Lehrer versteht, die an sich trockenen Urkunden lebendig zu machen. Dor- trag und Lehrprobe fanden stärksten D: stall und führten zu einer anregenden Aussprache, an der sich u. a. Pros. Dr. Blecher vom hiesigen Museum beteiligte. Büchertisch. — Wer Anregungen für ein willkommenes Festgeschenk sucht, wirb mit dem Wcih- nachtsheft der „Neuen F r a u e n t e i b u n g und 5 r a u e n t u 11 u r" gut beraten sein. In erster Linie sei die Abhandlung „Weihnachtsgeschenke" (von Dr. G. o. Pechmann) mit Abbildungen von kunstgewerblichen Gegenständen aus den Deutschen Werkstätten genannt. Ein großer Aussatz von Heinrich Kurz behandelt das „Künstlerische Bilderbuch", M. Lorenz widmet eine längere Abhandlung mit Abbildungen der Puppenmutter Käthe Kruse mit ihren entzückenden Puppenkinder- chen. Das Abonnement 1926 kostet 6 Mk. für das halbe Jahr, 3 Mk. für das Vierteljahr (jährlich 12 Hefte). Bestellung im Verlag G. Braun, Karlsruhe. — Friihlingswille. Von Hans Di11 - m e r. Cngelhorns Romanbibliothek 38. Reihe, Band 15/16. Broschiert 1,50 Mk., Gan steinen 2,50 M?.— Die Engelhornsche Romanbiblio'hek schenkt uns hier ein Volksbuch im wahrsten Sinne des Wortes. Der deutsche Wald blickt uns mit hundert Augen aus dem von echtem Naturgefühl durchwärmten Buche an; fein Blühen und Vergehen ist wie ein Gleichnis der Wandlung des Romans, die vom Idyll zu dramatischer Bewegtheit sortschreitet und in dichterisch beschwingter Sprache dem verklärenden Ausgang, dem neuen Frühling, zugeführt wird. 379 — Der (Eisläufe r. Von Dozent A. Vieregg. 2. verbesserte Auflage. 100 Seiten mit zahlreichen Abbildungen im Text und auf 18 Tafeln sowie 36 Seiten Figurentafeln in Mappe. Preis in Leinenband 4 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig- 831 — D i e Vermögens st euererklärung 1 92 5, auf Grund des Vermögenssteuergesetzes vom 10. August 1925 unter Berücksichtigung der vor- läfigen Durchführungsbestimmungen vom 19. Nov. 1925 sowie des Industriebelastungsgesetzes vom 16. November 1925. Die drei Formulare mit Erläuterungen in Zweifarbendruck. Bon Dr. W. Beuck, Berlin, Dipl.-Sachverständiger. Preis brosh. 2,80 Mark, in Halbleinen geb. 3,80 Mk. Industrieverlag Spaeth 8- Linde, Berlin W. 10. Das Buch wird den Steuerpflichtigen eine Hervorargende Hilfe bei der richtigen Ausfüllung ihrer Steuererflärtingen bringen. 809 — Radioaktivität und neue Atom- lehre. Don Studienrat O. Müller. (Wissenschaft und Bildung Nr. 222.) 164 Seiten mit 28 Figuren im Text. Preis geb. 1,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 827 — Das vorliegende Dezemberheft des Kun st-- w a r t (Verlag Callweh. München, Preis des Heftes 1.20 Mk.) ist ein Religionsheft. Drei starke Dichterversönlichkeiten, Rud. Hans Bartsch. Walter von Molo und Albert Trentini, nehmen zu dem so viel erörterten religiösen Problem unserer Zeit in längeren Aullätzen ganz persönliche Stellung, und es ist ebcnfo fesselnd und menschlich ergreifend wie für die seelische Gärung der chaotischen Gegenwart bezeichnen'v mit welcher Leidenschaft sich in diesen persönlichen Bekenntnissen das Gottsuchen unserer Zeit enthüllt, Letzte Nachrichten. Reichsminister Koch mit der Regierungsbildung beauftragt. Berlin, 