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GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag , vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Steinöruderci H. Lange in Stehen. Zchristleilung und Seschäflzftelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagernummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlichkeil. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm S reite örtlichÜ, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 (Bolbpfennig, ' )latzvorschrift 20',. Aus- chlag. - Verantwortlich ür ‘Pofitik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange: ür den übrigen Teil: Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. gchaftlichere Gestaltung ffentlichen Verwaltung, atiiminifter a. D. <5 a e m i s ch. deS Rechnungshofes des Deutschen Reiches. nflationSzeit ist für Deutschland eine triobe allerersten Grades gewesen. Ihre, ung hat das deutsche Volk vor dem usammenbruch gerettet. Erst auf der fester Währungsverhällnisse konnte u des deutschen staatlichen und Wirt- Lebens mit Ersolg unternommen wer- Gesundungsprozeh ist aber g e nicht überwunden. Für die es vor allem, den gewonnenen festen ht wieder unter den Fichen zu ver- Brei. Um zu erkennen, was dazu nötig ist, r»h man auf die wesentlichen Ursachen der 3n- fkt en zurückgehen. Dies ist um so notwendiger, alt die Vernichtung der Währung nicht als rständiger Vorgang betrachtet werden darf, ist vielmehr nur ein Ausfluß der Zerrüttung ■feier gesamten öffentlichen und privaten Wirt- r*ifl gewesen. Diese Zerrüttung stellt sich dar ab eine Störung erstens in dem Ausgleich der Mmahmen und Ausgaben dec gesamten deut- fchkit Dollswirtschast im Verhältnis zum Aus- Ceb (Zahlungsbilanz) sowie zweitens in bei Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben Br öffentlichen Verbände (Finanzbilanz). ■Die Probleme der Zahlungsbilanz und der 5i- nc Bilanz stehen in enger Verbindung und Wech- piLirfung mit einem noch grundlegenderen Pro- Sti, dem der Bilanz der Volkswirtschaft. In dieser an} werden Erzeugung und Verbrauch gesamten Volkswirtschaft einander gegenüberge- II. Fehlbeträge dieser drei Bilanzen und die zu it Ausgleichung beschrittenen Wege sind in nicht ner leicht durchsichtiger Verknüpfung die Ursachen ’ bi Inflation gewesen. Nur angedeutet sei hier die ■0liLe welche in der Kette der entscheidenden Maß- • nejmen zur Ueberwindung dieser Fehlbeträge die IMvffu n g zusätzlicher oder künstlicher - 9c it f traft bedeutet hat. Eingegangen sei hier 11: auf eine grundlegende Seite des Pro- bli is, nämlich auf die Notwendigkeit, den Finanz- btiarf der öffentlichen Verbände (Reich, Länder, • Jr emben, Gemeindeoerbände) in ordnungs- iiri’cer Weise auszugleichen. Die Aufhebung des Gleichgewichtes Di: Finanzbilanz in der Kriegs- und Nach- W-pHzeit ist eben dadurch zu einer der unmittel bri'en Ursachen der Inflation geworden, daß der 2b)leich auf dem erwähnten, mit einer Inflation tlelvar verbundenen Wege der Schaffung .zilätzl i cfj e r Zahlungsmittel gesucht tnon Dr 'ft, soweit er mit dem Mittel der Erhöhung der mtnungsmäfeigen Einnahmen nicht erreicht werden Ittrtr. Es braucht nicht ausgeführt zu werden, daß •*” dieser letzte Weg bis zur Grenze des Möglichen trur und nach beschritten worden ist. Die A n s p a n- tntn a unserer steuerlichen 'Belastung Ihr ift cs zur Genüge. Demnach bleibt nichts an- ibett übrig, als nach einem weiteren Mittel !!fc- rtau zu halten. Ein solches steht in der Her - »itinr 1 nberung der Ausgaben der ö f f e 111- 1 it>«n Verbände zur Verfügung. Dieses Mittel i fl iinfo wichtiger, als die Ausgaben von Reich, QBid und Gemindc, soweit es sich um ..werbende" *6 iibrn handelt, die aber grundsätzlich aus An- IKÜirnitteln gedeckt werden sollen, im wirtschast- I Ürti Sinn größtenteils unproduktiv sind. Sie ßMsßkn daher die Gesamtvolkswirtschaft gewisser- leien in der Farm von G e n e i a I u n k 0 st e n llfi verschlechtern die oben als grundlegend li*;Stellte Wirtschastsbilanz. Die Verminderung her Ausgaben ist dem- 0ttzfi>rechcnd auch eines der Mittel gewesen, das Rir nlfmäblidben Gesundung mit beigetragen hat. OB rt aber noch nicht bis zum letzten vi.iieschöpst Sine Gegenüberstellung der IVt rnrartigcn Ausgaben der öffentlichen Ver- ■i!k mit denen der Vorkriegszeit zeigt, daß klf - Ausgaben a u f ein Vielfaches g e - Httic j e n sind. Den Dorkriegszustand wieder zu «Mlchen, wird nicht möglich sein, da innere und Barn :e finanzielle Folgen des Krieges unver- nrreiliche Lasten darstellen, die durch Verminde- otut der Kosten z. V für die Landesverteidigung, LAjiDzinsen na. bei weitem nicht ausgeglichen 8Efc>tn. Tie unvermeidlichen Ausgaben dürfen eün- auch nicht um einen Pfennig über» " 4t tten werden. Denn jede Mark, die von Ble iffentlichen Kassen ausgegeben wird, muß jntn aus irgendeinem Wege, sei es durch Ab- gwm (Steuern, Gebühren. De'trägc . sei es — mnlsm wie ob-n angebeutet beschränkten Umfang 1- lfurch Anleihen aus der Wirtschaft Iiur ausgenommen werden Dieie aber nach Jglchkeit zu entlasten, ist eine ebenso wich- • ii| luf^c, wie es S a ch e der Wirtschaft tfßi Mo Xrgr5f3erung ihres Produktionsuber- auch durch Verminderung ihrer t* j: c n e n unproduktiven Ausgaben zu f-errtccn. I Wie ernst das Problem der AuHgabenver- mrji'xnmg der öffentlichen Verbände ist, zeigen öür Verhandlungen bc5 Reichstages sowie der Ustaatlichen und ge-neindlichen Vewretungen. Reichsetat ist für 1925 kaum zu bilanzieren ■Men. 3n den Folgejahren wird dies im Hin- W auf die wachsenden Reparationsausgaben iet-e: schwieriger werden. Länder und Gemein- Öl8p behaupten, mit den ihnen nach den Finavz- c:öiMchspläneu der Reichsreg'crung überwiese- rber überlassenen Steuern nicht auskommen WÖTnen. Dazu leidet die Wirtschaft sowie auch dÄ« Kultur ernsthaft unter der jetzigen Steuer- , Verminderung der Ausgaben dec öffent- liMit Verbände ist mithin immer noch eines der Dor der Antwortnote. In wenigen Tagen wird die Reichsregierung im Besitze der bereits angekündigten Antwortnote der Alliierten fein. Dann wird sich auch feststellen lassen, wie weit eine tatsächliche 11 e herein ft i m m u n g zwischen Briand und Chamber- Iain erzielt worden und in welchen Punkten der französische Außenminister in London auf Wider- stand gestoßen ist. Nach den sowohl aus dem Pariser als auch dem Londoner Außenministerium kommenden Nachrichten sieht es aber so aus, als ob auf der Londoner Besprechung von dem Grundsatz der Gleichberechtigung, den Deutschland bekanntlich für sich in Anspruch nimmt, recht roenig übrig geblieben ist. Das geht vor allem aus dem angeblich Frankreich zugestandenen Recht der automatischen Sanktio- n c n hervor, ein Recht, durch das Deutschland aus dem Kreis der gleichberechtigten Nationen schon ausgeschlossen wird, ehe es überhaupt in ihn eingetreten ist. Das geht weiter auch aus der Auf- rechterha11ung der Rheinlanbbefet • zung hervor, für die sich ebenfalls die englische Regierung ausgesprochen haben soll. Unter diesen Umständen dürfte es schwerlich gelingen, das Ziel zu erreichen, das sich die europäischen Mächte seit Jahren gesteckt haben, und dem sie durch den Schritt des Reichsaußenministers im Frühjahr dieses Jahres ein beträchtliches Stück näher gekommen sind. Die Sanktionen. Frankreichs Erfolge. Paris, 13. Aug. (TU.) In einer offiziellen Londoner ftavasnote zu den Besprechungen zwischen Chamberlain und Briand wird festgestellt, daß die Abfassung der Note an Deutschland den Hauptgegenstand der Aussprache gebildet habe. Nebenbei feien aber auch die Möglichkeiten besprochen worden, die sich bei der Verwirklichung des deutschen Sicherheitsangebots ergeben könnten. Es habe sich darum gehandelt, die Grundlagen für etwaige Verhandlungen zu besprechen. Diese Grundlagen könnten selbstverständlich noch Montierungen erfahren, da eine der beteiligten Parteien (Deutschland) noch nicht zu Rate gezogen sei und außerdem Belgien und Italien von dem Londoner Meinungsaustausch noch nicht offiziell m Kenntnis gefetzt worden seien. Die Behauptung, daß ein Garantieoertragsent- rourf schon abaesaßt morden sei und Deutschland aufgezwungen werden falle, fei aus der Lust gegriffen. Die beiden Außenminister hätten aber Derartiges nie in Erwägpng gezogen. Ihre Absicht gehe dahin, mit den Vertretern Deutschlands in Verhandlungen einzutreten und ihnen nicht von vornherein festgelegte Bedingungen zur Unterzeichnung vorzulegen. Selbstverständlich sei der Boden für diese Q3cibanbhmgen vorbereitet worden. Das gestern erzielte Einvernehmen beziehe sich auf die Voraussetzungen. unter denen die Verhandlungen mit Deutschland eröffnet werden sollten. An Deutschland liege es jetzt, den Allicrten entgegenzukommen. Die Rote, in der Deutschland eingeladen werde, sei sehr versöhnlich gehalten und unterstreiche die Möglichkeit einer Verständigung. Briand und Chamberlain hätten im übrigen versucht, für gewisse mit dem Pakt zusammenhängende Fragen bestimmte Formeln zu finden. Es treffe zu, daß die Fälle, die die Ergreifung von Sanktionen nach sich ziehen, zur Sprache gekommen seien. Trotz der Zurückhaltung der älnterhändler könne versichert werden, daß die Definierung einer bestimmten Anzahl dieser Fälle f e ft g e I e g t worden fei. Wie die Pariser Blätter weiter aus London melden, sollen folgende vier Punkte vorgesehen sein, bei denen Frankreich auf eigene Faust, ohne das Gutachten des Völkerbundes und ohne die Zustimmung Englands einzuholen,, oorgehen dürfe: 1. bei Ueberfdjreitung der Grenze: 2. wenn starke deutsche Truppenabteilungen in die entmilitarisierte Rheinlandzone eindrängen: 3. wenn größere Truppenabteilungen in der Rähe dieser Zone zusammengezogen werden, die einen Offensivvorstoß erwarten liehen: 4. bei Ausführung von Befestigungen und anderen Arbeiten militärischen Charakters. Bei Angriffshandlungen untergeordneter Bedeutung habe England, wie der .Motin" mel- großen Gegenwarts- und Zukunftsprobleme. Cs zu lösen, ist in erster Linie Aufgabe der berufenen Organe. Daran mitzuarbeiten ist aber eigenstes Interesse des ganzen Volkes. Aus diesem Gedankengange heraus hat sich cm Kreis von Politikern. Wirtschaftlern und Wüsensc! afticrn zusammengeschlosten. um in überparteilicher Zusammenarbeit mit dem Verlag des ..Deutschenspiegels" ein Preisausschreiben hcrausgehen zu lassen, das sich an jedermann wendet. Insgesamt stehen 18 000 Mk., darunter ein 1. Preis von 8000 Wk. zur Verfügung. Es sollen dem ...Kuratorium für Sparmaßnahmen" zusammenhängende und umfassende Vorschläge zur wirtschaftlicheren Gestaltung der gesamten öffentlichen Verwaltung Deutschlands bis zum 15. Rovember 1925 vor- gelegt werden Aber auch Arbeiten über Teilprobleme werden um so mehr erwünscht sein, als es bei dem Umfang der Gesamtausgabe, die ein Eingehen auf die vielseftigen Zusammenhänge der gerade in Deutschland besonders schwierigen staats- und verwal^ungsrechtlichen Fragen erfordert, dem einzelnen schwer fallen wird, auf allen Gebieten inä einzelne gehende praktisch brauchbare Vorschläge zu machen. Aä- det, sich auf den Standpunkt gestellt, daß zur Ergreifung von Sanktionen auf Grund eines Schiedsspruches geschritten werden könne. Die französischen Unterhändler hätten sich dem widersetzt. Es sei aber gelungen, eine Formel zu finden, die aber noch geheim gehallen werde. Man nehme an, daß das Kompromiß auch die Zustimmung der Reichsregierung finden werde. Dasselbe gelte für die ösUichen Schiedsgerichtsverträge. Zur Annahme werde wahrscheinlich eine Formel gelangen, nach der die Schiedsgerichtsverträge unter die gemeinsame Garantie Frankreichs und des Völkerbundes gestellt würden. Der englische Bericht. London, 14. Aug. (Wolff.) Der diploma- tifche Berichterstatter der „Daily Telegraph" schreibt: Der der französischen Antwort zugrunde liegende Zweck besteht darin, zwischen den beteiligten alliierten Mächten einerseits und Deutschland andererseits unmittelbare Verhandlungen zustande zu bringen. Allerdings wird dieses Ziel nur unmittelbar angestrebt und von einer direkten Cinla- dung abgesehen. Dem Gedanken einer Vollkonferenz seht Briand. dagegen Widerstand entgegen, da sejner Ansicht nach die Staatsmänner solange von öffentlichen Verhandlungen Abstand nehmen sollten, bis alles, abgesehen von Einzelheiten untergeordneter Bedeutung, vertraulich geregelt ist. Briand vertritt die Ansicht, daß zunächst ein unendlicher Meinungsaustausch auf dem üblichen diplomatischen Wege erfolgen soll, und daß dann zwischen den juristischen Sachverständigen aller beteiligten Parteien Besprechungen ftattfinden sollten. Sowohl von britischer wie französischer Seite ist eine Reihe Tatbestände ausgestellt worden, bei deren Dorliegen die in Vorschlag gebrachten Garantien wirksam werden bzw. unwirksam bleiben. Frankreich hat gegen verschiedene Punkte der