Nr. 241 Erstes Blatt (d > 175. Jahrgang Mittwoch. 14- Gttodrr 1925 Lisch etm täglich, außer Sonn» und Feiertags. Beilagen: GiehenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monats-Vezuospreir: 2 Goldmark u 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech.Anschlüsse: bchriftleitung 112, Der« iagundDeschäflsslellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: UnzeigerGtehen. Postscheckkonto: Zrankfurt a M 11686. GieheimAilzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VniS und Verlag: vrühl'sche Universilatr-Vuch' und Lleindruckerel R. Lange in Stehen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnuntmttbis zum Nachmittag oorhek ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite Örtlich8, auswLrt» 10 (Bolbpfenntg; für Re- Klame-Anzeigen o 70 nm Breite 35 (Bolbpfenntg, Platzvorschrift 20’ , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen - Der deutsch-russische Vertrag. Moskau, 12. Ott (Wolfs.) Der heule nach- mittag Im Gebäude des volskommissarials für aus- rvärtlge Angelegenheiten unterzeichnete Vertrag »mischen dem Deutschen Reich und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken besteht aus den allgemeinen Bestimmungen und folgenden Abkommen, die mit den allgemeinen Bestimmungen ein einheitliches Ganzes bilden: ein Abkommen ibcr Riederlassung und allgemeinen Rechtsschutz, ein Wirtschaftsabkommen, ein Lisenbahnabkommen, ein Seefchlsfahrtsabkommen, ein Steuerabkommen, ein Abkommen über Handelsgerichte und ein Ab- k'rmmen über gewerblichen Rechtsschutz. Der Vertrag unterliegt der Ratifikation durch die geseh- zebenden Körperschaften. Die Ratifikation soll so- failt) als möglich herbeigesührt werden. Bei der Unterzeichnung des Vertrags waren die Mitglieder der beiderseitigen Delegationen, Vertreter der deutschen Botschaft und Mitglieder des Volkskommissariats des Auswärtigen und des Volkskommissariats für den Außenhandel anwesend. Gleichzeitig mit dem hauptvertrag wurde ein K o n - sulatsvertrag nebst Rachlahabkommen und einem Rechtshilfeabkornrnen unterzeichnet. Auf dem anläßlich des Abschlusses des deutsch- russischen Handelsvertrages gegebenen Bankett dielt Boltslommissar Litwinoff eine Rede, in der er u. a. erklärte: D.e abgeschlossenen Ber- ttäge fi 'b um so bedeutungsvoller, als diePrin- zipien deü Rapollovertrages nunmehr eine konkrete Anwendung auf wirtschaftlichem Gebiet gefunden haben. Der Rapallo» vertrag war das erste normale politische Abkommen, das die Sowjetunion mit einem der öeftftaaten abgeschlossen hat. 3n einer Erwiderungsansprache erklärte der deutsche Botschafter Draf v. Drockborff-Ranhau u .a.: Deutschland und Rußland haben durch Unterzeichnung des Vertrages den besten Beweis dafür gegeben, daß sie nach wie vor den in Rapallo Ungeschlagenen Weg f o r t s e h e n wollen. Beide Oertragsteile werden aus dem Vertrag große wirtschaftliche Vorteile ziehen. Der Vertrag wird auch nicht ohne Einfluß auf die weitere • Entwicklung der internationalen Beziehungen der 6? beiden Läm>er bleiben. Der Vorsitzende der russischen Delegation, ^Hanetzkh, gab in seiner Rede der Hcber- zeugung Ausdruck, daß der Vertrag die wirt- schaftlicheundkulturelleZufammen- ? arbeit Deutschlands und Rußlands starken werde. 3n der Vorkriegszeit betrug die russische Einfuhr aus Deutschland 47 Prozent des gesamten russischen 3mports, die Ausfuhr nach Deutschland 30 Prozent des gesamten russischen Exports und war hoher als dieAusfuhr in irgendein anderes Land. Vach Abschluß des Handelsvertrages werden diese Ziffern in kürzester Zeit sogar überschritten werden. Der Vertrag habe auch eine große politische Bedeutung, da die Rapallo-Linie weiter ausgebaut werde. Zum »chluß sprach Hanehky dem deutschen Botschafter t>. Brockdorff-Rantzau und der gesamten deutschen Delegation für die freundschaftliche Zusammenarbeit seinen Dank aus. Der deutsche Botschafter von Drockdorff- Ranhau erklärte vor Pressevertretern: Der soeben unterzeichnete Vertrag, das Ergebnis zweijähriger schwieriger Verhandlungen, ist der Ausdruck des ernften Willens beider Telle, zwischen den so verschiedenartigen wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnissen Deutschlands und der Sowjetunion einen gesunden Ausgleich zu sinden. Dieser Wille half beiden Teilen über die Tatsache hinweg, daß nicht alle Wünsche voll berücksichtigt werden konnten, deren Befriedigung die beiderseitigen Wirtschaftsorgane für den Abschluß des Vertrages als unerläßlich bezeichnet hatten. Der Botschafter gab der Erwartung Ausdruck, daß durch den Vertrag die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländexn , gefördert werden möge. 3nfolge dieser wirt- " schaftlichen Zusammenarbeit würden sich auch die durch die Leningrader Akademiefeier neu belebten geistigen Beziehungen weiter erfolgreich : entwickele. Der Vertrag ist ein neuer Beweis dafür, daß beide Völker entschlossen sind, an dieser Linie festzuhalten. Eine derartige Klarstellung des gegenseitigen Verhältnisses zwischen den zwei Ländern, die so aufeinander angewiesen sind wie Deutschland mrd die Sowjetunwn, bedeutet eine wesenlliche Forderung der wirtschaftlichen Gesundung eines Gebietes, das eine Bevölkerung von fast 200 Millionen Menschen umfaßt. Der Vertrag bleibt fomit auch auf die Gestaltung der allgemeinen internationalen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht vhne -Einfluß. Oie Opposition gegen Severing. Preußischer Landtag. Berlin, 13. Okt. Präsident Bartels gedenkt, .während sich das Haus von den Plätzen erhebt, des Ldlebens des Abg. Dr. Preuß (Dem.). Gestützt auf sein reiches Wissen als Staatsrechtslehrer, wurde er der Schöpfer der republikani- ichen Reichsverfassung. 3m preußischen Parlament habe er sich ebenfalls um das Zustande- 'ommen der Verfassung Verdienste erworben. Seine Arbeiten um die Verfassungen des Reiches und Preußens werden ihm ein ewiges Andenken sichern Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushaltes des Ministeriums des hnern. Verbunden mit der Beratung werden Anträge und große Anfragen über die Unter- r 31 i n g u n g der Optanten, über Unmetter- ichäden und anderes. Außerdem wird verbunden Das Durchmarschrecht. Die Minister der Entente haben sich also doch entschlossen, in der Frage des Artikels 16 dem deutschen Standpunkt entgegenzukommen. Sie hatten sich auch allzu sehr festgefahren, da sie uns bisher immer versichert hatten, daß es sich dabei doch nur um eine Formfrage handelte. Aber eben, wenn es sich um eine Formfrage für sie handelte, war nicht einzusehen, weshalb sie dann den deutschen Bedenken nicht Rechnung tragen wollten, die doch sehr handfeste Gründe für sich hatten. Rach diesem Artikel 16 verpflichten sich nämlich die Volkerbundsmitglieder, falls ein Dundesmitglied unter Außerachtlassung der übernommenen Verpflichtungen zum Kriege schreitet, unverzüglich alle Handels- und Finanzbeziehungen zu ihm a b z u b r e ch e n, ihren Staatsangehörigen jeden Verkehr mit den Staatsangehörigen des Vertragsbrüchigen Staates zu unterlagen und alle finanziellen, Handels- und persönlichen Beziehungen zwischen den Staatsangehörigen dieses Staates und jedes anderen Staates, gleichviel ob Dundesmitglied oder nicht, abzuschneiden, lind im Absatz 3 sagen sich die Dundesmitglieder wechselseitig 11 n t e r ft ü h u n g bei Ausführung aller erforderlichen wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen zu, sie veranlassen alles Erforderliche, um den Streitkräften eines jeden Dundesmitgliedes, das an einem gemeinsamen Vorgehen zur Wahrung der Dundesverpslichtungen teilnimmt, den Durchzug durch ihr Gebiet zu ermöglichen. Das heißt ins gemeinverständliche Deutsch übertragen, die Bundesmitglieder sind gehalten, ihre Grenzen fremden Truppen zu offnen und einen wirtschaftlichen Boykott mitzumachen. Darauf kann sich Deutschland nicht einlassen, weil die Folge in jedem Falle wäre, daß es der Leidtragende solcher Exekutionen ist, weil es infolge der einseitigen Entwaffnung seine Grenzen nicht schützen kann. Würden wir uns einer Aktion gegen Rußland anschließen, dann könnten die Russen in wenigen Wochen in Berlin stehen, und wir hätten die Kosten des ganzen Verfahrens zu zahlen. Um dieser Gefahr aus dem Wege zu gehen, müßten wir grundsätzlich im DölkerbundSrat gegen jede Aktion stimmen, auch da, wo ein Unrecht offensichtlich zutage liegt, und würden uns dadurch dem Vorwurf einer zwiespältigen Moral aussehen. Was die Mächte der Entente uns jetzt Vorschlägen, lauft darauf hinaus, daß wir uns zwar an der Abstimmung über die Schuldfrage ruhig beteiligen können, trotzdem aber freie Hand behalten, unsere Grenzen gegen fremde Truppen zu sperren und beim Wirtschaftsboykott draußen vorzubleiben. Läßt sich das in Präzise Sähe gießen, dann wäre damit den deutschen Wünschen vollauf Rechnung getragen. Denn es handelt sich für uns nur darum, dem Artikel 16 die Giftzähne auszubrechen. Wie das gemacht wird, ist demgegenüber von untergeordneter Bedeutung. Rur, gemacht werden muh es, und deshalb wird erst die schriftliche Fixierung abzuwarten sein, ehe sich sagen läßt, ob der Vorschlag unseren Wünschen genügt. Vor der Hand sind daran immer noch leise Zweifel berechtigt, denn Frankreich kämpft ja gerade um das Durchmarschrecht durch deutsches Gebiet, das wir chm nicht zugestehen wollen und können. Legt nun Frankreich bei dem Artikel 16 selbst eine Barriere um Die deutschen Grenzen, dann schwächt es seine Posifton bei seiner Forderung nach der N st g a r a n t i e, die doch auch auf das Desehungsrecht hinausläuft. Und deshalb wird man abwarten müssen, ob die in Locarno gefundene Lösung in ihrem schriftlichen Niederschlag uns tatsächlich befriedigen kann. Fortsetzung der Besprechungen. Die Polen und Tschechen bei der deutschen Delegation. Locarno, 13. Okt. (TU.) Der polnische Außenminister, Graf Skrzhnfki, erschien heute morgen zu der verabredeten Besprechung bei der deutschen Delegation und machte zunächst dem Reichskanzler seine Aufwartung. Dieser Besuch dauerte nur wenige Minuten. Darauf folgte eine längere Besprechung bei Dr. E t r e s e- mann. Lieber den Inhalt der beiden Unter- redungen ist zu sa^en, daß der Besuch beim ReichSka-.z er durch e.ne allgemeine Anie.Haltung ausgefüllt war, wahrend die Lnte.redung mit dem deutsHen Außenminister sich aus a le zwischen Deutschland und Polen schweieiden politischen Fragen erstreckte. Rach Beendigung der Besprechungen wurde von polnischer Seite offiziell erk art, daß die Besprechung einen günstigen Verlauf genommen und bewiesen habe, daß eine dentsch-poln'sche Verständigung über den Ostpakt möglich sei. Gegen 11 Ahr erschien der juristische Sachverständige ter tschech scheu Delegation, Prof. K r a m a r, im „Esplanade- zu der an- gekundig e i Besprechung mir Dr. G a u S. Claats- sekre'är von Schubert war mittags Gast LeS tschechischen Außenministers Dr. D e n e s ch. Senator Scialoja, Briand und Berthe - lot unternahmen nachmittags eine mehrstündige Fahrt auf dem Lago Maggiore. Die heutige Nachmittagssitzung ter Außenminister dauerte von 5 bis 6.30 Ahr. Im amtlichen Kommunique heißt es: In ter h.u i et Na 'm tingSsih ng w rde ler Gesamt bericht der Rechtssachverjtändigen über den letzten Stand der Revisionsarbeiten, die ihnen zur Vorleistung einer endgültigen Redaktion deS Sicherheitspak cs anbrrtraut waren, ent^egengenommen. Hinsicht ich eines größeren Teiles des erörterten Textes wurde eine Einigung erzielt, wahrend einige Punkte einer späteren Erörterung Vorbehalten wurden. Die nächste Sitzung wurde auf den 14. Oktober 1925, nachmittags, festgesetzt. Der Berichterstatter des WTB. meldet hierzu ergänzend: Die heutige Vollsitzung, deren Abhaltung noch in den ersten Nachmittagstunden zweifelhaft erschien, ist schließlich abgehalten worden, well die Juristen noch rechtzeitig mit dem Bericht über die ihnen übertragenen Aufgaben fertig geworden waren. Während'der Vollsitzung ist der Text des Paktentwurfes durchgesprochen worden. Ein Teil der Diskussion galt den O st s r a g e n, wobei es jedoch zu endgültigen Beschlüssen nicht gekommen ist. Was Art. 16 und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund betrifft, so hat sich die Sachlage gegenüber Montag nicht geändert. Gegenwärtig scheinen in den Paktverhandlungen die sogenannten deutschen Nebenfragen im Vordergrund zu stehen, auf deren Bedeutung für Deutschland bereits von vornherein hingewiesen wurde. Auf französischer Seite scheinen diesen Forderungen gegenüber gewisse Widerstände geltend gemacht zu werden. Viel kommentiert wurde die Entsendung des Staatssekretärs K e m p n e r nach Berlin, in der man in einigen Lagern ein kritisches Anzeichen erkennt und von der man eine Verzögerung der Konferenzarbeiten behaupten wollte. Demgegenüber wird in maßgebenden deutschen Kreisen mit aller Entschiedenheit festgestellt, daß von einer Verzögerung der Konferenzarbeiten durch diese Reise um so weniger die Rede fein kann, als die deutsche Regierung in jedem Falle, gleichgültig ob das Schlußergebnis der Konferenz sich positiv oder negattv gestaltet, an einer möglichst schleunigen Durchführung der Arbellen. und einer Klarstellung der poli- ttschen Gesamtlage auf das lebhafteste interessiert ist. Aebrigens war die Entsendung eines Herrn aus der Umgebung des Reichskanzlers zur Berichterstattung nach Derlln über den Gesamtstand der Verhandlungen von Anfang an vorgesehen. sobald ein hinreichender Aeberblick über die Lage möglich war. Dieses Verfahren entspricht den bisherigen Gepflogenheiten auf politischen Konferenzen, an denen Deutschland beteiligt war und hat sich durchaus bewährt. Uebrigend dürfte anzunehmen sein, daß auch andere Delegationen ähnlich verfahren sind. Heber die voraussichtliche Dauer der Konferenz gehen die Auffassungen in den einzelnen Delegationen auseinander. Wahrend man in eng» lischen Kreisen von der Erledigung aller schwe- das deutschnationale Mißtrauensvotum gegen den Innenminister Severin g. Der Ausschuß fordert u. a. in einem Antrag, daß alles getan werde, um dafür zu sorgen, daß die Räumung der Kölner Zone nicht eine stärkere Belastung der dann noch besetzt bleibenden Gebiete zur Folge hat. Abg. Hirsch (So§.): Man hat immer wieder gegen uns mit den Argumenten operiert, daß die sozialdemokratischen Beamten die Partei unheilbar bloßgestellt hätten. Was ist von Ihrem ganzen Beweismaterial nach den Ausschußverhandlungen übrig geblieben? Lediglich der Fall des sozialdemokratischen Landrates des Kreises Liebenwerda. Diesem einen Fall lassen sich eine Reihe von Fällen gegenüberstellen, wo 23eruntreuungen, Unterschlagungen von Sparkassengeldern und dergleichen von nichtsozialdemokratischen Beamten, auch von deutsch, nationalen Landräten, begangen worden sind. (Andauernde Unruhe und erregte Zurufe rechts.) Wenn wir an dem System Severing etwas auszusetzen haben, so ist es das, daß es mit der Besetzung der Beamtenstellen durch Republikaner nicht rasch genug vorwärts geht. von der Fraktion der Deutschen volksparlei ist ebenso wie von den Deutschnationalen nunmehr ein Mißtrauensvotum gegen den Minister des Innern Severing eingebracht worden, das besagt: Der Landtag entzieht dem Minister des Innern Severing das nach der Verfassung erforderliche vertrauen. Abg. M i lb e r g (Dn.): Gegen die Person des Herrn Severing haben wir nichts. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten). Wir verurteilen aber feine Personalpolitik und feine Verwaltungs- methoden. Die Wirtschaft bei den Gemeinden und öffentlichen Verbänden schreit zum Himmel. Wir fordern vom Minister hierbei eine st r a f f e r e Staatsaufsicht. Die Moral ist gesunken durch solche Elemente aus dem Osten, die der Minister des Innern hemmungslos über die Grenze gelassen hat. Oberpräsident Hör sing, der Protektor des Reichsbanners, hat es nach dem Eingeständnis Se- verings oft an dem nötigen Takt fehlen lasten. Das System Severing ist ein Krebsschaden für Preußen und Deutschland. Es muß schleunigst verschwinden. Abg. Dr. Peucker (Z.): Das Zentrum ver- langt keine Bevorzugung bei der Besetzung höherer Verwaltungsstellen, wohl aber vollkommene Parität für die Katholiken, die noch Immer nicht gewahrt ist. Wir treiben keine Gesinnungs- schnüffele!. Aber die Beamten der Republik müssen sich zur gesetzmäßigen Dersastung bekennen. Daß benden Fragen bis zum Ende der laufenden Woche spricht, hat man in öen Lagern der östlichen 3nterefienten die Auffassung, daß mit bet Beendigung der Zus immcnEunft von LLocarno erst in der zweiten Hälfte der kommenden Woche zu rechnen sei. Vie Schiedsgerichtsverträge. Locarno, 14. Oft (Sil.) Die Juristen- konferenzen, die jetzt nahezu Tag und Nacht stattfinden, toerben in den nächsten Tagen in erster Linie über die Schiedsgerichtsverträge verhandeln. Es besteht die Absicht, die vier zu erwartenden Verträge in etwa zwei bis drei Tagen bis zum Abschluß reif zu fördern. DaS ist aber eine ungeheure Aufgabe, deren Erfüllung in so kurzer Zeit recht skeptisch zu beurteilen ist. Die Schiedsvertragsverhandlungen mit den Westmächten sind zwar in der Londoner Iuristenkon- ferenz bereits sehr weitgehend gefördert, aber mit den Tschechen hat gestern erst die erste Fühlungnahme stattgefunden, während Dr. Gaus mit dem polnischen Experten überhaupt noch keine Fühlung gehabt hat. Von großer Bedeutung ist, daß die deutsche These der nicht restlosen Schiedsgerichtsbarkeit bereits in London durchge- f et) t ist. Gestern abend ist der Referat für die Tschechoslowakei im Auswärtigen Amt, Graf Zech, in Locarno eingetroffen. Für heute wird die Ankunft von Geheimrat von Bülow erwartet, der bekanntlich zu den Dölkerbundsspe- zialisten des Auswärtigen Amts gehört. Eine Kabinettssitzu g. Staatssekretär Kempner in Berlin. Berlin, 14. Oft. (211.) Staatsrekretär Dr Kempner traf gestern abend um 9 Ahr auS Locarno auf dem Anhalter Bahnhof ein. Um V210 Uhr traten die in Berlin anwesenden R'e ich sm in ist er unter dem Vorsitz deS Reichsarbeitsministers Dr. Brauns zu einer Sitzung zusammen, in der Staatssekretär Dr. Kempner über den bisherigen Verlauf der Konferenz Bericht erstattete. Dr. Kempner, der im Laufe des heutigen Tages wieder die Rückreise nach Locarno antritt, wird nach Erledigung seines Vortrags beim Herrn Reichspräsidenten seine Berichterstattung vor dem Reichskabinett, die gestern nacht nicht zu Ende geführt wurde, heute fortsetzen. Zu der Reise des Staatssekretärs wird gegenüber anderen Verlautbarungen an zuständiger Stelle festgestellt, daß es sich nur um eineDerichterstattung handelt, nicht etwa um einen entscheidenden Beschluß. Die Berichterstattung sei von vornherein für einen gegebenen Zeitpunkt in Aussicht genommen worden, der nunmehr auf Grund der Aussprache der zwei letzten Tage gegeben ist, nachdem sich die deutsche Delegation ein Bild über die Haltung der Gegner hinsichtlich sämtlicher zur Debatte stehenden Fragen hat machen können. Gegenüber anderslautenden Meldungen beöeütet die Reise des Staatssekretärs sozusagen den Scheitelpunkt der Konferenz, lieber eine Unterredung der Parteiführer ist an zuständiger Stelle nichts bekannt. Die Saardelegation in Locarno. Locarno, 13. Okt. (T.ll.) Die in Locarno eingetroffene Saardelegation unter Führung des Kommerzienrats Röchling hatte sich heute vormittag in das Esplanadehotel begeben, wo sie von dem Außenminister Dr. Stresemann empfangen werden sollte.Da Dr. Strefemann zur Zeit eine Unterredung mit dem Grafen Skrzyns ki hatte, mußte diese Begegnung hinausgeschoben werden. Ueber die Stellung der Saardelegation erfahren wir von unterrichteter Seite, daß es sich bei ihrer Anwesenheit in Locarno um eine Fühlungnahme mit den maßgebenden Mitgliedern der deutschen Delegation handelt, die über die Stimmung und Lage im Saargebiet unterrichtet werden wollen. Forderungen werden von der 'oaarbelegation an die deutsche Delegation nicht die Kommunen zu großen Luxus treiben und zu hohe Kommunalsteuern nehmen, ist nicht richtig. Kein Land hat ein so blühendes kommunales Leben wie Deutschland. Der Gesamtausgabebedarf der Kommunen hat sich von drei Milliarden in der Kriegszeit nur auf 3,6 Milliarden im Jahre 1924 gesteigert. Zudem sind die einmaligen Ausgaben der Kommunen für außerordentliche Zwecke von 800 Millionen im Frieden auf 250 Millionen heute zurückgegangen. Die Sparkassen, die den Mittelstand mit Krediten versorgen, müssen sich den veränderten Verhältnissen des Geldoerkehrs anpasien und dürfen nicht gefesselt werden. Hier muß die Regierung die kommunalen Einrichtungen gegenüber mächtigen Wirtschaftskreisen schützen. Abg. S ch w e n ck (Komm.) betont, daß die Kommunisten dem Minister Severing das schärfste Mißtrauen entgegenbringen. Abg. Dr. Grzimek (D.): Den Beamten müsse klargemacht werden, daß sie der Staatsbürger wegen da sind, und nicht umgekehrt. Von dem Innenminister sei die Erhaltung des Deutschtums und der deutschen Kultur zu verlangen. In der Verwaltung müßten alle Schichten gleichmäßig vertreten sein. Mittwoch Fortsetzung der Aussprache. gerichtet werden. Bereits im Laufe des letzten Jahres haben sich die Verhältnisse im Saargebiet soweit geändert, daß die Besetzung des Saarge- bietes für die französische Regierung z u einer schweren Arbeit geworden ist, die ihr jährlich etwa 10 Goldmillionen kostet. Die Jahrtausendfeier hat auch für die französische Regierung den Beweis erbracht, daß bei einer Abstimmung im Saargebiet nicht ein Prozent der Saarbewohner seine Stimme für Frankreich abgeben würde. Je länger die Volksabstimmung yinausgeschoben wird, um so mehr kräftigt sich der nationale Gedanke unter den Saarbewohnern. So ist denn auch in maßgebenden Kreisen des Völkerbundes die Anschauung vertreten, daß Frankreich eine Abstimmung heute nicht mehr riskieren kann, ohne sich der größten Blamage auszusetzen. Es ist heute bereits soweit, daß die Stimmung im Saorgebiet vom französischen Standpunkt aus eine ernste G e ° fahr für das benachbarte Elsaß-Loth- ringen bedeutet. Englische Pressestimmen. London, 14. Olt. (WTD. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Locarno u. a. zur Frage deä Artikel 16 der DolkerbundÄsahungen: Großbritannien. Frankreich, Belgien und Italien erklärten, es liege außerhalb ihrer Zuständigkeit, über eine Frage zu entscheide, deren Beurteiler einzig und allein der Völlerbund sei. Sie erkennen jedoch jeder an. daß das Maß, bis zu dem jedes Mitglied des Völkerbundes gezwungen sei bei der Durchführung einer Entscheidung des Völkerbundes auf Grund des Artikels 16 mitzuwirken, notwendigerweise in jedem Falle b c - schränkt sei durchdiernaterieNenMit- tel und die geographische Lage des Mitgliedes. Es verlautet, daß eine endgültige Vereinbarung durch eine Reihe von Einwänden, die von einzelnen Delegationen erhoben wurden, verzögert worden sei. Auch „Daily Rews", die in Sperrdruck „Den Pakt in Sicht" verkündet, bezeichnet die Haupt- schwierigkeiten hinsichtlich des Artikels 16 als überwunden und schreibt weiter: „Der Pakt ist so gut wie vollendet und Deutschland ist so gut wie versprochen worden, daß Köln ge* rä UM t wird, sobald der Pakt untereschnet worden ist, und daß die Besetzung in den anderen Zonen gemildert oder so gut wi eunsichtbar gemacht wird. Die Verkürzung der D e s e tz u n g s f r i st. die von Deutschland verlangt wurde, ist aber abgelehnt worden." Die Sozialdemokraten gegen Malaja. Stürmische Sitzung im österreichischen Nationalrat. Wien. 13. Olt. (WB.) Die heutige Rationalratssitzung war der Schauplatz eines äußerst heutigen Zusammenstoßes zwischen den Sozialdemokraten und dem Außenminister Dr. Wataja. Gegenstand der Beratung war die zweite Lesung der jüngst vom Hauptausschuft mit Mehrheit angenommene Resolution des Völkerbundsrates. Der Sozialdemokrat Leuthner kritisierte in scharfer Weise die Tätigkeit des früheren Bundeskanzlers Dr. Seipel und des Finanzministers Kienboeck sowie die Haltung der Mehrheitsparteien uni) insbesondere der Großdeutschen Partei. Leuthner besprach ausführlich die Rotwendigkeit des Anschlusses an Deutschland. Die Angriffe Leuth- nerS wandten sich darauf gegen den anwesenden Außenminister Dr. M ata ja, den er als den ärgsten Wühler gegen den Anschluß und als den schlimmsten Feind, den Deutschland in Oesterreich besitze, bezeichnete. Was soll man. so fuhr Leuthner fort, aber zu der Mehrheit sagen, welche hier wiederholt dem Anschluß zujubelte oder zustimmte und welche daneben einen Menschen als Außenminister duldet, welcher in ganz Europa als Ausdruck der Gegnerschaft gegen den Anschluß gilt. Denn nicht nur wir nennen ihn so, sondern ganz Europa nennt ihn so. Soll ich erst von den Zeugnissen reden, welche ihm seine französischen Herren und Gebieter, denen er seine gehorsame Dienste erweist, geben? Mataja richtete an die Opposition die Frage, ob sie denn nicht Leuthners Ausführungen mißbillige. Die Sozialbemokra'.en antworteten mit stürmischen Rein-Rufen. Dr. Mataja erklärte, die Behauptungen Leuthners entbehrten jeder Grundlage. Wenn er sein persönliches Empfinden während der Darlegungen Leuchners kennzeichnen wolle, so müs'e er sagen, es sei ihm gewesen, als ob neben ihm et^as Unappetitliches, etwas Lln- sauberes ..... Weiter konnte er nicht sprechen, denn auf den Bänken der Opposition erhob sich ein furchtbarer Sturm. Die Sozialdemokraten stürzten gegen die Minifterbank Leuthner schlug wiederholt vor Mataja mit der Faust auf den Tisch und rief: Frecher Lausbube, nimm Dein Wort zurück! Sodann schlug Leuthner noch ein vor dem Minister liegendes großes Aktenbündel mehrfach mit großem Krach auf die Bank und stürzte dann hinter^ die Ministerbank auf Mataja zu. Rur mit Mühe ge'ang es seinen eigenen Vartei- geno'sen, ihn zurückzuhatten, während sich Bun- deskanzler Ramek schützend vor den Außenminister stell! e. Man sah, wie der Bundeskanzler von der Ministerbant aus auf den sozialdemokratischen Führer Dr. Bauer einsprach. Von den sozialdemokratischen Danken wttd immer der Ruf: ckibt keine Sitzung ohne Abbitte!" hörbar. Die um 5 älhr unterbrochene Sitzung wurde um 7V» Uhr Wieder ausgenommen. Die Obmännerkonferenz, die sich, wie verlautet, für die Entscheidung deS Zwischenfalls inkompetent hinstellte, erklärte, es sei Sache der Regierung, festzustellen, ob sie sich mit Mataja solidarisch erkläre. In der zusammengerufenen Obmännerkonserenz richteten die Vertreter des sozialistischen Verbandes an die Regierung zwei Fragen. 