Nr. 268 Erster Blatt (d 175. Jahrgang Samstag, H. November 1925 (Er|d)eint täghd),aufeer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vczugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen emge'.nerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Mnieiaer Sießen. Postscheckkonto: $ranlfurtam Main 11686. ®ie6enet2lhjeiger General-Anzeiger für Oberheffen vniS und Verlag: Vrühl'sche Univerfi1ä1§-Vuch- und Slemdruckerei B. Lange in Sietzen. Schnfileitung und Sefchäftzftelle: Zchulttrahe Z. anna^Hic uan UnzeigeM für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher» Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» blamean eigen wen 70 mm Brette 35 Relchspjennig, Platzvorschrift 2Ö * , mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr Wilh. Gange. Deraittwortlich. für Politik uub Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil Hans Iüste^ sämtlich 'm Gießen. Hindenburg in Darmstadt und Frankfurt. Positive Außenpolitik. Der Reichstag ist zum 20. November wieder zufammenberufen worden. Erst für den 23. November ist die außenpolitische Debatte, die sich natürlich um das Locarnovroblem dreht, festgesetzt. Diese Entscheidung des Aeltestenrots nimmt wunder angesichts des Beschlusses der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, den kommunistischen Antrag auf sofortige Einberufung des Reichstags zu unter» stützen. Cs bedurfte also wohl erst des mäßigenden Zuspruchs des soeben aus Amerika zurückgekehrten Reichstagspräsidentcn Lobe, um seine Fraktionskollegen für eine Hinausschiebung der parlamentarischen Aussprache mit ihren möglichen Verwickelungen zu gewinnen. Nimmt man dazu die Meldung der immer zuverlässig informierten „Tägl. Rundschau", wonach Anfang nächster Woche die Rückwirkungen bekanntgegcbcn würden, der Gesamttatbestand also vor Beginn der Reichstagsverhandlungen vorliegen wird, so kann mit etwas größerer Zuversicht der Debatte im Parlament entgegengesehen werden, wie noch vor wenigen Tagen. Der Reichskanzler hatte wohl gehasst, schon am Mittwoch in seiner großen Rede vor den Berliner Kaufleuten, dieses Programm der Rückwirkungen bekanntgeben zu können. Ueber die sachliche Seite soll auch bereits in allen Punkten eine Einigung erzielt fein, nur über den Zeitpunkt und die Sonn der Veröffentlichung scheint man noch verschiedener Meinung zu sein. Besonders in London ist man verschnupft, daß Herr Bänder- velde einen Galopp außer der Reihe gemacht hat und die von Belgien geplanten Milderungen im Besetzungsregime ohne Einvernehmen mit den anderen ehemaligen Alliierten bekanntgegeben hat. Auch scheint Chamberlain persönlich Wert darauf zu legen, daß Deutschland aus seinem Munde zuerst die Gnadenbeweise erfahre, die man in Locarno für uns bercitgeftcllt hat. Da er für den kommenden Dienstag eine große politische Rede ungesagt hat, in der er das Rückwirkungsprogramm erstmalig darlegen will, mußte sich der Reichs- f a n 51 c r am Mittwoch mit allgemeinen Gedanken- gängen begnügen. Immerhin hat der Kanzler es dabei verstanden, die großen außenpolitischen Linien programmatisch auszuz^igcn, die von Locarno ausgehen und in Zukunft unsere 'Außenpolitik beherrschen werden, wenn das Werk von Locarno wirklich greifbare und dauernde Früchte tragen soll. Angesichts des starken Mißtrauens, das in amtlichen Kreisen der Sowjetunion trotz der unzweideutigen Auslegung des berüchtigten Artikels 16 mit seinem Durchmarsch- und Sanktionsrecht immer noch herrscht, einem Mißtrauen, dem auch der russische Anßenininister T s ch i ts ch e r i n erst auf dem letzten großen Festbankett seiner Berliner Botschaft wiederholt lind sehr energisch Ausdruck verlieh, angesichts dieses Mißtrauens ist es besonders zu begrüßen, daß Dr. Luther mit aller Entschiedenheit eine Option zwischen O st und W e ft ab 1 ehnte. Ebensowenig wie der Abschluß von Rapallo eine einseitige Bindung gegen den Westen darsiellte, ebensowenig will der Kanzler in dein Abschluß von Locarno eine Spitze gegen den Osten, gegen Rußland gesehen wissen. Die geographische Mittellage des entwaffneten Deutschen Reiches zwischen starken Militärstaaten zwin-t Deutschland, durch Aufrechterhaltung seiner Neutralität nach allen Seiten ein Hort des Friedens zu fein. Eine Ansicht des Kanzlers, der man bei der augenblicklichen Konstellation der weit- politischen Lage wohl beipflichlen kann, trotz der bei dieser Politik stets drohenden Gefahr, daß wir uns, wie in der Zeit des neuen Kurses und der Aera Bülow, zwischen zwei Stühle setzen. Für eine aktive, positive Außenpolitik bedeutet dem Kanzler Locarno ein verheißungsvoller Ausgangspunkt. Und daß der deutschen Außenpolitik eine ungeheure Summe von Aufgaben erwachsen ist, die bisher hinter der nackten Verteidigung der Reichs- grenzen zurückstehen mußten, dafür hat ja der Versailler Vertrag und die in Versailles geschaffene Lage des deutschen Volkstums hinreichend gesorgt. Mit guter Zuversicht sieht der Kanzler auch der parlamentarischen Behandlung des Vertragspaktes von Locarno entgegen. Er stützt sich dabei wohl auf das uns noch nicht bekannte Ergebnis der Verhandlungen über die Rückwirkungen und hofft für die Zustimmung zum Vertrag im Reichstag eine breite Grundlage zu erhalten. Die innere Gage, die sich noch vor wenigen Wochen krisenhaft zuziispitzen schien, hat sich doch wesentlich .beruhigt. In den Oppositionsparteien, sowohl bei den Deutschnationalen wie bei den Sozialdemokraten machen sich gemäßigte Elemente von Gewicht geltend, die voreilige Entschlüsse, nach welcher Richtung auch immer, für bedenklich halten. Sowohl eine Ablehnung des Locarnoer Vertragspaktes ohne Kenntnis der Rückwirkungen in statu nascendi, wie eine sofortige Einberufung des Reichstages mit der damit fast unvermeidlich werdenden Kabinettskrisis sind solche Entschlüsse, die unsere Stellung als Ver- handliingsgeg, ner schwächen. Eine Regierungsum- ober gar Neubildung kann unseres Erachtens heute vor einem gewissen Abschluß der Aussprache über das Sicherheitsproblem noch nicht zur Debatte gestellt werden, es erscheint uns auch zwecklos, sich an einem Rätselraten zu beteiligen, in dem fast Alles unbekannte Größen sind. Heute bedarf, wie der Kanzler betonte, die Reichsregierung eine breite Grundlage d c s Vertrauens in Parlament und Volk. Damit soll keiner kritiklosen Hinnahme der alliierten Angebote das Wort geredet werden, keiner satten Befriedigung nach den ersten kargen Bissen vom Tische der Versailler Kriegsgewinnler. Positive Kritik, die sich an die rechte Stelle wendet, kann der Regierung nur erwünschte Rückenstärkung sein. Aber gewarnt werden muß immer wieder vor allzu hastigen Kritikern, die das Kind mir dem Bade aus» schütten und nicht mehr mitspielen, wenn nicht alle ihre Erwartungen sich sofort erfüllen. Der Reichspräsident in Darmstadt. * Darmstadt, 13. Nov. Heute oormtliag 9.30 Uhr stattete der Retchspräsident dem hessischen S t a a t s m i n i st e r i u m in der Neckar,.raße cfnen Besuch ab und empfing dort eine Delegation aus dem besetzten Gebiet, in deren Namen Frhr. von Heyl zu Herrnsh im folgende Ansprache an den Herrn Reichspräsidenten hielt: „Herr Reichspräsident! Als Wormser Bürger und damit im Namen dieser ehrwürdigen Stadt und des südlichen Rheinhessens habe ich den Auftrag, Eurer Exzellenz die ehrerbietigsten Grüße zu übermitteln. In der ehemaligen Freien Reichsstadt, die bis zu ihrer Zerstörung im Brennpunkte der deutschen Geschichte stand, und in unseren gesegneten Gauen ist heute lebendig wie in urvordenklichen Zeiten der Gedanke der Reichseinheit und der Freiheit. Daher begrüßen wir jede Arbeit deutscher Staats- männer, Die uns diese köstlichen Guter bewahren und zurückgewinnen will. Ich darf die feierliche Er- kkärung abgeben, daß wir, wie bisher, bereit sind, für dieses höchste Ziel jedes Opfer zu bringen, dem wir unser Wohlergehen unkrorbnen. So lege ich in Eurer Exzellenz Hand ein erneutes Treuegelöbnis zum Deutschen Reiche und zum deutschen Volke ab. W i r wollen nicht ohne Deutschland leben. Auch unsere engste Heiniat hat durch die letzten Jahre schwer gellten. Wir bitten Ew. Exzellenz, sich weiterhin unserer Nöte annehmen zu wollen, insonderheit der Wohnungsnot. Ohne die Möglichkeit, Reserven zu fdjaffen, muß die Wirtschaft zugrunde gehen. Deshalb erwarten wir eine Steuerpolitik, die die Quellen nicht vollends versiegen läßt. Nur eine gesunde und wettbewerbsfähige Wirtschaft kann Gewähr bieten, daß die Arbeiter- und Angestelltenschaft beschäftigt und auskömmlich entlohnt wird. Wir bitten deshalb, auch durch die Hebung und Verbilligung des Verkehrs der Wirtschaft mehr und mehr Erleickiterungen zu gewähren. Für den schweren Kamps der Landwirtschaft bitten wir um ausreichenden Schutz, insbesondere für den Weinbau. Wir hoffen, daß die Zollpolitik und die Handelsverträge deren Notlage Rechnung tragen. Die schweren kulturellen Folgen, die der harte Daseinskampf des Handwerks und des Mittelstandes heraufbeschwört, sind Ew. Exzellenz zu wohl bekannt, als daß ich hier darauf eingehen müßte. In meiner Heimat, als deren Sohn ich zu sprechen die Ehre habe, ist zu dem Gedanken der Reichseinheit derjenige der Volkseinheit erwachsen. Wir sind stolz auf die jahrzehntealte Verbundenheit zwischen Stadt und Land, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Was diese Volkseinheit vermag, hat das Jahr 1923 erneut gezeigt. In Ew. Exzellenz erblicken wir Rheinhessen den Hüter dieses Reiches lind der Volkseinheit. Wir sind entschlossen, unser Schicksal zu meistern und ungebrochenen Mutes unter Ew. Exzellenz Führung zu arbeiten an des geliebten Vaterlandes Wiederaufstieg." Der Reichspräsident dankte dem Sprecher und versprach im Verlaufe eines Gesprächs, in das er die Mitglieder der Delegationen zog, die Wünsche des besetzten Gebietes der Reichsregierung zu übermitteln und dafür Sorge tragen zu wollen, daß nach den gegebenen Möglichkeiten dem besetzten Gebiete in jeder Weise Erleichterung geschaffen werde. STun nach 10 Uhr unternahm der Reichs- Präsident in Begleitung des Staatspräsidenten U l r i ch und der 9)1 i n i ft e r eine Rundfahrt durch die festlich geschmückte Stadt. Auch heute wieder säumten Tausende von Menschen die Bürgersteige längs den Straßen, die das Auto des Reichspräsidenten in langsamer Fahrt durchquerte. Ye empfang im Allen Palais. Um 10.45 Uhr traf der Reichspräsident vor dem Alten Palais ein, in dessen wiederhergestelltem, festlich erleuchtetem Weißen Saal sich ungefähr 200 Vertreter aller Schichten des Hessen- volkes versammelt hatten. Neben dem Gesamt- miniftcrium, den Staatsräten und Ministerialdirektoren bemerkte man den Prälaten der Hessischen Ganbesf irdjc D. Dr. Diehl, den Bischof von Mainz Dr. Hugo, den Landesrabbiner Dr. Kali e n e r , den Rektor der Landes Universität Gießen, Professor Dr. Bürker, Geheimrat Prof. D. Dr. Krüger, den Rektor der Technischen Hochschule Darm st adt, den gesamten Landtag mit Ausnahme der kommunistischen Abgeordneten, den Oberbürger- Gerade die Locarnodebatte hat wieder gezeigt, daß wir als Volk noch nicht wieder das seelische Gleid)gewicht zurückgewonnen haben, die innere Ruhe und Sicherheit, ohne welche eine reale Einstellung zu den Fragen der Weltpolitik kaum denkbar erscheint. Politische Reife könnte man es mit einem zwar nicht erschöpfenden Begriff nennen, diesen sicheren Instinkt für das nationale Interesse, das absolut Notwendige, Gemeinsame, eine innere Ausgeglichenheit, die in den großen nationalen Fragen keinen Parteistandpunkt, kein berufliches Son- dcrinteresse, keine persönlichen Ambitionen kennt, sondern nur Volk und Vaterland. Was uns a l s Volk auch heute noch fehlt, trotz dec schweren m e i ft e r der Stadt Darmftadt, eine Reihe von Stadtverordneten, Spitzen der Behörden aus der Provinz, Übertreter der Justizbehörden und zahlreiche Vertreter aus Handel und Wirtschaft. Aus Ober- Hessen bemerkte man den Provinzialdirektor Graes, Landgerichtspräsident Neuenhagen, den Herrn Oberbürgermeister Keller- Gießen, die beiden Handelskammerpräsidenten von Gießen und Friedberg und eine Reihe Vertreter der Prefse. Gemeinsam mit dein Staatspräsidenten betrat der Reichspräsident den Saal und nahm die Begrüßung des Staatspräsidenten Ulrich stehend entgegen. In seiner Ansprache sagte Staatspräsident lllridi: Herr Reichspräsident! Im Namen der Regierung des Volksstaates Hessen heiße id) Sie herzlich will- kommen in Darmstadt. Ihr Besuch gereicht uns in gleicher Weise zur Ehre, wie der Besuch des ersten Präsidenten des Reiches. Er gibt uns Gelegenheit, Ihnen durch die berufensten Vertreter der Wirt- schäft, Verwaltung und Politik die Schmerzen und Nöte der Bevölkerung vortragen zu lasten und deren Wünsche und Hoffnungen zu Ihrer Kenntnis zu bringen. Unser Land leidet unter der Besetzung durch die Alliierten erheblich. Mehr als ein Viertel der Gesamtfläche ist besetzt und mehr als ein Drittel der Bevölkerung erträgt die Besetzung. Die wirtschaftliche und steuerliche Leistungsfähigkeit im besetzten Gebiet ist weit über den allgemeinen Rückgang hinaus zurückgegangen. Unser sehnlichster Wunsch geht deshalb dahin, dieser Bevölkerung so bald als möglich Erleichterungen der furchtbaren Lasten zu bringen. Die Verhandlungen in der Richtung der V e r st ä n - digung in Locarno haben die Hoffnungen der Volksgenossen im besetzten Gebiete in dieser Richtung ganz besonders erweckt. Diese sowohl als auch die Regierung sind der Reichsregierung für ihre Bemühungen m Locarno dankbar und hoffen bestimmt, daß sich dieselben alsbald derart aus» wirken, daß wir deutlich Besserungen wahr^unehmen lmstande sind, zumal gerade Hessen am längsten, 15 Jahre lang, die Besetzung zu tragen ha. Die unerschütterliche deutsche Haltung unserer Rheinhessen hat schon in den oerflofjcnen Jahren trotz aller Rot und Anfechtung den Beweis dafür erbracht, daß nichts, aber aud« absolut gar nichts imstande stk. ihre Treue zum deutschen Volk und zur deutschen Republik wankend zu machen. Sie werden auch in der Zukunft in dieser Richtung unwandelbar feststehen. Die hessische Regierung wird, was in ihren Kräften liegt, tun, um diesen Geist zu fördern und zu st ä r t e n , wie sie es schon bisher als ihre vornehmste Aufgabe angesehen hat, in Gemeinsd)aft mit der Masse des Volkes die Verfassung von Weimar zu hegen und zu pflegen und die Einheit des deutschen Volkes als Grundlage für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes zu sichern. Möge der Besuch Eurer Exzellenz dazu beitragen, die Hoffnungen der Rhein- Hessen zu befriedigen. Landtagspräsident 91 bchni.it entbot hierauf dem Reichspräsidenten die Grüße des hessischen Parlaments. Er führte • u.a. aus: „Ein großer Teil unseres Landes entfällt auf das besetzte Gebiet. Die Nöte, die allgemein auf dem deutschen Volke ruhen, werden hier nod) erhöht durch die Latten der Besetzung. Wir sind hier unmittelbar verbunden mit den Sorgen unseres Volkes. Wir an der Peripherie des Deutschen Reiches verfolgen daher mit größtem Inter- esse und mit großer Befriedigung alle Anzeichen, die darauf hindeuten, daß eine Entspannung der politischen Atmosphäre sich anbahnt. In schwerer Zeit haben unsere Volksgenossen eine Reihe großer Opfer um ihre nationale Zusammengehörigkeit mit dem gesamten deutschen vatertande gebracht. Sie ringen darum, daß überall Verständnis für die schweren Verhältnisse unseres hessischen Landes erweckt wird und sind der festen Ueberzeugung, daß Sie, Herr Reichspräsident, der Interpret'unserer Gefühle sein werden. So heißen wir Sie, Herr Reichspräsident, herzlichst willkommen! Der Cbcrbürqennciftcr vo r Dar nistadt Dr. «Tflcffinq begrüßte den Herrn Reichspräsidenten bei dem Empfang im Alten Palais mit folgender Ansprache: Herr Reichspräsident! Auch die Hauptstadt unseres Landes heißt Ew. Exzellenz herzlich willkommen. Unser Gruß gilt in Ehrfurcht dein Repräsentanten des Deutschen Reiches, der Reichsgöwalt und der deutschen nationalpolitischen Reichseinheit, die uns trotz der Prophezeiungen un- Schicksalsschläge der letzten zehn Jahre, das ist das, was im eigentlichen Grunde die Größe der Persönlichkeit unseres Reichspräsidenten, unseres Hindenburg, ausmacht. Wer in dieser Woche die Darmstädter Festtage miterleben durfte, wer Zeuge sein durfte, wie auch in unserem Hessen- volk das unwägbare Fluidum der großen Persönlichkeit Strömungen und Richtungen entgegengesetztester Art, wenigstens für Augenblicke, zusammenzwang, symbolisiert burd) das einträchtige Nebeneinander der alten und neuen Reichsfarben, durch das Schulter an Schulter von Reichsbanner und Vaterländischen Verbänden, wer den unsagbaren Zauber auf sich wirken lassen durste, der von dieser lerer Feinde und trotz der letzten sechs schweren Jahre erhalten geblieben ist. Bei allen trennenden und allen uuscinanbcr- strebenden Kräften fühlen wir doch das Lin- heitsbaud als Landsleute und als Deutsche. Trotz aller Stürme von draußen, trotz aller Hem» mungen in der eigenen problematischen Seele, trotz aller Sünden gegen das eigene Selbst rft die Stimme der nationalen Verbundenheit immer wieder in der deutschen Geschichte befreiend und sieg, reich durchgebrochen, am stärksten in der größten Not. Alle großen Geister der beut,dien Nation von Walter von der Vogelweide bis zu Goethe und Bismarck mehrten den Glauben an die Unoer- siegbarkeit der geistigen Kräfte ihres Volkes. Möge in einer unlösbaren Schicksalsgemeinschast der Norden mit dem Süden verbunden bleiben in dem Bestreben, die Vaterlandsliebe zu erschließen und zu einer verinnerlichten D a - terlanbsliebe zu gelangen. Ew. Exzellenz sind uns das leuchtende Vorbild für die Hingabe an das große Ganze, der Pflichttreue unseres Volkes und des vaterländischen Willens. Möge Ihnen das große Werk gelingen, das Vaterland einer Zukunft des baldigen Wiedergewln» nes seiner Freiheit entgegenzuführen! Reichspräsident von Hindenburg antwortete nunmehr mit folgender Rede, deren markante Stellen er besonders betonte: Hochverehrter Herr Staatspräsident, meine Her« ren! Die freundliche Begrüßung, die Sie, Herr Staatspräsident, wie der Herr Landtagspräsident und der Herr Oberbürgermeister an mich gerichtet haben, erwidere Id) mit Gefühlen und Wor« ten herzlichen Dankes, die ich in gleidjcr Weise der Bevölkerung in Stadt und Land für die mir allenthalben bezeigten Willkommengrüße entgegenbringe. Es ist mir ein Bedürfnis gewesen, auf meiner Reise nach Süddeutschland aud) Hessen und seine Hauptstadt zu besuchen, um hier Bekannt- schäft mit den führenden Persönlichkeiten des Landes anzuknüpfen, mit ihnen Aussprache zu pflegen und die Sorgen und Nöte kennen zu lernen, die auf Ihrer Heimat lasten. Ich weih, daß diese Ihre Sorgen sd)wer und ernst sind. Ist doch Hessen das Land, das von allen deutschen Ländern verhältnismäßig am härtesten von der uns auferlegten Besetzung betroffen ist und in besonders schwerem Maße die Last fremder Truppenbesatzung und Einquartierung trägt Taufende von Wohnungen, viele Tausende von Einzelzimmern, zahlreiche öffentliche Gebäude und Schulen sind für Besatzungs» zwecke beschlagnahmt, und groß sind die Entbehrungen und Beschränk ungen, die aus solchem Zustand der Bürgerschaft In Stadt und Land entstehen müssen. Das Reich hat dieser Notlage stets volles Verständnis entgegengebracht und sich nach Kräften bemüht, Ihrem Lande, insbesondere Rheinhessen, sein schweres Los zu erleichtern. Es hat Wohnbauten für die Besatzung wie für die Bevölkerung errichtet, in Main; eine neue Schule erbaut und überall geholfen, wo Hilfe am dringendsten war, und wird es auch künftig an hilfsbereiter Mitarbeit nicht fehlen lasten. Dir wollen hoffen, daß die schlimmsten Zeiten nunmehr überstanden sind, und dah die in Locarno ungebahnten Verhandlungen dazu führen mögen, dem besetzten Gebiet und in ihm auch ! Hessen Befreiung von den schlimmsten Lasten : zu verschaffen und' die zum Leben notwendige ! Bewegungsmöglichkeit wiederzugeben. 7Nit auf- 1 richtigem Dank und stolzer Anerkennung fyrxfje aud) ich es hier aus, daß die Hessen in der Zeit harter Bedrückung und großer Rot immer ihr 1 Deutschtum als höchstes Gut erkannt und bewahrt haben, daß sie sich in den bösesten lagai der Sanktion^- und Afanderpolilik sowie während der Unruhen des separatistischen Spick» stets als treue Deutsche bewährten und lieber Verbannung und Gefangenschaft aus sich nahmen, als U)tcc Pflicht gegen Vaterland und Heimat untreu zu werden. Id) brauche nur der großen 3ar.uarfunbgcb;;ng des Jahres 1923 zu getunten, um daran zu erinnern, daß die gesamte Bevölkerung in all ihren Ständen und Schichten einmütig der Verteidigung Ihrer Rechte als Mensd)en und Deutsche zusammenstand. Gern nehme ich von ihnen, Herr Staatspräsident, die Versicherung entgegen, daß d i e Rheinhessen auch in Zukunft unwandelbar f e ft in ihrer Treue z u m Vaterland beharren werden. Ich wünsche und hoffe, daß der Geist selbstloser Vaterlandsliebe und brüderlichen Z u s a n, m e n h a l t e ii s , der damals in der Zeit der höchsten Not geherrscht hat, uns setzt und in der Zukunft Beispiel und Wegweiser sein wird. Dann wird auch diesem Lande und uns hohen, vom Alten ungebeugten und doch so schlich- ten Greisengestalt ausgeht, der findet hier in der Persönlichkeit Hindenburgs, nicht des gewaltigen Heerführers, nicht des Reichspräsidenten, aber des schlichten Menschen, gestählt durch bittere Jahre des Leidens, in Demut und Herzensgüte, die Harmonie, die unserem Volke fehlt und die doch der gewichtigste Daustein für eine Winderaufrichtung unseres Volkes, für eine innere Befreiung ist. Möchten wir in Hindenburg den L e h r m e i st e r zu dieser Harmonie erfennnen, dann sind auch die großen Opfer, die das Pflichtbewußtsein dem bald Achtzigjährigen auferlegen, nicht vergeblich gebracht! laux während seiner Anwesenheit in Washington erreicht wurden. Auf der Grundlage dieser neuen Vorschläge werde gegenwärtig zwischen der französischen und amerikanischen Regierung verhandelt. Painlevs werde so bald wie möglich nach Lon - d o n reisen, um die Schuldenoerhandlungen mit England ebenfalls wieder aufzunehmen. Die französische Knanzkrisir. Die französische Regierungsvorlage von der^inanzlommisfion angenommen . Paris. 14. Rov. (TU.) Dir Finanzkom- Mission der Kammer hat gestern in rascher Qtei- Demission Les polnischen Kabinetts. Warschau. 13. OIL (LU.) Heute mittag überreichte der Ministerpräsident G r a b s I i dem Präsidenten Wohziechowski die Gesa m t d e m i s s i o n des Kabinettes. Grabski begründete seine Demission damit, daß die Dank Pvlski sich den Testimmungen der Regierung nicht fügen wolle und eine eigene Politik eingeschlagen habe. Ferner erscheine im Sejm eine stacke Opposition gegen die Regierung, die mehr einen persönlichen als einen parteipolitischen Charakter trage. Da es der Regierung trotz aller Bemühungen nicht gelungen sei, sowohl die Tank Polski zu einer Äenderung ihrer Taktik zu bewegen, wie auch eine Ucbereinstim- mung mit dem Sejm zu erreichen, habe sich die Regierung entschlossen, zurück utreten. Er lehne es ab, auch nur vorübergehend die Regierungs- geschäste weiter zu leiten. Prä i.ent Wotz^icchowsli hat die Demission angenommen. 