W »«Ren6tll@«n Hi, g. 5,6 schrieb j?! 9irut (feto’S ' • * <* Lk ;*'•» a. ***** " "• '4? ®j{' A : ■5la*' Ä' LW *»«■ $°b >-»'« ■g* ä i*t*8SÜC 6 Ult QQniö c,, folgt.) Aumette ihre Fch behoben. fühlt ihre urch5hre!pnell' wenigstens insv. fier lmtzn gehen Mn vechüürn oben. F., 5chmalkaldn. )ie weltbekannte pnei. ist bie beste 5chuhein. Übung und Senkfuß i daraus aufnierksan ntumtttt an jede, Probe und mit Hali ibgegtbtn wird bei do s Metrops/ sweglS. -m MM tenftrickerei ib MM achcher mit koin- m gegen Kasse zu tsiche Angebote unter ne*eigeretbM mm ,d sZK «ÄÄ As«: lgert werden. N «*W l" * Sm»«-"-" ®h > rur.Ls-ri-HL ssL; ss?-* fSsg ‘i. ^','.-*2 K rtt* SL Ur. 188 Erstes Blatt 175. Jahrgang Vonnerstag, 15. August 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche UniverfilätL-vuch' und Steinbruderei R. Lange in Sietzen. Schriftlettnng und Seschäftrstelle: Lchnlftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagernummer vis zum Nachmittag vorher ohaejedeDerdindUchNeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlichg, auswärts 10 ©olbpfcnnig; für Ne« Nlame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrist 20e/e Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags Beilagen: GießenerFamUienblötter Heimat im Bild. MonetS'vezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüste: Schrifueitung 112, Der- lagundGeschoflsstelleZl. Anschrift für Drahtnach» richten:AnzeigerGiehen. Postschecktonto: gronffurt a. M. 11686. Das Ergebnis der Londoner Konferenz. London, 12. Aug. (TU.) Noch einer längeren Besprechung zwischen Chamberlain und Briond wurde folgende amtliche Erklärung ausgegeben: „Die Besprechungen zwischen Briond und Chamberlain haben zu einem vollen Lin - vernehmen über den Text der 21 n f - wort geführt, die die französische Regierung im Einverständnis mit den alliierten Mochten auf die letzte deutsche Gorantievertrogsnote absenden wird. Die Besprechungen gaben Anloh zu einem Meinungsaustausch über den geplanten Sicherung» patt, der eine endgültige Form gewinnen könne, wenn hierüber Verhandlungen zwischen den Vertretern sämtlicher beteiligten Mächte eröffnet werden. Die Londoner Aussprache Hot wesentlich zur Beschleunigung der weiteren Verhandlungen beigetragen, Die zu einem endgültigen Ergebnis führen werden." Briond wird morgen um 6.30 Uhr abends in Paris zurückerwartet. Der französische Außenmini' fier wird sofort einem Kabinettsrat Bericht über den Verlauf feiner Londoner Unterredungen erstatten. Der Londoner „Temps"-Korrespondent meidet seinem Blatte ergänzend, daß außer der Einigung uber die französische Antwort an Deutschland zwei wichtige Lösungen erzielt wurden. Aus englische Anregung sei beschlossen worden, Deutschland zu veranlassen, Im September einen Antrag auf Aufnahme in den Völkerbund zu stellen, und daß es auch zunächst bedingt aufgenommen werden soll. Gleichzeitig wird ein Gutachten der Interalliierten Kon troll --Kommission cingeforbert, ob Deutschland die Abrüstungsklauseln erfüllt habe. Trifft dieses zu, so wird die Aufnahme endgültig erfolgen, womit der Garantievertrag unmittelbar in Kraft tritt Heber die entmilitarisierte Rhcinlanbzonc haben Frankreich und England beschlossen, daß sie für den Fall schwerer Verstöße gegen die Bestimmungen der Artikel 42 bis 44 de« Friedensvertrages ober gegen die Bestimmungen des Sicherheitspaktes nach einer sofortigen Rücksprache zwischen Paris und London unmittelbar gemeinsam vorgehen. werden, während bei leichteren Verstößen der Weg des Schiedsspruches beschritten werden soll. V)aS die übrigen deutschen Grenzen anbelangt, so behält sich England seine Stellungnahme bis zur Fällung eines Schiedsspruches vor und wird nur eingreifen, wenn der Konflikt sich auf die Rheinlandgrenze auSzu dehnen droht. Heute oormiitag berieten auch die französischen und englischen Sachverständigen über verschiedene Einzelfragen. Briand erklärte französischen Journalisten, daß zwischen Frankreich und England übet den Text der Antwortnote an Deutschland volles Einvernehmen erzielt fei. Eine Abschrift der Rote wird Belgien und Italien zugehen. Rach der Meinungsäußerung der beiden Staaten wirb bie Rote um den 15. August nach Berlin abgesandt, worauf die Der- hanblungen eröffnet werden könnten. Briand crtlärtc weiter, daß er sich am 2. September nach Genf begeben werde. Was ben Garantiepakt anbelange, so werde jeder der Alliierten einen besonderen Entwurf vorbereiten, die d^nn zu einem endgültigen Entwurf um gearbeitet würden. Briand fügte lächelnd hinzu: „Soweit find mir jedoch noch n i cht." In politischen Kreisen verlautet, daß beide Außenminister sich über eine interalliierte Äon« feren z geeinigt hätten, die in Brüssel statt- ftnben soll. Zu der Konferenz soll auch D eu t sch- land ein geladen werden, doch hat Briand durchgesetzt, daß auch Polen und die Tschechoslowakei zugelassen werden. Die deutsche Auffassung. Die weitere Behandlung der Garanticfrage. Berlin, 13. Aug. (Xil.) Wie die „T ä g- liche Rundschau", die dem Reichsaußen Minister nahe steht, nutleilt, ergibt sich nach Abschluß der Londoner 'Besprechung an zuständiger Stelle folgende Auftastung über die weitere Behandlung der Darantiefrage: AuS der Fülle von Rachrichten, die aus London über den Gang der Besprechungen zu uns herüberkommen, läßt sich wohl beute schon das eine entnehmen, daß bie Antwort wahrscheinlich nur kurz, doch ui höflichem Tone gehalten sein wird und daß lie der deutschen Regierung feinen Anlaß geben dürfte, den Rotenaustausch fortzusetzen. Diel- mehr scheint der Gang der Dinge nun a u f mündliche Besprechungen loszusteuern. Für die Form der mündlichen Besprechung sind im Laufe der Zeit drei verschiedene MögllAeiten aufgetaucht. Die erste dieser Möglichkeiten ist eine juristische Konferenz der drei am meisten beteiligten Machte Deutschland. Frankreich und England. Eine berartige Konferenz hätte nicht ben ganzen Frankomple? behanbeln sollen, fonbern nur die Frage des Westpacktes Sie dürfte jedo-h wob! c—r. -'t in Betracht gezogen werden. Eine andere Möglichkeit für eine persönliche Zusammenkunft ist die einer Besprechung der Außenmiaister. Zweifellos wäre es nicht unvorteilhaft, wenn aus diese Weise einmal diejenigen leitenden Staatsmänner, die sonst im allgemeinen nur durch ihre Botschafter miteinander zu verkehren pflegen, sich auch persönlich kennengelernt hätten. Der Gedanke einer Zusammenkunft der Außenminister sollte aber offenbar in seiner Verwirklichung nicht nur ein gegenseitiges Kennenlernen bedeuten, sondern es sollte durch ihn eine grundsätzliche Einigung über die ganze Frage des Sicherheitspaktes erstrebt werden, so daß nachher nur noch die Kanzleien das Schluß- Protokoll fertigzustellen hätten. Frankreich hat sich zunächst gegen eine große Konferenz wie die des Vorjahrs in London ausgesprochen. Es ist doch nun aber einmal nicht aus der Welt zu schäften, daß sich bei einer kleinen Minister- ckonserenz von dem hier umschriebenen Umfange ganz ähnliche Schwierigkeiten in der Verhandlung ergeben würden, wie bei der juri- st i s ch e n Konferenz und wie sie sich bei den Verhandlungen von Dr. Simons in London im Gegensatz zu den vorjährigen Londoner Verhandlungen ergaben: ein Außenminister mit alleiniger Verantwortung im Auslande — ein Kabinett, vielleicht an einem andern Strange ziehend, im Inlande und die in der Regierung vertretenen Parteien ohne allseitige Derairtwortung. Alle diese Erwägungen weisen folgerichtig darauf hin, daß auch diesmal bie Erörterungen, die sich auS dem bisherigen Roten» wechsel über den Sicherheitspakt ergeben, sogleich in einer großen Konferenz geführt werden sollten, bei der vielmehr als bei jeder anderen Besprechung in Reinerem Rahmen von vornherein die Gewähr besteht, baß nach der Konferenz die Parlamente und Parteien der einzelnen Länder sich auch hinter die von ihren Ministern getroffenen Abmachungen stellen werden. Die Dinge wirklich zum Erfolg zu bringen, ist ja nicht nur im Interesse des Deutschen Reiches, es liegt mindestens ebenso im Interesse Frankreichs. Rur wenn endlich einmal Gewähr dafür vorhanden ist, daß Europa auf lange Zeit hinaus vor neuen kriegerische» Wirren bewahrt bleibt, daß nicht brutale Sanktionspolitik die DölkerJimmer wieder weiter auseinander reißt statt sie zusammenzuführen, nur bann wird auch das Vertrauen in die europäische Wirtschaft zurückkehren und sich festigen, was int Hinblick auf die finanziell weltbeherrschende Macht der Vereinigten Staaten von Amerika doch in Frankreich mindestens ebenso sehr wie in Deutschland beachtet werden muß. Reichstagsausklang. Annahme der gollvorlage. Der Reichstag hat seine letzte große schwere Arbeit mit der Annahme der Zollvorlage getan und ist wohlgemut, in seine langen Ferien gegangen. Damit hat der erste wichtigste Teil der großen Gesehgebungsreform des Kabinetts Luther seinen Abschluß gefunden. Gewiß ist damit noch nichts Endgültiges von ewigem Bestand