britischen Vorschläge Einwände erhoben, ebenso wie England gegen einige Punkte der französischen Vorschläge Bedenken erhob. Immerhin ist insbesondere hinsichtlich der die Westgrenzen betreffenden Frage eine nicht unerhebliche Aebereinstimmung erzielt worden. In dieser Frage haben sich die britischen und französischen Sachverständigen auf eine klare Bestimmung des Begriffs offenkundiger Angriffe einigen können, bei deren Dorliegen Frankreich bzw. Deutschland berechtigt sind, militärisch dorzugehen, ohne die Genehmigung des Döllerbundes oder das Inkrafttreten der britischen Garantie abzuwarten. Es sind vier Kategorien offenkundiger Angriffe festgelegt worden. Rach britischer Auffassung erfordert die Frage der älnterscheidung zwischen dem wirklichen unb dem t e ch- nischcn Angreifer eine sehr sorgfältige Prüfung. Außerdem ist durch Aufstellung zweier von einander abhängiger Bestimmungen eine vorläufige Formel gefunden worden, die, wie man besonders auf britischer Seite hofft, die Interessen und Pflichten Frankreichs bzw. Großbritanniens bezüglich der entmilitarisierten Zone im Falle eines Konfliktes zwischen Deutschland und seinen östlichen Rachbarn genügend gewährleistet. Auf französischer Seite besteht immer noch einiges Mißtrauen gegen diese Formel, zumal Chamberlain gemäß den Anweisungen- des britischen Kabinetts darauf besteht, daß dem Einrücken Frankreichs in die entmilitarisierte Zone eine Aeuße- rung des Völkerbundes vorhergehen muß. Man kann also noch nicht sagen, daß über diese Frage bereits eine vollständige Aebereinstimmung erzielt ist. Dies gilt auch für den von britischer Seite vertretenen Standpunkt, daß alle Sanktionen, die auf Grund des Versailler Vertrages verengt werden sollen, zunächst einem Schiedsgerichtsverfahren z u unterwerfen sind, welches fich mit den Tatsachen, die zu der Forderung von (Sanftionen führten, zu befassen hat. In diesem Punkt scheint Briand ziemlich hartnäckig zu fein. Schließlich aber ist es eher Sache Deutschlands als Englands, die deutschen Interessen in dieser Frage sicherzustellen. heres ist auf Anfrage unter Beifügung eines Freiumschlages von dem ..Kuratorium für Sparund Vereinfachungsmatznahmen" Berlin W. 35, Potsdamer Straße 118 c 11 zu erfahren. Das Kuratorium hofft in erster Linie, möglichst viele und gute Arbeiten zu erhalten, tite Verständnis zeigen für die Grundauffafsung. tiofo Sparsamkeit nicht lediglich als ein gewissermaßen negatives d. h. Ausgaben verneinendes Problem aufzufassen ist, vielmehr ein eminent positives, d h. Ruyeftekt der unumgäng- lichen Ausgaden steigendes Ziel haben muh Das Kuratorium setzt sich toeilcr zum Ziele, späterhin für die Durchführung der in den preisgekrönten Arbeiten gebrachten Vorschläge einzutreten. Denn die Erfahrung hat gezeigt, daß es verhällnismäßig leicht ist. am grünen Tisch Derbesferungsvorichläge zu formen, dagegen unendlich schwer, gegenüber dem Beharrungsvermögen der betroffen en Kreise auch nur bescheidene tatsäch - liche Erfolge zu erzielen. Mithin handelt es sich bei dem Preisausschreiben nicht unr akademische Erörterungen, sondern um eine Aufforderung zu praktischer Mitarbeit an der Gesundung des Deutschen Volkes. Der Reichspräsident am Walchenseewerk Begeisterter (Empfang in den Bergen. München, 13. Aug ...stündiger Fahrt erreichte der Zug Garmisch-Partenkirchen, wo eine die Bahnsteige dicht füllende Menge den Reichs- präsidenteit beim Verlassen des Sonderwagens begeistert begrüßte. Dezirksamtmann Freiherr v. S t e n g l, der Dürgenneister und Vertreter der Gemeinde entboten dem Reichspräsidenten den Willkommensgruß. Dor dem Bahnhof hatten die Kriegervereine, die Jugend und dichte Menschenmengen Aufstellung genommen, die unter den Klängen des Bayerischen Präsentiermarsches dem Reick^präsidenten beim Der lassen des Bahnhofes eine begeisterte Huldigung darbrachten. Von jungen Mädchen in Gebirgstracht wurden ihm Dergblumen überreicht. Hindenburg begrüßte besonders herzlich die alten Kriegsinvaliden und schüttelte vielen die Hand. Auch sprach er mit mehreren Schulkindern. Unter den Klängen - des Deutschlandliedes und krachenden Böllerschüssen und erneuten lebhaften Kundgebungen verließ der Reichspräsident Garmisch-Partenkirchen in seinem die Präsidenienstandarte führenden Kraftwagen, begleitet von Ministerpräsident Dr. Held, während Aufsichtswagen der Reichspostverwaltung die weiteren Teilnehmer auf nahmen. Ueberall grüßten Pöllerschüsse den Reichspräsidenten auf der Fahrt nach Mittenwald, wo die Bevdllerung und die Verbände ebenfalls wie in Garmisch auf dem Bahnhoi Aufstellung genommen hatten. Um 11 Uhr wurde Krünn erreicht, wo der Reichspräsident mll seiner Begleitung das Einlaufswerk des WalchenseewerkS besichtigte. Um 11,15 Uhr wurde die Weiterfahrt zum Walchenseewerk angetreten. Auch dort wurde Hindenburg ein überaus herzlicher Empfang zuteil. Der Reichspräsident besichtigte eingehend das Werl und trug sich alS Erster in das Gästebuch des Wertes ein. In Einsiedel am Walchensee wurde das Mittagsmahl eingenommen. Ministerpräsident Held wünschte in seinem Trinkspruch dem Reichspräsiden' ten recht gute Erholung im bayerischem Oberland. Der Reichspräsident gab in seiner Erwiderung dem Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen Ausdruck. Nach der Besichtigung des Walchenseewerkes wurde im Hotel „Zum grauen Bären" der Kassee eingenommen, woraus der Reichspräsident, begleitet vom Ministerpräsidenten Held und vorn Minister des Innern, Stützet, im Auto nach Dietrarnzell fuhr, wo er voraussichtlich bis zum 9. September weilen wird. — Die Rückreise soll am 9. September über Staffelstein' stattfinden. Reichswehrminister Dr. G e ß l e r begab sich ebenfalls im Kraftwagen nach seinem Sommersitz in Füssen. Reichspostminister Dr. S t i n g l wird sich von München ebenfalls wieder nach seinem Sommerausenthalt begeben. Um 3.40 Uhr verließ der elektrische Sonderzug Kochel, tier die weiteren Teilnehmer ber von der bayerischen Staatsregierung durchgeführten und durch die lebhaften Huldigungen für den Reichspräsidenten besonders eindrucksvollen Fahrt wieder nach München zurückbrachte. Ein Schritt vorwärts! Zweijähriges Regierungsjubiläum Dr. Stresemanns. Berlin, 14. Aug. (Wolff.) Am Donnerstag sah Dr. etrefemann auf eine zweijährige Tätigkeit als Mitglied des ReichSkabinetts zurück. Die »Tägliche Rundschau" erinnert daran, daß, als Dr. Stresemann vor zwei Jahren den Posten des Reichskanzlers übernahm, die Rot im Ruhrgebiet und der Siegesübermut Poincar^s ihren Gipfelpunkt erreicht hatten, während sich die innerpolitischen Gegensätze in Deutschland noch zu verschärfen schienen und das bjs dahin immer noch erträglich fliehende Gewässer der Inflation im Begriff stand, mit unheimlicher Geschwindigkeit zum reißenden Strom anzuschwellen. Dr. Stresemann halte den M u t und die Opferbereitschaft, in diesem Augenblick, der wenig Dank versprach, die Zügel in die Hand zu nehmen Das Blatt weist dann melier daraus hin, daß Stresemann als Außenminister die Kühnyett hatte, der erste zu sein, der einen „Silber- ft r e i f c nu an dem trüben Himmel der deutschen Politik wahcnahm Inzwischen ist es klar geworden, daß er recht behalten hat. Cs läßt sich heute nicht mehr leugnen, daß wir vorwärts gekommen sind Auch das „Achtu h r * 2lbc nbbla tt“ kommt in einem ilebetbltd über die letzten zwei Jahre Außenpolitik zu dem Schluß, daß sie ung unzweifelhaft ein Stuck vorwärts gebracht haben. .Wir können so schreibt baä Blatt — „die Gegner nur von Schü Heng raben ju Schützengraben treiben.“ Für einen Ge- neralangriff der Entehrung der weltpolitischen' Verhältnisse sind die Mittel nicht in unserer Hand. Diese schwere Arbeit ist nicht geeignet, Popularität zu schaffen, aber sie wird vielleicht einmal in rückwirkender Betrachtung späterer Zeiten mehr gewürdigt werden, als cs die Gegenwart tut. Zentrum und Regierung. Eine Rechtfertigung der Reichstagsfraktion. Berlin, 14. Aug. (Wolff.) Die „G e r - m a n i a" veröffentlicht eine von den Reichstogsabgeordneten Fehrenboch und Dr. Mar? unterzeichnete Erklärung der Reichstagsfraktion und des Reichspartei- vorstandes des Zentrums, in der es nach einem Rückblick auf die Beteiligung des Zentrums an den letzten gesetzgeberischen Arbeiten heißt: „Getreu ihrem Charakter und ihrer grundsätzlichen Einstellung hat, sich die Zentrumsfraktion i n keinem Augenblick sachlicher Mitarbeit entzogen. Da die Schaffung einer Regierungskoalition auf breitester Grundlage sich als unmöglich erwies, war sie gezwungen, die erforderlichen Gesetze mit einer arbeits- sähigen Mehrheit zu machen. Eine parla- mentarische Demokratie darf die für Staat und Volk lebensnotwendigen Gesetze nicht der Regierung und dem Aushilfsmittel des Art. 48 der Verfassung überlassen. Wir bedauern, daß diese Notwendigkeit von Parteien, mit denen wir lahrelang zusammengearbeitet haben, nicht vollauf verstanden und gewürdigt worden sind. Nach wie vor und unbeeinflußt im Wechsel von Regierungsmehrheiten hält sich die Zentrumsfraktion des Reichstages in Ueberein- stimmung mit der Partei im Lande verantwortlich für eine Außenpolitik, die von einem ehrlichen D e rstä n d i g u n g s w r l l e n getragen ist, gleichzeitig aber den Lebensnotwen- digkeiten des deutschen Volkes gerecht wird. In der inneren Politik bleibt unser Programm des Ausgleichs der vorhandenen Spannung unversehrt. Dabei bedeutet für uns die Verfassung die Grundlage staatlicher Ordnung und die Gewähr eines ständigen und ruhigen Aufstiegs in einer Reihe von kulturpolitischen Aufgaben. Aber auch durch ihre ganze Grundeinstellung hat die Zentrumsfraktion zu erkennen gegeben, daß sie das Christentum als d>e Norm und als den fruchtbaren Quellgrund des öffentlichen Lebens betrachtet. Dieser Haltung wird sie auch in der nächsten Zeit bei dem bevorstehenden größeren kulturpolitischen und kirchenpolitischen Gesetz geb u ngswerk zumal- bei dem bereits dem Kabinett oorlingenden Reichsschulgesetz treu bleiben. Die neue Umsatzsteuer. Berlin, 13. Aug. (WTD-) Das Gesetz zur Aenderung der Verkehrs steuern und das Gesetz über die Zollabänderungen sehen folgende Milderungen auf dem Gebiete der Umsatzsteuer vor: 1. Mit Wirkung vom 1. Januar 1925 sind Pri» vatgelehrte, Künstler und «s ch r i f t st e l - ler vor der Umsatzsteuer befreit, sofern die steuerpflichtigen Umsätze im Kalenderjahr den Betrag von 6000 Reichsmark nicht übersteigen. Vom gleichen Zeitpunkt ob sind ferner von der Umsatzsteuer befreit Handlungsagenten und Makler, sofern die steuerpflichtigen Umsätze im Kalenderjahr den Betrag von 6000 Reichsmark nicht übersteigen. Diese Befreiung setzt aber voraus, daß die Handlungsagenten und Makler Bücher führen. 2. HBlit Wirkung vom 1. August 1925 wird die Beherbergung s-, Verwahrung s-, Reittier- und Anzeigen st euer aufgehoben. Die bisher diesen erhöhten Steuern unterliegenden Leistungen sind vom 1. August 1925 ab zu den Sätzen der allgemeinen Umsatzsteuer steuerpflichtig. 3. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 wird der Satz der allgemeinen Umsatz st euer von i; auf 1 Prozent, der Satz der H e r st e l l e r , und Kleinhandels steuer von 10 auf Proz. herabgesetzt. Dyk auf 1 und 7$ Proz. gesenkten Sätze der allgemeinen Umsatzsteuer und Hersteller- und Kleinhandelsfteuer haben die M o n a t s z a h - ler erstmals bei den Umsatzsteuervorauszahlungen im November 1925 und die D i e r t e l j a h r sz a h - ler erstmals bei den Umsatzsteuervorauszahlungen im Januar 1926 zugrunde zu legen. Bei den tm August, September und Oktober 1925 zu leistenden Umsatzsteuern orauszahlangen haben die Monats- und Vierteljahrszahler die Steuer in Höhe von U bzw. 10 Proz. zu entrichten. 