Kr. 156 Erster Blatt (75. Jahrgang Zamrtag, 15. Juni 1925 Erscheint täglich, anher Sonn» und feiertags. Beilage«: ViehenerFamilien blätter Heimat hn Bild. monats-ltjHgsirtis: 2on den Augen gerissen und gezeigt, dah die handelspolitische Tendenz in fast allen bedeutenden Ländern auf eine Erhöhung ihrer Zollsätze hin^ielt. DaS schwache Deutschland Inmitten von Ländern mit hohen Zolltarifen kann nicht einseitig Freihandel treiben. wenn eS mit Erfolge gegen die Zollschranken des Auslandes ankämpfen will. Die Han- delsvertraasverhandlungen. die Zollermähigun- gen des Auslandes bringen sollen, können erst dann zu befriedigenden Ergebnissen führen, wenn auch auf deutscher Seite mit einem Zolltarif aufgetoarlct wird, in den auf den Hauptgebieten der Wirtschaft — dazu gehört neben der Industrie die Landwirtschaft — Zollpositionen eingesetzt werden, die den Vertragsgegner in seinem eigenen Interesse zwingen, von seinen Zollfvrberungrn herunterzugehen, da andererseits di« hohen deutschrn autonomen Sähe seinen Export diskriminieren würden. Wer als Z el die Produktionssteigerung ernstlich will, wird sich letzten Endes bei der Würdigung der Desamtlage Deutschlands der notwendigen Konsequenz eines mahvollen Zollschutzes nicht entziehen können, denn ohne einen solchen wäre die deutsche Landwirtschaft daS willenlose Werkzeug des Weltagrarmarktes. Wir dürfen auch nie vergessen, dah die Produktionskosten in Deutschland, auch wenn die Löhve in Liebersee gestiegen sind, doch immer über dem ausländischen lieg cm werden, weil die klimatischen Vorbedingungen z. B. in Kanada. Aord-Amerika und Argentinien derart günstig sind, dah Deutschland, was diese Hauptvorbedingung anbetrifit. n'emals ernstlich konkurrieren kann. Der Getreidebau ist und bleibt immer das Rückgrat ter landwirtschaftlichen Kultur Deutschlands. denn 73 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen Deutschlands dienen dem Getreidebau. Das Zelifystent der Vorkriegszeit bat. wie statistisch erwiesen ist. zu einer erheblichen Steigerung der Hektarerträge beim Kömeranbau geführt. Die deutsch« Landwirtschaft hat nur einen Vorsprung gegenüber der Landwirtschaft in Ueberfee, daS ist ihr g e m i s ch t w i r t s ch a f t- l ich er Eha. alter. Dieser ihr Vorsprung wird jedoch beseitigt, wenn man nur den Getreidebau nicht schützt. Die Reichs reg ierung kann cs aber nicht verantworten, durch eine ungletch- mäfcigc Behandlung der einzelnen Zweige der Landwirtschaft den gemischt-wirtschaftl'.chen Eha- raktcr derselben Schaden leiden zu lassen. Tatsächlich bat daS Anziehen der Getreidepreise im vorigen Herbst bereits eine erhebliche Vermehrung der amerikanischen Anbaufläche für Getreide gezeitigt. Es tst jedenfalls eher mit einer Vermehrung der Weltproduktion — also mit Heber- angebot und sinkendem Preisstand zu rechnen — als mit der umgekehrten Eventualität. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Wiedereinführung von Mindestzöllen für die vier Hauptgttreidearlen ist besonders Gegenstand von Angriffen geworden. Die ReichS- regierung muh jedoch auf die Wiedereinführung von Mindestzöllen den gröhten Wert legen, weil wir wirtschaftlich und politisch zu sc^vach sind, um unS bei Handelsvertragsverhandlungen wirksam gegen- em zu starkes Herad- drücken per Getreidezölle wehren zu kötrnen. Bei nicht gebundenen Getreidezöllen wäre auch in Zukunft der Kampf um die Agrarzölle innerpolitisch verewigt, weil bei jedem neuen Handelsvertrag der Druck auf die Getreidezölle und eine Die französische Antwort auf das deutsche Memorandum. Paris, 13 Juni. (TU.) Der „Matin" gibt an den Inhalt des deutschen Memorandums an- knüpfend in Form einer Gegenüberstellung folgende Inhaltsangabe der französischen Antwort- note : 1. (Barantiepaft zwischen den am Rhein interessierten Mächten. Dieser Pakt wird nicht auf 30 Jahre beschränkt. Die Möglichkeit eines Krieges auf dem Wege der Volksabstimmung ist ausge- schlossen. Hierdurch unterscheidet sich der Pakt von dem ursprünglichen Vorschläge des Reichskanzlers Cuno. Dieser Standpunkt wird in der französischen Rote rückhaltlos vertreten. 2. Schiedsgerichtsvertrag zwischen Frankreich und Deutschland. Dieser Vertrag wird durch einen deutsch-belgischen Vertrag ergänzt. 3. Schiedsgerichtsoerträge zwischen verschiedenen Ländern. Frankreich stellt ausdrücklich fest, dah Verträge mit Polen und der Tschechoslowakei unerläh- lich sind. Es hält sie für eine Voraussetzung für den Garantiepakt der Vereinigten Staaten. 4. Deutschland wünscht, dah die Bereinigten Staaten die Schiedsgerichts- und Garanlie-Berftäge garantieren und als Schiedsrichter auftreten sollen. Frankreich begnügt sich mit dem Hinweis, dah es eine Beteiligung Amerikas an dem einmal durch- geführten Sicherheitsoertrag mit großer Genug- tuung begrüßen wird. Die franzöfifche Antwort-Note ergänzt die deutschen Vorschläge durch folgende Punkte: a) Deutschland muß zur Inkraftsetzung der in Aussicht genommenen Verträge dem Völkerbund beitreten. b) Eine Zwangsmaßnahme, die sich aus der Verletzung eines oder mehrerer der von den Signatarmächten geschlossenen Verträgen ergibt, ist nicht mit einem Eingriff zu vergleichen. Die Ueberreichung der französis t en Antwort. Paris, 12. Juni. (WB.) Harxrs berichtet, dah die französisch« Rote betreffend den Abschluß eines SichcrheitspakteS Anfang nächster Woche in Berlin überreicht werde. Die belgische Regierung habe ihre Zustimmung bereits zu dem ihr übermittelten ftanzösifchen Roten- enttourf gegeben. Veröfsentlichnng der Sicherheitsdokumente. (^nfllanb unb die Dominions. London, 12. Juni. (WB) Der Londoner Sonderkorrespondent des „Manchester Guardian" schreibt, die Veröffentlichung der Dokumente über den Sicherheilspakt hänge von der Zustimmung Deutschland» und Frankreichs ab. In London hoffe man, dah sich die deutsche Regierung mit der Veröffentlichung deS vollen Wortlautes deS ursprünglichen deutschen Vorschlages einverstanden erklären werde, so daß die gesamte, in dieser Angelegenheit gewechselte Korrespondenz der Öffentlichkeit übergeben werden könne, bevor die Debatte im Llnterhaus beginne. In einer Frage dieser Art, die vielleicht über Krieg und Frieden in Zukunft entscheiden werde, könne die Regierung nicht gegen den Brauch verstoßen, dah näml ch erst ein überzeugendes Maß an Zustimmung in England und im Reich vorhanden sein müsse, bevor der ent- schei-Xmde Schritt erfolge. In einigen Kreisen, so schließt daS Blatt, werbe die Anlicht ausg - sprachen, dah, wenn die Dominions den Pakt ablehnten, die britische Regierung vielleicht eine Verpflichtung eingehen könnte, die auf Großbritannien beschränkt sei. Aber man könne sich darauf verlassen, dah oL britische Regierung dies nicht tun werde. Tatsächlich sei bei dem MeinungSaustausch zwischen London und PariS hervorgeyoben worden, dah eine freiwillige Vereinbarung, die von dem ganzen britischen Reich gestützt werde, der Mühe wert sei und zur Sicherheit führen könne, dah aber weniger als dies nicht zu dem erstrebten Ziele führen würde. Sicherheilspakl ohne Amerike. Washington, 1? Juni. (Wolff.) Router. Die Regierung wiederholt durch das Staatsdepartement inoffiziell, dah sie nicht an dem geplanten Sicherheitspakt teilnehmen oder in irgendeiner Weise für den Pall verantwortlich sein werde. Es wird angenommen, dah diese Mitteilung den Zweck verfolgt, jedem Ersuchen an die Vereinigten Staaten, als Treuhänder für die im Pakt enthaltenen Verpflichtungen handeln zu sollen, zuvorzukommen. diesbezügliche politische Debatte erneut einfetzen würde. Als Mittel zur Beseitigung der Agrarkrise ist von einigen Seiten auch die Freigabe der Aussuhr für Getreide angegeben worden. Ich glaube, dah die Wirkungen der Ausfuhrfreigabe überschätzt werden. Zusammenfassend möchte ich bemerken, dah die Produkt lonSste grrung, die wir alle wünschen, nicht allein durch fortschreitende Technisierung. Modernisierung, durch Kreditaktionen und Eteuerermähigungen zu bewirken sein wird, wenn nicht die praktischen Vorbedingungen für eine Rentabilität auf längere Eicht geschaffen werden, und daS ist ohne einen gewissen Zollschutz nicht möglich. Das Gefühl leidlicher Sicherheit, welche» der Produzent bei intensiver Wirtschaft unbedingt braucht, ist, wie beim Industrieklen, so auch beim landwirtschaftlichen Llnternehmer. nicht zu erwecken, ohne maßvollen Zollschutz. Der deutsche Konsument ist leider im allgemeinen noch viel zu wenig von der Rotwendigkeit einer starken heimischen Landwirtschaft überzeugt, obgleich die Hungerblockade deS Kriegs und die RachkriegS- jahre ihm gezeigt haben müßten, wie notwendig die möglichste Unabhängigkeit vom Auslande gerade auf dem agrarischen Gebiet ist. Es^ ist kein Schlagwort, toerm ich sage, daß die beste Konfumentenpolitik immer diejenige ist, die zu einer Steigerung der Produktion führt. Die Entwicklung irer deutschen Gesamtwirtschaft in den letzten zehn Jahren vor dem Kriege hat gezeigt, daß die Agrarzölle 1. agrarische Produktion tatsächlich erheblich gesteigert haben, 2. die Exportmöglichkeiten der Industrie in keiner Weise behindert haben, 3. eine Verarmung der breiten Massen nicht gezeitigt haben, und 4. ein handelspolitischesInstrument von größter Wirkung waren. Die Verhältnisse nach dem Kriege sind nicht so grundlegend andere geworden, als dah man mit Recht annehmen dürfte, was vor dem Kriege wirksam war, ist heute unwirksam. Di< Reichs- regictung ist sich ihrer Verantwortung bei der Einbringung der Zollvorlage gegenüber den deut- schen Konsumenten vollkommen bewußt. Ich will keine Erstarkuna der Landwirtschaft auf Kosten der übrigen Volksgenossen. Das Ziel der Reichsregierung ist Hebung der Gesamtwirt- schäft zum Ruhen jedes einzelnen deutschen Staatsbürgers. Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt. Berlin, 12. 3uni. (WTD.) 3m Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages leitete ReichsernährungSminister Graf Kanih die Verhandlungen über die Errichtung der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt mit einer grundsätzlichen Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf ein. Der Minister führte u. a aus. daß dieser Kreditanstalt die für ein landwirtschaftliches Kreditinstitut vorgesehenen Mittel der Deutschen Rentenbank unb die jährlichen Lieberweisungen aus den Zinsen und Grundschuldverpflichtungen in Höhe bis zu 25 Millionen Mark Aufallen. Der Minister begründete den Entwurf mit der Rotwendigkeit der Beschaffung von De^ triebdmitteln, zu welchem Zwecke ein Personalkredit entsprechend der Dauer des Produktionsprozesses auf mehrere Mpnate gegeben werden soll, der regelmäßig aus dem Erlös der landwirtschaftlichen Erzeugnisse a b z u d e ck e n ist. Daneben brauche die Landwirtschaft (ang- fristigen Realkredit, um den Bedürfnissen abzuhelfen, und die bisher ausgenommenen schwebenden Schulden in langfristigen Realkredit umzuwandeln unb die zur intensiven larrbwirtschast- lichen Probuktion erforderlichen Betriebskapitalien durch die Aufnahme von Realkredit neu zu beschaffen. Der Vertreter des Reichsrates erklärte hierzu. daß durch gewisse organisatorische Maßnahmen den Wünschen der Landwirtschaft nach möglichster Selbstverwaltung anstatt seitens deS ReichSrateS entgegengekommen werden solle. Mittelstandsftagen und landwirtschaftliche Nöte vor dem Preussischen Landtag. B e rl i n , 12. Juni. Die Aussprache über die Srebitnot des Mittel ft andes und der Landwirtschaft wird fortgesetzt. Adg Dolezych (Dn.) fordert kräftige Unter- stützung des gewerblichen Mittelstandes. Abg. Metzinger (Z.) wende! sich dagegen, daß parteipoli- tische Gesichtspunkte bei der vorliegenden Frage bestimmend seien. Aba. Neumann- Gronau (Dt. 23p.) betont, daß seine Fraktion den Ausschuß- beschlössen zustimme. Abg. v. Rohr (Dn.) empfiehlt den Antrag seiner Fraktion, daß auf die Dersiche- rungrunternehmunaen und die Träger der Sozialversicherung von Amts wegen dahin einzuwirken ist, daß diese ihre Derrnögensbestände zu einem an- gemessenen Teil in langfristigen, in Gold oder Sachwerten gesicherten Unterlagen unterbringen. Wirkliche Hille könne nur die Mehrproduktion bringen. Abg. Dr. R l a n t (Wirtsch. Dgg.) weist die Angriffe der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei gegen seine Partei zurück. Der Mittel- stand könne sich nicht darauf einlafsen, Kredite mit 9 Prozent zu verzinsen, und fordert, daß ihm fein Recht werde. Nachdem noch Abg. Dr. D a n i ck e (Völk. Freiheitspartei) sich für die deutschnationalen Anträge ausgesprochen hat, kommt es zur Abstimmung unter Ablehnung der Anträge der Deutschen Volks- partei und des Zentrums. Bezüglich der Konsum- aenossenschasten wird der Antrag >er Deutschnationalen, nach dem Wort „Konsumgenosien- schasten", einzufügen „und sonstige 2l3arcii- genossenschaften", gegen Sozialdemol raten und Kommunisten angenommen unb mit dieser Modifikation der Ausschußantrag auf Bewilligung eines Kredites von 40 Millionen. Auch die übrigen Jug- schußanträge gelangen zur Annahme. Der Zusatz- antrag der Deutschnationalen betr. die Versicherung-,- Unternehmungen und die Träger der Sozialversicherung wird abgelehnt. Angenommen wird schließlich der Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung, das Staatsminifterium zu ersuchen: 1. dafür zu sorgen, daß den Slrebilorganiialionen des gesamten Mittelstandes lausend größere Mittel durch die Landeszentralkreditinstitute zugeführt weiden, 2. die genossenschaftlichen Bestrebungen des selbständigen Mittelstandes tatkräftig zu fördern. Gegen den Antrag stimmten die Sozialdemokraten und bie Kommunisten Das Haus geht dann über zur zweiten Beratung desHaushaltsderlandwirtschaftlichen Verwaltung für das Jahr 1925. Die allgemeine Besprechung, für die jeder Fraktion Aroei Stunden Redezeit zugebilligt wird, wird an das Minder- geholt geknüpft. Der Haushaltsausschuß hot den Haushalt in den Ausschüssen mit einigen Abünde- rangen zur Genehmigung empfohlen und außerdem die Annahme von 65 Anträgen und drei Entjchlie- (jungen vorgeschlagen, die sich auf die Förderung der Produktion, auf die Kreditfrage, die Melioratio- nen, die Siedlungsfrage usw. beziehen. Daneben liegt eme Fülle ähnlicher Anträge aus dem Hause vor. Das Referat des Ausschusses erstattet Abg. H ö s ch - Neukirchen (Dn.). Einstimmig habe der Ausschuß die Hebung der Produktion als eine 'tot- wendigkeit erklärt. Der Minister habe erfanm daß die Landwirtschaft sich in einer schweren Krise be- sinde. Die im Herbst von der Landwirtschaft zu tilgende Schuldenlast habe er auf 500 Millionen Mark geschätzt unb angesichts der Unmöglichkeit dieser Leistung die Ersetzung der kurzfristigen durch langfristige Kredite als einen diskutablen Ausweg be- -eichnet. Die Schutzzollpolitik habe er gerade im Interesse der schwächlichen landwisifchaftli^ en Existenzen, der kleinen und mittleren Bauern ce« grüßt, zu denen auch die Winzer zu rechnen feien. Abg. Heilmann (Soz.j: Die Klagen ' ber den drohenden Zusammenbruch der Landwirtschaft haben wir auch heute, wie in jedem Jahre gehört. .Wir bejahen bie Notwendigkeit einer gefunden produktiven Landwirtschaft. Machen Sie Minimalzölle auf alle landwirtschaftlichen Produkte, machen Sie den lückenlosen Zolltarif, so bekomemn Sie keine Handelsverträge und dann schlagen Sie die (trportinbuftrie einfach tot. Die Parole ber Land- bundler ist die vollendete Rücksichtslosigkeit gegen die eigenen Landsleute. Die kranke deutsche Wirt- schäft kann nicht saniert werden durch Lohndruck und Zölle Die Lösung muß heißen. Kalkulation, Technik, rationelle Durcharbeitung. Und glauben Sie, daß das darbende deutsche Volk in den Städten sich auf die Dauer einen Vrotpreis gefallen lassen wird, der auf einem Getreidepreis beruht, der über dem Weltmarktpreis steht? Abg. Dr. v. Winterfeldt (Dfchn.): Wenn die eingesetzte Entwicklung in Deutschland so weiter geht, dann wird im Jahre 1925 eine passive Handelsbilanz von über 5 Militär- den vorhanden sein. (Hört! Hört! rechts.) Die Zahlungsbilanz ist aktiv geblieben, weil wir A u s- landskredite bekommen haben. Deutscher Grundbesitz und deutscher Hausbesitz ist in großem Umfange in ausländische Hände übergegangen. Auf die Dauer kann das nicht so weiter gehen. Dem 21bg. Heilmann stimme ich darin zu, daß der Export gefteigert werden muh, man kann ihn aber nicht so steigern, daß eine aktive Handelsbilanz gewonnen wird. Unser Wunsch geht dahin, daß wir allein in den Stand gefegt werden, das deutsche Volk zu ernähren. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Die Jndustriezülle find wieder eingeführt worden. Die Landwirtschaft muß das, was jie aus der Industrie braucht, teuer bezahlen. Wir fordern eine gleichmäßige Behandlung für Industrie und die Landwirtschaft. Die Zollvorlage bringt nur mäßige Sätze. Vor dem Kriege waren die Sätze höher. Die gesamte Landwirtschaft hat em Jnter- effe an den Zöllen. Es muß auch den Winzern geholfen werden. Wenn wir den Schutzzoll verlangen, so kämpfen wir nicht für einseitige Interessen der Landwirtschaft, sondern für die Gesamtheit des deutschen Volkes. Die Steigerung der Produktion ist nur bei angemessenen Preisen für die landwirtschaftlichen Produkte möglich. Die riesigen 3 i n 5 l a ft e n lasten schwer auf der Landwirtschaft. Sie muh das Geld, das sie aufnimmt, mit 14 Prozent verzinsen. Es ist zu bedauern, daß die preußische Staatsrgierung das Zustandekommen der Rentenbankkreditanstalt im Vorjahre vereitelt hat und daß sie im Reichsrat wiederum eine unklare Haltung eingenommen hat, obschon die deutsche Landwirtschaft das Versprechen auf Schaffung dieser Kreditanstalt gegeben wurde. Abg. Graf Stolberg- Wernigerode (D. Dp.) erklärt, die Zollvorlage dürfe nicht einseitig von irgendwelchem Interefsenstandpunkie aus betrachtet werden. Es müsse auf die Exportmöglichkeit für die Industrie Rücksicht genomemn werden. Reben ber Steigerung des Exports fei bie Verminderung d e s Imports an land- wirtschaftlichen Produkten das Hauptmittel zur Aktivierung der Handelsbilanz. Die Spanne zwi- schen Erzeuaer- und Kleinhandelspreisen lasse sich nicht durch Ausschaltung des Zwischenhandels, sondern nur durch Verringerung der den Zwischenhandel verteuernden Maßnahmen und der hohen Tarife beheben. Wichtig sei auch ein Schutz der Viehzucht sowie des Tabak- und Weinbaues. Schu^esetz und Flaggenfrage im Reichstag. Berlin, 12. Juni. Auf der Tagesordnung steht als cmziger Punkt die zweite Beratung des Haushalts des Innenmini st e- riums bei der Ziffer „Gehalt des Ministers". In Berbmdung damit stehen zur Beratung ein Gesetzentwurf, durch den der 18. Ianuar zum Nationalfeiertag des Deutschen Volkes bestimmt wird und ein Gesetzentwurf, der den Mitgliedern des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und des ständigen Ausschusses zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung auch in ber Zeit vom Schluß des Reichstages bis zum Zusammentritt des neuen Reichstags die Immunität gewährt. Weiter stehen zur Beratung ein von den Deutschnationalen eingebrachter Gesetzentwurf, wonach diejenigen Feiertage, die am 11. August 1919 den Ländern gesetzlich geschützt waren, von Reichs wegen geschützt werden sollen. In der Aussprache bezeichnet Abg. Doll- m an n (Soz.) es als eine der wichtigsten Aufgaben des Reichsinnenministeriums, die republikanische Verfassung zu schützen und die Volkskultur zu heben. Das gegenwärtige Reichsinnenministerium ist viel weniger ein Kultur- al- ein Polizeiministerium. Aus den Zahlen deS Etats ergibt sich, daß für die Polizei weit größere Summen ausgesetzt sind, als für die Zwecke der Wissenschaft und Kunst, der Gesundheitspflege und des Turn- und Sportwesens. Der Redner stimmt dem Gesetzentwurf zu, der die I m m u n_ i - t ä t der Mitglieder der ständigen Ausschüsse auch nach Reichstagsschluh sichert. Er verlangt eine allgemeine Amnestie auch bei Disziplinarvergehen der Reichrbeamten Dann wendet er sich gegen den Antrag der Rechten auf Aufhebung der Aepublilschuhgrsetze. Die von der Regierung verlangte Erweiterung des Rotverordnungsrechtes lehnen wir ab. Es könne bezweifelt werden, ob das bayrische Konkordat mit der Reichsverfassung vereinbar ift. Die Parteien dec Rechten haben einen Vorstoß gegen die Republik durch den Antrag gemacht, den 18. Ianuar zum Rationalfeiertag zu machen. Was am 18. Ianuar 1871 im Spiegelsaale zu Versailles vor sich ging, das war nicht eine deutsche Volkskundgebung, sondern ein Akt, zu dem Bismarck die widerwilligen deiltschen Fürsten gedrängt hatte. Wir lehnen auch den Antrag der Rechten auf Einführung eines Volkstrauertages ab. Wenn Sie die Jarbenfrage aufrollen, dann bedeutet dieS die Aufwühlung unseres Volkes, durch einen erbitterten Kampf um die StaatSform. Sie wollen doch nicht bloß andere Farben, Sie wollen doch einen anderen Staat! (Sehr richtig! rechts.) Wir bedauern dre Schwäche des Reichsinnenminlsters gegenüber den deutschnationalen Vorstößen und gegenüber der in sehr eigenartiger Tonart gehaltenen bayrischen Denkschrift. Die Politik der Rechten kann nur zum Kampfe, niemals zur Einigkeit des Volkes führen, die wir erstreben, damit wir endlich zur wirklichen deutschen Ration werden. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Berndt (Dntl.): Die rheinischen Iahrtausendfeiern sind der beste Beweis dafür, daß die feindliche Bedrückung die rheinische Treue zum Deutschtum nicht zu erschüttern vermocht Haben. Tins sollen diese Feiern eine Mahnung zur Einigkeit sein. Aber wie weit wir davon entfernt sind, hat uns die Rede beS Abg. Sollmann gezeigt. Ich lege die schärfste Verwahrung ein gegen die Art, in der er vom 18. Ianuar sprach, der Millionen von Deutschen ein Heiligtum ist. Der Reichstnnenminifter hat gebeten, an der Vertiefung des Reichsgedankens mitzuarbeiten. Das ist aber nicht möglich ohne eine Reform der Weimarer Verfassung, denn diese Verfassung nimmt auf die historischen Gerechtsame der einzelnen Länder nicht die gebührende Rücksicht. Sie leidet an einer Äeberspannung des EmheitSgedankens und des Zentralismus. Darum beantragen wir die Einsetzung eines Ausschusses zur Tleberprüfung der Weimarer Verfassung. Trotz unserer monarchistischen Einstellung stellen wir den Kampf um die Staatsform zurück. Die Monarchie erwarten wir nicht von Ausschußbeschlüssen, sondern von geschichtlichen Ereignissen, die nicht in unsere Hand gegeben sind. Es ist nicht einzusehen, warum das Reich nicht einen Verfas- sungsausschuß bekommt, wie ihn Preußen und Bayern bereits haben. Wir hoffen, daß unser im Ausschuß angenommener Antrag auf Aufhebung des Republikschuhgesehes auch im Plenum Annahme findet. Wir halten die vorhandenen Strafbestimmungen für durchaus ausreichend. Unseren Antrag auf Beseitigung des Artikels 18 der Verfassung wollen wir im Interesse der rheinischen Bevölkerung zurückstellen, obschon wir diesen Artikel als die verhängnisvollste Bestimmung der ganzen Weimarer Verfassung halten. Das schon lange angekündigte Derufsbeamtengesetz mutz endlich Ereignis werden. Die Wünsche der Cntentenote in bezug auf die deutsche Schutzpolizei bezeichnet der Redner als einen unerträglichen Eingriff, denen der Minister entschieden entgegen treten müsse. Der Redner wünscht weiter, daß die Regierung das Grenz- und Auslanddeutschtum intensiv stärke, ebenso wie sie sich für intensivste Förderung der deutschen Wirtschaft Einsetzen müsse. ('lÄifall rechts.) Abg. Sc. Schreiber (Zentr.): Tieber alle Bestrebungen in Deutschland liegt der Wunsch nach einem einheitlichen nationalen Kulturbewnßt- sein. -Um das zu erreichen, ist c-5 notwendig, das Trennende zurückzustellen und das Einigende zu betonen. Es war ein schwerer psychologischer Fehler, als im Ausschuß die Aushebung des Artikels 18 der Verfassung gefordert wurde, der die Reugliederung des Reiches behandelt. Wer diesen Artikel ausheben will, der verkennt die organischen Kräfte, die innerhalb des Reiches lebom In solchen Wünschen liegt aber auch ein Schlag gegen daS Rheinland, das in schwersten Lagen eine eiserne Selbstdisziplin und Entsagung gezeigt hat, die manchen ost- elbischen Kreisen ein Beispiel sein könnte. (Beifall im Zentrum.) Wenn die Deulschnationalen jetzt diesen Antrag zurückziehen, so kommt das zu spät, um den Fehler wieder gut zu machen. Ein zweiter psychologischer Fehler ist der Antrag der Rechten auf Einsetzung eines Verfassungsausschusses. Die Begleitmusik des Antrages zeigt, daß man mit Brechzangen und Brecheisen Barre für Darre aus der Verfassung herausbrechen will. Würde jetzt ein V e r s a s - sungsausschuh eingesetzt werden, so würde damit eine neue Brandfackel der Zwietracht in das deutsche Volk geworfen werden. Wir legen besonderen Wert auf die Feststellung, daß wir dem Reichsinnenminister auf diesem Wege seiner Politik nicht zu folgen vermögen. (Beifall im Zentrum.) Die Störung des konfessionellen Friedens betrachten wir als einen schlimmen politischen Rückschlag. Abg. v. K a r d o r f f (D. Vp.) beschäftigt sich zunächst mit der Frage einer Derfassungs- r e f o r m. Ich verstehe nicht die Nervosität, mit der die Linke diese Frage behandelt. Solange der Feind im Lande ist, wollen wir natürlich keine grundlegenden Verfassungsänderungen von heute auf morgen durchführen. Wir müssen die notwendige Verfassungsreform aber vorbereiten. Die Bestimmung des Verfassungsart'kels 76. daß Verfassungsänderungen nur mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden können, bedeutet, daß ohne die Zustimmung der Sozialdemokraten und Kommunisten auch dann eine Verfassungsänderung nicht beschlossen werden kann, wenn die überwiegende Mehrheit des Volkes sie verlangt. Eine Derfassungsreform ist auch notwendig hinsichtlich des Verhältnisses des Reiches zu den Ländern. Die Reichstreue wird in Bayern in dem Maße wachsen, in dem die formale Bindung gelockert wird. Wir wollen unserer großen Vergangenheit die Achtung bewahren. Darum ist es durchaus angemessen, wenn wir beit 18. Ianuar a l s Rationalfeiertag begehen. D'.e Dismarck- sche Verfassung hat sich als ein ausgezeichnetes Werk bewährt. Wenn wir zusammengebrochen sind, so lag es gerade daran, daß wir Bismarck nicht gefolgt sind. Der Volkstrauertag wäre am Besten auf den Bußtag zu legen. Wir brauchen einen Tag der Selbstbestimmung, denn wir haben leider zu schnell vergessen. Wenn Abg. Schreiber sich über konfessionelle Angriffe befchwert ,so muß doch gesagt werden, daß auf beiden Seiten gesündigt worden ist. In der Farbenfrage liegt uns nichts ferner als irgendeine reaktionäre Absicht. Die deutsche Flagge soll Deutschland im Auslände repräsentieren. Herr Sollmann möge aber einmal den Auslanddeutschen auf den Tisch de- Hauses niederlegen, der von den neuen Farben etwas wissen will. (Sehr gut!) Der Redner schließt unter lebhaftem Beifall der Rechtsparteien mit der Mahnung zur Einigkeit. Abg. Stöcker (Komm.) richtet an den Minister die Frage, wie eS mit der A m n e st i e steht. Rach dem, was bisher bekannt wurde, wolle die Regierung offenbar eine Scheinamnestie bringen, die nur den Sündern von rechts, nicht denen von links zugute kommt. Die jetzt so offen auftretenden monarchistischen Vorstöße wären gar nicht möglich, wenn die republikanischen Parteien es ernst nähmen mit der Abwehr, für die sie in jedem Augenblick die Unterstützung der Kommunisten hätten. So sieht es mit dem angeblichen Kampf des ganzen Volksblocks einschließlich der Sozialdemokraten aus. Wir werden diese drei angeblich republikanischen Parteien zu einer klaren Stellungnahme zwingen, indem wir em Mißtrauensvotum gegen den Minister einbringen werden. Ein chinesisches Ultimatum. Die Forderungen der chinesischen Handelskammer. London, 13. Juni. (T. 11.) Trotz der bedrohlichen Lage in Fanka und anderen Städten hofft man in Schanghai, die Lösung der lokalen Jn- teresienfragen auf dem Verhandlungswege durchführen zu können. Der lokale Streik nimmt ständig ab. Die japanischen Baumwollspinnereien haben ihren Betrieb wieder ausgenommen. Die Lage in der Schiffahrt ist dagegen noch äußerst kritisch, der ganze Küstenschiffoerkehr ist betroffen und auch die Ozeandampfer sind bedroht. Einem Telegramm des Korrespondenten der „Chicago Tribüne" hat die chinesische Handelskammer für die Beilegung des Schanghaier Zwischenfalles folgende Forderungen aufgestellt: 1. Aufhebung des Rotgesehes. 2 Zurückziehung der ausländischen Marine. 3. Entlassung der Gefangenen. 4. Bestrafung der Polizei, die für die Schießerei auf die Studenten verantwortlich ift. 5. Schadloshaltung der Familien der Getöteten und Verwundeten. 6. Entschuldigung an Großbritannien und Japan. 7. Entlassung der englischen Sekretäre wegen des „Rates für die Lrlaubniserieilung zu Reden innerhalb der ausländischen Riederlassung an Lhl- nesen". 8. Einstellung des Baues auf chinesischem Gebiet. 9. Die Vollmacht der gemischten Gerichte soll dec chinesischen Gerichtsbarkeit übertragen werden. 10. Chinesische Vertretung im Rate der ausländischen Konzessionen. 11. Die Beschäftigung von chinesischer an Stelle von ausländischer Polizei. Die Handelskammer hat ein Zeit-Limit angegeben, was nichts anderes ist als ein Ultimatum. Wenn diese Forderungen nicht angenommen werden, dann wird die Handelskammer erklären, daß der Boykott der japanischen Waren über ganz China ausgedehnt werden soll. Verschärfung des Streiks in Schanghai. London, 12. Iuni. (Wolff.) „Daily Mail" berichtet aus Schanghai, die Lage sei dort zweifellos e r n st. Ein starker Teil der chinesischen öffentlichen Meinung unterstütze eine Bewegung, die zahlreich? wichtige Fragen auswerfe, einschließlich der Abschaffung der ausländischen Konzessionen und Aufhebung von Verträgen. In einer Versammlung von 20 000 Chinesen wurde der Beschluß, den Streik fortzusetzen, bekräftigt. ES wurde auch beschlossen, einen Boykott britischer und japanischer Waren zu beginnen. Dem chinesischen Kommissar für auswärtige Angelegenheiten wurde 21 Stunden Zeit gegeben, in der er den Forderungen nachkommen müsse. Ein das gesamte Land umfassender Streik drohe, wenn keine befriedigende Regelung erzielt werde. Aus dem ganzen Lande träfen in Schanghai Geldsendungen zur Unter» stützung der Streikenden ein. Anscheinend gebe jedermann Geld, vom General bis zum Kuli. Der „christliche" General Feng-Bu-Hfiang habe 750 Pfund beigesteuert. Zahlreiche Schulen verzichteten auf Fleisch, um Geldmittel zur Unter- stühung der Bewegung tn Schanghai aufzubringen, und der Seemannsverband versucht, auch die Seeleute tn Tientsin, Hongkong und Hankau zum Streik zu bewegen, um die Bewegung zu einer nationalen zu machen. Zwei Japaner wurden in einer Versammlung als Spione verhaftet. Unruhen in Hongkong. Paris, 12. Iuni. (Wolff.) Havas meldet aus Hankau: Infolge der Veröffentlichung falscher Rachrichten in der Eingebvrenenpresse seien gestern abend in Honkong plötzlich fremdenfeindliche Änruhen au-gebrochen, so daß man an die Freiwilligen appellieren mutzte. Die Aufständischen hätten sich auf der Quai- Promenade gesammrit, die Bänke beschädigt, mehrere japanische Warenhäuser demoliert und japanische Kaufleute mißhandelt. AlSdann hätten die Aufständischen versucht, in das Waffendepot der Freiwilligen einzudringen. Die Aufständischen seien an Zahl den Verteidigern überlegen gewesen. Feuerwehrleute seien zur ersten Hilfe gerufen worden und seien unter Anwendung ihrer Feuerspritzen gegen die Aufständischen vorgegangen, ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen. Da die Lage sehr gefährlich geworden sei, hätte die Marinebehörde Befehl gegeben, Maschinengewehrfeuer gegen die Aufständischen zu eröffnen, wobei acht Personen getötet worden seien. Die Zahl der Verletzten sei twch nicht bekannt, ^eirte sei die Ruhe wieder- hergestellt. Die chinesischen Behörden hätten Garantie gegeben, künftig die Ordnung aufrechtzuerhalten. 100 000 Dollar für die Streikenden. Paris. 12. Iuni. (Wolff.) Havas meldet aus Peking: Die chinesische Regierung hat dem Verlangen der Manifestanten nachge- geben und beschlossen. 100000 Dollars nach Schanghai zur Unterstützung der streikenden Arbeiter zu entsenden. In Hankau sind neue Unruhen ausgebrochen, die sich hauptsächlich gegen die englische Frei- willigen-Kaseme richteten. Als die Demonstranten auf Wasserschläuche nicht reagierten, benutzten die Engländer Maschinengewehre. Acht Chinesen wurden getötet und viele verwundet. Der Notenwechsel. Peking, 12. 3uni. (WD.) Die Antwort der interessierten Mächte auf die dritte Rote des chinesischen Auswärtigen Amtes über die Vorfälle in Schanghai ist heute nachmittag vom italienischen Gesandten überreicht worden. Die Rote besagt, daß die diplomatischen Vertreter der Mächte ihre Delegierten in Schanghai beauftragt hätten, mit den fremden Konsuln und Vertretern der chinesischen Regierung an Ort und Stelle die Mittel zur Behebung der bedauerlichen Lage zu beraten. Die Rote schließt mit dem Hinweis auf die Verantwortlichkeit der chinesischen Regierung für die Aufrechterhaltung der Ornung in Peking, Schanghai und dem übrigen China. Die Religionsgemeinschaften beim Reichspräsidenten. Berlin, 12. Juni. (Wolff.) Der Herr Reichspräsident empfing heute die Vertreter der Religionsgemeinschaften zur Entaegen- nahme ihrer Glückwünsche anläßlich seines Amtsantritts. Namens des Deutschen Coangelischen Kirchenbundes überbrachte der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats in Berlin, Dr. Kapler, die Wünsche der Gesamtheit der Deutschen Landeskirchen. Der bischöfliche Delegat, Weih- bischof Dr. Deitmer, sprach dem Herrn Reichs- Präsidenten die Glückwünsche der katholischen Religionsgemeinschaft aus. Als Vertreter des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden begrüßte Kammergerichtsrat L. Wolff den Herrn Reichspräsidenten. Der Herr Reichspräsident erwiderte: Ihre von gleicher Gesinnnung getragenen Erklärungen der Bereitwilligkeit, die durch tote vertretenen religiösen Kräfte des deutschen Volkes zur Erhaltung unseres Staates und dem Wiederaufbau des geliebten Vaterlandes nutzbar zmuachen, erfüllen mich mit hoher Befriedigung. Wie Sie, meine Herren, sich hier zusammen!,efunden haben, um mir Ihre gleichgestimm- 1 hm Glückwünsche zuszudrücken, so möge auch in den Reihen der Kirchen und Gemeinschaften sich stets der Sinn für die Versöhnlichkeit, gegenseitige Achtung und einträchtige Zusammenarbeit finden, ohne den die Zukunft Deutschlands nicht gefördert werden tonn. Die Unterredung zwischen Painlev6 und Lyautey. Paris, 12. Iuni. (Wolff.) Ministerpräsident Painlevß hat, bevor er Rabat verließ, um der Front einen Besuch abgustatten, den Iournalisten erklärt, er habe sich gestern mit General Lyautey in Marokko über die zu erwartende Entwicklung und über die Lösung ausgesprochen, die man durch die eventuellen diplomatischen und militärischen Bemühungen erzielen könne. Der Sultan von Marokko sei sehr liebenswürdig und sehr freimütig gewesen. Er, Painlevc», habe ihm wiederholt versichert, daß Marokko in der formellsten Weise der Souveränität des Sultans unterstehe. Er hoffe, daß als- bald wirifame Maßnahmen zwecks Unterbinbung jeden W a f f e n s chm u g g e l s getroffen würden. Das werde auch eines der ersten Ergebnisse der Besprechungen mit Spanien über die effektive üleberwachung der spanischen Marokkoküste bilden. Spanische Verhandlungen mit Add ei Krim. Paris, 13. Iuni. (TU.) Dem „Ma'tin" wird aus Madrid gemeldet, daß das Direktorium den bekannten Dchiffsreeder Echevarrieto nach Alhucemas zu Verhandlungen mit Abd e I Krim entsandt hat. Der Zeitpunkt der Landung der spanischen Truppen in der Ducht von Alhucemas soll erst nach Beendigung der Besprechung mit Abd el Krim festgesetzt werden. Das Direktorium ist bereit, ein größeres Geldopfer zu bringen, um eine Einigung mit Abd el Krim zu erreichen. Kleine politische Nachrichten. Der amerikanische Staatssekretär für die Fi- nanzen, Mellon, hat die Schuldenkonfe- renz für Juli nach Washington einberufen. Die französische Kammerkommission für daS allgemeine Wahlrecht hat mit -.18 gegen 12 Stimmen einen Entwurf des Sozialisten Rena u d e l auf Einführung der reinen ProPorti on a lw a h l angenommen. Reichspräsident v. Hindenburg bat den neu ernannten argentinischen Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister Quintana zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens und des Abberufungsschreibens des bisherigen argentinischen Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächttgten Ministers Moli na empfangen. Dem Empfang wohnte in Vertretung des Reichsministers des Auswärtigen der Staatssekretär des Auswärtigen Amts von Schubert bei. Aus aller Wett. Das „Irockengelegle" Berlin. Dank des schleunigen Eingreifens der Behörden ist eine vorübergehende Verständigung zwischen den Charlottenburger und den Berliner städtischen Wasserwerken dahin zustande gekommen, daß bis auf weiteres Berlin die Charlottenburger Werke durch Abgabe von Trinkwasser unterstützt. Diese Maßnahme kann jedoch die allgemeine Kalamität bei den Charlottenburger Werken nicht beheben. Wenn es gelingen sollte, den Dau deS jetzt in Angriff genommenen Tiefbrunnens schnell zu vollenden, wäre noch in diesen Wochen mit einer Besserung der Verhältnisse zu rechnen. Sollte wider Erwarten die Fertigstellung der neuen Charlottenburger Anlagen sich verzögern, so dürfte nichts übrig bleiben, als einen engeren Anschluß an das leistungsfähigere Berliner Wasferleitungsnetz herzustellen. Die Verbindung zwischen den Charlottenburger und den Berliner Wasserwerken ift berge ft eilt Der Tleberdruck in den Berliner Wasserwerken wird also einen allmählichen Aus- fkleich in dem gesamten Wassemeh herbeiführen, o daß in absehbarer Zeit die Unannehmlichkeiten behoben fein dürften. Der verbotene Fahrdamm. Der Berliner Polizeipräsident hat eine Verordnung über die Regelung des Fußgängerverkehrs erlassen, die am 15. Iuni in Kraft tritt. Rach der Verordnung dürfen Fußgänger in den HauptverkehrSst raß en den Fahrdarnm nur an den Straßenecken, und zwar im Zuge des Bürgersteigs, überschreiten. Außerdem darf der Str aßen dämm von den Fußgängern nur überschritten werden, wenn der Verkehrspolizist den Wagen das Signal zum Halten gegeben hat. Die Richtinnehaltung der Vorschriften wird Mit Geldstrafe bis 150 Mk. ober entsprechender Haft bedroht. Reue Fälle von Haffkrankheit. Vom 5. bis zum 11. Iuni sind im Regierungsbezirk Königsberg neun neue Fälle an H a f f kr a n k h e i t vorgekommen, darunter in Königsberg ein Fall nach dem Genuß von Aalen aus dem Frischen Haff. Die endgültige Ursache der Hasftrankheit ist noch nicht mit Sicherheit festgestcllt. Es besteht jedoch Aussicht, daß die wissenschaftlichen Untersuchungen baldigst völlige Aufklärung herbeiführen werden. Feuer auf einem Dergnügungsdampfer. Infolge einer Explosion entstand an Bord des DergnügungSdampsers .Crystal", während er acht Meilen von Atlantic City entfernt eine Mondscheins ahrt machte, Feuer, das den Dampfer zerstörte. 