geschaffen worden. Mer unter bie Bilanz der Revolutions- und Inflationsjahre ist der entscheidende Schluß- strich gezogen und es sind die Grundlagen gelegt, auf denen aufbauend geordnete Gesetzgebungsverhältnifse wieder Platz greifen können. Der Beginn des Reformwerkes war bie Stabilisierung der Währung mit Hilfe der Rentenmark und der anschließenden währungstechnischen Maßnahmen. Die allen Rückstände aus der Inflationszeit wurden durch die Aufwertungsgesetze bereinigt. Das Kernstück der Reform bildete bas Steuerbukett, bas in gleicher Weise für die Steuerbehörden wie für die Steuerzahler geordnete Berhältnisfe geschaffen hat. Gewiß wirb an den Steuergesehen noch unendlich viel herumgefeilt werden müssen, aber die Hauptsache ist. daß die Richtung für bie organische Weiterentwicklung der Steuergesetzgebung festgelegt ist, daß man Methoden gefunden hat, die eine gerechte Belastung aller Steuerpflichtigen nach Maßgabe der Tragfähigkeit erwarten lassen, und daß man mit den in, jeder Hinsicht rein konsumptiven Tendenzen der Erzbergerschen Steuerreform gebrochen hat, um nach dem Grundsatz, die Steuerquellen nicht zu erschöpfen, sondern lausend im Fluß zu erhalten, das produktive Moment der Finanzpolitik in den Vordergrund zu stellen. Die Finanzreform wäre aber unvollständig gewesen, wenn nicht auch der Zolltarif wieder eine gewisse Geschlossenheit erhalten hätte. Das ist nun erreicht. Deutschland hat wieder einen Zolltarif, der ihm seit 1914 gefehlt hatte. Der „Vorwärts" hat darüber mit der Schlagzeile quittiert: „Der Zollraub vollendet". Damit ist deutlich gekennzeichnet, was an parteipolitischer Leidenschaft und Demagogie bei der Behandlung der Zolltarif-Rovelle ans Tageslicht gekommen ist. Lind doch hat es sich bei der jetzt angenommenen Vorlage lediglich um bie kleine Zolltarif-Rovclle gehandelt, die nichts wesentlich Reues bringt, sondern nur das seit 1914 im Zolltarif klaffende Loch notdürftig verschließt. 3in wesentlichen handelt es sich dabei um die landwirtschaftlichen Zölle. Gerade hier ist aber festzustellen, daß die jetzt be- schlosfenen Sähe auch entfernt nicht an bie realen Dorkriegssähe heranreichen. Es ist allo unberücksichtigt geblieben, daß eine allgemeine Goldentwertung stattgefunden hat, daß die aus Paritätsgründen heranzuziehenden industriellen Zölle auch real wesentlich über das Vorkriegsmah hinaus erhöht sind, daß überall in der Welt mit Hochschuyzöllen gearbeitet wird, gegen die bie deutschen Zollsätze geradezu lächerlich wirken, und daß die Lage der deutschen Landwirtschaft nicht nur im Rahmen der Weltwirtschaft, sondern auch innerhalb der deutschen Wirtschaft ganz besonders kritisch ist. Diese Tatsache haben selbst von ben sozialistischen Mitgliedern des Zollausschusses des Reichstages zugegeben werden müssen, ohne daß man es für nötig hielt, daraus die gegebenen Konsequenzen zu ziehen. Die wesentliche Bedeutung der kleinen Zolltarif- Novelle besteht darin, baß für die in der Schwebe befindlichen und noch bevorstehenden Handels- oertragsoerhandlungen den deutschen Unterhändlern Derhandlungszölle an bie j)anb gegeben sind, mit denen sie wenigstens in einem gewissen Nahmen arbeiten können. Aber gerade für diesen Zweck muß man bezweifeln, daß bie geringe Höhe ber Zollsätze zu bem erwünschten Ziel führen wirb. Dks besonbers barum, weil es nach den Erfahrungen ber Hanbelspvlitik nicht möglich ist, hohe Inbustriezölle gegen hohe Inbustriezölle zu kompensieren; ber Ausgleich wird praktisch stets nur zwischen den landwirtschaftlichen Sätzen der einen und ben inbuftriellen Sätzen der anderen zu finden sein. Hier taucht nun bie Gefahr auf, daß auf dem.Handelsvertragswege die an sich schon recht niedrigen landwirtschaftlichen Zollsätze noch weiter stark heruntergehandelt werden, so daß ber p r o d u k t i o n s p o l i t i s ch e Zweck der Agrarzölle leicht illusorisch werden könnte. Das ist eine Gefahr, auf bie nicht früh genug hingewiesen werben kann. Im Gegensatz zur Steuerreform hat man bei ber Zoll-Novelle eine grunbsätzliche Neuregelung vermieden. Es wirb baher notwendig fein, die bereits in Angriff genommenen Arbeiten für die kom- menbe große Zolltarif-Novelle mit Beschleunigung weiterzuführen, um dann dem Deutschen Reiche einen vollkommen in sich geschlossenen neuen Z oll t a r i s zu geben, der finanz- und produktions- politisch den gleichen Anforderungen der Gerechtig. keit und Zweckmäßigkeit entspricht, wie die Steuerreform. Man hat von feiten ber Zollopposition in ben letzten Wochen die in der Zat zu verzeichnende Teuerung in ursächlichen Zusammenhang mit der Zollvorlage gebracht. Demgegenüber ist festzustellen, daß im Vergleich zur Vorkriegszeit das gegenwärtige Preisniveau auch unter voller Einrechnung der Zoll-Lasten weit das gerechtfertigte Maß überschreitet. Das liegt nicht nur an einer ungesunden Aufblähung aller Teile des Handels und an ihrer Durchsetzung mit höchst unerfreulichen Elementen, nicht nur an der im Vergleich zu früher größeren inneren Belastung, sondern gerade an der Art der marktschreierischen Zollopposition, die dem kaufenden Publikum eine in nichts gerechtfertigte Teuerung fuggeriert und die Preise in die Höhe „geschrien" hat Sitzungsbericht. Berlin, 12. Aug. Der Beginn der Sitzung verzögert sich bis gegen S/<11 Uhr, weil vorher eine Sitzung des Aeltestenrates sich mit bem Arbeitsplan besaht hat. Bei der Eröffnung der Sitzung sind die Plätze ber Sozialbemo- ftaten leer, nur bie Fraktionsvorsitzenben Müller-Franken und Dittmann sind erschienen. Auf Vorschlag des »Präsidenten Loebe wird ber in ber letzten Sitzung beschlossene parlamentarische Untersuchungsausschuß über die Zustände der Branntweinmonopolverwaltung mit 21 Abgeordneten beseht. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung der Zollvorlage. Als mit ber Beratung begonnen wird, verlassen auch die sozialdemokratischen Mg. Müller und Dittmann ben Saal, so baß kein Sozial- bemokat an ber Sitzung teilnimmt. Die Rebe- zeit für die gesamte dritte Beratung ist aus eine Stunde für jede Fraktion beschränkt worden. Abg. Koenen (Komm.) verliest für seine Fraktion eine längere Protesterklärung gegen die Steuer- und Zollvorlage. Die Erklärung schließt, bie Kommunisten würden sich an ber Schlußabstimmung über die Wucherzölle nicht beteiligen, aber bas Dotk zum Wassensturm dagegen aufrufen. Mg. Dr. Meyer- Berlin (Dem.) erklärt, die demokratische Fraktion, die sich von der Obstruktion ferngehalten habe, bedauere, daß die Mehrheit bei ber zweiten Beratung ein ganz unmögliches Abstimmungsverfahren angewandt I habe, bas irgendwelche Zweifel an ber Rechtsgültigkeit des Zustandekommens des Gesetzes I rechtfertigt. Die Demokraten könnten zu diesem Verfahren die Verantwortung nicht übernehmen, sie würden sich an der Abstimmung nicht beteiligen. Die ganz« Zollvorlage wird dann in wenigen Abstimmungen angenommen. Rach Erledigung der Zollvorlage kehren die Sozialdmnokraten und Kommunisten in den Saal zurück. Ohne Debatte werden dann der deutsch- schwedische und der beutscy-sinnische Schiedsgerichtsvertrag, das deutsch-griechische Handelsabkommen. baS d e u t s ch - norme g i s ch e Zollabkommen über norloegftche Ocl- sardinen und der Freundschaft--. Handels- und Konsularvortrag zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika in zweiter und dritter Beratung endgültig angenommen. Es folgt die zweite Beratung des vorläufigen Handelsabkommens zwischen Deuftchland und ber Belgisch-Luxemburgischen Wirt- schaftSunion. Der Ausschuß empfiehlt dazu, in einer Entschließung die Reichsregierung zu ersuchen, mit der belgischen Regierung nochmals in Verhandlungen wegen Beseitigung aller für Deutsche in der belgischen Kongokolonie und in den von Belgien in Afrika verwalteten Gebieten bestehenden Diskrimipierungen einzutreten. Mg. Frau Sender (Soz.) spricht die Hoffnung aus, daß der neue Vertrag den Beginn dauernder freundschaftlicher Beziehungen zu ben Rachbarländern bringen werde. Die Rednerm kritisiert die Art, wie deutsche Handelsvertrags im Ausschuß Dorbereitet werden. Die Regierung habe bei diesen Vorbereitungen glatt kapituliert vor den unerhörten Ansprüchen der Interessenvertreter. Abg. Dr. Schnee (D. Dp.) protestiert scharf gegen bie Ausnahmebehandlung, die den Deutschen In den von Belgien verwalteten Kolonien zuteil wird. Die deutsche Regierung müsse unbedingt für die Beseitigung dieses Anrechtes sorgen. Mg. Dr. Rosenberg (Komm.) erklärt, seine Freunde würden dem Vertrag 8 u ft im men. Sie hätten freilich gewünscht, daß die Aufhebung der unerhörten Ausnahmebehandlung der Deutschen in den belgischen Kolonien als Bedingung in den Vertrag ausgenommen würde. ‘ Mg. Graefe (Völkisch) hält eS für unverträglich mit der deutschen Ehre, einem Vertrag zuzustimmen, ber die schamlose Behandlung in üeberfee weiter zuläßt. Die Deutsche Volkspartei täusche die Oefsentlichkeit, wenn sie Dr. Schnee gegen den Vertrag reden