Nr. 162 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: GietzenerFamilienblSlIer Heimat im Bild monflt$'Be3og$prel$: 2Voldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsp rech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undLeschästssteNe 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeinerEiehen. postschecnonto: Frankfurt a. M. 11686. Blatt <75. Jahrgang Dienstag, 14- Juli 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vriihl'sche Universiläls-Vuch- und Stcinöniderei R. Lange in Sieben. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnurnrncr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindNchKeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichS, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne« stlame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Doldpfennig, Platzvorfchrist20° .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.. Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschrin;fürden Anzeigenteil: HansDech, sämtlich in Gießen Der Bruch im Linkskartell. Neue Oppofitionsstellung der französischen Sozialisten. Die französischen Sozialisten sind, nachdem sie schon wochenlang abseits standen, nun endlich wieder In die Opposition zurückgekehrt: Pain- lev6s AeaierungSbasis hat sich durch die letzte Kammeraosttmmung am Sonntagabend vollständig von links nach rechts verschoben. Der äußere Anlaß zu dem Verhalten der Sozialisten war die Umsatzsteuer, ihre Verärgerung datiert aber schon aus den Zeiten des KaÄnettS Herriot, als sie zur Stabilisierung deS Franken die Ein» runa der Kapitalabgabe verlangten, die auch ter bei Caillaux auf den heftigsten Widerstand stieh, der, ursprünglich die Hoffnung der Sozialisten, immer mehr der Mann der Mitte und der Rechten wurde. Mehr als einmal in der letzten Zeit bot sich für die Sozialisten Gelegenheit, aus dem Linkskartell auszufcheiden, immer wieder überlegten sie sich diesen Schritt, sie zogen es vor, bei wichtigen Abstimmungen sich einfach der Stimme zu enthalten. So manövrierten sie bis zu den Parlamentsferien, jetzt endlich haben sie sich entschlossen, der Regierung Pain- levs den Kampf anzusagen und, als sie die Vertrauensfrage stellte, gegen sie zu stimmen. Die Kammer ist zwar nun inzwischen in die Ferien gegangen, die Regierung wird also noch etliche Monate ihr Leben fristen können, ihr Sieg vom Sonntag abend ist aber nur ein Pyrrhus-Sicg. Dis zum Wiederzusammentritt der Kammer muh sich Herr Painlevö darüber klar geworden sein, ob er zurücktreten oder mit Hilfe der Rechtsparteien sein Kabinett umbilden will. Der Ausbruch der Krise. Paris, 31. Juli. (WD.) Die Opposition der Sozialisten gegen das Ministerium PainlevS, die in der Ablehnung des Budgets zum Ausdruck kam, wird vom „T e m p 8,r als das Ende der Mehrheit vom 11. Mai 1924 bezeichnet. Die politische Geschichte tverde um eine neue Lehre bereichert, denn am Wend des Tages, an dem Caillaux in das französische Parlament zurückgekehrt sei, nachdem ihn der Radikalismus wieder zur Regierungsmacht empor» getragen habe, habe er die parlamentarische Ehescheidung des Radikalismus und des Sozialismus vor sich gehen sehen, deren Urheber zu werden er gezwungen worden sei. Das betveise noch einmal mehr, dah die Verhältnisse stärker feien als parlamentarische Komplikationen und dah der gesunde Menschenverstand früher oder später wieder die Herrschaft über die Ideologie und die politischen Leidenschaften gewinne. Die Vernunft lehre, dah die Sozialistische Partei keine Regierungspartei sein könne und sie lehre ferner ,dah die Sozialistische Partei, die die Auflösung der Parteien wünsche, nicht eine nationale Partei sein könne. Eine Koalition der Sozialisten und der Richtsozialisten sei also in gewissem Sinne ein Widerspruch an sich. Sie tverde also in dem Augenblick unmöglich, in dem sich die Rottoendigkeit ergebe, national zu regieren. Das „Journal des D e b a t s" schreibt: Als das M i n i st e r t u m P a i n l e v s die verhängnisvolle Nachfolge des Ministeriums Herriot antrat, war es gezwungen, eine andere Politik als die des voraufgegangenen Kabinetts anzukündigen und zu betreiben. Das konnte aber nicht anders fein und wir danken Painlcvä dafür, daß er begriffen hat, daß die nationalen Interessen gefährdet werden. Das Ministerium ist zwar aus dem Kartell der. Linken hervorgegangen, es will aber seine Politik nach eigener Art in die Praxis um» fetzen. Das Kartell der Linken in feiner ersten Form bedeutete Hegemonie des Sozialismus; das Kartell der Linken in seiner zweiten Form bedeutete die Herrschaft einer Politik, die mehr Rücksicht nimmt aus die nationalen und finanziellen Notwendigkeiten. als auf die IDiinfdjc der Parteien. Die Schwierigkeit für das neue Ministerium besteht darin, daß diese Politik mit der alten Mehrheit gemacht werden mußte, die unfähig war, sie zu verteidigen. Das Ministerium Painlevä hätte acht Tage nach seinem Bestehen mit den S o z i a l i st e n brechen können. Es hat vorgezogen, den Crgeb» nisten und der Zeit die Sorge der Erfüllung dessen zu überlaffen, indem es nicht selbst die Initiative ergreifen wollte. Es hat mit den Nationalradikalen und mit der Unterstützung der Gemäßigten regiert. Es hat sich einen Ersatzbeistand geschaffen und dadurch progressiv die Feindschaft der Sozialisten eingeheimst. Dieses Regime hat zwei Monate gedauert. Es konnte und bunte nicht mehr Langer dauern. E s hat gestern sein Ende er- reicht. Jetzt ist der Beweis geliefert, daß in Kammer und Senat eine Mehrheit vorhanden ist, um die Politik zu unterstützen, die unseren innen» und außenpolitischen Interessen entspricht, die die Ereignisse und die ewigen Gesetze der Gesellschaft, in der wir leben, notwendig machen. Die Regierung muß jetzt zeigen, daß sie verstanden hat und daß sie sich dem unterordnen will, was die öffentlichen Angelegenheiten fordern. Reichskanzlerbesuch in Dresden. Dresden, 13. Juli. (Wolff.) Der Reichskanzler ist am Sonntag nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 4,25 ilfjr in Dresden- Reustadt eingctroffeiu In seiner Begleitung befanden sich Oberregierungsrat G r a e v e l 1 uub der Reichs-Pressechef Ministerialdirektor K i e p. Der Reichskairzler wurde im Antrag des Ministerpräsidenten am Bahnhof von dem Ministerialrat Wilifch. empfangen. Am Montag, dem offiziellen Besuchstage, wurde der Reichskanzler vom sächsischen Gesandten in Berlin, Dr. G r a d n a u e r, und Ministerialrat Wilifch vom Hotel Bellevue abgeholt und zu dem Hauptministerialgebäude geleitet. Ministerpräsident H e l d t entbot dem Reichskanzler bei feinem ersten Besuch in dem Freistaate Sachsen herzliches Willkommen. Don dem Hauptministerialgebäude begab sich der Reichskanzler im Kraftwagen, begleitet von dem Ministerpräsidenten Heidt und den Ministerialräten W ä n - 1 i g und Wilifch, zum Landtag, wo er im Prasidialzimmer von dem Landtagspräsidenten Winkler begrüßt wmrde. Im Anschluß an den Empfang im Landtag fand im Konferenzzimmer der ehemaligen Ersten Kammer eine Begrüßung durch die Dresdner Presse und durch die hiesigen Vertreter der auswärtigen Zeitungen statt. Der Reichskanzler wurde durch den Vorsitzenden des Ortsvereins Dresden des Landesverbandes der sächsischen Presse, Graefe, be- Srüßt und unterhielt sich dabei in zwangloser lusft.rache mit den einzelnen Vertretern. Mittags 1 älhr fand im Hotel Bellevue im engeren Kreise ein Frühstück statt, zu dem außer den Ministern die Vertreter des Landtags, der städtischen Körperschaften, der obersten geistlichen Behörden und der in Dresden ansässigenReichs- behörden erschienen waren. Bei dem Frühstück im Hole! Bellevue erklärte Ministerpräsident Held in einer Begrüßungsansprache an den Reichskanzler Dr. Luther u. a.: Die Entwicklung unserer Wirtschaft von Inflationszeit zur Stabilisierung und damit der Beginn einer langsamen Gesundung zeigt den Stempel Ihrer Persönlichkeit. Auch die großen Aufgaben, die in der letzten Zeit von der Reichsregierung zu bewältigen waren, insbesondere die Lösung des Aufwertungsproblems, der Steuergesetzgebung und der Zollvorlage, werden stets mit Ihrem Ramen verbunden sein. Wenn Sie inmitten dieser Hauptlast noch uns mit Ihrem Besuche erfreuen, so erblicken wir als Regierung des drittgrößten deutschen Landes darin mit Genugtuung den Ausdruck Ihres Willens, herzliche persönliche Beziehungen Mit den Vertretern der Länder zu unterhalten und damit die unentbehrliche Einheit in der Regierungstätigkeit zwischen dem Reich und den Ländern zu schassen. Lassen Sie mich, Herr Reichskanzler, bei dieser Gelegenheit versichern, daß die sächsische Regierung sich stets dessen bstoußt ist, dah das oberste Gesetz für die Zusammenarbeit mit dem Reich: der Wunsch sein muß, dem deutschen Volke in feiner Gesamtheit zu dienen und chm nach den schweren Jahren der Prüfung zu einer besseren segensreichen Zukunft zu verhelfen. Rur dann wird das Reich das einheitliche feste Gefüge besitzen, das für unsere außenpolitische Stellung nottvendig ist. Darauf erwiderte der Reichskanzler mit folgenden Worten: Für den freundlichen Willkommgruh, den Sie namens der sächsischen Regierung an mich zu richten die Güte hatten, sage ich herzlichen Dank. Es ist mir eine große Freude, für kurze Zeit hier in Dresden sein zu dürfen, in der kunstpflegenden Hauptstadt jenes Landes, das neben den prächtigen Werken deutscher Kultur und Kunst die intensivste industrielle Entwicklung in unserem Daterlande aufzuweisen hat. Die haben an die große Rot der Rachkriegszeit erinnert, wie sie hier das dichtbevölkerte Sachsen ja besonders hart betroffen hat. Aber es wird noch harter und vieler Opfer bedürfen, ehe wir unser nationales, wirtschaftliches und kulturelles Leben wieder auf jene Höhe gebracht haben, die wir alle für unser Volk und Vaterland mit heißem Herzen ersehnen. Um zu diesem Ziele zu gelangen, ist die engste Zusammenarbeit zwischen dem Reich und den Ländern unentbehrlich, und ich darf meiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck geben, bei Ihnen, Herr Ministerpräsident. volles Verständnis für e ne solche vertrauensvolle Zusammenarbeit zu finden. Seien Sie versichert, daß es immer meine angelegentlichste Sorge sein wird, die Beziehungen zwischen dem Reich, den Ländern und Gemeinden so zu regeln, daß den berechtigten Wünschen der Länder und Gemeinden soweit als möglich entsprochen wird. Ich kann nicht glauben, daß es zwischen dem Reich und den Ländern unüberbrückbare Interessengegensätze geben sollte. Cs ist doch das gemeinsame und letzte Ziel, aller Gesamtheit zu dienen und die Grundlage für eine glücklichere Zukunft Deutschlands zu schaff em Gestatten Sie mir. Herr Ministerpräfi denk, auf diese glückliche Zukunft des Landes Sachsen im Rahmen eines einigen und starken Deutschen Reiches mein Glas zu leeren. Am Rachmittag begab sich der Reichskanzler zu der Iahresschau deutscher Arbeit, um einen Rundgang durch die Ausstellung zu unternehmen. Rach der Besichtigung der „Iahresschau Deutscher Arbeit" folgte Reichskanzler Dr. Luther einer Einladung der fächfischen Staats- regierung zu einem Empfang in die Festräume des neuen Rathauses. Auf eine Begrüßungsansprache, in der Oberbürgermeister Dr. Blücher auch auf die beiden Fragen des Finanzausgleichs und der Handelsverträge einging. erwiderte der Reichskanzler u. a.: Der Finanzausgleich ist ja ein urewiges Thema. Ich bin der festen äleberzeugung, daß toir auch diesmal wieder einen Ausweg finden werden, weil der gleiche Geist hinter Reich, Ländern und Gemeinden steht. Reich, Länder und Gemeinden sind doch schließlich nur verschiedene Ausdrucksformen des einen, dem deutschen Volke zu dienen. Wir wissen genau, daß wir im Deutschen Reiche alles tun müssest, was in unserer Macht steht, um uns nach außen zu stärken. Wir wissen, daß wir ohne dieses Mittel auf dem Wege der Entwicklung bei der jetzigen Gestaltung der Geldwirtschaft einen Ausweg überhaupt nicht sinden. Aber wir wissen ebensogut, daß cS ganz I unmöglich ist, ohne Ausfuhrmöglichkeiten auch zur Weltwirtschaft zu kommen. Aller guter Wille ist belanglos, trenn wir nicht die Möglichkeit finden, im freien internationalen . Handelsverkehr unsere natürlichen Kräfte wieder zu betätigen. Sie können davon überzeugt fein, daß die deutsche Regierung fest davon durchdrungen ist, daß wir einen Weg finden müssen, um auf der Grundlage der Handelsvertragsverhandlungen uns die Bahn wieder zu' offnen, nachdem der unmögliche Zustand der einseitigen Meistbegünstigung endlich aufgehört hat. Diese Frage hängt mit den allgemeinen großen innenpolitischen Problemen zusammen, und es wäre, glaube ich. eine ganz falsche Stellungnahme für den Reichskanzler, jetzt prophetisch sagen zu wollen, so oder so werden sich die Dinge entwickeln. Der Reichskanzler verlieh um 7 älhr das Rathaus und begab sich auf Einladung der Sächsischen Lustverkehrs-A.