Nr. N2 Erster Blatt 175. Jahrgang Donnerstag, p. Mai <925 Erscheint täghd), nutzer Sonn- und Feiertags Beilagen: (Biebener^amilienblätter Heimat im Bild. Monatt-Vezugrpreir: 2Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Träger lohn, auch bei Oiichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprc ch-Anschlliste: Schristleitung 112, Der- lagundLelchästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten. BnzeiaerOießen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Umverfilälr-Vuch und Stcinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r. Annahme von Anzeigen für die Togesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite ortlichki, auswärts 10 (Bolbpfcnntg; für Reklame-Anzeigen v 70 mm Breite 35 Goldpfennig, platzvorfchrist20° „Aufschlag. - Verantwortlich für "Politik u. Feuilleton: s)r. Friede. Wilh Lange: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen Empfänge beim Reichspräsidenten. Berlin, 13. Mai. (£11.) Der Reichspräsident empfing heute da» Präsidium des Reichstages, bestehend aus dem Reichs- taaspräsihenten Lobe sowie den Vize- Präsidenten Dr. Bell und Graefe- Thüringen. Vizepräsident Dr RI elfer lieb sich wegen Krankheit entschuldigen. Präsident Lobe sprach namens des Präsidiums des Reichstages dem Reichspräsidenten aufrichtige Glückwünsche für seine Amtsübernahme aus und berichtete über die Geschäftslage des Reichstages Der Reichstag sei zur 3cit in sachlicher Arbeit mit wichtigen Fragen, wie Auswertung, «Steuerreform, Finanzausgleich usw. begriffen. Der Reichspräsident erwiderte daraus: „Meine sehr verehrten Herren, ich freue mich, nach unserem gestrigen Beisammensein Sie heute auch bei mir begrüben zu können. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dab diese Begegnung der Anfang einer durch keine Mißverständnisse getrübten, vertrauensvollen Zusammenarbeit lein wird Die ich über das Verhältnis von Reichspräsident und Reichstag denle, hab.' ich gestern ausgesprochen. Ich bin mir bewußt, daß gerade in einer Republik das Ansehen d e r R a t i o n in hohem Mähe in d i e Hände deS Parlaments gelegt ist. Das Ausland wird uns um so mehr Achtung zollen, je mehr wir unS in unserem ganzen Auftreten als aufrechtes und stolzes Volt bewähren." Ilm 11 Uhr empfing der Reichspräsident auch die Dertrelung des Reichsrates, den preuhischen Staatssekretär Dr.W cisman n, den bayerischen Gelandten von P reger und den braunschweigischen Staatsminister Boden. Staatssekretär Dr. Weismann übermittelte in einer Ansprache namens des gesamten Reichs- rates dem Reichspräsidenten die herzlichsten Glückwünsche und gab der Hoffnung Ausdruck, das) es dem Reichspräsidenten vergönnt sein möge, an der Spitze des deutschen Volkes und des Deutschen Reiches Einigkeit, 'Wohlfahrt und Wiederaufbau zur höchsten Entfaltung zu bringen. Der Reichspräsident antwortete hierauf nut folgender Ansprache: „Ich freue mich, meine Herren, in Ihnen die Vertreter derjenigen Stelle unseres Verfassungslebens begrüßen zu können, der in ihrem Charakter alb Organ des Reiches und als Vertreter der Länder eine besonders gewichtige Aufgabe obliegt. Der Reichsrat, der für die Länder an der Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches teilzunehmen hat, bildet so das organische Verbindungsglied zwischen Reich und Ländern. Dem reichen Eigenleben der deutschen Länder haben wir ein gut Teil der Vielgestaltigkeit und Fruchtbarkeit der geistigen und wirtschaft- lichen Entwicklung unseres Volkes zu danken. Wir würden die beste Quelle unserer Kultur verstopfen, wenn wir gewaltsam an der Selbständigkeit der Länder rütteln wollten. Sie dürfen überzeugt sein, das; ich es mir zur höchsten Ausgabe machen werde, die berechtigten Eigenarten der einzelnen deutschen Länder zu schonen und ihre Wünsche und Bedürfnisse nach Kräften zu fördern.' Rach deni Empfang des Reichsrates erschien beim Reichspräsidenten als Vertreter der preußischen Staatsregierung Ministerpräsident Braun, der von Staatssekretär Dr. Weismann begleitet war, und sprach namens des preußischen Staats- Ministeriums dem Reichspräsidenten die Glückwünsche Preuhens und die Erwartung aus, dab das bisherige vertrauensvolle Verhältnis zwischen dein Reichsoberhaupt und Preußen auch in Zukunft seine Fortsetzung finden werde im Interesse des Gedeihens des ganzen Reiches. Der Reichspräsident erwiderte darauf: „Ich danke Ihnen meine Herren, dab Sie sich der Mühe unterzogen haben, mir bei Antritt meines Amtes in Berlin, das ja nicht nur Reichs Hauptstadt, sondern auch Hauptstadt Preu- stens ist. den Willkommengrub zu entbieten. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie innig ich mich persönlich mit dem alten Preußen verbunden fühle. Möge es Ihrer Arbeit beschieden fein, getreu den großen Hebe r liefern n • gen des preubischer Staates seiner Stellung innerhalb deS Deutschen Reiches gerecht zu werden, damit Preusten weiterhin die feste Klammer bleite, die unsere Oft- und Weft- mark an den Körper deS Deutschen Reiches fesselt." Um 12 Uhr erschienen beim Reichspräsidenten als Abordnung der Wehrmacht deS Reiches Rcichswchrniir.ister Dr» Gehler mit feinem Adjutanten, der Ches der Heeresleitung, General v. Seeckt mit dem Ches des Stabes, und der Chef der Marineleitung, Admiral Zenker mit dem Chef des Stabes. Der Reichswehrminister sprach dem Reichspräsidenten die Glückwünsche der Wehrmacht und das Gelöbnis treuester Pflichterfüllung aus. Der Reichspräsident antwortete hierauf u. a : Ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, mit wie grober innerer Anteilnahme ich in den Jahren meiner stillen Zurückgezogenheit die schwere und hingebende Arbeit verfolgt habe, die Sie unter den schwierigsten Verhältnissen geleistet haben. Mit stolzer Genugtuung dürfen Sie auf Ihr Werk blicken. Die kleine deutsche Wehrmacht steht heute u n - Neue Verzögerung der Näumungsfrage. Der franzöfische Notenentwurf in London. — Troy aller durch die französischen Pressedienste in die Welt gesetzten Mitteilungen, die Alliierten seien sich über die Räumung der Kölner Zone und die Entwassnungsfrage völlig einig, folgt doch in Paris ein Ministerrat dem anderen und must die Botschafterkonserenz immer wieder ihre entscheidende Sitzung hinausschieben. Zur Zeit geht zwischen London und Paris ein reger Telegramm wechsel hin und her, die Engländer scheinen doch keine Lust zu verspüren, auf die französischen Forderungen einzu- gehen. Damit aber die Stimmung in England und Amerika nicht plötzlich gegen Frankreich umschlägt man ist bereits sehr böse wegen der fortgesetzten Verzögerungen, die Dri- and hervorrust — werden jetzt wieder die wenigen sogenannten und sattsam bekannten „V c r- sehlungen" Deutschlands in der Abrüstungsfrage in die Welt hinausgesunkt. Wir hätten allerdings erwartet, dah uns andere Verstöße vorgeworfen würden, denn kein ernstzunehme'v- der Mensch wird annehmen wollen, hab die Festungsgefckühe in Königsberg, die uns der Friedensvertrag übrigens zuge standen hat, Frankreichs Sicherheit ebenso gefährden. wie dis Zeitsreiwilligen, die wir seinerzeit mit Zustimmung Frankreichs zur Rie- bertoerfung des Kommunistenausstandes entstellten und die längst wieder die Reichswehr verlassen haben. Sollten das die von F^ani- reich so streng geheim gehaltenen Verschlangen sein, dann versteht inan, weswegen England die französischen Forderungen abschlägt: es will sich nicht Frankreich zuliebe vor der ganzen Welt lächerlich machen. Noch keine Räumung. Paris. 14. Mai. (£11.) Die Blätter ersah r en. dast bei der Abfassung der K o n t r o l l - n o t c ein volles Einvernehmen zwischen den Botschaftern erzielt worden sei. Die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frankreich seien nur technischer Art. Sie bezögen sich in der Hauptsache auf die Methode des einzufchlagenden Verfahrens. Auf französischer Seite lege man Gewicht aus gewisse Verfehlungen Deutschlands, denen die englische Regierung keine besondere Bedeutung beirnistt. In der Räumungsfrage bestünde volles Einvernehmen. Die Kölner Zone werde erst geräumt, wenn Deutschland seine Verfehlungen wieder gutgemacht habe. Wie „Petit Parisien" meldet, wird die Rote nach der Ueberreichung in Berlin veröffentlicht werden, ebenso das Gutachten des Marschalls Foch und wesentliche Auszüge aus dem Kontrollbericht. Die Räumung des Ruhrgebietes wird nach dem Londoner Abkommen ab 1. September erfolgen. In den letzten Monaten seien die Abtransporte der französijchen Truppen ständig fortgesetzt worden. Die Räumung der Städte Duisburg. Ruhrort und Düsseldorf sei jedoch eine andere Frage, well die Besetzung dieser Städte als Sanktion wegen Verstößen gegen die Verträge vorgenommen wurde. Wahrscheinlich werde die Räumung der 3 Städte noch vor der Räumung der Kölner Zone erfolgen, wenn Deutschland eine Reihe der Versehlungen obgestellt habe. Die Blätter veröffentlichen folgende anscheinend offiziöse Meldung: Die französische Antwort auf das deutsche Sicherungsangebot ist gestern der britischen Regierung überreicht und auch den nächsten übrigen Verbündeten zur Kenntnisnahme unterbreitet worden. Die Rote, die kurz geiaht ist, verzeichnet mit Genugtuung die friedliche Anregung Deutschlands, deren Aufrichtigkeit sie nicht in Zweifel zieht, ohne Fragen über den Anschluß Oesterreichs, die Ostgrenze oder den Völkerbund zu stellen. Weiter sührt die Rote aus, dast Frankreich als Mitgliedsstaat des Döllerbundes eine internationale, durch die Vorschristen des Bundes bedingte Politik befolge. Dagegen wird zum Ausdruck gebracht, dast die Verhandlungen mit Deutschland durch den Beitritt zum Völkerbund wesentlich erleichtert würden. Briand hält cs für richtig, seine Ansicht nicht näher zu präzisieren, txrbic Rote lebig- l i ch eine Empfangsanzeige im Sinne der Eröffnung von Verhandlungen darstellt, keineswegs den Beginn der Verhandlungen selbst. Der „M a 11 n" bringt in einer zweiten Morgenausgabe einen aufsehenerregenden Artikel Sauerweins über die Roten entwürfe der französischen Regierung. Er schreibt, Frankreich und England seien sich einig geworden, in der Kontrollnote die minderwichtigen Verfehlungen Deutschlands beiseite zu lassen, um u m s o größeres Gewicht auf die ausschlaggebenden Derstöste zu legen. Da Deutschland längere Zeit brauche, um alle diese Derstöste abzustellen, sei es unwahrscheinlich, daß Köln noch in diesem Jahre geräumt werden könnte, es sei denn, dah die Reichsregierung „einen ganz außerordentlich guten Willen" an den Tag legen werde. Oas englische Memorandum. lieber den Tcrl des englischen Memorandums, das den englischen Rotenentwurf begleitet, teilt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" mit, 'vast dieses Memorandum alle Hauptverfehlungen, die durch die Ent- wasfnnngslommission feftgcfteUt worden seien, wie auch die entsprechenden Ratschläge des Fochkomitees ausführlich analysiere. Meinungsverschiedenheiten beständen über den Zeitraum, den Deutschland zur Erfüllung dieser neuen Forderungen brauchen werde. Man sei jedoch in London der Meinung, daß V e r l i n in dieser Hinsicht zu o p t i m i st i s ch sei. Pessimistische Auffassung in England. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" teilt zu dem Antwortentwurf B r i - ands auf die deutschen Sicherheitsvorschläge mit, diese Rote werde keinesfalls zu einem schnellen Abschluß eines Garantiepaktes beitragen. Es fei kein Geheimnis, daß Briand ein verbessertes Genfer Protokoll einem solchen Pakte vorgezogen hätte. Aus diesem Grunde wäre Briand nicht so bereit, sofort in Verhandlungen über den Sjcherheitspakt einzutreten, wie das Herriot gewesen wäre. In London befürchte man, dah die pessimistische Auffassung über die Haltung Briayds sich bestätigen wird und daß die Bedingungen, welche notwendigerweise von Köln bleibt besetzt. Öer deutschen Regierung nicht angenommen werden könnten, tatsächlich nicht erfüllt werben würden. Der Korrespondent erwähnt bann einzelne Punkte, wie die Frage der schweren Artillerie in Königsberg und die Frage der Zeitfreiwilligen. Die wichtigste Frage wäre die Entmilitarisierung der Sicherheitspolizei. Man bezweisle in London, ob die Kompromißvorschläge der deutschen Regierung die Alliierten befriedigen würben. Ebenfalls sind wegen des sog. General st abs Schwierigkeiten zu erwarten, weil der Friedensvertrag nicht gestattet. 300 Offiziere im Reichswehrministerium zu beschäftigen. Der französische Entwurf in London. London. 14. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des ..Daily Telegraph" meldet, der Entwurf der französischen Rote über die Entwassnungsfrage sei gestern vom britischen Kriegsamt und vom F o r c i g n Office geprüft worden. Die Ansicht darüber, ob der Botschaftsrat jetzt schon erneut zusammentreten soll und einen wesentlichen Fortschritt erzielen werbe, gingen aus einanber. In manchen Punkten stimmten der britische und der französische Entwurf durchaus nicht überein. Der Pariser Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, er habe Grund zu der Annahme, dah die französische Regierung eifrig darauf bedach! sei. keine ernstlichen Vk e i n u n g S v e r schiede n h e i t c n mit der britischen Regierung in der Frage der an Deutschland zu richtenden Entwaffnimgssorderungen bestehen zu lassen. Amerika und der Sicherheitspakt. Die „Times" berichten heute aus Washington über die Stellung her Regierung her Vereinigten Staaten zu ben Dich:>h n.