1. Identifiziert sich die Regierung mit den unflä- tigen Beschimpfungen, welche der Minister Mataja heute gegen den Abgeordneten Leuthner ausgesprochen hat. 2- Ist die Regierung bereit, dem Verbände der sozialdemokratischen Abgeordneten für diese Beschimpfung Genugtuung zu geben. In parlamentarischen Kreisen wurden Stimmen laut, die von der Möglichkeit des Ausscheidens Dr. Matajas aus dem Kabinett sprechen Abends wurde jedoch von den führenden Mitgliedern der Mehrheitsparteien erklärt, daß keine Krise bestehe und der Zwischenfall voraussichtlich bis zum Beginn der morgigen Sitzung beigelegt sein wird. Die Regierung erklärt, daß für den Ministerrat keine Veranlassung vorliege, irgendeinen Beschluß zu fassen. Die Trauerfeier für Hugo Preuß. Berlin, 13. Oft. (Wolff.) Im Preußischen Landtag fand heute vormittag die Trauerkundgebung für den Aeichsministcr a. D. Professor Dr. Hugo Preuß statt. Treppenhaus und Wandelhalle waren mit Blattgrün und Trauerflor weihevoll geschmückt. Den in der Wandelhalle aufgebahrten Sarg umgab eine Fülle von Kränzen. In Anwesenheit der Witwe und der Angehörigen des Entschlafenen, zahlreicher Vertreter der Reichsregierung, der Staatsregierung, sonstiger Behörden und vieler Abgeordneter eröffnete R e i ch s m i n i st e r D r. Brauns die Feier, indem er das Beileid der Reichsregierung ausdrückte und das Werk des Dahingegangenen würdigte. Der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Reichsminister a. D. K o ch, «feierte den Verstorbenen gleichfalls als Schöpfer der Reichsverfassung und entwarf ein Bild seines Lebens. Üandtagspräsident Bartels hob hervor, daß der Verstorbene bis zuletzt unermüdlich im Parlament und in den Ausschüssen gearbeitet habe. Iustizrat Falk- Köln, der Vorsitzende der demokratischen LandtagsfraktiLn, feierte Preuß als Freund, Weggenossen und Führer der demokratischen Fraktion. Dann wurde der Sarg unter den Klängen des Harmoniums aus dem Saal geleitet. Handwerkstagung der • deutschen Dolksparter. Goslar, 13. Oft. (T. U.) Der Reichshandwerkerausschuß der Deutschen Volkspartei hielt unter Beteiligung namhafter Handwerkerführer aus ganz Deutschland eine Tagung ab, auf der Staatssekretär a. D. K e m p t e s einen Vortrag über die politische Loge hielt. Reichstagsabg. H a v e m a n n- Hildesheim sprach über Handwerkerfragen und betonte die Notwendigkeit einer neuen Reichshandwerkerordnung sowie eines eignen Staatssekretariats für das Handwerk. Eine Entschließung verlangt Fortführung der Steuerreform, äußerste Sparsamkeit in allen Verwaltungen, einheitliche Regelung des öffentlichen Verdingungswesens, Beachtung des Preisgoba- r e n s bei Kartellen und Syndikaten. Das Handwerk erklärt sich bereit, die Bemühungen der Regierung um den Preisabbau zu unterstützen. Raubbau im Saargebiet. Saarbrücken, 13. Olt (TU.) Rachdem schon der saarpfälzische Ort Schnappach dem Raubbau der französischen Grubenverwältung zum Opfer gefallen ist, werden jetzt neue Bodensenkungen aus dem Ort Dudwerler gemeldet. In der Dähe des Schiedebornschachtes hat sich in nördlicher Richtung der Boden in einer Länge von rund 250 bis 300 Meter ungefähr 2—3 Meter breit gesenkt Der ganze Strich zeigt tief llaffende Oeffnungen. Stellenweise ist der Boden der- fa u er bieto N?» ‘Wh bestell- 0 d>n- , ftellunq Mt, mit ■ xv!?*«•»#■ ».-nn Mt ÄM* gar äs? ML sä"S M anderes M ba8 Leben nt bei der niemand L" und Ziel der Aus- ^E lvvcden als bet Qlame ft Wohl nehmen die ein- uugen, die sich auf die itter und des tlcinen KinveL " -EM ein, aber wch l‘en t>tc anderen Gruppe * auch die ersten beide Ichast und ,Deiv ur senden und 3 um $eil & ) Xafcln. die die verHeeren- Wyolmihbrauchz unb der »Ägen. werden, desvndeü von dvs>rm sMchen Stuft mit denen der Leiter der eitet, einen tiefen Eindruck rfehlen. der in der Wohvi- as weniger strengen Stan.d. iß, als ihn der.Guttemvler' 'c Qkffyer der Ausstellung, chsten Truppen gehen mit dem .heiklen' Gebiet, das achten und Mißbrauchten AusLärmg" zusammen. Recht vertritt die Ausstel- nndpunlt, daß hier ernste anendlich viel besser ist. als eugieriges Halbwissen, und -senden, von dem Mer an, storch" nun doch einmal seine al, die Ausstellung auch in gl werden tarnt unb soll, unter sachgemäßer Führung, den Wunsch haben, ihren quälenden Grübeleien zu et' u erleichtern die besonders er das.FrühlurMwachen junttc und Ergänzungen zu -r Einzelheiten viüleicht M £n* Ergebmss^r OSLS ‘SrÄ Ä&tW da- überholter nur W»1” SueS« 8® n werden, danu ^ Erfolg hier erztelien rM auslletbt- d-ü der Landes issgiSj wegen Gebäude. Lwi'di« MW ermöglicht. ($?• ist also dafür gesorgt, das) die Lehre vom Leben der Allgemeinheit in größerem Maße zugänglich gemacht werden kann als im alten Institut. Man beabsichtigt Kurse für Lehrer an Volks- und höheren Schulen einzurichten, weil die Physiologie des Menschen für Schule und Lehrer von außerordentlicher Wichtig- feit ist. ” Neue Sichtvermerkgebühren für d i e Schweiz. Aach Vereinbarungen zwischen der deutschen und der schweizerischen Regierung werden die Sichtvermerkgebühren für die beiderseitigen Staatsangehörigen mit Wirkung vom 20. Oktober 1925 herabgesetzt. Erhoben werden für einen Sichtvermerk zur einmaligen Durchreise ohne freiwillige Fahrtunterbrechung deutscherseits eine Reichsmark, schweizerischerseits feine Gebühr: für einen Sichtvermerk zur einmaligen Ein- und Ausreise, oder zur einmaligen Ein- und Wiederousreise. oder zur einmaligen Aus- und Wiedereinreise, oder zur einmaligen Einreise nach erfolgter Ausreise deutscherseits fünf Reichsmark, für einen Sichtvermerk zur einmaligen Einreise oder zur einmaligen Wiedereinreise schweizerischerseits fünf Franken: für einen Sichtvermerk zum beliebigen häufigen Grenzübertritt innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten deutscherseits zehn Rentenmark und schweizerischerseits zehn Franken. ° Die Buchhandlung Keißner, die in diesen Lagen ihre Geschäftsräume von Reuen Baue 3 nach Schulstraße 6 in das frühere Gö- belsche Autogeschäft verlegt hat, gehört nach diesem Llmzug zweifellos zu den führenden Buchhandlungen Gießens. Vier große Schaufenster geben durch geschmackvolle Ausstellungen ein gutes Bild von der Leistungsfähigkeit und dem Wollen £cr Geschäftsleitung. Große, Helle Innenräume. mit Tischen und Stühlen ausgestattet, machen bas Bedientwerden zu einem Genuß. Ein besonderes Lesezimmer gibt Gelegenheit, sich mit wertvollen Reuerscheinungen wissenschaftlicher und schöngeistiger Literatur vertraut zu machen. Ein Saal im ersten Stock dient als Vortragsraum und zur Unterbringung von Kunstausstellungen. Da bereits mit namhaften Persönlichkeiten aus der deutschen Literatur der Gegenwart zwecks Veranstaltung literarischer Abende Fühlung genommen worden ist, kann man erwarten, daß im Geistesleben Gießens die Buchhandlung Keißner eine Aedeutende Rolle spielen wird. *” Dienstjubiläum. Der Sortiermeister Iohann Sturm kann morgen, 15. Oktober, auf eine 25jährige Dienstzeit in der Zigarrenfabrik Ludwig Georgi Hierselbst zurückblicken. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 63/t Ußr: „Der Dogelhändler". — Ausstellung „Mutter und Kind" von 11 Üßü vorm. bis 91/.. Ußr abends Reue Aula: Großer Hörsaal der ‘ älniversität 8 Uhr Vortrag von Medizinalrat Dr. Walger. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weiße Schwester". Oderhesien. Landkreis Gießen. .£ Wiese ck, 14. Oft. Zn der für die hiesige Gemarkung im Gange befindlichen Feldbereinigung gibt der zuständige Feldbereinigung s° lommissar bekannt, daß in der Zeit vom 21. bis einschließlich 27. Oktober auf dem Amtszimmer der hiesigen Bürgermeisterei das Drainage- vrojekt für das Gebiet zwischen Marburger Straße und dem Gießener Trieb und eine Abschrift des Kommissionsbeschlusses tont 2. Oktober 1925 zur Einsicht der Beteiligten offen liegt. Wie aus der Bekanntmachung weiter hervorgeht, werden die Beteiligten aufgefordert, beabsichtigte Einwendungen gegen das Drainageprojekt während der angegebenen Offenlegungsfrist bei der Bürgermeisterei einzureichen. Dies hat schriftlich zu erfolgen, Gründe sind gleichzeitig mit einzu- reichen. Einwendungen, die nach dem angegebenen Zeitpunkt eingehen, bleiben unberücksichtigt. Damit in Verbindung steht jedenfalls die von vielen berbeigewünschte Durchführung des beabsichtigten Wie enprojektes, das die Trockenlegung des onst der Versumpfung entgegengehenden Wiesecktales bringen soll. Ganz besonders schlimm steht es hierbei um die Wiesen an der „Oberlach", auf denen es bis heute noch nicht möglich war, alleS Futter abzuemten. Manche Wiesenstücke konnten überhaupt noch nicht betreten werden, auf diesen steht noch das Grummet, auf anderen wird gegenwärtig versucht, die „Ernte" wenigstens als Einstreu zu retten. — Lebhafte Klagen hört man über stellenweises starkes Auftreten der Feldmäuse. In besonderem Maße sind hiervon die trocken und hoher gelegenen Aecker befallen. Allem Anschein noch hatte der nasse Spätsommer die gefährlichen Rager veranlaßt, geschütztere Lagen aufzusuchen, während das außerordentlich günstige Herbstwetter der letzten Wochen der jüngeren Brut vorzüglich aus die Beine geholfen hat. s. Trohe, 11. Oft. 3m hiesigen Schulsaal fand heute ein Bundestag des Lohnhöhe nbun des statt. Es wurde für Sonntag, 25. d. Mts., eine Bundesfahrt nach dem Schiffenberg verabredet. Dabei werden etwa 60 Spieler gemeinsam Musikstücke vortragen. Vierzehn Tage vor Weihnachten will der Bund eine gemeinsame und öffentliche Weihnachtsfeier mit Theater und Konzert in Rödgen abhalten. Die Pfingstfeiertage im nächsten Iahre sollen in der Lüneburger Heide verlebt werden. Um die Fahrt zu ermöglichen, empfiehlt der Vorsitzende die Schaffung einer Reisekasse in jedem einzelnen Verein. Der nächste Bundestag soll im Ianuar 1926 zu Wismar stattfinden. t Grünberg, 13. Oft. Der Gemeinde- rat hat in seiner gestrigen Sitzung der Erhöhung der Sonder st euer auf 80 Pfg. je 100 Maick Steuerwert zugestimmt. — Der Zinsfuß für das vom Kreisausschuß in Aussicht gestellte Darlehen zur Erbauung einer landwirtschaftlichen Schule kann nicht ermäßigt werden, jedoch will man die jährliche Tilgung von 3000 Mark auf 2000 Mark herabsehen. Der Gemeinderat nimmt davon Kenntnis. — Die Kanalisierung der Londorser Straße wird bis zum nächsten Frühjahr zurück- gestellt, falls die Anwohner sich nicht bereit erklären, ein Drittel der Kosten bei sofortiger Ausführung zu tragen. — Im übrigen beschäl tigte man sich mit zahlreichen kleineren Vorlagen. Kreis Friedberg. * Friedberg, 13. Oft. Wie der „Oberhessische Anzeiger" hört, ist es den polizeilichen Ermittelungen gelungen, die Ramen der an dem Raubüberfall bei Ober-Roßbach beteiligten Verbrecher fest zu st eilen. Einer derselben bzw. dessen Eltern sollen vor Iahren hier in Friedberg ansässig gewesen sein. Die Verbrecher haben durch Hinterlassung von Schriftlichleiten in der Röhe des Tatortes die Bemühungen der Polizei, die Tat aufzuklären, selbst erleichtert. Die letzte Spur der Räuber wurde bis nach der Capersburg verfolgt. Bad-Rauheim, 14. Ott. Auf frischer. Tat konnte in der Rächt zum Sonntag eine' Diebesbande ertappt werden. Iünge Leute von hier und Friedberg hatten sich zu- fammengetan und einen großangelegten Raubzug in die mit Frucht gefüllte Feldscheuer des Landwirts Christian M ö r l e r geplant. Einem der Gesellen jedoch schlug das Gewissen schon vor der Tat, und er benachrichtigte die Polizei von dem Komplott. Gegen 8 Ußr abends waren die Diebe mit Eifer in der abseits der Landstraße gelegenen Scheuer bei der Arbeit. Zahlreiche Säcke waren schon mit Hafer gefüllt und sollten auf einem bereitstehenden, mit Pferden bespannten Wagen verladen werden. Da steltte sich die Polizei in den Weg und verhaftete die nicht wenig erstaunten Gesellen. Hauptanstifter des Komplotts sind zwei junge Leute, einer von hier, der andere von Friedberg, die als Dresch- Maschinenarbeiter Gelegenheit gehabt haben, die Oertlichkeit genau kennen zu lernen. Da anzunehmen ist, daß sich die Diebesbande vorher schon ihre Abnehmer für ihr Diebesgut gesichert hatte, ist damit zu rechnen, daß noch andere Mitbeteiligte ausfindig gemacht werden, die Sache älso weitere Kreise ziehen wird, zumal die beim Diebstahl verwandten Säcke gezeichnet sein sotten, hr. R i e d e r f l 0 r st a d t, 13. Oft. I^ einer großen Feldscheuer des ganz in der Rähe gelegenen Hofgutes Wickstadt brach durch Selbstentzündung des Grummets Feuer aus. Der Brand wurde bemerkt, bevor er weiter um sich greifen konnte, und wurde schnell erstickt. Die hiesige Feuerspritze brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Dies ist in kurzer Zeit der zweite kleine Brand in Wickstadt. Zu Beginn der Obsternte brannte die Ob st darre nieder. Das 5euer hätte damals leicht auf andere Gebäude übergreifen können, wenn es nicht rechtzeitig vom Gärtner bemerkt und gelöscht worden wäre. Kreis Schotte«. * Schotten, 13. Oft. Am Sonntag veranstalteten die Wanderabteilungen der Bruderschaften des Iungdeutschen Ordens der Dallei Oberhessen ein Geländespiel am Hoherodskops. Die Llbteilungen waren in zwei Gruppen geteilt. Die eine hatte den Hoherodskops beseht, die andere marschierte unter Voranlritt ihrer Spielleute geschlossen durch Schotten und versuchte bann unter Beachtung eines zugrunde gelegten Planes sich in den Besitz der Höhe zu setzen. Die Ausführung stellte an die Teilnehmer besondere Anforderungen in bezug auf Marschleistung, Geschicklichkeit in der Ge° ländeausnuhung und scharses Beobachten. Die Leitung lag in der Hand des Komturs der Ballei Oberhessen, der am Ende der Hebung seine Anerkennung für die Leistungen aussprach. Kreis Alsfeld. * Mücke, 13. Oft. Am 15. Oktober wird die neue Kraftpostlinie Feldlrücken — Mücke den Verkehr aufnehmen. "“CS Bleidenrod, 13. Oft. Zn der ordentlichen Generalversammlung des Ohm-Lumdg- tal-Sängerbundes. die hier stattfand, wurde beschlossen, im Iahre 1926 kein Bund es - sängerfest abzuhalten. Es soll dafür, wenn durchführbar, eine Sängers ahrt an den Rhein unternommen werden, jedoch bleibt die endgültige Beschlußfassung hierüber einer außerordentlichen Bundesversammlung Vorbehalten, die im Dezember stattfinden sott. Den Vereinen wurde empfohlen, einstweilen Reisekassen einzurichten. Neuhaus, 13. Oft. Die Firma G e b r. H i m m e l s b a ch hat nun schon wochenlang ihren gesamten Sägewerksbetrieb ein stellen müssen, da der alte Holzvorrat vollständig auf- gebraucht ist und die hessische Forstverwaltung die Wiedergabe von Ruhholz an die Firma nicht zuläßt. j) a i n b a d), 13. Oktober. Beim Holzfällen im Walde wurde unser Mitbürger Ludwig Seim von einem fallenden Baum getroffen. Dem Mann wurde durch den starken Schlag des Stammes das linke Dein doppelt gebrochen und das rechte Dein gebrochen und ausgekugelt. Der Bedauernswerte mußte dem Krankenhaus in Alsfeld zugeführt werden. l. H e r g e r s d 0 r s, 13. Oft. Wohl in keinem Orte unserer Gegend ist der Mangel an Wohnungen großer, als in unferm Dörfchen. So konnte vor mehreren Monaten für eine obdachlose Familie keine andere Wohn- gelegenßeit bereitgestellt werden, als das — Spritzenh aus. Die Feuerspritze wurde aus- quartiert und in einer Scheune untergebracht. Der Haushaltungsvorstand fügte sich mit Humor in sein Schicksal. Den Sprihenhausbewohnern scheint es im allgemeinen in ihrer Behausung zu gefallen, nur hat das Oberhaupt der Familie den Antrag gestellt, daß ein kleiner Vorbau aufgeführt wird, der im kommenden Winter der Kälte den allzu ungenierten Eintritt verwehren soll. Kreis Lauterbach. £> Lauterbach, 12. Oft. Der B. H. C.