2lls aussichtsreichster Rachsolger Grabskis wird der bisherige Außenminister Graf Skrzynski genannt. Aus dem hessischen Finanzausschuß. Darmstadt, 12. Rov. Der Finanzausschub beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung wieder mit der Besoldung der Polizeibeamten. Es lagen dazu die bereits bekannten Anträge des Abg. Dingeldeh (D. Bp.) vor, wonach die hesst Regierung dem Landtag spätestens bis zum 1. Januar 1926 einen Entwurf zu einem besonderen Polizeibeamtengesey vorlegen soll, in dem die Besoldung der Polizeibeamten, einer Höhereinstufung unterworfen werden soll. Dis zu dieser Regelung soll den Polizeibeamten eine gleiche, nur nach Dienstjahren abgestufte Dienstzulage bezahlt werden. Die Deutsch- nationalen verlangen ebenfalls eine anderweitige Einstufung, und für den Fall, dah dies nicht möglich ist, auch besondere Zulagen. Die Sozialdemokraten verlangen in ihren neu । gestellten Anträgen die Bereinigung der Schutzpolizei mit der blauen Polizei und der Gendarmerie sowie eine Reurcgelung der Besoldung der Polizeibeamten. Die weiteren Anträge der I Sozialdemokratie zielen auf eine Reur'gelung der I allgemeinen Desoldun gsori)nung ab. 3n dec Beratung wurde zunächst nur die Frage der sofortigen Beihilfe, gemäß dem Antrag Dingeldeh behandelt. Dor Finanzminlster wandte sich dagegen, weil sie einen Mohraufwand von fast einer Million ausmache, wofür keine Dek- lung vorhanden sei: auch sei nach dem Sperr- gesetz eine besondere Dienstzulage, wie sie hier für die Polizeibeamten gefordert werde, unzulässig. Bon der Deutschen Bolkspartei wurde demgegenüber auf die Verhältnisse in Baden hingewiesen. Der volksparteiliche Antrag wurde schließlich von den anderen Parteien ab- gelehnt und ein Antrag Delp (Soz.) angenommen: „Für den bevorstehenden Winter die individuelle Fürsorge für den notleidenden Teil der Beamtenschaft, einschließlich der Pensionäre und der Hinterbliebenen und der ständig vollbeschäftigten Staatsarbeiter, nötigenfalls durch Überschreiten der dafür zur Bersügung gestellten Krallte, nach Möglichst zu erweitern und, bei Prüfung der Verhältnisse der Beamten in weitherziger Weise zu verfahren." Preußischer Landtag. Berlin, 13. Nov. (TU.) Der Preußische I Landtag setzte die allgemeine Aussprache zum Etat dec Seehandlung fort. Abg .G r a w (Zentr.) fordert, daß die Staatsbank moderner aufgemacht werde, es bedürfe der Äenderung des Systems, um die Wiederholung fo unangenehmer Vorkommnisse zu vermeiden. Bei I den Rückzahlungen der an die Landwirtschaft, den unterhielt. Am Opernplah hatten kameradschaftliche Vereine, ferner das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold sowie die vaterländischen Verbände mit zahlreichen MusikkapeUen Aufstellung genommen. Rings herum und in den einmündenden Straßen standen dichte Scharen von Zuschauern. Alles in allem eine nach Zehntausendrn zählende Menge. Die Musikkapellen konzertierten, im Hellen Fackelschein patriotische Weisen und Heimatlieder. Ein herrlicher Abend, wie ihn Frankfurt wohl noch ganz selten gesehen hat. Immer und immer wieder ertönten brausende Hochrufe, bis! schließlich nach dem 2. Akt Reichspräsident v. Hind enburg auf dem Balkon erschien. I Da wollte die Begeisterung kein Ende nehmen. Der Reichspräsident hielt dann eine Ansprache, in der er seinen Dank für den herzlichen Empfang in Frankfurt a. M. zum Ausdruck brachte und die Mahnung gab, dem Vaterlands treu zu bleiben. Die Kapellen intonierten das Deutschlandlied, und aus einer vieltausendköpfigen Menge erscholl in den schonen Abend hinein mächtig das Deutschlandlied, das kurz darauf^ nachdem der Reichspräsident das Theater verließ, auch im kleineren Kreis in den Wandelgängen des Opernhauses zum Abschied gesungen wurde. Ilm 10.10 Uhr erfolgte die Abfahrt durch die Hauptstraßen der Stadt zum Bahnhof. Entblößten Hauptes stimmte die Menge auch hier das Deutschlandlied an. Hindenburg, sichtlich bewegt, verneigte sich dankend nach allen Seiten hin. ' Nachdem er von Oberbürgermeister Dr. Landinann uni) den übrigen Spitzen der Behörden sich verabschiedet hatte, bestieg er mit seinem Gefolge den bereitstehenden Salonwagen und winkte bei der Abfahrt des Zuges noch lange der Volksmenge zu. Der Notenwechsel zur Entwaffnungsfrage. Eine Aeutzerung der Havas-Agentur. Paris, 14. Rov. Rach einem Havasbericht aus London werden die Alliierten unverzüglich auf die letzte deutsche Rote antworten. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und den alliierten Mächten werden mit größter Schnelligkeit geführt, da die Räumung Kölns am 1. Dezember auf jeden Fall beginnen! soll. Die letzte deutsche Rote, die Botschafter von Hoesch Driand übergeben habe, gebe eine längere Erläuterung zu den fünf Punkten des vierten I Teils der deutschen Rote vom 23. Oktober. Lieber ihren Inhalt weiß Havas folgendes zu berichten: Zu Punkt 1 (Vollmachten des Generals von Seeckt) wird erllärt, daß Deutschland bereit sei, die Forderungen der Alliierten zu erfüllen. Unter Hinweis auf die moralischenn Schwierigkeiten wird jedoch eine völlige Um- I Wandlung des Großen Generalstabs abgelehnt. Zu 2 heißt es in der deutschen Antwort, daß die Sportvereinigungen in keinem Zusammenhang mit der Reick^wehr stehen. Zu 3 wird erllärt, Deutschland besitze kein unerlaubtes Waffenmaterial und die vorhandenen Waffen dienten lediglich zur technischen Ausbildung der Truppen. Punkt 4 (Kanonen der Festung Königsberg). Die Beibehaltung dieser Geschütze wird unter Hinweis auf technische Gründe als notwendig bezeichnet. Punkt 5 (Polizei bestände). Dir gegenwärtige Organisation der Polizei ist unentbehr- | l i ch. Angesichts eventueller kommunistischer Unruhen sind die jetzigen Mannschaften notwendig. Aus diesem Grunde werden die Verpflichtungen auch nur auf 12 Jahre festgesetzt. Rach dem Havasbericht haben dir Alliierten auf die einzelnen Bemerkungen Deutschlands wie folgt geantwortet: Zu Punkt 1: Die Alliierten fordern die Rückkehr zu der Lage von 1919, als die Reichsarmee dem Kriegsminister unterstellt war. Der Generalstabschef darf nurtechnischeDe- j f u g n i s s e haben. Insbesondere müssen die | Korpskommandanlcn ausschließlich dem Kriegsminister unter" tt sein. Die Alliierten verlangen, daß diese Änderungen gesetzlich sank- tioniert werden. Zu Punll 2: Die Alliierten wünschen das Versprechen, daß die Sportver- einigungen nicht militärisch ausgebaut werden, durch ein Gesetz bekräftigt zu sehen. Zu Punkt 3: Die Alliierten nehmen die Erklärung Deutschlands zur Kenntnis. Zu Punkt 4: Die Alliierten lassen die technischen Gründe der deutschen Antwort gelten und erheben keine Einwendung. Zu Punkt 5: Die Alliierten stehen auf dem Standpunkt, daß d i e Polizei keine Reservearmee für die Reichswehr bilden darf. Die Lage ist augenblicklich die, dah die Polizeimannschaften ein zwölfjähriges aktives Dienstverhältnis eingehen und dann in lokale Polizeiabteilungen übertreten. Die Alliierten wellen, daß dieser Sachverhalt geändert wird und wünschen insbesondere, daß die Dienstverpflichtungen auf Lebenszeit abgeschlossen werden. Außerdem darf die kasernierte Polizei 35 000 Mann nicht übersteigen. Reue französisch-amerikanische 5 uldenverkandlungen. Paris, 14. Rov. (WTB.-Funkspcuch.) „Iour- । nal" berichtet, der amerikanische Botschafter Hobe I dein Ministerpräsidenten Painleotl günstigere Bedingungen für die Schuldenregelung • übermittelt, als diejenigen, die von Cail- In diesen historischen Räumen, die ragende Zeugen der großen Geschichte dieser uralten Stadt deutscher Kultur sind, entbiete ich Ihnen namens der Stadt Frankfurt herzlichsten Willkommen- gruß. 2ff>r Kommen ist uns eine Anerkennung der großen ideellen und wirtschaftlichen Bedeutung, die nach dem Verlust chrer politischen Sewständigkeit dieser Stadt verblieben ist. Empfangen von LerEhrerbietung derDürgerschaft, umrauscht von der Begeisterung der Jugend, sind Sie über die Kaisertreppe des altehrwürdigen Römers in den Saal eingetreten, von dessen Wänden die Kaiserbilder und damit die Sch icksale vonIahrhunderten sprechen. Als Sie hin- austraten auf den Söller, da standen Sie an der Ställe, von der aus dem Volk die Kaiser- Wahl verkündet wurde. 3n diesem denkwürdigen Raum hat vor mehr als 130 Jahren zum letztenmal ein neugewählter Kaiser mit den Kurfürsten deS heiligen römischen Reiches nach alter Sitte zu Tafel aesessen. Wenige Schritte von hier grüßt das wuchtige Massiv ^^Pauls- kirche Grüber, darin die vom Pathos Schillers erzogene erste politische Generation des deutschen Bürgertums mit heißem Herzen nach pvlillscher EinKit und Freiheit, nach des Vaterlandes Große und Gluck rang. In der Eschenheimer Gasse steht das Dun des Palais, der Sih des deutschen Dundeö, des obersten Organes des deutschen Volkes in der trüben Zeit zwischen 1815 und 1866, unweit davon das Haus, worin 18kl das Siegel unter den märchenhaften Aufstieg des deutschen Volkes durch den Abschluß des Friedens von Frankfurt gesetzt wurde. Diese geschichtliche Berufung Frankfurts hängt eng zusammen mit seiner gütevollen örtlichen Lage. Aber diese Stadt birgt auch die Stätte, an der der größte Genius des Abendlandes fein Sonnenauge zur Welt aufschlag, sie ist die Stadt, in der Schopenhauer dort, wo jetzt der Reubau der alten Brücke der Vollendung entgegengeht, in Rirwana einging. Aus der Fülle der Historischmr Geschichte sollen diese wenigen Erinnerungen herausgegriffen sein, um Wert und Bedeutung dieser Stadt für das nationale Leben der deutschen Vergangenheit dar» zutun. , „ r , Ich blicke zurück auf die Zeit des ersten Besuches Ihres Herrn Amtsvorgängers, dessen Bild als das eines klugen und mutigen Staatsmannes und eines treuen deutschen Patrioten immer fleckenlos erstrahlen wird, je länger die Zeit um fein stilles Grab im Heidelberger Bergfriedhof weht. Vergleicht man jene Zeit des Chaos, der unaufhörlichen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Damm- brüche mit der Station, an der das deutsche Volk heute steht,' dann darf man dankbar zurückblicken auf diesen Weg einer allmählichen Ge- s u n d u n g. Die Bürgschaft dafür, daß wir durch alle Stürme und Fährlichkeiten der kommenden Zeit dieses köstliche Erbgut retten werden, erblicken wir heute vor allem in der Gesinnung, in der Sie, Herr Reichspräsident, Ihr Amt übernommen haben und führen. Ihr Leben ist für uns die Ver- köroerung der Treue zum deutschen Volk e. Zweimal ist der Ruf des Vaterlandes an Sie ergangen in Ihre hohen Lebenstage hinein, als Ihnen nach langen Jahren dec Pflichterfüllung die wohlverdiente Ruhe als Ehrensold des Lebens gebührt hätte. Das war damals, als Sie mutvoll ans Werk gingen, mit wuchtig ausholenden Schlägen den Alpdruck von unserem Volke zu nehmen, den das Eindringen der Russen in deutsches Land erzeugt hatte. Und bann, als Sie zurückgekehrt aus den schwersten Kämpfen, in denen Sie Jahre hindurch die ungeheure Verantwortung trugen und deutsches Land vor den Fußtritten der fremden Heere schützten, den Ruf vernahmen, das äußerst würdevolle, aber unendlich schwere Amt des Reichspräsidenten des deutschen Volkes zu übernehmen, da siegte über alle Hemmungen und inneren Kämpfe, über die Scheu vor der neuen schweren Last, deren Sie gewärtig sein mußten, in Ihnen das Gefühl der Pflicht und der Treue zum deutschen Volke. Diese Hingabe an das große Ganze in jeder Lage ist uns Gewähr dafür, daß Sie Ihr Amt in dem Sinne ausüben werden, in dem es Ihnen vom deutschen Volke anvertraut worden ist. In Treue f e st, so stehen Sie vor Ihrem Amte und dem Deutschen Reich, für dessen Erhall tung, für dessen Schutz und für dessen Staatsform Sie Ihr Manneswort verpfändet haben. So haben Sie bisher gehandelt, fo wird künftig Ihr Tun fein. Liefer Ihrer Treugesinnung soll nunmehr der Ruf entgegenhallen, zu dem ich die Vertreter der Frankfurter Bürgerschaft und der Spitzen der Reichs- und Landesbehörden auffordere: Des deutschen Volkes Repräsentant, des Deutschen Reiches Präsident, er Die Fsstvorstellung im Opernhaus bei der auf Wunsch des Reichspräsidenten „Fi- garos Hochzeit" gegeben wurde, bildete einen würdigen Abschluß d.L Frankfurter Präsidenten- bcsuchs. Als der Reichspräsident beim Betreten des Haukes von Direktor Müller-Wieland begrüßt, in feiner Loge erschien, erhob sich das ganze Publikum und bereitete ihm eine ft u r - mische Huldigung. Die Vorstellung, bei der die Hauptrollen mit Walter Schneider, Else Gentner-Fischer, Elisabeth Kandt und 2ldolf Peermann beseht waren, nahm unter der feinfühligen Leitung von Prof. Clemens Kraus einen glänzenden Verlauf. Auch der Reichspräsident äußerte Direktor Müller-Wieland gegenüber seine hohe Anerkennung über die künstlerische Qualität des Frankfurter Opernhauses, besonders über das heute gezeigte gute Zusammenspiel. Rach der zweiten Pause nahm Oberbürgermeister ®r. Landmann Gelegenheit, dem Reichspräsidenten eine Reihe weiterer Frankfurter Persönlichkeiten vorzustAlen, mit denen sich der Reichspräsident in seiner gewohnten liebenswürdigen Weise henfolge nach kurzer Debatte die Regierungsvorlage angenommen. §6 gab zu einem längeren Meinungsaustausch Anlaß. Da der Abgeordnete Bolanowski gegen die Bestimmung protestierte, die eine Besteuerung der Staatsrenten vorsieht. Der Redner wies darauf hin, daß der französische Staat zum erstenmal unverhohlen sich zur Richterfüllung der gegenüber seinen Geldgebern eingegangenen Verpflichtungen bekennt. Das gesamte Finanzproblem bestehe ja letzten Endes in der Wiederherstellung des öffentlichen Kredits. Es erregte Aussehen, daß es von den darauffolgenden Rednern gerade Leon Blum war, der allein den Ausführungen des oppositionellen Vorredners sich anschloß und eine gemilderte Fassung des Paragraphen anregte. ES gelangte sodann ein Antrag (Sutet in diesem Sinne mit 24 gegen 10 Stimmen zur Annahme. Die neue Fassung des Paragraphen besagt lediglich, dah auch die Inhaber der Renten- Papiere zum außerordentlichen nationalen Rotopfer herangezogen werden, wahrend es in dem ursprünglichen Text hieß, . daß nur die Staatspapiere mit der außerordentlichen Abgabe besteuert werden. Die Kommission wird ihre Arbeiten heute früh fortsehen und höchst wahrscheinlich heute abend, spätestens morgen früh zu Ende führen, worauf die Kammerdebatte Montag beginnen wird. Neuerliche Beschießung von Damaskus. Paris, 14. Nov. (WTD. Funkspruch.) Rach einer von „Rew QJorf Herald" verbreiteten Meldung aus Kairo sollen die Franzosen aufs neue Damaskus beschossen haben. Die Beschießung soll infolge eines eine Rächt andauernden Kampfes erfolgt fein, bei dem eine starke Abteilung Aufständischer die Stadt geplündert hat. Die englischen Behörden schicken Verstärkungen an die Grenze, um die Aufständischen an der Betretung ihres Mandatsgebietes zu verhindern. lebe hoch! Der Reichspräsident dankte mit herzlichen Worten für die Begrüßung und leerte fein Glas auf das Wohl der Stadt Frankfurt. Rach Beendigung des Frühstückes im Römer, der die ganze 3eit über von einer dichten Menschenmenge stark umlagert war, erfolgte um 3 injr nachmittags eine RundfahrtdurchdieStadt wobei dem Reichspräsidenten wieder überall große Ovationen dargebracht wurden. Die Fahrt ging dann wieder durch die Hauptstraßen Frankfurts am Bundespalais vorbei, das Hindenburg vom Magistrat ja zur Verfügung gestellt wurde, und dann zur U n i b e r f i t ä t. Hier wurde der Reichspräsident mit feinem Gefolge vorn Rektor der Universität Professor Dr. Embden, am Eingang empfangen und zur Festhalle geleitet, wo Vorbereitungen für die Einweihung einer Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Studenten getroffen waren. Der Rektor dankte schließlich dem Reichspräsidenten für seine Bereitwilligkeit, die Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Universität zu weihen. Darauf legte der Reichspräsident einen Kranz nieder mit den laut durch die Halle dringenden Worten: „Ich weihe diese Tafel in Erinnerung an Deutschlands Helden, der Hoffnung auf unsere Zukunft und in der Mahnung zur deutschen Einigkeit." Unter dem Zu-ammen- klingen der Schläger und dem Gesang des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" schloß die tiefergreifende Feier. Auf der Fahrt am Messe gelände vorbei betrachtete der Reichspräsident mit sichtlichem Interesse deren ausgedehnte Bauten. Um 4,15 Uhr traf der Reichspräsident auf dem neuen Frankfurter Stadion ein, wo er von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge erwartet und mit stürmischem Jubel begrüßt wurde. Zu beiden Seiten des Eingangs des Stadions hatten sich Abordnungen der hiesigen Sport- und Turnvereine mit ihren Standarten und Fahnen ausgestellt. Rachdem dem Reichspräsidenten die Führer der hiesigen Sportbewegung vorgestellt worden waren, folgten unter Leitung des ota- dionlehrcrs Brechenmacher moderne gymnastische Hebungen, denen der Reichspräsident sichtlich mit großem Interesse folgte. Dem Leiter der Vorführungen dankte er mit Händedruck für das Gebotene. Darauf hielt Stadtrat S ch m u d e folgende Ansprache: „Liebe Sportgenossen und Turnkame- raden, Turner und Turnerinnen der Stadt Frankfurt a. M.! Geben wir unserer Freude, der Dankbarkeit und des Stolzes, daß wir die Ehre haben, heute hier im Stadion, im deutschen Wald, den Präsidenten der deutschen Republik begrüßen zu dürfen, dadurch Ausdruck, daß ich bitte: Erheben Sie sich von Ihren Plätzen und stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: „Der Präsident der deutschen Republik, Exzellenz von Hindenburg, ihm sei gewidmet ein Dreifach, donnerndes, kräftiges Hipp — hipp — hurra!" Die Erschienenen stimmten begeistert ein und fangen im Anschluß daran das Deutschlandlied. Bei der um 530 Uhr erfolgten Abfahrt war Hindenburg wiederum Gegenstand begeisterter Kundgebungen, ganz besonders der Sportler, die das Auto in Massen förmlich umringten, um den Präsidenten nochmals zu sehen, als er freundlich zum Abschied winkte. Auf besonderen Wunsch des Reichspräsidenten wurde auf der Rückfahrt auch noch kurz das Goethehaus besichtigt. Wie bei der Ankunft. so trat auch bei der Rundfabrt der Reichspräsident überall Gegenstand lebhaftester Huldigungen der in ungezählten Tausenden die Straßen besetzt haltenden Menschenmenge. allen neue Kraft und Stärke und unterem Dater- lande eine lichtere Zukunft beschieden fein! Dann stellte der Staatspräsident Ulrich die Erschienenen vor. Der Reichspräsident bewegte sich zwanglos durch die Versammelten, drückte jedem der Erschienenen die Hand und sprach mit ihnen einige Worte. Dre Abreise des Reichspräsidenten. Um 11.45 Uhr folgte der Reichspräsident einer Einladung deS hessischen Staatsministenums zu einem Heinen Imbiß im Hotel „3ur Staube’ , woraus 12.15 Uhr die Abfahrt zum Bahnhof und die Weiterreise nach Frankfurt 12.24 Uhr erfolgte. Auch während der Fahrt nach dem Bahnhof bildete eine vielta ufen d° köpfige Menge in den Straßen Spalier und jubelte dem Reichspräsidenten zu. Das Auto des Reichspräsidenten wurde, tote bei dem gestrigen Empfang, von je einer Halbeskadron berittener Schutzpolizei begleitet. 5n Frankfurt. Frankfurt a.M., 13. Rov. (WTD.) Schon seit den frühen Morgenstunden ist das Straßenbild der a'ien Reichsstadt völlig unter dem Einfluß des Besuchs des Reichspräsidenten, obwohl dessen Eintreffen erst für die Mittagsstunden in Aussicht steht. Der Bahnhofsvlatz und Die Straßen, durch die die Rundfahrt führt, sind mit Fahnen reich geschmückt. Von einer besonderen Ausschmückung ist auf ausdrücklichen Wunsch Les Reichsprä Le : en Avstar.d genommen worden. Rur der Eingang der breiten Kais erstraße zeigt zwei mächtige Pylonen, ebenso der Römer, das alte Wahrzeichen der Stadt, von Künstlerhand in reichen Blumenschmuck gehüllt, durch den sich auch Oper und Hauptbahn- Hos auszeichnen. Von 11 Uhr ab beginnt der Aufmarsch der spaüerbildenden Verbände, wahrend sich der weite Platz vor dem Römer mit über 20 000 munteren Schulkindern nach und nach füllt. C arte Bewegung unter Der unübersehbaren Menge, die den Bahnhofsplatz beseht hälL zeigt gegen 1 Uhr an, daß Der Zug, der den Reichs- Präsiden '.en und feine Begleitung von Darmstadt bringt, soeben eingelaufen ist. Reichspräsident v. Hindenburg entsteigt Dem Zuge in Begleitung, des StaatssekreiärS Meißners und seines persönlichen Adjutanten Majors von Hindenburg, wechselt kurze Begrühungs- toDtle mit Oberbürgermeister Dr. Landmann, General Reinhardt, dem stellvertretenden Polizeiprasiden'en Dr. Hammacher, demPrä- sidenien der Reichseisenbahndirektion Frankfurt, Geheimrat Roser, und dem Stadtverordnetenvorsteher H e i ß w o l s f, und begibt sich Dann auf wenige Minuten in das Fürstenzimmer des Tahn- hoss. In Autos wird Dann über den Bahnhoss- vlatz und Die breite Kaiserstraße Die Fahrt nach dem Römer angetreten, während Flieger über der Stadt kreisen und von sämtlichen Kirchen ein stimmungsvolles Geläut anhebt. Der Jubel der Menschenmenge beim Anblick der ehrfurchtgebietenden Gestalt des Reichspräsidenten ist unbeschreiblich, Pflanzt sich durch alle Straßen fort und kommt noch einmal besonders stark in Tausenden und Abertausen - den Heller Kinder stimmen zum Ausdruck, als das Auto des Reichspräsidenten aus den Römerberg einbiegt. Beim Betreten der Römer- falle überreichte Die Tochter des Stadtrats Meckbachs dem Reichspräsidenten einen Blumenstrauß und sprach dabei folgende Verse: Warum läuten Die Glocken so rein unD hell? .Warum schlägt mein Herzchen so froh und schnell? Warum wehen die Fahnen aus jedem Haus? i Und wer kriegt den schönen Blumenstrauß? Wir wissen es alle, groß und klein! 7 Das kann heut' nur für einen fein! Für einen, den wohl jeder kennt, ' Für unfern lieben Reichspräsident. Da nimm die Blumen, Du treuer Held, Sie blühen für Dich auf deutschem Feld. Rimm noch dazu meine kleine Hand: Gott segne Dich und das Vaterland! 5m großen Kaisersaal des Römers hatten sich inzwischen etwa 300 Persönlichkeiten, Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden, der Kunst und Wissenschaft, des Wirtschaftslebens und der Derufsverbände eingefunden. Reichspräsident v. Hindenburg lieh sich die einzelnen Persönlichkeiten vorstellen. Unbeschreiblicher Jubel wurde laut, als sich der Reichspräsident auf den Ballon begab. Don hier aus richtete 5)inbenburg an die Jugend herzlich? und eindrucksvolle Worte, mahnte sie, dem deutschen Vaterland die Treue z« bewahren und brachte ein Hurra aus unser gäiebtes und so schwer geprüftes Deutschland aus, das bei der allein an dieser Stelle nach Zehntausenden zählendenMenge begeisterten W.derhall sand, und im Anschluß Daran das „Deutschlandlied" gejungt n wurde. Es fand Dann ein Frühstück statt, bei dem Oberbürgermeister Dr. Landmann in feiner Begrüßungsansprache u. a. folgendes ausführte: „Herr Reichspräsident! jung von Ihn n,, frQn« Ä-ä "»id°>!„, ^ulch AZ eS^ainte ®nöeö in fIL nJ> tut» fit, < ^nttgte, L, UUt Ä ? iuJ Ännchm- d« X..7» nationalen ivährend es iR 1 • M nur die Eichen Abgabe 'l-on wird ihre ln) höchst wahr, borgen früh ju ^mrrdebatte ÜUichpruch.sAach »erbreiteien Mel, Franzosen aufs oben. Die K. 2ocht andauerndem eine starke ötadt geplündert schicken Derfiär- Aufständischen an igebietes zu Der« loinifcben s. U.) Heute mittag ident Srabfki Dinffi die @e- etteS. Vrabsli be- t,.dah die Dank en der Regierung igene Politik ■feine im Gejm i Sie Seflierunfl. als einen Partei- , es der Regie- echt getuMu sei, Äenderung ihrer tat Lebereinstim- chen, habe sich die utreten. Er lehne d die Regierungs- i cnl Dv!))cchowstc en. Als aussichts- wird der bisherige iski genannt. fischen chutz. Ser Fmanzausschub igen SiMNg vleder ibeamten. Es lM Anträge d^ Aoz^ . wonach dre Hel- ätestens bis M mri zu einem bc- !nfle|eg vorlegen 'de?PolizLa^ aorien iceröen den Polizeien ib”c 3* * rinl?uÄD£t W 2fj‘r‘ 9r uxinblc •Ä?s iSgS ulaöf- ®lL xinju- cd-ri tec n ^n-rhäitnis^^ >ie Antrag deren . i an* »»"$& »' eil ö^HraiM m lifie ihren- ^LandtA,, .(rt, Mi6&‘ LS^'" Mittelstand usw. gegebenen Kredite, ersucht der Redner die Staatsbank nicht zu scharf vorzugehen, da sonst viele Unternehmungen in die Insolvenz getrieben würden. Die Staatsbank werde sich auch bemühen müssen, die Siedelung stärker zu betreiben, für die vor allem der Zwischenkredit erforderlich sei. Abg. Dr. Leidig (D. Dp.) wendet sich gegen die Methode der Sozialdemokratie, wonach jeder Gerichtsoorsitzende verurteilt wird, wenn die Verurteilung der Angeklagten nicht so ausfällt, wie sie es wünschen. Barmat habe seine Versuche deshalb geglaubt durchführen zu können, weil er auf den Sturz der Rentenmark rechnete. Sein Irrtum habe aber den Zusammenbruch seiner Unternehmungen herbeigeführt. Wenn man jetzt er st am Anfang einer Wirtschaftskrise in Industrie und Landwirtschaft stehe, so glaube er doch an die Zu- l'.mft des deutschen Volkes, auch in wirtschaftlicher Beziehung. Dazu sei aber erforderlich Arbeitsamkeit und Sparsamkeit. Der Staat sei e crpflichtet, wenn es sick um vorübergehende Maßnahmen handle, der notleidenden Wirtschaft Sonderkredite zu geben. Durch Ueberbrückungs- k r e d i t e müsse verbinden werden, daß Tausende von Arbeitern auf die Straße geworfen werden. Abg. W i e g l o w (Dem.) betont, die Staats- bank habe es an der Zusammenarbeit der einzelnen Stellen und an einem gemeinschaftlichen Verantwortungsgefühl mangeln lassen. Es sei e i n K a u f. mann nötig gewesen. Gefordert werden müßten billigere Zinssätze für Kredits, damit die Wirtschaft in Industrie und Landwirtschaft angekurbelt werden könne. Die Aussprache wird darauf durch die Abstimmungen zum Kultushaushalt unterbrochen. Angenommen wurden die angefochtenen Titel und dazu eine Reihe von Aenderungsanträgen. Der demokratische Antrag, der für die Errichtung der pädagogischen Akademien die simultane Grundlage fordert, wird in namentlicher Abstimmung mit 183 gegen 175 Stimmen abgelehnt. Die gegen den Antrag stimmende Mehrheit setzt sich zusammen aus den Deutschnationalen, dem Zentrum, der Völkischen Freiheitspartei und der Witt- schaftlichen Vereinigung. Angenommen wird auch der Antrag, für Stenographielehrer eine Lehrerprüfung einzuführen. — Die größte Zahl der Anträge des 5)auptausschusies wird im wesenllichen angenommen. Hierauf wird die Besprechung über den Haushalt der Staatsbank (Seehandlung) fortgesetzt. Abg. Ladendorf (Wirtsch. Dgg.): Die Staatsbank sei nicht dazu da, dem internationalen Kapital Handlangerdienste .zu leisten. Ihre Volkswirtschaft- liche Aufgabe habe sie nicht erfüllt. Man könnte die Bilanzaufstellung der Staatsbank für 1924, die noch einen Ueberschuß von fünf Millionen herausrechne, als reinste Bilanzverschleierung bezeichnen. Versagt hätten die leitenden Männer, nicht das System. An die Spitze müßten Männer gestellt werden, die moralisch und kaufmännisch berufen sind, die Verwaltung so zu führen, wie es das preußische Volk verlangen müsse. Abg. Dr. v. Winterfeld (Dn.) beleuchtet die Notlage der Landwirtschaft und betont, wenn nicht die laufenden Kredite weiter gestundet und die Wechsel prolongiert würden, müsse die Not der Landwirtschaft zum Ruin führen. Abg. Kölges (Ztr.) fordert, daß die Staatsbank auch für den gewerblichen Kredit des Mittelstandes in ganz anderem Umfange als bisher nutzbar gemacht werden müsse. Auch den Warengcnossenschaften seien Kredite zu gewähren. Zu fordern sei weiter die Herabse^ung der hohen Dankzinssätze und die Deseitigung der Ueberlastung des Gewerbes mit Steuern, wenn eine Preissenkung überhaupt denkbar werden solle. Ein Vertreter des Finanzministeriums gibt eine Erklärung ab. wonach die Gesamtsumme der Kredite an das Gewerbe und den Mittelstand 88 Millionen betragen habe. Es werde kein Fall nachzuweisen sein, wo d'e Staatsbank einen Kreditsucher dieser Art abschlägig beschieden hätte. Das Haus vertagt sich auf Samstag. Aus aller Welt. 3n der Dahn vom Tode überrascht. 