-G. nach dem Flugplatz. um von dort ans mit den Herren seiner Begleitung um 7.15 Uhr im Flugzeug nach Berlin zurückzukehren. Aufwertungsfragen im Reichstag. Berlin, 13. Juli. (WB.) Präsident L o e b e eröffnet die Sitzung um 1,20 Hf>r. Die zweite Lesung wird bei den § 16 und 17 fortgesetzt, die den Anmeldezwang behandeln. Hat der Gläubiger die Hypothek abgegeben und die Gegenleistung nach dem 14. Juni 1922 unter oVrbehalt der Rechte angenommen, so wird die Hypothek und die persönliche Forderung nach § 17 auf der Grundlage des für ihn maßgebenden Goldmarkbetrags unbeschadet der Aufwertung zugunsten des Erwerbers auch zu seinen Gunsten a u f geteert e t, sofern nicht in früheren Paragraphen feftgelegte Ausnahmefälle vorliegen. Abg. Dr. Best (Völk.) will für den § 17 eine neue Fassung, die das Recht der Gläubiger erweitert. Der Redner kommt dann auf seinen Zusammenstoß am Samstag mit dem ReichS- justizminister Dr. grenden zu sprechen und weist den Vorwurf, dah er sich dem Reichskanzler gegenüber ungehörig benommen habe, entschieden zurück. (Beifall links.) Er habe eine Kritik nicht geübt, trotzdem er der höchste Richter seines Heimatlandes gewesen fei, sondern er habe, gerade weil er dieses hohe Amt bekleidet habe, (Beifall links), geschwiegen. Er habe 23 Jahre in der Justiz gestanden und kennengelernt, dah auch Recht zu Tlnrechl wird. In den Reichstagsfraktionen der anderen Parteien wären manche, die gegen ihre äleberzeugung aus FraktionSrück- fidjten für den Kompromiß stimmten, (älnruhe und Ohorufe.) Der Redner schließt: Im Stillen teilen viele meine Meinung, die es hier nicht offen zu sagen wagen. (Zustimmung links, Un- ruhe und Widerspruch rechts und in der Mittel) Die Abstimmung wird wegen der schlechten Besetzung des Hauses zurückgestellt. Die Einzelberatung geht weiter. § 25 der Kompromihvorlage bestimmt, daß die Rückzahlung des Aufwertungsbetrages durch den Gläubiger nicht vor dem 1. Januar 1932 verlangt werden kann. Spätestens soll bei besonders gelagerten Verhältnissen, wie sie § 26 barlegt, die Rückzahlung bis zum 1. Januar 1938 erfolgt fein. Das Gesetz sieht in besonderen Bestimmungen im § 27 vor, daß frühestens vom 1. Januar 1926 ab in besonderen Fällen Vorauszahlungen in Höhe von jährlich höchstens 10 Prozent des gesamten Anspruchs des Gläubigers erfolgen können. Abg. Ströbel (Soz.) begründet zu vorstehenden Gesehen seine Abänderungsanträge, in denen gewünscht wird, daß der Gläubiger je ein Viertel seiner gesamten Forderung am 1. Januar 1927, am 1. Januar 1929, am 1. Januar 1931 und am 1. Januar 1933 verlangen kann. Grundsätzlich sollen außerdem Eigentümer und Schuldner berechtigt bleiben, schon vor dem gesetzlich fixierten Zeitpuntt nach dreimonatiger Kündigung ganz ober zum Teil ben Aufwertungsbetrag zu zahlen. Die Paragraphen 26 unb 27, beren Inhalt oben angebeutet würbe, will ein weiterer sozialdemokratischer Antrag streichen. Auch Abg. Dr. Best (Völk.) begründet sinngemäß ähnliche Anträge. § 28 bestimmt: Der Aufwertungsbetrag ist bis zum 1. Januar 1925 unverzinslich. Rückständige Zinsen werben erlassen. Vom 1. Januar 1925 ab beträgt ber Zinssatz 1,2 Proz., vom 1. Juni 1925 ab 2,5 Proz., vom 1. Januar 1926 ab 3 Proz unb vom 1. Januar 1928 ab 5 Proz. Wenn bem Schulbner nach 1932 weitere Stunbungen bewilligt werben, so soll bie Regierung ermächtigt fein, ben bann in Frage kommenden höheren Zinssatz zu bestimmen. § 29 bestimmt, daß die Verpflichtung zur Leistung von Tilungsbelrägen bis zum 1. Januar 1926 ruht. Die Aufwertungsstelle sott auf Antrag des Gläubigers den Tilgungssah erhöhen können, wenn bie wirtschaftliche Lage des Schulbners es gestattet. Abg. Dr. Korsch (Komm.) begründet demgegenüber einen kommunistischen Antrag, der zum Zwecke dererhöhtenVerzinsung und Tilgung, sowie der beschleunigten Rückzahlung an bedürftige Gläubiger eine Ab- lösungSbank schaffen will. Abg. S e i f f e r t (Völk.) wendet sich namentlich gegen die gesetzliche Regelung der Verzinsung der Aufwertungsbeträge, die er unter dem Begriff „Kautschukparagraphen" zusammenfaßt. Abg. Emminger (Dayr. Dpt.) verteidigt die Kompromihvorlage, die in § 27 noch immer Vorteile für den Gläubiger bringe, obwohl dieser Paragraph in einer Weise gegenüber seinem, des Redners im Ausschuß beantragten Text verunstaltet worden sei, daß er dafür die Verantwortung ablehne. (Hört, hörtl links.) Abg. Ströbel (Soz.) fetzt sich für einen sozialdemokratischen Antrag ein, ber den Zinssatz des § 28 schon vom 1. Januar 1925 ab auf 5 Prozent festsehen will. Da^ Reichssinanz- minifterium soll außerdem ermächtigt werden, mit Zustimmung des Aufwertungoauschusses des Reichstages den Zinssatz zu ändern. Der Redner wendet sich bann noch energisch gegen bie Behandlung der ganzen Aufwertungsfrage, durch die Kompromihparteien. Weder im Ausschuß noch im Plenum hätten die Kompromißparteien sich zu einer ernsthaften Diskussion dieser für das ganze Voll so überaus wichtigen Frage herbeigelassen. Abg. Dr. Best begründet in ähnlichem Sinne gehaltene Anträge. Die § 33 bis 46 beschäftigen sich mit ber Aufwertung von Industrieobligationen und verwandten Schuldverschreibungen sowie bem Genuhrecht. § 33 bestimmt, daß der Aufwer- tungssah hierfür 15 Prozent betragen soll. § 34 enthält eine Härtellausel, in bem Schuldner in Wirtschaftiiw schwieriger Lage gestatten teilt, eine Herabsetzung des Aufteertungssahes zu verlangen. § 35 bestimmt, dah bie Aufwertung auch bann stattfindet, wenn der Gläubiger schon eine Leistung angenommen unb sich seine Rechte Vorbehalten hat. § 36 bestimmt, daß Rückzahlung, Verzinsung unb Tilgung wie bei den Hypotheken vorzunehmen ist, soweit nicht die Reichsregierung etwas anderes bestimmt. Abg. Keil (Soz.) begründet zu diesem Kapitel sozialdemokratische Abänderungsanträge, in denen u. a. verlangt wird: Erhöhung deS Auf- wertungssahes von 15 auf 40 Prozent ober in einem Eventualantrag Erhöhung auf 25 Prozent. Die gesetzlichen Bestimmungen über das Genuß- recht wollen sozialdemotrattsche Anträge streichen. Hebet bas Genußrecht bestimmen bie § 37 bis 46 il a„ dah vor bem 1. Juli 1920 erworbene Schuldverschreibungen mit bem 1. Juli 1925 Anspruch auf Beteiligung am Reingewinn des Schuldners unb am Liquidationserlös haben, wobei 10 Proz. des GoldmarkbetrageS ber Schuldverschreibung als Rennwert zugrunde g legt werden sollen. Der Schuldner soll berechtigt fein (§ 43), die Genuhrechte durch Zahlung deS Rennbetrages abzulösen. Inzwischen haben sich bis 5 Ahr nachmittags von den 493 Reichstagsabgeordneten etwa 50 im Saale eingefunden. ' Abg. Dr. Best erklärt, die Grohindustrie habe es durchgefetzt, bah bei Industrievbkigatio- nen nicht einmal 25 Proz., sondern nur 15 Proz. aufgewertet und dazu nur noch ein Denuhfchrin von sehr zweifelhaftem Werte gegeben wird. Es schreie gerade bas Kapitel „Industrieooli- gationen" nach indivibueller Aufwertung. Der Redner begründet Anträge, die u. a. ben Auftee rtungssatz üc In. astrirobligationen von 15 auf 50 Proz. erhöhen, bie Härteklausel nach beiden Richtungen festzusehen und ben Rennteert des Genuhrechtes von 10 auf 35 Proz. erhöhen wollen. ReichswirLschüftsmin ster Neuhaus: Das Problem ber Aufwertung ber Inbu - ftrieobligationen ist im Ausschuß schon sehr eingehend erörtert worben. Ich halte mich aber doch für verpflichtet, auf einige Punkte näher einzugehen. Es ist bie Ansicht vertreten, worben, baß die In- buftrie es oerftanben hätte, In ber Inflation ihre Substanz zu erhalten. Dabei ist vielfach auf bie Denkschrift Brinck hingewiesen wor» ben. Schon im Ausschuß ist aber ben Herren er» klärt worben, baß Iustizrat Brinck in seiner Denkschrift absolut nicht beweiskräftige Zahlen angibt (Hört! Hört! rechts.) Ls find kaum 50 Prozent unserer Wirtschaft, die auch bei scharfer Zusammenlegung einen Kurs von 100 halten können. Es ist ferner behauptet worben, baß bie Indu» ft r i e im Vergleich mit ber Vorkriegszeit wesentlich entschulbet sei. Wir haben im Dirtschaftsmini» fterium sehr eingehende Erhebungen in dieser Rich» hing angestellt, die sich auf die amtlichen Zahlen von 51 Großindustriebetrieben stützen können und wir haben festgestellt, daß diese Betriebe heute unter Berücksichtigung der Vorschläge des Regierungsentwurfs insgesamt ' noch mit 70 Prozent ihrer Dorkriegsschulden belastet sind. Ich verweise auch noch auf die besondere Belastung der Industrie durch das Dawes- Abkommen. Eine höhere Belastung der Industrie ist aus allen diesen Gründen unmöglich Wenn einer auch nur die geringste Ahnung von unserem Wirtschaftsleben hat, muß er wissen, daß die Industrie unter allen Umständen in die Lage versetzt werd en must, wieder Dividende verteilen iu können, denn nur wenn sie das faim, erhält sie Kredite. Es genügt nicht, daß die Industrie ihre Betriebe in Ordnung hat. ES fehlt vor allem an Krediten, an Betriebskapital. (Sehr richtig rechts.) Es ist mir sehr schwer gefallen, auf den Boden des Kompromisses zu treten, und zwar deshalb, weil ich meine, daß man endlich dafür sorgen müsse, daß unsere Industrie wieder Fortschritte macht und unser Produktionsprozeß wieder in Schwung kommt. (Beifall rechts!) Abg. Höllein (Komm.) nennt die gesetzliche Regelung der Aufwertung der Industrieobligationen einen Versuch, die ausgeplünderten Obligationsgläubiger zu verhöhnen. Erwünscht, daß gegen diesen Wechselbalg Sturm gelaufen werde uni) das ganze Gesetz der Mehrheit zersetzt und zerdreckt vor die Deine geworfen werde. Geschehe das nicht, so würde die Vorlage der Rechten noch deutsches Bauchgrimmen verursachen, daß sie die Engel im Himmel pfeifen hören. (Heiterkeit.) Abg. Seiffert (Völk.) glaubt nicht, daß die Industrie von der komplizierten Regelung der Genußscheine Gebrauch machen werde. Die Industrie werde, sobald das Gesetz perfekt werde, sicherlich die gesamte Obligationsschuld zurückkaufen. Mit Vorlagen wie der Aufwertungsregelung könne man die Industrie nicht in Schwung bringen. Das Haus nimmt dann die rückständigen A b - stimmungen vor. Ein sozialdemokratischer Antrag, der im §10 die Unterhaltsberechtigten und -verpflichteten (Absatz 3) von der Möglichkeit aus- schließcn will, von den normalen Aufwertuiigs- sätzen abzuwcichen, wird in namentlicher Abstimmung mit 161 gegen 231 Stimmen abgelehnt. In einer weiteren namentlichen Abstimmung wird ein sozialdemokratischer Antrag mit 224 gegen 177 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen abgelehnt, der dem § 15 eine Bestimmung anhängen wollte, durch die eine Aufwertung bis zu 20 Prozent dann statt- finden soll, wenn der Gläubiger vor dem 15. Juni 1922 eine Leistung bis 10 Prozent des Goldwertes seiner Forderung ohne Vorbehalt angenommen halte. Ein weiterer Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung, der die Rückwirkung dann nicht eintreten lassen will, wenn sie für den Eigentümer insofern eine unbillige Härte bedeuten würde, als er zur Befriedigung der Leistung seinerzeit gezwungen war, jene unter ihrem realen Wert zu veräußern. Beim Kapitel IndustrieobligativNen werden die Anträge Dr. Best (Volk.) aus Erhöhung des AuswertungSsatzeS von 15 auf 50 Prozent und Keil (Svz.) auf Erhöhung des Auftvertungssatzes auf 40 Prozent von der Mehrheit der Kompromißharteien abgelehnt. Heber einen Eventualantrag K e i l auf Erhöhung der Aufwertungssätze für Industrieobli- gationcn