- Zweigverein Lauterbach unternahm am Sonntag seine 10. Pslichtwanderung nach Ulrich st e i n. Der Marsch führte die 20 Personen zählende Wanderschar zunächst nach Dirlammen. Rach etwa l/»stündiger Rast ging es weiter durch Feld und herbstlich gefärbte Wälder nach dem Wanderziel, dem alten oberhessischen Gcchirgs» städtchen Ulrichstein. Rach Besichtigung des Schloßberges, dessen Ruine noch an den siebenjährigen Krieg erinnert, versammelte man sich im Gasthaus Groh, um mit den V. H. C.-Drüdern deS dortigen Zweigvereins einige fröhliche Stunden in echtem V. H. C.-Geist zu verleben. In vorgerückter Abendstunde brachte das Postauto die Wanderer wieder in die Heimatstadt zurück. l. Maar, 13. Oft. Die ertragreiche Kartoffelernte hat hier dazu geführt, daß es schwierig ist, die für den eigenen Bedarf nicht benötigte Menge an private Abnehmer abzusetzen . Der Preis, der seither von den Verbrauchern an die Landwirte gezahlt wurde, betrug pro Zentner 3 Mart. Da die Rachfrage fast gänzlich aufgehört hat, wird man sich der landw. Absatzgenossenschaft als Vermittlerin bedienen müssen, die allerdings einen etwas billigeren Preis — wie man hört 2,60 Mark per Zentner — vergütet. Viele Landwirte versuchen, durch erhöhte Futterrationen im Viehstatt die übervollen Keller zu räumen. Preußen. ( Kreis Wetzlar. - - - rtr. Dorlar, 13. Okt. Unsere Landwirte sind mit dem Ertrag der diesjährigen Kartoffelernte sehr zufrieden. Rur an sehr sumpfigen Stetten waren einige Knollen etwas angcfault. Der Preis schwankt zwischen 2,50 und 3 Mk. bl. Werd0rf, 13. Ott. Die Bautätigkeit hat sich in unserer Gemeinde in der letzten Zeit recht kräftig entwickelt. Zehn Reubauten find entstanden, aus privater Hand erbaut. Anleihen und staatliche Mittel verhalfen den Baulustigen zu ihrem Vorhaben. Dabei legte man Wert auf einen gediegenen, sauberen Dau. bl. Kahenfurt, 13. Okt. Die Landstraße von hier nach Ehringshausen wird gründlich instand gc.cßt. In den letzten Iahren urde an der Straße fast garnichts unternommen, weshalb heute um so mehr das Versäumte nachgeholt werden muß, zumal es sich um eine Hauptverkehrsstraße durch das Dilltal handelt. Kreis Marburg. * Marburg, 14. Olt. (Eigener Drahtbericht des „Gieß Anz.".) In einer sehr stark besuchten Dürgerve rsarnrnlung, die gestern abend im Stadtverordneten-Sihungssaale stattsand, wurde ein Derkehrsverein für die Stadt Marburg gegründet. Den Vorsitz übernahm Stadtrat Braun. Die Stadtverwaltung wird den jungen Verein bei feiner Arbeit tatkräftigst unterstützen. Der Verein sott eine rege Fremdenwerbung betreiben, außerdem auch verkehrsbelebende Unternehmungen und Einrichtungen aller Art anstreben. Kreis Biedenkopf. T Raunheim. 14. Oki. Der Arbeiter Fritz W e i m er von hier fiel gestern beim Daugeschäft Müller in Hirzenhain drei Stockwerk tief und trug erhebliche Verletzungen am Kopf und Rücken davon. Der Verletzte wurde in die Klinik nach Gießen gebracht. xx Frankenbach, 13. Oft. Hoffentlich wird die geplante PostautoverbindunA so durchgeführt, daß mogllchst alle Ortschaften des südlichen Hinterlandes dem Verkehr erschloifen werden. In mangelhafter Weife geschähe dies, wenn — wie die Oberpostdirektion, Frankfurt a. M. planen sott — eine Autoverbindung über Waldgirmes — Bieber — Fellingshausen vurchzeführt würde. Um der Zentrale Gießen näherzukommen, muß die Autoverbindung Gießen—Krofdorf unbedingt über Fellingshausen — Krumbach — Frankenbach weitergeführt werden. Dillkreis. bl. Herborn, 13. Okt. Unmittelbar an die Gemeinde Burg schließen sich eine ganze Reihe von Reubauten an, die tu jüngster Zeit entstanden sind. Das ausgezeichnete Baugelände an der Landstraße zog an, und so tarnt mit einer weiteren Bebauung gerechnet werden. Der Abstand zwischen unserer Stadt und Burg beträgt nur etwa 500 bis 800 Meter. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß in absehbarer Zeit noch eine Verbindung beider Orte siatt- finbet. Rheinhessen. Mainz, 13. Okt. Vorige Woche brach ein wütend gewordener argentinischer Ochse aus dem hiesigen Schlachthaus aus und verletzte auf der Straße xtoet Kind«, die dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Polizei mußte aufgeboten werden, um den in das Feld Flüchtenden unschädlich zu machen, bevor weiteres Unheil geschehen. Erst nach Annäherung eines anderen Ochsen gelang es, den Mutigen anzulocken und totzuschießen. -j- Aus Rheinhessen, 13. Ott. Aehnlich wie in Württemberg und anderen süddeutschen Ländern, ist auch hier die Obsternte sehr mäßig ausgefallen. Birnen und Zwetsche.i lieferten eine volle Mißernte, Aepsel waren spärlich behangen. Die Preise für Tafeläpfel sind entsprechend hoch. Man zahlt 17 bis 20 Mk. 3hte tötoniW DerWsW Sn IS: Wir raten Ihnen, in der Llvotdeke 30 Gramm Herbex-Krrne zu kauten, dte nudi bei lännerem Gebrauch völlig unschädlich, habet sehr wirksam sind. Bestandteile auf der Packung. 9188s$ Budo cujcfc» &ehjrqut! 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U ohne anbig lcr. iffen, r. 19. ei Ift et« : 7-9. ' ür. i|l Zweites Blatt |ur Preissenkungsfrage. Don der Hessischen Handwerkskarn- rr geht uns folgende Zuschrift zu: Die Bestrebungen der Reichsregierung, eine reissenkung durch gesetzgeberische Maßnahmen ab Verhandlungen mit den Spihenverbänden ci: Wirtschaft heibeizuführen, sind in den Tages- nltern eingehend erörtert worden. Es hat nicht T Kritik gefehlt über die Absichten, es hat nicht faccin gefehlt, diese Bemühungen von Anfang an :'fimistisch zu beurteilen, ja an Stimmen, die die kpnze Aktion als eine Art politischen Bluff hin- kpstellen versuchten. Wenn man auch jedermann das Recht der 1 fxien Meinungsäußerung zugesteht, so durfte dch vom Standpunkt der einzelnen Wirtschafts- I »uppen aus erwartet werden, daß die Auswir- üug des Appells der Reichsregierung in sachlich r^vandfreier Form erfolgte. Leider ist jedoch fst^ustellen, daß die Zeitungsabhandlungen in ohlreichen Artikeln der letzten Zeit wohl das ratsächliche aus den Bestrebungen der Reichs- kgierung auch dos Ergebnis der Verhandlungen j iit den Spitzenvertretungen zur Kenntnis des «Mikums brachte, man sich aber hierbei fast nie \ terlagen konnte, in den Schlußausführungen oder b sonst tendenziöser Fassung die Schuld an der lelerteuerung fast stets dem Handwerk zuzu- syieben. Eine Reihe der abfälligsten Kritiken i per die Preisbildung der Innungen, über die ^rrganisationstätigkeit des Handwerks im All- । kveinen vermischt mit den kleinlichsten Vor- 1 Hingen finden "wir in diesen Artikeln aufgeführt. -aju beruhen vielfach die angeführten Dinge cnfcheinend lediglich auf Hören und Sagen und snv zweifellos von den Verfassern auf ihre Dichtigkeit hin in keiner Weise vorgeprüft worden. Roch unglaublicher klingt es, daß eine Firma Inter der Bezeichnung „mehr abgebaute Beeilte" sich mit offener Postkarte an eine Reihe - Lmdwerkltcher Organisationen in Darmstadt mit ter kategorischen Forderung auf sofortige Herab- syung der Preise wandte, andernfalls die Betriebe in Boykott erklärt, die Kundschaft zur Dwanderung nach den Rachbarstädten veranlaßt wd die Vorstandsmitglieder öffentlich in den ^itungen gebrandmarkt würden. Jeder anständig tarlenSe Mensch wird sich Wohl mit Abscheu von solchen Leuten wenden, die noch nicht einmal nötige Zivilkourage aufbringen, um ehrlich ihren Hamen zu nennen. Sie glauben sich hinter ten Deckmantel der Anonymität verschanzen zu Ermen, obwohl ihnen jeder Organisationsführer v'fen und ehrlich auf anständiges Ersuchen hin Auskunft über die Preisbildung geben würde. Diese Vorgänge zeigen aber, welche Derwir- raitg in manchen Köpfen angerichtet wird, wenn non den Boden der Objektivität verläßt und in ?z2ttungdartiteln die anscheinend nach einem betonten System aufgebaut sind, die Bevölkerung einen Berufsstand mobil macht. Prüft man die bis jetzt übet sie sachlichen 'eahandlungen vorliegenden Zeitungsberichte, so ;rt sestzustellen, daß es den großen Wirtschafts- flllppen im großen ganzen gelungen ist. bei den ^Handlungen mit der Reichsregierung sich ihre richtverantwortlichkeit an dem Hochstand der greife bescheinigen zu lassen. Man beachte die trflärung, des Reichsverbands der deutschen Industrie vom 14. September zu den Kartell- »Hnahmen der Regierung, die nach einer drei- - iünbigcn Verhandlung mit dem Reichskanzler xsatzt wurde und als Rückzug der Reichsvegie- ni(ig in den Blättern bezeichnet worden ist. Man lese die Ergebnisse der Besprechungen hl Reichswirtschaftsministeriums mit dem Ein- .handel vom 22. August, wonach das Reichs- rirtschaftsministerium zugestanden habe, daß man knt deutschen Einzelhandel wenn überhaupt, teitaus am wenigsten den Vorwurf machen könne, kärch irgendwelche Maßnahmen der Einzelbetriebe oder der Verbandspolitik sich an der Aus- -chnung der Teuerung zu beteiligen. Endlich vertiefe man sich in die Ausfüh- rongen des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, der darlegte, — zu einem Ein- fchreiten gegen die Landwirtschaft auf Grund der Larlellgesehgebung sei — im Gegensatz zu den Ärbritsg Mieten des Reichswirtschaftsministeriums — im großen und ganzen kein Raum, da es auf dem Gebiete der Landwirtschaft und des Rah- rimgsmittelhandels größere kartellartige Zusam» mnschlüsse nicht gebe. Die Einwirkung habe daher von den örtlichen Stellen, den Kammern und unteren Verwaltungsbehörden auszugehen. Es werde jedoch tn der Öffentlichkeit vielfach nicht genügend beachtet, daß frei wichtigen Rahrungs- nntteln, z. B. bei Getreide und Kartoffeln sich in der letzten Zeit die Erzeugerpreise so gestaltet haben, daß sie zum Teil sogar unter Friedenspreis stehfr. Es ist daher wohl nicht zu verwundern, daß btt Reichswirtschaftsministec in einer Sitzung Fnde September im volkswirtschaftlichen Ausschuß Öe8 Reichswirtschaftsrats feststeMe: .Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob in vielen Erwerbskreisen eine gewisse Tendenz besteht, ihrerseits jegliches Opfer abzulehnen, am von anderen Wirlschaflsstufen wieder Zuge- 'löndnisse zu fordern. Damit kommen wir nicht Beiter. Rur wenn alle an der Produktion und in der Güterverteilung beteiligten Kreise, ohne Wchicht auf ihre wirtschaftlichen Rachbarn, durch die Tat mitwirken, wird sich das im Interesse mferer Gesamtwirtschaft zu erstrebende Ziel er- rcdjen lassen." WaS bleibt angesichts dieser Vorgänge «hließlich noch anders übrig, als gegen die Eisbildung des Handwerks sich zu wenden? Ds Handwerks, beffen innere Festigung noch niht soweit gediehen ist. wie die Organisation der anderen Wirtschaftsgruppen, denen es mehr oder tKrtiger gelang, die Regierung von der Berech- chung und Unantastbarkeit ihrer Preispolitik |U überzeugen. Man hat eben, wie in all den gleichen Vorsingen früherer Jahre einen Prügelknaben ge» ;imt)en, der als Endverarbeiter all das Schwere iribaden muß, was die systematische Beein- Irssung der Oeffentlichkeit mit sich bringt. Wollte man nur in diesen Dingen mehr Anechtigkeit walten lassen und wenigstens aner» -iennen, daß das Handwerk in seiner Preispolitik »gängig ist von dem Preisgebahren der Vor- itferer. Gelingt es, Rohmaterialien und Halb- 'abrikate im Preise zu senken, dann wird auto- mtisch auch der Preis des Endverarbriters eine Herabsetzung erfahren. Dabei liegen die Gründe M die augenblicklichen Verhältnisse viel tiefer out) sind vor allem in den Tendenzen der Wirt- chiftspolitik der Rachkriegszeit zu suchen. Es (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Mittwoch. (4. Moder (925 spielen weiter eine Rolle die wirtschaftlichen Zusammenhänge, namentlich aber auch die Ausgabenwirtschaft von Reich, Staat und Gemeinden in der Machtlosigkeit des Staates gegen tue Auswüchse der Syndikats- und Kartellpolltik. I In ungerechtfertigter Verallgemeinerung von Einzelfällen wird den Innungen und Fachverbänden der Vorwurf gemacht, bei der Preispolitik das im Interesse der Allgemeinheit notwendige Maß nicht einzuhalten. Demgegenüber fei darauf hingewiesen, daß das Handwe^l zu den im Gütergewinnungsprozeh abhängigen Schichten gehört und auf die Preisbildung der von ihm ver- brauchteti Stoffe nur geringen Einfluß hat. Die besonders schwierige Lage des Handwerks als Lehwerarbeiter im Produktionsprozeß und Warenumlauf legt ihm schon im Interesse seiner wirtschaftlichen Zukunft bei der Kalkulation von selbst nahe, die größte Sorgfalt und Beschränkung walten zu lassen. Im Interesse der gesamten Volkswirtschaft liegt es aber doch wohl, einen Berufsstand als Ganzes, ungebunden durch achtstündige Arbeitszeit, sondern unter Ausnützung der ganzen Tageszeit sowie durch eine gesunde auf ordnungsmäßiger Grundlage beruhender Preispolitik allmählich emporzubringen. Dies insbesondere im Hinblick auf frühere Zeiten, wo weite Kreise eines werktätigen arbeitsfreudigen Standes in finanziell schwergedrückten Verhältnissen zu leben gezwungen waren. Leider merkt man in den Kritiken privater Ariikelschreiber, über Preispolitik des Handwerks und seiner Organisation, aber auch in Ausschreibungen behördlicher Stellen von diesen Gesichtspunkten nur allzuwenig. Ohne sich in die handwerkliche Preisbildung zu vertiefen, bricht man seitens der Privaten den Stab über diesen Berufsstand, da die Endpreise eben naturgemäß dem Käufer am meisten in die Augen fallen. Die bis jetzt ergangenen behördlichen Ausschreibungen z. D. der Kreisämter Erbach, Dieburg und Groß-Gerau beschränken sich auf die Wiedergabe der Argumente der Reichsregierung fordern k. H. eine Herabsetzung bezw. Rachprüfung der Preise, oder weisen auf die nach § lOOq Reichsgewerbeordnung gesetzlich untersagte Bindung der Mitglieder von Zwangsinnungen hin. Heber diese Dinge kann sich nicht näher im Rahmen des Aussatzes verbreitet