14. Dez. (WTL. Drahtbecichl.) Der Reichspräsident empfing heute vormittag den Reichsminister a. D. Abg. koch (Dem.) zu einer Besprechung über die zur Zeit gegebene politische Loge und die Regierungsbildung. Er richtete hierbei an den Abg. koch das Ersuchen, auf der Grundlage der Großen Koalition bi» Regierungsbildung zu übernehmen. Reichsminister a. D koch erklärte sich zurAnnahmedesAustrags bereit. Ansteckungsgefahren prompt entrinnt Föhnamint besonders bei Erkältungen, Heiserkeit, Halsentzündungen,Grippe-Ep Remien usw. In Apotheken und Drogerien in Gläsern ä 50 Tablett en Mark 1.75. Proben v..Broschüren kostenlos durch _ Bauer L Cie., Berlin SW48, Friedrichstr. 231 11138id MAGGI8 Würze Praktisches Weihnachtsgeschenk: MAGGI* Suppen in Würfeln, MAGGI® Fleiecbbrühwürfel >7 . • . . . Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. 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Ki fw unglücklic Idiauung kenn Mählich zeigt, -'heorie zwar Anwendung al Dr. 5 rhetn < . Äpln, 15. >b’W JttHr.sbattd m SA* ,°.‘n Qtlaotn. auf eine 0;i( ^DirlhI ^“treten te*«* MtS« S-Wüii' K'° Ä Ee n P die • E° f * "Mr V'M der hi 81*™ 8fr Z St” & w und SinÄ tz i» V; ,S>fe £iJ dartei u.- ^it C v'-s d'ieÄ^us 'Men-L.E der Lw^ktidi KÄKs NC"lk ’’ Srlvesen gk. 2>5 JDie schk'^Ätttt 'Nsolg sjan lfl9 “VS 1 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Drei Lage später fast Worth in einer Droschke Herrn von Hasse au& Was es denn diesem seinen Beziehungen prahtt, denn «S sind nichts alS Prahlereien, soll dies zurücknehmen. . "Damit erhob sich Hasse, winkte dem Kellner, nahm Hut und 6tod und verabschiedet« sich Worth rauchte und trank seinen Kaffee und sah vor sich hin, er blickte noch immer sein tadellos geschnittenes Beinkleid an. Gr dachte an einen Abend, als er im Hotel de l'Gurope gespeist hatte. Franziska hatte am Aebentisch gesessen. Sie sah an diesem Abend sehr pikant und hübsch aus, und er hatte ihren Blick nachdenklich auf sich ruhen gefühlt... Aber er war unbeweglich geblieben. Hatte er sich damals getäuscht, gut, um so besser für Hasse, aber hatte er sich nicht getäuscht, so tat Hasse ihm leid, dah er dieser Sache auf den Grund gehen muhte... und es bestärkte ihn in seiner festgefaßten Meinung, dah das Theater ein Gebiet sei für Anfänger und Greise, und dah er nie- rnals in diesen unsicheren Gründen jagen wollte. mache, wo er wohne? Seine Privatangelegenheiten gingen niemand etwas an. Tiefental hatte ihn auf die ernsten Folgen aufmerksam gemacht, die seine Weigerung baden könne. Darauf hatte Stephansberger eine Bemerkung gemacht, die sich nicht wiedergeben läßt, und Worth fuhr nun hin, um dem Baritonisten Hasses Forderung zu überbringen. „Großer Gott, steh' mir bei! Groher Gott, steh' mir bei!" fang der Kammersänger Stephansberger und schritt in seinem Wohnzimmer auf und ab, das mit blauen Zigarrenrauchwolten angefüllt war, aus denen nur sein schmaler Kopf und seine Hemdärmeln auftauchten. Er hatte den kleinen Handspiegel, in den er von Zeit zu Zeit einen Blick warf, auf dem braunen Franziska. Roman von Liesbet Dill. „Lieber Hasse," sagte Worth langsam, als vb er jedes Wort dreimal herumdrehte, ehe er es ausspräche, „ich will Ihnen was sagen. Beim Theater ist