von 15 auf 25 Proz. (wie bei den -Hypotheken) wird namentlich abgestimmt. Die namentliche Abstimmung ergibt die Ablehnung des Eventualantrags Keil mit 226 gegen 175 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Es bleibt r. also bei dem Satz der Kompromihparteien von 15 Proz. für Industrievbligationen und ver- ^wcmdte Schuldverschreibungen. Alle übrigen Ab- änderunaSanträge der Kommunisten, Soziäldemo- ' traten, Völkischen und deS Abg. Dr. Best, die im Bericht schon erwähnt sind, wurden von der Mehrheit der die Regierung stützenden Parteien abgelehnt und die Kompromißvorlage aufrechterhalten. Dann wird die Einzelaussprache bei dem Kapitel Auswertung von Pfandbriefcu und verwandten Schuldverschreibungen fortgesetzt. Die Kompromißvorlage bestimmt, daß deutsche Ansprüche so ausgewertet werden sollen, daß die TeilungSmasse gleichmäßig unter die Gläubiger im Verhältnis der Goldmarkbeträge ihrer Ansprüche verteilt werden. Die Teilungs- masse wird besonders definiert. Abstimmungen sollen erst wieder am Dienstag vorgenommen werden. Im weiteren Verlaus der Debatte erscheint, mit Aharufen der Linken begrüßt, der Abg. Dr. Steiniger (Dntl.) auf der Tribüne, um sich gegenüber den unbestimmt lautenden Gesehestext dazu auszusprechen, daß die Schuldverschreibungen der Städte bei der Aufwertung keine schlechtere Behandlung erfahren als die des Reiches. Beim Kapitel: Aufwertung von Sparkasfenguthaben sieht dre Kompromißvorlage die Aufwertung dadurch vor, daß ein Treuhänder die Teilungs- masse unter die Gläubiger verteilt. Der bei der Verteilung auf das Sparkassenguthaben entfallende Aufwertungsbetrag soll mindestens 12 Prozent betragen. Die Terlungsmasse wird auch hier im Gesetz spezifisiert. Abg. Dr. Leber (Sog.) beantragt, im Gesetz zum Ausdruck zu bringen, daß die Sparkassenguthaben mit mindestens 25 Prozent aufgewertet werden. Abg. Seiffert (Völk.) schließt sich dem an. Würde die Aufwertung nicht wenigstens in dieser Höhe vorgenommen. dann würden die kleinen Leute ja niemals mehr Vertrauen zu ihrer Dank, der Sparkasse, haben. 3n einer Geschäslsordnungsdebatte kam zum Ausdruck, daß die Aufwcrtungsgeseße bis zum 15. 3u(i nicht verabschiedet werden können. Am 15. 3u(i solle aber anderseits die Dritte Steuer- notoerordnung ihre gesetzliche Galligkeit oerllercn. Um keinen Zustand der Gesetzlosigkeit in den Auswertung sfragen eintreten zu lassen, wird der Reichstag am Dienstag in allen drei Lesungen einen Gesetzentwurf verabschieden, durch den die Dritte Steuernotoerordnung um einige Tage verlängert werden soll. — Abg. Seifert (Völk.) begründet einen Antrag, wonach die Aufwertungsstellen berechtigt sein sollen, die Inflationskäufe der Ausländer am deutschen Grundstücksmarkt für ungültig zu erklären Abg. Heinze (D. V.) beantragt, das Gesetz über die Hypothekenanfwertung mit Wirkung oom 15. Juli in Kraft treten zu lassen. In der Vorlage selbst ist für das Inkrafttreten noch kein Termin eingesetzt. — Abg. Keil (Soz. begründet eine, Entschließung, die die Reichsregierung er|ud)t, bet den Ländern dahin zu wirken, daß der Auswertungssatz von 40 Prozent bei öffentlichen Baudarlehen ans 25 Prozent herabgesetzt wird. Damit ist die zweite Beratung des Hypothekenaufwertungsgesetzes beendet. Hessischer Landtag. Fortsetzung der Schuldebatte. Darmstadt'. 13.3ull (Eigener Bericht.) Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 3V8 Hhr. Abg. Dr. Greiner (Komm.) fragt auf Grund einer Reichsstatistik an, wie viele Kinder in Hessen durch das Impfen gestorben sind. Ministerialdirektor Spam er erwidert aus die Kleine Anfrage, daß seit 10 Jahren kein Kind gestorben sei. Zwei Kinder wären nachträglich durch eine Infektion an Rose gestorben, was durch geeignete Behandlung in der Familie hätte verhindert werden können. Das Haus nimmt dann die Beratung bet Kapitel 56 über die Lehrerseminare usw. wieder auf. die bereits mitgeteilten Anträge hierzu werden in Hebereinstimmung mit den Ausschußanträgen angenommen. Zu Kapitel 57 „Volksschulen" liegen mehrere Anträge vor. Abg. Dr. Werner verlangt, die persönlichen Volksschullasten wieder den Gemeinden zu übertragen; die Abg. Dr. Leuchtgens und Glaser fordern die Streichung einer Reihe von Stellen. Ein Antrag der Abg. H e i n st a d t und Blank will einen Gehaltszuschuß für bestimmte Lehrstellen an besonders genannten Privatschulen. Reu hinzu- gclommen sind Anträge der Abg. Dr. von Hel- molt und Glaser, die eine Verlegung des Fortbildungsschulunterrichts (nur) in die Wintermonate bezwecken. Ein Antrag der Abgg. Dr. R i e p o t h und Birnbaum wünscht: In Artikel 17 Absatz 1 ist als letzter Satz einzufügen: Für ländliche Fortbildungsschulen erfolgt die Verteilung der Pflicht st undenzahl auf das Jahr durch das Kreisschulamt im Einvernehmen mit dem örtlichen Schulvorstand. Ein Antrag des Abg. Kindt lautet: Ich beantrage den weiteren Ausbau der Fortbildungsschulen zu unterlassen und mit den in Frage kommenden Berufsständen Über einen berufsständigen Ausbau der Fortbildungsschulen zu verhandeln, dem Landtag das Ergebnis, solcher Besprechungen vorzulegen, damit er dazu Stellung nimmt und Entschlüsse faßt. Ein Antrag der Abg. Frl. Birnbaum verlangt im wesentlichen, daß in weiblichen Fortbildungsschulen Frauen die Leitung übertragen wird. Eine Reihe von Abgeordneten erstattet Bericht über die Ausschußverhandlungen; die Anträge werden teils zur Annahme empfohlen, teils abgelehnt, oder die Hebertoeifung als Material empfohlen. Abg. Dr. Leuchtgens (Dbd.) meint, das Fvrtbildungsschulwesen in Hessen wäre übereilt geregelt worden. Der Staat hätte das Fortbildungsschulwesen den Berufs st änden übertragen sollen. Wenn die Landwirtschaftskammer usw. die Fortbildungsschulen in der Hand hätten, so würden damit die Widerstände gegen diese Einrichtung schwinden. Die Fortbildungsschule in ihrer früheren Gestalt sei wenig wert gewesen, auch die gegenwärtige Regelung sei unzulänglich. Der Gedanke, das FortbilduncBschulwesen auf die Berufe zu gründen, sei richtig, aber der Zwang sei von Hebel. Landwirtschaftliche Fortbidungsschulen dürften aber nicht von Leuten eingerichtet werden, die von der Landwirtschaft nichts verstehen. Die Sommerfortbildungsschule ist insbesondere ein wirtschaftliches Hindernis. Bei unserer Armut können wir die vielen geforderten neuen Lehrerstellen für die Fortbildungsschule auf die Dauer einfach nicht bezahlen. In seinen weiteren Ausführungen fordert der Redner die Verlegung des Fortbildungsschulunterrichts auf die Wintermouate. Äbg. Frau Heraus (Dschn.) erklärt, von der Antwort des Landesbildungsamtss über die Ernennung eines Rektors, dem sittliche Verfehlungen vorgeworfen werden, nicht befriedigt zu sein; die Frauenvereine würden die Sache nicht ruhen lassen. Das Landesbildungsamt habe alle Verantwortungen, die sich aus der Angelegenheit ergeben, zu tragen. Abg. Kindt (Dschn.) bringt einen Fall aus Billings zur Sprache, wo aus der Schule sin Hindenburgbild auf höhere Anordnung entfernt worden ist. Der Redner wünscht, daß das Landesbildungsamt mit den Berufständen wegen der Fortbildungsschule in Verbindung tritt. Ministerialdirektor U r st a d t erwidert, der Fall in Billing sei amtlich noch nicht geklärt; die Antwort werde in geeigneter Zeit erteilt. Zu dem Fall des Rektors wiederholl Ministerialdirektor Urstadt seine frühere Darstellung, daß alle Instanzen für die Anstellung gewesen wären. Rach weiterer Debatte gibt Abg. Fräulein Birnbaum eine Erklärung zu der Angelegenheit ab, die sich mit der von Frau Heräus deckt. Von den Frauen wäre alles getan worden, um die Behandlung des Falles hier vor der Oeffentlichkeit zu unterlassen, aber die Stellungnahme des Bildungsamtes hätte doch dazu gezwungen. Cs handle sich nicht um eine Partei- sache, sondern Frauen aller Parteien seien derselben Meinung darüber. Die zahlreichen Anträge zu Kapitel 57 werden fast alle nachden Ausschußanträgen angenommen; d. h. die von den Rechtsparteien gestellten Anträge sind damit abge- ^ehnt. Die Einnahmen des Kapitels betragen 100 Mk., die Ausgaben 19 003 701 Mk. Bemerkenswert ist, daß über folgenden Ä n t r a g § e in st abt und Gen. namentich abgestimmt wurde: „Wir beantragen, statt der unter Titel 9, Kapitel 57 angeforderten 102 neuen Stellen für die Fortbildungsschule nur 60 zu bewilligen. Die Verteilung auf die Ziffern 1, 2 und 3 des << °feibt dem Landesbildungsamt über» lauen. Die namentliche Abstimmung ergibt 27 Stimmen und 30 Stimmen gegen die Annahme' der Antrag ist somit abgelehnt. . ®c.r Landtag bewilligt in Uebereinstimmung mit den Ausschußantragen die Forderungen für die Kapitel 58 bis 74, Schul- und Sportwesen T a u b st u m m e n a n st a l t e n . Blindenau- st alt zu Friedberg, Gymnasien usw. Höhere Bürgerschulen und Höhere Mädchenschulen, F o r l b i i d u n g d e r L e h- rcr an Volks- und höheren Schulen, Jugendpflege, Volksbildung, Förderung der Kun ft, Landesunivcrsität, Technische Hochschule, Landesbiblio- lhek, Landesmuseum, Förderung der Denkmalpflege. Die dem Landesamt für das Bildungswefen gewidmeten Beratungen sind hiermit abgeschlossen. Bei der Aussprache über Kapitel 61 „Gymnasien. Realgymnasien, Ober-Real' und Realschulen, sowie pädagogische Seminare" kommt IHi- nisterlaldireklor 21 r st a d t auf den Antrag der Rechtsparteien zu sprechen, worin das Lanocsbil- dungsamt aufgefordert wird, eine Abänderung feiner letzten Verfügung über die Ausnahmebestimmungen von Schülern, die die Grundschule drei Iohre lang besucht haben, um zur höheren Schule überzugehen, vorzunehmen. Ministerialdirektor Arstadi erklärt, er könne diesem Ersuchen nicht staktgeben und er werde so verfahren, wie er es in seiner Rede dargelegt habe. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbb.) erwidert hierauf: Dir haben mit Mehrheit den Beschluß angenommen. Ersuchen ist gleich beantragen; die Regierung muh den Antrag, der von der Mehrheit angenommen ist, auch ausführen. Nächstens werden wir auch, um unseren Dillen klarer festzulegen, nicht mehr das Dori „ersuchen" gebrauchen. Abg. Dr. Werner (Dschn.) wünscht, daß künftig das Dort „beauftragen" verwendet wird. Der sozialdemokratische Abg. Kaul habe schon zu dem Beschluh gesagt, er werde nicht ausgeführt; das fei ein hohn auf alle Demokratie. Denn das Haus eine Entscheidung mit Mehrheit getroffen hätte, müsse der Beschluh auch durchgesührt werden. Gerade die Theorie von der Mehrheit sei einer der Hauptgrundfähe der Linksparteien. Nachdem zwischendurch noch einige Redner gesprochen hatten, führt Abg. Scholz (D. Bp.) ans, dah ohne Mehrheitsbeschlüsse ein Parlament nicht arbeitsfähig sei. Die Angelegenheit sei von so großer grundsätzlicher Bedeutung, dah er hiermit den Antrag stelle, die Beratungen zu unterbrechen, damit der Aeltestenausschuß sie erörtern könne. Präsident Adelung läßt über diesen Antrag absiimmen; er wird von der Mehrheit des Hauses abgelehnt, hierauf verlassen die Abgeordneten der Rechtsparteien den Saal. Nachdem der Landtag weiter beraten hatte, schloß der Präsident um Ähr die Sitzung. Kleine Anfrage des Abgeordneten Nicpoth (D. V. P.) In letzter Zeit sind mehrere Fälle bekanntgeworden, dah hessische Behörden und Anstalten Aufträge auf Lieferung von Leinen trotz der anerkannten Leistungsfähigkeit der einschlägigen hessischen Industrie, an nichthessische Produzenten vergeben haben. Ich frage an, ist die hessische Regierung bereit, mit Rücksicht auf die Erhaltung und Stärkung dieses namentlich für Oberhessen so wichtigen Betriebszweiges, anzuordnen, dah bei Vergebung auf Lieferung von Lernen unter Berücksichtigung der Qualität bei gleichem Preis den Erzeugnissen! den Vorzug zu geben ist, deren Herkunft aus hessischen Betrieben festgestellt ist. Die deutsche Antwortnote. Ministerbesprechung am Mittwoch. Berlin, 13. Juli. (Wolff.) Wie wir hören, ist eine Ministerbesprechung zu der ersten Beratung der Antwort auf die D r i a n d • Rote für Mittwoch vorgesehen. Der polnische Zollkrieg. Warschau, 13. Juli. (WB.) Das heute mittag erschienene Gesetzblatt der polnischen Republik veröffentlicht eine Verordnung