3n Aiederlahnstein sank ein junger Mairn von auswärts, der sich in einem Zugabteil auf eine Dank gesetzt hatte, infolge eines Schlaganfalles plötzlich um und war sofort t o t. Der Fall hau. Die badischen Justizbehörden haben gegen den im Jahre 1906 zum Tode verurteilten, sodann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten und im Frühjahr d. I. auf freien Fuß gefetzten Rechtsanwalt Dr. Karl Hau einen neuen Haftbefehl erlassen. Wie vom badischen Justizministerium mitgeteilt wird, ist Hau frühzeitiger als ursprünglich vorgesehen, entlassen worden auf Grund eines ihm bewilligten Strafurlaubs auf Wohl- oerhalten. Dieser Strafurlaub auf Dohlverhallen ist wegen seines Verhaltens widerrufen wor- den. Hau würde demnach noch eine Reststrafe von sieben Monaten Zuchthaus abbüßen müssen. Ein Fassadenkletterer ans dem Fenster geworfen. Ein Freitag abend aus Zürich in Berlin eingetroffenes Ehepaar sah sich beim Betreten des von ihm gemieteten Zimmers in einem großen Berliner Hotel einem Manne gegenüber, der durch das Fen st er eingedrungen war. Obwohl der Eindringling einen Revotticr- schuß auf den Schweizer abgab und diesen durch einen Streifschuß an der Stirn verletzte, stürzte sich der Hotelgast, eine belannter Schweizer Spvrtsmann namens Hollinger, auf Den Einbrecher und warf ihn auf Die Straße hinab. Der Eindringling wurde als Polizei- gefangener in das Krankenhaus gebracht. Der Bürgermeister von Sofia ermordet. Freitag vormittag wurde der Bürgermeister von wosia, M a b i a r o f f, das Opfer eines Rache- a 11 e n t a t 5. Der Bürgermeister befand sich auf dem Heimweg. In der Nähe des Rathauses lauerte ihm der vor kurzem aus dem Dienst enllassene Direktor der städtischen Bäder, Tom off, auf und schoß mehrere Male auf ihn aus einem Revolver. Der Bürgermeister erlag sofort seinen Verletzungen. Der Attenäter beging, ehe er noch sestgenommen werden konnte, S e l b st m o r d , als er sah, daß ihm fein Anschlag geglückt war. Zur Modassäre Rosen. Der erst vor wenigen Wochen verhaftete Briefträger Stock, der bisher sein Alibi in der Mordsache noch nicht hat einwandfrei Nachweisen können, hat nach den Zeugenaussagen zur Zeit der Mordtat einen Revolver besessen, (letzt endlich hat er dies zugegeben und eingeftanden, die Waffen einem Freunde zur Aufbewahrung gegeben zu haben. Der Freund wurde ermittelt und lieferte die Waffe ab. Die sofortigen Feststellungen der Kriminalpolizei ergaben, daß die Mordwaffe, mit der Professor Rosen erschossen worden ist, von gleichem Kaliber war als der Stvcksche Revolver. Die ä.!>ttersuchungsbehörde hofft nun in der Affäre schneller vorwärts zu kommen. Tödlicher Unfall infolge Unvorsichtigkeit. In Schweinfurt ist ein zwölfjähriges Mädchen am Ofen eingeschlafen, kam dabei dem Feuer zu nahe und erlitt so schwere Brandwunden, daß es nach einigen Stunden st a r b. Wettervoraussage. Rach geringer Aufbesserung vorwiegestö trübe und etwas milder, sleNenweift Riever- schlag«. Büchertisch — Zu Der »Illustrierten Zeitung" (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig) setzt der nach Oltaroflo entsandte Sonderberichterstatter Hans Felix Wolff seine hochinteressanten und einblickreichen Darstellungen auS Dem spau.sch-maroskani'chrnKamps- gebiet fort in einem Artikel „Del den Spaniern: in Marokko: Der Sektvr von Mdir". Ein sehet aktuelles Problem der Wssenschaft behandcll ferner der mit bunten Bildern versehene Artikel von Hanns Fischer »Das Atlant:c-Rätsel im Lichte der WetteiSlehre". Ein wenig bekanntes Gebiet streift P. Richards in tem lesenswerten Artikel „Die lachende Kunst in Amerika", der mit zahlreichen Beispielen amerikanischer huinoristi-- scher Bilder ausgestattet ist. 3m übrigen fehlt auch in dieser CRummer nicht Die ausführliche Berücksichtigung der wichtigsten Tagesereignisse des 3n- und Auslandes, und die Rubrik „Au- Wissenschaft und Technik" bildet wie immer eine Fundgrube des Wissens. — Der Don 3uan der halben Ding«, Martin Dorrmann. 3m Ernst Rowohlt-Bcrtag. Berlin W 35. E'.n Titel, Der lockt, verspricht und viel hält von Dem. was man erwartet. Dia Titelnovelle, zart und blühend in Sprache und Bild, gemahnt an Hofsw.annSthal ober an Schnitzler. Am stärksten ist die letzte Der Rovellen. „Der Zwerg und das Grammophon", stärker und reifer als die TUelnovekle, obgleich um 2 3ahre früher entstanden. Herr Hugo ist ein Don Jüan der halben Dinge wie Der Heid Der ersten Aovclle. Richt der Sängerin, nur ihrem Lied, das die Grammophonplatte gefangen häll, gilt Herrn Hugos glühende LeiDenscyafl. Er ist ein De-- sessener, ein wahrhaft Liebender, und wir glauben ihm und dem Dichter. — Ein Buch, auch seinem Gewand nach, für literarische Feinschmecker. 406 Kassel, den 12. November 1925 10891D Gestern abend verschied sanft nach langem, schwerem Leiden unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Elise Stöhr Witwe geb. Bramm im 81. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Dietz geb. Stöhr Lehrer R. Schenck Ww. geb. Stöhr Q Dietz, Rektor i. R. Heuchelheim und Steinfurth, den 13. November 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. November, um 4 Uhr, in Heuchelheim statt. 09225 Heute entschlief unerwartet an den Folgen einer Operation Kurt Tetzner Leutnant im 15. Infanterie-Regiment Inhaber des E. K. II In tiefer Trauer steht das Offlzierkorpa an der Bahre dieses vortreff ich en jungen Offiziers und allseits beliebten Kameraden. Wir werden ihm die Treue auch über das Grab hinaus bewahren. Im Namen des Offizierkorps des 15 Infanterie-Regiments: Fett Oberst u. Reg.-Kommandeur. INNENAUSBAU QUAUTäTS ' MÖBEL informe/Mer CLusfa&ruag. u. /Hateriaf liefern die KUNSTGEW.- WERKSTÄTTEN C * Os. 'lomwr« NIDDA IN OBENNf SSEN r„- 3«, ____________________________________993 £eerin®ftfrie$tanö Nächster Biehmarkt nicht Mittwoch, sondern Donnerstag, den 19. November. Der Magistrat. 21. E. G.-Fabrikat, bestes Weihnachtsgeschenk für die Hausfrau kostet, gebrauchsfertig für Teppich und Fußbodenbelag pSF* Mark 98.— dT Teilzahlung wird gern gestatteL „Vampyr' ist tageweise zu verleihen, pro Tag AU 2.—. Unterhaltung und Reparatur in eigener Werkstatt. E. Althoff, E ehlro-Dertried Gießen, Neuenweg 50. iosqsd nachmittags 3 Uhr statt. 09219 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 12. November, abends 91/« Uhr, meine liebe Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Katharina Felier geb. Luh nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 63 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Feller V. Großen-Linden, Marburg, Bodenrod, Ludwigshafen a. Rh., den 14. November 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. November 1925, / Fr. Levermann \ / Seltersweg 81 \ r Bielefelder Herrenwäsche * Spezialität: Oberhemden nach Maß Erstklassige Ausführung \ Weihnachts-Aufträge j \ erbitte im Interesse einer pünktlichen / Lieferung baldigst 10841a W AK 8115 WW? Stadtverordneter Hermann Schmidt (Sozialdemokrat) hat in der Mittwochversammlung in der Turnhalle erklärt: „Wir treiben Politik auf dem Rathaus aber nach grotzen Gesichtspunkten." Nachdem die Sozialdemokratie die Politik auf das Rathaus gebracht hat, mutz eine geschloffene politische Front der bürgerlichen Parteien vorhanden sein, die nach großen nationalen Gesichtspunkten Politik treibt. Wer nunmehr die Parteipolitik beseitigen will, beabsichtigt nichts anderes, als wirtschaftliche Sonderpolitik auf das Rathaus zu bringen. Wirtschaftskämpfe aber sind immer der Ruin eines Gemeinwesens. Die Wirtschaftspariei will, wie Prof. Bredt dem Sinne nach in der Mittwochversammlung erklärte, den Wirtschaftskamps. Die Vertreter der MNlM BKtiiiiOKO (MsUWM!M.resWMg1kMMW wollen, wie seither, den Ausgleich der Gegensätze. Nur wenr es gelingt, diesen Ausgleich herbeizuführen, wird unsen Gemeinwesen weiterhin gedeihen Darum gibt jeder auf das Wohl der Stadt bedachte Wähler seine Stimme der MMN MliM «MUMWMLNMNMMWlMlch Wahlvorschlag Nr. 16 beginnend mit dem Namen: Prof. Dr. Krausmüller Wählt Wahlvorschlag 16! Wählt Wahlvorschlag 16! loyro Der Wahlausschuß. || Drucksachen aller An ftakung jtllrcm und preiswett = ------ = = die vrühl'sche UnioerfitAs-Vrnckerei, H. Lange, Stehen. Zchntstr. Z. = = Bierausschank- Einrichtungen Büfetts ?.Bler-,Weln-n.KaHoean«scha8k E « Schränke, El*-Ba*cltlnen Restaurations-Tische und -Stöhle Mehrfach mit den höchsten Auszeichnungen prämiiert! "^id Jacob Dies, Frankfurt a.M. 13 Oegr. 1395. Laagoitra3a 35. Tat Hasu 2423 A, Ober-Inspektor und mehrere Inspektoren zum Ausbau des Lebensversicherungsgeschäfts für alte vornehme Gesellschaft (kapitalkräft. Konzern angehör., daher Mitarbeit in allen Versicherungszweigen mögl.) die auch d. Kleingeschäft m. Monatsbeitr. betreibt, sofort gesucht. Wir bieten: Auskömmliches Gehalt, zeitgemäße Reisespesen. Provision u. Beteligung am Organisationsgeschäft, evtl, wertvolle Unterstützung durch gemeinsame lätigkeit, Wir verlangen: Zielbewußtes, fleißiges Arbeiten, Organisationsbefähigung und gründliche Fachkenntnisse. (Nichtfachleute können bei sonstiger Eignung ausgebildet werden.) Schriftl. Angeb. mit Referenzangaben u. allen näheren Mitteilungen unter 10853D an den Gieß. Anz. erbeten. ■ plombier« <4 kg Peket e*it Ketm»*«n>w 6» ft Die • lehrt awgTONamnann’a Kernseife tot dk bette Ker39egen->4rwcn^cn Sic de he AtWwfelni SS Plcnaig mit dem ▼ Die - .Wbsensdiatf srr'.cht: iWasdimittel sind ofcht in der Lag«, jdie Wasch» and Rarogungekraft «es* [zuüben wie die Seift, eie werden immer j hinter der de SA turüAbfeben. tBeCag Kenmfle Igtda3 VorbfldüAcl K. ciiernn Gemeinnützige Möbelveriorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b.H. Lindenplatz 1 10887a \ crkuufsstellen: l0897ss 1O867D ncfitdji. Central-Drogerie, Schulstr. < Viktoria-Drogerie, Marktstr. 5 Ltderstühle von 09170 empsiehlt Schlimmerem™ 375 Mk. 2 Stühle. Speisezimmer Eiche, 180 cm breit, i H88J Büfett,kompl... Mk. ■ Cfrwtvic' Rä^gesuchH 1 Aablunq, 1 Damen Junger UDO Sperrplatten Vaflerarb. Schriill- Morgen beginnend 10875D aus guter Samilie. r.tuüae. 09223 SeklffeaaergorweB56 St'. •ÖJA Metallbetten Kreuzplatz 8 10902a Kaisers - W K Ä Kontor- tt. vertraut. Vluaeb. un er »9244 an ö. Gieff.Anz. erb von 3-30 mm Stärke in allen Gröhen Giesten, Ccllcröwea 58 I. Eing.EckeBolkSbad. KetniLadcn. ...mJIO ...Mk. 4B ...Mk. 75 ...Mk. Mk. 20 ▼ Sie dieses herrliche Mittel! V. Kleiderschränke nußb. pol........ Kleider schränke nußb. lackiert..... Bücherschränke Liehe ........... Schreibtische Eiche............ echt Eiche......... Küchen 2 Schränke, Tisch u. Brust Cätamellen Kleiderschränke KL Eiche, 130 cm breit.. Mk. UU Teilzahlung gestattet! Möbelhaus Ein möbliertes Zimmer Nähe der Kliniken, Franki Str.. Wetzl. Wen uhu. losort gesucht. dir. Angeb. u. u'32.1.4 o. d.Gieh Anz. Stahlmatrataea,Ktoäarbeiten ollnst anPriv. Katal.729 fr. ElsenmCiieltabrik'TflSl (Thür.) k unsere meist. X Ärzte Kalssr’e »rast- Caramel- in Buche \ Erle Abonnement-Anmeldung bei . Herso-Rekl. » \ Tel. 1335 V Ein reelles Hustenmittel! so bezeichnen Goethe-Bund Sonntag, 15, und Montag. 16. Nov., r.bends 8'/« Uhr, im Kaufmännischen Vereinsbaus (Nordanlage) Tanzgastspiel Irmgard Schütte aus Bremen in ihren künstlerischen Lühncntänzen Am Klavier: IjImb Xeuiing Eintrittskarten zu Mk. 2.— für Nichtmitglieder, für Mitglieder zu Mk. 1— in der Musikalienhandlung Challiar. f, ,7 prompt ab Lager lieferbar » 62S 18S Slmlßßlslis geübt, fleißig und mit guter Allgemeinbildung, für Buchhandlung für sofort oder später gesucht. Selbstgeschriebene Angebote mit Gehaltsforderung und Zeugnisabschriften befördert die Expedition des Gießeners An- zeigers unter 1O373D Femngstechn* Vertreter (Ingenieur oder Praktiker) gebucht Hefsen-Maffau für besten Kamin- Zugrealer: Feld: ganze Industrie und Zeniralheiz. Aur arbeitssreudige Herren, die sich speziell diefer Vertretung widmen, wollen sich melden unter K. K. 6838 an Rudolf Mosse, Köln. 10836ss Ssscftwächke Nervöse krschöpste geistig u. körperlich Überarbeitete, Blutarme werden ihres Lebens nicht froh, es stellen sich allerlei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Nervosität. Herzklopfen usw. ein. Mampetiiktiner Mampe — Halo und Halb — Extra Wampe Karthäuser Dr. Mampes aittera Tropfen Curacao wot3 Mampe Edol-Oraoge Cherry Brandy Extra Brombeer-Likör *>rünollo Maraschino Danzlfler Goldwasser Echter Arabischer Mokka-Likör Weinfcrand Mampe Alter Stamm Die vorzügliche und preiswerte Qualität wird verbürgt durch die Marke Elefant 10378s! Zu verkaufen Gut erb-, geir. Nister, Schlüpfer, Paletots, auch für korpul Herren passend, v. 10 tWf. an. Feldgraue Milit.-Mä*tel,Joppen u.Hosen preiswert. Herrcn-Anzüae noch sehr aut im Stand von 14 Mk. an. Frack-, Emokina-, (Sebrock-, (5n tawatz Anziiae au staunend billig. Preisen. Einzelnegetrag. Hofen u. Sakkos mit Westen enorm btüin. Auch versch. Damen-Kostiime au Schleiidervr. Gut erhalt. Herrenmantel m Nerz ges,pretsw.abzug I. öfltstei ans größere Geschäfts- o Privat- häuier von unter Pauk ah vergeben. Schriftliche An sied. unter V9209 an den Gienener Anteiaer Millioneu ’m Gebrauch bei Husten, Heiserkeit, Brust-Katarrh, Verschleimung, Krampf- und Keuchhusten. sowie gegen Erkältung. 70nn Zeugn. v. ÄrzL u. Privat. < uuu Paket 40 Ff., Dose 60 PI. Schutzmarke: 3 Tannen. Zu haben in Apotheken. Drogerien und wo Plakate sichtbar. der kürzlich seine Vehr »eit beendtgt bat, sucht sofort oder später Steilung. Der. leibe ist mit fämtl. VmMWWk.'NW«llWW besichtigen Sie unser Lager Acker 1010 qm, aus den 23 Morgen, au verknusen. Schriftliche Angebote u. K. 33 postlagernd Klein Linden erbet. ldw9D N, 8. 3 P. 8.- Motorrad tote Lata mit Zimmer, mitten in der Stadt, sofort au vermieten. Sehr. Angeb. unter 10833h an o. Gieh. An», erb. Delikatessen «I WÄLLEKFELS Gießen, Marktp?atz17 bietet die berühmten Liköre der Carl Kan teÄ.6. B t u I W JskWiiWii gesucht. 10904 D Schäfer, Licher Strafe 9. mses KNW gesucht. 09251 Otto, Klinikstr. 21. Ick suche ein bess.^ durchaus zuveriäss., älteres [09194 Mädchen izn 2 Perkonen), grau Senttflisrnt flohtianu Hencheldeim. reiBioaterlal in guter Qualität Kohlen Union-ßrik-ptts.Lan Tenbrahmer- Authrazit,Eiform-Briketts,Koks.Buchen- Brennholz, A nmach Holz, jedes Quantum laufend li -ferbar. BermannSauer, Gießen, Gartenslr.13 Buro n. Lager Walltorstr.36 FI., Fernr. 1154 20 bis 30 ßentner ütiiks Hk« zu verkaufen 09216 Wie fcck, Aliceftraffe 39. J, Jttmann Inh.i A. Brumlik Gießen, Bahnhofstraße 29 Suche für mein Kolonialwaren- und | Feinhostgeschäft für sofort einen jüngeren, tüchtigen Verkäufer welcher in Feinkost gelernt hat und beste Empfehlung nachweisen kann. Bewerber mit Lack- und Rundschriftkenntnissen bevorzugt Schr. Angeb, u. 09233 an den Gieh. Anz. MWe rndesWM Weizen, Gerste, Hafer usw., Häcksel. Stroh, -Herr Kleie. Welaffe, ÄattoffeltL Zwiebeln usw, Ile cre laufend tu nur guter Qualität und preiswert, waggonweise ab Mager bennann SM«, Sietzru. ßatleniir. 13 Momo taget WKgrttr, 365., Ferm 11 bl WssMisek w vermieten s09184 Babttdofttr. 12 ll. Möbl. Zimmer sofort ob. später au vermieten (09210 ffbclitrafec 9 p. neitcbme ZiAisel tu guter Lage für Bureau ober Wohnzwecke per alsbald oder 1. Januar zu oerm. Nah. s«.2«° Mevsteiusasse 8, im Laden — reckt». UÜL ÄKMk zu vermieten 08251 Rieaclviad 90 I. 8u vermieten. Näheres bei Wilk,. Weigel 17., mein- Linden, Lützelltn- bener Sir. 1. Lichcr Strafte 59, Selbständiger tüchtigem Zchremer geftNe sofort gesucht. wm Markurgkr Slr 30 Zuverlässiges Mädchen gestickt. 09230 Löberftr. 26 1. rnngsirei, abgebaut. Frau krank, iiubt iraendwelcke Ar- beit hier ob. audio. vroTag 1 -tc. Schriftl Ägq u.0llN4a.G.Anz. Junger, tüchtiger BVergksklie sucht sofort Stellung. Schr. Angeb. unter 09190 a. b. Gieh. Anz. füääehsn von 17-24 Jahren suchen SieNnuseu burch Kran Herr, Gewerbsmäßige Steltenvermnilung, Louuennr. Oll. 1.™« «t. auf 1. Htipoihek neu- erbautes 2TtÖdi*eS Wohnhaus, 3ii leihen gefndit. Bermltiler erbeten. Schrtitliche Sinne« bo e unter 00211 an den Gten. Anz. erb. Schneiderin nimmt noch Kunden an in und ander dem Hanse. Näh. tn der Geschäftsstelle beS Gieh. AnAeigers.Ett, Polster- und Tapezleracbeilen fertigt gut u. billigst Reparaturen anher dem Haufe. 61,218 Carl geb, Stzelstr. 14. Üortragsfaal der BuchtzdigUeWer Der für heute an« gesagte Bortrag O. Larsen: lethaii oer lOnfl- letlliüen WM findet erst uvs5° Mittwoch den 18. dS. MtS., nbbd. S'A Ubv statt. Die graphische Lltis- stellung wir) am fUtontan eröffnet. ^sissnde für la Autterkalk gesucht. Provision ca 100 Mk. pro Woche. Sckr. Angel' u. 19193 an d. Gteir. Anz erb. junget festiget Fahrrmd- schloffer taräi® zu vermieten. Näheres b. Müller, Vub- wigstraffe 3». t.,mh Stiitt d'0 finm unbCbaifcnremife, inmuteu der Stabt, au vermieten. Näh. Aliecttrafre >2 l Keller zu vermieten [09249 Kreuzplatt 12. | Mietgesuche Z-iKMZiMM mit Sütije <4Berf >, elektr. Licht, mögl. Zentralhm, z. L Jan. 01112—32)1011. ru mieten ges., evtl m. voll. Pens. Hotel nicht attsgefchl. Off in. PreiSanaabe unt. S.lS^Sa.Aitn.-lLrv. B. Frett«, G. in. b H., Wiesbedes „«„uz tt. I Herren Fahr rad, neu. weit unter Preis zu verkaufen. Zu erfrag, in b. Ge- schästsst.d. G. A. 03118 WM 2 P. 8., vorzüglich laufend, fast neu, wegen Einstellung der Aukentäligkeii, bKlig jü verlausen. Plockitr. 2 11. Herrenrad fast neu, 2 Anaben niäntcl für 9- und lä-jährlg. a. verkauf. Wo sagt d Geschäftsstelle beS Giesrener Anzeigers. 09221 Fast neuer melffer vreiSwert abzngeb. 21 m ftnnelbcrn 55. 51/» bis 7 Uhr nach mttiags. 1085-1D Kücken- it. SchlW z.mmer-Einrichtg., Kinderbett Tifck, Ltü lc und R'aal cesischt. Sdiristl. Stnaeboie mit Preis unter 09196 an den Gtekener Anzeiger. Gedr. 8le!d?rMvnk au kaufen ges. Schr. Ang. unter 09232 an den Gtetz. Anzeiger. ^VepZchiHsnes! Wer verschafft ober gibt Studenten iJn- riit) der wegen Mangels an Mitteln nicht mehr weiter ftub. k, eine 2 eröicnftmonl. a. Anwalt- ob. Ge- fchäftsbür. Off. u. 895 a. Hcrso, Plockstr. 5. $d»neiöedit nimmt roch .Quub- schattänt.u.aitsz dem Haufe f.Aufer igung vonDaiuen-,Kinber- (leider und Knaben ■ ehr angenehm von Geschmack, kann in vielen Füllen durch die Verbesserung des Blutes diese Beschwerden beseitigen. Preis der großen Flasche M. 4.—, l/t Flasche M. 2.25. Leo ferr Inschoko lade als feine Schokolade enthält die wirksamen Bestandteile des Leciferrins. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Ga'enus Chemische Industrie, Frankfurt a. It, SpelcherstraJe Nr. 4. Donnerstag, ten 19. November, abends 8 72 Uhr, im Hotel „l)in- denbnrg": Vortrag von Dr. Werner-Gießen über Sowjet- rutzlanb. Mitglieder u.Jrenn-' de des Vereins für das Deutschtum int Ausland sind herz- lichst einqelad. «»^1) Stadttheater Lonutag,li».Nov., 8.5lNMsll8-MN.-Vksf. von 7 b. gea Ir'A Uhr Heimliche Braiillalirt Lustspiel in 1 Vorspiel und 3 Akten von Lent. DienStaa, i7.Nov. ö.Die^sftlg-Avri.-vrss. von7'Ab. geg. 10Uhr Der Sotnltotog. Lustsmel in 3 Akten von Gust. Si'abelburn. Mittwoch, 18.Nov. Aul'.er Abvliuement v. 3'/r bis geg 0 Uhr Lustsp el in 3 Sillen von Miidi'lt. 6.NNftM6fs!-AHN.-Ärsk. von 7", bi*3 10 Uhr Bet siSele Bauet Overenc in 1 Vorspiel und 2 Ak.cn von Fall. , Allc Freitag, 20. Nv'.»., I.N^kll^MSll.-Llss. v. 7‘/o b. uadi io Uhr SSM r-itaia ober 5a l[i cas Eelien. Tchaufpiei in 3 Aus- zögen <9 Lilsein» mit einem Prolog von J-rank Wedelino Saut ettao,2 l?JZob.. von 37» bis 61/« Uhr Volks- u. Schüler- Dorstellung ikletne Preise! BieBraaim Messina Ein Tranerfviel mit Chören tu 5 Bildern von Schiller. Tonntaa.22.Nop. iTotensonntag! keine Vorstellung. Einfaches Einfamilienhaus 11 Lim., Küche, Bad n. GariewtnGieffen, für 25 000 Mk. au verkaufen. Anzahl. 8000 Mk. Schr. An geoote unter t>9234 an den Gten. Anz LXu-Z.-Hans, mit bald freim. Wohn. z. verk. 2 Z. m. Gliche schon jetzt beziehbar Schr. Ang. n. 09186 an den Gien. Anz. V5J,J Eine fast neue ßöiirfe« 8d|lfludi« I tauf.Mö r9n3änel83. Nenom Ja. erricht, noch dort eine feibsländtge ^Mrn0ö'ElkUc iücht. Herren mitLrn. Tal. u. ca.Mk.1200.—. Wohnsitz irleich. .«Mick Jahres-Verdieitst MK. 1OOOO Fachk. nicht erf. Ansfährl. Off. u. M. 100. „Jnvalibenbank^, Berlin \V. 9. | Verkaufe j Mhrisrs slvweres Arbettr- pferd als überzählig zu verkaufen. 09188 Brückmann, Birklar. Verkaufe zirei feilen schöne, angekörte, svrungfähtge Eber «veredeltes Land- schweinl 09191 Gastwirt u. Metzger Ludwig Becker tn Bersrod, Teieph.: GronewBuseck 22. Mädchen für alle Hausarbeit von 10 btö llUhr oef. Lohn 25 Mk. [1WUS «r. Sleinwea 23 l. Zuverlässiges, nicht zu junges Mi» zum 1. Dez. ober 1. Jan. 26 gesucht. Näheres 10779V rrevtt Löse 211. Wegen Berbet- ratiing meines Mädchen- 'uche ein zuverlässiges, sauberes Mädchen für bald. Nur mit guten Zeugn. wollen sich mclbett. 109223 Stau C. Skhvridl Lstanlage 38. iS^longesucho] 2leltereraedildeter anttell. Mann, in allen Bureauarb. u. auch sonst erfahren, Schreibmasch., beste Zelignisse, versiche- Hermann Süßol, Gärtnerei, Lieh. Televhon 124. Wiktmiinlkl iMilttär, hechtgraul uen, gr. schwere Quak, für 14 ML z. verk Schr. Ang. u 092Q5 an b. G Anz Leder-° mantei zu verkausett f. Autofahrer u. dubvleute Ebelttratze I8vtr. Fast neuer 09^Ä Gedrock-Anzng, mittlere Jigur. und IDlantel vreisw. zu verkaufen Ludwtastr. 31 II. 5pezia!-Damen-8rister-Salon Plockstr. 7 Henle! Tel. 1278 Hanö l. Ranges WafsttNkflci!, Ionita, Bobeokoüf- schneiden. Feisnr mit la Lndnlotion 1« dis UTHtHnlidorkeitl Mark Gröberes Gefchäft der vebensmittel- branche sucht per sofort kräftiges ttiMftn NrucS 09245 Wselsnnne prei^w. au verlauf Zu erfrag, in b. Ge- schnftsst b. G. Anz . i Lanekbreniier 1 Rnndofen 1 cm. Kiichctlbcrd zu verkaufen. 00231 H. Schön, Marbtirger Straffe. 1 elektrische Heizsonne 2 irische, 1 amerik. Ofen nut erhalt, zu verk. Näh. t.d.GefchäftSst. de-^ Gten.Änzeiaers. Zwei Qiünieibenc Sesssi (Slubform) zu verk. Zu erfrag. L d. Ge- fchäftöst. d. G. A. "»u» Eine fast neue ■piSB Flöte pre-Swert au verk. ^aiierallee 28 I. Alle SeerknWrMk u. WW | Vermietungen i 8.u.4-L-Vstz«.iNeit- bau)m Zeniralh. zu uennleten. Nah. Crednsrstr. 16 1 Z-3-ZiiMki'- WshMiig evtl, auch einzeln, in JUein-Viiibcn u ’ Al?! ci,,lldJe& ;»S iHLL^Uniiet. -HvpGk neu, »es Mi-ez nbaus, * MU niultt erbeieu. bunlidjt Ange, £»03211 all An,, ttb, chneiderin-' 1,1 notb Kunden ’?• •’iäb. n der MSftelle dZ s_An,etaerS.^, WmM Mkmbtikn w out U. billigst Statuten anker dem Hause. Mjwiy. 'traWstzer hhdlg.Mer er für beuteV 'gie Borirog ). Larsen.' wm» WM! fintet er« Mmtz 18. bd. 9)113., $.8VJIf)ti!a:t. jrapbiftbc Su5' mo nur) aui ;an evömtet twrstaa, len 9. llovembcr, tnbs 8V3 Wt i Hotel „Hindenburg": trtrcg von Dr. lernet: 6W über Sowjet« -Band. Wieder B«un' ieö Lcren's lut ,§ ^tnfdiium im «Sinn» «U M elnaelad-__" tadftheater anntna-iö'^r n 7 b. fiep® Mk»A 1Cl iiNd -5 *W,'B von Lein. ZM '"JSÄ*9, onGU'u» -p|h 8J&S k#6. *&U- «Wtffouw sgfc ’rÄÄ.M 'Ml-B K e>Ledel'"° »SA An T< Aldern Aören^ivcl- von zz.sNov. Konn>^nn'lüii llr. 268 Zweites Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. November 1925. Die Bekanntgabe der Wahlresultale erfolgt morgen abend durch Aushang an den Fenstern unserer Geschäftsstelle. Ein um« fangreicher Wahldienst wird uns zu schnellmög- lichster Berichterstattung befähigen. Wir hoffen, die ersten Deilresultate aus dem Kreise Gießen gegen 6V2 41 hr herausbcingen zu können. Winke für die Wahl. ES kommen nur amtlich herge st eilte Stimmzettel zur Verwendung, in die der Wähler, tote bei den früheren Wahlen, den vorgeschlagenen Anwärter kennzeichnet, dem er feine Stimme geben will. Die Stimmzettel tragen den Aufdruck »Wahl der Stadtverordneten" oder /Dahl der Kreistagsmitglieder" oder »Wahl der Provinzialtagsmilglieder". Sie enthalten nutzer den zugelassenen Wahlvorschlägen mit ihren Renntoorten die Namen der ersten vier Bewerber. Alle drei Stimmzettel kommen in einen nit dem Dienstsiegel des Oberbürgermeisters versehenen Wahlumschlag. Die Wahlzeit dauert in Giehen von 9 4Ihr oonnittaas bis 6 41hr nachmittags: sie darf nicht vor 9 Tlhr beginnen und nicht nach 6 41hr enden. 3n manchen Orten des Kreises Gießen wird nur bis 5 4lhr gewählt. 