borf Dr. Grühner ba8 Unfimrige dieser Anwürfe mit aller Schärfe klargestellt hat. Ebenfalls ein rheinisches Kind ist der Kandidat des Zentrums Dr. Marx. Er ist lange Jahre als Richter in verschiedenen Städten des Rheinlandes tätig gewesen und betrat schon früh die parlamentarische Laufbahn als Abgeordneter des preußischen Landtags und seit 1910 auch des Reichstags. Ramentlich widmete er sich hier der Schulpolitik, bevor er 1921 Vorsitzender der Reichstags fr aktion des Zentrums wurde. Als Reichskanzler deS Kabinetts, das die Veichand- langen über das Dawesgutachten führte und als Führer der deutschen Delegation auf der Londoner Konferenz erwarb sich Dr. Marx durch die vornehme Sachlichkeit seiner Verhandlungsführung und die Ausgeglichenheit seiner Person im In- und Ausland großes Vertrauen, das er sich jedoch durch ferne unklare Haltung in den Regierungskrisen des vergangenen Jahres und seine erneuten, von stetem Wiherfolg begleiteten ‘Bemühungen um ein Kabinett der sog. Volksgemeinschaft in Preußen zum guten Teil verscherzte. Als Exponent einer einzigen, noch dazu scharf konfessionell eingestellten Partei hat Dr. Marx naturgemäß einen weit beschränkteren Aktionsradius als seine Mitbewerber für den Drasidentensesfel. Dr. H e l l p a ch, der demokratische Präsident^ schaftskandidat, ist außerhalb seiner badischen Wahlheimat weniger bekarmt. Er ist eigentlich Mediziner, wurde 1911 Professor für Psychologie und Pädagogik an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und erwarb sich als Verfasser von zahlreichen medizinischen und pädagogischen Schriften bald einen Ramen in der wissenschaftlichen Welt. Trotzdem er dem badischen Landtag nie angehörte, ist er seit Oktober 1922 Minister für Kultus und Unterricht und bekleidet augenblicklich nach verfassungsrechtlichem Brauch im Wechsel mit seinen Ministerkollegen das Amt des badischen Staatspräsidenten. In den nächsten Tagen werden vermutlich die Präsidentschaftskandidaten sich an die Oeffent- lichkeit wenden. Pflicht eines jeden Wählers ist es, sich in der noch verbleibenden kurzen Zeitspanne Rechenschaft darüber abzulegen, welcher Persönlichkeit er das Staatsruder anvertraut wissen will, welcher Kandidat ihm seiner politischen Vergangenheit nach verbürgt, daß er über alle Parteien hinweg als unabhängiger, aufrechter deutscher Mann, als Hüter des Rechts, als nationaler Erzieher und Förderer des sozialen Ausgleichs das Amt des Reichspräsidenten zum Segen des deutschen Volkes verwalt»? wird. Ur. 62 Erster Blatt |Z5. Jahrgang Samstag, März 1925 Erscheint täglich, außer Somu und Feiertags. Beilage«: Gießen er Fa m i Uen d l ttter Heimat hn Bild. Bloaats-Bfir^iprfli: 2 Goldmart u 21) Goldpfennig für IrSgerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspr ech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lagundGeschSstsstelleSl. Anschrift für Drahtnach- richten rlnjelgerOletze«. Postscheckkonto: Zrantsurt o. M. IHM. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen »rod «n» Dtrlog: BrfiNW UniverMlr-vuch. und Stefnii ruderet R. tauge in Liehen. Schristleitung und «efdjöftsttene: Schallnahe 7. Annahme »an Anzeige« für die lageonummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeiL Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite ürtlichB, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne« Klame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20" .Auf- chlag. - Derantwortlich ur Politik u. Feuilleton: )r Friedr Will» Lange; ör den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Btd^ sämtlich in Gießen. Die Kandidaten. Vom 29 März, dem Tage der ReichSpräfi- dententvahl, trennen uns nur noch 14 Tage. Pa war eS an der Zeit, die Ramen der Kandidaten bekanntzugeben, die man dem Volk zur Wahl seines Staatsoberhauptes Vorschlägen teilt Die Sozialdemokraten, von denen die bürgerliche Linke Verzicht auf einen eigenen Kandidaten zugunsten einer republikanischen Sammel- randtdalur erhofft hatten, traten als erste Partei mit ihrem Kandidaten Braun hervor. Sin Ausschuß, der sich schon Ende vorigen Sahres unter dem Vorsitz des ehemaligen preußischen Innenministers und jetzigem Präsidenten M Reichs hü rgerrotS von Loebell aus Bettretern aller Parteien der Rechten anfangs auch des Zentrums, der vaterländischen Organffatio- ren, des Reichslandbundes, von Industrie und Handel gebildet hatte, einigte sich am vergangenen SamStag bereits aus die Person deS Duisburger Oberbürgetm elfter«, ehemaligen Reichsinnenminister« Dr. Jarre« Der Ausschuß suchte bann auch da« Zentrum und die Demokraten für seinen Kandidaten zu gewinnen und lieh sich als diese Kandidatur auf Widerstände stieß auf Verhandlungen über andere Persönlichkeiten ein. So verging lag um Tag Jede neue Stunde brachte «ine neue Situation, neue Verwirrung, neue Mißverständnisse. AIS dann endlich mit fester Hand Jugepacki wurde, um dem Hin und Her ein Ende äu machen, schob man die Verantwortung für den Abbruch der Verhandlungen und das Richtzustandekommen einer bürgerlichen Einheitslandi- Datur von einer Partei auf die andere. Dem Zentrum scheint es mit der Kandidatur Gehle r, die man schließlich mit einiger Aussicht auf Erfolg zur Debatte gestellt hatte, von vornherein wenig ernst gewesen zu fein. Es bat vielmehr ganz offensichtlich versucht, durch die in zahllosen Krisen oft erprobte DerschleppungS- taftif die bürgerliche Einheitsfront des Loebell- schen Ausschusses zu sprengen und für eine Kandidatur Marr mürbe zu machen. Anders ist die Entschsußlosigkeit des Zentrums nicht zu verstehen, seine Unterhändler blieben ohne Vollmacht zur endgültigen Annahme, erbaten Stunde um Stunde neue Bedenkzeit und zögerten die Entscheidung solange hinaus, bis man auf der Gegenseite das Spiel durchschaute und durch ein sofortiges aul-aut beendete Gewiß ist eS auherordenllich bedauerlich, dah sich aut diese Weise die Hoffnung auf ehre ®rn- heitskandidatur aller bürgerlichen Parteien und Gruppen wenigstens für den ersten Wahlgang zerschlagen hat und nun das Bürgertum gespalten ir den Wahlkampf zieht. Aber bei einer weiteren Verschleppung der Verhandlungen drohte die eigenbrödlerische Tendenz einzelner Gruppen und Ginippchen durch Aufstellung von Sonderkandida- hrren auch auf der Rechten zu Absplift-rungen zu führen So propagierte der Jungdeutsche Orden eine Kandidatur De« Generals von Seeckt, troftbem der Chef der Heeresleitung schon zu Beginn des Wahlkampfes genau so wie der Leichskanzler Dr. Luther gebeten hatte, von einer Aufstellung seiner Person Abstand zu mehmen. Auch andere Sonderteünsche, die auf ben ehemaligen Reichskanzler Michaelis, auf ben Verteidiger Ostafrikas General von ßet = toto-Borbccf oder schließlich gar auf einen besonderen Aufteertungskandidaten abzielen, werben zugunsten der bürgerlichen Einheitsfront zu- eudgcfteUt werden müssen. 3um ersten Rial seit vielen Jahren wählt daS deutsche Volk nicht irgend eine von Parteien Qm zurechtgemachte L'ste von meist unbekannten Damen, sondern eine einzelne Persönlichkeit. Zum ersten Male seit der Reichstagswahl von L912 sollen die Wähler nicht über tote Parteiprogramme. sondern über Menschen abstimmen, über Menschen, deren Persönlichkeit und politische | Tätigkeit den breiten Massen seit langem bekannt Jlnb. Der deutsche Wähler w rd zum ersten Mal txi neuen Staat nicht parteipolitisch, sondern AaatSpolit sch denken und handeln müssen, er wird selbst unterscheiden müssen, welche Persönlichkeit ihm des Vertrauens würdig zu sein scheint, das höchste Amt zu betreiben, d.rs das Deutsche Reich ki vergeben hat. Da es dieses Mal also nicht jxrrtcibogmcn zu verfechten gilt, ist zu hoffen. Daß sich der Wahlkampf in vornehmeren und gemäßigteren Formen abspielen wird als hn De- 4r"mber vorigen Jahres. Die Kürze der Zeft wird auch dazu beitragen, daß die Gegensätze sich nicht so anSto rten, wie es im Winter be» diuerlicherwcise in den langen Wochen des Wahl- k-impfes der Fall war. Vor allem wäre es grundfalsch, wollten nun die bürgerlichen Kan- 'bidaten einant-ci befehden. Wenn auch der Kan- bidat der Rechten Dr. Jarres durch die großen s bürgerlichen Gruppen und Bereinigungen, die 1 b'.ntcr ihm stehen, die Wahrscheinlichkeit für sich Ölt. schon im ersten Wahlgang die absolute Mehr- b?it auf sich zu vereinigen, so ist doch immerhin durch die Splitterkandidaturen des Zentrums unb der Demokraten mit der Möglichkeit einer Stichwahl zu rechnen und für diesen zweiten Dahlgang muß es bann zum Zus ammen- shluß des gesamten Bürgertums -inter einer Einheitskandidatur kommen, die für d-m ersten Wahlgang sich bedauerllcherweise noch nicht hat erreichen lassen. Lind dazu heißt es sth int gegenwärtigen Wahlkampf die Arme frei falten und keine unnötigen Gegensätze schaffen, Me nach der Wahlschlacht schwer zu überbrücken flnb. Die bürgerlichen Präsidentschaftskandidaten lind den breiten Wählerin ff en snt langem als Männer bekannt, die im p lltischen Leb n Deutschlands eine führende Rolle spielen. Dr. 3ar- Die Genfer Verhandlungen. Das Begräbnis des Genfer Protokolls. — Der Garantiepakt zu Fünfen. Die Rede Chamberlains in Genf hat eine reinliche Scheidung der Geister herbeigeführt- Herr B e n e s ch , der Vater des Genfer Protokolls, ist dadurch In eine unangenehme Situation geraten, er hat sich nicht anders zu Helsen gewußt, als einen Vertagungsantrag tzu stellen, der auch angenommen wurde. Bis zur nächsten Tagung wird sich also nunmehr reichlich Gelegenheit geben, das von Chamberlain angesteuerte Ziel der direkten Auseinandersetzung zwischen Frankreich und Deutschland zu erreichen. Die .Times" erflärt auch bereit« in einem Kommentar zur Chamberlainschen Rede, Frankreich und Deutschland möchten die Vereinbarungen treffen, die der englische Außenminister Vorschläge, England werde dann nicht zögern, einem derartigen Abkommen beiz u treten. Die „Ration" sagt, der deutsche Vorschlag eines Fünfmächtepaktes sei in seiner Entwicklung von allergrößter Bedeutung, vor allem durch die ernsthafte Aufnahme durch Chamberlain. Der deutsche Vorschlag sei gerade im richtigen Augenblick erfolgt, um seinen bedeutenden Ein- sluß auf die englische Politik auszuüben. Chamberlain erklärte England trete unverändert für die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und für einen Ralsslh Deutschlands ein. Er ließ jedoch die Frage offen, ob der Fünf er Pakt nur nach oder noch vor Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zustande kommen könne. Für seine Auffassung über den Abschluß von Verträgen zur gegenseitigen ünterftütiung blieben die letzten Sähe seiner gestrigen Erklärung über den Abschluß von Sonderabkommen rein defensiven Charakters maßgebend. Zur Haltung Englands gegenüber dem Gedanken eines allgemeinen obligatorischen Schiedsverfahrens bemerkte schließlich der Minister, England, daS selbst in zahlreichen Fällen das Schiedsverfahren praktisch angewendet habe, könne sich unter den heutigen Verhältnissen keineswegs im voraus dazu verpflichten, das; es alle Fragen dem obligatorischen Schiedsverfahren unterwerfe. Das Echo. daS btze Genfer Debatte in Frankreich ausgelöst hat. klingt allerdings weniger freundlich, dieKamm nckommiffion für auswärtige Angelegenheiten Hit sich einheitlich dafür ausgesprochen, daß die Räumung Kölns nicht früher in Betracht gezogen werden solle, bis nicht daS Problem der französischen Sicherheit gelöst sei. Man versucht also jetzt schon krampfhaft, einer sich etwa anbahnenden Verständigung möglichst große Hindernisse in den Weg zu legen. Der „Temps" sagt, als Ergebnis des gestrigen Tages lasse sich bie Absicht Großbritanniens fest stellen, das Genfer Protokoll durch gegenseitige Garantieabmachungen zu ersehen, zu denen Deutschland herangezogen werden solle. Großbritannien- stehe aber auf dem Standpunkt, daß ein Abkommen mit Deutschland erst nach dem vorbehalllosen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund getroffen werden könne. Ob sich Deutschland aber je dazu bereit erklären werde, fei recht zweifelhaft. „Liberte" stellt fest, daß Chamberlatn und Brianb keineswegs in großem Gegensatz zu einander stehen. Zusammenfassend lasse sich sagen, daß sich die Auffassungen Chamberlains und Brianb« der Stresemannschen zu nähern scheinen. Die französische Opposition. Paris. 14. März. (WTB. Funkspruch.) „Ere Rouvelle" schreibt: „Der Senats-Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat die Regierung ausgefordert, der Räumung der Kölner Zone nur unter zwei Bedingungen zuzustimmen : der Entwaffnung Deutschlands und dem Abschlüsse eines Garantiepaktes. Der Kammer ausschuh für auswärtige Angelegenheiten hat sich einstimmig für die Richträumung der Kölner Zone ausgesprochen, solange die Sicherheitsfrage nicht geregelt ist. In den Wandelgängen der Kammer und des Senats ist eine Stimmung zu bemerken, die mächtig und unwiderstehlich für ein starres Fe st halten an diesen Bedingungen für die Räumung ist. Es scheint auch, daß die Diplomaten Frankreichs diese Haftung einnehmen. Großbritannien muh begreifen, daß es in weitestem Maße dazu beigetragen hat, diese „Einigkeit" herbeizrfführen. die natürlich nicht geeignet ist, seinen Ansichten zu dienen. Es hat diese „Einigkeit" herbeigeführt mit seiner insularen Politik, die darin veleht, mit der einen Hand zurückzunehmen, was es mit der anderen Hand gibt, in einem dauernden Zustand der Richteriüllung seiner eigenen Unterschrift zu leben und durch die Tatsache, das entschieden zu verneinen, zu dem man sich durch Unterschrift verpflichtet hat. Unsere De- mvfarlte will ruhig leben, d. h., sie will nicht untätig Angriffen ausgefeft, sondern gegen Angriffe geschützt fein. Sie wünscht weder den Besiegten niederzudrücken, noch dem geringsten Zorngefühl Raum zu geben.“ Danzig und das Saargebiet. Die Vrrhand'nnqcn des Pölkerbnudsrats. Genf, 14. März. (T.U.) Die Rachmittags- sihung des Völkerbundsrats war den Saar- und Danziger Fragen gewidmet. Der Berichterstatter, der Italiener Scialoja, teilte mit, daß sich die Stärke der französischen Truppen im Saargebiet aus 4000 Mann belaufe- Der Vorsitzende der Saarregierung. R o a u l t. versicherte, daß die Gendarmerie bis zum 31. März 1925 aus 723 Mann erhöht werde und die französischen Truppen entsprechend zurückgezogen würden. Chamberlain fragte Roault, ob man nicht auf die französischen Truppen verzichten könne, sobald die Stärke der Gen» barmerie 1000 Mann erreicht habe. Roauft erklärte, sich ohne Einverständnis mit den anderen Mitgliedern der Saar-Regierungskommis- sion nicht binden zu können. Die Frage wurde darauf auf Samstag vertagt. Man erwartet, daß Dcialoja der Saarregierung die Anregung Chamberlains empfehlen wird und eine Unter- br ingung von französischen Truppen in französischen Garnisonen in der Rähe der Saargrenze Vorschlägen wird, um sie bei besonderen Anlässen schnell zur Hand zu haben. Heber die Danziger Frage berichtete der Spanier Quinones de Leon. Er bedauere, daß Polen die Schlichtung der Streitigkeiten aus friedlichem Wege nt ht ermöglicht habe. Der Rat rnüje daher nochmals betonen, dah eine versöhnliche Verständigung zwischen Polen und Danig dringend gebeten sei. Die Verträge, auf die sich das Verhältnis Polens zu Danzig gründet, mühten genau eingehalten werden, um jede politische K. mplilation zu vermeiden. Er sch age vor, dah der Rat ihn beauftragen möge, zum 10. Mai 1925 gemeinsam mit dem Generalsekretär des Völkerbundes und dem Danziger Hohen Kommissar genaue Vorschläge für die Regelung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten auszuarbeiten. Vorher müsse jedoch unbedingt verhindert werden, dah Polen selbständig vorgehe und den Rat vor vollendete Tatsachen stelle, die schlechte Folgen h iben könnten. U iter selbständigem Vorgehen sei alles zu versteh n, was die Beziehungen zwischen Danzig und Polen beeinträchtigen könnte. Es könnte sich hierbei sowohl um aktive Handlungen als auch am puss.ven Widerstand h tn ein. Die Entscheidung darüber hrbe der Danziger Hohe Kommissar zu treffen. Seine Entscheidungen müßten bis zum Urtell des Rats für beide Teile verbindlich sein. Der polnische Außenminister Skrzhnski erklärte, auch Polen wünsche die Befcittgung der Anlässe zu Streitigkeiten. Danzig fei in einer wirtschaftlich günstigen Entwicklung begriffen. Senatsprä'ident Sahm bestritt dann die günstige Wirtscha tslage, da von 380 000 Bewohnern des Danziger Gebiets 10 000 arbeit«- l o s seien. Daraus wurde die Angelegenheit der polnischen Briefkasten ausgenommen. Der Berichterstatter schlug vor. bei dem Haager Internationalen Gerichtshof ein Gutachten darüber einzuholen. Chamberlain befürwortete den Vorschlag, worauf der Rat beschließt, den Internationalen Gerichtshof unverzüglich zu einer Sondersitzung zur Erstattung eines Gutachtens einzuberusen. Die Vertreter Danzigs und Polens erklären sich damit einverstanden. Ein neuer Hafenchef wurde nickt ernannt, da für den Schweizer Obersten R e h n I e r bisher kein Rachfolger gefunden wurde. Chamberlain wurde beauftragt, sobald eine geeignete Person gefunden sei, sie von sich auß ins Amt einzu- seycn, das bis dahin in den Händen ReynierS bleibe. Obgleich die für Danzig so überaus wichtige Anerkennung als Staat im internationalen Sinne nicht ausgesprochen wurde, widerfuhr dem Danziger Standpunkt doch insofern Gerechtigkeit, als Polen durch den Rat gezwungen wurde, den Eisenbahnvertrag mit Danzig zu ratifizieren, worin tatsächlich eine Anerkennung Danzig« als Staat zu erblicken ist. Senatspräsident Sa hm bedauerte auf« lebhafteste, daß keine generelle Entscheidung in dieser Frage getroffen wurde und wies darauf hin, dah gerade hierdurch die meisten Schwierigkeiten entstehen fonnten. Der Hohe Kommissar schloß sich diese' Auffassung ausdrücklich an. In der Frage der Hafenpoliyei wurde der Vorschlag des Hafenchess. der für eine Probezeit von zwei Jahren eine Zweiteilung, Ötabt- und Hafenvolizei vorsi^t, angenommen. SenatS- präsident Sohrn wies vergeblich auf die hierdurch entstehende ülnsicherheit in Danzig hin. In seiner Entscheidung in der Frage der polnischen Zölle kam der Rat den Wünschen Danzigs entgegen, indem er die Zölle für Transitwaren fortfallen ließ. Auch muß die Stobt Danzig vor der Verhängung neuer Zölle befragt werden. Senatspräsident Sahm bedauerte zu diesem Gegenstand der Tagesordnung, daß Polen nicht gründ,ätzlich die Ausfuhrzölle gegen Danzig aufhebe. In der Frage der polnischen Eisenbahndirektion auf Danziger Gebiet bestätigte der Rat das ilrtetl des juristilchen Komitees, das den Danziger Forderungen gerecht wird. Neue deutsch-polnische Streitfragen. Paris, 14. März. (TU.) Die polnische Regierung hat gegen öte im Rovember v. 38. von der Botsch afterkonserenz getroffene endgültige Regelung des Zugangs der Bevölkerung von Ostpreußen zur Weichsel bei der B t chffterkonferenz Protest erhoben und hat außerdem vor allem die Veröffentlichung und Inkraftsetzung dieser Regelung zum 1. Februar ds. Js. a b g e l e h n t. Die polnischen Einwendungen richten sich gegen die Bestimmungen der Botschofterkonferenz über die Fischerei in der Weichsel, bcsinderS gegen das Ber- bot der Liquidation der deutschen Fischereigerechtsamkeiten. D.eseS prl- nische Vorgehen droht Deutschland um eine der wen.gen Vergünstigungen zu bring n. die ihm in der von der Botschafterkvnserenz getroffenen endgültigen Regelung unter der Fülle ungünstiger Beitimmungen zugebilligt worden sind. Die deutsche Regierung h it. so wenig sie selbst mit der getroffenen Regelung einverstanden ist. gegen diese« Vorgehen der polnisch m Regi rung bei der Botschifterkonferenz Protest eingelegt und daraus gedrungen, dah die polnische Regierung gleichfalls ihre Verpflichtungen gegenüber den Anordnungen der Botschastertonferenz nachl mrne. da andernfalls Deutschland ü erhaupt um alle Rechte aus Artikel 9Z Absatz 5 deS Btt- sailler Vertrags gebracht werden würde. res. für den