man nicht so enrpfindlich. Sie wiffen, daß ich eine Abneigung vor geschminkt en Personen habe, sei es nun vor solchen, die sich des Abends schminken, oder vor denen, die das am Tage tun und sich abends abschminken. Alles, was ich von dieser mich wenig berührenden Sache weiß, ist, dah es mir ausgefallen ist, dah ich in letzter Zeit Fräulein Rott mit dem Kammersänger oft zusammen gesehen habe: im Park, in der Stadt oder abends hier im (S>afe. Manchmal war eine Dame dabei, die mir dem Soubrettenfach Mrzugehören schien. Meist aber war das Paar allein, und es schien mir auf recht vertrautem Fuß. Einmal kamen sie in die Bavaria, als b?r Stammtisch beim Frühschoppen sah, und jemand erzählte, die beiden wohnten zusammen in der Pirkstraße... die Rott-sei Steph-insbergers. verzeiheir Sie, „Verhältnis". Wenn ich nicht irre, hat es Tieferrtal von Stephansberger selbst. Dieser machte eine Bemerkung, die nicht mih- zuverstehen war." Hasse war bleich geworden, „ilnb dieser Bemerkung selbst entfinnen Sie sich nicht mehr?" „Rein, aber der Sinn war derselbe." ..Wie kommen aber Tiefental und Stephansberger zusammen?" fragte Hasse. ..Gott, Tiefental hat nach seinem Fiasko mit den Damen der Gesellschaft sich dem Theater genähert, glänzt auf Orpheumsbällen und Wohltätigteitsfestvorstellungen, die ein alter Da- sarhengst meidet.. „Das ist alles, was Sie wissen?" „Alles." „Ich danke Ihnen, Worth. Verzeihen Sie, wenn ich Sie nod) etwas behelligen muh, aber Sie werden es mir nicht verdenken, wenn ich den Auf meiner zukünftigen Frau rein halten möchte, so rein, daß niemand daran zu rühren wagt. Diese Gerüchte müssen im Keim erstickt werden, und dieser Stephansberger, der mit uird fuhr nach der Parkflraße 12. Es war gekommen, wie er sich halb und halb gedacht. Tiefental hatte Stephansberger im Auftrag Hasses ersucht, seine Bemerkung öffentlich am Stammtisch, wo er seine Bemerkungen über Fraulein Rott hatte fallen lassen, zurückzunehmen. älnd Stephansberger hatte, höchst aufgebracht über diese Zumutung, gefragt: Klavier stehen ' und übt«, nach seiner Gewohnheit, die Arien der Bassisten, der Tenöre und die Ehorgesänge mit. Seine Stimme kannte keine Müdigkeit und keine Grenzen, die Arie klang von weitem wie die Töne einer Orgel. Worth hatte die Flurtür offen gefunden und sich durch einen langen dunklen, mit Möbeln verstellten Flur vorsichtig durchgewunden; nun öffnete er die Tür. Er sah sich einem langen Herrn In einem braunen englischen Schlafrock gegenüber, der, die Hände in den Taschen, ein Foulard umschlungen im Zimmer auf und ab schreitend, seine Rolle repetierte und dem Eintretenden erstaunt entgegensah. Worth warf einen Blick auf dieses Zimmer mit tief eingesessenen Sesseln, dem Tisch, auf dem Roten, Wasserflasche, Schlipse und Tee- taffen durcheinander standen, den welken Kränzen. mit den goldbedruckten roten Schleifen, die prahlerisch an der buntblumigen Wand hingen. Worth hatte eine Art Raum befürchtet mit Alkoven und gewürfeltem Bett, dieses war ein S..lon mit gemietetem, blauseidenem Möblement, einem abgenutzten Smyrna teppich, vergoldeten Spiegeln, Aschenschalen, Rauchbechern und Manschetten. Auf dem Sofa lag eine Hose, die der Sänger mit einem Schwung auf