werden, auch nicht darüber, wieweit die Argumente zum Preisabbau, Ausschaltung der Risikoprämie, Entwer- tungsllausel usw. im Handwerk ürberhaupt Anwendung gefunden haben. Es sei nur gesagt, daß diese Dinge im weitaus größten Teil des Handwerks unbekannte Begriffe waren, was die ungeheuren Zerstörungen, die die Inflationszeit gerade im Handwerk angerichtet hat, beweist. Andere behördliche Stellen, darunter auch die Stadt Mainz, beriefen die Organisationen zur gemeinsamen Aussprache, was Wohl der einzig richtige Weg ist, um Klarhell über die Preisbildung im Handwerk zu bekommen. Gerade bei den Verhandlungen in Mainz war aber sestzustellen, daß die Verbraucher, die von der Reichsregierung ebenfalls zur Llnterstühung der Aktion aufgerufen sind, durch ihr Verhalten vielfach einen Preisabbau verhindern. So hatten z. D. die Mainzer Metzger versucht, eine qualitativ einwandfreie Wurst zum Preise von 80 Pf. das Pfund auf Öen Markt zu bringen. Die Derbraucherschaft lehnte diese Ware ab und griff stets nur zu den Hochpreisigen Erzeugnissen. In gleicher Weise liegen die Verhältnisse bei dem Bäckergewerbe. Dieses bemüht sich seit längerer Zeit, die Bevölkerung zu dem Dorkriegsgebrauch, d. h. zum Konsum von gemischtem oder Roggenbrot zurückzuführen. Alle Versuche scheitern aber an dem verwöhnten Geschmack der Käufer. Trotzdem man in Mainz z. B. den Preis für Roggenbrot um 20 Pf. niedriger hielt wie Weißbrot, legten sogar Erwerbslose, die von der Stadt Mainz Brotkarten für Roggenbrot erhielten, 20 Pf. an, um Weißbrot zu erhalten. Roggenbrot ist neben der Billigkeit noch nahrhafter wie Weißbrot. Während früher aber etwa i/4 Weißbrot und 3/4 Roggenbrot verzehrt wurde, herrscht heute gerade das umgekehrte Verhältnis, und zwar wird s/4 Weißbrot und Roggenbrot konsumiert, sowohl in der Stadt, wie auf dem Lande. Die verwöhnten Ansprüche der Derbraucherschaft machen sich auch auf sonstigen Gebieten bemerkbar. Man betrachte die Anforderungen, die an die Lebensmittelhändler gestellt werden, wie- viele der überflüssigen Genuhmittel gehen zugrunde. Man betrachte die Auswüchse der Mode in den Bekleidungsstücken, welches Kapital ist erforderlich, um fortgesetzt den überspannten Anforderungen des Publikums zu genügen. Der Verbraucher fordert die Befriedigung seiner Bedürfnisse, ohne sich Narzumachen. wie sehr das Ilnkostenkonto der Geschäftswelt hierdurch belastet wird. Er fordert sie und droht bei Richterfüllung abzuwandern, oder seinen überspannten Bedarf auswärts, wo man besser bedient werde, zu decken. Desgleichen ist es auch mit den nur allzu zahlreichen Festlichkeiten und Veranstaltungen. Hierfür ist immer Geld vorhanden und schreckt man auch bei solchen Anlässen vor großen Ausgaben nicht zurück. Die Begleichung der Rechnungen des Handwerkers und Händlers kommt zuletzt und wird bann deren Höhe beanstandet. Die Reichsregierung hat sich in ihrem Appell an die Verbraucherschaft doch Wohl von anderen Gesichtspunkten leiten lassen, als sie in den Zeitungsartikeln mit unüberlegten Anschuldigungen gegen einzelne Berufsstände zum Ausdnick kommen. Die Reichsregierung hat zweifellos beabsichtigt, das öffentliche Gewissen zu wecken und zur Rückkehr zur altehrbaren deutschen Sparsamkeit und Einschränkung aufzufordern. Das will man aber anscheinend in Derbraucher- kreisen nicht erkennen. Man liest jedenfalls nie etwas von solchen Lieberlegungen. Das hessische Handwerk hat sich mit all diesen Dingen sehr eingehend befaßt, auch mit den mehrfachen in der Presse ausgetretenen Einzelfällen, auf die näher einzugehen zu wert führen würde. Es ist wohl auch für unsere Volkswirtschaft nicht von Belang, ob ein Bäcker, wie in Offenbach, bei 10 Brötchen eines kostenlos dazugeben will, insbesondere wenn dieser ehrenwerte Mann vor der Innungsversammlung zugestehen muhte, daß er dann günstiger fahre, weil er die Brötchen etwas kleiner im Gewicht mache. Es erschüttert unsere Währung auch nicht, ob der Friseur für einen Haarschnitt 20 ober 30 Minuten braucht, wie amtliche Stellen sich die Mühe machten, festzustellen, ober ob für den Schach-Ecke. Bear bettel von W Orbach Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind -u richten an die Schachredattion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 32. Don I. Däuble in Ravensburg. 8 7 e 5 4 3 2 g h 8 6 7 D 4 2 3 Schwarz. Weiß. Matt in zwei Zügen. Weiß: 4 Steine. Ka2, Dh6, Tf4, Tg5. a b Schwarz: 4 Steine. Kcl, Ldl, La3, Bc2. Partie Nr. 23 Die nachfolgende interessante Partie wurde im diesjährigen Major-Open-Turnier zu London gespielt. Königsläuferspiel. Weih: Morrison, London. Schwarz: Snosko><öorowsky, Paris. 1. e2-e4 1. e7-e5 2. Lfl-c4 2. Sg8-f6 3. 62-64 3. e5x64 4. Sgl -f3 Die ricDige Fortsetzung ist hier 4e5. Auf den Textzug kann ruhig Ge4 geschehen^ 4..... 4. Sb8-c6 5. e4-e5 Jetzt ist dieser Zug nicht mehr schädlich. 0—0 nebst „Max Longe" artige Fortsetzungen waren vorzuziehen. 5..... 5. 67-65! 6. Lc4-b5 6 Sf6 — 67? Warum schiebt viel stärker 6.....Se4! 7. 0-0 7. Lf8-e7? Lc5 war vorzuziehen, z. B. 8. Lg5, fo Le7! und Schwarz gewinnt ein wichtiges Tempo. 8. e5-e6 8. f7xe6 10. Sf3x64 Traurig, aber 11. D61-g4 12. S64xe6 13. Dg4xe6-P 14. Sbl — c3 15. b2-b3 16. Lei — b2 17. De6-h3 18. f2 —f4 Stärker war an 19. Sc3-e2 20. Dh3-f5 21. Tal —el 22. Se2 — 64 10.' S67-b8 notwendig! 11. 0-0 12. Lc8Xe6 13. Kg8-h8 14. Le7 - 66 15. Sb8 - 67 16. S67-e5 17. Tf8-f6 18. Se5-f7 dieser Stelle Th6! 19. Tf6-h6 20. D68-e7 21. L66-C5+ 22. Sf7 -66 Run beginnt Schwarz gut zu spielen, aber zu spät. 23. Dt5-c5! 23. De7-f8 Damentausch wäre g!eichlbeulend mit Partieaufgabe, da der Bauer e5 übermächtig würde. 24. Kgl-hl 24. Ta8 — eS 25. De5-g5 25. Th6-g6 Se4 scheiterte an 26. Dxh6, gxh, 27. Se6+ und gewinnt. 26. TelxeS 27. Dg5-e5 28. Tfl-el 29. Lb2x64 30. f4-f5! 31. g2-g4 32. L64-e3 33. h2-h3 34. Tel-61 26. DfSxeS 27 DeS-f7 28. Lc5x64 29. S66 —e4 30. Tg6-f6 31. co —c5 32. h7-h5? 33. Df7-b7 34. c7-c6 Ein Versehen: doch war Schwarz immer verloren, z. B. 34 ...T66 35. g4xh5, Dxf5, 36. DxD, Sg3+ 37, Kg2, SxD 38. LXc5 und gwinnt 35. De5xe4 aufgegeben. Lö'ung des Problems Dr. 3! v. n O. ~ e'let. j 1. LI2-U4, g2; 2. Db6 1......Lb7 2. De8+; 1.....L bei. 2. Da6+. Aus der Schachwelt. An dem am 5. Rovember 1925 ftattfinöenben Internationalen Meisterturnier zu Moskau nehmen von internationa!en Meistern teil: Capa- blanca, Dr. Emanuel Lasker, Rubinstein, Bogol- jubow, Reti, Grünfeld, Marshall, Torre, Samisch, Prof. Dr. Didmar: hierzu kommen noch von russischen Meistern Romanowski, Löwenfisch. Werlinski sowie eine Anzahl weniger bekannter 'Kamen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Anekdoten. Das Vorrecht der Jugend ist das Lachen7 und Öen Kitzel dieses übermächtigen Gefühls zu unterdrücken gelingt selten. Selbst die angehenden Mediziner pflegen, trotz allen oder gerade wegen des Ernstes ihres Faches, oft an sich kaum Komisches doch als lachhaft zu empfinden und durch homerisches Gelächter zu begrüßen. Besonders kränkte dies den alten, galligen Geheimrat C., der über Physiologie las. In einem Kolleg zeigte er an einem enthaupteten Frosch das Funktionieren der niederen Rervenzentren im Rückenmark. Er bestrich den Bauch des Frosches mit Säure, die der kopflose Frosch sofort mit dem Schenkel abwischte. Plötzlich machte dieser Restbestand eines Wesens einen großen Satz und sprang mitten tn das atemlose Auditorium hinein. Die Spannung löste sich in einem brausenden Gelächter, woraus der Geheimrat mißvergnügt fagte: „Sie sehen, meine Damen und Herren, wie wenig Gehirn dazu gehört, um ein medizinisches Auditorium zum Lachen zu bringen.“ Als der bekannte Arzt Simmons in England die Rarkose einführte, um die Geburten schmerzlos zu gestalten, wandte sich die gesamte» engllsche Geistlichkeit gegen ihn. Ihr Haupt- argument in diesem Streit war, daß in der Bibel stünde: Unter Schmerzen sollst du dein Kind gebären. Als ein Bischof dies SimmonS vortrug, antwortete er: Es wäre ein trauriges Zeichen, daß selbst Priester so wenig die Bibel kennten. Auch der liebe Gott hätte sich der Rarkose bedient, denn zuerst versenkte der Herr den Adam irt Schlaf, und dann erst nahm er ihm die Rippe. Haarschnitt 30 bzw. 50 Pf. alle 6 Wochen genommen werden. Das Handwerk in Hessen stellt sich auf den Boden der Erklärung seiner Spihenvertre- tung, die der Reichsregierung wie folgt vorgelegt wurde: „Das Handwerk will an der Preissenkung mtttoirfen, soweit die Verhältnisse dies irgend gestatten. Maßgebend für den Lieferungspreis ist der Marktpreis, ihm ist auch bei Senkung stets zu folgen. Das Handwerk lehnt es aber ab, die Folgen der Weltteuerung und der Belastung des inneren Marktes mit ungeheueren Steuern und Abgaben durch Verzicht auf bescheidenen Gewinn und angemessene Entlohnung auszugleichen. Die Handwerksarbeit muh nicht nur genügen, um die unbedingten Lebensnotwendigkeiten zu bestreiten, sondern auch die Rücklage eines Rot- aroschens für die Familie und das Alter gestatten. — Insbesondere weist das Handwerk die Versuche öffentlicher und privater Auftraggeber zurück, durch Vorlieferung von Materialien die selbständigen Handwerker zu Lohnmeistern herabzuwürdigen." Das hessische Handwerk wendet sich aber mit allem Rachdruck gegen die vielfach tendenziös aufgemachten Berichte in den Tageszeitungen und darf von den Artkkelschreibern erwarten, daß sie sich in diesen Dingen größerer Objektivität befleißigen. Auch wäre zu empfehlen, bevor mit derartigen Auslassungen an die Oeffentlichkeit getreten wird, sich mit den Vorsitzenden der zuständigen Handwerker-Organisa- Honen in Verbindung zu setzen, die stets bereit sind, in jeder Weise sachdienliche Aufklärungen an Hand ordnungsmäßige» Kalkulationen zu geben. Turnen, Sport und Spiel. Die Bezirksliga in Hessen-Hannover. tz. Der vergangene Sonntag stand im Zeichen erbitterter Kämpfe um Tabellenspitze und -ende. Auch er blieb nicht ohne Ueberraschungen. Meister werden, oder in der höchsten Liga- klasse des W. S. V. wenigstens bestehen, ist Trumpf. Zunächst fällt das Ergebnis des Spieles Göttingen 05 —Borussia Fulda 2:1 auf, denn normalerweise hätte Fulda gewinnen müssen. Der Fuldaer Torwächter Wittmann ist jedoch nicht zuverlässig. Und die Borussen verlieren auch allzu leicht den Kopf, wenn das Spiel nicht so läuft, wie sie sich das dachten. 05 Göttingen, die nicht mehr so spielstark sind wie in der ersten Serie, kann die 2 Punkte gut gebrauchen. Wetzlarer F. C. 05 nimmt die Sache sehr ernst. Das beweist sein Unentschieden 1:1 gegen den Meisteranwärter „Spor t" Kassel, wenn auch letztere längst nicht mehr die Alten sind. Der ewig junge Schindler schoß für W. das Ausgleichstor. Anders steht es mit Gießen 1900. Wenn sie sich nicht aufraffen und wenigstens Hann.- Münden noch hinter sich bringen, sind sie rettungslos dem 'Abstieg verfallen. Das 9:1 verloren gegen 03 Kassel auf eigenem Platz war wenigstens in d e r Höhe nicht nötig. Die Idee, Luft als Mittelläufer zu bestellen, wie es in der zweiten Halbzeit der Fall war, ist nicht schlecht. Der M. L. ist die Seele jede« Elf, und Luft ist Gießens Bester. Spielverein Kassel —Osterode 6:0 war vorauszusehen. Und dabei Berlin, der Torwart und die Stühe von O.'s Elf verletzt! Das bedeutet für O. sicherer Tabellenletzter. Bleibt noch zu erwähnen M.S.V. Marburg-Hessen 09 Kassel 1:3. Marburg- Studenten waren aus den Ferien zurück. Die Mannschaft stand so stark, wie noch nie und — verlor dennoch. Trotz allem war das wohl Marburgs letzte Riederlage. Selbst gegen Kurtz e s s e n Kassel haben sie Chancen — oder nicht? Die Zukunft wird's lehren. Fuhball im südlichen Vogelsberg Die Verbandsspiele im Bezirk des südlichen Vogelsberges nehmen einen glatten Verlaus. Die Vorrunde wurde am Sonntag, 4. Oktober, abgeschlossen. 2lls spielstärister Verein tritt 5er Sport-Club „Viktoria 1 912"- Ri dda hervor. Er konnte bis jetzt alle Spiele für sich« entscheiden, so das letzte gegen Schotten mit 5:2. Am vorigen Sonntag nahm die Rachrunde ihren Anfang. R i d d a hatte das fdjon mit großer Spannung erwartete Rückspiel in Ober- schm i 11 e n gegen den dortigen V. f. D. auszutragen. Das Spiel nahm einen flotten Verlauf, Ridda konnte es dank seiner besseren Technik und Spielerfahrung mit 3:0 für sich entscheiden. Der Sport-Club „Vittoria 1912"-Äidda steht somit mit 8 Punkten und einem Torverhältnis von 18:4 Toren an der Spitze der Tabelle und hat damit die sichere Aussicht, Meister im hiesigen Deziicke zu werden. Sport'piegeL Im Meraner international. Tennisturnier mußte der deutsche Meist« 1- l Froitzheim von dem Ungarn Kehrling eine Niederlage 6:4, 3:6, 2:6 hinnehmen. Das Radball-Länderspiel Deutschland-Schweiz. das in Zürich ausgetragen wurde, gewann die deutsche Mannschaft im Zweier-Radball 9:2. im Dreier-Radball 3:2. Der Leipziger P ü r st e n gewann den S ü d - deutschen 2b-Kilometer-Lauf in München in 1:28,11. das ist nur 3 Sekunden unter Rekordzeit. Die ADAC. Harzfahrt war vom Wetter wenig begünstigt. Bei einer Sonderprüfung über 7 Kilometer erzielte der Berliner Guilleaume auf Steyr mit 5:37 die beste Zeit. Internes Turnier des Reit-- und Fahrklubs Gießen. Das vom Reit- und Fahrklub Gießen und Umgebung am Sonntag nachmittag auf dem tradi- tionellen Platz an der Hardt veranstaltete Tur- nier, nahm, begünstigt von gutem Wetter, einen glatten und spannungsvollen Verlauf. Trotz verhältnismäßig schwacher Besetzung herrschte scharfe Äonfurreiu, so daß die erzielten Leistungen sportlich auf recht beachtenswerter Stufe standen,' besonders anzuerkennen ist die Teilnahme einer größeren Zahl von dem Llniversitätsreit- lehrer L. Schömbs ausgebildeter Schüler und Schülerinnen, des Rachwuchses im Reitsport, dem besonders die Sorge des Klubs gilt. Gröhes Interesse brachte das Publikum vor allem den Eignungsprüfungen der korrekt gezeigten, ein prächtiges Bild bietenden Ein- und Zweispänner, sowie den von jung und alt bestrittenen und besonders vom Alter forsch gerittenen Jagdspringen entgegen. Rachstehend die Ergebnisse: Reitprüfung Kl. A: Abt. A für Damen: 1. Frl. A. Schlüter auf Fr. Schlüters br. W. Gouverneur, 2. Frl. Pfeiffer auf Univ.