sich die gesamte Rechte, zahlreiche politische Verbände, Organisationen der Wirtschast und des Handels, vermutlich auch die Bayerische Vokkrpartei, einsttzen. ist g borener Rheinländer und seit 1914 als Duisburger Oberbürgermeister. Oberhaupt einer der größten rheinischen Gemeinwes n. Im Ruhrkampf war er als einer der tatkräftigsten Führer des passiven Widerstandes der erste, der noch im Januar 1923 mit Gewalt aus Duisburg aus« gewiesen, das Martyrium der Verbannung auf sich nehmen muhte. Als Symbol für Deutschlands Sorge um den deutschen Rhein gaft im Rovember 1923 feine Ernennung zum Vizekanzler und Reichsinnenminister. aÜ der Dr. Jarres in Zeiten schwerster wirtschaftlicher *2Lot. äußerer Bedrückung und innerer Unruhen der Mann des sozialen und politischen Ausgleichs war, der vor allem die für die gedeihliche Entwicklung unseres politischen Lebens so dringend notwendige Aussöhnung der nationalen Opposition mit dem neuen Staat anbahnte. Zur richtigen Ch-rJlerfierung be« blcben Verleu.n« dungsfcldzuges, ter Dr. Jarres zum sog. ,Ver- sackungspelitiker" stempeln möchte, genügt der Hinweis, dnh sein parteipolitischer Gegner, der aus dem Ruhrkampf aller Welt bekannte soztal- demokratische Regierungspräsident von Düs sei- Der Rothardrprozetz. Magdebura, 13. Mär^ (Wolfs.) Die Heutigen Verhandlungen im Rvthardt-Prozeß werden mit der Vernehmung des Zeugen W ermann, früherer Redaktionssekvetär im „Vorwärts", eingeleitet. Er bekundet, daß die Parteileitung nur in die Streikleitung eingetreten sei. um den Streik zu einem baldigen Ende zu führen, .lieber das Verhältnis des „Vorwärts" zur Parteileitung sagte der Zeuge aus, die Redakteure hätten selbst wissen müssen, waS zu tun war, es hatte da eine gewisse Freiheit bestanden. Der Treptower Versammlung Hobe er von Anfang an beigewohnt, habe gaiu_ nahe bei Ebert gestanden und alles sehr gut gehört. Ebert habe Tagesfragen besprochen, u. a. das preußische Wahlrecht und die Grnährungslage. Auf Einzelheiten könne er sich nicht mehr besinnen. Wenn aber Ebert über die Gestellungsbefehle sich so geäußert hätte, wie er aus Aussagen in diesem Prozeß gehört habe, so wäre ihm das unbedingt aufgesallen, weil es der Stellung Eberts jur Frage der Landesverteidigung widersprochen hätte. Ebert habe sich gegen die militärische Ausbildung der jungen Leute ausgesprochen. Man sollte lieber sportliche Ausbildung pflegen. Oberbürgermeister Scheibemann bekundet, dorn Januarstveik in Deutschland erst gehört zu hoben, als die Arbeiterdeputation in der Parteileitung erschien und dringend ersuchte, in die Streikleitung einzutreten. Die Parteileitung habe ihre Zustimmung nur erteilt, nachdem die Mitarbeiter den Eintritt im Interesse des Landes für dringend notwendig erflärt hätten. Die Parteiinteressen hätten während der Kriegsdauer keine Rolle gespielt: man hätte sich ja auch mit der Parteispaltung abgefunden. Ebert und ich nahmen in dem Ianuarstreik denselben Standpunkt ein. der immer für uns maßgebend war für das Interesse des Landes. Roch am 22. Oktober 1918 äußerte sich Ebert im Reichstag bezüglich der Pflicht der Landesverteidigung dahin, olles zur Munitionsbeschaffung Erforderliche zu tun. Auf Antrag der Verteidigung wird dann ein Handschreiben des verstvrbe- nenReichspräsidenten vym 22. Juni verlesen, worin Ebert dem scheidenden Reichskanzler Scheidemann seinen Dank aussvricht und dabei die Wendung gebraucht, er habe Schulter an Schuller mit Scheidemann während des Krieges gegen die Gewalttätigkeiten des altenRegimes bis zu dessen Sturz gedämpft. Auf Befragen führt Scheidemann als Beispiel für solche Gewalttätigkeiten den Fall des Frei- Herrn v. Eckartstein an. Zu einem Zwischenfall, der für die weitere vrozeß'ü^rung von großer Bedeut ing sein kann, tarn es, als vom Vorsitzenden noch einmal die Frage aufgeworfen wurde, was denn Röthardt überhaupt behaupten und beweisen wolle. Rechtsanwalt Martin erwiderte, daß Röthardt kurz nachdem er ihm die Verteidigung übertragen batte, sich dahin geäußert habe, er habe gerade aus den Vorgängen, die zur Revolution führten, den Eindruck gewonnen, daß Ebert ein Landesverräter fei. — Staatsanwall Sorp: Die Verteidigung ert'ä te zu Beginn des Prozesses, es handele sich nicht um öen Menschen Ebert, sondern um Ebert als Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei. In dem Umfange, in dem jetzt Ihre Behauptung aufgestellt wird, würde sich die Tendenz des Prozesses nicht nur auf , den Abgeordneten Ebert, sondern auf alle diejenigen erstrecken, die durch den Sturz - der damaligen Regierung die Grundlage gelegt haben für die heute bestehende i StaatSform. Wird diese Absicht vom Gericht geteilt, so ergeben sich für das Gericht Konse- 1 quenzen, auf die ich im Augenblick nicht ehv» gdjen kann. — Rechtsanwalt Luetgebrune: Wir wollen uns klar ausdrücken. Der Staatsanwalt droht uns mit dem Antrag der Heber- weisung der Sache an den Staatsgerichtshof. — Der Vorsitzende rügt den Ausdruck „droht". — Staatsanwalt Sorp sagt, ex behalte sich weitere Erklärungen vor. — Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Rach längerer Beratung erEärte der Vorsitzende, die Verteidiger hätten gebeten, bevor der Beschluß verkündet würde, nochmals in Der- banbtungen darüber einzutreten. In seiner weiteren Vernehmung betätigt dann der Zeuge Scheidemann, daß Ebert während des Krieges eine Reise nach der Schweiz unternommen habe. Doch habe et, Zeuge, deren Zweck nicht gekannt. Auf eine Wettere Frage, ob es richtig fei, daß Müller- Franken vor Kriegsausbruch nach Pa is geschickt wurde, um sich mit den französischen Sozialisten darüber zu verständigen, ob die KriegSkredtte abzulehnen feien, erklärt Scheidemann, daß Hermann Müller in Paris versuchen sollte, daß die französischen Sozialisten auf ihre Regierung dahin einw rken fallt en, einen Krieg zu verhindern Infolge der Ermordung des einflußreichen Iauräs fei die Mission Müller eigentlich erledigt gewesen Der Dorsiherche der sozialdemokratischen ReichStogssr allion. M ü l l e r - Franken, erklärt, daß von der Sozialdemokratischen Partei während des Krieges niemals Schritte unternommen worden seien, die die Landesverteidigung hätten schädigen können. Die große Mehrheit der Sozialdemokratie sei immer fürbie Bewilligung der Kriegskredite gewesen, vor allen Dingen Ebert, der nicht nur in der Oeffentlichreit, sondern auch in der Fraktion in internen Parteibesprechungen sich immer wieder restlos auf den Boden der Verteidigung gestellt habe. Ebert sei auch immer ein Gegner von Strett während des Krieges gewesen. Die Verhandlungen werden darauf auf morgen vertagt. Auftakt zum Wahlkampf. Kommuttiftifche Schießerei in Hatte. Hallea. d. Saale, 14. März. (WB.) Gestern abend gegen 10 Uhr kam es in einer der beiden gelegentlich eines internationalen Meetings der kommunistischen Partei zur Stellungnahme zur Reichspräsidentenwahl im „Volkspark" abgehaltenen Versammlungen zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Polizei und Kommunisten. Rachdem die kommunisttsche Landtagsabgeordnete Frau Hedwig Krüger gesprochen hatte, nahmen ein englischer und ein französischer Kommunist das Wort. Als ein deutscher Kommunist mit dem älebersetzen der beiden Reden begann, protestierte ein anwesender Poltzeioffizter dagegen, '-avs Die Versammlung hieraus eine drohende Haltung an- nahm, forderte die Polizei die Versammelten zur sofortigen Räumung des Saales auf. Aus dem Saale fielen hierauf Schüsse, worauf die Polizei das Feuer erwiderte. Bisher werden 6 Tote. 25 Schwer- und 15 Leichtverletzte gezählt. Rach Angaben der Polizei sind aus der Versammlung heraus die ersten Schüsse gefallen, was auch aus den Einschüssen in der Wand hinter den Polizeibeamten hervorgeht. Zu gleicher Zeit sprach in einem anderen Raume des Gebäudes der kommunistische Präsidentschaftskandidat Thälmann. Auch diese Versammlung mußte geräumt werden. Entgegen Behauptungen von kommunistischer Seite, die Polizei habe ohne Provokation geschossen, ist festzustellen, daß die Polizei zuerst versuchte, den Saal mit Gummiknüppeln zu räumen. Sie wurde jedoch von den Versammelten mit Bierseideln, Tischen und Stühlen beworfen. Plötzlich fiel.m von der Tribüne einige Schüsse gegen die Polizeibeamten, worauf sich diese genötigt sahen, gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Die Kandidatur Jarres. Berlin, 13. März. Rach dem „Lokalan- feiger" ist Dr. Jarres heute vormittag aus Duisburg in Berlin eingetroffen und hat in den Vormittagsstunden an den Beratungen des Loebell- Ausschusses teilgenommen. Der Ausschuß hat seine Arbeiten zur Vorbereitung des Wahlkampfes ausgenommen und wird voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages einen Aufruf für die Kandidatur Jarres veröffentlichen. Rach dem „Lokalanzeiger" hat Dr. Jarres die Kandidatur zur Reichspräfidentschaft nicht nur für Öen ersten, sondern auch für den zweiten Wahlgang angenommen, falls eine solche notwendig sein sollte. Die hinter der Kandidatur IarreS stehenden Parteien und Verbände haben sich zu einem Reichsblock zusammengeschlossen, der die Leitung der Wahlbewegung in die Hand nehmen soll. In Berlin hat sich zur gemeinsamen Lettung der Wahlarbeiten für die Kandidatur Jarres ein überparteilicher Ausschuß gebildet, dem außer den rech sstehe.iden Parteien die vaterländischen Spitzenveroände angehören. Für Sonntag, 22. März ist pon dem Ausschuß eine Massenkundgebung in Aussicht genommen. 3n der Ver- tretemrlammlung des Reichslandbundes wurde einstimmig eine Entschließung gefaßt, in der den Mitgliedern des Bundes vorgeschlagen wird, für die nationale Sammellandidatur Dr. Jarres ein^utreten. Wie die Telunion erfährt, hat sich auch die Wirtschaftliche Vereinigung offiziell und geschlossen für die Kandidatur Dr. Jarres erklärt. Die noch ausstehende Entscheidung der Bayerischen Volks Partei wird in der Samstag in München stattfindenden Sitzung gefällt werden. Der Eisenbahnerstreik. Der Schiedsspruch der Schlichtungskammer. Berlin, 13. März. (WTB.) In Öen Streitigkeiten bei der Reichsbahn fällte die Schlichtungskammer, die auf Grund des Art. 1 § 2 Abs. 1 der Schlichtungsverordnung vom 30. Oktober 1923 durch vom Reichsarbeilsminister bestellte Schlichter gebildet wird, in ihrer Sitzung vom 13. Rtärz im Reichsarbettsministerium folgenden Schiedsspruch: I. 1. Die Arbeit wird überall möglichst sofort wieder aufgeno mm en. 2 Maßregelungen anläßlich des Streiks finden nicht statt. 3. Infolge des Streiks ausgeschiedene Arbeiter sind möglichst sofort, spätestens aber bis zum 31. März 1925 in ihr altes Dienstverhältnis wieder einzusehen. II. 1. Die gekündigten, auf die Arbeitszeit bezüglichen Paragraphen des Lohntarifvertrages vom 11. Juli 1924 werden mit Wirkung ab 1. März 1925 wieder in Kraft gesetzt- desgleichen auch die bisherige Vereinbarung zu §3 des Lohntarifvertrages. Diese Arbeitszeit- regelung ist bis zum 31. Oktober 1925 unkündbar; sodann kann sie von jeder der beiden Vertragsparteien mit einer Frist von einem Monat auf Schluß des Kalendermonats schrifllich gekündigt werden. Bezüglich der Dienstdauervorschriften bewendet es sich bei den gesetzlichen Bestimmungen. 2. Durch einen Ausschuß, der spätestens in der zweiten Hälfte des A^ril Zusammentritt und an Dem die Tarifparteien beteiligt sind, soll geprüft werden, welche Aenderungen, d. h, welche allgemeinen Milderungen oder Derkür- xungen für gewisse Gruppen des Personals hinsichtlich der gesamten Dienstdauer ohne Verringerung der Rentabilität der Reichsbahn möglich sind. 3. Falls während der Geltung des Ab kommens eine grundlegende Aende» rung der jetzigen Arbettszeitgesehgebung eintritt, soll mindestens ein Minat vor Inkraf treten der Aenderung über ihre Auswirkung auf dieses Abkommen zwischen den Parteien vehandelt werden. III. 1. Die gekündigten, auf den Lohn bezüglichen Paragraphen des Lohntarifvertrages werden mit Wirkung ab 1. 3. 1925 wieder in Kraft gesetzt. 2. Für die Zeit vom 1—14. März 1925 bleiben die am 28. 2. 1925 in Geltung gewesenen Löhne bestehen. 3. Mtt Wirkung turn 15. 3. 1925 werden die Grundlöhne der Höchst cltersstuse um 3 Pfennige erhöht. Die Grundlöhne der übrigen Altersklassen erhöhen sich entsprechend. 4. Die Lohnregüung kann erstmals zum 30. Juni d 3., sodann auf Schluß eines jeden folgend.m Kalendermonats mit Frist von einem Monat von jeder der bei en vertragschließenden Parteien schri,tlich gekündigt werden. Erklärungsfrist ist bis zum Dienstag, dem 17. März einschließlich Der Schiedsip.uch ist, wie der „Vorwärts" berichtet, mit der Stimme des Vorsitzenden gegen die Stimmen der Arbeitneh- merbeisiher ge,ällt worden. Die Gewerkschaften werden bereits heute zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen. Die Streihlage. Berlin, 13. März (WTB.) Lieber die Streiklage bei der Reichsbahn wird von unterricht, ter 6ei'e mi gete It: Indge'a nl streiken am 13. März 10 709 Arbeiter von der ge a iten Ar- betterscha t bei der Deutschen Reichsbahnae'ett- sckaft, das sind insgesamt etwa 2,5 Prozent. In B-rln hat sich die Streikbewegung insofern starker ausgedehnt, als trotz der Vereinbarungen der Vertragsparteien Die Streikra'rs erweitert worden ist. Die Betriebswerke in Rummelsburg und am Potsdamer Bahnhof sind in den Strett mit einbegriffen worden. Dadurch war die Deutsche Reichslahngesellschast gezwungen, 50 Mann der Technischen Rothilfe auf dem Bahnhof Rummelsburg einzusetzen. Die Wahrheit über Deutschland. Auslassungen Honghtons über die LLage in Deutschland. Reuhork, 13. März. (Telunion-Kabel- dienstDer ehemalige amerttanische Botschafter in Berlin Houghton hatte ausführliche Besprechungen mit Coolidge, über die wirtschaftliche und polltische Lage Deutschlands. Pressevertretern gegenüber wies er darauf hin, daß die Entwicklung Deutschlands nicht allein von seiner wirtschaftlichen, sondern auch von seiner politischen Sage abhängig sei. Die deutsche Regierung mache sich allmählich immer mehr vom sozialistischen Einfluß frei und sei im Begriffe, eine rein bürgerliche Regierung zu werden. Eine monarchistische Frage bestehe in Deutschland nicht. Es sei vielleicht möglich, daß Deutschland später einmal zur Monarchie zurückkehre, jedoch sei für absehbare Zeit nicht daran zu denken. Eine Monarchie würde auch nur eine demokratische Scheinmonarchie fein. Houghton betonte nochmals ausdrücklich, daß Deutschland völlig abgerüstet habe. Die Republik erstrebe ohne Zweifel den Frieden. Alles, was über die deutschen Rüstungen, was Über die Mttitarisierung der Schutzpolizei verbreitet würde, seien Märchen. Es stehe fest, daß nur jeder zehnte Schupomann ein Gewehr habe. Deutschland habe sich im letzten Jahre schon sehr weit vorgearbeitet, was die größte Bewunderung verdiene. Jedoch sei es noch immer von seiner früheren Stellung weil entfernt und müßte noch viel arbeiten, bis es den alten Wohlstand erreicht habe. Es sei jedoch damit zu rechnen, daß Deutschland in nicht allzu ferner Zeit wieder dieselbe wirtschaftliche Höhe erreicht, die es vor dem Kriege innehatte. Das Komprc m h mit Raoult. London, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Der Genfer Sonderberichterstatter der „Daily Rews" schreib, es sei eine feste Vereinbarung zwischen den Mitgliedern des Völkerbunds- Triumvirates getroffen worden, daß, wenn auch Raoult für ein weiteres Jahr zum Präsidenten der Regierungskommis- sion des Saargebietes ernannt worden sei, der nächste Präsident unter feinen ilm (tauben ein Franzose fein solle. Darauf führt der Berichterstatter die Zurückziehung des schwedischen Antrages zurück Als wichtigstes Ergebnis des gestrigen Tages sieht der Berichterstatter die anscheinend befolgte Preisgabe des größten Teils der Vorschläge für die Völkerbundsuntersuchung der deutschen Rüstungen an, wobei Grvhbrttamiien und Schweden den französischen Forderungen nachdrücklichen Widerstand entgegensetzten. Die Gießener Studienanftalt vom F nanzaus'chuh abgelehnt. • Darmstadt, 13. Marz. (Eigener Bericht.) Der Finanzausschuß hat in seiner DvnnerStag- sitzung außer den bereits mitgeteillen Gesetzes- Vorlagen auch den Antrag der Abg. Frl. Birnbaum und Genossen über den Ausbau der Höheren Mädchenschule zu Gießen durch Angliederung einer Studienanstall .beraten. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Deutschen Dolkspartei und der Deutschnationa len Dolkspartei abgelehnt. Demokraten und Zentrum enthielten sich der Abstimmung. Dem Anlauf des Finkschen Weingutes in Rierstein stimmten die Sozialdemokraten, die Demokra en und das Zentrum zu: dagegen stimmten die Deutsche Volkspartei und die Deutsch- nationale Dollspartei, während sich der Bauernbund der Abstimmung enthielt. Der Finanzausschuß beschäftigte sich dann mit dem Gesetzentwurf über die sechsmonatige Verlängerung des a Iten Staatsvoranschlags bis zum Oktober 1925. Die Deutsche Dolkspartei ließ durch ihren Fraktionsvertreter erklären, daß an der Verzögerung der Fertigstellung des Staatsvoranschlags die Parteien schuld wären, die die Bildung einer Regierung Hintertrieben hätten. Die Rechtsparteien wären nicht gewillt, ihnen die Verantwortung dafür abzunehmen. Die Verlängerung der Gültigkeitsdauer des alten Voranschlags sei nicht nötig. Die Vertreter des Bauernbundes und der Deutschnatio- na'en Dollspar ei stimmten die'en Aus ührungen zu. Als der Finanzminister längere finanzpolitische Erklärungen abgab, lehnte diese der Vertreter der Deutschen Dolkspartei ab mit der Begründung, daß der Finanzminister ja nur noch die Geschäfte führe und kein politisches Mandat mehr habe. Die Dorlage wurde vom Zentrum, den Demokraten und den Soz'aldemokra en angenommen. Zu der zweiten Regierungsvorlage über die Abänderung der Grund- und Gewerbesteuer erklärte der Vertreter der Deutschen Dolkspartei, daß eine Regierung, die lediglich die Geschäfte führe, nicht in der Lage sei, Steuergesetze vorzulegen: auch sei der Gesetzentwurf erst vor einigen Tagen bekanntgeworden. Darum hüte er noch nicht beraten werden können. Die Be a ungen über diesen Gegenstand wurden dann zurückgestellt. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskanzler besuchte den Stellvertretenden Reichspräsidenten, Dr. Simons, und erstattete ihm Bericht über die politische Lage, älm die Mittagsstunde empfing der Stellvertretende Reichspräsident den Doyen des diplomatischen Korps, den apsto- stolischen Runtius Monsignore Pacelli. « 3n der Zett von Mitte bis Ende Februar hat sich die Zahl der Hauptunter st üt- zungsempfänger in der Erwerbs- losenfürsorge von 5'6000 auf 541 000, d. h. um rund 6 Prozent, vermindert. Die Zahl der Zuschlagsempfänger und der unterstutzungs- berechtigten Angehörigen von älnterstützungsemp- fängern ist von 797 000 auf 753 000 zurück- geaangen ■ste Schriftstellerin Reichstags avgeordnett Hedwig Dransfeld (Zentrum) ist im ilrfu- linerinnenkioster in Werl gestorben. An S.elle der Verstorbenen tritt laut „Germania" Rechtsanwalt Dr. R o ß-Dortmund fn den Reichstag ein ♦ Der Seniorchef der Koffer- und Lederwaren- fabrik Moritz Mädeler in Leipzig-Lindenau, Kommerzienrat Anton M ä d e 1 e r , ist in Löfchnitz bei Dresden kurz vor Vollendung des 71. Lebensjahres gestorben. Eine internationale Vereinbarung über die Einführung der Sommerzeit in den Ländern der Westeuropäischen Zeit ist nicht zustandegekommen. Frankreich und Belgien werden in der Rächt vom 14 zum 15. April, England in der Rächt vom 18. zum 19. April den Uebergang vollziehen. In Holland ist die Frage noch nicht gelöst. Aus aller Welt. Auslieferung des SPritschiekerS Weber. Die in der Tschechoflowcttei verhafteten Spritschieber Karl und H.