32 Passagiere, darunter die Mannschaft, mutzten über Bord fbringen. Man nimmt an, daß fünf Personen ertrunfen sind. Die übrigen erlitten Brandwunden, konnten aber, nachdem sie über eine Stunde im Wasser zubrachten, gerettet werden. -- j ' Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, nur tagsüber wieder wärmc., vereinzelt Riederschläge. Das westliche Hochdruckgebiet hat sich feit gestern weiter verflacht. Die von Rorden ein- stromende kühlere Lust hat bet stärkerer QSetotV jung leichte Gewitterregen verursacht. Die eingetretene Abkühlung hält auch morgen an, nur tagsüber dürften die Temperaturen wieder etwas höher liegen. Der endgültige Abbau der Schon- toetterlage steht jedoch noch nicht sicher in Aussicht. CORD-SUPERIOR KPAFTRADREIFEN Aus Stadt und Land. Dieben, den 13. Juni 1924. Gießen und das Kreisturnlest. Die Vorbereitungen für das 3 2. Mittel- rheinische KreiStumfest vom 31. Juli bi- 4 August in Dieben nehmen in allen Ausschüssen einen guten, für boA volle Drlingen des Feste- verheißungsvollen Verlaus. Al- besonders erfreulich möchten wir houte die Tatsache an die Spitze stellen, daß der Aufruf zur Unterbringung unserer Turngäste in breiten Kreisen der Einwohnerschaft lebhaften Widerhall gesunden hat. Von vielen Gerten find dem Wohnungsausschub in bereitwilliger Weise 'Bürger-Quartiere, namentlich auch Ireiquartiere. zur Verfügung gestellt worden. In vielen Familien will man für die Tage deS Turnfeste- gerne etwas zusammenrücken. um Aaum zu schassen für die Lagerstatt eine# oder mehrerer Turner. Häufig ist die Beobachtung äu machen, daß nicht nur in den wirtschaftlich starter en Bevölkerung-kreisen die Bereit- willigteit zur Ausnahme der Döste sehr grob ist. sondern dah auch die weniger bemitteüen Mitbürger nicht fehlen wollen bei dem Bemühen, den Turnern und Turnerinnen eine gastliche Stätte zu bereiten. Diele Geschlossenheit der Dürger- schast in der Ausübung der Gastfreundschaft wird von der Festleitung natürlich mit lebhafter Genugtuung begrubt, ist doch die gute Lösung der Quartierfragc eine der wesentlichsten Vorbedingungen für das Gelingen des Festes. Trotz der sehr vielen Dereitschaftserllärntngen zur Quartiergestellung wird der Wohnungsauöschuß durch feine Beauftragten in der Quartiertoerbung natürlich rüstig Weiterarbeiten lassen. Man darf wohl gewiß fein, dah die Herren dabei überall weitgehendste und freundlichste Opferbereitschaft finden werden, zumal es sich doch überwiegend darum handelt, die Tumbrüder und Turnschwestem aus dem besetzten Gebiet, dle die Hauptmasse der Turngäste bilden werden — der Mittelrheinkreis der D. T. umfaht nämlich zum größten Teil daS besetzte Gebiet — unterzubringen und ihnen auch bei dieser Gelegenheit durch die Tat zu beweisen, daß wir uns mit ihnen ein- fühlen im Kreise der schwergeprüften deutschen Volkssamilie. Ueber den äußeren Verlauf des Festes kann man nunmehr auch einige nähere Angaben machen. DaS Vorspiel zu dem großen turnerischen Feste wird am Sonntag, 26. Juli, mit dem Gießener 3ugenbtunten (Reichsjugendwettkämpfe) vor sich gehen. Am 31. Juli, dem ersten Tage des KreissesteS. wird eine besondere De- grüßungSseier. veranstaltet von der Gio- ener Turnerschast in der Fest halle, den Gästen aus dem besetzten Gebiet gewidmet fein. Samstag. 1. August, gilt der turnerischen Arbeit, am Abend sindet eine akademische Feier im Stadttheater und hierauf eine ‘Begrüßung in der Festhalle statt. Daß am Sonntag uhb Montag ebenfalls fleißig geturnt wird, versteht sich von selbst. Am Sonntag, 2. August, nachmittag- werden sich zwei große Festzüge mit 11 Musikkapellen durch die Stadt bewegen. Da man für den Festzug mit einer Beteiligung von etwa 12 000 Turnern rechnet. wobei zahlreiche Vereine mit ihren Fahnen erscheinen werden, und da ferner auch viele Gießener Vereine den Festzug durch ihre Anwesenheit bereichern wollen, so kann man wobl heute schon sagen, daß unsere Stadt bei dieser Gelegenheit ein Ereignis zu sehen bekommen wird, wie wohl noch nie zuvor. Der Zug muß seiner großen Länge wegen in zwei Abteilungen geführt werden: er wird folgende Straßen passieren. Walltorstraße. Lindenplay, Marktplatz, Bahnhofstraße. Westanlage. Selters- Weg. Kreuzplatz, Sonnenstraße. Reuen Däne. Ludwig-Platz, ferner Westanlage. Bahnhofstraße. Lie- bigstraße, Frankfurter Straße. Südanlage. Dleich- ftraße. Ludwigstraße. LudwigSplah. Beide Abteilungen durchschreiten vom Ludwigsplatz an die Kaiser aller nach dem Festplah. Die Bauarbeiten auf dem Festplatz, dem Trieb, schreiten mittlerweile sehr rüstig voran. Zur Zeit ist man mit dem Anstrich der großen Festtribüne beschäftigt, wobei man zugleich in ansprechender Weise für den Schmuck der Tribüne sorgt. Mit Riesenschritten geht auf brr andern Seite des Trieb der Bau der Volkshalle vorwärts. Man muß jebedmal. wenn man diese Arbeit 8 Tage lang nicht gesehen Hal staunen, wie rasch hier geschafft wird. Das Bauwerk, mit dessen Fertigstellung bis zum Kreisturnfest nach der erneuten Zusicherung der bauausführenden Architekten leftimmt zu rechnen ist. weist jetzt schon recht imposante Ausmaße auf. Rach allen bisherigen Vorbereitungen darf getagt werden daß unsere Stadt Gießen die besten Aussichten hat, ihren alte nunb guten Rus als vortreffliche Turnerstadt aufs neue zu beweisen und zu festigen. " Zu ben bevor st ehenben Bürge r- meiftcr- und Beigeordneten wählen Hal das Kreisamt Gießen den Bürgermeistereien deS KreifeS folgende bedeutsame Mitteilung zugehen lassen: Rach unS gewordener Mitteilung soll bei ben in ben letzten Jahren ftattgefunbenen Wahlen außerorbentlid) viel „Freibier" ge- ,benbet worben sein. Sollte sich diese Unsitte auch bei den bevorstehenden Wahlen bemerkbar machen, dann werden wir die Feierabendstunde entsprechend zurückfetzen. 3m Wiederholungsfall werden wir mit noch schärferen Maßnahmen vorgehen. Auch müßten wir prüfen, ob die Wahlen in solchen Gemeinden, in denen Mißstände der genannten Art bekannt werden, nicht von Amts wegen deshalb zu beanstanden sind. < Fahrplan-Aenberung. Der bisherige Werttagszug Orünbcrg -Gießen. Grünberg ab 5.31 Uhr vorm., Gießen an 6.20 Uhr vorm., wird vom 14. 3uni ab auch Sonntags gefahren. •• 3n der städtischen Kunstsammlung im Reuen Schloß. Eingang Senckenbergstraße. wurden im graphischen Kabinett die vom Verein für Original-Radierungen ßeraabgegebenen Original-Radierungen .die eine Stiftung vom verstorbenen Geh. Rat Dr. Gail sind, von folgenden Künstlern neu ausgestellt: QL Doetner, O. H. Engel, W. Doms, R. Hahn, C. Büttner, R. Eschle und E. WolfSkehl. Auch im Ritgen- Kabinett fand eine Aenderung der seither ausgestellten Qlquarelle ftatL Die Ausstellung ist an Sonntagen von 11 bis 1 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. '* Besserung in der Elektrizitätsversorgung. Don der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke wird uns mitgeteilt: Die zahlreichen Störungen im Stadtnetz, die durch die Unsicherheit des Fremdbezuges hervorgerusen sind, werden, nachdem gestern der erste Ausbau der Allumulatorenbatterie in Betrieb genommen worden ist, nicht mehr auftreten. Gerade in der letzten Zeit fanden durch atm. Störungen häufig Unterbrechungen statt. Die Gleichstromabnehmer werden also künftig von den Störungen in den Fernleitungen ocr- schont bleiben, da die Batterie automatisch die Stromlieferurg übernimmt. Unterbrechungen finden hierbei nicht statt. * Ein Rotkreuztag wird morgen auch hier stattfinden. Vormittags 11 Uhr wird eine Rettungsübung der Freiwilligen Sanitätskolonne auf Oswaldsgarten, nachmittags 4 Uhr etzn Konzert mit allerlei weiteren Darbietungen auf der Liebigshohe vor sich gehen. Außerdem findet morgen eine Straßensammlung und in der Zeit vom 14. bis 21. 3uni eine Haussammlung durch Helferinnen des Roten Kreuzes statt. Der Erlös der Veranstaltungen kommt ben hiesigen Wohl- sahrtseinrichtungen und dem Kinderheim in Bingenheim zugute. Möge jedermann sein Schers- lein beifteuem zur Unterstützung der segensreichen Rote-Kreuz-Arbeit. •• Erholungsaufenthalt für Kinder an der See. Eine ‘Bekanntmachung, in der zur Anmeldung von Kindern zur zweiten Kur für Selbzahler ausgefordert wird, hat das städtische 3ugenbamt in unterem gestrigen Anzeigenteil erlassen. Meldeschluß: 20. 3uni. Die Eltern mögen dieser Aufforderung ihre Aufmerksamkeit schenken. ”• Oberhesfischer Kun st verein. Die Freie Vereinigung Darmstädter Künstler, die zur Zeit auch in Sarmftabt am Rheintvr ausstellt, veranstaltet vom 14. 3uni bis zum 12. Juli im hiesigen Kunstverein eine Ausstellung von Gemalten und Graphiken ihrer Mitglieder. Vertreten sind unter anderen Karl Scheid. Ferdinand Barth. Georg 2 l t h « i m, Anna Bornemann. Mathilde Stegmaver. ZohanneS Loppmann. HanS Vielmett er, Ernst Eimer und andere: nur durch Graphik Bruno Panitz und Richard Da eng er: durch zwei Plastiker, Kar! Huber und Richard Tyr oll au6 Offenbach. Die Ausstellung deren Besuch allen Gießener Kunstfreunden empfohlen sei. ist au den Üblichen Stunden, Sonntag. Rlontag, Mittwoch und Freitag von 11 bis 1 Uhr und Mittwoch von 3 biS 5 Uhr. geöffnet, i Siehe auch das 3nserat in der gestrigen Rümmer.) ee D i e Volkszählung am 16. 3 u n i betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil, auf die wir hiermit besonders aufmerksam machen. *e D i e diesjährigen öffentlichen 3mpftermine werden in einer ‘Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil zur Kenntnis ber 3ntereffcnten gebracht. —b. Städtische Heugrasver steig e- r u n g. Bei bet gestrigen städtisch.n Heugrasversteigerung wurden folgende Durchschnittspreise pro Morgen erzielt: Ochsenwiesen 80 biS 85 Mk., Stolzenrnorgen 85 bis 90 Mk., UterSbrunnen 55 bis 60 MI.. Altenttsch 40 biS 45 Mk. '• Verein ehemaliger Gießener Realgymnasiasten i. E. Man teilt und mit: Anfang 3uli soll die GründungSversammlung des im Entstehen begriffenen Vereins ehemaliger Gießener Realgymnasiasten stattfinden und damit ein lang gehegter Wunsch vieler ‘Beteiligten in Erfüllung gehen. Das Programm wird demnächst bekanntgegeben, ein Aufruf im Laufe der nächsten Woche im „Gießener Anzeiger" oeröffentließt werden. ** Vorsicht vor wilder Reklame. Immer wieder tauchen in ben Städten und auch in ben Canbgemeinben „Vertreter' non allen möglichen Reklameunternehinungen auf, beren Güte unbekannt ist. Es gilt insbesondere auch für Adreßbücher aller Art, für die Anzeigen gesammelt und Vorbestellungen entgegengenommen werden, natürlich möglichst gegen sofortige Zahlung oder Anzahlung. Es sei wiederholt darauf hingewiesen, daß Vorsicht am Platze ist, und daß man nur bann vertrauen kann, wenn bie Verlagsunternehmunyen, die hinter solchen Vertretern stehen, bekannt sind. Es empfiehlt sich, in allen Fällen genaue Ausweise zu fordern und bei der nächsten bekannten Druckerei oder bei dem örtlichen Zeitungsverlage anzufragen. Vornotizeu. Tageskalender für Samstag. Deutsche Dau- und Siedlungsgemeinschaft, 8.30 Uhr Saalbau Bauet Vortrag. — V. R. K. D. 8> - Uhr Hotel Schütz Monatsversammlung. — Ruderklub Hassia 1906, 8 Uhr Bootshaus Mitgliederversammlung. - Angelsport-Verein, 8 Uhr bei Teiglcr Hauptversammlung mit Vortrag. — Artillerie-Verein, 8>; Ubr Universitätsrestaurant Versammlung. — Reichsbund der Zivildienst- berechtiglen, 8.30 Uhr „Stabt Lich" MonatS- verfammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die vier Ehen des Mathias MerenuS". — Astoria-Lichlspiele, „Die große Lustspielwoche". — Tageskalender f ü r Sonntag Reichsgewerkschaft ber Eifenöahnbearnten. 9 Uhr vormittags Saalbau Sauer Versammlung mit Vortrag. — ReichSbund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, 2 Uhr nachmittags Saalbau Sauer öffentliche 'Versammlung mit Vortrag. Rotkreuztag, 4 Uhr nachmittags Liebigshohe Konzert. — Lichtspieltheater wie Samstag. — Allgemeiner Deutscher Frauenverein. Kommenden Montag Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 14. Juni. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier mit Ansprache von Pfarrer Vomel. 4 bis 5 Uhr: Kinder stunde. 5 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert deS Haus- Orchesters: Musik aus dem 18. Jahrhundert 7 bis 8 Uhr: Stunde des Rhein-Mainilchrn Verbandes für Volksbildung. „Eine Volksbildungsreise in England", ein Bericht von Dr. Earl Gebhardt. 8.30 Uhr Konzertmäßige Ausführung: Die Dol- larvrinzeffin. Operette >n drei Akten von Leo Fall Montag, 15. Juni. 12 und 4,20 Uhr Rachrtchlendienst. 4,30 bi- 6 Uhr Rachmittagskonzert des HausorchesterS: Die Oper ber Woche. 6 biS 6.30 Ubr: Die Lefe- stunde «Tie Rovelle« .Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonne^u von Achim von Arnim < Fortsetzung». 6,30 biS 7 Uhr: Vortrag von Dr. Walter gütig „Von solchen, bie nicht arbeiten und doch gut leben in Tier- und Pflanzenreich". 7 biS 7 30 Uhr Stunde de» Subwe st deutschen RadioklubS: Vortrag von Dr. Michel: Magnetismus und Elektromagnetismus. 7.30 biS 8 Uhr: Funkhochschule. Vortrag von Pro« Küntzel: .AuS der Geschichte de- deutschen Unternehmertum-" (2. Abteilung 3. Dorttag» 8 di- 8.30 Uhr: Sprachliche und prakt sch? Hinw.ise für Italien- reisende. 8 30 dis 9 30 Uhr: Earl Maria von Weber. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. 10 biS 11 Uhr: ilebertragung von Kassel: Tanzmusik der Tanzkapelle Artur Disotcky Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Dießen. Sonntag, den V, Juni. l.n. Trinitatis. Stadtkirche. 8: Pfr. Decker ZI Ehristenlchrc für die Reukonstrmierten auü der MarkuSgemeinde. 9',: Pfr. Mahr. 11: Äinbcrhr^c für die MatthäuS- gemeinbe Pfr. Mahr. - IohanneSkirche. 8. Pfr. AuSfeld. Zugl. Ehristenlehrc für d- Rcukonstrmierten auS d. IohanncSgemeindc 9' ,: Ptt. DechtolShelmer. 11: Kinderkirchc f. d. LukaSgcm. Pfr. DechtvlSbeimer. - Kirchberg. 10. 11: Ehristenlehre für die tonfirm, toeibl. 3ug. - Mainzlar. 1‘- Staufenberg 1'/,. - Wieseck. 9'/,. 103.: Kinderkirche. Watzenborn- Darbenteich. Watzenborn - Steinberg: 9', (mit Ehristenlehrc». 1: Garbenteich. Katholische Gemeinden. Dießen. Samstag, den 13. Juni. 41u. 7 Beichte. Sonntag,14.3uni.2.Sonntagn.Psingsten.6' ,Beichte, 7Mefse,Kom.d.3üngl.,8Kom..0Hochamtm. Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2' , Ehristenlehre und ,dacht. Montag, Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag, abends 8 fatoament. Andacht. Donnerstag, v'/, Segcnamt. Grünberg. 9' Messe m. Predigt. Lich. 71:, Messe mit Predigt Hungen. 9 Hochamt mit Predigt. 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April 1925 ist das Stammkapital der Gesellschaft auf 500 Reichsmark festgesetzt, Konrad Rode von seinem Amt als Geschäftsführer abberufen und Friedrich Schnabel in Ober-Dchmitlen zum.Mitgeschäftsführer bestellt worden. Die' Prokura der Fabrikarbeiter Wilhelm Hch in Dietzen und Andreas Reinhardt in Lollar ist erloschen. Dem Gewerkschaft s beamten Louis Bruns in Frankfurt a. M. ist Pro- kura erteilt derart, dah er in Gemeinschaft mit einem Geschäftsführer die Firma zu zeichnen berechtigt ist. Tiehen, den 6. Juni 1925. 59368 Hessisches Amtsgericht Schulbildung als Lehrfräulein ob. Volontärin von hiesiger Buchhandlung gesucht. Schrift! Angebote unter 5941D an den (Lietzener Anzeiger. WA. ZIZMk zu vermieten 105112 Asterweg 55 ll. Junger Kammaun sucht per 15. d MlS. evtl, auch svüicr ein freundliches Zimmer in annenebmer Vase. Schrift!, An geb. mit Preisangabe unter 59541) and Giest.Tln- meiner erbeten. 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Juni übergebene fiontrollnote ist, wie der englische Botschafter bei der Ueberreidjung gefügt hat, auf die Voraussetzungen zur Räumung non Soin abgestimmt. Die andere Seite fühlt, daß sie im Unrecht ist, sie will darum der Welt beweisen, daß sie mit Recht Deutschland um seine Vertrags- ansvrüche gebracht hat, und geht in diesem Streberf noch über da- Bisherige hinaus, indem sie mit der Rote ausdrücklich anerkennt, daß die Besatzung»- fristen zu laufen begonnen haben und die Räumung am 10. Januar 1925 für die erste Jone das Recht Deutschlands war. Freilich behält man sich auch sehr die eigene Entscheidung und Willkür immer noch vor. 3n der Rote sind genügenb Haken und Fußangeln, Möglichkeiten, zu verschleppen und zu sabotieren. Eine Sicherheit für Deutschland, daß die anderen wirklich hinausgehen, ist nicht gegeben. Ein Termin ist nicht gesetzt, und immer unb immer bleibt, daß die andere Seite entscheidet in einem Prozeß, in dem sie zugleich Ankläger, Richter und Straf- Vollzieher ist. Sechs Jahre ift der Krieg zu Ende, und noch immer wird mit dieser Brutalität dem Besiegten klargemacht, daß er der Besiegte ist. Der Welt aber macht dieses Sammelsurium von teilweise ganz lächerlichen Dorwürfen keinen Eindruck. Sie sicht selbst, in welch ungeheurem Umfang Deutschland abgerüftet hat, unb sie sieht mit Recht in biefen kleinen Vorwürfen ben Willen zur Schikane, zur Quälerei unb zur Ausnutzung ber Kontrollfragen für anbere politische Absichten, bie nicht näher bezeichnet zu werben brauchen. Selbst wenn alles richtig wäre, was man Deutfchlanb vorwirft, ber Riescnabftanb bleibt boch zwischen bem kleinen Heer Deutschlanbs unb ber ungeheuren Rüstung auf ber anberen Seite. Der Abstand bleibt zwilchen biefen Lappalien unb bet Fortbauer ber Besatzung mit allen ihren Qualen unb Lasten. So zeigt die Rote nur, wie schwach das Fundament ist, auf dem die Gegner bauen. Manches in ber Rote ist schlechthin unerfüllbar. Manches ist aus anberen Grünben, ber Ehre unb Staatsnotwenbigkeit glatt abzulehnen. Manches ist direkt unoerstänblich. Ucber manches läßt sich reden. So wird also über die Rote des längeren zu verhandeln fein. Dabei muß bie Regierung streben, in m ü n b 11 d) e n Gedankenaustausch mit ber anberen Seite zu kommen, statt eines Rotenwechfels, der sich ewig hinzleht. Sie muß babei, was wichtiger ift, banach streben, Nordamerika in bie Ausein- anberfefjung hineinzuxlehen. Da» ist nicht leicht, weil sich Rorbamerika biefen Fragen grundsätzlich fernhält. Aber ber Zusammenhang zwischen ben Forbe- rungerf ttfr Rote unb bem Dawesplan liegt auf ber Hanb. Roch haben wir keine Vorstellung, wie hoch ber Wert besten ist, was an deutschen Wirtschasts- Instrumenten zerstört werben soll. Aber unzweifelhaft cerminbctt biefe sinnnlos uns angefonnene Zerstörung ber Wirtschastswerte bie Leistungsfähigkeit, bie man von uns für ben Dawesplan verlangt. Das Rorbamerika klar zu machen, ift eine wichtige Aufgabe ber beutschen Politik. 3m übrigen lehnen wir bie Derbinbung zwischen bem Entwaffnungsplan unb bem bekannten großen Zusammenhang ber Fragen ber Sicherheit, ber Vol> keröunbskontrolle, dos Eintritts in den Dölkerbunb durchaus ab. Die Antwort auf bie beutschen Sicherheitsanregungen, auf bie sich Brianb unb Chamberlain in Genf geeinigt haben, steht in Aussicht. Ist sie so, wie bie Zeitungen der Entente es antünbigen, so ist feine Aussicht bafür, baß sie für Deutfchlanb annehmbar fein wirb. Dann geht bie Erörterung um ben Garantiepakt aus wie bas Hornberger Schießen. Aber durcheinander rühren wollen wir uns biefe Dinge nicht lasten. Die anbere Seite, befonbers C n g l a n b hat ein Interesse bar- an, bas alles auf eine internationale Konferenz herauslaufen zu lasten, auf ber vielleicht bann überhaupt neben biefen Fragen auch anbere Angelegenheiten, wie bie Marokkofrage, bas Tangerstatut unb begleichen mehr erörtert würben. Schließlich ergeben sich ja auch bie Möglichkeiten einer Konserenz über ben fernen Often, in bem allmählich bie Dinge zu großen Gefahren sich auswachsen, in bem eine Neuauflage ber Boxerbewegung aufzu- ffeigen scheint unb für ben bie Idee ber Intervention zwischen Amerika, Englanb, Frankreich wenigstens erörtert wird. Alles bas sind wichtige Fragen, uns gehen sie, in Afrika wie in Asien, zunächst fo gut wie nichts an! Wir haben kein Interesse an Konferenzen, in benen bas zusammengerührt würbe unb bie ins Uferlose gingen unb sich womöglich auf Deutschlanbs Rücken einigten. Wir wollen zunächst, baß in ber (kntwafs - nungsfrage aufrechterhalten unb burchgesetzt Sonderliches (Erlebnis. Von Eatherine G o b to i n. SS geschah, daß der Herr Kasimir, als er nach Hause ging, einem Mädchen begegnete, das irgendwie sein Gefühl bewegte. Vicht war es ihr Antlitz, rnxb ihre Gestalt, beim ihr Gesicht hatte er nicht gesehen und ihre Erscheinung war von einem langen Mantel gürtellos umhüllt — nein, es war etwas anderes, das ihn anzog, unb daS er nicht zu deuten vermochte. Er drehte sich dreimal um. dann entschloß er sich, ihr zu folgen. Er sah jetzt, daß ihre Absätze ein wenig schief getreten waren und Herr Kasimir, der Pedant war, weil er_ mit Gründlichkeit allen Gingen im Leben gegenüber* stand, er fühlte beim Anblick dieser schief getretenen Absätze sich verstimmt. Diese Absätze waren wie eine Opposition gegen ihn, eine Auflehnung und ein Mangel an Gehorsam, mithin .eine Nichtachtung feiner Perlon. Er sah auch, daß sie keinen Schirm bei sich trug, dabei mutete es stark nach Regen an, — er glaubte, ber erste Tropfen habe ihn bereits getroffen und er hatte keinerlei Lust, daS Schirmfutteral, das seinen Schirm sehr eng und sehr korrekt umspannte, herunterzuziehen. 