des polnischen Ministerrats, laut der die Einfuhr zahlreicher deutscher Waren in Polen verboten wird. Die Verordnung sieht vor, daß der polnische Handelsminister Kontingente deutscher Waren zur Einfuhr freigeben kann in Abhängigkeit von der Zulassung polnischer Waren nach Deutschland. Die genannte Verordnung findet keine Anwendung auf ClDaren, auf die sich das Gesetz vom 24. Mai 1922 über die Ratifizierung des deutsch - polnischen Abkommens in Oberschlesien vom 15. Mai bezieht, ebenso auf die vom Abkommen für den kleinen Grenzverkehr umfaßten Waren, endlich auf den Deredelungs- und bedingten Zollverkehr. Die Verordnung tritt vier Tage nach ihrer Verlautbarung, also am 17. Juli, in Kraft. Die Danziger gollverhandlungen Danzig, 13. Juli. (Wolff.) Die Danzig- polnischen Verhandlungen betreffend die Ausfuhrzölle wurden in den letzten Tagen der vergangenen Woche hier fortgesetzt. In der Mehrzahl der Punkte wurde eine Einigung erzielt. Rach dem Verlauf der Verhandlungen kann erhofft werden, daß es auch in den noch offen stehenden Punkten gelingen wird, ein Einvernehmen herbeizuführen, so daß, wenn nicht unerwartete Schwierigkeiten eintreten sollten, mit dem Abschluß des Vertrages in dieser Angelegenheit bei den nächsten Beratungen gerechnet werden kann. Auch die Frage der Ausfuhrverbote gegen Deutschland war Gegenstand der Verhandlungen. Es handelt sich hierbei zunächst darum, die grundsätzlichen Fragen zu klären und hinsichtlich der Danziger Einfuhrkontingente ein Einvernehmen zu erzielen. Auch diese Angelegenheit wurde wesentlich gefördert. Zu keinem greifbaren Ergebnis führten bisher die Verhandlungen über den Zollverteilungsschlüssel. Die Verhandlungen über die vorstehenden drei Fragen werden in Kürze fortgesetzt werden. Kämpfe in Marokko. Paris, 13. Juli. (Wolff.) Havas meldet aus Fez: Die in den letzten Tagen am Ouergha - fluß gemeldeten Truppenzusammenziehungen sind vorgenommen worden, um zu suchen, einen Posten, der im Süden des Flusses eine der wichtigsten Straßen beherrscht, zu entsetzen. Der Angriff habe dem taktischen Vorgehen des Feindes entsprochen, der besonders jetzt, um den Fliegerangriffen zu entgehen, Nachtoperationen vorziehe, auch nachts begonnen. Der Posten habe allen Angriffen siegreich Widerstand geleistet, indem die Besatzung die Angreifer mit Handaranaten zurückgeschlagen habe. Zwei französische Abteilungen haben in der Gegend von Taza und nördlich von Bad Murudj den jüngsten zu den Dissidentenstämmen übergegangenen Stämmen eine schwere bereitet. Es bestätigt sich auch, daß das durch d'n zösischen Generalstab angewandte gegenma: -ce Erfahren gestattet, überall und schnell al'c Bors. des Feindes zu unterbinden und ihm beträchtliche Verluste beizubringen, was auf die Dissidenten- stamme eine große Rückwirkung Habs. Man müsse die glücklichen, in den letzten Tagen von Öen verschiedenen Abteilungen erzielten lokalen Erfolge her« verheben. Spanien wünjcht Fortsetzung des Krieges. Madrid, 13. Juli. (Wolff.) Ein amtlicher Bericht zur Aufklärung der Oeffentlichkeit über die Lage in Marokko deutet an, daß es wahrscheinlich notwendig fein werde, die Straf- aktion gegen Marokko fortzusetzen und neue militärische Positionen mit den in Marokko vorhandenen Streitkräften zu errichten. Das Marokkoproblem, das sich in den letzten zwei Jahren bedeutend verändert habe, beschäftige heute das Interesse der Welt, Abd el Krim könne zum Mittelpunkt einer religiösen und sozialen Bewegung im westlichen Afrika werden. Der Rebellenherd im Rif bedeute eine schwere Gefahr für d ie Zivilisation und den Frieden der Westmächte. Kellog und die Chinakonserenz. Paris, 13. Juli. (WTB.) HavaS meldet aus Swampscotts, vor seiner Abreise nach Washington habe Staatssekretär K e 11 o g , der mit Präsident Coo 1 idge eine Unterredung hatte, sein Vertrauen dahin ausgesprochen, daß die neun Mächte, die das Zollabkommen fürs China unterzeichnet hatten, an der in Aussicht genommenen Konferenz zur Besprechung dec Lage in China teilnehmen würden. Kellog habe sich jedoch hinsichtlich der vom Staatsdepartement zu treffenden Maßnahmen sehr zurückhaltend gezeigt. Die Lage in China. London, 13. Juli. (Wolff.) Wie Reuter aus Hankau erfährt, beschloß die borttge chinesische Handelskammer, finanzielle Maßnahmen gegen die britischen Danken zu treffen. Ferner soll die Kammer beschlossen haben, die Handelsbeziehungen zu den englischen Firmen abzubrschen und die in britischen Geschäften angestelllen Chinesen zum Ausscheiden aus ihren Stellungen zu veranlassen. Aach einem Reutertelegramm aus Tschangscha traten dort die Kulis am 10. Juli in den Streik. Man befürchtet, daß am 14. Juli ein allgemeiner Streik ausbrechen wird. Rakowski bei Chamberlain. London, 14. Juli. (WTB.) Der Sowjet- botschaster Rakowski hatte heute eine Hnterrebung mit Austen Chamberlain. Beim Verlassen des Foreign Office, in dem er etwa 40 Minuten geweilt hatte, gab Rakowsky einem Vertreter des Reuterschen Bureaus folgende Erklärung ab: Sie können sagen, daß ich den Staatssekretär be8 Aeußern gesehen habe und daß ich von den Ergebnissen der Hnterredung sehr befriedigt bin. Die Erhöhung der Viersteuer. Berlin, 13. Juli. (WTB.) Der Steuer« a u s s ch u h des Reichstages hat nach kurzer Aussprache unter Ablehnung aller anderen Anträge den Kompromißantrag der Regierungsparteien über die Erhöhung der Bier- (teuer angenommen. Danach sollen die Steuersätze betragen: für die ersten 1000 Hektoliter 6 Reichsmark, für die folgenden 1000 Hektoliter 6,50 Reichsmark, für die folgenden 8000 Hektoliter 7,20 Reichsmark, für die folgenden 10 000 Hektoliter 7,50 Reichsmark, für die folgenden 10 000 Hektoliter 7,75 Reichsmark, für die folgenden 30 000 Hektoliter 8,20 Reichsmark, für die folgenden 60 000 Hektoliter 8,60 Reichsmark und für die übrigen Mengen 9 Reichsmark. K>'ne politische Nachrichten. Die Stadtverordnetenversammlung von Kassel h^ewilligte gestern das Rücktrittsgesuch des Oberbürgermeisters S ch e i- demann, das mit dem 1. Oktober in Kraft tritt. Gleichseitig wählte die Stadtverordnetenversammlung den bisherigen Vizepräsidenten der Regierung in Kassel Dr. Stabiler zum Oberbürgermeister. Zum zweiten Dürgermei- st e r wurde der Regierungsrat im preußischen Staatsministerium Dr. Lahmeher gewählt, der jedoch erst sein Amt 1926 nach Ablauf der Qlmtd» Periode des bisherigen zweiten Bürgermeisters antritt. Wie aus Warschau- verlautet, soll sich der polnische Handels Minister bereit erklärt haben, wieder in Verhandlungen mit dem deutschen Vertreter einzutreten. Die deutschen Vorschläge sollen noch einmal überprüft und durch einen Gegenvorschlag beantwortet werden. Die Verhandlungen über Abänderung deS deutsch-spanischen Handelsvertrages sind, wie aus Madrid gemeldet wird, soweit vorgeschritten, daß in die Sachverstärrdigenbe- ratung eingetreten werden kann. Aus aller Welt. Flugzeugabsturz. In der Nähe von Mibeola (Lang Island) ist ein Flugzeug mit zwei Leutnants aus einer Höhe von 1000 Fuß abgestürzt. Das Flugzeug fing Feuer, wobei beide Flieger tödliche Brandwunden erlitten. 60 Personen an Hitzschlag gestorben. Infolge der Hihwelle, die seit zwei Tagen in Amerika anhält, sind in den Vereinigten Staaten über 60 Personen an Hitzschlag gestorben. 28 Personen sind ertrunken. Wettervoraussage. Winde nach Süden zurückdrehend, schon vielt fach bedeckt, wann, nur vereinzelt Niederschläge. Die Wetterlage hat einen Umschwung erfahren. Während gestern über Europa ein ausgedehntes Hochdruckgebiet lagerte, ist dieses heute bereits etwas nach Nordosten abgedrängt. Es folgt ihm ein stärkeres Tief von Nordwesten her, dessen Ausläufer schon bis Großbritannien reichen. Stärkere Niederschläge sind vor übermorgen nicht wahrscheinlich. Sier Steuer. ).) Der Steuer« Hai aach dirzer etter anderen Ander Regierung-« ung der Bier- csähe betrugen: für Reichsmark für die 50 Reichsmark, für •r 7,20 Reichsmark, :toliter 7,50 Reichs- 000 Hektoliter 7,75 •n 30 000 Hektoliter enden 60000 Helle- die übrigen Mengen imberlatn. D.) Der Sowjet« tte heute eine nbetlain. ^eim , in dM er etwa b Rakotoskh einem mu8 tolgcnbe St- igen, daß ich den Zeichen habe und n der Unterredung Nachrichten. verkammlWS .von Ikern das Buck - ^ermeiftcrs 6Her Oktober m Kratt e stabtoeiorbndffl* DizeprSsidento,^ adtlerzmn Oba> eiten BürgenneiikelS -- kann. Wett. ut"J j« S«-»» chlag die leck Ackiglen runken- inei«^; i« «* «wÄ»- Konferenz. ä™ lt Besprechung Lj*®* «t ton Staats« °bnahmn sehr llhina. M Die Reuter bte dortige chine- k^elle Daßnahmw Fern« °brn. die Hmdels- ^'lmen abzubrechen n angestellten Thi- 'ren Stellungen zu im aus Dschangscha kuli in den Streik, cki ein allgemeiner 11" kB; ft ben'* °«i°tzung die iMr- ^tS; t» 5 Ms “fest ■.S'Sä sMMMWM StzezmtttLt: Gereisigte nAtz forrtetle Hellerlmlen, Vlftsrta- »tro wrüiie ftoleevetbftn idro. von Erfurter Land,evrobutrea-Geschäft gesucht. 6837A. Zn i>raqe kommen nur bestens ein» nefüfcte Herren. Wnack. i, E. 1. 253 an Sofort gefuc^t, hit AeparaturwerlstLtte u. Montage dnrchcrnt erfaheene«, jüngeren Werkmeister aus dem allgemeinen M^chmenhou. De- werbungen mit GehaltSanfpeüch« untre 6849D an den Tiehener Ar^eiger erbeten. ,7^.7"-^-Ausverkauf V V 1Ä Vl U11 wl wegen Aufgabe einiger Marken fSrittiDndDDdc6ub)7CO®ur<&a.m.306äaen Schokolade UNd Praline« Schriftliche Angebote erbeten. erhalten. Schriftliche Angebote unter 685 an den Gietzener Anzeiger erbeten. G emeind ev orfteher. 6855D Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Gießen. Bahnhofstraße 41. Gemeinde Tiefenbach, Kreis Wetzlar, kaust einen sprrmgfähigen Wegen Beschaffung eines gröberen Wagens ist ein 10 30-1». ».Sechssitzer- Vollganer wegen Aufgabe einiger Marken BüllfÄ nvU** 8d,.loto,un»$,.(m-,. ««M«” ««- u. Angeln, Tonnenlager btütg abzugebcn. & (Tn vaujabr 15kXX) km gelaufen, tadello- Schriftliche Angebote unter 6330V an die VJllU wvyilllUt w^Ve erhajien. Schriftliche Angebote unter685lv Henkeß Seifenpulver Wasch* geeignet Maeetooen« fache Ein Seilenputver wie es sein soll — fettreich und kralL 0«? große ßtgfobtglceet dieses Seifetapwlvee maligen Kronprinz Winter Trotmiwxil der Verstorbene oft unb gern erzählt: Bei Orleans sand das Zufammennefien mit dem ixu» edeich statt. 6$ war ftvmb auf AachtpvKen. ' Dom Finanzamt wird uns geschrieben: Die seither von den freien Dcrufen. Kapitalrentnern usw. für die Einkommensteuervoranmeldung benutzten Vordrucke sind infolge der durch das EteuerüberleitungSgeseh eingetretenen Aenderungen nicht mehr zu verwenden. Reu- drucke können beim Finanzamt in Empfang genommen werben. < Fahrplanänderung. Ab morgen, Mittwoch, erhält der Personenzug 774 von Marburg, Gießen an 9.50 Uhr vorm., wieder Aufenthalt in Friedelhausen von 9.33 Uhr bis 934 Uhr. Ein (Siebener a l s Preisträger. Der Dentist Hans M u h n. Löberstraste 19, errang in dem ^Reform-Preisausschreiben 1925“, das von der »Zahntechnischen Deform" in Berlin veranstaltet wurde, bei starkem Wettbewerb den ersten Preis mit einer Arbeit „Betrachtungen über den heutigen Stand "ber Kronen- und Brücken-Technik". Die Arbeit wird in der Zeitschrift veröffentlicht werden. •• Dom (Siebener I ug en dher- bergSwesen. UeberaU in deutschen Landen ist man bar an, Jugendherbergen zu bauen, um unserer wandernder Jugend Gelegenheit zu geben, gut und billig zu übernachten. Beben anderen Verbänden ist es namentlich der „Verband für deutsche Jugendherbergen“, der es sich angelegen sein läßt. solche Herbergen zu errichten, aus denen Alkohol und Vikotin verbannt sind. Auch Gießen besitzt im Alten Gewerbe- hauS, Asterweg 25 eine gut eingerichtete Ingen dherberge, die von der hieftgen Ortsgruppe deS genannten Verbandes geleitet wird. GS ist nun geplant, einige weitere Räume des Alten Dewerbebauses zu ein?m Juge ndheim einzurichten. Damit wird einem langempfundenen Bedürfnis abgebvlfen, da es seither einer Anzahl Jugendbünden der Stadt an einem geeigneten Lokal fehlte, ihre Heimabende veranstaft ten zu können. Die Ortsgruppe (Sieben hat auch daS Schweizerhäuschen auf dem Ho- hervdskopf, wenige Minuten von den <Äub- Häusern entfernt, in diesem Jahre zu einer 3u- genbberbcTqc ausgebaut. Da die Raumverhältnisse bescheiden sind, muhten alle Gelasse zu Schlafräumen hergerichtet werden. (33 wurve daher seitens des Vorstandes der Ortsgruppe (Sieben beschlossen, durch Anbau einen Tagraum zu schaffen, der den Wanderern Gelegenheit gibt, bei ungünstiger Witterung die Zeit in behaglich eingerichtetem Raume zu verbringen. Ein geschmackvoller Anstrich des Schweizerbauschens und die Herrichtung einer nahe gelegenen Wasserstelle sind in Aussicht genommen. Aus Staat und Land. Sieben, den 14. Juli 1925. Die Vergröberung des Lupusheims. f*l Die Arbeiten an dem Erweiterung-- bau des Lupusheims machen gute Fort- schritte. Der Neubau steht zwölf Meter oom bis- herigen, 1912/12 erbauten Haus und ist bereits bis »um dritten Stockwerk gediehen, so daß das Dach- tufchoß in den nächsten Tagen in Angriff genom- men werden kann Das Dach selbst soll bis zum 1. August fertiggestellt sein. Bis zum Spätherbst gedenkt man die Arbeiten am inneren Ausbau voll- endet zu hoben, so daß vielleicht noch zum 1. Dezember mit der vollständigen Fertigstellung und Inbetriebnahme gerechnet werden kann. Der 1. ©totf wird einen Röntgensaal und die Männerstation mit 30 Betten enthalten. 