-rstkann Weber sollen an Deutschland ausgeliefert werden. Die tschechischen Beamten, die zu der Verhaftung beigetragen haben, erhalten eine Prämie von 200 000 tschechischen Kronen. Schlägereien in der Chemnitzer Stadtverordnetendersammlung. In der Chemnitzer Stadtverordnetenversammlung, die sich bis nach Mitternacht hinzog, kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen mit den Kommunisten, die durchaus eine Erklärung zu der Trauerkundgebung, die zu De- ginn der Sitzung für den verstorbenen Reichspräsidenten ftattgefunben hatte, abgeben wollten. Das Haus lehnte es wiederholt ab, die Erklärung der Kommunisten entgegenzunehmen, so daß die Sitzung mehrmals unterbrochen werden mußte. Im Verlaufe der immer heftiger werdenden Auseinandersetzungen ging schließlich ein kommunistisches Ratsmitglied gegen den Stadtverordnetenvorsteher tätlich vor, so daß eS zu wüsten Prügeleien kam. Stürme in Holland. In Verbindung mit den starken Dchnee- fallen, die über den Westen Hollands nlebee- gingen, ist über den südlichen Teil des Zuyder- Sees ein schwerer Rordost sturm dahin- gegangen, der namentlich auf dem Eiland OK ar- ken große Verheerungen angerichtet hat. Diele Fischerfahrzeuge konnten die AuSgangs- häfen nicht mehr erreichen und sich nur mit Mühe an anderen Orten der Küste in Sicherhett bringen. Zwei Fahrzeuge strandeten, jedoch konnte die Bemannung gerettet werden. Das Wasser der See ging über den Rordostdeich von Marken hinweg. Das Eiland ist zum Teil bereits unter Wasser gesetzt. Das Wasser steigt noch weiter. Die Verbindung mit benv Festlande ist Infolge der Schneestürme unt erbrochen. Die ferner aus Oldenzaal berichtet wird, sind auch über Twenta heftige Schneestürme niedergegangen. In Deevenveen liegt der Schnee zehn Zentimeter hoch. Selbstmord eines Polizeibeamten. Ein 42jähriger verheirateter Polizeihauptwachtmeister namenS Liebmann hat m seiner Wohnung in Berlin-Friedrichsfelde durch Vergiftung mit Leuchtgas Selbstmord verübt. DaS P innerhalb der letzten acht Tage der vierte Selbstmord in der Berliner Schutzpolizei. MSctter-voraussaqe. Wettere Milderung, nachts Temperaturen über dem Gefrierpunkt, meist bedeckt, westliche Winde, Riederschläge, vielfach Regen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. März 1925. Von der Haftpflicht des Gastwirts Haflet der Schank» ober Speisewirt für die bot seinen Gästen in das Gastlokal mitnebrachten und dort abgelegten Kleidungsstücke? Don OberlandeSgerichtsrat Dr. Dovensiepeu, Kiel. Bekanntlich hastet nach den Dorschristen unseres DGB. (§ 701-704) der Hotelier, d. h, derjenige Gastwirt, der gewerbsmäßig Fremd« zur Beherbergung, also zum Sinlogieren bei sich aufnimmt, grundsätzlich für allen und jeden Schaden, den sein Gast durch Verlust oder Beschädigung seiner eingebrachten Dachen erleidet. Irgendein Verschulden deS Hotelwirts ist hierbei nicht ev« forderlich. Rur fog. Höhere Gewalt, etwa Feuersbrunst, befreit ihn von der Schadensersatz- Pflicht oder wenn der Schaden durch den Gast- selbst oder seinen Begleiter verursacht wird. Für die Haftung des Schank- ober Speis«' Wirts gelten diese ungemein strengen, aber ht Interesse der Sicherhett des einkehrenden Hotel- Publikums unbebingt erforderlichen und im Rechte fast aller Kulturvölker der gesamten Erde gleichmäßig ausgebildeten Rechtssätze nicht. Hier ist vielmehr zur Herbeiführung der Haftung ft etl ein Verschulden des Wirts erforderlich Run haftet an sich nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts wie auch unserer Oberlandesgerichte ein Schnitt- ober Speisewirt, der seine Räume und Einrichtungsgegenstände (insbesondere auch Garderobenständer oder Haken) zur Verfügung stellt, seinen Gästen aus dem mit ihnen abgeschlossen« Vertrage dafür, daß sie nicht durch eine mangelhafte Beschaffenheit der Räume, z.' B. durch besonders glatte oder brüchige Stellen des Fuß- bodTns, unb Ein richtungsgegenstände zu Schaden kommen, z. D. durch ordnungswidrige und mangelhafte Beschaffenheit der von den Gästen benutzten Stühle oder Trinkgefäße. Der Stuhl oder das Sofa hatte einen äußerlich nur schwer erkennbaren herausstebenden Ragel, an dem der Gast seinen guten Gehrock ober fein Beinkleid zerriß. Auch Die zum Aufhängen der Hüte und Mäntel bestimmten S'änder, Haken und Leisten müssen sich in guter Beschaffenheit befinden, brechen sie also z. D. zufolge ihrer inneren Brüchig- feit zusammen und zertrümmern sie hierbei den dort aufgehängten Zhliadechut eines Gastes, so muh der Wirt vollen Schadenersatz leisten. Dagegen ist es — anders als büm Hotelwirt — grundsätzlich die Dache der Gäste selber auf ihre im Gast lokal abgelegten Kleidungsstück«. Hüte, Mäntel, Pelze, Handtaschen. Schirme, Handstöcke und dgl. mehr zu achten und sich vor D rlust zu schützen. Den Schank- und Speisewirt trifft nach allgemeiner Derkehrsanschauung nicht die vertragliche Rebenverpflichtung, die von beit des-" Vten ®arbel EZügung 8 erfliegt Ss: den Gast ^än6er banden« ® Sdfi lich waren. Dorausfe 8‘KÄ «5» MeSmen kr ,tamcr, so dab die Moratwren gem Mhen in einem Mt übersehen ton anders ru W ist dir volle hosti mutten die m Me sich darauf Sefl^en oder et sicht übet ihre vor würden. Durch se Kleider m das - Äste geradqu bi eine gewisse Aehn Ne für den Gass teenn er seine Klei befindet, ohne Auf dn Gastwirt seine lleberfleiö« das' im 76. Am 1 Mutte Oießei d Tür di herzlicher' spenden bi Entschlafe unseren j. A K Gießen, d ■ bZör die v S 6? dem uns C Eray A nebst | Iür die vieL Wh, MnMtetlMtnMBögel! keitS-Kinderfest. ^IO< In tiefer Trauer: Familie Die trauernden Hinterbliebenen 02301 haben. 27O4D Gießen, den 14. März 1925. ■* 02204 f liinHirdm'ii.iiiiiiiiiHUiiiiiiiiiiiiüHiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiininTrüniTiTiiniiiüiiiiiiiiiTTnriinnTn des Ausstellungsraumes 2709c geböte an 02292 Familie Familie Familie Teppiche Stores Gardinen Dekorationen Gießen (Krofdorfer Straße 35), Bleidenrod, Weihtersbach, den 13. März 1925. Die Beerdigung findet Montag, den 16. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ^erfnufStnlent Um sich,, Bitoerläffia* kett. orakiische Mitarbeit, sowie beite (Fmofebinnaen Bedingung. E,n:r ti mdohtüft fofort Wut nnsfübrli e 43eroerbiuiflcn mit Ächtbild (absolute Diskretion» finden Berücklchtigung Kleine Kaii'ion oder Bürgschaft erwünscht. Gest. selbstgeschriebene $ln- u4mqe. nachts Tmchrraiunt trist bedeck, vrstüch fach Segen. Allenborf cl d. L., 13. März 1925. Bürgermeisterei Allendors a. d. L. Volk. Siesta, Gesellschaft f. Reiseerleichterungen nL b. H. Dessau. Gießen an der Hardt 12, den 13. März 1925. 02295 Georg Pfaff Wilhelm Pauly Karl Pfaff Ludwig Pfaff Otto Pfaff Willi Stelz Friedrich Pfaff Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank. Anna Bender geb. Corvlnus Kurt Bender. Auto SchneiderW Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Frau Anna Braun geb. Valentin nebst Kinder. Dir suchen für unsere Bahnhofs-Ausgabestelle in Giehen energischen, geschnftSgervandten, lnbeitssrendi en Herrn, nicht über Staate alt, möglich,! verbeiraiet.als Watzenborn, Lützellinden, Dorfgill, Reichelsheim i. d. W, den 13. März 1925. 02303 Beerdigung findet in Watzenborn am Sonntag nachm. 41/, Uhr statt. Am 11. März, abends 11 l/t Uhr, entschlief sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante F rauPh. Schwan I.Wwe Qualität dal;an ppexsrvert* vadiS", sonst Lichtspielhäuser wie SamStag. Bcichla.inahmfr«e S-Zimnmr-WDliD. nebst Zubehör such! abgedauter Beamter vom Laude. (2 Pctsoneu.) Tchnftl. Angeb. unter 2682V an i d. ltijkß. Anz. erb. 1 AcNercr Student j «EramenStandldat» i sucht srenndl. möbl, Zimmer 1 nb 15. 3. Schriftliche | Angeb. unter 02324 I an b. Gietz.Anz. erb. Danksagung. Für die, vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hei canee unsere»lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer», tagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Elleabeihe Happel geb. Stark. Hausen, Wieseck, Annerod, den 14. März 1925. _________________________ 02323 Drucksachen aller Art Mt Srühl'sche llidversttw-Vntdrrri, R. tange, Stehen, Scholftt. T. :t| ifi In o-^0rne Un8 ta Zi Wch L «den-. Palast-Lichtspiele: „Otto Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag der Gemeine Alleavors o, d.Lahn für 1925 Rj. liegt vom SamSiag, dem 14. März 1925 an, I Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen seinen Inhalt können von Beteiligten innerhalb der Offen« legungsfrist schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. ES ist eine Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker beizutragen Plockslr. 2, Ecke Seifersweg gegenüber Cafe Astoria Sophie Pfaff geb. Schmandt Familie ~ PETERS- RUNION Fahrrad- Reifen n,et8eii • bk en K > ben ÄLi'K ro^netenversaimr. b'n-og. kau ft Küchen toallbuL 'U ob, bie 6rflQtunfl Anten, so bo6 0$ Serben Mtt Niger werbende, Ichlcetzstch ein den Sladiv«. ^r, |o taft a w 'stank. i starken Schnee. n Holland- nieder, i Teil des Zuhder» dvsisturm boty» dem Eiland Dar- eu angetichlel Hal itm die QUÄflange. und sich nur mit r Küste in Sicherhetl uge stranbeiea. ung gerettet Verden 16er den Tvrdvstdeich Eiland ist zM Teil >esehl Das Dal- Die Verbindung mit lge der Schneestür» mer aus Oldenzoal über Tvento hchige en. In Deeröweea ckmeter hoch, lofiitlbtfltitttn. röteter Polizei hau-!' mann fat m Mn 'chskiöe durch Der- noib verübt. Das k ,y der vierte Hviiz«. •taunend blll. Preise bei J. ITTMANN BahahofstraBa 29 Teilzahlg. gestattet Dein- anö 5Dlrltn31en-$t:66an6lung fucüi für sofort oder alsbald, stetigen gewtstenbasten Reisenden für ktadt und kleinere eiaaefübrte Landtouren. Es wollen nch nur Herren melden die im Berkebr mit der in strage kommenden «undschafi Erfabrung bnben. Schriftl. Angebote mit Bild unter 2624D an den Nach Pngcm, schweren Leiden verschied am Freitag mein liebe n, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater und Schlage Im Johannes Riff II., Landwirt im 70. Lebensjahre. Weißwaren Elegante Damenwäsche Bettwäsche Tischwäsche nur neuzeitL Auafg. bei J. ITTKÄNN Bahn’jofetrafle 29 Teilzahlg. gestattet IMsl Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Küchen in jeder Preislage bei J. ITTMANN Bahnheftlrala 29 Teilzahlg. gestattet mb Land. kn 14. Mz 19& desVastwirtr -eisevirt für »le - 'al mstaedrachl« w ilfiang SftiuM )r, Dovellfie-e». den Torl^w m- SÄ* Vä itfiey tiw i«*1 ng * L ch Olm: zur s^*j65 von DJJ. 6tuM ode lerltch ' & Äagel- J* Aenh-iAn ifä ihrer .-nmern S [Cifien- IW S--' Welf. •«SS L Sw 3®,^ ****!£ I:undv- nahm er ohne weueres, felbtt wenn er felba. daS gar nicht beabsichtigte, im Rahmen des mit ihnen abzuschliehenden BeköstigungsvertrageS die Obhut über ihre Dachen, die sie nun in einem anderen, von ihnen nicht übersehbaren R^um Aurüdlaffen muhten Eine abweichende Beurteilung also eine Freistellung des Gastwirts von der Haftung, würde, wie das Reichsgeria)1 durchaus mit Recht betont, geradezu Treu und Glauben widersprechen. ES lätzt sich auch nicht entgegenhalten, dah eS den Düsten freigestanden hätte, aus eine Einkehr beim Dastwirt unter solchen Umständen aanZ zu verachten. In solchen Fällen liegt ein stillschweigend abgeschlossener, entgeltlicher Derwahrungsvertrag vor, deS Entgelt liegt in dem Preis, den die Gäste für Speise und Trank an den Gastwirt zahlen, und dieser haftet, wenn zufolge unterlassener Beaufsichtigung Garderobenstücke abhanden gekommen sind. Gickener Wndtenmnrktvrcise am 14 März 1925 (Händlerpreise). ES kosteten Butler. Pfd. 210 bis 220 Pfennig, Matte 40, Käse 60 btS 70. Wirsing 20, TDc.fr- kraut 20. Rotkraut 20, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 15, Spinat 45. Unter-Kohlrabi 10. Grünkohl 25. Rosenkohl 50, Feldsalat ICO, Tomaten 150, Zwiebeln 23. Meerrettich 40 bis 100. Schwarzwurzeln 60 biS 70, Kartoffeln 5. Aepfel 10 bcs 20. Honig 40. (Zunge Hahnen 100 bis 120. Suppenhühner 120, Eier. Stück 12. Blumenkohl 120 bis 150, Salat 30 bis 50, Endivien 100, Lauch 10 biS 20. Sellerie 30 bis 70. Vorrrotizerr. — Tageskalender für SamStag. ReichSbund der Zivildienstbereeytigten; 8 30 ilor »Stadt Lich" MonatSversammluna. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Qud vadtS". — Palaft- Lichlspielc: „Dahn frei". — Astoria-Lichtspiele: .Hütet eure Töchter". — Togeskalender für Sonntag. Stadttheater: 31/« Uhr: .Der Kreidekreis". — 71/. Tlhr: „Kater'Lampe". Gießener Sport-Club 19Ö0: 21/2 Uhr nachm. Sportplatz an der Hardt Handballwettspicl. — StenographengesellTchalt GabelSbcrger: 91/8 Uhr vorm Stadtknabenschule, Rvrdanlage, Dereinsweltschreiben, ab:ndS 81 Uhr Stadt Lich" Derkündung deS Ergebnisses' — Demokratische Partei: 10 Uhr vonn. .Aquarium" Mitgliederversammlung — G.flegel- und Dogelzuchtverein: 3V* Uhr nachm. (Zayresver- sammlung bei Rahnefeld. — Israelit. Frauen^ verein: 2 Uhr nachm. „Liebigshöbe" TDohltälig- •• Zur Wahl deS Reichspräsidenten hat daS Hess. Gesamtmtnisterium den Ministerialrat Dornemann in Darmstadt als Wahlleiter des Wahlkreises 33 Hessen-Darmstadt und den Leaationsrat Dr. Heinemann in Darmstadt als Stellvertreter des Wahlleiters bestellt. Veränderung im Kreisausschuh des Kreises Diesten. Än Stelle des verstorbenen KreiSauSschutzmitgliedcs Bürgermeister Krenzien zu Dietzen ist der Parteisekretär Heinrich Hauser zu Diesten als Erlahmitglied in den Kreisausschuh deS Kreises Diesten berufen worden. -4- Elektrisches Licht im Klubhaus auf dem Hoherodskopf. Das dem D. H T. gehörige KlubhauS war seither nicht an die UeberlandAentrale angeschlossen, sondern auf mangelhafte Petroleumbeleuchtung angewiesen, was seitens der Pächter und Besucher übel empfunden wurde. Den fortgesetzten Bemühungen des V H. C. ist es nun gelungen, den Anschluss der Gebäulichkeiten an das Llcberlandwerk zu erreichen. Die Hessische Forstbehörde wird die notigen Masten zur Verfügung stellen, so dah noch in diesem Sommer mit der Einführung deS elektrischen Lichtes gerechnet werden darf *• Der Oberhessische Kunstverein bringt, so schreibt man unS. in seinen Räumen wieder drei in Diesten noch unbekannte Künstler. W. Wolfg Breuer-Berlin bringt eine große Kollektion Radierungen, welche in ihrer kiigenart an japanische Kunst erinnern. GS tft Sätzen abgelegten Kleidungsstücke besonder« zu 'rberwachen und noch weniger ist er verpflichtet, hnen einen besonderen, unter geeigneter Aussicht stehenden Garderoberaum zu ihrer Benutzung tue Verfügung zu stellen. Lut er dieS doch, so erfüllt er hierdurch nicht dne vertragliche Pflicht, sondern legt seinen Gästen gegenüber nur ein besonderes Entgegenkommen an den Tag, auf daS fie einen Anspruch nicht erheben formen. ES läht sich ihm daher auch nicht der Vorwurf eines Verschuldens machen, wenn er selber oder sein Kellner auf die Frage eine- eintretenden Gastes nach der Garderobe von dem Vorhandensein eines besonderen GardcrobevaumS nichts erwähnt, sondern den Gast lediglich auf die in feinem Lokale vorhandenen Ständer. Haken ober Leisten verweist Gibt sich der Gast hiermit zufrieden, und hängt er seine Heberkleider an den Haken auf, so kann er bei ihrer Entwendung durch dritte Gäste keinerlei Schadensersahanlprüche gegen den Wirt geltend machen Auch daraus kommt es nicht an, ob der Schank- oder Speisewirt oder seine Kellner dem Gast bei der Ablage der Ueberkleider behilflich waren. Voraussetzung allerdings für den Aus- schlust der Haltung deS Wirtes ist hierbei stets, bah dem Gaste die Möglichkeit geboten wird, feinerfeit« die Aussicht über die aufgehängten Ueberflci» der auszuüben und sich so selber gegen ihr Abhandenkommen zu schützen. Befanden sich also etwa in dem sog. .W einzimmer". daher beklagte Dastwirt seinen sog. .besseren Gästen" reservierte, keinerlei Garderobenständer. Halen oder Leisten, an denen sie ihre Ueberflctter aufhängen konnten, und verbot er ihnen daS Mitnchmen der ilcberflciber in dieses Wein- zimmcr. so datz die einkehrenden ,besseren" Gäste, Honoratioren genötigt waren, ihre Garderobe drautzen in einem Raume zu lassen, den sie nicht übersehen konnten, so ist die Sachlage ganz anders zu beurteilen. 3n einem fold^n Falle ist die volle Haftung des Wirts gegeben. Hier mutzten die im Weinzimmer sich aushaltenden Gäste sich darauf verlassen, datz die Kellner deS Beklagten oder er selber die erforderliche Aussicht über ihre dort ausgehängten Sachen auSüben würden. Durch fein Verbot der Mitnahme der Kleider in das Weinzimmer versetzte er seine Gäste geradezu in eine gewisse Zwangslage, die dne gewisse Aehnlichkeit besitzt mit derjenigen, die für den Gast einer Badeanstalt entsteht, wenn er feine Kleider, solange er sich im Wasser befindet, ohne Aufsicht lassen mutz. Dadurch, datz der Gastwirt seine Gaste hier nötigte, ohne ihre Ueberfleiber da- Weinzimmer zu b.treten, übet» sehr schwierig, von diesem Künstler eine groyere Anzahl Werke zu bekommen, da meist nach Erscheinen neuer Sachen eine solche Rachsrage herrscht, datz dieselben schnell vergriffen find. Willi Münch-K he- Baden-Baden stellt ebenfalls eine grofre Anzahl Graphiken auS, welche durch ihre reizvolleKaltnadel cchnik gefallen können. Aus einen in der Presse geäußerten Wunsch hin wurde auch eine gröbere Kollektion von Mat Beckmann - Frankfurt ausgestellt, welcher wohl zu den modernsten Künstlern zu zählen ist. •• Wieviel kostet di e Einziehung der Steuern? Vor dem Kriege entstanden bet der Erhebung &er Steuern rund 125 Millionen Mark Unkosten jährlich Für 1924 wurden die Unkosten auf 533 Millionen Gvldmark berechnet. ,e O u o nabte? Der deutsche Quo-vadiS- Film erhält fein besonderes Deprüge durch den Träger der Hauptrolle. Emil Iannings. Sein Otero ist das grobe, launische Kind, dent jeder Witte geschieht, bet Spielball seiner Leiden schäften, ein verlogener Komödiant. Prächtige Bilder rahmen sein Spiel: Lleppige Feste mit schönen Frauen und Wein, wilde Spiele im Zirkus mit Löwen. Stieren und Pferden, daneben bei den Christen weihevolle Gottesdienste in den Kataiornben. der Brand RomS, Intrige, Spiel um Liebe und Hatz in der Umgebung des Kaisers selbstgewählter Tod eines Derstotzenen. schlietz lich der schmähliche Untergang des groben Komö Manien Rero selber. Ein packendes Wert vol> Grötze und Temperament, deS Ansehens werl Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Auf die Aufführung deS Spieles aus dem Lhinesifchen ,Der Kreide- kreis" — die schon allein wegen bet wunderbaren Bühnenbilder eine Sehenswürdigkeit bedeutet — am morgigen Sonntag nachmittag seien alle diejenigen ausdrücklich aufmerksam gemacht, die abends am Theaterbesuch verhindert find. — Am Sonntagabend geht Rosenows luftige Komödie .Kater Lampe" in ©xene. — Die Markusgemetnde hält Sonntagabend einen Gemeindeabend bt der Stadtkirche mit dem Gesamt'Thema: ^Unsere Kinder!" (Räh. siehe Anzeigenteil.) — Sie DortragSvereinigung bittet uns an dieser Stelle nochmals, auf den am Montagabend In der Reuen Aula st attsindenden Filmvortrag deS Professors Wempe aus Oldenburg über daS ^Steinkohlenbergwerk". mit Rücksicht auf seine vollSwirtsch Etliche Bedeutung, empfehlend hinzuweisen. (Siehe heutige Anzeige.) geb. Schlößler im 76. Lebensjahre. 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Donierstag- Momieroenls-Borll. von 67. bio 9*/4 Uht 50PPU0. Trauerspiel in 5Aus' ztigen v. Grillparzer. Freitag, 20. ärz, 23. 3ieltag-yö.