nr. 161 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monatr-Bezvgspreir: 2 Goldmark u. 20 Bold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschästsstelleäl. Anschrift für Drahtnach- richten. AnzeiaerSiehen. postscheäronlo: Zrantfurt a. M. 11686. Blatt 175. Zahrgang Montag, 15. Juli 1925 GickenerÄineiaer General-Anzeiger für Oberhefsen vniä und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäls-Buch- und Ztcindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Prei: für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichb, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift20* /?iuf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein, für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Der deutsch-polnische Zolltarif. Die Antwort der deutschen Delegation Berlin, 12. 3uü. (XU.) Die polnische Delegation hat, wie am 9. ds. Mts. mitgeteilt wurde, in ihrer Antwort auf die letzten deutschen Vorschiäe -um vorläufigen deutsch-polnischen Wirtschaftsabkommen ihre schon früher gestellten Forderungen, die deutscherseits als unannehmbar bezeichnet worden waren, in vollem Umfang aufrechterhalten. In fernem am Freitag überreichten Antwortschreiben hat-der Vorsitzende der deutschen Delegation erneut darauf hingewiesen, daß man auf deutscher Seite wiederholt den von der Gegenseite geäußerten Wünschen entgegenaelom- men sei, das letzte Angebot aber das Aeu- ß e r ft e darstelle, was vom Standpunkt der Interessen der deutschen Wirtschaft zugestanden werben könne. Auch der Vorschlag der polnischen Delegation, ein Abkommen ohne zolltarifliche Meistbegünstigung zu schließen,, das nur die Anpassung des beiderseitigen Warenaustausches seinem Werte nach bezwecken soll, sei praktisch undurchführbar und würde letzten Endes daraus hinauslausen, daß die als Kampfmaßnahme ausschl. gegen Deutschland gerichteten Einfuhrverbote vom 20. Juli 1925 aufrechterhalten und damit den seit einem Jahrzehnt gegenüber allen Ländern bestehenden Kohleneinfuhrverboten gleichgestellt würden. Ein Abkommen in dieser Form könne auch schon deshalb nicht in Frage kommen, weil für Deutschland die zolltarifliche Meistbegünstigung eine unumgängliche Voraussetzung für jede, auch nur provisorische Regelung des Wirtschaftsverkehrs bildet. Bei dieser Sachlage scheine in der Tat, solange die polnische Delegation ihren Standpunkt meßt ändert, eine Einigung nicht möglich. Gleichzeitig hat aber der Vorsitzende der deutschen Delegation erklärt, daß die deutsche Regierung das von ihr gemachte Angebot aufrechterhalte und jederzeit bereit ist, auf dieser Grundlage die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Sie wurde auch jede Anregung der polnischen Delegation, die eine Möglichkeit für die Anbahnung einer Verständigung bieten könnten, einer sorgfältigen und ernsthaften Prüfung unterließen, um d.e von der deutschen Regierung lebhaft beklagte Unterbrechung des Wirtschafts- Verkehrs zwischen den beiden Ländern so rasch wie möglich zu beseitigen. Räumung von Bochum und Gelsenkirchen Bochum, 12. Juli. ITU Das irau^iuche Infanterie-Regiment 91, die S lamm truppe der Stadt Bochum, rückte a.a Sonnabend nachmittag um 4 Hör unter tlingendem Spiel zum Hauptbahnhof. wo die Truppen verladen wurden. Die bisher hier in Garnison liegende Artillerie-Abteilung 22 rückte feldmarschmäßig vollkommen neu ausgerüstet in Richtung Castrop ab. Die Stäbe und Militärgerichtshöfe ausgenommen, kann die Stadt als geräumt betrachtet werden. Auch in Gelsenkirchen hat die Verladung von Hee.esina crial begonnen. Seit Freilag ist die gegenwärtige noa) etwa 1000 Mann starke Besatzung damit beschäftigt, Kleider und Wa c.i aus de ; Schn e ortzuschas.en. Die ersten Sonderzüge sind in der vergangenen Rächt in der Richtung nach Frankreich abgefahren. Es dürste noch eine Woä e dauern, khe das umfangreiche Material endgültig verladen worden ist. Die deursch-n Zeitungsverleger in Königsberg. Königsberg, 11. Juli. (WB.) Bei dem Empfang der Mitglieder des Vereins Deutscher Zeitungsverleger durch die Stadt Königsberg in der Albertus-Universität richtete Bürgermeister Gördeler' in Vertretung des im Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters Lohme her einen herzlichen Willkommengruß an die Erschienenen und gedachte des so plötzlich dahingegangenen Mitgliedes des Vereins, Albert Broschek. Der Redner begrüßte alsdann die Vertreter der Reicks- und Staatsbehörden sowie die Ehrengäste, oesonders den Mann, dessen Harne im letzten Jahre den Erdball durcheilte: Dr. Eckener. Ramens der Albertus-Universität entbot Rektor Professor Dr. Litten einen herzlichen Willkommengruß und wies in seinen Ausführungen auf die enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Presse hin. Bei dem anschließenden Frühstück i in Tiergarteir hielt Oberpräsident Siehr eine Ansprache, in der er die Tagung namens der Reichs- und Staatsbehörden als Oberpräsident der Provinz Ostpreußen begrüßte. Anschließend fri ran wurden noch Trinksprüche auf den neuen Ehrendoktor Albertina und den Chefredakteur Alexander Wyneken sowie auf Dr. Eckener ausgebracht. Der Vorsitzende des Vereins, Kommerzienrat Krumbhaar, hielt eine Rede, in der er feiner Freude Ausdruck gab über die Verleihung der Würde eines Ehrendoktors der staatswiffen- schastlichen Fakultät der Universität Königsberg an das Verstandsmitglied des Vereins, Alexander D y n e f e n, den Herausgeber der „Königsberger Allgemeinen Zeitunv". führte Krumbhaar Ein deutsch-französisches Teilabkommen. Ein Saargebietsvertrag unterzeichnet. Paris, 11. Juli. (WTB.) Die Besprechungen, die in den letzten Tagen zwischen Staatssekretär Dr. Trendelenburg und Handelsminister C h a u m e t und zwischen den beiderseitigen Delegationen über die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen stattgefunden haben, haben erfreulicherweise noch zu einem Teilergebnis geführt. De- kanntnch wurden in den letzten Monaten neben den allgemeinen Verhandlungen über die Regelung gewisser, besonders dringlicher Wictschastsfragen des Saargebietes verhandelt. Diese Beratungen sind nach schwierigen Verhandlungen der letzten Tage und Rächte heute morgen zum Abschluß gelangt. Der Text eines Abkommens ist im Auftrag der beiden Delegationen von Geheimrat von Friedberg und von Ministerialdirektor S e r r u h s bereits paraphiert worden und wird im Laufe des heutigen Tages von Botschafter von Hoesch und Staatssekretär Dr. Trendelenburg und den Ministern Driand und Chaumet in deutscher und französischer Spraye unterzeichnet werden. Da die heutigen Verhandlungen unterbrochen worden sind, mußte das Sonderabkommen über das Saargebiet, das bisher als ein Zusatzabkommen zum deutsch-französischen Handelsvertrag gedacht war, in einen etwas engeren Rahmen gestellt werden. Dies gilt besonders für die Dauer des Abkommens, die in Erwartung der weiteren Verhandlungen nur auf vier Monate bemessen ist. — Im übrigen besteht der wesentliche Inhalt darin, daß über die Ausfuhr gewisser Erzeugnisse des Saargebietes ins.deutsche Zollgebiet und die Einfuhr gewisser deutscher Rohstoffe und Fertigfabrikate ins Saargebiet Zollfreiheit oder Zollvergünstigungen gewährt werden. Die Gründe dafür liegen in den ganz besonders gearteten allgemeinen und wirtschaftlichen Lerhälnissen des Saargebietes, das, wie bekannt, nach dem Friedensvertrage von Versailles einen vorübergehend der Verwaltung einer Völker» biindskommission unterstellten und zugleich dem französischen Zollsystem eingeordneten Teil des deutschen Reichsgebiets bildet. Die Erwägung, daß die Wirtschaft des Saargebictes schwerste Gefahr laufen würde, wenn ihr nicht wenigstens bis zu einem gewissen Maße der deutsche Markt sowohl als Absatz- wie als Bezugsgebiet gewahrt bliebe, hat die Einräumung dieser Vergünstigung nötig gemacht. Für die Ausfuhr gewisser deutscher Maschinen, die für die Inganghaltung der Produktion des Saargebietes unentbehrlich sind, ist ein besonderes Verfahren vorgesehen. Einen her wesentlichsten Punkte des Abkommens bildet natürlich die zollfreie 5 e e nnahme von 6aare’.fen nach dem deutschen Zollgebiet. Bekanntlich hatte diese Hereinnahme einen Teil der zwischen den beiberfeitigen Eisenindustrien am 6 Juni in Luxemburg getroffenen Abmachu i- gen gebildet. Diese privatwirtfchaftliche Regelung, die übrigens noch nicht in allen Einzeih:i en zu einer Einigung geführt hat, war von vornherein an das Inkrafttreten des deu.'sch- französischen Wirtschaftsabkommens geknüpft worden. Infolge der Vertagung der deutsch-französischen Verhandlungen kann das Luxemburger Abkommen vorläufig gleichfalls nicht in Kraft tretm. Hierdurch haben sich für die Frage des Saarg biet es Schwierigkeiten ergeben, da französischersnts für die vier Monate, während der das Abkommen über das Saargebiet Gültigkeit haben soll, ein gewisser Ausgleich zwischen den Eisenindustrien des Saargebiets und I Lothringens gefordert wurde. Eine dieser Schwierigkeiten hat ihre Erledigung dadurch gesunden, daß privatwirtscha'tliche Verhandlungen zwischen den Eisenerzeugcrn im Saargebiet und in Frankreich unverzüglich hierüber eingeleitet werden sollen. Die beiden Regierungen haben sich vvr- genommen, den Austausch der Ralifizierungs- urkunden von dieser Einigung abhängig zu machen. Um diesen vorübergehenden wirtschaftlichen Ausgleich zu erleichtern, ist ferner das Abkommen an die Voraussetzung geknüpft worden, daß während seiner Dauer eine Erhöhung der deutschen Eisen'ölle, soweit eine solche nicht für einzelne Positionen in der jetzt dem Reichstage dcrl. egenden Zollnovelle schon vorgesehen ist, nicht stattfindet. Es handelt sich dabei lediglich um die formelle Bestätigung eines Zustandes, der auch ohne diese Abmachung bestehen würde. Die französische Delegation hatte außerdem die Befürwortung geäußert, Deutschland könnte während der Dauer des Abkommens den Eisenausgleich zwischen dem Saargebiet und Lothringen dadurch gefährden, daß es dritten Staaten besondere Vergünstigungen einräumt. Bestimmte Zusagen in dieser Hinsicht könnten chren Grund jedoch nur in einem allgemeinen deutsch-fran- zösischen Wirtschaftsabkommen haben. Die deutsche Regierung habe sich deshalb nur auf die Erklärung beschränkt, sie habe ausdrücklich nicht die Absicht, eine Veränderung eintreten zu lassen. Insbesondere in dem ganz unwahrscheinlichen Falle, daß infolge nicht vorausgcs heuer Umstände eine Verä d rung I och eintreten sollte, und Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich alsdann nicht zum Ziele führen würden, würden entweder die Eisenabmachungen außer Kvaft gesetzt werden, oder Frankreich könnte von einem besonderen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Überdies ist das ganze Abkommen un er ein allgemeines, beiderse ti'.eS Kündigunzs echt gestellt. Da das französische Parlament bereits in der Rächt zum Sonntag feine Sommerferien beginnen wird, werden Kammer und Senat noch heute mit dem Abkommen befaßt werden. Es besteht alle Hoffnung, die Zustimmung des französischen Parlaments noch vor feinem Aus- einanvergehen zu erlangen. Staatssekretär Tredelenburg reift heule mit der deutschen Delegation nach Berlin ab. Das Abkommen wird alsoann unverzüglich dem Reichsrat und dem Reichstag nörgeligt werden, so daß es auch in Deutschland noch vor den Parlamentsierien gen hmigt werden kann. Außer dem Saarabkimmen und dessen .Schlußprottkvll wird heute ferner zwischen Staatssekretär Dr. 2reXlcnburq uni) Hanbelsminister Chaumet das bereits in Aussicht gestellte Protokoll unterzeichnet, nachdem sich die beiden Delegationsführer am 10. September 1925 zu erneuten Besprechungen in Paris zusammenfinden und die b.ioen Regierungen sich verpflichten, in der Zwischenzeit von Maßnahmen abzusehen, die ausschließlich oder besonders gegen den anderen Teil gerichtet sind. Das Saarodtiommen von Kammer und Senat angenommen. Berlin, 12. Juli. (XU.) Die Morgenbiälter melden aus Paris: Die Kammer hat geifern nachmittag den Gesetzentwurf über das zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossene Saarabfom- men debattelos angenommen. Auch der Senat hat das Abkommen einstimmig gulgeheitzen. u. a. aus: Der Verein Deutscher Zeitungsverleger, die große, das ganze deutsche Zeitungswesen von dieser Nordostmark bis zum Oberrhein und von der Nordsee dis zu den Alpen umfassende Organisation, die heute auf ein Bestehen von über einem Menschenalter zurückblicken darf, sieht seine Aufgaben nicht etwa lediglich in der Förderung der wirtschaftlichen Belange des deutschen Zeitungswesens, sondern weit darüber hinaus in der Pflege und Förderung aller Fragen und Angelegenheiten, die den geistigen Inhalt der Presse und den redaktionellen Teil der Zeitung' betreffen. ‘IHbcrt Broschek 7*. Albert Broschek, der Herausgeber des „Hamburger Fremdenblatte s", eine hervorragende Persönlichkeit im deutschen Zeitungswesen, ist während der Vorstandsberatung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, die der Hauptversammlung voranging, in Königsberg unerwartet im 69. Lebensjahre gestorben. Er hatte sich eifrig an den Beratungen beteiligt Es fiel daher auf, daß er heute mittag nicht erschienen war. Seine Freunde suchten deshalb fein Hotel auf und fanden ihn, als sie fein Zimmer betraten, in scheinbar tiefem Schlafe. Der herbeigerufene Arzt stellte fest, daß Broschek einem Herzschläge erlegen war und zwar offenbar in der vergangenen Rächt. Die deutsche Presse verliert in Broschek einen mit seltener Tatkraft und außergewöhnlichen Fähigkeiten begabten Zeitungsmann und eine ausgezeichnete sympathische Persönlichkeit. Ein Geleitspruch Hindenburgs. Königsberg, 11. Juli. Reichspräsident von Hindenburg widmete dem Verein deutscher Zei- tungoerleger anläßlich seiner 31. Hauptversammlung in Königsberg einen Geleitspruch, in dem er seinem Wunsche Ausdruck gibt, daß das Ergebnis der Beratungen des Vereins dem Lande und dem Stande zum Segen werden möge. Auch Reichskanzler Dr. Luther wünschte in einem Grußwort der Tagung besten Erfolg und sprach die lleberzeu- gung aus, daß die deutsche Presse den unzerstörbaren und unveräußerlichen Lebensrechten des deutschen Volkes Gehör und Achtung verschaffen werde. Außenminister Dr. Stresemann hat sich aus Anlaß der Tagung über die Beziehungen zwischen Presse und Außenpolitik ausgesprochen. Er schließt seine Erklärungen mit den Worten: So trägt jede Zeitung und jede Zeile einer Zeitung ein Stück Verantwortung für das freie Deutschland der Zukunft, das unser Wille schaffen soll. Ein Glückwunschtelegramm des preuhischenMinisterpräfidenten. Berlin, 11. (Juli. (WTB.) Der preuß. Ministerpräsident richtete an den Verein Deutscher Zcitungsverleger in Königsberg folgendes Telegramm: Dem Verein Deutscher Zeitungsverleger wünsche ich zugleich namens der preußischen Staatsregierung zu seiner 31. Haupltagung in der Hauptstadt der Provinz Ostpreußen, die vor 5 Jahren in dem überwältigenden Abstimmungskrieg sich zu Preußen und Deutschland bekannte, einen guten Erfolg bet Tagung. Gerade jetzt, da wichtige Verhandlungen auf dem innen- und außenpolitischen Gebiet nach Entscheidung drängen, ist eine ihre Verantwortung freudig tragende deutsche Presse von allergrößtem Wert. Der Unterstützung der preußischen Staatsregierung kann die deutsche Presse in diesem Falle stets gewiß sein. gez. Braun. Abstimmungsfeier in Allenstein. Al len st ein, 11. Juli. Die 5. Wiederkehr des Abstimmungögedenktages wird hier am 11. und 12. Juli unter allgemeiner Anteil nähme der Bevölkerung in Stadt und Land und namentlich auch der Heimattreuen Ost- und West- preußen aus dem Reiche festlich begangen. Von Ehrengästen sind erschienen der preußische Kultusminister Decker, Staatssekretär M e i st e r vom Innenministerium, Dr. Fuchs, Oberpräsident der Rheinprovinz, Landeshauptmann D r e n n e ck, Dr. von L 0 e s ch Vertreter vom deutschen Schutzbund, ferner der Vertreter Ostpreußens bei dec Staatsregierung Dr. Frankenbach, verschiedene Reichstags- und Landtags abgeordnete, sowie Deputationen aus dem Rheinbund Und zwar als Vertreter der Zentrumspartei Dr.H a m- macher, als Vertreter der Demokratischen Partei Dr. Holzapfel und als Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Generalsekretär R i e t m o 11 e r. Die Stadt ich reich geschmückt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am heutigen Samstag stand die feierliche Weihe des Theaterneubaues Süd des ostpreußischen Landestheaters. Angesichts des stattlichen Rohbaues, der im Herbst seiner Bestimmung übergeben werden soll, begrüßte Oberbürgermeister Zü l ch, als Vertreter der Regierungsstadt Allen- ftein, die Erschienenen. Bei der Weihe des Grundsteins des AbstimmungsdenkmalS am Sonn ag hielt Freiherr v. Gayl die Weiherede. „Wir belennen uns," so tagte er, „feierlich zu dem Oelfanfen, daß das deutsche Volk ein sittliches Recht daraus hat, einen Staat der Deutschen zu bilden, der alle Glieder unseres Volkes umfaßt. Rie und nimmer verzichten wir auf einen deutschen Menschen und einen Fußbreit deutschen Bodens. Mit besonderer Liebe gedenken wir der Volksgenossen am Rhein. Die Erfahrungen mit den deutschen Volksabstimmungen von 1920 foILen die Staatsmänner Europas lehren, daß ihre Versuch? zur Befriedung eines schwer erschütterten Erdteiles zum endgültigen Zula nmenbruch führen muf en, wenn sie weiterhin das sittliche Gebot der Artung des einen Volles vor dem Dcftelnsrecht des anderen außer Acht lassen Voraussetzung für öic Rolle, die Deutschland dereinst spielen soll, sind he.bischer Sinn, innere Geschlossenheit und ri- ! ge Einstellung aller ©beiter zum S:aat. Alle drei Voraussetzungen haben wir erfüllt, als die Rot unserer Heimat am größten war und als es u.n die Frage ging: deutsch oder polnisch. Dem Geist der Tage von 1920 sei daZ Denkmal geweiht. Das Land, auf dem wir stehen, sei h.