3m 2. Stockwerk soll die Derwallerwohnung und Privatstation eingerichtet werden. Zentralheizung und Dorratsraume werden im Kellergeschoß, die Kochkuche, Waschküche, Nah- unb Bügelzimmer im Erdgeschoß untergebracht wer- den Der Neubau wird durch einen überdachten Gong mit dem seitherigen Heim verbunden und hat eine Länge non 3Q.5 Meter und eine Breite von 13,5 Meter. Die Lichthalle wird um ck>as Doppelte vergrößert, sie wird 4 bis 5 Lichtkreise enthalten. Die großen Sonnenlichtbäder hat man im südlichen Teil des Geländes aufgenommen; sie sind seit Pfingsten in Benutzung Sie sind eingeteilt in drei abgegrenzte Räume für Sonnenliegkuren mit Männerbad, Frauenbad und Prioatböder, jedes hat zudem einen großen Wasserbehälter von 65 Zenti- meter liefe mit fließendem Wasser erhalten. Zum Zweck der Reflexion der Sonnenstrahlen und Der- stärkung der Lichtwirkung ist weißer Kies und Sand aufgeschichte:. Die Liegekuren sind die gleichen, wie in Lungenheilstätten, Liegekur und Lichtrherapie sind zusammengesetzt. Die Einfassung der Ostseite geschieht durch Nadelhölzer, um dadurch einen dichten Abschluß und zugleich eine Luftoerbesserung zu er» zielen. Die Sonnenbäder haben sich bereits gut bewährt, ein günstiger Einfluß auf das Befinden der Kranken macht sich bemerkbar. Die Südseite wird als Sportplatz eingerichtet, Turngeräte finden hier Aufstellung. Hier sollen Turnstunden für die Kranken abgehalten werden. Besonders ist die Großzügigkeit des Heilstättenvereins anzuerkennen. Man will die tückische Krankheit nicht nur durch die Belichtung bekämpfen, sondern auch durch Kräftigung des Körpers, durch Trainierung, Turnen und Sport. Gerade durch allgemeine Kräftigung des Körpers, schwedische Gymnastik und Bewegungstherapie soll die Widerstandsfähigkeit des Körpers erhöht und so dem furchtbaren Leiden entgegen- gearbeitet werden. Der Zudrang zu dem Heim ist so stark, daß es stets voll ist, und daß stets 70 bis 100 Neuanmeldungen bzw. Aufnahmegesuche vorliegen, die erst nach Wochen und Monaten berücksichtigt werden können. Daraus ist zu ersehen, daß der Erweiterungsbau der Lupusheilstätte eine dringende Notwendigkeit ist. •• W e i n d i e b sr ah l. Der Potize(bericht meldet: In der Nacht auf Sonntag wurden aus einem Keller in der Destanlage mittels Einbruchs etwa 35 Flasck)en Wein von den Marken „1919 Nierstei- ner', „Osthofener Riesling", „Rüdesheimer 1921", „St. Martinus Spielfeld" und „Dürkheimer" ent- wendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Personen, die zweckdienllche Angaben über die Ermittelung ber Täter machen können, werden gebeten, bei ber hie- figen Kriminalpolizei oorzusprechen. Bornotizen — Togeskalender für Dienstag: Israel. Frauenverein: 8$ Uhr Dortrag. ünnotrcio Wi. ;cn. t Treis a. d. Lda., 12. 3ult Die Walbfeier, welche der EvangelischeDund heute nachmitlag abhielt, war in allen Teilen wohl- gelungen. Durch das schöne Wetter begünstigt, halten sich etwa 1500 Personen aus nah und fern dazu eingefunden. Am Vormittag predigte der Generalsekretär deS Evang. Bundes, Pfarrer Haupt, zur Zeit in Gießen, über des evangelischen Glaubens Emst und Herrlichkeit. Aach- mittags bewegte sich unter den Klängen des Posaunenchors Lang-Göns ein Jest- z u g durch die Straßen des Dorfes, der von 5 Vorreitern in den Uniformen der Totenkopf- hujaren von 1813 eröffnet wurde und in dessen Mitte die Dundesfahne mit dem schvarzen, golden eingefaßten Kreuz auf rotem Grunde im weihen Feld von einem in der Uniform der preußischen Jäger von 1813 getragen wurde, den zwei gleich Uniformierte zu beiden Seiten begleiteten. Schüler, Ehrenjungfrauen. Dereinsvorstand, Gesangverein Liederkranz, Kirchengesangverein und zahlreiche Gemeindeglieder schlossen sich dem Zuge an. Auf dem einige Minuten vom Dorf entfernt gelegenen Festplah begrüßte nach einem Dortrag des Posaunenchors und des hiesigen Kirchengesangvereins der Ortspfarrer die Versammelten mtd stellte das Fest unter den Damen des Dannerherm des Evangelischen Bundes. Jesus Christus. Pfarrer Haupt hielt die F e ft- rede, worin er auf die Bedeutung, Zwecke und Ziele deS Evang. Bundes, Abwehr aller Angriffe, Mithilfe 5um Aufbau unseres Volkes hin- wies. Daran schloß sich die Auftührung der berühmten Tragödie ^Glaube und Heimat" von Schönherr, die tiefen Eindruck auf die Zuhörer machte. Dach einem weiteren Vortrag des Kirchenchores schloß Pfarrer Andres- Wlendvrf unter Anlehnung an das Apostelwort „Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark" mit kurzen, ernsten Ermahnungen die schöne Feier, die dem evangelischen Bund wieder viele Freunde gewomien und in den Herzen der Teilnehmer von nachhaltigem Eindruck bleiben wird. — Die für nächsten Sonntag für unfern Ort in Aussicht genommene Kreisziegenschau muß infolge der in der Umgebung auSgebrochenen Maul- und Klauenseuche auf unbestimmte Zeit verschoben werden. * Hattenrod, 12. Juli. Die für heute angelegte Bürgermei st erwähl, zu ber neben dem seitherigen Bürgermeister Peter Need noch die Landwirte Heinrich Menzel und Heinrich A l • bohn als Bewerber genannt werden, mußte auf den 19. Juli verschoben werden, da ein Form- fehler die heutige Wahl von vornherein ungültig gemacht hätte. I* Ettingshausen, 14. Juli. Die Mau l- und Klauenseuche, die in unserem Dorfe durch Einschleppung seit etwa 14 Tagen in einigen Gehöften und im Stalle der Gemeindeochsen herrschte, Hal bisher zum Glück nicht weiter um sich gegriffen. Bei fast allen erkrankten Tieren nahm die Seuche auch einen leichten Verlauf. Dur einer der GemeindebuUen wurde so krank, daß ihm die Klauen abfielen. Das etwa 6—7 Zentner Schlachtgewicht haltende Tier wurde an die Dieder-W eiseler Groß schläch terei für 200 Ml. verkauft, da das Fleisch im Dorfe selbst nicht hätte abgesetzt werden können. Dach dem Urteil des Tierarztes war das Fleisch noch genießbar. A L i ch, 13. Juli. Gestern fand hier, begünstigt von gutem Wetter, das diesjährige Jugendfest statt. Frühmorgens um 6 Uhr ließ das Trommlerchor der Volksschule den Weckruf in den Straßen der Stadt erschallen. Gegen 11 Uhr fand eine Feier in der K l e i n k in d e r s ch u l e statt, wo die Kleinen nach niedlichen Vorträgen und Spielen, die sie unter der Leitung der Schwester N e b e l i n g machten, und nach einer Ansprache des Bürgermeisters von ber Stabt ihre Brezel bekamen. Anschließend an einen Festgottesbienst in ber altehrwürdigen Marienstiftskirche, an dem sich die Vereine geschloffen mit ihren Fahnen beteiligten, und in dem Stadtpfarrer Schorlemmer die Liturgie hielt, während Stiftsdechant Lenz predigte, ordnete sich ein stattlicher Feftzug vor dem Rathaus, voran die blumengeschmückte Schuljugend mit ihren von der Stadt gestifteten Brezeln am Arm, und marschierte als langer, bunter Zug, begleitet von der Musikkapelle Sommer und dem Trvmmlerkorps der Volksschule, nach dem Hardtberg. Dort ange- kommen, wurde das Fest durch Gesänge des Schülerchors und die Festrede des Rektors Erd eingeleitet. Hieran schloffen sich an die Spiele und Belustigungen der Schuljugend, turnerische Vorführungen der Turner und Turnerinnen des hiesigen Turnvereins, Konzertstücke der Kapelle und Gesangsvorträge der hiesigen vier Gesangvereine. Jung und alt tummelte sich in fröhlicher Feier bis zum Abend. Richt unerwähnt soll bleiben, daß für Sitzgelegen, fjeit in reichlichem Maße Sorge getragen war. Gegen Abend bewegte fid) barm ein stattlicher Festzug zum Rathaus lurucf, wo eine Ansprache des Bürgermeisters Völker das Fest beschloß. * Langd, 13. Juli. Hier wurde ein Klein - kaliber-Schützenverein gegründet, der betens eine große Anzahl von Muglredern^zähtt. Der Schießstand befindet sich im Gemeindew«kb an einer schön gelegenen Stelle. Am Sonntag wurde das erste Uebungsschießen abgehalten. Kreis Aricdbcrg. < Bad-Nauheim, 12. Juli. Gestern stattete die Ortsgruppe des Ärchitekten- und Jngenieurverein» unserem Bade einen Besuch ab. Unter der sachkundigen Führung von Ober- baurat Serif wurden die Badeanlagen und technischen Betriebe einer gründlichen Besichtigung un- terzogen. :: Kirch-Göns, 13. Juli. Bei der gestern dahier stattgehabten Bürgermei st erwähl wurde Bürgermeister H a n a ck, der seit 12 Jahren dieses Amt inne hat, mit 309 Stimmen wieberge wä h 11. Sein Gegenkandidat Gemeinderat Konrad Röhrig erhielt 109 Stimmen. Bürgermeister Hanack hat das Vertrauen, das die Gemeinde durch diese Wiederwahl ihm bezeugte, reichlich verdient. ri. Münzenberg, 12. Juli. Hier fand unter Vorsitz von Dekan Engel- Obbornhofen eine K onserenz der evangelischen Geist- lichen des Dekanats Hungen statt. Nach einer von Stiftspfarrer Schorlemmer-Lich ge- haltenen kurzen Andacht sprach man sich auf Grund eines eingehenden Vortrags von Pfarrer Egel- hoff- Griedel über die aus Amerika stammende Sekte der sogenannten ^Internationalen ernsten Bibelforscher" aus, die seit einiger Zeit auch in Ober- Hessen eine rührige, meist erfolglose Propaganda entfaltet. Kreis Büdingen. L Nidda, 12 .Juli. Heute feierten die hiesigen Schulen und Vereine gemeinsam den L a n - besjugenbfeiertag, verbunden mit einer Rheinlandkundgebung anläßlich der Tau- sendjahrseier ber Rheinlanbe. Um 2 Uhr stellte sich an ber Lubwigstraße ein Festzug auf, gebilbet von der gesamten Niddaer Schuliugend, dem V. H. C., Zweigverein Nidda, dem Sportklub Viktoria, Gesangverein Eintracht, Turnverein, Kriegeroerein, Feuerwehr, Gesangverein Sängerkranz und vielen hiesigen Festtellnehmern. Die Musik stellte die Feuerwehrkapelle unter Leitung von Oberpostsekretär Bäcker. Der farbenprächtige Zug, die mit Kränzen und Blumen geschmückten Schülerinnen und die Schüler mit ihren Fähnchen, bewegten sich mit Musik durch die reidjbeflaggten Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz der Gänsweide. Hier spiele die Feuerwehrkapelle einen Eröffnungsmarsch, der Gesangverein Eintracht fang zwei gutgeschulte Chöre von Heimat und Rhein. Die Festrede hielt ber Rektor der hiesigen Realschule i. E. Studienrat L a u ck h a r d t. In vortrefflicher Weise schilderte er zuerst den Zweck und die Bedeutung des Jugendfestes und bann in echt deutschen Worten die Bedeutung und traurigen Schicksale der Rheinlande. Schließlich forderte er zu flammendem Pro- test gegen die Vergewaltigung der Rheinlande auf und schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Rheinlanbe und das deutsche Vaterland. Begeistert stimmte die große Versammlung ein und sang das Deutschlandlied. Nun folgten glänzende Uebungen des Turnvereins an Reck und Barren, und der Ge- fangoerein Sängerkranz sang zwei Lieder vom Rhein, die großen Beifall fanden. Die! bewundert wurden die Maffenüdungen von etwa 160 Dolks- fchülern, wobei die Knaben Freiübungen und die Mädck)en gleichzeitig Stabübungen ausführten. Faust- und Fußballspiele, Stafettenlauf, Rundspiele usw. und gemeinsame Lieder der Schuljugend hielt diese in fröhlichster Stimmung bis zum Abend beieinander. Das Fest nahm einen würdigen Verlauf. Wohlbefriedigt kehrten die Schüler mit den gespen- beten Brezeln nach Hause. Gestern abenb fanb im ©ambrinus dahier ein Konzert des B l i n° den-Salon-Orchesters Frankfurt a. M. unter Leitung von K. Bord aus Frankfurt statt, das leider nur mäßig besucht war. Die schönen musikalischen Leistungen des Orchesters und der gute Zweck, mit dem Reinertrag Kriegsblinde äu unter- stützen, hätten einen besseren Besuch verdient. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 12. Juli. In der Ortsgruppe Ruppertsburg des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Schotten hielt heute Obstund Gartenbauinspektor Deutsch von Friedberg einen Vortrag über „Obstbaumpflege". Die äußerst lehrreichen Aussührungen waren voller anregender, beherzigenswerter Winke. Einleitend sprach der Redner von der gegenwärtigen Dot- lage der Obst» und Weinbauern, der Sortenwahl und behandelte dann ausführlich die Pflege jüngerer und älterer Bäume. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden. In der anschließenden Aussprache gab Kreisdirektor Geheimrat B o e cf- rn a n n. der in dankenswerter Weife die Versammlung mit seinem Besuch beehrt hatte, noch manche wichtige Anregung und empfahl besonders die Anlage größerer Kirschenanpflanzungen. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 13 .Juli. Bei der am gestrigen Sonntag hier stattgefundenen Wahl eines 2. Beigeordneten wurden von etwa 3100 Stimmberechtigten 445 Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen auf den allein ausgestellten Kan- bibaten Daoib Möver 442 Stirnen. Drei Stimmen war ungültig. Möver ist von Beruf Kaufmann und als Prokurist beider hiesigen Finna H. Dürbeck angestellt. Kreis Wetzlar. !*! Aus dem Kreise Wetzlar, 12. Juli. Ein Kriegskamerad des Kaisers F r i e d r i ch ist gestern in Albshaufen zur letzten Ruhe gebettet worden. Es handelt sich um den Altveteran, WeichenstHller L R. Konrad TrommerShausen. Folgende schön« Da ein falter Wind ging, hatte er sich auH Schnee eine Schutzmauer gebaut. Da kam ein höherer Offizier, der die Posten abgtnfl. Er redete den Soldaten mit folgenden Worten an: .Warum zündest Du Dir nicht Dem« Pfeif« an. Kamerad?" Dieser ero berte: .Ich bin mit meinem Tabak zu Ende." Daraus zog der Offizier seinen Tabaksbeutel und sprach: .Da können wir uns gegenseitig crushelsen. Du hast keinen Tabak, ich ktn Feuer Hier stopfe!" Bald waren beide Pfeifchen gefüllt und daS Feuerzeug flackerte auf. Da erkannte der Soldat den Kronprinzen und stammelte eine Entschuldigung. Freundlich klopfte ihm der Kronprinz auf bf« Schulter und schenkte dem Soldaten feinen Tabaksbeutel. TrommerShausen nahm alS Artillerist an den Feldzügen 1886. 1870 71 teil, ec kämpfte in Böhmen, bei Metz, Sedan und an der Loire bei Oileans . Bei feiner gestrigen Beerdigung gab jhm die gesamte Einwohnerschaft und der Äriegernftdn daS letzte Der Kriegerverein gab drei Shenfialveu übec dem Grab ab und legte einen Kranz nieder. Turnen, Sport und Spiel. Wettkämpfe der Universität Kieste». Man berichtet uns: Der Gießener Llntver» sitäts-Turn- und Eportplak hat sich in letzter Zeit fein herauSg«nacht. Dr Buchhalter absol. bilanzsicher, nur intensiver Arbeiter, ^Teilzahlungsgeschäft Hllfskaufmann für Lagerkartothek und Bureauarbeiten, Maschinenschreiber Lehrling gesund, möglichst mit Einjähr.- Zeugnis. Selbstgeschriebene Angebote mit Lichtbild unter 6843D an den Gießener Anzeiger. 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Juli 1925 Der „Potsdamer Kronrat". eine psychologische Skizze. lmerliani|d)e Schuhso»mU aoporigl« by Fritz fltrn, Bonn Son Prof. Dr. Fritz Kern. 3n der vorhergehenden Darstellung ist gcöc:gt worden, wie es drin österreichisch ungarischen Dorschaster Szögyeny, der von Gras Hoyos instruiert war, am 5. Juli 1914 gelang, in Kaiser Wilhelm die Vorstellung zu erwecken, alö sei d.e Mitschuld des amtlichen Serbiens bewiesen und in Wien bereits der feste Entschluß zur Destrasung Serbiens gefaßt. D c i d e s e n t s p a ch d a m a l s den Tatsachen noch nicht. Aber unter dem Eindruck die,er .Tatsachen" und im Vertrauen daraus, daß die Entente die überführten serbi- schen Mörder nicht schuhen werde ein Weltkrieg also unwahrscheinlich sei. sagte Kaiser Wckhelm dem Dotschaster seine Unterstützung zu. mit dem Vorbehalt, daß er vor einem endgültigen De- schluß mit dem Kanzler reden müsse. 4. Dethmann und Zimmermann beim Kaiser. Zur gleichen Stunde, da Gras Szögyeny in Potsdam antrat, besuchte Gras Hoyos den Unter» staatsselretär in der Wilhelmstraße. Der derbgebaute, blonde Herr Zimmermann, der fröhliche Staatsanwalt aus Insterburg, hatte seit seiner Aufnahme in die blaublütige Sphäre der hohen Politik dorthin einen Zug jovialer Ehrlichkeit getragen, der int flüsternden Diplomatenreich als angenehmste Äcberraschung wirkte. Dies Kräftige, Offene, Bürgerliche war es wohl auch, was ten Kanzler Dethmann-Hollweg angezogen hatte, so daß er Herrn Zimmermann einen hervorragenden Platz bei der amtlichen „Durchfüh- rung seiner Friedenspolitik" erwies. Die Probleme der europäischen Politik vereinfachten sich bei Herrn Zimmermann. Den eleganten Wiener Legationsrat empfing er warm, mit der urwüchsigen Herzliclxteit, die er immer ausstrahlte von dem Augenblick an, da er vom Schreibtisch aufsprang, um einem Besucher die Hand zu schütteln. Etwas Besonderes wollte Zimmermann bei dem Gespräch nicht erreichen, und er erwartete auch von Hoyos nichts als einen Höflichkeitstausch zwischen Nachgeordneten Beamten. Er dachte nicht, daß Hoyos mit der Absicht gekommen war. einige Aeußerungen Zimmermanns für einen wichtigen Bericht einzufangen. Leichter als Szögyeny konnte Graf Hoyos bei diesem Privatgespräch unkontrollierbare Meinungen Vorbringen. Er sprach von der notwendigen Zerschlagung der serbischen Macht. Er sprach auch davon, daß sich Oefterrcicb«Ungarn mit seiner ganzen Heeresmacht gegen Serbien wenden und die Rückendeckung gegen Rußland ganz allein Deutschland überlassen wolle. Das waren recht unverständige Privatansichten, die auf Herrn Zimmermann den Eindruck machen mußten, daß dieser forsche Legationsrat nickt besonder- aut informiert fei. Denn selbstverständlich bestanden zwischen den verbündeten General- stäben genaue Abmachungen, denen zufolgeOefter- reich^Ungarn seine russische Front niemals ab- decken, vielmehr seine Hauptmacht dort stehen lassen mußten, während Deutschland nur etwa ein Dutzend Divisionen gegen Rußland in Bereitschaft hatte. Run, Gras Hoyos war ebensowenig verantwortlich wie wo hl in formiert: Zimmermann betrachtete ihn als einen besseren Kurier und er hütete sich wohl, ihm zu widersprechen, als Hoyos fein Herz ausschüttete. Die Lage war heikel, und alles mußte vermieden werden, was das Selbstvertrauen der Dundesgenollen in diesem Augenblick verletzen ober so gedeutet werden konnte, als zeige Deutschland in der Attentatssache die kalte Schulter. Im amtlich-verantwortlichen Verkehr hatte Zimmermann ja schon genug getan, um jede etwaige Reigung der Wiener zu unbesonnenen Schritten zu ersticken. Rachdem nun eine Woche vergangen war. ohne daß Wien überhaupt etwas tat, und nachdem Handschreiben und Denkschrift, deren Text auch Zimmermann erhalten hatte, die Verfertiger dieser langatmigen und matten Schriftstücke in augenscheinlicher Verlegenheit zeigte, wie sie das Problem anpacken sollten, sah Herr Zimmermann nachgerade die Hauptgefahr mehr darin, daß die Oesterreicher zu wenig täten, als darin, daß sie zu viel unternähmen. Ein Sühneverlangen mußten sie stellen und die Sühne erzwingen. Um diese Krisis kam man nicht herum, wenn der Grohmachtrang der Bundesgenossen gewahrt bleiben sollte. Mut mußte man ihnen jetzt machen, und vor allem vermeiden, daß sie die Schuld für etwaiges Nichtstun auf Berlin schieden könnten. So vermied es Herr Zimmermann, die unaungereiften Ideen des Grafen Hoyos zu zerpflücken. Er hörte ihm zu und bestätigte dem so energisch redenden jungen Herrn, daß etwas geschehen müsse, und zwar bald, wobei er den Zweifel im Hintergrund behielt, ob diese jugendliche Energie auch nur einigermaßen den tatsächlichen Stimmungen der verantwortlichen Wiener Stellen entsprach Hätte Graf Hoyos der mißtrauischen Intelligenz deS Staatssekretärs v. Iagow gegenübergestanden, so wäre er kaum der Frage entgangen, was Oesterreich-Ungarn denn eigentlich mit Serbien anzufangen gedenke? Zimmermann setzte voraus, daß barftber noch viel und lange zu verhandeln sein würde, und mit wichtigeren und legitimierteren Persönlichkeiten als dem Ucberbringer der Denkschrift. Dann würde auch ein Punkt besonders zu Hären sein, den Graf Hoyos allzusehr auf die leichte Achsel nahm, das Verhältnis zu Italien. Sollte ein Weltkrieg drohen, dann muhte Deutsch- land für die Hauptentscheidung an der Westfront die vorgesehene militärische Mitwirkung Italiens vorher diplomatisch sicherstellen. Run meinte aber Hoyos, man wolle von der serbischen Aktion vorher Italien gar nicht in Kenntnis sehen. Solange Oesterreich-Ungarn keine territorialen Ziele auf dem Balkan anstrebte, konnte sich das hören lassen. Im Augenblick, wo Oesterreich indes Eroberungen gegen Serbien geplant hätte, mithin Italiens für diesen Fall im Dreibundvertrag vorgesehener Anspruch auf Kompensationen fällig wurde, durfte man Italien nicht links liegen lassen. Sonst hätte man es ja förmlich aus dem Dreibund hinausgetrieben, was wiederum den Ausbruch des Weltkrieges wahrscheinlicher machte. Das alles mußte man sich in Wien auch sagen. Drohte also der Weltkrieg dann mußte, nicht nur Oesterreich-Angarn Serbien als Rebenschauplah behandeln und mit seiner Hauptmacht in Galizien antreten, sondern mußte sich die italienische Flanke so gut wie die rumänische im Voraus sichern. Auch in diesem Punkt also gewann Herr Zimmermann aus den Aeußerungen des Grafen Hoyos nicht den Eindruck, daß man in Wien mit der Möglichkeit eines europäischen Konfliktes ernstlich rechnete. Er verabschiedete sich von dem Grafen mit der Hoffnung, daß die Sühneforderung rasch und energisch vorgebracht werde. Es würde dann wieder einmal eine Krisis entstehen, wie man deren schon fast ungezählte in den letzten Jahren erlebt hatte. Die beiden Kaiserreiche, die in den bosnischen, den marokkanischen, den Balkanfragen hätten lernen müssen, wie man Kastanien aus dem Feuer holt, würden auch diesmal versuchen, die unumgängliche Sühne so durchzusehen, daß fein allgemeiner Brand entstünde. Das Einzelne mühte sich im Lauf der Entwicklung ergeben; vorerst galt es einmal den Entschluß zur Sühneaktion konkreter zu gestalten. Zimmermann wurde nach nebenan zum Kanzler gerufen, der aus Hohen-Finow herübergekommen war. Herr v. Dethmann Hollweg grübelte zunächst über den beiden Wiener Schrift- stücken. Es schien ihm, daß man die darin ausgesprochene Ditte, mit Bulgarien in ein näheres Verhältnis zu treten, nach den neuesten (Sreig- nissen wohl nicht länger ablehnend beantworten könne. Durch Herrn Zimmermann wie durch die Berichte Tschirschv)s aus Wien erfuhr er auch von den noch so unklaren und unfertigen Ideen, die man sich in Wien hinsichtlich der notwendigen Sühneaktion zu machen schien Auf der gemeinsamen Fahrt nach Potsdam, wo der Kaiser die beiden Herren im stillen PalaiSgarten erwartete, mußten Kanzler und Unterstaatssekretär versuchen, aus diesen Mitteilungen voll Schwere und Dunkelheiten ein Bild des Möglichen und des Nötigen zu gewinnen. Zum Vortrag bei Kaiser Wilhelm II. befohlenen Beamten ist es nicht nur einmal begegnet, daß der Kaiser den Vortrag hielt. Auch diesmal fanden weder Bethmanns Bedenklichkeit noch Zimmermanns teutonische Frische im Potsdamer Park Gelegenheit, sich zu entfallen. Wilhelm II. fühlte sich in auswärtiger Politik Brunnen. Don Anton Schnack. Da waren Brunnen, die schon seit Jahrhunderten plätscherten, mitten auf dem lärmenden Marktplätze oder in verschollenen kühlen Baumwinkeln. Brunnen, die den Tod sahen, wie er vorübergetra- gen wurde unter Gebet und schwermütiger Trauermusik; Brunnen, an deren Röhren der Frühling saß und weiße Schmellerlinge an ihnen im zarten Wind vorübertrieb und Vögel an ihren Trotz lockte, die ihre kleinen, gelben und zierlichen Schnabel in das quirlende und strudelnde Wasser tauchten. Andere Brunnen lagen ewig im Grün unter sommerlichen Himmeln und über ihnen stand das segnende Bildnis der heiligen Gottesmutter Maria oder es brüstete sich der fletschende Drache auf, dem der starke Ritter St. Georg den eisernen Speer in den klaffenden Rochen stieß. 