-BtfL v. 77, b. nach 10 Uhr: Die verlorene Tochter. Lustspiel in 3 Akten von Fulda. Sonntag,22.März v. 77» b. nach 10Ubr: Die verlorene Met Lustspiel in 3 AkteH von Ludwig Fulda, HL 62 V poltsö Don u wjic Ie SK ßuJtö habe"« Sssenllicht- da LnSE Legieru-E dann em 2" anders der die tag 1)^. । beschlug ' Prälrden unverzüM Wr fat Sri s»n Jraftionö Sm«* a6Iet>"c" ” natioMlen W1 Die ®euW und die W die Absicht, im Aelleflem erhallen, daß m noch lange vergönnt sein, unter feinen Büdingem zu wellen. — Die in der Inflationszeit eingegangene höhere Mädchenschule soll, sobald es die Verhältnisse erlauben, wieder eröffnet werden, ©ine Elternversammlung hat schon die nötigen Schritte in die Wege geleitet Von der dauernden Zusammenlegung mit dem hiesigen Progymnasium verspricht man sich keinen Erfolg, zumal das Gymnasium auch schon unter Raumnot leidet und hierdurch noch mehr eingeengt wird. Man hofft, daß das Landesamt für Dll- dungswesen sich den berechtigten Wünschen der Eltern nicht verschließen wird. Mreio «motten. X. Au# dem Vogelsberg, 13 März. Spät kommt er, aber er ist da, der von vielen so heiß ersehnte Schnee. Wenn man von Ridda nach Schotten fährt, merkt man, wie sich allmählich Radio Telegraph Telephon dienen unablässig der Schnelligkeit im Nachrichtendienst des Gießener Anzeigers FünfRedaktionsmitglieder im eigenen (Siebener Bureau, ein Darmstadter Redakteur und ein Berliner Bureau bearbeiten die täglichen Ausgaben des Giehener Anzeigers Ein Stab von Mitarbeitern verbürgt die Reichhaltigkeit und Vielgestaltigkeit der Berichterstattung im (Siebener Anzeiger, dem oberhessischen Heimatblatt, mit seinen Beilagen Giestener Familienblätter, Heimat im BUd, Die Scholle Mark pro Rm. Bohnenstangen Th. Hornik in Darmstadt 9 Pfennig pro Stück. Zmn 6ub- rnisfionStermin lagen 53 Angebote vor. Der ÖtabtDorftanb erteilte ben Höchst biet en ben jetzt ben Zuschlag. — Der langjährige Feldschütz und städtische Vorarbeiter Christian Lebermann ist durch Beschluß des Stadtvorstande# zum Oberfelds chütz befördert worden. 4-' Utphe, 13. März. Am Dienstagabend hielt hier ein Missionar von der Basler Million einen stark besuchten Vortrag über China. Gr gab einen kurzen ileberbficf über die geschichtliche Entwicklung be# Landes und machte so die heute dort herrschenden Zustände verständlicher Besonders hob er hervor, tote in einzelnen Etappen bas Reich der Mitte sich mehr und mehr dem Einfluß der Fremden und damit auch dem des Christentums öffnete. Da er eine Fülle von Erlebnissen geschickt einzustreuen wußte, verstand er es, seine Zuhörerschaft bis zum Schlüsse sichtlich zu feffeln. Kreis Friedberg. 4 2 u # der Wetterau, 13. März. Der um diese Zeit unb manchmal schon früher zurück- kehvende Storch hat diesmal ein beschneites Rest angetroffen. Vielfach wurden starke Züge Schneegänse unb Kraniche beobachtet, die mit schnellem Flügelschlage von Rorden kommend wieder die Richtung nach Süden nahmen. — Fast in jedem Dorfe hat eine lebhafte Bautätigkeit eingesetzt- Das Baumaterial (Steine, Sand, Kall, Feldbrandsteine und Ziegel) wird zum größten Teil au# der näheren Umgebung bezogen, was das Bauen fördert. Vielfach werden zum Mauern auch fabrikmäßig hergestellte Zement- unb Schlackensteine verwandt. Durch bie hohen Brennholzpreise wendet man sich allmählich wieder mehr dem Kohlen- unb Dri- lettbranb zu- Durch genossenschaftlichen Ankauf ftnb diese Brennstoffe jetzt wesentlich billiger. Kreis Büdingen. ltz Ridda, 13. März. Aus bet jüngsten GemeinberatSsihung ist als besonders bemerkenswert zu berichten: Von der Erhebung der endgültigen Gewerbesteuer für da# Rj. 192 4 wird abgesehen unb beschlossen, bah es bei ber vorläufigen Steuererhebung, die den im Voranschlag eingestellten Betrag von 12 000 Rm. um ein Geringes überschritten hat, sein Bewenden behalten soll. — Dem Gesuch der Hell. Reklame-Verlagsgesellschaft Darmstadt um Erlaubnis zur Aufstellung einer V e r k e h rs t a f e I vor dem Bahnhof wird unter bestimmten Voraussetzungen stattgegeben. — Wegen Herstellung des Weges hinter dem Brauhaus soll zunächst em Ko^envoranschNg eingefordert werden: biebtrafje erhält die Bezeichnung „21m Brauhaus". — Der Deutsch-amerikanischen Petroleumgesellschaft Frankfurt a. M. wird die nachgesuchte Erlaubnis zur 6rrid)tung einer Dapolin-Pumpan- lage innerhalb des Anwesens des C. Weis Haupt bcbmgung#toeife erteilt — Im übrigen erledigte man eine Reihe kleinerer Vorlagen. H Büdingen, 13. März. Der weit über die Mauern Büdingens hinaus bekannte Bü- dinger Ehrenbürger, Geheimer Justizrat Ferdinand Rabenau, Oberamtsrichter i. R, begeht heule in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Rabenau war von 1877 bis 1920 als Richter beim Amtsgericht Büdingen tätig Eine im Dienst trre im öffentlichen Leben als tüchtiger unb liebenswürdiger Beamter, ber gerne überall bort half, too man ihn rief, bekannte Persönlichkeit, entbietet Dü- bie Schneemassen vermehren. Die eigentliche Schneelanbschaft beginnt erst in Schotten. Da trifft man beim auch Personen- unb Lastschlitten, die von ben höhergelegenen Ortschaften und Guts- Höfen ber Kreisstadt zueilen Die Dessen, die lleinen Rodelschlitten, sind betau#geholt und in Bewegung gesetzt worben, die Züge bringen Schneeschuhläufer, die die Zahl der einheimischen Wintersportler vermehren. Dabei ist es so kalt geworden, wie e# in diesem ganzen Winter noch nicht war. In den Rächten fällt das Thermometer auf 10 bi# 12 Grad Celsiu# unter Rull. Die Klubhäuser auf dem Hohe- rodskopf nehmen täglich neue Besucher auf, die au# der Ebene kommen, um wenigstens das Ende des Winters über die schneeigen Halden hintoegzugleiten mit den gebogenen Langhölzern an ben Füßen Für bie Wintersportler dürfte es schon ein paar Grade wärmer werden, nur darf ber Schnee nicht verschwinden, sondern e# muß immer wieder neuer fallen, damit sie wenigstens für eine kurze Spanne Zeit zu ihrem seit Monaten entbehrten Rechte kommen. O Schotten, 13. Mürz. DienSt^g hielt die Ortsgruppe Schotten des Kreis- o bfl - und Gartenbauvereins im Helli- schen Hau# eine Verstümmlung ab. Den Vorsitz führte Geh. Reg.-Rat Doeckmann -Schotten. Der Dr ettor de; Landtoirt'chasts mts Schotten. Dr. geifert, hielt einen längeren Vortrag über „Saatgut- und Düngungsfragen im Gartenbau". Hieran schloß llch eine lebhafte Aussprache. All-- gemein wird ber gemeinsame Bezug von Saatkartoffeln und Düngemitteln gewünscht. Ein Hauptschädsing des Gartenbaues, die Wühlmaus, verui sachte eine längere Erörterung. Es wird die Anwendung von Horaprtronen mit Spitze empfohlen, wodurch die Mäute in ihren Gängen vergiftet würden. Lebhaft Klage wurde geführt über den Mangel an Baumwärtern. Weiter wurde angeregt, daß die Obst Versteigerungen künftig nicht mehr so früh abgehalten werden sollen: das Obst müsse erst reif fein. Da nur ein Drittel ber Mit Lieber anwesend waren, kamen die Anwesenden bei der Verlosung von Sämereien au» ihre Kosten, indem jeder drei Portionen erhielt. Ulfa, 14. März. Die Zuchthengste aus dem hellifchen Landesgestüt sind wieder auf unserer Deckstation eingetroffen. Ruch bie anderen ober hessischen Deckstationen wurden gleichzeitig besetzt. § Ulrichstein, 13. März. Am Mittwoch hielt Missionar K r a h l abend# in der Kirche einen Lichtbildervortrag. der recht gut besucht war Missionar Krahl war von 1905 vis Rovencher 1924 in China: er zeigte schöne, farbige Lichtbilder vom Leben unb Treiben dort unb von ber Mission. Dazu wurden schöne Missionsschriften verkauft: die Kollekte ergab etwa 20 Mark. O Dodenhausen kl, 13. März. Zur Seit schweben Verhandlungen zwecks Errichtung ci er Autopostverbindung zwi chen Boden h au f e n und Mücke. Da eine ganze Anzahl Gemeinden an dieser Sache interessiert ist. wäre zu wünschen, daß die Verhandlungen von Erfolg begleitet sein mögen. Hierdurch würde der Vogelsberg dem Verkehr immer mehr erschlrssen. <2> HartmannShain, 13. März. Die WächterSbach-Birst einer Dahn soll bis Hartmannshain (Vogelsbergdahn) durchgeführt werden. Zur Zeit finden die Vermessungsarbeiten statt. Die Gemeinden stehen diesem Projekt durchaus freundlich gegenSamstag, 14. März (925 über. Wenn die Regierungsstellen keine Einwendungen erheben, kann mit dem baldigen Da« gerechnet werden. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz. 13. März. Der kürzlich nach fünfjähriger Dienstzeit aus ber Fremdenlegion entlassene hiesige Schuhmacher A I u - mel hat aus Köln seinen Angehörigen minmehr darüber Rachncht zukommen lassen, unter welchen Umständen seinerzeit sein Eintritt in die Legion erfolgte. Danach hat Jumel. nachdem er seine Vaterstadt verlassen, sich in Hanau vergeblich um Arbeit bemüht. Schließlich wandte er sich nach Mainz, wo er im Arbeitsnachweis vorsprach Dort wurde er von französischen Kriminalbeamten als angeblicher Spion sestgenommen. da er keinen Pah besaß, und vor dem französischen Polizeigericht vor die Wahl gestellt, entweder eine langjährige Gefängnis st rase adzusitzen, ober aber in bie Fremdenlegion einzu- treten In ber Hoffnung, auf bem Transport noch in letzter Stunde entweichen zu können, wa# ihm aber nachher nicht glückte, entschloß er sich zum Eintritt in die Legion Als früherer beut- scher Soldat wurde er sofort über Marseille nach Algier geschafft, wo er in einem ungesunden heißen Klima ben brutalen Quälereien der Franzosen sich erbarmungslos auSgesetzt sah. Rur seiner kräftigen Gesundheit habe er es zu verdanken, bah er diese „Hölle" überstanden, und bie Heimat wieder erreicht habe! Sine ernste, eindringliche Warnung für unsere JugendI — Bei einer in ben Graft Görtzschen Waldungen stattgefundenen Polizeistreise nach Wild s ch w e i n e n, wurde da# einzige, das man dabei aufstöberte, von Kaufmann W Jungblut dahier zur Strecke gebracht Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 13. März. Gestern nachmittag fand eine von der Bürgerschaft mit großer Spannung erwartete Sitzung ber Stadt- berorbneten statt, bie sich mit den baulichen Veränderungen im Rathaus beschäftigte, insbesondere mit ber Erneuerung des Dachgeschosses und ber Einrichtung eines Ratskeller# im Erdgeschoß. Für den älm- bau be# Dachgeschosse# wurden 200 000 Mart bewilligt Die Errichtung be# Ratskeller# würbe in geheimer Abstimmung nach sehr erregter Sitzung mit 33 gegen 30 Stimmen a b - gelehnt. Die Versammlung stimmte ben Dauprogramm der Stadtverwaltung für das Jahr 1925 zu und bewilligte dafür 5 Mill Mark. =!= Offenbach, 13. März. Die Stadt« verordnten - Versammlung beschloß gestern bei Stimmenthaltung ber Rechten unb gegen bie Stimmen ber Kommunisten, deir Land, grafenring in .Friebrich-Gbert-Ring" umzubenennen. — Mit dem 11 eher gang von der Gas- zur elektrischen Straßenoekeuch' t u ng soll in einigen Hauptstraßen nunmehr ein Anfang gemacht werden. — Für die Erweiterung des StraßenbaynnetzeS wurden 125 000 Mark einstwellig bewilligt, um den südlichen Stadtteil anzuschließen. — Ein Antrag be# Oberbürgermeister# geht dahin, 500 000 Mark für den Wohnungsbau alsbald zur Verfügung zu stellen, unb zwar zunächst au# Voranschlags Mitteln vorbehaltlich der Hergabe aus Sparkassenmitteln. Der Plan geht aber noch weiter, indem auS der Sondersteuer unb au# Anleihe je zur Hälfte N/z Millionen bereib gestellt werben sollen, unb zwar erstere zinslos, letztere zu 10 Prozent, was also einen Durch schnittszinsfuß von 5 Prozent ergeben toürbe. Der Finanzausschuß wird sich zunächst mit dieser Anregung befassen. — Für Unterbringung solcher Familien, bie vom Amtsgericht ohne Bereitstellung einer Ersatzwohnung zur s o fertigen Exmittierung verurteilt sind, wurden 6 0 0 0 0 M k. bewilligt, wofür zwölf Wr hnungen in Holzbaracken beschafft werden sollen. Kreis Wetzlar. 5 Wetzlar, 14. März. Die hiesigen Rechtsparteien hielten in Gemeinschaft mit mehreren Vaterländischen Der bänder und Vereinen gestern abend eine Sitzung ab, in der eine Arbeitsgemeinschaft für die Reich Präsidentenwahl g.bildet wurde. Gin Ausschuß erhielt den Auftrag, mi aller Kraft für die Wahl des gemeinsamen Kandidaten der Rechten zu werben. r. Wetzlar, 13. Märy. Der hiesige Früh- jahrsbullenmarkt wird am 25. März ab« gehalten. Wie in früheren Jahren, so soll auch in diesem Jahre wieder eine Preisau # - zeichn ung ber besten Dullen ber Dogclsbergei Rasse vorgenommen werden. Im Anschluß an die Prämiierung wird eine Versteigerung statt- finben. • Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M. 13. März. Die Mitglieder Fischer, Mahr. Fülle# unb Frau Bindern c-gei ber kommunistischen Stadtverordnetenfraktion sind von der Parteileitung au‘gef rbert worden, ihre Stabt- Derorbnetenm inbate niederzulegen« weil sie in bec ©/ dtverordnetenversam. lung bei der Ehrung für ben verstorbenen R.ichsprä- sidenten Ebert sich mit von den Plätzen erhoben hatten. Die Genannten haben dar- arfhm ßte Mandat« «tebergelegt — Aachdem in der Wohnungsamts affäre schon vor 14 Tagen die Hauptbeschuldigten wieder aus der Untersuchungshaft entlüften Warden, ist jetzt auch dec letzte der Irchaftierten. der Leiter der Ablösungsstelle des Wohnungsamtes. Könemund, aus dem Gefängnis entlassen worden. Der bisherige Leiter des Wohnungsamtes, Baurat Gresser, wurde nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis sofort von der Stadt wieder übernommen und dem Bau- amt zugeteilt. — 3n der Person des polnischen Staatsangehörigen Harry Seiden wurde aut dem hiesigen Hauptbahnhos das führende Mitglied einer internationalen De3 räuberbande verhaftet. Gleichzittg wurden auf dem Wiesbadener Bahnhof zwei Helfershelfer des Seiden fest genommen. — Hier treibt sich ein Kerl herum, der sich als Beamter des Elektrizitätswerkes aus- gibt, angeblich die Sicherungen prüft und dabei stiehlt, was er in die Finger bekommen tonn. — Ein anderer Schwindler tritt als Beamter des Finanzamtes auf und versucht in Abwesenheit des Hausherrn bei den Hausfrauen angeblich rückständige Steuern einzuziehen. — Schliesslich besucht eine ältere Frau Heine Leute und stellt ihnen die Eo ft unfreie Lieferung von Kohlen aus irgend einem Fonds in Aussicht. Die Schwindlerin läßt sich für jeden zu liefernden Zentner Kohle zehn Pfennig Fuhrlohn geben. 3n allen Fällen arbeiten diese drei Menschenbeglücker mit recht gutem Erfolge. Die französischen „Kulturträger" — Bad-Rauheim. 13 März. Daß die Deutsche Kolonialgesellschaft auch nach dem Friedensvertrag von Versailles noch einen Zweck hat, das beweisen die sehr rührigen Ortsgruppen der Gesellschaft, die hier und in Butzbach bestehen. Sie haben es sich zur Pflich-t gemacht, Den kolonialen Gedanken zu pflegen und der Bevölkerung immer wieder vor Augen zu führen, das; die uns geraubten Kolonien wieder in unseren Besitz kommen müssen, denn ein Kulturvolk hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, am kolonialen Leben !tätig teilzunehmen. Durch mehrere Vorträge im Jahre suchen beide Abteilungen für die koloniale Sache zu werben: und sie Haden Erfolg in ihrem Bemühen. Ihre Veranstaltungen haben längst schon einen ständigen Stamm von Besuchern. zu dem sich jeweils immer noch zahlreiche Hörer gesellen. Sv trfar der jüngste Vor- tr a g s a b e n d der Kvlonialgesellschaft für unsere Stadt wieder ein Ereignis. Die Turnhalle war bis zum letzten Platz gefüllt Der Vorsitzende der Abteilung. Amtsgerichtsdire'tor Dr. Fuhr. Begrüßte alle Kolonialfreunde herzlich und gedachte des kolonialen Pioniers Dr. Karl Peters, dec vor 40 Jahren, am 27. Februar 1835, Deutsch- Ostafrika für uns erwarb. Anschließend sprach dec RSmer des Abends, Ingenieur Müller aus Erfurt über die deutsche Musterkolonie Togo und die Erlebnisse der deutschen Togo-Gefangenen in Französisch» D a y o m 6. 3m ersten Teil seines sehr interessanten Lichtbildervortrags gab der Redner, der lange Zeit in Weftafrtka gelebt hat, zuerst in der englischen Kolonie Rigeria, dann in Togo, ein anschauliches. Bild von den landschaftlichen Schönheiten und dem hohen wirtschaftlichen Wert Togos. Der zweite Teil des Vortrages berichtete nichts Erfreuliches, er gab im Gegenteil ein Bild von der „Kulturhöhe" der „granix* natfon“, so dunkel und abscheulich, wie es sich bis dahin kaum jemand vorgestellt hat Der Redner war 1914 mit der Erbauung der Grohsunken- schtion Tamina, nahe Atakpame, im Innern der Kolonie, beschäftigt, als er vom Kriegsausbruch überrascht wurde. Rach kurzer Gegenwehr kam eL mit den etwa 180 Deutschen der Kolonie in französische Gefangenschaft Rach gualvollen Leiden, die jeder Beschreibung spotten und denen etwa 15 Prozent der Deutschen, Männer und Frauen zum Opfer fielen, erreichten die Drangsale ihren Höhepunkt in einem der berüchtigten Gefangenenlager in Dahome. die mit Recht als „Afrikanische Hölle" bezeichnet werden. Was Ingenieur Müller über die bestialische Behandlung, die den Deutschen durch den Lageradjutanten und den französischen Oberstabsarzt Dr. Lvnghars zuteil geworden ist, vollkommen frei von jeglicher parteipolitischer Einstellung, schlicht und wahrheitsgetreu erzählte, erregte Aufsehen. Was die Deutschen da erleben mußten, erinnert an die frühesten Zeiten des Mittelalters. Daß im 20. Jahrhundert tatsächlich noch Daumenschrauben angelegt worden sind, wird nur wenig bekannt fein. 80 unserer unglücklichen Kolonialgefangenen sind lebendige Zeugen dafür, daß es den „ritterlichen Franzosen" Vorbehalten war. durch Anwendung dieser Marterwerkzeuge von der Kulturstufe Zeugnis abzulegen, auf der sie in Wirtlichkeit stehen. Erstaunen erregte auch die Mitteilung des Redners, daß trotz wiederholten Drängens das Material über diese Schandtaten von der deutschen Regierung noch njcht veröffentlicht worden fei, obwohl es schon feit Jahren, von vielen Zeugen eidlich erhärtet, in Wort und Bild in Berlin liege. Der Dortrag. der bis 11 Uhr abends dauerte und auch in seinem zweiten Teile durch Lichtbildaufnahme französischer Offiziere, die durch Zufall in unsere Hände gekommen, erläutert werden konnte, machte einen tiefen und erschütternden Eindruck auf die zahlreichen Zuhörer, die alle mit dem Redner darin einig waren, das nicht zu vergessen, was unschuldige Volksgenossen an grausigen Martern erdulden mußten. Der Redner müßte an recht dielen Orten sprechen, zumal auf anderem Wege die „Enthüllungen" über Dahoms zunächst doch nicht ihren Weg in die breite Oeffentlichkeit finden können. Turnen, Sport und Spiel 20 Jahre Süddeutscher Ruderverband. Der Süddeutsche Ruderverband begeht in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Er ist am 30. April 1905 in Offenbach von den drei Vereinen Offenbacher Germania, Frankfurter Alemannia und Frankfurter Amicitia, gegründet worden. Schon im Juni wurde die erste Regatta veranstaltet. 3m März 1906 wurden die Verbandssatzungen und Wettfahrtsbestimmungen endgültig genehmigt. 1907 kam ein Kartellvertrag mit dem Mitteldeutschen Ruderverband zustande, und 1920 wurde auch eine Interessengemeinschaft mit dem Norddeutschen und Sächsischen Ruderverband getätigt, die 1921 zur Gründung des Deutschen Renn- und Wander-Ruder- verbandes führte. In diesem Jahr zählte der 6.X35. bereits 20 Vereine Um die gleiche Zeit sind auch das Jugend- und Schülerrudern aufgenommen worden. Heute zahlt der Verband faß 4000 Mitglieder. Der stärkste Verein ist mit über 500 Mitgliedern der Offenbacher „Vorwärts", der gleichzeitig auch die meisten Siege errungen hat. Der Bootsbestand beträgt 235. 6. C. 1900—Pol z-i-Spvr'derein Wetzlar. Morgen, Sonntag, stehen sich die Handball- mannschaften der beiden Vereine zum Wettspiel an der Hardt gegenüber. Die Wetzlarer, noch frisch unter dem Eindruck ihrer von der jungen Sportclubmannschast beigebrad>ten Riederlage stehend, werden alles aus sich herausgeben, um diese recht unerwartete Scharte wieder auszuwehen. Wenn man noch in Betracht zieht, daß die Mannschaft über mehrere hervorragende Spieler verfügt, die auch mit der Vertretung der Wetzlarer Farben in der Städtemannschaft betraut sind, so wird der schwere Stand der 1900=er klar. Da auch die Gießener Mannschaft ihrem Wetzlarer Sieg einen auf heimischem Boden an- reihen will, so ist mit einem interessanten Spiel zu rechnen. (Siehe gestrige Anzeige.) HochfchulnachrichLen. Von der Technischen Hochschule Darmstadt. Dem Landesgeologen Dr. Wilh. Wagner in Darmstadt wurde die venia legendi für das Fach der Geologie unter besonderer Berücksichtigung der praltifchen Geologie und dem Dr.