4. In den Uebergangsbestimmungen wird in entsprechender Weise wie bei den Ermäßigungen der Umsatzsteuer im Jahre 1924 ein zivilrechtlicher Anspruch auf K r e i s n a ch l a ß in Höhe der Steuerminderung für Leistungen aus Verträgen gewährt werden, die vor dem 15. August abgeschlossen wurden, aber erst nach dem 30. September 1925 ausgeführt werden. Blutige Zusammenstöße in Berlin. Berlin, 13. Aug. (WB.) Heute abend kam es im Rorden Berlins zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen demonstrierenden Kommunisten und der Schutzpolizei. Die Kommunisten, die den Anordnungen der Schutzpolizei nicht Folge leisteten, gingen mit Knüppeln und Pflast er st einenauf die Beamten los, die schließlich von der Waffe Gebrauch machten. , Zu einem zwecken Zusammenstoß kam es tn den Abendstunden in der Frankfurter Allee, wo zwei Polizeioffiziere und einige Polizeiwachtmeister von einer großen Menschenmenge angegriffen wurden, als sie eine Festnahme ausführten. Auf die Polizeibeamten wurde mit Stöcken eingeschlagen, so daß sie von der Waffe Gebrauch machen muhten. Bei dem Angriff auf die Polizer sollen dre De» monstranten nicht nur Knüppel und Pflastersteine, sondern auch Schußwaffen gebraucht haben. Die Zahl der Verletzten auf feiten der Kommunisten läßt sich nicht feststellen, da sie sofort von Arbeitersamaritern fortgeschafft wurden. Em Demonstrant soll getötet worden fein. Die Deutschen in der französischen Fremdenlegion. '3crlin, 13.Aug. (TU.) Der in Marokko weilende Berichterstatter der Hearstprefse, Wiegand, hat kürzlich Zahlenangaben über den Prozentsatz der Deutschen in der französischen Fremdenlegion gemacht, die zu niedrig sein dürften. Die leie» graphen-Union ist in der Lage, auf Grund authentischen Materials folgende Zahlen zu veröffentlichen: Die Fremdenlegion zählt 20 000 Mann. Davon sind allein 14 000 Deutsche und Deutschösterreicher. Die Fremdenlegion ist mtt ihrem Hauptteil seit drei Monaten im Kampf eingesetzt. Von den Verlusten entfallen an Toten mindestens 2500 und an Verwundeten rund 5000 auf die deutschen Mitglieder der Fremdenlegion. In diesem Zusammenhang kann festgestellt werden, daß Fremdenlegionäre nach vielen fahren nach Deutschland zurückkehren ohne jede Entschädigung, allein mit 10 Franken, d. h. etwa 2 Mark, Reisegeld ausgestattet. Die Lage in Syrien. Sarrails Bericht. - Besorgnisse in Damaskus. Paris. 13. Aug. (Wolff.) Ministerpräsident P a i n l e v e hat nach Beendigung des Ministerrats den Z n d u st r i e l l e n aus Beirut Plahout empfangen, den General S a r r a i t beauftragt hatte, dem Ministerpräsidenten einen vertraulichen Bericht zu erstatten. Der Bericht beschäftigt sich ziemlich eingehend mit der politischen Lage im Djebel Drus und mit den unmittelbaren plrfachen der Zwischenfälle. Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern der Familie des Sultans A t rasch seien ausgebrochen und hätten im Lande eine gewisse Erregung hervorgerufen. Die 'Franzosen hätten, um ihre Anhänger zu schützen, eine Abteilung von 7 Offizieren und 160 Mann, bestehend zu zwei Dritteln aus Shriern und zu einem Drittel aus algerischen Spahis, zur Verstärkung der Garnison vvnSueida abgesandt. Diese Abteilung sei durch sehr überlegene Streitkräfte umgangen worden und habe bei dem Kampf ungefähr 100 Mann verloren. Eine zweite Abteilung unter dem Befehl des Generals M i ch a u d in Stärke von 3000 Mann, darunter 63 Offiziere und 840 Mann französischer Truppen, sei abgesandt worden, um die Agitation zu beschwichtigen. Diese Abteilung habe bei einem Vorpostengefecht einen Offizier verloren und sich nach Verlust ihres Lebensmittelbegleitzuges bc- kannllich zurückgezogen. Nach dem Kampfe habe man 385 Verwundete, darunter 23 Offiziere, gezählt. Die Zahl der Tpten sei schwer anzugeben, do lediglich 15 identifiziert werden könnten. Unter den 432 Vermißten sei der größteTeil Syrier und Malochen. Die Garnison von Sueiim sei zur Zeit um- Zltzgelt, ober genügend mit Lebensmittel, Munition und wasser versehen und »verde überdies alle Tage durch Flugzeuge verproviantiert. Sie leiste den Angriffen der Drusen widerstand und Hobe lediglich einige Verwundete zu verzeichnen. Die Zwischenfälle hätten sich in einem Augenblick ereignet, als die Agitotionsgründe fo wenig ernst zu nehmen erschienen, daß General Sarrail angeboten habe, einen Teil der algerischen Schützen nach Marokko zu entsenden. Um der gegenwärtigen Lage zu begegnen, glaube General S a r ° rail nur schwache Verstärkungen nötig zu haben, die ihm unverzüglich gesandt werden. Nach Meldungen aus Palästtna hat der Drusenaufstand weiter an Ausdehnung zugenommen. Die französischen Behörden befürchten jetzt eine Erhebung der benachbarten Araberftomme. 3n Damaskus, wo die Läden geschlossen wurden, fordert die arabische Bevölkerung Waffen zur Verteidigung der Stadt. Die Franzosen verweigerten dies aber, da sie einen Qlraberaufftanb in Damaskus befürchteten. Zur Riederwerfung des syrischen Aufstandes haben sich die Armenier des Landes den Franzosen zur Verfügung gestellt, da sie in einem selbständigen Syriern eine Bedrückung durch die siegreichen Araber befürchten. Aber auch ihnen war das Kriegsglück wenig günstig. Ein Bataillon Armenier ist im Dmsen-Aufstand völlig auf- gerieben worden. Die Mandatsgebiete. Mißtrauen des internationalen Kapitalmarkts. G e n f, 14. Aug. (TU.) Pas Völkerbundssekretariat hat gestern den Bericht über die Arbeiten der Mandorskommission des Völkerbundes, die vom 26. Juni bis 10. Juli in Genf tagte, veröffentlicht. Besonderes Interesse verdienen die Beratungen über die Versorgung dieser Gebiete mit Kapitalien. Es wird dort festo.e- stellt, daß in allen Kreisen des internationalen Kapitals die größteAb neigung dagegen bestehe, Anleihen oder sonstige Gelder in diesen Gebieten anzulegen, da nicht das nötige Zutrauen zu den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Mandatsgebiete vorhanden sei. Man befürchte, daß beim Erlöschen eines Mandats oder beim Uebergang eines Mandatsgebiets an eine andere Macht sich niemand bereit finden würde, für die Sicherheil desKapitals cmzutceten oder den Zinsendienst zu gewährleisten. Die Mandatskommission hat daher dem Völkerbundsrat vorgeschlagen, Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Mißtrauen aus der Welt zu schaffen. In einer Entschließung wird darauf hingewiesen, daß der Staat, der das Mandat ausübt, in diesem Gebiete dieselben Verpflichtungen und dieselben Rechte habe wie ein fouoeräner (Staat tm etgenenLande. Es heißt weiter, daß der Staat, der von einem andern ein Mandat übernimmt, in die Rechte und Pflichten des Vorgängers eintrete und dem Völkerbundsrat zur Rechenschaft h i e rü b e r v e r p fli ch te t sei. Französische KriegsberichlerstaLtuns. Madrid, 14. Aug. (LU.) Die französi- schert Meldungen über die Vorgänge in Marokko finden hier kein Vertrauen mehr, da sie sich ständig widersprechen. Der französischeHeeres- bericht teilt mit, daß sich die vereinigten franzö- sisch-spanifchen Truppen im Vormarsch befänden und auf keinen ernstlichen Widerstand träfen. Die Erfolge der Franzosen sollen einen großen Eindruck auf die Eingeborenenstämme gemacht haben, so daß zahlreiche Rifstämme ihre Unterwerfung angeboten hätten. Man weist allgemein darauf hin, daß die aus Tanger eingelaufenen spanischen Meldungen dagegen berichten, daß der spanisch-französische Angriff bei Uezzan zum Stillstand gekommen sei. Abd d Krim habe dort starke Streitkräfte aus der spanischen Zone zusammen- gezogem Der Druck der Rifleute auf die französische Ostfront habe sich verstärkt und bet Laza hätten die Franzosen sogar mehrere Stellungen auf geben müssen. Abd elKrim habe allen Krimstämmen in der spanischen Zone den Befehl gegeben, nach e z z a n zu marschieren, um dort in den Kampf einzugreifen. 8kahenkömpfe in Tientsin. Stnrm nuf die Spinnereien. London, 13. Aug. (Reuter.) Ernstliche Streikunruhen werden aus Tientsin gemeldet. Aufständische stürmten die Spinnereien und zerstörten die Maschinen. Den Streitenden schlossen sich die Bauern und Landarbeiter aus den umliegenden Dörfern an. Die schwache Polizeiwache war der anstürmenden Menge nicht gewachsen. Der Schaden, der allein einer der Spinnereien durch Beschädigung der Maschinen entstand, wird auf eine Million Dollars geschätzt. Heute früh umzingelten etwa 800 Polizei beamte und Truppen das Fabrikviertel. Sie wurden von einer etwa auf 10 000 Menschen geschätzten Menge m i t einemHagelvon Steinen empfangen. Die Truppen versuchten die Führer der Streikenden zu verhaften. Es wurde ihnen jedoch starker Widerstand geleistet. Die Lage der Wachmannschaften wurde so kritisch, daß sie gezwungen waren, schließlich in die Menge zu feuern. Unbeschreibliche Szenen spielten sich dann in den vordersten Reihen der Streikenden ab. Sie sahen keine Möglichkeit des Entkommens. Die vielen Flüchtenden sprangen in den Kaiho-Fluß, um dem Geschohhagcl zu entkommen. Vermutlich sind viele ertrunken. Später wurden 376 Streikende verhaftet und unter starker Bedeckung in das Regierungsgebäude abgeführt. Die Polizei schloß sämtliche Bureaus der Gewerkschaften in der Chinesenstadt und verhaftete viele Gewerkschaftsbeamte. Alle Versammlungen der Studenten wurden verboten. Kleine politische Nachrichten«. Der Reichspräsident wird am 13. September in S ch w e r i n eintreffen, um der mecklenburgischen Regierung einen Besuch abzustatten. Der Reichsrat hat heute nachmittag die vom Reichstag kurz vor feiner Vertagung verabschiedeten Gesetze, ohne Einspruch zu erheben, zur Kenntnis genommen. Die Stadt Wien hat dem O e st e r r e i ch i f ch- Deutschen Volksbund Berlin, der am 28. August mit 350 Teilnehmern, darunter 50 Abgeordnete, eine Reise n a ch Wien unternimmt, eine Einladung für einen festlichen Empfang im Rathause zugehen lassen. Die Landesregierung von Oberö st erreich wird die Teilnehmer in Linz erwarten und durch Landeshauptmann Prälat Hauser auf deutschem Boden begrüßen. Die Besichtigung Wiens, für die acht Tage angesetzt sind, erfolgt in Sonderwagen der Stadt Wien. Die rusfische Akademie der Wissen- schäften hat ein Begrüßungstelegramm der Universität München erhalten, in dem angekündigt wird, daß der Münchener Rektor, Prof. Dr. Leopold Wenger, als offizieller Vertreter der Universität an der Jubelfeier der Akademie in Leningrad t e i 1 n e h m e n werde. Nach Mitteilungen, die dem Verein Berliner Getreide- und Produktenhändler zugegangen sind, sollen die Einfuhrzölle für Getreide und Mehl ungefähr zwischen dem 29. August und 1. September in Kraft treten. Der türkische Staatspräsident Kemal Pascha hat beschlossen, sich von seiner Frau, Latif H a n u n, zu trenn neu und ein die Scheidung aussprechendes Dekret erlassen. Das Ereignis wird auf die Herrschsucht seiner Frau zurückgeführt und auf ihr Bestreben, sich in Dinge, die außerhalb ihres Bereiches liegen, einzumischen. Aus aller Wett. Schweres Eisenbahnunglück bei Amiens. Paris, 13. Aug. (WTB.) Der Schnellzug Paris—Boulogne, der heute nachmittag um 3 Ahr von Paris abging, ist bei Amiens entgleist. Das Unglück ist, wie die eingeleitete Untersuchung ergeben hat, auf Verschulden des Lokomotivführers zurückzuführen, der gestern abend verhaftet wurde. Es t)it sich herausgestellt, daß der Zug mit einer Stundengeschwindigkeit von 92 Kilometer, statt, wie vorgeschricben, mit 22 Kilometer in den Bahnhof eingefahren ist. Durch das plötzliche starke Bremsen wurden außer der Lokomotive und dem Tender sieben Wagen zur Entgleisung gebracht, drei weitere Wagen fingen Feuer und verbrannten. Die Zahl der Toten betrügt 14, die der verletzten 170, darunter befinden sich 71 Schwerverletzte. Riescnbrand in einem Mühlenwerk. Kleve. 13. Aug. (TU.) Heute morgen brach in der Reinigungs-Abteilung des großen n i e d e r r h ei n i f che n Oel- und Korn- Mühlenwerkes Viller-Mühle bei Hassum infolge Mehlstaub-Explosion im Trichter ein Brand aus, der sich mit rasender Geschwindigkeit durch den ganzen linken Flügel des Werkes verbreitete. Durch die Exhauster und Trichter schlugen die Flammen in die Silos, so daß bald darauf die ganzen Stockwerke mit 15000 Zentnern Korn in F l am - men standen. Die Hitze und die starken Rauchwolken sprengten die Türen und Fenster, so daß sich die Flammen überallhin verbreiten konnten. Erst nach mehrstündigen Anstrengungen gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Unwetterkatastrophe in Ostholland. Amsterdam, 13. Aug. (WTB.) Der in den östlichen Provinzen angerichtete Gesamtfcha - den wird auf 10 Millionen Gulden geschätzt. Da auch die gesamte Ernte auf dem Felde vernichtet und der angerichtete Schaden sehr selten durch Versiche- rnng gedeckt ist, befindet sich die Bevölkerung in der bittersten Not. Die Königin begab sich in die am stärksten heimgesuchten Gebiete, um sich persönlich über die angerichteten Verwüstungen zu unterrichten. Mit großer Anstrengung gelang es jetzt, wenigstens die Harrptwege wieder fahrbar zu machen. Der Telephon- und Telegraphenverkehr konnte jedoch noch nicht wieder hergestellt werden. Der deutsche Gesandte brachte heute der niederländischen Regierung seine Teilnahme an dem schweren Unglück, welches das niederländische Volk betroffen hat, zum Ausdruck. Aus Stoßt und ßar.b. Gießen, l1 •. 1 Vom Gustav- Adolf- Dr Gustav-Adolf-Verein ner" ierrtLi?i *:? > 2 Festorönung seiner diesjährigen Hart" * Sammlung. die vom 20. "Sr.