läßt, aber jetzt für den Vertrag stimmt Besonders eigenartig fei auch bie Haltung der Deutschnatronalen. die Dr. Strefemann Gefolgschaft leisten Die gegenwärtige Regierung läßt bewußt das deutsche Volk in Schande stürzen. Man müffle diesen Vertrag bem Reichsauhenminister vor die Füße werfen, solange Belgien nicht die schamlose Ausnahmebehandlung der Deutschen aufgegeben hat. Präsident Löbe ruft den Mg Graefe zur Ordnung wegen des gegen die Regierung gerichteten Vorwurfes, „sie lasse bewußt das deuftche Volk in Schande stürzen. Reichsaußenminister Dr. Strefemann weist die Angriffe des Abg. Gräfe zurück. Die deutschen Unterhändler ließen sich bei den Handelsverträgen ebenso von ihren Gefühlen für deutsche Ehre leiten, wie Herr von Gräfe. Die Aufnahme von Bestimmungen über die Behandlung Deutscher in den belgischen Kolonien sei von der belgischen Delegation abgelehnt roorben, weil das ihre Befugnisse überschreite. Es handle sich bei dem Abkommen auch nur um ein Provisorium auf xroei 3ahre (Aba. Gräfe Also ein Provisorium für die deutsche Ehre!) Selbstverständlich meine auch ich, daß es ein Provisorium in Ehrenfragen nicht gibt. Hier handelt es sich aber darum, daß wir schrittweise die Diskriminierungen a b b a u e n , denen wir seit dem Weltkrieg seitens anderer Länder ausgesetzt waren. Wenn wir mit anderen Ländern in Vertragsbeziehungen kommen, so ist das der wichftgste Weg, um unser Volk wieder vorwärts kommen zu lassen. Das würde uns nie gelingen, wenn mit solchen Redensarten einfach alle Verträge a b g e 1 e h n t würden. Es ist auch nicht so, als wenn den Deutschen jede Niederlassung in Belgisch-Kongo verboten wäre. 3n Streitfällen finden zwischen den beiden Regierungen Verhandlungen statt. (Zuruf des Abg. v. Gräfe.) Wenn es einmal eine Aera von Gräfe in der deutschen Außenpolitik gäbe, dann glaube ich nicht, daß Erfolge mit solchen Redensarten erzielt werden könnten. (Beifall bei der Mehrheit.) Gegen die gemeinsame Verwaltung des Kongogebietes mit anderen Teilen des früheren Deuftch-Oftafrikas haben wir Protest beim Völkerbund eingelegt. Wir werden vor der Welt unteren Anspruch auf Kolonialmandate betonen. Wir haben ihn auch zur Voraussetzung unseres Eintritts in den Völkerbund gemacht. (Beifall bei der Mehrheit.) Der Vertrag wird in zweiter und dritter Lesung gegen die Völkischen endgültig angenommen. Es folgt die zweite Beratung des deutsch, englischen Handels- und Schiffahrt- Vertrages. Abg. Graf v. Reoentlvw (Völk.) bekämpft den Vertrag. Besonders muffe man auch in diesem Vertrag wieder Anstoß nehmen an der Behänd- lung Deutscher in ben Kolonien, lieber ben Begriff der Ehre mit dem Außenminister zu streiten, fei zwecklos. Für die Völkifchen wäre dieser Begriff ein Inhall, für den Außenminister nichts. Abg. Dr. Schnee (D.Bp.) hält den Vertrag in feinem Teil auch bezüglich der Gleichberechftgung für durchaus annehmbar. Unerfreulich fei aber der Artikel 31 des Abkommens, der besagt, daß die Der- iragsbeftimmungen auf die Dominions, Kolonien ,v Ü ■ l i mister von '1 an hie ebenso und $ai der Tta b. 2s. r diesen 1 ar. tue Private Lohnu Haupt mürber berücksichtigen mögen. Ohne Debatte wird dann endgültig der Antrag der Regierungsparteien angenommen, wonach die Regierung einen Gesetzentwurf zur Erhö- -hung des steuerfreien Existenzmini, mums und der steuerfreien Abzüge vorlegen soll, wenn das Aufkommen aus der Lohn, steuer in dem Halbjahr vom 1. Oktober 1925 bis 31. März 1926 600 Millionen Mark übersteigt. si. fungs einen v1 begangen Ibenb o iebe Halil mgtnb o Aends. neuer 2e nr.b Trat Aedizma Gatzer Steten T hervor. Sänger! Mihor bte ihm tote. 5 festen gab, s' W. Fon Gr h, Ehrenbel !« wollt inbeie. snichtlosj nu>tMchk mett in 4«r st Sehlägtv M mai wnne, o ^r des! Jmtet jx drr 6iq6 ^rllrichi ■WH ? 9A< ■niiunttt c- nit ' aS b0. 'Zechen uni !ntj v1* w C'ucm f Oft lehr l"irö, t f°fen q '"an gl. vous fi, Zerrn^ J toif[ 2 WA wahren Dan, •^0 Gbersgi G/moo- rung an ichaWK beiden 6 Etc ' D lungs! Sonnen men b Stellen.! die St a abends Landl bche ' Plätze. Mm nt Sich M Zva cii Schwarz^ * Di shche S)ir mürbe u ■'limben Seinen 2 Goche unletc verkeh soweit mit wer^ ber^ VA® W aAA enM di- 9^ iiadeha. M. ' "LS sonntii* nnict i mit 11 sandido Stimm ten 6e Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. August 1925. Bund Alter Herren der hessischen LandesbauschuSe Darmstadr. Die Bundestagung des Bundes Alter 5)etrcn der Hessischen Landesbauschule Darmstadt fand am 7. bis 9. August d. Js. in Darmstadt statt. Die öffentliche Hauptversammlung wurde am 8. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, unter Anwesenheit der Herren Bertreter der einzelnen Ministerien, Herrn Ministerialrat Wagner und Herrn Schulrat Friedrich, Vertreter der Landesbauschule, Herrn Direktor, Prof. Wienkoop, der Stadt Darmstadt, Herrn Oberbanrat Steinberger, des Staat!. Hochbauamtes, Herrn Oberbaurat Becker, der Handwerkskammer, Herrn Direktor Schüttler und Herrn Schmuck als Vorsitzender der Schulkommission, und der Herren Vertreter der Bruderverbände von Württemberg, Baden, Herrn Oberamtsbaumeister Vatter, Herrn Baumeister Dietz, Herrn Baumeister Deringer,Herrn Baumeister Frischmuth und Herrn Baumeister -3infe, und Vertretern der Alt-Herren-Dereinigung der Bauschule Höxter a. d. Weser, Herrn Stadtobcr- bauführer Bolte, "sowie der einzelnen Vertreter der Ortsgruppenverbände der Bauschule Darmstadt er« öffnet. Der Bundesvorsitzende begrüßte die Herren Vertreter und dankte sämtlichen Herren, die zur Ehre des Bundes erschienen sind und erläuterte Zweck und Ziele der Alt-Herren-Verbände, die aus- zugsweise nachstehend wieder gegeben sind. Die Alt'Herren-Vereinigungen, die heute fast an allen Bauschulen Deutschlands bestehen, sind durchweg aus einheitlichen Gedanken erstanden. Dor allem sollen die kameradschaftlichen Beziehungen aufrecht erhalten und die Kollegialität gepflegt werden. Die Kollegialität wird um so fester, je inniger die Verbände mit den Schulen und den jeweils 6tu* dierenden verbunden sind. Die idealen Bestrebungen sollen nicht allein dem deutschen Techniker zugute kommen, sondern sollen in erster Linie dem Deutschen Baterlande dienen. Das praktische deutsche Handwerk und die deutschen Techniker bilden einen starken Eck- pfeiter der deutschen Wirtschaft. Die Dolkswirtjchast hat daher das größte Interesse, daß das Handwerk und die Techniker die besten Ausbildungen erhalten und dies erfordert Ausbau aller Bauschulen auf gc» meinschaftlicher Grundlage. 2er Oberdelegierte in der Provinz I Rheinhessen ordnete die Beschlagnahme des Musikstückes„O Deutschland h o ch i n E h r e n" an, da es geeignet sei, die öffentliche Ordnung zu I stören. „Neuyork Herold" meldet Streikunruhen I in Tientsin. Die Streikenden versuchten mit Ge- I walt in eine Baumwollfabrik einzudringen. Dabei wurden 80 Soldaten tätlich angegriffen. Die Soldaten feuerten hierauf auf die Menge. Dabei wurden 8 Personen getötet und 40 verwundet. Im Laufe des Tages wurden 376 Streikende verhaftet. Neue schwere Niederlage der Franzosen in Syrien. Paris, 13. Aug. (TA.) Nach einem Telegramm der „Chicago Tribüne" aus Bagdad haben die Drusen den Franzosen eine neue schwele Niederlage beigebracht. 5 0 0 französische Soldaten wurden gefangen genommen. Die Aufständischen erbeuteten sechs Maschinengewehre und dre» Flugzeuge. Die sanzösische Kolonne, dir zur Bestrafung der Drusen ausgesandr worden war, mußte überstürzt den Rückzug antreten. Aus aller Welt. Der Gau der Westfalenhalle in Dortmund. Dortmund, 12. Aug. (TU.) Die Westfalenhalle A.*G. in Dortmund hatte Pressevertreter eingeladen, um sie über den Stand der Arbeiten an der Westfalenhalle, der größten Halle Europas in Holzkonstruktion, zu informieren. Die Halle, mit deren Bau Mitte Aprll dieses Jahres begonnen wurde, hat eine Breite von 66 Meter und eine Länge von 110 Meter. In der Brette übertrifft | fic die Jahrhunderthalle in Breslau um elf Meter. In der Halle wird nach ihrer Fertigstellung Sitzgelegenheit für .6000 Personen sein, während in der Arena bei Massenversammlungen, musikalischen Aufführungen usw. noch weiteree 4500 Sitzplätze geschaffen werden können. Daneben sind 15 00 Stehplätze vorhanden, so daß die Westfalenhalle bet größeren Veranstaltungen - 1 2 000 Personen Platz bietet. Die Halle ist vor allen Dingen als Stätte zur Pflege des Sports, wie Radrennen, leichtathletischen Kämpfen, Retter- turmeren usw. gedacht. Daneben sollen aber auch in ihr Kongresse, Massenveranstaltungen, Ausstellungen usw. abgehakten werden. Neue Fluglinie München—Frankfurt—Essen. Die Vorverhandlungen der Transeuropäischen Union über die neue Luftverkehrslinie München—Frankfurt—Essen find zum 216= schluß gelangt. Die Linie wird am 17. August mit vreimotorigen Iunkersflugzeugen in Betrieb genommen und zwar in der Weise, daß in Essen der Anschluß an die große internationale Luftverkehrslinie B e rl i n — E s s e n — Am- st erdam — London gesichert ist. Damit ist für das Netz der Transeuropäuischen Union in Süddeutschland auch eine gute Verbindung mit England gewonnen. Der Flugplan der neuen Strecke ist: München ab morgens 8 Uhr, an Ruhrgebiet 12.30 Uhr, an London 18.45 Uhr. Rückflug ab London 8 Uhr. ab Ruhrgebiet 13.30 Uhr. an München 18 Uhr. Don Banditen überfallen. Am Sonntag, 9. August, vormittags 10 Uhr, fand unter großer Beteiligung die Besichtigung ter ausgestellten Zeichnungen und der von Schäkern der Landesbauschule angefertigten Modelle in der Landesbaugewerkschule statt. Hieran anschließend hinderrburgtage in München. München. 