- Vorschlägen Im allgemeinen, lagt bas Blatt, könne die Haltung ber amerikanischen Regierung als mit der englischen Politik in Europa sympathisierend bezeichnet toc> ben. Die Regierung sei der Meinung, dah es nicht nur unfiug, sondern auch gefährlich wäre. Deutschland von einem Abkommen auszuschliehen. Sie sehe zur Zeit keinen Grund zur Annahme, dah Deutschland seine früher gemachten Vorschläge rückgängig machen werbe. Diese Vor schläge sähe man in Washington als eine Dis lussionsbasis voll großer Hoffnungen für ben europäischen Wieder auf bau an. Wenn nun Deutschland diese Vorschläge znrücknähmc ober wenn Frankreich die Verhandlungen mit Vedingungen komplizieren würbe, bic eine erfolgreiche Beendigung der Vc. Handlungen unmöglich machten, werbe bic Wirkung auf die amerikanische öffentliche Meinung, milbe gesagt, höchst unglüdüd) fein. Houghton fcabe zum Ausdruck gebracht, was bic 'Bereinigten Staaten in einem solchen Falle tun würden. Rach Meinung guter Beobachter brauchten bic Vereinigten Staaten wahrscheinlich im Rotfall überhaupt nichts zu tun. Die Empfindlichkeit des Geldmarktes gegen jede Gefahr europäischer Verwicklungen habe sich schon öfter und erst vor kurzem wieder gezeigt. berührt von den Kämpfen der Parteien und politisä)en Meinungen aufrecht do. Möge es Ihnen auch weiterhin gelingen, aus der deutschen Reichswehr das wirtsame 3n- ftrument ehrlichen Friedenswillens zu machen, das sic allein sein soll." Namens ber Deutschen Neichsdahngesellschaft sprachen ber stellvertretenbe Generalbirettor, Staatssekretär n. D. S t i c I c r und bic Direktoren Vogt und K u m b i e r dem Reichspräsidenten die Grühe und Glückwünsche der deutschen Eisenbahner aus. Daraus empfing der Reichspräsident ben Präsibenten der Reichsbank Dr. Schacht mit dem Vizepräsidenten Kauf|- m ann und dem Geheimrat Dr. v. Grimm. Dr. Schacht sprach namens der Reichsbank und aller ihrer Beamten und Angestellten dem Reichspräsidenten herzliche Glückwünfche aus und gab zugleich die Versicherung ab. dah die Reichsbank und alle, die ihr dienen, bestrebt sein werden, mit allen Kräften der deutschen Wirtschaft und damit dem Vaterland zu nützen. In seiner Erwiderung sprach der Reichspräsident den Wunsch aus. daß bic Reichs bank wieder zu der festen Grundlage unseres Wirtschaftslebens werde, die es dem ehrlichen Streben aller in ber deutschen Produktion tätigen Stellen möglich macht, dem schwer ringenden Volke zu neuer Blüte zu verhelfen. Des Reichspräsidenten Dank. Berlin, 13. Mai. (•£!!) Amtlich. Da es tem Herrn Reichspräsidenten zu fernem Bedauern nicht möglich ist, für bic zah llosen Glück- und Segenswünsche, die ihm aus Anlaß seiner Wahl und seines Amtsantritts aus allen Teilen zugegangen find, in jedem Falle einzeln zu danken, spricht er allen, die ihm in diesen Tagen Zeichen eines freundlichen Gedenkens übersandt haben, auf diesem Wege für diese Aufmerksamkeit und das durch bekundete Vertrauen seinen herzlich st en und aufrichtigen Dank aus. Paris und Hindenburg. Paris, 14. Mai. (TU.) Die Blätter kommentieren ausführlich bic Ansprache Hinden- burgs im Reichstag Der „Temps" stellt fest, dah ber neue Reichsprölibent mit Rachdruck die Friedensidee betonte. Alle Blätter sehen sich zu der Feststellung vcranlaht, dah die An- Iprache ungewöhnlich geschickt abgefaht war. „Journal des Debats" schreibt: „Der neue Reichspräsident hat unzweideutige offizielle Versprechungen g geben. Er hat ber Verfassung ber Republik und ber Fahne Schwarz- Rot-Gold den Eid geleistet. Offenbar will Hindenburg gegenüber der Verfassung korrekt blei- beiu'^Das Blatt lieft aus der Erklärung Hindenburgs auch die Absicht, die K ri egs schul d- frage wieder neu aufzurollen. Ausgabe des französischen A.chcnministerS sei es, ben Anstrengungen der beutidjen Propaganda endlich cm Ende zu setzen. Die fränkische Antwortnote auf das deutsche Sicherungsangebot enthalte feinen diesbezüglichen Passus. Man dürfe sich aber nicht verhehlen, daß alle Dorausfetzungen für die Unterzeichnung des Garantiepattes gegenstandslos feien, solange Deutschland nicht zur moralischen Abrüstung und zum Eingeständnis feiner Schuld am Kriege gezwungen werde. Weitere Glückwünsche des Auslandes. Berlin, 13. Mai. (HL) Der Präsident von Mexiko und der Präsident von Liberia haben an den Reichspräsidenten Glückwunschtelegramme gerichtet. Die britische Regierung wird an den Reichspräsidenten die bei solchen Gelegenheiten üblichen Glückwünsche sendtn. Die Erklärungen Hindenburgs bei seiner 'Amtsübernahme haben in Lon- don einen sehr günftigen Eindruck gemacht. Man fühle, dah feine Uebereinftimmung mit dem Kabinett Luther-Strefemann in der auswärtigen Politik ehrlich gemeint sei. Ruhland und Hindenbura. Moskau, 14 Mai. (WTB. Funkspruch) Die heutige Sitzung des Kongresses der Sowjets war besonders interessant durch das Wiedererscheinen Trotzkis in der pvlili chen Oessentlichkeit. Trotzki wurde stürmisch begrüßt. Im Zuhörerraum waren ber Berliner russische Botschafter Krestinski fowie daS getarnte diplomatische Korps anwesend. Der Verfitzende des Rates der Volkskommissare Rykoss hielt eine beb enttarne Red 7. in ber er u. a. anö- führte. RußlanbS Beziehungen zu Dcutfch- lanb charatterifierten 'ich bis jetzt durch Freun?- schasi unb gegenseitiges Verständnis sür die Intereffen, die seinerzeit ben Rapallover- trag ins Leben riefen. Rußland habe bas Bestreben, auch bei ber neuen Regierung Deutschlands seinen Grundsatz streng zu besolgen, sich in innerdeutsche Angelegenheiten auf keinen Fall einzumifchen Augenblicklich führe Deutschland Verhandlungen mit der Entente, die nicht ein» sluhlos auf bic beutsch-sowjetruttiichen Beziehungen bleiben könnten. Ruhlanb hoffe auf schnelle Unterzeichnung des Handelsvertrages. Die Wahl Hindenburgs werde die unverändert freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjet-Rußland nicht ungünstig beeinflussen können. Riesenfeuer in Japan. Wie ans Tokio gedrahtet wird, ist der etwa 40 englisHe von dort entfernte Ort Kumahaha fast völ ig niedergebrannt, Tausende von Tlenf.en lind obdachlos geworden. Der Schaden beläuft sich nach den ersten Schät- jungen auf 2,5 Millionen Dollar. Auch soll eine große Anzahl von Menschenleben zu beklagen sein. Einzelheiten stehen noch aus. vorläufige Entscheidung des Uorridor-Schie-sgerichts. Berlin, 14. Mai. CSU.) Aus Danzig wird gemeldet: Das Korridor-Schiedsgericht, das gestern die Unfall stelle des Cisenbahn-älnglücks bei Stargard besichtigt hat. hat folgende vorläufige Entscheidung gefällt. Die eingehende Besichtigung der an der Ünfallstelle zurü.kgrlasse- neu 25 Eisenbahnschwellen ergab, daß sie aus brauchbarem Material bestanden. Aber auch die bei denn Unfall zertrümmerten lieber= bleibsel von 18 Schwellen, die von der polnischen Cifenbahnverwaltung auf Lein Bahnhof Stargard sorgfältig gesammelt aufbewahrt wurden, ergaben nach eingehender Prüfung, daß es sich um gesundes Material gehandelt hat, abgesehen von einzelnen morschen Teilen, die auch bei normaler Unterhaltung Vorkommen. Der Zu st and der an die Unfallstelle angrenzenden Streckenteile weist keine erheblichen Mängel auf, die die Betriebssicherheit gefährden könnten. Aach diesem Ergebnis hält das Schiedsgericht es nicht für dringend, weitere vorläufige Maßnahmen in der Aufklärung der Ursache des Eisen- Lahnunfalls anzuordnen. Mit Rücksicht auf den oben erwähnten Zustand der vom Schiedsgericht besichtigten Streckenteile findet das Schiedsgericht keine Veranlassung, sein Verfahren gemäß Art. 16 des Dur chg angs ab kommens vom 21. April 1921 betreffend die Besichtigung der gesäurten Durchgangsstrecke on- z u o r d n e n. Somit wird das Schiedsgericht den Antrag 1 (die Parteien zu schriftlichen 2Ieugelungen und Gegenäuherungen aufzufordern) im ordnungsmäßigen Verfahren behandeln. Diese amtliche Erklärung ist nur als eine vorläufige Stellungnahme aufzufassen, da die e n d -- gültige Entscheidung erst bei der ordentlichen Tagung des Schiedsgerichts getroffen wird. Wie weiter verlautet, daß die polnische Regierung sich in den bisherigen Verhandlungen des deutsch-poln schen Schiedsgerichtes in der Entschädigungsfrage des Stargarder Unglücks auf den Standpunkt gestellt, zu irg ndeiner Schadenersatzleistung nicht verpflichtet zu sein, da „nachweislich" ein Attentat vorliegt. was eine rechtliche Verpflichtung für die Haftung ausschließe. Rach Ansicht von Fachleuten dürfte jedoch die Sache rechtlich so liegen, daß selbst, wenn ein Attentat Vorgelegen haben sollte, die polnischen Behörden nicht von der Verantwortlichkeit befreit sein würden. Auf Grund dieser Rechtslage ist es gegeben, daß die deutschen Geschädigten versuchen, "das Reich zu einer vorläufigen Entschädigungszahlung an die privaten Geschädigten zu veranlassen. Dem Reich wird es zweifellos leichter fallen, sich mit Polen auseinandrrzusehen als den Privatpersonen. Landwirtfchaftsfragen im Reichstag. Berlin, 13. Mai. Das Hans wendet sich der Beratung des Haushalts des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu. Aus den Darlegungen dcs Ausschußberichterstatters Abg. Dietrich (Dem.) ist hervorzuheben, daß im Aus- - schuß die Frage aufgetaucht war, ob das Reichs- ■ Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft üben z-haupt aufrechterhalten werden müsse. Angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage und der Notwen- -digkeit einer Vertretung der Interessen der Land wirtschaft gegenüber dem Auslande sei man im Aus- schuß zu einer Bejahung der Frage gelangt, umso mehr, als ja Industrie und Wirtschaft durch das Reichswirtschaftsministerium vertreten würden. Abg. I ä ck e r (Soz.) wendet sich gegen die Schutzzölle, die den kleinen Landwirten keine Vorteile und für die Verbraucher starke Lasten bringen würden. Die Rot der Landwirtschaft sei im Kreditmangel begründet. Der Redner wendet sich dann den schlechten Woh- nungsverhältnissen der Landarbeiter zu. Die Wohnungen der Landarbeiter müßten unbedingt unter die Mieterschutzgesetze fallen. Der Redner setzt sich dann für die Umgestaltung derLandwirt- schaftskommern ein, denen mindestens ein Drittel stimmberechtigte Landarbeiter angehören müßten. Im Interesse der Landwirtschaft selbst ersucht der Redner schließlich den Landwirtschaftsminister, den Bedürfnissen der Landarbeiter mehr Beachtung zu schenken: dadurch würde die Ardeiis- freudigkeit gehoben und die Produktion gefördert werden. Abg. L t n d (Dtschnatl.) meint, die Hauptaufgabe des Landwirtschaftsministers sei die Beseitigung der Rot der Landwirtschaft und die Produk- lionssteigerung. Die Sozialdemokratie hätte sich nur darin gefallen, Ausnahmegesetze gegen die Landwirtschaft zu erlassen, und habe oft gezeigt, wie fremd sie den Bedürfnissen der Landwirtschaft gegenüberstehe. Durch Akkordlöhne könne man in der Landwirtschaft eine Produktionssteigerung nicht erzielen, wohl aber durch intensive Bewirtschaftung. Daß die Landwirtschaft heute weniger Arbeitskräfte brauche als vor dem Kriege, fei ganz selbstverständlich. weil sie eben mehr Maschinen besitze, die Handarbeit zu ersetzen. Dann wendet sich der Redner gegen die Preisdifferenzen auf dem Fleischmarkte. Während die Viehpreise unter denen der Vorkriegszeit lägen, seien die Fleischpreise erheblich höher als im Jahre 1913. Mit Bezug auf die Handelsverträge müßten Industrie und Landwirtschaft gleichermaßen berücksichtigt werden. Handelsverträge wie der spanische, seien daher abzulehnen Abg. Dr. Crone-Münzebrock (Zentr.) meint, daß Deutschland infolge seiner geographischen Lage in erster Linie ein Agrarland und bei seiner dichten Bevölkerung ein Bauernland sei. Die Landwirtschaft habe das gleiche Interesse an einem guten otanbe der heutigen Industrie, denn die in her Industrie Beschäftigten seien die Hauptabnehmer der Landwirtschaft. Dringend notwendig für die Existenz der Gesamtwirtschaft sei eine befriedigende Lösung des Siedlungsproblems. 3n einem 3ahre nach der Inflation fei eine landwirtschaftliche Schuldenlast von etwa 3 Milliarden entstanden. Wenn man dabei die hohen Zinsen berücksichtige, so zahle die Landwirtschaft heute an Zinsen für die drei Milliarden Schulden mehr, als sie früher für 12 Milliarden Schulden zu zahlen gehabt habe. Die Steuern müßten so bemessen sein, daß sie von der Landwirtschaft ohne Inanfpruchnahme der teueren Kredite getragen werden könnten. Die Regierung müsse baldigst einen Zolltarif uorlegen, wobei es darauf ankomme, die Retcu'wt zwischen den Zöllen ausrechtzuerhalten. Hätte hie Landwirtschaft im letzten Jahre den Freihandel gehabt, nur den sie im Interesse des deutschen Vo'kes vetzichtete, so würde sie jetzt anders und besser da- stehen. (Sehr richtig.) Beim spanischen Handelsvertrag wären nach Ansicht des Redners bessere Sätze ,-,u erzielen gewesen: in seiner augenblicklichen Geftau fei er untragbar. Zum Schluß fetzte sich der Redner unter der Zustimmung der Mitte des Hauses noch für Mindestzölle für Getreide und Vieh ein und warnt vor Massen- konkursen, die die Folge wären, wenn der Landwirtschaft nicht umgehend unb wirkungsvoll geholfen werde. 2Ibg. Hepp (D. Vp.) wünscht programmatische Erklärungen vom Reichsernährungsminister, da nach wichtige Fragen für die Gesamtexistenz Deutschlands zur Sprache stünden. Die Entwicklung der Krise müsse mit besonderer Sorge erfüllen. 