-i.i- ge3 Land." Der Ge ang des Deutschlandliedes ende e die Feier. Der preußische Ministerpräsident Braun h:t anläßlich der Abftimmungcgedenkfeier an den O. r- Präsidenten Siehr folgendes Telegramm gesandt: An persönlicher Beteiligung zu meinen' leb« haften Bedauern leider behindert, versichere ich auf diesem Wege die Bevölkerung des ost- und weit- preußischen Abstimmungsgebietes meines wärmsten Gedenkens zum heutigen Tage. Die vorbildliche 1 nd würdige Haltung der gesamten Bevölkerung am Abstimmungstage vor nunmehr fünf Jahren war ein einziges mannhaftes Bekenntnis zum deutschen Vaterland und wird in der Geschichte Preußens u d Deutschlands unvergeßlich sein. Sie sickert der abgetrennten Provinz alle Zeit die Dankbarkeit und die besondere Fürsorge des Staates. Deutsche Rosenschau in Mainz Mainz, 11. Juli. (WD.) Unter zahlreicher Deiteiligung der von Rach und Fern herb:i- gceilten Rosenfreunde wurde heute mittag 12 11 ;r durch einen Festakt die Deutsche Rosen- schau in Mainz eröffnet. Oberbürgermeister Külp - Mr inz begrüßte die erschienen Gäste insbesondere die Vertreter des hessischen Gesamt- ministeriums, den Minister v. Brentano, Cen Landtagspräsidenten, die Vertreter der Geistlichkeit, sowie der Reichs-, Staats- und Kommuna.- behörden, den Präsidenten der Reichsbahndirektion, sowie die Vertreter der behördlichen und freiwirtschaftlichen Org xr.ifatioren. Als ein leuc'- tendes Beispiel deutschen Gewerb'flcißes, 0 führte Oberbürgermeister K ü l p aus, offenbare die Rosenschau die tiefe Sehnsucht des heutigen Geschlechts, die starren Fesseln des Materialismus zu sprengen und Farve und Duft ins graue Allerlei, ins Alltägliche, zu tragen. Die Ausstellung gibt uns Beweise deutscher Gemütstiefe, deutschen Fleißes und deutscher Tüchtigkeit, dank deren wir Deutschlands glänzenden Aufstieg nach seiner politischen Einigung erleben dürften. Als Söhne des Rheinlandes sollen wir fein und bleiben, schloß der Oberbürgermeister. Bannerträger deutscher Schafsenskrast und deutscher Kultur und mit ganzem Herzen auch treue Kinder des schönen deutschen Vaterlandes. Begeistert stimmten dir Anwesenden in das Hoch auf das deutsche Vaterland ein. Bei dem Festmahl, das im Stadtparkrestaurant stattfand, ergriff auch der hessisch, Minister des Innern v. Brentano das Wort, indem er die Grüße der hessischen Staatsregierung überbrachte und der in der Ausstellung niedergelegten Arbeit Anerkennung zollte. Sein- Rede klang aus in die Worte: Gott schütze und schirme den deutschen Rhein! Die Desatzungsbehörde hat zur Deutschen Rosenschau das Beflaggen von Privatgebäuden verboten. Das Schmücken mit Gir- llrnden und Blumen wurde gestattet. Am 20. d. M. jedoch muß jeder Schmuck beseitigt fein. Eine Reihe von früheren Armeemärschen ist aus den Programmen der einzelnen Veranstaltungen gestrichen worden. Aufwertungsfragen im L utschen Reichstag Berlin, 11. 3uli 1925. Das Haus tritt in die Beratung des § 2 es Hypothelenaufwertungsgesetzes ein der die Errechnung des Goldmar^detrages regelt. Abg Dr. Best (Völk.): Die Berechnung des ^oldmarküctrages nach dem Dollarstandc des Erwerastages sei untragbar. Der Redner seht ich demgegenüber für seinen Antrag ein, der die Ermittlung des Goldmarkbetrages nach der inneren Kauskra t der Mark an dem Tage der Entstehung des Anspruches vornehmen will. Abg. Saupe (Soz.) schlicht sich dreier Auffassung an. Die Regelung in der Vorlage fei geeignet, dem armen Gläubiger Sand in die Augen zu streuen. Auch der Grohhandelsinder sei keine geeignete Handhabe für die Errechnung des Goldmarkroertes. Außer den eigenen ftatt- stischen Angaben der Regierung ergebe sich z. B., daß ein Gläubiger für 10 000 Papierman anfangs 1923 22 Doppelzentner Roggen kaufen konnte. Mit dem auf Grund der Vorlage errechneten Geldwertes könne derselbe Gläubiger nur noch 11 Doppelzentner heute kaufen (Hört, Hört, links.) Zum § 4, der die Hohe des Auf- Wertungssatzes von Hypotheken auf 25 Prozent festsetzt, begründet Abg. Keil (Soz.) seinen Antrag auf Erhöhung des Aufwertungssatzes auf 40 Prozent Die Lösung der Vorlage stelle den Gipfel der Ungerechtigkeit dar, noch dazu bei Berücksichtigung der in der Vorlage festgesetzten einseitigen Härtellauscln, die nur eine derung des Satzes von 25 Prozent beim Vorliegen einer individuellen Rotwendigkeit für den Schuldner, nicht aber eine Erhöhung zugunsten des Gläichigers zulasse, wenn auch der Schuldner zu dieser Erhöhung an und für sich unstcmde Ware. Die Sozialdemokraten wollten, den Sah von 40 Prozent nicht als „Höchstsatz" betrachten, sondern die Möglichkeit zulassen, jeweils aus Antrag des Schuldners oder Gläubigers den Satz zu ermäßigen oder zu erhöhen . Abg. Seiffert (Völl. A.-P.): Es seien keinerlei Beweise erbracht worden, daß gerade 25 Prozent den richtigen Wert darstellen. Dieser Prozentsatz sei aus der Luft gegriffen trorben. Darin liege ein Derfassungsbruch. Seine Partei verlange für einen solchen Beschluß eine /30 Mehrheit, sonst sei das ganze Gesetz reckM- wibri ;. Sei cs denn wirtlich recht, wenn einem alten Handwerksmeister oder Beamten oder Arbeiter, der sein Leben lang für einen sorgenfreien Lebensabend spart und seine Ersparnisse mündel- sicher in einer Hypothek angelegt habe, so gut wie alles weggenommen werde? Abg H ö l l e i n (Komm.) behauptet, daß von diesem § 4 das Schicksal der werktätigen Dc- völlerung abhänge. Die Expropriation der kleinen Sparer und kleinen Rentner werde hier zur Tatsache werden. Der Redner nennt den Zusatz der Vorlage skandalös und seht sich unter dem Beifall der Kommunisten für eine sofortige Verzinsung in Höhe von 5 Prozent ein. Dann nimmt das Haus die noch rückständigen Abstimmungen vor. Der § 1 der Vorlage wirb mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten und Völkischen angenommen. Auf Antrag des Abg. Kell wird hierauf eine namentliche Abstimmung vorgenommen über einen Antrag Dr Bests, der an Stelle der im § 2 der Vorlage fest gestellten Art der Ermittlung des Gowmark- betrages nach einem Mittellurs von Dollarkurs und Großhandelsindex am Tage des Erwerbes, setzen will 6ie Ermittlung des Goldmarkbetrag^ nach der inneren Kaufkraft am Tage der Entstehung des Anspruches. Die namentliche Abstimmung ergibt mit 225 gegen 131 Stimmen ' Bei drei Stimmenthaltungen die Ablehnung des . Antrages Dr. Bests, so daß es also bei der Fassung der Kompromißparteien ' 61G ^ud) über die sozialdemokratischen und völkischen Anträge auf Erhöhung des im § 4 der Vorlage festgestellten Aufwertungssatzes für Hypotheken von 25 auf 40 Proz. wird die Abstimmung namentlich vorgenommen. Die namentliche Abstimmung ergibt die Ablehnung der Anträge des Dr. Best und der Sozialdemokraten mit 217 gegen 40 Stimmen Bei drei Stimmenthaltungen. Es Bleibt also bei dem Aufwertungssatz von 25 Proz. für Hypotheken. Damit sind die Kernstücke des Gesetzes angenommen. Abg. Keil (Soz.) wendet sich gegen diese einseitige Art der Härteklausel, die nur zugunsten des Schuldners bestehe. Er begründet demgegenüber einen Antrag auf eine unbegrenzte Härteklaufel. die sich in gleicher Richtung wie Antrag abgelehnt werden, so stellt er den Eventualantrag, wenigstens die in der Vorlage vorgesehene begrenzte Härteklausel auch nach oben, also auch für den Gläubiger, auszudehnen. Auch Dr. Best begründet Abänderungsanträge zur Härteklausel die sich in gleicher Richtung wie die sozialdemokratischen Anträge bewegen. Abg. Brockius (Ztr.) seht sich demgegenüber für die K 0 m p r 0 m i ß v 0 r l a g e ein, indem er Mont, daß die Aufwertung grundsätzlich im Sinne des Reichsgerichts nach Treu und Glauben vorgenommen werde. Treue und Glauben verlange aber vor allem auch im Staatsinteresse die Rücksicht auf die steuerliche Belastung des Schuldners und die Gesamtlage der Wirtschaft. Diese Lage erfordere dringend, daß eine Grenze nach oben gezogen wird. Die Klausel sei aber insofern zugunsten der Gläubiger gefaßt, als sie dem Schuldner die Dewe slast zutvälzt. 3n der Abstimmung werden unter Ablehnung aller Gegenanträge die Bestimmungen der Vorlage angenommen, lieber den vorliegenden und im Bericht bereits erwähnten Aenderungshauptantrag Keils (Soz.) zur Hauptklausel wird namentliche Abstimmung vorgenommen. Sie ergibt die Ablehnung des Hauptantrages mit 216 gegen 141 Stimmen. Der Eventualantrag Veils, der die Härt- klausel der Vorlage betrifft, wird ebenfalls in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 146 Stimmen abge ehnt. 3n einer weiteren namentlichen Abstimmung wird die Häriek ausel in der Fassung der Vorlage der hinter der Regierung stehenden Par eien mit 205 gegen 148 Stimmen angc.'.o nmen. ß 9 ter Vor'age bestimmt, daß die durch Hypothe.en gestierten persönlichen Forderungen nach Maßgabe der für das dingliche Recht gellenden Vorbedingungen (also auch mit 25 Prozent) aufgewertet werden solle. § 10 läßt eine Ab.reichung nach oben und unten von diesem Rormalsah zu, für Forderungen aus eigenem Geiellschaftsvertrag und Aeberlassungsvertrag, Erbauseinandersetzungen und aus Beziehungen zwischen un e.ha.tsberc.. tigten oder verpflichteten Personen. Abg. Dr. Best (Völk.) will in einem Anträge des § 10 streichen und die dort erwähnten Einzelpositionen in einer allgemein gehaltenen Gesehessassung unterBringen, um die Mogttcyren xu geben, auch andere Positionen hier zu er- ^^Abg. Dr. Quessel (Soz.) begründet einen Antrag, der aus den Einzelpositionen streichen will die „Beziehungen zwischm unterhaltsberechtigten und unterhallsverpflichteten Personen , weil diese Bestimmungen nur für den ©launiger vorteilhaft seien. . , _ rn ,, Abg. Seifert (Völl) und auch Dr. Best schließen sich dem Antrag der Sozialdemokra- tch Professor ^'trag gegeben heile, ohen und genußreichen 9 pachte MM ^gsratS. bie 6ttnt rosesfor D. Sr. Rtü- en O&etbürgermeiHert ischließenöen Haupt. Geheime Aal Pros, le des ebenfalls er- tizrat Dr. Grüne- des Vorstandes ün'rd .er Reihe von Dor- gefellschast im Laufe eben veranstaltet hat. selb, Büdingen, Fried- i, die von den Pro- Avlvss, Korfs, übernommen worden waren veranlaßt auf ien Provinzialdirektors sich eines guten Zu« ondere Erwähnung er- angelegte Derbe Woche Sie Werijffentlic&un* von Aufsätzen. M und tutym Berner- des Dirischaftslebcns, ng der hochschulgesell- jänge von Dissenschaft wurde. Die Serfamm- besiher Lange dafür, jungen ernwglichte und geäinden in einer grö- ging stellte, ihr i Dank hulwochr sost im Herbst stall tote früher wieder od hat die Hochfchui- rloren, die dem Der- d sich große OkW t erworben halten, weh. Geh. Kommerzienrat 'Osann. Damstadt, insfpor O\M urd) Erheben von den lerzienrat Cm melius is 'dem Borstand üu«. rde in ehrenden Dorten Mchuh mürben *nb JgUlt: General “attU nfeiffer, Dehlar. L Iahresrechnung ter 'Jiiigii*™ Slobunb 3ertbc tanb ger ^niay ,. «* *ärÄ* itbcilta9in unb im neuen ^?'?StudentenhH-°9 i beim vwv emer und an lüft 3ur“T um sich auf 'erden tata:ed“ bet E.n g4cd ge3 Zusammensein im Ztudentenh-im .Schöne Aussicht" beschloß die Tagung. - lieber die Vorträge weiden wir -noch berichten. Iahriausendfeier in Gieren. 3m Anzettzenteil unseres Blattes laden der Oberbürgermeister und die politischen Parteien zu einer 3ahrtaufendfeier zur Erinnerung an die tausend- ährigo Zugehörigkeit der Rheinlands zum Deut- jchcn Reiche ein. Die Feier findet am kommenden Mittwoch, 15. Juli, abends 8 Uhr, im Sradttheater statt. Der Eintritt ist frei, jedoch nur gegen Karten gestattet, über deren Ausgabe in der Anzeige Näheres mitgeteilt wird. Man darf wohl sicher sein, daß die Veranstaltung allenthalben freudige Zustimmung iinden und ein DoUbcfci;tr5 Haus bringen wird, um dadurch zu bekunden, dost auch wir in Gießen uns unverbrüchlich eins kühlen mit den Brüdern und Schwestern am Rhein. töiefccner Wocheurnarktpreise. Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 biS 210, Matte 40 Käse 65. Wirsing 35 bis 40. Weißkraut 40. Rote Ruven 10, Römischkohl 15. Dohnen (g-un) 60. (gelb) 70. Erbsen 35 bis 40. Mischgemuse 20. Tomaten 70. Zwiebeln 20. Rhabarber 20, Pilze 40. Kartoffeln 10 bis 13. Dirnen 60 bis 70, Kirschen 70 biS 80. Heidelbeeren 50 bis 60, Stachelbeeren 35. Johannisbeeren 35, Erdbeeren 120, Himbeeren 70, Honig 40, Junge Hahnen 100. Suppenhühner 120 Pfennig, das Pfund: Eier 14, Blumenkohl 10 bis 170, Salat 10, Salatgurken 40 bis 80, Einmachgurken 3 bis 12. Ober-Kohlrabi 10 biS 20, Rettich 8 bis 20 Pfennig, das Stück, Gelbe Räben (Päckchen) 20 bis 25 Pfg.: Radieschen (Dd.) 20 Pfennig. LU. Don der Landesuniverfität. Dr. med. Paul Schumacher, Assistenzarzt an der Unioersitäts- Frauenklinik, der sich für das Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie zu habilitieren wünscht, wird am heutigen Montag, 13. Juli, 6 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung über das Thema „Der gegenwärtige Stand der Röntgentherapie in der Gynäkologie und Geburtshilfe" halten. •• Erhebung über Stellenlosigkeit der Angestellten. Dem Reichstag liegt ein Ausschuhantrag vor, die Reichsregierung zu ersuchen, „mit Rücksicht auf die katastrophalen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt der Angestellten eine Erhebung zu veranstalten, aus der die Zahl der stellenlosen Angestellten, geliefert nach Derufsart, Geschlecht, Lebensalter, Berufs- alter, Familienstand und Dauer der Stellenlosigkeit hervorgeht". Tag der Erhebung, deren Durchführung der Reichsarbeitsverwaltung obliegt, ist der 16. Juli 1925. Sie soll in der Weise vor sich gehen, daß an dem genannten Stichtage jeder bei einem öffentlichen Arbeitsnachweis oder bei einem Angestelltenverband gemeldete ste llen- lose Angestellte einen bei den vorgenannten Stellen erhältlichen Fragebogen persönlich auSfülli. Wer im einzelnen von der Erhebung erfafjt werden soll und wie die Ausfüllung des Fragebogens vorzunehmen ist. ergibt sich aus den auf dem Fragebogen befindlichen Erläuterungen. Die auf dem Fragebogen verlangten Angaben sollen n i ch t für Zwecke der Steuer, der Erwerbs- losenfürsorgekontrolle oder ähnliche, austerhalb des Erhebungszieles liegende Zwecke ausgewertet toerben. Es liegt im Interesse auch derjenigen stellenlosen Angestellten, welche weder bei einem öffentlichen Arbeitsnachweis, noch bei einem Angestelltenverband eingetragen sind, sich an der Erhebung zu beteiligen und zu diesem Zwecke unter Vorlage von Ausweis papieren über ihre Angestellteneigenschaft und ihre Stellenlosigkeit am 16. Juli bei dem öffentlichen Arbeitsnachweis ihres Wohnortes oder Aufenthaltsortes einen Fragebogen in Empfang zu nehmen und nach Ausfüllung dort wieder abzuliefern. •• Sonntagssonderzug nach W i l- dungen und Waldeck am 19. Juli. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. fährt am Sonntag, 19. Juli, einen Sonntagssonderzug vierter Klasse mit Schnellzugsgeschwindigkeit und einer Fabrpreisermästigung von einem Drittel des ge- wöynlichen Fahrpreises nach Bad Wildungen und Waldeck. Der Zug fährt in Frankfurt a. M. Hbf. um 6.10 Uhr ab, mit Einsteigegelegegenheit in Frankfurt a. M.-West (6.18), Vilbel Süd (6.32), Friedberg (6.51), Bad-Rauheim (6.59), Butzbach Fräulein Fob. Roman von Anders Eje. 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Hier handelt es sich um Sport und nicht um dreimonatliche Wechsel," sagte er, „war das nicht frech?" „Gewiß." „Ich glaube nicht, daß die Herren hinterrücks so boshaft gegeneinander sind. Das wäre ja ganz wie bei den Frauen, nicht? Wollen wir nicht hier auf der Bank einen Moment Platz nehmen?" „Bitte." Das Fräulein hob ihre spottlustigen Augen und blickte auf die entschlossenen, fest zusammen- gepreßten Lippen des Bankiers. „Warum antworten Sie so einsilbig? Sind Sie von der Hitze so fjergenomm^n?" Herr Fellips lehnte dankbar den angebotenen Platz an Fobs Seite ab. Er zog es vor zu stehen. „Das nicht," antwortete er. „aber ich warte, >aß an mich die Reihe kommt." „Welche Reihe?" ..Zu fragen. Und dann werde ich für eine .nsilbige Antwort sehr dankbar fein. Rur muh e auch von der regten Art sein." Fräulein Fob begann langsam die Blätter on ihrem Zweig zu zupfen. Herr Fellips dachte ich, nun zählt sie ab wie bei oen Margeriten: a, nein, ja, nein. Abergläubisch wie ein Singalese •ielt er den Atem an, bis das Mädchen den weig seines letzten Blattes beraubt hatte. Dann treutc sie mißvergnügt die grünen Blätter auf ->en Weg. „Ist heute nicht Freitag?" fragte Fob plötz- -tch ganz i nertoa: et. Herr Fei.ip^ tonnte nicht leugnen, daß Freitag sei. „Und Sie können Ihre Reise nicht auf morgen verschieben?" „Unmöglich." „Dann schlage ich vor, daß wir mit unserer Unterredung warten, bis Eie zurückgeiommen sind. Der Freitag ist kein guter Tag für wichtige Unternehm"n''e- " (7.12), Gießen (7.33). nimmt in Fritzlar (9.38) Aufenthalt (leine Einsteigegelegenheit) und kommt in Bad Wildungen um 1U Uhr vorrn, in Buh. len um 10.43 und in Waldeck um 10.52 norm. cm. Außer nach Station Waldcck rochen auf allen Ein- steigestationen auch Fahrkarten h Bad Wildun- gen ausgegeben für solche Ausflügler, die nur Bad Witdungcn besuchen wollen. Der Fahrpreis von Frankfurt a. M Hbf. und Frankfurt-West nach Wal- deck und zurück beträgt 8,80 Mk, von Dübel 8,20 Mark, von Friedberg 7,40 Mk., von Bad-Nauheim 7,20 Mk., von Butzbach 6,60 Mk. und von G i e • ßen 6 Mk. Die Fahrkarten sind nur im Vorverkauf vom 13. Juli bis zum 18. Juli, nachm. 6 Uhr, bei den Fahrkartenausgaben der genannten Cinsteige- ftationen zu haben. Jeder Teilnehmer hat Ansprucy auf einen Sitzplatz. Der Zug ist so gelegt, daß die Teilnehmer reichlich Zeit hoben von Waldeck, Buhlen ober Wildungen aus die Edertalsperre und die herrliche Umgebung zu besuchen. Die Rückfahrt von Waldeck wird um 4.05 Uhr nachm. ange« treten. Der Zug hält um 4,12 Uhr in Buhlen und kommt um 4,35 Uhr nachm in Wildungen an. Hier hat der Zug einen fast dreistündigen Aufenthalt, um den Teilnehmern noch Gelegenheit zu geben, auch Bad-Wildungen zu besuchen. Abfahrt von Wildun- gen: 7.28 Uhr nachm., Ankunft in Fritzlar 7.51, in Gießen 10,19, in Butzbach 10,41, in Bad-Nau- heim 10.53, in Friedberg 11.01, in Vilbel 11,19, in Frankfurt a. M.-West 11.34, und in Frankfurt a. M. Hbf. um 11.43 nachm. Oberhessischer Kunst verein. Die diesjährige Mitgliederversammlung fand am vorigen Montag im Stadthause statt. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Bü ckin g, erstattete zunächst den Geschäftsbericht über das Jahr 1924. Die 1923 unterbrochene Vereinstätigkeit hatte im Jahre 1924 wieder aufgenommen werden können. Es wurden ausgestellt Werke hessischer, Karlsruher, Frankfurter, oberhessischcr und Kasseler Künstler, die Modelle zum 116er-Dcnkmal, Gemälde von Oskar Achenbach-Runkel, Gemälde und Graphik von Roland Anheißer-Jungheim und Werke des verstorbenen Kunstmalers W. Barthel-Gießen, dessen Ausstellung Prof. Dr. Röschen- Laubach mit einer Gedächtnisrede eröffnete. An die Mitglieder wurden verlost: 18 Anrechtscheine im Gesamtbetrag von 775 Mk. und 12 Kunstblätter (Radierungen und Federzeichnungen). Der Verkauf von Kunstwerken war infolge der allgemeinen Geldknch)pheit gering (55 Kunstwerke, meist Graphik, im Werte von 2141 Mk.). Die Mitgliederzahl betrug Ende 1924 520. Das Landesamt für das Bildungs- Wesen unterstützte den Verein mit einer Spende von 300 Mk., die Stadt Gießen durch einen Zuschuß von 1000 Mk. Die Dereinsleitung erlitt einen schweren Verlust durch den Tod des Provinzialdirektors Matthias und deS Geh. Kommerzienrats Dr. W. Gail. Der Vorsitzende gedachte der Verstorbenen in warmen Worten, die Anwesenden erhoben sich zu ihrer Ehrung von den Plätzen. Die Geschäftsführung erfolgte nach dem freiwilligen Rücktritt des Herrn R i c- b e l durch den Architekten Bachs, seit dessen Wiederverwendung im Staatsdienst durch Studienreferendar Kayser. Die Besiher von rückständigen Anrechtscheinen aus den Jahren 1921 und 1922 haben noch nicht alle die ihnen zu- stehende Radierung Ubbelvhdes „Gießen von der Hardt aus" abgeholt. Auch für die übrigen Mitglieder steht noch eine Anzahl von Exemplaren zum Preise von 1.50 Mk. zur Verfügung. Das Jahr 1925 brachte bis jetzt eine Ausstellung Kasseler Künstler, Werke von Dieh-Edgard, zwei Serien Graphik, anläßlich deren Prof. Dr. Hamann - Marburg in der llniberfität einen Vortrag über „Technik und Aesthetik der graphischen Künste" hielt, Werke des Karlsruhers Hans Schöpslin und des verstorbenen Prof. Thielmann-Willingshausen. Prof. (Brenner- Mainz stellte 250 Aquarelle hessischer Kunstdenkmäler aus und hielt selbst einen einleitenden Vortrag. Aus die gegenwärtige Ausstellung der „Freien Vereinigung Darmstädter Künstler" wird eine Ausstellung Frankfurter Künstler folgen. Der Rechnungsabschluß des Jahres ergab einen Kassenbestand von 2461.97 Mk. Dem Rechner, Bankdirektor Grießbauer, wurde der Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen und Entlastung erteilt. Die Mitgliederbeiträge werden für 1926 ebenso wie für 1925 auf 5 Mk. festgesetzt. — Die seitherigen Ausschußmitglieder wurden wiedergewählt. An Stelle der beiden verstorbenen Mitglieder werden Prof. Mangel und Landgerichtsrat K ü ch l e r neugewählt. Der „Aber es handelt sich doch gar nicht darum, jetzt in See zu stechen. Eher im Gegenteil — in den Hafen einzulaufen," sagte Fellips leise. Fräulein Fob antwortete nicht. Vermutlich sah sie ein, daß sie der Entscheidung nicht aus- weichen konnte, weshalb sie sich endlich doch entschloß, anzuhören, was ihr der Bankier zu sagen hatte, — was, das wußte sie ja übrigens, sie war nur ein wenig neugierig, wie er es tun würde. Schade, daß Tante Karoline nicht in der Rähe war ..... Tante Karoline, ja..... 2n diesem Augenblick wurde sie von einer schrecklichen Versuchung ergriffen, einer Versuchung, der man nur mit übermenschlichen Kräften hätte widerstehen können. Sie spürte beim bloßen Gedanken daran, wie ihren ganzen Körper ein Kitzeln durchfuhr ..... Das könnte ein herrlicher, einzig dastehender königlicher Spaß werden ..... Besah Herr Fellips nur einen Funken von Humor, so mußte er gute Miene zum bösen Spiel machen und sich selbst unter die Lacher mengen, ilebti- gens war es gar nicht nötig, jemanden in den wirklichen Zusammenhang einzuweihen, — außer Papa Fili natürlich. Für diesen wäre es dann um so lustiger, — wenn ihm nur nicht vor lauter Lachen etwas zustieh. Sich Herrn Fellips Miene vorzustellen, wenn ..... „Run?" fragte der Bankier etwas erstaunt, als Fräulein Fob sich rasch von der Bank erhob. „Kommen Sie," sagte das Mädchen, „gehen wir zum Hohlweg. Hier wird man ja fast betäubt vom Jasminduft." Fob hielt das Taschentuch vor Rase und Mund, aber es war nicht des Jasminduftes wegen. Sie eilte so schnell voraus, daß ihr Fellips kaum folgen konnte. Der Hohlweg, der eigentlich gar kein Hohlweg war, lag kaum zehn Minuten vom Pavillon entfernt. Umgeben von undurchdringlichen Büschen schob sich eine bemooste Felsplatte vor, und dann eröffnete sich, von dichten Zweigen Überhängen, durch die Sonnenstrahlen flössen, ein kleiner Rasenplatz, der bald als Tennisplatz, bald als Tanzboden verwendet wurde. Bei der Felsplatte war eine Schaukel errichtet, — und S'-err FellipS sah schon von weitens, daß auf Vorsitzende schloß die Versammlung mit der Bitte um rege Unterstützung der auf Pflege der Kunst gerichteten Dereinsbestrebungen. • • Wer hat den Einschreibbrief gesunden? Vom Postamt wird unS geschrieben: Einem hiesigen Briefträger ist am 9. d. Mts. gegen 9 Uhr Vormittag- ein von ihm »uzustellender Einschreibbrief während deS Zu- slellungsgangs von Seltersweg 93 bis SelterS- toeg 53 in Verlust geraten. Der Beamte, der den Brief für den Fall der Richtauffindung au- eigener Tasche ersetzen muß, bittet den redlichen Zinder um Rückgabe der Sendung an das Postamt. • • Persvnalie. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der Gen- darmcrieinspektor Wilhelm K o s i n g e r in Gießen am 1. September in den Ruhestand. • • Vtleblgie S d? u [(teile Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Alten-Buseck (Kreis Gießen). Dienstwohnung wird im Winter frei. • • Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtoiehmarkt: 396 Ochsen, 72 Dullen, 840 Färsen und Kühe, 366 Kälber, 170 Schafe, 3390 Schweine. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Vereinigung für Feuerbestattung: 8.30 Uhr „Rebstock" außerordentliche Generalversammlung. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr Hauptübung.— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Mädchenhändler von Neuyork". — Astoria-Lichtspiele: „Der Herr der Steppe". — E i n großes Sonderkonzert findet morgen, Dienstag, abend im Cafs Ernst Lud- w i g statt. Don besonderem Interesse ist dabei das Gastspiel von Heinz und Hans Fischer aus Köln, die an zwei Flügeln, darunter ein Konzertflügel, ihre von vielen Seiten sehr lobend erwähnte Kunst darbieten werden. Näheres in der heutigen Anzeige. Bürgermeisterwahlen im Kreise Gießen. * Heuchelheim, 13. Juli. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Georg Kreiling einstimmig wiedergewählt, da ein Gegenkandidat nicht aufgestellt worden war. !'! Klein-Linden, 12. Juli. Unter starker Wahlbeteiligung wurde heute die Bürger- mei ft erwähl vorgenommen. Von 1257 Wahlberechtigten traten 1078 Wähler an die Wahlurne. Es wurde Bürgermeister Phil. Jung mit 698 Stimmen wiedergewählt. Die Gegenkandidaten Wilhelm Fey und Jakob Hofmann erhielten 319 bzw. 56 Stimmen. • Großen-Linden, 13. Juli. Die gestrige Dürgermei st erwähl ergab die Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Lang mit 891 Stimmen. Der sozialdemokratische Gegenkandidat erhielt 474 Stimmen. Stimmberechtigt waren 1461 Personen, von denen 1365 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. ‘ Leihgestern, 12. Juli. Bei der heutigen Bürgermei st erwähl wurde Bürgermeister Heß ohne Gegenkandidaten einstimmig wiedergewählt. Don 945 Stimmberechtigten gingen 681 zur Wahlurne. 670 Stimmen waren gültig, 11 ungültig. * Albach, 13. Juli. Rach hartem Wahlkampfe wurde bei der gestrigen Bürgermeisterwahl der Landwirt Wilhelm Lenz mit 116 Stimmen als Bürgermeister neugewählt. Sein Gegenkarrdidat Otto Zimmer formte 105 Stimmen auf sich vereinigen. Stimmberechtigt waren 231 Personen, von denen 221 von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten. Der seitherige Bürgermeister hatte sich nicht wieder aufstellen lassen. h. Annerod, 12. Juli. Die Gemeinde wählte heute ihren feitherigenBürgermeifter Horn mit 336 Stimmen wieder. Rund 85 Proz. der Stimmberechtigten machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Zum fünften Male, das erstemal am 14. Juli 1894, wurde der Gewählte stets ohne Gegenkandidaten an die Spitze der Gemeinde berufen. Es ist dies der beste Beweis, daß er sein Amt als Ortsoberhaupt zu aller Zufriedenheit führt und sich großer Beliebtheit erfreut. Sofort nach dem Dekanntwerden des Wahlergebnisses wurde ihm der übliche Ehrenbaum gesetzt, und mehrere Vereine brachten dem Wiedergewählten ein Ständchen, wofür er herzlich barefte. • Rödgen, 13. Juli. Hier fand gestern die Dürgermei ft erwähl statt. Gewählt wurde Johannes Wagner II. mit 238 Stimmen, während der bisherige BürgerirHeister Ludwig Kraushaar 168 Stimmen erhisll. ' Saubringen, 13. Juli. Bei der gestrigen Dürgermei st erwähl wurde der seitherige Dürgern:eister Preis mit 313 Stimmen wiedergewählt. Sein Gc-genkantzidat Hi Ilde rg erhielt 206 Stimmen. * Staufenberg, 13. Juli. Bei der gestrigen Dürgermei st erwähl trug der seitherige Bürgermeister Meyer mit 268 Stimmen gegen die beiden Gegenkandidaten Loui- Deibel (110 Stimmen) und Karl Zescher (45 Stimmen) den Sieg davon. 1 Mainzlar, 13. Juli. Die gestrige Bürgermeisterwahl ergab die Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Vogel IV. mit 253 Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Landwirt Wilhelm Schäfer I.. erhielt 170 Stimmen. 7 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung war recht rege, sie betrug 93 Proz. der Stimmberechtigten. * 2111 c n b o r f a. Lda., 13. Juli. Bei der gestrigen Dürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Christian Rein mit 504 Stimmen einstimmig wiedergewählt, da ein Gegenkandidat nicht aufgestellt war. * Climbach, 13. Juli. Bei der gestrigen Bürger meist erwähl wurde der Landwirt Heinrich Wiehner mit 94 Stimmen als Bürgermeister neugewählt. Sein Gegenkandidat Ludwig Stein erhielt 69 Slimen. Der seitherige Bürger- meister hatte sich nach 42jahriger Amtszeit wegen des hohen Alters nicht wieder aufstellen lassen. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich stark, von 165 Wahlberechtigten machten 163 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. * Bersrod, 13. Juli. Die gestrige Bürger- mei st erwähl ergab die Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Becker, der 187 Stimmen erhielt, während sein Gegenkandidat Hch. Schneider II. 78 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Stimmberechtigt waren 301 Personen. Insgesamt wurden 269 Stimmen abgegeben. Vier Stimmen waren ungültig. * Harbach, 13. Juli. Nach hartem Wahlkampfe wurde bei der gestrigen Bürgermeister- wohl der Landwirt Wilhelm Schomber II. mit 135 Stimmen neugewählt. Sein Gegenkandidat, der seitherige Bürgermeister Georg Münch, erhielt 117 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich stark, von 261 Wahlberechtigten schritten 253 zur Wahlurne, was einer Wahlbeteiligung von 97 Prozent entspricht. * Nonnen roth, 13. Juli. Bei der gestern ftattgefunbenen Bürgermei st erwähl würbe der seitherige Bürgermeister Hoppe mit 184 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Montag, 13. Juli. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Alte und neue Operetten. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldunaen. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Die Rovclle): „Wichael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist. 7 bis 7.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radiokkubs. Dortrag von Schneider: „Messungen von Wwerständen, Selbstinduktionen und Kapazitäten". 8 bis 8.30 Uhr: Sprachliche und praktische Hinweise für Jtalienreisende. 8 bi- 8.30 Uhr: „Deutsche Einflüsse in Chile", Dortrag von Major a. D. Bansa, gesprochen von Gerd Fricke. 8.30 bis 9.30 Uhr: Der fliegende Arzt, Posse in einem Aufzug, von Mokiere. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Dritter Kasseler Mundart-Abend. Kreax-Drog. Anenxt Noll, Neaeladt-Droi. Haas Noll, P. J. Sfibs, Seifenfabrik, Sermanla-Drog. C. Selbe!, Adler-Drogerie W. Weldaohmidt, Drogerie Georg Wallenfels, Drogerie Otte WlaterhofL 40c ihr ein Herr in Bajazzokostüm burle-ke Akrobatik betrieb. „Wie Sie sehen, Fräulein Fob," sagte er mißvergnügt, „ist der Platz schon beseht." „Das macht nichts," beruhigte ihn Fob, „den werden wir gleich davonjagen." Und richtig, als sie näher kamen, winkte Fräulein Fob mit ihrem Sonnenschirm, und der Bajazzo verschwand. Fellips sah, daß der Dorschlag des Mädchens ausgezeichnet war, — in allen Winkeln des Hohlweges spielte das Licht wie liebliche Musik, und Fob selbst war wie verwandelt, — lebhaft, bingebend, beinahe zärtlich. Sie unterließ es sogar zu kokettieren. Sie lud ihren Kavalier ein, sich auf der kleinen Bank neben dem Tennisplatz niederzulassen und spannte ihren Schirm als einen kleidsamen Hintergrund für ihr dunkles Haar auf. Absichtlich oder nicht verkürzte sie schließlich den Abstand zwischen ihr und Herrn Fellips um ganze zwei Zentimeter. Der Bankier verlor nicht sofort seine kühle Ruhe, aber er übersprang entschlossen die Wiederholung gewisser Ereignisse, die er sich früher als geeignete Einleitung vorgenommen hatte. Er ergriff eine der kleinen Hände Fobs, und sie entzog sie ihm nicht. Er rief alle guten Gotter seiner erotischen Vergangenheit an und ließ seine Gefühle hoch aufflammen. Tief in Fobs Augen sah er den Widerschein, Leidenschaft und Taumel ergriffen ihn, — und auf einmal lag er vor dem Mädchen auf den Knien, beide Hände ihr entgegengeftredt, wie man es auf den schönsten fentimenta'en Bildern sehen konnte. Auf einmal brach ringsum ein Höllenlärm los. Herr Fellips erhob sich auf schwankenden Beinen, taumelnd und schwindlig. Don allen Seilen tönten ihm Applaussturm und Bravorufe entgegen. „Bravo! Ausgezeichnet! Da capol“ 5räure‘n Fob nickte und verbeugte sich nach rechts i nd links wie eine Primadonna auf dem Theater. — und dann wurde das Publikum sichtbar. Aus den Büschen und Sträuchern kroch es hervor, lachend, schreiend, mit lebhaft bewegten Händen. Doktor Burelli — im Bajazzo- ko stüm — Hauptmann Kassel, Frau Repin, James Keyler, Leutnant Carlton und Fräulein Karoline Thorben, — vor allem Fräulein Karoline Thorben mit ihrer Filmkamera unter dem Arm, schmunzelnd und überglücklich. Sie versicherte immer wieder aufs neue, daß diese so glänzend geglückte Aufnahme in der Weltgeschichte des Films kein Seitenstück habe. Und bann begann Frau Repin ihren LobeS- hymnus. Wer hätte gedacht, daß ein so ernster und zugeknöpfter Mann wie Herr Fellips ein so außerordentliches Schauspielertalent besaß! Welch natürliches Spiel, welche Leidenschaft und Hingabe! Bei Gott, keiner der berühmten amerikanischen Filmsteme hätte es besser machen können. Riemand in der Gesellschaft unterließ es, in Frau Repins Lob einzustimmen, — nicht einmal Leutnant Carlton, trotzdem er gelb vor Reid war. Hauptmann Kassel entdeckte plötzlich, daß Fellips ein ganz brillantes Filmaussehen hatte, und Fräulein Thorben sprach des Films wegen die Hoffnung aus, daß daS Banksyndikat, dessen Präsident Fellips war, Krida machen möge, damit der Film bekomme, was ihm gebühre. Rur Fräulein Fob verhielt sich still. Sie bereute schon ihre ilebeltat — trotzdem sie Papa einen so königlichen Spaß servieren konnte, — mußte aber heimlich die Geistesgegenwart deS Bankier- bewundern. Es dauerte nicht drei Sekunden, bis er der Situation gewachsen war und sie auch schon vollständig beherrschte. Doktor Burelli stimmte ein hohes Lied auf das improvisierte Filmdrama an. Schon von weitem habe man Herrn Fellips und Fräulein Fob kommen gesehen, und da fei es wie eine Eingebung gewesen..... „Ja," sagte die alte Thorben, „leider kann ich diesen Film auf meiner Tournee nicht bordeigen, — wenn nicht Fob und Herr Fellip» eine en'siedende Fortsetzung spielen wollen, in wilden Streit und ei ander in d:e Haare geraten. Denkt nu., wie schon das wäre. Dor der Hochzeit und nachher — wäre das nicht ein guter Titel? Aber nun laßt uns weiter arbeiten.“ Der Bankier zog seine Uhr. „So gern ich auch möchte..... Aber mein Zug geht in vierzig Minuten. Die Fortsetzung müssen wir also wohl verschieben, Fräulein Thorben." (Fortsetzung folgt) EISEI1MIIIER-BREIIISTOFF-VEIISOMIII6||8S“« VERTEILUNGSSTELLE GIESSEN meinDrogen-Detail- Zum Kreisturnfest geschält als L'3 im I Frau Helene Vossius Gießen, Juli 1925. Der Vorstand. Gilbert. 05800 von 2000 Mark. 6818D Der Vorstand. leie Kartoffeln Muer ■ ■ Gg. Albrecht. SteinsLratze 73. Tel. 1581 Gießen, den 11. Juli 1925. 6822V Stellengesuche) LM 6819c Finanzamt Gietzen. Gießen, den 10. Juli 1925. 6807D (Empfehlungen! WM-M Tel. 240 auch nachts 6814V Der« 6831V 5 ft zahlreiches Erscheinen. 05876 8 4 Der Fälligkeitstermin des 2. Zieles der staatlichen Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1925 ist auf den 15. August 1925 verlegt. Schonfrist: eine Woche. Gietzen, den 11. Juli 1925. Dentist König verreist , Für die vielen Beweise der Teilnahme, Freundschaft und Ver* ehrungbeidemheimgangemeines Gatten danke ich, zugleich im Namen meiner Kinder, von Herzen. Ladenschrank m MMiebetüren zu foulen gesuuit. Schr. m. Preis u. Angabe d. Grosze u. 038.S7 der G. Sin«. /2O.Juh\ ^Beginn neuer Kurse VogUche UandelsscluileGleßen V Ooethestraße 32 J Ni. 625U V Lehrling gesucht. Schrislliche Angeb. unter 6833V an den Gietz. Anz. Gerichtsvollzieher in Gietzen Stcinstratze 13. Kaiser-Nafron ? Bestes Magensalxlur die Verdauung, geg^nSodb^ennen,Magensäure. für leichte Arbeit per sofort gesucht. 6815V Otto Georg, Gienen, SelterSweg 36. ZiWi-MmM feeck (Mitglied des Kreis - Ziegen- zuchtvereins Gießen). Die am 2. Juni vorgesehene Verlosung ist nunmehr auf den 4. Oktober dss. Js. verlegt worden. Preis des Loses 1 Mark Zur Verlosung gelangen 250 Gewinn-Gegenstände im Werte Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Revisionsbericht. .. 3. DaS Konknrrenz-Auaebot der Prrvatbandler an unsere Mitglieder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sage ich allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: E. Bosold Witwe. Danksagung. Für die uns in so reichem Maße erwiesene innige Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sowie die vielen Ehrenbezeichnungen, die unserer lieben Entschlafenen durch die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und großen Beteiligung bei ihrer Ruhebestattung zuteil wurde, aber auch nicht zuletzt für die freundliche Hilfeleistung, die uns bei der Pflege unserer teueren Heimgegangenen während der langen Krankheit entgegengebracht worden ist, bitte ich, im Namen aller Hinterbliebenen, innigsten Dank allerseits hierdurch entgegennehmen zu wollen. stets auf Lager 6823V jedes Quantum frei Haus. Großabnehmer und Wiederverkäufer Vorzugspreise. H. 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Zu» 1925 Rt. (61 Zweites Blatt Jugend und Hochschuleo ist jedoch nicht obdachlos geworden. Dr. Hoffmann und feine Frau stellten unter denselben Bedingungen wie früher ein Haus im Erlanger Villenviertel zur Verfügung: die Einrichtung des eingeftürzlen Hauses konnte rechtzeitig dorthin geborgen werden, so daß wiederum ausgezeichnet eingerichtete Räume und eine vorzügliche B aliothek bereitstehen. Unterstützt werden die Ziele der Akademie durch den „Verlag der Philosophischen Akademie", ein selbständiges Unternehmen, der die philosophische Zeitschrift „Symposion" in Gemeinschaft mit neun Mitgliedern der Akademie herausbringt (als Beilage dazu erscheinen die „Mitteilungen der Philosophischen Akademie") und auch sonst mit ihr aufs engste zusammenarbeitet. Trotzdem wird die Philosophische Akademie auf die Dauer nicht weiterbestehen, und sich vor ollem nicht ausbauen können, wenn sie nicht die Unterstützung weiterer Kreise findet. Es ist deshalb die „Gesellschaft der Freunde der Philosophischen Ako- demie e. V." gegründet worden, in der sich alle Freunde und Gönner ihrer Bestrebungen zusam- menfinden sollen. Und sie glaubt, daß sie mit diesen Bestrebungen, der Förderung der philosophischen Wissenschaft, dem Austausch geistiger Werte, der Anbahnung besserer geistiger Beziehungen zwischen den Kulturvölkern, einer Unterstützung wert ist und nicht zuletzt einer deutschen Kulturpropaganda im besten Sinne dient. Gymnastik im Dienste der nationalen Hygiene. Wir haben Geheimrat Bier, den ersten Chirurgen Europas, den Protektor der Hochschule für Leibesübungen, gebeten, anläßlich des 5jährigen Bestehens der Hochschule einiges aus seinen Ersah- rungen mitzuteilen, und sind in der Lage, die nachfolgenden Ausführungen zu veröffentlichen. „Die harte Zeit fordert ein starkes Geschlecht. Drum frisch ans Werk, es gilt dem Daterlande"... Wenn nichts auf dem Gebiete der Leibesübungen geschieht, so werden wir Deutschen schnell der kör- lichen und sittlichen Entartung zutreiben . . . Die Leibesübungen dienen nicht nur zur körperlichen und sittlichen Erstarkung des Volkes, sondern gleichermaßen zur Ueberbrückung der spzialen Gegensätze!" — Der Mann, der vor fünf Jahren diese Sätze in eine Werbeschrift schrieb, stand damals mit seinen Plänen noch ziemlich allein. Heute blickt er bereits aus ein gewaltiges Werk, Scharen tüd)tiger Männer hängen ihm an, er ist Rektor der Hochschule für Leibesübungen im deutschen Stadion bei Berlin. Groß und stark steht die Person August Biers vor uns, nichts vom „Geheimen Medizinalrat", nichts vom „Professor". Die Gestalt ragt, jede Bewegung dieses Chirurgen ist kraftvoll, und nur die Gemessenheit feiner Worte und Blicke verrät uns den Arzt. Es geht eine Sicherheit von ihm aus, die ihn autti Führer vrädestiniert und eine Bescheidenheit, die ihn liebenswert macht. Als Mann der Tat ist er wortkarg, fast schüchtern. Er fürchtet nur eines, — das Mißverständnis und lehnt deshalb rundweg ab, sich für die Zwecke der Tages- preffe zu äußern. „Was Sie als mein Schüler gehört haben", sagt er mir, „dürfen Sie schreiben." Und die wenigen Sätze, die wir außerdem tau- scheu, zeigen mir, daß er heute noch restlos hinter dem steht, was er die Jahre hindurch häufig mit uns besprach. Da erinnere ich mich denn eines vor 5 Jahren geführten Gesprächs mit ihm auf dem Wege nach Hohenlychen. Es war die Zeit kurz nach dem obigen Aufruf und Bier war ganz von den Plänen für den körperlichen Neuaufbau Deutschlands mit dem Ziele des griechischen Ideals erfüllt. „Unsere Gymnasien nennen sich humanistische Bildungsanstalten, d. h. sie wollen den ganzen Menschen harmonisch durchbildea, m Wirklichkeit aber reden jie nur von Humanismus. Denn sie beschränken ihre Erziehung nur auf den Geist und üben weder den Körper noch den Charakter des Zöalings. „Kalos kagathos" hieß der griechische Wahlspruch, d. h. schön soll der Mensch sein und gut. und Platon nennt den einen Lahmen, der lediglich seinen Geist übt und den Körper untätig verkommen läßt. Machen wir uns diese alte Weisheit in ihrem ganzen gewaltigen Umfang wieder zunutze! Sie sehen, ich scheue mich nicht, in der Tat das „Gymnasion" zu fordern, die „Stätte der Nacktübung", und Sie erinnern sich wohl des schönen Wortes von Platon, in dem er die Gymnastik der Heilkunst verwandt nennt und sie höher noch schätzt als diese, „ähnlich", — so sagt er — „wie die Gesetzgebung der Rechtspflege vorangeht, denn die Gymnastik soll die Heilkunde unnötig' machen, so daß diese nur für den Notfall gebraucht wird." Dieser Gedankengang schien mir kühn. Mein verdutztes Gesicht aber bewog den Sprecher sogleich, sich als Arzt über die Nacktübung des näheren zu verbreiten. „Schon das bloße Luft- und Sonnenbad", fuhr er fort, „von dessen Heilwirkung bei der chirurgischen Tuberkulose Sie sich nachher überzeugen werden (ich erwähnte bereits, daß dies Gespräch auf dem Wege zur Hohenlychener Heilstätte geführt ward), ist eine Leibesübung in des Wortes eigenster Bedeutung. Denn sie übt ja tatsächlich eines unserer größten Organe, die Haut, das wie kein zweites unsere Beziehungen zur Außenwelt vermittelt. Wir fanden z. B. — ganz zu schweigen von der Tuberkulose — daß die Nacktübung vor Erkältungen schützt, daß Schnup- fen 'und Mandelentzündungen ungeahnt selten werden, und unsere Beobachtung spricht dringend dafür, daß die Sonnenbräunung auch gegen die meisten akuten Infektionskrankheiten — Grippe. Typhus, Lungenentzündung, Diphtherie und Scharlach nicht ausgenommen — eine nicht unbeträchtliche Immunität für den Menschen verleiht! Und selbst der uralte Glaube des Volkes und der Aerzte, das „utNerdrückte Hauttätigkeit selbst die Gicht, die Arterienverkalkung und den chronischen Rheumatismus begünstige", scheint des richtigen Kerns keineswegs zu entbehren. — Daß also unbedingt nackt (vielmehr mit einem ganz leichten Schutz bekleidet) geübt werde, ist eine Forderung der Hygiene. Es kommt nur darauf an, diese 'Nacktübung so zu betreiben, daß sie mit den sittlichen Anschauungen weiter Kreise nicht in Widerstreit gerät. Und das läßt sich ausführen. Um diesen Ideen Eingang in die Herzen und Sinne unserer Aerztegeneration zu verschaffen, liebt August Bier es, mitunter im Freien zu dozieren. Er verlegt ab und zu sein Kolleg aus der Ziegelstraße ins deutsche Stadion und zeigt dort den Studenten den Unterschied bei der Erörterung des Konstitutionsbegriffes, den Unterfchied zwischen der angeborenen Konstitution (also dem, was wir mitbekommen haben bei unserer Geburt) von den erworbenen Eigenschaften (also dem, was „wer immer strebend sich bemüht" aus sich zu machen ver- mag). Wie?, sagt er dort, die vererbten Anlagen sind unzerstörbar und lassen sich nicht sehr erheblich verbessern? Unsere herkulisc^n Schwerathleten, unsere edel und schön gebauten Mehrkämpfer haben nicht durch eigene Arbeit sich ihren Körper gebildet, sondern ihr Bau und ihre Fähigkeit seien angeborene? Diese Lehre ist einseitig und gefährlich, denn sie führt zu einem recht schädlichen Nihilis- mus. Man könnte ja ebensogut behaupten, auch die geistigen Fähigkeiten seien angeboren und das Stu- bium erübrige sich . . . Nein, man kann seine Erbanlagen zur höchsten Blüte entwickeln, und man kann sie verkümmern lassen, je nachdem man sie pflegt ober schäbigt. Ein Beispiel: Die beiden Ka- rifaturen unserer Jugend sind die Astheniker, die typischen langaufgeschossenen engbrüstigen Sekun- dauer und Primaner unserer höheren Lehranstalten und die Aufgeschwemmten, die typisch feisten Bierstudenten. Beide Typen sind unnötig und nicht allein durch die Konstitution bedingt. Gymnastik hätte leidlich harmonisch gebildete Menschen aus ihnen machen können! Die Philosophische Akademie zu (Erlangen. Im Sommer 1922 wurde auf Anregung von Dr. Rolf Hoffmann, einem Erlanger Prioatgelehr- ten, unter dem