13. Aug. (TU.) Rach dem Empfang im Reichsfinanzhof, über den wir in einem Teil der gestrigen Auflage schon ausführlich berichteten, stattete Reichspräsident von Hindenburg den städtischen Behörden im Rathaus einen Besuch ab, bei dem der Erste Bürgermeister Scharnagl den Reichspräsidenten willkommen hieß. Eine immer größer werdende Menschenmenge hatte sich auf dem Marienplatz angesammelt, die den Reichspräsidenten bei seiner Abfahrt mit nicht endenwollenden Beifallsrufen begrüßte. Rach der Begrüßung im Rathause trat Reichspräsident von Hindenburg mit dem Ministerpräsidenten Dr. Held und dem Ersten Bürgermeister Scharnagl auf den Balkon des Rathauses. Kaum wurde die nach Tausenden zählende Men- jchenmenae seiner ansichtig, als sie in gewaltigen Jubel a u 5 b r a rf) und das Deutschlandlied a n st i m m t e , das von der Menge trotz des starken Regens'mit entblößtem Haupte gesungen wurde. Im Anschluß an neue Hochrufe sprach Hindenburg zur Menge und sagte: „Ich danke für den herzlichen Empfang, der mir in dem schönen München zuteil geworden ist. Unser teures deutsches Vaterland hurra, hurra, hurra!" Dio Menge nahm diesen Ruf brausend auf, worauf unter neuen Zurufen und Tücherschwenken der Bevölkerung der Reichspräsident mit einer Verbeugung den Balkon verließ. Am Nachmittag hat im Auftrag des Reichspräsidenten. der in seiner Begleitung befindliche Staatssekretär Dr. Meißner, dem Kardinal-Erzbischof Dr. v. Faulhaber, dem Präsidenten der evangelischen Landeskirche Dr. Veit und dem gegenwärtig in München befindlichen Marschall L i - man von Sanders Besuche abgestattet. Der Reichspräsident selbst stattete dem Gene- ralfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern einen Besuch ab. Nach 5 Uhr nachmittags nahm der Reichspräsident bei dem Münchener Gesandten des Deutschen Reiches, v. H a n i e l, den Tee ein. ., Um 6 Uhr begab sich der Reichspräsident im Kraftwagen, wie im Laufe des ganzen Tages überall wieder von der Bevölkerung lebhaft begrüßt, mit den Herren seiner Begleitung zum Deutschen Museum zu einer einstündigen Besichtigung, bet der Exzellenz Oscar von Miller, der den Reichspräsidenten willkommen hieß, die Führung übernahm. An der Besichtigung nahm außerdem Ministerpräsident Dr. Held, Kultusminister Matt und Exzellenz van Dyck teil. Die Führung erstreckte sich auf die Abteilungen Bergwerk, Maschinenbau. Astronomie, Textil, Papier- Verarbeitung, Chemie und Phamarzie, Luftfahrt und Musik und endete im Ehrensaal des Museums. wo sich der Reichspräsident in das Gästebuch eintrug. Schon bei Beginn der Führung hatte eine dichtgedrängte Menge 'm Vestibül und auf den Treppen des Museumsgebäudes den Reichspräsidenten erwartet und bereitete ihm stürmische Ovationen. Diese Kundgebungen wiederholten sich im Ehrensaal und beim Verlassen des Gebäudes. Auch auf dec Fahrt zum Palais des Ministerpräsidenten wurden dem Reichspräsidenten weitere lebhafte Ovationen bereitet. .., Am Abend gab Ministerpräsident Held aus Anlaß der Anwesenheit des Reichspräsidenten ein Abendessen, an dem außer dem Reichspräsidenten und den Herren seiner Begleitung Reichsminister S t i n g l. Deichsmini- fter Getzler, ferner Runtius Pacelli, der Kardinal Erzbischof Dr. v. Faulhaber, der bayerische Gesandte in Berlin, Dr. v. Preger, der Reichsgesandte in München, von Haniel, der Kommandeur der 7. bayerischen Division, der Landtagspräsident Königsbauer und andere teilnahmen. Dem Diner folgte ein Empfang im Hause des Ministerpräsidenten, zu dem zahlreiche Einladungen an hervorragende Persönlichkeiten des Landes ergangen waren. Bei dem Abendessen, wechselten der Ministerpräsident und der Reichspräsident kurze Trinksprüche, bet denen der Ministerpräsident sein Glas auf das Reich und den Reichspräsidenten erhob, währeno der Reichspräsident auf das Wohl Bayerns und des Ministerpräsidenten trank. Der erste Tag des Staatsbesuches saitd den eindrucksvollsten Ausklang in einem Zapfenstreich der Münchener Garnison, der während des Empfanges im Palais des Ministerpräsidenten stattsand. Der weite Platz vor dem Palais war schon vor 9 ilfyr von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge gefüllt. Der Reichspräsident trat mit Ministerpräsident Held, General Kreß v. Kressenstein, Kardinal- Erzbischof v. Faulhaber und anderen Person- lichkeiten auf den D a l k o n des Hauses, wo er die Meldung des Kommandeurs des Zapfenstreichs entgegennahm. Am Schluffe des Zapfenstreichs, der in die Rationalhymne ausklang, brachte Ministerpräsident Held ein dreifaches Hoch auf das deutsche Vaterland und auf Hindenburg aus, zu dem ganz Deutschland mit Vertrauen und tiefer Verehrung aufblicke. Das Hoch des Ministerpräsidenten wurde von der Menge jubelnd ausgenommen. Der Reichspräsident erwiderte mit Worten des Dankes sür die Ausnahme, die er in Bayern gesunden habe und brachte ein ebenfalls begeistert aufge- nommencs Hurra auf das Bah ernland aus. 3m weiteren Verlaust? mußte sich der Reichspräsident wiederholt auf dem Balkon des Palais zeigen. Er gab in einer Ansprache nochmals seiner tiefen Ergriffenheit und seinem Danke für die Beweise herzlicher Sympathie Ausdruck, die ihm dargebracht. Als das Militär abmarfchiert war und die Absperrung auf gehoben, wurde, drängte die unübersehbare Menge zu dem Pakais hin. Die Hoch- und Heilrufe wollten kein Ende nehmen. Dazwischen wurden immer wieder vaterländische Lieder, beson- ders das Deutschlandlied und die Wacht am Rhein, angestimmt. Erst gegen 10z Uhr begann sich nach und nach die Menge zu zerstreuen, nachdem der Reichspräsident erschienen war und in kurzen Worten zum treuen Zusammenhalten ermahnt und der Menge Lebewohl gesagt hatte. Kleine politische Nachrichten, Auf Grund der Besprechungen beim Rerchs- kanzler über die Schaffung einer Stelle, die für die besonderen Interessen des gewerblichen Mittelstandes in allen Zweigen der Reichsverwal- । tung eintreten soll, wurde Ministerialrat Dr. Hoppe zum Reichskommissar für Handwerk und Kleingewerbe ernannt. Hieran wurde der Geschäftsbericht in verflossenem Jahre von dem Bundesvorsitzenden vor» getragen. Ganz besonders wurde darauf hingewie- j'en, daß der Hessis chen Landesbau schule zu D a r m ft a b t alle Rechte, die die übrigen Bauschulen des Reichs besitzen, alsbald verliehen werden. Die gemeinschaftliche Aussprache über bte einzelnen Punkte der Tagesordnung war derart wichtig und von weittragender Bedeutung, daß empfohlen wurde, mit den gesamten Bauschultechnikern die aufgeworfenen Fragen gemeinschaftlich zu bearbeiten: auch wurde der Wunsch geäußert, nicht allein mit dem deutschen Bauschultechniker, sondern auch mit dem deutschen Hochschultechniker einig zu gehen, um größere Wirkungskraft zu erlangen. Bei der nichtöffenllichen Versammlung wurde darauf- hin beschlossen, einen höheren deutschen Bauschulrina vorerst zu gründen, wozu alle Vertreter der Absolventen der deutschen Bauschulen einberufen werden sollen. Die Vertreter der murt* tembergifchen Bauschule brachten einen zweiten Antrag ein, wonach der Zusammenschluß nicht als deutscher höherer Bauschulring, sondern als „Deutscher Laumeisterbund" ins Leben gerufen werden soll. Diesem Anträge wurde zugestimmt. und Mandatsgebiete keine Anwendung finden, cs sei 'denn, daß von englischer Seite dieser Wunsch geäußert werde. Im Rahmen des gegenwärtigen Handelsvertrages ließe sich das aber nicht ändern, weil die Döminions selbständig Handelsverträge schließen können. Protestieren müsse man bei dieser Gelegenheit gegen eine englische Aeußerung, daß das ehemalige deutsche Kolonialgebiet am Tanganjikasee England e i n o e r l e i b t werden solle. England habe nur das Mandatsrecht über die Kolonien. Wo bleibt hier der Völkerbund? Präsident Lobe kommt dann auf die gegen den Außenminister gerichtete Erklärung des Abg. Graf v. Reventlow zu sprechen. Er erklärt: Ich hätte nicht erwartet, daß ein gebildeter Mann derartige Aeußerungen tut und ruft den Grafen Rcventlow zur Ordnung. In der dann vorgenommenen Abstimmung wird der deutsch-englische Handelsvertrag in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Kommunisten und Völkischen angenommen. Annahme findet dann eine Entschließung des Auswärtigen Ausschusses, der die Reichsregierung ersucht, mit der belgischen Regierung noch einmal in Verhandlungen wegen