3a, um eS zu gestehen, es war der Schirm, den er eigentlich nur bann mitnahm, wenn er in feinem Tiefsten überzeugt war, daß es nicht regnen würbe. Er besaß noch einen anderen Schirm, für ben Regen bestimmt. Herr Kasimir war nicht neugierig, ihr Gesicht au sehen. Sr war niemals neugierig, denn Neugierde hielt er für Verschwendung bcS eigenen Interesses an andere unb er war ökonomisch mit feiner Person und nicht geneigt, sich zu verschwenden. SS ist schon zu erkennen, bah er nicht kleinlich war, fonbem ein Mensch, ben bas Kleinere von gröberen Aspekten aus bewegte. Er freute sich am gemeinsamen Takt ihrer Schritte. Unb bah sie sich nicht umtoanbte, unberührt ihren eige- rairb. wa- bie StoatsnoüDenbigfciten unb Lebensinteressen unserer Wehrmacht ertorbcrn. Dir wollen, baß ernsthaft von unserer Sette babei verhcmbelt werbe, oder wir lehnen jede Unterstützung durchaus ab. Wir sagen bar ausbrücklich auch im Hinblick auf bas Rheinland Cs liegt nahe unb ist verstäub- lieh, zu jagen, baß jebes Zugeständnis verschwaube >m Hinblick auf bie Aussicht, bas Rheinianb befreit zu fehen. Das ift wahrhaftig richtig, unb raemanb kann die Lasten unb Qualen, unter denen das Rheinland leibet, ernster unb fchwerer nehmen al» w>r. Aber auch ber barunter leibenbe Rheinlänber wird einfehen, daß darüber Lebensintereffen der Gefamtheu bes Reiches unb feiner Wehrmacht nicht preisgegeben werben bürfen. Wir können eine Frage wie bie, ob bie uns angefonnene Beränberung in ber Heeresleitung für uns erträglich fei (yach unserer Uederzeugung ist sie unerträglich unb unmöglich) nicht bamit oerbinben, baß vielleicht, vielleicht — sicher finb wir ja auch nicht — bie Truppen von Köln abrücken. Ihr Weg ist ber beutschen Regierung unseres Erachtens beutlich vorgezeichnet. Es ist Verhältnis- mäßig leid# zu erkennen, was hier für uns möglich ist unb was nicht möglich ist. Wir müsten baran fest- halten, baß diese Fragen allein unb für sich be- Honbelt unk zu Enbe gebracht werben. Und wir müssen durchaus ablehnen, vorher etwas auf eine englisch-französische Rote in ber Sicherheitsfrage zu antworten ober gar ben Anschluß an ben Völker- bunb zu ventilieren. Hält sich ber beutsche Außen- Minister an bie gegebene Reihenfolge ber Fragen, fo finbet er selbst den richtigen Weg. Unb es ist eine Hauptaufgabe ber beutschen Regierung, bem Gegner in biefen Derhanblungen, bie sie burchaus loyal führen soll, zuzusichern, Verstöße, wo sie als berechtigt nachgewiesen werben, zu beseitigen, unb es ist eine Hauptaufgabe ber beutschen Regierung, ber anberen Seite keinen Zweifel in zweierlei zu lassen: Es wirb alles zurückgewiesen, was über Inhalt unb Wortlaut des Versailler Vertrages herausgeht, keine Forderung ist annehmbar, bie ihre Stütze nicht in bem Dertragsrecht finbet. Sobann: Wenn bie Entente mit biefer Methode ber Militärkontrolle, bie in ber Rote roicber ihre Triumphe feiert, mit ber Methobe ber Schikane, ber Hinterhältigkeit, bie sich alles Vorbehalt, unb ber Willkür nicht halb unb voll- ftänbig Schluß macht, fo ist schlechterdings keine Aussicht bafür, Deutfchlanb auch nur für Die Diskussion internationaler Garantien ober für ben 23öl- ferbunb zu gewinnen! Hinter den chinesischen Kulissen. Die Unruhen in Schanghai nehmen jetzt einen ernsteren Charakter an, als es die ersten Meldungen erwarten ließen. Die antijapani- I schen Demonstrationen der chinesischen ©tunen Weg ging, unbesorgt um fremdes Echo, schien ihm eine erfreuliche Konstatierung und eine seltene weibliche Geschlossenheit. AUmählich gewohnte er sich auch an die schief getretenen Absätze. 3e länger er hinsah, um fo deutlicher schien er daraus einen eigenen wiegenden Rhythmus zu erkennen, und er beschloß in seinem Innern, daß sie musikalisch sei. Ihm fiel eine Melodie ein, die Melodie einer Sonate, und daß es gerade eine Sonate war, die ihm bei ihrem Anblick einfiel und nicht eine leichte Melodie, ließ in ihm den Verdacht reifen, daß er es hier mit einer Verfolgung ernsterer Art zu tun haben müsse. Fräulein Hedwig — sagte er in seinem Innern — Fräulein Hedwig, ich bin bewegt von ihrem Anblick und o|nc Grund. Ich vermute Sie auf einer Stufe, wo Cie schon begreifen können, daß die Gefühle ohne Grund die wahren Motive unseres Fühlens enthalten. Sie sind doch wahrhaft primär, hingegen alles, was begründet. was RefuUat ist, ist sekundär. Allmählich hatte er auch seine Gangart geändert. er hatte sich in den Gedanken emgelebt, feine Absätze seien ein wenig abgetreten und er wäre in einen neuen, wiegenden Rhythmus seiner Gangart verfallen. Sie ging immer weiter und weiter. — So. als hätte sie gar kein Ziel, so, als wären alle Straßen gerade und menschenleer. Fräulein Hedwig — sprach er weiter in sich — Sie sind einsam: einsam nicht in der Art der Bemitleidenswerten, sondern der Bewundernswerten, denn Sie sind ganz in sich abgeschlossen. Sie fühlen nicht fremde Gedanken, Sie hören nicht fremden Schritt..... Ich könnte an Ihre Seite treten, könnte den Schirm aufspannen und Ihnen den nahenden Regen verkünden. Auch wenn Sie den Regen ablehnen solllen, wäre Ihr Antlitz von meinen Blicken gefordert ..... Ich lasse Ihnen die Einsamkeit Ihres Gesichts. Tragen Ste eS als Geheimnis mit sich fort.__ denken unb die Ausstände in verschiedenen japanischen Unternehmungen haben sich zu einem allgemeinen Streik und zu einer feindseligen Stimmung ausgewachsen, die deutlich erkennen läßt, daß es hier nicht mehr allein gegen die Japaner geht, sondern gegen alle Ausländer überhaupt. Es ist nur natürlich, daß die ganze Bewegung durch die besondere Lage Schanghais gefördert wird, dessen Europäerviertel eine ...Konzession^ darstellt, die von den ausländischen Mächten mit Hilfe einer eigenen Polizei verwaltet wird. Derartige Bewegungen sind in China nicht gerade neu. Sie sind bereits seit mehreren Jahrzehnten eine ständige Begleiterscheinung des politischen Lebens und gehören zu den schwerstwiegenden Elementen der chinesischen Frage. Die chinesische Revolution und die ihr folgende Periode zügelloser Anarchie, die auch heute noch nicht zum Abschluß gekommen ist, sowie die zahllosen Versuche des Auslandes, diese politische Lage auszunützen, tragen in hohem Maße dazu bei, daß die nationalistische Bewegung sich in China dauernd verschärft. Dabei hat der chinesische Nationalismus in zwei Richtungen eine Umwandlung durchgemacht. Es gab eine Zeit, da das Wachstum und die Siege Japans über die europäischen Mächte den jungen chinesischen Nationalismus in Helle Begeisterung versetzte. Damals sah man in Japan gewissermaßen einen Rassenverbündeten und den kommenden Befreier von der weihen Knechtschaft. Seit dem Augenblick aber, da Japan tatsächlich zur Großmacht wurde, mußte man sich davon überzeugen, daß diese optimistischen Hoffnungen trügerisch waren. Der politische und wirtschaftliche Einfluß Japans, der sich mit rein imperialistischen Mitteln durchgesetzt hat, ist in China ungeheuer erstarkt. Von der ursprünglichen Popularität dagegen ist nur äußerst wenig übrig geblieben Und jetzt richtet sich die nationalistische Bewegung gegen die ausländische Bedrückung sogar mit in erster Linie gegen Japan. Wenn man die Vorfälle in Schanghai näher betrachtet, läßt sich unschwer auch noch eine andere Möglichkeit feststellen, die wahrscheinlich auch mit dem ursprünglichen antijapanischen Charakter der Zusammenstöße im Zusammenhang steht. Aus einer ganzen Reihe von Meldungen über die Vorfälle in China geht deutlich hervor, daß bei der gan- Der Gedanke kam ihm, daß sie draußen wohne, draußen als vager Begriff, irgendwo, wo die Häuser aufhören, und öde Bauplätze sich in kahle Wiesen verlieren. Gr dachte, daß sie jeden Abend zu gleicher Stunde hier schreiten würde, immer von dem gleichen, wiegenden Tempo voranbewegt. Fräulein Hedwig — sprach er wiederum im Geiste — es wird nicht regnen. Da, wo Sie schreiten, drohen Wollen, do^> fällt kein Wetter. Ihr Leben ist grau, doch fchicksalsloS. Daß sie kein Schicksal habe, wußte er plötzlich mit Sicherheit, daß ihre Tage einförmig waren, ohne Regen und ohne Sonne, und daß ihre Seele ohne Sehnsucht sei. Fräulein Hedwig — fuhr er in sich fort — ich fühle, das Leben steht in Ihnen still. Leben lebt an Ihnen vorbei. Spricht eine Seele zu Ihnen, Sie wissen nicht, Sie hören nicht, Sie wissen nicht einmal sich selbst. Er war kein Schürzenjäger und die Frau in seinem Leben nahm nur den Platz ein, der ihr gebührte. Kein Llebermah, ein ordentliches Fügen der weibllchen Gestalt in seines Lebens gemessenen Raum. Gr hatte eine Braut, die hieß Frieda, sie war nicht schön, nicht reich und nicht von ihm geliebt. Doch war sie seine Braut. Das war ihm Bindung und zweifellos war sie im Herbst schon seine Frau. Daß er der Fremden hier im Dämmern folgte, das lag auf einem anderen Gebiete. Er folgte ihr, wie die Trambahn dem Geleise, er folgte von unsichtbarem Strom bewegt. An einer Straßenecke geschah es, daß Fräulein Hedwig entgegen feiner inneren Weisung um die Ecke bog. Als er befremdet die gleiche Dcke selbst umbog — war sie verschwunden, und verblüfft maß er,die Leere. Wenn er in jedes Haus ging, das sein Blick erreichte, in jedem Stock fragend sie beschrieb — — dann zweifellos war sie gefunden. Es konnte Die güstze Tagesreiiung Sbevhefsens und desLahnsLbietes ift in fei- ne« 1S6. Sahv-ang der GieSenev Arrzeisev Das gute »intevvattuugsbtatt ift feine Dienstags und SarnstasS evstdei- nende Beilage ^GieHenev LamttierrbLSttev" Die einzige Vilderdeilage ift feine eigens für das Heimatgebiet bearbeitete Donnerstagsgabe ^Heimat mr Bild" Der fachverftändige Aatgeber für Landwirtschaft, Oarienbau und Viehzucht ift feine SveitagSbeilage „Die Gevolle" zen Affäre auch Sowjetagenten ihre Hände im Spiel hoben. Die Prapagandaarbeit der Komintern Hal in China bereits eine ziemlich umfangreiche Geschichte. In neuerer Zeit scheint diese Politik nun aber wegen ber veränderten Beziehungen der Sowjets zu den einzelnen Machthabern in China eine Neuorientierung erfahren zu haben. Der verstör- bene Sun yat Sen, der F iht . Dan-Partei — bie noch bolschewistischer Auffassung „kleinbürgerlich" ist, in Wirklichkeit jedoch extrem nationalistisch bezeichnet weiden muß — war ein treuer Freund der Sowjetmacht. Nun darf man aber nicht vergessen, daß Sun Aat Sen auch zugleich Verbündeter des Machthabers in der Mandschurei. Tschon Tso Lin war, der wieder mit Japan eng verbunden ift. Während der gemeinsamen Operationen Tschan Tso Lin- und Sun Aal Sens gegen die damalige Pekinger Regierung, die von Wu Pei Fu verteidigt wurde, eröffnete bie sowjelrussische Presse unb sämtliche kommunistischen Organisationen eine energische Kampagne für das Selbstbestimmungsrecht Chinas, d. h. der Generale der Mandschurei und Kantons gegen die Pekinger Partei, die nach der bolschewistischen Version vom angloamerikanischen „Imperialismus" am Ruder gehalten wurde. Wie bekannt ist, wurde Wu Pei Fu später vom General Fin Du Siang gestürzt und zwischen den einzelnen chinesischen Diktatoren ein gewisser Ausgleich herbeigeführt. Im Januar d. Js. erfolgte dann der Abschluß des russisch-japanischen Abkommens, mit dem nicht nur weitreichende asiatische, sondern auch europäische Pläne verquickt wurden. Das währte ober nicht lange. In der Mandschurei entstand ein Konflikt wegen des Baues einer neuen Eisenbahnlinie von Tcononsu nach Churkura (im Gebiet von Zizikar), die von einer chinesischen Gesellschaft mit Unterstützung der japanischen südmandschurischen Eisenbahngesellschaft errichtet werden sollte, was wieder den Sowjets ganz und gar nicht behagte. Aus diesem Grunde, wahrscheinlich aber auch wegen der propagandistischen Tätigkeit ber Sowjetvertreter in der Mandschurei, haben die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Tschang Tso Lin einen bösen Riß erhalten. Gegenwärtig ist die sowjetrussische Presse voller .Klagen über die Maßnahmen der chinesischen Polizei, die die lokalen kommunistischen Jugendverbände an der Terrorisierung der in der Mandschurei lebenden russischen Flüchtlinge hindert Den Vogel schossen die Chinesen jedoch mit der Annullierung eines Zirkulars des fowjetrufsischen Aufsichtsrates der Bahnlinie, Iwanow, ab, nach dem die an der Bahn beschäftigten russischen Emigranten entlassen werden sollten. Die gesamte Sowjetpresse macht jetzt Tschan Tso Lin wie auf Kommando darauf aufmerksam, daß er in ber Person des Generals Fyn Du Siang einen gefährlichen Gegner hätte Klubsessel Asphaltstraße. :nau so leicht wie Dir die Wahl ischen diesen beiden wird, genau leicht solltest Du Dich auch für den überaus elastischen lange bauern, stundenlang, jedoch was waren Stunden dem, der eine Lösung suchte! Gin Balkon dunkelte vordringlich in die Gasse, dahinter schimmerte verhülltes Licht, er stand im Schatten — sah hinauf und war sich bewußt, daß sie ein Zimmer nur nach rückwärts bewohnte, auf einen Hof hinaus, sie schaute auf freudlose Mauern und auf verrostete Küchenbalkone. Er überlegte sich, daß sie wohl nicht geliebt sei, nicht schön, nicht reich — und daß sie vielleicht an einen ungeliebten Mann gebunden sei. Da er noch sann, den Blick emporgewandt, faßte ihn von rückwärts jemand, er schaute um, sah Frieda, seine Braut, die freundllch ihm entgegennickte. „Ich sah Dich stehen", sagte sie, „sah dich an allen Fenstern forschen, als suchtest du etwaS oder habest etwas verloren —“ Gr blickte verwirrt auf sie, sah sie genau und prüfend an, sah sie zum ersten Male.- Er überlegte sich, daß sie Wohl nie geliebt sei, nicht reich, nicht schön, und daß sie vielleicht an einen ungeliebten Mann gebunden sei. GS fiel ihm plötzlich ein, sie wohnte ja auch nach hinten hinaus' das Zimmer wieS nach dem Hose, nach freudlos rostigen Küchen- balfonen. Gr überlegte, daß sie abends wohl zuweilen so allein wie heute durch die Straße gehe, und daß vielleicht von irgendwo ohne tiefere Veranlassung ein Mann folgen könne — Unb daß sie ohne Rückwärtswendung weiterschritte, und daß sie ohne Wunsch und ohne Schicksal sei. Er überlegte, daß im gleichen Takte der Schritte, doch getrennt, er mit ihr schreiten würde, nicht wissend ihr Gesicht — und daß drin in der guten Stube, auf einem Simse, unerfüllt von ihm, wie eine leere Schale — ihre Seele stünde..... und daß auch Japan eine Lügenpolitik treibe. Bei dieser Sachlage kann es nicht weiter verwundern, daß die Agenten der Moskauer Internationale sich jetzt in China keine Gelegenheit entgehen lassen, u mdie nationalistischen Leidenschaften des chinesischen Volkes weiter emsig zu schüren. Der Siebener Haushalts-Voranschlag für <925 I. Mit besonderem Interesse haben die kommunalpolitisch tätigen bzw. interessierten Kreise dem städtischen Haushaltsvoranschlag für 19 2 5 entgegengesehen. Einmal war man gespannt auf die stark veränderten Ziffern, besonders in den Haupttiteln, zum anderen interessierten sehr lebhaft die neuen Pläne, die man im Nahmen dieses Vor- anschlags von der Stadtverwaltung erwartete. Nach beiden Richtungen hin ist recht Bemerkenswertes zu verzeichnen. Insbesondere trifft das zu auf die kommunale Ausbauarbeit, der sich die Stadtverwaltung im neuen Wirtschaftsjahre in erheblich weiterem Umfange als in den Jahren vorher widmen will, und was auf diesem Gebiete heute noch vermißt wird oder als zu knapp dotiert anzufehcn ist, kann ja aus dem Ausgleichstitel geholt werden, sofern es nicht eben Projekte sind, deren Kosten stark in die Hundcrttausende gehen. Im ganzen beurteilt, ist jedenfalls zu sagen, daß der Voranschlag weitgehendste Vorsicht bei der Ausstellung verrät, daneben aber auch den Willen zum Voranschreiten, das man allerdings in mancher Beziehung noch weitgreifender gesehen hätte, zum Ausdruck bringt. In Einnahme und Ausgabe schließt der Gesamthaushaltsplan 1 9 2 5 mit 6 038 436,68 Mark gegen 3 007 074,74 Mark im Jahre 1924 ab. Das ist gegenüber dem Vorjahre diesmal ein Mehr von 3 031361,94 Mark, also mehr, als für 1924 insgesamt vorgesehen war. Auf die Betriebs- r e ch n u n g entfallen an Ausgaben und veranschlagten Einnahmen 3 986 670,68 Mk. gegen 2 365 818,74 Mark im Vorjahre, mithin ein Mehr von 1 620 851,94 Mark: in der Vermögensrechnung stehen diesmal 2 051766,00 Mark Einnahmen und Ausgaben der Summe von 641 256,00 Mark gegenüber, mithin ein Anwachsen um 1 410 510,00 Mark. Das find Summen, die zum Nachdenken zwingen und die eine Erklärung heischen. Es ist selbstverständlich, daß in diesem Hinaufschnellen der Ziffern vor allem die seit längerer Zeit zu beobachtende Preissteigerung auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten mit all ihren Folgeerscheinungen zum Ausdruck kommt. Aber mit dieser allgemeinen Erklärung ist der gewaltige Sprung nach ob-n doch wohl noch nicht ausreichend erlautcu. Man kann sich beim Studium des Vor- anichlags vielmehr des Eindrucks nicht erwehren, daß im vorjährigen Voranschlag vielfach zu knapp veranschlagt worden ist, aus anerkennenswerten, aber schließlich doch nicht ganz richtigem Svarsamkeits- drang, und daß aus diesen niedrigen Ansätzen jetzt unbedingt herausgegangen werden mußte, wenn die Sache nicht notleiden sollte. Wobei übrigens noch abzuwarten ist, ob die vorjährigen Ansätze nicht ganz wesentlich überschritten mürben. Wenn unsere Vermutung hinsichtlich der zu knappen Veranschlagung für 1924 in den Tatsachen Bestätigung findet — wofür außerordentlich viele Umstände sprechen! — so sollte man daraus für die Zukunft die Lehre ziehen, bei der Voranschlags-Ausgabenberechnung zwar vorsichtig, nber nicht übertrieben gering zu etatisieren. Denn besser ist es auf alle Fälle, man sieht sich von vornherein der ganzen Schwere der Lage, dem Gesamtumsang der Erfordernisse gegenüber und kann sich gleich dementsprechend einstellen, als daß man zuerst ein Auge zuorückt und hinterher doch das dicke Ende unaufhaltsam auf sich zukommen sehen muß. Die Stadtverwaltung hat diesen Grundsatz bei der Rechnungsaufstellung für 1925 angewandt — in verschiedenen Punkten aber leider auch nicht in vollem Umfange; z. B. beim Titel Straßenunterhaltung und -erneuerung und beikü Titel Kapitalzinsen —, hoffentlich wird das Stadtparlament denselben Weg gehen und den anerkennenswerten Tatwillen der Verwaltung stärken, auch wenn dann hier und da die steuerliche Opferkraft der Bürger im Interesse einer guten Wegbereitung für die Zukunst unseres Ge- meinweseNs noch etwas angespannt werden mühte. Betrachtet man die 82 Titel des Haushalts- Voranschlags im einzelnen, so fällt vor allem das Kapitel Wohlfahrtspflege auf. Der Voranschlag des Wohlfahrtsamtes schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1 231 220 