Präsidium des verstorbenen Berliner Religionsphilojophen Ernst Troltsch die „Philosophische Akademie", eine Vereinigung oon in- und ausländischen Philosophen, gebildet. Nach Tröltschs Tod ging das Präsidium an Professor Dr. Hans Driesch-Leipzig, über. Ziel der Akademie soll sein, dem Zusammen- schluß der philosophischen Arbeit durch Verstand,, gung und Gemeinschaft der Philosophierenden aller Länder zu dienen. Während dieser Zusammenschluß auf dem Gebiet der Naturwissenschaften schon langst erreicht ist, so daß z. B. die Forschungsergebnisse eines amerikanischen Chemikers alsbald von dem deutschen Wissenschaftler zur Kenntnis genommen und nachgeprüft werden, herrscht auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften und vor allem in der Philosophie eine geradezu erstaunliche Fremdheit und Zersplitterung. Db sie jemals zu einer Einheit geführt werden kann, diese Frage ist selbst ein Problem: aber eines kann erreicht werden, gegenseitiges Kennen- und Berstehenlernen. So will denn die Philosophische Akademie einer Zusammenarbeit der verschiedenen philosophischen Schulen und Richtungen die Wege ebnen und insbesondere solche Hemmungen zu überwinden suchen, welche diesem Ziele auf nationalem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet entgegenstehen. Sie will das dadurch erreichen, daß sie einen Mittelpunkt für den Austausch philosophischer Gedanken und die Pflege geistiger Beziehungen schafft. In dem Heim der Akademie soll dem philosophischen Forscher die Möglichkeit längerer oder kürzerer gemeinsamer Zusammenarbeit mit Philosophen anderer Schulen und vor allem anderer Länder durch Aussprache, Dor- tragskurse und Tagungen im intimen Kreis geboten werden. Für die Verwirklichung dieser Ausgaben hatten Dr. Hoffmann und seine Frau ein ihnen gehöriges Haus auf dem Burgberg in Erlangen der Akademie zur Benutzung überlassen, das mit der Zeit noch ausgebaut werden sollte. Da aber aus finanziellen und organisatorischen Gründen der Arbeitsplan der Akademie noch nicht realisiert werden konnte, erfüllte dieses Haus vorübergehend den Zweck, Gäste von Dr. Hoffmann zu beherbergen, die zum Teil Studierende und Gelehrte der Philosophie, mitunter auch Mitglieder der Akademie waren. Doch konnten auch schön philosophische Kurse und Zusammenkünfte darin stattfinden. Mit der zunehmenden Gesundung unserer deut- schen wirtschafttichen Verhältnisse war es nun der Wunsch aller Angehörigen der Akademie, zu denen unterdessen 35 der bedeutendsten Philosophen des In- und Auslandes zählen,das Unternehmen auf eine rechtlich und organisatorisch bessere Grundlage zu stellen, die eine aussichtsreiche Weiterentwicklung ermöglichte. Zu diesem Zweck hielt die Akademie im März d. Js. ihre Mitgliederversammlung ab, die sehr gut besucht war, unter anderem auch von je einem Gelehrten aus Amerika, Japan und Schweden. Dor allem wurden neue Satzungen beschlossen: Die Arbeiten der Akademie werden von nun an ausschließlich durch einen örtlichen Vorstand geleitet und erledigt, dessen Präsident der Erlanger Philosophenprofessor Geheimrat Dr. Hensel ist, Prof. Driesch bleibt Ehrenpräsident. Dor den Mitgliedern und einem geladenen Kreis fanden Vorträge von Prof. Driesch, Geheimrat Hensel und Dr. Hoffmann über Wesen, Ziel und Bedeutung der Philosophischen Akademie statt. Weiterhin wurde das Arbeitsprogramm beschlossen: die Ziele sind dieselben geblieben. Leider ist gerade jetzt ihre Verwirklichung zwar nicht unmöglich gemacht, aber sehr erschwert wor- den :ein tückisches Schicksal wollte es, daß das Haus auf dem Burgberg infolge von Erdbewegungen im Innern des Berges zusammenstürzte. Die Akademie Friedrich Zarncke. Don Dr. Carl Walbrach. Je merkbarer Technik und Naturwissenschaften ihre Kreise ausdehnen und immer mehr unser ganzes Leben durchdringen, um so großer wird — trotz der weitverbreiteten irrigen Ansicht des Gegenteils — die Bedeutung des Philologen. Unbeirrt steht er in dem tollen Jagen und Hasten, den Blick rückwärts gewandt, und zeigt uns die großen Geister der Vergangenheit, lehrt uns die Dichtigkeit der kleinen Dinge, die den Alltag beherrschen, hilft uns erkennen, daß es höhere Ziele gibt, als unsere an Idealen so arme, dem Materialismus verfallene Zeit zu glauben geneigt ist. Und einer dieser Bannerträger des Ideals ist der Germanist Friedrich Zamcke gewesen. In dem mecklenburg-schwerinschen Dorfe Zah- renftorf kam Zarncke am 7. Juli 1825 zur Welt. Sein Vater war ein hochgesinnter Geistlicher von feiner Geistes- und edler Herzensbildung, Eigenschaften, die er auf seinen Sohn vererbte. Wie Friedrich Zarncke den Vater und dessen Erziehung und Unterricht — er wurde zu Hause bis Obersekunda vorbereitet — einschähte, schrieb er selber lurz vor seinem Tod: .Wenn es mir später in einem langen Leben geglückt sein sollte, in wissenschaftlicher Tätigkeit Einiges zu leisten, so hat mich nie der Gedanke verlassen, daß ich dies alles doch nur dem wunderbar klaren Unterrichte verdanke, durch den unser Vater die Grundlagen meines Denkens geschaffen hatte." Ostern 1844 bezog Zarncke als Student der Theologie und Philologie die Universität Rostock, nachdem er dort die obersten Klassen des Gymnasiums besucht hatte. Das theologische Studium scheint ihm nicht zugesagt zu haben, da er sich schon Im zweiten Semester ganz der Philologie zuwandte. Vom Sommersemester 1845 ab horte er in Leipzig, wo besonders Moriz Haupt den wißbegierigen jungen Studenten forderte. Aus Haupts väterlichen Rat hin vernachlässigte er aber über seiner .Vorliebe für das Altdeutsche" nicht die klassische Philologie: auch hielt er sich auf dessen Warnung vom politischen Treiben fern, wie er auch später sich nie der Parteipolitik hingab, sich aber allezeit bewußt als Deutscher im Sinne der „Göttinger Sieben" fühlte. Er gehörte in Leipzig der Burschenschaft an, wo er in den wissenschaftlichen Kränzchen die Dramen der deutschen Klassiker behandelte, und seinen Kommilitonen als Autorität auf dem Gebiet der Literaturgeschichte galt. Er war mit Robert Blum befreundet, und hat noch in späteren Jahren gern von seiner Zugehörigkeit zur Burschenschaft gesprochen. Im Herbst 1846 wandte Zamcke sich, mit Empfehlungen von M. Haupt an die Brüder Grimm und Lachmann versehen, nach Berlin. Sein letztes Studiensemester verbrachte er wieder in Rostock, wo er am 20. Oktober 1847 promoviert wurde. Die Zeit bis Ostern 1350 füllte seine Tätigkeit in der Meusebachschen Bibliothek aus. deren überaus wertvolle Sammlung alter deutscher Literaturwerke auf Grund des von Zarncke angefertigten Katalogs von der Preuh. Staatsbibliothek erworben wurde. Seinen früheren Plan, Gymnasiallehrer zu werden, gab Zamcke zugunsten der astidemischen Lehrtätigkeit auf und ging wieder nach Leipzig. Im Sommer 1850 faßte er den Plan, ein großes deutsches Rezensionsorgan zu schaffen, das über alle philologischen Neuerscheinungen fortlaufend unterrichten sollte. Unb schon am 1. Oktober konnte das erste Heft des „Literarischen Centralblattes" erscheinen. Am 30. Juli 1852 habilitierte er sich in Leipzig und wurde schon 1854 nach Haupts Amtsentsetzung dessen Rachfolger als a. o. Professor der deutschen Sprache und Literatur. Am 9. April 1855 verheiratete er sich mit Anna Pauline ©eitner; die glückliche Ehe sollte aber nur 9 Jahre währen. 3m Oktober 1858 wurde er Ordinarius. Eine schwere tuberkulöse Lungenerkrankung schien seinem Leben im Sommer 1859 ein Ende zu sehen, aber fein an sich gesunder Organismus kämpfte nach langem Ringen die Krankheit so nieder, daß er bts zu seinem Tod am 15. Oktober 1891 nie mehr erkrankte. Die Universität Leipzig betrauerte in Zarncke einen ihrer bedeutendsten Lehrer, der beinahe vier volle Jahrzehnte ihr alle Kraft gewidmet hatte. Wie Zamcke von seinen Kollegen geschätzt wurde, geht zur Genüge daraus hervor, daß er nicht weniger als dreimal zum Rektor gewählt worden ist. Was seine wissenschaftliche Stellung und seine Leistungen betrifft, so gestattet der knappe Raum, nur ganz kurz darauf einzugehen. Die beiden Richtungen in der germanischen Philologie. die einerseits von den Brüdern Grimm, andererseits von Lachmann und Haupt vertreten wurden verband Zarncke in glücklicher Weise, und nahm so eine durchaus selbständige Stellung ein. Daß er keine eigentliche „Schule" hinterlassen hat, liegt wohl zunächst daran, daß es ihm immer als Ziel vorschwebte, „jede einzelne Individualität zu freister und vollster Entwicklung bringen“. Bei allen Arbeiten, schon in der Schule, ging Zarncke in seinem Streben nach Objektivität ' mit pedantischer Gewissenhaftigkeit vor. und so gehört er in eine Reihe mit Männern wie Liebig. Virchow und Wundt, den Vertretern exakter wissenschaftlicher Forschung. Seine peinlich genaue, nüchterne Lehr- und Arbeitsweise fand in Leipzig eine glückliche Ergänzung in der großzügigen Art Rudolf Hildebrands. der die Hörer begeistert mitzureihen verstand. In dem Ringen, das die Germanistik um ihre Anerkennung durch die klassische Philologie zu führen hatte, hat Zarncke stets in vorderster Linie gestanden. Wie schwer dieser Kamps war erhellt daraus, daß Zarncke noch in einem Brief vom 6. Oktober 1875') an feinen Freund K. Weigand, den ersten Vertreter der germanischen Philologie in Gießen, über die Behandlung des „Deutschen" im Examen schreiben mußte: „Das Deutsche wird also auch bei uns ferner obligatorisch bleiben. Freilich muß der Examinator so verständig sein, die Ansprüche nicht hoch zu schrauben: denn da die klassischen Studien fürs Gymnasium im allgemeinen doch die Hauptsache sind, so würde es ungerecht sein, hohe Ansprüche zu machen". Das von Friedr. Vogt zusammengestellte Verzeichnis der Schriften Zamckes weist über 100 selbständige Arbeiten auf. abgesehen von den vielen Rezensionen im „Literarischen Zentralblatt" von •) Dieser Brief gehört neben einigen anderen, die im wesentlichen das Wörterbuch und Rezensionen Weigands betreffen, zu dem im Besitz der Universitäts-Bibliothek Gießen befinb- lichen Nachlaß K. Weigands. Deshalb hat man neuerdings den Begriff der Ausgleichsgymnastik geschaffen. Diese Form der Körperübung dient recht eigentlich zur Verbesserung der Konstitution. Denn hier haben Fachleute in jahrelanger theoretischer und praktischer Arbeit darüber gegrübelt, wie den besonderen Fehlern des Einzelnen am zweckmäßigsten abzuhelscn sei, und so reichen sich Arzt und Sportmann zum Wohl ihres Schützlings die Hand! Die Unterentwicklung der Muskulatur z. B. wird durch Widerstandsbewegungen und Gewichtsheben mit einem verhältnismäßig geringen Kraftvcrbrauch ausgeglichen, das schwache Herz wird durch Lauf und Äingkamps gekräftigt, ja sogar die Gesäße las- scn sich üben: Nacktubungen. Wasserbädcr und Lauf tun das ihre. Wir sind durchaus imstande, aus einem Engen einen Weitbrüstigen zu machen und Lunge und Brustkasten in ungeahnter Weise zu stärken. Der „Athenikcr", also jener langaufgcschos- kne, engbrüstige, muskel-, Herz- und gefaßschmache Mensch, der gewöhnlich energielos und weichlich ist, wäre selten, wenn er zur richtigen Zeit die richtige Gymnastik getrieben hätte. Von der Fettsucht biaiicht wohl kaum gesprochen zu werden, und was die Verdauungsbeschwerdcn anlangt, so hat ja die erste Kriegsze't gezeigt, welche Wunderheilkraft Luft, Bewegung und einige Strapazen besitzen. „Ich verachte die Einseitigkeit", sagte Geheimrat Bier mir vor wenigen Tagen. „Die richtig betriebene Leibesübung aber enthält ungeahnt viele Heilfaktoren, deren wir mit der fortschreitenden Industrialisierung unseres Vaterlandes, welche immer mehr Menschen in unhygienische Lebensbedingungen und Tätigkeiten zwingt, als Gegengewicht immer dringender bedürfen. Man versteht jetzt, was die Gründer der „Deut- schen Hochschule für Leibesübungen" wollten. Sie erzieht diplomierte Turnlehrer, bildet Sportärze aus, umfaßt das gesamte Gebiet der Leibesübungen überhaupt, hat Fachkräfte für jede Spezialität und verbindet die Wissenschaft mit der Praxis. Die Theorie der einzelnen Sportarten wird hier studiert, Röntgenaufnahmen, anthropometrische Messungen werden vorgenommen, Konstitutionsverbesserungstabellen werden geführt. Der Einfluß der verschie- denen Leibesübungen auf die Herztätigkeit, aus den Stoffwechsel und die Verdauung, die erfolge der Ausgleichsgymnastik, die Psychologie des Sports wird studiert und körperliche und seelische Eignungsprüfungen für die einzelnen Sportarten werden zum Nutzen der Sportbewegung gefunden. Denn: „Keine gesunde Öffentlichkeit ohne öffentliche Gesundheit" sckgt der um die Sache der Leibesübungen hochverdiente Professor Hueppe. Nordisch-deutsche Volkshochschulwoche. Mit ilnterftütjung des sächsischen Ministeriums für Volksbildung veranstaltet der Arbeitskreis von skandinavischen und deutschen Volkshochschullehrern in der Zett vom 2. bis 8. August in der Albrechtsburg in Meissen e.ne nordisch-deutscheDolks- hochschulwoche. Angesichts der gefährdeten Gesamtlage der europäischen Kultur soll, wie es in der Einladung heißt, ein freies Zusammenarbeiten von Erziehern, Lehrern und Schülern der verschiedenen Volker des Nordens im Rahmen der Volksbildungswesen im sächsischen Ministerium Reihe hervorragender deutscher, dänischer, schwedischer und norwegischer Persönlichkeiten hat bereits Vorträge und Mitwirkung zugesagt. Näheres ist durch die Landesstelle für freies Volksbildungswesen im sächsischen Ministerium für Volksbildung in Dresden zu erfahren. Im Anschluß an die nordisch-deutsche Woche findet ebenfalls in der Albrechtsburg zu Meissen am 8. und 9. August die diesjährige Hauptversammlung der Volkshochschule Sachsen unter dem Vorsitz von Dr. Franz Mockrauer statt. 1851 bis 1891 und einer Menge Heiner Aufsätze. Seine bedeutendsten Leistungen sind die Herausgabe von Sebastian Brants „Narrenschifs". verschiedene Abhandlungen zur deutschen, insbes. der Leipziger Llniversitätsgeschichte. die Herausgabe des Nibelungenliedes ldie 1887 schon in 6. Auslage vorlag), mehrere Untersuchungen über das Nibäungenlied, Arbeiten zu Deneckes mittelhochdeutschem Wörterbuch und vor allem in späteren Jahren kleinere und größere Arbeiten über Christian Reuter und Goethe, toorunter in erster Linie das „Kurzgefatzte Verzeichnis der Originalaufnahmen von Goethes Bildnissen" (1888) erwähnt zu werden verdient. Sein letztes Werk ist das als Manuskript gedruckte Buch „Aus dem Leben 7>es Großvaters und dem 3ugenblebeni des Vaters" (1891). Der Lehrberuf hat für Zarncke immer, schon als junger Student, im Vordergrund gestanden, und so ist es erklärlich, daß seine Lehrtätigkeit! der Mittelpunkt seines ganzen Wirkens war. Seine allgemeine Beliebtheit beruhte aber vielleicht weniger darauf, was er als Kollege unh Lehrer war. denn auf dem, was er als Mestsch, als Persönlichkeit bedeutete. Diesem Gedanken hat Wilh. Wundt an Zamckes Sarg in seinen Worten Ausdruck verliehen. „Was Friedrich Zamcke seinen Freunden gewesen, können Worte nicht aussprechen. Ihn umgab jener Zauber einer alles überwältigenden Liebenswürdigkeit, gegen den keine Verstimmung auf die Dauer aufkommen konnte. Der Jüngling vergaß im Verkehr mit ihm des Alters Unterschied, und dem gereiften Manne wurde an ihm gegenwärtig, daß eS eine Jugend des Geistes gibt, die allem Wandel der Jahre entrückt ist, und die den, der sie be- seffen, verllärend umgibt, auch nachdem er selbst dem Leben entrückt worden. Ob es ein Glück oder ob es ein Unglück sei, als Jüngling zu sterben, daS zu entscheiden überschreitet wohl menschliche Einsicht. Aber glücklich nach menschlichem Ermessen ist sicherlich der zu preisen, dem es. nach- berrc er des LeberrS Mittag längst überschritten, vergönnt war. noch als ein Jüngling aus dem Leben zu scheiden. In dieser Jugend des Geistes wird Friedrich Zamcke unter uns fortleben." Vie Landmaschinen aus der Kölner Grünen Messe. (Nachdruck verboten.) Ton Dipl.