1924 habe die Landwirtschaft etwa 1' Goldmilliarden an Krediten ausnehmen müssen, von denen ungefähr die Hälfte im Herbst d. Is. zurückgezahlt werden müsse. Das könne nur geschehen, wenn die Landwirtschaft, ohne die Produktionskosten zu berücksichtigen, verkaufe, was entbehrlich und unentbehrlich sei. Das müsse verhindert werden. Die Regierung müsse für eine Verlängerung der Kredite Sorge tragen. Zum Schluß feiner Ausführungen wendet sich der Redner der Handelsvertragspolitik zu, die erfolgreich nur geführt werden könne, wenn ein Zolltarif vorhanden fei. Finanzdebatte im Preußischen Landtag. Berlin, 12. Mai. (T. U.) Die allgemeine Aussprache wird fortgesetzt. Abg. Wie m er (D. Vp.) gedenkt der schweren Lage der Finanzen. Dank gebühre dem preußischen Finanzministerium für die erfolgreiche Arbeit am Sanierungswerk. Seine Partei sage ihre Unterstützung zu, obwohl sie Oppositionspartei fei. Dyr Redner forderte, daß die Lebensnotwendigkeiten der Länder und Gemeinden gesichert werden. Die unerträgliche Bevormundung des Reiches in steuerlicher Beziehung führe zu einer Anspannung des Zentralismus, der aber nicht zuletzt der Reichseinheit gefährlich fei. Wir wünschen, daß bei den Verhandlungen, die im Reichstage geführt werden, bei der Gestaltung der Bestimmungen der Einkommensteuer irgendwie eine rückwirkende Veranlagung für 1924 nicht durchgeführt wird. Wir müssen uns abkehren von der Erzbergerschen Steuerreform. Unsere Ausgaben für den viel zu teuren Beamtenapparat betragen 76 Prozent sämtlicher Staatsausgaben. 556 Millionen beträgt der Zuschuß für die staatliche Hoheitsverwaltm.g. 'An einer Erhöhung der Grundsteuer und der Hauszinssteuer werden meine Freunde in keiner Weise Mitwirken. 'Aufhören muß die unerträgliche steuerliche Ueber- laftung, unter der die Wirtschaft leidet. Zur wirtschaftlichen Gesundung muß aber die politische Gesundung treten. Schließlich sind wir alle Kinder eines Landes und eines Volkes und müssen deshalb die Gegensätze überwinden. Abg. Falk (Dem.) erklärt, mau müsse endlich die große Verwaltungsreform durchführen. Seine Partei Jtetye hinter dem Finanzminister, wenn er aus dem Finanzausgleich möglichst viel herausholen wolle. Eine Erhöhung der Steuern sei kaum möglich. Billiger Kredit für den gewerblichen Mittelstand ist eine Lebensnotwendigkeit. Abg. E b e r I e i n (K.) erklärte, die Etatrede des Finanzminifters fei lüchts als eine Untetänigkeitserklärung gegenüber der Boiirgeofie und ihrer kapitalistischen Interessen. Das Haus unterbricht hierauf die Aussprache und nimmt die Wiederholung der amtlichen 2( b - ft tmmung über die Ausschußcmträge vor, wonach die W a h l z e i t z u den P r o v i n z i a l l a n d - und Kreistagen bis zum 1. November durchgeführt fein soll. Bei der Abstimmung über diesen Gegenstand war das Haus schon dreimal beschlußunfähig gemacht worden, da die Rechte und die Kommunisten keine Karten abgaben. Diesmal wurden 265 «stimmen abgegeben, wobei die Wirt- schaftspartei und die Kommunisten mitftimmten. Es enthielt sich ein Abgeordneter der Stimme. Mit Ja wurden 222 Stimemn abgegeben, mit Rein 42. Der 'Antrag ist daher angenommen. Darauf wurde die Aussprache zum Etat fortgesetzt. Abg. Müller-Franken (Wirtsch. Vgg.) beklagt die heutige steuerliche lleberfpannung, die nur die Bedürfnisse des Staates und nicht die der Wirtschaft im Auge habe und geradezu zu einer Verstaatlichung des Kapitals führe. Er schlägt weiter den Abbau des Wohlfahrtsministeriums vor, dessen Arbeiten von anderen Ministerien miterledigt werden könnten. Finanzminister Dr. Hö'pker- Aschoff wendet sich gegen den Vorschlag, das Wohlfahrtsministerium abzubauen. 'Abg. Weisermel (Dtschnll.) erklärt, Sparsamkeit ist das einzige, was Preußen noch retten kann. Der Redner geht die Haushalts-Ansätze der einzelnen Verwaltungen durch und erneuert beim Haushalt des Landtages den Vorschlag, das Alter für das aktive Wahlrecht zur Verminderung der Ad- geordnetenzahl auf 25 Jahre heraufzusetzen. Einer Erhöhung der Grund- und Hauszinssteuer könne die Partei nicht zustiminen. Aus dem Finanzausschuh des Hessischen Landtags. Darmstadt, 13. Mai. (Eig. Bericht., Der Finanzausschuß des Landtags fetzte heute feine Beratungen bei Kap. 109 (Hausverwaltung des Finanzministeriums) fort. Ein Antrag Dr. LeuchIgens, drei Stellen von Hauswarten und zwei Fernfprech- gehllfen zu streichen, wurde gegen drei Stimmen abgelehnt und das ganze Kapitel gegen 4 stimmen angenommen. Zu dem Kap. 110 (Hauptstaats- taf(e) lag ein Antrag Dr. Leuchigens vor, worin bar- auf hingewiesen wird, daß sich die Stellen hier seit 1914 von 34 auf 145 vermehrt hätten. Der Antrag verlangt dann die Streichung von 16 stellen verschiedener Kategorien, vom Rechnungsdirektor an- gefangen bis zum Finanzpraktikanten. Ferner verlangt der Antrag eine Verminderung der Aushilfs- kosten von 92 376 Mk. um 50 Proz. Der 'Antrag wurde gegen drei Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Ausbau des Werkes Wölfersheim wurde mit einer breioiertel Mehrheit angenommen. Das ganze Kapitel wurde gegen bret Stimmen angenommen. Zu Kap. 111 (Landesoermef- fungsamt) lag ebenfalls ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, die Stellen mehrerer Vermessungsrate, Oberlandmesser, mittlerer- und Unterbeamten zu streichen. 1 Ein Teil dieser Beamten könnte den freien Berufen zugefichrt werden. Der SüUrag wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. Das Kap. wurde gegen zwei Stimmen genehmigt. Kapitel 112 (Bauwesen) wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Ein Antrag Dr. ^euchtgens zu Titel 1, die Vergütungen für Aushilfspersonal in Höhe von 89 910_ 'Dlt. um 50 Pro;, herabzufetzen, wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Houry (Deutsche Vp.), an Stelle von Aushilfskräften Privatarchitekten bei der Vergebung von Arbeiten heranzuziehen, wurde dahingehend beantwortet, daß hiernach bereits vorgegangen werde und auch fernerhin der 'Antrag entsprechende Berücksichtigung finden soll. Da5 Kapitel 113 (Brücken und Ueberfahrken) wurde einstimmig genehmigt. PeMionsausschuh des Hessischen ßanbtags. Darmstadt, 13. Mai. Der dritte Ausschuß (Petitionsausschuß) erklärte in seiner gestrigen Sitzung einen 'Antrag der Abg. Dr. Werner und Gen. über die Automobillandplage an Sonntagen durch eine Regierungsantwort für e r - l e d i g t. Ebenso wurden Anträge der Abg. Eberle lind Gen. über eine Verlängerung der Zucke- rungssrift des Weines für erledigt erklärt. Ein Antrag der Abg. W e ck l e r. Blank und Gen. über die Bekämpfung des Scheidenkatarrhs bei Kühen gab Veranlassung, die Regierung um weitere Bemühungen zur Bekämpfung dieser Seuche zu bitten. Itr seiner heutigen Sitzung befürwortete der 'Ausschuß die Vorstellung des Ortsvorstandes zu Kohden über die Wiedereröffnung des B ah n - v e r k e hr s auf der Haltestelle Kohden und die Vorstellung des Lehrers Feier und Gen. in Ober- Roden über die Einlegung eines Triebwagens Sprendlingen—Urberach. Die Regierung wird ersticht, im Sinne der Petenten zu handeln. Ein Antrag der Abg. Blank, Iß e dl e r und Hoff- mann- Darmstadt über die Eröffnung und Fortführung von sog. Straußenwirschaftett wurde abermals zurückgestellt. Beginn der französischen Offensive in Marokko. Paris, 14. Mai. (TU.) Rach einem amtlichen Bericht aus Rabat hat gestern die G e * neralof f enfibe gegen QI b b e l Krim begonnen. Der amtliche Bericht lautet: Der Beginn der Offensive erfolgte gestern früh nach dem Plane des Generals de Chambrun nördlich von Quergha-Ourtzagh-Tadra. Die Kolonnen des Generals Calombach griffen nach heftiger Artillerie-- und Flugzeugborrichtung die Steb- lungen des Gegners an. Sie arbeiteten sich normal an den Berg heran, auf dem die Ris- leute in modernen Laufgräben verschanzt sind. Rach den letzten Meldungen war die Offensive bisher von Erfolg. Das nene belgische Kabinett. Brüssel, 13. Mai. (SIL) Van d e Vy- v e r e hat heute nachmittag im Parlament sein Kabinett vorgestellt. Es seht sich wie folgt zusammen: Finanzen und Ministerpräsident: Van de Vyvere; Justiz: Theodor: Inneres: Pullet: Landwirtschaft: Ruzette; Industrie: T s ch o f f e n; Rationale Verteidigung: General Holleban 1; Wirtschaft: Moyerson: Kolonien: Car ton de Tourni. Drei Portefeuilles sind in Vertretung befehl' bas des Qluswärtigen durch Baron Ruzette, das der Eisenbahnen durch Tschoffen und das Kultusministerium durch Theodor. Zn politischen Kreisen ist man der Ruffassung, baß sich das Kabinett nicht wird halten können. Viel besprochen wird die Tatsache, daß bas Ministerium des Auswärtigen nicht beseht ist. (Ein amerikanisches Memorandum in der Schuldenfrage. Paris, 14. Mai. (SU.) Der amerikanische Botschafter Herrick wird nach dem „Aeuyvrk Herold" voraicssichtlich heute das Memorandum in der S ch u t b e n f r a g c überreichen. Man glaubt, baß die französische Regierung endgültige Vorschläge zur Regelung ihrer Schulden» Verpflichtungen erst nach Ausarbeitung des Finanz-Programmes unterbreiten wird. Die In Paris erscheinenden amerikanischen Blätter melden, daß Herrick und Caillaux in den letzten Tagen wiederholt Besprechungen abhiel-- ten, die auch in Zukunft fortgesetzt werden sollen. Kleine politische Nachrichten, Auf die neuerliche Beschwerde des Rechtsanwaltes hat der 3., Strafsenat des Kammergerichls beschlossen, daß J'ulius Bar mal gegen eine Kaution von 200 000 Mk. aus der Untersuchungshaft zu entlassen ist. Henry Barmat verbleibt bis auf weiteres in der Eharits, wo er sich in ärztlicher Behandlung befindet. „Echo de Paris" erfährt aus Bukarest, daß Bcnefch am 14. Mai in Wien eintrifft, um mit der österreichischen Regierung über politische und wirtschaftliche Fragen zu verhandeln. Der Hauptzweck der Reise bestehe darin, die Anschluß- Möglichkeit an Deutschland endgültig zum Scheitern zu bringen. Im Sejm erklärte der Berichterstatter des Ausschusses bei der Besprechung des Staatshaushaltsplans des Kriegsministerium s, daß der Ausschuß die Ausgaben für Heereszwecke gegenüber dem Regierungsoorschlag um 70 Millionen Zloft) erhöht habe. Im großen Theater in Ri oskau hat der 3. Bundeskongreß der Sowjets begonnen. Das diplomatische Korps hat in der Zarenloge Platz gefunden. Die Eröffnung gestaltete sich zu einer stürmischen Kundgebung für Trotzki, der in das Präsidium gewählt wurde. Hochschulnachrichten. Liu neuer Darmstädter Ehrendoktor. Darmstadt, 13. Mai. (WTB.) Rektor und Senat der technischen Hochschule haben auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Elektrotechnik Herrn Prof. Bernhard Salomon, Generaldirektor der E. A. G. norm. W. Lahmeyer & Eo. Frankfurt a. M. in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die technische Einrichtung, Durchbildung und Betriebsführung von Kraftwerken und Netzen die Würde eines Dr.-Ing. ehrenhalber verliehen. Aus aller Welt. Aljrchiu Lieger im Baden-Badener Schachturnier. Ergebnis der Schlußrunde des internatio= naten Schachturniers: SpieImann-Oesterre ich gewann gegen Earl-Deutschland: Dr. Treybal Tschechoslowakei verlor eine sizialtcmische Partie gegen Bogoljubow-Llkraine mit dem 40. Zug: Pates-England verlor ein Damenbauernspiel an Colle-Belgien mit dem 51. Zug Te Kolste- Holland verlor eine sizilianisch? Partie an Dr Tartakower-Oestei reich mit dem 19. Zug: Thomas-England verlor gegen Marshall-L1.S.21. mit dem 34. Zug: die indische Partie Rabinowitfch- Rußland gegen Mieses-Deutschland endete mit remis; ferner wurden folgende Partien remis gegeben: Riemzowitsch-Dänemark gegen Torre- Mexiko mit dem 59. Zug: Saemisch-Deutschland gegen Roselli-Italien in 30 Zügen: das Damenbauernspiel Aljechin-Frankreich gegen Orünfelb- Oesterreich wurde mit dem 12. Zug remis und war die kürzeste Partie in diesem-Turnier: auch die Partie Reti-Oesterreich gegen Rubinstein- Polen endete mit remis. Dr. Tarrasch-Deutschland war spielfrei. Stand des Turniers nach der Schlußrunde: Aljechin 16; Rubinstein 141 Saemisch 131;?: Dogoljubow 13; Marshall und Dr. Tartakowei 121 Rabinowitsch 12; Grünfeld 111 ?; Riemzo- witsch 11; Torre IO1?; Reti. Dr. Treybal uni» Spielmann 10; Carl 9 Punkte; QJateä 8; Ro- felli, Dr. Tarrasch Zl/_,; Colle 7; Mieses 61/.1; Thomas 6; Te Kolste l1/.- Den ersten Preis errang somit 211jechin (Frankreich) ungeschlqgen. 21m Donnerstag findet; die P r e i s v e r t e i l u n g statt. Tödlicher Absturz eines Fliegers. Rach einer Meldung aus Breslau stürzte auf dem Gandauer Flugplatz bei einem Probeflug mit einem Flugzeug der Chefpilot von der Marwitz ab. Der Flieger war sofort t o t. Opfer des Rummelplatzes. Rach einer Meldung aus Oppeln wurde während eines S ch ü tz e n f e st e s auf einem Rummelplatz aus einem sogenannten Teufelswagen ein Mann und eine Frau herausgeschleudert. Der Mann erlitt einen Schädelbruch, die Frau wurde ebenfalls schwer verletzt. Der Mann ist bereits feinen Verletzungen erlegen. Stratzenunfall in Berlin. Berlin, 13. Mai. lTLTB. Funkspruch.) Cm schwerer Zusammenstoß zwischen einem Feuer-- Wehrfahrzeug und einem Omnibus ereignete sich in der letzten Rächt an einer Straßenkreuzung. Durch den Zusammenstoß wurden etwa 20 Insassen des Omnibusses mehr oder weniger schwer verletzt. Die Verunglückten wurden teils nach den nächsten Rettungsstationen, teils nach Krankenhäusern gebracht. Ein neuer Felssturz in Helgoland. Ruf Helgoland hat sich wieder ein Felssturz ereignet, der den beiden vorausgegangenen an Umfang gleichkommt. Hinrichtung eines Massenmörders. Der Massenmörder Zosef Molnar Toth, der seine Geliebte, deren Kind und Eltern ermordet hat, um sich in den Besitz ihres Hauses und Vermögens zu sehen, ist, nachdem sein Gnadengesuch abgewiesen worden war, in Budapest erhängt worden. Deutsche Kulturwoche in Floren;. Auf der Internationalen B u ch in e j f e wurde in Anwesenheit italienischer und ausländischer Persönlichkeiten die Deutsche Kulturwoche feierlich eröffnet. Reden wurden von dem Präsidenten des Ausschusses Vacchelli und von dem deutschen Konsul Stiller gehalten. Darauf behandelte Professor von Wilamowitz-Möllendorf in einem Vortrag die Entwicklung der archäologischen For fdjungen betreffend die Kulturgeschichte des 'Altertums während der letzten 50 Jahre. Polizeikongreß in Aeuhork. Der internationale Polizeikon - greh wurde am Mittwoch offiziell eröffnet Der Wiener Polizeipräsident Schober war Gast des Reuyorker Bürgermeisters Hylan und nahm an einer Parade der Reuyorker Polizei teil. Wettervoraussage. Meist heiter, tagsüber warm, trocken oder lokale Gewitterneigung. Der sommerliche Witterungscharakter der letzten Tage dauert fort. Die verstärkte Sonnenein strahlung bedingte <„*.rn starken Anstieg der Tagestemperaturen, so daß das Tagesmittel für den Beobachtungsort um ca. 2,5 Grad Celsius über dem zwanzigjährigen Monatsmittel lag. Das Zentrum des von Südwesten vorgerückten Hochs hat sich nach Norddeutschland und dem Küstengebiet verlagert, während in Süddeutschland leichter Druckfall eingetreten ist. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Mai 1925. ! Die Reichsmiete seit der Festigung der Währung. Meine Abhandlung in Nr. 109 bedarf einer Berichtigung. Nachträglich hat das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft unterin 29. April 1925 (Darmstädter Zeitung vom 30. April 1925) eine Bekanntmachung erlassen, die ich in der übrigen Presse bisher nicht gelesen habe (Wir hatten die Mitteilung in unserer Nr. 101 abgedruckt. D. Red.), folgenden Inhalts: „Vielfachen Wünschen entsprechend, geben wir hiermit bekannt, daß in dem Mietsatz von 80 v. H. der Friedensmiete, wie er zur Zeit besteht, 1 4 v. H. s ü r l a u f e n d e Instandsetzungskosten enthalten sind." Meine Auffassung, daß die in § 6 (bzw. Art. 6 der hessischen Ausführungsbestimmungen) erwähnte Befugnis der I n ft a n b f e tj u n $ s ft c 11 c illusorisch geworden sei, trifft hiernach jetzt nicht mehr zu. Da ein bestimmter Hundertsatz feststeht, kann sie also nach wie vor bei Verweigerung des Vermieters eine Instandsetzungsarbeit selbst vornehmen lasten und anordnen, daß der Mieter den entsprechenden Teil des Mietpreises (also z. Z. 14 Proz.) an die Instandsetzungsstelle zu entrichten hat. Im übrigen ist an meinen Ausführungen nichts zu ändern; insbesondere sind die übrigen Posten, aus denen sich die Reichsmiete zusammensetzt (Betriebskosten und große Instandsetzungskosten), bis jetzt nicht spezialisiert. O. Schröder. tzsicfic am Autler Ä- Mckcn 30 w- ipE.^ iWe“. -‘5er Kirch Desth Mckmg r>c Aaslelv- Stcnbortaltc Hommandeu scheiden de weiten Kre> bl Li Privatdoze wirst, dal. wird, einen (flemeinbe . Xuf W " -Der iiison. del dem 2legim< mcnlskomma wurde, nah r-ollen Derlo M zu Ehl auch gestern ichenmenge Klängen de slernden W unter dem $ große Sch voraus uni M« der C lustigen d ölrabc, K Teuen 2c anlage - t Philipp-Pl dem Aegun gebracht tri die gewaltij der Mitbük! ton Beifall1 hielt Oberst die Truppe. Dank für brachte und Treue und Mrltmbe giment Ehre N Tat laMM, i iiimmle, Wt flacker mit klingen * '2e lende, die weg Swim auf folgend macht: Ülbfc oder Mittw! on Montag lincr Bhf. al ?winemündc ■Wen ab U s'lreitag) u. Arberg an ab König giftige Geb Mau Hafen «■to nachm. -onnerstag t ’&rlin Stell» alter Bhf. Q •1.09 naK1 i. Neu 'ttn, ged "Wr Wegw. ben ?a$C’ aI ? h'nzuweis ?'"•« km Meintahnt 3? “nl a ^unddgl.,; Obrere,, Staat lJ & 11 Schweiz, ^eituJ Gießener Wochcumarltpreisc. am 14. Mai (Händlerpreise). Es tohelcn auf dem heutigen Wochenmarll. ■Butter 200 bü8 220 Matte 35. KLse 60 bto 65. Weißkraut 30, Rotlraut 45, rote Rüben 9, Spinat 20 bis 25. Römischkohl 15. Spargel 80 biS 100. Unter-Äoblrabi 6. Tomaten 150, Zwiebeln 25. Meerrettich 40 bis 100. Rhabarber 20. Kartoffeln 5. Aepsel 35. Dörrobst 35. Honig 40, junge Höhnen 100. Suppenhühner 120 Pf das Pfund: Eier 10 bis 11, Blumenkohl 80 bis 150. Salat 25 bis 30. Salatgurken 120. Lauch 5 bis 10. Sellerie 20 bis 80 Pf. das Stück: gelbe Rüben Päckchen 50 Pf., Rettich Bündel 50, Radieschen 20 Pf • Vornotizcu. — Tages ka lender f ür Donnerstag. Matkus-GcmeirOc. 8 41hr MarluLsaal Bortrags- abend. Gießener Schwimmverein: 81Uhr Monotsveriammlung Restaurant Boller. - Licht - 1 Vielhaus Bahnhofstraße: .Turf und Liebe". - Astoria-Lichtspiele: ..Die Piraten von Moulin Rouge". • Der Stab des 15. 2 n f. - R g l s. ist durch Befehl des Reichswehrministeriums mit Wirkung vom 15. Mai ob von Diesten nach Kassel verlegt worden. Die Geschäfte des Standortältesten find an Oberstleuinant Fritz, Kommandeur des l.Batl.. übergegangen Da« Scheiden des Stabes wird in unserer Stadt von weiten Kreisen bedauert. bl. Lic. Dell, der seit Winter 1921 als Privatdozent an der hiesigen Landesunipersrtät wirkt, hat. wie uns aus Herborn gemeldet wird, einen Rus als Pfarrer an die Evangelische Gemeurde in Herborn erhalten. (8r wird Ocm Ruf Folge leisten. * * Der Zapfen st reich unserer Garnison. der gestern abend zu Ehren deS mit dem Regiments stabe von hier scheidenden Regimentskommandeurs Oberst Fett veranstaltet wurde, nahm einen außerordentlich eindrucksvollen Verlaus Wie am 011 tmtag bei dem Fackel- Aug zu Ehren des Reichspräsidenten, so nahm auch gestern wieder eine ungeheuer große Menschenmenge an dem Ereignis teil Unter den Klängen der schneidigen, immer wieder begeisternden Militärmärsche marschierte die Truppe unter dem Kommando des Leutnants Depp, eine große Schar wacker mitmarschierenden Zivils voraus und eine noch größere Schar nachfolgend. t>cix der Reuen Kaserne durch die mit Schaulustigen dicht besetzten Straßenzüge — Licher Straße. Kaiserallee, Ludwigsplay. Gartenstcaße, Reuen Baue, Schulstraße. Walltorstrahe. Ostanlage — vor die Zeughauskaserne am Landgraf- Phrlipp-Platz. wo beim Scheine der Fackeln dem Regimentskommandeur eine Senerade dargebracht wurde. Mit großem 3ntereffc lauschte die gewaltige, dichtgedrängt versammelte Menge der Mitbürger den Klängen, denen sie begeisterten Beifall spendete. Arn Schlüsse der Darbietung hielt Oberst Fett eine markige Ansprache an die Truppe, in der er seinen und des Stabes Dank für die Aufmerksamkeit zum Ausdruck brachte und die^ Soldaten ermahnte, allezeit in Treue und guter soldatischer Tradition dem Daterlande zu dienen und damit auch dem Re- qimcnl Ehre zu machen. (Sin freudiges Hurra auf das Vaterland und der Gesang des Deutschlandliedes. in den die Menschenmenge eifrig ein- stimmte, bildeten den Abschluß der Feier, linier starker Begleitung des Zivils rückte die Truppe mit klingendem Spiel in die Kaserne zurück. •* Der Seeweg nach Ostpreußen. Rei° icndc, die Danzig und Ostpreußen über den See. weg Swinernüitde—Pillou erreichen wollen, seien auf folgende günstige Verbindung aufmerksam gc- macht- 2lbfahrt in Frankfurt a. Hbf. Sonntag oder Mittwoch nachm. 9.53; Berlin Friedrichstraße an Montag (Donnerstag) 8.4b norm.; Berlin Stettiner Bhf. ab 1.55 nachm., Stettin an 2.50 nachm.: Swinemünde Hasen an 6.3!> nachm.: Swinemünde Hafen ab 7.00 nachm.: Rcufahrwosser an Dienstag (Freitag) 11.00 norm.; Pillau an 3.45 nachm.: Königsberg an 5.24 nachm. Für die Rückreise bieten sich ab Königsberg Mittwochs und Samstags gleich günstige Gelegenheit. Königsberg ab 7.10 norm.: Villau Hafen ab 8.30 vorm.: Neufahrwasser ab 12.45 nachm. :Swinemündc Hafen ob 6.0t, Gedenktafeln u s w. Die Aufstellung neuer Wegweiser beginnt jetzt wieder. Da ist es am Platze, auf eine Anordnung der Landesbehor den hinzuweifen. Die hessische Forstocrmaltung hat schon vor dem Kriege in ihrem verdienstvollen Streben, Heirnatwerte zu schützen, durch Ausschreiben an die Oberförstereien angeordnet, daß überall bei Weg- meiern und Aehnlichcm deutsche Schrift zu verwenden ift Auch wenn Private, Berschönerungsoer- eine und dgl., Wegweiser im Aerwaltungsbereich der Lberförstereten aufstellen wollen, ist hieraus zu achten und sonst die Genehmigung zu versagen. — Alle Heimatfreunde sollten hieran denken, auch die Wander- und Hcimatveretne sollten ihre Mitglieder darauf aufmerksam machen, damit diese den Forstbeamten für die Pflge der deutschen Schrift die vtr diente Anerkennung zollen, aber auch, wo nötig, daran erinnern können. •* Wichtig f ü r Schwerunfallverletzte. Rach einem Erlaß des Reichsarbeitsministers kann, tote bisher schon den Schwerkriegsbeschädigten und gewissen anderen Schwer-- erwerbsbeschränkten. fehl auch den Schwerunsall- verletzten ein Ausweis erteilt werden, wenn sie eine oder mehrere Renten von zusammen 50 oder mehr vom Hundert Dollrenten beziehen und ihnen ein längeres Stehen und Derweilen in geschlossenen Räumen bei starkem Gedränge und dergleichen beschwerlich ist. Auf Grund des Rus- weises werden sie bei persönlicher Erledigung eigener Angelegenheiten von allen Amtsstellen bevorzugt abgefertigt. Der Ausweis wird auf Antrag von der Stelle, die die Renten festgesetzt hot. ausgestellt. Bei Mißbrauch wird der Ausweis entzogen. •* Gerichtskost en marken bei Zahlungsbefehlen. 3n Kreisen von Industrie und Handel wird es als außerordentlich hindernd empfunden, daß es keine für dos ganze Reich geltenden Gerichtskostenmarken gibt. Bei Zahlungsbeiehlen gegen Schuldner, die in einem anderen Bundesstaat ihren Gerichtsstand haben, sühn es zu erheblichen Verzögerungen. daß der Gläubiger sich entweder erst die Gerichtskostenmarken des betreffenden Landes beschaffen oder den Betrag an die Gerichtsrasse überweisen muß. Auf Anregung der Industrie und Handelskammer zu Köln hat sich der Deutsche Industrie- und Handelstag deshalb an das Reichs justizministerium mit dem Anträge gewandt, Reichs- gerichtskostenmarken einzuführen. Bedenken hiergegen bestehen insofern, als die Einnahmen aus den Gerichtsgebuhren den einzelnen Landesjuftizverwab tungen zufließen und einige Bundesstaaten auch heute noch nicht einmal Gerichtskostenmarkenver fahren haben. Trotzdem dürfte es möglich fein, durch ein Abrechnungsverfahren der Länder die ^chwie rigteüen zu beheben. Wie das Reichsjustizministerium mitteilt, schweben zur Zeit Berhondlungen mit den Länderregierungen. ,v »Religion und K u n st . Daß Pros. D. Lüttge feinen Dort rag über „Religion unb Kunst" trotz der Unmenge von Deranstaltungen, die auf dem Dienstag-Programm Gießens standen. vor fast gefülltem Auditorium halten konnte, darf als erfreuliches Zeichen gebucht werden: ist cs doch ein Beweis dafür, daß die Deranstallung auch solcher — nicht sensationeller Dorträge einem Bedürfnis der Gießener Bürgerschaft ent- gegenkornmt. ilnb der aufmerksame Hörer wird nicht ohne Gewinn hermgegangcn fein: sprach hier doch ein Mensch, der njchs nur Gelehrter, nicht nur Theologe, der selber „Künstler" ist in seinem Sichgeben. Die Dornvtiz versprach nicht zu viel: Die Hörer standen im Banne des Dortragenden und liehen sich führen. — Don dem nur andeutenden Umreif)cn des Problems, das in den Beziehungen zwischen Religion und Kunst beschlossen liegt, die beide Unsagbares sagen, beide Unsichtbares sichtbar machen wollen, sich so ewig anziehen und — abstohen, lieben und — hassen ging es zu den großen Epochen der Romantik, der Aufklärung und schließlich der Moderne. Geschulte, von Dilettantismus weit entfernte Kenntnis von Geschichte und Wesen der Kunst wurde deullich. Geradezu verblüffend wirkte die sichere Auswahl der Besten unter den Großen der Kunstgeschichte, wirkte der Spürsinn, mit dem nicht den Riederungen, sondern den Höhen nachgegangen wurde. Man wurde zu den letzten, tiefsten Quellen aller Kunst geführt, die nicht reproduktiv, sondern schöpferisch gestaltet, aus erlebten Disionen ein Reues schasst, ein Gleichnis der Ewigkeit ist, „fub specie actcr- nitatis" steht und da zur Tragik wird, wo die Spannung zwischen Abkehr und Andacht unauf- hebbar ist. Letzter Grund aller Kunst, dir wirkliche. echte Kunst ist, ruht in dem „All-einen". ist Gestaltung deS Kampfes und Ringens um Gott. Und hier wird die stete Beziehung zur Religion ebenso deutlich wie ihre unmögliche Bereinigung. Tab die „Religion" von dem Dortragenden nur gestreift wurde, war nach der Themastellung nicht vorauszufehen. wird aber der verschmerzen, der die Fülle des Gebotenen zu verarbeiten vermag. Wem der Dortrag von Prof. Brunner noch erinnerlich ist, wird danll>ar sein für die andere Welt, die gestern zu ihrem Rechte kam: variatio delectat. Doller Spannung erwartet man die nächsten Borträge, zu denen Prof. Griesebach und Pfarrer D. (Sogarten gewonnen sind, Ramen, die über Fachkreise hinaus geliebt und gehaßt werden. 2. R. • • Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Ober Hessen findet am nächsten Samstag, 16. Mai. vormittags 8'.. Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Errichtung einer Turbinenanlage der Ioh. Dörr Wwe. auf der Dammesrnühle bei Arnsheün. Kreis Alsfeld: hier: Berufung der Ioh. Dörr Wwe. gegen da» Urteil des Kreisausschusfes des KreiseS Alsfeld vom 29. Dezember 1^24 2 Klage des De z i r ks f ü r s o r g e ve r b a n d e s Gießen- Stad t gegen den Dezirlssürsorgevcrband Alsfeld auf CMtaitung von Unterstüyungsausroen- bungen für Karl Papenho'f aus Hattingen. 3. Besoldung der Gemeindebeamten zu Grü- ningen: hier: Berufung der Gemeinde Grünin- gen gegen daS Urteil des Kreisausfchufses des Krestes Gießen vorn 26. Roixnnber 1921 • Der Lumdatalsängerbund hält am nächsten Sonntag in Allendorf a d. Lumda sein d,e»iahriges Bnndessingen ab. (Liehe Anzeige.) freunde des Männergefanges feien besonders darauf hingewiejen. • • Auftrieb auf dem beutrgen Frankfurt e.r Schlachtvieh markt: Drei Ochsen. 9 Küße 1364 Kälber. 