Mk. ab gegen 509 273,92 Mark im Vorjahre. Aus verschiedenen Einnahmequellen, unter denen ein Posten von 105 000 Mk. seitens des Landes für die Rentnerfürsorge die bedeutendste Rolle spielt, während die Reichskasse nur mit einem Verwaltungskostenzuschuß von 1500 Mk. vertreten ist, erwartet das Wohlfahrtsamt 272 220 Mk., dagegen muh die Stadtkasse mit einem Zuschuß in Höhe von 959 000 Mk. (im Vor- jahre 330 000 Mk.) zur Bestreitung der Kosten beisteuern. Rechnet man zu dieser Summe noch einige kleinere Beträge hinzu, die mehr verwaltungsmäßiger Art sind, so ergibt sich ein städtischer Gesamtzuschuß zu den Wohlfahrtskosten in Höhe von 961 400 Mk., wobei sich die reine Mehrausgabe gegenüber 1924 schließlich mit 624 041 Mk. heraus- stellt. Diese außerordentlich starke Mehranspannung der Stadt nötigt zu einigen Bemerkungen. Zunächst ist festzustellen, daß die Ziffern des vorjährigen Voranschlags heute nur eine bedingte Geltung haben können, denn im vorigen Haushalt konnten die finanziellen Wirkungen der neuen Wöhlfahrts- geser->gebung noch nicht voll zur Geltung kommen, während sie diesmal in ganzem geldlichen Aus- maß in Erscheinung treten. Aber trotz der hohen Lasten wenden wir uns nicht gegen dis Wohlfahrtspflege an sich, denn diese ist sehr gut und unbedingt notwendig. Aber Widerspruch muß dagegen erhoben werden, daß von reichswegen die Lasten bei Wohlfahrtsfürsorge, die doch in erster Linie Sache des Reiches, dann allenfalls der Länder und erst ganz zuletzt Angelegenheit der Gemeinden ist, glatt auf die Gemeinden abgewälzt werden, ohne ihnen zugleich auch die entsprechend umfangreichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Städte sollten gegen diese Gepflogenheit des Reiches immer wie- II»ui n»ii™wrnTT-:-—r—’—m' tii» i»im mi »JII» 11, i der Einspruch erheben und das Reich an die Erfüllung seiner Pflicht erinnern, denn der weitaus überwiegende Teil der Fürsorgebetreuten besteht doch aus solchen Mitbürgern, die in der Hauptsache nur durch das Verschulden des Reiches in Not geraten sind. Wir würden es begrüßen, wenn das Stadtparlament bei der Voranschlagsberatung gegen diese Unhaltbarkeit ausdrücklich Stellung nehmen und beim Hess. Städtetag anregen würde, einen solchen Widerspruch zu dem (einigen zu machen und an der maßgebenden Stelle mit Energie zu vertreten. Daß bei dem Titel Allgemeine Verwaltung die Ausgabenseite von 224 219,35 Mk. auf 398 784,15 Mk., also um 174 564,80 Mk. angewachsen ist, kann nicht etwa nur auf Gehaltssteige- rungen zurückgeführt werden. Der Hauptgrund dieser Aufwärtsbewegung der Titel-Schlußziffer ist vielmehr darin zu sehen, daß im neuen Voranschlag eine etattechnische Verschiebung von Berechnungsposi- tionen derart vorliegt, daß jetzt die Gehälter u. Löhne an der entsprechenden Titelstelle in Erscheinung treten, während sie im vorjährigen Etat in Bausch und Bogen im Titel Reservefonds zu bemerken waren. Steht man also hier beim Titel Allgemeine Verwaltung einer starken Erhöhung gegenüber, so findet man auf der anderen Seite Den Reservefonds von 382 280 Mk. im Vorjahre auf 162 264,99 Mark für das Jahr 1925 abgestrichen. • Für die istraßen Unterhaltung sind im neuen Haushaltsplan 132 631,50 Mk. mehr vorgesehen (für 1925 nämlich 199 544 Mk. gegen 66 912,50 Mark im Jahre 1924). Diese reichlichere Zumes- sung von Mitteln für die Strahenunterhaltung bzw. -erneuerung ist natürlich zu begrüßen, man muß aber im gleichen Augenblick betonen, daß sie, gemessen an der großen Dringlichkeit aller in unserer Stadt vorliegenden Erfordernisse, doch eigentlich geringfügig ist. Wenn man sich vergegenwärtigt, in welch reparaturbedürftigem Zustand zahlreiche Straßen und Plätze sind (Bahnhofstraße, Westanlage, Neustadt, Asterweg, Gartenstraße, Frankfurter Straße usw.), so wird man zugeben müssen, daß 500 000 Mk. für die erste Erneuerung nicht zu hoch gegriffen wären. Wir möchten den Wunsch äußern, daß für dieses Jahr noch ein recht erheblicher Betrag aus dem mit 300 000 Mk. vorgesehenen Titel Ausgleichsmittel zu der Straßenherstellung herübergenommen wird und daß man bei der Doranschlagsberechnung für 1926 schon von vornherein für diese außerordentlich wichtige und drängende Aufgabe weit größere Mittel als jetzt vorsieht. Hierbei handelt es sich in hervorragendem Maße um die Visitenkarte der Stadt den Fremden gegenüber, und dafür muß nun endlich etwas ganz Durchgreifendes getan werden, auch wenn es erhebliche Opfer kostet. Moderne Methoden kommunaler wirtfchasts- und verkehrrwerbung. Von Dr. Fritz Erbsen, Berlin. In unserer Artikelfolge „Gießener Zukunftsfragen" haben wir im Aufsatz IV in 7tr. 102, 2. Blatt, die Schaffung einer städtischen Verkehrswerbe st eile empfohlen. Einen bemerkenswerten Beitrag zu dieser Angelegenheit bringt heute der nachstehende Aufsatz. — D. Red. Verkehrswerbung und Wirtschaftspropaganda größerer Städte erfordert gut durchgebildete Organisation und Einstellung auf moderne werbekundliche Gesichtspunkte. Von der Beherrschung des Werbefachs seitens der Propadandaleiter hängt nicht zum wenigsten die angestrebte Belebung der Wirtschaft, die gewünschte Hebung des Verkehrs ab. Das Rückgrat der gesamten kommunalen Werbearbeit bildet eine intensive, richtig aufgezogene, literarische und bildliche Propaganda. Es gilt vor allem, die wirtschaftlichen Vorzüge und kulturellen Reize einer Stadt durch Lancierung in die auswärtige Tages- presse und die einschlägigen Wirtschafts- und Ver- kehrszeitschriften zu repräsentativer Geltung zu bringen. Lebendige Sprache, fesselnde Stilistik, ausgesuchtes Jllustrationsmaterial bilden ein gewichtiges Moment zur Erzielung des gewaltigen Eindrucks. Kurz gefaßte, alles überflüssige Beiwerk vermeidende Werbeplakate, Stadtbilder in eindrucksvoller Farbengebung, Poststempel mit schlagwortartigen Werbungszusätzen sorgen dafür, daß sich dieser Eindruck nicht so leicht wieder verwischen kann. Einen weiteren Schritt vorwärts in Der Lösung handlungsauslösender Beeinflussung stellt die Herausgabe selbständiger, mit reichem Bildmaterial ausgestatteter Werbebroschüren dar, bei deren lückenloser, gediegener Ausgestaltung und weitester Verbreitung die Mithilfe der lokalen Wirtschaftskreise nicht zu entbehren ist. In der Kombination von Wort und Bild in Form von Lichtbildervorträgen steckt ebenfalls ein erprobtes Werbemoment, das im Rahmen von Reisebeschreibungen und Wanderschilderungen durch Demonstration der topographischen und städtebaulichen Vorzüge, der kulturellen und wirtschaftlichen Anziehungsreize stadtwerbend zu wirken vermag. Abermals einen Schritt weiter, und als modernster Vertreter technischer Propagandaformen tritt der Film auf den Plan. Als Städtefilm entfaltet er in feinen verschiedenen verkehrstechnischen und verkehrswirtschaftlichen Erscheinungsformen neuartige und ausgiebige Darstellungsmöglichkeiten der lokalen Wirtschaftsbedeutung und Wirtschaftsstruktur. Kunst und Wissenschaft. Tagung der Kantgesellschaft in Halle a. 5. Die Mitgliederversammlungen der Kant- gefellschaft sind in den letzten Jahren zu Philosophenkongressen geworden, deren Niveau der tatsächlichen wissenschaftlichen Zeitlage wirklich entspricht. Gin Thema beherrschte die gesamte Tagung am 5. und 6. Juni, das aktuellste der Philosophie unserer Zeit: die wiedererwachende Metaphysik. Liebert, Berlin, gab die Einleitung. Menzer, Halle, zeigte an den einzelnen historisch vorliegen- de-a Typen die logischen Formen des metaphysischen Denkens. Bei beiden Rednern überwog der Eindruck, daß sie von einem im Grunde anders orientierten Standpunkte aus zu der metaphysischen Zeitströmung Stellung zu nehmen suchten. Ganz anders und in betontem Gegensatz zu ihnen der dritte Redner: der mit Spannung erwartete Rico la i Hartmann, Marburg. Durch eine historische Rückschau werden wir der Metaphysik nicht gerecht. Unsere Zeit ist philosophisch desorientiert. Wir haben den Begriff der Philosophie verschoben. Metaphysik gehört wesentlich zu aller Philosophie. Das wußte noch Kant. Erst bei Neukantianismus wollte es nicht mehr wissen. Wogegen Kant sich wandte, war die Metaphysik der Spekulation, nicht aber die naturgewachsene Metaphysik der Probleme. Es ist der Grundfehler der heutigen Philosophie, nur lösbare Probleme für wissenschaftliche Probleme zu halten und weiterhin dann zu behaupten, daß unlösbare Probleme nicht zu behandeln seien. Die Metaphysik ist die Domäne der unlösbaren Probleme der Irrationalen. 3n allen philosophischen Gebie.en finden wir Metaphysisches, am ausgesprochensten in der Erkenntnistheorie. Denn Erkennen heißt stets eine Ansicht erfassen — und damit metaphysisch Tin- giertes. 2m bloßen „intciitiona.cn“ Gegenstand, Sind die bisher gestreiften Werbemethoden in der Hauptsache auf die Heranziehung des Fremdenverkehrs und Hebung der Fremdenindustrie zugeschnitten, so darf die Betonung der Wichtigkeit einer parallel damit gehenden ausschließlichen Wirt- fchaftspropaganda darüber nicht vergessen werden. Diese stellt sich speziell die Aufgabe der Förderung und Ausgestaltung rein wirtschaftlicher kommunaler Anlagen und Schöpfungen und wendet sich dementsprechend an geeignet erscheinende Industrie- und Handelskreise, die sie an diesen Wirtschaftseinrichtungen zu interessieren sucht. Auch hier in Schrift und Bild, Situationsplänen und Berechnungen werbend, bemüht sie sich um die Heranziehung und Beteiligung solcher Interessenten z. B. bei der Verwertung und Besiedelung von In- buftriegelänbe, ber rationellen Ausnutzung und Rentabilisierung von Hafenanlagen, Lagerhäusern und dergleichen. Auch hiermit sind jedoch die kommunalen Werbemöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Es verbleiben vielmehr noch starke Reserven zu einer „Propaganda der Tat", nämlich in Gestalt der Pflege und Organisation des Ausstellungswesens und verwandter Veranstaltungen. Bietet doch die Beschickung von Ausstellungen, Meßen u. dgl. der kommunalen Wirtschaft willkommenste Repräsen- tations- und Werbegelegenheiten, während die Selbstveranstaltungen dieser Art darüber hinaus noch den Vorteil einer unmittelbaren Befruchtung von Wirtschaft und Verkehr im Gefolge haben. Hier eröffnet sich also den angriffsfreuDigen propagandistischen Ehrgeiz einer Kommune ein äußerst fruchtbares Feld zur Deackerung. Unter denselben Gesichtswinkel der Förderung von Wirtschaft und Verkehr und damit zugleich des allgemeinen Wohlstandes fällt kommunale Werbearbeit, wenn sie sich tatkräftig dafür einsetzt, daß in den Mauern ihrer Stadt recht zahlreiche Tagungen und Kongresse abgehalten werden, und ihr Gemeinwesen immer mehr zum Mittelpunkt von Massenveranstaltungen, wie Festspielen, Festaufführungen und sportlichen Sensationsereignissen wird. Feststeht jedenfalls das Eine: Kommunale Werbearbeit ist von kommunaler Wirtschaft nicht gut mehr zu trennen. Umsomehr ist das größte Gewicht darauf zu legen, daß in die städtischen Aem- ter soweit sie sich mit Nackrichtengebung, Wirt- schäft und Verkehr zu befassen haben, moderne, werbekundliche Methoden iyren Einzug halten. den die PhLnomenologen allein anerkennen, haben wir noch keinerlei Erkenntnisobjekt. v. Aster, Gießen, entwickelte in überau- geistvoller Weise den (heute freilich im Absterben begriffenen) positivistischen Standpunkt und trat, indem er die Metaphysik nur beschränkt anerkannte, seinem Vorredner zum Teil scharf entgegen. Schmalenbach, Döttingen, verteidigte -- etwas aphoristisch — die Phänomenologie und Plessner, Köln, entwickelte das metaphysische Problem im Anschluß an eine Analyse der Frage. Eine zweite und dritte Gruppe von Rednern behandelte die Beziehungen der Metaphysik zu den Natur- und Geisteswissenschaften. Driesch entwickelte in neuer, anziehender Form und oft in bewußtem Anschluß an N. Hartmann seine bekannte Lehre vom Naturwirklichen, während Decher, München, mit großer Klarheit die Anschauung zur Geltung vrachte, nach der Metaphysik die Lehre vom Ganzen der Wirklichkeit und ihre Methode die empirisch-induktive ist. Von den übrigen Rednern seien noch Reichenbach, Stuttgart, Kunhe, Berlin, und Dinger, München, genannt, die sämtlich die modernen Theorien der exakten Wissenschaften in ihrer Beziehung zu möglicher metaphysischer Problematik behandelten, sowie W Stern, Breslau, und 3. Outt- mann, Berlin, welche dem Fragenkreis der Metaphysik in den Geisteswissenschaften beachtenswerte originelle Gedanken abzugewinnen vermochten. Darmstädter Sommer. Im Rahmen der Veranstaltungen de- „Darmstädter Sommers“ widmete das Hess. Landestheater einen Abend dem Gedächtnis Rudi Stephans, des im Weltkrieg im Alter von 2Z Jahren gefallenen Wormser Komponisten. Die Feier wurde eingeleitet mit der Wiedergabe seiner „Musik für Orchester", die außerordentlich eindrucksvoll war. Der Musikschriftsteiler Dr. Karl Holl aus Frankfurt hielt dann einen Ginführungsvortrag über den Tondichter, in Dem er dessen Schaffen charakterisierte und ihn als einen Führer bezeichnete, auf dem Wege einer Zusammenfassung moderner Stilrichtungen, einen neuen klassischen Eigenstil zu schaffen. Den Abschluß der Feier bildete die Aufführung der zweiaktigen Oper „Die ersten Menschen" unter Der musikalischen Leitung von Josef R o s e n st o ck und der szenischen Leitung von Intendant Legal. Das Werk, das weniger stofflich als musikalisch interessierte, fand bei dem vollbesetzten Hause eine sehr günstige Aufnahme. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Wenn man behauptet, die Börse erlebe zur Zeit schwarze Tage, so ist dieses nur bedingt richtig, namentlich nur dann, wenn man unter Börse die Gesamtheit der Besitzer von Effekten und sonstigen Börsengängigen Wertpapieren auffaßt. Wenn man dagegen die Börse im engeren Sinne, d. h. die berufsmäßige Spekulation, betrachtet, so darf man eher behaupten, daß sie recht gute Tage erlebt. Die berufsmäßige Spekulation hat sich die gan^e Sachlage zu Nutze und einen scharfen Vorstoß durch Leerverkäufe gemacht, die in erster 21 nie die jüngsten Kursstürze veranlaßt haben. Dieses Spiel war um so leichter, als man wußte, daß der erstrebte Effekt mangels jeglicher Käuferschaft schon bei verhältnismäßig geringen Verkäufen erzielt werden konnte. Wie immer zu solcher Zeit wurden alarmierende Gerüchte über die verschiedensten Konzerne in die Welt gesetzt, die nach den Vorgängen im Stinnes- Konzern allzu leicht Gläubige fanden. Dis zu dem Zeitpunkt, wo Dementis der betroffenen Konzerne Vorlagen, war das Geschäft gemacht, und es war bereits am Mittwoch vorauSzusehen. daß die Stimmung am Donnerstag besser werden wurde, weil bei dem unerwarteten Erfolg man schnell bestrebt war, den erzielten Gewinn einzuheimsen. Der Verlauf der letzten Tage hat wieder schlagend bewiesen, wie unumgänglich notwendig die schnellste Wiedereinfichrung des Terminhandels ist, der dank seiner Technik nn eminenten Maße befähigt ist, ausgleichend zu wirken, und wenn die Bestimmungen des Terminhandels in seinen Einzelheiten dazu beitragen, daß in den Dörsenelementen eine Säuberung vorgenommen wird, so ist das sicherlich kein Fehler, nicht zum weniasten im Interesse des Ansehens der Börse und der Befähigung, ihre volkswirtschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. Die Vorgänge der letzten Tage sollten Veranlassung sein, Die Frage aufzuwerfen, ob es richtig ist, daß der Börsenvorstand und der Dvr- senkommissar den Dingen ihren Lauf lassen. Wenn auch zuzugeben ist, daß künstliche Eingriffe stets unerfreulich find, so muß man doch erwägen, auf welcher Seite der größere Schaden liegt. Wenn z. D. ein Papier bei einem Verkaufsangebot von wenigen taufend Mark um 10 Prozent und mehr heruntergesetzt wird, so leidet hierunter die Gesamtheit der Besitzer dieses PapiereS. Wenn dagegen in solchen Fällen infolge Einschreitens der Börsenaussicht der Kurs gestrichen wird, so kann unter Umständen nur der betreffende Verkäufer eventuell leiden, weil er nicht zu seinem, vielleicht dringend benötigten Gelde kommt. Begreiflich ist, daß unter den gegebenen Timständen das Interventions-Konsortium scheinbar versagt, denn man kann den Großbanken nicht zumuten, sich unbegrenzt mit Gffektenpakelen dollzupacken und ihre anderen wichtigen Aufgaben zu vernachlässigen. Die Jn- terventionstätigkeit der Großbanken kann immer nur relativer Natur sein, und in diesem Sinne hat sie nie aufgehört zu funftionieren. Die Lage des Geldmarktes spiegelt deutlich die allgemeine Börsenlage wieder. Die Versteifung zum Ultimo hat schnell wieder einer größeren Flüssigkeit des kurzfristigen Geldmarktes Platz gemacht, da für Dörsenzwecke, da nahezu die gesamte Spekulation nach unten liegt, kaum MittZl benötigt werden. Die Geldgeber, in erster Linie sind eS die amtlichen Stellen, die zufolge unserer immer noch andauernden radikalen Steuer- und Tarifvolitik kurzfristige Anlagen ihrer kurzfristigen Mittel suchen, haben sich neuerdings mehr dem Privatdiskontmarkt zugewandt, und die Folge hiervon ist, daß einem Uebermah von Nachfrage kein genügendes Material aegen- übersteht, so daß der Sah für Privatdiskonten eine weitere Ermäßigung erfahren hat. Unter normalen Umständen würde jetzt die Frage der Ermäßigung des Reichkbankdislonts naheliegen. Daß hieran aber tatsächlich nicht gedacht werden kann, bedarf keiner weiteren Ausführung. Qte- gesichtS der Zurückhaltung des Auslandes, die ft4b naturgemäß infolge der letzten Vorgänge noch verstärkt hat, während auf der anderen Seite die deutsche Wirtschaft darauf eingestellt war, daß der AuSlandkredit wieder zu fließen beginnt, sind die weiteren Folgen unserer Kapitalnot nicht auSzudenken. Das Hin und Her in der Frage der Aufwertung ist auch nicht geeignet, das Vertrauen des Auslandes in eine stabile Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens zu Heden. * Untersagte lOOprozentige QIvJ- Wertung von Girogeldern. Aus Dresden wird dem D. H. D. gemeldet: Die Gemeinde Klein-Olbersdorf bei Chemnitz beschloß, die Giro- kassengelder mit 100 Prozent aufzuwerten. Die Giroverbände sächsischer Gemeinden hatten gegen diese volle Aufwertung Beschwerde erhoben mit der Begründung, daß dadurch Unruhen in den anderen Girokassengemeinden her- vorgerusen werden könnten. Das Ministerium wies daraufhin die Amtshauptmannschaft an. einen Beschluß des Bezirksausschusses herbeizuführen. Dieser versagte nunmehr dem Vorgehen der Gemeinde Klein-Olbersdorf die Genehmigung. * Reue Arbeiterentlassungen im R uhrgebiet. Die Lage der Zechen General Blumenthal I und II hat sich in den letzten Monaten derart verschlechtert, daß die Verwaltung beim Demobilmachungskommissar Ent- mit knusprigen Makronen Der reine Mandelduft und der zarte Marzipangeschmack machen diesen Pudding zum Liebling aller Feinschmecker und zu einem wirklichen MONOAMIN-FEIHKOST-PUDBiHG lalfungen größeren HmfangeL beantragt hat In der Verhandlung vor ßem Itemobi.madfrungS« kommissar am Donnerstag wurde die -um 15. Juni angekündigte Entlassung von 165 000 Arbeitern genehmigt Weiter wurde die Entlassung von 850 Belegschaftsmitgliedern cincke !Wn*«anlffbt I*!. De»tick» lUuWOTleiN V MtVT. »n> fnrat Fant 3< Lre»U«ck«U Ktflbanf ....... v pchumcr Outz. ■ ....... Boderus........... Motorenwerke Mann beim Frankfurter «rmaknrrn . . »entervenfabri! Dram, . . 2Xti«Ce — w 99 98 98.25 '.375 7.3 7.8. 7.37 0,10 0 10 — — — 54 54 51 51 49 50 — 58 58 75,75 69 72 69.5 61 5< 58,75 57 110.15 105 IW 10, 12 5 12.5 11.37 12.50 9.'. 