-Ing. Günther Worch bi Darmstadt die venia leaenbi für das Lehrgebiet Statik der Dau- konstruktionen an der Technischen Hochschule erteilt. Buntes Allerlei. Großreinemachen cmf PoUzeibofshl. Das große Reinemachen naht zugleich mit dem Frühling heran und 'wirft bereits seine drohenden Schatten über manchen Haushalt. Immerhin geht es uns in dieser Beziehung aber noch besser alS den Japanern, wo das Großreinemachen im Frühling und Herbst zu einer staatlichen Einrichtung geworden ist und von der Polizei befohlen und beaufsichtigt wird. „Die Gesundheitskommissionen der verschiedenen Städte Japans," so schreibt ein Berichterstatter, „haben seit einiger Zeit angeordnet, daß die Bewohner bestimmter Straßen an einem festgesetzten Tag „grvhreinemachen" muffen. Zur festgesetzten Stunde erscheint eine Abteilung Schutzleute, alle mit Schwertern bewaffnet, umstellen den angegebenen Bezirk, und unter ihrer Aufsicht müssen nun alle beweglichen Gegenstände aus den Häusern entfernt werden, sogar die „Chc>ji" oder Zwischenwände, die im japanischen Haus transportierbar sind. Erft wenn hie ausgeräumten Häuser von der Polizei inspiziert und für sauber erklärt worden sind, dürfen die Möbel und anderen Sachen wieder zurückgebracht werden. Da die japanischen Häuser klein finb und in den engen Straßen dicht beieinander liegen, so ist die Straße der einzige Platz, wohin man die Eimnchtungs- gegenftänöe bringen kann. Für den Fremden ist es ein merkwürdiger Anblick, die so verschiedenartigen Inhalte der einzelnen Häuser im Freien herumstehen zu sehen. Da der japanische Polizist sehr energisch ist, so muh die ganze Familie sich sehr eifrig an der Säuberung beteiligen, damit sie zur rechten Zeit vollends ist. Vom Oberhaupt der Familie bis zu den kleinen Kindern ist alles tätig, und der Papa geht an diesem großen Tage ebensowenig seinem Beruf nach wie die Kinder die Schule besuchen können. Da sieht man denn manchen ehrwürdigen Jap im Schweiße seines Angesichts die Familiengotter abwaschen, den dicken Buddha, den grotesken „Gott Oes Glückes" Hotei und den lustigen Iizo. den Gott der Kinder, unö schließlich auch den Gott des Standes oder Handwerks, dem der Familienvater angehört.. / Technisches aus der Antike. Wir glauben, gerade in der Technik das Altertum weit hinter uns gelassen zu haben, aber es gibt doch auch auf diesem Gebiet noch einiges, worin uns die Alten übertrafen. Wenn ein Messer oder ein Schwert zerbricht, so kann es nicht wieder zusammengeschweißt werden, aber in alten Zeiten gab es Schmiede, die ein Geheimmittel befaßen, durch das es ihnen möglich war, innerhalb kurzer Zett zerbrochene Schwerter so geschickt zusammenzuschweihen, daß man die Bruchteile nicht entdecken konnte Wie die Alten die Farben für ihre Gemälde mischten, ist noch ein ungelöstes Geheimnis. So mancher Maler der neueren Zeit, von Leonardo bis zu Döcklin, hat sich bemüht, diesem Rätsel der antiken Malerei auf die Spur zu kommen, aber ohne Erfolg. Viele Bilder an Den Mauern von Pompeji haben noch so frische Farben, wie wenn sie heute geschaffen wären, und selbst die an die Mauern gemalten Ankündigungen leuchten noch wie am ersten Tag. Die Römer waren in ihren Bauten unübertrefflich, und man sagt, daß der Mörtel, den sie verwendeten, fast unzerstörbar ist. Bei altrömischen Bauwerken hat der Mörtel mehr als 2000 Jahre allen Einflüssen der Witterung widerstanden. Ein anderes Geheimnis der römischen Handwerker, das mit ihnen verloren gegangen ist, war ihre Art der Bronzeher- st e l l u n g. Manche ihrer Bron^eschwerter waren so hart und wahrscheinlich ebenso scharf wie unsere Stahlschwerter Aber noch größere Meister der QBetatlbearbettung fanden sich un alten Südamerika, wo man das Kupfer so hart machen konnte wie den Stahl. Sogar unzerbrechliches Glas scheint den Alten bekannt gewesen zu fein, wenn man den antiken Schriftstellern glauben will, die von unzerbrechlichen Gläsern aus der Zeit des Kaisers Tiberius erzählen. Diese Trinkgefäße sollen so klar wie Kristall und so fest wie Stahl gewesen fein. Das Auge als Spiegel. Die Augenfarbe gelehrter Männer ist nach zahlreichen Untersuchungen, die in England vorgenommen wurden, ganz vorzugsweise 5 c graue. Braune Augen fanden sich fast immer bei solchen Menschen, die iledhr temperamentvoll waren und weniger Intellekt besaßen. Grünliche und schwarze Augen fanden sich hauptsächlich bei Verbrechern vor, blaue Augen hingegen befaßen meist solche Personen, deren Gemüt mehr ausgebildet war als der Geist, 17 000 AerztMse». 3m ganzen gibt es etwa 17 000 Aerztrnnen in den zivilisierten Ländern. In Rußland gibt es 6000 tätige Aerzttnnen. In den Deremigtecv Staaten gibt es gegen 5000 Aerzttnnen. in England 2000, in Deutschland annähernd ebenfo- viele. Ieitschriftenschau- Heft 10 der „Lustigen Blätter" reiht sich den vorhergehende würdig an. Die neuen zahlreichen politischen Karikaturen von Wellner, Trier u. a. wechseln mit eleganten Kunstblättern von Heiligenstaedt, Fabiano, Heubner und Gest- wicki ab. Westdeutsche Monatshefte, Kurt Schröder, Verlag. Bonn. Diese Westdeutschen Monatshefte sind ein Kulturgut, das dazu berufen erscheint, den gesamten deutschen Westen zu einer innigen Gemeinschaft zusammenzuschwei- ßen. Von höchster Warte aus wird hier von den berufensten Vertretern zu wichtigen Fragen der Politik. Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst Stellung genommen. Das Januarheft als Heft 1 t>c3 ersten Jahrganges wird mit einem Artikel von -5jaut Wentz ke „Tausend Jahre Rheinland im Reich" eröffnet. Einen breiten Raum nimmt das Westdeutsche Theater ein, das zu pflogen eine besondere Aufgabe der großen Bühnen des Rheinlandes ist: u. a. findet sich in dem Heft Schmidtbonns „Maruf, der tolle Lügner". Wichtige Buchbesprechungen bilden den Beschluß. Das Februar-H"ft widmet seinen Eingangsartikel der Arbeit und dem Wesen Hans Thomas, ein sehr wertvoller Beitrag ist H. Aubius „Kelten. Römer und Germanen in den Rheinlanden". ilnb wie im ersten Heft das Kölner Theater, so wird im zweiten das Duisburger einer eingehenden Würdigung unterzogen. Hans F»enck und Karl R ö 11 g e r sprechen als Dichter zu dem Leser. — Deutsche Alpenzeitung, 20. Jahrgang 1925 (Bergverlag Rudolf Rother, München) Das erste Heft des neuen Jahrgangs eröffnet ein Vierfarbendruck von Hans Beat Wieland: Das letzte Licht l Abendleuchten am Piz Palü), viele Photographien aus den Oft- und West-- alpen, aus außereuropäischen Gebirgsgebieten und dazu eine Reihe prächtiger Aufsätze, die dem Hochtouristen ebensoviel zu sagen haben als dem sinnigen Dergfreunö, beweisen, daß die Alpenzeitung alle Voraussetzungen bietet, das alpine Blatt zu fein. „Die Meister" Deutsche Meister-Verlag, München.) Die kleine Monatsschrift ist eine Blütenlese aus den besten und volksttimlichsten unserer älteren Schriftsteller und Dichter, und offenbart ohne lehrhaftes Dreinreden, was unsere alten Meister Schönes und Herzerquickendes der deutschen Seele zu sagen haben. (Verlag Deutsche Meister-Bund E. V.. München, Residenzstr. 10 1.) Eingesandt. (Für Form und 3nbalt aller unter dieser Rubrik stehenden OlrlileL übernimmt die Redaktion dem Publikum *,p£fcnüber f<"'ric fürs Evangelium. Alleweil deck ich dir da- Töpfche auf. Jeden Morgen seist du auf dem Bruch herum- Termin bekannt gegeben. Alten-Buseck, den 13. gekrabbelt. Du hast doch die Gän- nel für Knvttel pebüt’?“ „Rem," stammelte der Karl. „Heraus mit der Färb'. Was hast grfrtcgt?“ ..Taufend Mark." zurcichcn, woselbst die Eröffnung der An- geböte erfolgt. woch, den 18. März, nachmittags 3 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Die Berkaufsbcdingungen können auf derselben eingesehen werden und werden im Termin nochmals bekanntgegeben. Ruttershausen, den 13. März 1925. Bürgermeisterei Ruttershausen. Schwarz. 2700V .Betrüger!" brüllte Der ganze Thor Da faßte den Karl eine sinnlose Wut. Da- spitze Gesicht zur Grimasse Derzerrt, mit funkelnden Augen die Stube durchmusternd, ergriff er einen der Klöppel, die unter dem Ofen lagen und ging auf den Peter Margolf los Plötzlich entsank da- Holz seinen Händen, er wankte und schlug mit einem Aufschrei zu Boden. Die Pörtegritt. die angstvoll vor der Türe gelauscht hatte, stürzte herein. „(Xbr Unfläter." heulte sie, „bringt ihn um. Ich leg dte Hand für ihn ins Feuer. He is so unschuldig wie ein neugeborenes Kind!" 21ht schier übermenschlicher Kraft richtete sie den 'Setoufitlofcn aut und schleppte ihn in ferne Kammer. .Hier hat unser Herrgott im Himmel gerichtet," sprach der Direktor in feierlichem Ton .Da müssen mir Menschen geschweigen. Ob he sonst was detseit geschult oder vernaunutzt hat. kann keins von uns mitten. Wir fein BauerSleut und haben in die Sachen kein Einblick. 'S must einer von Darmstadt herbei. Bis dahin bleibt die Kass' geschlossen. Der D^ldschrank und die Bücher kommen tiefen Abend noch zum Bürgermeister. Wir haben eine böse Schlapp gekriegt, 's trifft ein wie all. Wir müssen uns miteinander trösten." Damit hob er die Sitzung auf. Die meisten mochten sich noch nicht treimen und begaben sich in den „Ritter". Wie ein Lauffeuer flog die Nachricht durch das Dors, die Spar- und Darlehnskafse sei bankrott. Große Summen wurden genamit, die ter Rechner im geheimen Einvernehmen mit dem flüchtig gewordenen Bauunternehmer veruntreut hätte. In den Gassen standen hi: Leute in Gruppen, auf den bleichen Gesichtern malten sich Sorge und Schrecken. Der KappeS am Hirscheck schlug sich auf die Brust und -eierte: „Heijajei, ich mein, ich müßt gerat all werden vor Der zweislung!" Die Matternslene, die ihre Spar Pfennige der .Kasse übergeben hatte, jammerte: „Etz sein ich so arm wie das Ackermännche!' Der Hennerchkarl fuchtelte mit einem dicken Stock herum und wollte den Krämerskarl verhauen, daß ihm die Schwarte trachte. Männer und Weiber, bedrohliche Reden führend, schlossen sich ihm an. (Fortsetzung folgt.) 5a- „ 1 Lchcitcr, Rm.: Buchen 88. Knüppel, Nm.: Buchen 30, Eichen lr aenieurschuld rx&fcdtiAÄtirnte.-A BlJtfStMtikoma.} *^«chlo«nb.S'ektn>- tscbaJM«toraot>nb PreU-. Verpflege« n 8t«nark. Bon dem Gesellschafter Carl Heinrich ^tuckrath ist auf seine Stammeinlage das 'either von ihm unter der Firma Stückrath U. Bender in Gießen betriebene Geschäft nebst der nichteingetragenen gleichen Firma im Wette von 2500 Reichsmark eingebracht worden. Geschäftsführer sind: Catt Heinrich Stückrath, Möbeltranspotteur, und Rudolf Weil, Kaufmann, beide in Gießen. Der Gesellschaftsvcttrag ist am 2. Januar 1925 errichtet und am 26. Februar 1925 geändert. Keder Geschäftsführer ist zur Vertretung bet Gesellschaft berechtigt. Be- kanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Gießener Anzeiger. Josef Liebigshöhe Statt Karten! Jeden Mittwoch nachmittag 4—7 Uhr Ihre Vermählung geben bekannt Eintritt frei 2678D Krämer. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Bellersheim, 15. März 1925 2677V Probieren Sie Karmitri Zigaretten! 2695D Bahnhofstraße Kirchenplatz KAR miVRi Reinecke Steuervollzieher. Zwangsversteigerung Dienstag, den 17. März 1925, vachm. 2 Uhr, versteigere ich im Gast» Haus „Ium Löwen" dahier folgende Gegenstände. 1. Bestimmt: 5 Anzugstoffe, 1 Post. Schuhmacherwerkzeug, Schuhkreme und Schuhsett. 2.1 großer Posten Farbe, verschiedene Bretter für Schreiner und 1 elektr. Motor. nach Süd-Amerika (Brasilien, Argentinien, Westküste), Cuba-Me- xico, W estindien, Afrika, Ostasien usw. in Verbindung mit anderen Linien Carl Fricke und Frau Hermine geb. Scheid Wie? Glauben Sie, da$ Karmitri nichts für Sie? Dr. med. H. Kliewe und Frau Annelise geb. Arnold Gießener Konzertverein Freitag, den 20. März 1925, abends 71/, Uhr, in der Neuen Aula der Universität NEUNTES KONZERT Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Stein« bach für das Rechnungsjahr 1925 liegt vom Dienstag, dem 17. März 1925 ab eine Woche lang auf unserem Amtszimmer offen. Einwendungen hiergegen sind schriftlich oder zu Protokoll innerhalb dieser Zeit vorzubringen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Aus- märtet beizutragen haben. ©teinbad), am 13. März 1925. Bürgermeisterei Steinbach. Billige Beförderung, vorzügliche Verpflegung. AuikOrrft. und Drucki*ch«n Iber Febrprelee und 8el8 rd«e*o«e6Qj teM e00 Diait Interessenten wollen sich unt. P 365 a. d. Annonc-Exved. der Aachener Lese-Gesellschaft Aachen wenden. Familien-Kpnzert Eigene Konditorei Meine MWnillier Sveijezimek AlMZMMkl KNenOWiuWen 6 nzelinöSe aller Art g oömööel «SW ».Mer J ms, WAmues n«6 Seiten StahlSrshk- »ns AnWe- lNßHlchkN (orale lsravlelke Sekten Bette Qualität — Niedrigste Preise. Auch auf Teilzablung. «MW 3711a Wailtorttrahe 37. (Violine) am Klavier: PAUL MEYER Werke von Bach — Brahms u. a. Eintrittskarten: Mark 5.—, 4.—, 3.— und 2.— bei Emst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk 1.— beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. 2ösic Nur noch heute und morgen Sonntag: iiilelEiireMler Modernes Sittendrama in 5 Akten Ferner: Mit Kurbel- kamera und Büchse durch Afrika. Hochinteressanter Jagdfilm in 4 Akten. M-lÄpiele Kirchenplatt; WMMMckr empfiehlt goltifgl.MigM.MMi Auch im Abonnement zu mäßigen Preisen. GroßerBierpreis-Abschlag in Münchn.Hackerbräu hell u. dunkel la. Weine Jos. Schwab A * T I t N 6 E S E L L S C HAFT SEIDEL & NAUMANN DRESDEN Alleinvertretung: Ernst Balser ^Bürobeclarf, 3660a Gießen, Lichtspielhaus BahnhofctraBe isloriÄpiete Seltersweg Gröhe internationale WliM-MMW von Hunden allerRassen am 26. April, auf der Liebigshöhe veranstaltet n. Verein für Hundesport für Gießen u. Umgegend Geschäftsstelle: August Schwan, Moltkestraße 16. 26740 Der Vorstand. NachNord-Ämerika U Canada. Hamburg- New York ca. wödientl. Abfahrten. Gemeinsam. Dienst mit United American Lines Nur noch heute: Bahn frei! 6 Akte aus den Bergriesen Kaliforniens. Ferner: Die ExpreB-Bßirat Eine tolle Eisenbahn- Geschichte. Morgen Sonntag: Ouovadls Eintrittspreise: Mk. 1.00. 1.20, 1.60. 1.70, 8.00. VMWVMIllW SM (Goethe-Bund — Kaufmännischer Verein — Gewerbe-Beret«) Montag, den 16. Marz 1925, abends 81/* Uhr, in der Neuen Aula: Film-Vortrag d.HerrnProsessorsWempe «.Oldenburg: .HMWleMMl" (Die Arbeit des Steinkohlenbergmannes, ihre Gefahre« und deren Bekämpfung) Eintrittskarte« in der Musikalienhandlung Challier: für Miiglieder zu Mk. 0.75 pro Platz gegen Bordeigen der Bor- trags-Ausweiskarle und nur im Vorverkanh fllr Ntchtmtiglteder zu 2)ik. L50. Studentenkarten zu u t. 0.75 gegen Borzetgen der Studenten karte bei Herrn Oberassiuent Ritter. 2541c Heute bis elnechl. Donnerstag, den 19. Marz: Quovadis Historisches Gemälde aus d. römischen Kaiserzeit Nach dem berühmt Roman von Henryk Sienkiewicz. — 10 Akte. In der Rolle des Kaiser Nero Emil Jannings Beginn der Aufführungen 3.30, 6 und 8.20 Uhr: Nur die Nachmittagsvorstellungen sichern Ihnen bestimmt einen Sitzplatz. Alle Vergünstigungen aufgehoben. Blatrittspreise: Mk. 1.10, 1.50. 8.00, 8.50 = Großes Orchester! ------ Saalbau Sauer Morgen Sonntag, abends 8 Uhr S WM ausgeführt von 26970 in UM W« W unter pers. Leitung d^s i>errn Musikmeisters a. D. j).Top QUO VADIS ____ 2703c Gießen, den 14. März 1925 .........................................—LLU. ist doch der wirkliche Ersatz für den heute so teuren Bohnenkaffee! — 1 Pfund nur 50 Pfg. — Eintritt frei 268OD Morgen, Sonntag, den 15« März gleichzeitig im Lichtspielhaus und Palast-Lichtspiele Handels-Schule \J Hermes OliBea, Bahnhofstraße 60 20. April :: 5. Bel Beginn d n. Schuljahres Halbjahr - u-Jahreskurs« Hä isre Handelitacbk.asse rrosp. fr. d. d. Scbulleitg. Dipl.-Handel«!. Uhlemann Anm.tflgl. Vergebung. Für das Rechnungsjahr 1925 soll die Lieferung des Bedarfs an Fleisch- und Wurstwaren, Backwaren, sowie MUch, Butter und (Kis: 1. für die medizinische Klinik, Frauenklinik und Hautklinik, 2. chirurgische Klinik und Ohrenklinik, 3. Augenklinik und Kinderklinik, 4. Klinik fürpsych.u. nerv.Krankheiten vergeben werden. Für die unter 1. und 3. genannten Kliniken ist auherdem die Abgabe des Gespüls, und für die Kliniken unter 1. bis 3. die Entleerung der Müllgruben zu vergeben. Die Lieferungsbedingungen können bei der Verwaltung jeder Klinik nachmittags von 3-5 Uhr eingesehen werden. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind an die zuständigen Verwaltungen bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 19. März 1925, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Iu- schlagsfrist 8 Tage.2587 c 91 flr.62^ Mbr'lO v C9on 3« *5 und uni <“tlonX entoifi - d Ä durch »idci Sä' tragen W Kosten ge'ch^ (jje verlange^ »Ä qbffcfir mü lemei S JnNcit, Ml in Oft* un bis hinunter naä Vd) den Surzia Mich vng"d- kl. kJ kriege Hat vor < auch sehr an d Mandats 3n den sieb Unter Ismail Pa^ rrtoeitert, und l den bis zM • hllngssuchi des . in allen Seilen i bah Aegypten m Sielen Zeiipunkt Ismail die,ln ? ninfl befindlichen 4 Millionen W durch England 5 «sellschaft erhiel bankewtt nicht tischen Finanzer fischen Fincmztv wurde im Jahr vnsähiger und Tetofi! Pascha Khediven ernair unter dem Äric mächtiger werde lig leiten. Aral olle Fremden i ein englisch-sran drien erschien, 6 stand aus, Sei getötet wurden. 3f&t ld;ritt ( $«anbuen tourb den qtlcuM Dm StEW ins Hem: unter Tbxdy geschlagen. Aegt, WMl Als Lord Cramer dc Satire 190? hat • Staatsmann die Landes mit grof Saft zugleich Entflammte im unter dem IW vember 1883 erlit dichtende Aiederl lladt Khartum toi und der brit wn toaröe ernw: w ebi | W Aur die dem deutscl aus Wnjen ab. Die falt®“® darbe hatte, bi; und ® ^b8u geben.; ZS« Mia umnt%c5 ^ben 2um,mert bau .Alanö Qn&'tet iS nut . ostika M v , ch'dout, ,, M '""ter ar. 62 Drittes Blatt Das britische Kap-Nairo-Projekt. QJon Professor P Frehe. 