-Reit- instituts F.-W. Fritz, 3. Frl. Jäger auf Univ.» Reitinstituts F.-St. Crimhilde. — Abt. B für Herren: 1. Wilhelm Klingspor auf br. W. Pascha, 2. Willy Löber jr. auf E. Bielers bl. Sch. Satan, 3. Friede auf Univ.-Deitinstituts br. 6t. Lotte, 4. Fr. Esau auf seinem br. W. Castor. Vielseitigkeitsprüfung. 1. Wilhelm Löber sen. mit Wotan. 2. Fr. Esau mit Castor, 3. Schömbs mit Crimhilde. Reitprü f un g Kl. L. Abt. A für Damen: 1. Frau Gregori auf Univ.-Reitinstituts F.-W. Fritz, 2. Frau Dr. Pauli auf Univ.-Reitinstituts br. St. Lotte. 3. Frl. Rinn auf Univ.-Reitinstituts F.-St. Crimhilde. — Abt. B für Herren: 1. M. Gregori auf Univ.-Reitinstituts F.°W. Fritz, 2. R. Zülch auf F.-H. Hans, 3. Dr. Klingspor auf br. W. Pascha, 4. W. Löber sen. auf seinem br. W. Wotan. Jagdspringen Kl. A. 1. Wilh. Klin g- spor auf Pascha, 2. Friede auf Lotte. Jagdspringen Kl. L. 1. Hch. Gott- mann aus seiner br. St. Marianne, 2 R. Zülch auf Hans, 3a Fcldwedel Gengnagel auf 4. MGK. I.-R. 15 Restor, 3b L. Schömbs auf Fritz, 4. Dr. Klingspor aus Pascha, 5. Frau Riemann auf Gebr. Schwan, A.--G. F.-St. Wally. Eignungsprüfung für Eins Panner. 1. Preise: Frau K. Riemann mit F.-St. Wally, Fritz Schlüter mit br. W. Gouverneur, 2. Preis: Fritz Schlüter mit Sch.-W. Prinz II, 3. Preis: L. Schömbs mit F.-St. Crinchilde. Jagdspringen Kl. M. 1. Preis: Wilh. Löber sen. auf Wotan, 2. Preis: Oberleutnant Hofmann auf br. St. Rokoko, 3. Preis: Hch. Gottmann auf Marianne. 4. Preis: Hauptmann Faulenbach auf br. W. Bob. Eignungsprüfung für Zweispänner. 1. Preis: Gebr. Schwan A-G.. Giehen Wally—Wotan, 2. Preis: Fritz Schlüter, Giehen Gouverneur—Prinz II., 3. Preis: Univ.-Dersuchs- gut, Giehen Hanna—Wotan, 4. Preis: Paul Hoffmann, Hof-Güll Mucke—Alex, 5. Preis: Frl. Gertrud Spring, Lich Darling—Fredh. Der Ostpreutzenläufer beim Reichspräsidenten. Berlin, 12. Oft. (£11.) Gestern wurde der ostpreuhische Läufer D c i a ü e k, .6er vor sechs Tagen in Lhck gestartet war und die Strecke nach Berlin im Laufe zurück- gelegt hatte, vom Reichspräsidenten empfangen. Der ostpreuhische Läufer überreichte hierbei dem Reichspräsidenten die Ehrenurkunde der Stadt Lhck, die die Stadt auS Anlaß der 500-Iahrseier dem Reichspräsidenten entsandt hatte. Der Reichspräsident sprach dem ostpreuhischen Läufer seine Hochachtung vor der großen Sportsleistung aus und überreichte ihm, wie dem gleichfalls empfangenen deutschen Marathonläufer Paul Hempel, sein Bild mit eigener Unterschrift. Die deutschen Erfolge beim Segeiflugwettbewerb in derKrim Moskau, 14. Oft. (WTD. Funkspruch) Bei dem Segelflug-Wettbewerb in der Krim erhielten die deutschen Segelflieger Re ring den 1. und Schultz den 2. Preis. Rering erzielte eine Höhe von 435 Meter und Schultz eine Höhe von 405J/. Meter. gum Wintersport. ADV. Sonderzüge für den Wintersport. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft beabsichtigt, wie die Reichszentrale für Deutsche Verkehrswerbung erfährt, int bevorstehenden Winter, günstiges Wetter vorausgesetzt, in ausgedehntem Umfange Sonderzüge nach den deutschen Wintersportgebieten zu führen. Hierzu kommen sowohl die sogenannten Wochenendzüge in Betracht, die dem Ermessen der einzelnen Reichsbahndirektionen unterstehen, wie die auch auf weitere Entfernungen verkehrenden Sonderzüge, bei denen die Rückfahrt mit fahrplanmäßigen Zügen innerhalb einer bestimmten Frist freigestellt ist. Auch für die letztgenannten Züge gelten dieselben günstigen Bedingungen wie für die Sommersonderzüge, die in diesem Jahre in vermehrter Zahl gefahren worden sind. Es ist anzunehmen, daß bei günstigerem Winterwetter als ün Vorjahre, die Wintersonderzüge starke Benutzung finden werden. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 8. Oft. Am Abend der Dürger- meisterwahl in Grüningen hielt ein Parteigänger des neugewählten Bürgermeisters vor dessen Hause eine Rede, in der er einen Anhänger des unterlegenen Gegenkandidaten schwer beleidigt haben soll. Der Beleidigte verklagte ihn, und es kam daraufhin vor dem Gericht zu einem Vergleich. Darnach ecklärle der Angeklagte, daß er dem Privatkläger nicht habe den Vorwurf machen wollen, daß er im Herbst 1918 einen Bagagewagen und zwei Pferde sich unrechtmäßigerweise habe aneignen wollen, daß er bedauere, gelegentlich der Bürgermeisterwahl Aeuherungen getan zu haben, die hierauf schließen lassen konnten, und daß er auf Grund der vorgelegten Bescheinigung des Arbeiter- und Soldatenrats in Butzbach vom 22. Rovember 1918 sich überzeugt habe, daß alle gegenteiligen Gerüchte, die in dieser Hinsicht über den Privatkläger verbreitet worden sind, unwahr sind. Er übernimmt weiterhin sämtliche Kosten. Der Privatkläger hat das Recht, eine Abschrift des Vergleichs eine Woche lang auf Kosten des Angeklagten am Gemeindehaus in Grüningen an- schlagen zu lassen. Aehnliche Aeuherungen, wie vorstehend angegeben, hatte auch ein Fabrikarbeiter von Grüningen gegen denselben Privatl.äger getan. Weiter hatte er ihn bei einer späteren Gelegenheit überfallen und mit einet Latte mißhandelt. Auch hier kam es zu einem Vergleich, in dem der Angeklagte die gefallenen Aeuße- rungen, von deren Unwahrheit er sich überzeugt habe, mit Bedauern zurücknehme. Auch bat er den Privatkläger wegen der erfolgten Mißhandlung um Verzeihung. Er übernahm sämtliche Kosten und verpflichtete sich, an den Privatkläger für entgangenen Verdienst, Arzt und Apothekerkosten 100 Mk. zu zahlen. Der Privatkläger darf auch diesen Vergleich durch Anschlag am Gemeindehaus zu Grüningen auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekanntmachen lassen. Wirtschaft. Der westdeutsche Montantrust vor der Errichtung. Der ..Berl. Lokalanz." meldet aus Duisburg, dah in den Bestrebungen zwecks Zusammenschlusses der rheinisch-westfälischen Großindustrie e'.ne entscheidende Wendung eingetreten sei. Die führenden Persönlichkeiten der beteiligten Werke, Thyssen, Rheinstahl, Phönix, Deutsch-Luxemburger, Gelsenkirchener Berg- werks-A.-G. und Bochumer Verein, hätten nun doch die Bildung einer neuen Aktiengesellschaft und nicht die Schaffung einer sogenannten Dachgesellschaft grundsätzlich beschlossen. Die Reugründung soll in der Form erfolgt sein, daß die beteiligten FirnMi ihren gesamten Werksbesitz an die neue Aktien-Gesellschaft als Sachwerte gegen eine entsprechende Zabl von Aktien abtre'.en. Die beteiligten Firmen sollen jedoch trotzdem bestehen und ihre Aktien nach wie vor im Kurse bleiben. Als zukünftiger Leiter der neuen Gesellschaft werde Generaldirektor Dögler als Vorsitzender des Direktoriums, Fritz Thyssen als Vorsitzender des Aufsichtsrats genannt. Der Hauptsitz der neuen Gesellschaft werde voraussichtlich Ruhrort sein. Cs handelt sich, dem genannten Blatt zufolge, jetzt noch darum, ob die Reichsregierung von ihrem Recht Gebrauch macht, aus wirtschaftlichen Gründen die Stempelsteuer, die Kapital- verkehrssteuer und die Grundvermögenssteuer bei der Gründung der neuen Westdeutschen Bergwerks- und Hütten-A.-G. herabzusehen. e • Herabsetzung des Golddiskont- bank-Zinssatzes. Die deutsche Golddiskontbank hat ihren Zinssatz mit Wirkung ab morgen von 7 auf 6 Prozent herabgesetzt. Eine Veränderung des Reichsbankdiskontsahes kommt nicht in Frage. • Interessengemeinschaft in der optischen Industrie. In der Aufsichtsrat- sihung der Optischen Anstalt O. P. Goerz A.-G. in Berlin-Zehlendorf wurde mitgeteilt, daß trotz gesteigerter Umsätze wegen der niedrigen Der- laufspreise das Geschäftsjahr 1924/25 dividende- los bleiben wird. Zur Hebung der Wirtschaftlichkeit der Cinzelunternehmungen im Sinne einer möglichst rationellen Ausnutzung der Betriebsmittel ist mit der Ica A.-G. m Dresden und der Contessa-Rettel A.-G. in Stuttgart ein langjähriger Interessengemeinschiftsvertrag abgeschlossen worden. Die Verwaltungsmitglieder der beteiligten Unternehmungen sollen in die Aufsichtsräte der anderen Gesellschaften eintreten. Im Zusammenhang mit der Interessengemeinschaft erhöht die Goerz A.-A. ihr Aktienkapital um 1,4 auf 8,4 Millionen Reichsmark. Die neuen Aktien werden unter Ausschluß des De- zugsrechtes der Aktionäre von einem Bankenkonsortium übernommen. Die neuen Mittel sollen in erster Linie zur Abdeckung der bestehenden Dankverbindlichkeiten dienen. * Disconto-Gesellschaft. Das Institut richtet, wie aus unserem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, in seiner 'Zentrale, sowie bei sämtlichen Depositenkassen und Riederlassun- gen spesen- und provisionsfreie Depositenkonten ein, die dem Publikum die Möglichkeit geben, bare Einzahlungen vorzunehmen, die auf Wunsch als täglich fällige Einlagen oder als Gelder mit einer zu vereinbarenden Kündigungsfrist (mit entsprechend höherer Verzinsung) verbucht werden. Räheres in der Anzeige. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M. 13. Oft. Die Abendbörse war verstimmt über die innerpolitischen Vorgänge, die in Zusammenhang gebracht werden mit den Verhandlungen in Locarno. Die Spekulation beobachtete starke Zurückhaltung, infolgedessen das Geschäft einen trägen und lustlosen Verlauf nahm. Am Aktienmarkt kam es erneut zu Angebot, dem nur geringe Aufnahmeneigung gegenüberstand: die Tendenz nahm daher eine rückläufige Bewegung an, die zum Schlüsse des Derkehrs ziemlich scharf zum Ausdruck kam. Die Rückgänge erstreckten sich bei sehr geringem Ge- schast auf alle Märkte, auch Anleihen gingen erneut zurück. Die Abendbörse schloß in schwacher Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0,220, Schuhgebietsanleihen 5,700. Ausländische Renten: Zolltürken 7,40, Bagdad II 6,50. Bank- aftien: Commerzbank 94, Medio 94, Darmstädter Arnk 104,50 Medio, Discontogesellschaft 101,87, Medio 102, Dresdner Bank 101,25, Mitteldeutsche CrAtbank 90,50, Reichsbank 135,50, Oester- reichische Kreditaktien 7,10. Montanaktien: Har- bencr 103,25 Medio, Rheinstahl 56. Chemische Aktien: Badische Anilin 121, Chemische Griesheim 119,50, Elberfelder Farben 119,75, Scheideanstalt 91, Höchster Farben 119,87. Industrie- attien: AEG. 95.25, Dyckerhoff 32,50, Eßlinger Maschinen 38. Inag 0.44. Lechwerke 69,50, Reckar- fulmer 55. Wayß und Freytag 51,50, Badischer Zucker 66,12. Frankenthalzucker 57. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 13. Olt. Die Grundtendenz war bei Beginn des Geschäftes freundlich. Die aus Locarno vorliegenden Rachrichten, die an der Börse bekanntlich ständig lebhaft beachtet werden, waren heute fast durchweg günstig, so dah man weiter auf ein positives Ergebnis der Pakt- Verhandlungen rechnet. Diese Tatsache und die zuversichtlichen Aeußerungen eines westdeutschen Wirtschaftsjuhrers über die nächste Entwicklung der Wirtschaftslage in Deutschland, ferner der zuversichtliche Stand der schwebenden Handelsvertragsverhandlungen und die neuen großen Kredite des Kali-Syndikates in Amerika trugen ebenfalls zur Hebung der Stimmung bei. Trotzdem hatte das Geschäft im ganzen einen geringen Umfang, die Kurse konnten daher nur geringe Veränderungen erfahren. 6etoft am Kalimarkt blieben die Kreditmeldungen ohne Einfluß. Am Montanmarkt waren Phönix eher niedriger, da weitere Betriebsstilllegungen gemeldet wurden. Die Rachrichten über den nunmehrigen Erfolg in den Eisentrust-Verhandlungen wurden schr vorsichtig ausgenommen und in der vorliegenden positiven Form für etwas verfrüht gehalten. Lebhaft war das Geschäft in heimischen Renten, besonders in Schutzgebietanleihen. Die G e l d m a r k t l a g e blieb weiter leicht, tägliches Geld war etwas niedriger, 8 bis 10 Prozent. Monatsgeld 10lA bis 11 Vs Prozent. Im Devisen verkehr war Paris angeboten. Auch Mailand war niedriger. Brüssel dagegen war im Hinblick auf die geplante Stabilisierung des belgischen Frankens befestigt. Auch nordische Devisen lagen fest. Die Reichsmark wurde notiert in London 20,33, Amsterdam 59.2PParis 5,20 Zürich 123,47*/-- Dörsenkurfe. Datum: 5°/.> Deutsche Reichsanleihe 4% Deutsche Vicichsanleihe . 3"/e°/n Deutsche Reichßanleihe 3% Deutsche Rcichsanleihe . Deutsche SparprÜmienanleihe 4% Preußische KonsolS . . . 4% Hessen 3*/,% Hessen 3% Helsen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schay-Antrcisng.') 4% Zolltürken 5% Voldmcxikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz, und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank Dcuischc BeretnSbank .... DiSconto Eommaudit . . . Mctallbank.......... Mitteldeutsche Trcditbank. . Qesteneichischr Crcditanstalt. Weltbank .......... Bochumer Gaß ...... Buderus • . Caro ..... Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergtverke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahülte Oberbedarf Phönix Bergbau ...... Rhein,tcihl........... Riebcck Montau ....... Tellus Bergbau....... Hamburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Llovv Eheramische Werke Albiu .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Änalo-Eonr.-Guano .... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alavüt .. Goldschmidt . GricS^ eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung RülgerSwerke > ...... . Scheideanstalt ........ Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ....... Mamkrastwerle . Schuckcrt . . ........ Siemens k HalSke ..... Adlerwcrkc Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstacdl Motorenwerke Mannheim ‘ Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metassgesell'chafr Frankfurt. Pet. Union A.°G........ Schuh,abrik Herz . Sichel . . Zellstoff «aldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a.M. Berlin Schtutz« fiur» Sdjlufeh Abrna» Orte Schtuk. Hure Schlutzd mittag h^tll u. n 13. 10. 12. 10. 