98.5 16.5 14.37 39 1A 42 44.5 5.5 5.6 5.2.5 5.4 93 w 90,5 8.S.2.5 76 6\75 71 70 74..Mi 77.5 78 79 3.4 2,4 — — M 53.50 53.90 52.25 56 56 56 67,10 — — — — 69.75 70, r.; — * 60 62.5 60.5 61.10 —- — 05 97 113 110.75 110.6 118,5 6.4^ 0,44 — — 82.50 S1 81.37 M 105 10-2 103 104 105..Mi 103,13 101,75 101,87 6 6,2.5 — — — 55 54.5 M 105 106,75 — — 01,10 RI. 50 91.2.5 90.5 (Ml 67,5 64.75 65,5 76 ■■ — - 57,50 57 .58.25 56.13 77 HL5 77,25 76 60 58.5 58.50 67,5 56,75 55 54 66 y 36 — — 44 40 40 —- — 82 '.V 0.45 0,45 * * O.X 0.76 0,9 0,9 103 105 —■ — 2.15 2.175 9 2 2.7 2,62 2,7 <0,5 39 38 38 9.25 9,25 9,3 9.h2 3,3 3,40 * 54 54 52 52 Anleihe vor Erledigung der interalliierten Schul- benfroge keinerlei Neigung zeigt, ein neuerliches erhebliches Sinken des Franken tu rfe?. Paris gab auf 100,60 gegen London nach Lonbon-Brüisel schloß sich mit einem Kurse von 102,5 an. Das englische Pfund zeigte vorübergehend eine leichte Senkung, doch wurde gegen Mit- tnp der Stand de» Vortages wieder erreicht. Die Mark notierte in London 20,41, Pari» 4.90*, Zürich 122,57*, Amsterdam 59,25. frsHfltiir.iartt -t.l n—Jranffttrt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. U .1 m 12 fluni SUntlttpe 'Jtoti rnno 21 nut Icke Aoiuruna »kld Brt,' r»el» ^r,f! UmU.-jstot! IV..',» WI.Ü1 1.6*1 IM 55 IK dt 1.6'7 1 6*> l.*4 Z5r6.-f.unv 20.25 20,81 19 »3 14.»7 ttlnlhian'o Äctxnftefltn SR 70,>4 79.18 7o.ee 71.18 70.84 79.38 ^texftohn . ii3,y. 112.54 113.* 113,54 ('flRnelorO 10.87 10.41 16 NR il.a* fttelftn . . . London. . 16.6.35 16.675 II > 14.« 20,3« 20,441 y v* »1.431 VkHDort . . 4.195 4XY 4.1*5 >,o de Jan. Bien In ®.» 0.454 0.456 0 456 3.468 Ceft- obgetz 59,087 6«,197 89,057 56.197 Pmg .... Velirad . . 12.42.5 11.465 13. ns 13.475 7,20 7.22 7.3> 7,70 «nbapfft . . »>'5 6.915 -.*y. 6,115 Cnlearkn . 8.055 3,(W> 4.055 3.0*5 ^'fsabon 20.525 20,571 JO 475 20. m t>anjHo . . . Konstantia. 80,87 i,H 81.07 « 87 1.243 M.07 3.260 Ktben. . 7.14 7.11 7 14 7.16 Perlin, 13. flnni. ©eit 9def ÄmtrtTailKt Aot«, . » , . . 4,176 4,IW velZisckk «o»n ....... 19.87 10,97 Daniil SRekx ....... 70,05 79,Mi rnSlilcke ÄeKM ........ 86.*48 <0,44* ^TaninMWr ...... 20.21 »1.31 ...... IWJ6 109,04 tztaltruilchk 9?»fr«...... 16,63 16.7t florn»fgtf*e ttonn . . ... 76,62 70,M TmtfA-Oflrrr , . IM tri** 59,09 50,40 »Nex...... — — Sck»<»»scke 9tMai...... 112,12 112,48 €4*wt*er VtHei» ...... "1,51 81.91 epaatfAr Noten....... 61,10 61,40 r sckxckotzsNMMcke MoM . . 13,42 12.48 Unoariftbe St men ... . « • 5.85 6.87 Frankfurter Abenddörfe. Frankfurt a. M., 12. Juni. Die Abend- börse nahm einen schwachen Derlaus. Bei lustlosem Geschäft setzten sich die Abgaben fort und führten zu neuen Kursverlusten. Am Akontan- unb Chemiemarkt, wo die Ginbußen wiederum ein größeres Ausmaß annahmen, verschärfte sich der Abgabedruck. Auch die anderen Märkte hatten mehr oder weniger Rückgänge aufzuweisen. Bankaktien bröckelten leicht ab, aber Reichsbankanteile schärfer gedrückt (minuS 1.5). Am Anleihemarkt. wo die Umsätze etwas lebhafter waren, trat eine neue Ermäßigung für Kriegsanleihen auf 0.365 ein. Der Pfandbriefmarkt schwächte sich gleichfalls ab. Die Börse schloß zu weiter nachgebenden Kursen bei starker Zurückhaltung. DeutfAe Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0.365, SchuhgebietSanleihe 4.7, 3proz. Reichsanleihe 0.500. Bankaktien: Commerzbank 100 Darmstädter Bank 122. Deutsche Bank 120.50. Diskonto 108.37, Dresdner Bank 103. Metallbank 90 Mitteldeutsche Kreditbank 99. Reichsbank 119.50, Rheinische Kreditbank 93.50. Oester- reichi'che Krebitaktien 7 30. Montanaktien: Mans- felder 61. Rheinische Braunkohlen 113 50, Rhcin- staht 67.75. Sbern.sche Aktien Bi bische Anilin 110.75. GneSlxim 102. All'erlelder färben 10325. Td Goldschmidt 81. Höchster Farben 103.12, Holzverkohlung 6.25. Rillgecswerke 55. 3n- dustrieaktien: AAG 89 50. Dvckerhofs & Widmann 42, Krauß Lokomoliv 50, S4ektrisch Licht und Kraft 92.37. Lechwerke 79. Bvigt und Häffner 75, Frankenthalzucker 3.30. Frankfurter bcbörle. (Otgcncr Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt. 12. 3uni. E» wurden notiert: Weizen. Wetterauer 22—24, Roggen, nnänbischer 20—22,50, Sommergerste für Brauzwccke 21—25, Hafer, inländischer 19—23, Weizenmehl, inländische». Spezial 0 38—39,25. Roggeninehl 30,75—32, Wei- zenkleie 12, Roggenkleie 13. Tendenz: Ruhig. Berl'n-r M3yt Berlin, 12. 3uni. Olm Produktcnmarkt trat bei ruhigem Geschäft eine mäßige Befestigung ein. Gerste ohne Interelle, bagcaen Hafer ziemlich fest. Das Mehlgeschäft blieb still, ebenso Futterartikel. Ls notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 267 bi« 270, Weizen (3ufi) 271 bis 270, Roggen (märt.) 216 bis 221, Roggen (Juli) 215,50 bis 214, 75. Gerste (märk) 226 bis 242, Futteraerste 200 bis 218, Hafer (märk.) 237 bis 245, Hafer (3ulii 200,50, MaiS (La Plata, loko Berlin) 210 bis 213 Raps 370 bi« 380; pro Doppelzentner Weizenmehl 34 bi« 36,50, Roggenmehl 29,50 biS 31,50, Weizenkleie 13,80 bis 13,90, Roggenkleie 14,20 bi# 14,30, Biktoria- erbfen 24 bis 28, kleine «Srblen 24 bi# 26, Futtercrbsen 21 bi« 23, Peluschken 20 bis 22. Ackerbohnen 20 bi« 21, Wicken 22 biS 25, Lupinen (blau) 10 bi# 11, Lupinen (gelb) 13,50 bi# 14, Rapskuchen 15,40 bl« 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80, Trocken schnitzel 10,10 bis 10,20, Torsmelasse 10, Kartosselsiocken 19,30 bi« 19,40. ®OKüt«e#bieiift b.flmtc n. Apotheken am 14.0/25 Dr. Steinreich Dr Wols Cngelapotheke 3«bwarzt: Dr. Wer,Hein», glabnbofitr 35. Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pf. 1104D 5,eiD •r ss? V3 Ardk-Werts A.-G. Nürnberg 7A SCHOKOLADEN SIND GUT liefert blendend weiße Wasche mit dem frischen Duft der Rasenbleiche ABTEILUNG. SCHOKOLADENFABRIK DE/ZAU-ALTEN. 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PHZOlBdiWlHORNäDRESBEN ■ Generalvertretung und Kommissions ager: Philipp Herrmann, Gießen Rodheimer Straße 30 Telephon 1165 '59461) ilockeis auf Monatsabonnemeni liefert frei Haus Carl Burhenne Eisfabrik 5989D Fernsprecher 1169 Walitorstraße 6 BADISCHE ANILIN-und SODAFABRIK LUDWIGSHAFEN a. RHEIN . Zum 32. Mittelrheiiiischsn Kreisturnfest Fahnen, Flaggen und Banner ss°9v sowie alle Dekorationsartikel Schärpen und Vereinsabzeichen |[_j FgvU». Sonnenstraße • fiel Ulli Fernspr. 2454 Nr. (56 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Samstag, (5. Juni 1925 England kann zahlen. Von unserem A. G. A.-Berichterftatter. Neuyork, Ende Mai 1925. Es mufj Albion bitteren Schmerz berci ten, sehen zu müssen, daß man in Amerika leinen Klagen so wenig Sympathie entgegenbringt. Mit Leichenbittermienc fragen die eng- tischen Staatsmännern unaufhörlich, hat erst letzte Woche der britische Botschafter in Washington vor aller Öffentlichkeit gefragt, wie denn England imstande sein solle, feinen Verpflichtungen Amerika gegenüber nochzukom- men, wenn Amerika die Einfuhr britischer Waren nicht erleichtere. Die Miene steht dem seiften Gesicht John Bulls keineswegs. Die Welt hat gelernt, bei diesem gejchäftsttzchtigcn Biedermann noch den wahren Gründen zu sorschen, sie hat gelernt, daß der Brite Meister der Kunst ist, seine Gedanken hinter einem dichten Rauchvorhang schöner und eindringlicher Worte zu verstecken. fiätte Englands Botschafter gewußt, daß im amerikanischen Handelsministerium gerade zetzt der Schlußstrich unter eine Abrechnung gezogen worden, die unwiderlegliche Beweise Dafür erbringt, daß ein einziger Postcn des gegenseitigen Kontos allein zur Tilgung der britischen Schuld ausreicht, er hätte vielleicht noch ein paar Tage geschwiegen. So muß er mitsamt seinem ganzen Jnselreich es sich gefallen lassen, daß das Wa'hingtoner Handelsamt seine larmoyanten Auslassungen ab absurdum führt und obendrein der eigenartigen britischen Geschäft gebahrung einen krustigen Nasenstüber versetzt. Muß England es mit ansehen, daß sogar die rettungslos in Anglomanie verfallenen Zeitungen in den Vereinigten Staaten, um eine Entschuldigung verlegen, nicht anders können, als John Bull darauf aufmerksam zu machen, daß Unverfrorenheit nicht in allen Fällen zum Ziele fuyrt. . m Seit vielen Monaten haben die Mannen des amerikanischen Handelssekretärs Hoover eingehende Untersuchungen darüber vorgenommen, woraus die enorme während des letzten Jahres eingetrctenc Preiserhöhung f ü r Rohgummi zurückzufuhren ist. Vor einem Jahre kostete Rohgummi in Amerika 17 Cents das Pfund. Im Januar 1925 war der Preis auf 46 Cents gestiegen; heute schwankt er in einem überaus nervösen Markt zwischen 60 und 70 Cents, während die greifbaren Vorräte in der ganzen Welt sichtlich schwinden und den Börsennotierungen der Englischen Plantation Company, der Hauptlieferantin des Rohgummis, eine un- geahnte Höhe erreichen. , . Amerikas Einfuhr von Rohgumnn im Kalenderjahre 1924 belief sich auf 185 Millionen Dollar; im laufenden Jahre werden die Amerikaner aller Voraussicht nach 400 Millionen dafür zu zahlen haben. Ein großer Teil dieser Preiserhöhung wird — nichtamtlich allerdings — der planmäßigen Einschränkung der Gewinnung dieses Rohproduktes seitens der britischen Plantagenbesitzer — wohlvermerkt — und auf Betreiben sdes britischen Kolonialamtes zugeschrieben. Die Untersuchung, die das Handelsamt Dorgenommen hat, um festzustellen, wer und was für die Preistreiberei verantwortlich ist, läßt den Schluß zu, daß der erhöhte Gewinn allein aus dieser einen britischen Einkünftequelle mehr als ausreichend ist zur Deckung aller künftigen britischen Schuldentilgung in Amerika. ,, v ri . Drei große amerikanische Industrien — Petroleum, Automobil und Gummiartikel — sind an der Situation hervorragend interessiert, beim Amerika verbraucht nicht weniger als 70 Prozent ber gesamten Rohgummier- zeugung der Welt. 69 Prozent sämtlicher Gummiplantagen sind in den britischen Kolonien belegen, 29 Prozent sind in den holländischen Händen, aber an diesen Händen sind zahlreiche Finger kapitalkräftiger britischer Unternehmer. Vor drei Jahren ward in England die Stevensonsche Einschränkung s a k t e Gesetz. Sie mar eine Folge der damaligen Depression, als Rohgummi auf elf Cents das Pfund gefallen war. Das Gesetz beschränkte die Rohgummiausfuhr aus britischen Besitzungen auf einen dem Marktpreis angemessenen Prozentsatz. Das heißt, wenn Gummi 30 Cents wert ist, dürften die bri- tischen Plantagen nur 6 Prozent ihrer raten- mäßig festgesetzten Höchstproduktion exportieren, und dieser Prozentsatz steigt mit ber Auf- märtsberoegung ber Marktpreise. Das Gesetz bewährte sich vortrefflich. Mit nur wenigen Ausnahmen scheint sich bei den Engländern überhaupt so ziemlich alles zu bewähren, was in ihrem Interesse liegt. Während die Rohgummiausfuhr aus den englischen Besitzungen im Jahre 1922 271 000 Tons betrug, war sie 1924 auf 205 027 gefallen; die keinerlei Einschränkungen unterworfene Ausfuhr aus Holländifch-Ostindien dagegen war von 102171 Tons auf 175 000 gestiegen, und in etwa demselben Verhältnis hatte ber Export aus anderen in Betracht kommenden Gebieten zugenommen. Der Weltkonsum hat natürlich mit ber Gewinnung Schritt gehalten, und alle Plantagen sind zur Zeit in vollem Betriebe. Den Ermittelungen der amerikanischen Sachverständigen zufolge repräsentiert eine Gummiplantage eine Kapitalanlage von 200 bis 400 Dollar per Acre. Bei einem guten Jahresertrag von 400 Pfund Rohgummi pro Acre und unter Anrechnung der durchschnittlichen Erzeugungskosten bei 60 britifch-ma- Rätsel-Ecke. Tilbcit-ttrcuz. Kreuzrätsel. 1 3 - ei fei 2 4 sen ta 1-4: Alte Kulturstätte, 2—3: Stadt in Südtirol. 2-1: bevorzugter Geburtsstand, 4-3-1-4-2 drittgrößte Stadt Amerikas. BcsuchSkartcnrätsel. Artur Meier EmS WaS ist der Herr? Silbenrätsel. ba — bert — bro — chung — de — de — der — e — el — ett — gen — glei — gly — hie - in - im me na nett Nis - o — pe — phen — prü — rau — ric — ro — ro — ro — fc — sek — ten — ten — ter. Aus den vorsiehenden Silben sind 13 Wörter von folgender Bedeutung zu bilden: 1. Ziererei, 2. männlicher Vorname, 3. Fluß, 4. physikalisches Instrument, 5. Kerbtiere, 6. Stadt in Vaden, 7. SchmetterUngslarve, 8. Seebad im Regierungsbezirk Stralsund, 9. drei Flüsse im ODcrgcbiet, 10. mathematische Bezeichnung, 11. Hauptstrom Spaniens, 12. Zeichen der ägyptischen Bilderschrift, 13. Ballspiel. Der erste und der dritte Buchstabe eines jeden Wortes, beide von oben nach unten gelesen, ergeben ein bekanntes Sprichwort. L. Abg. Rätsel. Weh dir, wenn du es bist, Wenn es vereinigt ist. Du hast nicht Glück und Stern, Dir fehlt der edle Kern. Doch wohl dir, wenn du's bist, Wenn es getrennt dann ist; Dir wird das Leben leicht And jede Sorge weicht. Auslösungen. Scharade. Handschrift. Silbenrätsel. „Sänget an. so rief der Lenz in den Wald." 1. Flöte, 2. Ader, 3. Hebel ,4. Geschichte, 5. Edison, 6. Tabarz, 7. Akelei, 8. Aachen, 9. Smaragd, 10. Ostsee, 11. Aoggen, 12. Interview, 13. Erika, 14. Flanell, 15. Dutzend. Lattenrätsel. Die Latten standen wie folgt: 4 1 6 3 7 5 2 „Laß andern nicht, was dir obliege, tu’ selber stets, was deine heil'ge Pflicht: Gerechtigkeit geht über alle Siege." (Dante, Purgatorio.) Eifel, Eisen. Felsen, Senta, Tafel. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaktionSttsch Anekdoten. Ein junget Mann bat Talleyrand um dessen Handschrift, um sie seiner Autographensammlung beizufügen. Der Diplomat lieh ibn längs auf Antwort warten. Endlich erhielt der junge Herr ein von dem Minister geschriebenes Blatt folgenden Inhalts: „Mein Herr, haben Sie bte Güte, morgen mittag mein Gast zu fein; ich und möchte nicht gern der einzige Dummkopf und möchci nicht gern der einzige Dummkopf sein." Seit diesem Tage soll der junge Sammler von niemand mehr eine Handschrift verlangt haben. (Heft 15 der »Drohen Welt". Verlag: Leipziger Verlagsdruckerei G. m. b. H.. norm. Fischer & Kürst en. Leipzig. JohanniSgasse 8.) Rudolf von Jhering wurde von einem Kandidaten. der sich in Gießen der Fakultätsprüfung unterzog, einst gefragt, ob er ihm rate, den „Doktor zu machen". >3bering antwortete: „Wissen Sie, lieber Herr, waS der Unterschied ist? Wenn Sie den Doktor machen, kann ich mit den Gebühren eine Serienreife machen. Machen Sie ihn nicht, so können Sie selber die Serienreife machen." * Ein Fürst Sayn-Wittgenstein heiratet In Geldverlegenheit- die Tochter eines Wucherers L. Aach seinem Tode nennt sich die Frau: „Fürstin S." Die fürstlichen Agnaten klagen auf Unterlassung dieser Bezeichnung. Die Sache geht an das AG., das aus Gründen des Privatfürstenrechts dem Klageantrag stattgibt. Der be- klagtische Anwalt beginnt seinen Vortrag mit den Worten: „Sayn oder Aicht-Sayn, das ist jetzt die Frage!" DaS Bärenfell. Der Doktor (auf das schöne Bärenfell in seinem Salon weisend, zum Freund): „Sin Prachtstück, nicht wahr! And du muht wissen: ich habe das Tier selbst getötet!“ Der Freund: „Was? Du bist auch Tierarzt?" Der gute Huk. „Was, den Hut haben Sie schon drei Jahre?" sagte der Verkäufen. „Der sileht ja noch wie neu ans. „3a," sagte ber Kunde stolz, „drei Jahre habe ich ihn getragen, zweimal ist er gereinigt, einmal umgepreht, und einmal vertauschte ich ihn im Re- ftaurant gegen einen neuen." layifchen Gesellschaften von 15,1 Cents pro Pfund, wären 16 bis 17 Cents der niedrigste Preis, zu dem Rohgummi, in Neuyork abgeliefert. den Produzenten ihre Auslagen wieder einbringen würde. Schlägt man zu diesem Preise weitere 15 Cents pro Pfund hinzu, so ergibt sich selbst für die höchstbewertclen Plantagen eine Verzinsung von mindestens 15 Prozent auf das investierte Kapital. Dies beläuft sich, was die britischen Plantagen anbelangt, aus rund 505 Millionen Dollars und auf 876 Millionen in dem gcfamteii in den Bereich der Untersuchung hereinbezogenen ostindischen Gebiet Trotz der zwei oder drei flauen Jahre unmittelbar nach dem Kriege Hot sich nun aber der durchschnittliche Jahresgewinn der britischen Unternehmer auf 26 Prozent belaufen, und zwar von 1919 bis Inkrafttreten des Einschränkungsgesetzes. Seitdem die britischen Pflanzer im Jahre 1886 den brasilianischen Gummibaum erfolgreich nach Ostindien verpflanzten, ist der Jahresertrag seiner südamerikanischen Heimat auf 6 Prozent der Welt-Erzeugung von Rohgummi gefallen. Herr Hoover, Amerikas Handelstninister, schickt dem Bericht seiner Amtsstelle ein Vorwort voran, in dem er sich zwar wohl hütet, seiner Ansicht darüber Ausdruck zu geben, ob die von der britischen Regierung betriebene Produktionsverringerung für die enorme Preiserhöhung verantwortlich ist, in dem er aber doch eine warnende Stimme erhebt und darauf hinweist, daß die Einschränkung der Neuonpflanzuna in absehbarer Zeit, etwa in drei bis fünf Jahren, eine nie dagewesene Knappheit zur Folge haben muß. Es ist nur selbstverständlich, daß ein so systematisch-methodisch organisierter Kopf, wie Herbert Hoover, es nicht dabei bewenden läßt, die Ursachen einer Situation zu erforschen und auf ihre möglichen Folgen hinzuweisen. Was kann geschehen, um diesem Druck von außerhalb entgegen zu arbeiten? Der Handelsminister kann selbstverständlich nur Andeutungen machen, er tut dies mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Stimulierung der Konkurrenz „in anderen tropischen Gebieten". Wenn es den Engländern gelungen ist, den Gummibaum aus Brasilien nach Ostindien zu verpflanzen, so mag dies auch anderwärts gelingen. Offenbar hat Herr Hoover die P h i l i p p i n e n - I n f e 1 n im Auge. Amerikanische Sachverständige behaupten, einige Inseln dieser Gruppe eigneten sich vortrefflich für die Gummikultur. Was vor allem nötig ist, wäre die Organi- ierung kapitalkräftiger Entwicklungsgesell- chaften. Aber das amerikanische Kapital zeigt ich momentan nicht sehr entgegenkommend gegenüber Entwicklungsplänen in den Philippinen. Die Gründe dafür sind wohlbekannt. Politische Unsicherheit und keine Gewähr stabiler Verwaltung locken das Kapital nicht. Die Sachlage verdichtet sich demnach zu einem weiteren der vielen Argumente dafür, daß unverzüglich Schritte getan werden, die den Philippinen ein Regime sichern, unter dem seine natürlichen Hilfsquellen erschlossen, ausgebaut und zum Wohle Atter verwertet werden können. Gegen die französische und belgische Schandjustiz. Dem Volksbunde „Aettet die Ehre“, Zentrale Bremen, ging vom Präsidenten des Aeichsgerichtes, Herrn Dr. 'S i - mons, folgendes Schreiben zu, das allgemein interessieren dürfte. Euer Hochehrwürdcn danke ich bestens für die Mitteilung der Eingabe des Volksbundes an den Reichstag betr. die französische und belgische Verurteilung deutscher Kriegsteilnehmer in deren Abwesenheit. Als Präsident des Reichsgerichts empfinde ich diese Urteile, insbesondere auch die in dem Falle Caspari geübte Justiz, als ein schweres Attentat auf die Gerechtigkeit, da sie vielfach auf tatsächlichen Feststellungen von geradezu unglaublicher Leichtfertigkeit beruhen. Soweit sich diese Urteile über die von der Rcichsanwaltschaft und dem Reichsgericht getroffenen Feststellungen hin - w e g s e tz e n , enthallen sie zugleich eine von mir schwer empfundene Kränkung des Ansehens dieser höchsten deutschen Rechtspslegebehörden. Endlich stehen sie in schreiendem Gegensatz zu dem vielberedeten ..guten Willen" der ehemaligen Gegner, die jetzt, mehr als sechs Jahre seit Aiederlegung der Waffen, noch keinerlei Friedensgesinnung erkennen lassen, und zu der im Waffenstillstand enthaltenen und in Versailles bestätigten Verpflichtung Deutschland, seinerzeit alle Strafverfolgungen wegen Dersehlungen alliierter Truppen niederzuschlagen. Ich kann daher dem Vorgehen des Dolksbundes nur besten Erfolg wünschen. Hochachtungsvoll ergebenst gez.: Dr. Simons. Verband der Hessischen Kreise und Provinzen. 