3n unserem deutschen Vaterlande dreht sich 6aS gesamte Interesse scheinbar nur noch um die Machtstellung der verschiedenen Parteien und ihrer Führer innerhalb des RahmenS unseres Staatswesens. Der Schmachtriede von Versailles vni) der innere Zusammenbruch durch die Revolution haben unS aus Jahre zurückgeworfen und imb haben unS zu einer schwierigen Wieder» enttoidlung unserer Kräfte gezwungen. Dor all den inneren Reibungen und Zwistlg- teiten. vor all dem schweren Feindeshruck. der twrnirr noch durch Besatzung, durch Reparationen und durch viele- andere erdrückend aus unS lastet, finden wir kaum Zeit, um über die Grenz- ptähle hinaus in die Außenwelt zu schauen und die Begebenheiten dort zu versolgen. Und doch entwickeln sich gerade heute dort draußen Dinge, die häufig genug auf unsere Kosten geschehen und daher dringend unser Interesse verlangen Besonders systematisch arbeiten heute die Engländer und neben ihnen die Franzosen an der Ausdehnung und Sicherung ihrer mächtigen Kolonialgcbiete Seit der Fertigstellung des Suezkanals war die Kontivlle dieser Wasserstraße und Aegyptens für England zur zwingenden Rotwendigkeit geworden, denn seither ging der gesamte britische Verkehr mit feiner Haupt Besitzung, dem Kaiserreich Indien, sowie mit den britischen Gebieten in Oftasrika. im Indischen Ozean, in Ostasien biS hinunter noch Australien und Reuseeland hurch den Sueztanal. Welch ungehrure Bedeutung diese Kontrolle bat, das wurde England besonders im Weltkriege klar vor Augen geführt. Ihm lag daher auch sehr an der Erlangung des Palästina- Mandats. In den siebziger Jahren hatte Aegypten tont er Ismail Pascha sein Gebiet ganz bedeutend erweitert, und 1874 reichten seine Grenzen im bilden bis zum Aequator. Aber die Verschwen- bungSsucht deS Khediven und die Korruption in allen Teilen der Rogierung waren so grob, bah Aegypten vor dem StaatSbankervtt stand. Diesen Zeitpunkt nahm England wahr, um von Ismail die in Händen der ägyptischen Regierung befindlichen Suezkanalaktien im Werte von 4 Millionen Pfund Sterling zu erwerben, wodurch England Stimmenmehrheit in der Kanal- aesellschaft erhielt. Trotzdem konnte der Staats- bankervtt nicht verhindert werden. Die agypti- tischen Finanzen wurden einer englisch-französischen Finanzkvmmission unterstellt und Ismail wurde im Jahre 1879 abgesetzt. Sein ebenfalls unfähiger und verschwendungssüchtiger Sohn Tewfik Pascha wurde an Stelle Ismails zum Khediven ernannt. Er lieh sich alsbald von der unter dem Kriegsminister Arabi Pascha immer mächtiger werdenden nationalistischen Partei völlig leiten. Arabi entfernte schließlich kurzerhand alle Fremden aus der Regierung. Als darauf ein englisch-französisches Geschwader vor Aleran- brien erschien, brach dort im Juni 1882 ein Aufstand aus, bei dem mehrere hundert Europäer getötet wurden. Jetzt schritt England mit Waffengewalt ein. Alexandrien wurde beschossen und Truppen wurden gelandet. Dom Suezkanal auS rückten britische Streitkräfte ins Ritdelta vor. Das ägyptische Heer unter Arabi Pascha wurde bei Del-el-Kebir geschlagen. Aegypten kam unter britische Schutz- h'-rrschift. AIS vritischer Generalresident wurde Lord Cromer dem Khediven zugeteilt. Dis zum Jahre 1907 hat dieser außerordentlich tüchtige Staatsmann die Verwaltung zum Segen des Landes mit großem Geschick geführt. Fast zugleich m't den Vorgängen in Aegypten entflammte im Süden der gewaltige Aufstand unter dem Mahdi Mohammed Achmed. Im Ro- vember 1883 erlitten die Engländer Dort eine vernichtende Riederlage bei Sl-Obeid. Die Hauptstadt Khartum tourDe von Den Mahdisten genommen und der britische Gouverneur General Gvr- don touthe ermordet. Lange Jahre war dann der Sudan ein selbständiges Reich unter dem Mahdi. Rur die ägyptische Aequatorialprovinz unter dem deutschen Gouverneur Emin Pascha hielt tapfer aus und schlug alle Angriffe der Mahdisten ab. Die fogen-annte „Errettung" Emins durch den Engländer Stanley war offenbar ein in London vorbereitetes Manöver, das nur den Zweck hatte, diesen unbequemen Deutschen zu entfernen und England für spätere Zeiten freie Hand zu geben. Im Feldzuge 1896 bis 1898 gelang es dann Lord Kitchener. Die Mahdisten völlig zu schlaaen und dm gesamten Sudan wieder unter englisch-ägyptische Verwaltung zu bringen. Der zugleich am oberen Ril bei Fischvda eingetrvffene französische Oberst Marchand wurde trotz aller französischen Proteste kurzerhand mit seinen Leuten nach Frankreich abgeschoben. England herrschte unumschränkt von den Aeguatorialseen und Britisch-Ostafrrka im Süden bis zum Mittelmeer im Rorden. Don da? Kapkolonie her breitete Cecil Rhodes die britische Macht nach Rorden zu aus. Der Oranje-Freistaat und Transvaal wurden im Westen und Rorden durch die neue Kolonie Rho- desia umklammert und schließlich im Burenkriege erobert England arbeitete systematisch am Ausbau eines britischen Großkolonialreiches in Afrika mit dem Gedanken Der Verbindung vom Kap bis Kairo. Der Weltkrieg hat die vorläufige Erfüllung dieses Planes gebracht. England wurde Mandatsmacht über Deutsch-Ostafrika, und somit ti>3r die Kette Rord-Süd zu einem gewaltigen Kolonialbesitz geschlossen. Bald wird auch Die Verbindung Der Sudan-Dahn mit Der vom KaplanD heraufführenden Rhodesiabahn hergestellt unD der Traum Englands einer britischen Kap-Kairo- Dervindung erfüllt sein. In diesem gewaltigen Besitz liegen nur an einzelnen Stellen Gebiete anderer Mächte, so im Süden Portugtesisch-Ost- afrtfa und im Rorden Die östlich des Sudan sich erstreckenden Gebiete Abessiniens. Französisch- Dschibouti und die italienischen Besitzungen. Das frühere Deutsch-Südwefl schließt sich im Süden an. England bedarf zur weiteren Durchführung dieses riesigen Projektes eines ihm völlig loyal ergebenen, wenn auch im übrigen scheinbar selbständigen Aegyptens und last not least Der unumschränkten Kontrolle des Suezkanals. Daß England für Die wirtschaftliche unD staat- Nche Entwicklung Aegyptens Großes geleistet hat. muh rückhaltlos anerkannt werden. 3m Altertum als Kornkammer des Mittelmeeres berühmt war Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger siir Gderhessenj Samstag, H. Mörz 1925 Aegypten unter der Herrschaft deS Islam, wie so viele andere Länder, ganz verkommen. Hierin geschah nach Beginn der britischen Herrschaft eine Wandlung von Grund auf. Engländer erbauten die mächtigen Stauanlagen deS RilS bei Assuan. Allerdings sink) dadurch die berühmten, altägyptischen Tempel auf Der nun überschwemmten Rilinsel Elephantine Dem Unter gange geweiht. Aber das jungaufblühende Aegypten hat durch die großen Bewässerungsanlagen einen gewaltigen Aufschwung seiner Landwirtschaft erfahren. Di« Baumwollkultur in großem Umfange wurde eingeführt, und heute ist Aegypten eines der HauptproDuktionSländer für hochwertige Baumwolle. Großangelegte Hafen- und Bahn bauten Dienen Der Entwicklung deS Handels und Verkehrs. Ueberall haben sich Die Reformen der Engländer zum Degen des Landes geltend gemacht. Zu Beginn des Weltkrieges rangierte Aegypten unter den wirtschaftlich und finanziell am besten verwalteten Ländern der Welt. In großzügiger Weise hat England das neue Königreich Aegypten geschaffen Allerdings hält es an dem Abkommen mit Frankreich vom Jahre 1904 fest und weist alle Einmischungen in seine ägyptischen Angelegenheiten scharf zurück. Hierzu ist es angesichts seiner gewaltigen Weltinteressieren, deren Schlüsselputrkt der Suezkanal ist. einfach gezwungen. In England selbst wird der Kampf um die Lösung Der ägyptischen F: igen parteipolitisch ausgenutzt, und diese Zeitunaskvntroversen können leicht zu mißverständlichen Auffassungen bei unS führen. Vergessen soll man aber nicht, daß in der Frage der starken Erhaltung vitalster Gebens» interessen DeS britischen Weltreiches sich schließlich alle Parteien deS britischen Mutterlandes und seiner Ueberfeegebiete einig sind. Und wie steht eS bei uns? Wir haben es während der in den letzten Wochen überall statt- finbenben Kundgebungen zur Herausgabe unserer Kolonien tatsächlich erleben müssen, daß linksstehende Blätter ihre aktive Teilnahme daran verweigerten. Das ist außerordentlich zu bedauern. denn in dem großen 3nDuftrieftaate Deutschland hängt besonders daS Wohlergehen unserer Arbeiterschaft vom Blühen und Gedeihen unseres Ueberseehändels ab. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, daß man einem hauptsächlich von Handel und Industrie lebenden 6Ö°Millionen-Vvlk auf die Dauer seine in langjähriger, zäher Arbeit mustergültig entwickelten Koloniasttebiete vorenthält, Gebiete, di« eS für die Belebung seines Handels, für seine Auswanderung und besonders für die Produktion Überseeischer Rohprodukte dringend benötigt. Sogar Wilson hat unS das Recht auf unsere Kolonien nicht aberkannt. Aber seine 14 Punkte wurden ja in Versailles bis zur völligen Unkenntlich- keit entstellt. Hurmen. so hieß eS kurzweg, wären zur Verwaltung eingeborener Gebiete nicht geeignet Man verteilte Mandate, und diese Mandate will man heute in dauernde Besihtitel verwandeln. Wo bleibt der Wilsvnsche Gedanke, die Kolonialgebiete nach Maßgabe der Einwohnerzahl und der Erfordernisse europäischer Völker zu verteilen? Wenn sogar führende Kolonialzeitschriften deS Auslandes wie .Eolonial-Dudget" und „D4- pöche-Tolvniale" die benxirvagenben Leistungen unserer Kolonisatoren loben, bann bedeutet das eine ernste Bestätigung unseres heiligen Rechtes auf den Besitz unserer ileberleegebtcte. Wir müssen wieder unD wieder Dagegen protestieren, daß die durch Kolonialbesitz übersättigten Engländer und Franzosen nun auch noch daS mühsam geschaffene Werk unterer Hände rauben, um ihre grvßirnperialistischen Kvlonial- pläne rücksichtslos durchzuführen. gum Eisenbahnerstreik. Heber die Sage deS Streiks ist von unS laufend berichtet worden An dieser Stelle ist eS deshalb nur notwendig einmal grundsätzliche Betrachtungen zum Eisenbahnerstreik anzustellen. Ohne Zweifel besteht die Tatsache, daß auf der Seite Der freien Gewerkschaften mit Dem Gedanken des General st reikS gespielt wird. Der Eisenbahnerstreik sollte für sie hierfür unter der Voraussetzung Den Auftakt bilden, daß die freien Gewerkschaften den Zeitpunkt für Öen Generalstreik für gekommen erachteten. Weiter ist festzustellen, daß unter Der Sisenbahnerschaft eine große Verbitterung herrscht. Die Löhne und hie Gehälter, soweit die unteren Reichs bahn beamten in Frage kommen, sind schlecht. Darüber kann kein Zweifel bestehen. Das ist an und für sich schon Grund genug, Verbitterung in die Reihen der Eisenbahnerschaft hineinzu- tragen. Hierzu kommt aber noch ein weiteres: Während die Löhne der Sifenbahnarbeiter und die Gehälter Der unteren Eisenbahnbeamten niedrig sind, hat man bei der Bildung der Deutschen Reichsbahngesellschaft die Bezüge her als Direktoren übernommenen ehemaligen leitenden Beamten um ein Vielfaches erhöht. Ein Ministerialdirektor. Der als Staatsbeamter früher vielleicht 1500 Mark monatlich verdiente, bekommt jetzt als Direktor Der Reichsbahngesellschaft ein Monatsgehalt Don mehreren tausend Mark. DaS muh selbstverständlich verbittern! 3m Felde hat es sich gezeigt, daß Die gesamte Trupp« gern Entbehrungen auf sich nahm, toenn von den Offizieren die gleiche Rot mitgetragen wurde. Während man aber hier auf der einen Seite sagt — und zwar mit Recht —. daß die Reichsbahngesellschaft infolge ihrer Belastung mit Kriegskontributivnen "nicht die vollen wünschenswerten Löhne und Gehälter zahlen kann, hat man auf der anderen Seite die Bezüge für einen Wernen Kreis von Personen vervielfacht. Wenn der ausländische Kontroll- ko mm isfar sich an dem deutschen Elend mit dem Stab seiner Kontrollbeamten mästen will. Dann ist das verwerflich, aber von ihm als Dem Ausländer kaum anders zu erwarten. Don der deutschen Leitung der Reichsbahn aber sollte man verlangen, dah sie mit der 3nternatttmafifie- rung der Reichsbahn-Gesellschaft nicht noch für sich ein Geschäft machen will. Dieser Eindruck muh durch die jetzige Gehaltsregelung bei Der Reichsbahn-Gesellschaft unbedingt erweckt werden. Don den Deutschen in der ßeitimg Der ReichS- bahng'sellschaft sollte man Kameradschaftsgesühl gegenüber Den deutschen EisenbahnbeDien steten fordern können. Hier kann auch Dem Reichstag ein Teil her Schuld nicht abgesprvchen werden. Er hätte bei Verabschiedung des Reichseisenbahn- gesehes und DeS Reichsbahn-Personalgesetzes dafür Sorge tragen müssen, daß Derartige Disharmonien nicht aufkvmmen können Wir wünschen nut, Daß die Leitung der Reichsbahngesellschaft auS dem Streik die Lehre zieht. Es ist ühcrflüfTig, daß i B ein ehemaliger sozialistischer Gewcrkschistssekretär. durch die Revolution M.ni- steriald.rettor Jk. Dem Reichsverkehrs Ministerium geworden, jetzt al- Direktor der Reichsbahngesellschaft hunderttausend und mehr M—ck Im Jahre verdient. Sitzung der Stadtverordneten. G i e b e n, 13. März 1925. Die heutige Stadtverordnetensitzung brachte einen Vorgang, der verdient, in der breiten Oesfenl licht eil eingehender beleuchtet zu werden. Seit 1. Januar d. I erscheint in Hessen eine sozialdemokratische kommunalpolt- tische Zeitschrift Dieser Reugründung gilt natürlich die warme Fürsorge Der sozialistischen Führerschaft. Wenn diese bei her Förderung her neuen Parteieinrichtung nur eigene, private Mittel oder Geld aus Der Parteikaffe springen lassen würde, ginge das die Oefsentlichleit nichts an. Die Sachlage ändert sich aber in dem Augenblick, wo versucht wird, Mittel der Allgemeinheit. wenn auch auf indirektem Wege, vor triefen neuen sozialistischen Parteiwagen zu spannen- Dann hat die Gesamtheit her Bevölkerung ein ernstes und klares Wort mitzusprechen. Dieser Versuch der sozialistischen Führerschaft kam heute auch in unterem Stadt- parlament an das Licht her Oesfentlichkeit, nachdem er wifsenden Kreisen schon seit ein paar Monaten bekannt war. Die sozial Demokratische Stadtverordnetenfraktion hatte nämlich im Dezember v. 3. einen Antrag an die Stadt gerichtet, den wir im nachstehenDen Sitzungsbericht an Der Spitze toiehergeben. Der Antrag ist natürlich ganz allgemein gehalten, offenbar nach dem Rezepte: Mit Speck fängt man Mäuse. Die „Mäuse" bissen aber nicht an. Man sagte sich sofort, daß dieser Antrag, In Dem Gründungsprogramm unD Der Fürsorge für Jene Zeitschrift wurzelnD, Den eigentlichen, hier nur aus taktischen Gründen verschleierten Zweck habe, einem Unternehmen, für Da8 die Parteigänger möglichst nicht in die eigene Tasche steigen wollen, mit andern Mitteln auf die Strümpfe zu helfen. Stadtv. Beckmann, als Wortführer Der Sozialdemo- fraten, sprach in beredten Worten von Der Rot- toenhigfelt, daß jeder Stadtverordnete eine kom- munalpolitifche Jniormatirns- unD Fortbilbungs- quelle zur Verfügung haben müsse. Darüber sind wir unh sicherlich auch das gesamte Stadt- Parlament mit ihm einer Meinung. Während die Sozialdemokratie aber Der Ansicht ist, daß diese Informal ionSkoften von her Stadt zu bezahlen sind, können wir unS Diesem „Zug her neuen Zeit" nicht anschließen. fonhern find, ebenso wie die Mehrheit hes StahtparlamentS, nun einmal noch so „altmodisch", in her Ausübung hes Mandats nur ein Ehrenamt zu sehen, hem her Träger hes Wanhats nicht nur Zeit-, fonhern auch Gelhopfer harzubrinßen gewillt sein muß, zumal in hem viel ärmeren Staate von Heute: haß hagegen z. B. bei hlenft- lichen Reisen im Auftrage unh Im Interesse her ©taht die tatsächlichen Reisekosten erstattet werden, ist na:ürlich eine Selbstverständlichkeit, die in her „guten alten Zeit" ja auch schon befolgt wurde. Im übrigen glauben wir, daß d t e Mitglieder un'eres <3 a't. arlamentS, die den Bezug her Zeitschri t nicht selvst zu bezahlen vermögen, wohl an den Fingern einer Hand aufgezählt werden können: für d iefe Mitglieder mag doch die Parteikdfse daS Abonnenent bezahlen I Schließlich noch einS: Warum kommt Denn die Linke erst jetzt mit einem solchen StaDtverorb- netenbilDungsantrag, warum hat sie früher nie etwas von die'er Sache ge agt? Die Antwort auf diese Frage ist eben nur in Der Tatsache zu erblicken, daß jetzt jene Zeitschrift heraus- kommt. Daß dieser Antrag Der sozialdemokratischen Fraktion abgelehnt wurde, ist au billigen. Sehr bedauerlich und unverständlich ist nur, daß hie Demokrat Ische Fraktion, obwohl sie nach ben Worten ihres Sprechers grundsätzlich her Au f.ssung zuneigi. tne hier entwickelt ist, in dieser grundsätzlichen Angelegenheit versagte und mit den Sv- zialdemokra en unh Kommunisten zusammenging. Dei her Vorlage über die Verteilung der Baudarlehen ist es gleichfalls nicht nach Wunsch der Soztaldemokoati« gegangen. Die Ursache ihrer Unzufriedenheit liegt in diesem Falle in Den Ausschüssen, die sehr viel Wasser in den sozialdemokratischen Wein gegossen haben sollen. Das Mißfallen der Linken über die Ausschüsse führte schließlich foaar dazu, daß die Sozialdemokraten und zwei Kommunisten gegen die DaudarlehnSvorlage stimmten, als Der OberBürgermeister triefe durch einen geschickten Schachzug zu retten sich bemüht«. ®aß dieses Rettungswerk gelang, der große Daudarlehnsbetrag für die auf die städtische ilntcrftüQung hoffenden Baulustigen gestern also aufrecht erhalten wurde, ist neben Dan schnellen und geschickten Operieren Der Verwaltung nur den bürgerlichen Parteien zu danken. Der Sozial- demokratilchen Fraktion war der kühl abwägende Blick völlig verloren gegangen. • Titznnqsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. Selb, Dr. Frey. Justizrat Dr. Rosenberg, Kommerzienrat K l i n g s p o r und 33 Stohtverordn et«. Sin sozialdemokratischer Antrag. Die sozialdemokratische Foaktion der Stadt- verordn eien - Derlamml ung hat beantragt, .jedem Stadtverordneten die Kosten für DaS Abonnement einer kommunalpolitischen Zeitschrift von der Stadtverwaltung gegen Vorlegung der Quittung zurückzuvergüten." 3n der Begründung wird gesagt, eS sei notwendig, daß jeder Stadtverordnete die Möglich- tcü habe, sich über Fragen Der Kommunalpolitik eingehend zu unterrichten. Diese Quelle des Wissens fei nur in einer kommunalpolitifchen Zeitschrift zu erblicken. D eie tounten die Kosten für den Br^ug einer solchen Zeitschrift aber nicht auS eigenen Mitteln bestreiten, und deshalb fei eS wünschenswert, daß di« Stadt Dtefe Kosten übernehme. DaS Wissen, das nxm aus einer solchen Zeitschrift schöpfe, fomme ja auch her Stadt bei Der Behandlung her Gießener Kommunalcrnae legen heilen wieder zugute. Wie der Berichterstatter deS Finanzausschusses betont, können sich die Stadtverwaltung unh der Finanzausschuß Der Ansicht Der Antragsteller nicht an- schließen. Wie Im Reiche und in Den Ländern die Abgeordneten die Kosten ihrer Information-- qurilen selbst zu bestreiten haben, so müsse DaS auch hier gehalten werden In Offenbach und Mainz seien solche Anträge genehmigt worden, in Worms habe man ein gleiches Ansinnen ab- gelehnt, In Darmstadt sei em solcher Wunsch gar nicht zur Sprache gekommen. Der Finanzausschuß beantragt In ilebereinftimmung mit der Stadtverwaltung, den sozialdemokratischen Antrag obaulebnen. Don dem Sprecher der Sozialdemokratie wird nochmals auf die in Der Begründung des Antrags hervorgehobenen Gesichtspunkte hin- gewiesen und ferner betont, jeder Stadtverordnete 6>nne ja die Zeitschrift halten, die ihm genehm fei. Der Wortführer Der Demokr tten stimmt dem Grundgedanken des Finanzausschusses, daß jeder Stadtverordnete Derartige Kosten selbst zü tragen habe, an sich *u, er meint aber, angesichts Der Geringfügigkeit Der Summe könne man Dem Antrag Der sozialdemokratischen Fraktion zu- stimmen, damit auch diejenigen. Die eine solche Zeitschrift nicht bezahlen können, sie Doch erhielten. In der Abstimmung treten die Sozialdemokraten. Kommunisten und Demokraten für Den Antrag Der sozialdemokratischen Fraktion ein. Die Fraktionen Der Rechten unh hie Verwaltung stimmen Dagegen; ha Die letzteren Die Mehrheit Darstellen. ist der sozialdemokratische Antrag, entsprechend Dem Vorschläge deS Finanzausschusses, abgelehnL Anschaffungen für das Elektrizitätswerk. Eine gatue Reih« von Vorlagen beschäftigt sich mit Abschaffungen für das Elektrizitätswerk bzw. mit Maßnahmen zur Erweiterung DeS elektrischen Leitungsnetzes. Das Haus beschließt: Für die Verlegung von Derteilungsleitungen in der Krofdorfer Straße, Ebelstrahe zwischen Liebig- und Wilhelmstraße. und in Den Eichaärten wird ein Ärehtt in Höhe von 8700 RM. bewilligt. — Diese Straßen sind an daS Elektri- zitätSnetz noch nicht angeschlossen. die Anwohner wünschten aber die Versorgung mit Strom. Der für Den Anschluß Der Druchstraße an das Kabelneh erforderliche Betrag von rund 5000 RM. wird genehmigt. — Bei dieser Gelegenheit wird von einigen Rednern gewünscht, daß man endlich auch an die Verbesserung Der Straßen Verhältnisse in Der Druchstraße heran- gehen solle Der Oberbürgermeister bemerkt dazu bei Der Beratung des Voranschlags werde mar sich eingehender mit dieser Angelegenheit befassen können. Für die Lieferung her vom Elektrizitätswerk benötigten 1200 Kg Kupfer wird ein Strehit von rund 2400 Rm. gutgeheißen Die ßteferung wird der mindestfordernden Firma Felten it. Guilleaume, Carlswerk, übertragen. Der für die Beschaffung von 300 Hol-masten erforderliche Kredit von rund 7200 Rm. wird bereitgestellt. Da- Elektrizitätswerk wird ermächtigt. dem MindestforDernden ben Zuschlag zu erteilen. Für die Lieferung von 600 Roststäben wird ein Kredit von 4320 Rm. bewilligt Die Lieferung Der ©täbe wird her Firma A Eberhard u. Eo. in Köln übertragen. Zu der Erweiterung deS Elektrizität-netzes in Heuchelheim «Errichtung einer neuen TronSfor- matorenflation) soll unser Elektrizitätswerk einen Kostenzuschuh von 2000 RM. übernehmen. Die Stromabnahme in Heuchelheim ist so wesentlich gestiegen, daß diese Reyerweiterung unumgäng- lich notwendig wurde. Zur Voraussetzung für den Ausbau der Anlage wird gemacht, daß hie Zementwarenfabrik Sack u. Jugbardt sich verpflichtet. ihren gesamten Strombedarf auf die Dauer einiger Jahre von dem Elektrizitätswerk unter Ausschluß Der Gigenerzeugung zu beziehen Es wird verlangt, daß Die Fassung .einige Jahre" durch eine ganz präzise Bestimmung ersetzt wird, damit unliebsame Weiterungen von vornherein ausgeschaltet wer dem Beigeordneter Dr. Selb lagt zu, beim Vertragsabschluß werde so verfahren werden, daß die Abnahme de- Stromes vom hiesigen Werk auf eine Reihe von Jahren gesichert fei. Die Vorlage wird genehmigt, die Lieferung des Transformator- wird ben Sie^ menS-Schuckert-Werken übertragen. Für die Auswechselung von Hauptzählem und MchinstrumeTchen wirb ein Betrag von 1200 Mark zur Verfügung gestellt und die Lieferung den SiemenS-Schuckert-Werken übertragen. Der für daS Rechnungsjahr 1924 im Voranschlag des Elektrizitätswerks (Unterhaltung Der Leitungsnetze und der Werkzeuge) Dorgefebenc Kredit wird um 10 000 Mt. erweitert. Sin« Straßenbahn-Vorlage. Die Lieferung der für die Kurve Reue Kaserne— Lärchenwälbchen erforderlichen Schienen wird der „Phönir" A G. für Bergbau und Hüttenbetrieb in DuiSburg übertragen. Der Kredit in Höhe von rund 2250 Mk. wird bewilligt. Ein demokratischer Redner bringt bei dieser Gelegenheit die Strahenbahnwünsche der Bahnhof st raße zur Sprache und fordert, daß dem Verlangen dieser Mitbürger entsprochen wird. Dadewasser » Aufbereitungsanlage deS Schwimmbades im DolkSbab. Zur zeitgemäßen ®eftaltung Der Schwimm- babanlage soll dort eine S n t ke i m u n g S a n- läge eingebaut werden. Damit stets völlig einwandfreies Wasser zur Benutzung vorhanden ist. Für die Verbesserung wird ein Kredit von 14 300 Mark zur Verfügung gestellt. Der Auftrag sollte, nach dem Antrag he-6 Finanzausschusses, Der Firma Damag-Meguin in Berlin erteilt werden, Pa sich jedoch auch ein hiesiger Lieferant ge- FAHRRÄDER Quahtat»rnoeke von WtHrvf Elegante neue Modelle Verkauf durch unfern fahrrad - 3 fein cflör fichtigung der oben ten Momente, de facto Banknoten. 