- rnbr ab in Gießen stattsinden soll. Man beavsichttz', d> s- mal die Tagung mit einer gre <1:. die nreiten Massen in Bewegung bringenden Volksseier einzuleiten. RaHdem an hundert und mehr Orten der näheren und ireitrvu Umgebung Gießens am Sonntagvormuto - . - porapfarrer auf den Kanzeln gestanden hat. 1. ioi'l in mehreren Ext r a z ü gen die Landbevölkerung in die ©taöt geführt werden, um fich Dort einem großen durch die hessischen radier, belebten Festzuge aufzustellen und avJ de LiebigshShe" in der großen FesthalIe zu einem Volksfest zu versammeln Von den Darbietungen der eigentlichen Tagung Heven wir die Vorträge über das evangelische Austonddcutfch'urn berbor. Pfarrer von Oertzen, Haifa, und Pfarrer Gaedike', Sofia, werden über Palästina und Bulgarien sprechen, Pfarrer Dr. Schubert, Rom, über Italien, Kirchenprafident D. Wehrenpfennig, Gablonz, über die Tschechei. Für das allgemeine Liebeswerk des Gustav-Adolf-Vereins sind folgende drei Rotstände der ‘S’iaii'Orm-jjt Vorschlag gebracht worden: Kirchenbau in Hattersheim (Hessen-Rassau), Pfarrhausbau in Oderberg (Tschechoslowakei-, Errichtung eines Ein- wandererpsarramtes aur der Blumeninsel in Rio he Janeiro. 'Am 21. September soll dis Sondertagung für die östlichen Abtretungsgebiete, für Rußland, für ileberfee und die Tagung der Vereinigung Deutsch-Evangelisch im Ausland stattfinden. ** 116er-Tag. In stiller, emsiger Arbeit geht bas llber-Dentmal feiner Vollendung entgegen. Schon erhebt sich auf den festgefügten Quadern, die als Sinnbild des ewigen GleichNangs der Tage später murmelndes Wasser umfpültn wird, die wuchtige Figur, des Meisters harrend, daß er ihr die letzte Feinheit gebe. So wird sie in wenigen Tagen als Abbild des wehrhaften Deutschlands vor uns stehen, das, erst vor wenig Jahren auf die Knie gedrückt und fast vernichtet, auch heute noch von feinen Feinden in allen denkbaren Fesseln gehalten wird. Doch gewaltiger als dies Schicksal ist der Mut, der's unerschüttert trägt. Wenn um die Mittagsstunde des 6. September die Hülle des Denkmals fallen wird, dann sehen mir unser Deutschland vor uns, wie es, heute noch in Armut und Elend lebend, gestützt auf fein gutes Recht, bereits wieder alle Kräfte anfpannt und in unerschütterlichem Selbstvertrauen den Blick in die Zukunft richtet: Vorwärts! — Aufwärts! * 25jähriges Berufsjubiläum Am 15. August sind 25 Jahre verflossen, seitdem der Heilgehilfe Louis Kratz sich in Gießen niedergelassen hat. Auf dem Arbeitsgebiet der freiwilligen Sanitätskolonne, der er als Vorstandsmitglied angehört, hat sich Herr Kratz in aufopferungsvoller Tätigkeit große Verdienste erworben. Bei Ausbruch des Weltkrieges ließ Herr Kratz seine Berufsarbeit in Gießen im Stich, um sich im Dienste des Roten Kreuzes der Verwundetenpflege am Platz und im Feld zu widmen. Mögen dem Iubilar, der sich allgemeiner Wertschätzung erfreut, noch viele Zähre gesegneter Tätigkeit beschieden sein. Wettervoraussage. Heiter bis wollig, Winde vorwiegend aus nördlicher Richtung, etwas wärmer, trocken. Das Tief ist in nordöstlicher Richtung abgezogen, ohne merkliche Störungen unserer Wetterlage bewirkt zu haben. Es folgt von Westen her ein Hochdruckgebiet. In Mittel- und Rorddeutschland sind stellenweise starke Temperaturunterschiede zu beobachten, die zu örtlichen Gewittern Anlaß geben können. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22,3 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius. Landkreis Gießen. !*! Lang-Göns, 13. Aug. Der Kreis- Ziegenzuchtoerein Gießen hielt heute hier einen großen Ziegenmarkt ab, zu dem etwa 400 Tiere aufgetrieben waren. Unter den Tieren befanden sich 280 Böcke, 90 Lämmer und etwa 30 Muttertiere. Der Handel ging schleppend, und erst gegen Ende des Marktes war er etwas lebhafter. Hierdurch wurden etwa nut 10 Prozent der Zuchttiere abgefetzt, und zwar zu niedrigen Preisen, nur Milchziegen behaupteten ihren Preis. Der Durchschnittspreis betrug 50 bis 60 Mark, der beste Jungbock erzielte mit 100 Mark den höchsten Preis. Villingen, 13. Aug. Bei der hier Sonntag. 9. August, stattgefundenen Beigeordneten- wähl wurde der seitherige Beigeordnete Herr Otto Zimmer III., Landwirt, mit 297 Stimmen zum Beigeordneten wiedergewählt. Von feinen beiden Gegenkandidaten erhielt Wilhelm Koch IIL 166 und Karl Dörr IV. 101 Stimmen. Kreis Friedberg. - Bad-Rauhei m, 14. Aug. Der Män- nergesangverein „Liederkranz" Saarbrücken wird mit 180 Sängern am Sonntag, dem 16. August, Bad-Rauheim besuchen und nachmittags 4 älhr gemeinsam mit dem staatlichen Kurorchester ein Konzert auf der Kurhausterrasse veranstalten. Ein herzliches Willkommen den Sängern aus dem Saarlande, die mit ihrer Kunst ein starkes, aufrichtiges Bekenntnis zum genteinfamen deutschen Vaterlande zum Ausdruck bringen. Wie die Jünger Zahns aus dem Saargebiet, die vor kurzem vom Mittelrheinischen Kreisturnfest den Weg nach Bad-Rauheim nahmen, mögen auch diese sangesfrohen Gäste das Gefühl enger Zusammengehörigkeit und treuer Volksgemeinschaft als den stärksten Eindruck in ihre Heimat mit- nehmen I L Aus der Wetterau. 12. Aug. Die Fruchtfelder werden diesmal in einem viel rascheren Tempo geleert als in früheren Zähren, da der stete Witterungswechsel die Landwirte an das schlechte Einbringen der Ernte im verflossenen Zahre lebhaft erinnert. Die Ernte fällt in Halm und Korn zufriedenstellend aus: weniger günstig scheint die Obsternte auszufallen. Die Früchte bleiben sehr in der Entwicklung durch die schädlichen Einflüsse der Znsektenwelt in der 'Blüte- und Ansatzzeit zurück. Der Ertrag an Zwetschen ist nur ganz gering. Meist find dieselben angestochen und fangen an zu faulen. Jedenfalls dürfte die Fäulnis auf einen Honig- tauartigen Riederschlag zurückzuführen sein. hr. Rieders lor st adt, 13. Aug. Der an Typhus erkrankte Landwirt und Postagent Reul ist heute im Dürgerhospital in Friedberg geftorben. — Der Bau der Auto- Halle ist nun beschlossen und sofort in Angriff genommen worden, damit sie in diesem Herbst noch fertig werden kann. Die Gemeinde Rieder- ''tobtet LA 4 0=0 !° ”alwl ’S neuen J «* »v Uni 11 Sü6in9j fffts *?*«। h W der - und p; ssrs- Vutnr>erei» cr'“ ~u; hi. Luvest' g. A Arland 'S* "2 ••ÄS vÄigkten S» ;*”?$ =N= s sowie weite 5 gestern eine £ 6t. TvarshaM EistlckalMreltrr Miingen aiügi unb Altenstadt 6 die ganze 2es ne bestellten W’ war es möglich, । Lelteren unsere unter lehr Ms 91, Uhr traf i allen Teilnehme 11 Cßübinj deren Gemeinde? den Sonntage In Lüdingcn 1 Dotter wieder tritt Äerr Geo: Mitglied) von 2u wird gleichzeitig wenden Mrgertw Ob die Dahl ei eines ehrenamtli ist bis jetzt mm Mhl eines . kommt, wird bei tag getroffenen ordnung bereits den. In öiefei AeuwaHl öes 0 da statt angtito meinberat noch b schüft genießt. ~ Aus der den Dörfern unse Zreschmaschir ihr Getreide hny Äit dem Ertrag einigen Tagen d M derschound man biet nut weitet Vota frühen Rhein erst in verginge A Schzell Ginbrecher b 3n der Aacht % evt Äeb in dem ®t>g! durch d< -^üchenfenstei WitiM-.fc den Weg durch sich -örotchen. !! Ober-l Menen Sonnt ^eigeordne Kandidat nur ? aufgest, Wtederge ,. A Dlofell Dafe, ”rn und auch Sj Ranzig „ . Krc br fruWter geboten x, W> die Dch p|ocks Siäl und %-U.Z -TUh» ! ^2dljch„,/" IIT :Cr"’n, hie'"** SS^IÜX £ÄS - do7! >? '" dir II br ^Ifbten I H ■ ^ 'digthg^ Set,,.. --■•'*>., •? ubtt :nb^Vha^' I '"a uifl> W'K 'U: eaj 1J? *«■ ^Strth» Sm SS »U‘: «LL 7>d bl? I jax . ~<1gung bet I !Wd> ,m ÄZ ?’ *?i0er J* Nenbung m, | •en '^fügten 2aa. I •CT5 'K'rrtnb, U * I ,l?n ror I ”**9 2Schwarz-Rvl- Gvld" einen Fackelzug durch die Hauptstraße nach dem Turnplatz, wo Amtsgerichtsrat Dr Andräe aus Ortenberg das Verfasfungswerk von Weimar feierte. Kreis Alsfeld. —er. Homberg, 13. Aug. In diesem Jahre findet Hier die Derfafsungsfeier an dem auf den 11. August folgenden Sonntag, also am 16. Aug., statt. Von einer Feier größeren Stils will man mit Rücksicht auf die vielen Feste dieses Jahres absehen. — Die Imker Hombergs unb hingegen d haben in biefem Sommer ein« ausgezeichnete Honigernte. Manche haben mehrere florstadt hat den Bau. der etwa 8 bis 10 000 Mk. kosten wird .zu stellen. Der >Zweckverband leiht der Gemeinde 8000 Mark zu 7 Prozent und schreibt jährlich 500 Mark am Kapital ab. fo öflfi nach 12 Jahren die Kapital- und Zins- abfchreibungen die geliehenen 8 (XX) Mark amml- licrcn und die Gemeinde nach dieser Zeit in den Besitz der Halle kommt, nur bur auf 970 Gemeinden, wovon auf Starkenburg 365, auf Oberhef f en 427 und auf Rheinhesfen 178 entfielen 3m ganzen wurden 9043 Stadtverordnete ober GeDemdcratsmitglie- öer gewählt Rach der Parieizugehotigleit verteilten fic sich wie folgt Kommunisten 137. Sozialdemokraten 2425. Demokraten 405. Zentrum 792. Deutsche RollSpartei 483. Hessische Volkspartei sDeut 2 sss- cd Vergebung. Nachstehendes soll durch Submission an 2)en Meistbietenden verkauft werden: 1. 1470 qm Umzäunung des Turnplatzes auf dem Trieb, bestehend aus Pfosten und 3 m langen Brettern verschiedener Qualität. 2. 2 Bretterschuppen, enthaltend 1870 qm Bretter und 1750 lfd. m Fichtenstangen als Pfosten, Pfetten, Sparren einfchl. 13 Türen. 3. 1 Tanzboden von 225 qm aus gehobelten Fuhbodenbrettern (Imal benutzt). Position 1 und 2 werden in je 2 Lose unterteilt. Die Angebotsunterlagen sind bei Ber- waltungsinspektor Müller, Arbeitsamt Giehen erhältlich, wohin auch die Angebote bis zum 25. August 1925, vormittags 11'/, Mr, verschlossen, einzureichen sind. DerBauausschuh des 32. Mittelrheinischen KrÄsturnfestes. 3. D.: Mangold, Reg.-Baurat. 7673c Hilfs arbeitet!» fürBuchbinderei- betrieb ges. nooD Brühl'sche Druckerei Schulstrahe 7. AnschmödlierieS MM zu mieten gesucht. Schrift! Ängebole unter 06695 an den Gieh. Anz. erbeten. verbürgt sind die gesundheit« h'ctxerxVorzüge des .Cliaoaßl1 Maßsystems D.R.P. 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August 1925. Die Beerdigung findet Samstag, den 15. Augusb Durch einen Unglücksfall in seinem Beruf verschied gestern unerwartet mein geliebter Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Würtz im 60. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Würtz. 4 S »*• s o w s I ■'S ■$1 si ä c 2 0 u 26 sS1 „O> O K — c 3o -ä q= gS. °L oä-i N6 E oL u c ssi =3 Ö 3 u y Ä s o C**- c 3"‘ I? (x'$ © y Q ’S y y D E - •2> o E •O 3 a n.h o y s „ y ist E ^5^) ~ c ©3^ _3k6 $ -Liv u V y y*. <0> & - n H 9 v C » 5' 9 9§.ca v = 0,9 cof 9—,0 -1 9 1 V F2V2 n z a=sti Vs 2 E " o ' 5 5 ^©H "-,9 2 r' @3-y g|H* 9'9.2.- »*L* D "W TtO® M tz-8 2 ° ^9 VtO -.- 5. , B'C't, K) 5b 0- - ’O ZLv 2 9 9,y r^9 •** fl $ = 9 TM 7 Ou i8 2 9 ge- s» ■ 9 6- M 5 y Cr) 5 3 ro 9 y s 0 r Ä 9 z s 3 3 e 3 CD O_ o 51 0 0 o 3 o o y - cM 8 9 rt - 9 S e 3 CD G 5 s 'S s: S y Z «r-S y 9 p 3 3 ;D 3 2 3 F 5 ’fl M ®sgj® . »99 9 A 5,9 S-o 9 r| 2 A? V l»8e. 6b § c49 O (L 3 -« P 9 " P3>= Sa5# 9 s j-jA lch u§ - 1 3 9 3'6» 9 9 bg8a,i IS DO 5 3 '*’ 3. C® 'S 9 m 2.5,1* Miegener Anzeiger (Senerat-Anzelger für Gveryegen, Kl. (89 sweues v>uu Die Drusen. DU Drusen sind ursprünglich im Libanon on- sassig. Kämpfe mit den Türken im Jahre 1860 haben einen Teil dieses Löschens bewogen, nach dem südlich davon gelegenen f) au ran überzustedeln, 100 die Franzosen mit ihnen handgemein geworden fmb. Völkisch werden sie der aramäisch-lyrischen Urbeoöl- rung ^uzurechnen sein. Ob sie mit den Ituräern zu 3efu Zeit zujammenhängen, wird schwer zu ermitteln sein. Ihre eigene Erinnerung geht nicht so weit zurück. Sie betreiben Ackerbau und Baumzucht und bauen im allgemeinen ihr Land gut an, greifen aber auch gern zu den Waffen, besonders wenn es ihre nationale Selbständigkeit gilt. Sie gelten als reinliche und fleißige, nüchterne und gastfreie Leute. 3m Kriege sind sie tapfer und von wilder Grausamkeit. 3n den Schluchten ihrer Gebirge ist ihnen schwer beizukommen, darum war die Türkenherrschast in ihrem Lande immer nur eine nominelle. Versuchten die Türken einmal, ess mit ihrer Herrschaft ernst zu nehmen, dann gab es blutige Kriege. Ihr ,Familienleben ist einfach und sittenrein. Polygamie ist er- laubt, wird aber selten geübt. Die Zahl der Drusen wird 100 000 wenig überschreiten. Sie bilden eine Art A d e l s r e p u b l i k. Die Häupter der Adelssamilien führen den Titel Emir oder Scheich. 