'Der Verband derHessischen Kreise und Provinzen hielt seine diesjährige Mitgliederversammlung am 7. und 8 Juni in B a d- Aauheim ab. Aach dem Vorgänge Preußens haben sich zur Wahrung ihrer besonderen Belange voriges Jahr auch die Hessischen Kreise und Provinzen zu einem Verbände zusammengeschlossen, der dem deutschen Landkreistag angegliedert ist. Wie sich aus dem gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht ergibt, und wie von dem Vorsitzenden des Verbandes, Provinzialdirektor Gräf-Giehen. rn seiner Begrüßungsansprache ausdrücklich hervor- gehoben wurde, will der Verband der Kreise und Provinzen keinerlei Kampfstellung gegenüber dem Hessischen Etädtetag cinnehmen, sondern beide wollen sich bei der Wahrung ihrer Belange gegenseitig unterstützen und über ett auftauchende Streitfragen eine Verständigung herbeizuführen suchen. Als gesetzliche Vertreter wohnten die Provinzial» und Kreisdirektoren, als gewählte Mitglieder je ein Vertreter der Provinzial- und Kreisausschüsse der Tagung bei. Die Ministerien des Innern, die Finanzen und das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hatten besonders Vertreter zur Tagung entsandt. Als Vertreter des Deutschen Landkreistages nahmen der Geschäftsführer. Landrat a. D. Dr. Konstantin- Berlin, sowie Landrat von Achenbach an den Verhandlungen teil. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die wenigen Monate, die seit Gründung des Verbandes verflossen sind, bereits eine Fülle von Arbeit gebracht haben, die als Beweis für die Zweckmäßigkeit und Aotwendigkeit des Zusammenschlusses der Hessischen Kreise angesehen werden kann. So beschäftigte sich der Verband auf Einladung der Hessischen Regierung mit der Heimunterbringung erholungsbedürftiger Kinder, mit der Besoldung der Kreisfürsorgerinnen, mit der Verschmelzung der Hessischen Landesbank und der Hessischen Girozentrale. Auf Anregung des Deutschen Landkreistages nahm der Verband u. a. zur Arbeitslosenversicherung, zur Organisation der Mieleinigungsämter, zu der Frage der Landesämter für Arbeitsvermittlung Stellung. Der Verband selbst hat u. a. zum Beitritt der Kreise zur Hessischen Woh- nungsfürsorgegesellschaft und wegen der Prozeßvertretung für auswär!ige Jugendämter wertvolle Anregungen gegeben. Der Geschäftsbericht sowie die übrigen geschäftsmäßigen Punkte der Tagesordnung wurden erörterungslos genehmigt. Die nächstjährige Tagung soll in Worms statt- finden. In einem eingehenden Vortrag verbreitete sich Regierungsrat G r e i n-Friedberg (Hessen) über die Aufgaben der Kreise auf dem Gebiete der Jugendgesundheitsfürsorge, wobei er besonders die Erfahrungen, die in dieser Hinsicht im Kreise Friedberg gemacht worden sind, zugrunde legte. Der mit großem Beifall aufgenommene Vortrag sowie die anschließende rege Aussprache, an welcher sich die Vertreter der Regierung sowie diejenigen der einzelnen Kreise beteiligten, brachte wertvolle Unterlagen für die Ausgestaltung der Jugendgesundheitspflege und gab Zeugnis von bet großen Bedeutung, die man derselben allenthalben zuerkennt. Hierauf gab ber Geschäftsführer des Deutschen Landkreistages. Landrat a. D Dr. Konstantin, ein übersichtliches Bild über den Einfluß des Finanzausgleiches auf die Kreisfinanzwirtschaft. Das Selbstbesteuerungsrecht der Kreise bezeichnete er als die kräftigste Förderung ber Kreisselbstverwaltung. die ihre Ausgaben im Besonderen auf dem Gebiete der Fürsorgetätigkeit, ber Etrahenunterhaltungen usw. nur bei einer zweckentsprechenden Regelung des Finanzausgleiches lösen könne. Der Vortragende berührte mehr ober weniger alle Fragen der Selbstverwaltung und gab hierbei ein überaus anschauliches Bild über die Tättgkeit und über die Aufgaben des Deutschen Landkreistages im Allgemeinen und der einzelnen Landesverbände im Besonderen. — Die Behandlung der großen Fragen sei in erster Linie Ausgabe der Verstände des Landkreistages und der einzelnen Verbände. Die Tagungen selbst sollten mehr Gelegenhett zum persönlichen RäHerkommen und zur per- i sönlichen Aussprache über einzelne Gebiete geben. In ber sich anschließenden Aussprache erflärtc Staatsrat Dr. Reitz- Darmstadt, daß die Hessische Regierung mit ber Selbstverwaltung die beste Erfahrung gemacht habe, und daß sie mit der Gewährung der finanziellen Selbstverwaltung an die Kreise die Eriveiterung des Selbst- verwaltungsrechtes eingeleitet habe. Bei einer Führung am Rachmittag machte Obetbaurat Ber ck- Dad-Rauheim, die Der- bandsvertreter mit den Bade- und Kureintich- tungen in Dad-Rauheim bekannt. Der 2. Tag war ber Besichtigung des ftaafL Kraftwerkes Wölfersheim, des Provinz- Wasserwerkes in Inheiden und des Provinzialkraftwerkes L i ß b e t g sowie der Eisenwerke in Hirzenhain Vorbehalten. An den einzelnen Orten gaben die Betriebsleiter über die technischen Einrichtungen der Werke, über ihre finanziellen Grundlagen und über ihre volkswirtschaftliche Bedeutung übersichtliche Auskünfte. Der Verlauf der ganzen Tagung hat bei sämtlichen Teilnehmern ungeteilte Anerkennung und Befriedigung gefunden Die forgfälttg vorbereiteten Verhandlungen, die Studienfahrt nach den Staats- und Provinzialkraftwerken, der Besuch des ältesten und größten industriellen Unternehmens der Provinz haben bei allen Teilnehmern Eindrücke hinterlassen, die sich sicherlich vorteilhaft in den einzelnen Kreisverwallunge« auswirken werden, und die ganz dazu angetan waren, das gegenseitige Verständnis in wirksamster Weise zu fördern. Turnen, Sport und Spiet Die 1. Internationale Arbeiter- Olympiade in Frankfurt vom 24.-28. Juli. Die riesenhaften Vorarbeiten für diese größte seither in der ganzen Welt ftattgefunbene sportliche Veranstaltung sind nunmehr soweit vorgeschritten, daß ein Ueberblick über dos Geleistete und noch zu Leistende möglich ist. Schon seit Jahresfrist sind 14 Hauptausschüsse angestrengt tätig, und noch bleibt eine Fülle Arbeit. Allein die technischen Fragen werden von 10 Ausschüssen bearbeitet und für die Durchfuhruna der gesamten Veranstaltung ist die respektable Zahl von 10 000 Hilfskräften nötig. Allein schon diese Zahl beweist den ungeheuren Umfang dieses sportlichen Aufmarsches, rechnet der Der- kehrsausschuh doch mit einem Zustrom von 250 000 Fremden, die in 200 Extrazügen des Fernverkehrs mit Auslandanjchluß hereingebracht werden. Hierzu kommen die ungeheuren Massen des Nahverkehrs, (7erdem $ie t)ei 7tauf nur dies der beste für Jhr Kind ____ für die fast die gleiche Zahl Extrazüge eingelegt werden muß. Damit ist die Retchsbahngesellschaft vor eine ihrer größten Aufgaben gestellt. Am 24. Juli treffen die Sonderzüge mit den a u s lä n d i s ch e n Teilnehmern ein, 10 Musikkapellen stehen zu ihrer Begrüßung in der riesigen Frankfurter Bahnhofshalle. Eine besonders schwierige Aufgabe hat der Wohnungsausschuß zu bewältigen, werden doch mindestens 150 000 Teilnehmer nnterzubringen sein. Frankfurt wird seinen Ruf als gastfreundliche Stätte rechtfertigen. Ein Teil, und zwar in der Hauptsache Wettkämpfer, wird in einer Z e l t st a d t, die in unmittelbarer Nähe des Stadions errichtet wird, untergebracht. Dies wird allein eine Sehenswürdigkeit, ist doch die Errichtung einer wirklichen Stadt mit allen geschäftlichen und Sicherheitsein- richtungen geplant. 2(n die Verpflegung dieser gewaltigen Menschenmassen ist natürlich schon lange gedacht. Jemand hat ausgerechnet, daß, wenn die Verpflegung nur auf Brötchen und Würstchen beschränkt bleibt, sämtliche Frankfurter Metzger schon seit Jahresfrist beginnen und Würstchen konservieren mußten. 200 Verpflegungsstellen werden an den Festtagen für das leibliche Wohl sorgen. Den Sanitätsbien st hat der Arbeitersamariterbund übernommen. 2000 Samariter und Samariterinnen aus ganz Deutschland werden diesen wichtigen Dienst versehen. Das Frankfurter Stadtgesundheitsamt stellt Lazarettmaterialien in genügender Menge zur Verfügung. Die Frankfurter A e r z t e s ch a f t hat sich bereitwilligst in den Dienst dieser Sache gestellt. Im Stadion selbst werden Abteilungen für Chirurgie, innere Medizin, Massage und eine besondere Abteilung für Frauen eingerichtet, die unter ständiger ärztlicher Wache stehen. Außerdem werden während der Dauer des Festzuges in den Straßen eine größere Anzahl fliegender Wachen eingerichtet. Das Reich wird sein Interesse an dieser Veranstaltung mit einem Zuschuß bekunden. Der Städtetaa hat auf seiner letzten Tagung beschlossen, die Wettkämpfer mit 50 Mark pro Kopf zu unterstützen. Von der Stadt Frankfurt ist ebenfalls ein namhafter Zuschuß zu erwarten. Der F est b e i t r a g für die Olympiateilnehmer ist auf 4 Mk. feftgefeßt, für Jugendliche beträgt er 2 Mk. Das Ouartiergeld für alle Festteilnehmer beträgt für die Dauer der Olympiade 2,50 Mk. Um für den zu erwartenden sehr starken Zustrom der Ausländer Erleichterungen zu schaffen, sollen zur Olympiade und auch für später imAus - landsportverkehr gewisse Beschränkungen und Formalitäten fortfallen. Wie das Auswärtige Amt mitteilt, hat es an alle Auslandvertretunaen Europas und Amerikas Anweisungen ergehen lassen, den Teilnehmern an der Olympiade gebührenfreie Sichtvermerke auszustellen. Eine besonders wichtige Angelegenheit waren die Verhandlungen mit der Reichsbahngesellschaft über die Gestaltung des F a h r p r e i s e s stir Benutzung der Sonderzüge. Nach den im Februar dieses Jahres stattgefundenen Verhandlungen mit der Reichsbahndirektion Frankfurt sollte für Erwachsene eine Preisermäßigung von 33z Proz. und für Jugendliche von 50 Proz. eintreten. Diese Vereinbarungen wurden von der Reichsbahnverwaltung für nichtig erklärt. Außer der tarifmäßigen zehn- prozentigen Fahrpreiserhöhung wurden die (Ermäßigungen für Benutzung der Sonderzüge auf 25 Proz. für Erwachsene und 33z Proz. für Jugend- , liche festgesetzt. Es sind neue Verhandlungen im Gange, um die ursprünglich vereinbarten Preisnachlässe wieder zu erreichen. Im vorstehenden ist in gedrängter Kürze ein Ueberblick über die geschäftlichen Angelegenheiten dieser „Olympiade der Massen" gegeben, das rein technische und unterhaltende Programm ist natürlich in allen seinen Einzelheiten längst fertig. Gegenwärtig finden in allen beteiligten Ländern die A u s s ch e i d u n g s k ä m p f e in allen Sportarten statt, um die von jedem Land zugelassene Zahl von Wettkämpfern festzustellen. Die weiblichen Teilnehmer Deutschlands sind bereits für die einzelnen Wettkamsifarten namhaft gemacht. Unsere heimatliche vorzügliche Turnerin Emma Mandler-Heuchelheim rangiert auf der Lifte der besten Turnerinnen Deutschlands im Zwölfkampf an achter Stelle, was gewiß ein anerkennenswerter Erfolg ist. Die 16 besten Geräteturner wurden am letzten Sonntag in Leipzig unter 64 Teilnehmern aus ganz Deutschland bestimmt, während die Leichtathleten am gleichen Tage in Chemnitz für die einzelnen Sßetttampfarten festgestellt wurden. Inwieweit unser Hessen-Hessennassauischer Kreis hierbei erfolgreich war, war bei Niederschrift vorstehender Zeilen noch nicht bekannt. Die Olympiade wird eröffnet durch einen E i n- marsch aller Nationen in das Stadion. Die mitgeführten Fahnen werden dem feierlichen Akt ein besonderes Gepräge geben. Die Delegierten der einzelnen Länder werden zu einer akademischen Feier im Palmengarten zusammentreffen. Am Abend d^s ersten Tages wird die Festhalle eine Feier seltener Art erleben: Bei voraussichtlich ungeheurer Beteiligung wird die Olympiade feierlich eröffnet. Die hier gebotenen turnerischen Darbietungen werden ganz Außerordentliches bringen. Auf die Sonderoorführungen der Ausländer ist man natürlich sehr gespannt. Arn Sonntaaoorrnittag von 9 Uhr ab wird sich ein riesiger F e st z u g in zwei Abteilungen durch die Stadt bewegen. 1 200 Radfahrer des Ar- beiter-Radfahrerbundes werden nach der Ankunft des Festzuges im Stadion einen Massenreigen fahren. Dann schließen sich die Freiübungen der Deutschen an. 24 000 Turner und Turnerinnen werden hierbei den weiten Freiübungsplatz betreten, der mit Sitzgelegenheiten für 22 000 Personen umgeben ist. Im Anschluß hieran werden die ausländischen Verbände ihre Massenvorführungen zeigen. Der Abend bringt das von Alfred Auer- bad), dem Leiter der Bühnenklassen an Dr. Hochs Konservatorium geschriebene Weihefe st spiel: „Das Spiel um die Erde". An den folgenden Tagen werden die Wettkämpfe auf allen Gebieten des sportlichen Lebens ausgetragen. Das Gelände des Stadions allein ist hierzu unzureichend, 38 Fußballplätze sind bis jetzt mit einbezogen worden. Die Abende bringen Unterhaltungen der mannigfaltigsten Art. Am Montagabend kommt Haydns „Schöpfung" zur Aufführung, während im Zoo ein Heiterer Abend veranstaltet wird, bei dem die ersten Künstler Mitwirken. Neben vielen anderen Veranstaltungen werden die Olympiadebesucher eine festliche Bele u ch - tung des Mains und der Altstadt sehen. Am Montag wird nach Schluß der Festspiele der Main von etwa 10 Uhr ab festlich beleuchtet werden, auch der Dom wird für etwa 30 Minuten illuminiert. Es wird ein Bild sein, das kein Teilnehmer so leicht vergißt: Wenn der ganze Mainstrom in bunten Farben erglüht und der alte, ehrwürdige Dom wie eine Riesensackei die Altstadt erleuchtet. Damit werden Vorführungen des Wassersports verbunden sein. Hunderttausende werden an diesem Abend die beiden Ufer des Mains besuchen. Der nachfolgende Dienstag ist den Kindern gewidmet. Auch hier ist eine Beteiligung von vielen Taufenden zu erwarten. In einem Feftzug werden d>e Kinder nach dem Stadion geführt, woselbst Vorführungen gezeigt werden, wie sie in den Uebungs- stimden der Arbeitersportoereine zur Aus- imb Durchbildung des Kinderkörpers in geistiger und körperlicher Beziehung gepflegt werden. Eine besondere Organisation beschäftigt sich mit den Fußballwettspielen. Neben einer großen Reihe von Gesellschaftsspielen, bei denen in der Hauptsache deutsche gegen ausländische Mannschaften spielen, soll eine Olympiameisterschaft ausgetragen werden, an der sich Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen, Tschechoslowakei und Finnland beteiligen. Die Vorrundenspiele hierzu sind am 24., die Zwischenrundenspiele am 25. und das Endspiel um die Meisterschaft am 28. Juli. Die Diplome an die Sieger der einzelnen Wettkämpfe werden in drei Sprachen hergestellt. Die Lage Frankfurts bedingt es, daß einmal den deutschen Olympiateilnehmern, zum andern aber auch den ausländischen Festgästen ein Stück unseres Vaters Rhein gezeigt wird. Der Rhein und das Rheingebiet ist heute kein leerer Begriff mehr, er verkörpert ein Stück der Geschichte und der Geschicke Detitschlands bis in die jüngste Gegenwart hinein und wird aller Voraussicht nach auch in der Folgezeit im Mittelpunkt des politischen Geschehens stehen. Am 28., 29. und 30. Juli sollen die Rhein- fahrten von Mainz nach Koblenz führen. Damit wird das schönste Stück des Rheins gezeigt. Teilnehmer müssen sich wegen der Besatzung mit einem Personalausweis versehen. Es wurde mit den Schiffahrtsgesellschaften eine Fahrpreisermäßigung von 60 Prozent vereinbart, so daß sich eine Fahrt auf 3 Mk. beläuft. Außerdem ist noch eine große Zahl von Wanderungen von ein-, zwei- und dreitägiger Dauer in den Taunus, den Spessart und die Rhön vorgesehen. Aus der Fülle des zu Schauenden konnte das Angeführte nur streiflichtartig berührt werden. Eine Unmenge kleinerer und größerer Veranstaltungen schieben sich dazwischen. Schon seit Monaten steht Frankfurt im Zeichen der Vorarbeiten für diese einzigartige Veranstaltung, die gesamte Einwohnerschaft dürste ihre Ehre dareinsetzen, dem Gedanken der Olympiade zum Erfolg zu verhelfen: Neben der durch die sportliche Betätigung gewollten körper- ließen und geistigen Erziehung und Ertüchtigung um alle Kulturvölker ein einigendes Band zu fchlingen, um dann im friedlichen Wettbewerb den Äufstieg in die höchsten Höhen zu voUbringen! Südweftdeutsche Fahrradftafette. Die südwe st deutschen Horste des Deutschen Pfadfinder bundes fahren am morgigen Sonntag eine Radfährst a s e t t e von Gießen nach Freiburg im Breisgau. Die zu durchfahrende Strecke beträgt 372 Kilometer. Die Stafettenmeldung wird von Freiburg über den Schwarzwald geblinkt. Die Stafette beginnt in Gießen um 6 Tlhr morgens. Ein neuer Flugrekord. vo. Der Darmstädter Flieger Jährling, der sich außer Konkurrenz am Deutschen Rund- slug 1925 beteiligte, erzielte bei seiner Rückreise von Berlin nach Darmstadt eine bisher n och nicht erzielte Fluggeschwindigkeit. Aus seinem Dietrich-Doppeldecker durchflog er die Strecke B e r lin—D a r m ft a ö t in 2 Stunden 34 Minuten. Er startete in Berlin um 5,15 LIHr nachmittags, und traf in Darmstadt 7.49 Ahr abends ein. i Ä —------- '-'s Aus der Provinz. Landkreis Gictzcrr. >< Klein-Linden, 12. Juni. Unser an den Hauptstraßen Kassel—Frankfurt a. M. und Gießen—Wetzlar gelegener Ort hat in den letzten 20 Jahren eine bebeutenbe Ausbehnung nach allen Richtungen h i n angenommen, fo daß die jetzige Benennung Fremden gegenüber kaum noch ein richtiges Bild von der Größe des Ortes bietet. Während das Dorf mitEifenbah- nen fast umzingelt ist, fehlen doch bis jetzt noch ein Güterabladegleis und ein Haltepunkt: anscheinend hatte man in früherer Zeit keinen richtigen Weitblick für die Nützlichkeit dieser Anlagen. Während die Gemeinde und Private viel wertvolles Gelände für Eisenbahngleise abgetreten haben, „genießen" sie jetzt nur das Getöse, den Rauch und Qualm der Lokomotiven, die Personenzüge aber fahren stolz vorbei. Auch manche sonstigen Einrichtungen, um welche man z. T. die abgelegensten Dörfer beneiden kann, harren hier noch der Ausführung, z. B. Wasserleitung, elektrische Bahnverbindung mit der Stadt Gießen, Bau eines Pfarrhauses, Bekämpfung der Staubplage. Hoffentlich bessert sich die Finanzlage derart, daß bald an die Ausführung dieser dringenden Neuerungen gedacht werden kann. — Nachdem im vorigen Jahre die Landwirtschaft unter anhaltender Nässe zu leiden hatte, sieht jetzt der Landwirt mit großer Sorge, wie das Ergebnis seines Schaffens durch die Ungunst der Witterung beeinträchtigt wird. Das erste Grün- futter, welches sehr üppig stand, ist meistens verfüttert, ein Nachwuchs findet nur in feuchten Lagen statt, während der trockene Wind mit der heißen Glut der Sonne sonst alles verdorren läßt. In hohen Lagen ist ein Teil der Sommerfrucht bereits abgestorben, die Hackfrüchte können nicht gepflanzt werden und auch der Roggen hat bereits eine weiße Farbe angenommen. Obwohl die Kartoffel noch im ersten Wachstum begriffen ist, macht sich doch auch hier die große Dürre bemerkbar. Durch diese begünstigt, sind sehr viele Apfelbäume mit Raupen und sonstigen Schmarotzern dicht besetzt, in wenigen Tagen wird alles Laub abgefressen, da in der Vogelwelt die Insektenfresser stark zurückgegangen sind und alle sonstigen Vertilgungsmittel nicht den gewünschten Erfolg haben. Die Landwirtschaft treibende Bevölkerung sieht mit Sorge in die Zukunft, und wenn sich nicht bald ein durchdringender Regen einstellt, ist die Hoffnung auf ein gutes Erntejahr in erheblichem Maße zunichte geworden. t Grünb ei g, 12. Juni. In der gestrigen Gemeinderatssihung wurde das s. Z. festgesetzte Markt st andgeld dahin berichtigt, daß diese Gebühr von 10 bzw. 15 Pf. nicht für zwei Tage, sondern nur für einen Tag Geltung hak. — Da ein Waggon Gußröhren zum Legen der Wasserleitung nach dem neuzuerbauenden Hochbehälter bereits ein- getroffen ist, und der nächste Waggon demnächst eintrifft, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Zu diesem Zweck wird bei der hiesigen Bezirks-Sparkasse vorerst eine Anleihe von 20 000 Mk. zu 13 Prozent aufgenommen. — Ein Antrag des Musikvereins auf jährliche .Unterstützung in Höhe von 150 Mk. wurde zurückgestellt. — Der Vorsitzende teilte mit, daß vom Dauinspektor Seim demnächst ein Voranschlag über die Instandsetzung des Kirchendachs eingereicht wird und diese Arbeit dann zur Submission kommt. — Hierauf werden noch verschiedene Angelegenheiten der Stadt besprochen, u. a. auch die Bürger meist erfrage. Hierbei suchte man den Schuldigen für die Richteinhaltung der Wahlzeit, und fragte, wer nun für die entstehenden Kosten aufzukommen habe. — Die Auseinandersetzung wurde so scharf, daß schließlich ein Teil der Gern ein de rate den Sitzungssaal verließ. Die geheime Sitzung fiel deshalb aus. Friedberg. sf. Friedberg, 12. Juni. Einer der ge- achtesten und angesehensten Bürger unserer Stadt, Schreinermeister Aug. Valentin, feierte gestern unter allgemeiner Anteilnahme seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar gehörte länger als 25 Jahre der Stadtverordnetenversammlung an, und überbrachte deshalb Bürgermeister Dr. S e h d ihm persönlich die Glückwünsche der Stadt. Ganz besondere und hervorragende Verdienste hat sich Valentin um das Turnwesen und die hiesige Turngemeinde erworben, der er seit dem Jahre 1861 als Mitglied angehört. 