Beseitigung aller für Deutsche in der belgischen Kongokolonie bestehenden Diskriminierungen einzuleiten. Es folgt die zweite Beratung des Amnestiegesehes. Abg. Landsberg als Berichterstatter empfiehlt die Annahme der Vorlage und zweier Ausschlußentschliehungen, in denen eine Län - deramnestie und eine Amnestie von Disziplinarvergehen befürwortet wird. Er betont dann als Redner seiner Partei, die Sozialdemokraten würden der Vorlage zustimmen, sie müßten aber den Reichs justizmmister dringend bitten, seinen Widerstand gegen die Rieder- schlagung geringer Zuchthausstrafen aufzuaeben. Abg. Stöcker (Komm.) b^eichnet die Vorlage als eine völlig einseitige, tendenziöse Trll- amnestie zugunsten der Sünder von rechts. Er begründet verschißene Anträge auf Erweiterung der Amnestie, ihre Ausdehnung auch auf geringe Zuchthausstrafen bei politischen Delikten und auch auf die Zeit nach dem in der Vorlage festgesetzten Termin vom 1. Oktober 1923. Abg. Brodaus (Dem.) erllärt. feine Freunde würden der Vorlage zustimmen, aber sie könnten große Bedenken nicht unterdrücken. Das vorliegende Amnestiegeseh werde keine Befriedung im Innern schaffen, denn es begünstige die Sünder von rechts. Angesichts der befamtiert Rechtsprechung bei politischen Vergehen wäre es notwendig gewesen, die in solchen Fällen verhängten kleineren Zuchthaus st rasen mit zu amnestieren, wenn man nicht in der Hauptsache nur die Hochverräter von rechts amnestieren wollte. Abg. Dietrich (Völk.) Der unheilvolle Einfluß der Bayerischen Volkspartei habe eine Ausdehnung der Amnestte auch auf Hiller verhindert. Die wegen des sogenannten Hillerputsches Verurteilten hätten doch mehr oder weniger im Einverständnis mit der damaligen Bayerischen Regierung gehandelt. Trotz aller Bedenken werde die Völkische Frakllon der Arnnestteoorlage z u st i m m e n. Die Amnestieoorlage wird darauf e i n st i m m i g angenommen. Weiter werden zwei Entschlie- ßungen des Ausschußes angenommen, deren eine sich auf die Amnestierung von Disziplinarstrafen bezieht, während die anderen den Wunsch ausspricht, daß die Länder in ihren Amnestien die aus den 93er* haltttissen der Inflationszeit erwachsenen Notdelikte Wetter angenommen wurde eine Entschließung, bte die Reichsregierung ersucht, die nach den frühe- ren Grundsätzen angenommenen und geprüften, aber infolge Heeresdienst erst nach dem 31. Marz 1920 planmäßig angestellten Sekretäre noch zur Son- berprüfung für bie Besolbungsgruppe 7 zuzulassen. Ohne wesentliche Debatte werben angenommen bas vorläufige deutsch-französische Saar- beckenabkommen unb bie Luftverkehrs- verträgemitOe st erreich und Schweden. Der endgüttigen Verabschiebung bes Antrages, ber bie ben Kleinrentnern gewährten Unterstützungserhöhungen auch ben sozialen Rentnern gewähren will, wiberspricht ber Abg. Esser (Ztr.) unter Hinweis auf ben vom Reichsrat bagegen erhobenen Einspruch. — In namentlicher Abstimmung wirb barauf mit 271 gegen 77 Stimmen bei 24 Enthaltungen ber Einspruch bes Reichsrats zurückgewiesen unb ber Reichstagsbe- schluß über bie Gleichstellung der Sozialrentner mit den Kleinrentnern aufrechterhalten. Das Gesetz ist also mit der für Verfassungsänderungen erforderlichen Zweidrittelmehrheit bestättgt. Präsident Lobe: Mit dieser Abstimmung ist die Tagesordnung der Sitzung erledigt. Im Einverständnis mit dem Aeltestenrat erbitte ich die Er. mächtigung, die nächste Sitzung einberufen zu können mit der Maßgabe, daß sie, wenn nicht außerordentliche Umstände eintreten, Mitte November stattfindet. (Die Ermächllgung wird erteilt) Ich banke ben Angestellten, Beamten unb Arbeitern bes Reichstags für bie ungewöhnlich ftarke Arbeitslast, bie sie in ben letzten Wochen unb Monaten zu bewältigen hatten (Beifall!) unb wünsche Ihnen eine gute Erholung. Massenabwanderung russischer Bauern nach Sibirien. Helsingfors, 12. Aug. (TA.) Die Zen- tralbehörden in Moskau sind sehr beunruhigt über die Massenabwanderung der Bauern aus dem Gouvernement Tula. Mehrmalige Mißernte n . die Vernichtung des Viehs usw. haben zu einem katastrophalen Riedergang der Landwirtschaft un Gouvernement Tula geführt. Die verzweifelte Bevölkerung wandert in Massen nach Sibirien ab, von wo Rachrichten eintreffen, daß dort das Reich eines „neuen Bauernzaren im Entstehen begriffen sei, der geordnete Zustande m Rußland einführen werde. Die Bewegung reiht selbst die Bewohnerschaft jener ©egenden mit sich fort, in denen die Lage noch arttäflliä) W- Alle Bemühungen der Regierung, diese Mafien- Wanderung einzudämmen, sind erfolglos. 3n Moskau befürchtet man, daß die Bewegung auch auf die benachbarten Gouvernements übergreifen werde. Der Oberschlesische Kurier" meldet aus Pleh: 'Als zwei Kaufleute mit ihren Damen sich auf dem Heimwege von Geczal- kowitz nach Pietz befanden, wurden sie v o n zwei Banditen angefallen und mit vor- gehaltenen Revolvern auf das offene Feld , ----- . - , hinausgedrängt, wo sie ihrer sämtlichen hielt m der Aula der Lanbesbaugewerkschule als Wertsachen beraubt wurden. Während erster Redner Direktor Professor Wien k o o p sich die zwei männlichen Personen mit dem Ge- einen hochinteressanten Vortrag über Hessische Bausicht auf ben Erdboden legen mußten, zwangen weise und Helmatschutz Darauf folgten Dorttagc die Banditen die Domen, ein Stück weiter ab- der Herren.Studienrat Stumpf. ArchE Oster, setts zu kommen. Auf die Hilfeschreie der Da- rath, Dipl.-Ing. L>tudlenrat Heinz über Stu men stürzte sich einer der Kaufleute auf einen bienreifen ber Stubterenben bes unb Ticfbou= Räuber und versuchte, ihm die Waffe zu fachs. D e Vortrage waren sehr stark besucht, entreißen Bei dieser Gelegenheit wurde er v o n Im Anschluß an b'e^tortmge hat der Bund den den Banditen zweimal durch die Beitritt zu dem Hesssischen Bund für Heimatschutz Brust geschossen, so daß er schwer verletzt erklärt. liegen blieb. Die Täter ergriffen darauf die ßtiefoettCt Wochenmarktpreise. Nucht unb entfernen Erkannt nt>m 13 augllft 1925 ttzSndlerprE. Mittwochabend betrat in Eh-mnid Mei Aftern an, „«bete ^nS2120,%XÄ^X4U°t' N rL T IS Hüben 15. gelbe 2toben 25, W-nUchk-chl 15. S-eAZKSLS MBWVLLS? Raubüberfall auf einen Eisenbahnzug in Indien. Honig 35, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120 Aus Kalkutta wird em kühner Raubüberfall Pfennig das Pfund. Eier 14 bis 15. Blumenkohl auf einen Eifenbahnzug gemeldet, tote er in 10 bis 120, Salat 10 bis 15. Oberkohmabi 15, Indien bereits seit Jahren nicht borge- Rettich 10 bis 15. Salatgu^en 30 bis 60, Eimnach- lommen ist. Der Rachtzug Kallutta—Luckow gurken 3 bis 5 Pf .das Stuck, Radieschen Pack wurde dicht hinter der Station Rikora, 25 Kilo- 15 Pf., Bohnen Pfd. 30 Pf. meter vor Luckow, von 20 bewaffneten Räubern angehalten. Vier Räuber de- ^OUlOllSCli. setzten die Lokomotive und die übrigen Plunder- — T a g e s k a 1 end e r f u r Donners- ten die Passagiere und den Postwagen aus. Ein I tag. Gießener Turnerschaft, 8 Uhr Zusammen- Mohammedaner und ein Gurkha, die Widerstand kunst in der Turnhalle. zu leisten versuchten, wurden erschossen. Ein ♦ Engländer wurde durch einen Schuß verwundet. .» j>em Stadttheaterbureau Rachdem die Räuber die Passagiere vollkommen . unß geschrieben: Am Dienstag. 18. August, ausgeplündert hatten, verschwanden sie spurlos, eine Ausführung von „D erH o chto u rist" Anwetterkatastrophe in Böhmen. von Curt Kraah statt. Der kürzlich verstorbene Reichenberg, 12. Aug. (WB.) Der Ge- Verfasser war einer der beliebtesten Schwank- wittersturm, der sich stellenweise zu einem Wir- I autoren. Sein »Hochtourist * ist wohl das am belsturm steigerte, richtete in der Rächt zum meisten aufgesuhrte Werk von ihm. Mittwoch im hiesigen und Gablonzer Bezirk ** Der Glöckner von Notre Dame große Verheerungen an Zahlreiche Häuser Nach dem berühmten Roman von Viktor Hugo ist wurden a b g e d e ck t Ganze Waldstrecken sind hier eine Handlung aufgebaut, bie m 8 Kapiteln entwurzelt Mehrere Personen wurden ver- voller Spannung an uns voruberrollt. Lebendig letzt Die ärgsten Verwüstungen wurden tu ersteht das Bild des Paris des 15. Jahrhunderts Proschtoih too der W eb e r c i b e t r i e b still- mit seiner grausamen Justiz, seinen krassen sozialen gelegt wurde, und in dem Gablonzer Vororte Gegensätzen unb ben tollen Volksfesten. Hier spielt Kahenloch, wo mehrere Häuser zerstört wurden, sich bas Schicksal bes ungestalten Glöckners Quasi- atigerichtet mobo ab, mitten zwischen ben Prachtbauten ber ________— I Kathebrale unb ben Straßen um ben großen Kirchen- Wettervoraussage. platz, bis bie Totenglocke sein Sterbelieb singt. Der Frifcke südliche bis westliche Winde, vorüber- Film ist eine großartige Leistung, technisch wie gebend Riedersch^äae später nachlassend und künstlerisch. Die Aufbauten ber Kathebrale erscheinen Fanafam auf klärend ' 'n vollendeter Plastik, die Kostüme sind in historischer Das neue Fallgebiet ist gegen Skandinavien Treue von starker Wirkung, das Spiel der Darsteller hin weitergezogen. Seine Ausläufer liegen noch kann als glanzend bezeichnet werden Der Film .st über England und werden auch bei uns eine eine hochwertige Leistung m ,ed^ Beziehung und er vorübergehende Störung unserer Schönwetterlage ist zu begrüßen daß er hier m Gießen gezeigt wtro. Hervorrufen — Vorher lauft ein Streifen „Browme ist heimar- Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21.8 los", ein reizendes Lustspiel mit einem Hund als Grad Celsius. Minimum 13.8 Grad Eelsius. I Hauptdarsteller. 