355 Schate 1939 Schweine Amtsgericht Gießen. Gießen, 12. Mai Ein auswärtiger Poft- beamtet, der etwa jeden dritten Taa mit der Bahn poft dienstlich hierher kommt und hier übernachten muh, hat bei einer aUeinftchcnben Dame, die bet einer hiesigen Finna leichasngl in, ein Dimmer ge mietet. Im Taunus kam der Zug, mit dem der Beamte hier cintrifft, einmal mit später Vcrspä- tung erst gegen 1 Uhr nachts hier an. Da die Flurtür verschlossen war und der Schlüssel innen steckte, konnte er in seine Wohnung nicht hinein. Als er im Begriffe war, das Haus wieder zu oerlaffen, traf er mit einem im gleichen Hause wohnenden Werkmeister zusammen, der ihn nicht kannte und einen Eindringling in ihm vermutete. Zwischen beiben ent* spann sich eine kurze, erregte Auseinandersetzung. Als nun der Postbeamte durch die inzwischen von der Vermieterin geöffnete Tür in seine Wohnung eintrat, rief der Werkmeister, der etwas angetrunken war. der Vermieterin, mit der er und seine A» gehörigen nicht gut stehen, beleidigende Worte zu. Seine Behauptung, die Vermieterin habe ihm vorher ebenfalls eine Beleidigung zugerufen, blieb ohne Beweis. Die Parteien verglichen sich schließlich dahin, daß der Werkmeister die beleidigenden Acußc- rungen mit Bedauern zurücknehme und sich zur Zah lung sämtlicher Kosten verpflichtete. Turnen, Sport und Spiel. Pom Stubern. Vom Verein Uferkritik Gießen rotrö uns geschrieben: Der Mai ist getommen, und mit ihm auch reges Leben und Treiben in den Bootshäusern und auf der Rennstrecke der Lahn, also oberhalb des Mühlenwehrs bis zum Felsen bzw. bis zur hess.-preuß. Landesgrenze (vor dem Launsbacher Stea) wiedergekehrt. Wie uns ein Besuch bei den verschiedenen hiesigen Rudervereinen gezeigt hat, haben die Vereine die Winterszeit neben dem Hallentrainina auch dazu benutzt, ihr ansehnliches Bootsmaterial für die nun wieder begonnene Ruderfaifon tadellos in Ordnung zu bringen. Die alten Baotc sind, soweit erforberüdj war, abgelaugt und dann nach der Beseitigung von Rissen ober dgl. erneut mit Bootslack gestrichen, und ebenso sind die Riemen nachgesehen und erforderliche Reparaturen daran ausgeführt worden. Nachdem nun die hiesigen Rudervereine auch das offizielle „Anrudern" hinter sich haben und die Ber- pfltchtung der Rennruderer für das diesjährige Training erfolgte, ist cs zunächst die Hauptaufgabe der technischen Leiter bzw. der von den Vereinen verpflichteten Ruderlehrer, die geeigneten, einen Erfolg versprechenden Bootsbesetzungen herauszu- finben. So kann ber Spaziergänger am Lahnufer auf der obengenannten Strecke jetzt allabendlich wieder die ichlankcn Boote über die Wasserfläche gleiten sehen, und laut erschollen die anfeuernden Kommandorufe der Steuerleute, begleitet von dem andauernden gleichmäßigen Geräusch, das durch die in gleichem Takt wasserfafsenden und ausfcherenden Riemen hervorgerufen wird. Jedenfalls konnten wir erfreut feststellen, daß in den Gießener Ruderoer- einen bereits wieder eifrig und ernsthaft gearbeitet wird. Wie fchon erwähnt, müssen nun die Trainer zunächst herausfinden, für welchen Platz im Boot sich der einzelne Ruderer am besten eignet Dies ist zum großen Teil abhängig von der Beherrschung der Ruderlechnik unb von der physischen Krast der einzelnen. Die Mannschaften sind jetzt dabei, sich auf ihren Bootplätzen zurechtfinden und zur gleichmäßigen Zusammenarbeit einzuschulen. Es wäre daher wohl noch verfrüht, über die Ruderform und Zusammenarbeit der einzelnen Bootsmannschaften fchon jetzt ein kritisches Urteil zu fällen und über Aussichten auf etwaigen Erfolg im Hinblick auf die bevorstehenden Regallen schon heute zu polemisieren. Zunächst wollen wir die Weiterent iricklung der verschiedenen Mannnschaiten im Auge behalten unb etwa erforberlidje Umsetzungen ab- warten, um dann über die Form und Wasserarbeit der einzelnen Bootsbesetzungen eingehender zu berichten. An die jungen ausübenden Ruderer möchten wir aber schon heute die Bitte und Mahnung ridp len, strikt auf Disziplin unb Ordnung zu hatte», nomentlid) auch innerhalb der Dootshallen selbst und hinsichtlich der ordenllichen Lagerung unb Unterbringung der Boote, der Riemen und Steuer» rüder, Rollsitze, Adwaschschwämme unb Wischlappen ufro.; denn auch dadurch bchmbft brr Ruderer sein Interesse an feinem Verein. Hessischer Richtertag. Die diesjährige Hauptversammlung den Hessischen Richtcrvereins fand »ater dein Dorsch beS Oberlandesgerichtsrate Dr. Schneider unb bei lebhafter Beteiligung von Richtern und Staatsanwälten, inbesonbere aus Rheinhessen im Gutenber^asino tn Main § statt unb bot insofern etwas Besondere» al» erstmalig feit Bestehen des "Vereins der hessische Iustizrninister in der Person des Ministers von Brentano in 'Begleitung des Staatsrats Schwarz her Tagung beiwohnte. Aus den Gegenständen der Tagesordnung sei bervor- qebrbcn. daß der Derein au» Dorschlag feine» Dorstandes einstimmig und unter lebhaftem Beifall seine um die Interessen des Dereins. wie des Richterstandes troblocrblcntcn Mitglieder, ten langjährigen SchrisHeiter unb Dorschenden. Oberlandesgerichtsrat Weicker und die eben- sall» lange Zeit dem Dorstand angehörigen Landgerichtspräsidenten Theobald und Dr. Rees zu Ehrenmitgliedern ernannte. Rach etnacbenber Besprechung wurden eme Reihe von Entschließungen angenommen, welche sich mit ber Besoldung ber Richter, für welche als EingangSstusc die Klasse XI gesordert wurde, mit der Zusammensetzung ber richterlichen Disziplinargerichte, beten Beisitzer durch Wahl ber Richter bestimmt werden sollen, unb mit einer Bereitstellung größerer Mittel zu Fort b Übungszwecken befaßten; auch bie Teilnahme an dem Besuch der von Obetfanbet- qerichtspräsident Dr. Lang ins Leben gerufenen unb mit großem Erfolg fortgesetzten Dorträge am Oberlanbesgericht wurde allseitig angestrebt. Mit besonderem Flachdruck wurde cinftimmiq eine Entschließung dahiir gesüßt, mit allen Mitteln bie Eingliebe - ru ng ber z u errichtenben Arbeitsgerichte 1. Instanz an bie Amtsgerichte im Interesse einer zuverlässigen Hand- babunq de» Arbeitsrechtes durchzusetzen. Daß alle diese berechtigten Forderungen des Dereins auch' von der Landcsjustizverwaltung anerkannt tour- öcn. war mit großer Befriedigung und Genugtuung aus den Darlegungen des Ministers von Brentano zu entnehmen, welcher mit beredten Worten fein Einverständnis mit den gefaßten Beschlüssen und die Bereitwilligkeit her Unterstützung zmn Ausdruck brachte. Der bisherige Dorstand wurde einstimmig wieder- qewähtt und als Ori der nächstjährigen Tagung Da d-Rauheim bestimmt. Metzger BezrrkstaginDarmstadt • Darmstadt, 11 Mai. Der Bezirkstag beider Hessen unb Rassau im Deutschen Fleischer verbände sand bei starkem Be-- such im städtischen Saalbau hierfelbst statt. Die Begrüßungsansprache hielt Obermeister Schnell- Kassel. Daraus hielten Ansprachen bie "Vertreter ber hessischen Regierung, ber Stadt Darmstadi. der Hess HarchwerkSkEiner, der Handwerkskammer Wiesbaden usw Rach dem Geschäftsbericht, der genebmiat wurde, umfaßt der Bezirk beider 'Hessen und Rassau gegenwärtig 6 0 Innungen mit 3 3 14 Mitgliedern. Aus beu Derhanblungen ist mitzuteilen, baß eine Entschließung angenommen wurde, bie sich gegen außergewerbliche Schlachtungen und Straßenhanbelmü Fleisch toenbet. Der Dorstand wurde ermächtigt, wegen ber bei Erhebung der Umsatzsteuer hervortretenben Mißstände bei den 'Behörden vorstellig zu werden. Eine weitere Entschließung empsiehlt bei der Einstellung von Lehrlingen eine sorgfältige Au» wähl zut reffen. Dos DorstandSmitglied Sack- Gießen erstattete den Kassenbericht, ber einen "Vermög enSbest a nb von 4776 Mk. ergibt. Der DereinSbeitrag wurde für das laufende Iahr auf 2 Mk. festgesetzt Die ausscheibenden "Vorstands mitgheber Sack - Gießen, Scheffel-Wiesbaden unb Stahl- Limburg wurden wiebei gewählt, außerdem wurden noch verschiedene Delegierte für Bezirks» und DerbandStage bestimmt. Der nächste Bezirkstag findet in Dingen statt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr.RellgtonSgeseklschaft. Sabbatfeier. 16. Mai. Freitag abd. 7.30, SarnStag vorm. 8.00, nachm. 4.00, SabbatauSgang 9.00. Wochengottesdienst motg. 6.30, abends 7.00. Ihre Stuhlverstopfung beseitigen Sie durch Herder-Kerne, bie Sie in Packungen zu 30 Gramm in der Apotheke erhallen. Sicher: UnivcrsttätS-Apotheke zum goldenen Eimel. Die Bestandteile sind aus der Packung angegeben Propagandistin zum Besuch der Haushaltungen und zur Abhaltung von Doriräacn in Derbindung mit praktischen Vorführungen für bestbekannte Waschartikel gesucht. In Frage kommen gebildete, redebcgabte tarnen mit taktvollem Auftreten. 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Das kurze und lakonische Wörtchen Tscheka ist heute bereits zu einem feststehenden Begriff in allen JxuliLrfprQdjen geworden. Was es bedeutet, ist heute wohl überflüssig, der Welt zu erklären. Die Sprache der nach Zehntaujendcn zählenden unschuldig gemordeten Menschen wirkt eindringlicher, als irgendwelche Erklärungen, die den Totlachen gegenüber per. blaffen müssen. Was sich hinter den Mauern der russifchen Ischekagesängnisse abgespielt hat und nach abspielt, wird nie restlos geklärt werden können, nie wird man eine auch nur annähernd genaue Zahl der Opfer ermitteln können. Der außenstehende Beobachter wird, wenn die Rede auf die Ticheta kommt, unwillkürlich die Frage stellen, wie es möglich war, daß in Rußland neben der Sow- Jetregierung eine Institution Fuß gewinnen konnte, die mit den eigentlichen Regierungstellcn wenig ge mein hat, die einen Staat im Staate bedeutet, ja, man kann diese Behauptung ruhig aufstellen, eine größere Macht repräsentiert, als die Volkskommissare im Kreml selbst. Die Antwort auf diese Frage gibt Georg P o • poff im Einleitungskapitel feines Buches „Tscheka, der Staat im Staate“ (Frankfurter 3o\ictäts- brurferei) über die Entstehungsgeschichte der „Außerordentlichen Kommission". Als die Bolschewisten am 2h. Oktober 1917 in Petersburg die Macht ergriffen hatten, wählten sie als Regierungssitz das Smolnrp Institut, das leicht in Verteidigungszustand gesetzt werden konnte. Mit der roten Herrlichkeit war es damals eben noch nicht weit her. Kommandant des Gebäudes war ein älterer, immer freundlich lächeln- der Mann namens Felix Dsershinski, der später in der Tscheka die erste Rolle spielte. Schon noch Verlauf von wenigen Wochen hatten er es Der- standen, den Rat der Volkskommissare von der großen Gefahr zu überzeugen, die der Revolution drohe, und von der Notwendigkeit der Gründung einer „Außerordentlichen Kommission" zum Kampfe mit allen Feinden der kommunistischen Revolution. Am 21. Dezember 1917 sand im Smolny-Gebäude dann auch bereits die erste Sitzung der Tscheka statt, zu deren Vorsitzenden Dsershinski gewählt wurde. 3u Anfang verfügte die Tscheka über 130 Beamte, die in Petersburg an die Ausrottung der Aristokratie und des Bürgertums schrillen. Recht bald vergrößerte die Tscheka jedoch ihr 'Agentenheer und als die Regierung am 12. Mär; 1918 nach Moskau übersiedelte, zählte sie bereits viele Tausende von Henkern und Spitzeln. Nach dem Umzug der Negierung richtete and) die Tscheka ihre Zentralstelle in Moskau ein und überzog ganz Rußland mit einem dichten Netz von Tschekaavtei- fungen. Die Ermordung des Vorsitzenden der Petersburger Tscheka U r i (; k i und das Attentat auf Lenin leiteten erst die eigentliche Blutherrschaft der Tscheka ein. Die Zeit vom 5. September 1918 bis um die Jahreswende 1921/22 war durch den Satz gekennzeichnet- „Von nun ab soll die Losung „Alle Macht den Sowjets" durch den Rus: „A 11 e Macht der Tscheka" ersetzt werden. Was in jenen Jahren hinter den Mauern der Tschekage- fängnijfe vorging, ist so haarsträubend, daß es nie restlos flargelegt werden wird. Allein als Antwort auf die Ermordung Uritzkis wurden in Petersburg 500 Menschen erschossen, in Moskau als Antwort auf das 'Attentat auf Lenin 300. Die fowjetrufsifche Statistik gibt die Zahl der Hingerichteten während dieser Zeiiperiode mit 12 000 an. Das diese Angabe aber auf keinen Fall stimmen kann, beweist die Tatsache, daß in den einzelnen Städten wie Petersburg, Moskau, Kiew, Charkow ufw. allein mehrere Taufende erschoßen wurden. Allein im Gouvernement Ufa wurden im Jahre 1919 über 10 000 Bauern ermordet. Bei dieser Sachlage dürste es noch fraglich erscheinen, ob selbst eine zehnmal so hohe Zahl, wie die von den Bolschewisten angegebene, der Wahrheit nahekommt. Als die Sowjetregierung die größten Anstrengungen machte, um mit dem Ausland Wirtschaftsbeziehungen anzuknüpfen, entschloß man sich, mit der Tschekawirtschaft aufzuräumen. Aber wie wollte man das verwirklichen^ Konnte man die „Außerordentliche Kommission", die eine größere Macht repräsentierte, als die Regierung selbst, ein- fach auflösen? Der Versuch wäre ohne Zweifel gescheitert, und so wählte man einen Ausweg, indem man die Tscheka „a u f l ö st e" und an ihrer Stelle die „S t a a 11 i d) e'B o l i t i | d) e Verwaltung" — Gostidarstwennoje Polilitscheskoje Uprawljenie, kurz G. P. U. — gründete. Ein wirklicher Umschwung war mit dieser Gründung natürlich nicht vollzogen worden. Das Kind hatte lediglich einen neuen Namen erhalten. Die Schilder an dem Tschekagebäude in der Mos- lauer Lnbjankastraße wurden umgeändert, im Innern überklebte man die an den Türen der einzelnen Abteilungen angebrachten Aufschriften, die das Wort ..Tscheka" enthielten, mit weißem Papier nnd schrieb die Buchstaben G. P. U. daraus. Das Der Raucher ohne Zigarette. Von Heinz Scharpf. Wir alle kennen ihn, den Mann in ständiger Zigarettenno!, den Schrecken der Raucher, den unentwegten Konsumenten unserer Zigaretten. Er ist meistens ein netter, liebenswürdiger Mensch, dem man ansonsten wohl gewogen fein könnte, doch befindet er sich andauernd auf der Suche nach etwas Rauchbarem, nicht bei sich selbst, sondern vorzugsweise bei uns. Rasch tritt der Mann den Menschen an mit der stereotypen Frage: „Dürfte ich Sie einer Zigarette berauben?" — und schon hat er seine Finger in unserer Sabotiere. „0,“ lächeln wir verbindlich, „mit Vergnügen, mit Vergnügen!" und reichen ihm in entgegenkommender Weise noch Feuer, llnb dann erlaubt er sich, uns nochmals zu berauben, und ein drittes und letztes Mal, und schließlich zündet er sich eine allerletzte an und hat uns tatsächlich in Bälde ratzekahl ausgeplündert. Bei jedem Griff nach einer Zigarette fällt seinerseits selbstverständlich das Wort: „Aus Revanche!", was offenbar soviel heißen soll, daß er sich auch weiterhin un fiter Materialien bedienen will. Denn von jetzt an zählen wir zu seinem geschätzten Kundenkreis. Seine Tricks sind allgemein bekannt. Da ist einmal das Märchen vom Ladenschluß. Gerade wollte er sich im Taballaden gegenüber eine Schachtel feinster Sorte kaufen, schwupp — lassen sie vor seiner Rase die Rollbalken herab, und nun steht er da und gäbe ein Königreich für eine Türkische! mar alles! Ja, daß ich nicht lüge! Man halte auch sogar den VolMendcn her Tschcka Dferfhincki obgesetzt und zum Vcrlehrsminisler ernannt. Das hindert aber nichts an der Tatsache, daß Dsershinski seinen Posten als Vorsitzender des Kollegium. der umbenannten Tscheka, uon nun ab des „Kollegiums der G. P. U." bei behielt. Und U n- schlicht, der neue Leiter der Moskauer G. P. U. hatte sich von seinem Borgänger Dferihincki sehr bald die nötige Routine ungeeignet, mit den „Fein- den der Revolution" in entsprechender Form abzu- rechnen. 