41m 6 41hr nachmittags darf nur noch zur Dahl zugelassen werden, wer beim sechsten Glok- ckenschlag im Wahllokal anwesend ist. Nachdem liefe gewählt haben, ist die Abstimmung ge- Ichlossen. Bon diesem Zeitpunkt ab dürfen Stimm, settel und Wahlumschläge nicht mehr ausgegeben Derben. Die Stimmabgabe erfolgt durch ein Kreuz, sinter streichen oder in sonst erkennbarer Weise Lei d e m Wahlvorschlag. dein man seine Stimme geben will. Es wäre also ein Stimmzettel auch Bann gültig, wenn nutzer dem gewählten alle anderen Wahlvorschläge gestrichen sind. Dagegen wäre ein völlig durchstrichener Stimmzettel ungültig, da sich der Wille des Abstimmenden richt unzweifelhaft erkennen läht. Desgleichen ffind zerrissene Stimmzettel ungültig, ebenso solche, En denen in den Wahlvorschlägen Aenderungen tn den Aamensaufdrucken vorgenommen sind. Die Listen müssen also s 0 gewählt werden, wie sie trorfiegen, wenn man auch den einen oder anderen Bewerber nicht wählen mochte. Leichte Deschä- Digungeu berühren die Gültigkeit des Stimmzettels nicht. Die Kennzeichnung darf aber nicht derart sein, datz der Stimmzettel als „mit Vermerken oder Dorbehalten versehen" anzusehen ist, sonst ist er ungültig. Konfesfionsftatistik der Stabt Gietzen. Die Zahl der Einwohner der Stadt Gietzen betrug nach der Volkszählung vom 16. 3uni d. 3. im ganzen 33 590. Bet dieser und den im Rach- fvlgenden mitgeteilten Zahlen handelt es sich um die Wohn bevölkerung, nicht um die orts- anwesende Bevölkerung. Hiervon sind evange- l,!ch 28 526, darunter 474 Militärpersonen, katholisch 3314, darunter 117 Militärpersonen, jüdisch l "17. Sonstige Christen gibt es tn Gietzen 443, . darunter 4 Militärpersonen. 41nter diesen son- ftigen Christen befinde nstch 15 Adventisten, 10 Lltlutheraner, 16 Altkatholiken, 69 Apostolisch- Katholische, 43 Baptisten, 38 christltche Dissidenten, 8 Griechisch-Orthodoxe, 2 Mennoniten, 10 TAethodisten, 208 Aeu-Apostolische, 2, die such birzweg als »Orthodoxe" bezeichnen. Zu den j Taufgesinnten, zur evangelischen Brüdergemeinde i^errnhuter Brüdergemeinde) und zu den Dar- b-iften rechnet sich je eine Person. Eine Person b-ezeichnet sich als evangelisch-katholtsch, 4 gehören einer Freikirche an, 11 einer freien evan- aelischen Gemeinde, 3 der Gemeinschaft christlich Getaufter. Ihrer Religion nach sind außer» dem 2 Buddhisten, 8 Christen ohne besondere Benennung, 25 Dissidenten ohne besondere Dell ennung, 14 Freidenker, 69 Freireligiöse, 3 Heiden, 26 Konfessionslose, 7 Mohammedaner, 6 Areidissidenten. Zur ethischen Gesellschaft und tim theosophischen Derein rechnet sich je eine Gerson. Keiner religiösen Gemeinschaft gehören , Z«4 an, unbekannt ist die Religion in drei Fällen, in 19 Fällen ist eine Angabe über das Religions- ön-kenntnis nicht gemacht worden, ausdrücklich als religionslos bezeichnen sich 32. Man sieht hier- a-a8, datz in Giehen so ziemlich alle in Europa verkommenden Religionsformen vertreten sind. Gicßcner Wochenmarktpreise. am 14. November (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 210—220, Matte 40, Kose 70, Wirsind 8, Wreißkraut 3—4, Rotkraut 10, gelbe Rüben 10, rete Rüben 10, Spinat 20, Unter-Kohlrabi 6, Grünkohl 40, Feldsalat 100, Zwiebeln 12, Meerretich 30 b:ii 100, Schwarzwurzeln 50, Kürbis 6, Kartoffeln 34—4, Aepfel 15—20, Birnen 25—35, junge Hahnen l!20, Suppenhühner 120, Gänse 100—120, Nüsse 5»n—60 Pf. je Pfund: Eier 18, Blumenkohl 20 bis l"0, Endivien 10—20, Ober-Kohlrabi 5, Lauch 5 b i, 10, Rettich 10—20, Sellerie 10—40 Pf. je Stück. L. 41. älniversitäts-Gottesdienst. 25m Sonntag, 15. Rovember, Dorrn. lll/< 4lhr, fändet in der Reuen Aula ein 41niversitäts- Dottesdienst statt, zu dem die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat i:rch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Or. Riebergall aus Marburg. •• Die Gewerbe- und Maschinen- b i u s ch u l e hat ihr Wintersemester mit 386 Schülern am 1. Rovember begonnen. Diese verteilen sich wie folgt: Maschtnenbauschule 152, Bmabteilung 128, Schreinerfachschule, Malerklasse 3ä, Heereshandwerkerschule 23. Schuhmacherfach- 'lHule 19 Schüler. Diese Schülerzahl wird noch vermehrt durch die Teilnehmer an den zahlreichen Ltrsen (z. D. Schornsteinfeger, Elettriker, Ma- schinenschlcsser, Dorbereitungskurse für die Mei- Ärrprüfung usw.). Die der Anstalt angegliederte Mverblich« Fortbildungsschule hat zur Zeit 832 Müler. Für den Unterricht in all diesen Ab- i^tungen stehen folgende Räume zur Verfügung: 9 Säle int Gewerbehaus, 1 Saal in der Alten Mnik, 1 Schulbaracke, 1 Saal im Kaufmännischen Sereinshaus. 41m diese große Schülerzahl nur Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, (s. November (925 Außenpolitische Umschau. Von Prof. Dr. Otto Während die europäische Auseinandersetzung um Locarno noch auf halben Wege steht, drängen wichttge außereuropäische Vorgänge an die Kabinette von London und Paris heran, hemmend. durchkreuzend und ablenkend. Wer die Schwierigkeiten Frankreichs in Syrien, die durch die Beschießung von Damaskus hervorgerufen worden sind, ansieht, wer die innere Krise Frankreichs und die Kabinettskrise Painleves heranzieht, wer sieht, wie die 91b - sehung dec Dynastie und 41mwälzung in Persien am 1. Rovember Schatten von großen Spannungen in Asien zwischen England und Rußland vorauswirft, wer sieht, wie auf der Pekinger Zollkonferenz England nahezu isoliert, jedenfalls im Gegensatz zu Amerika steht, für den wäre doch der Schluß nur logisch, daß nun die Kabinette von London und Paris aUes täten, um die europäische Ordnung her- zustellen und um Deutschland mit einer großen Handbewegung, mit einem großen Zuge den Anschluß an Locarno zu ermöglichen. 3n Worten wird dieserhalb ja einiges getan. Weniger in F r a n k r e i ch, wo der Franken- stürz (int Verhältnis zum Pfund heute über 120), der Sanierungsplan und die Regierungs- krise die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, und wo daher die Regierungserklärung Painleves nur allgemeine Fragen brachte. Dagegen wird in England in Wort und Schrift viel von Locarno gesprochen und gehofft, und man findet für Deutschland, sogar für den früher als Militaristenhaupt bekämpften Reichspräsidenten von Hindenburg die freundlichsten Worte. Wir haben gewiß Verständnis für eine Szene auf traditionellem Hintergrund, wie sie sich am 29. 10. bei dem berühmten Guildhall-Bankett zwischen Chamberlain und dem deutschen Botschafter ab- spielte. Wir glauben auch, daß es dem sehr nüchternen und schwunglosen Chamberlain durchaus ernst war, daß er mit dem deutschen Botschafter aus demselben „loving cup", dem historischen „Liebesbech?r" getrunken habe. Aber wesentlicher dafür, daß etwas zustande kommt, wäre doch gewesen, daß sowohl Chamberlains wie Baldwins Rede weniger farblos gewesen wären, datz sie bestimmter und konkreter sich zu dem geäußert hätten, was Deutschland an Einwänden und Bedenken gegen das Dertragswerk selbst hat, und daß der Geist von Locarno tatsächlich in den nächstliegenden Fragen. in den Rückwirkungen, eine Auswirkung verlangt. Statt dessen tut man, als gäbe es Schwierigkeiten gegen Locarno in Deutschland überhaupt nicht. Man rüstet schon die Feier des 1- Dezember. Der König will zu einem großen Bankett einladen, und man rechnet mit absoluter Sicherheit damit, datz der Vertrag zustande kommt, ohne sich irgendwie zu fragen, ob die deutsche Seite davon auch wirklich etwas Konkretes habe. Den englischen Reden soll nächste Woche eine solche D r i a n d s folgen, der bisher merkwürdig lange still gewesen ist, obwohl Hoetzsch, M.d.R. man doch schon in der letzten Debatte der Kammer Erllärungen von ihm erwartet hatte. Wir sprachen von Syrien. Persien, China. Mit seinen Angelegenheiten auf das stärkste beschäftigt, achtet Europa wenig auf das, was da vorgeht. Wir legen dabei nicht fo sehr Wert darauf, datz eine allgemeine Erregung der orientalischen Welt oder der islamischen Welt unzweifelhaft vorhanden ist. Das ist in der Agitation ganz schön, das bedeutet aber in der Praxis nicht allzuviel. 41nd die gesamtislamische Bewegung wird weder das englische Weltreich noch die französische Kolonialherrschaft Umstürzen. Zmmerhin: Das ist wohl deutlich, datz von Ma- rollo bis Korea Probleme wachgeworden sind, die der alte europäische Kolonialimperialismus nicht vollständig und auf die Dauer wird meistern können. Man hat das Gefühl, datz das Zeitalter^ dieses Imperialismus zu Ende geht und allmählich, aber sicher die großen Rachwirkungen des Weltkrieges, für den gerade die Deutschland feindlichen Mächte alle die Kräfte der Tiefe aufgewühlt haben, sich dort in Asien gefährlich bemerkbar machen. Aber das ist mehr Andeutung und Kombination. Dagegen ist eö keine Andeutung und keine Kombination, datz alles dies zuungunsten von England und zugunsten von Rußland geht. Cs ist nun einmal so, datz Rußland der gegebene Verbündete ist für alles, was sich in Asien frei machen will, und Rußland braucht sich mit seiner Agitation in Asien nicht übermäßig anzustrengen. So ist es das Interesse Sowjetrußlands, diese Bewegungen nicht einschlafen, sondern sich auslaufen zu lassen, aber ohne daß Rußland selbst zu großen kriegerischen Aktionen dazu gezwungen wird. In der gleichen Richtung geht sein Interesse nach Westen; und während die Moskauer Presse noch in der bekannten Weise gegen Deutschlands Anschluß an Locarno und gegen Deutschlands Eintritt in eine „antirufsische Front" schreibt, deutet sich mancherlei schon an, das auf eine Schwenkung, mindestens darauf schließen läßt, daß Rußland, wenn Locarno zustande kommt, sich eben auch darauf einrichtet. Fühler werden ausgestreckt nach Frankreich, Andeutungen werden laut aus Tschitscherins und Rakowskis Munde, die auf eine solche Schwenkung schließen lassen, und die deutsche Politik hat allen Grund, sich auf das Genaueste zu überlegen, wie sie sich dazu stellt. Mit der Redensart, daß Deutschland zwischen Westen und Osten liege, ist dies Problem wahrhaftig nicht gelöst. Wer in Deutschland Locarno heute will, muß sich klarmachen, daß damit das bisherige deutsch-russische Berhättnis auf eine sehr harte Probe gestellt wird. Er muß sich weiter klarmachen, daß platonische Der. sicherungen, Deutschland wolle gleichwohl seine guten Beziehungen zu Rußland weiterpflegen, nicht aus- reichen, sondern daß Locarno und Rapallo zusammen, wenn wir das so in Schlagworten ausdrücken dürfen, eine deutsche Außenpolitik und Diplomatton notwendig machen von einer Sicherheit, einer liebet: sicht, einer Geschicklichkeit und lang anhaltendem geduldigen Zielbewußtsein, wie wir sie in den letzten 3ö Jahrzehnten nicht erlebt haben. einigermaßen unterbringen zu können, und um nicht noch mehr Schüler abzuweisen, mußte ein Konfirmandensaal und ein Saal in einer Wirtschaft^ b(uu gemietet werden. Es wäre unbedingt zu wünschen, daß die 41nterbringung aller Klassen tn einem Gebäude endlich durch die Erstellung des Reubaues ermöglicht würde. • • Die Sendeverfuche des Gießener Dersuchssenders sind bereits in 30 Kilometer Entfernung von Gießen gehört worden. Die nächsten Versuche finden statt Sonntag. 15. Nov., vorm. 11 bis 12 und nachm. 3 bis 4 41hr, voraussichtlich auf Welle 450 m. Alle Hörer werden gebeten, Mittellungen über die Art des Empfanges, Lautstärke, Enrpfangsapparatur usw. an den Dersuchssender Gießen, Stephan- straße 24, Fernsp. 1396 gelangen zu lassen. Besonders erwünscht sind kritische Bemerkungen mit genauer Zeitangabe über die Güte der ileber- tragung, Störungen u. a. m. Die Versuche dienen rein wissenschaftlichen Zwecken und wollen in feiner Weise den Rundfunk ersehen oder beeinträchtigen. Wo Störungen in dem Empfang anderer Sender durch den Gießener Deiiuchs- fertber trotzdem Vorkommen, werden besonders genaue Angaben erbeten. " Der Winter im Gebirge. Dom Hoherodskopf wird uns heute früh gemeldet, daß die Schneedecke gleichmäßig und gut und 10 Zentimeter hoch ist. Schi- und Rodelbahn besteht noch nicht. Die Temperatur betrug heute früh 4 Grad Minus. Aus der Rhön wird uns gemeldet: Schneehöhe 10 Zentimeter, lockere Schneedecke, gutes Sch'.gelände, Wasserkuppe 5 Grad, Gersfeld 3 Grad unter Rull. • • Zur Abgabe einer Vermögenssteuer e r k l ä r u na für 1 925 fordern die Finanzämter in unserem heutigen Anzeigenteil auf. • • Teuerungszulage für die Del e- ranen. Kriegsteilnehmer aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870—71, die Veteranenbeihilfe ab 1. April 1925 erhielten, bekommen mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 eine Teuerungszulage von 45 Mark. Die Zahlung wird, wie der Reichs - bund der Kriegsbeschädigten mitteilt, in sechs Baten von je 7,50 Mark erfolgen. 41nzutreffend swd die Meldungen, datz diese Teuerungszulage auch den Kriegsbeschädigten aus dem Weltkriege, die Renten nach dem Reichsversorgungsgesetz beziehen, zugute kommt. Bornotizeu. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 15. Rovember, geht das feine und geistvoll aufgebaute Lustspiel »Heimliche Drautfahrt" von Leo Lenz in Szene. Das Werk zeichnet sich durch erquickenden Humor, eine reizvolle Handlung und graziös gearbeiteten Dialog aus. Herr V 01 ck, der die Spielleitung hat. hat das Werk sorgfältig einstudiert. 3n den Hauptrollen sind beschäftigt Fräulein Krahmer und die Herren Hanke. Goll, Da st 6 und Geffers. — Der Goethe-Bund veranstaltet am Sonntag und Montag ein Tanzgastfpiel der Tanzkünstlerin 3rmgard Schütte aus Bremen. Den Räumlichkeiten des Kausm. Dereinshauses ist eine der Veranstaltung entsprechende Gestaltung gegeben worden. Es durfte ein genußreicher Abend zu erwarten fein. (Siehe heutige Anzeige.) — Sängerkranz Gießen. Sonntag, 22. Rovember, nachmittags 5 41hr, in der Reuen 2Iula der 41niversität Konzert. Man beachte die heutige Anzeige. — Vortragsverlegung. Der für heute. Samstag, angekündigte Vortrag O. Larsen über „Die Entstehung einer Graphik" mußte besonderer 41mstände halber auf Mittwoch verschoben werden. (Näheres siehe Anzeige.) Oberhessen. c. ru. X Klein-Linden, 13. Noo. Der hier bestehende F r a u e n d c r e i n Hot in den letzten Jahren an Mitgliedern bedeutend zugenommen. Er bält seit voriger Woche im Saale der Kleinkinder- schule wieder regelmäßig Dereinsadende ab. Durch freiwillige und regelmäßige Betträge ist es mit Hilfe dieses Vereins gelungen, unsere Krankenft a t i 0 n und die K1 e i n k i n d e r f ch u l e wäh- rend der letzten schweren Jahre durchzuhalten. Die aufopfernde Tätigkeit der beiden Scywestern wird hier allgemein anerkannt. • Grohen-Buseck, 13. Rov. Nachdem schon früher verschiedentlich Vorschläge gemacht worden sind, auch hier ein Denkmal für d ie Gefallenen zu errichten, hat man jetzt Oie ersten Schritte dazu getan. Architekt Schmidt in Gießen wurde vor einiger Zeit beauftragt, Entwürfe zu liefern. Da er von hier stammt und mit den in Betracht kommenden Oertlich- keiten vertraut ist, ist anzunehmeir. daß er seiner Heimatgemeinde Wohl ein würdiges Ehrenmal schenken wird. AIS Platz war anfänglich die Umgebung der Kirche, eine der ältesten und schönsten des Dufecker Tals, in Aussicht genommen. Da sich aber hier bereits das Denkmal von 1870/71 befindet, neigt man neuerdings mehr dazu, das Denkmal auf dem Höch st gelegenen Teil des Friedhofes, der das ganze Tal beherrscht, in Form einer architektonischen Anlage mit figürlichem Schmuck auszuführen. bs. Aus dem Lumdatal, 13. Rov. Durch bie 41ngunft der Witterung ist das Saatgut der Winterfrucht qualitativ nicht auf der Höhe. Trotz Beizens mtt den neuzeitlichen Beizmitteln läßt der Saatenstand an sehr vielen Stellen zu wünschen übrig. 3n besonders feuchten Gemarkungen haben stellenweise die Schnecken — zwar nicht so stark als im Vorjahr — ganze Aecker abgefressen, fo daß ein nochmaliges Ein- fäen notwendig war. — 'Durch die andauernden Niederschläge der letzten Wochen, ganz besonders aber im Dorherbst, zeigt die Lumda ununterbrochen hohen Wasserstand, so daß der Fluß streckenweise große Wiesenflächen überschwemmt hat. Das Grummetgras schaut heute noch ungeerntet aus dem Wasser heraus. ~ Aodheim a. d. Horloff, 13. Nov. Zur Gemeinderatswahl hatte man sich auf eine gemeinsame Liste geeinigt. Es brauchte demnach eine Wahlhandlung nicht stattzufinoen. Gewählt sind vier Vertreter der Bauernschaft und drei Vertreter der Arbetterschast. Da Bürgermeister und Beigeordneter der Bauernschaft angehören, entspricht die Verteilung der Ratssthe bem Zahlenverhäftnis der beiden Stände: 2:1. Bei diesen Wahlen wird immer deutlicher, daß die Listenwahl ein völlig städtisches Gewä ch s ist, das für die städtische Mal enp'yche berechnet ist, aber der andersartigen Psyche deS Landmanns in keiner Weife Rechnung trägt. Nrcitz Kriedberg. t Friedberg, 13. Nov. Am 27. November veranstaltet der Hochschulring eine große Kundgebung gegen das Schanddiktat von Versailles. Professor Dreher spricht über „Die Totengräber Europas als Verfechter der Krieasschuldlüge". Das in Versailles hinter verschlossenen Türen ohne Verhör zu endlosem Frondienst verurteilte deutsche Volk fordert zwecks Erlangung menschenwürdiger Lebensbedingungen Wiederaufnahme des Prozesses, öffentliche Verhandlung vor neutralen Richtern und Revision des Fehlspruchcs gemäß dem allein gültigen, Sieger wie Besiegte bindenden Vorvertrag vom 5. November 1918. 4 Bad - N cmh cim , 13. Nov. Für die Stadtverordnetenwahl liegen hier c l f Wahlvorschläge vor. Auf die'en stehen 90 Bewerber um da3 Stadtverordneten amt, von denen nach neuester amtlicher Verfügung aber nur 21 gewählt werden können. Sine ganze Reihe von Listen werden Mühe haben, auch nur einen Sih zu erlangen. Unter den 90 Kandidaten befinden sich 24 Gewerbetreibende, 11 Gastwirte und Hoteliers, 10 Beamte, 4 Lehrpersonen. 20 Arbeiter und Angestellte, 3 Landwirte, 9 Vertreter des Einzelhandels, 5 Aerzte, 4 freie Berufe. Don den seitherigen 24 Stadtverordneten befinden sich 18 wieder unter den Bewerbern, größtenteils mit Aussicht auf Erfolg. Bon den seitherigen Stadtverordneten erscheinen nicht mehr wieder Dr. med. Haeberlin (Dtsch. Dpt.). Kaufmann Hrch. F. Genzel (Dtsch. Dpt.), Schlossermeister W. Salzmann (Handwerker- bund), Stadtrechner Ph. Stamm (Unpolitisch), Oberingenieur O. 3übeII (Privatangestellte), Buchhalterin Lina Muth (Privatangestellte). Bei der Wahl in 1922 .a en neun W Herr ®e|tc 1 amt mit Pred. j Ext: Eta Alle. Hauses vollendet ist, haben die Handwerksleute begonnen, auch den andern Teil auszubauen. Würfel Nur 4 Pfennig kostet MAGGI Acntung auf den Namen MAGGI und die gelü-rote Packung] lostsc des Gesell! fchaft „3u t niujiuii»1'11 Uns Im li 3» [fattfrieni" 5emben Hemden Sportfl, FlvM Bttthal Nessel. Unte Bettr H, 16 Bet Rltibeti Hai Gi Einfach in kochendem Wasser aufgelöst, ergibt der Würfel kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art, Aach Fertigstellung wird Wohngelegenheit vorhanden sein für drei Lehrerfamilien, eine Lehrerin und für die in unferm Ort stationierte Krankenschwester. Wahrscheinlich Eintritts 5d)üUT,^ lagsbuchh wird auch noch einem Lehrer der Fortbildungs" schule Wohnuirg bereitgestellt werden können. Starkenburg. 6hmbe 6t£ i |ür Do/äb.lbung: zöfijcher Dichter der Sr. Herbert Rranj. fischen Dichtern der rtrazSüdmd Ludloig Avotbcken amtMt.25 loch tkllfonrnw«. er, PlockiirM. "tr.12-Oegr.1676 etung iber alle Erdteile iten strumente N Elektr.Maschinen und Apparate f.d. Haushalt Kaffeemaschinen Teekocher H elßwasse rap parate Bügeleisen Tauchsieder Haartrockner Massageapparate Nach vollendetem Umbau Sanitäre Apparate Wasch-, Bade- und Toil.-Einrichtungen Bidets Heizungen aller Systeme lade ich meine verehrlichen Kunden sowie alle Interessenten zum Besuche meiner neuen Ausstellungsräume höflichst ein. Rudolf Rödiger,Gießen Fernsprecher 1397 Walltorstraße 35 Gegründet 1893 Gasapparate 10871a Gasherde Gasbacköfen Gasheizöfen Gasbadeöfen Gasautomaten Beleuchtungskörper in Gas und Elektrisch Eigene Seidenschirm- Fabrikation Sämtliche Zutaten z. Selbstanfertigen v. Seidenschirmen, wie Drahtgestelle, Seide, Rüsche, Kordel usw. Elektro-Motoren . Sämtliche Maschinen für Landwirtschaft und Gewerbe. Rohölmotoren. Fachmännische Beratung und Kostenanschläge unverbindlich Gesellschaft für Erd- und Vöhermde IIIIJIIIIIIimilllllllllllllillHIIIIIIIIIIIIIIIIII!llllllllllll!llllllllllllllllllllllllllllllllllll Donnerstag, den 19. November 1925, abends 8'/. Uhr in der Neuen Aula der UnlverfilSr: Lichtbilder-Vortrag Herr Generalmafor a. D. Prof. ft. Haushofer, München „Ons japanische Seich io Mor, Polilih und Mrlschah“ Eintritt f.Mitqlieder frei, Nichtmitglieder M. 1. -, Studenten, Schüler, ^Militär M. -.50. Karten im Vorverkauf bei Ver- lagsbuchhändler Dr. Töpelmann, Südanlage 4 und an der Abendkasse. 10395D Die Verlobung unserer ältesten Tochter Trude mit Herrn Studienassessor Ludwig Betz beehren wir uns hiermit anzuzeigen Eisenbahnbauiuspektor W. Dietor und FrauEmma geb.Türck Trude Metor Ludwig Betz Studienassessor Derlobie Gießen, Frankfurter Str. 28 I. November 1925 Worms a. Rh. Klein-Linden, 3u dem am Sonntag, dem 15. November, stattfindenden 09215 Winterfest des Gesellschaftsvereins „Burgundia" in der Wirt- Ichaft „3ur Deutschen Eiche" ladet freundlich ein Der Vorstand. Tanz. — Anfang 4 Uhr. Und schaltet wehe Im häuslichen Kreise . . . Dazu gehört auch, da& man sich Blusen, Kleider, Strümpfe und dergleichen im Hause selbst färbt. Mit Heitmann*» Farben geht dos mühelos, ohne Kochen und erspart Geld. Achten auf Marke „Fuchekopf Im Stern“« Extra preiswertes Angebot1, Hemdentuch 125, 110, 95, 70 Pf. Hemdenslanell 145, 135,88,76 Pf. Sportflanell . . 145, 120, 80 Pf. Flockköper 150, 128, 115, 95 Pf. Bettkattun 175, 105, 95, 75 Pf. Nessel...... 95, 80, 65, 58 Pf. Unterrockstosfe, Blusenflanelle Bettuchbiber — Haustuch Halbleinen, Bettdamast 160, 130, 100 cm breit Bettkolter, Unterzeuge Kleider», Blusen- und Mantelstoffe Samt ,0900a Etagengeschäft Sonneborn AlicestraOe 11 (neben dem Hess. Hof). nachNord-Amerika u. Canada, Hamburg* New York ca. wöchentl. Abfahrten. Gemeinsam. Dienst mit United American Lines nach SUd-Amerika (Brasilien, Argentinien, Westküste), Cuba-Me* xico, Westindien, Afrika, Ostasien usw. in Verbindung mit anderen Linien Billige Beförderung, vorzügliche Verpflegung. AuikOefle and DfiekwcNw Sbw Fehrprtlw eed 8«f4rdtme»"8()l|e*koH der* MAMBURG-AMERIKA LINIE HAMBURG Altterdeawi 25 ued deren V«rtr«W en ertea irWeree HAtzen. lr Gießen S ALLY LOEB Bahnhofstraße 52a Bibliolhet- schrank m Elche, gebeizt, 3.2 > m lang, 1.90 rn hoch, evtl mit pas- ienöem Schreib- tiich und em Herrenzimmer mit 2 : m - Cdjranf, Aum rZabrtkvteis zu verkaufen. Besichtigung jederzeu, auch sonntags möglich. öeßicret MelnerküMA (S. m. b. V. Wetzlar (ttflbn) Langgasse 54. ) FRAU cmvfiehlt sich im Waschen Schrtkti. Angcb. mit 09207an b. Glich Anz. Student erteilt MllW in allen Fächern der Oberrealfchule, besonders in Ehemte, Physik. Englisch, entzi. Handelskorrespondenz und Konversation. Schriftl. Angebote u. 09199 an den Vieh. An,. Perfekte Schneiderin nimmt noch Kunden an in und fluhcr dem Hause Schrt"l Ang. unter 09208 an ten Mekener Anzeiger Zliclerin empfiehlt fich. Nab. Schilterstr. 32. Suche füreinenLekannlen, 35 Jahre alt, in nuten Verhältnissen lebend, Fräulein oder Witwe, ivenu auch ohne Vermög. Schr. Ann. u. 09118 an den Giefi. Anz. Wünsche mir aus diesem Wege einen einfachen, charaktervollen Lebensgefährten in sicherer Stellung tm Alter bis 3*> I. Schr. Ang. il 09212 an den Gtefi. Anz. »®®ee«®e. Elegante Glockenmäntel mit Pelzkragen von Mk. 60.- an bis zu den eleg. Modellen Die Ateliers der Gietzener Fachphotographen {ins ob soantfleeu MAüsUWk« geöHaet im Winterhalbjahr von oormil ags 10 bis nachmittags 3 Uhr, an den letzten 4 Sonntagen vor Weihnachien bis abends 7 Uhr. Aufträge für Weihnachten baldigst erbeten. MriiUwi öifBeaet zsöiBhsivglWhkB gesucht. Hobe Provision. Zugkräftiges Neklamernatertal. Vorzustellen nm Montag zwischen 2 u. 4 Uhr imEtsendabn-Hotel. REISEDAME für neuartige letchiveikäufliche P”M Mänteln Serie 1 Mk.10.» Serie II Mk. 29.60 Serielll Mk. 39.60 Fränkel Seltersweg 52 Fsusnahme- Angebot in Herbst- und Winter- 3-400M. B.ES5 ItloBINDt LiCHTSPIELHAUS Sahnhofstraße Nur noch heute und morgen: Götz vos. JB er Ilching’en Schansplel in 1 Vorspiel und 6 Akten Nach Goethe und historischen Motiven. Ein herrliches Film werk aus Deutschlands reicher Vergangenheit. Mit Albert Stein rück, Eduard von Winterstein. Eueren Klöpfer, Paul Hartmann, Theodor Loos, Lucie Höflich, Grete JReinwald, Gertrud Welker, Erna Morena u. a. Dazu: 10885c Fix uns Fax in einer iolien Groteske In 2 Akten ASTORIA-UCHTSPIELE Xqr noch heute und morsen daw gruile Moppei Programm: Die Karawane Die deutsche Auswanderung nach Amerika 10 Akte Ferner: Flammende Herzen Schwedischer Kunstfilm in 4 Akten. Packende Bilder aus den Kämpfen im Sudan Ihre Verlobung geben bekannt Gretchen Kratz Ernst Fiedler Grohen-Buseck, den 14. November 1925 (Spihmvhle) Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Ria Meyer i Gerd Bauder Oblt. a. D. t A | Oldenburg November 1925 Stuttgart 1 092481 Ihre Vermählung geben bekannt r Friedrich Erb i VermessungS'Oberassistent | Emilie Erb geb. Münch Gießen Harbach t Ederstr. 