10 8anb 11 wurdeüt tt 2tnu)Ä ?• k HLZ ■ s^v§2°5mfr' ”"' «*IttS 0,5 Don Herren Wer S^rq, le,SetSttterrn Herrn C'^crrn kw?y» *714*:. ?«»buT.'^, hen Herren r.? "" ®^«s4 "'D-lbande. di, nU -geben |inb. QU5‘ geu, bie deut» .L7M erltanbtn. %). ZSk !,^«nWtbün«n $e" Irchnik« talt «ßrni» btmltiM chedeuriche^. ‘löen einen Harten Die Äolkswmjkn Ä 005 hwidwnk flusbiliungen erhalten Her tBaufdjuIen auf p astsdericht in vec, iundesvorsitzenden vor. urdc darauf hmgewie- liandesbaujchule die die übrigen 3au< ilsbald verliehen mer: Sprache über bie ein* ung war derart wich- Seieutung, daß emp len Baufchllllechnikern meinlchaftlich yi bt junfch geauden. mdn häMechmln, \onbtm ^ulteäjmtei vmg zu strait yi etlanyn. Bet railung wurde barer- 'Heren deutfchei zu gründen, mzu al 'er deutschen Lauschulv )ie Vertreter der wün- hten einen Meilen 3m rmmenschluß nicht als g, sondern als „Leut- b" ins Leben geruier ze wurde Mrsiimml. t, vormittags 10 Ufo ing die Besichtigung ir und der von 6d tf.tr ertigten VodeL In M tl. hieran enWir-d ndesbaugewerkscht üs Vroseffor Dieeloo» rag über .Hessische W arauf folgten Bomoct jtpf, »rW Öfter- ai Heinz über Stu- ,es hoch- und Tiefbau* chr stark besucht. rage hat der Bund den Dund für WW -ümar^^eise. 5 shöndlerpreisel. heutigen y,35h8 40. M=6 •R*3fS* S$S Dslaumen 25.^ ' vci IrMbceren rA' Oberdhlrab' L'SSS ^eM/ut Donner^' 8 Mr lbtt^taqC^^k- n D^^'chtvurlK '•f1 von iHv- ’Ä?«®* fiXga& xLM g 'N ließen ^,.W 5^7 nit eine"' " Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt 6 Ochsen. 1097 Äälber. 384 Schale, 833 Schweine. Landkreis Gießen. X Ällen Dorf o. d. Lahn. 12. flug. Seit Wochen ist bie Drücke über den Elebach, bet unteren Ort durchfließt, für jeden Fuhrwerts- herfebr gesperrt Die Betonnierungsarbeuen hnh soweit fettiggestcllt und in nächster Zeit lo'.L mit der Pllasterung der ileberfaßrt begonnen werden. Für die Landwirte ist die Sperrung her Drücke sehr unbequem, da diese ge-wunqen find, weite Umwege über den sog. Trieb CStrei«- st raste Wetzlar—G,eßen und den Mühlweg, zu machen, wodurch ein Zeitverlust bi« zu a/< ^stunde entsteht - Wenn man jetzt die Getreidefelder übersieht, so fällt auf, dast die Landwirte durch hie große Jläffe de« Vorjahre« sehr vorsichtig geworden find Während man früher die Ge- treibelaufen, sog. .Hausten" ohne den Hut auf- ficlUc, ist dieser jetzt in der übergroßen Mehrheit zu sehen — '«(bad). 11. Aug. Bei der am vergangenen Sonntag ftattgefunbenen Ueigeordnetenwahl mürbe unser intberiger Beigeordneter Karl PH. Brück mit 114 Stimmen wieder gewählt. Sein Gegen- fonbibot. Zimmermeister Dippel, erhielt 100 Stimmen, Hostentlich werben sich die allzu sehr erregten Gemüter wieder etwas beruhigen. Kreis Friedberg. •f. 5 riebberg, 12. Aug. Die Berfas« f u n g e f e i e r wurde auch in hiesiger Stadt durch einen Festakt im Saale von Groh-,Friedberg festlich begangen. Kreisdirektor Gebhardt eröffnete den Abend durch eine Begrüßungsansprache, die Fest- rede hotte 'Jteftor Koch übernommen. Ganz hervor- r.igenb waren die musikalischen Darbietungen des Abends, sowohl das Friedberger Doppelquartett unter Leitung von Herrn Konzertmeister Muth imh Bratschist Hahn non Bad-Nauheim und Herrn Medizinalrat Dr. Nebel tmb Seminarlehrer Fr. «Baßer! aus Friedberg bestehendes Quarten leisteten Vorzügliches und riefen stürmischen Beifall hervor Bad-Rauheim. 10. Aug Auf seiner Sängersahrt durch Deutschland war Der QTcuborfcv Beethoven Mannerchor auch Dast unserer Stadt, die ihm einen äußerst herzlichen Empfang bereitete. Da« Sonderkonzert. da« er zum Desten der Kinderhilfe auf der KurhauSterrassa gab. fand begeisterte Aufnahme. Bei einem Abendessen int Kurhause wurden von Bürger- mcifter Dr Kayser und Dad- und Kurdirettor von Böhmer herzliche Worte der Begrüßung an die Döste gerichtet, deren Präsident Lenges, ebenso herzlich dankte. Mrcid Wetzlar. • • Wetzlar, 12. Aug. Mit Hilfe des Spar» und Bauoereins mit der wesentlichen Unterstützung der Stadt sind hier von 1918 bis zum Sommer d. 2». insgesamt 367 Wohnungen entstanden. Don diesen Wohnungen sind an Arbeitgeber, und zwar rin die Industrie 81, an Reich und Staat 15, an Private 9 verkauft morden., während an neuen Wohnungen für Reichs- und Staatsbeamte üben Haupt in dieser Zeit 51 Wohnungen geschaffen wurden. • • Ebersgöns (Kreis Wetzlar», 12. Aug. Ebersgöns, am Südende des Kreises gelegen (447 Umwohner), darf sich rühmen, in der Milchbeliese» rung an erster Stelle zu stehen. Es werden durch- Ichnittlich täglich 1000—1200 Liter Bollmilch an bie beiden Städte Butzbach und Wetzlar gesandt. Starkenburg und Rheinhessen. • Sa traft aßt, 12. Aug. Die Vers a s- sungSserer in Darmstadt fand in den üblichen Formen statt, doch ist ein starke- Abnehmen deS Interesses an der Feier festzu- fteiten Die Stadt bot dasselbe Dild wie sonst, nur die staatlichen Gebäude waren beflaggt und abends beleuchtet. Dei der offiziellen Feier im Landestheater waren vorwiegend behördlich'' Vertreter erschienen: mehrere hundert Plätze blieben leer, obwohl in Den Zeitungen bekannt gemacht war, daß jedermann unentgeltlich Zutritt habe. 3n später Abendstunde durchzog ein Fackelzug des Reichsbanners Schwarz-Rot-Golb die Hauptstraßen Der Stadt. • D a r m ft o b t, 12. Aug. Der bekannte hessische Hundezüchler Georg W e y r i ch aus Dielbrunn wurde in M i ch e l sta b t bei einer Dorsührung von Hunden von einem Schlaganfall betroffen, der seinen Tob herbeiführte. Wie die Blätter berichten. Fraulein Fob. Roman von Ander - Eje. 44. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er hatte alle Trümpfe in der Hand, sie konnte Ehrenbeleidigungen gegen ihn schleudern, soviel sie wollte, die Situation wurde dadurch keine andere. Als Gabbtz allmählich die vollständige Fruchtlosigkeit her Versuche einsah, sich an die moralischen 3nftinfte eines so dickhäutigen Geschöpfes zu wenden, schwieg sie und sank resigniert in ihren Stuhl zurück. Und jetzt begann Herr Fellips au sprechen, ruhig, aber mit au« geprägtem Hohn in jedem Satz „Glaubt bas kleine Fräulein Gabbtz vielleicht, daß man aus dem Lande Rendezvous haben könne, ohne daß jemand etwas davon weiß? Rur deswegen, weil eS dort mehr Bäume gibt, hinter Denen man sich verstecken Fann, als in der Stadt? Glaubt das kleine Fräulein Gabbtz vielleicht, es sei unbekannt, daß ein gewisser ',crr M. sich auf einem hohen Baume ein Vogel- ci'. gebaut hat? Und haß er in diesem Rest :n.tunter kleine Rendezvous hat? Und glauben 0t nicht auch, daß man zuweilen unten hört, hort Droben gesprochen wird? Es ist doch füll im Wald. Man muß sehr, sehr leise sprechen. Damit eS nicht gehört werden soll. Si: und Herr Milltorp haben aber die Gewohn- ", 'ehr laut und deutlich zu reden Und dann 'iuf man auch nicht allzudeutliche Zeichen von -’ nem Turmsenfter auS machen. Der Turm ist c’t 'ehr hoch, und waS von ihm aus signalisiert wird, kann auch von anderen alS dem braßt- loten Empfänger erkannt werden, llnb wenn man gleichzeitig mit mehreren Herren Rendezvous hat, muß man doppelt vorsichtig sein, Herrn Ketzler erkennt man auf eine Meile. Run, ich will die Indiskretionen nicht zu weit treiben, ich will Ihnen nur zeigen, Daß ich so mancherlei erfahren habe." Dann aber mit plötzlicher Schärfe: „Ich kenne alle Ihre netten Pläne. Aber jetzt bin ich es, Der die Drähte in Der Hand hat." Gabbtz antwortete kein Wort. Sie fragte bloß: „Wo ist FobT‘ bull einer ferner Hunde Wache bei der Reiche und ließ niemand heran: er konnte erst roegqelorft werben. nachdem die Frau bes Entschlafenen im Auw Herdei geeilt mar. • Bensheim, 12. Bug. Der Landes verband bei hessischen S ch r e i n e r m e i st e r hält feinen Landesoerbanbstag am 29. unb 30. Äuguft in Bensheim a. b. B ab. Hesscn-Rassau. fpd. Frankfurt a. M, 12. Aug Die Untersuchung in her Mordlache an Der Gattin b<« Generaldirektors Hoof von Der Deutschen Handelsgesellschaft ist noch um keinen Schritt weiter gekommen, obwohl nach allen Seiten um- fanpfeitfe Ermittelungen angestellt werden Die von anderer Seite gemeldet" Verhaftung deS zweiten Direktors trifft nicht zu. Am allerwenigsten kommt der Herr als Täter in Krage Der Direktor hatte Frau Hoos abcnM nach Dem Besuch Des Schumann-Theaters bis vor bie Haustür begleitet und sich bann oon chv verabschiedet Etwa eine Stunde später wurde Die Frau in ihrer Wohnung von einem bisher nicht ermittelten Täter überrascht unh Durch fünf Revolverfchüfse in die