3n Kriegszeiten wird wohl ein besonders Tapferer an die Spitze gestellt, der aber nachher wieder in der Menge feiner Bundesgenossen verschwindet, also keine dauernde Nolle spielt. Die Türken haben einzelne Edelinge mit dem Titel Ben bezeichnet, man kann aber nicht sagen, daß der Titel beliebt geworden ist. Am sonderbarsten steht es um ihre Religion. Man nennt sie wohl eine mohammedanische Sekte, im Grunde trifft das nicht zu. Christen sind sie noch weniger. Sie haben von beiden etwas, aber daneben noch etwas aus dem altsyrischen Heidentum und etwas, was man vom Parsismus ableiten möchte, was aber dort auch keine rechte Wurzel hat. Sie nennen sich religiös Muahhedin, was ungefähr Bekenner des ewigen Gottes heißen kann. Auf das Bekenntnis zum einigen und reinen Gott legen sie großes Gewicht. Aber dieser Gott kommt von Zeit zu Zeit auf die Erde. Zum letzten Male kam er in der Gestalt des ägyptischen Kalifen Hakim, etwa um das Jahr 1000. Seitdem ist er nicht wieder gekommen, aber cr kommt noch einmal, bann aber mit großer Macht unb Herrlichkeit, um seinen Anhängern alle Reiche ber Welt zu geben. Die Pflege ber Religion liegt -in ben Händen der Eingeweihten. Es mögen derer etwa 5000 fein. 3n ihnen liegt eine Art von demokratischem Element, denn die Eingeweihten rekrutieren sich nicht nur aus den Adelsfamilien, sondern ebenso gut aus niedrigsten Volksschichten, unb man kann nicht einmal sagen, daß bie Adligen unter ihnen eine besondere Rolle spielen. Sie sind Wissende ber eigentlichen Geheimlehre der Drusen, von ber das Volk nichts erfährt und ber Frembe erst recht nichts. Priester kennen sie nicht unb eigentliche Gotteshäuser auch nicht. Ihre Chalweh dienen 1 'hl der Andacht, sind aber in erster Linie Aufbewahrungsorte ihrer heiligen Schriften, die den Fremden unzugänglich sind, und ihrer Fahnen, die als nationale Heiligtümer gelten. Von der göttlichen Allweisheit find gleich so viele Menschen erschaffen, als auf der Erde (eben sollen. Bei dem Tode des Menschen geht seine Seele über in ben Körper eines neugeborenen Kindes. In der Schlacht zu fallen, bringt keinen Schaden, die Seele geht darum der Erde nicht verloren, ob man aber als hoch- ober Riebriggestellter weiterlebt, bas richtet sich nach dem Leben, bas der Verstorbene geführt hat. Das klingt indisch, obwohl man die Ent- lehnung nicht nachweisen kann. Von einem Jenseits weiß wenigstens der Mann aus dem Volke nichts. Die Türken suchten die Drusen dadurch in Schach zu halten, daß sie die einzelnen Stämme und Verbände, in welche sie zerfallen, gegeneinander ausspielten. Stammesfehden bilden daher eine ziemlich häufige Erscheinung. Aber die Türken mußten auch oft erfahren, daß alle Stammesfehben auf einmal aufhörten, wenn es gegen ben gemeinsamen Feinb ging, unb bas waren in ber Regel bie Türken selber. Was bie Türken von ber Wildheit unb Treulosigkeit ber Drusen erzählen, ist ziemlich stark übertrieben. Der Fremde wird gastfrei aufgenommen, nur bars cr es sich nicht beikommen lassen, nach ber Geheimlehre der Eingeweihten zu fragen. Ihr Glaube ist für sie, bie Fremden Haden damit nichts zu tun. Wer möchte da nicht mit? Von unserem ständigen Berichterstatter. A. G. 21., Reuyork, 24. Juli 1925. Der großzügige Plan unternehmungsmutiger Amerikaner, im kommenden Spätjahr eine „schwimmende Universität" mit etlichen fünfhundert Studenten unb fünfzig ober mehr Lehrern auf eine Reise um bie Welt zu schicken, — ein Plan, über ben ihr Korresponbent Ihnen zu Ende Juli ausführlich berichtete —, hat inzwischen einige wesentliche Bereicherungen erfahren, bie ihre Anziehungskraft auf bie lerneifrige Jugend nicht verfehlen dürsten. Dieser Tage ist von Graf Kuhn de Prorok ein Brief bei A. I. Intosh, dem Leiter des Univer- sity Travel Bureau in Reuyork, eingetroffen, in welchem der Altertumsforscher verspricht, bie Oefs- nung eines der drei von ihm entdeckten Phöniziergräber, die auf das achte ober neunte Jahrhundert vor Christi zurückzuführen sind, bis zum Eintreffen der amerikanischen Studenten hinauszuschieben, damit sie selbst dabei seien, zum Teil sogar sich selbst an den Ausgrabungsarbeiten beteiligen törtnen. Sie werden auch die ersten (ein, denen der Graf seine Sammlung dreißig Jahrhunderte alter Altertümer zeigen wird. In den Reiseplan ist ferner eine sechshundert englische Mellen weite Wüstenreise von der Bagdad-Küste aus eingeschlossen, die in etlichen siebzig Automobilen zurückgelegt werden soll, sowie die Herausgabe einer täglichen Zeitung an Bord des Schiffes „Unioersity". Diese Zeitung wird nicht in Form und Aufmachung die übliche, allen Ozeanreisenden bekannte Schiffszeitung sein, sondern eine Wiedergabe von 50 führenden amerikanischen Blättern. Jede der dabei beteiligten Zeitungen übermittelt an fünf vorher verabredeten Tagen — in Abständen von jeweils 50 Tagen — durch Funkspruch ihre wichtigsten Tagesneuigkeiten. Die Schiffszeitung er- halt dann den Titel unb bie Aufmachung bes betreffenden Blattes und wird demnach eine Art Ansland-Ausgabe jener Zeitung werden. Die Renyorker Presse wird durch Frank Mun fens „Sun ' vertreten jein. Schiffsausgaben dieses Blattes erscheinen am 4. Oktober, wann sich der Dampfer unter ber Atlantik-Küste in 35 Grad uörü- Roch weniger darf sich der Fremde erlauben, etwas zu betreiben, was nach politischen Umtrieben ober nach Spionage aussieht, so ist die Gastfreundschaft zu Ende. Reise nach Smyrna. Don Alfred 5t raufte d A v i s (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Smyrna, im Juli 1925. Der Reifewege nach Kleinasien gab es einstens viele. Heute ist dem anders Selbst die Reisebureaus können nicht genau sagen, wie man Empfang des.Schlüssels" automatisch zu schlieften. Mit dieser schönen Gepflogenheit hat der neue Mann rücksichtslos aufgeräumt. Seine Orb- nungsorgane sind die Freiwilligen im schwarzen Hemd. ilcbcrall sind sie. jeder Bahnhof hat seine Wache, die auspaftt. Schnappt der Uhrzeiger auf die Minute der Abfahrzeil. bann rollt ein Augapfel den Dahnhossdicnstlciter vorwurfsvoll an. Der Beamte wird nervös, treibt zur Eile und nach einer Minute hat er den Zug meist drauften. Im Zuge kontrolliert der Schaf'ncr die Fahrkarten. Hinter ihm ein Schwarzhemd, das jede einzelne Fahrkarte mit ansehen muh. Ob ber Betreffende lesen und schreiben kann, konnte ich MilM uni MW Oberhessens und des Luhngebiets, Kultur und Politik der eingesessenen Bevölkerung spiegeln sich in ihrem Heimatblatt, dem Giehener Anzeiger und in seinen Beilagen. In jeder einzelnen Textabteilung den hohen Anforderungen entsprechend, die sich einemoderneTages- zeitung von Bedeutung selbst stellen muh, ist für den Giehener Anzeiger richtunggebend die Pflege des Heimatgedankens. Sie kommt besonders wirksam zum Ausdruck in den Beilagen Gießener Familienblätter Dienstags und Samstags Heimat im Bild Donnerstags Die Scholle Freitags Für die zweite Hälfte des Monats August bestellt man den Giehener Anzeiger für 1 Mark nebst 10 Pfennig für Trägerlohn in Giehen bei der Geschäftsstelle Schulstr. 7 und bei den Trägerinnen, auswärts bei den 200 örtlichen Dertriebsstellen. hinkommt. Ich wählte den Weg über Italien, da von hier meist gute Verbindung nach Piräus ist. Wer eilig reifen will, muft Geduld lernen, denn die Schiffe fahren nicht so, wie man es möchte. Da ich mir aber Zeit genommen hatte, so waren mir die Aufenthalte ganz lieb, ich sah Länder und Leute und konnte Vergleiche und Betrachtungen anstellen. Schon beim Ue&erfd)reiten der italienischen Grenze, die gegen Matur, Geschichte und Recht auf dem Brennerpaft liegt, begegnet man einer sonst unbekannten Einrichtung: den Schwarz- Hemden der irregulären Armee Mussolinis. Diese Truppe hat dem Lande ein anderes Gesicht gegeben. Früher war es in Italien viel gemütlicher, mit einem Trinkgeld konnte man sich auf Reifen das schönste Leben einrichten. Man brauchte kein Gepäck aufzugeben, das Trinkgeld öffnete die Abteile 1. Klasse. Man konnte mit einer Fahrkarte fein eigenes Abteil haben, das Trinkgeld schloß die Tür. Man hatte den Geheimfchlüsfel zu allen Freuden der Reife, da selbst hohe und höchste in teurem Leder geschützte Hände sich rechtzeitig öffneten, um sich nach licher Breite unb 76 Grab östlicher Länge befinden bürste, am 21. November vor ber Küste Japans, am 7. Januar 1926 in Rangoon, Burma, am 20. Februar vor Rhobus, im Äittelmeer, unb am 6. April in Havre. An ber Herstellung des Neuyorker Schiffs- blattcs werben sich nur Studenten aus Neuyork beteiligen, an der Chicagoer Ausgabe nur Chicagoer ufw. In feinem aus Paris datierten Briefe an Herrn Mc. Jntofh schreibt Graf de Prorok: ,Lch werde imstande sein, ein höchst interessantes Programm für den Aufenthalt der Studenten in Tunis aufzuftel- len. Bei der Ankunft zuerst ein Besuch der Ausgrabungen des panischen Tanit-Tempels in Car- thago, wobei jeder Teilnehmer ein Andenken an die Stadt Hannibals erhalten wird. Danach ein Besuch des Bardo-Museums zur Besichtigung der griechischen Bronzen und Marmorskulpturen, die kürzlich vom „Service des Antiquitss" aus einer gesunkenen Galeere gehoben worden sind. Dieses Museum ist nicht weit von Tunis und auf dem Wege nach Utica, wo ich mit interessanten Ausgrabungen — Cato-Palast, Apollo-Tempel u. a. m. — beschäftigt bin. „Was ich für bie Studenten ganz besonders in petto'hätte, wäre die Deffnung — bie erste feit dreitausend Jahren — eines Phöniziergrabes. Wir haben ihrer drei entdeckt, die aus dem achten bis neunten Jahrhundert vor Christi Geburt stammen, und cs dürste kaum etwas Eindrucksvolleres und Lehrreicheres geben, als die Deffnung dieser Hefigen Grabmäler, mit ihren Toten und ihren Schätzen, nach so vielen Jahrhunderten. (Utica ist nur eine Stunde von Tunis entfernt.) „Es würde mir auch eine Freude (ein, die Stu- deuten — falls die Zeit es gestattet — nach dem eine Tagesreise entfernten Dougga zu führen unb ihnen unterwegs Vorträge über bas Geschaute und zu Schauende zu halten. Dougga ist die erste „tote Stabt" Nordafrikas. Wenn Sie eine illustrierte Broschüre über die Reise herauszubringen beabsichtigen. werde ich ihnen photographische Aufnahmen der Ausgrabungsarbeiten in Chartago, Uticcr und Dougga, sowie auch meine schriftlichen Aufzeichnungen hierüber senden, damit sich die Studenten schon vor ihrem Eintreffen damit vertraut machen frinnpp " nicht feftftellen. Bei der großen Anzahl von Analphabeten in Italien scheint es mir eigentlich wahrscheinlich, daft mancher gar nicht weift, warum er die Karte eigentlich angloht. Aber er tut es, unb das wirkt gut. Mussolini hat tatsächlich erreicht, daft neben vielem anderen auch der Reiseverkehr in Ordnung ist. Aber für jede Tätigkeit, für die ein Mann genügt, braucht er zwei: einen, der es macht, und einen zweiten, Der auf paftt, daft es der andere auch macht! Es treibt sich also im Lande eine Armee von Aufpassern, besser gesagt Faulenzern herum, die das Volk bezahlt. Eine Zeitlang ist das ganz nett. Wenn man aber die Armee von Faulenzern entlassen will, dann kommt der Haken — sie geht nicht freiwillig von der schönen Futterkrippe weg! Die tschechische Legion ist ein schönes Beispiel. Was ging das mich an! Ich reiste gut und die Züge kamen pünktlich an. Aber was anderes fällt noch auf. Das offizielle Trinkgeld ist auch abgefchafst, man zahlt auf der Rechnung seine Prozente und — man wird in ItNien trotzdem gut bedient! Wenn man aus Deutschland kommt, Die Dauer der Reise, die am 25. September ihren Anfang nehmen soll, ist auf acht Monate berechnet. Weltanschauung am Strande. Don M. Suttner. Philosophie im Strandkorb hat wenig mit Spengler gemein. Sie ist durchaus nicht um den „Untergang des Abendlandes" besorgt, eher schon um den ber Abend sonne, da man aus ihrer Far- benftala weitgehende prophetische Schlüsse auf Petrus' Wetterlaune von morgen zu ziehen geneigt ist. Ueberhaupt spielt die meteorologische Beobachtung für den Badegast eine hervorragende Rolle, die weniger auf Sachkenntnis denn auf gläubiger Illusion beruht. Der weite Horizont der See erlaubt es, nahendes Unwetter schon lange vorher zu erkennen unb sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Und wenn dann recht schwere dunkle Wolkenbänke sich weiter landeinwärts schieben, stellt man in selbst- loser Freude fest, baß für die Lieben daheim auch noch etwas übrig bleibt. Weltanschauung im Seebad ist zu einem guten Teil Menschenanschauung. Man zieht sich an, um — aus, um anzuschauen und angeschaut zu werden. Da die Verbote der Kurverwaltungen, außerhalb der Badeanstalten Entkleidungshenen aufzuführen, offen- bar zum Uebertreten da sind, so bietet sich heutzutage dem Strandwanderer überall, ohne erschwerende Benutzung von Astlöchern, günstige Gelegenheit zu anatomischen Studien. Daß man als Badenixe neben der seither vorgeschriebenen Schlankheit auch bereits wieder Busen und Hüften trägt, scheint auf einen bevorstehenden Umschwung der Modelinie hinzudeuten. Ob die Partei der Bubiköpfe noch immer die Mehrheit besitzt ober bereits in eine oppositionelle Minderheit gedrängt ist, läßt sich dagegen unter den schicken bunten Badekappen nur schwer ermitteln. Unb um die Machtverteilung auf der Strandpromenade oder beim Kurkonzen beurteilen zu können, müßte man erst einen parlamentarischen .Hammelsprung" vornehmen kaffen. Im übrigen ist zum Heil der ausgeleierten Nerven der Horizont im Seebad ziemlich eng umgrenzt, wenn man nicht gerade einmal auf den Leuchtturm steigt. FrühMck, Bad, Faulenzerlesehalle, Essen, Freitag, U. August 1925 fällt dies besonders auf. Der Italiener ist und bleibt liebenswürdig, entgegenkommend unb höflich, trotzdem cr persönlich nichts zu erwarten hat. Die Heinen italienischen Schisse, die nach Griechenland fahren, sind ordentlich und sauber. Eie berühren Albanien und dürfen dann durch den Kanal von Korinth, aber nur wenn sie ganz Hcin find. Sonst muffen sie unten rum. Dean der Kanal bat die freundliche Eigenschaft, von Zeit zu Zeit einen Teil feiner