3n Rußland war damals zwar die Todesstrafe aufgehoben worden. '21 her was kümmerte das die Tscheka. Mit dem Ende der „Neuen Estonomisd)en Politik" und nach dem Tode Lenins folgte wieder eine Periode des schrankenlosen Mordens. Die Todes- strafe wurde am 5. März 192-1 wieder offiziell ein- geführt. Eine neue Schreckenszeit der Verhaftungen, Razzien. Hinrichtungen und Verschickungen nach Sibirien begann. Bezeichnend für die 'Macht der Tscheka ist die Tatsache, daß man nicht einmal da- vor zurückschreckte, in der Wohnung des populären Führers der Roten Armee. Trotzki, eil e Revision oorzunehmen. Das Jahr 1924 war in Rußland das sogenannte „sibirische Jahr". Schon 1923 wurden nach sowjetrussischen Angaben 72 658 Personen nach Sibirien verbannt. Im Dahre 1924 hat sich diese Zahl ocrbreifndjt. Während der gleichen Zeit begann die Tscheka auch mit dem Ausbau ausländischer Tschekaabteilungen, die den Kampf der kommunistischen Parteien in den einzelnen Ländern unterstützen soll. Mit welchen Mitteln da gearbeitet wird, hat der erst kürzlich in Leipzig beendete Tschekaprozeß aller Welt be« wiesen. zremden-Znduftne und Volkstum Die tage des Deutschtums in SüNiroL Bon F. G l a tz e l. Durch den Friedensoertrag von et. Germain kam Südtirol unter italienische Herrschaft. Die Lage der' urdeutschen Bevölkerung wurde besonders seit dem Faszisteneimnorsch im Herbst 1922 unerträglich. Entgegen den großsprecherischen 'Ankündigungen des Herrn Tittoni als Vertreter Italiens auf der Pariser Friedenskonferenz über die Achtung der Rechte der völkischen Minderheiten wird die Unterdrückung des deutschen Volkstums planmäßig und raffiniert betrieben. Heule wird in eübtirol feine deutsche öffentliche Meinung mehr geduldet. Die deutschen Zeitungen sind durch Vorzensur geknebelt und ständig mit dem Erscheinungsvcrbot bedroht. Aeußerliche Kennzeichnung der Wirlung der Zensur durch weiße Stellen genügt z. B. als Grund zum Verbot. Das Schulwesen ist vollkommen italienifiert. Die deutsche Sprache ist aus den Schulen dieser reindeutschen Bevölkerung verbannt. Die deutschen Lehrer brotlos. Selbst der Versuch der Eltern, den Kindern durch private Selbsthilfe beutfdjen Unterricht zugänglich zu machen, wird unterbunden, selbst deutsche Kindergärten werden als staatsgesährlich geschlossen. Deutsche Fibeln und Märchenbücher sind verbannt. Für die Bildung dieser Heranwachsenden jungen Generation ist das eine ungeheure Gefahr. Auch aus dem amtlichen Verkehr wird das Deutsche planmäßig verdrängt. Richter,- die sich italienischen jöünfdjen nicht fügten, wurden ins italienische Gebiet versetzt und gemaßregelt. Neuerdings wendet man auch dem Fremdenverkehr seine Aufmerksamkeit zu. weil man sich darüber klar ist daß der starke Bcfud) aus Deutschland den nationalen Zusamenhang und die wirtschaftlicye Unabhängigkeit der Bevölkerung stärkt. Man versucht also dem im wesentlichen deutschen Gastwirtschaftsgewerbe den Garaus zu machen. Aus nichtigen Gründen werden deutsche Gasthöfe geschlossen. So zum Beispiel in einem Falle ein Gasthof, weil eine Kellnerin einem sie bedrängenden Italiener eine Ohrfeige versetzt hat — das war angeblich ein Zeichen unpatriotischer Gesinnung des Gastwirts —, in einem anderen Falle, weil man deutsche Lieder aus dem Fenster des Gasthofs gehört hatte. Trotzdem ist die deutsche Gesinnung nicht zu unterdrücken. Hierfür nur ein kleines Beispiel: In einem Dorfe mußten, wie überall, auch die Kinder die italienische rot-weiß-grüne Trikolore mit ausgestreckter Hand grüßen. Ein kleines Mädchen tat das nicht. Auf die Frage der italienischen Lehrerin, warum sie nicht grüße, antwortete ein kleiner kecker Bursche: „Tun Sie das Grüne weg, dann grüßt sie schon." Ohne Grün bleibt die rot-weiße Tiroler Farbe übrig. Alljährlich reifen, besonders in der Frühjahs- zeit, Taufende von Deutschland nach Italien. Wie wenige von ihnen denken daran, daß sie. wenn sie die italienische Greyze überschreiten, geraubtes deutsches Land durchqueren müssen. Sie fahren nach den schönen Gefilden Italiens, was ihnen gewiß niemand verdenken wird. Ader wir wollen hier darauf aufmerksam machen, daß Italien auch wirtschaftlich an dem Fremdenstrom, der aus Deutschland sich ergießt, durchaus erheblich inlereificrt ist, dasselbe Italien, das das deutsche Südtirol knebelt. Wer an Behebt ist auch das Mätzchen mit dem Kellner, bei dem man schon dreimal Zigaretten bestellte, der aber an chronischer Taubheit zu leiden scheint, da er nicht mit ihnen erscheinen will. Selbstverständlich helfen wir in allen diesen natürlichen Fällen gern mit unteren Beständen aus: ja, wir wären zutiefst verletzt, wenn man unsere Hilfe nicht annähme: freilich, wenn wir darauskommen, daß die Rollballen vor unseres Freundes Rase andauernd herabras ein, daß fein Zigarettenetui sich immer vor seinem Weggange neckisch versteckt und sämtliche Zigarettenboys ihn zu boykottieren scheinen, dann benehmen wir uns auch etwas zugeknöpfter. Aber das ficht ihn weiter nicht an, er weiß uns schon den Rauch aus der Rase zu ziehen. Bald interessiert er sich für die ihm gänzlich unbekannte feine Marke, die wir gerade rauchen, so daß wir ihm wohl oder übel eine offerieren müssen: bald möchte er das entsetzliche Kraut, das wir in letzter Zeit konsumieren, näjjer kennenlernen, dann wieder will er für die anwesende Dame seines Herzens eine Zigarette von uns käuflich erwerben, kurz, er weiß sich unserer Rikotinschätze auf jede Art zu bemächtigen. 3ft er aber einmal zu einer größeren Gesellschaft geladen und steht ein voller Rauchtisch zu Gebote, dann sollte er vor seinem Weggehen auf den Kopf gestellt und gut durchgeschüttelt werden: man würde staunen, von wo überall heraus aus einem Menschen Zigaretten zum Vorschein kommen können. Dabei raucht der Mann fremdes Gut mit solchem Heißhunger nicht etwa aus Armut, sondern bloß aus schlechter Gewohnheit. Er hat es diefe Zusarnenhänge denkt, wird gewiß nicht achtlos an Tirol vorüberfahren, und er iate es auch im eigenen Interesse, w hoch: die größeren Vorräte wirkten hier hemmend. Es ist klar, daß für die nächste Zeit Des Handel und Konsum noch vorsichtiger werden, da die Hälfte des Monats Mai fast als überwunden anzusehen ist und mit einer Verwirklichung der bisherigen guten Ziffern der Saateni gerechnet werden Darf. H K. * 0 Der Geschäftsbericyt der Hessischen Landesbank für das erste Geschäftsjahr ist soweit fertiagestellt und wird in den nächsten Tagen herauskommen. Wie bekannt, wurde die Hess. Landesbank als Bankanstalt öffentlichen Rechts am 15. August 1923 vom hessischen Staat ins Leben gerufen mit der Aufgabe, den Staats- und Kommunalkredit und den Geldverkehr im Volksstaat Hessen zu fördern. Für die Verbindlichkeiten Der Bank haften der Staat und die angeschlossenen öffentlichen Körperschaften (Gemeinden, Gemeindeverbände, öffentlichen Sparkassen) unbeschränkt als Gesamtschuldner. Einen eigenen Verwaltungsapparat bat die Bank bisher nicht unterhalten: sie bedient sich zur Erledigung ihrer Geschäfte des Apparates der Hessischen Landeshypothekenbank gegen eine besondere Entschädigung. Das Grundkapital der Bank war vom Staat mit 5 Milliarden Papiermark eingestellt worden. Eine Umstellung auf Reichsmark ist noch nicht erfolgt, da feit längerer Zeit mit anderen öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten des Landes Verschmelzungsverhandlungen geführt werden, die eine Neufestsetzung des Grundkapitals bedingen. Mit Der kommunalen- Landesbank besteht seit 1. Januar 1925 eine Arbeitsgemeinschaft in Der Weise, daß Der Geschäftsbetrieb Der Bank und Der Der Kommunalen Landesbank in Der Hess. Landesbank zusammengefaßt werden. Don besonderen Geschäften, die die Bank hn ersten Bilanzjahr getätigt hat, sind u. a. zu nennen Die Ausgabe des Landes- Notgeldes und Die Beschaffung von Mitteln zur Gewährung von Krediten an die Landwirtschaft fütf Saatgutbefchastung usm An Notgeld mürben ins. yfomt verausgabt 1782 961,73 Billionen Mark. Davon waren Ende 1924 noch 30 724,23 Billionen Mark in Umlauf. Die landwirlschasilichen Kredite wurden zu 6 Prozent bzw. 8 Prozent für das Jahr gewährt. Am Jahresfchluß war der Gefamtkredil in Höhe von 9 Millionen Reichsmark tdavon 3 Millionen Reichsmark für Saatgut und 6 Mill. Reichsmark für die Beschaffung von Runfl- bünger, Einstreu- und Futtermitteln) mit 3 852 163 Reichsmark 72 Pf. in 1287 Cinzelpoften in An sprach genommen. Nach Abschreibung von 173 488 Mark 96 Pf. auf Wertpapiere, die mit 1 Mark dann zu Buche stehen, und bei einem Unkostenaus. wand von 77 934,14 Mark beträgt der Gewinn 1 158 922,63 Mark. • Seehandlung und Frankfurter Danken. Ivie die Frankfurter Zeitung erfährt, hat die Preußische Staatsbank soeben ein Ab- kommen al geschlossen, wonach diejenigen Frankfurter Bankhäuser und Banken, die Wechsel an die Verhandlung geben, sofort noch am gleichen Tage die entsprechenden Beträge bei der Frankfurter Bank zur Verfügung gestellt bekommen. Tie Veehandlung hat mit den Mehr rlot ihm gen an die Frankfurter Dan! bereits begonnen Das Abkommen Ift für die Gelddl-posttlonen am Frankfurter Platze von besonderem Wert. ' 8 Proz. Dividende im Anilin- Konzern. Am Montag Haden in Frankfurt a. M. die Bilanz-Besprechungen der Gesellschaften des Anilin-Konzerns stattgesunden. Wie dem „DHD." von der Berliner Verwaltung der A G. für Anilinfabrikation mitgeteilt wird, ift mit einer Dividend? von 8 Proz. zu rechnen. * Badische Anilin- und Sodafabrik, Ludwigshafen. Vach Erkundigungen der „* *$). A Z." trifft eS zu, daft vor turzem Besprechungen mit der VorSk GlektriSk- kvael Stoss A G. über gemeinsames Vorgehen auf dem Gebiete der norwegischen Stickstofferzeugung stattgefunden haben. Diese Verhandlungen haben jedoch zu keinem positiven Ergebnis geführt. Es ist ferner richtig, daß die Gesellschaft ein Verfahren zur synthetischen Herstellung von Methylalkohol erfunden hat und mit Vorteil fabrikatorisch verwertet Cs ist auch richtig, daß sie mit dem Konzern der Deutschen Holzver- kohlung. zu welchem auch der Verein für chemisch? Industrie, Frankfurt a. M.. gehört, eine Verständigung über den Verkauf von Methylalkohol getroffen bat. Die Angaben, die in einigen Zeitungen über die Einfuhr von synthetischem Methylalkohol in Amerika gemacht wurden, sind phantastisch. Zranlfurtcr AbendbEllr. Frankfurt a. M, 13. Mai. Die Abend- börfe war in ihrem Unterton freundlich, aber ohne nennenswertes Geschäft, bei gehaltenen Kursen Am deutschen Rentenmarkt lagen Kriegsanleihen weiter fest, gaben aber zum Schiufr im freien Verkehr etwas nach Am Dankenmarkt konnten Reichsbankanteile 0.5 Prozent an- Aiehen. Die Dbendbörse schloß ruhig in behaupteter Haltung. Deutsche Anleihen: 5prozentige Reichsanleihen 0,584. Ausländische Renten: Zoli- kürken 9,49. Dankaiiien: Commerzbank 102.37, Darmstädter Bank 126, Deutsche Vereinsbank 79, Diskontogesellschaft 115, Dresdner Bank 105,25, Vitt l eulsche Kreditbank 99,87. Reichsbank 131.50. Oesterreichische Kreditaktien 7.95. Montanaktien: Phönix 113, Kaki Aschersleben 16,62, Kali Westeregeln 20,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 137,75, Elberfelder Farben 128, Th. Goldschmidt 102.62, Vchiffahrtsaktien: Vordd. Lloyd 71.50. 3nbuftricatticn: Adlerwerke Kleyer 3,10, AEG. 107,75. Afchassenb. Zellstoff 91. Dycker Hoss ä Widmann 62.37, Gßlinger Maschinen 65, Frankfurter Maschinen Pokorny & Wittekind 57,25, Spinnerei Hammer len 25,12, Fnag 1,10, Rheinmetall 53. FukiuS Sichel 53,75, Siemens & Halske 68,50, Voigt und Häffner 87, Wayß und Frey- tag 92, Stuttgarter Zucker 3. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Berlin. 