linke Bauchseite Io schwer verletzt. Daß sie DienStag nachmittag im städtischen Krankenhause verstarb Frau S)oof erwachte noch einmal aus ihrer Bewußtlosigkeit und konnte Dabei einem Kriminalbeamten in un- zusammenhängender Weise einige Auskünfte geben, die aber nicht ausreichend find, um in bestimmter Richtung nach dem Täter Rachforschungen anstellen zu können Der zweite Direktor wurde am Dienstag lediglich über seine Zusammenkunft mit Der Erschossenen verhört. Dec Gatte tourDe heute vormittag vernommen, konnte aber über die Tat und ihre mutmaßlichen Motive garnichtS auSsagen. So schwebt über Der Tat nach wie vor ein durchaus geheimnisvolles Dunkel. daS noch nach keiner Seite erhellt werden konnte. Rach dem augenblicklichen Stand der Untersuchung kommt Mord in Frage. Geraubt wurde nichts. Man nimmt auch an. Daß Der Täter aus anDeren Ursachen die Tat vollbrachte. Weitere Untersuchungen stellten heute mittag fest, daß Frau Hoof wahrscheinlich in ihrer Wohnstube von einer Person, bie sich in einem Rebenraum versteckt aushielt, überrascht würbe. Die Frau hat Darauf aus ihrem Revolver, Den sie neben sich liegen hatte, auf diese Person zwei Schüsse abgegeben. Die Äugeln ging in die Wand und blieben in der Holzbekleidung stecken. Erft jetzt hat sich Der Fremde auf Die Frau gestürzt, ihr Den Revolver abgenommen und sie bann einfach niedergeknallt. Die Kriminalpolizei verfolgt seit heule nachmittag eine neue Spur nach hem Mörder Die Spur führt nach einer süddeutschen Großstadt, wohin sich heute abend Kriminalbeamte zu Vernehmungen begeben haben. Räheres kann im Interesse Der Untersuchung noch nicht mit» geteit werden. Frankfurt a M., 12. Aug. Der Magistrat hat beschlossen, die Stadt Frankfurt a. M. an einer vom Deutschen Städtetag eingeleiteten Hilfsaktion zugunsten Der oberschlesi- schen Städte zu beteiligen, Die, unter jeweiliger Bewilligung durch Den Deutschen Städtetag, zur Förderung der notwendigsten Äultur- aufgaben, für Die bei her besonderen Notlage Der oberschlesischen ©tähte nichts übrig bleibe, Dienen soll. GS wirb hierzu stabtseitig ein Beitrag von 5 Pfennig pro Kopf Der Bevölkerung geleistet werden. — Eine Stubienkommission s p a- -nischer Ae r zt e wird auf ihrer Deutschlanb- teife in Den Tagen vom 17. bis 19. August auch in Frankfurt weilen unb hier verschiedene Forschungsinstitute und industrielle Werke besichtigen. Der Magistrat wird die spanischen Gäste am 18. August im Römer begrüßen. Hanau, 12. Aug. Die durch bas Marburger MebizinaluntersuchungSamt angestellten Untersuchungen haben ergeben, baß bie Th - phuserkrankungen durch Infektion der Milch in einer hiesigen Molkerei verursacht worden sind, die daraufhin am Samstag geschlossen wurde. Eine Abnahme der Erkrankungen ist heute bereits deutlich w a h r- zunehmen. Die Gesamtzahl der Typhus- unb Paratyphusiranken sowie der Verdächtigen hat sich gegen gestern nur um 1 aus 68 erhöht. In 52 Fällen handelt eS sich um Unterleibstyphus. der bisher zu vier Todesfällen geführt hat. Die Zahl der Parattzphuskranken beträgt fünf und die der Verdächtigen elf. Der Bankier lachte laut auf. Gabbtz sah nun, Daß es nur ein einziges für sie gab. — sa rasch als möglich von hier sorizukommen. aber sie fürchtete, Daß dies nicht so leicht sein werde ..... Und diese Furcht zeigte sich auch begründet: die Doppeltüre war verschlossen. Sie trat zum Fenster. Das ging auf eine Feuermauer hinaus. Gabby hätte hier stehen und eine ganze Woche lang schreien können, ohne baß sie jemand hörte. Sie war allo überllstet, gefangen und faß in einer richtigen Mausefalle. Verzweifelt starrte Gabby einige Minuten vor sich hin, während ihr Fellips in aller Ruhe ihre Lage auseinandersetzte: 1. Das einzige, das Gabby Schuh geboten hätte, wäre der Brief gewesen, der aber eben in der Flamme aufgegangen war. Mit diesem Dokument in der Hand hätte sie ihre Anwesenheit in Fellips' Wohnung erklären können. 2. Die Dienstboten sind hinreichend präpariert. 3. Fellips war imstande, zu beweisen, daß die Doppeltür, die Gabby nicht öffnen konnte, gar nicht verschließbar war. Der Mechanismus war sein Geheimnis. Dies konnte also als Beweis dafür giücn, baß Gabby ganz aus freien Willen bie Nacht im Zimmer des Bankiers zugebracht hatte. 4. Fräulein Gabbtz konnte sicher sein, baß Herr Fellips daran gedacht hatte, Zeugen für den Morgen in Bereitschaft zu haben, der über ihrem Elend an brechen würde. Sc sei ihr persönllch gar nicht feindlich gesinnt, im Gegenteil. Aber er liebte es nicht, — was menschlich wohl auch zu verstehen sei, — wenn Leute auf so wohlorganllierte Weise gegen ihn konspirierten Würde daS gegenwärtige kleine Arrangement ihr die Lust zu weiteren Intrigen nehmen, so wäre sein Ziel erreicht. Wenn nicht, feße er sich gezwungen, den Kamps mit neuen Mitteln auszunehmen. Wie unangenehm es auch an und für sich war, eine so liebenswürdige Persönlichkeit wie Fräulein Gabby zum Gegner zu haben, er weiche Dem Kampf nicht aus. Sie müsse selbst sehen, auf welcher Seite Die Siegesaussichten lagen. Lohnte es^sich denn. Den Kampf fortzusehen und ihre ganze jugendliche Kraft an Amtsgericht Gießen. Gießen, 7. Aug. Ein vielfach vorbestvaster Kaufmann erschien Anfang Iult vormittag» m einer Wirtschaft in Der Neustadt unD bestellte ein GlaS Bier. Dann ließ er sich ein Mittagellen und im Laufe de« Nachmittags eine Portion Wurst mit Brot geben, rauchte mehrere Zigaretten spielte mit mehreren Herrn Skat und trank nach und nach 18 ® I a « Bier. AlS rhn her Witt abends um 9 Uhr zur Za hl ung der Zeche in Höhe von 7L5 Mark aufforberte, stellte sich heraus. Daß Der trinf- und eß luftige Gast keinen Pfennig Geld in der Tasche hatte. Er wurde deshalb Der Polizei überliefert unh wegen Betrugs angcflagt. Heute stellte e« sich m Der Hartptversammlung heran«, daß er wegen her gleichen Zechprellerei en schon achtmal wegen B- trugs unb schon dreimal wegen Rücksall-»betrugs bestraft ist Auch hat er schon sonstige Bor- strasen erlitten. Das Gericht billigte dein Angel tagten mit Rücksicht auf Den nicht allzu hohen Betrag, um den der Witt geschädtgt würbe, zwar nochmals milhcrnhe Umstände zu - andernfalls hätte die geringste Strafe ein Iahr Zuchthaus betragen —. hielt aber doch eine hohe Strafe für angemessen, um den Angellagten endlich auf einen andern Weg zurückzuführen. Cs erfannte deshalb auf zehn Monate Gefängnis unb rechnete ihm hierauf 4 Wochen Untersuchungshaft an. Turnen, Sport und Spiel, Aus der Schachwelt. Vom 9 bis 23. August diese« Iahres findet zu Dedreezin (Ungarn) ein Intern. Meister- (12 Teilnehmer) sowie Hauptturnier (32 Teilnehmer) statt Als sichere Teilnehmer am Meisterturnier gelten P Iohner. Grimselb. Kmoch, Dr. Tarta- kower. Dr. Seitz. Dr. Afztalos, Dr. Voida, Dr. Ragv. Przepiorka, Spielmann, Steiner. Bei dem am 1. November 1925 zu Moskau stattfindenden Internationalen Meistettumier gelten als sichere Teilnehmer: Dr. Gm. Lasker, Rubinstein. Dr. Tattakower, Grünfeld. Rett, Spielmann. Bogoljubow. hierzu kommen noch 3 Internationale sowie 10 russische Meister. Der Vergleich. Von Oberlanbesgerichtsrat Dr. Dowensiepen-Ktel. l. Vergleich ist die vertragsmäßige Beseitigung eines Streits ober einer objdtiüen ober auch nur subjektiven Ungewißheit unter den Parteien im Wege beiderseitigen RachgebenS Objektive Ungewißheit ist nicht erforberlich, auch über nur subjektiv ungewisse Ansprüche kann man sich wirksam vergleichen Das Rechtsverhältnis. über das der Vergleich abgeschlossen wird, braucht nicht gerade schuldrechtlicher Art zu sein, auch dingliche Familien- und erbrechtliche Ansprüche können Gegenstand eine« Vergleichs bilden Zulässig unb rechtswirksam ist daher z. B. ein Vergleich, in dem sich der Beleidigte ober körperlich leicht Verletzte zur Zurücknahme seiner Privatllage ober seines Stras- antrages verpslichtet, auS ihm kann auf die Zurücknahme im Zivilprozeß vor den ordentlichen Gerichten geflagt werden. Iedoch muß das betreffende Rechtsverhältnis, über das die Parteien stch vergleichen, ihrer Verfügungsgewalt unterliegen. Unwirksam ist ein Vergleich über solche Rechtsverhältnisse, Die der freien Verfügung Der Parteien entzogen fmb, daher nichtig ein Vergleich über bas Bestehen einer Ehe oder eines Verwandtschaf tsverhällmss es, ebenso wenig kann em auf einem verbotenen oder unsittlichen Rechtsgeschäft beruhender Anspruch, z. D. aus einem Wucher stch herleitendes vermeintliche« Recht durch Vergleich rechtswirksam gemacht werden. Zulässig ist Dagegen ein Vergleich über Den Unterhaltsanspruch eine« geschiedenen Ehegatten Zulässig ist weiter ein Vergleich gegenüber einem rechtskräftigen Urteil, soweil noch Raum für bie Ungewißheit seiner tatsächlichen Verwirllichung besteht. Iebe Partei, muß Der anderen ein gewisses Opfer bringen.'sonst liegt fern Vergleich vor, sondern entweder beim Gläubiger ein Verzicht oder beim Schuldner ein glattes Schuldanerkenntnis. Der Gläubiger bewilligt etwa Dem Schuldner