-Jng Mangold-Duisburg. Die diesjährige Landmaschinenschau in Köln übertrifft die vorjährige recht beträchtlich. Der ganze Raum des Freigeländes ist voll belegt Wie wir erfahren, hat der zur Verfügung stehende Raum nicht ausgereicht, um alle angemeldeten Firmen unterzubringen. Gerade für die Landwirtschaft sind vielleicht mehr wie für andere Gebiete unserer Volkswirtschaft öftere Ausstellungen notwendig, um dem Landwirt in immer steigendem Maße aus die Fortschritte der Technik zur Mechanisierung seines Betriebes aufmerksam zu machen. Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß neben der großen Wa^er-- ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, welche natürlich die landwirtschaftliche Zen- iralausstellung bleiben wird, in einzelnen Teilen des Reiches Ausstellungen veranstaltet werden, welche dem Landrvirt vor Augen führen soll, wie er seinen Betrieb berbessern und seine Produktion erhöhen kann. Auch tragen diese Veranstaltungen ohne Zweifel dazu bei, das Ver- Drillmafchine der Deutschen Werke. ständnis der Stadtbevölkerung für die Sorgen und Mühen des Landwirtes zu heben. Die Maschinenschau auf der Kölner Grünen Messe, auf der sowohl Fabrikant als auch Großhändler vertreten sind, hat gegenüber der Wanderausstellung den Vorteil, daß der Besucher nicht die große Menge aller im Reich hergestellten Landmaschinen findet, sondern eine für Rheinland und Westfalen besonders in Betracht kommende Auswahl. Dies erleichtert ihm die Bewertung der einzelnen Maschinen für seinen Betrieb wesentlich. Wir wollen gleich betonen, daß es unsere Industrie verstanden hat, die früher nur für größere Betriebe in Betracht kommenden Maschinen so urrnubauen, daß sie in entsprechend verkleinerten Typen aucy von dem kleinsten Besitzer mit Vorteil verwendet werden können. Dadurch ist jeder Landwirt heute in der Lage, seine Wirtschaft weitgehend zu mechanisieren und sich so von der bekannten Rot des Leutemangels zur Zeit der intensiven Arbeit unabhängig zu machen. Auch die Anschaffungskosten der Maschinen sind weitgehendft den Verhältnissen der Landwirte angepaht. Wenn der M o t o r p f l u g mehr und mehr auch in kleinen Wirtschaften Eingang findet, so hat der Gespannpflug doch immerhin eine weite Anwendung, welche er auch für absehbare Zeit behalten wird. Besonders viele örtliche Ver- hältnisse, wie -z. D. die steilen Weinberge, bringen dem Motorpflug Schwierigkeiten entgegen. Don den zahlreich ausgestellten Gespcrnnpflügen müssen wir die Maschinenfabrik Peter Jos. Engels in Höningen bei Köln nennen, welche aus eigner Bearbeitung des rheinischen Bodens heraus einen Balance- und Peudelpflug geschaffen haben, ^welcher auf der vorjährigen Kölner Messe mit der höchsten Auszeichnung (Ehrenpreis der Stadt ?Köln und Große Medaille der rheinischen Land- , Wirtschaftskammer) bedacht wurde. Er ist ein 'KiPPPflug für Flach- und Tiefkultur und hat sich in der Praxis sehr bewährt. Die Vorteile des Motorpfluges liiegen neben einer intensiveren Bearbeitung des Bodens in der Möglichkeit, mit ihm ein bedeuteiÄ» größeres Arbeitsquantum mit einem Mann in wesentlich kürzerer Zeit zu erledigen und so den Landwirt in-den arbeitsüberhäuften Frühjahrs- und Herbstperioden zu entlasten. Die Motorpflüge sind im Gegensatz zu den Dampfpflügen, welche nur das Pfluggerät über den Acker ziehen, ausschließlich Gangpflüge, d. h. die Antriebmaschine geht mit den Pflivgkörpern über das zu beackernde Feld. Man unterscheidet bei ihnen zwei verschiedene Systeme: Trag- pflüge und Schlepppflüge oder Trekker. Bei erftercn sind Zugmaschine und Pflugkörper an einem Traggestell fest miteinander verbunden, während die Schlepppflüge als Zugmaschine die Pflugkörper hinter sich her ziehen. Wir halten den Tragpslug in den meisten Fällen für das Bessere. Die S t o ck-M otorpflug-Gesellschaft in Berlin O 10, welche zuerst in Deutschland Tragpflüge gebaut hat und deren Pflüge tzch in vielen Tausenden überallhin verbreitet haben, baut vier Typen. Einen Grohpflug von 60 P. S. für große Felder, den mittleren Typ Stocklej mit 30 P. S. und einen Wendepflug von 20 P. S. für kleine Betriebe. Außerdem tritt hierzu noch eine Type Stokraft von 40 P. S., welche als Hochleistungsmaschine zur allgemeinen Durchführung der älntergrundlöckerung anzusprechen ist. Den Bedürfnissen des kleinen Betriebes paßt sich der Stock-Wendepflug sehr gut an. Er kann durch seine große Wendefähigkeit fast auf der Stelle drehen. Seine Arbeitsweise nach dem Brabanter Prinzip des Kehrpflügens lst sehr vorteilhaft bei kleinen ungünstig geschnittenen Schlägen und ist unumgänglich in stark hängigem Gelände, bei dem die Furchen bergab gelegt werden sollen. , Im Anschluß an die Motorpfluge sind auch die Fräsmaschinen zu erwähnen, welche d.e Bodenbearbeitung auf eine ganz andere Art vornehmen. Durch krallenartige Werkzeuge, welche durch Motor in rasche Umdrehungen verseht werden, wird der Boden fräsartig aufgewühlt und so innig durcheinander gemischt. Die Siemen s - S ch u ck e r t - W e r k e in Berlin bauen zur Zeit drei Typen von Fräsen: Eine Guts- fräse von 30 P. S. und je eine Plantagen- sowie Gartenfräse von 8 bzw. 4 P. S. Der künstlsche Dünger sollte heute nur noch maschinell gestreut werden. Dw Handstreuung arbeitet nicht nur sehr ungleichmäßig, sondern sie verschwendet auch viel zu viel Dünger. Die Düngerstreuer stellen an die mit ihrem Bau beschäftigten Fabriken große Anforderungen Es soll, soweit möglich, erreicht werden, das mit einer Maschine mehrere Arten von Dünger, welche nacheinander oder gleichzeitig dem Feld gegeben werden müssen, ausgestreut werden können. Die Schwierigkeiten liegen in der Verschiedenheit der Dünger. Die einen, wie z. V. Superphosphat, sind stark wasseranziehend und verschlammen leicht, während Kalk sehr fein und leicht beweglich ist. Dabei soll die Ausflußmenge genau reguliert werden können. Der Dünger liegt in einem Kasten, aus dem er beim Fahren über das Feld durch mannigfache Vorrichtungen langsam nach unten abgezogen wird. 11. a. sind die Kettendüngerstreuer „Westfalin" von Kux mann & C o. in Bielefeld weit verbreitet. Seit einigen Jahren baut Krupp- Essen in seinem Kronendüngerstreuer eine Maschine, welche sich besonders zum Ausstreuen wasserziehender Dünger eignet. Bei ihm fassen Streukronen um eine Streuwalze. Seine Reinigung ist gut vorzunehmen. Wenn Kot und Harn nicht mehr getrennt, sondern zu Gülle verarbeitet wird, so gibt dies einen außerordentlich wertvollen Dung, welcher Höhenförderer des Osterieder Werks. U noch den Vorteil besitzt, daß er im eigenen Betrieb gewonnen wird. Bisher stand jedoch dieser rationellen Jauchewirtschaft im Wege, dotß man feine Pumpe besaß, welche diese breiige Masse nicht nur fördern, sondern auch in die notwendige Bewegung versetzen konnte. Durch die von der Hedwigshütte Preuß & Winzen in Viersen (Rh ld.) gebaute Luna-Pumpe ist dieses Problem gelöst. Die Luna-Pumpe ist eine genial erdachte Kreiselpumpe, welche die Gülle nicht nur einwandfrei fördert, sondern auch tadellos gleichzeitig umrührt. Drillmaschinen sind in bewährter Ausführung zu sehen. Reu sind die Reihendüngerdrillmaschinen von Rudolf Sack in Leipzig-Plagwitz, welche dem reihenweise eingebrachten Samen gleichzeitig eine Ladung Dünger mitgeben, welcher ihm für sein erstes Wachstum sehr zu statten kommt. Zahlreich sind die Hackmaschinen zu finden, welche besonders beim Rübenbau verwendet werden. Rud. Sack in Leipzig-Plag- w i h hat einen neuen Rüberodepflug herausgebracht, welcher auf der diesjährigen Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zum ersten Male gezeigt wurde. Die Haka-Kulturgeräte von Heinrich Kullmann in Darmstadt sind vorzügliche Maschinen für rationelle Bewirtschaftung des Kleinbetriebes. Reben einem leichten Handpslug ist besonders auf die Handdrill- und Hackmaschinen hinzuweisen, welche ermöglichen, auch das kleinste Stück Land mit wenig Mühe sachgemäß zu bestellen. Schließlich sind noch die Hackmaschinen von 2 P. und 2,5 Meter Breite der Hedwigshütte, Preuß & Minzen in Viersen (Rhld.), zu erwähnen. Die Friedrich-Krupp -A. -G. in Essen stellt in Verbindung mit der Landmaschinenfabrik Fahr in Gottmadingen (Baden) Erntemaschinen von bester Qualität und Konstruktion her. Reben verschiedenen Gras- und Getreidemähern und einem Garbenbinder ist eine Binderlenkvorrichtung zu erwähnen, welche an jeden Garbenbinder angebracht werden kann und die reihenweise von dem Schlepper gezogenen Garbenbinder so steuert, daß sich genau Schnittbreite an Schnittbreite anschließt. Der Kruppsche Patentheuwender ist auch als Schwadenrechen verwendbar und damit die vom Landwirt ersehnte Einheitsmaschine zur Heuernte. Die Maschinenfabrik I. F. I a k o b i G.m.b.H. in Honnef a. Rh. baut Mähmaschinen mit doppelter Mesfergeschwindigkeit nach dem englischen System Bamlett. Außerdem hat sie als Spezialität Dreschmaschinen für kleine Betriebe, Drillmaschinen für Dünnsaat und glatte Stahl- und gußeiserne Cambridge-Walzen zur Schau gestellt. Auch sonst sind, wie meistens, die Dreschmaschinen sehr zahlreich vertreten. Ist sie doch die erste moderne Maschine gewesen, welche sich in der Landwirtschaft Eingang verschafft hatte. Heute wird sie in jeder Gröhe gebaut und fehlt Wohl in keinem Betrieb. Die Maschinenfabrik Holthaus A. G. i n Dinklage i. O. kann heute auf eine 75jährige Tätigkeit im Dreschmaschinenbau zurückblicken. Ihre in verschiedenen Größen gebauten Reform- drefcher entsprechen den höchsten Anforderungen. Gartenfräse der Siemens-Schucke.: Werre. I Heinr ichLanzin Mannheim, welcher in Lokomobilen und Dreschmaschinen Weltruf besitzt, hat sich einen neuen Zweig angegliedert, welcher eine große Zukunft besitzen dürste. Wir denken an seine fahrbaren R o h ö l m o t o r e, welche in drei Typen von ihm gebaut werden und vorzügliche Zugmaschinen sind. (Type Felddank mit 38 P. S. und der Verkehrs- und Ackerbulldogg mit 12 P. S.) Das Osterriederwerk in M em m i n -- gen (Bayern) hat zu seinen bekannten festen und fahrbaren Höhenförderern einen Heulader herausgebracht, welcher ebenfalls schon eine große Verbreitung gefunden hat. Die Saw.c.ireinigungs- und Sortiermaschinen der K ö l n - K a l k e r T r i e u r f a b r'i t Mayer & (Sd. sind bekannt. Sie stellen neuerdings auch eine fahrbare Getreidereinigungs- und Beizanlage mit 500 Kg. Stundenleistung her. Für Stallanlagen kyrnmen von I. Pohlig, Köln-Zollstock gebaute Hand- Hängebahnen zur Hera^lschaffung des Futters und Wegbringen des Stallmistes sehr vorteilhaft in Frage. Sie sparen bedeutende Arbeitskräfte, besonders in größeren Stallungen. Ein besonderer Vorteil der Hängebahnen ist, daß sie keinen Raum des Fußbodens einnehmen. Der Butterverfertiger der Alfa- Laval-Separator-Gesellschaft, Berlin NW 40 hat sich nicht nur in kurzer Zeit den Weg in die meisten Molkereien erobert, sondern ist auch mehr und mehr im Bauernhaus anzu- treffen. Er vereinigt die zwei bisher getrennten Geräte. Butterfaß und Walzenkneber, so daß man außer ihm nur noch einen Separator braucht. Sein Antrieb ist am besten elektrisch. Außerdem hat Alsa-Lqval eine Melkmaschine gebaut, welche sich schon vielfach bewährt hat. An vielen Stellen der Grünen Messe finden wir die immer mehr Verwendung findenden Rohölmotoren der D e u tz e r M v t o r e n f a b r i k. Sie werden meistens im Betrieb beim Antrieb von Dresch- und sonstigen Maschinen vorgeführt. Deutz baut diese äußerst praktisch und billig arbeitenden Motoren in verschiedenen Typen. Wir erwähnen einen 6-P.8.-Viertaktmotor auf einer tragbaren Schleife montiert, je eine kleine Motorlokomobile von 12 und 14 P.S, und einen Klein- Dieselmotor von 14 P.S. Wann ist bei Banküberweisung gezahlt? Die Zahlungen durch Banküberweisung haben einen sehr großen Umfang angenommen. Die Frage, wann in solchen Fälle die Zahlung als erfolgt anzusehen ist, muß daher wirtschaftlich um so bedeutsamer erscheinen, als damit der Verzug des Schuldners und die weiteren Folgen, insbesondere der evtl. Vertragsrücktritt des Gläubigers Zusammenhängen. Es werden verschiedene Ansichten über den Zeitpunkt der Zahlung bei Banküberweisung vertreten. Die einen, darunter auch das Kammergericht in einem Urteil vom 23. September 1924, nehmen an, der Tag der Ueberweisung durch den Schuldner seimaß- gebend. Demgegenüber muß man aber darauf Hinweisen, daß mit der reinen Ueberweisung für den Gläubiger noch kein Vorteil, besonders keine Verfügungsmöglichkeit entsteht: auch kann der Schuldner den Auftrag der Ueberweisung noch bis zur Gutschrift widerrufen. Der andere Standpunkt, es komme auf den Zeitpunkt der Ueberweifungsbenach- richtigung des Gläubigers seitens der Bank an, kann ebenfalls nicht gebilligt werden. Erfahrungsgemäß ist die Benachrichtigung in solchen Fällen nicht Seperator der Krupp-Werke. immer sofort zu erwarten, verzögert sich manchmal um einige Tage. Man kann dem Gläubiger nicht die damit verbundenen Nachteile zumuten. Vielmehr wird man in dieser Frage der Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Bd. Nechtspraxis 25 S. 155) zustimmen. Danach ist die Zahlung.durch Banküberweisung in dem Augenblicke als vorgenommen anzusehen, in dem die Zuschreibung auf dem Konto des Zahlungsempfängers, also des Gläubigers geschehen ist. Durch diese Gutschrift gibt nämlich die Bank den Willen kund, den gutgeschriebenen Betrag zu schulden. Von diesem Augenblick an ist der Ueberweisende an seinen Auftrag gebunden. Der Empfänger seinerseits darf über den Betrag verfügen, selbst wenn ihm zu dieser Zeit die Gutschrift noch nicht förmlich mitgeteilt worden ist. Aus der Provinz. Landkreis Gic^en. £ Wieseck, 13. Juli- Der Ziegenzuchtverein Wieseck ist durch die hier besonders stark aufgetretene Leberegelkrankheit sehr schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Ganze Viehbestände fielen der verheerenden Seuche zum Opfer, der Gesamtverlust, den der Verein erlitten hat, wird auf 80 Proz« des bei ihm versicherten Viehbestandes berechnet. Bei den zur Verfügung stehenden geringen Mitteln konnte nur von einer ganz unzureichenden Entschädigung die Rede fein, und auch diese mußte bei der immer weiter um sich greifenden Krankheit (mit fast immer tödlichem Ausgang) ganz eingestellt werden. Nachdem nun dank des tatkräftigen Eingreifens des Kreisveterinäramts die Seuche zum Stillstand gebracht werden konnte, gilt es, die eirfft so blühende und jetzt fast völlig vernichtete Ziegenzucht wieder neu zur Entfaltung zu bringen. Der außerordentliche volkswirtschaftliche Wert einer ausgedehnten und gesunden Ziegenzucht wurde nun auch vom Ministerium des Innern in der Weise anerkannt, daß für den 4. Oktober eine Verlosung von einer größeren Anzahl Gebrauchsgegenstände genehmigt wurde, um auf diese Weise dem Verein Mittel zuzuführen und den schwer geschädigten Mitgliedern die Reuanschasfung ihres Viehbestandes zu ermöglichen. Dem Unternehmen ist der wohltätige Charakter nicht abzusprechen, der geringe Preis der Lose (1 Mark) rechtfertigt den Wunsch nach lebhaftem Umsatz derselben. Die Verlosung, der wir auf Grund ihrer Gemeinnützigkeit einen vollen Erfolg wünschen, findet unter Aufsicht der Ortspolizeibehörde statt. (Siehe heutiges Inserat.) !