13. Mai. Die gestern abend eingetretene Entspannung wirkte auf die heutige Börse günstig ein, ebenso der glatte Verlauf der letzten Terminabwicklungen und der Getreideabschlüsse. Die Börse beurteilte ferner die schwierige Lage der deutschen Tertilindustrie etwas günstiger, nachdem die Preisverluste am englischen Wollmarkt nunmehr zum Stillstand gekommen find. Die Tendenz des Marktes war unter diesen Gesichtspunkten von vornherein f c st. In einer Reihe von führenden Spekulationswerten besteht noch ein Decouvert, was zur Erhöhung der Kurse infolge Deckungen beitrug. Die Befestigung erstreckte sich heute gleichmäßig auf alle Märkte. Das Publikum scheint aus seiner bisherigen Zurückhaltung herauszutreten, und auch das Ausland tritt wieder als Käufer hervor. namentlich Holland. Eine lebhafte Vvrstoh- ahion unternahm die Spekulation am Markt der heimischen Staatsanleihen, indem sie einmal die Ausführungen des neuen Reichspräsidenten bei der Amtsübernahme zu ihren Gunsten auslegt und weiter hartnäckig behauptet, daß neue Anträge im Reichstage zur Verbesserung der Aufwertungsvorlage zu erwarten seien. Schuhgebietsanleihen und andere Staatsvapicrc sind fester. Hypothekenpfandbriefe schlossen sich der freundlicheren Strömung an. Der Geldmarkt behält sein flüssiges Aussehen. Tägliches Börsenkurse Geld 7,5 bis 9 Prozent. Monatsgeld 9.5 bis 11 Prozent. Am Devisenmarkt gab der französische Franken feine gestrige Besserung wieder her. Die Mark notierte in London 20.37. in Paris 4,58. in Zürich 123.025, in Amsterdam 5952. Th ImtlDe <••« Jru fchr DitidHtrnttfb? - 5' V-. leutfite Si.idj'-anteltje Ti Trnksche fldifrfcmftibt . Deutsche - ?ürgrnm«nanttt6t «*,o Brcuüiichc KonfolS ■ . . Heilen......... WO-fkn........ ♦h Heilen »»»» Zolllürten ........ TI, öcfbmertfanet ... • Perltnn Handelsgctklltchast. ttomnier*. unb Privat.Pank Tarmii. und 'JSanonalbant . Itutlmt Bant........ Deutsche «ereinsdank .... nto Eonnnanbil . . Metall dank..... - . . . Mittklbeutikbe Ürebübanf CcfuiTticoucbe lirebitanftalt. Weswan k ........ vochumer Suß Buderus • Temich t'nrfnii'urq ..... CArHcntirdjcner t’craWerfe . . fcarptntr Bcrabau...... Kaliwerke nschcrSlrben. . . . Kaki werk Westeregeln Laurahülle . . . . Cbtrbcbari . . . « Pdoiiir Bergbau ...... Wbfimlabl........... thttbert Monlai» TelluS Bergbau. ...... jbambarg-arnrrtfa Paket. . t Norddeattwer Slovd ... Lderamische Werke Hfbhl . « ^mentwrrk Heidelberg . . . Philipp Holunamr ...... Angto ronl -cSoem» . . . .. Badische Anilin Chemische Mayer LlavÄ .. Kolbschmtdt . . . . . s^ricSi cimcr Electron .... Höchster Harbwerke ..... terr»Äfl ' ....... vkutaerswerie . ........ Scheideanstatt ........ «Ho ElekkrUttätS-Sesellschaft «Hramann . . Mamkrastwerkr . Lchuckcn 6 lernen» .k HalSke kldlerwrrke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyllgenstaedt......... Weauin. ........... Motorenwerke Mannheim skranksurtcr Krmofuren . . Konservenfabrik Brarm . . . Metallgclclychaii Frankfurt. Prt Union A.-G. Schubiabrst Herz Sichel.............. dtOftoif Waldhos ..... Zuckerfabrik Frankemhal .. Zutlerfabnk Waghäusel • . • Xranf-urt a M Berlin VL”? «btnl *,IT‘ bftrfc 5»W. ftu-» --rttai ’rh To tum: tt. 5. 13 & 12. X 13 5 0.5KI 0.5R4 0.5755 0.5825 - — ».6 0.57 0.6075 0.57 B.S9S5 0.7? ".71 ",7<"i 0.740 0,$2 6,302 0.31 0,30 i.s:: 0,62 O.G4 0.75 0,75 0.74 0,72 — 0.75 — — 0.705 0,76 ",7O 0,(58 94.75 94.7.» 94,75 94.75 92.45 92.5 92,5 92.4 9.4 9.4 9.2 9.3 — 37.5 — 1.17 137 138,75 1O3.2S 139.5 102 25 102 l't 102.25 125.25 126 126,50 126.49 125 125.4 125,50 125.25 sn 79 — 114,50 115 114.75 115.10 103,75 1'3.50 — 119.75 93.90 99.5 100 7.9 7,95 8 7.9 0,11 0.11 — 0,2 — — 73 74,5 70 71,25 69,25 71.5 72,5 — 99,75 95,50 95/0 96 76 75.75 73.50 76,13 I2N 128 126.9 128,13 16,1 16,62 16 16,75 19,75 20,50 19,75 20.59 67 69 67.25 67.25 7,75 8 7.9 8.25 112.25 113 112.5 113,70 97 40 97,5 <17 96,62 94,5 95 96 3,2 3,2 — — 67,13 69,50 68 70,25 71 71,50 70.1 72 75,50 75.50 — 74 74 74 74,25 — — 125.5 125,5 13R 137,75 136.75 137.62 0,45 0,47 —» — 100,2.5 102,62 101 103 127,62 127,7» 127 127,62 126.75 128.40 127,50 128,40 7 7.2 — 88 13,90 14,15 120 121 — — 107,75 107,75 87,75 106,75 107,2» K5.5 85,75 87,6 91,25 91,12 — — 80,75 — 81 81.50 GR 68,5 68 68.75 3.10 3,1 3.10 3,2 4,95 5,025 4,9 5,5 46,5 49 ■■■ — 6,6 6,7 6,8 7 — — 100,75 100,75 0,5 0,5 _ — 1.12 1,05 1 1,2 120 120 — 2.175 2,25 2.12 2,2 3 — 3,2 81,5 L! 53.75 52 53.5 12 11,75 11,75 11,90 4,05 4.05 — _ 2,975 3 3,1 — Devis?ktma'"t Verkin—Frankfurt a. M. (Sfn Billionen Mark ausyedrückt. BuenoS Aires, Strnbor, Neu- vork, Japan, Mo de Janeiro für eine Einheit, Wien erb Budapest für 106000 Emheiten. alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. 12 Mai 13. Mat Ämtlichc Noli rang Amtliche Noticruna '^elb Bries Gelb Brief Kmst.-Roti. 168.67 169,09 168.69 169,11 Buen.-Aircs 1.653 1,657 1.676 1,680 Brss.-Anlw 21,21 21,27 21 145 21,245 Gbrlftianla 70,33 70,51 70,21 70,39 ■Oopenbagcn 79,05 79,25 78,85 79,05 Eiockbolm - 112,18 112,46 112.16 112.44 HclsingforS- 10.565 10,605 10 567 10,607 ytalicn . . . 17.23 17,27 17,23 17,27 Vonbon. . 20,367 20,37 20.35 20,40 v.'cnbort . . 4.195 4,2O:j 4.195 4,205 Paris.... 21,91 el.97 21.83 21,89 Schwei, . . 81,175 81.975 81 185 81.385 Spanien > • 60.60 70.76 60.45 60,61 Japan . . - 1,758 1,762 1.758 1,762 ‘Hio be 0.419 0.421 0 419 1.421 Wien in D-- Ccft. Qbgeii 59,055 59,195 59.055 d9.195 i ‘ i Bclgrab . . 6.81 6,8:1 6 81 6,83 Bubavest. - 5,887 5,907 5.887 5,907 Bnlvarien 3,057 3,(ft 7 3,065 Viffabon 20,375 20.425 JO 375 20,125 Danzig. . 80.75 SO. 95 SO 75 80,95 Konstantin- -.287 8,297 2.28 2,29 Athen. . 7.89 7.91 7 84 7.86 Banknote N. Berlin, 13. Mai. (5k (b Brief Umertlanilche Note» ..... 4,178 4,198 Belgische Noten 21,11 21,24 Dänische Noten . ....... 78,60 79,oo Englische Noicn...••••• 20,327 20,427 Französische Noten ...... 21,81 21,94 vollänbische Noten...... 168,28 169,14 Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... 17,23 17,31 70,08 70,38 T cntsch-Lestcrr-, 5100 Kronen 59,05 59,3.1 Rumänische Noten...... — Cchwebische Noten...... 111,87 112,43 Cchwcitcr Noten ...... 81,13 81,53 Cvanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . 60,58 60.85 12,444 12,501 Ungarische dielen . . ... >.877 5.897 Sranffyrtct lÄetrerdebörfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 13. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22 bis 24, Roggen, in ländischer 20 bi* 23,75, Sommergerste für Brau zwecke 21,50 bis 26,50, Hafer, inländischer 18 bis 23, Mais, gelb 21 bis 22,75, Weizenmehl, inländisches «Spezial 0) 37,25 bis 38,75, Roggen- mehl 30.75 bis 32,50, Weizenkleie 13.50 bis 13,75, Roggenkleie 14,50 biS 14,75. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. Mai. Der Produktenmark! war im Einklang der höheren Auslandspreise Miet besonders für Weizen. Hohe AuslandSforderun- gen für Brotgetreide zeigte man wenig Inter- effc Gerste, Hafer und Futtsrartikel bei wenig veränderten Preisen ruhig. Mehl bleibt gefragt. SS notierten für je 1000 Kilo Weizen, mark. 261 biS 263. do Mai 267 50, 3uli 223 bis 226, Roggen, mark. 223 biS 226, do. Mai 224, do. Juli 221 bis 221.50. Gerste, märk. 224 dis 238. Futtergerste 198 bis 212. Hafer, mär!. 216 biS 224, do. pomm. 208 bis 220, do Mai 202,50, Mais.fr. Hamburg 197. do. loko Berlin 200 bis 205, für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 biS 36,50, Roggenmehl 30,25 biS 32.75, Weizen - Hcie 14,80 bis 15, Roggenkleie 16,20 bis 16,30, Diktoriaerbsen 22, bis 28, kleine Erbten 21 bis 24, Suttererbfen 18 bis 20, Peluschken 18,50 bis 20, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 19 biS 21, Lupinen, blau 10 bis 11,50, do. gelb 11,25 bis 13,50, Serradelle 14 bis 15,50, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80, T rocken- schnitzel 10,40 bis 10.60. Torfmelasse 9,50 bis 10, Kartofselfkocken 20, Zucker 17,50 bis 18 Buntes Wertet Sportsischersi: nd Fischer Schutz. Auf der kürzlich in oagoiii.-... avgehaltenen zweiten Hauptversammlung des ..Schutzverbandes der Bayerischen Sportangler e. B." erstattete der 1. Dvrsihende des SchuyVerbandes. Herr Eisvogel, Bericht über die bisherige Tätigkeit des Verbandes, der sich in eingehender Weife der Fnteressen der bayerischen Sportfischer annimmt und darauf hinwirkt, durch Anwendung der gefehlichen Bestimmungen, die wohl vor- banden sind, um die sich aber niemand kümmert, oen früher überall in Bayern vorhandenen Jisch- reichtum wieder herzustellen und den tmtibge- rechten Betrieb der Fischerei durch feine Mitglieder zu fördern. Es wurde zum Ausdruck gebracht. daß daS bayerische Fifchereigefetz. obwohl es noch unter den deutschen Bundesstaaten das beste fein mag, trotzdem sehr reformbedürftig ist, und daß bei einer Reuregelung darauf hin- zuwirien ist, daß auch insbesondere die Sportfischer gehört werden. Die bisherige Dvrstand- schafi, bestehend aus den Herren Eisvogel. Dr. Schindler, Rechtsanwalt Dogl, R. Storz. Direktor Zick, Dr. Feustel, Obermedizinalrat Dr. Wohl- muth. Kipfer, Herold, G. F. Mayer. Schwarz, Direktor Brennecke wurde wiedergetvähli unter Hinzuziehung je eines weiteren Beisitzers 8er neu in den Schuhverband aufgenommenen Vereine, des Fischerbundes Roris und des Reu- buiger Anglerklubs. Der zum Derbandsorgcme de- Schutzverbandes gewählten schönen illustrier-- ten Zeitschrift ^Der Sportfische r", herausgegeben vom Fischerrisportverlage Dr. Hanns Schindler. München II. Karlstraße 44. wurde uneingeschränktes Lob ausgesprochen. Ais Ort der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Rürn- berg gewählt, in dem sich zwei angeschlossene Vereine befinden. Der frnnzösische„BaterderFluqkunst". Ein Pionier des Fliegens ift mit Element Ader gestorben. Der 84jährige, der dieser Tage in Toulouse verschied, gilt in Frankreich als „der Baker der Flugkunst", obwohl seine in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts unternommenen Versuche zu keinem praktischen Ergebnis führten. Ader halte sich von früher Jugend an dem Flugproblem zugewendet, und wie unser Lilienthal nahm er sicy den Vogelflug zum Vorbild. Er hatte sich in seinem Garten zu Passy einen großen Vogelkäfig erbaut, von dem aus er die gefiederten Flieger beobachtete 1866 begann er mit dem Bau einer Ftugmoschme, die nach vier Jahren vollendet war. Seine Versuche mit dieser „Eole" genannten Maschine wurden ganz geycim angesteUl, und es ist nicht erwiesen, ob er einige Fuß damit geflogen ist, wie er behauptete. Ein zweites Modell ging bei einem Versuch zu Satory zugrunde. Seine dritte Maschine, die er „Avion" nannte, wurde am 14. Oktober 1897 in Gegenwart von Vertretern des französischen Kriegsministeriums erprobt: es war eine merkwürdige Konstruktion mit fledermausartigen Flügeln und zwei Schraubenpropellern, die mit einer Dampfmaschine angetrieben wurden. Der Versuch fiel aber nicht so aus, daß die Behörde Zutrauen zu der Erfindung gefaßt hätte, und deshalb wurde die Verwertung der Erfindung durch die Regierung abgelehnt. Dieser Schlag traf Ader so schwer, daß er alle tteitere Arbeit ausgab, seine Entwürfe und Maschinen verbrannte und sich in sein Heimatdorf Muret zurückzog. Erst nach dem großen Aufschwung der Flugtunst wurde man wieder auf seine Arbeiten au!-uerksam, und er erhielt nun als Vorläufer vielfache Eftritngen, wurde Kommandeur der Ehrenlegion, betomm: jetzt ein Denkmal, und die fron« zcchscheu Militärstugmafchinen werden nach seiner Maschine .Amons" genannt. Die größte Zelkung der Welt. Vor kurzem gaben die „Neuyork Times" die größte Zeitungsnummer heraus, die jemals die Rotaliansmnschine verließ. Sie stellt mH ihren in 12 Sektionen eingekeilten 192 Seiten großen amerikanischen Format» fast ein Lexikon dar. Die Auflage von 565 000 Exemplaren wiegt 875 000 Kilogramm. Der Transport diefer Auflage würde einen Güterzug mit 87 Wagen erfordern. Büchertisch. Der Verlag Brodhaus kündet das Mille Mai beginnende Erscheinen des K l e i n e n B r o d • h a u s oii, eines einbändigen Handbuchs des Wissens. Hal schon der vierbändige „Reue Vrockhaus" in den paar Jahren, die er als erstes größeres Friedenslsrikon vollständig vorliegt, seine allseitige Brauchbarkeit und unüdertreffNche Zuverlässigkeit bewiesen, so wird der Kleine Brodhaus gewiß in noch weiteren Kreisen der unentbehrliche Liebling des deutschen Volkes werden, schon weil er trotz feinet Fülle von Stichwörtern (4i> 000) und der zahlreichen bunten und schwarzen Abbildungen und Karten (5400) in schmuckem Einband bei Subskription nur 21 Mark kostet. Und wem diese Ausgabe auf einmal luftig fällt, der kann auf die Liese- vungsausgabo subskribieren die in zehn vier- zehittagigen Lieferungen zu je 1,96 Mark erscheint, so do« dioier Iostbare Biidungcstosf während ungefähr eine halben Jahres wöchentlich nur 95 Ps. erfordert. Wir werden unsere Leser über die Lieferungen unterrichten. - Die .Große Welt", das elegante Magazin, bringt in dem neuesten Hest eine ganze dreiaktige Komödie von Etienne Michel Karl Freund Plauderi allerlei Filmgelreimnisse au8 und Andreas Lahko führ! ans nach der Wunderinsel Ceylon. Dunkler Aberglaube wird in Hülsens Rovelle .Das Käuzchen" grelle Wirllichkeit. Bilder vom Film des Monats, von 5^ünftle- rinnen und überdies Anekdoten. Rätsel und Illustrationen. (Leipziger Verlagsdruckerei G. m. b. H.. vorm Fischer & Kürsten. Leipzig, ZohanniS- gasse 8.) Das soeben erschienene Hest Rr. 13 der „Lustigen D l ä f t c r". zeichnet sich durch seine reichhaltigen Jlluftrationen aus Das Titelbild inauguriert mit einem reizenden Freilichtbild von Geslwicki den FrühlinA Zahlreiche Scherze und satyrisch' Gedichte sowie eine reizende Humoreske von Rudolf Prcsber vervollständigen das Heft. — Von der Verlagsabt. der Speditionsfirma: Andree & Wilkerling. Hamburg 1. ist ein neuartiges kleines Weltadreßbuch (1925) der Spediteure, Reedereien, Banken. V^rficherungS- gesellschafien, BezugSguclien l^ndustris-Handel) in sechs Sprachen herausgegeben. 