Wände ins Wasser rutschen zu kaffen. Im Frühjahr 1925 waren die Wicderherstellungsarbeiten soweit fortgeschritten, daft fletnc Schiffe wieder durchfahren konnten. Trotzdem muhten wir 12 Stunden in Korinth warten und konnten die kahle baumlose Landschaft Griechenlands auf uns wirken lassen. Salamis, die bekannte Insel. Man sucht den Platz ber Seeschlacht. Rein, ehe man so etwas glaubt, muft man es noch einmal sehen. PiräuS. Das Muster eines guten HafenS von der Ratur ganz allein geschaffen. Man versteht. daft daS alte Athen die ungeheure Mauer baute, um diesen Hafen verteidigen zu können. Es ist üblich, daft die Reisenden, deren Schiff einen halben Tag in Piräus liegt, diese Zeit zu einem Ausflug nach der Akropolis benutzen. Die griechischen Behörden erlauben das auch anstandsols allen Völkern der Erde, nur nicht den Deutschen, Ungarn und Türken. Diese müssen an Bord bleiben. Sv wünscht es das von den Schuhmächten des Völkerbundes vorgeschriebene Zeremoniell Wenn einer sich bereit erklärt, für die paar Stunden das Einreisen c's um (zirka 16 Mark) zu zahlen, so wird entgegen ben landesüblichen Vorschriften gesagt, das Visum hätte bei einem Konsul in Deutschland gezahlt werden müssen. Angewandte Völkerversöhnung, die man aber versteht, wenn man später erkennt, daft Griechenland nur eine hilflose Marionette des Feindbundes tst. Das erste, was mir beim Betreten des Landes in die Augen fiel, waren die vielen Flüchtlingsbaracken. Mit dem Schlagwort ..Selbstbestimmungsrecht der Volker" hetzten England und Frankreich Griechenland in Kriege, um Länder zu erobern, in denen einige Griechen wohnten. Die Sache ging schief und der Pfeil flog auf den Schützen zurück. Heute hat Griechenland über zwei Millionen Flüchtlinge zu versorgen, die von den Türken an die Luft gesetzt wurden, um endlich Ruhe und Frieden zu bekommen d. h. bis ein neues Schlagwort erfunden wird. Aber nicht nut dw Flüchtlinge flogen aus Kleinasien raus, sondern auch eine von England aufs beste ausgerüstete und schwerbewaffnete Armee. Da sind Zahlen, die wissenswert sind. 200 000 bis an die Zähne bewaffneter Griechen landeten in Kleinasien, um sich gegen die vom Völkerbunde entwaffnete Türkei Stegeslorbeeren zu holen. 30 000 tarnen nach einigen Monaten mit eingezogenem Schwanz wieder zu Haufe an. 170 000 find also restlos zerplatzt! Darüber spricht man in Griechenland nicht gern. Wird die Regierung gefragt, so sagt sie, die Zahlen seien falsch. Sonst nichts I Man sieht, daft es den Mitgliedern des Völkerbundes doch recht schwer gemacht wird, wenn sie für die Völkerverbrüderung In den Krieg ziehen müssen. Unter dem Zustrom von Flüchtlingen ist Athen zur Weltstadt geworden. Ein Straßenverkehr, den man hier niemals erwartet hätte, musterhaft geleitet von einer tadellos arbeitenden Polizei I Hier war England der Lehrmeister. Zum Unterschied von Italien, das sich eine Armee von Aufpassern geschaffen hat, hat sich Griechenland nur einen einzigen Engländer geholt, der feine Polizei in Ordnung brachte. Die griechische Art, ein Staatswesen zur Gesundung zu führen, ist der italienischen sicher vorzuzlehen. Mein erster Gang galt natürlich der Air 0- polis. Lieber diese Stätte haben sich schon viele andere mit seelenvoll verzücktem Gänsekiel gelost, daft ich es mir ersparen kann. Rur eins habe ich noch nirgends gelesen: um 12 Uhr kriegt das Aufsichtspersonal, das achtgeben muß. daft kein Fremder die Propyläen Haut, Hunger und treibt alles den heiligen Berg runter. Rach reichlichem Mittagsschlaf schlieften sie das Faulenzen, Kaffee, Bummel, Rudern, Segeln, Konzert, abermals Essen, Faulenzen, Flirt, Diele, Tanz — bas ist hier so bie Welt. Die große anbere brau- ßen ist uns ungemein „Wurst", unb baß mir bie Ereignisse ber Zeitgeschichte unb hohen Politik meist erst aus nachgesanbten Zeitungen erfahren, bie schon zwei Tage alt sinb, ist uns noch viel zu früh! Da merkt man erst ben tiefen Sinn bes Satzes, baß bie Vergangenheit im Rückblick sich verklärt . . . Welt- anschauung am Stranbe! Viel wichtiger ist uns, woher heute ber Winb weht, ob er guten Seegang ober Mücken unb „Ge- witterwärmer" bringt, ob es sich lohnt, auf bie Mole zu gehen, um ein paar „Spritzer" aufzulaben — ein Hauptvergnügen für ben, ber nicht Winb unb Wasser scheut. Ueberhaupt die Mole! Sie ist eine Klaffe für sich. Stunbenlang könnte man bei jebem Wetter auf ihrem langgestreckten Rücken promenieren, um bie wechselnde Laune bes Meeres zu erforschen, um sich gesalzene Luft in die verstaubten Grvßstadtlungen zu pumpen ober um ber Ein- unb Ausfahrt ber imposanten Fährschiffe zuzuschauen, bie bie Güter- ober Schnellzüge nach Dänemark unb zurück tragen. Im Anschluß an solchen genußreichen Molen- bummel geht man bann unfehlbar „Am Strom" entlang, biefer anberen Ortseigentümlichkeit voll eigener Reize. Die vielfältig belebte Wasserfläche, bie alten Baumreihen unb grünen Rasenrampen mit ben anheimelnben Häuschen bahinter unb ben kernigen alten Schiffer- unb Fischertypen baoor — ein Bild wie von einem der holländischen Grachtenmaler. Aber auch der weniger poetisch Veranlagte kommt dort auf seine Kosten. Er wird fraglos, von den Sirenenklängen ber Geigen verlockt, in einer ber nicht eben spärlichen Konditoreien, Dielen, Weinober Likörstuben, vielleicht auch im Tanzfaal eines eleganten Hotels hängen bleiben. Wer aber fragt, wo sich Natur unb Kultur zu so harmonischer Ehe vereinen, bem wird bie Aussage verweigert. Uns find schon genug Zeitgenoffen hier — nach dem letzten „Ladeanzeiger" fast 10 000. Nur soviel fei verraten, daß hierzulande die Freunds bodenständiger Literatur ihre Boote und Segeljachten gern „Fritz Reuter" oder .Hanne Nute" nennen, und daß an diesem Punkt der Ostfeeküst? die alte ehrliche Darno ry mündet ,.. Gitter wieder auf und lassen die Menschheit wieder rein. Aus Athens Umgegend fesseln drei Ramen: Eleusis, Marathon und Salamis. Marathon, mit dem die unmündigen Kindlein schon zur Begeisterung angeregt werden sollen. Wenn man sich die Geschichte einmal näher betrachtet, können einem nur zwei 2eate imponieren, der Feldherr, der es zu verhindern wußte, daß ihm seine „Helden" nicht schon vor der „Schlacht" ausgebüxt sind, und die Staats- ordonnanz, die die Meldung, daß die Sache gerade noch einmal gut abgelaufen sei, einer hohen und weisen Staatsregierung in Athen nach verhältnismäßig kurzer Zeit entgegenhustete. Salamis. Zweimal hab ich es mir angesehen, weil ich es nicht glauben konnte, dah man so dämlich sein kann. Eine große Mausefalle, sonst nichts. Man sagt, die Griechen hätten die Perser mit List hierher gelockt. Für die griechische Kriegsführung habe ich nicht viel übrig, trotz des recht interessanten Buches, das ein gewisser Tenophon für die Obertertia geschrieben hat. List ist aber im Kriege immer erlaubt. Un& wenn die Perser so dumm waren, in dieses Loch reinzukriechen, dann durften sie sich nicht wundern, wenn sie drinnen totgeschlagen wurden. Dazu braucht man kein Admiral zu sein, um zu wissen, daß sich die zahlenmäßig überlegene Flotte die Bewegungsfreiheit sichern muß. Smyrna liegt noch am Ende einer herrlichen Bucht. Ich sage noch, denn bet der Einfahrt sieht man zur Linken einen Fluh, der sein Delta jährlich um einen Meter weiter in den Golf schiebt. Sines Tages macht er die Klappe zu und Smyrna ist Binnensladt an einem kleinen Binnensee. Heute ist es aber noch der größte Hafen des kleinasiatischen Festlandes. Aur schade, daß dreiviertel der Stadt in Trümmern liegt. Das geschah nämlich auch aus Gründen der Dölkerversöhnung. Als die Griechen bei ihrem ..Rückzug" das Land verließen, war ihre Nächstenliebe so groß, daß sie den Türken nur einen Schutthaufen hinterliehen. Heute steht nur noch das Türken- und das Zudenviertel. Aber das Leben ist rege. Der Türke weiß, daß er mit dem griechischen Erbe auch große Arbeit und Pflichten übernimmt. Was ich sah, kann als guter Anfang einer neuen Zekt angesprochen werden. Mit rücksichtsloser Sachlichkeit wurde nach der Zeit der Vernichtung Ordnung geschaffen. Denn ein halb» zerstörtes Land wirkt auf Räuberbanden wie ein Magnet. Das Betreten des Ruinenfeldes war neben den Wegen strengstens verboten: man riskierte, von den Wächtern erschossen zu werden. Leider kam es tn der Umgegend der Stadt auch zur Ermordung eines Deutschen. Die Mörder wurden gefaßt und dem Richter übergeben. Zu ihrer Verteidigung sagten sie, sie hätten den Ermordeten für einen Griechen geh al- t e n. Das Gericht hatte ein Einsehen und ließ mildernde Umstände gellen. Daß diese Stimmung herrscht, ist nicht Schuld der Türken. Die Hessiche Regierung und der Finanzausgleich. O ile&et die Stellungnahme der hessischen Regierung zu den Beschlüssen des Reichstages über den Finanzausgleich geben die 3eitungS= berichte fern zutreffendes Bild. Mit der Stellung der Mehrzahl der Länder zu dem Kompromiß und der von dem Preußischen Fiaanz- mimster im Reichsrat abgegebenen Erklärung war auch die hessische Regierung einverstan- d e n. Darüber hinaus hatte aber die hessische Regierung in ^lebereinstimmung mit eineni einstimmigen Beschluß des hessischen Landtags gefordert, daß dem Lande Hessen und seinen Gemeinden int besetzten Gebiete der Steuer- Musfall aus Reichsmitteln erseht werden möge, der auf die durch Besetzung ^veranlaßte Herabminderung der Wirtschafts- und Steuerkraft zurückzuführen ist. Der Reichsrat war mit dieser Forderung einverstanden und stimmte in der Sitzung vom 8. August folgendem Antrag zu: Der Reichsrat beschließt, die Reichsregierung zu ersuchen, zugunsten der Länder mit besetztem Gebiet in den Reichshaushaltsplan für das Rj. 1926 Mittel einzustellen, aus denen diesen Ländern und ihren Gemeinden (Gemeindeverbänden) gen. findet hier seine Fortsetzung in einer Schwimmstaffel im Ludwigs-Donau-MaüvKanal zur Bischofsstadt Bamberg, dann nach dem durch das Studcntenlied Victor v. Scheffels bekannt gewordenen Steffelstein zur Veste K o b u r g, her Geburtsstätte der D. T.: dann biegt er nach Westen um und berührt Königshofen, Neustadt a. d. S., geht weiter nach S ch l ü ch t e r n, F u ! d a, um dann in Landenhausen vom Gau Hessen übernommen zu werden. Der Gau Hessen führt* dann den Lauf über Angersbach, Lauterbach. Reuters, Drauerschwend, Renzendorf. Alsfeld, L e u - ' e l, A n g e n r o d, Obergleen. Kirtorf. Lehrbach, Kirchhain, Wetter. Frankenberg bis Schmittlot- herm (Eder) weiter, von wo es über Corbach und Paderborn nach Detmold geht. Bon Landenbauscn bis Schmittlotheim durcheilen in der Zeit von 10 Uhr 40 Min. abends (15. Aug.) bis 4 Uhr 5 Mm. morgens (16. Aug.) 542 Turner und Turnerinnen des Hefsengaues eine Strecke von 108Kilometer. Der Rebenlauf 10 führt ab Schlüchtern über Wächtersbach bis Obrrseemen durch den Kinziggau und von dort über Gedern. Schotten, Laubach. Lauter, Grünberg, Atzenhain, Bernsfeld, Homberg a.d.O., Oberofleiden, Riederofleiden, Schweinsberg. Amöneburg nach Kirchhain durch den Gau Hessen. In Kirchhain erfolgt -DeLeinigung mit Hauptlauf 10. Zur Zurücklegung der 66 Kilometer langen Strecke von Oberseemen bis Kirchhain werden 342 Hessenturner eingestellt, die 3 Stunden 24 Minuten für den Lauf benötigen. Der Haupt lauf 11 kommt ebenfalls aus Bayern. Er beginnt auf Deutschlands höchstem Berggipfel, der Zugspitze, führt über Partenkirchen, München, Ingolstadt, Ausbach. Würz- bürg, Aschaffenburg, Hanau. Gelnhausen und von dort quer durch Oberhessen über Bübingen, Hof Konradsdorf, Ranstadt. Ridda, Rodheim, Hungen, Langsdorf, Lich, Garbenteich zunächst nach Gießen. Von da geht es weiter im Gebiet des Gaues Hessen über Lollar. Marburg, Ealdern, Biedenkopf, Ludwigshütte, Laasphe angemessener Ersatz gewährt werden soll für die Ausfälle, die infolge der durch die Besetzung verursachten Minderung der Steuerkraft des besetzten Gebietes an der Einkommensteuer, der Körperschaftssteuer, der Umsatzsteuer oder an Lan- dessteuern entstanden sind oder noch entstehen werden. Da die Reichsregierung zu diesem Antrag keine Stellung einnnahm, die als ein Entgegenkommen hätte gedeutet werden können, erhob der hessische Vertreter im Reichsrat Einspruch gegen die Beschlüsse des Reichstages, und zwar mit folgender Erklärung: Hessen könnte sich trotz der völlig unbefriedigenden Gestaltung des Finanzausgleichs der Mehrzahl der übrigen Länder an schließ en und aus einen Einspruch gegen die Beschlüsse des Reichstages verzichten, wenn nicht die Gefahr bestünde, daß Hessen bei Anwendung eines auf die gegenwärtige Einkommensverteilung gegründeten Verteilungsschlüssels infolge der Besetzung von nahezu der Hälfte des Landes eine ft a r k e Minderung seines Steueranteils 511 gewärtigen hat. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Wirtschaftskraft und damit bh? Steuerleistung im besetzten Gebiet im Verhältnis zum unbesetzten Gebiet gegen früher herab- gemindert ist, was aller Wahrscheinlichkeit nach bei der neuen Steuerveranlagung sowohl bei der Einkommen- und Körperschaftssteuer wie auch bei der Gewerbesteuer zum Nachteil des Landes und vor allem auch der Gemeinden im besetzten Gebiet in die Erscheinung treten wird. Da das Reich die Verpflichtung nicht anerkannt und übernommen hat, den Ländern und Gemeinden den Ausfall an Steuern zu ersetzen, der auf die durch die Besetzung des Landes veranlaßte Minderung der Wirtschafts- und Steuer« kraft des besetzten Gebiets zurückzuführen ist, sieht sich die hessische Regierung gezwungen, gegen die Beschlüsse des Reichstags zum Finanzausgleich Einspruch zu erheben. Der Gau Hessen und der Hermannslauf der D. T. Kjlerst« xisfaS^ tHieben 's j Cldmburg] ' Wien. 9 . Ib. Schwartau VimsLüne!1 i otewM Siegen l a \ m*. 4 Merbu,91 Brandenburg.x kfiwtif-^ningrn Sigmaringen/ Singen / ' . Greifswttef'j \6ünrcw^<\0eiAi\ o-hTrept. ) Anderradtp^^i^ /(ablenz K / Wieol ^v^Lubben ^f^uraV/Stuttgarl-j ) V/ 6öbL/ ,fv!da Heiningen ^mgenj^^V . ü/naugartl^ faltd^P^Drai tXtlbing 53 \Marienburg 1 *irx''£z^eb. XIIen Rein V- ^^^Kehenfleie <, ^.^annenb.ry^Ai* T1 Plauen X, .tobora «r/.W,?*. fithWbi , / yAngermde / H. • <"?© © . Mbrb^7°~*. - Beyenburg Dömitz x *** b y—v.„ • 2 Hetzen i । .... . . H L . . / Wittenberge} Uiienburg / 3 I ■jy-heuMfTCelte i Stendal1 »5 S Hannover. TW V-fwieJ ckDi 'SeZugfortze, Skidruwö» Ä narbt* u?,n' ’mcn LöneburX^hrt'i .Achim kv Hkn /JAannhm/y t'bach , VZ ludHMn.yLZdUberbacf, ; "‘"-’S Berlin ' '<*■* Vg . — 0mabrikij>, Q /TX. AcrfZ> . ** ClevetuDJL^,,t'jrrtpr n'Z O wL namn#\e& V lUidtnkchnJiZnZfeX-yoort. . Sttnrründt ’ bumbinntrrxj^. Jnherburg /ynr6X .......^3^(ötibZ<-^Saganl - - Up ' - . n f? Dresder>®—auban \ . &'üg e™”ii« Jtirj. »> tofui 4"?£- Sfr "n * T ” »dtt '- «•»Habt 5en- 2ang<. ’ »Mn Lach «biet der [ hinreichend wv J große Lust, die W wurde M ,.rff Aber dann Kh-ben!.^ -Sringlich w'e em mzulelephonieren s dem Land. I- >ir lerd. >and : cinmal anrief. jnn ein W Mdnissen, L ! hatte es ys?w*s Janb.®L. ffeinen »t e« - E Ml »"iÄ »olf. ft,, jküfis "^'SS; » yi*■* Flügel und Pianos es nicht! Deshalb ist jede Hausfrau, mit auserlesenen Feinseifen zu reinigen oder mit Nl! Totmn: iminelsahrt. iamt m. Prcdigl, verkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. Aug. Der Produktenmarlt 8.30 bis 9.30 Banknoten. Brie» Jndustrieslofse Prozent nach- Gesundheit über alles! Wohl nichts wurde während der Kriegszeit neben dem Mangel an Lebensmitteln schwerer empfunden, als das Fehlen guter Seile. MU einem gewissen Grausen erinnert man sich der berüchtigten K. A.-6eife und des nicht minder ' zweifelhaften K. A.-Eeifenpulvers. Die Männerwelt hat das lange nicht so empfunden, als die Frauen. Was wurde damals nicht alle« unternommen, um den entsetzlichen Zustand zu beseitigen: doch welche Enttäuschungen erlitten unsere Hausfrauen, als sie versuchten, selbst Seife zu kochen. Diese schrecklichen Verhältnisse liegen zwar heute glücklicherweise hinter unS. Geblieben ist von 133.0 auf 133,9 oder um 0.7 zogen während die Grupp« der von 135,2 auf 134,8 oder um 0,3 Siesten. Freitag, den 14. August. 4' u. 7 Beichte. Samstag. 15. August. Mariae Himmelfahrt. 6’/, Deichte. 7Messe, g Kom., S Hochamt m. Predigt, 11 Messe m. Predigt., 2 Festandacht mit Segen. 4 , und 7 Deichte. - Srünberg. 91/, Messe mit Pred. — Hungen. 8 Hochamt mit Predigt. Lich. 10 Hochamt mit Predigt. GEGRÜNDET 1876 Bahnhofstr.65b GIESSEN Fernruf Nr. 1367 Filiale: Lieh (Oberheesen) 4.209 18,92 6,39 10,445 19.75 169.(7 15,29 77,7 > 59.46 U3,0i 81.82 60.35 12.452 5.87 T/, Trorr®« Set®4tm:rtb« <- 5Rr1(h»anI'iae ■ V,V!" SF*»t1(tK ShitbsanUibe rte in fester Haltung, besonder- für j-n, der 3 Am. gewann. Die endgültige Annahme des Zollgesehe« gab dazu die An- < Pianohaus Israelitische Gemeinden. Jsr. Religionsgemeinde. Dottesd. i. d.Synagoge (Güdanlage). Samstag, d. 15. August. Dorabd. 7.30 morg. 8.30, Predigt, abd«. 8.10 u. 8.50. Gottesdienst der ift. Aeltgion-gesellschaft. Sabbatseicr den 15. August 1925. Freitag abend 7.10, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausgang 8.35, Wochcngottesdienst morgens 6.30, abends 7.00. Rundsunk-Prpgramm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau") Samstag, 15. August. 4 llht: Wetterbericht der Giehcner Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungcn. 4.20 älhr: Aachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uf)t: Rach- mittagsfanzert des Hausvrchesters, Alpine Musik. 6 älhr: Wirtfchaftsmeldungen 6 bis 6.30 tthr: Jugendstunde: Aus „Gockel, Hinkel und Gackeleia" von Clemens Brentano. 6JO biS 7 Uhr: Der Briefkasten. 7 bi- 7.30 älhr: Au« Historie und Phantasie (Anekdoten und Rätsel). 7.30 bis 8 älhr: Stenographischer FortbildungSkurlu^ 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes flblcrrotrfe fliehet . . • . » Daimler Motor«. ■ • • • • Vcolioenflaebt . . ..... -^cquüi............ Motoren werke Mauobetm Frankfurter Hrmatinen . . Aonferoenfabrif Braun . . 'U<7tallüc'kll'choft Sranfhnt Tet Union 8L-®. .... edmbfahrtr öm...... Stch-l............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik granttmW • Zuckerfabrik SBaabaulel - . Pbonir Berede» ...... «bein'tabt........... Nie deck Montau ....... ZeCnS Bergbau. ...... pambury-klmenka Paket. .. Norddeutscher Llovv . ... tderamffch« Werke Älbtn .. Zementwerk Hei beider« .. . Pbiltvv Holzmann ..... Anglo-Tom^Tua», . . , Badische Hntun....... tbemifcbe 'Kotier Llaoin .. SotdscLmw»........ ne.'teüner Llertron .... Höchster Farbwerte Holzbertoylanll ....... OTÜiflerflTDerfe ........ € djeibean fialt BOfl. eieftruttdMdeaiMt Ktrpmann .......... Maiiikrafuoeete........ E Lückert • • • e tonen» A Hal«» .... 4 . Parfümerien zu ve-ianoein, wenn vtc roiuecume Geruch schlechter Kernseife durch die Wäsche auf die Haut übertragen wird und denjenigen des Parfüms odev der Toilettearttkel nieder- kampft? Darum ist beim Einkauf von Kernseife gröstle Vorsicht geboten! Scheinbare Er- sparnifse beim Einkauf von Seife rächen s ich schwer an Was che und Körper, allo an Gut und Gesundheit! Eine Kernkeiie, welche die höchsten Bedingungen erfüllt, ist diejenige der 1843 gegründeten Seifenfabrik C. Raumann, Offenbach a. M Diese wirklich zweckentsprechende Seife trägt als Garantie auf jedem Stück das geschützte Warenzeichen „Srtraseine Qualität" sowie den Rarnens- zug „E. Raumann". Ein besseres Fabrikat gibt oeiie uenuyi, uuu vu^ ®r* Haltung der Wäsche enthoben. Dabei ein ver- hältnismähig niedriger Preis. Jeder Würfel, frisch 250 Gramm schwer, kostet in allen Ladengeschäften 35 Pfg. >um Aufkochen dec Wasche wird dieselbe hervorragende Qualität auch in geschnitzelten Spänen (Raumann's Svänseife oder Schmtzel- seife) zu 80 Pfg. das Paket im Frischgewicht von 500 Gramm geliefert. Rochmals sei Aum Schluß den Hausfrauen eingeprägl: Auch heute noch wird viel zweifelhafte Seife in den Handel gebracht; aber ein Fabrikat, dem man unbedingt und ohne jede Enttäuschung vertrauen kann, ist Raumann s Cc-'e „ejtrafttn". Linden, Klein-Linden nach Gießen, wo Bereinigung mit Lauf 11 erfolgt. (Metjrn wird am 15. August, abends 7.40 Uhr erreicht, nachdem die Uebernahme durch den Gau in Ilben- ffaDt um 3.30 Uhr erfolgt ist. Kund 200 Lauser hat der (9c n »essen für die ihm zufallende Wegstrecke fctma 45 .'tilometer) zu stellen. 3o wird unser Heffengau wie kaum ein anderer Gau der Deutschen Turnerschaft an der großen mBgebung in be|onDero starkem Maße beteiligt lein, führen durch sein Gebiet doch drei Hauptlaufe und ein Nebenlauf mit einer Gesamtstrecke von rund 350 Kilometer. Rund 1700 Turnern und Turnerinnen bei Hessengaues wird es am Samstagnachmit- lag und in der Nacht zum Sonntag eine besondere Obre sein, an ihrem Teil zur reibungslosen Durch- fübrung de» grotzangelegten Hermannslauf, beitragen zu Dürfen. (9ine Urkunde des Reichspräsidenten znm Hermannslauf. 3um Hermannslauf der Deutschen Turner- fchaft hat auch der Reichspräsident v. Hindenburg eine Urkunde gestiftet, die von Berliner Turnern zum Hermannsdenkmal gebracht wird. S'.e stellt eine Anzahl von Germanenkriegern dar und enthält den Lest: Dec Reichspräsident! Der Stadt Detmold und den am Hermannsdenkmal Dersammelten entbiete ich herzliche Grütze Deutsche Turner bringen sie, wie Ile aus allen Gauen und von allen Grenzen unseres Vaterlandes her 2lhnen Grüste ubermitieln. Sie, die seit 3abn Träger de- Gedankens der deutschen Einheit waren, tollen mit die'em groben Stasfellauf durch ganz Deutschland alle Deutschen daran erinnern, dast wir Söhne eines 'Daterlande- find und dast wir nur dann Gegenwart und Zukunft meistern können, wenn wir einig sind und treu! gez.: v. Hindenburg. Eben'o haben zahlreiche Stadtverwakkungen, wie Berlin, Hamburg, Breslau. Dresden. Münchs n. Bonn. Kassel. Koburg, Raumburg, Küstrin, Weimar. Lhemnltz. Aachen. Worms u. a. Mr* künden gestiftet. Düchertisch. — Die neuen Auswertungsgesetze (Hypothekenaufwertungsgesetz und Änleiheablö- iungsaesetz) vom 16. Juli 1925. Mit systematischer Einführung, Aufwertungskalender und Den neuen Goldmarktabellen von Rechtsanwalt Dr. Koppe, Berlin. Preis 3,— Mk. Industrieoerlag Spaeth & Linde, Berlin W 10. — Die vorliegende Ausgabe enthält alles das, was der an Aufwertungsfragen Interessierte, der nicht das Erscheinen Der erst später herauskommenden großen Kommentare abwarten will, zur ersten Einführung wissen muß. 422 — Das neue P o st b u ch 1 925, Uebersicht über die Gebührentarife und Vorschriften des Post-, Telegraphen-, Fernsprech, und Funkverkehrs (Post- scheckverkehr und Luftpost) für das 3n- und Aus- land, Haftpflicht und Ersatzleistung der Postoerwal- rung nach dem heutigen «lande von Kurt Belling, Ministerialamtmann. Preis broschiert 3,50 Mk., in Halbleinen gebunden 4,50 Mk. 247 Seiten. 1925. Jndustrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10. 425 — Walter von Molo, U m 8 Menschentum. Der Roman von Schillers Jugend (Halbleinen 4 Goldmark. Verlag von Offftr-rf Vnnaen in München.) Von Walter auf den Stichtag .den 12. August, berechnete Grosthandel-inderziffer de- Statistischen Reichs- amtcß ift gegenüber dem Stande vom 5 August von 133.8 um 0.3 Prozent auf 134.2 gestiegen Bon den Hauptgruppen haben^ Agrarerzeugnisse Prozent angc- Wirtschaft. Wiedereinführung der Lamstagbörfen im September. Der Börsenverkehr an den Samstagen wird, wie die ..Berliner Börsenzeitung" erfahrt, vom 5. September ab wieder ausgenommen werden. Die Zustände hätten sich während der Monate 3uli und August derartig zugespiht, dast die Rotwendigkeit besteht, den Bankiers und Maklern auch am letzten Wochentage eine Verdienstmöglichkeit einzuräumen. Ein Beschlust des Bör'envorstande- liegt zwar noch nicht vor, doch ist nicht daran zu zweifeln, dast die Entscheidung zugunsten der Wiederherstellung des Samstagverkehrs aussallen wird, weil man unter den heutigen Verhältnissen auf einen Gc- schäftstag in der Woche nicht glaubt verzichten zu können. Wie weiter verlautet, ist mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, dast die Übrigen deutschen Börsen dem Vorgehen Berlins folgen iuib den Börsenverkehr an den Sam-tagen wieder aufnehmen werden. Der Taatenftand in Deutschland. Rach dem Bericht über den Saaten stand im Deutschen Reich zu Anfang August hat die vorherrschend starke Hitze im Juli die 5)almfrüchte allenthalben rasch zur Reife gebracht, so dast überalC mit dem Getreideschnitt begonnen werden konnte. 3n Süddeutschland hat das Winterae- t reibe seinen bisherigen günstigen Stand behalten, das Sommergetreide hat sich meist sogar etwas gebessert' dvch ist dasselbe — wie im übrigen Deutschland — fast ausnahmslos kurz im Halm geblieben und stark mit Ankraut durchsetzt. Die Hackfrüchte sind durch die 2rodenbeit im Juli überall in ihrer Entwicklung zurückge- halten worden und haben vielfach in Rorddeutsch- land unter der Dürre gelitten. Durch die Ric- dcrschläge in letzter Zeil ist wieder eine Besserung bewirkt worden, hauptsächlich in Süddeutschland. Sehr stark hat die 2uli-Hitze den Wiesen- und Kleefeldern zugesetzt. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2=gut, J-gering, 4--gering, ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung. Winterweizen 2,6 (im Vormonat 2,4). Sommerweizen 3,1 (3,1), Winterspelz 2.4 (2,3), Winterroggen 2,5 (2,5), Sommerroggen 3.0 (2,9), Wintergerste 2,5 (2,5), Sommergerste 2,3 (2,9). Hafer 3.1 (3,2), Kartoffeln 2.8 (2,7). Zuckerrüben 2,9 (2.8). Runkelrüben 2,8 (2.9), Klee 3.1 (2,7). Luzerne 3.0 (2,7), Dewässerungswiesen 2.6 (2,4), andere Wiesen 3,2 (2,9). Diskonterhöhung der Polnischen Dank. Warschau, 13. Aug. (WB.) Die Polnische Dank hat den Diskont von 10 auf 12 Prozent heraufgeseht. aber die Ertenntnts, was uns eine wtriticy gute Seife eigentlich bedeutet und wie richtig es ist, beim Einkauf Luherst wählerisch zu sein. Das Angebot ist wieder grob geworden, und jede erfahrene Hausfrau weih, dah sich auch unter den heutigen Seifen viel zweifelhafte Erzeugnisse 6e- finden. — Welche Eigenschaften muh nun eine wirklich gute Kernseife eigentlich besitzen? Sie muh rein sein, d.h. sie darf keine Füllungsmittel enthalten, die nur einen billigen Preis vortäuschen. Sie darf keine freie Soda enthalten, welche die Wäsche grau macht und die die WLschesaser zerstört. Sic muh einen frischen Geruch haben, der fiL auf die Wäsche überträgt. Sie darf die Hände der Wäscherin nicht »aufwaschen". _ ...., — _ . -Das nützt e- denn, den menschlichen Körper für Volksbildung — Vortrag von Prof. 6. Gittag ..Das kometenreiche 2ahr 1925“. ilfcr: Reue Kammermusik. 9.30 älhr Rach- richtendienst. Wettermeldung. 9.35 älhr: Die Spätankündigung: ..Amundsen!". 9.45 Uhr: Sportsunkdienst. 9.56 Ahr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 bis 11 Uhr: Wir ..Wilden" sind doch bessere Menschen! gegeben haben Börsenkurse Drohhandelsinder-ifscr. Die von Molos grohem Schillerroman bringt der Verlag Langen icBi den edlen Teil ..älm» Menschentum- als wohlfeile Volksausgabe und sichert ihm dadurch die Verbreitung, die ihm so k’hr zu wünschen ist. Aber nicht um seinetwillen allein! Das Volk und vor allem die reifere Jugend hat ein Recht auf Dieses Buch, dasein, daS ihr Buch ist. wie bald kein anderes. Molo hat in Diesem Schillerroman die Höhe seines Könnens erreicht Visionär versetzt er uns in den Kreis seiner Gestalten. So. ganz so müssen sie gewesen fein. die kleine, demütige Mutter Schillers, der rechtschaffene Vater, den die Knute so gehämmert hatte, dast auch er über seinen feinen, blassen Knaben die Knute schwang, ohne zu ahnen, was er Damit verbrach — vieler ..wohlmeinende" Herzog Karl Eugen, der seine Landeskinder als Kanonenfutter verschacherte. Der Kreis der jugendlichen Freunde Schiller- und vor allem der junge Schiller selbst, dieses feine, nervöse bis an den Rand mit Genie und Idealen gefüllte Herz, das sich windet unter den Grausamteiten seiner Jugendzeit und wie ein Verzweifelter hm- durchbricht durch die Qual Schiller ist wiedergekommen durch Molos Buch, erschüttert hören wir seine Botschaft, ehrsürchttg nehmen wir die Gaben, mit denen sein Genius auch uns noch begnaden kann. Rach achtjähriger Pause erscheint daS 1896 von Anton Bettel heim begründete „Deutsche Biographische Jahrbuch' wieder, und zwar zunächst mit einem Uebcrlcitungdbantic für die Jahre 1914 bis 1916 (Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart, Preis Mark 15.—). Herausgegeben wird das Werk vom Verbände Deutscher Akademien durch Dr. Hermann Lhristern Die im Lause dieser Jahre verstorbenen hervorragendsten Repräsentanten der verschiedenen Schift fensgebiete ersahren in besonderen Lebensav- rissen eine abgerundete Würdigung. Wesentlich weiter gesteckt ist der Rahmen der Totenllste». Ihre knappen Artikel mit erschöpfenden Liter.i- iurangaDen bieten dem Benützer eine rasch« Orientierung-Möglichkeit Ein zweiter 'Jcberlci- tungsband für die Zeit von 1917 bis 1920, sowie der Band für das Jahr 1921, mit dem die regelmäßige jahrweise Fortführung ausgenommen wird, folgen noch im Lause dieses Jahres. KivchNche Nachrichten. Katholische Gemeinden. regung, ebenso die höheren Äuslandsmeldungen. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 249 bis 253, Weizen (September) 260, Weizen (Oktober) 261 bis 263, Roggen (märk.) 181 bi« 187. Roggen (September) 201 bis 200,50. Roggen (Oktober) 205.50 bis 205, Gerste (märk.) 245 bis 273, Futtergerste 190 bis 198, Hafer (märk.) 204 bi« 212, Hafer (September) 187,50. Hafer (Oktober) 193, Mais (2a Plata, loko Berlin) 213 bis 216, Raps 355 bis 360; per Doppelzentner: Weizenmehl 32,75 bis 35, Roggenmehl 26,50 bis 28, Weizenkleie 13,90 bi« 14, Roggenkleie 13,65. Diktoriaerbsen 27 bis 35, kleine Erbsen 25 bis 27, Zuttererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bi« 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen (blau) 12,50 bis 14,50, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,60 bis 16,80, Leinkuchen 23,60 bis 24, Trockenschnitzel 12,20 bis 12,50, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 26,30 bis 26,60, Zucker 22,40 bi« 22,60. -Srtulif»« «Mriott - - - «* , 6d!tn ....... •V?/. Äffen 1*1. Heil«......... Dfnricb: Werrd- loCar-SInL bio. 2oa.«€tt-n»anreet ■«.•) ♦k Zollksttrn......... 6*/« ®o(bmerif«er...... ^CTttnn HanvelSaclellschast. tomnrm- und Tn’jaK'an!. '4 armft. nl Na.-Ienaldant . Denvchr Bant - - - - Druächr verrtnSdant DiScomo Lommandtt .... Mrralldank......... Mnlridearlchr Kreditbank. . Lcstrrrrtchilwe tfretiitanftaU. Weltbank BMbumet ®n| . ....... Buderus Caro Deotsch Lurrmbrrrg ütclltnhrdrcnet ilrrgWette . . Harpen er verabau . . Kaliwerke »icherttebea Kaliwerk Weftereget». nach Hehfeld, von wo Weiterleitung u'vcr Brilon nach Detmold «folg!. Der Gau Hessen übernimmt In Hos Konrad «dort am 15 August. 5 30 Uhr nachmittags, und gibt um 11.15 Mr cbcnM in Laasphe weiter. G.che« wird zwt'chen 7 und 8 Uhr abends durchlaufen. Die 115 Kilometer, Die der Gau Hessen in diesem Lauf zu bewältigen hat. benötigen 577 Läufer de» Gaues. Der Hauptlauf 12 nimmt am Bodenfee feinen Anfang, berührt Friedrichshafen. Ulm, Stuttgart, Heilbronn. Erbach i. O., Darmstadt, Offenbach. Hanau, Ilbenstadt und tritt hier ins Gebiet des Gaues Hessen «in. Unter ®au über* nimmt Die Wetterführung Über Bruchenbrücken. Ariedberg. Bad-Rauheim, Rieder- Mörlen. Rieder-Weisel, Butzbach. Kirch-Göns. Lang-Göns. Grosten- (Eigener Drahtbertchl des „Giehenec Anzergers". ^ Berlin, 13. Aug. Bei Beginn der Börse hatte es den Anschein, als wenn sich die Nervosität der letzten Tage etwas legen würde. Das Kursnioeau erwies sich ebenfalls als widerstandsfähig, wobei günstig vermerkt wurde, dah die Lage am Geldmärkte sich etwas erleichtert hat. Auch der heute veröffentlichte Reichsbankausweis machte einen recht günftigen Eindruck. Da am Montanmarkt das starke Angebot der letzten Tage etwas nachgelassen hat und sich der gestrige Abendverkehr der Zrankfurler sich die ersten Jloncrungcn allgemein auf dem Stand der Mittwocki -Nachbörs«. Bald unternahm jedoch die Baistespekulation einen neuen Vorskost. so dast im Berlauf der ersten Stunde die Tendenz wieder stark noch unten neigte. 3m Angebot lagen von vornherein die heimischen Staatsanleihen, dagegen erwiesen sich Äolonialmcrtc als widerstandsfähig. vor allem Diamant-Lhares, die mit 20,75 umgingen. Am Geldmarkt erfuhr Der Satz für tägliches Geld eine Erleichterung auf R bi» 9) Prozent. Monalsgeld hörte man mit M bi» 1U Prozent. Am internationalen Devisenverkehr lagen Paris und Mailand gedrückt, auch die nordischen Werte konnten ihre gestrige Besestiguna nicht behaupten. Die Reichsmark notierte in London 20,40, Paris 5,09), Amsterdam 59.1H1 AranNnrter AbenDvör'e. Frankfurt a. M . 13. Aug. Meldungen dahingehend, daß Die Reichsbahn dem Ruhrvergbaii einen Vorschuß von 100 Millionen Mark gewahrt habe, für die aber eine Bestätigung noch aussteht, und die bereits Den Mittagsoerkchr günstig beeinflussten gaben auch der Abendbörse eine recht zu- verstchtliche Haltung. Die Spekulation schritt zu um- angretchen Deckungskaufen. Die für das Kursnioeau auf fast allen Märkten eine kräftige Höherbewe- gung zur Folge hatte. Kursgewinne bis zu 2 Proz. waren Die Regel. Auch der heimische Rentenmarkt war leicht gebeffert. Die Abendbörse schloß lebhaft und fest. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,145. Bankaktien Braubank 73,50, Berliner Handelsgesellschaft 126, Commerzbank 93,75, Darm- täbter Banl 112,25, Deutsche Bank 114, Disconto- gesellschaft 103,25, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 93, Reichsbank 122, Oesterreich. Kreditaktien 7,37. Montanaktien: Deutsch-Luremdurg 57,50, Gelsenkirchen 49,25, Ilse Bergbau 81, Man- neemann 60,50, Monsfelder 57, Otavi-Minen 25^50, Phonis 62,62, Rheinische Braunkohlen 111, Rhein - Iaht 5.3,50, Kali Aschersleben 120, Kali Westeregeln 1.35. Ehemische Aktien: Badische Anilin 124, Ehern. Griesheim 115,25, Scheldeanstalt 99, Elberfelder Farben 116, Th. Goldschmidt 71,50, Höchster Farben 115,75. Jndnstrieaktien: Kieyer 49, AEG. 94,25, Ze ment Heidelberg 67, Dyckerhoff 30, Licht und Kraft 90, Esstinger Maschinen 39. Gebr. Iunghans 65, Rheinmetall 27, Mainkraft 80, Neckarsulm 72, Jul. Sichel 21,75, Schlickert 53, Siemens & Halske 7.3, Wayh & Freyiag 68,70, Badischer Zucker 57, Heil- bronnzucker 55. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-"^ Frankfurt a. M., 13. Aua, Es wurden no- tiert: Weizen, Wetterauer 26,25 vis 26,50, Roggen, inländischer 21 bis 21,50, Sommergerste für Brau- zwecke 26 bis 28, Hafer, inländischer 20,50 bis 23,25, Mais (gelb) 22, Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 39,50 bis 40, Roggenmehl 29,75 bis 30,50, Weizenkleie 11,60 bis 11,75, Roggenkleie 12,50 Mk. Tendenz: stetig. Zrankfurl2r SchlLc'rkv'e^ itarkk. Frankfurt o. M., 13. Aug. Auftrieb: Rinder 6 Stück, darunter Ochsen 6, Kälber 1097, Schafe 384, Schweine 833. — Feinste Mastkälber 82 bis 88, mittlere Mast- und beste Saugkälber 75 bis 81, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bktz 74. Mastlämmer und Masthammel 50 bis 54, geringere Masthammel und Schafe 40 bis 48, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 35. Schweine: Doll- fleischige von 80 bis 100 Kg. 92 bis 94, vollfleischige unter 80 Kg. 86 bis 91, vollfleifchige von 100 bi» 120 Kg. 90 bi» 93, vollfleischige von 120 bis 150 Kg. 90 bis 93. Marktverkauf: Lebhafter Handel, aus- 6)eld 18.82 »5,91 40.345 19,65 15,21 77,41 59.16 112.49 81,42 60,05 12.392 5.83 Börse. Berlin, 13. Lugast. rtmcttkanNLe 9?otee . ,.,, »elgische Noten ...... TauilLc Noten . ...... SngUschr Note» ....... Französische Note» ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten..... Normeciischc Noten Deutsch Lesterr .ilt» Kron« Numänische Noten...... Schwedische Note» ..... Echweijer Note» . . Evantsche Note»...... . T'cheche'lownMche Not« . . Ungarische Note» . ... Berliner 12 August Amtliche Noti rung (Sftb l Mrf__ 13. August Amtliche Notierung . __^rics Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Vellloocn «art e»8flebtüdt. vuenoS-MreS, Lvuvon, Nea- dort, Japan, Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapester 100000 Etndetteu. alle« ütrriae für 100 Etnheitru.» Telegraphische Auszahlung. Urank'urt a.M Berit» »chiu> ÄMt» ädtekK Sch'»'- »ure Schluß srui«, bsrle 11 8. 13 K 12. 8. 13.8 0.1» 0 145 0.1475 | 0 14 — ' — 0.17 0,270 0.22 0.2225 O.fW O,49-> 11,4») o.50 0.49 li.lf. 0.115 1.1225 0.122» 0.105 il 20 1.2025 0,20 <).»• 0.27 — 0.31 0.25 0.265 0.30 0.25 -* • 0.22 0.2.3 ►9.75 «.75 91.75 91.75 94,25 94.15 91.3 94 5.75 5.8 6.62 5,75 3X a.5 — 115 126 125 134,5 13,25 93.75 '>3,75 94 110,75 11223 1)1.75 in. r, m 114 113 in 6'1 — 102.5 103,25 102.5 102,5 77,75 9:: 78 — 93 92,75 91 7.1 7.40 7.4 7.4 0,06 0,065 0.07 0,055 — 58 55 25 38 37 37 37. r, M,5 37 :« 37.5 54 >7.5 55.80 56,25 16.75 49.3.4 45,25 45.35 86,5 «6.25 86,8 119 129 119.75 119.9 128 135 19 40 19.70 ;ü; tl 31.1 31 31 .35 36 3.5,25 58,5 62,62 60.2 59.4 50,5 5.3,50 50 50.4 71.5 72 Tl 71,5 45 44 — •• 46,8» — 45.5 46 14,60 4.5,75 45,25 46,25 * — 66,5 »7 51.9 51 51 50 — * 92,13 93 121/25 124 122.5 121.23 0,1 0.4 ■ — h 71..50 71 70 113,75 115,25 114 113.9 113.75 115.75 114.4 115 4.8 4.55 •• 64,5 62 63.90 98 99 — — 92 94.45 92.5 93 — 68 63,60 GR 81,2.5 80 — — 51 53 51.13 51,90 70.5 73 68.5 70,75 18,25 49 49 1 « 40 39.5 40 39,5 — 30 — 42 42 40.25 j 40.5 — 52 * 0,425 — — 0,75 0,75 — — 9k.75 97 1 — 67 65 5 M 65,75 35 35 .38 :b 20,75 1 21.75 2> 20 8.8 8.7 8,9 60 ol,25 — 66.50 i 57 57,5 57,5 Minu.-lKott 168,76 169,18 168.74 1*9.15 Buen-AireS 1.693 1.697 1.693 Brff-Antw. Lbristianta. IN,91 18,97 18 88 18,92 77,85 78,05 77,35 77,5.5 flop-nha-en 96,33 96,57 95,80 96,04 etodbofm . 112.71 112.99 112,78 113,06 k>clnngforS. 10,577 10,617 10,57 10,61 Jialien. . . 15.13 15,17 15,11 15.15 London. . 40,378 20,430 20,379 20,432 Neuvork . . 4.195 4,205 4.195 4.24V Port».... 19,62 19/6 19,57 19.61 Schweiz . . 81,43 81,63 81,45 81,65 Spaniea. 60.18 60,54 60.32 1,737 60,48 Japan . . - 1.727 1,731 1,731 >Hio de Jan Wien In D - 0.502 0.504 0 503 J.505 Cefl. abgest. 59,055 59,206 59.06 59,20 Prag .... Belgrad . . 12,427 12,467 12.42 12.46 7,515 7,535 7.515 7 ,.>35 Dudavcst. . 5,89.5 5,915 5.895 6,915 Biilaarieu . 3.03 3,04 8,035 3,045 Lissabon Danstg. . • flonslnutia. 20,775 20.82.5 20 795 20.825 80,77 80.97 80 SO 81.00 2,465 2.475 2 495 2.505 Alden. . 1.54 6.56 6 54 6.56 I % Kretonne, Vorderschluß KindoP 2npkfln in allen Größen, die wir be- IllUlluruulmou sonders preiswert verkaufen! Neu aufgenommen: Bett-Wäsche Ein Posten Selbstbinder weit unter Preis! 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