*! Klein-Linden, 12. Juli. Dieser Tage wurde von etwa 30 hiesigen Einwohnern ein Kleinkaliberschützenverein gegründet, der dem Kleinkaliber-Schühenverband angegliedert ist. Das Kreisamt hat die Genehmigung zum Schießen auf dem Schießstande am Dorfausgang nach Allendorf erteilt, so d.iß zukünftig regelmäßige Schießübungen stattfinden können. Außer diesem Schützenverein besteht seit einigen Jahren in unserem Dorfe noch der Schützenklub „Roland". > Holzheim, 11. Juli. Heute sand hier unter Leitung des Direktors des Landwirtschafts- amts Butzbach, Landwirtschaftsrat Dr. Schad, ein Rundgang durch unsere Gemarkung statt, an dem sich eine große Zahl hiesiger Landwirte beteiligte. Die Besichtigung hatte den Zweck. Aufklärung zu schaffen über die richtige Anwendung der künstlichen Düngemittel, ferner über Krankheitserscheinungen und deren Bekämpfung bei Getreide und Hackfrüchten. Die Ausführungen Dr. S ch a d s waren äußerst lehrreich. Kreis Friedberg. VW. Butzbach, 11. Juli. In der jüngsten Sitzung bewilligte die Stadtverordnetenversammlung dem neugewählten Bürgermeister I o e r i d e, der auch einstimmig in Rauen zum Stadloberhaupt erkoren war, dasselbe Einkommen wie dort, nebst freier Wohnung, so daß mm mit der sicheren Aussicht gerechnet werden kann, daß Bürgermeister I o e r t d e aus Laucha an die Spitze hiesigen Gemeinwesens tritt. — Die von der „Hamburger Vereinigung zur Pflege alter Kirchenmusik" in hiesiger Markus lirche gebotene Feierstunde verdiente diesen Ramen im edelsten Sinne des Wortes. Die Künstler offenbarten in allen ihren Darbietungen ein hohes musikalisches Können. Die Leitung hatte, wie in vorigem Jahre, Robert SMeinede übernommen, den wir im Verlaufe des Konzerts nicht nur als vorzüglichen Chordirigenten, sondern auch als einen, mit prächtiger Baßstimme begabten, ausgezeichneten Solisten schätzen lernten, während seine Gattin, die mit einer lieblichen und dabei doch kräftigen Stimme begnadet ist, die Sopranpartie übernommen hatte und meisterhaft durchführte. In der großartigen Kantate von Johann Sebasttan Dach über Dr. Paul Flemmings Lied „In allen meinen Taten" kam das vorzügliche Zusammenwirken von Orgel (gespielt von dem jugendlichen Walter Kraft), Violinen Frl. Alice Fiedler und Karl Millers) und Chor zum Entzücken aller Hörer zu bester Geltung. In diesem bunberbaren Werke durften wir auch in einem Rezitativ und einer Arie für Alt Frl. Marga Kossow bewundern, die wohl in Herrn Kleinecke einen trefflichen Gesanglehrer gefunden hat und ihre klangvolle Altstimme bestens zur Geltung brachte. Einen tiefen Eindruck auf alle Hörer machte sowohl das Largo ma non tanto von Bach für Orgel und zwei Violinen aus dem O-Moll-Konzert, als auch der für dreistimmigen Chor, zwei Violinen und Orgel von Heinrich Schütz bearbeitete 23. Psalm. So war es eine wirkliche Feierstunde, die uns diese trefflichen Pfleger alter edler Kirchenmusik boten. > Aus der nördlichen Wetterau, 11. Juli. Das Bild, das sich dem Beschauer beim Durchwandern unserer Fluren bietet, darf im allgemeinen als zufriedenstellend bezeichnet werden. Besonders erfreulich ist der Anblick der R o g g e n- und Weizenfelder. Hie sind Halm und Aehre gut entwickelt. Auch die Sommerfrucht verspricht einen guten Körnerertrag, allerdings ist sie an trockenen Stellen etwas kurz geblieben. Wenn das Wetter noch einigermaßen günstig bleibt und nicht, wie dies voriges Jahr der Fall war, eine anhaltende Nässe eintritt, kann mit einer aussichtsreichen Ernte gerechnet werden. Bei den Hackfrüch- t e n steht die Sache etwas anderes. Hier wäre ein durchweichender Regen dringend am Platze. Besonders die Pflänzchen, die spät gesetzt wurden, sind in ihrem Wachstum noch weit zurück. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 11. Juli. Zu der heutigen tfentlicfyen Kreisausschußverhandlung standen zur Verhandlung: 1. Einspruch gegen dis ■-t> iir gctme i ft et toa 01 > - i.. i» i au>> । u .» und 2. Beanstandung der Bürgermeister- Dahl zu "Dolf durch den Kreisdirektor des Kreises Büdingen. Der unter 1 aufgeführte Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl Bind- sachsen kam nicht zur Verhandlung, da die Kläger vorher ihre Einwendungen zurückgezogen hatten. Zur Deanstandung der Dürgermeisterwahl in Wolf hatten verschiedene Gründe geführt: so sollte vorher auf Rechnung des neugetoählten Bürgermeisters in Wirtschaften gesessen und getrunken. ferner einer Frau von ihrem Reffen der Wahlumschlag im Wahlraum entrissen und der Stimmzettel vertauscht worden fein. Insgesamt waren es acht Gründe, die alle auf das Gleiche hinausliefen, wie der erstangeführte. Die Verhandlung ergab jedoch, daß alle dem neugewählten Bürgermeister zur Uaft gelegten schuldhaften Handlungen zum Teil sich anders zugetragen hatten und zum Teil nicht bewiesen werden konnten. Der Kreisausschub erkannte daher zu Recht, dah die Beanstandung des Kreis- direktors zurückzuweisen und die Kosten der Hauptstaatskasse zur Last zu setzen seien. Zur Verhandlung waren außer den geladenen 14 Zeugen noch eine große Zahl Reugieriger auS der Gemeinde Wolf erschienen. Gegen die Bürgermeisterwahl in Lorbach war ebenfalls Einspruch erhoben worden. Da die dem neugewählten Bürgermeister zur Last gelegten schuldhaften Handlungen bis in seine frühere Dienstpcriode zurückreichen, wies der Kreisausschuß die Beanstandung durch einen Vorentscheid zurück. nd. Ridda, 11. 3uli. Gestern abend fand in der hiesigen Stadtkirche eine musikalische Feier st unde statt, die von der Hamburger Vereinigung zur Pflege alter Kirchenmusik veranstaltet war. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Robert Klein ecke. Der Besuch des Kirchenkonzerts war gut, wäre aber sicher an einem Sonntag noch besser gewesen. Die meisterhaften Orgelvorträge allein und mit Begleitung von zwei Violinen, die Arien von Telemann und Händel aus „Samson" und die Psalmen machten auf alle Zuhörer einen tiefernsten Eindruck. Ganz wundervoll und ergreifend war die Bachsche Kantate über Dr. Paul Flemmings Lied „In allen meinen Taten". Mit einem Präludium und einer Fuge in E-Qlioll für Orgel von Martini wurde die Feierstunde würdig geschlossen. Die musikalischen Leistungen der aus sechs Damen und sechs Herren bestehenden Vereinigung verdienen volles Lob. „?" Nidda, 12.Juli. Die Religionslehrerkonferenz für das Dekanat findet am Mittwoch, 22. Juli, hier statt. Dabei wird Professor D. Matthes- Darmstadt über „Die Anwendung der Erlebnismethode auf dem Religionsunterricht, insbesondere auf die Behandlung des 2. Artikels" sprechen. — Der von dem Hess. Lehrfilm- n i d) i u Darmstadt vorgeführtc und erläuterte Lehrfilm „Die Wunder des Amazonenstroms" wird Ende August den diesigen imb benachbarten Schulen im „Gambrinus" gezeigt werden. Auch dieser Lehrfilm dürfte, ebenso wie die früher vorgeführten, den kindlichen Blick weiten und gerade von der Gegend, die gewöhnlich von unvollkommenen Vorstellungen und kühner Phantasie umsponnen, ein klares Bild enthüllen. — Die Frühkartoffeln sind, feitbcm die Wetterau als Lieferantin in Erscheinung getreten, stark i m P r e i s e gesunken. Sic werden jetzt schon zu 6 Mk. pro Zentner angeboten, und man hofft auf weitere Verbilligung in den nächsten Tagen. Kreis Schotten. Schotten, 11. Juli. Durch einen Schweinehändler, der einen verseuchten Transport Ferkel in den Orten Michelbach, Rudingshain, Breungeshain und ^Ruppertsburg absehte, ist die Maul- und Klauenseuche in unseren Kreis eingeschleppt worden, ilm der Gefahr einer weiteren Verbreitung entgegenzuwirken, wurden amtlicherseits die nötigen Vorkehrungen getroffen. — Da bekanntlich der Anbau von K i r s ch e n in höheren Lagen, so auch im Vogelsberg, überaus lohnend ist, hatte die Stadt schon vor längeren Jahren eine große Kirschbaumpflanzung in der Rahe des früheren Lehrerheims anlegen lassen, die in den letzten Jahren immer befriedigende Erträgnisse abwarf. Jetzt beabsichtigt die Stadt, weitere 3 Morgen an der Ziegelhütte mit Kirschen zu bepflanzen. Die jungen Kirsch- bäumchen werden von dem Landwirtschaftstammerausschuß Gießen aus Gernrode im Harz bezogen und sind für den Anbau im Vogelsberg gut geeignet. ? Schotten, 11. Juli. Die Ernennung des Kreisschulrats C. Kinkel zum Stadtschulrat in Worms muß jedenfalls wegen Verweigerung der Einreiseerlaubnis durch die Franzosen rückgängig gemacht werden. Der Genannte ist Verfasser mehrerer staats- bürgerkundlicher Werke, die im besetzten Gebiete verboten sind. * Schotten, 13. Juli. Der 25. Ober- hessische Feuerwehrtag wird am nächsten Samstag, Sonntag und Montag hier statt- sinben. Am Samstag nachmittag tagt die Ab- geordneten-Dersammlung in der Turnhalle, Sonntag vormittag findet eine Echulübung mit anschließender Vorführung von Handfeuerlöschern statt, nachmittags wird sich ein großer Festzug durch die Straßen bewegen. Am Montag wird ein Festzug mit anschließendem Kinder- und Volksfest stattfinden. Ein reiches LInterhaltungs- Programm wird an allen drei Tagen geboten. Eine Ausstellung von Ausrüstungsstücken und Geräten ist mit der Tagung verbunden. Zwischen Schotten und Ridda verkehren Sonder- züge. ^läheres in der Anzeige im „Gieß. Anz." vom Samstag. C; cnburg und Rheinhessen. fpd. Offenbach, 12. Juli. 3m Monat März verpfändete ein 3uwelier und Goldwarenfabrikant aus Leipzig, so stellte er sich wenigstens vor, bei dem Offenbacher städtischen L e i h a m t nach und nach zahlreiche Schmuck- st ü ck e und Juwelen und crhMt dafür die selbst nach seinen Begriffen ungewöhnlich hohe Summe von 80 000 M k. Der Mann dachte bei diesem glänzenden Geschäft gar nicht daran, die Schmuckstücke wieder einzulösen, sondern verkaufte fogar_ noch die Pfandbriefe außerhalb Offenbachs für höhe Summen und machte dabei abermals ekn Bombengeschäft. Hm das Geld im Leihhaus auszahlen zu können, erhob man einen entsprechenden Betrag bei der st ä d t i» schen Sparkasse. Die Angelegenheit kam durch eine Mitteilung der Sparkasse an die Fi- nanzverwaltüstg zur Kenntnis der oberen Behörde, die die Angelegenheit sofort nachprüfen lieh. Die versetzten Juwelen wurden von Fach- i.-. . - - • . — - , —- -euie, daß der Tarator des Leihamtes minderwertige 3uwelen weit über ihren Wert taxiert hatte. Der Wert der Juwelen beträgt nur ein ^Drittel der ausgezahlten Pfandsumme. Der Verlust der Stadt Offenbach bei diesem „Geschäft" beträgt demnach rund 50 000 Mk. Die Stadt hat ein Verfahren gegen den Taxator und den Vorstand des Leihamtes eingeleitet Den Vorstand des Leihamtes trifft insofern eine erhebliche Schuld, als er Pfandftücke nur bis zu 1500 Mk. beleihen darf. Die Stadt will außerdem die schuldigen Beamten haftpflichtig machen. Kreis Weiter. * Wetzlar, 11. Juli. Der Kreistag des Kreises Wetzlar genehmigte die Aufnahme einer Anleihe von 200 000 Mark zur Förderung des Wohnungsbaues. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 12.Juli. Grundsätzlich sind nunmehr die beiden Rachbargemeinden Griesheim und Schwanheim mit ihrer Einverleibung zu Frankfurt einverstand e n. Der Frankfurter Magistrat hat feine Zustimmung für Griesheim dahin gegeben, daß einmal die Straßenbahn nach dort durchgeführt, und daß in Griesheim zahlreiche Reuanlagen geschaffen werden und alte erhalten bleiben. Die Elngeineindungssrage mit Griesheim ist jedoch neuerdings dadurch ins Stocken gekommen, daß die Griesheimer Gemeindevertretung aufgelöst ist und deshalb bindende Beschlüsse zunächst nicht gefaßt werden können. Die Reuwahlen finden im August statt. In den letzten Tagen trat Frankfurt auch mit Sossenheim über die Eingemeindungsfrage in Verbin- bindung. — Ein bet einem hiesigen Postamt angestellter Aushelfer hat am Freitag abend 21 0 0 0 Mark unterschlagen und ist mit dieser Summe flüchtig gegangen. 2il. Kassel, 11. Juli. Zur Feier der Einweihung der neuen Druseltallmie gab die Direktion der Großen KasselerStraßenbahn in einer hiesigen Wirtschaft ein Festessen. Die Stimmung und der Appetit waren sehr gut. am andern Morgen aber erkrankten 4 2 Teilnehmer des Essens unter Dergif - tungserfcheinungen. 3n 20 Fällen ist das Unwohlsein bis heute noch nicht behoben. Unter- suchung ist eingeleitet. Kirche und Schule. T Waldgirmes. 10. Juli. Die Arbeitsgemeinschaft von Freunden der Arbeitsschule in Hessen und Rassau versammelten sich heute hier unter dem Vorsitz des Rektors D i t h aus Wetzlar zu einer Tagung. Ucker fünfzig Lehrer und Lehrerinnen, sowie einige ötubienräte aus Gießen und der Schulrat aus Biedenkopf nahmen daran teil. Lehrer Müller von hier referierte zunächst über Sprachchöre als ästhetische Sprachpflege, die den Inhalt der Gedichte nach Laut und Klang zum Ausdruck bringen sollen. Mit dem 8. Schuljahr führte er an einer Reihe von Gedichten seine Theorien praktisch vor. Die daran anschließenden Einzelvorträge von Gedichten mit Kindern des 3. Schuljahrs, von demselben Lehrer geleitet, gliederten sich als Kinderreime, hinweisende, darstellende Gebärde und eigentätige Erarbeitung. Rach einem gemeinsamen Mittagsmahl in der Wirtschaft Schmidt eröffnete sich ♦ine rege Aussprache an das Gehörte und Gesehene, aus der hervorging, daß die Ansichten über Sprachchöre, ihre Erarbeitung, sowie der Begriff „Arbeitsschule" noch weit auseinander gehen. Schließlich gipfelten sie alle in der alten Forderung des großen Pädagogen Diesterweg: „Durch Selbsttätigkeit zur Selbständigkeit". Zürnen, Sport und Spiel. Fechten. Ein FrcundschastS- Ltädtewettkamps. <£ Bad-Nauheim, 8. Juli. Die Fechtabteilung des Turn - und>Fechtklubs Hanau hatte dieser Tage eine Jumor-Florettrnannschaft zu einem Freundschaftswettkarnps mit dem hiesigen Turnvereins 1860 nach hier entsandt. Der hiesige Verein halte eine gemischte Mannschaft auf- gestellt. Die recht spannenden Kämpfe wurden von Obmann § abricius (Hanau) geleitet. Als Kampfrichter walteten Göbel und Ziegler (Hanau), F. G r o tz (Bad-Nauheim) und Karl Noll (Gießen) gewissenhajt des Amtes. Die Fechtweife der Nauheimer ließ gute Schulung erkennen; trotz bemerkenswerter Anspannung, besonders ihrer besten Klinge, Turner Karl Hahn, konnten sie jedoch gegen die starke Hanauer Mannschaft nicht aufkommen. Ein im Anschluß daran veranstalteter Säbelwettkampf der gleichen Mannschaften zeigte ein ähnliches Bild. Die Kämpfe wickelten sich bei der vorzüglichen Leitung einwandfrei ab und hattten zahlenmäßig folgendes Endergebnis: Florett (je 4 Mann): T. F. C. Hanau 11 Siege, 39 Treffer; To. 1860 Bad-Nauheim 5 Siege 24 Treffer. I. Säbel (je 3 Mann): T. F. C. Hanau sechs Sie^e, 35 Treffer, Tv. 1860 Bad-Nauheim 3 Siege Bester Mann war Leist vom Hanauer T. F. C., bei seine sämtlichen Gänge in Florett und Säbel gewann. Zur Erinnerung an den schön verlaufenen Kampf übereichte Fechtwart H. Reichwein vom hiesigen Turnverein 1860 den Hanauer Gästen eine Radierung vom Kurhause. Die zweite Hälfte des Tages wurde mit einer genußreichen Wanderung in die nähere Umgebung unseres Bades unter Führung der hiesigen Fecktfreunde ausge« füllt. Die Wiederholung der Kämpfe findet im September in Hanau statt. Amtsgericht Gießen. Gießen, 7. Juli Die Frau eines hiesigen Kaufmannes hatte in der öffentlichen Sitzung des Amtsgerichts einem Rechtsanwalt zugerufen: „Ich werde Ihnen Ihre Schandtaten sagen" und war des halb von diesem wegen Beleidigung verklagt worden. Vor Aufruf der Sache wurde die Verhandlung vertagt, da die Angelegenheit gütlich erledigt werden soll. Ein Weißbinder aus Lang-Göns zeigte feinen Nachbar, einem Werkhelfer, bei der hiesigen Eifen- bahnbehörde an, weil er angeblich Farbe und Lack aus dem Gießener Magazin gestohlen und damit feine Zimmer und seine Küche gestrichen habe. Er schrieb in seiner Anzeige u. a., die Bahn- i'L.v^rje entlugc ote coaia,en 2tutc und bchaltc die Spitzbuben, und verlangte, daß bei dem Voran zeigten sofort eine Haussuchung ftattfinbe, und daß er alsbald entlassen werden solle. Die Haussuchung fand auch alsbald statt, verlief jedoch ergebnislos, worauf der Weißbinder einen weiteren Brief mit denselben Behauptungen an die Bahnbehörde schrieb und feine Forderung aus Entlassung des Werkhelfers aufrecht hielt. Dieser verklagte hier- auf den Weißbinder wegen Beleidigung. Er bestritt die Angaben des Angeklagten und behauptete, die Farbe und das Del in Lang-Göns und den Lack in einem Gießener Geschäft gekauft zu haben. Ein sachverständiger Beamter der Bahn kam zu dem Gutachten, daß Farbe und Lack nicht aus Eisenbahnbeständen herrührten. Ob Farbe und Lack tatsächlich gestohlen worden sind oder nicht, konnte nicht mit Sicherheit feftqefteUt werden. Der Angeklagte mußte, da er den Beweis der Wahrheit nicht erbringen konnte, bestraft werden und erhielt eine Geldstrafe von 25 Mk. Wirtschaft. Saatenstand im Deutschen Reiche Anfang Juli. Das bereits im Mai herrschende warme und trockene Wetter hielt überall noch bis Mitte Juni an. Erst dann gingen bei ziemlich starker Abkühlung zunächst in Rord- und Mitteldeutschland, wenige Tage später auch im übrigen Deutschland die lange ersehnten Regen nieder, die aber in verschiedenen Gegenden des Reiches für den ausgedörrten Boden nicht ausreichten. Die Winterhalmfrüchte haben die Trockenperiode noch verhältnismäßig gut überstanden, obgleich auf leichten Böden — namentlich bei Roggen — etwas Rot reife eingetreten ist. Die günstige Beurteilung des vormonatigen Standes hat sich auch jetzt nicht wesentlich geändert. 