4,194 21,<7 76 01 20 157 21 66 118 11 17 17 M 56 69. c7 113 38 fcl 16 69 75 U.W1 1 17 ’b 61 20 057 21 66 16. 25 17 0 14 34 68-7 112 77 80.76 69 45 Ü 422 6 i7.i ganz toef entlief) unter den Vorkriegsdividenden. Was die Industrieaktien anbelangt, so scheint auch hier das Bestreben obzuwalten, die Divi- dentenerklärung so hoch zu halten, daß ein Parikurs berechtigt ist. Wie weit hier auch die Rücksicht auf dem demnächstigen Kapitalbedarf obgewaltet hat, muh erst die Zukunft erweisen. Richt aus den Qiagen gelassen werden darf auch, daß trotz starker Kapitalermäßigungen eine Reihe von Gesellschaften für das Jahr 1924 ertraglos bleibt. Die Erklärungen der großen Geseblschrlten, deren Olktienkursbewegung für die Gesamthaltung der Börse ausschlaggebend ist. steht noch aus. und man wird gut tun, namentlich auf dem Gebiete der Montan- und der chemischen Industrie seine Erwartungen in dieser Beziehung stark herabzuschrauben. Die schweren Schädigungen des Ruhreinbruches werden sicherlich in den Abschlüssen zum Ausdruck kommen. Die Verfassung des Geldmarktes hat in der Berichtswoche keine großen Aenderungen erfahren. Den nicht großen Mitteln, die zur Verfügung standen, stand auch keine große Rachsrage gegenüber. da bei dem geringen Börsengeschäft für Börsenzwecke keine großen Mittel gebraucht wurden. Dies ändert natürlich nichts an dem weiteren starken Kapitalbedürfnis der Wirtschaft, dem anscheinend die Banken, nachdem ihnen in bezug auf Rediskontierung von feiten der Reichsbank Zugeständnisse gemacht worden sind, mehr Entgegenkommen zu zeigen scheinen. An dem Reichsbankausweis, der eine Entlastung in normalem Maße aufweist, ist interessant das Bestreben der Bank, ihren Goldbestand zu heben. Die Dank verficht, unbefümmert um alle theoretischen Erörterungen, nach wie vor den Standpunkt, daß eint breite Golddecke die beste Gewähr für eine stabile Währung ist. rrtcLOer yar, der die Anlage in gleicher Weise zum selben Preise liefern Ginnte, wird die Beschlußfassung über die Zuteilung des Auftrags heute ausgesetzt. Die Detriebsdeputation soll sich mit dieser Angelegenheit noch einmal beschäftigen, da man unter gleichen Bedingungen natürlich den einheimischen Lieferanten beachtet sehen will. Die zweijährige Handelsschule. Für die zweijährige Handelsschule wird ein städtischer Zuschuß in der gleichen Höhe, wie ihn die Handelskammer gewährt, jedoch von höchstens 1500 Rm. für das Rechnungsjahr 1925 bewilligt. Für die Höhere Handelsschule werden Zuschüsse nicht bewilligt. Erhöhung des Kredits für die Winternothilfe. Der im Voranschlag Rj. 1924 vorgesehene und durch Stadtverordne'.enbefchluß vom 23. Oft 1924 auf 10 000 Rm. erhöhte Kredit wird um weitere 10 000 Rm. auf zusammen 20 000 Rm. erhöht Die Geldmittel lohen den Fürsorgeempfängern in Form von Zuschüssen bei der Beschaffung von Kohlen und Kartoffeln zugute kommen. Verteilung von Baudarlehen. Beigeordneter Dr. Frey berichtet, der für diese Qlngelegcnljeit eingesetzten Sonderkomnns- sion habe eine sehr große Anzahl von Darlehnsgesuchen Vorgelegen. Es seien daraus so viele berücksichtigenswerte Anträge ausgewählt worden, daß der KrÄ>it von 320 000 M7.. der am 22. Dez. v. I. bereitgestellt wurde, nicht au reiche. Es werde deshalb beantragt, diesen Kredit auf 341 000 Mk. zu erhöhen. Sr bitte, dem Antrag zuzust immen und die Verteilung der .Darlehen nach nochmaliger Durchprüfung der QIrrträge so viel wie möglich zu beschleunigen. Hier handle es sich nur um Rahmen Vorschläge. In der Aussprache erklärt der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion, seine Freunde könnten diesem Antrag nicht zustimmen. Die Vorschläge der Eonderkommisfion (für die Verteilung der Darlehen d. D.) hätten die Zustimnrung des Finanzausschusses und der Baudeputation nicht gefunden, es sei also nichts da, worüber man beschließen könne. Er ersuche, die Beschlußfassung zurückzuflellen. Ein demokratischer Redner legt folgenden Antrag vor: „Wenn Beamte von auswärts in den Dienst der Stadt berufen werden, zunächst aber feine Wohnung f heben, so sind sie, wenn ein dringendes dienstliches Interesse vorliegt, bei der Vergebung von Baudarlehen mit Vorzug zu berücksichtigen." Die Sozialdemokratie wendet sich gegen eine solche generelle Festlegung und will derartige Gesuche nur nach Maßgabe einer von Fall zu Fall besonders vorgenom- menen Prüfung behandelt riftffen. Der Antragsteller und der Oberbürgermeister fassen den Antrag nut als Material für die Kommissionsarbeit auf. Im übrigen erklärt der Oberbürgermeister zu dem sozialdemokratischen Standpunkt, daß hier nichts mehr da fet, worüber entschieden werden könne, die Verwaltung lege den Antrag hiermit als den ihrigen vor. Bei der Abstimmung über (diesen Derwaltungsantvag auf Erhöhung des Kredits und die Darlehensverteilung nach nochmaliger Prüfung der Gesuche stimmen die Sozialdemokraten und die Kommunisten gegen die Vorlage, während sie von allen übrigen Parteien .genehmigt wird; ferner wird 'dem demokratischen .Antrag zugestimmt. Kleine Vorlagen. Die Errichtung eines Munitionshauses durch >die Militärbauverwaltung in der 2. Schneise des Stadtwaldes wird genehmigt. Auf QIntrag der Daudeputation wird der freihändige Ankauf verschiedener Gerätschaften von dem Stadtgut Hardthöfe, wie Äühle, ^Tksche, Schränke, Werkzeuge und dergleichen in Löhe von 2000 Mk. gebilligt. r Die durch die Bilanzen des Theaterbau- NereinS nachgewiesenen Fehlbeträge aus den Dpieljahren 1921 22 und 1922/23 mit zusammen 16 174 245 730,08 Papiermark werden auf die Stadtfasse übernommen. 3m übrigen werden verschiedene Schankfon- zessioriSgesuche und mehrere Dausachen antragsgemäß erledigt. An die öffentliche Sitzung schlleßt sich eine nichtöffentliche Beratung an. * Kapitalserhöhung bei der Ha- Pag. Die o. HV. der Hamburg-Amerika-Linie, die am 28. d. Ms. über den bereits mitge- teilten Jahresabschluß beschließen wird, soll außerdem über eine Erhöhung des Aktienkapitals um 10 Mill. Rm. beraten. Das Aktienkapital, das sich jetzt auf 54 Mill. Rm. Stamm» und 1,1 Mill. Rm. Vorzugsaktien beläuft, soll durch Ausgabe von 333 333 Stück Inhaberaktien zu je 300 Rm. und einer Inhaberstammaktie zu 100 Rm. erhöht werden. Die Bedingungen der Ausgabe der neuen Aktien sollen dem Aufsichtsrat und Vorstand überlassen bleiben. Die Mittel, die durch die Kapitalserhöhung einkommen werden, sollen in erster Linie zur Deckung der Kosten für das dritte Schiff vom „Dallin"-Typ von etwa 22 000 Registertonnen dienen. Daneben befindet sich zur Zeit für die Gesellschaft das Motorschiff „Friedland" mit 6 500 Brutto- regiflertonncn im Dau. Hamburg - Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft, Hamburg. Im Geschäftsjahr 1924 erzielte die Gesellschaft einen Reingewinn von 1692 922 Mk., aus dem eine Dividende von 8 Prozent mit 1,6 Mill. Rm, Tantieme für Aufsichtsrat und Vorstand mit 89 292 Rm. verteilt und der Rest vorgetragen werden soll. Aus der Vermögens- Übersicht sind unter den Aktiven zu erwähnen: Dampferflotte, Reubauten usw. mit 34,474 Mill. Rm., Beteiligungen mit 4,226 Mill. Arn., Bankguthaben mit 4,157 Mill. Rm. und Debitoren mit 1,749 Rm, denen unter Passiven unerledigte Konten mit 11,858 Mill. Rm und Kreditoren mit 5,606 Mill. Rm gegen üb er stehen. * Philipp Holzmann A-G., Frankfurt a. M. Die Rheinische Dahngesellschaft hat der Firma Philipp Holzmann A.-G. in Frankfurt a. M. einen Teil der Arbeiten für dte bevorstehende Verbreiterung der Rheinbrücke übertragen. Der Auftrag beträgt ungefähr eine Million Reichsmark. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. ($n Biatonen Mark au-gedruckt. Bnenoß-ÄlreS, London, Neu- York, Japan, Rio de Janeiro fiir eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein Veiten, alles übrige für 100 Ei.iheiteo.) Telegraphische Auszahlung. | enöenauÄTQuittungen die größten Anstrengungen zu machen. Soweit hier bisher Dividendenerklärungen veröffentlicht sind, weichen sie im Durchschnitt nicht viel von denen be8 letzten Vor- kriegsjahres ab; sie liegen also, unter Berück- Bcrlin, 13 März. Amerikanische Not« . . . . . belgische Noten ...... Täniicho Noten Englische Noten ...... Französische Note« ...... Holländische Noten ..... 0t lienische Noten Norwegische Noten D'Utsch-Desterr,»100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Notes .. Ungarische Noten . . , Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Obwohl die Borsenlage nach wie vor alles andere denn einer Aufwärtsbewegung günstig ist, hat die Börse doch in der vergangenen Woche einige Anregung erhalten, und zwar durch Momente, die in Vorkriegszeiten für die ganze Dörsenstimmung ausschlaggebend 'waren. Wir kommen jetzt in die Zett der Dividendenerklärun- gen, und einige dieser Erklärungen lassen der Vermutung Raum, daß das Geschäftsjahr 1924 für manche Industriezweige doch nicht so schlecht gewesen ist, wie es den Anschein hatte. Allerdings sind bei einem Vergleich der jetzt zur Ausschüttung gelangenden Dividenden von 1924 mit den Dividenden des letzten Vorkriegsjahres zwei Dinge zu berücksichtigen. Einmal haben die Gesellschaften bei der Goldmarkumstellung sicherlich zum Teil ganze Arbeit gemacht, die einer Sanierung verteufelt ähnlich sah. Sie brauchen daher vielfach jetzt nur ein kleineres Kapital zu verzinsen, bei vielleicht sogar größerer Produltionsmöglichkeit. Zum anderen ist auf den veränderten Zinssatz Rücksicht zu nehmen, namentlich wenn man gleichzeitig mit den Dividenden die Vorkriegslurse und die heutigen vergleicht. Wenn man in der Vorkriegszeit einen Parikurs bei e ner Dividende von etwa 4 bis 5 Prozent für berechtigt hielt, so muß man diesen Dioidendensatz heute schon verdoppeln, um die Berechtigung des Parikurses au begründen. Bei der Betrachtung der Dividenden der Banken, die ja naturgemäß am frühesten ihren Abschluß vorlegen, sind dann weiter noch die Prestigegründe zu berücksichtigen, die die Banken leicht veranlassen, in bezug auf i ?. März 13 Marz vmllich« IZotlernni Wut »ui 10 T t « ■# <' eio i-AIO Amll.-Rotl. 167.59 168.01 167.7t 1*8,06 ' Burn. AireS 1.656 1.660 1,656 1 660 Brff.Anlw 21. 0 21 26 21 22 21 28 Cbristiania. 64 22 64 39 64 4 2 M 48 Aop-ndaa-n 75 61 113 08 75 76 75, Mi 76,01 Stockholm . 113 35 113,94 113,32 HeiünaforS 10,565 10 610 10 558 10,598 (ilolien. . 17. bi 17 28 17 02 17 14 London. . . 20,037 20.087 20,095 20 14' ‘.’ienwt . . 4,195 4.207 4,195 4/>0i Neris. . . 21 63 21 69 21,58 21 64 Schweiz . 60,7$ 80 9» 80 9t M 11 toöo len . L'J 8 69,« 69 58 69,72 Japan . . . •Nlo de Ian 1 708 1.712 1.711 1,717 0.462 6,464 0,462 0,404 Wien In D-- Cf ft. abgest 59,12 59,26 69.10» 69,244 Prag .... 12 4 > 12,49 12.452 12, >92 Bell red . . 6 74 6.76 ‘ 74 6 76 Budapest. . Bul arten 6 7'.'8 6.818 6.815 6,835 1-.05', t.Cßi C .06 20. 75 8,07 i'llabon 20 075 20 1-5 20,125 Danzig. . . - Athen. . . 6.34 ' 36 6,34 6,86 Börsenkurse. ftrnn'hrfft M f,rrni Lchluh. Damm: 13 3 24 ! 14 62 66 80 1,12 in fester Haltung. öit&ant 1,98, Reichsbank 150, 12,12, Rhei- S6.50 i 43 2> 3,55 90,75 3,9 Hol.mann 6,10, Gebr. Iunghans nisches Metall 70. 117; 1,98 ' 9 :i; 0,115 ! 18 25 11 75 78 86 ' 144.25 18 75 >3 1 7,2 12 . 63 10 56 50 43.5 3.55 90 50 3.90 30 73 62 26.25 27 1 8 4 17 5 113 11 90 18 50 90 65 76 3 95 5 9 3,4 9 1 12 2,3 3.9 2,75 10 29 63 0,49 3 25.50 6 5 8 20 17.75 H3 <1 9) 18.50 89 7. 66 78 3 95 I 5 95 , 3 4 1 9! 0,68 | 1 16 : 135 2.3 I 2.75 ! 2 25 4 61; 3 40 । ' 700 0,900 0. 75 1 1.55 0.45 1, 5 ,10 1.20 1.02 «4 75 91 80 10,2« 39 160 6 25 13 5 131 0 39 Mitteldeutsche ©re» Oesterrrichische Kre- ditccktien 9,60. Montanaktien: Buderur 18.25, M.nsfel^er 4,65, Oberbedarf 12,50, Phönix 63.37, Tellus 3,55, Kali AscherSleben 18,75. Kali Westeregeln 23,12. Chemische Aktien: Anilin Derlin 26.75, Dadische Anilin 30. chemische Griesheim 26.25, Scheideanstalt 143 Elberfelder Farben 27. Goldschmidt 23,62, Höchster F irben 27.10, 5,90 8.9 w 6 118.5 14 ,5 114 5 30 26 40 17,40 Lcheideanstalt S0o. ElekkrtzttStt-Gesellscha! Bergmann ......... Mo inkraftwerke....... Schmiert . . Siemens 1 Halske Lldlcrwerle Kleyer . . . . . Z'aimlfr Motoren. * * « « * Henligenftaedt " CQufn............ Motorenwerke Mannheim frankfurter Slrmaiureo . .Konservenfabrik Braun . . Metaslgcselr chast Frankfurt Per Union AG. .... edn?hiabdt Hrr; . . ... Sichel........... . XfllftO'’ ®QlDb0f ...... Sudcrfebrtf Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel . . 11 80 18,4 65,5 75 75 3.9 5,9 | 8 9 105 Holzverkohlung 8, 0 Ele.troaktien: AEG 11,90, Ächt und Kraft 7,30. Sonstige Industrieaktien: Kleyer 3.95. Aschaffenburger Zellstoff 107.50, Zement Heidelberg 92, Deutsche Erdöl 60,50, Dhckerhoff 4.60, Heddernheimer Kupfer 9.70, gingen im freien Derkehr zu 0,700 bis 0,695 bis 0.6971/, um. Die Dorfe schloß ruhig und 'm miet Deutsche Anleihen: 31 '«pro- ger.ttge Preußische Konsols 1075. Ausländische 5*/- Trofffl)f 9trffl)5anTefbt 4®/n Deutsche Reichsaulcihe 3V,°/° Deutsche N.-ich.aiileide 3°/ Deutsche Reichs mleiv« Deutsche Svaroramicnan leihe 4% Preußische KonsolS . . . 4°e Hessen........... 3Ve0/n Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Werth. Dollar-Snl. bto. Doll Schatz-Lmreting..) 4e/o Zolltürken ...... 5°/e Äolbmerikaner ..... Berliner HondelHyesellschaft. Commer»- und Pnoat-Bank Darmst. und Na.ionalvaot . Deutsche Bank....... . Dcuischc BercmSbank . . . . TiScomo Commandit . . . . Mctalldank........... «Miueldcursche Crcditbank. . Crffc.rcidjifae ferebttanflaÜ- Wesrdmik........... Bochumer Saß ........ Buder. S «... Karo ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Harpencr Bergbau .halnverkc AschcrSleben. . . . flalnuerf Westeregeln Laurohutte........ Lberbcdarf Plionir Bergb« Rheinnabl • . . . Rirbeck Montan ..... Tellus Bergbau Hamburg Amerika Pakei. . . Norddeutscher Llopo Cheramischc Werke Albi« . . Zemei nverk Heidelberg . . . Pbilipp Hnlzmann...... AngloCont-Guano . . . . Badische Anilin Chemische Mayer Alapd, .. Goldi-bmid« . . ....... GrieS eimer Electron . . . Höchster Farbwerke...... Hotzverkohlung NülgerSmrrke 12. 3. 6 <5 0.8'0 0 880 1 14 0,48 0.97 1 05 1.0 0,9. M.7 “1 65 9 8 45.5 160.5 F 12 13 50 130 124 2 1 25 0,225 87 18,5 11.B 78 13 >6,9 43,5 18,75 .2.6 7,4 11 13 62,5 'S <3,25 Derliner Börse. (Eigener Drahtbertcht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 13. Marz. Nachdem ge lern in der Hauptsache Positionstechnische Gründe eine allgemeine Befestigung des KurSniveaus ausübten und einen bevorzugten Markt gezeitigt hatten, trat heute bei Beginn der Börse unter umgekehrter Wi hing der gleichen Ursache allgemein eine leichte Abschwächung ein. Die Spekulation hat gestern anscheinend große Baisse- Posttionen eingedeckt und zeigte sich heute zur Vermeidung von weiteren größeren Kursaufschlägen angesichts der vorhandenen Materialknappheit wie'er zurückhaltend. Bei den Banken waren auch heute nur sehr geringe Kauf- orders ringel tu en, die aber keine D:l.bu ig deS Geschäftes Aeftjgen konnten. Eine Ausnahme von dieser ve stimmten Tendenzbewegung machten bei Eröffnung Schiffahrtswerte, vn denen Hapag mit 93,5 Prozent gesucht waren. Es handelt sich hierbei aber wahrscheinlich um ein Eingrellen des Emisfions-H uses der Hapag, das schon gestern zur Stützung des Kurses mit Rücksicht auf die bevorstehende Regulierung als Käufer auftrat. Am Montanmarkt verstärkte der bisherige Verlauf der Verhandlungen zur Wetterführung der Rohstcllllgemeiiscbaff die nach wie vor inner- I 9 40 I 0 225 ! 86,6i , '8 20 ; 11 4 77.62 1 6 .5 i142 90 i 18 62 .2 90 7, 5 11 90 62 5> 56 -0 42,75 Frankfurter Abenbbörse. Frankfurt a. M, 13. März. Die im Verlaufe der heutigen Schlußbörse hervorgeire- tene freundlichere Strömung übertrug sich auch auf den Abendverkehr und führte zu neuen leichten Kurssteige ungen. Größeres Geschäft konnte aber nicht zustandekommen, da eine weitgehende Zurückhaltung hemmend wirkte. Immerhin teuren einzelne Werte, namentlich Chemie- ccktien weiter gesucht und etwas lebhafter im Geschäft. Für die anderen Märkte trat nennenswertes Interesse nicht zutage. Die lebhafte Rachfrage für heimische Anleihen ist bereits wieder stark abgeslliut. 5prozentige Reichsanleihen B. 3. 0 710 0lT 1.025 0.46" 1 062 1 .15 .20 1 03 94.7.5 yi 50 10 5 ( 38.25 I i oi 6 12 | 13 .5 ! 13 .75 0,3'1 ! Das neue Modell K24 der Komet-Freilaufnabe Ist die letzte Errungenschaft der Fahrradtechnik. KelnRad sollte ohne diesesPräzIslonsstück sein Es ist ein Jammer, bah Kinder keine Husieninebtstn nebmen wollen. 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Am Geldmarkt ist eine weitere Ermäßigung der Zinssätze eingetreten, da Material reichlich angeboten und nicht in gleichem Maße nachgefragt wird. Tägliches Geld 9'/s bis 101/» Prozent. Monatsgeld 10 bis 12 Prozent. Privatdiskont 8 Pr zent Am internationalen Devisenmarkt lagen heute vormittag Poris und Rom erneut schwächer, während sich das cngllsche Pfund leicht befestigen tonnte. Frankfurter ^etr- T'c&orle. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) F r a n k f u r t a. M., 13 März Es tour en notiert: Weizen 21 bis 25. Roggen, ialänd. 21 bis 24, Haser, inländ. 17,50 bis 22,75. Mais, gelb 21,50 bis 21,75, Weize. me'f l,"'inländifches. Spezial 0. 41 bis 43. R-ggenmehl 34,50 bis 37.50, Weizercklcie 13,25 bis 13 50, Roggenlleie 14.25 bis 14,75. Tendenz: Schwach, Futtermittel preishaltend. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. März. Der Produktenmarkt war schwach, infolge anhaltender Rückgänge in Amerika. Später kam es aber wieder zu einer leichten Erholung. Gerste und Hafer ist still geblieben. Mehl und Futterartikel wenig beachtet. Es notierten per 1003 Kg.: Weizen, märt 252 bis 255, do. April 285 bis 286,50, do. Juli. 285,50 bis 287. Tendenz: Leicht. Roggen, märf. 241 bis 243, do. Juli 243 bis 249,50. Tendenz: Leicht. Gerste, märt 241 bis 254, Futtergerste 215 bis 228. Tendenz: Matt. Hafer, märt 188 bis 192, do. Juli 194. Tendenz: Leicht Mais (loko Berlin) 214, do. Mai 183 bis 182,50. Tendenz: Leicht. Raps 395 bis 400. Tendmz: Behauptet. Cs notierten per 100 Kg.: Weizenmehl 34 bis 36,25. Tendenz. Leicht. Roggenmehl 33 bis 35,50. Tendenz: Leicht. Weizenllrie 14. Tendenz: Still. Roggenkleie 14.20 bis 14,40. Tendenz: Fester. Viktoriaerbsen 26 bis 30, kleine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 18,50 bis 20, Lupinen, blau 12,25 bis 13,50, do. gelb 14,50 14,60, Serradelle neu 14,25 bis 16.50, Rapskuchen 16,50 bis 17, Leinkuchen 22 bis 22,50, Trocken- schnitzel 9,60 bis 9,70, Torfmelasse 9,20 bis 9,30, Kartoffelstöcken 19,20 bis 19,40. Slempelwerk FranklUrl-M-SUd j Tabletten WzSiL in allen Apotheken u. KST AMi Drogerien ertälflt» für Hänger, Hportsjeute, Raucher Geschäftliches. Die natürlichen Pstanzenkräfte im Ungarischen Wasser Faßhauer kräftigen Verven und Körper und heilen Migräne, Ischias und Rheuma, ^‘ss Auskunft: Unio.