13 10, 0 2325 0 220 d 235 0.2275 0,3-2 — 0.29 0 285 U.27 0 275 0,275 9,272» 1.45 0 45 0,425 0.47 0,13 0,13 0.13 5 0.137 I 23 0.25 0.2625 0.26 —• — 0.24 0.27 — 0,23 0.27 . - 0.24 0.245 91.75 97.25 91,.5 96 96 1 96 25 06,4 7,65 7.4 7.8 7,62 — 40 41.25 124.5' 123.5* 125* 128* yr 94* 94.75* 05* 105 5* 104.5* 105.9* 103,2* 105/2.5 104,25 106,2* 104,7* 75,5 74.9 * 103- 102* 103* 102,2* 77 76 91,23* 90,3 91 5* 7.45 7.1 7,4 7,4 0.03 0.03 67 66 75 68,25' 68,25* 46.6 44 46 .18 5 38.5 39,75* 70.3 68 68.76* 69* 73 73,75 74.25* 74,75* 104,75 103.2* 104.4* 105* 116.3 117 116 115 133 121 18.4 18.4 37 36.25 35.6 35,5 44.3 46 73.75* 72 25 74* 72,75* 57.5* 56* 58* 57* 7] 73 72,5 71 ü 54 52 60* 59.75* 60,5* 60* 64.5 64,25 65,5* 64,75* 66.5 65.5 53,155 53,75 53^5 53,25 91 90 121,75 121 122,4 12? ■■ — — 68,5 67 25 67.5 67,75 Ulf. 75 119,5 119 120 120 119.9 122.4 120 25 51,25 51,25 61,75 63 73 64 9 64 91 91 — 96,5 ' <0,13*1 98,5* 95 9* <4 73 74 74 74 74 63,5* ß?,5* 64.9- 63,75* 78,5 78,5* 79,5* 78 75* 30 36 36 36,4 35.5 33.25 34,5 34 26 25 35 36 3fl 35 — — — —- 0.3 0,3 — — — — — 90 95,5 — — to 60 60 60 26.25 25 25 25,5 4,13 4 4 80 80 80.25 79,5 55,25 57 o6.5 55,75 56.13 54,75 55,62 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt , a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BnenoS-Atrek, London, 9ltn» dort, Japan, Rio dr Janeiro für «ine Einheit, Wien und vndapeiL für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. H Oktbr. 13. Oktor. Amtliche Noti runa Amtliche iv,cto Dotierung Brief (3c(b Brief Amft.- Non. 168.61 169,03 168,58 UÄ Buen.-Mres 1.733 1.736 1,728 1,-32 Brss.-Antw. 19 17 19,21 19.11-5 19.205 Chrisliania. Kopenhagen 83,60 101,47 83,80 101,7.) 64,71 102,45 84.96 102,75 Stockholm . HMngforS. 112,41 112.69 112,36 112,6t 10,052 10,592 10,552 10,592 Italien. . . 16,80 16.81 16.65 16,69 London. . 20,809 20,359 20,3(16 20,356 VteuDoit . . 4,195 4,205 1,195 4,205 Parts. . . . <-'1)11’210 . . Spanten. . 19.305 19,845 19,145 19,185 80 87 60,30 81,07 60,46 80,8.» 'JO. 28 81,05 60,42 yapau . . . 1,715 1.710 1,716 1,720 wo de Ian. Wien in D.° ij.624 1.026 0.622 0,624 Oest. abgest. 59,11 59,95 59,10 69,27 Prag .... 12,421 12,414 13,424 12,464 Belgrad . . 7.4.58 7,478 7,454 7,471 Budapest. . Bulgarien . 6,875 5,8.15 6,875 6,895 3,057 21 225 3,063 3.015 Lissabon 21,275 21,22.5 <0,275 Danzig - . . 80 57 80,77 80,54 80.71 Konstantin. 2.405 2,415 2.385 2,395 Athen. . . 6 09 6.11 5 71 5.76 Canadn. . . 4.195 1,207 4.195 4,205 Uruguay . . 4,26 4.27 4,845 4,255 Ban knoten. Berlin, 13 Oktbr. Geld Bries Amerikanische Nölen . . . ., Belgische Noten. ....... Dänische Roten ....... C-nglischc Noten........ Französische Noten ...... Holländische Note»...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Dents.ch;Oesterr.,Li wisA-Äi W, die^lernh. Au«» dem Amtsverknndiguttgsblatt» “ Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 81 vom 14. Oktober enthält: Die Wahlen der Stadtverordne.'en, der Gemeinderats-, Kreistags- und Provinzialtagsmitglieder. — Die Wahl der Kreistagsmitglieder. — Hauptkömngen int Jahre 1925. — Maul- und Klauenseuche in Saasen. — Maßnahmen gegen die Verschleppung der Maul- und Klauenseuche. — Einsendung der Handbuchsauszüge. — Straßensperre. — Schutz der Lelegraphenleitungen. Radsahrderkehr. — Feldbereinigungen Wieseck und Beltershain —• Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm । des Frankfurter Senders. 6.30 Uhr: Die Lesestunde: Aus dem Buch: ilntel Indianern Südamerikas, von Prof. Dr. Mast Schmidt-Berlin. 6.30 bis 7 lllhr: ilebertragunfll von Kassel: Vortrag von Dr. Hopf, über „Dir Landesbibliothek Kassel". 7 bis 7.30 Uhr: Vor« trag der „Frankfurter Rachbarhilfe". 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule Frankfurt. „Goethes Weltanschauungsgedichte". Vortragszyklus voll Dozent Pfarrer Taesler. Zweiter Abend: ®oe< thes naturwissenschaftliche Weltanschauung^ gedichte (Schillers Reliquien, Metamorphose bet Pflanzen und der Tiere). 8 Uhr: Uebertra« gung aus Berlin: „Der Postillon von Lonju« tneau“. Komische Oper in drei Akten von Eh, Ä Adam. v ■ Oh. KKW , W6««»i3 “Ä>. rn? Wettet Ar . ?F«XÄ L».s W «M: n5} - ft*«*, Ä“®aÄ‘* 9»'S*«ä KKZ , 172 Ui söt) 16550 5{*£ W.) A" lDaq» Ä 235 tjwi | LL vis 2425 Ar..® 6ii WZM 1 bis QRfl »21,|9° 2211 60 6ü 14MtfSfe W ,W> oucker 205 Und Schule. Eiuft***«* »e m ©elfen nnt> 3Joh0, Mn uni, am 9. und io n> “fV" «mÄiS J La 9 u n fl ah. öei Aeltors Loos» lJicki 1 Thema-. „DerA l in der Arbeitsschul? cii. ^LauenLer Deisel DJ .6le Bedeutung des |eßf, ~ mn ausgezeichW Öic Äa der Firma fr- tm Dienste des Alntcrridy 1 Zukunft. Die von mi äugenden Ausführung^ Heuchelheim über büK« gen Anschauungsb/Aer 's« chtma der Aussprache t' ^r, em Spezialist aus ta :toon und ein antdantia vuhte in Aeveugender Dis<. n das LichM) zu zerstretur rte man das Lichtbild als cd hmittel der Tegenwar'.. age stand das Thrm: M Hule" zur Aussprache. 2to| eil uni andertveittger M tungen war öle Detlnah, Bon behördlicher Seite drvs. Dr. Aller und bei. Aeltvr Alth.M^ Mgemeinschast, erössnetr h hen Dorten der Begrüß t Derbewvrt für die Aestu- igemeinschast. 3n seiner schlch Art führte er an Hand zwei- cnst Leih in Dehlar der 1 ur Verfügung gestellter Aps» hen. meist selbst hergesick- die Technik der Projektion; e Lehrer Zimmermann, rit anschließendem Aortrag ^ ■ am Lichtb'v und die W d in allen ÄntemchtSfachen a Leih sehr geschmackvoll ach ung ton Mikroskopen der v« t und DervenüungsmogbM iglter Art, Prismen» oiltovdaraten erügegengebrachi i-MZL nögllchkeüm ^^^psle- ichern und rn der u Ot*r «tfWj Sl(» *i«srw ;iaitagSntttg ^^xungen « alieder. " $ stauenseuche 8 Maul' .ahmen Sinsendung k- r*^»- Programm S-»d«s. S**'1 ■ "L'Ni.H'i 2?sS.%t -alle! ^parh't ^ - ffurtek eiofifhlILDfiii8 Aus Natur und Technik. Kipho. Wer wußte noch vor vier Wochen, was Hipho ist? Heute ist eS das Wort des Tages. Kmächst bereiteten ihm die Reklamefilme See- dcrS den Boden, die in allen Kinos schnurrten: Rätselhafter Filmstreifen, mit denr Drachen aus Ben „Ribelungen", der seinen Feueratem über 61? Leinwand stieb, begann er, dann liefen andere Dinge dazwischen, durcheinandergeschachtelt wie B kubistisches Bild, Fratzen und Masken, Land--. ften, rotierende Scheinwerfer. Iupiter- pen, Momente aus den Filmateliers, alles blihhaft, hurtig, huschend — und schliehlich entwickelte sich aus all dem Wirrwarr der Befehl: .Lu muht zur Kipho!" Da wußte man denn, dah Wes Rätselwort Kino- und Phvtoaus- 1: [ [ u n g bedeutete und daß diese Ende September in den Messehallen stattfinden werde. Für das Publikum ist nicht die eigentliche Ausstellung der Film- und Photo-Industrie das Aichtige — die ist mehr für die Fachleute —, ondern die die Veranstaltungen locken, die man il* Anhängsel darum gebaut hat. Da ist etwa ein , Äufnahmeatelier". Bitte wer hat schon ! riebt, wie ein Film gedreht wird? Alle Änstigen Henny Portens und Konrad Leibis, die weltfremd romantischen Träumen aon Ruhm und Geld nachhängen, hätte ich »erne in dieses Aufnahmeatelier geführt, wo cnlete Prominenten unter namhaften Regisseuren >wben und kurbeln. Als ich dort war, wurde -lerade der Ufa-Slim „Karriere" unter Rochus Mess mit Xenia Desni, Klein-Rogge und'Die- -as man sinngemäß auch auf das Licht anwenden Inmdc: „Licht allein macht nicht hell — man nutz es auch haben", nämlich da haben, wo man «s braucht. Licht an sich — das klingt sonder- bat — ist ja etwas durchaus Unsichtbares: Wir können nur die Lichtquelle sehen, wenn sie inseren Blicken nicht entzogen ist, und dann illt. Es kommt bei der Lichtwirkung natürlich uf die Stärke dieser Beleuchtung an, aber ba- efccn auch namentlich auf den Unterschied zwi- Yen der größten Helligkeit und geringeren Helligkeiten. Wenn wir z. B. eine Lampe so twrdnen, dah sie ihr Licht unmittelbar in unser "luge sendet, so überstrahlt die Lichtquelle die »Ott ihr beleuchteten Gegenstände meist so be< ♦eutenö, dah sie uns blendet und wir — selbst Denn die Lampe sehr hell ist — die Sachen, die vir beleuchten wollen, nicht gut erkennen können. Mr wissen chies längst aus Erfahrung und .Hützen unsere Augen durch Lampenschirme und «hnliche Vorrichtungen vor der Blendung: wir leiten z. D. unsere Zimmerwände im Dunkeln, int die Gegenstände auf dem Tisch desto deutscher erkennen zu können. Es ist aber merk- dürdig, dah diese Erfahrung und die daraus «zogene Rutzanwendung fast auf die J2Irt und Deise der Beleuchtung unserer Wohnräume und Schreibtische beschränk geblieben ist, sich aber in der Schaufenster- und namentlich in der Strahenbeleuchtung noch wenig ausgewirkt hat: vielfach sind gerade dort die Beleuchtungskörper Io angeordnet, daß sie den Beschauer blenden ober Flächen auffallend hell beleuchten, deren Beleuchtung nebensächlich oder gar störend ist, Io daß die Gegenstände, die man durch die Beleuchtung „ins rechte Licht rücken will", dunkel «scheinen und nicht ins Auge fallen. Eine Beleuchtung dieser Gegenstände, also der Sachen, die wir durch die Beleuchtung hervor- heben wollen, können wir freilich durch die Abschirmung der Lichtquelle allein nur unter Anf- ttenöung von sehr starken Lichtquellen erreichen. Aun braucht man aber das Licht durchaus nicht gleichmäßg kugelförmig ausstrahlen lassen, wobei e» bekanntlich im Quadrat der Entfernung von der Lichtquelle abnimmt. Wir können sowohl Kirch die Form der Lichtquelle — bei elettrischen Mhlampen beispielsweise durch die Art der Anordnung des leuchtenden DrahteS in der Birne — eine wesentlich günstigere Lichtvertei- big erzielen. Darüber hinaus tonnen wir aber dic Lichtstrahlen durch Flächen in der Rähe der Lichtquelle, die geeignet sind, das Licht in einer Stimmten Richtung zurückzuwerfen, in von uns .gkvollte Bahnen lenken: Es ist ja allgemein ‘Mannt, dah man die Strahlen einer Lichtquelle et Brennpunkt eines paraboloidischen Spiegels, allo mit einem sogenannten Scheinwerfer, zum größten Teil in einer ganz bestimmten Richtung nerfen und so auf außerordentlich große ®nt- Itmungen ungeheure Lichtwirkungen erzielen kann. Aber obwohl man schon lange weiß, hat es doch recht lange gedauert, bis man diese Gr- lcnntnis — abgesehen vom Scheinwerfer — für die Beleuchtung nutzbar gemacht hat. Man füttert zwar seidene Lampenschirme innen weiß, aber recht häufig mit einem Weiß, dah recht wenige Lichtstrahlen zurückwirft: ja es werden auch heute noch außen grüne gläserne Lampen- schirmglocken verkauft, die auch innen grün statt weiß sind, sie schützen zwar die Augen vor den unmittelbar von der Lichtquelle kommenden Lichtstrahlen, aber sie werfen das von ihnen aus- zehende Licht durchaus nicht in genügendem Maße zurück, d. h. auf die eigentlich zu beleuchtenden Mächen; solche Schirme verschlingen das Licht unb beleuchten somit z. D. das Papier auf dem Schreibtisch entweder ungenügend oder zwingen zu Anwendung stärkerer Lichtquellen, d. h. zur Strom- und damit zur Geldverschwendung. Ganz kssnders fehlte es bisher in diesen Punkten auch bei der Schaufenster- und Straßenbeleuch- ting, sowie bei der von großen Räumen, seien H Ärbeits-, Ausstellungs- ober Gaststätten. Diesen Liebelständen rückt nun eine Lampen- tzirmbauart der Zeihwerke in Jena auf den Leib, die von der Firma „Spiegellicht" genannt und in verschiedenen Formen auf den Markt gebracht wirb, sei es als eigentliche Spiegellampe, bei der der gläserne, auf der Außenseite mit einem Spiegelbelag versehene und gegen Beschädigungen bei einigen Mustern durch einen Metallschtrm geschützte Schirm mehr die Gestalt eines Paraboloidabschnilts hat, sei es als Glockenspiegel einer an der offenen Seite etwas erweiterten, aus Paraboloibrinaen zusammengesetzten paraboloibähnlichen Glocke. Die Ocff- nung kann durch einen Mattglasschirm abgeschlossen werden, wo dies zweckmäßig erscheint. liniere Bilder zeigen den gewaltigen Unterschied in der Lichtwirkung: 3m Bild 1 sind drei unbeschirmte Glühlampen von je 200 Watt im l,2fachen Abstand ihrer Höhe über der zu beleuchtenden Fläche aufgehängt. Die dünnen Kurven zeigen die von den einzelnen Lampen auf die Bodenfläche geworfene Lichtstärke, die aus- gezogene dicke Linie zeigt die wirkliche Gefamt- lichtstärke aller drei Lampen, die strichpunktierte Linie die mittlere Lichtstärke. 3m Vergleich dazu fähiger ist, je reichlicher die Straßen gesprengt werden. Obwohl innerhalb eines Monats nur drei Spritzungen der Straßen erfolgten, wurde die Staubentwickelung auf diese Weise hervorragend gut gebunden unb die Straßen e'kst be eu end wite.stands ä;i;cr gegen alle äußeren Einflüsse gemacht Der Ausbau der Wettertelegraphie. Rach dem 3ahresbericht der Deutschen Seewarte in Hamburg für das 3ahr 1924, der vor kurzem zur Versendung gelangte, formte die Wettertelegraphie im letzten 3ahre nicht unbeträchtlich erweitert werden. Der Umfang des täglich vorliegenden Wetternachrichtenmaterials hat dadurch eine wesentliche Erweiterung erfahren, daß Rußland eine große Anzahl russisch-sibirischer wie auch einzelner j a p a n - scher Stationen drahtlos verbreitet. Seit dem 1. September wurden von 15 deutschen Dampfern 500 Bild 1 «000 Bild 2. IUX H* 3000- zeigt bas Bild 2 die Lichtverteilung und Lichtstärke mit denselben drei Lampen, wenn sie in Glockenspiegeln untergebracht werden. Der Vorteil ist nach diesen Bildern so in die Augen springend, bah zusammenfassend dazu nur noch zu sagen ist: Bei bet Anwendung der Glocken- spiegel erhält man bei gleichem Stromverbrauch eine etwa 3,6 mal hellere unmittelbare Boden- beleuchtung unter den Lampen. Häufig wirb aber diese Lichtfülle nicht nötig sein: Man kann dann also bei der Verwendung des Spiegellichts mit der Kerzenstärke der Lampen herunter- gehen und dadurch etwa die Hälfte ober noch mehr an Stromkosten sparen. Del der Beleuchtung großer Räume, z. B. in Geschäftszimmern, kann man statt zahlreicher einzelner Schreibtischlampen mit wemger Spiegellicht-Deckenlampen auskommen: die Beleuchtung des Raumes wird dabei in vielen Beziehungen besser: sie wird nämlich erstens gleichmäßiger, tageslichtähnlicher unb schattenloser, zweitens wirb die Allgemeinbeleuchtung des Raumes vollkommener, ohne bah sie blendet, und drittens entsteht noch der Vorteil, daß kein Raum auf den Arbeitstischen durch daraufstehende Lampen beansprucht unb bah man durch die Arbeitslampe des lieben Rachbarn nicht geblendet wird. Die Bekämpfung des Strahen-- staubes. 