7 t 14. November 1925 t Statt ft arten Wilhelm Lenz Luise Lenz geb. Koch Vermählte Gießen 15. November 1925 Waldgirmes f 092471 I Für die überaus zahlreichen Glückwünsche, | Ehrungen und Blumenspenden zu unserem gol- | denen Hochzeitsseste sagen wir auf diesem I Wege herzlichsten Dank I Rektor i. R. Knautz und Frau Gießen, 13. November 1925. O9Q5S | SzÄreln Sonntag, den 15. November 1925, nachmittags 5 Uhr, in der Universitäts-Aula Zweites Konzert öas Amar-Quartett Casella: Concerto f. Streichquartett — Reger op. 141 B Streichtrio. — Mozart Quartett Es-Dur (Köchel 428). Eintrittskarten Mk. 5.—, 4.—, 3 — und 2.— einschL Steuer bei Ernst Challier (Fernruf 671) und abends an der Kasse. Studenten karten Mk. 1— beim Hausverwalter der Universität. 1M“c 1. Gießener Billard-Club Samstag, den 14. November 1925 Degimi der II. M-Ittpiele Clubheim: Caf6 Amend Leitung: Billardmeister L. Hau bl iomcd Freunde de« Billardsportes willkommen! Extra billigeTage! D Th. Brück 10807c Kolter 10828a r> .. i • n IWefföeutfiher suieweröanü e. B. rx K fYQP l/pn H rF ■ II O KQtl Sonntag, 8. Nov. d. I, nachtn. 2.30 Ubr, öangerKranz vJicocn •~ssss“"' Germinia08-Mirburi Der CviklauSschuh. 0!>165 Konzerthaus Altes Schloß H. Rusch Kanzleiberg 5 abends: 8V, 10 lMMWWill fit Blontag, 16. nooemüer 1915 Uhr und andere geehrte Künstler. 10845V abends: Filmvorführung. „ Schluß. öMöen-EiBöei 10808c D iu Telephon 24 Telephon 24 Karten im Vorverkauf ab Mittwoch, 19. Nov., bei E. Challier, Musikalienhandlung. Preise der Plätze: 4 Mk., 3 Mk. und 2 Mk., Hauptprobe: 1 Mk. vorm.: nachm: Giessen Brandplatz (Altes Schloss) 10 Uhr 12 — 1 „ 1 , 3 „ 4 , 10 12—1 1 3 4 gebracht, ei Stabloe; .hier ist gegi die Mittetsta durchweg ni Wähterichajl der tommui Warnen ihn enthält. Die vorragenden zur Wiederc Ms sichere, von deren 2 arbeit im $ traft bei de paar neuen werber auf nächst nichle Weihe von 2 teilen, ob bt andere, ganz erheischt em Metsiandsv um Ltadtvei llrdjiteit 'jt Tuncha'Ievei gejagt; wir eingehend d rungen unk red)iigteil a daß ein am alten, b.l). ii ebenso von i schon erhoben mehrloch. Ine MMMlMWsMWf Täglich Konzert ab 6 Ubr abends, Sonntags ab 4 Ubr. cm Stimm«« gskapelle. gesunden hat. eine ocitoerb anbererfeits o man unserem hin keine fch' bisher noch i patteipolitifd dch das am nicht etwa si eingetragen Grundlage auch im kleine Tatsach! juckt sind, d verordneten daß Einreihig und zweireihig, aas Eskimo- und auch Marengostoffen, mit und ohne Samtkragen, das ist das Bekleidungsstück für das reifere Alter, weil es immer in der Mode bleibt 88.00, 78.00, 66.00, 48.00 gegen V. f. Hießen Borin. 10.30 Uhr Derbands-Jugendsp'el Weilburg-II. Jugend gegen B. f. B.- l l. Jugend Moderner Schwedenmantel, hochelegante Form, beste Stoffe mit angewebtem Futter, Gradmusterungen und auch einfache dunkle Dessins 76.00, 68.00, 56.00 37.50 Teppiche Vorlagen Felle Chaiselonguedecken empfiehlt Bilanzlehre, brieflich 1063083 Vorzügliche Ausbildung. H. flöblcr, Frankfurt a. tVL, Jongbofiir. 10. Bilanz- sachv-rständlger mit BOiöbr. Praxis. Nat in schwierigen GeschästS-Angelegenheiten Für Mit n. SmMMi offeriere alle Sorten Därme, Blasen und Gewürze t. Stern. SnmWMi Das wül wieder «nm Land - ß r c i 51 ° 9 Eeinemde i oinz rn den der morgen Aufgaben, zu toi« E «S* fit d-r n morgen keine daraus oj Stimmten)1 vollkommene lerfdjajt erzv cs audj' mc Damen-Mäntel im Preise besonders ermäßigt 5 Prozent Rabatt bei Barzahlung D . Set §3fi deriagdreviI Mdr 3aqbt ut Mä gen. (Sine Mnch Einladung c habender, । lelbft Jagd noch teerig lnehre beste nnd g[ou6t einen botjf len. M bei jeder ® 'en vorbei, i und bei der ffe er ni °b tzr * a’1 frn..®einer & dvm ZLer HC Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Niels W. Gade Vorher: Finale aus der unvollendeten Oper LORELEY von Mendelssohn-Bartholdy Solisten: Adele Metz (Sopran), August jordan (Tenor) Dr. Adolf Block (Baß), Frankfurt a. M. Chor: Gemischter Chor des Sängerkranzes Orchester: Kapelle des Reichsw.-I.-R. 15 zu Gießen Täglich Konzert des Ungarischen «»=« Damen -Salon - Orchester Leitung FrL Reipert Der Taillenmantel, das so sehr mod. Kleidungsstück für den eleg. Herrn. Nur ganz gute Stoffe, schwarz und Marengo, durchaus gefüttert und teils auf Seide 120.00, 110.00, 96.00, QQ ab geöffnet. Pause. ab geöffnet. FUmoorführungen. Dortrag von Frau Dr. Bolton über das Kochen mit Elektrizität und Kochvorführungen. Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Kuntzemüller über die Elektrizität im Haushalt. Schluß. Ausstellung im früheren Hotel Einhorn, Lindenplatz 1 Die MW im WWl MMWasM U Sonntag, 15. nooemüer 1925 8 „ 9 , — Berufswechsel —— BersicherungS-Gel-fuchtlüchltaeKauf' leute,Qutb abgeb. Beamte als Akqutsi- teuregea.Provision u.Umsav'Zulchuh. GünstigeSAvanceinenl. Kundenlisten werdenzur Bcrjllgung gestellt. An- neb. m.Lebenslaufu.Zeugnissen unter F. T. 14981 an Ala Haaienttein und Bögler. Frankfurt a. M. io&s» A wenn Sie ihm keinen Bohnenkaffee Vorsätzen. Nehmen Sie Quieia, er muirdet ihrem Kinde besser, ist aber gesund, bekömmlich — und billiger! Seil fast 20 Jahren beliebt, ca. 300000 Anerkennungen von Haus« frauen, Aerzten und Behörden. ftaffecflehnlt: Quirla Rot IO°/, bOPfg. Quieto Geid 25°^8O PI., Quicta Gold 40®/« M. t.10 in >/,Psd Paketen, niemals loft. Nimm den gute« Lesstug-Nekst Unterzeuoe 10842a Rein wollene Kleiderstoffe C.Röhr&Co. Sonntag, 22. November, nachmittags 5 Uhr, in der Neuen Aula der Universität, mit einer öffentlichen Hauptprobe am Samstag, 21. November, abends 8 Uhr, ebenfalls in der Aula: Die Kreuzfahrer vorm: ab geöffnet. nachm.: Pause. „ ab geöffnet. „ Filmvorführungen- , Dortrag von Herrn Derwaltungs- Infpektor Iaeggleüb. d. richtige Auswahl v. Beleuchtungskörpern. w Dortrag von Frau Dr. Bolton über das Kochen mit Elektrizität und Kochvorführung. „Stint Andres" Tel. 802 Tag and Naeht. la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Zahlungserleichterung 11111 ft ft 11 Besonders günstig gestattet, nur >/„ oder die Hälfte II i II UD DD DD Hosen für Herren und Jünglinge zahlen Sie an, dann können Sie im D M D UM Lodenjoppen :: Schlosser-Anzüge Rahmen eines 3- bis »-monatigen M MM M, ■ MW Loden-Mäntel:: Gummi-Mäntel von Kredites in bequemen Raten be- II I l| |k BI Mk. 19.50 an :: Windjacken von zahlen. Aushändigung der Waren ||| Mk- ,2-°° an :! Leibchen-Hosen erfolgt sofort, ohne Preiserhöhung MM W MU If MM von Mk. 1.95 an Marktstraße 22 ♦ Gießen ♦ Marktstraße 22 d. n. id id ißigt sti{ »KvN Anzüge ntel von ien von n-Hosen Ma ISW* l wert qarischen |on.Orchester FrL »Sipes DB« x °°° 5"rte". w*1* MW ü , 3 nacbm. 2-30 Uh Milon benotend baodölviei iWirW I, H» g-II-Wend .«eÄg Samstag, 14. November 1925 Hr. 268 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für DberlMn) Em Letztes Wort vor der Wahl. Das wahlberechtigte hessische Volk soll morgen wieder einmal zur Wahlurne gehen. 5n Stadt und Land sind die Oe meinbeparla mente, die Kreistage und die P r o v i n z i a l t a g e zu wählen. Wer sich nut offenen Augen in seiner engeren Heimat umschaut, der wird erkennen, daß in der Gemeinde sowohl wie im Kreise und in der Provinz in den lomnicnden vier Jahren der Amtsdauer der morgen zu wählenden Parlamente viele wichtige Ausgaben der Wiederausbau- und Neformarbeit zu losen sind. Hiervon wird der einzelne Bürger in seinem Interesse ganz unmittelbar und unter Umständen sehr schmerzlich berührt. Daraus geht hervor, daß die morgigen Wahlen durchaus nicht unwichtig sind, daß ihnen vielmehr sehr hohe Bedeutung für Die Gestaltung der heimatlichen und damit zu einem großen Teil auch der persönlichen Geschicke des einzelnen Mitbüraers zukommt. Wer sich das klar macht, der wird mit uns der Meinung fein, daß morgen keine Wahlfaulheit herrschen darf. Es kommt darauf an, daß alle Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen, damit eine möglichst vollkommene Klärung über das Verlangen der Wählerschaft erzielt wird. Und aus diesem Grunde muß es auch morgen wieder heißen: Wahl recht ist Wahl pflicht! Am Vorabend der Wahlen erscheint es uns angebracht, einigen nüchternen Ueberlegungen Raum zu geben, die die Dinge mit dem Maß des Tatsächlichen und Möglichen messen. Zunächst die Stadtverordneten wähl in Gießen. Hier ist gegenüber der Wahl von 1922 insofern eine Aenderung zu verzeichnen, als statt der damaligen fünf jetzt sechs Wahloorschläge der wählenden Bür- gerfchaft zur Entscheidung unterbreitet werden. Der Neuling auf dem kommunalpolitischen Kampfplatz ist die Mittelstandsvereinigung. Auf deren Liste werben durchweg neue Männer um das Vertrauen der Wählerschaft. Das gleiche ist, nebenbei gesagt, auf der kommunistischen Liste zu bemerken, die keinen Namen ihrer bisherigen Vertreter im Stadthaus enthält. Die übrigen Parteien bringen an den hervorragenden Stellen die bisherigen Stadtverordneten $ur Wiederwahl in Vorschlag, nur an einigen, ebenfalls sicheren Positionen tauchen neue Namen auf, von deren Trägern man sich eine schätzenswerte Mitarbeit im Stadthaus und natürlich auch gute Zugkraft bei den Wahlberechtigten verspricht, lieber die paar neuen Namen und die Plazierung der Bewerber auf den einzelnen Wahlvorschlägen ist zunächst nichts weiter zu sagen; später, nach einer Reihe von Arbeitsmonaten, kann man darüber urteilen, ob der Griff gut war oder nicht. Aber die andere, ganz neue kommunalpolitische Erscheinung erheischt ernstere Beachtung: das Auftreten der Mittelstandsvereinigung. Was diese neue Bewerberin um Stadtverordnetensitze will, hat ihr Sprecher Architekt Nikolaus am Mittwochabend in der Turnhalleversammlung in progrannrckstsfchcn Sätzen gesagt; wir haben unserer Donnerstag-Ausgabe eingehend darüber berichtet. Manche dieser Forbe- rnngeii unterschreiben wir vollkommen. Um der Gerechtigkeit willen möchten wir aber doch feststellen, daß ein ansehnlicher Teil dieser Forderungen im alten, d. h. im gegenwärtigen Ctadtparlament und ebenso von uns in unseren Spalten früher auch schon erhoben wurden, einige der Forderungen sogar mehrfach. Insbesondere stimmen auch wir der Mittelstandsvereinigung bei in dem Bedauern darüber, daß die Politik Eingang in die Stadtparlamente gefunden hat. Dieses grundsätzliche Bedauern über eine weitverbreitete üble Erscheinung macht es uns andererseits aber auch zur Pflicht, sestzustellen, daß man unserem Stadtoarlament nach dieser Richtung hin feine schlechte Note erteilen kann. Es hat sich bisher noch nicht herabgewürdigt zum Tummelplatz parteipolitischer Heißsporne, und man darf hoffen, daß das auch in Zukunft wohl so bleibt — wenn nicht etwa jetzt erst das Feuer der Leidenschaft hin- eingetragen wird. Daß wir auf parteipolitischer Grundlage zustandegebommene Fraktionsbildnnoen auch im Gießener Stadtparlament haben, ist freilich eine Tatsache, von der wir auch nicht sonderlich entzückt sind, die übrigens sogar von bürgerlichen Stadtverordneten selbst bedauert wird mit dem Hinweis darauf, daß ja nicht die Bürgerlichen es waren, die Der Vcrumhafe. Der Hasenabschuß auf dem gut besetzten Niederjagdrevier sollte durch zwei aufeinanderfolgende Jagdtage erfolgen. Der erste Tag war für das Feld, der zweite für dm Wald vorgesehen. Eine größere Anzahl von Schützen, die schon oft Jagdgäste auf dem Revier waren, hatte Einladung erhalten, darunter arch ein recht wohlhabender, etwas protziger Hubertusjünger, dec selbst Jagden besaß, im „eölen“ Waidwerk aber noch wenig sicher war. Er führte natürlich Gewehre bester Firmen, schoß die teuerste Munition und glaubte deshalb berechtigt zu sein, sich für einen vorzüglichen Jäger und Schützen zu halten. Im Kreise der Jagdgenossen brachte er dies bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck. Einen Hasen vorbeizuschiehen, das gab es für ihn nicht, und bei der Streckenanmeldung nach dem Treiben merkte er nie das berechtigt mißtrauische Gesicht des Protokollführers. Die Jagdgesellschaft hatte Herrn Gerneviel ob seiner Prahlerei etwas auf dem Strich, er hatte aber auch seine guten Seiten. Machte sich alles auf seine Kosten lustig, so nahm er dies nicht übel und war kein Spaßverderber. Er wurde deshalb auch immer wieder gewissermaßen als ulkige Person eingeladen und sagte nie ab. Diesmal sollte er aber eine besondere Lektion erhalten. Seiner Gewohnheit gemäß hatte er am Feldtreibenjagdtage alle Fehlschüsse abgeleugnet, auf jeden, vom QLadj&ar krank geschossenen Hasen, sobald er sich auch nur ein wenig rührte, ein bis der Politik die Tür zum Rathaus geöffnet haben, daß sie vielmehr nur einer von der anderen Seite herbeigeführten Zwangslaoe Rechnung trugen. Es liegt uns fern, die „Parteien auf dem Rat- hauje" in Schutz nehmen zu wollen, zumal auch wir an deren bisheriger kommunalpolitischer Tätigkeit mancherlei auszusetzen haben. Aber zur Vermeidung allzu starker Disharmonien in unserem kom- munalpoliiischcn Konzert muh eine gewissenhafte Publizistik doch wenigstens die allzu stark aus dem Rahmen fallenden Behauptungen wieder ins Lot stellen. Und diesem Zweck diene die vorstehende Feststellung. Morgen wird nun der Wettlauf der Bewerber sich vollziehen. Wer dabei gut ab- schneiden, wer Einbuße erleiden oder gar auf der Strecke bleiben wird — darüber heute zu orakeln fühlen wir keine Lust. Jedoch eines muß gesagt werden: Es ist außerordentlich bedauerlich, daß durch das Auftreten der Miltelstandsliste die Wähler der bürgerlichen Parteien noch mehr als bisher aus- einanbergerilien werden, während in der Stellungs- linie des wichtigsten politischen Gegners, der Sozialdemokratie, die Geschlossenheit unverändert fest ist. Wie diese Lage sich auswirkt, werden uns die Ziffern morgen abend verkünden. Dann wird sich auch zeigen, ob die Mittelstandsgruppe das Maß von Einfluß im neuen Stadtparlamenl besitzen wird, das ihre Freunde erhoffen. Wenn sie mit weniger als fünf Mandaten aus der Wahl hervorgeht, kann sie geschäft-ordnungsgemäß keine Fraktion bilden, da als Mindestziffer für Fraktionen fünf Mitglieder vorgeschrieben sind. Die genügende Stärke zur Fraktionsbildung ist um deswillen wichtig, weil nur Fraktionen das Recht auf Vertretung in den Ausschüssen haben, wo doch das Schwergewicht der parlamentarischen Arbeit liegt, und wo allein der entscheidende Einfluß geltend gemacht werden kann. (Erringt die Mitelstandsoereinigung feine Fraktionsstärke, dann muß sie sich zwecks Gewinnung von Einfluß an eine der jetzt von ihr ab» gelehnten Parteien anlehnen, wobei natürlich abzuwarten bleibt, wie diese sich zu einem solchen Gesuch stellen werden, ablehnendensalls muß sie ihren Weg allein gehen, und dann wird sie sich in der gleichen Situation befinden, in der die kommunistische Gruppe des jetzigen Stadtparlaments mit ihrem sehr bescheidenen Einfluß sich zeigt. Die erste Entscheidung über diese interessante Frage fällt morgen, und damit zugleich werden auch Rückschlußmöglichkeiten auf die Frage der Mehrheitsbildung in der künftigen Stadtverordnetenversammlung überhaupt sichtbar. Warten wir zunächst diese erste Entscheidung ab, die hoffentlich von einer sehr großen Zahl von Wahlberechtigten mit dem Stimmzettel herbeigeführt wird. Wersen wir noch einen kurzen Blick auf die Kreistags- und die Provinzialtags- mahlen. Welche Aufgaben diese parlamentarischen Körperschaften zu erfüllen haben, legten wir in unserem Artikel „Provinzialtag — Kreistag" in den Spalten unserer Donnerstag-Ausgabe dar. Auch diese Parlamente werden sich im Laufe der nächsten Jahre mit mancherlei schwerwiegenden Aufgaben befaßen müssen. Dafür sind kenntnisreiche, vielseitige und mit reicher Lebenserfahrung ausgestattete Män- ner erforderlich, die die Vorlagen der Verwaltung mit der gebotenen ernsthaften Gründlichkeit und mit bestem Verständnis für die Notwendigkeiten der Zeit prüfen und dann nur nach rein sachlichen, aber nicht nach politischen Gesichtspunkten entscheiden. Auf welcher Liste die Wahlberechtigten solche Männer zu finden hoffen, ist ihre Angelegenheit. Mögen sie bei ihrer Entscheidung eine gute Hand haben, und mögen sie morgen in weitestgehendem Maße zur Berufung der erforderlichen tüchtigen Männer an die Wahlurne herantreten. Demokratische Wahlversammlung. Die Deutsche Demokratische Partei hielt gestern abend im Saalbau Sauer eine sehr gut besuchte öffentliche Wählerversammlung ab. Der Vorsitzende, Rektor Loos, knüpfte an feine Be- grüßungsworte einige kurze Betrachtungen über die Notwendigkeit der Wahlrechtsausübung; jeder Staatsbürger solle stolz daraus sein, daß er oft zur Wahl gehen könne, um mit dem Stimmzettel in der Hand zu erklären, wie er die Führung der zwei Schuß abgegeben und sich auch diejenigen Krummen angerechnet, die er vermeintlich krank-, der Rachbar aber totgeschossen hatte. Beim Frühstück wurde er deshalb entsprechend aufgezogen, ließ sich dadurch aber keineswegs ein» schüchtern und behauptete sogar, es wäre ihm ganz gleich wie ihm die Hasen kämen, selbst wenn sie wie die Eichkater über die Bäume setzten, er legte sie doch mit seinem Browning und der Primamunition um. Diese Aeußerung nahm sich einer der Jagdgaste, der den Jagdherrn als Hilfsjagdbegleiter unterstützte und nie um einen guten Schabernack verlegen war, ad im tarn. Für den nächsten Tag, die Waldjagd, wurde folgender Plan geschmiedet. Ein alter Kater, der schon längst a conto feiner Missetaten das Zeitliche hätte segnen müssen, wurde gegriffen, ein Hase abgebalgt und am Morgen vor der Jagd der Kater, allerdings mit vielen Schwierigkeiten, in den Hasenbalg eingenäht. Die Pfoten und der vordere Gesichtsteil blieben frei, der Schwanz kam unter den Balg. Da die Löffel mit Hilfe von Draht gestützt wurden, sah der Bursche mit der anatomisch richtig sitzenden Blume einem starken Hasen zum Verwechseln ähnlich Sein Verhalten war allerdings alles andere alö Hasen» mäßig, denn er fauchte und schlug mit den Krallen sobald man ihm zu nahe kam. In einem festen Lederrucksack konnte er aber gut zum ersten Treiben herausgebracht werden, wo er dann Herrn Gerneviel vor die Flinte bugsiert werden sollte. Die Jagdgesellschaft war von dem Dorhcv- ben unterrichtet, und das Treiben, lichte Stan- öffentlichen Angelegenheiten gehandhabt wissen wolle. Stabto. Kreisschulrat Fischer sprach hierauf als erster Redner. Er warf zunächst einen kurzen Rückblick auf unsere Außenpolitik, von der er. vor- ausgesetzt, daß eine große Masse des Volkes sie stützt, nach Locarno eine Wendung zum Besseren für unser Vaterland erhofft. Hierauf besprach er kurz die inuerpolitische Lage, die durch die ungeheuren WirtschastsnÜte als sehr schwer gekennzeichnet wird. Er wies besonders auf die außerordentlich schlimme Lage der Landwirtschaft hin, betonte, daß es dem Handel und Gewerbe um fein Haar besser gehe, und fritifierte dann die mangelnde Aus- roirfung des Preisabbaues und die Steuerpolitik der Reichsregierung. Darauf ging der Redner zur Erörterung kommunalpolitischer Fragen über. Er besprach zunächst die Behandlung der sozialen Fragen durch das jetzige Stadtparlament, bei der alle Fraktionen stets volles Verständnis bewiesen hätten. Die Aufwertungsfrage müsse in pflichtbewußter Weise gegenüber den Anleihegläubigern der Stadt gelöst werden. Die Demokraten würden für die Gewährung des Höchstsatzes der Auswertung eintreten. Für die Ausgaben des Wohlfahrtsamtes seien sehr hohe Betrüge erforderlich, da das Reich bekanntlich sehr viele Wohlfahrtsarbeiten auf die Gemeinden abgewälzt habe, aber keine Geldmittel zur Verfügung stelle. Trotzdem müsse die Stadt diese Lasten auf sich nehmen, weil das eben Menschenpflicht sei, und aus diesem Grunde müßten diese Summen auch bewilligt werden. Aus dem Gebiete der Wohnungsfrage fei sehr intensiv zu arbeiten, denn bas Wohnungs- elenb vieler Mitbürger sei außerordentlich groß. Die demokratische Fraktion werde für die restlose Verwendung der Sondersteuer zu Wohnungsbauzwecken eintreten, sobald die jetzt noch hemmenden Bestimmungen der dritten Steuernotverordnung beseitigt seien. Der gute Wille, auf dem Gebiete der Wohnungsfrage tatkräftig und opferbereit zu arbeiten, sei übrigens bei allen Parteien des Stadtparlaments vorhanden. Ernste Sorge bereite die S ch u l h a u s- not. Dagegen müsse mit aller Tatkraft vorgegangen werden. Hier handle es sich um Aufgaben, an denen man nun nicht länger vorbeigehen könne. Die Erwerbung der Hardthöfe durch die Stabt fei eine gute Tat gewesen, wenn man bamals diese Kaufgelegenbeit versäumt hätte, dann wären die städtischen Körperschaften wert gewesen, daß man sie steinige. Dieser Ankauf lege große Zukunftsaussichten in die Hand der Stadt. Der Redner betonte schließlich u. a., das 21 m t des Stadtverordneten bringe heutzutage viele schwere Arbeit mit sich, wer diese und die übliche Unpopularität nicht auf sich nehmen wolle, möge lieber wegbleiben. Am Schlüsse seiner Rede polemisierte der Redner gegen Redewendungen in dem Wahlaufruf der Deutschen Volkspartei, die in ganz unzutreffender Weise gegen die Demokraten vorgebracht worden seien; diesen Aufruf bedauere er im Hinblick auf das bisherige gute Verhältnis im Stadtparla- ment. Der Kandidat Reallehrer Hebermehl sprach kurz über die sittlichen Schäden der Wohnungs- n o t und über Mittel und Wege zur Bekämpfung dieser Geißel. Er erwähnte zunächst einige besonders krasse Fälle von Wohnungsnot und betonte bann, er sei kein unbebingter Anhänger ber Wohnungszwangswirtschaft, er sehne auch den Zeitpunkt der freien Wohnungswirtschaft herbei; aber die Zwangswirtschaft jetzt schon abzubauen, das wäre einfach unmöglich. Mit Wärme begrüßte der Redner die Bestrebungen der hessischen Sparkassen zur Förderung der Wohnungsbautätigkeit, er empfahl die Massenherstellung von Baumaterial in fabrikmäßiger Art, damit die Baumaterialien verbilligt würden, schließlich als Gegenwirkung gegen die Bodenspekulation die Wiedereinführung und nachdrückliche Anwendung des Erbbaurechtes in unserer Stabt. Falls er gewählt werde, wolle er sich dafür einsetzen, daß dem liebel ber Wohnungsnot nach jeder Richtung hin gesteuert werde. Die Kandidatin Frau Dr. Marx erörterte die Wohnungsfrage vom ärztlichen Gesichtspunkt aus. Sic wies auf die Verbreitung ber Wohnungsnot-Krankheiten (Tuberkulose, Rhachitis, Skrofulose) hin, führte gleichfalls einige krasse Fälle dieses Nebels an und forderte bann von der Stabt die Schaffung neuer gesunder Wohnungen, Einfüh- gen mit etwas Unterholz, wurde umstellt. Der unfehlbare Hasentöter stand erwartungsvoll als letzter Schütze vor dem Haken in der Front. Ihm war jedoch nicht ausgefallen, daß seine Vachbarn sehr dicht an ihn heranstanden, und die Zwischenräume nach den nächsten Schützen immer enger wurden. Recht viele der Jagdgenossen wollten Zeuge sein der Dinge, die da kommen sollten. Das Treiben wurde angeblasen, die Kanonade begann. In der Treiberwehr gegenüber unfenn Freunde befand sich neben dem Treiber mit dem Lederrucksack der Hilfsjagdleiter, dem nun sein Schabernack vorzüglich gelang. Als die Treiber auf entsprechende Entfernung an die Front herangekommen waren, wurde, wie verabredet, „Treiber richt euch" geblasen, und der Hasenkater in Freiheit gesetzt. Sich ab und zu schüttelnd flüchtete er gegen die Front und hielt die Richtung so gut, daß er tatsächlich unfern Gerneviel auf etwa 20 Schritt kam. Dauh! — donnerte die nie fehlende Flinte. — Mein Hasenkater zeichnete sich aber auf diese unfreundliche Begrüßung derart, daß er vor dem dicht r. b>n ihm in das dürre Laub prasselnden Schuß einen großen Satz seitwärts machte, eine Kiefer annahm und mit großer Behendigkeit einen Querast erreichte, auf dem er kauernd verhasste und mit seinen etwas verrutschten Löffeln ein köstliches Bild abgab. Linser Kunstschühe aber nicht faul, getrieben von Schieß-- wut und Jagdneid, den »Ernst" der Lage gar nicht erfassend, war im marsch, marsch am Baurn, den aber fast gleichzeitig auch der Hilss- jagdleiter mit einer Anzahl Treiber erreicht rung einer hygienischen Wohnungskontrolle, Einrichtung einer im Walde gelegenen Waldschule für tuberkulöse Kinder, Schaffung von Liegestätten im Walde für Leicht-Tuberkulöse, Bereitstellung von Schrebergärten, allmähliche Beseitiaung alter bau- fülliger Häuser durch neue Wohnhausbauten, Schaffung von Kinderspielplätzen usw. Stabto. Stadtbauinspektor Höhn berichtete über Bau- u n b Grundstücksfragen. Er gab zunächst einen Ucb erb lief über die Grundstücks- antäuse der Stadt in den letzten drei Fahren, mit denen man durchaus einverstanden sein könne. Die demokratische Fraktion fordere die Aufstellung eines großzügigen Bebauungsplanes, Verbesserung des Zustandes vieler Straßenzüge durch Pflasterung, Bekämpfung der Staubplage in den ungepflaftcr- ten Straßen. Weiter empfahl auch dieser Redner die Linderung der Wohnungsnot auf dem Wege der Typisierung und Normalisierung des Baumaterials. Schließlich berichtete der Redner über die Wohnungsbauten der Stabt und über den Volkshallenbau. Stabto. Kaufmann Leopold Mayer referierte über die Arbeit im Finanzausschuß, dem wichtigsten der städtischen Ausschüsse. Dort werbe stets mit peinlichster Sparsamkeit gearbeitet, wenn man darüber auch keine großen Reden mache. Man habe gar kein Interesse daran, alles gutzuheißen, was die Verwaltung anforbere, aber was unbedingt notwendig fei, müsse trotz aller Sparsamkeitsbestrebungen