eine Stundung oder gewährt ehre Herabsetzung he« Zinsuße«. während her Schuldner seine Schuld in vollem Umfange anerkennt. Der Abschluß he« Vergleich« ist grundsätzlich formfrei. Das gilt auch für einen solchen, durch den bie Verpflichtung zur Bestellung einer Hypothek übernommen nxrh Iedoch lamr her Inhalt bcs Vergleich« In besonderen Fällen bie Beobachtung einer Form notwendig machen. Der 2. verspricht z. B. vergleichsweise hem B. die Uebereignung eine« Grundstücks Hierfür ist nach § 313 B. D. B. Die gerichtliche ober notarielle Beurkundung erforderlich Der Vergleich zwischen dem Vater und feinem unehelichen Kinde über dessen zukünftigen Unterhalt oder eine statt dellen zu gewährende einmalige Kapitalabfindung bedarf her Genehmigung de« Vormundschaft-gerichts (§ 1714 D. G. B). Der Zwangsvergleich im Konkurse bedarf her Be- ffätiqung durch da« Konkursgericht Der Vergleich zwischen Erbschaftsprätendenlen. durch den sie hen zwischen ihnen bestehenben Streit, wer Erbe sei. baburd) beendigen, haft sie sich gegenseitig al« gleichberechtigte Erben anerkennen, beharf her gerichtlichen oder notariellen Beurkundung. Eine sehr wichtige Abart des Vergleichs ist her Prozeftvergleich, d. h. ein Vergleich. der nach Erhebuna Der Klage oder in einem Güt «verfahren zwischen Den Parteien ober zwischen einer Partei unh einem Drillen, z. D zwischen Dem Gläubiger unh Dem Bürgen zur Beilegung des Rechtsstreites seinem ganzen Umfange nach oder in betreff eine# Teile« des Streitgegenstände« vor einem deutschen Gericht - - also nicht gerade notwendig dem P geeicht — ober vor einer Gütestelle abgeschlossen ist. (§ 794 Z. 1 der Zivilprr»eßordnung s Wirksam abgeschlossen ist ein solcher Vergleich erst mit seiner — § 160 Z. 1 Der Zivilprozeftorbnung — vorgeschriebenen Beurkundung tm Protokolle, bas Den Parteien zur Genehmigung vorzulesen ist. Rur cm materiell unD formell gültiger Prozeßvergleich kann einen anhängigen Rechtsstreit endgültig erledigen. Die angemiche Unwirkfam- feit eines Vergleichs kann daher durch Fott- sehung des Prozesse« geltend gemacht weiden DaS Urteil des Gerichts muß dann entscheiden, ob ein wirksamer Vergleich zustande gekommen ist und den Rechtsstreit beendigt hat. Der - wirksame -- gerichtliche Vergleich hat den großen Vorteil, baß er genau so wie ein gerichtliches Urteil einen vollstreckbaren Schuldtitel harbictet. und daß hie Ansprüche au« ihm erst nach 30 Iähren verjähren, mag auch Der Anspruch aus Dem ihm zu Grunde liegenden Rechtsverhältnis in einer weit kürzeren Zeit verjähren. (Schluß folgt.) Rundfunk-Programm des Frankfurter Gender-. (AuS der »Radio-Umschau".) Freitag. 14. August. 3Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4Uhr Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle 4 Uhr: WirtschaftSmclbungen. 4.15 Uhr: Nachrichtendienst Der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. — 4.20 Uhr. Nachrichtendienst. 4.25 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bi« 6 Uhr: Haussrauen-Nachmittag. — Programm u. a.: „Bereitschaft zur Krankenpflege im Hause", Vortrag von Dr. Franz Wols. 6 Uhr W'rt- schaftSmelbungen. 6 bis 6.30 Uhr. Die Lesestunde (Meisterwerke der Wellliteratur): AuS „Don Quichote" von Tervantes. 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bi« 7.15 Uhr: Die Besprechung. 8 bi« 8.30 Uhr: Vortrag von Pfarrer Lic. Dr. Dr. Schwarzlose: „Dalmatien, ein wunderbare« Reiseziel der Gegenwart". 8.30 Uhr: Wiener Blut, Operette in drei Akten, von Iohann Strauß, Musikalische Leitung: Kapellmeister Albert Mischel. — Anschließend: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst. ....... "■ ■ ■ ■ , ■ ■■ ■ i DieSorge jederHausfrau istes haftbar, wohlschmeckend, und gut bekömmlich enuu* kochen. Unerreicht hierin als Einmach-und Sveife- Eisig ist der selbst Magenkranken empfohlene Citrovin-Essig Verlangen Sie daher nicht Essig, sondern ausdrücklich €:itrovtn-E*sig. 1 Flasche — 3—4 Ltr. gebrauchst. Eisig, daher nicht teurer al» guter Essig. ein so hoffnungsloses und übrigen« auch wenig ehrenvolles Unternehmen zu verschwenden, sich gegen das Privatleben eines Menschen zu verschwören? Nein, war es nicht doch bas Klügste und Sicherste für Fräulein Gabby. bie Situation zu nehmen, wie sie war? Uebrigens hatte er auch für eine weniger tragische, für eine nette Lösung vorgesehen. „Dort brühen in Der Ecke." schloß Fellip«, „steht ein Eiskübel mit ein paar Flaschen Eham- pagner/' Gabby ftanb blaß und still vor ihm. „Zerbeißen Sie sich nicht so schrecklich ihre kleinen Lippen, Gabby," sagte der Bankier sanst, „sondern geben Sie mir lieber ein zweiteSmal Gelegenheit, Ihnen ein glänzendes Zeugnis al« aufmerksames Serviermädchen auszustellen. Rehmen Sie Den Champagner und füllen Sie Die Diäter?" Gabby würdigte chn nach wie vor keiner Antwort. Sie starrte unablässig auf das Teppich- muster „Ich sehe, baß Ihr kleines Hirn noch immer gewaltsame Gedanken hegt. Was hat das für einen Sinn, nehme i Sie endlih Vernunft an ... .** Gabby wandte ihm den Rücken und ging langsam zum Fenster. „Ich glaube,“ fuhr Herr Fellips fort. „Daß ein intelligentes MäDchen wie Sie aus einer unabänderlichen Situation doch die nötigen Schlüsse ziehen sollte. Entweder führt man eine Sache durch, oder sie mißlingt. Ihnen ist sie im Spiel gegen mich mißlungen. In eine solche Lage fügt man sich Dann einfach, je früher, desto besser. Und, lagen Die, weiß denn Ihre anerfennen«- toerte frische Energie keine besseren Aufgaben als Ränke zu schmieden? Ich bin nicht rachsüchtig .....“ Krach? Auf Fellips' Schreibtisch stand ein schwerer Briefbeschwerer, ein Stück einer Eisenbahnschiene. Gabbtz hatte sich blitzschnell um- gewandt unb ihn gegen Fellips' Kopf geschleudert. Er sauste einen halben Zentimeter an seinem Ziel vorbei und zertrümmerte an Der Wand das Glas einer Lithographie. Sie zielen nicht übel,“ sagte Fellips kaltblütig, „aber Ihre Auffassung vom Eharakter einer Liebesstunhe stimmt mit her meinen nicht überein. Ich ziehe mich daher auf einige Stunden zurück, — und nehme die Zündhölzchen mit mir. — nur ihretwegen, gestehe ich offen. Uebrigens ist mein ganzes Mobiliar versichert." XVIII. lieber ben Nutzen von Thampagner- flaschen. Der Bankier schlug die WohnungStür hinter sich zu, -- seinen Leuten brauchte er feine weiteren Weisungen zu geben. — alleS war vorgesehen. Aus der Treppe blieb er einen Moment stehen und lauschte hinauf Richt ein Laut war au« der Wohnung zu hören. Es wäre übrigens ganz gleichgilttg gewesen. Auch wenn das Mädchen nach Leibeskräften geschrieen hätte, hätte die« keine Rolle gespielt. Herrn Fellips' Privaträume waren sehr gut isoliert, und bie Wohnung unter ihm zufällig unbewohnt. Mit einem schadenfrohen Lächeln zündete et sich eine Zigarre an, summte eine Operettenmelodie und ging die Treppe weiter hinunter. Auf der Straße rief er bas erste Auto an unb gab Dem Ehausseur die Adresse seines Klubs. Rur einige Minuten sauste das Auto durch bie herbstlichen, entlaubten Straßen in Die kleine, vornehme Gasse, in Der der Klub lag. Es war noch ziemlich früh am Abend und der große Klubfaal alle- eher demr voll. An einem Tisch spielte man Karten, Da und Dort faßen einige kleine Gesellschaften bei einer Zigarre oder einem Grog. Fellips blieb einen Augenblick an Der Türe stchcn, tauschte einige gleichgillige Worte mit Baron von Dchlodien unb bem Fonbsmäller Stern, unb ging bann» nach rechts und links grüßenb, weiter. Weil er an so vieles andere zu denken hatte, entging e« ihm vermutlich, baß die Grüße, mit Denen man die feinen erwiderte, viel mehr Neugier, Staunen oder Furcht ausdrücklen al« Freundschaft. Als Fellips außer Hörwelle gekommen war, sagte Der Fondsmäkler Stern: „Was man stch alle« von diesem Teufelskerl erzählt ....." „3a. kornisch, nicht wahr," antwortet» Baron (Fortsetzung folgt) MV Einzelpaare für Damen und Herren sehr billig. 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August, nachmittags 4 Uhr, vorn Sterbehause aus statt. 7657V Großfilm nach dem bekannten Roman von Victor Hugo. Gießener LnrnersW. Zwecks Einteilung der Teilnehmer an: MNMiisIM Samstag, 15. ds. Mts., bitten wir unsere Mitglied., sich ImeMg,L abends 8 Ubr. in der Turnballe, Stetnstrahe 3, etn- zusinden. Allseitiges Erscheinen Ehrensache. 76«d Die Leiter. Jg. Hühner, beste Lege- rasse.zerleg« bare Ställe lief.bUL ßefltigelholi. Mergentheim P. 30. Katalog frei. 15-19id 140 160. gesucht. 7661D Bcllljiw Wo.-Slilltecei Scknlstratze 7. Grotze Sendung Einmachgurken, Stück 2 und 3 Pf., Salatgurken, Stück 5 Pf., eingetroffen. Verkauf Freitag früh, von 8 Uhr an, im Hofe Neustadt 19. 06673 Tel. 1051. Frau Frosch. Zuverläss., flettzigeS Mädchen für vormittags oder f. länger gesucht, new« Gr. Stellltveg 23 n. für Bureau mit guten Umgangs- formen, aus acht« barer jXamilie gesucht. Gelegenheit aut Ausbildung als Stenotypistin. Anfragen durch 17645V zendmeArm.N. 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