274 Rundfunk-Programm des Frankfnrter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 15. Mai: 12 Uhr: Aachrichtendienst./ 3 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 3.30 Uhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheilsamles: Anläßlich des 62. Stiftung-feste« des Zahnärztlichen Vereins zu Frankfurt a. M.: „Die Zahnpflege in den Schulen", Vortrag von Privatdozent Dr. Kcnnad Cohn. Generalsekretär de- Deutschen Zentralkomitees für Zahnpflege in den Schulen 4 llbr: Wirtschaftsmeldungen 4.20 Uhr: Rachrichtendienst 4.30 bi- 6 Uhr HauSsrauennachmittag In Musik und Wort Programm u. a.: „3ft Gas im Haushalt wirklich feuergefährlich und gesundheitsschädlich? Vortrag von Chef-Ehentlker Dr. Becker. 6 Uhr: Wirtschaft-Meldungen. 6 biS 6.30 Uhr: Zuristenfunk. 6.30 bis 7 Uhr: Die Lefeftunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.15 Uhr: Die Besprechung. 7.15 bis 7.30 Uhr: Esperanto-Unterricht. 8 vis 8.30 Uhr: Anläßlich des „Heiligen Jahre-": „Sprachliche und prattische Winke für Ftalienreisendr". 8.30 bi- 9.30 Uhr Tanzmusik von Fonnys Hawaiian-Band Wiesbaden. 9.30 Uhr: Rachrichiendienst. Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Die Lokaldichtung. (Frankfurter Dichtungen aus alter und neuerer Zeit.) 16. Abend: Gedichte und Erzählungen von Friedrich Stoltze. 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Wir werden Mühe haben, so viele geeignete Flugzeugführer und Bedienungsmannschaften rechtzeitig auszubilden." „Der Aufruf in den deutschen Zeitungen brachte großen Erfolg", warf Stratoff ein. „Troß der ablehnenden Haltung der deutschen Regierung melden sich täglich Hunderte von Bewerbern bei unserem Bureau in Danzig; Blankenburg wählt aber nur die besten aus und schickt sie sofort mit Flugzeug nach Uralsk." Günther fuhr fori: „Sobald der Betrieb in Platina einigermaßen eingerichtet ist, muß die Aufklärungsstaffel nach Petrolea fahren. Unterdessen sind durch Errichtung fester Woynungen die beiden Wohnschiffe entbehrlich geworden und können ebenfalls dorthin folgen. Und sofort muß der beschleunigte Transport nach Petrolea einsetzen. Da die neuen Maschinen die doppelte Tragfähigkeit besitzen, können wir in sechs Wochen auf eine tägliche Leistung von vier Tonnen rechnen, die sich von Wochr zu Woche steigert, falls nicht unvorhergesehene große Verluste an Fahrzeugen eintreten. Das für den ersten Bedarf von Petrolea vorgesehene Material beträgt 220 Tonnen. Den Hauptanteil bilden die Bohrmaschine und die zwei großen Petrolumtanks. Auch die beiden Glühkopfmotoren und die Dynamomaschine haben beträchtliches Gewicht. Ferner muß auf die Unterkunftsräume besondere Sorgfalt gelegt werden, weil Petrolea auf einer über hundert Meter starken Eisschicht liegt. Ob es möglich fein wird, vor Eintritt der Herbststürme, die wahrscheinlich einen weiteren Luftverkehr ausschließen werden, so viel Material dorthin zu bringen, daß ein größeres Arbeitskommando die lange Winternacht da verbringen kann, scheint mir noch zweifelhaft." „Das muß und wird gelingen!" rief Nagel fast heftig. „Glauben Sie, ich will neun Monate nutzlos verlieren? Ich selber werde mit den Freiwilligen, die sich mir anschließen, den Winter über dort bleiben. An Arbeit wird es uns nicht fehlen, und wenn Sie im nächsten Sommer wieder die Verbindung mit uns aufnehmen, werden Sie sehen, was wir geleistet haben." „Wann soll demnach die erste Staffel abfliegen?" fragte der ungeduldige Günther. „So schnell wie möglich!" rief Nagel kurz entschlossen. „Doch halt! Wir vergaßen ja die Hauptsache. Sanders muß sofort benachrichtigt werden. Ohne ihn könnte das ganze Unternehmen scheitern." „Ich ersuchte ihn bereits mehrfach, nach Uralsk zu kommen", sagte Stratoff. „Auf mein letztes Telegramm nach Saratu erhielt ich die Antwort, er käme, sobald er dringend gebraucht würde. Augenblicklich habe er noch in Rumänien zu tun." „Dann müssen wir ihm sofort dringend telegraphieren!" rief Nagel. „Wie ärgerlich, daß wir jetzt erst dann dachten!" „Wir rechneten ja mit einem viel späteren Beginn", warf Günther ein. „Wenn er nur kommen wird", meinte Stratoff. „Ich fürchte, unser Freund spielt ein wenig den Herkules bei Omphale. Hoffentlich wird sie ihm nicht seine Locken abgeschnitten haben!" „Sie glauben doch nicht, daß die Fürstin ihn zurückhalten könnte?" fragte Nagel. „Sie war aufrichtig begeistert für unser Unternehmen." „Warten wir ab!" meinte der Russe. „Jedenfalls wollen wir sofort telegraphieren." 2. Schreiben des Berichterstatters des „Berliner Lokal-Anzeigers" aus Bukarest an feine Zeitung in Berlin. Ihrem Auftrage gemäß begab ich mich gestern nach Schloß Saratu, um Herrn Sanders zu interviewen. Da ich mich telephonisch angemeldet hatte, wurde ich alsbald empfangen. Der berühmte Wünschelrutengänger bewohnt ein sehr hübsch eingerichtetes Appartement, bestehend aus Arbeitszimmer, Schlafzimmer und Bad, das ihm die Besitzerin des Schlosses, die Fürstin Linda Lahory, eingeräumt hat. Sanders ist ein frisch aussehender Mann in den Vierzigern, dessen stark gebräunte Hautfarbe die , häufige Beschäftigung in freier Luft beweist. Unser Gespräch verlief etwa folgendermaßen: Ich: „Würden Sie mir zur Veröffentlichung im „Berliner Lokal-Anzeiger" einige Angaben zur Verfügung stellen?" Er: „Bitte, fragen Sie." Ich: „Sind Sie mit dem Erfolge Ihrer Tätigkeit hier in Rumänien zufrieden?" Er: „Ich habe viel gearbeitet, seit ich hier bin, und manches erreicht. Zunächst war ich für die anglorumänische Petroleumgesellschaft tätig. Die letzten drei sehr ergiebigen Oelbohrungen wurden von mir angesetzt." Ich: „Sind die Gerüchte zutreffend, daß Sie bei Ihrem Nordpolfluge im vorigen Jahre ein überaus reichhaltiges Platinlager dort oben entdeckten?" Er: „Wir haben keinen Grund, es länger zu verheimlichen." Ich: „Sind Sie an der Gesellschaft zur Ausbeutung der Mineralschätze des Nordlandes beteiligt, und glauben Sie an einen pekuniären Erfolg?" Er: „Beides kann ich bejahen." Ich: „Es heißt, daß dieses Jahr der Flug nach Nova Thule, wie Sie das neue Nordland getauft haben, von Nova Semlja ftattfinden soll." Er: „Soeben erhielt ich ein Telegramm, welches besagt, daß der Abflug von Archangelsk vor sich gehen wird." Ich: „Ist der genaue Zeitpunkt bereits festgesetzt?" Er: „Man wartet nur auf mein Eintreffen, dann kann es jeden Tag losgehen." Ich: „Also werden Sie sofort abreifen?" Er: „Es handelt sich hier leider um eine höhere Gewalt. Gern würde ich sofort die Reise antreten, aber die alten Malariakeime haben die Wirksamkeit meiner Rutentätigkeit derart herabgesetzt, daß ich einer längeren Erholung bedarf." Ich: „Also muß man den Beginn des Unternehmens verschieben?" Er: „Es wird nichts anderes übrigbleiben." Ich: „Wenn aber der Sommer zu weit vorschreitet, dann werden Sie in diesem Jahre zu keinem Resultate mehr kommen. Bereits Ende August soll die kalte Jahreszeit dort oben beginnen. Verlangen denn Ihre Freunde nicht, daß Sie unter allen Umständen den Versuch machen Er: „Sie verlangen es sogar in der dringendsten Weise. Aber wozu soll ich mitfahren, wenn meine Anwesenheit eher hinderlich als nützlich wäre?" Ich: „Verzeihen Sie mir, einem Fremden und völlig Unbeteiligten, wenn ich es wage, eine Ansicht zu äußern. Ich denke, Sie sollten trotz Ermüdung und Abspannung den Flug nach Nova Thule mitmachen. Die Augen der ganzen Welt sind in dieser Stunde auf Sie und Ihr Unternehmen gerichtet. Wenn Sie jetzt kleinmütig werden und Ihre Abfahrt verschieben, so wird man Ihnen Ihre schwankende Gesundheit nicht glauben, sondern behaupten, daß Ihre berühmte Entdeckung ein Bluff war, während Ihre Stimmung und damit Ihr Wohlbefinden keine Förderung erfährt. Also heißt es jetzt handeln. Auch einen mißlungenen Versuch wird man bewundern. Ein Aufschub oder gar ein Rücktritt von Ihrer Seite fände nur gerechte Beurteilung." Er: „Sie sind hart in Ihrem Urteil". Ach: „Vergeben Sie es mir. Ich bin auch ein wenig Psychologe und habe bereits bei Ihren ersten Worten erkannt, daß Sie unter dem^Druck einer schweren seelischen Depression stehen. Hier vermag nur eine energische Tat zu helfen. Ich verlange daher als Deutscher und Patriot von Ihnen, daß Sie sofort Ihren Freunden den Tag Ihrer Ankunft in Archangelsk mitteilen Sie werden sehen, daß allein schon dieser Entschluß eine gewisse Befreiung bringen wird." Er: „Gut! Sie sollen nicht vergebens an mein Vaterlandsgefühl appellieren. Ich werde fahren und mein möglichstes versuchen. Mißlingt es, dann wird die Welt mich nicht wiedersehen." Ich: „Man wird Sie wiedersehen. Ich fühle es mit Gewißheit." Er: „Ich muß Sie natürlich bitten, unsere Unterredung, die in keiner Hinsicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, nur in taktvollster Weise zu verwenden. Ich: „Dafür bürgt Ihnen mein Name und dec meiner Zeitung." ! Dieses ist der Inhalt der bedeutungsvollen Unterredung, die ich glaubte Ihnen nicht oorent- halten zu dürfen, zumal ich sicher bin, daß Sie den Wunsch des Herrn Sanders in vollstem Maße beachten werden. (Fortsetzung folgt) Jakob maternus Giessen Versuchen Sie hl jr aie.a mscn gebrannten Ml-Kafa Pfund 493bD Mk. 3.20, 3.60, 4.00, 4.40, 4.80 Stadtversand frei Haus. — Telephon 1337. gort|4«ng k Bwünomr jteigf rnng im Konkurs Niederhauser zu Butzbach, Wetzlarer Straße Freitag, den 15. er. beginnend, vormittags 8.30 Uhr: Haus- und Küchengeräte. Küchenwagen, Blechwaren, Löffel, Gabeln, Messer, Taschenmeffer, Schlachtmesser. Haarpfeile, Scheren, Kämme, Aasier- apparate, Zahnbürsten, Radioartikel, s Spiegel, Mandolinentaschen- und Bänder, ^Ledergüttel, Skimühen, Taktstöcke, Trom- melpfeifen, Turnschuhe, Gartengeräte, , Thermosflaschen, Sportartikel, Mundhar- monikas, Taschenlampen, Schinkenbeutel, Schafscheren,Fleischmaschinen,Sägeblätter, Borhangstangen, Griffelkasten, Zimmermannswinkel, Zollstöcke usw. Rachmittags von 2 Uhr ab: Bessere Spielwaren, darunter Spielmaschinen, 1 kompl. elektr. Eisenbahn, wertvollere Puppen und Puppenköpfe, Architekturbaukasten, Steinbaukasten,Gummibälle, Rechenmaschinen, Schießspiele usw. Montag, den 18. ds. Mts. von vormittags 8.30 Uhr ab: Fahrräder und Fahrradartikel, Kinderwagen und Sportwagen, Zentrifugen, Grammophone, Streichbaß, Lyra, 1 Email, lierofen, Dezimalwage, 1 Formularschrank, 1 Schreibtisch, 1 Flaschenzug mit Laufsah, IKastenatttoaufsatz für Lieferwagen,IKreis- ägebock, 2 Stahlflaschen. Versteigerung bestimmt. 494OD Herrnbrodt, Gerichtsvollzieher. Nutzholzversteigerung Rächsten Montag, den 18. If. Mts., soll im hiesigen Gemeindewald nachstehendes Ruhholz versteigert werden: Fichtenstämme 4. Kl. 1 Stücke O,40Fstm. 5a- „ 29 „ =16,46 „ 5b- „41 „ =13,78 Fichten-Ruhscheiter 4 Rm. = 2,80 Fstm. „ Ruhknüppel 18 „ = 10,80 „ Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr an der Tal- und Hangschneise im See. Grohen-Linden, den 13. Mai 1925. Hessische Bürgermeisterei. ____________Lang. 4948D Holzsubmission. Montag, den 18. Mai 1925, nachmittags 3 Uhr, soll nachverzeichnetes Stammholz auf hiesiger Bürgermeisterei auf dem Submissionswege vergeben werden. Fichten-Stämme: 3. Kl. 10 Stück = 11,46 Fstm. 4. „ 25 „ = 26,76 „ Bemerkt wird, daß das Holz geschält, jedoch mit Rinde gemeffen ist. Offerten sind bis zu genanntem Termin bei unter- zeichneter Stelle einzureichen. Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Bersrod, den 12. Mai 1925. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. 4933V Die Sttaße Krofdorf - Gießen ist wegen Wafferleitungsarbeiten vor dem Ort Krofdorf den 15. Mai für jeden Fuhrwerksverkehr gespertt. Krofdorf, den 14. Mai 1925. Die Wegepolizeibehörde. Brvckmeier. 4963V Für Frühjahr uni! Sommer 1925 empfehle ich in riesiger Auswahl Herren-Bekleidung alle Art in nur erstklassigen Qualitäten una tadelloser Paßform zu tatsächlich außergewöhnlich Herren-Sakkoanzüge eleg. 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Ab 2 Uhr Gesangsvorträge der Gast- und Bundesvereine. Hierauf Tanz. Iugverbindung ab Gießen Sonntagvormittag 9.48 Uhr, nachmittag 3 Uhr. Rückfahrt ab Allendorf (bis Gießen 04252 mit Sonderzug) 9 Uhr abends. <Ä Jg. Hühner, T/fsUS beste Lege- rasse,zerlea» ■<-X bare Ställe lief.bill.Gaütigelhoft Mergentheim F. 30. Katalog frei. [549id MnlMler Sos Empfehle gutbürgl. Ilagti AbendsSvetsennach der Karte. Saal für all. Veranstaltungen passend. Sol. Brette. Kail Sfflufflfltöt, vorher Hotel Lenz. Sperrplatten in Buche | von 3—30 mm Stärke Jaboon । in allen Größen Kiefern j nur beste Fabrikate Eiche I prompt ab Lager lieferbar. Leopold Rosenthal, Holzhandlung. Wetzlar. Teleph. lOO^V Zagöverpachtung. Samstag, den 23. Mai, um 2 Uhr nachmittags, soll in der Wirtschaft von Karl Hohmann III., die zirka 475 Hektar große Gemeindejagd auf 6 Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Helpershain bei Ulrichstein, 10. Mai 1925. Hessische Bürgermeisterei. _____________Eifert.________4946V H-Ziier-Wolep gegen Zahlung von Baudarlehen zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter 4941D an den Gießener Anzeiger. _________ Wohnungstausch Marburg — Gießen Biete in Marburg 3-Zimm.-Wobnung mit Küche und Zubehör in guter Lage im Südvier-el. Suche in Gießen eine 4—5-Zimmer- Wobnung. Schriftliche Angebote unter 4912V an den ______Gießener Anzeiger erbeten.______ Wohnungstausch Marburg — Gießen Biete in Marburg 2 Zimm.-Wohn, mit Küche und Zubehör in guter Lage im Nordoiertel. — Suche in Gießen eine 3—5-Zimmer-Wohnung. Schr. Ang, unt. 4943V a. d. Gieß. Anz. 1-2 möbl. Zimmer zentral gelegen, von Dauermieter sofort oder 1. Juni gesucht. Schriftl. Angebote unter 4944D an d. Gießener Anzeiger. SkMAii Steffin Dersicherungs-Akt.-Ges. Ursprung 1857 sucht für den Bezirk Gießen einen fleißigen zum Abschluß von Lebensversicherungen mit Monatszahlungen gegen Gehalt, Spesen und Provision. Bewerbungen an 01253 General-Agentur W. 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