doch bewilligt werden, und wenn deswegen auch neue Steuern genehmigt werden müßten. Die Entwicklung der Stabt bürfe nicht gehemmt werden. Der Redner gab dann eine vergleichsweise Ueberficht über die Höhe ber Steuern und Betriebstarife hier und in anderen hessischen Städten bekannt, aus der man entnehmen konnte, daß in anderen Städten noch mehr bezahlt werden muß als hier. Mit der Versicherung, daß er und seine politischen Freunde stets nur den Interessen der Allgemeinheit, aber nicht bestimmten Sonder- interessen dienen würden, schloß der letzte Referent seine Ausführungen. Der Vorsitzende dankte allen Rednern in herzlichen Worten' wie auch die Versammlung ihnen mit lebhaftem Beifall gedankt hatte. An die Vorträge schloß sich eine Aussprache an. Mielerwünsche und Sladtverordnerenwahl. „Die Bedeutung der Stadtver- ordnetenwahlen für Mieter und Wohnungslose" war das Thema, daS in der öffentlichen Mieterversammlung im Saal- bau Sauer behandelt wurde. Der Versammlungsleiter, Reallehrer Hebermehl, begrüßte als Vorsitzender des Gießener Mietervereins die Anwesenden und erteilte dem Landtagsabgeordneten, Stadtverordneten Mann, Gießen, bas Wort. Aus dem Vortrag des Redners sei folgendes entnommen: Der Riß zwischen Mieter und Vermieter geht zweifellos durch alle politischen Parteien hindurch. Es ist zu begrüßen, daß der Mieterverein bestrebt ist, die Wcchl- vorschlage so zu gestalten, daß die Interessen der Mieter dabei nicht zu kurz kommen. Deo Gemeinde liegt die Pflicht ob, die Fürsorge so zu gestalten, daß es keine Obdachlosen gibt. Während früher jemand längere Zeit an einem Orte wohnen mußte, bis er gesetzlichen Anspruch auf eine Wohnung hatte, ist im vorigen Jahre hierin insofern eine Aenderung ein» getreten, als jetzt jeder Ortsanwesende den Schuh der Gemeinde genießt und auf Schaffung von Wohngelegenheit Anspruch hat. Redner spricht dann über die Durchführung des Micterschuh- gesetzes, das von den Gemeinden nicht immer zugunsten der Mieter und Wohnungsuchenden angewandt wurde. Um die Wohnungsnot zu beseitigen, ist für Beschaffung von Reubauten zu sorgen. Wie schlimm die Verhältnisse geworden sind, geht u. a. aus der Tatsache hervor, daß das Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen die Kinder von elf Familien getrennt von ihren Eltern untcrgebracht hat. Für diese und ähnliche Aufgaben gibt die Stadt jährlich 18 000 Mk. aus. Zu 10 Prozent gerechnet, könnte die Stadt ein Kapital von 180 000 Mk. verzinsen, eS wäre sogar noch möglich, zinsfreie Wohnungen zur halte. Mit dem rührigen Waidmann waren auch seine Rachbarn mit Hallo an den Ort der Tar geeilt, wo Gerneviel wie versteinert mit fertiggemachter Flinte nach dem Baumhasen stierte und allmählich erst die Fassung fand, die sich in einem verlegenen Lächeln und Umherschauen Luft machte Die Heiterkeit der Jagdgenossen artete in ein Homer.sches Gelächter aus mit den Zwischenrufen: „Schießen Sie doch, schießen Sie doch!" denn der Daumhase hielt ben Lärm nicht auS und vcrstieg sich in höhere Regionen. Mit dem Ausruf: „Ra, Herrschaften, nun laß ich mich aber nicht weiter verkohlen, wir wollen jetzt man weiter jagen!" versuchte Gerneviel die Komödie zu beenden. Tatsächlich fand diese erst ihren tragischen Abschluß durch einen Scheiß, den der Hilfsjagdleiter auf den Kater abgab. Der Daumhase kam mit zerschmettertem Schädel zur Strecke. Am Abend beim Jagdessen mußte Gerneviel noch manches wegen des Baumhasen über ftch ergehen lassen. Das Wundertier erschien natürlich auch im Streckenbericht, wobei der Jagdherr erklärte, daß der unfehlbar: Haientoter doch Wort gehalten hätte und die Hasen selbst auf den Daumen zur Strecke brächte, denn bei der Entbalgung hatte man ein Schrot im Katerschwanz gefunden, das nicht von dem Kopfschuß herrühren könnte. Soweit wäre nach den Jagd- grundsätzen des Herrn Gerneviel — der Kopfschuß gelte nur als Fangschuß —, er der glückliche Schütze, wozu ihm durch schallenden Zu trank mit Waidmannslust von den Jagdgästen gratuliert wurde. 5. Kb U3M a /J Verfügung zu stellen. 3m Jahre 1912 waren in Deutschland 200 000 Wohnungen erforderlich, davon entfielen auf Gießen rund 200 Wohnungen. daS ist der Tausendste Teil. Heute ist aber diese Zahl in Gießen auf 1000 Wohnungen gestiegen. Die Mitzslande sind derart schlimm geworden, daß beispielsweise in einem Zimmer mit Küche 3 Familien mit 14 Personen wohnen müssen. Daß unter solchen Verhältnissen Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten überhand nehmen, darf uns ntd)t wundern. Unter den heutigen Verhältnissen ist es den Wohnungsuchenden kaum möglich, die Miete aufzubringen. Von den 1028 Wohnungsuchenden können sich etwa 600 nur Kleinwohnungen mit 1—2 Zimmern leisten. Der zweite Redner war Rechtsanwalt Hornberger, der u. a. die Liste Der Mittel- standSvereinigung kritisch beleuchtete. Eine Aussprache wurde nicht beliebt. Turnen, Sport und Spiel. Stand und Vorschau der Bezirks!igain Hessen-Hannover tz. Inzwischen hoben sich im Bezirk im Verlauf der Spiele vier Gruppen gebildet, deren Zusammensetzung sich bis zum Ende der Serie wohl kaum noch ändern dürste, wenn nicht ganz ausgefallene Ergebnisse oder Proteste diese Voraussage über den Haufen werfen sollten. Es sind dies Die Spitzengruppe: Sport und Kurhessen Kassel, die sich noch in keinem Falle einig darüber sind, wer Meister wird. Dann die Mittelgruppe, die alle anderen K a s s e le r, G ö t° tinger, Marburger und Fuldaer Vereine umfaßt. Des weiteren die beiden .anscheinend" dem Abstieg glücklich entronnenen Wetz- l a r und Hann.-Münden und zum Schluß die, denen wohl nicht mehr zu helfen ist: Gießen und Osterode (mit den auSgeschiedencn Kurhessen Marburg). — Wie verlautet, wird Hcmn.-Münden wohl noch die zwei Punkte des so überraschend gegen Hessen 09 mit 3:2 gewonnenen Spiels verlieren, da der Wetzlarer F. Cer Reinel, der den Anfang der 2. Serie noch für W. spielle, als „Reumeldung" mitgewirkt hat. Sport Kassel 21 Spiele 34 Punkte. Kurhessen Kastel 20 Spiele 33 Punkte. 05 Göttingen 21 Spiele 28 Punkte. Borussia Fulda 20 Spiele 26 Punkte. Sptelv. Kassel 21 Spiele 25 Punkte. Hellen 09 Kassel 19 Spiele 24 Punkte. S. Vg. Göttingen 21 Spiele 23 Punkte. S. C. 03 Kassä 18 Spiele 21 Punkte. Marburger S. Vg. 19 Spiele 20 Punkte. Wetzlarer F. C. 05 21 Spiele 16 Punkte. S. Vg. Hcrnn.°Münden 22 Spiele 16 Punkte. Gießen 1900 21 Spiele 10 Punkte. Kurhesscii Marburg 26 Spiele 9 Punkte. Osterode 22 Spiele 7 Punkte. Kommenden Sonntag spielen: Fulda—Sport Kassel. (Fulda konnte für Sport ein Stein deS Anstoßes sein.) Hessen 09—03 Kassel. (Unentschieden.) S. Vg. Göttingen—Sp. D. Kassel. (Göttingen gewinnt eher als Kästest) Marburger S. Dg.—Gießen 1900. (Gießen hat keine Chancen, es sei beim, daß der alte Rivale sie zu besonderer Gegenwehr aufstachelt.) Eine Liste der Besten. Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik veröffentlicht eine Liste bcr zehn Besten aus allen 23 Gebieten b:r Leichtathletik im Jahre 1925 (nach dem Stande vom 15. Oktober). Die erzielten Zeiten sind zum Teil deutscher Rekord. Die Liste der 23 Besten dieser besten Sportkämpfer stellt sich folgendermaßen dar: 100-Meter-Laufen H o u b e n - Krefeld, 10,5 Sek. 200-Meter-Laufen Büchner- Berlin, 21,6 Sek. 400-Meter-Lausen Dr. P e l tzer - Stettin, 48,8 Sek. 800-Meter>Lausen Dr. P e l tz e r - Stettin, 1,52,8 Min. 1500-Meter-Laufen Dr. Peltzer-Stettin, 4,00,2 Min. 3000-Metcw- Lausen W a l p e r t - Kassel, 8,56,5 Min. 5000- Meter-Laufen Frandsen- Oldesloe, 15,20,2 Min. 10 000-Meter-Lausen D e t t e r - Hamburg, 32,37,1 Min. 110°Meter°Hürbenlaufen T r o h b a ch-Derlin, 14,5 Sek., 400-Meter-Hürdenlaufen Troßbach- Derlin, 55 Sek. Viermal-100-Meter-Staffel Verein O. S. E.- Derlin, 42,2 Sek. Schwedenstaffel (4, 3, 2, 100 Meter) Teutonia- Berlin, 1,58. Olympische Staffel (8, 2, 2, 400 Meter) Phönix-Karlsruhe, 3,39,8 Min. Dreimal°1000°Meter-Staffel Verein Zehlendorf bei Berlin, 7,44,5 Min. Weitsprung: Dobermann- Köln. 7,26, Meter, Hochsprung: SkoczinSki-Berlin, 1,88, Stabhochsprung: . Reeg°Reu°3senburg, 3,80 Meter. Kugelstoßen, beflarmig: Söllinger- D a r m st a d t, 14,33 Meter: beidarmig: Brech e n m a che t - München, 24,68 Meter. Diskuswerfen, bestarmig: Hoffmeister- Hannover, 45,97 Meter: beidarmig: Buch- meister- Freiburg i. Dr., 75,83 Meter. Speerwerfen, bestarmig: Zimmermann- Dreslau, 58,88 Meter: beidarmig: Schnurr- Berlin, 96,70 Meter. Um die Südbayrische Wasserballmeisterschaft. dd. 3n Augsburg trafen sich Delphin- Augsburg und SV. München 99 in einem Ent- scherdungs-Wasserballspiel um den Aufstieg in die A-Klasse. Da von beiden Seiten sehr hart gespielt wurde, sah fid) der Schiedsrichter genötigt, mehrere Spieler herauszustellen. So kam es, daß München mit 6 Mann im Spiel sich den Augsburgern mit nur 4 Mann im Wasser gegenüberfaß, jedoch trotzdem keinen Erfolg buchen konnte. Erst kurz vor Schluß gelang es den Augsburgern, das einzige und siegbringende Tor zu erzielen. Buntes Merlei. Wie Benz den Krastwa gen erfand Aus feinen Erinnerungen. Der Kraftwagen Hal heute die ganze Welt erobert und bei seinem Siegeszuge das Verkehrsleben besonders in den großen Städten vollkommen verändert. Dem Erfinder dieses umwälzenden Dekehrsmittel. Dr. Carl Benz, war es vergönnt, diese ganze Entwicklung noch mitzuerleben, und der 81jährige erzählt jetzt die Geschichte seiner Großtat in seinen Erinnerungen. 3n der jahrhundertealten Dorfschrniede des Schwarzwalddörfchens Pfaffen rot hatten seine Ahnen geschmiedet und gehämmert: sein Vater aber, der auch Schmied geworden war, drängte ins Leben hinaus, und ans der ersten Lokomotive, die im April 1843 die Strecke Karlsruhe-Heidelberg befuhr, stand er als Lenker. 3n Ausübung seines Berufes wurde er früh feiner Familie entrissen, und der junge Carl hat den Vater nicht gekannt. Aber sein Vorbild lebte in ihm fort, und als er auf dem Polytechnikum in Karlsruhe sich zum Techniker ausbildete, da stand ihm als höchstes Ziel vor Augen, ein Fahrzeug zu schaffen, wie das. auf dem der Vater zuerst gefahren, ohne Pferde — aber auch ohne Schienen. Ein se.bstfahrendes Straßen- fahrzcug sollte es werden, und mit seiner Konstruktion hat sich der junge Erfinder schon auf der Hochschule abgequält. Bis in die kleinsten Einzelheiten hinein entwarf er ein schienenloses Fahrzeug, ohne eine Ahnung zu haben, daß diese „S t r a tz e n l o k o m o t i v e" damals in England und Frankreich schon längst praktische Form und Gestalt gewonnen hatte. 2hm selbst fehlte es an Geld, Zeit und Gelegenheit, seine 2dee durchzuführen. Den Anlatz zu weiterer Arbeit an einem „pferde'osen Wagen" gab ihm erst das Zweirad. 2m 2ahre 1867 kam ein altes Fahrrad durch Zufall in seinen Besitz: er arbeitete es um, so daß das Vorderrad durch Tretkurbel angetrieben wurde. Aber bald erkannte er, daß ein Zweirad nicht genügte, sondern daß man einen richtigen Wagen brauchte, und daß die Menschenkraft unter allen Umständen durch Maschinenkraft erseht werden müsse. 2n der eigenen „Heim- und Werkstätte", die er nach seiner Heirat 1872 begründete. suchte er nun diese Maschine zu schaffen und arbeitete an der Verbesserung des Gasmotors, den der Franzose Lenoir im 2ahre 1860 erfunden hatte. Diese Rachahmung der Dampfmaschine war aber noch nicht über die Eigenschaft hinausgekommen, bei einem gewaltigen Verbrauch von Material mehr als 10 Minuten zu funktionieren. Benz probierte nun an dem Motor herum, und schließlich an einem Silvesterabend, den er den „schönsten" seines Lebens nennt, hatte er den Motor so weit, daß er regelmäßig mit starken Schlägen arbeitete. Dieser gleichmäßige Takt der Schläge erklang ihm wie die fdjönfte Musik. „Auf die Glückwünsd)e der Welt konnten wir an die'em Reujahrsabend verzichten," schreibt er. „Denn wir hatten ja das leibhaftige Gluck an der Arbeit gesehen in unserer ärmlich-kleinen Werkstätte, die an diesem Abend zur Geburtsstätte eines neuen Motors wurde." Zunächst wollte freilich die Welt von diesem Benz'schen Explosionsmotor, der eine so große Zukunft hatte, nichts wissen. Er konstruierte einen neuen Zweitakt-Motor und hatte damit das Gesamtproblem des Motorwagens gelöst. Rach 20- jährigcm Ringen war er so weit, daß er das motorgetriebene Fahrzeug in seinem Kopf und im Modell vollständig fertig hatte: aber es mutzten noch eine Menge von Einzelproblemen, wie das der Zündung, des Vergasers, des Kühlers, der Kraftübertragung usw. glücklich ausgearbeitet werden, bevor die neue Erfindung ins Leben trat. Das 2ahr 1884'85 wurde zum TMaWWmCTCTW ■■1—nmTnMM—MMW Geburtsjahr des Benz'schen Motorwagens, .,2m Frühling 1885," erzählt er, hatte mein Lebens- träum, wie durch die Gnade einer großen Stunde, greifbare Form und Gestalt angenommen. Her- ausaehoben aus der Welt des Gedankens und hinelngesleilt in die Welt der Wirklichkeit, stand das jüngste Kind der Technik eines Tages int Fabrikhofe. Um den Reuling herum stehen Frau, Kinder, Arbeiter. Mitten unter allen aber steht der, den die Arbeiter unter sich ihren „Papa" nannten. Aller Augen leuchten! Stolz ist jedes — vom jüngsten Kinde angefangen bis zum ältesten Arbeiter." Zunächst macht der neue Wagen seine Fahrten nur auf dem Hofe, dann aber darf er ft* auch auf die Straße wagen, und gegen Ende 1885 reicht Benz eine Patentschrift ein über ein ..Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb", und am 29. 2anuat 1886 wird seine Erfindung patentrechtlich geschützt. Diese Tatsache sichert Benz auch den Vorsprung vor Daimler, der mit seinem Motorrad erst Ende 1886 die ersten erfolgreichen Versuche anstellte. Ford hat erst 1892/93 feinen ersten Kraftwagen gebaut. „Heute, wo wir die großen Entwicklungslinien des Automobilismus ihrer ganzen Länge nach überfdjauen können," schreibt Benz, „dürfen wir stolz darauf sein, daß es zwei Deutsche wa.en, die der Menschheit das erste Motorrad schenkten: Daimler und Maybach, deren schöpferischem Schassen die Welt auch sonst viele wesentliche Fortschritte in der Entwicklung des Automobils verdankt. Dagegen darf ich ohne Selbstüberhebung Anspruch da-auf machen, daß ich den ersten betriebsfähigen Motorwagen mit elektrischer Zündung, mit Wasserkühlung und Ausgleichsgetriebe (Differentia ) zur Besörderung von mehreren Personen baute und ihn zuerst öffentlich vorführte." Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 15. Rov.: Eine Rächt in Venedig. Montag, 16.: Figaros Hochzeit. Dienstag, 17.: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch, 18.: Das Rheingold. Donnerstag, 19.: Die Fledermaus. Freitag, 20.: 2n- termezzo. Samstag, 21.: Der Fräschütz. Sonntag, 22.: Die Walküre. — Schauspielhaus. Sonntag, 15. Rov., norm. 111/4 Alfyr: Vortrags- Matinee von L Hardt: Abends 8 Uhr: Der Unwiderstehliche. Montag, 16.: Wie es euch gefällt. Dienstag, 17.: Der Unwiderstehliche. Mittwoch, 18.: Lanzelot und Sanderein: hierauf: Die Geschwister. Donnerstag, 19,: Ein Volksfeind. Freitag, 20.: Der Unwiderstehliche. Samstag, 21.: Wie es euch gefällt. Sonntag, 22.: Romeo und 3ulia. daß Cafetin der würzige, gesunde und billige Ersatz für Bohnenkaffee ist. Restbestände in reinwollenen, gestrickten M Restbestände in 1 Sonder- Kleidchen Angebot 55 bis 75 cm lang, seither Mk. 15.00 bis Mk. 25.00 jetzt durchweg.......Stück “rg Franz Bette “rg lOSOB3 (veffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Dermögenserklärung für 1925. A. I. Zur Abgabe einer Erklärung über ihr gesamtes steuerpflichtiges Vermögen sind verpflichtet: l.alle natürlichen Personen (Deutsche und Richtdeutsche), die im Bezirk des unterzeichneten Finanzamts entweder ihren Wohnsitz haben ober sich im Reichsgebiet mehr als 6 Monate aufhalten, wenn sie bei Beginn des 1. 2anuar 1925 entweder a) ein steuerpflichtiges Gesamtvermo- gen (in- und ausländisches Der- gen) ün Werte von mehr als 5000 Rm. besessen haben, öder b) inländisches landwirtschaftliches, forstwirtschaftliches oder gärtnert- sch es Vermögen oder inländisches Grundvermögen besessen haben, «Ter c/ «^.indisches Betriebsvermögen im Werte von mehr als 5000 Rm. besessen haben: 2. a) Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Kolonialgesellschaften, bergbautreibende rechtsfähige Vereinigungen und nichtsrechtsfähige Berggewerkschaf- ten, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften, Ver- sicherungSvereine auf Gegenseitigkeit, Hypothekenbanken, Schisss- beleihungsbanken, b) rechtsfähige und nichtrechtsfähige Vereine. Anstalten, Stiftungen, andere Zweckvermogen und sonstige. nicht unter a fallende Körperschaften des bürgerlichen Rechts, c) offene HandelZaefellfcha'ten und Kommanoitgefelstcha'ten, d) Kreditanstalten deS öffentlichen Rechts, wenn der Sitz oder der Ort der Leitung irn Bezirk des unterzeichneten Finanzamts liegt. II. Zur Abgabe einer Erklärung über LaS im Beziü des unterzeichneten Finanzamts belegens landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und gärtnerische Vermögen, Betriebsvermögen und Grundvermögen sind ohne Rücksicht aus den Wert dieses Vermögens verpflichtet: 1. alle natürlichen Personen, die im Deutschen Reich weder ihren Wohnsitz haben noch sich mehr als 6 Monate aufhalten: 2. alle Körperschaften, Personenvereini- gungen, Vermögensmassen, Gesellschaften und Anstallen, deren Sitz und Ort der Leitung im Ausland liegen. B. Die hiernach zur Abgabe einer Ver- rnögenserllärung Verpflichteten werden aufgeforderts die Erklärung unter Benutzung des vorgeschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 20. Rovember bis 15. Dezember 1925 bei den unterzeichneten Finanzämtern einzureichen. Vordrucke für die Dermögensertlärung können vom 20. Rovember ab von den unterzeichneten Finanzämtern bezogen werden. Auch werden Vordrucke während der Dienststunden abgegeben. Die Dermögensertlärung ist schriftlich (zweck- mäßigerweise eingeschrieben) einzureichen oder mündlich während der Dienst- stunden den Finanzämtern abzugeben. Die Pflicht zur Abgabe der Vermö- genserkläruny ist vom Empfang eines Vordrucks nicht abhängig. Die Abgabe der Vermögensertlärung bei den unterzeichneten Finanzämtern ist nicht erforderlich, sofern die unter A bezeichneten natürlichen Personen, Körperschaften. Personenvereinigungen, Vermögensmassen, Gesellsd a'ten und Anstalten die Vermögenserklärung bei einem anderen Finanzamt bereits abgegeben haben und dies dem unterzeichneten Finanzamt miiteilen. C. Wird die Frist zur Abgabe der Der- mögenserklärung nicht eingehalten, so kann ein Zuschlag bis zu 10 v. H. deS zur Erhebung gelangenden Steuer- vetrags festgesetzt werden. Die Abgabe der Vermögenserklärung kann durch Geldstrafe erzwungen werden. Wer aus Vorsatz oder Fahrlässigkeit unrichtige oder unvollkommene Angaben über sein steuerpflichtiges Vermögen macht oder durch Richtabagabe einer Erklärung steuerpflichtiges Vermögen verschweigt, setzt sich schweren Strafen aus. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 13. Rovember 1925. Die Finanzämter. 10 892 c Bekanntmachung. Abfallholzverfteigerring. Montag, den 16. November 1925, wird das Abfallholz von den städtischen Bäumen öffentlich mcistbietend versteigert, und zwar: a) vormittags 9 Uhr zirka 64 Haufen Abfallholz (Reisig und Knüppel) von den Bäumen rechts der Lahn gegenüber dem Felsen am allen Wihmarer Weg: b) nachmittags 2 Uhr zirka 15 Haufen Abfallholz (Reisig und Knüppel) von den Bämen auf der Insel hinter dem Glektrizitälswerk. 107886 Die Versammlung findet jeweils an Ort und Stelle statt. Gießen, den 7. Rovember 1925. Der Oberbürgermeister. 3. V-: Vr. Rosenberg. IPX,25. GesMsMWMWlkU. lieber das vermögen der Firma Siegmund Rosenbaum in Gießen wird mit Wirkung vorn 12. Rovember 1925, 11 Uhr vormittags die Geschäftsaussicht angeordnet. Zur Aufsichtsperson wird Herr Kaufmann LouiS Althoff fen, in Gießen ernannt. 10886c Gießen, den 12. November 1925. Hessisches Amtsgericht ’Uaeilülhmg stilrein a. ureignen öle BrOhl W Unla.-Drniferel, 1 Sange. Sieben. SrvnllN.7 Holzverkuuf der Gemeinde Wißmar am Samstag, bi m 21. November 1925, nachmittags von 4 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Fehl zu Wißmar. Distrikt 25b - 17 Rm. Eichennutzholz (2 Mir. lange Dollen) Distrikt 7—19 Rm. Kiefernnuhholz (1,5 Mtr lange Rollen) Distrikt 26 = 1 Eichen-Stamm 5. Kl. — 0,49 Fstm. Distrikt 18—2 Rm. Eichen-Knüppel Distrikt 21b =- 132 Fichten-Stangen (42 1. Kl.. 40 2. Kl., 50 3. Kl.). Die Bedingungen werden im Termin be'anntgegcben, u. 0. wird Zahlung vor Abruhr, spätestens bis 1. Dezember 1925 und Stellung zahlungsfähiger Bürgen gefordert. I0848D Krofdorf, den 12. Rovember 1925. Der Bürgermeister: Brockmeier. Sämtliches Brennmaienal ttshlen, Briketts Kols, Holz — in nur besten Qualitäten liefert H, Trechsler Lteinstrabe 73. Telephon 1581. holzjaucheMer in allen Größen liefert prompt und preiswert Hermann Ströher, Willsbach __________(StreB Biedenkopf'.______09093 Strümpfe, Socken Sportwesten kaufen Sie ffünstlg bet Hildebrandt&Cie., Gießen Sonnenstraße 32, 09202 Ermel's | I Seifensand | • entschieden verbessert $ | heute 10865D | | das unübertroffene | | Hausputzmittel, i i Alleinhersteller: | Josef Ermei $ Frankfurt a. M.-Ost S • Telephon Taunus 1046 8 i®eeeteoe®e*eeeeeeeeeee 1 -Kränze Braut Iseide" Modehaus Salomon Gießen, Schulstraße. 7891a Kreistagswahl! Wühlt deshalb für beide Wahlen die empfehle Kränze Kreuze und Buketts tpeiiell Hermann Süße!, Gärtnere«, Lieh. 20 MdMlM 20. Stand«! Stachel-, Johannis-, Ilimbeer-Siräuclier Rlia'iaraer starke Pflanzen nur bester Sorten emp Hehlt 09112 Saat- Niemand ßtlt im Kampf gegen links eine nationale Mehrheit zu schaffen. Morgen gilt es, für sachliche und auf das Wohl aller Kreise bedachte Politik in Kreis und Provinz einzutreten. Morgen gilt es, dafür zu sorgen, daß Wirtschaftsfragen in Zukunft in gerechter und sachlicher Weise behandelt werden können. Morgen gilt es nicht, bequem und gleichgültig zu Hause zu bleiben, sondern Morgen gilt es, das höchste staatsbürgerliche Recht auszuüben. SMütßClt ßllt kA, die Lauen und Wahlmüden zur Wahlurne zu führen, denn der Sieg muh unser sein! Wahlvorschläge Nr. 5 der „Vereinigten Stadt- und Landliste der Deutschnationalen Dolkspartei und des Hessischen Landbundes im Kreise Bietzen", AuSiührung. Auswahl einige Tage öorber. 09169 Provinzialtagswahl! beginnend für den Kreis mit den Namen: Wilhelm Fenchel, Landwirt in Ober-Hörgern, Dr. Otto Lenz, Studienrat in Gießen, beginnend für die Provinz mit den Namen: Wilhelm Fenchel, Landwirt in Ober-Hörgern, Karl Schmahl, Amtsgerichtsdirektor in Gießen. Morgen gilt es! Tut Eure Pflicht! Schweiß- Wollgarn nicht filzend. s. nicht ein- y. X. laufend Inh.: E. Scheel Mausburg 17. ~Kennen Sie? der Wahlausschuß der Deutschnationalen Dolkspartei und des hessischen tandbundes. 10859D billig, haibar. angenehm, Ein Varsnch übarzengt I Hildebrandt & Co., Gießen, 09201 Sonnenstraße 22 Der Stimmzettel! Jeder Wähler erhält bei der Wahl drei Stimmzettel. Auf jedem Zettel darf bei nur einem Wahlvorschlag ein Kreuz gemacht, aber kein Name gestrichen werden. (Ein Antrag des Landtags- abgeordneten Dr. Niepoth (Deutsche Volkspartei), dies augenbl ckliche Verfahren so abzuändern, daß wieder wie früher der Wähler die Kandidaten, die ihm geeignet erscheinen, wählen und die anderen streichen kann, ist vor wenigen Wochen durch die Linke im Landtag abgelehnt worden. Darum Wähler, Iaht euch nicht durch die leider bestehenden, den meisten unangenehmen Bestimmungen von der Wahl abhallen. Wählt erst recht und gebt den Parteien eure Stimmen, die für eine Änderung dieses Gesetzes eingetreten sind. MM euer kreuz hei hem MlvMW 16 Wählt MrWle Mmllsle (DeuM)e Bo'.toitei und DeutfDnafloiale Boltsoatlel) beginnend mit dem Namen Professor Dr. Krausmüller. 10860D] Der Wahlausschuh. Unsere neue Telephonnummer ist TENERIFFA A. s., Zigarettenfabrik Personenauto Telephon 1089— Bekanntmachung betr. die Wahlen der Stadtverordneten-, Kreis- und Provinzialtagsmitglieder am IS.Nov. 1925. (Es wird nochmals darauf hingemiesen, daß für folgende Straßen eine Änderung hinsichtlich der Wahllokale ein» getreten ist: 1. für ,,9chottstraße" ist jetzt das zuständige Wahllokal im Gewerbehaus Kirchftratze 16 2. für „An den Bahnhöfen" ist jetzt das zuständige Wahllokal im Schulhaus Westanlage 43 3. für „Ihering- und Wilsonstraze" ist jetzt das zuständige Wahllokal im Stadthaus Bergstraße 20 4. für „Eichweg und Eichgärten" ist jetzt das zuständige Wahllokal in der Oberrealschule Stephanstr.12. Giehen, den 11. November 1925. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. (10733B Grundstück-Versteigerung. Dienstag, den 17. November d. I., nachmittags 81 /, Llhr, sollen auf dem Rathaus in Laubach (Oberheffen), die nach» stehend verzeichneten, im Grundbuch der Gemarkung Laub ach der Ludwig Piekenbroik Witwe geborene von Wcitershauscn = Galshof Piekenbroik bei Beerfelden im Odenwald zugelchriebenen Grundstücke, nämlich: 1. Flur I Ar. 650 Grabgarten an der Wetter 742 qm 2. e I „ 661 Hofreite in der Dorstadt 519 „ 3. „ I e 662,3 Grabgarten daselbst 133 „ 4. „ I „ 662,6 „ „ 111 „ zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. Die Dersteigerungöbedingungen sowie dec Auszug aus dem Grundbuch können auf dem Geschäftszimmer Öcj Hessischen OrtsgerichtS Lau ach (Oberheffen) während der Geschästsstunden eingesehen werden. 