-Apotheke zum goldenen Engel. gmpfti la Gc Zivil Hs»«“1 Zur »in sm toiei 51 1 Dfliir Wulö ßlj]l30l sowie an JuM Mito Ä« 5iM W w w empfiehlt ir unb zu äuh Samenhi Bahnhosstra 2 «rw: un smirAeh st« «um Düngen it( §ürl ;e Sttahe 59. .KOMET. Freilauf Ist der Beste Sei doch nicht MÖd, Fahre »Komet«! 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H(ch4luchrn L 22.50, Trocken- rsse 9.20 bis 9,30, iO. örst hüt Wij’F b-LS > u öetK' doch n der nach um. *r Ö®0« «M’Ä » 12 « L'b- b »rfe. Ä’«»* ‘. «Mjanje In Ä «“ «« .p®« 'K ftto '^venig be- «JÄJ. bo. M Koggen, märt et-Freiliutnat» Fahrradtechnik. Islonsstück setn furt-M-Stld Lablellen kin«fay«2Si [Orcynte rtW ile, «wchll es. äste imllnganscha erven und Äörp« iö Aheuma. « goldenen Sngrs: aus der man sich 6 Teller gute, kräftige Suppe herstellt, kauft, legt sein Geld gut an. — Richtig! ■7 <______. tMumenkohl GeHnkem, Krtb» OAmu- 7 horten Suppen. Fik Tomaten. Zp«r»cl. Wer heutzutage sein Geld ausgibt, will etwas Gutes und Preiswertes dafür haben. — Richtig I Wer eine Soflilotioflelii frühe und spate Sorten la. sgellelottolleln empfiehlt 24480 H. 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Gewiß ist nicht absolut bindend, was jetzt in Daris feftgelegt worden ist, aber es legt die Verhandlungen doch weiterhin fest Und ohne auf die Einzelheiten einzugehen. muh immer wieder betont werden, daß diese Verhandlungen ohne Grundlage und ohne Prinzip geführt werden Es hat keinen rechten Sinn, diele Einzelbesprechungen zu pflegen, da die handelspolitische Rüstung noch nicht fettig und da ist. Daran muh mit aller Kraft gearbeitet werden. Der Kamps um die grundsätzlichen Fragen auf diesem Gebiet muh durchgefochten werden, und für die Wirtschaft ist es natürlich um so wertvoller, je früher die Entscheidungen fallen und je eher sie sich auf die neuen Verhältnisse einstellen kann. Aber im Augenblick hat sich alles mit der SicherheitSsragezu beschäftigen Die wenig übersichtlichen und verworrenen Verhandlungen und Erörterungen über dieses Thema werden jetzt etwa- klarer. Die großen Linien heben sich ab. In denen auf der anderen Seite eine Einigung wenigstens gesucht wird. Das kommt daher, daß die englische Politik nun allmählich größere Klarheit gewonnen hat. Sie hatte längst erkannt. gibt aber jetzt vor der Oeffentlichkeit, in den Ministerreden und in. den Zeitungen zu. dah die SicherheitSsrage nicht nur die französische Sorge vor angeblicher deutscher Gefahr ist. wobei Frankreich eben Englands Beistand haben müsse, sondern dah die Sicherheitsfrage zugleich und vielmehr ist eine Frage der Sicherheit für — England. Endlich zieht man in der englischen Oeffentlichkeit die Schlußfolgerungen aus dem Kriege und seinen Rüstungen und Mitteln, dah England den Charakter als 3 n f e I verloren hat. Mit aller Offenheit hat sich Chamberlain in seiner Rede vom 6 März dahin ausgesprochen, und wenn England für sich Sicherbeit sucht oder fordert, von wem kann die Bedrohung unter den heutigen Verhältnissen denn auSgehen? Doch nur von Frankreich! Ein Bündnis mit Frankreich und eine M li» tärfonoention lehnt die englische Politik und Oeffentlichkeit ab. Dor allem die großen Kolonien wollen das in keiner Weise. Will man die Sicherheit in dem bezeichneten weiteren Sinne, so bleibt nichts anderes übrig, als den Weg zu gehen, den Chamberlain eben beschreitet, nämlich den Versuch eines Garantiepaktes zwischen Frankreich und England zu machen, dem Deutschland beitritt, und dem sich 3talien und Belgien anschließen timnen Lord Dreh hatte daS Verdienst, in seiner Rede hervorzuhek^n, dah dafür absolut entscheidend sei, Deutschland auf einem Fuße a l S gleichberechtigte Macht zu behandeln und so die Sicherheit Frankreichs vor Deutschland und Deutschlands vor Frankreich gleichmäßig zu gewährleisten. TDenn überhaupt aus dieser Erörterung etwaS herauSkommen kann, so ist unzweifelhaft daS der Ausgangspunkt. AuS dem Worte Gleichberechtigung ergeben sich auch die Schlußfolgerungen für die Rutsche Politik ganz von selbst. Fest steht, daß diese englischen Erwägungen ausschließlich den Westen betreffen. Eine Garantie der deutschen Ost grenze in einem solchen Pakt lehnt England durchaus und unerschütterlich ab. Das ist nun der springende Punkt in den Verhandlungen zwischen Herriot und Chamberlain. Das ist der Hintergrund der Besprechungen in Genf. Will und kann Frankreich ein positives Angebot Englands, wie es jetzt doch sehr ernst vorliegt, ablehnen? DaS ist die Zwangslage Herriots; wir werden sehen, auf welchem Wege er sich herauswindet. Kreuzworträtsel. 36 .37 J5 31 II .6 Z8 15 17 13 I 38 II 40 29 27 ! ES bedeuten di« Wörter von links nach rechtS: 1. Moderner Bühnendichter. 2 Durchsichtige Masse. 3. Zweckloses Geschehen. 4. Gebäude. 5. Erdteil, 6 Deutscher Golt. 7. Deutscher Dichter. 8. Weibl. Vorname. 9. Schauspielerin. 10. Technische Erfindung. 11. Inhalt des Vogelnestes, 12. Gesellschaftlicher Begriff, 13. Männl. Vorname. 14. Grasland. 15. Harne des TodeS, 16. Anredeform. 17. Wärmebezeichnung, 18 Antikes Gebäude, 19. Spülwasser, 20. Futtterpflanze, von oben nach unten: 21. Edler Stein, 22. Fluß im Elsaß. 23. Wertung. 24. Lieberlebende Gattin. 25. Metallische Quecksilberverbindung. 26. Türkischer Landesteil, 27. Gefühlszustand, 28. Planet, 29. Operation, 30. Körperteil, 31 Anrede, 32. Männl. Vorname. 33. Quantitätsbezeichnung. 34. Untere Zwinge an der Säbelscheide. 35. Gruppe. 36 Militärische Formation. 37. Grdsch cht, 38 Leitender Eisenbahnoeamter. 39. Dogelart, 40. Erfinder. 41. Haarbehandlung. Rätsel. Zweisilbig. 3n meiner ersten waltet würdig die zweite. Lind durch die Lüste fliegt froh das Ganze dahin. Viersilbig. 3n der Musik die ersten beiden ein Tempo, Die letzten ein Mädchenname, durch Goethe bekannt und berühmt. Das Ganze ein glorreicher Sieg aus dem Kriege, da Sieger wir waren. Als wir das prahlende Frankreich zu unsren Füßen geseh'n. Rätsel-Ecke. Ttlben'Rätsel. a a an at bä berg brand chat che da de der die dol duld e ei ge ge gel gra hil kan le larb mie mis na nan ne ne o or ra ral saS len fen ta te tel to trich trc. AuS obigen 44 Silben sind 18 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten und Endbuchstaben von unten nach oben gelesen ein zeitgemäßes Zitat auS Goethes F .ust ergeben. Die Worte bedeuten: 1. Re enf.uß des Mississippi, 2. Pflanze. 3. militärischen Rang, 4. Musikinstrument. 5. Geliebte des Zeus, 6. männlichen Vornamen, 7. Mu'e. 8. Held der deutschen Sage. 9. Halbedelstein. 10. Stadt in Deutschland. 11. Rordpol orscher, 12. Geschoß, 13. Gebirge. 14. Kirchenltederdichter, 15. scholastischen Philosophen des 11. Jahrhunderts, 16. Wissenschaft. 17. Tugend. 18. Zahnwasser. Zttateti-Rätsel. 1. Herz, mein Herz, was soll das geben; (Goethe). 2. Ein unnütz Leben ist ein früher Tod; (Goethe). 3. Beim Hammer ist viel 3ammet, (Abraham ä Santa Clara). 4. DaS war kein Heldenstück. Oktavio; (Schiller). 5. Denn er ist der einzige seiner Art. (Lessing). 6. Unrecht Gut gedeiht nicht; (Sprüche Salomonis). 7. DeS Menschen Zierat ist der Hut, (Schiller). 8. Unbillig ist es, ohne Grund den schlechten Mann für redllch achten, lSophokles). Jedem der vorstehenden Zitate ist ein Wort zu entnehmen. Diese ergeben zusammen wieder ein Zitat aus Schillers Maria Stuart. Auflösungen. Diamant-Aufgabe. R K u s n g u K P u m 2 Literarisches Rätsel. Pantalon. H k ite, Isolani, ßeicefter, Orstna, Talbot. Alba, Liebel' .P h i l o t a d“. Silbenrätsel. 1. Tadel. 2. Oboe. 3. Dattel. 4 Ebro. 5 Steuer. 6. Baden. 7. Lotto. 8. Uljen, 9 Trikot. 10. Eleu, 11. Intrige, 12. Sperling. 13. Truhe. 14. Delphin, 15. Amboß. 16. Gusanna. 17. Luna, 18. Ehe, 19. Bibel. 20. Eleve. 21. Reisen .Todesblüte ift bad Leben, Gebend - blüte ist derTo d." Graf Löben. Zahlenrätsel. Mimik. Oktroi. Rom, Isis, Torte. Zwei, Morse, Otto. Sims. Ziinmet, Krim, Osiris, Worms, Sylomore, Kirmes, Dock: Moritz Moszkowsky. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Der temperamentvolle Feuilletonchet einer Zeitung bekommt eines Tages ein Gedicht zu- gesandt mit dem Titel .Weshalb lebe ich?" Er liest es und sendet es mit folgender Antwort zurück: .Weil Sie so vorsichtig waren, mit Ihre Verse mit der Post zu schicken.' Ein vor Jahren in Berlin bekannter Theater» kritiker wurde beschuldigt, eine Kritik wörtlich abgcschrieben zu haben. Die Angel.genheit war für ihn so peinlich, daß er sich eine Zeitlang nirgends sehen lieh. — Ein Herr sagt < zu Blumenthal: .Wo ist eigentlich der 3L. den sieht man doch gar nicht mehr?" B. antwortet. .Das wissen Sie nicht? — Der ist in London — schreibt den Hamlet I" — Gespräch. „Hast du einen guten Platz, Liebchen?" — 3a. — »Ist dein Rückenkissen auch recht weich?" — 3a." — .Und zieht'- nicht da, wo du sitzest T* — .Rein, Geliebter." — .So — dann laß und mal den Platz wechseln." — Stilblüte: ... Zu seinem großen Schmerze starb Schmidt auf seiner Erholungsreise in die Schweiz, die er zur Kräftigung seiner Gesundheit unternommen hatte. — Die Sachkundige. Da» jungverheiratete Frauchen geht einkaufen und will dem Händler trotz ihrer Jugend imponieren .Warum sind die Eier eigentlich so furchtbar klein?" fragt sie mißbilligend. .3ch bekomme sie nun mal nicht ?-öfter vom Lande." antwortet der Händler, .sie ommen jeden Morgen ganz frisch. .DaS ist eben das Unrecht von den Bauern," erwidert unsere Kennerin. .Sie haben ed so eilig damit, ihre Eier zu verkaufen, daß sie sie immer zu früh aus dem Rest nehmens" Bei Professors Sic: „Steh nur, heut nacht ist Schnee ge» fallen!" Er: .Da muh ich aut geschlafen haben, den» ich habe nichts gehört!" In diesen ganzen Verhandlungen hat Deutschland mit eigener Initiative eingegriffen. Die Aktion hat sich sehr im geheimen vollzogen, und begreiflich genug ist die Beunruhigung, die weithin in Den nationalen Kreisen darüber entstanden ist Hier steht sehr vieles aus dem Spiel. Hier kann unendlich viel verdorben werden, und mtl deutschen Angeboten haben wir oft genug sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Richtig ist, wenn Deutschland sich in diese Sicherheitsdiskussion einschaltet Es kann nicht daneben stehen, wenn, wie es den Anschein hat, alles auf eine große internationale Konferenz wieder hindrängt, in der über diese Dinge entschieden wird, und die dann die Bedeutung einer neuen Londoner Konferenz erhalten könnte Insoweit ist es richtig, wenn die deutsche Politik aktiv vorgeht. Falsch wäre es aber und sehr gefährlich, wenn damit bereits bestimmte Angebote, formulierte Vorschläge verbunden würden Etwa in dem Sinne, daß Deutschland einen West- garantiepakt mitmachen und im Osten den Ausweg tn einem Schiedsgerichtsvertrag suchen wollte. Falsch und gefährlich wäre ein solcher Weg! 3n der Anregung der deutschen Regierung, die Chamberlain und auch die französische Presse als .Vorschläge" ober Angebote" bezeichnet haben, sind positive und konkrete Vorschläge nicht enthalten, sondern nur der Standpunkt Deutschland» grundsätzlich bezeichnet Sine sehr aroße und sehr verwickelte Aufgabe ist damit heraufgezogen Sie erfordert ganz kühle Erwägung und eine Ueberfkftt über die große Weltpolitik, wie kaum je zuvor. Denn selbstverständlich kann Deutschland seine Entschließungen ohne den Blick auf Rußland und Amerika nicht fassen Und das A und O der ganzen Sache ist, wenn überhaupt etwas heraus- »mmen soll, daß die andere Seite Deutschland als gleichberechtigte Macht, als m i t - bestimmenden Faktor behandeln muß. Zugeständnisse, die gefordert werden, müssen freiwillig und auf beiden, auf allen Seiten gleichwertig gemacht werden. Will man Deutschland an diesen Fragen beteiligen (und wenn im englischen Sinne etwas HerauSkommen soll, ist daS ohne Deutschland nicht denkbar), so m u ß man den deutschen Lebensnotwendigkeiten und LebcnSinteressen Rechnung tragen. Will man Deutschland nicht als gleichberechtigte Macht behandeln, so schließe man gleich von vornherein die Akten. Mit Skepsis und Zurückhaltung, aber mit wachsamen Augen und ftar über das. was niemals zugestanden werden kann, hat die deutsche Politik ihren schwierigen Weg zu gehen. ES liegt auf der Hand, daß auch deshalb dringend notwendig ist die Rückkehr zur sachlichen Arbeit, daß möglichst bald die durch den Tod des Reichspräsidenten entstandene Lücke wieder ausgefüllt wird Die nächsten Wochen fordern in der Außenpolitik Konzentration, Sammlung Entschlußkraft, und fie fordern deshalb, dah Re- fjerung und Parteien sich eindringlicher unb tärfer mit diesen gewaltigen außenpolitischen Fragen, die in der Forderung der Sicherheit beschlossen sind und zur Entscheidung bränaen beschäftigen und beschäftigen können ald bishert Der Zinnsoldat. Während der Wesse hat in Leipzig im Allen Rathaus, in dem die Völkerschlacht mit über taufend Zinnfiguren plastisch festgehalten ist, eine Ausstellung von Zinnsoldaten Leipziger Sammler stattgefunden. Da sich in Leipzig eine der größten und wertvollsten Sammlungen befindet, Die es auf diesem Gebiete gibt, die bed Herrn Hofrats A. K 1 a m r o t h , so ist die Ausstellung ein Ereignis zu nennen, das auch über einen engeren Rahmen hinaus Bedeutung hat. Dor kurzer Zeit erschien im Verlag Herbert Stubenrauch (Berlin) ein Buch von Theodor H a m p e , dem Leiter des Germanischen Museums in Rürnberg, ..Der Zinnsoldat, ein deutsches Spielzeug", als erster Band der „Heinen volkskundlichen Bücherei". Das Buch ist geeignet, einen fast vollständigen Lieberblick über den gegenwärtigen Stand der Kenntnis von Art und Entwicklung der Zinnfigurenfabri.'a:ion zu geben. Das reiche Bildmaterial stammt zu wesentlichen Teilen aus den Sammlungen des Hofrats Klamroth (Leipzig), aus dem Germanischen Museum in Rürnberg, aus dem Belitz des Zinn igurenfabri anten Ernst Heinrich 1 en (Rürnberg) und Otto Glaser (Probstheida». Das Buch ist auch insofern zu begrüßen, als es einen entschiedenen Vorstoß auf ein von der volkskundlichen Forschung bisher stark vernau)- lässigtes Gebiet unternimmt. Die Scharen hübsch bemalter Bogenschützen und Speerkämpfer aus Holz, die sich in alt» ägyptischen Gräbern gefunden ft oben, können allerdings noch nicht als Kinderspielzeug an- gesprochen werden, sondern sie wurden dem Toten als eine Leibwache mitgegeben, die im Jenseits mit ihm zusammen zu neuem Leben erwachen sollte. Doch läßt sich der Charakter des Spielzeugs bei einigen urgeschichtlichen Funden vermuten, so z.D. dem bei Rosegg in Kärnten ausgegrabenen primitiven Rett^rlein der Hallstallperiode und einigen anderen vorgeschichtlichen Bleifiguren, z. D. den sog. „Schardana", kleinen Kriegerfiguren aus Bronze, die auf Sardinien und in Italien aus vorchristlicher Zeit gefunden wurden. Solche kleine Statuetten aus Blei, Zinn und Bronze find nn griechischen und römischen Altertum in nicht unbeträchtlicher Zahl gefunden worden, und es ist durchaus glaubhaft, dah die antiken Kinder mit solchen Figürchen gespielt haben. Im Mittelaller mehren sich dann berartige Beispiele Für das Spielen der Kinder mit Soldaten zeugen auch Abbildungen, wie die berühmte Darstellung aus dem „Hortus belidarum“ der Aebtilsin Herrgd von Landsberg, und die geharnischten Reiter, mit denen auf einem Holzschnitt Burgmaiers Kaiser Maximilian als K.nd ein Turnier aufführt. Ob die kleinen Schiffe mit ihren vielen menschlichen Figürchen, die uns als künslliche Goldschmiedcarbeiten erhalten sind, den Kindern als Spielzeug dienten, ist fraglich. Die erste urkundliche Rachricht über eine wenn auch noch bescheidene Zinnfpiclfiguren- Industrie ist uns aus R ü r n b e r g für d s Jahr 1578 bezeugt; die Geschmeidegießer erhielten hier das Recht, auch „zinnernes Kinderwerk, da ein Stück über 10 oder 12 Pfennig nit wert ist", herzustellen. Das fünfte- und erfindungsreiche Rürnberg mit seiner Fülle betriebsamer Handwerker war ja besonders dazu geeignet, auch die Spielzeugindustrie auszugestalten. Köstliche, mit größter Sorgfalt gearbeitete Figuren dieser Art sind verschiedentlich von reichen Fürsten bestellt worden. Den eigentlichen Anstoß zur Entwicklung der Industrie gab aber der französische Hof. Der nachmalige Ludwig XIII. erhielt als dreijähriger Knabe 1604 „eine kleine Kutsche voll von Puppen" geschenkt, und später besaß er ganze Schwadronen von Bleisoldaten, die er'ten in g ö- ftcrer Anzahl hergestellten Spielsoldaten, von denen wir wissen. Don diesen ersten richtigen Spielsoldaten, mit denen sich der kleine Herrscher vergnügte, ist ein Stück bet ©ra- bungdarbeiten in Paris ans Acht gekommen; ed ist ein etwa 7 Zentimeter hoher, auf einem Rundsockel stehender Musketier in der Uniform Ludwigs XIII. Für Den kleinen Sohn Ludwigs xIV. wurden bann noch viel kostbarere Spielsoldaten aus Silber von dem berühmten Rürnberger Mechaniker Hans H a u t s ch berge» stellt, und zwar machte kein geringerer als Der große Festungsbaumeister Dauban die Entwürfe. Der sich zu diesem Zwecke selbst nach Rürnberg begab. Diese mechanischen Kunstwerke konnten sich bewegen und allerlei Kriegsübungen ausführen. Als diese „beiden Nürnberger Armeen" Dem Sonnenkönig vorgeführt wurden, sagte er selbst bewundernd: .Man muß zugeben, daß die Deutschen viel Geist haben," und als darauf ein Höfling bemerkte, die Franzosen hätten doch noch mehr .gab ihm der König die Antwort: „3a, um Kleidermoden zu erfinden." So wurde durch französischen Einfluß die Industrie Der Spielsoldaten in Rürnberg etnge- führt, und sie erhiell innerhalb der .Docken- macherei", an der sich 17 Gewerbe beteiligten, eine bescheidene Stellung. Aber seinen Einzug in die Kinderstube des deutschen Volkes hielt der Zinnsoldat erst unter Friedrichd. Gr., Der durch die strenge Einführung der Uniform den Gedanken an die Herstellung größerer Mengen gleichförmiger Figuren nahelegte und dessen Siege überhaupt Die Freude am Soldatenspiel belebten. Goethe hat das Spielen mit Zinw» soldaten. das er als Kind liebte, in feinem Knabenmärchen .Der neue Paris" dichterisch verklärt. Seitdem ist der Zinnsoldat unter und heimisch geworden. Frankfurter Schauspielhaus. S a r d o u s alle schmissige Komödie .M a • Dame Sans Göne" wird gegenwärtig mit dem von früher her gewohnten starken Publikumserfolg im Reuen Theater gegeben. On revient toujours ä fed Premiers amours! Das gilt auch für diesen Reißer. Cs gilt in diesem Falle doppelt, denn mit Poldi Sangoro, einer der beliebtesten Schauspielerinnen Frankfurts, ist eine Darstellerin zu kurzem Gastspiel zurückgekehrt, der das Reue Theater in seinen ersten Entwicklungs- und Stabilisierunasjahren unendlich viel zu danken hat. Es ist noch immer die fesche, liebenswürdige Künstlerin, voll Temperament und Laune, Die aus Dem Wäscherinädl eine Figur zu machen versteht, deren Wirkung sich das Publikum nicht entziehen kann. Dor Poldie fangota erschien in der gleichen Rolle Hermine Körner von München. Zwei gegensätzliche Daturen, aber zwei reiche Gestalterinnen und Könnerinnen. Heber Den Charakter Der Darad erolle hinaus ist die unverfälschte Ratürllch. feit Hermine Körners zu preisen: die Trägerin eines tragischen Rollenkreises. Die sonstige Maria Stuart und Lady Milford, eine der besten Darstellerinnen Der deutschen Bühne, entfesselte Beifallsstürme durch ihre liebenswürdige Anmut, ihren mitreißenden Humor und ihr virtuoses Charakterisierungsvermögen. L w. . dann ernähren Sie es sofort mildem von dem berühmten Gelehrten Geh. We"" Ihr Saar anfangt auszufallen SX Humagsola HusmHolsu ist m Uu einschlägigen Geschäften p Haden. SkufkUreode Lrvfchtre Ober Des« «rd Äirfcmg des Onmagsolao versend« «af Dmrsch kostenlos und postftei die Kaüürger-Derl« 8L-«., 23erOe XBfc lötT blendend weiss. 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