den nächsten Stuhl warf. „Darf ich bitten, mein Herr?" Es war mit einer Handbewegung gesagt, wie sie denen eigen ist, die gewohnt sind, ein paarmal in der Woche als Könige aufzutreten, und abgesehen von der Hose, war es durchaus ein Raum, in welchem man eine ernsthafte Unterredung haben konnte. Worth hatte auf einem Sessel Platz genommen, der sich tiefer zeigte, als er gedacht, da die Sprungfedern eingesessen waren, und er begann sich seines Auftrages zu entledigen, der Stephansberger zu einem dreimaligen Kugelwechsel aufforderte, zwanzig Schritt Distanz, zu den schärfsten Bedingungen. Der 'Bariton setzte sich auf den Klavier- sessel. „Ich habe oerfl anben, mein Herr, dah Sie im Auftrage eines gewissen Herrn Doktor Hasse kommen. Darf ich fragen, warum kommt der Herr nicht selbst zu mir?" Das sei in solchem Fall nicht üblich sagte Worth. .Verzeihen Sie, nicht üblich unter Ihnen, unter mrS ist eS üblich sich auSzuspvechen, und ich muh gestehen, dah ich das Benehmen dieses mir unbekannten Herrn etwas eigentümlich ftnbe.“ Stephansberger stellte den Handspiegel hin und fuhr mit einer Handbewegung auf feine Umgebung fort: „Ich empfange Sie so, wie ich zu Haufe bin." „Bitte", sagte der Sekundant. „Aber sprechen wir gemütlich über diese Sache", fuhr Stephansberger fort. „Sehen Sie, mein Herr, Ihr Freund mag ein guter Wissenschaftler. und ein tüchtiger Chirurg sein, ich würde mich, wenn's darauf anfäme, mich von oben bis unten von ihm aufschneiden lassen, lieber als von Ihnen, offen gestanden." Worth lächelte. „Aber ein Menschenkenner scheint er nicht zu fein. Man schlägt sich nicht um diese Angelegenheiten bei uns. GS kommt oft vor, daß man sich mit den Damen veruneinigt. Sie können keine Ordnung halten in ihren Geldangelegenheiten, ihren Briesen und ihren Affären, und ihre Grundsätze sind veränderlich Ich weih, was Sie einwenden wollen, mein Herr. Aber Sie Irren darin. Ich habe zum Beispiel einen, niemals für einen Menschen die Hand ins Feuer zu legen, und mir keine Aufregungen zu bereiten, die dem Herzen schaden können. Die Ursache der Funktionsstörung eines Herzteils liegt meist daran, dah die von ihm dauernd verlangten Leistungen das Maß seiner Leistungsfähigkeit Überschreiten. Ich habe als Kind einen Herzklappenfehler gehabt Sie werden begreifen, was das heißt? Bei übermäßigen Anstrengungen, wozu ich auch Aufregungen rechne, versagt schließlich jedes Herz. Ich beobachte an mir vor jeder Vorstellung beschleunigte Herztätigkeit", fuhr Stephansberger fort, während er die langen Beine überetnanberlegte. „Ich habe früher leidenschaftlich geraucht, dreißig Zigaretten den Tag, schwere Zigarren, Kaffee und Alkohol, und dabei stark gearbeitet, wenn Sie auch vielleicht über diese Art Arbeit zu lächeln pflegen. DaS bat mein Herz überanstrengt. Es braucht nämlich nicht immer das Fett zu sein, das eine Atemnot verschafft. ** (Fortsetzung folgt.) Billige Beförderung, vorzüglithe Verpflegung. Nach sud-Amenna (Brasilien, Argentinien, Westküste), Cuba-Mexico, Westindien, Afrika, Ostasien usw. in Verbindung mit anderen Linien NechNord-Amerika u. Canada. Hamburg - New York ca. wöcbentl. Abfahrten. Gemeinsam. 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