9n meiner verschollenen Waldheimat gab es Brunnen, an denen am Sonntag die Spielleute laßen mit Klarinette, Geige und Horn und alte Lieder musizierten, bis der nahe Wald zu klingen und zu rauschen anfing. Dort traf ich auch die Kühe meiner Jugend an den Wiesenbrunnen, den der Lattich überwucherte, manchmal standen seltsame und große Vögel an seinem Rand, die ich nicht kannte, manchmal sah ich, wie ein goldener Frosch aus einer feuchten Mauersuge sprang und in die Tiefe tauchte, wo der Froschkönig auf einem grünen Edelsteinstuhl schon seit Jahrtausenden träumte und schlief. Immer liebte ick den alten Brunnen im Hof, der in meinem Schlaf fang, oder in die Unruhe meiner Rocht: wenn ich hinter dem Fenster lag und verworrene und unheimliche Dinge meinen Schlaf bestürmten, da hörte ich ihn mit guter und süßer Stimme aus der Tiefe rauschen und sein Rauschen schien mir Glück und Beruhigung zu sein und ich hörte ihn, wenn die Mitternachtsuhr vom Turme schlug, ich hörte ihn, wenn ein torkelnder und weinvoller Zecher durch die holprigen Gasten lärmte, ich hörte ihn, wenn der Sommermorgen aus den Wiesen- giünden dampfte und die Finken ihren Hellen und scharfen Schlag in den Morgen hämmerten. Ich hörte ihn in der todesoollen Herbstnacht, wenn alles starb, was lebendig war und ich hörte ihn in der Winterstille, wo seine Röhre mit Stroh und Tuch gegen den Fraß der Kälte geschützt war. Immer war sein Rauschen da und immer war fein Rauschen die gute und treue Stimme der Heimat. * Ich kannte Brunnen der prunkenden und reichen Gärten. Brunnen, die aus marmornen Fischen und bronzenen Rixen sprangen. Brunnen, die wie Gold und Silber funkelten und mit hoh- m Strahl in die Baumwipfel stiegen in einem ewigen Auf und Rieder. Stunde für Stunde und Tag für Tag. Brunnen, an dessen Rand manchmal ein kleines Kind stand mit dunklen Locken auf blauem Samt und ich sah seine schwermutvollen und traurigen Kinderaugen aufglühen in einer bedrängenden Sehnsucht, wenn der silberhafte Strahl unermüdlich in die Luft (prang und über dem Rasen verglitzerte. Und ich sah manchmal vor diesem Brunnen eine Frau stehen, die wie in einem Traum daherkam und wie in einem Traum wieder fortging, ich hörte manchmal nachts an seiner Schale ein leises und klingendes Schäkern und ich hörte einen Degen klingen und ich hörte einen seidenen Rock mit leichtem Knistern und der Mond stand mitten in der Himmelsnacht und es waren tarfenb und abertausend Perlen, die aus dem Maul des Fisches sprangen und es waren Perlen aus Gold und Silber, Perlen aus einem geschliffenen Grün und einem eisigen Weiß, Perlen aus einem verzauberten Blau und aus einem grünlichen Blitz . . . sachverständiger als Dethmann-Hollweg. Nachdem dieser über die Wiener Denkschrift referiert hatte, ergriff der Kaiser das Wort, redete lange und entließ die Herren, ehe sie etwas Eigenes bemerkt hatten. Deide hallen indes auch tatsächlich nichts einzuwenden: sie fanden den Kaiser auf dem richtigen Wege. Er bramarbasierte nicht. D.baren Frage und bei noch nicht völlig vollendeter Rüstung der zum Ueber- fall entschlossenen Gegner. So muß man also jetzt dem Zaren die Entscheidung lassen. Entweder er wird sich schützend vor die Meuchelmörder, somit vor der ganzen Welt ins Unrecht stellen, außerdem das Spiel wagen müssen, in einer noch nicht ganz fertigen Rüstung losschlagen. Oder er läßt, was wahrscheinlich ist, die gerechte Destrasung Serbiens zu, dann wird durch die lokalisierte Säuberungsaktion die europäische Atmosphäre gereinigt und die allge meine Kriegsgefahr für später verringert. Das Schlimme ist nur die Krisis: Die Krisis, die wieder einmal Europa erschüttern wird, wenn Oesterreich seine Forderungen an Serbien richtet. Dor dieser Krisis hat der Kaiser eine tiefinnere Angst. Gerade darum gab ca sich am 5. und 6. Juli vor den Heeren, mit denen er die Lage besprach. daS Wort, fest zu bleiben; die Herren merkten wohl, daß es n ckt Festigkeit, sondern das Gegenteil trar. was ihn zu diese:» Schwur trieb, diesmal werde man sehen, daß er nicht umfalle. Die Stimmung der Staatsmänner der Mittelmächte glich der eines verfolgten Katers, der sich so in die Enge getrieben fühlt, daß er sich stellt und die ft rollen zeigt und sich nun Mut macht, die bellenden Hunde würden nickt beißen; aber lieber wäre eS ihm dock, eo hätte noch die Weite offen, um sich mit guten Art zurückzuziehen. Es drängte den Kaiser, vor seiner Abrei'« persönlich die militärischen Stellen von der KrisiS zu unterrichten, welche Oesterreich entschloßen war eivz •.»•• BedernS ........ ttaro ....... • Drotich-Lllrembirra . . . C*tMmm*rncr ."ccowerte Schwerin. 8—8.15 Uhr: Danderratlchläge nus-Klubs. 8.30 Uhr: Ferruccio-Bufoni. (Seine Persönlichkeit und fein Werk. — Die kteie Oper „Doklor Faust"). Anschki eßend. Nachrichtendienst. Derkehrsnachrichten, Detlermeldung. Frankfurter Theater. Gastspiel paul Wegener im Jranffurlec Schauspielhaus. Es ist ein unerhört künstlerischer Genuß, dem Spiel Wegeners zu folgen. Wer ihn bisher nur in klassischen, uns heutigen Menschen durch die monumentale Anhäufung von Dramatik ferner liegenden Rollen gesehen hat. wird seine in tiefster Menschlichkeit wurzelnde Ausdruckskunst in einem ganz neuen Lichte sehen. Spiel und Persönlichkeit verschmelzen zu einer prachtvollen, in Gefühlsaus- h rächen geradezu überwältigenden Einheit. Er formt den darzustellenden Menschen wie aus Granit, die große künstlerische Linie ohne jede detaillierende Ausschmückung ersteht in wuchtiger Geschlossenheit. Gesicht. Körper — alles ordnet sich dem schopseri- schen Gedanken, der ideellen Erfüllung der Rolle unter. Darum wird es nebenfächlich. was er bringt. Denn diese „Jacqueline" Sascha Guitrys ist voll kinvhastcr Dramatik, unter welcher vereinzelt leben- dige Funken sprühen. Aber es ist da ein Mensch, Armand Verton, er liebt, leidet, wird haßerfüllt zum Mörder. Diesen an sich nüchternen Geschäftsmann fliehen die Frauen, denn es steckt ein Tier in ihm, welches die Frauen zittern macht. So ist er indirekt am Tode seiner Frau schuld, welche von der Gattin ihres Liebhabers erschossen wurde. Es wird viel von dieser Jacqueline, welche nicht auf die Szene kommt, gesprochen. Später erfährt er die Wahrheit über sich selbst, und Jacqueline erscheint in seinen Augen als Märtyrerin. Als nun gar ihre Mörderin zu ihm kommt, die Tote beschimpft und glaubt, daß letzt ein guter Platz für sie selbst frei geworden, packt ihn maßlose Wut, er erdrosselt sie vor dem Bilde Jacquelines. Um dieses Armand Verton willen hat Wegener das sonst stark nach der Hintertreppe weisende Stück gewählt Er verkörpert ein Stück Menschenschicksai ohne große dramatische Akzente, ergreifend mit stark ausklingender Wuchtigkeit. Sein Spiel sendet Wellen, geladen mit seelischen Energien in den Raum, seine Kunst ist derartig mitreißend, daß alles verblassend in den Hintergrund tritt, gleichsam zum Rahmen werdend. Sein Ensemble gruppierte sich verständnisvoll um ihn, ganz ausgezeichnete Partnerinnen, dank ihrer stark künstlerischen Persönlichkeiten waren Greta Schröder (Deutsches Theater, Berlin) und Maria Eis (Reue Wiener Bühne, Wien) Der Beifall war der Leistung des Künstlers entsprechend und rief Wegener un- Korpulenz im Sommer ist ganz bÄonders liWifl- Korpulente und alle gut» Stariwerden Beranlagten sollten getabe jetzt im Sommer zur Reduzierung Ihrer Wflxtünct« ettoaB OrdeittNches tun. Wir raten, 80 «hremm echte Toluba.Kerne zu lausen, die unschädliche, ab« wirksame, den 5 drporansatz reduHiorende Stoffe enthalten. Sie «hollen Tvluba-Korne m den meisten Apotheken, sich« Univ -2p»1h. wm gowenon Onael- Sie Bestandteile sind aus d« Packung aneegrdech ften Schlachtmerts 31—57, vollst, jönaere 48—flk Färsen und .Kühe: »ollst, auegemäftete tlärier len Schiachttverls 57—44. vollst. mio-emästere fftzHe )öchsten Schlachttoerks bi» zu 7 Jahren V0—5«, nlg gut rntwirfeltc Färsen 48—56, ältere (iwegr- mästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 39—47, mähig genierte Kühe und Färsen 28 bis 38, gering genährte Kühe >md YIrsen le—26, Kälber: feinste Moftkäkber 70—75, mHH«e Most- und beste 6augfälber 80—68. geringere Mast- unv gute Saugkälber 50—58 geringe Sa«ßküttzer 44 bis 48. Schafe: Maststiinmer und Maichämme! 4.5—50, geringere Mosthämmel imi Schafe 40—45 Mark je 100 Kilogramm. 6 b meine »ollst von 80—100 Kg. 86—W, unter 30 Kg 80—85, von 100—130 Kg. 8^—88, von 120—150 Kg. 88—88 imb Fettschweine über 150 Ka. 66—88, imretne Saum und geschnittene Eber 7n—80. Marktverlauf: Am Rinder- u. Kleinen thmarit langsamer, am Schweine- markt reger Handel, Markt geräumt. Derlmer <'>7odi * Ein Hans Thoma-Heim. In Frankfurt, wo Hans Thoma lange Jahre lebte und eine Reihe seiner schönsten Bilder entstanden, wird am 14. Juli eine eigenartige Schöpfung der Oeffentlichkeit übergeben. Es ist keine Ausstellung. auch kein Museum, sondern ein Heim, das der Erinnerung an den großen deutschen Meister dient und eine Sammlung von Bildern und Radierungen, Briefen, persönlichen Gegenständen umfaßt, die vertrauter Freundessinn liebevoll bewahrte und der Nachwelt nun zugängllch macht. Zu denen, in deren Kreis sich Thomas reiche Seele erschloß, gehörte außer seinem Freunde Steinhaufen, die Familien K ü ch 1 e r und Eifer in Frankfurt. In deren Besitz befanden sich große Thomasammlungen, die seit dem im Jahre 1917 erfolgten Tode von Frau Dr. E i s e r vereinigt sind und von Frau Sofie Bergmann-Küch- l e r verwaltet werden Diese Sammlung die allein 40 der wertvollsten Thoma-Gemälde umfaßt, befindet sich in dem großen Küchlerschen Privathaufe auf dem Oederweg 116 mit dem Blick auf die Reste des einst von Thoma so sehr geliebten und kunstgeschichtlich berühmt gewordenen Holzhauscnparks. 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 Uhr: Wirckchafts- Meldungen. 4 Uhr. Detteri»ericht der «tetzener Wetterdienststelle. 4 Uhr Winschaftemelhun^«. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr Nachmite tagskonzert des Hausorchefters: Wunsch-Rschmite tag. 6 Uhr: Wirifchaftem^dungen. 6—7 Uhr: Km- verstünde. 7 Uhr: Wlrtfchaftemeldungen. 7—7L0Uhr: „Eisenbahndiebe, Hotelratten und andere häßliche Begleiterscheinungen der Reisezeit". Vortrag von £L ^*menn. 8—8.15 Ubr: Wanderratschläae des Tau» • Lindenstruth. 13. Juli. Aach einem behiaen Wahltamps wurde bei der gestrigen Dürgermeisterwahl der bisherige Bür- aermeifteT Fatum mit 125 Stimmen wieder- gewählt. Der- Gegenkandidat Wilh. A e i ch- mann I. erhielt 95 Stimmen. Die Wahlbeteili- auna betrug 98 Prozent. A Saasen. 12. Juli. Die Bürgermei- st er wähl nahm bei uns einen ruhigen Verlaus. Nachdem in den letzten Wochen noch ein Versuch zur Ausstellung eines Gegenkandidaten gescheitert -----unser seitheriger Bürgermeister A.