10856D Laubach, den 5 November 1925. Doehm, Dorsteher des Hessischen Ortsgerichts. Gemeinderatswahl Heuchelheim Wähler und Wählerinnen. Genügt eurer Wahlpflicht Gebt dem Wahloor chlag ll eure Stimme. So müßt ihr wählen: Wahlvorschlag I, Kennwort Sozialdemokratische Partei WotW II, kMMlk AlMlgerllsle Fr. Karl 3Unn, Landwirt Ludwig Sack VII., Prokurist Heinrich Rinn XV., Gemeinderat Ludwig NinnXVII.,Schreinermeister Zeichnet das kreuz in veu kreis ües Dihloorschluas u ein > 108510 Der Ortsbürgerausschuh. In letzter Stunde! BREMEN 1926 it Qoppelschra 1. Reise: LLOYD : Norddeutscher Lloyd, Frachtkontor i.G., Hindenburgwal! Düsseldorf 3577A itDoppelsdirauben Salondampfer CTT1TTH A PT. "1Ü7 Brqxto- .— 28. Febr. . rz —16. M&rz . Reise: 19. März — 13. April pAhrpi Unterbringung nur in ein» und ilfagarcta / Madeira / Jene- Cadiz / Malaga / Lissabon o s JJLark. 1200.— und höher FZOW< 8716 Br- Reg.-T. reis Mk. 550.— und höher reis Mk. 500.— und höher reis MIc 800.— und höher I zweibetfigen Kabinen Herr Nikolaus hat in der Mittwochoersammlung sein Programm entwickelt. Dieses enthält in der Hauptsache nur Richtlinien, die die „Bürgerliche Vereinigung" bisher verfolgt hat und auch weiterhin verfolgen wird. Unsere Stadtverordneten treten seit Jahren ein: 1. Für Verminderung der Steuerlasten. (Der Fraktionsvorfitzende der Deutschen Volkspartei hat in der letzten Stadtverordnetensitzung öffentlich erklärt, datz die Steuern das Höchftmah erreicht haben, und daß die Befriedigung weiterer Sonderwünfche neue Steuern bedingen.) 2. Für Heranziehung ortsansässiger Handwerker und Kaufleute zu städtischen Arbetten und Lieferungen. 3. Für vernünftige Regelung des Verdinaungswesens. 4. Für Ausgleich der Gegensätze zwischen Mieter». Vermieter. 5. Für äuherste Sparsamkeit. 6. Für höchstmöglichste Aufwertung der stadt. Anleihen. 7. Für Förderung des Wohnungsbaues durch Schaffung eines großzügigen Bebauungsplanes und Bereitstellung bill. Baugeländes. 8. Für Herabsetzung der Preise für Gas und elektt. Strom und für Beseitigung der Bestimmung, daß die Mindestabnahme von Gas 4 Kubikmeter beträgt. 9. Für Hebung des Verkehrs. Es bedeutet also die Mittelstandsliste eine Zersplitterung des Bürgertums. Darum Wähler, gebt Eure Stimmen den bewährten bis» herigen Stadtverordneten der Vereinigten Bürgerliste (Deutschs Doikspartei und Deutschnationale Dolkspartei) Wahlvorschlag Nr.16 beginnend mit dem Namen Prof. Dr. Krausmüller. 10S6ID Der Wahlausschich. Der Bürgerverein Wieseck hat folgende Kandidaten zur Eemeinderatswahl aufgestellt: 1. Heinrich Werner III.» Landwirt 2. Karl Scherer, Schlossermeister 3. Heinrich Kümmel, Schreinermeister 4. Karl Lang, Landwirt 5. Heinrich Rodenhausen, Landwirt 6. Karl Weller, Eisenbahn-Wagenmeister 7. Karl Kreiling, Sandgrubenbesitzer 8. Friedrich Becker, Landwirt 9. Philipp Heinrich Mank, Landwirt 10. Ludwig Philipp Müller, Landwirt 11. Otto Jung, Landwirt 12. Heinrich Peter Becker, Landwirt 13. Ludwig Dölzel, Landwirt 14. Ludwig Weller, Landwirt 15. Adolf Jung, Landwirt 09187 Wähler und Wählerinnen! Geht alle zur Wahl und macht das Kreuz bei dem Namen Heinrich Werner III. Obige Kandidaten geben euch die Gewißheit, für das Wohl \ aller Schichten einzutreten. Der Wahlausschuß. Angehörige des Mittelstandes! Ihr allein seid die Träger der städtischen Steuern! Ihr seid die hauptträger unseres Wirtschaftslebens! Lebensfähigkeit der Wirtschaft verbürgt das Wohl der Allgemeinheit! Rückhaltlose Vertretung eurer Interessen gewährleistet daher Las Wohl des Gemeinwesens! verhängnisvoll für eure Existenz ist dagegen die Fortführung der Kommunalpolitik in der bisherigen Weife. Venn die von politischen Parteien gerühmte „ruhige Weiterführung' bedeutet eine verwässerte, eine Scheinvertretung, oder, wie die Erfahrung lehrt, überhaupt keine Vertretung eurer Interessen! Nicht „Ehrgeiz einzelner", lediglich das Versagen der politischen Parteien hat die Mittelstandsvereinigung ins Leben gerufen. Männer aus euren Kreisen soll daher die Vertretung eurer Interessen im Stadtrat, im Kreis- und Provinzialtag anvertraut werden. Eure Pflicht ist es, nunmehr einzutretsn für die Liste der MelWMMM Nr. 14 Unser Wahllokal ist im „Pfälzer Hof", Schanzenstraste, wo das Resultat bekannt gegeben wird. ]08a3c Samte in dcnaanabarsten Halben, echt Lindener u. Belvets wegen Geldknavr!- üctt nm 1OZ MM troO lehr billigen kkassapreisen 6. Zeltler Dammttr. 25 v., gegenüber d. böh Mädchenschule. Stern Laden. Künstliche Zähne zu 2 Mk. in Kautschuk ohne Webern kauen, Kronen, Brücken, Plomben au billigst 38.elfen. Auch aus TeilAablg. 20jäot. Praxis. Frau Königer Dentistin, 29 Steinnrake 29. Enten etc- Ke H?tner, Geflügelpoili HainstgOt R 3 Baden. Achtung! Saiten, lllänfe, suwea, Samen LS fer vertilgt um Garantie n. Perschnne- genbeli bet btUiguer ;> erechn .aufWunsch pcrfönl Arbeiten Kammerjäger P. Kreutz, Gießin, Cderitr. 14. Shicb SlnnnbuieileUe u. Auskunft Brand- gasse 4, Karte genügt. Germania Zwieback täglich srlschzu haben Bäckerei Fritz Schreiner 10U2D Ltndenvlatr 4. mtz Wählerinnen! Unsere Wahlvorschläge tragen die Nr. 3 und beginnen mit den Namen: gur Provinzialtagswahl: Dr.h.c. Reh, Rechtsanwalt und Notar, Alsfeld. Zur Kreistagswahl: Dr. Gustav Güngerich, Landgerichtspräsident a. D., Giesten. Jur Stadtverordnetenwahl: Martin Fischer, Kreisschulrat, Eiesten. Wer eine ruhige, sachliche Arbeit in Provinz, Kreis und Stadt unterstützen will, die sich fernhält, von persönlichen Verunglimpfungen anderer Fraktionen, der wähle unsere Listen. Silit itoimt.3 Am Abend der Wahl treffen sich die Parteifreunde im „Hotel Schütz". 10882c N WlwW m MAi üeiaolt.Miel Jlhsielicimnui Ob Sonne oder Regen — meine Stimmung ist immer so glänzend wie meine Scbube. Und die glanzen, wie... wie.« na, icb hab sie eben mit geputzt. Dafür gilt 3 einfach gar keinen Vergleich! WMW u.Biberschwänze liefert oromvtu. billigst C. Rübsamen Wicken Televbon 1659. T Photo-Hans" WlHterhoff Kreuzplatz 9 das Fachgeschäft für den Erklärung! In der gestrigen Nummer des „Gießener Anzeigers" ist ein Aufruf des Wahlausschusses „Vereinigte Bürgerliste" enthalten, zu dem hier Stellung genommen werden must, nachdem ein Schreiben an den Spitzenkandidaten dieser Liste bis jetzt unbeantwortet geblieben ist. In dem Aufruf ist die seitherige demokratische Stadtverordnetenfraktion in Verbindung gebracht mit „Sozialisierung und Kommunalisierung". Wir fordern hiermit den Wahlausschutz „Vereinigte Bürgerliste" auf, einen einzigen auf Sozialisierung abzielenden Antrag zu nennen, der von mir oder einem meiner Fraktionsgenossen in der letzten Wahlperiode vorgelegt worden wäre, oder eine Tatsache anzugeben, aus der auf eine in dieser Richtung gehende Absicht geschlossen werden könnte. Vermag der Wahlausschuß das nicht, so hat er sich durch die in seinem Aufruf enthaltene Bezichtigung eine schwere Verunglimpfung unserer Fraktion zu Schulden kommen lassen. Der Wahlaufruf der „Vereinigten Bürgerliste" enthält ferner die Wendung: „ .... die Sozialdemokraten mit den Demokraten in ihrem Schlepptau . . . ." Damit wird uns der Vorwurf gemacht, wir folgten ohne eigene Meinung oder sogar gegen eigene, bessere Ueberzeugung den Weisungen oder der Haltung der sozialdemokratischen Fraktion. Wir bedürfen keiner parlamentarischen Bevormundung weder von rechts noch von links, und lassen uns unsere Haltung nur von dem Interesse der Stadt wie von unserem Gewissen m-> uns-r-rUeberzeugung oorschreiben. Das sollte der Wahlausschuß der „Vereinigten Bürgerliste" wissen. Wir erblicken in dem fraglichen Ausdruck eine bewußte und gewollte, schwere persönliche Kränkung! I. A.: Fischer. 10881c Hausbesitzer der demokratisch. Parier hMer MM* Ms ad!!! Eure Existenz ist in Gefahr. Die Steuern und Abgaben bedrücken euch schwer und sind kaum aufzubringen. Dabei werden Erhöhungen nicht ausbleiben. Darum gilt es, die einzig richtigen Vertreter in das Stadtparlament zu bringen, wählt daher ave die Liste der 1C38OD WWOZMWU1.14 Mehrere Handwerker. überseht nicht, daß auf der Liste der demokratischen Partei der „prominenteste" Vertreter der Mieterschaft und L Vorsitzende des (Siebener Mietervereins, der unentwegte Verfechter der Beibehaltung der Wohnungs- zwangswirtschast, Herr Lehrer Hebermehl, steht. Darum Augen auf. Wählt richtig! Nr. 268 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)Samstag, K. November 1025 Islam und Voll Heroismus (Erne Auseinandersetzung.) Von unserem P-Mitarbeiter. Das Vordringen des Bolschewismus nach Asien, speziell sein Einzug in den mit dem Ramcn Turkestan bezeichneten mittelasiatischen Besitzungen Rußlands, lieh zwei Weltanschauung gen auseinailderstohen, von denen die eine jung, ideenreich und agressiv, die andere sich dagegen als Produkt einer uralten Kultur mit ihren starren, innerlich langst abgeschlossenen Formen über dem Lande lagerte. Bolschewismus und Islam! Zwei Ideenwelten, die sich in den wesentlichsten Punkten, trotz mannigfacher Berührung, diametral gegenüberstehen, begegneten sich nach der Revolution hier in Zeirtralasien zum ersten Mal, wobei es zu folgenschweren, die Stellung beider in Asien gleichsam k.ärenden Auseinandersetzungen kam. Vertrat der Bolschewismus seine Anschauungen mit einem gewaltigen Elan und trachtete er danach, der von ihm erstrebten Weltanschauung mit kriegerischer Gewalt zum Siege zu verhelfen, so verhielt sich die mohammedanische Welt 'als Religion sowohl wie als Wirtschaft bei Ausbruch der Revolution den neuen Ideen gegenüber zunächst durchaus nicht ablehnend. Hier in den asiatische^ Besitzungen Rußlands wie auch allgemein in pen von Europäern bewohnten und wirtschaftlich beherrschten Gebieten Asiens bestand nämlich schon lange vor dem Kriege in starkem Maße eine Eingeborenenfrage. Rur unter diesen» Gesichtswinkel einer wachsenden Strömung gegen die Europäer, speziell gegen die Russen, ist die schnell« Ausbreitung der Revolution in Zentralasien zu verstehen, deren Schlagworte von der Selbstbestimmung der Völker der Mentalität der Eingeborenen in hohem Mähe entgegenkam. Aber schon nach ganz kurzer Zeit, im Jahre 1918, folgte das Erwachen aus diesem Revolutionstaumel, indem besonders das eigentliche Turkestan mit seinen strenggläubigen Mohammedanern den Bolschewismus und überhaupt die ganz« Revolution schroff ablehnte, und zwar mehr aus geistig-religiösen denn aus politischen Motiven heraus. Die'« schnelle und erstaunliche Wandlung der Dinge ist dadurch zu erklären, daß die übe'.w'e e.»ke Mehrzahl ter Ci.»geloreren Innerasiens überaus rechtgläubig ist und jede Einmischung in religiöse Dinge, speziell eine Beseitigung der Kirche, wie es die Bolschewisten beabsichtigten, als persönlichen Angriff betrachtet. Auf ein ähnliches vollständiges Richtverstehen- wollen muhten auch die anderen Grundsätze des kommunistischen Snstems hier in Asien stoßen, da der „Sorte" als der Hauptvertreter der eingeborenen Devolker'ung, mit Leib und Seele Händler, nur zu oft Wucherer ist und leine Beschäftigung »nehr schätzt als das stundenlange Feilschen auf den Basaren. Ein derart eingefleischtes Händlervolk mit der starken Freude an Spiel und Gewinn muhte naturgemäh dem Gedanken «in«r kommunistischen Wirtschaft mit ihrem AuSschluh des Privathandels und Geldverdienstes biS in seine letzten Kreise hinein schon auS diesem Grunde ablehnend gegenüberstehen. Aber zu diesen beiden Momenten einer versuchten Ersetzung des Islams durch die „Aufklärung" und ter Abschaffung des Privathandels, trat aus viel schärfer wirkend« Tatsache noch die von den Bolschewisten versuchte Einmischung in die privaten Verhältnisse, vor allem in die häuslichen Angelegenheiten der Eingeborenen hinzu. Alles Dinge, die t«r Orientale bekanntlich ängstlich dem Butt der Außenwelt zu entziehe»» bestrebt ist, wobei er etwa hierauf gerichtete Angriffe mit leidenschaftlichem Fanatismus und starker Feindschaft beantwortet. Durch seine Religionsfeindlichkeit und das Bestreben, tas überall im Orient noch typische patriarchalische Hauswesen gewaltsam durch Gelehe und Verordnungen zu lösen, fetzte sich der Kommunismus in kurzer Zeit der Gegnerschaft dek gesamten mohammedanisch denkenden und vor allem fühlenden Welt aus, an deren Lebensfundament hier gerüttelt wurde. Die Folge war ein allgemeines Murren der Unzufriedenheit unter den Eingeborenen, das in offene Feindschaft ausartele, als die Bolschewisten die Medressen, das sind die höheren mohammedanischen De.igionsschulen sowie die Moscheen schlossen und die gesellschaftliche Gleichstellung und Emanzipation der Frau — ein Alnöing für jeden echten Orientalen — verkündeten. Die natürliche Folge dieses Vorgehens der Kommunisten war der Bürgerkrieg, d. h. es flackerten an allen Ecken Aufstände auf, die zu Anfang als allgemeiner Volkskrieg, nach dessen Riederwerfung durch die roten Truppen als langwieriger Kleinkrieg von 1918 bis 1923 Zentralasien brandschatzten und die blühende Baumwollwirtschaft der alten Ebene des Oxus und Iaxartes vollständig ruinierten. Es trafen jetzt Bolschewismus und Islam, zwei grundverschiedene Denkwelten, in aller Schärfe als offene Feinde aufeinander, bereit, die Waffen über den Sieg der Idee entscheiden zu lassen. Trotzdem die Russen diesen ganzen Kleinkrieg, den man in Turkestan mit dem Ra- men ,Basmatschiaufstand" bezeichnete, zu einem organisierten Räuberbandenwe.en stempeln wollten, handelte es sich doch lediglich um einen Kampf gegen den Bolschewismus und seine Ideen, da den eingeborenen Bauern und Kaufleuten, sa ls sie den Befehlen dieser Basmatschi Folge leisteten und den russischen Truppen keine älnterstühungen gewährten, kein Haar gekrümmt wurde. Die zahllos sich wiederholenden und endlos währenden Kämpfe zeigten die Seele beider Bewegungen deutlich: Der Kommunismus stark, jung, rein machtpolitisch denkend, mit dem festen Willen alles nur Erreichbare seinem Ideenkreis zu unterwerfen: der Mohammedaner, ebenfalls zur Waffe greifend, aber seiner ganzen Ratur und dem Wesen seiner Religion entsprechend mehr defensiv als offensiv gegen den eindringenden Ketzerglauben ankämpfend, als deren Vertreter die Kommunisten im Lande auftraten. Dieser Kampf zeigte eine für den ganzen Orient typische Erscheinung beim Aufein- anderstoßen von mohammedanischen Eingeborenen mit den Vertretern einer europäischen Großmacht. (Vgl. die Abenteuer der Franzosen in Marokko und Syrien.) Die Russen, die, von Turkestan aus gesehen, Europäer mit den Tendenzen einer erobernden Großmacht waren, ver- nrcchten dank einer überlegenen Technik die Hauptplätze des Landes sehr bald zu besehen, ohne daß es ihnen aber gelungen wäre, auch nur über die nächste Umgebung dieser Städte hinaus bei» Arm ihrer Macht auszudehnen. Hier auf dem platten Lande, in den Dörfern und im Gebirge herrschte praktisch unumschränkt der aufständische Basmatschi, der dem Feinde ie Zufuhr abschnitt und ihm Schlappe auf Schlappe beibrachte, ohne ftch ihm gegenüber aber auf offene größere Kämpf« einzulassen. Diese aufständischen Eingeborenen machten durch ihre Beherrschung des platten Landes alle Pläne der Regierung, di« Wirtschaft Turkestans in ihrem Sinne zu organisieren, zunichte und ließen den Anbau des Landes nur insoweit zu, als er zur Ernährung der eigeborenen Bevölkerung unbedingt nötig war. Darüber hinaus unterbanden sie gewaltsam jede Betätigung. Jede Produktion in Turkestan hörte auf. Die Daumwollerzeugung, die Grundlage des früheren Wohlstandes im Lande, sank im Jahre 1922, zur Zeit des Höhepunktes dieser Kämpf«, praktisch auf Rull. Die Getreidcerzeugung Turkestans, das vom europäischen Ruh and, seinem früise.en Getreidelieferanten, dura) das daniederliegende Verkehrswesen praktisch völlig abgeschnitten war, reichte für den Eigenbedarf der Bevölkerung nicht aus, so daß Jahre hindurch in Turkestan Hungersnot herrschte, die die Devöllerung nur noch mehr gegen den Bolschewismus «innahm. Da der überwiegende Teil der Eingeborenen mit diesen Basmatschi sympathisierte und häufig Angehörige unter ihnen hatte, muhten sämt- liche Versuche der Bolschewisten, die islamische | Welt nach kommunistischen Wirtschastssystemen zu organisieren, k.äglich scheitern. Die Verhältnisse wurden politisch und wirtschaftlich unhaltbar und im Zusammenhang mit dem mittler» weile auch im europäischen Ruhland einer wesentlich gemäßigteren Auffassung huldigenden Bolschewismus, trat mit dem Beginn d«S Jahres 1923 auch in Turkestan eine Wandlung ein. Der Privathandel wurde freigegeben und die Ausübung der Religion, sowohl durch den Besuch der Moscheen wie durch die Wiedereröffnung der Medressen, der Deligionsschulen, wieder gestattet. Der Bolschewismus in seiner starren, doktrinären Form erklärte seinen Bankrott, der Islam als Idee hatte gesiegt! Der Erfolg dieses Umschwunges war zunächst völlig negativ, denn der Basmatschi- ausstand dauerte an und die Devöllerung verhielt sich allen Anregungen zum Wiederaufbau der ruinierten Wirtschaft gegenüber durchaus apathisch. Man traute diesem Umschwung nicht und witterte eine Falle, da man durch die Erfahrungen der fast fünf Jahre dauernden Auf- standsbewegung überaus mißtrauisch geworden war. Erst als die Regierung sich mehr und mehr aus dem Wirtschaftsleben zurückzog und das Feld wieder den Eingeborenen überlieh, sowie Vertreter derselben in steigendem Mähe an den Regierungsstellen im Lande teilhaben lieh, begann sich Turkestan wirtschaftllch zu beleben, unter gleichzeitigem langsamen Einschlafen der Basmatschibewegung. Ern Zeichen dafür, dah letztere kein organisiertes Räuberbandenwesen, sondern die organisierte Abwehr des Islam gegenüber dem Bolschewismus darstellte. — Hatte sich die bisherige Polttik des Bolschewismus gegenüber der islamischen Welt durch überaus große ilntlugfieit und Kurzsichtigkeit ausgezeichnet, so trat hierin jetzt ein grunb» legender Wandel ein. Anknüpfend an der sehr klugen und geschickten Eingeborenenpolitik, die für das Vorgehen der Russen in Zentralasien feit der Eroberung des Landes in den 80ec Jahren bis zu Beginn des Weltkrieges maßgebend gewesen war, schlug man jetzt eine überaus erfolgreiche Orientvolttik ein, die die Herrschaft der Russen im Lande voll befestigte und sie wohlmöglich noch stärker werden lieh als es vor dem Kriege der Fall gewesen war. Man enthielt sich von nun an streng jeder Einmischung in das Religions- und Privatleben des Orientalen, versuchte durch Kredite die völlig ruinierte Wirtschaft zu heben und war auf der anderen Seite bereit, den starken Autonsmiebestre- bungen nachzugeben, indem man ihnen, geschickt die gegen Rußland gerichtete Spitze abbrechend, durch vermehrte Aufnahme von Eingeborenen in die Regierung Rechnung trug. Es wurde kurz alles den Bolschewismus vom Islam Trennende geschickt beseitigt und an dem beiten Id entoeltex C^r.ein'a: en an geknüpft. Hierbei machte der Bolschewismus die erstaunlich«, ihn aber nur so in Asien lebensfähig machende Wandlung vom islamfeindlichen Kommunismus jum extremen Rationalismus durch, die in dem Schlagwort: „Asien den Asiaten" ihre Krönung erhielt. Hiermit wurde einmal die völlige Befriedung des Landes und sodann die Beseitigung der russenfeindlichen Strömung erreicht, so dah die für Rußland so wertvollen zentralasiatischen Besitzungen dem Reiche erhalten blieben. Zugleich aber hat der Bolschewismus durch diese Wandlung auf der Dafts der Monroedoktrin seinen Eintritt in die weltpolitischen Machtfaktoren Asiens erreicht und ist damit zu der aussichtsreichsten und zugkräftigsten Idee des gewaltigen asiatischen LanoerkomplexeS geworden, die m ihrer ausgesprochenen Spitze gegen das englische Weltreich einen der zukunftsrei ch st e n Faktoren im Kampf um Asien darstellt. Wirtschaft. Zum prt/chmau. eier maccarom Börse und Geldmarkt. Das Eharakteristikum der Börse ist zur Zeit wieder einmal absolute Stagnation. Der tägliche Kurszettel weist erhebliche Lücken auf» da vielfach sogar für führende Werte keine Kursnotierung zustandekomm?. In erster Lärie ist eS die unflarc politische Lage, die lähmend wirkt. Aber auch die neuerlichen Vorgänge hn Wirtschaftsleben sind nur zu sehr geeignet, der Börse Zurückhaltung aufzuerlegen. Die lleinen Anzeichen einer Besserung scheinen schon toterer verschwunden zu fein, Es sind namentlich die fortdauernden Lohnbewegungen, die einer günstigeren Entwicklung der Industrie im Wege stehen. Die DerbindlichkcitserNärung des Schiedsspruches int Ruhrbergbau. der eine Aufbesserung der Löhne um etwa 6 Prozent vorsirht, scheint dem Ruhrbergbau Veranlassung zu sein, erneut Betriebs- einschränkungen ins Auge zu fassen. Wenn die Veränderung der Lage im Bergbau bisher noch nicht in einem weiteren KurSabbau der betroffenen Werte zum Ausdruck gekommen tfr, so dürfte dteS in erster Linie auf die hoffnungsvolle Beurteilung der Verhandlungen wegen der Bildung des Montan-Trust es zurückzusühren fein. Die Verschlechterung der Lage der Eisenindustrie wird in erster Linie auf die zunehmende Konkurrenz der französischen Schwer-Industrie, dio durch den neuerlichen Kurssturz des französischen Franken erleichtert wird, zurückgeführt. Selbst in Mitteldeutschland tritt jetzt das Saareisen als erfolgreicher Konkurrent gegen die deutsche Ware auf. Solange es nicht möglich ist, den sranzösi^ scheu Fvanlen zu ftabilifieren, famt man öie Eisen-Industrie nur recht pessimistisch beurteilen Lediglich in einzelnen Spezial^Werten war m der Berichtswoche ein leichtes Aufflackern zu ixr* zeichnen. In erster Linie sind hier die Werte des Sprengstoff-Konzerns zu nennen, die von der Wiedcranknüpfung der durch den Krieg verloren gegangenen Beziehungen zu der englischen Robel-Geselllchaft profitieren konnten. Rach Dem hierüber ausgegebenen Communigu6 sind d.r jetzt beabsichtigten Verpflichtungen noch engerer Ratuc als in der Vorkriegszeit. Der nunmehr endgültige Abschluß der Amerika-Anleihe für daL Kall-Syndikat übte seine sonderliche Wirkung auf Die Kurse der Kali-Alüen au8, da hiermit schon seit langem gerechnet war. Interessant an dinier AuSlandS-Anleihe ist, daß sie, wenn auch zumi geringen Teile, in London aufgelegt werden wird, nachdem vor kurzent die Sperre des englischen GewrnaritoS für AuslandskrÄrite aufgehvbeft worden ist. Der Geldmarkt hält. fein flüssiges Aussehen aufrecht, waS nicht zum geringsten Teil auf die außerordentliche Stille bei Börse zurückzufüh-- ren ist. An den vegchäktnismMg niedrigen Stand deS PrivatdrskonHatzes wird vielfach die Erwartung einer baldigen Ermäßigung beS Reichs- bankdiskontsatzes geknüpft. 11. E. ist diese Korn- (Nachdruck verboten.) 63. Fortsetzung. Ernst Nau Telephon 958 stfißa Walltorstr. 