3m allgemeinen werden die voraussichtlichen Ernteerträge als befriedigend, teilweise noch besser bezeichnet. Das Sommergetreide wird durchweg weniger günstig beurteilt Für die Entwicklung dieser Saaten waren die Riederschläge in der zweiten 3unihälfte zu spät gekommen unZ> nicht ausgiebig genug. Infolgedessen sind die Pflanzen im Wachs, tum zurückgeblieben und teilweise, vor allem Gerste und Hafer, sehr stark mit Linkraut durchsetzt. ---- Auch die Hackfrüchte haben durch die Trocken- hett etwas gelitten. Die inzwischen eingetretenen Regenfälle dürften den Schaden jedoch bald wieder ausheilen. Die bereits im Anfang der Blüte stehenden Kartoffeln zeigen häufiger Lücken. Das Verpflanzen der Rüben war mangels Regens noch nicht beendet. Manche Rüben^elder mußten, weil sie vertrocknet waren, neu bestellt werden. Der erste Schnitt der Futterpflanzen und Wiesen ist größtenteils beendet. Die Heuerträge sind bei Klee, Luzerne und den feuchten Wiesen zumeist recht befriedigend und von guter Beschaffenheit, bei trockenen Wiesen geringer. Der Rachwuchs läßt überall sehr zu wünschen übrig, da die abgemähten Flächen vielfach ausgebrannt sind. * * Steigen de rG roß Handelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 8. Juli berechnete Grohhandelsindexzisser drs Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 1. Juli (134,9) um 0,7 v. Sy auf 135,8 gestiegen. * Reue Zechen st illegung. Die Zeche Rordstern der Phönix QL G. für Bergbau und Hüttenbetrieb wird am 1. August stillgelegt. Cs kommen etwa 3800 Arbeiter und Angestellte zur Entlassung. • Henschel u. Sohn, G. m. b. H., Kassel. Die Gesellschaft sieht sich neuerdings gezwungen, wiederum zu Betriebseinschränkungen zu schreiten. Man hat am 10. Juli ungefähr 1500 Arbeitern und Angestellten gekündigt. Die Ruhr- Betriebe des Unternehmens, vor allem das Stahlwerk Henrichshütte in Hattingen, werden von diesen Arbeiterentlassungen nicht berührt. ' Barmer Stadtanleihe. Wie der D. H. D. erfährt, hat sich ein Hypotheken-Kon° zern bereit erklärt, der Stadt Barmen 11 Mill. Goldmark zur Verfügung zu stellen. Die Genehmigung des Bezirksausschusses ist bereits erteilt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Juli. Am Produktenmarkt war die Tendenz stetig. Größeres Geschäft fand nur in Auslandweizen statt. Roggen in neuer Ware bezüglich der Lieferungszeit vorsichtig an- geboten. Stärker angeboten blieb zum Teil Wintergerste. Haser nach wie vor gesucht. In Mehl und Futterarttkeln blieb das Geschäft still. Es notierten pro Tonne: Weizen (Juli) 259, Roggen (mark.) 225 bis 228, Roggen (3uli) 218,50, Wintergerste 200 bis 215, Gerste (neue) 196 bis 200, Hafer (märk.) 233 bis 242. Hafer (Juli) 191,50, Mais (La Plata, loko Berlin) 213 bis 215, Raps 340 bis 360: pro Doppelzentner: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 31 bis 33,25, Weizenkleie 12,70 bis 12,80, Roggen- fiele 13,30 bis 13,40, Viktoriaerbsen 28 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 22 bis 26, Peluschken 23 bis 27, Ackerbohnen 24 bis 26, Wicken 26 bis 27,50, Lupinen (blau) 12 bis 13, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, Rapskuchen 15,40 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,60, Trocken- schnihel 10,70 bis 11,10, Torfmelasse 9,40 bis 9,50, Kartoffelflocken 24 bis 24,10. Büchertisch. - »Zeitwende." Soeben erscheint das Juli- Heft dieser nun vor einem halben Jahr begründeten Monatsschrift (E. Sy Beck, München). Auch dieses Heft enthält eine Fülle bedeutungsvoller und interessanter Auftätze. Wir greifen nur einiges heraus. Dr. I. W. Mannhardt (Marburg) sucht ein objektives Bild des Fafchismus, feiner treibenden geistig-seelischen Kräfte, aber auch der Problematik dieser jungen Bewegung zu geben. Heinrich Herme- link gibt wertvolle Anregungen zu der im August d. I. zusammenttetenden, der kirchlichen Einheit gewidmeten Stockholmer Konferenz. Zur Einführung in eine Bettachtung von Bernhard Shaw s »Heilige Johanna" entwirft Tim Klein ein fesselndes Bild der Persönlichkeit der historischen Ieanne d'Arc. Tie Rovelle »Das alte Haus" von Gustav 21 enter, einem jungen Schweizer Erzähler, erinnert stellenweise in ihrer Epukhafttgkeit an E. T. A. Hoffmann, ist aber zugleich von einer selten erreichten Zartheit und Feinheit. D. Dr. Friedrich Selle bringt einen Aufsatz .Moderne Wandlung im Gottesbegriff". Gerhard von Muttus, unser dänischer Gesandter, schreibt Über Vincct van Gogh. Aus ilmfcbau und Randbemerkungen sind besonders hervorzuheben .Das Kant-Bild unserer Zeit von Professor D. Wilhelm Bruhn, Trveltschs Vermächtnis und ein Dries aus Schweden. Als Bildbeilagen sind von Vincet van Gogh 4 Bilder wicdergcgebcn. Auch in diesem Heft zeigt die .Zeitwende", daß sie gewillt ist, ihr hohes Rivcau cinzuhalten. - Marianne Mewis, Das eine Haus auf Pappelwerder. Sngelhorns Romanbibliothek, Band 8.-Marianne Mcwis ist den Lesern von Engclßorns Romanbibliotbek wohlbekannt. Ihre im besten Sinn volkstümliche Kunst, ihr origineller oft trockener Humor und die liebenwürdige Frische der Darstellung erklären die große Beliebtheit bicler Schriftstellerin zur Genüge 2luch in dieser auf einer Insel im schonen Schweriner See spielenden Erzählung entfaltet die Verfasserin den ganzen Reiz ihrer originellen Schreibweise, der noch erhöht wird durch die bindurchlcuchtende menschliche Wärme. - Die Fresken der Sixtinischen Kapelle undRaffa elSFresken in den Stanzen und den Loggien des Vatikans. Beschrieben und erklärt von Ludwig Frei- Herrn von Pastor. Mit 5 Taseln. (Verlag Herder & Co.. Freiburg i. Br. 1925). Was der große Geschichtsschreiber der Päpste, der zugleich einer der besten Kenner der Kunst von Rom ist, in seinem monumentalen Geschichtswerke an verschiedenen Stellen zerstreut über die unsterblichen Werke der Malerei zu sagen weih, die die Sixtinische Kapelle, die Stanzen und dieLoggien des Vatikans schmucken, das hat er hier für die Romfahrer in einem handlichen Büchlein zum praktischen Gebrauche vereinigt. An der Hand eines soleyen Führers gehen dem Besucher die Augen auf, er versteht, genießt und erlebt, was die Künstler und Mäzene ticfgedaitklich und in grandioser Form vorbringen wollten; daS Geschaute wird ihm zu einem Erlebnis, das ihm auch nach der Rückkehr in die Heimat nicht mehr entschwinden wird. Unter den Abbildungen ist die schemattsche Darstellung der Decke der Sixtinischen Kapelle in großem Format, zum Auslegen eingerichtet, besonders dankenswert. Das Werk ist besonders den Romfahrern des anno santo bestens zu empfehlen. (204) — Deutschkundliche Bücherei. Geschichte der deutschen Dichtung- Von Studiendirektor Prof. W. Oppermann. Die Kunstform des Drama-. Von Profeffor Dr. E. Ermatinger. Deutsche Mhstik. Von Dr. L. Raumann. Deutsche Philofopie von 1500 -1800. Don Studienrat Dr. R- Scherwahkh. Die Deutschkundliche Bücherei gestaltet sich immer mehr zu einer Sunbgrube für alle Gebiete deutschen Geistes' lebens. In erster Linie für den Linier, icht an den höheren Schulen Preußens bestimmt, geben sie dem Laien die bestmögliche Einführung. Prof. Oppermann bietet auf nur 90 Seiten eine knappe, billige Einführung in die deutsche Litera t Urgeschichte. Durch größte Kürze in Ausdruck und Darstellungsweise ist es dem Verfaffer gelungen, die Fülle von Einzelheiten zu meistern mit dem Ziele, die deutschen Dichtungen als Ausdruck der wechselnden Welt- und Kunstanschauungen begreifen zu lehren und Winke zum Verständnis ihres bleibenden Wertes zu geben. Ermatinger, Profeffor an der Universität Zürich, geht von dem idealistischen Standpunkt des großen Dramas aus und erörtert die Beziehung zwischen dem dramatischen Schaffen und den geistesgeschichtlichen Bedingungen der jeweiligen Epoche. Heber Mystik wird heute nur allzuviel geredet. Aber wer kennt sie wirklich, wer hat sich in die Werke Eckhards, Taulers, Jakob Böhmes versentt? Raumann gibt uns zehn erlesene Proben hervorragenden mystischen Denkens in neuhochdeutscher Sprache. Es ist nun jedem möglich, sich in diese Blüten deutschen Geisteslebens einzufühlen. Scherwahky bietet einen Lieberblick über das Werden der deutschen Philosophie von ihren Anfängen bis zu ihrem Höhepunkt in Kant. Gleichzeitig führt der Verfaffer durch einen kurzen historischen Ueberblid über das Werden der Probleme in ihr Wesen ein und vermittelt einen Eindruck der gewaltigen Größe eines Leibniz und Kant, die die Probleme, mit denen die Jahrhunderte vergeblich gerungen hatten, der Lösung zuführten. — Die „Bilder aus Thüringens Vergangen heit", herausgegeben von Dr. Werner Scholl, ein Romanzyklus. Es sind just zwei Jahre her, als der erste Band erschien: Siegfried Moltkes Roman aus dem 10. Jahrhundert „Sigfrid von Schwarzburg", ein Werk, das Scholls Schöpfung nach dem Zeugnis der scharf prüfenden Fachkritik aufs glücklichste begann und erfolgreich im deutschen Publikum ein- führte. Erich Michaels „Aus Schloß Tenneberg" schloß sich im folgenden Jahre, ebenfalls freundlichst begrüßt, an, und nun tritt der ebenfalls als Romanschriftsteller feit langem bekannte Leow» Hard Schrickel mit feinem frisch und flott geschriebenen „Friedrich der Freidige" (VIII, 373 Seiten, 1925. A. Deichertfche Verlagsbuchhandlung Leipzig) in die Reihe. Ein tern- haster, echter deutscher Fürst, ein ©taufe vom Scheitel bis zur Sohle, schreitet er vor dem ihn mit Bewunderung und Begeisterung verfolgenden Leser durch ein hartes, aber gerade deswegen wunderbares Heldenleben zu dem am Ausgange schließlich seiner harrenden, heiß erstrebten Ziele: zur Befreiung, Einigung und Stärkung feiner thüringischen, sächsischen, seiner alftoettiner Lande. — Mit historischer Treue, mit gewandter Treffsicherheit und dichterischem Schwung der wprache schildert Schrickel seinen Helden. Man lebt im Lande der thhringer Burgen und Gaue, der meißnischen Städte und Triften, man sieht von der Heldburg und Wartburg, von der Warte zu Eisenberg und Meißen ins Land, und wandelt in Erfurts, Eisenachs und Freibergs Gassen — man ist so eingesponnen in den Traum der Vergangenheit, daß man, legt man das Buch erst zur Seite, nur schwer sich gleich wieder in die lärmende Gegenwart zurückfindet. — Auf dem Rährboden der Druckerschwärze wächst so manches Pflänzlein — doch kaum eins so bunt, kapriziös und „dufte" wie Me „Lustigen Blätter" (Verlag Dr. Eysler S\ Co., 21.-®.). Die neue Rümmer (27) beweist's mal wieder. Hier gibt es keine Sauregurkenzeit. -.......-! i J । --------------------------------------------------------------------11 r Für Nervenkranke I a. Nervös-Erschöpfte. Spezltiknremttit Hol- beim L Tannas bei Fra kfurt a M Bebagl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kurenl. Mäßige Preise. Prospekt durch Dr. M. tschalre-Kahley**. Nervenarzt. Pianos, Flügel, Harmoniums liefert unt günstigen Zahlungs-Bedingungen Beuch’« Mneikhao«. Gießen *”*D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW fahttausendfeier zur€rinnerunganbie1000jäbrige3ugebörigkeit berRheinlanbe zum Deutfdjen Reiche am Mittwoch, 15. Juli, abends 8 llljr, im Stabtttjeater unter Mitwirkung bes Baueffchen 5e[angpereins unter Leitung [eines Cljormeifters Herrn Otto tzörlach unb her Kapelle bes1.fje[[. Bataillons 15Jn[anterie=Regts. unter Leitung bes Herrn Obermusikmeisters Cöber 1. Musik: „Siegfrieb=Jbyll,< von Richarb Tagner 2. Ansprache: Oberbürgermeister Keller 3. Chor: „Heimat" von Wiesner 4. Feftrebe: Stubienrat Dr. König 5. Chor: „Rheintreue" von Sonnet 6. Musik: „Cinzug ber Hotter in Walhall" aus Rheingolb von Richarb Wagner [Brnolb 7. Chor: „Bleib beutsch,bu herrlich Canb am Rhein"von 8. Musik: „Preußens öloria, flrmeemarfch H, 240“ von 9. Deutfchlanblieb [örabert Eintritt frei jedoch nur gegen Karten, die am Dienstag, dem 14. Juli, von 11-1 und von 5-7 Uhr, sowie am Mittwoch, dem 15. Juli, von abends 7 Uhr ab, an der Theaterkaffe ausgegeben werden Der Oberbürgermeister Deutsche Demokratische Partei Deutsche Dolkspartei Deutschnationale Dolkspartei sozialdemokratische Partei 3entrumspartei 67908 Hofgut Winnerod 6809D i. 7 Frische Vollmilch nicht erhitzt, in Flaschen ä 1 Ltr. (Originalfüllung), hygienisch einwandfrei, wie vom Juni 1908 bis November 1916 geliefert, liefert vom 16. Juli ds. Js. ab wieder täglich, von 6 Uhr vormittags ab, durch Auto direkt an den Verbraucher, zum Preise von 40 Pfg. für eine 1-Ltr.-Flasche. Bestellungen sind an Herrn Gerson Katz, Gießen, Ludwig- straße 45, Telephon 646, oder an uns direkt zu richten. Hofgut Winnerod Post Reiskirchen Telephon Grünberg (Hessen) Nr. 36 Ihre Vermählung geben bekannt Zollinspektor Reinhold Richter und Frau Käthe geb. Schmitt Gichen (Seltersroeg 10), 12. Juli 1925 ............................................... 0590« Lichtspielhaus Heute letzter Tag: Ab morgen wegen Renovierung bis einschließlich Freitag geschlossen Ab Samatac, den 18. Juni: Henny Porten in „Kammermusik“ Astoria-Lichtspiele Bis einschließlich Mittwoch: Tom Mix in dem großen Wildwestfilm: Der Herr der Steppe Basu ein lustiges Beiprogramm I Internationale Arbefter* Olympiade im ITAOIOM zu Frankfurt a.M. 24. bis 28. Juli 1 gebrauchter Brennabor- Wagen 8/24 P. S. gibt im Auftrage preiswert ab. Abmann & Schneider Automobile Kaiserallee 45 68320 Telephon 1248. Zu verkaufen: Keltereieinrichtung bestehend aus: 1 neue hhdrauliche Obst- Presse, ausfahrbar, mit einem Korb, Inhalt 6 Zentner, ferner eine Obstmühle mit Eleltro-Motor, Riemenscheibe mit Riemen und Bütten. _ Daselbst 7 Halbstückfäffer, 6 Viertel- stücksäfser (oval und rund), 15 Weinfässer ä 200 Liter. 67920 Robert Jesser Nad Nauheim, Restaurant Turnhalle. Cafe Ernst Ludwig Dienstag, den 14. Juli, abends 8 Uhr Großes Sonderkonzert (Verstärktes Orchester) 6834c Einmaliges Gastspiel der Herren Heinz u.HaDzFischer aus Köln Konzerte für 2 Klaviere A-dur-Konzert.......Liszt Ungarische Fantasie.....Liszt Tannhäuser-Ouvertüre . . Wagner-Liszt Klavier-Solo: Solist Herr Heinz Fischer Bechstein-Konzert-Flügel und Hönisch-Flügel aus dem Piano-Haus R. Schönau, Seltersweg 91. NB Während der Soli wird nicht serviert. ■ ■-■■■ ......-.....—................ MM|Ü Großer H6er Tag in Westen am 5., 6. und 7. September 1925. Für das Festspiel „Tauroggen" benötigen wir ca. 20 —25 Herren als Mitwirkende Kameraden, welche Lust und Liebe für diese Sache haben, werden gebeten, sich am Samstag, dem 18. ds. Mts., abends 81/* Uhr, im Postkeller zu einer Besprechung einzufinden. [6825D Bet IW- und SemWWMWS. Fritz Dunkel, 1. Vorsitzender.