3n der Stockholmer Vorstadt Dremma sind, wie wir in der „Zeitschrift für Desinfektionsund Gesundheitswesen" lesen, in Der letzten Zeit erfolgreiche Versuche gemacht worben, die Straßen mit Besprengen von Sulfitlauge sowohl gegen die zerstörenden Einflüsse der Fuhrwerke und der Witterung widerstandsfähiger zu machen, als auch die ungeheure Staubentwicklung auf den chauffierten Straßen zu vermindern. Aehnliche Versuche, die in anderen Vorstadtgemeinben Stockholms gemacht würben, haben gleich gute Erfolge aufzuweisen. Die Straßen werden mit einer Mischung von 20 bis 30 Prozent eingebunfteter Sulfitlauge und 70 bis 80 Prozent Wasser gesprengt, wodurch sich ihre Oberfläche mit einer harten braunen Deckschicht überzieht, die um so wiberstands- vom Atlantischen Ozean drahtlos Wettermeldungen über die Küstenfunkstelle Rorddeich an die Seewarte gegeben und dem deutschen Wetterdienst zugänglich gemacht. Die starken Störungen, die die Funkwetterberichte von Rorddeich auf der 600-Meter-Welle auftoiefen, veranlaßten die Seewarte, die Senderwelle auf 1100 Meter herauf- zusetzen. Da auch weitere Klagen über geringe Reichweite einliefen, rüstete die Seewarte einen Fischdampfer mit verschiedenem Empfangsgerät aus und ließ auf einer Fangreise nach 3sland im Rovember von einem der Funkentelegraphisten Reichweitenversuche anstellen. Hierbei wurden auch wichtige Anhaltspunkte hinsichtlich der Ausrüstung kleinerer Schiffe mit drahtlosem Empfangsgerät festgestellt. Der Wert der Nüsse und Mandeln für die Dolksernährung. Don Dr. med. G. Mosbacher. Von allen Obst-Früchten sind Russe und Mandeln - denen sich noch als gleichgeartet Kastanien, Eicheln unb Oliven zugefellen-ihrer diätetischen Bedeutung nach weitaus verschieden. Sie sind nämlich im Gegensatz zu dem meisten übrigen Obst recht wasserarm, Dagegen reich an Eiweiß und an Fett, dem wiederum gegenüber der sonst cheim Obst so bedeutsame Zuckergehalt in den Hintergrund tritt. Während die Ge- treibefamen als Reserve Stärke auflpeichern, sind Mandeln unb Aüfse arm daran: bei diesen Samen- kernen spielt das Fett die Rolle des Refervestosfes. Immerhin findet sich in der Ruß doch noch ein gewißer Prozentsatz Zucker; daher bet sühliche Geschmack der Rüste. An Salzen enthalten sie vorwiegend Kali unb Phosphorsäure: an zweiter Stelle stehen Kalzium« und Magnefiumfalze. Die ganze Frucht ist von Faser- und Zellwandgewebe, der sog. Rohfaser durchzogen : die Angreifbarkeit dieses Gewebes durch die Derdauungsfäste ist ausschlaggebend für die Ausnuhbarkeit unb Bekömmlichkeit ber Rüste unb Mandeln, da die Verdauungsfäfte erst nachdem das Fasergewebe zernsten ist, an den weichen nahrhaften Zelleninhalt gelangen können. Immerhin ist das Fasergewebe, z. B. bei den Haselnüssen, zumal wenn sie ftisch sind, verhältnismäßig zart und gut angreifbar. Ein wesentlicher Faktor ist das Zerkleinern, das gute Kauen, das die Bekömmlichkeit wesentlich erhöht: frische Rüste und Mandeln lasten sich bekanntlich viel leichter lauen als abgelagerte: diese Erscheinung hängt mit dem Oel der Ruh zusammen: bei längerem Lagern trocknet nämlich das Ruhoel und verfilzt Zellwand unb Zellinhalt, sodaß das feine Zerkauen erschwert wird. Im übrigen bringen die Rüste oft gewisse Reizwirkungen auf die Schleimhaut der obersten Luftwege mit sich; sie kratzen im Hals, reizen zum Husten, die Stimme wird heiser, die Schleimabsonderung vermehrt sich-also für Sänger, Schauspieler und Redner sind Rüste wenig zuträglich, zumal kurz vor ber jeweiligen Ausübung ihres Berufes. Die Ursache dieser unerfreulichen Reben« erscheinung ist in der Anwesenheit ätherischer O e l c zu suchen. Außer diesen ätherischen Oelen enthalten die Rüste noch Bitterstoste. die beim Rösten angenehm schmeckende Röstprvdukte ergeben: bei den Erdnüssen ist das Rösten unbedingt erforderlich, da sie erst hierdurch für uns genießbar werden: Erdnüsse, geröstet unb fein gemahlen, ergeben bas wertvolle Erdnuhmehl, daS sich durch hohen Eiweiß« und Fettgehalt auszeichnet. Abgesehen von den geschilderten Rebenwirkungen sind die Düste unbestreitbar ein ideales Rahrungsmittel, zumal ihre Ausnuhbarkeit, des. im gepulverten Zustande, fast unerreicht ist. Für die Mandeln ist der B l a u f ä u r e g e halt cha« ratteristisch, ber besonders stark in den bitteren Mandeln hervortritt, aber auch in den süßen Kernen nicht völlig fehlt. Wenn auch Unglücksfälle durch den Genuß bitterer Mandeln bei Erwachsenen kaum vorkommen dürften, so bat man doch schon bei Kindern nach dem Verzehren von 8-10 bitteren Mandeln Vergiftungen mit tätlichem Ausgange beobachtet. Dagegen werden bei ber Herstellung von Spirituosen, von Marasquino di Zara und Kirsch- waster vielfach Dittermandeln — ohne schädlicho Folgen — verwendet. In ber Krankenkost ist den Rüsten unb Mandeln nur eine eng umgrenzte, aber hier recht wichtige Bedeutung zugemesten: so haben sie schon seit altersher in ber Ernährung ber Zuckerkranken volle Geltung: u. a. in Form von Ruß- unb Man- delgebäck, bas aus Rüsten, Eibotter unb Eierschnee hergestellt wirb: am besten dürfte sich hierzu bas von bitteren und kratzenden Geschrnacksstosten befreite Erdnußmehl eignen. Für Fettleibige sind Rüste unb Mandeln wegen ihres hohen Rährwortes gänzlich verboten. Einer besonderen Beliebtheit in ber Krankenküche erfreut sich auch bie Mandelmilch, die übrigens in früheren Zeiten bei feiner Tee- unb Tanzgesellfchaft zu sehl^l Pflegte. Heut zutage gelangt die Mandelmilch im wesentlichen bei Magenkrankheiten, bei Gicht unb Nierenleiden, bei Gallenerkrankungen unb Zuckerleiden unb bei anderen Stostwechfelstörungen zur Anwendung. Weitgehende Verwertung sinden die Mandeln, fein gestoßen, mit Zucker, ©tertiär und Gewürz« stoffen verseht, als Marzipan, das wohl dem Gesunden — natürlich in vernünftigen Maßen qe- no en — zuträglich ist, im allgemeinen aber nicht als Krankenkost gilt. Höchstens bei Mastkuren kann Marzipan als hochwertige, gut schmeckende Süß- wäre mit Erfolg genommen werden. Schließlick wäre noch das Ruhöl zu nennen, das vorwiegend in den subtropischen Ländern Amerikas aus der Erdnuß gewonnen wird und sich steigender Beliebtheit erfreut. Jod und Kropf. Es ist eine feit langem bekannte Tatsache, baß zwischen dem Vorkommen von Jod in der Ratur und dem Auftreten des Kropfes bei öen Menschen gewisse Zusammenhänge bestehen. In zwei schweizerischen Dörfern konnte dafür neuerdings Albert Pietsch nach seinem Bericht in ber „Umschau in Wissenschaft und Technik" Frankfurt a. M. belangreiche weitere Tatsachen beibringen. So zeigte sich, dah in der Luft, im Trinkwasser, im Gestein unb in den Rahrungs- Mitteln eines nahezu kropffreien Dorfes (©ffingen mit 1 Prozent Kropfhäufigkeit) mehr Job enthalten war als in zwei Dörfern, bie turch Kropfhäufigkeit bekannt sind (Kaisten und Hunzen- schwil mit 60 Prozent). Als deutliches Beispiel seien die Iodmengen bei Milch unb Eiern genannt, die einerseits 150 Milligramm und anderseits 80 bis 100 Milligramm im Kilogramm betrugen. Das Trinkwasser hatte in Offingen einen vier- bis zehnmal größeren Iodgehalt. Es erscheint deshalb die vorbeugende Maßnahme der Schweizerischen Kropfkommisslon Erfolg zu versprechen, wodurch ber Bevötterung in kropf- herrschenden Gegenden Jod durch das Speisefalz (auf 100 Kilogramm Speisesalz 5 ober 10 Gramm Kaliumjodid) zugeführt wirb. spielen, ber Hintergrund, eine Kaschemme aus spanischen Wänden gebaut, Ofen, Tische, Fußboden, alles wirkt erstaunlich echt, Demi die Photographie ist ein erbarmimgsloser Ankläger, und vor dieser unromantifchen Folie wird geprobt. Gin Streit, der in diesem Bouillonkeller ausbricht, Bedrohung mit Revolver, Wortwechsel, bis endlich einer einen Stuhl gegen den Feind schleudert, ber von einem Dritten auf- aufgefangen wird. Diese Vorgänge werden so gestellt unb geprobt, einmal, noch einmal, die Menschen baden, verkrampfen sich ineinander, springen auf, Revolver heraus, Stuhl hoch.... immer das Gleiche noch einmal und noch einmal, unb immer wieder und wieder, immer diese gleichen Bewegungen, immer dieses Mienenspiel, die gleichen Sprünge, aber immer mit neuen kleinen Avancierungen, die der Regisseur hineinträgt unb die dem Laien kaum merkbar werden — unb endlich der große Augenblick: „Achtung. Aufnahme!" Run spannen sich die ermatteten Rerven zur höchsten Leistung, die Jupiterlampen zischen auf, die Scheinwerfer senden beißende Strahlen, deren weihe Helle die Augen frißt und in der Hitze dieses unendlichen Lichtes wirb endlich, endlich in wenigen Sekunden, die Szene gedreht, bereit Vorbereitung Stunden dauerte. Ganz unpathetisch muh ich feststellen, wie entsetzlich nüchtern, und wie erschütternd in dieser Rüchternheit alle filmische Arbeit ist: an anderer Stelle ber Kipho wird gezeigt. Jeder- kennt die kurze Szene aus den „Ribelungen", da Siegfried mit seinen Mannen auf der Zugbrücke vor dem Burgtor hält; eine Episode, die in eineinhalb Sekunden vorübergeglitten ist. bie aber, alle Vorbereitungen eingeschlossen, Z958 Stunden Arbeit gekostet hat (von allem Finanziellen ganz zu schweigen). Jeder kennt die komische Anekdote aus dem „letzten Mann", in ber zwei Betrunkene ein Morgenständchen bringen; hier scheint plötzlich bet glitzernde Schalltrichter einer Trompete mit ungeheurer Schnelligkeit und wachsender Vergröherung auf den Zuschauer zu stürzen, der den Eindruck erhält, als schwinge ber Ton ber Trompete auf ihn zu. Alm diese Wirkung zu erreichen, muhte eine eiserne Schwebebahn für den Operateur gebaut werden: drei Wochen Arbeit für zwei Sekunden Film. Kipho wäre nichts ohne il f a. (Man braucht kaum noch zu erklären, dah Ufa: Universum Film-A.-G bedeutet.) Unb Ufa schwelt in ihrem Welterfolg der Ribelungen. Quer durch die Mitte ber eigentlichen Ausstellung ist das Wunderwerk de-:- Ribelungen- Drachens gelagert, erstorben liegt er da, in der Bewegung seiner letzten Zuckungen erstarrt, Siegfried hat ihm ein Auge ausgeschlagen, aber das andere von der Gröhe eines mäßigen Strauhen- eies blickt bösartig und gereizt auf den Beschauer. In Vitrinen hängen die Ribelungen- Koftüme, die hier über Garderobenständer geworfen, unglücklich wirken, wie aller Theater- Plunder, kleine Modelle geben Anschauung von dem Umfang der Bauten unb ber 'Weite des Raums, auf dem sich der Endkampf um Etzels Burg abgespielt hat. In dieser eigentlichen Film- auffteHung sind alle führenden optifchen und photographischen Firmen Deutschlands vertreten; sie zeigen fast durchweg wirkungskräftig gegliederte Pavillons und Bauten mit eigenartigen Symbolen: Goerh etwa hat einen Block Glasfluß von 1500 Kilo Gewicht ausgestellt, der Stand von Srnematm wird durch eine Riesenkamera überragt, die auf einem mehr als zehn Meter hohen Stativ ruht. Auch humoristisch ist man uns gekommen: eine Filmzeitung hat ein Raritätenkabinett auf gebaut, bas komisch wirken soll, eine zweite zeigt eindrucksvoller ben Fortschritt des Films, wenn sie die Garderobe eine» Filmstars von 1910 und 1925 in naturalistischer Treue nebeneinander stellt. Dazu hilft auch daS „Urkino" eine Leinwandbube, vor ber ber damals unvermeidliche Akklamateur die Wunderwerke der ersten Bildstreifen anpreist unb erklärt: „Hier sehen Sie Fischer, wie sie ihrem gefährlichen Berus nachgehen, nebenbei stehen ihre Frauen, denn sie hängen an ihnen." O Jugeirdzeit ber Erinnerung, ba wir diese primitiven Dinge bewunderten! Welche Zeiten haben wir inzwischen erlebt! Sollen wir uns dieser Erinnerungen freuen, haben wir Grund? Die Kipho läßt, Tempo Tempo, nicht zur Besinnung kommen. Während wir in diesem ersten Kintopp grauen Erinnerungen nachgingen, ist's völlig dunkel geworden. Jetzt erwacht diese Ausstellung, bie ber Industrie des Lichtes gewidmet ist, mit ungeheurer Licht- unb LebenS- fülle zu gesteigertem Dasein: Die Iuptterlampen gleißen grell aus den Ständen, an ber Decke dröhnen biec Lautsvrecher, nervöser hastet die Menge durch die Gange, drängt zum Kino ber Viertausend, wo altobendlich die wenigen von den Tausenden im Bilde vorgeführt werden, die aus dem Filmeignungswettbewerb erwählt wurden, Kapellen spielen ba und dort, die Rhythmen ber Jazzband trommeln rasenden Takt, unb, bist du endlich draußen, flimmern bie müden Augen, unb, willst du dich am Anblick des nächtlichen Himmels ausruhen, wird dein Auge vom stillen Monde abgelenft durch den Strahl des Scheinwerfers, der in ewiger Rotation auf dem Wihlebener Funkturm spielt und da- Gelände abtastet und wieder erlebst du eine GrlchüttS' rung, wie sie die große Stadt, wie sich Dynamo und Reklame zwischen den Menschen unb seine ewige Sehnsucht nach den Gegebenheiten bet Ratur gedrängt hat. G. 2t Preis 50 Pfennig das Halbpfund. Jedesmal wird Hlh.15S gespart wenn Sie an Stelle von 1 Pfand teurer Butter die Feinkostmargarine „Schwan im Blau- band“ verwenden. Es gibt nichts Besseres zum Kochen, j Braten, Backen sowie zum Brotaufstrich. WMM ®.2<2 4 51 I ö-7° Dl(,nfll$,rh U92° 1 r^Mlräg'' j auch " ,Inen Ul«/ D0n. höbtrti ®‘ E ' 112, i haii Severir Preu^ S-rlin. $yotiD2'n,fler ' < * j1 Lßeriums steh'- 2hei' bürien !l ffiftV $ormi | M erheben, daß Mnannes fletl ' S'Poli'it ton £tn, >st?’e 1 ff M können forftauefl entgege oerben wir SRanr uotum stimmen. \ I links.) I Abg. Mulle die höheren Gest I Weltanschauung c Macht. Die Wir, auf Dem Boden b l ständige Mittelste ting überall fleyi immer 0 b je f I 1 i Verwaltungsmohn i allzuost eine ungj I nister, schossen e Ctahlheimleu leute ab, wenn < Sarin ließt eint @c Mg. Jr. Korn hie nötige Sparsam! Ministeriums. Wir das toraiien, daß. I Wen Summen fi wendet, (onbem nut . 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