37 Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. „Ruth!" murmelte er, und hatte fein anderes Wort gewußt, um ihr zu sagen, was in ihm vorging. ,Hanns, halt mich fest!" mahnte ihn Hermann noch einmal. Und sie gaben auch Gerhart Lylander, der sich di« Bräuche mit beherrschter Ungeduld gefallen lieft, die Hand. Ruch Lylander schlug den Schleier herunter und verlieh mit ihrem Mann den Friedhof. Joseph Hoy hatte nur darauf gewartet. Jetzt zog er den Rock aus, hing den Znlinder an ein Grab- kreuz und hals dem Totengräoer die Grube füllen. ,Äch bin dreiundzwanzia Jahre fein Gärtner gewesen", sagte er und spuckte in die Hände, um Die braune Erde mit geschicktem Schwung von der Schaufel ins Grab zu streuen. Der Hügel war gehäuft, die Kränze daraus gelegt, das Neiseautomobil fuhr langsam daran vorüber, zwischen den neuen Häusern hindurch, und schnell und schneller in die grüne Landschaft hinein, in die der Laubwald schon dunkle Farben wirkte. So nahm Ruth Abschied. Rach vier Wochen kehrte sie noch einmal nach Rheinau zurück und traf Bestimmung über die Hinterlassenschaft des Vaters. Er hatte fein Ende kommen sehen und alles peinllch genau geordnet. Das Kapital war feiner Tochter schon von Anfang an verschrieben worden, und nun gingen auch die alten Model aus dem Hause. Hermann Ingold kam auf Engelhardts Wunsch in den Besitz feiner Herbarien und der unvollendeten Monographie über die Flora des Rheinauer Waldtales. Ruch brachte chm das Manuskript selbst. Er sah austecht an seinem Schreibtisch. Nur das Aufstehen und das Gehen fiel ihm noch schwer. „3d) nehme für längere Zeit Abschied, Hermann. Seit Papas Tod ist 3Ujeinau für mich nur noch ein Stück Vergangenheit, man kehrt dort nur noch in der Erinnerung ein." „Zur Einweihung des Kraftwerkes werden Sie aber doch kommen? fragte er ohne Arglist. Der Winter ging niemand schnell genug vorüber, und als es Frühling wurde und die innere Ausrüstung des Werkes raschen Fortgang nahm, die Fernleitungen schon über die Hügel fliegen, die Industriegleise bis ans Ufer reichten und auch die neue eiferne Brücke auf ihrem einzigen Strompfeiler als zierliches Gitterwerk über den Abgrund sprang, sah Hanns Ingold sein Werk der Vollendung entgegegengehen. Da ertappte er sich eines Tages — Hermann hatte durch eine harmlose Bemerkung den Gedanken ausgelöst — auf der Frage, ob er die Vollendung des 'Werkes mehr ersehne oder das Wiedersehen mit Ruth. An diesem Tage gab er zum erstenmal zerstreute Befehle und mußte seine Anordnungen am andern Morgen neu fassen. In Rheinau war jetzt ein frischeres Leben als ftüher. Die Amtsstellen waren vermehrt worden, der Zuzug von Beamten, Ingenieuren und Fabri- kanten hatte die gesellschaftlichen Verhättnisse umgestaltet. Hermann Ingold, der das Sommersemester in München zubringen wollte, war im Laufe des Winters soweit wieder hergestellt worden, daß er sogar zu den Tanzoergnügungen gegangen war. Durste er auch nicht tanzen, so hatte er doch die Gelegenheit nicht ungenutzt gelassen und sich verliebt. Er mußte erst zwei Versuche machen, ehe er den richtigen Gegenstand feiner 9leigung gefunden hatte. Dieser Gegenstand war die Tochter des Ober- arztes des Krankenhauses. Anfängllch war Hermann die Krankenhausluft unangenehm gewesen, aber schließlich kam er zu der Uebergeugung, daß Konstanze nicht das geringste von Karboldämpfen und Sublimatwatte an sich hatte. Er dichtete jetzt in Stanzen, denn sie wurde Stanzt genannt. Als er März war, waren sie einig, daß sie sich heiraten wollten. Sie liebten sich schon seit dem Fastnachtsball im Kasino, aber daß sie sich heiraten wollten, fanden sie erst fünf Wochen später heraus. Hinter dem Transformatorenhäuschen an der Brücke, wo sie sich getroffen hatten, küßten sie sich und schwuren sich Liebe und Treue. Früher waren die Rheinauer Stelldichein immer im Schatten der gedeckten Holzbrücke gehalten wor- den, aber die eiserne war fo durchsichtig, daß man Sie errötete, hob die Augen und erwiderte ganz ^,äa, wenn ich kann, werde ich kommen. Ich will es vollendet sehen." Hanns Ingold erfuhr erst zwei Tage später, als er von Karlsruhe zurückkehrte, daß Ruth dagewesen mar. An einem trüben Rovembertag erzählte ihm Hermann, durch einen Zufall der Unterhaltung daraus gelenkt, dah Ruth zur Einweihung des Werkes kommen wolle. Er hörte zu, ohne größere Tellnahme zu verraten, aber am Abend, der mit schweren Sturzregen über das Tal zog, ging er stundenlang im Kontor auf und ab und überdachte fein Werk und Ruths Wunsch, es vollendet zu sehen. Er blickte zurück, und es war ihm, als wären ungezählte Jahre vergangen, feit er mit biefem Gedanken aufgewacht war. Ein ganzes Leben schien es ihm heute, und nun, da die Bauten vollendet waren, der Lausfen gesprengt, der Rhein bezwungen, alles, was seines Faches war, in Eisen und Stein fertig stand und er im nächsten Jahre als Generaldirektor über das Ganze gesetzt werden sollte, um es ins Weite, ins Grenzenlose zu dehnen, nun empfand er auf einmal, wie einsam er geworden war durch sein Werk und um seines Werkes willen. Aber auch straffer, härter, von einer Schaffensglut, die ihn in unermüdlicher Energie auflodern ließ. Auf feinen Schultern lag alles. Richt Mitarbeiter, sondern nur Gehilfen waren die andern, und nur Gerhart Tylander mit seiner unbeirrbaren Ruhe und feinem sprungbereiten, jeden Gedanken Ingolds blitzschnell auf feine Verwendbarkeit prüfenden und ebenso rasch verwertenden Unternehmungsgeist hieft ihm die Wage. Als Menschen standen sie sich fremd gegenüber, Hanns von Eifersucht und Reid bebend, Gerhart mit dem jetzt zuweilen instinktiv herausbrechenden Arg- wohn, es könnte damals noch mehr gewesen fein als eine schwärmerische Jugendliebe Ruths. Liber diese Antipathien hatten kerne Zeit, sich einzunisten, denn im Beruf, im gemeinsamen Arbeiten standen fie sich so nahe, daß der Kommerzienrat Tylander agte, wenn die beiden zusammensäßen, sähe man die elektrischen Funken herüber und hinüber springen. nickt einmal hintereinander darüber gehen kontrte, und Hermann Ingold mußte auf Kcmstanzens Befehl stets eine Viettelstunde warten, ehe er ihr folgen durfte. Zwei Tage vor seiner Abreise nach München machte er feinem Bruder die Mitteilung von seiner Verlobung. Außer Konstanze und ihm selbst wußte noch niemand davon. Die Eltern sollten es erst zu Weihnachten erfahre«. Auch das hatten sie hinter dem Transformatorenhäuschen ausgemacht. Hanns wollte aufbrausen, dann besann er sich, und nun hätte er beinahe gelacht, aber als er den feierlichen Ausdruck in Hermanns Gesicht sah, da wandte er sich rasch ab, um ihm das Zucken der Lippen zu verbergen. Und aus seinem Innern stiegen Stimmen und mahnten ihn an seine eigene Jugendzeit. Er unterließ jeden Einwand und nahm Hermann nur das Versprechen ab, Konstanze nicht qu schrei» bcn. Ihre Liebe bedürfe ja der Briese nicht, und die Eltern könnten dann ohne Kenntnis dieses zarten Verhältnisies bleiben, wenn die Kaiserliche Post aus dem Spiel gelassen werde. Hermann Ingold war im Genesunasrausch leitfam wie ein Kind und fühlte sich gegenüber dem Bruder durch seine Liebe so begnadet, dah er dem Einsamen nicht gern widersprach. Er reifte ab. In den ersten Wochen erhiett Hanns oft Briefs und Karten von ihm. Und mitten hn Strudel der Arbeit, die jetzt wilder anfchwoll als der Rhein, der in diesem Jahre Hochwasser führte, las Ingold Hermanns Episteln, mit liebevoller Aufmerksamkeit und Geduld. Es war etwas vom Mann und Knaben darin, ein merkwürdiges Quirlen von Gefühlen und Gedanken. Da« zwischen große poetische Pläne, die dem Techniker im ersten Augenblick fremd vorkamen, bis auch ihn das nach Gestaltung Drängende reizte. So diente Hanns Ingold seinem Bruder als Blitzabletter, wie Hanns sich selbst namtte, und das gesammelte Fluldum, gemischt aus Liebessehnsucht, Ingendfülle und Gestaltungsdrang schlug wie Lenzgewitter bei ihm ein und stieß bis in die dunklen Quellen seines Wesens hinab, in denen es unruhig wogte. tForttetzung folgt.) /vyw ff V* Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, ▼I 1g A I Stahldraht- und Auslage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel 4r4y ^>^ ^** ♦* (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigste Preise. Teilzahlung gestattet. bination verfrüht. Der PrivatdiSko ntmarkt hat trotz aller 'Bemühungen noch immer bei weitem nicht die Bedeutung, die er in der Vorkriegszeit hatte. Die große Nachfrage nach Privatdiskonten ist darauf zurückzuführen, das) die öffentlichen Geldgeber gezwmigen sind, einen Teil ihrer flüssigen Mittel in Privatdiskonten anzulegen. Aus der anderen Seite haben aber die Danken kein großes Interesse daran, ihre Akzeptschuld zu vergrößern, und die Folge ist, daß auch bei den, fetzigen niedrigen Satze die Llmsätze sehr minimal sind. * Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 11. November berechnete Großhandels- Indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 4. November (120,7 um 0,7 vom Hundert auf 119,9 zurückgegangen. Don den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 113,8 auf 112,8 oder um 0,9 vom Hundert, die Jndustriestoffe von 133,7 auf 133,1 oder um 0,4 vom Hundert nachgegeben. * Die Einigungsverhandlungen in der chemischen Industrie abgebrochen. Im Rahmen des vom Reichsarbeitsminister angeordneten Zwangsschlichtungsverfahrens im Lohnstreit in der chemischen Industrie der Provinz Hessen- Nassau und dem Freistaat Hessen fanden in Berlin vor dem Sonderschlichter Ober- regierungsrat Albrecht vom Reichsarbeitsministerium zwischen den Parteien nochmals Einigungsverhandlungen statt, die ohne Ergebnis abgebrochen wurden. Der Schlichter berief sogleich eine Schlichtun^skammer, die ihre Beratungen sofort auf» nehmen wird. Kredithilfe der Rsichsregie- rung für den Exporthandel. Aach der „Frkf. Zig." ist zum Zwecke der Förderung des deutschen Außenhandels und zur Erhöhung der Möglichkeit für die Inanspruchnahme von Bankkrediten im In- und Ausland zu Export- zwecken ein Plan der Verwirklichung ziemlich nahegebracht, nach dem die Reichsregierung bei Exportgeschäften die Hälfte des Kreditrisikos gegen eine entsprechende Prämienzahlung Übernimmt. Die andere Hälfte ist durch den Exporteur selbst und durch die privaten Versicherungen zu tragen. * Die Auslandanleihe des Deutschen K a l i I y n d i k a t s. Der Aufsichtsrat des Deutschen Kalisyndikats ermächtigte einstimmig den Dorsland zur Ausnahme einer zum Handel im Ausland bestimmten Anleihe von 40 Millionen Dollars und 2 Millionen Pfund Sterling als erste Serie eines zulässigen Betrages von 75 Millionen Dollars. Die Anleihe soll mit 7 Prozent verzinslich und innerhalb 25 Jahren durch jährlichen Rückkauf zum Börsenpreis oder Auslosung zu 102,5 Prozent tilgbar sein, vorbehaltlich gewisser früherer Kündigungsberechtigungen. Sie soll durch Bürgschaft der Kaliwerke in Höhe ihres Anteils an der Anleihe durch Sicherungshypothek und durch nw- natiiche Reservierung der Erfordernisse des Zinsen- unb Tilgungsdienstes aus dem Kaliabsatz nach Amerika und Großbritannien, evtl, auch noch anderen Auslandgebieten, gesichert werden. Der Aus- gabekurs unterliegt noch der Vereinbarung bis zum Tage des öffentlichen Angebots der Schuldverschreibungen an den ausländischen Börsen. * Die Amerikaanleihe der Rheinisch- Westfälischen Elektrizitäts-Werke überzeichnet. Wie der „Börsenkurier aus Neu- york meldet, wurden die Bonds im Betrage von 10 Mill. Dollar des Rheinisch-Westfälischen Elektri- zitäts-Werks stark überzeichnet. Aus allen Teilen der ^Bereinigten Staaten gingen Zeichnungen ein. Chemische Werke, Dorrn. H. & E. Albert 'in Amöneburg bei Biebrich a. R h. In der AR. Sitzung berichtete der Vorstand. daß das Ergebnis un ersten Halbjahr 1925 befriedigend genannt werden kann. In der letzten Zeit sei allerdings infolge der allgemeinen Wirtschaftslage und der verringerten Kaufkraft der Landwirtschaft ein gewisser Rückschlag ein- getreten, der das Iahresergebnis beeinflussen könne. Immerhin hoffe die Verwaltung, daß mit einer bescheidenen Dividende gerechnet werden dürfe. Für das Geschäftsjahr 1924 gelangte eine Dividende von 6 Prozent zur Verteilung. u Weitere Betriebseinschrönkun- gen im Ruhrbergbau. Von der Verwaltung der Rheinischen Stahlwerke wird der „Deutschen Bergwerkszeitung" mitgeteilt, daß sie sich infolge Absatzmangels genötigt sieht, die Förderung auf ihren Zechen Arenberg, Zentrum, Fröhliche Morgensonne und Brasseri bis zum 15. November um 15 000 Tonnen arbeitstäglich einzuschränken. Eine diesem Forderausfall entsprechende Anzahl von An- gestellten und Bergarbeitern muh bis zu diesem Zeitpunkt entlassen werden. Die Entlassungen sollen nach sozialen Gesichtspunkten vorgenommen werden. Don den Einschränkungmaßnahmen werden etwa 1000—1200 Arbeiter betroffen. ' Schuhfabrik Herz A.-G., Frankfurt am Main. 3n der Hauptversammlung wurde der dioidendenlose Abschluß per 30. Juli 1925 einstimmig genehmigt und beschlossen, nach Abzug von 6 Proz. Dividende yus die Vorzugsaktien den Reingewinn von 7620 Nm. vorzutragen. 3n der Hauptversammlung regte ein Aktionär die Herabsetzung des Stimmrechts für die Vorzugsaktien an. Ein Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt. * Einkaufspläne der Sowjethandelsflotte. Die Einkaufskommisston der Sowjethandelsflotte wird in der nächsten Zeit nach dem Ausland abreifen, um für die Schwarze-Meer-Flotte ungefähr 56 Fracht- und Pafsaaierlchiffe mittlerer Tonnage einzukaufen. Das Geschäft soll auf der Basis einer zehnjährigen Kreditierung abgeschlossen und die Aufträge sollen innerhalb eines Jayres erledigt werden. Börsenkurse Tfltnm: 5°/> Deutsche Reichsanlcthe 4% Deutsche RcichSan leihe 3'/«% Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche NetchSmleihe Deutsche eparptämicnanlcibe 4% Preußische ökonsolS . . - 4®o Hessen • 31 /s’/o Hessen.......... 3»/0 Hellen Deutsche Gertb. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schav-Amreisug.'I 4°/0 Zolltilrken 5°/e Goldmrrikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft .Commerz- und Privat-Bonk Tannft. und NaiionaUrank Deutlche Bank Deutsche vereinöbank .... DiSconw Lonunandtt MctaUbant. ..... Mitteldeutsche Kreditbank. Lcftcireichische Creditaustall Wcstbank ...... Bochumer Guß . ..... BuderaS ........ Caro ..... Deutsch-Luxemburg • • • - • tSelsenlirchencr Bergwerke. Sarpencr Bergbau Kaliwerke Aswcrülebeu.... Kaliwerk Weüeregelu Lauradütte ...... . Ober bedarf . ........ Phönix Bergbau ..... Rheinnahl ...... 'Hubert Montan ..... TelluS Bergbau..... Ham bürg'Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philivv Hotzmunn ..... Analo-Cont -Guano . . . . . Badische Anilin ...... Chemische Mayer Alavdi . . Goldicüinidt .... GrieS^eimer Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . ....... PütgerSwirke ....... Scheweanstalt . . «llg. ElektrutiatS-Geselllchaft Bergmann ..... Mamkro'twerke «churten ....... Siemens k HalSke flblcriverfe Kiener ..... Daimler Motoren. .... Hcyligenllaedt • ..... eguin Piotvrcnwerke Mann beim frankfurter arniorurtn . . Ko.ileroenfabrik Braun MetaUgesell chaft Frankfurt Pct. Union A.-G. . . . Schub adrik Herz Sichel ..... Zellstoff Waldbof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wag kaufet . . . Frank, urr y.M. "^Berlin Schluß Nur» rixi;lUL'' '2lbcn)> Sri; Sdjtirti. Stu » Sd;(u6S Wittag h^rl* 13. 11. 13 11. | 12. 11. 11 11. 0,3125 0 205 U.21 ' 20 5 — 9 2475 ) 2'25 0 23 J.23 0,235 0.235 0 3 0.3 0.M5 0.3)0 — » 1225 0 12 0.24 0,23 . 15 0 2 ) 2175 — 0,21 — 0 IM 0,2 0.205 — 0 05 0.2 öl». 3.i 90 25 91.75 91.75 97.1 97,1 97,45 97,35 7 65 7 5, 7.7 7 5 43.75 43 —• 130.2» 129,5» 131 2» 130» 9 75* 94* !'4 25 94 25» 103.5» 10 ,6» 103.3» 10.1,5» 103 5» —- • 104,5» 104,2* 66 66 — 101 6* 101.1» 101,9» 101.2» 72 70,75 — •* 89.5" 8«,5* 89,75» — 6.75 rt/,5 6,75 6,75 0.03 0,05 — 0.03 — * —• 69» 67.75* 35.5 31 36 34 2.5 __ • 33» 33 » 67 5» 74.5» 66» 8,2.5» 67» 4.25» 73 62» i01» 98.5' 101.4» 98 75» 10« n 104 -'5 107.25 103 5 115.9 109 114.5 HO 31 5 d8 34 13 34 — w 43.2. j 42,5» 66 25» 64.5» 65,-5» >3 9* 53.75 54.75» 53.25» 66.5 66 66 65.25 45 4i - - _ • 66» 67,4» 67.75» 73,5» 73' 73.5» — - — 55 75 54.5 — — 15,25 48,25 44.25 43 — — 75,5 72 117,2» 116.7» 116,2* 116,7» — • * — 63 57 60,5 57 117.5- 115 2» '16» 117.5» 115,1» 118» 113,5» 45 43 56.5» 54», 67,5 66» 76 75 - - 9« 5» -• 91» 90» — 70* 18* 67.5 6» 5 - 63» 6j1.6‘ 63 75» 63.2 » 69.75* — »I» 77.5* <-6 5 26.25 26,5 26 23 . » 22.5 23 20 — -* 25 2. 25 - ♦ 23 23 — — — -W — 88 86.5 w — 65 55 51.5 55 23.6 23.7 — 26.5 2 4 <1.37 1.5 1.5 .9 .9,2 6 .6 79 50.5 50 — 44.5 43.25 44.3a 43.25 Dediftnmarkt Berl'm—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Da n k n o ten. 12 Novdr. 13. Nov r. Ämtlicbe Nori ruug Amtliche Notieruna (Selb 1 Brier Gclv Brief Ämit-.yioll 168,79 169,21 168 84 169.$4 ' Bu«n-Aires 1.741 1.45 1.743 19 05 1.747 Brll-Äntw 19.02 19.06 19.09 Cbriftiania 84 16 84.38 84.69 84.91 Äovcnbagen 103.27 103.53 108.54 103,80 Stortdolm 112.15 112,4) 112.16 112,4 .HelllngforS 10.555 10.595 10 555 10.595 Uralten. . 16.73 16,77 16 98 1.02 Loudon. . 20.332 20,»2 30.332 20.382 WtoDorf - • 4,195 4,215 4.195 4.W Pari«. . . Schweij . 16.84 16 88 l .12 17,16 SO.84 11.04 90 83 81.03 Svanicn . 51,78 59,92 59. 3 59,97 Japan .. - .760 1.764 1.757 1,761 'ffio de Jan 1.632 0.634 0 62- 1.624 Wien in D-' Cefl. abgefi 59,11 69,25 59.13 59,25 Prag ... 12.42 12.4 12.42 12,46 Belgrad . . 7.43 7.45 7.43 < .45 Bubaveft. Bulgarien 5,8 5 6,895 6.875 3,895 3.04 ..05 3.04 3.0, f'llabon 21.225 0,275 21 275 21,32-, Danzig. . Konst utin. 80.61 80 83 »> 61 80 81 1.375 3,385 2, 85 3,895 Alben 5 74 5 76 5 77 5.78 Conada- . 4.197 4.207 Urugnay 4.80 4,31 —» — Berlin, 18 Novdr Geld Briet Amerikanische Role» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ...... Englische Noten........ Französische Noten...... Holländische Noten ...... italienische Noten ...... NorweMche Noten...... Deutsch-Oesterr., 4100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Noten..... , Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . .. , «.19 18,98 103.27 30,299 15,<« 168,41 16.93 84,4 • •>8,95 . 111.87 80.62 59.57 12.877 5,84 4.21 19,08 103,79 3).399 17,1« l69/.r. 17.01 81 91 59,23 112,43 81.02 69 87 12.437 5.88 Berliner Börse (Eigener Drahtbertchi des .G:ctzenLr Anzeigers".) Berlin, 13. Rov. Die Kennzeichnung des Effektengeschäftes bleibt nach wie vor eine @e- schäftsstille. die bald nicht mehr übertroffen werden kann. Die Umfatztätigkeit beschränkte sich selbst in den Termin-Wertey und den bisher bevorzugten Spezialwerten auf die kleinsten Beträge. Es ist erklärlich, daß durch diese Depression das Kursniveau weiter leiden mußte. Bei den führenden Werten, wie Montan- und Chemteaktien betrugen anfänglich die Kursverluste 2 bis 3 Proz. Für Montanwerke verstimmten vor allem die Berichte aus dem Ruhrbergbau, wonach sich die Qage dort wieder wesentlich verschlechtert hat, da der Auftragseingang stark abgeflaut ist. An den Effektenmärkten herrschte daher heute eine ausgesprochen matte Tendenz. Günstige Rach- Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. Aus den Silben: a — a — an — Briet — cha — chi — dach — der — di — e — e ei — en — fen — gel — ger — gra — i — ka — ke — ko — la — lud — nan — ne — net — nie — or — or — pel — pel — phie — ras — re — rt — ris — rund — sche — se — fen — fen — sen — si — sto — stuhl — the — tho — ti — ton — u — wie — wig sind 23 Worüe zu bilden, deren Anfangs- und dritte Buchstaben, letztere von unten nach oben gelesen, ein Zitat ergeben. Die Worte bedeuten: 1. Frauennamen, 2. Daum, 3. Schwertlilie, 4. Gewürz, 5. Metall, 6. Stadt' in Italien, 7. Märchendichter, 8. griechisches Gewand, 9. Raubtier, 10. Grasfläche, 11. Erdteil, 12. Handwerkszeug, 13. Körperteil, 14. Musikinstrument, 15. französischer Komponist, 16. Priestergewand, 17. Rechtschreibung, 18. Teil des Hauses, 19. Kanton, 20. Polarforscher, 21. Edelstein, 22. türkischer Titel, 23. Männername (ch — 1 Buchstabe). Bruchstückrätsel. Bon jedem der nachstehenden Worte streiche man die erste Silbe und füge an den Rest eines der nachstehenden Bruchstücke. Bon den somit neugebilde en Worten nennen die Endbuchstaben ein Goethezitat. Meltau — Talkum — Seine — Besen — Kienspan — Fagott — Blattgrün — Schicksal — Tutti — Wenge — Anna — Radel — Reiher — Tante — Uri — Lüge — Efau. — Gregor — Teller — Käse — Igel. Bruchstücke: be — bei — bei — che — bau — gi — Hatz — ki — lert — lieb — mer — mes — rew — ruch — |am — sicht — specht — ta — ta —- tus —» xas. Rätsel. Ein Jüngling schlief am Dach: Die Liebste kam geschritten Tlnd rief den Liebsten wach Mit hold verblümten 'Bitten; Sie nannte einen Strauch, Da war es flugs geschehen; Sie konnte ihm ins Äug' Und er ins ihre sehen. Bcsnchskartenrätscl. HanS Emil Kräudelin Was ist der Herr? Auslösungen. Entzisferungsaufgabe. Ludendvrff, Memelland, Berlin, Schwerin, Grenze, Herriot. Wo deutsche Berge hoch ins Blau llnb deutsche Dome ragen, Mit einem Wort: am schönsten ist'S, Wo deutsche Herzen schlagen I (Ioh. Repomuk Dogl.) ilmtoanblungßaufgabe. Mai-Land. Acht-Eck, 2kot-Sttst. Tee-Brett. Inn-Tal, Rot-Tür, Schoß-Kind. Torf-Stich» Aar- Gau, Gold-Stück. — Wartinstag. Scharade. Wallenstein. SerftedrätfeL Leo, Oer, Ehic, As, Rum, Aut, Ohm. --- Locarno. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Anekdoten. Ein obskurer Schriftsteller beklagte sich gegen Samuel Johnson darüber, daß er von den Rezensenten hämiicy be andett werde. „Beruhigen Sie sich, Herr" sagte der große englische Lexikograph, „kein Schriftsteller kommt durch die Schriften eines anderen um seinen guten Ruf, immer nur durch seine eigenen.“ • Als der in der Geschichte der Mathematik mit Ruhm genannte Lazarus Bendavid, Verfasser des Versuchs über das Vergnügen, der Beitrage zur Kritik des Geschmackes u. a. m. unter dem nicht nur als Mathematiker, sondern auch als boshaftem Epigrammdichte r-^erühmten Abraham Golthelf Kastner (gestorben 1800) in Göttingen studierte, bat er einst diesen seinen Lehrer um ein Zeugnis. Kästner schrieb chm sogleich folgendes: „Ich bezeuge hiermit, daß Herr Bendavid, Kandidat der Mathematik, auf jede mathematische Lehrstelle Anspruch machen darf, nur auf — meine nicht." Der berühmte Doktor Ourguet war am Hose eines französischen Königs Hof- und Leibarzt. Seine reiche Erfahrung wurde nur noch durch seine Grobheit übertroffen. Als er eines Tage- wieder einen der zimperlichen und wehleidigen Sdelknappen beim Krankenbesuch rauh anfuhr, wurde es diesem zu bunt, und er rief ärgerlich: „Herr Doktor, ist Er Höfling." arzl oder Roßarzt?" — „Hängt ganz vom Patienten ab!“ erwiderte lakonisch der alte Brummbär. Moses Mendelssohn wurde von seinen Freunden bedauert, daß er der Buchhalter eine- Reichen sein müsse, der ihm nicht das Wasser bieten könne. „So ist's gerade recht", wehrte Mendelssohn das Bedauern ab. „Sollte ich der Herr und er der Schreiber fein ? Wahrlich, ich könnte ihn nicht brauchen.“ ch Den berühmten Erforscher der Stadt Rom. Gregorovius, fragte eine Dame, wieviel Zeit man gebrauche, um Rom gründlich kennen zu lernen. „Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, meine Gnädige," antwortete der Gelehrte, „ich lebe erst feit fünfzehn Iahren in dieser Stabt4* Als Boileau erfuhr, er fei zum Historiographen des Königs mit einem ansehnlichen Gehalt ernannt worden, sagte er lächelnd: „Man hat mit mit Stockschlägen gedroht, solange ich Satiren schrieb, die ich doch so ziemlich zu schreiben verstehe: jetzt gibt man mit eine Pension, um Geschichten zu schreiben, die ich nicht zu schreiben verstehe." Der Sohn des großen Buffon war ein junger Mensch ohne alle Erziehung und Sitten. Der Satiriker Rivarol sagt von ihm: „Der ist daS armseligste Kapitel aus bet Raturgeschichte seine- DarerS?' („Die Große Welt".) richten, wie der baldige Abschluß des deutschspanischen Handelsvertrages usw. blieben völlig einflußlos. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tägliches Geld ZV2 bis 91 /« Proz. Monatsgeld 10 bis 11 Proz. 3m Devisenverkehr war PariS auf größere Interventionen hin heute gegen London auf 118,75 bis 119 gebessert nach 121,40 am Vortage. Die Reichsmark notierte in London 20,36, Amsterdam 59,15*/,- Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 13. Noo. Tendenz: Schwach. Während an den Vortagen unter dem Einfluß einiger günstiger wiriswafllicher Momente die freund- liche Veranlagung der Börse sich immer wieder durchzufetzen wußte, sah sich die Börse bei der heutigen Prämtcnerklärung einem scharfen Angebot gegenüber, das auf den Aktienmärkten einen ft arten Kursdruck ausübte. Auch die Spekulation nahm Abgaben vor. Zur Begründung für die schwächere Haltung wurde auf den Fall Lewinski, Retzlafs & Co. in Berlin verwiesen, der zu einer starken Zurückhaltung Anlaß gab, um so mehr, als noch andere Berliner Bankfirmen ebenfalls nicht mehr ausgabefähig fein sollen. Die Meldungen, daß die Medioabwicklungen in Berlin nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gehen sollen, vergrößerten die Verstimmung des einen lustlosen Charakter tragenden Geschäftes. Der Verkehr an den Aktienmärkten stagnierte teilweise. Nur in ausländischen Renten, so namentlich in ungarischen Werten, blieb Interesse bestehen. Die Nachfrage nach mexikanischen Werten hat wesentlich nachgelassen. Am Montan- und Chemiemarkt stellten sich Kursrückgänge von 2 bis 6 Prozent ein. Die in den letzten Tagen gesteigerten K a l i a k t i e n hatten Verluste bis sechs Prozent aufzuweisen. Elektrowerte bröckelten weiter ab. Bankaktien fetzen niedriger ein. Von Autoaktien schwächten sich Daimler erneut um 0,75 Prozent ab. Bankaktien waren gehalten, dagegen bröckelten Zuckeraktien ab. Deutsche Renten lagen vernachlässigt. Reichsanleihe waren angeboten (0,202). Schutzgebiet 4,5. Der Freioerkehr lag überwiegend schwächer. Api 0,375, Benz 26,5, Drown Booeri 54, Entreprise 11, Growag 62, Ufa 46,5. Der weitere Verlauf war schwankend, doch wurde die Tendenz noch schwächer, und die Umsätze flauten weiter ab. Der Geldmarkt war leicht angespannt mit Rücksicht auf die Medioregulierungen. Tagesgeld 8 Prozent, Monatsgeld 9,5 bis 11,5 Prozent. Jrn Deoisenver- kehr zeigten sicb Schwankungen. Lire und Franken waren fühlbar befestigt. Erstere stellten sich gegen London auf 120, Paris auf 119,25. Die übrigen Valuten waren unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. Aov. Der Probuktenmarkt war weiter befestigt infolge nennenswerter Preissteigerungen Amerikas. Auch der Exportbriwrf hält an. Es notierten für je 1030 Kilo: Weizen, märt 223 bis 226. do. Dez. 239 bis 241. do. Marz 241,50 bis 243,50, do. Mai 243,50 bis 245,50. Roggen, märt 136 bis 139, do. Dez. 114,50 bis 156,50. do. März 168 bis 170, do. Mai 174 bis 175, Gerste, märf. 184 bis 208, Futtergerste 148 bis 160, Hafer, märf. 162 bis 171, do. Dez. 176. do. März 181; für je 100 Kilo: Weizenmehl 27 biS 31,25, Roggen mehl 20 bis 22,25, Weizeakleis 11,20 bis 11,30, Roggenkleie 9 bis 9,20, Viktoria- erbfen 23 bis 31,50, kleine Soeiseerbs-en 22 bis 24, Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Ackerbohnen 19 bis 22, Wicken 20 bis 25, Lupinen, blau 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14 bis 14,20, Leinkuchen 21,20 bis 21,50, Trocken schnitzel 7,60 bis 7,70, Torfmelasse 9,20 bis 9,50, Kartoffelflocken 12.70 bis 12.90. Zucker 19,30 bis 19,50. & ff L Sammeln Sie ^^WWE'