°G., München. Die Gesellschaft erzielte einen Detriebsüberschuß von 2 894 954 Rm., verschiedene Erträgnisse erbrachten außerdem 278 925 Rm. Die Geschäftsunkosten betragen zusammen 3 254 859 Rm., so daß sich ein Verlust von 68 078 Rm. ergibt, der vorgetragen wird. Dieser Verlust wird von der Verwaltung auf die zu hohe steuerliche Belastung zu- rückgesührt. Frankfurter Abendböcle. Frankfurt a. TL, 13. Juli. Die festere Strömung der Rachbörse übertrug sich auch auf den heutigen Abendverkehr, der infolge von Deckungskäufen ein etwas lebhafteres Bild zeigte, obwohl die ^lmsähe bescheiden blieben. Im Dor- dcrgrunde standen vornehmlich chemische Papiere, die auf Schweizer Käufe kräftige Kurssteigerungen zu verzeichnen hatten. Don Elektrowerten wurden Licht und Kraft ansehnlich höher. Am Kalimarkt waren die Kursveränderungen gering. Im freien Verkehr hörte man Kriegsanleihen zu gebessertem Kurse, und zwar zu 0.282 bis 0.283 nennen. Interesse zeigte sich für Türkenwerte, die etwas lebhafter umgingen. Pfandbriefe verkehrten schwankend. Die feste Stimmung erfuhr am Schluß einen leichten Druck, so daß die Abendbörse in etwas schwächerer Haltung schloß. Deutsche Anlechen: Schutzgebietsanleihe 5900. Ausländische Renten: Bagdad l 8.5, Bagdad II 6.7, Zolltürken 7.12. Bankaktien: Barmer Bankverein 1.1, Commerzbank 97.25, Darmstädter Bank 118, Deutsche Bank 121, Dresdner Bank 101.75, Metallbant 90, Mitteldeutsche Credit 96.25,. Oesterrreichische Kreditaktien 8.75. Kaliaktien: Kali Aschersleben 120.50, Kali Westeregeln 135. Chemische Aktien: Anilin Berlin 117, Badische Anilin 127.12, Scheideanstalt 105.50, Th. Goldschmidt 83, Höchster Farben 116.87. Transportwerte: Rordd. Lloyd 58, Monastir 8. Industrie- aktien: Elektrisch Licht und Kraft 100, Rheinisches Metall 32.50, Lechwerke 71, Lahmeyer 73, Zucker Offstein 65.62. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin 13. Juli. Mit Beginn der neuen Woche ist für die Börse ein Hausse-Spekulations- gebiet nämlich der Anleihemarkt, in Fortfall gekommen. Entsprechend dem Beschluß der Mak- leraemeinfchaft sand in heimischen Anleihen auch fein Freiverkehr mehr statt. Die Anregung, die gerade von diesem Gebiete bisher auf den Aktienmärkte ausging, fiel dadurch fort. Da ferner zahlreiche Meldungen über Betriebsstillegungen und Einschränkungen bei führenden Industrie-Gesellschaften oorlagen, war die Haltung der Gejamtbörse bei Beginn recht unsicher. Die geringe Frequenz des Geschäftes wirkte auf die Stimmung ebenfalls ungünstig ein. Einige Nebenmärkte, so der Kali- und Chemie-Markt, begegneten dagegen etwas Interesse, so daß die Kurse dieser Gebiete recht behauptet waren. 2m übrigen nannte man größtenteils die Schlußkurse der Dor- .ooche mit nur minimalen Veränderungen. Der Geldmarkt war weiter entspannt, was auch in den Zinssätzen zum Ausdruck kam. Tägliches Geld 8$ bis 10 Proz., Monatsgeld 10$ bis 11$ Proz. -jie vom Reichstag angenommene Aufwertung der Dorfriegshypotheken in Höhe von 25 Proz. brachte in Dorkrieaspandbriefen einige Nachfrage, fo daß sich die Kurse etwas befestigen konnten. Von S tsanteihen hörte man Kriegsanleihe im Verkehr von Bureau zu Bureau mit 0,285, Schutzgebiet 5,10, 3$proz. '"reufj. Konsuls 0,38. Jrn Devisen- t erfehr konnte sich die italienische Lira, die sich bereits am Samstag -rholte, auf dem befestigten Kurse von 129,75 gegen London behaupten. Die Mark wurde notiert in London mit 20,41, Zürich 122,70, Amsterdam 59,40. war, wurde unser seitheriger Dürgermeifter Schmitt mit 279 Stimmen von 345 Wahlbeteiligten aufs neue gewählt. 1 Stimme war ungültig. Nach der Wahl kam die herkömmna)e Ehrung für den Neugewählten, ein Ständchen durch den Gesangverein und darauf eine harmonisch verlaufene Feier, die die Gememdeglieder emttachtig beifammensah. ... .. 5 Göbelnrod, 12. Juli. Don 174 Wahlberechtigten machten heute bei der S u r g er. meisterwahl 145 von ihrem Wahlrecht Ge- brauch, davon erhielt unser- bisheriger Burger- meister Heinrich Weber IV. 131 Stimmen, 6 Stimmen waren zersplittert und ungültig Rach- dem das Wahlergebnis bekannt war, zog der Ge- ianaDcrein vor das Haus des Bürgermeisters und brachte den zum 3. Male Gewählten ein Stand- dien Der Vorsitzende des Vereins Kern hielt eine Ansprache in humoristischer Art, feierte den Bürgermeister, der mit kurzen Worten dankte. Rach- bem auch der beliebte Daum gesetzt war, vereinigten sich Jung und Alt in den beiden Wirtschaften zu einer Feier, die sich ziemlich lang ausdehnte. Es fehlte dabei auch nicht an Musik, dafür hatte die Jugend gesorgt. „ „ . . = Remhardshain, 12. Juli. Bei der heutigen B ü r g e r m e i st e r w a h l wurde unter starker Beteiligung der Wählerschaft der bisherige Beigeordnete Heinrich Gieß gewählt. Der seit- hcrige Bürgermeister Graulich hatte in der letzten Woche auf eine nochmaliges Kandidieren vor- zichtet. Der neue Bürgermeister bekam die üblichen Ehrungen, wie .Baumjetzen, Ständchen und anschließend gab es eine fröhliche Feier. Brief 4.196 19.51 86,4-1 20,455 19 78 168.75 15,94 73,98 59,33 112.98 81 85 60 95 12.46 5,86 Berlin, 13. Juli. Der Prrdutt«Marft blleS trotz der großen amorifanUjte« Preissteigerungen ohne Einfluß, so daß bie ftenbero M«** lech unverändert blieb. '35'nteraerlte feer ftatt angeboten. Hafer ruhig. Mai« still, ebenso Fntter- artifcl. GS notierten für 1003 KUo: Drizen. •n, märt. 225 bis 228. 3uft 3*it IcalÜjt - TvnH*t WwrTTWTlr-i mietet 4•/. T'rea&nw Konlote <* , Hsjkni ...... SV. Wflen........ TU hc/cn ...... Dnmckk Send Dollar-Sol. Bro Soll -6<6«>lnirrifeo.*) •i» »iolllürten......... We Selbmerifana ... ■ Berliner HandcteaeselNg>aft - Lonnxerr- tniB »neat-itenf . r er Getr ■ v (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers". । Frank furt a. M., 13. Juli. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 23 bis 24,50, Roggen (inländischer) 19,50 bis 21,50, Hafer (inländischer) 19,50 bis 22,50, Mais (gelb) 21, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 37 bis 37,50, Roggenmehl 30,75 bis 32, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 12,50 bis 12,75, Erbsen 27 biS 30, Heu (süddeutsches, gut, trockn) altes 8.50, neues 7,50, Weizen- und Roggenstrvh 5,25, Treber( getrocknet) 17,50. Tendenz: Fest. Srantfacier Echkachi'oiehmarrt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 13. Juli. Austrieb: 1221 Stück Rinder: darunter 396 Ochsen, 72 Dullen, 853 Färsen und Kühe, 366 Kälber, 117 Schafe, 3390 243. do. Juli 192 bis 191.50. Mai« (I*'BwOel 213 bis 215, Rap« 340 8iS 355; für 100 AfcJ Weizenmehl 33,SO biS 36. RoaiMnnebl 31 BW 33,25, Weizenkleie 12,70 bi« lt.80, 13 30 bis 13,40. Bi»toria«Ncn 28 biS 34. FUtare Erbsen 25 bi« 26.50. Si*teTöer Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 14. Juli: 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchefters: Neuere italienische Opern. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (M-isterwerke der Weltliteratur): „Aus Toll und Haben von Gustav Freytag (Fortsetzung). 7 Uhr: Dirt- schaftsmeldungcn. 7—7.30 Uhr: Die Bücherstunde. 7.30—8 UY-: Funkhochschule. Dortraa von Prof. Kuntzel: „Aus der Geschichte des deutschen Unter* nehmertums" (2. Abt., 7. Dortrag). 8—8.30 Uhrt Uebertragung von Kassel. — Stunde der Stadt Kassel: Vortrag von Red. S. Dispeker „Das Kaj- feier Gssellsch-stsleben" 8.30 Uhr: Die Poslmeiste- rin, Operette in drei Akten von August Reidtzart. 2lnschließend- Nachrichtendiekrst, «ettermeldung. MiUmech, 15. 3efl: Dort sind sieben große Räume mit Unterstützung der Stadt Frankfurt für die Zwecke des H a n s - T h a - ma-Heims eingerichtet worden, die dauerndem Gedenken an den großen Maler dienen, der oft in ihnen geweilt und die nun eine der inter- eiianteften Samlungen feiner Bilder, eine großartige Sammlung seines graphischen Werks, reiches Brief- material, eine Thoma-Bibliothek und zahlreiche Er- innerungsstücke an den Künstler enthalten, dem. Deutschland jo unendlich viel zu danken hat und der auch in die Zukunft hinein noch wie cm Riese wachsen wird. Es ist ein hochgesinnter Akt freundschaftlicher Pietät, ein Entschluß selbstloser Unterordnung unter die Größe des Verstorbenen, der seine jreimbe und deren Hinterbliebenen nun veranlaßt, dieses Heim in seiner lebendigen Zusammenstellung und außerordentlichen Kunstwerten nun der Oesfentlich- 13 Juli Amtliche Notierung l Priel 10 0-l' Amtliche No!» rung «Lld ! Brioi Berlin, 13. Juki. AuirrtUmi^r 3loiee IIM, Belgische Noten T^lLe Noten ..... (l.-nfll{kfre N»ten. ...... Solche Noten ..... holländische Noten ...... sst^ttrnifche Noten...... vlekn...... JXufMpCeftnt., Ä100 Jh»nai tznnumilche Noten...... Noten Sch»etzer Noten ..... Stemmte Noten....... Roten . . 19.48 86 00 20,355 19.68 167,-3 1.5,8« 73,62 59,03 112.42 81 45 60.65 12.40 5,82 Isranktmi a M- SefT in llur» 5b«n> .5t’« 5*teW.i Mr« r -Mi 10. 7. 13.7. 10. 7. | 11.7 — _ - 1 — — — — — — — — — — —» — — — — — — — — — — — — — — •* — — — —— —— 89.75 — 91.75 91.75 93.9 — 93.55 93.55 6.9 7.13 6.8 6,9 — 33,5 37 — 120.5 119,75 120.62 120 97.25 97 25 97 97 118 118 118 118 119.8 121 119 118 63 64.5 107.75 108 107.75 90 — — :i6 96.25 96 96 8.8 8 75 3.40 8 75 0,05 0.06 0.1 0,1 74 - 72^> 68.75 51.50 51 M 61,5 47,5 49 48.9 »8,5 66 67,75 64.25 56.75 56.5 56.25 55 „5 — 108.1 108.75 108 116.5 120.5 117,5 119.75 128 135 19.25 19.90 51.25 49 49.75 46.60 52 5 52.5 54.5 53.5 86.13 85 75 «.25 85 68.75 68 68.50 67.62 73.5 72 75 73.13 72,50 2,20 2.2 — 52.20 52,75 53.62 63.5 56.25 58 57,50 58 ■» — — - 72,5 72,75 — — 59 60 59.62 58.1 — — 96.25 93 125 127.13 124.25 126,25 0.44 0.45 — * 82.5 83 81.90 81.90 113,75 114.60 IP .25 115.25 114.9 116 90 114 115 5 9 o,8 — — 70.5 — »9,1 67,5 105 105,5 — — 94,50 96,50 M 97.25 — 72 73 72,1 82.5 82.25 — — 60 60.1 59,75 58.25 75 75 74 74 57,75 1 68,5 57 62 58 53 1 53.5 54.5 54,10 43 43 — — -50 1 48 51 50 — 66,75 65 0.41 । 0,41 — * 0,78 ' 0.78 0.8 0,8 101.5 ' 101,5 — — 67,5 67 — 2,1 — 2.9 2,62 2.5 8,25 37 37 3.5 V.Sfl 1 9.50 9.4 9.10 75 75 • — 67 ! 67,5 67,5 68,5 yirvt.-ijRbtt. Vncii--Aires 168 12 1.693 ' 7R.M” 1,697 168.12 1.693 M.J4 1.697 19 415 19.45.» 19,55 19.59 Xfetiftiefla 73,71 86.29 112.60 73,89 73,51 73.69 «ov-ntza,-n Steck:c!ni 85,51 112.88 86,11 112,71 86.33 112.99 pftftnuforä. 10 5»2 10,602 10,562 10.602 yi-lten. . 15 50 15,54 15.81 15,85 öondon. . 20.390 20,442 <0,390 20,442 ’.tuHerf . • 4.195 4,205 4,195 4,20.) 19.71 19,75 19.75 19,79 81 46 81,66 41 44 31,61 Epa.;kn . 60.92 bl ,4B 60.82 SlUMtll . . 9M» dr ftan 1.716 ) 461 1.720 1.483 1,723 9.467 1,727 0.469 Wien iu T^ Cifl- abgeft 59.055 59,195 59,057 59,19. iriirnb . . 12.426 12,468 12.435 12.475 7.37 7.39 7.37 7.39 6,915 Duda p^t. • 5,895 5,915 o ,M5 Bnlcorien PifTahjn 1.025 20 925 3,035 : 0.975 3,025 20.925 3,035 20.975 Damtti .. • flouftentin. 80 83 >1.03 80.8-3 81.03 2 312 2.322 2.323 2.332 Ltdev. . • 6 99 7.01 76.99 77,01 „Pneumatik im Schuh“ / 8Tage zur Probe. M— ......Ml............... ................... ........ ..... vSL Schuhhaus Metropol, Seltersweg 19 / Fachk. Bedienung 3. 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Deutfdjlanbiieb Eintritt frot i^doch nur gegen Karten, die am Dienstag, dem 14. Juli, von 11-1 und von 5-7 Uhr, sowie vlllUHl 11 vl am Mittwoch, dem 15. Juli, von abends 7 Uhr ab, an der Iheaterkasse ausgegeben werden 67906 ..................................................................... 7. Chor: „Bleib deutsch, bu herrlich Lanb am Rljein"oon 8. Musik: „Preußens Gloria, firmeemarfd) JJ, 240“ von 1. Musik: „Siegfrieb=Jbyll“ non Ridiarb Tagner 2. sinsprache: Oberbürgermeister Keller 3. Cbor: „Heimat“ von Tiefner 4. Feftrebe: Stubienrat Dr. König 5. Chor: „Rtjeintreue“ von Sonnet Der Oberbürgermeister Deutsche Demokratische Partei Deutsche Dolkspartei Deutschnationaie Dolkspartei sozialdemokratische Partei 3entrumspartei Jaljrtaufenbfeier zur€rinnerunganbie1000jährige3ugebörigkeit berRljeinlanbe zum Deutschen Reiche am Mittwoch, 15. Juli, abenbs 8 Uhr, im Stahttljeater unter Mitwirkung bes Bäuerischen Gesangvereins unter Leitung seines Cljormeifters Herrn Otto Görlach unb der Kapelle besl. Hess. Bataillons 15. Jnfanterie-Begts. unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters Löber Fernsprecher: Roland Nr. 7814 Draht-Anschrift: Moccahandel Bestens eingeführte Vertreter gesucht 6839V 32. Mittelrheinisches Kreisturnfest Finanzamt Giehen. 6819c 6850D Atelier für Neuanfertigung Kronprinzenstratze 13 Fernspr. Amt Römer Nr. 7501 Historische Kostüme für Ausstattung des Festzugs Sperrplatten Billigste Preise! Eigene Werkstätte mit Motorenbetrieb. Brief-Anschrift: Postfach Nr. 762 Postscheckkonto: Hamburg 46763 von 3-30 mm Stärke in allen Großen nur beste Fabrikate prompt ab Lager lieferbar Lieferung ausschließlich an Kleinhändler Bremen, Am Deich 10 Hansa Handelsschule J. Kunze! mann Qießen, Bahnhofs tr. 60 vorn. Hermes 3. A ugust v neue Kurse. i Der Fälligkeitstermin des 2. 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