25 Jahre war er als Vorstandsmitglied, davon 10 Jahre als erster Sprecher tätig, so daß er bei seinem Ausscheiden zum Ehrenpräsidenten erwählt wurde. Die Turngemeinde ließ es sich deshalb auch nicht nehmen, ihr verdienstvolles Mitglied durch einen Fackelzug zu ehren, bei welchem der erste Sprecher, Studienrat Thierolf, in einer Aussprache seine Verdienste würdigte. Der greise Jubilar dankte in bewegten Worten und schloß mit einem Gut Heil auf die Deutsche Turnerschaft. Die Gesangsabteilung des Vereins, deren Mitgründer der so Geehrte war, verschönte die Feier durch Vortrag einer Anzahl passender Chöre. vw. Butzbach, 12. Juni. Wenn wir heute e i n Mittel willkommen heißen müssen, bas in dem nie- berbrürfenben Gefühl unserer Ohnmacht, mit der unsere Gegner so freventlich Schinbluber treiben, uns aufrichtet, so ist es das der Erinnerung an bie Heldentaten unseres Heeres zu Wasser und zu Land im Weltkriege. Noch in aller Gedächtnis dürften die kühnen Kap er - faxten des unter dem Kommando des Grafen Dohna stehenden Hilfskreuzers „M ö w e" sein, der zweimal die englische Postenlinie durchbrach und hinausfuhr auf das Weltmeer, um durch Kaperung und Versenkung vieler feindlicher Schife dem Gegner, der die verderbenbringende Blockade auf unsere Küste gelegt hatte, sehr empfindlichen Schaden zuzufügen. Kapitänleutnant Wolf, der in der Nachkriegszeit im Kampfe gegen polnische Räuberbanden fiel, hatte mit Erlaubnis der Marineleitung gelegentlich der zweiten Kaperfahrt einen Film hergestellt, den der Bruder des kühnen Seeoffiziers dem hiesigen neugegründeten Marinevercin lieh, welcher ihn durch einen einstigen Möwekämpfer vorführen Heß. Dadurch sahen wir, wie die oft verwegenen Angriffe der kühnen kleinen Möwe ausgeführt wurden, die allerhand feindliche Proviant-, Kohlen-, Frachtsegel- und Dampfschiffe durch Minen ober Torpebos versenkte, wie sie ein erobertes Schiff bemannte und als neues deutsches Schiff in Dienst stellte, wie sie ein erbeutetes, beladenes Schiff in den heimischen Hafen dirigierte, wie sie gekaperten Schiffen, deren Bemannung stets gerettet und auf die „Möwe" gebracht wurde, Kohlen entnahm. Wir lernten das Leben und Treiben unserer blauen Jungen auf dem Schisse in ruhigen Zeiten kennen und begrüßten die Heimkehr der mit Beute und Gefangenen beladenen „Möwe" tm Heimathafen Swinemünde und erbauten uns an deutscher Tapferkeit und der Derwegenheil unserer Seehelden. In unseren Herzen aber schlug die Hoffnung feste Wurzeln, daß einst wieder eine geachtete deutsche Marine zur Ehre des Vaterlandes entstehe. Streik Schotten. = Schotten, 12. Juni. Aus der jüngsten G e m e i n d e r a t s s i h u n g ist zu berichten: Der Bürgermeister legte den Gemeindevoranschlag für 1 925 vor. Er halt die Mitte zwischen übertriebener Sparsamkeit und übertriebenen notwendigen Ausgaben. Die Steuerlast soll auf das notwendigste Maß beschränkt werden. Die Einnahmen schließen mit 131335 OKarf ab, denen die gleiche Summe der Ausgabenrubriken gegenüber ff eßen. Aus dem Rechnungsjahr 1923 ist ein Aeberschuß von 10786,18 , Mark zu verzeichnen. Die Sondersteuern erbringen nach dem Voranschlag ungefähr. 3000 Mark. 2ln Aeichssteuerüberweisung, (SinTommenfteuer, Umsatzsteuer und öergL- sind 20 000 Mark eingestellt. An Gemeindeumlagen sind 30 000 Mk. vorgesehen, die ähnlich wie im vorigen Jahr gusgeschlagen werden mit 12 Psg. auf je 100 Mr. Steuerwert, Gebäude und Bauplätze, 24 Pfg. auf die landwirtschaftlichen Grundstücke, 35 Psg. auf das Betriebs- und Anlagekapital, 30 Proz. Zuschlag auf die Einkommensteuervorauszahluna des Gewerbes und 35 Pfg. auf je 100 Marc Steuerwert des bebauten Grundbesitzes als Sondersteuer. Der Gemeinderat genehmigte den Voranschlag und die Steuersätze wie vorgeschla- gen. Die Stadtrechnung vom Rechnungsjahr 1 9 2 3 die einen Ueberfdjuß von 10 786,18 Mk. ergab, wurde vom Gemeinderat vorbehaltlich der Prüfung durch die Oberrechnungskammer genehmigt. Der Preis für Erbbegräbnis! e wurde auf 15 Mk. pro Quadratmeter erhöht. Bei Beratung dieses Punktes wurde besonders gerügt, daß dauernd Blumen vom Friedhof gestohlen werden, Überwachung durch das Publikum muß hier Mhilfe schaffen. In Fällen, in denen anDaulustige städtisches Gelände zum Preis von 50 Pf. pro Quadratmeter überlassen wird, soll das Geld vorläufig auf 5 Jahre zinslos gestundet werden. „?" Eichelsdorf, 12. Juni. Der im Ba- saltsteinbruch verunglückte Heinrich Raub ist in- zwischen seinen schweren Verletzungen er* legen. Durch den etwa 9 Zentner schweren Basaltblock, der niederstürzte, wurden auch innere Organe verletzt, was den baldigen Tod herbeiführte. Die ganze Gemeinde bedauert den Heimgang des jungen Mannes aufs tiefste und nimmt herzlichst Anteil an dem harten Geschick der Familie. — Mit Wochenbeginn hat hier die Heuernte ht vollem Umfange eingesetzt. Die Gluthitze der Tage trocknet rasch das Gras, so baßbas Einbringen bes Heus flott von statten geht. Mit den Erträgnissen ist man recht zufrieben. Das Mähen mit ber Sense ist in biesern Jahre keine angenehme Arbeit, ba bie Nächte wenig, mitunter gar keinen Tau bringen. Balbiger ausgiebiger Regen wäre namentlich für bie Gerste, bie am Boben schon gelb wirb, unb bie Hackfrüchte, überhaupt für alle lanbwirtschaftlichen Gewächse sehr erwünscht. Kreis Wetzlar. * Aßlar, 12. Juni. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern abend gegen 11 Uhr auf ber hiesigen Drahtzieherei. Der in ben 30er Jahren stehenbe Arbeiter Karl H u n b von hier würbe an seiner Arbeitsstätte von bem zu ziehenben Draht erfaßt unb um bie Drahtscheibe geschleubert, so baß er auf der Stelle t o t war. (Er hinterläßt feine Frau und zwei unmündige Kinder. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 12. Juni. Im Bereich des Rhein-Mainischen Dezi rksarbeitgeber Verbandes ist der Lohnkampf der Straßenbahner nunmehr in ein entscheidendes Stadium getreten. Nachdem Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Schiedsspruch der Bezirksschiedsstelle abgelehnt haben, wird noch der Berufungsausschuß in Berlin als letzte Instanz das Endurteil zu fällen haben. Sollte dieser Spruch nicht den Forderungen der Straßenbahner Rechnung tragen, dann ist, wie die Leitung der Straßenbahnorganisationen von Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Ofienbach, Gießen, Worms und Rüdesheim mitteilt, mit schweren wirtschaftlichen Kämpfen zu rechnen. Die Straßenbahner fordern u. a. Lohnerhöhung, Hausstands- und Kinderzulagen. Mankogelder. Wagenführergelder u. a. — Auf der Eschershejmer Landstraße fuhren ztvei Ingenieure der Maschinenfabrik Moenus mit ihrem Motorrad gegen einen Baum, wurden fortgeschleudert und so erheblich verletzt, daß sie dem Heiliggeisthospital zugeführt werden mußten. — Die sechzi-jährig? Ehefrau Blumbel in der Moselstraße fiel beim Fensterputzen aus dem vierten Stock in die Tiefe und war auf der Stelle t o t. S HEITMANS implifix reinigt und färbt zugleich > kalt - ohne Kochen ~ ‘ alle Stoffe u. Kleidungs- stücke aus Wolle, Seide, Baumwolle c ' H Einfach • bequem • billig M„ag Marko „Fuchskopf Im Stern" Erhältlich In Drogerien, Apotheken usw. Ein bemerkenswertes Gutachten. Die Herren vr. Hans Lütlke und Dr. Conrad Stich, Nahrungs- mittelchemiker in Ätpzig, erklären fn ihrem Gutachten vom Ende Mal 1924: „Die Kaffeebohne gibt nach den von uns ange- stellten Versuchen durchschniMich nur etwa 32% lösliche Extraktstoffe an das Getränk ab. Wir haben durch eine Reihe von Versuchen festgestellt, daß die Menge der Extraktstoffe aus dem Bohnen- Kaffee erheblich wöchft, wenn eine Zugabe von „Weber's Larlsbader" stattffndet. ,,Weber's Larlsbader" gibt dem Kaffee-Auszug Körper und Farbe, weil es die Löslichkeit der Extraktstoffe der Kaffeebohne ausgesprochen erhöht und zum Trager des Kaffee-Aromas besonders geeignet ist. 43288 Unter den bekannten pflanzlichen Röststoffen dürfte kein anderes Mittel zu finden sein welches die oben gekennzeichneten Eigenschaften in diesem Make besitzt. Eine derartig hohe Ersparnis für die Wirtschaft darf heutzutage nicht unbeachtet bleiben. Die kluge Hausfrau wird sie sich zu eigen machen. Das echte Earlsbader zeigt stets „die Krone". Otto E. Weber, G. m. b. H., Radebeul-Dresden. Feuer am Nordpol. Technisch pottttscher Roman au» brr Gegenwart. $on Rarl'Hufluft von Lasiert. 6) itortlenung cNochbrucl oerboienj Noon Thule unternahm vor einiger Leit den Versuch, fidi als selbständigen Staat zu erklären, uni mi! diese Geile seine geheime Abhängigkeit und Verbindung mit Deutschland zu verschleiern. D>? Negierung Frankreichs durchschaute aber dieses Manöver und erkannte den sogenannten neuen ölaal nicht an. Die dort befindlichen Deutschen blieben also Untertanen des Deutschen Reiche», das s",iiit |ur die von feinen Staatsangehörigen per- üblen Untaten verantwortlich ist. Wahrscheinlich wird die deutsche Regierung nicht nur ihre Schuldlosigkeit betonen, sondern auch behaupten, keinen Einfluß aus die in Rooa Thule befindlichen Deutschen ausuben zu können. Demgegenüber sieht Franlreich sich in die Notwendigkeit versetzt, sofort seinerseits geeignete Maßnahmen zu ergreifen, wie sie die Dringlichkeit der Lage erfordert. Hierher gehört vor allem die Unterbindung jedes weiteren Nachschubes von Maschinen oder sonstigem Kriegsmaterial sowie von Mannschaften nach dem Nordlande. Die '.Regierung Frankreichs ist daher zu folgenden Maßnahmen genötigt: 1. Alle Fabriken, in denen Flugzeuge oder deren Bestandteile hergestellt werden können, sind zu schließen, die dort befindlichen Maschinen zu vernichten. Hierzu gehören außer den Flugzeug- sabriken alle Automobil- und Motorenfabriken sowie eine Anzahl anderer Werke, die noch genauer bezeichnet werden. 2. Die Ausführung dieser Maßnahmen wird bei der bekannten Unzuverlässigkeit der deutschen Organe in die Hand der dazu bestimmten fron- zösischen Militärbesehlshaber gelegt. 3. Zu diesem Zwecke werden zunächst fünf Armeekorps mobilisiert, deren Einmarsch in Deutschland binnen drei Tagen beginnt Näheres darüber wird durch den französischen Oberbefehlshaber direkt mitgeteilt. 4. Die Kosten dieser militärischen Maßnahmen ebenso wie die Verpflegung der Truppen trägt Deutschland. Allen Requisitionen ift sofort nachzii kommen. 5. Bei genauester Befolgung obiger Forderungen verspricht die Regierung Frankreichs, alle be- rechtsten Interessen ber Bcvölkc'vng sowie das Privateigentum zu respektieren. Dieses sind die Bedingungen, die meine Regierung nach reiflichster Ueberleg.ing im Interesse der Erhaltung des Friedens und der Sicherheit Frankreichs fordern muß. Der Inhalt dieses Schrei- brns wird gleichzeitig veröffentlich, werden, damit die ganze Welt die weise Mäßigung unserer Forderungen zu beurteilen vermög. Ich bitte Eure Exzellenz, die Versicherung entgegenzunehmen, daß Frankreich sich von keinerlei Animosität gegen Deutschland leiten läßt. Es ist sich seiner hohen Aufgabe voll bewußt, stets nur den Anschauungen höchster Menschlichten und den Forderungen der Kultur und Zivilisation zu ent- sprechen. Der Botschafter Frankreichs. 10. Telegramm des französischen Botschafters in London an den Minister des Aeußern in Paris (chiffriert). Die englische Regierung läßt mir durch Lord Bratford ihr aufridjtiges Bedauern über den unerhörten Ueberfall auf unsere Luftflotte in Nova Thule aussprechen. Gerade in der jetzigen Situation halte England es für seine Pflicht, dem alten .Kampfgenossen ruhmreicher Siege die unverbrüchliche Treue zu bciuahien. Desgleichen fprad Bratford sein Bedauern und feine Mißbilligung darüber aus, daß ein unverantwortlicher Teil der englischen Presse in wenig freundlicher Weise die Vorfälle in Nova Thule bespreche. Um allen (9c- rächten^ über eine bevorstehende ober bereits erfolgte Spannung zwischen England und Frankreich entgegenzutreten, bitte die Regierung Englands um die Erlaubnis, mit zwei Linienschiffs- und einem Kreuzergeschwader der ruhmreichen französischen Flotte in Brest einen Besuch abftatten zu dürfen. Sie erhofft von der Wiederaufnahme der unvergeßlichen Kriegserinnerungen eine weitere Festigung der gegenseitigen engen Bande beider Flotten und glaubt auf diese Weise am besten allen übelwollenden Pressestimmen zu begegnen. Dieses ist der Inhalt von Lord Brakfords Mit teitungen. Ich periunlid) neige dazu, den englischen Besuch zu begrüßen, da er unsere Machtstellung moralisch sein stärken wird. Im Grunde ist natürlich bas englische Bedauern über unseren Unfall in Nova Thule voll versteckter Schadenfreude. Immerhin scheint es im Interesse ber englischen Politik zu liegen, die Foden zu Frankreich nicht abreißen zu lassen. Für den englischen Flottenbcsuch in Brest wurde der 22. Mai in Aussicht genommen. Ich rate dazu, unlerc gesamte Flotte ioweit sie verfügbar ift, dorthin zu beordern Besonders die große Zahl unserer neuen Unterseeboote wird ihren Eindruck nicht verfehlen Der Botschafter Frankreichs. e Oer Lord der englischen Admiralität hatte den ersten Flottenchef und dessen Admiralitätsoffizier zu sich gebeten. ..Meine Herren," eröffnete er das Gespräch, „England befindet sich einmal wieder an einem Wend punkt öer Geschichte, ber ausschlaggebend für dos Geschick unseres Landes sein wird." Oie politische Lage brauche ich Ihnen nicht weiter auseinanderzuseyen. Auch unser geheimer Wahlspruch ist Ihnen geläufig: „Kein Staat darf auf die Dauer mächtiger sein als England". Denn nur dann sind wir imstande, unseren friedlichen Handelsgeschäften ungestört nachgehen zu können, die ber kulturellen Erschließung ber ganzen Welt dienen. Und jetzt ist Frankreich an ber Reihe. Seine Machtentfaltung, sein alles überragender Großen- wahnsinn, seine diktatorischen Maßnahmen, die jede gesunde Mäßigung, jegliche Vernunft vermissen lassen, treiben schon seil langem jedem vernünftigen Engländer die Schamrote ins Gesicht. Die Regierung steht .gor ber Frage, bie bereits aufs höchste erregten leidenschaftlichen Ausbrüche des Volksempfindens zu benutzen, um durch ein Ultimatum entweder Frankreichs Zurückweichen ober seine Kriegserklärung zu veranlassen. Ein solcher cdiriti märe t unpolitisch gewesen und hotte unnötig engln.N.. 3lui .et ostet Man entschloß sin, da der ans meinen Rat. ein ähnliche^- Verfahren an zu wen den. itne mir e-.> im Jahre 7 Dänemark gegenüber iür angebracht hielten. Damals boten nur Dänemark ein Bünbni* gegen Napoleon an und erschienen gleichzeitig mit unserer Flotte in Kopenhagen nm diesem Angebot einen stärkeren Nachdru.t zu verleihrn Der schlechtbe- ratene König Friedrich VI. lchlug unser Bündnis aus. woraus wir als Pfand der dänischen Neutralität die Herausgabe der Flotte verlangten. AI» man auch dieses verweigerte, versenkten wir die Hälfte der bäni|d/en Flotte und zwangen den Rest zur Kapitulation. Sie wissen, meine Herren, welches Anerbieten gestern an die französische Regierung abgegangen ist. Paris hat heul'* geantwortet, daß es unfern Besuch freudig begrüßt. Das Hauptteil ber französischen Flotte liegt in Brest versammelt. Die ungeheuer starken 'Bertcibigungsanlagen des Hasen» erlauben aber fein ähnliches Manöver wie damals vor Kopenhagen: wir müssen also ander» verfahren. Offiziell werden unser erstes und zweites Li« nienschissgeschwader und das dritte Kreuzergeschwa- der an dem Besuch teilnehmen Im geheimen aber folgt der größte Teil unserer neuesten Unterseeboote. Weberft durch bie Schlachnchisse, legen sie sich in ber Nähe ber großen französischen Panzer auf im'1 nehmen jede» ein Ziel Dan folgt unser Ultimatum durch Funkspruch an den Eiffelturm. Gleichzeitig verlasien unsere Schlachtschiffe den Hasen von Brest, bleiben aber in solcher Entfernung, daß sie die vordersten feindlichen Ballereien noch durch Feuer zu erreichen vermögen, ohne selber allzu gefährdet zu sein. Jetzt geben Sie, Herr Eommodore, den vorher verabredeten Funkjpruch zum Angriss der Unterseeboote und eröffnen gleichzeitig das Feuer auf die feindlichen Batterien. ‘ Alles weitere läßt sich nicht voraussehen. Anzunehmen ist aber, daß ein des größten Teile» (einer Luft und Wasserflotte beraubtes Frankreich alsbald moralisch zusammenbrechen wird, so daß es vielleicht gar nicht mehr zum Entscheidungskampf auf dem Lande kommt. (Fortsetzung folgt.) Jtä 8 IE Kernseife JjL I Hi JjL 8eikeiW!ver WWW IbESI isvk mit Kerfl*e,,en-Schnit Fabrikat der Schmieg & Scheib G. in. b. a Rotheabergo T-llraberg sind selbst für die feinste Wäsche verwendbar, ausgiebig und sparsam im Gebrauch, höchste Schonung der Wäsche, daher Arbeit, Zeit und Geld sparend. Notkreuztag 1925 Sonntag, den 14. Juni 1925. Vormittags 11 Uhr: Ncltungsübung der Freiwilligen Sanilälskolonne auf Oswaldsgarten Nachmittags 4 Uhr: Konzert auf der „Liebigshöhe", Vorführungen, Kinderreigen und Tanze. Eintritt für Erwachsene 50 Pf., für Kinder unter 14 Jahren 20 Pf. Am 14. Juni findet eine Straßensammlung und in der Zeit vom 14. bis 21. Juni eine Haussammlung durch Helferinnen be» Roten Kreuzes statt. Mir bitten, die Sammler nicht ohne eine (Babe fortgehen zu lassen und die Veranstaltungen am 14. Juni zahlreich zu besuchen. Der Erlös kommt den hiesigen Wohlfahrtseinrichtungen des Roten Kreuzes und dem vom Hessischen Landesverein errichteten Kinderheim in Bingenheim zugute. ^"‘D M BotKänöe öes W-Wiioereins, öet öoniWionne ii. öes Sroelou. vom Boten kreuz Mgniitintr ÄM» Frmmmn Mitgliederversammlung Montag, den 15. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Gasthof „Hindenburg", Seltersweg 68 Tagesordnung 5944D 1. Bericht der Vorsitzenden über die Tagung des Allgemeinen Deutschen Srauenvereins in Sifenach. 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. Frau Minna Naumann, 1. Dorfilzende. Metallarbeiter-Lehrlinge aller Branchen! Am Sonnabend, dem 20. Juni 1925, abends 8 Uhr, im GewertschastShauS. Schan-enstraße 18 öffentliche Versammlung .Welche Aufgaben hat ein jeder Metallarbeiter zu erfüllen, um bessere Entlohnung und kürzere Arbeitszeit zu erreichen - Wir laden alle in der Metallindustrie und in den Hand- Werks mäßig en Betrieben Beschäftigten hiermit zu der obigen Derfammlung ein. C5130 Deutscher Metallarbeiterverband. Die SrtSverwaltung Roll- schutz- wände vorrätig Oberhess. Korbwarenhaus. WkMNfM'G Heilgymnastik neroöbnlidjcWannen bäder von 8 Uhr vorm. biS 9 Uhr abends sowie Sonn- tagS von 8 bis 1 Hüt vormittags. 51D Äug. Bues staatl.gevrlisterHell- gcbilfc Walltorstr. 38 vart. Beite y Qualität, tn^ Bademützen Badeschuhen öufceth prelSiv. Drog.WlnterhoH , ^.Kreu;i)i. g.irj /> Beton- Mischer (siicubieger H'iicnschncider Stamvicr Bau- Pumpen 5277V Karren Hcbezeuoe Blechwaren liefert aus Vorrat Curi Weissgerber Frankfurt a. Hfl. Hamburg - düng rr.ii Billi (Brasilien, Argent: Westküste), Cuba, xico, Westindien, A i. Gemein: t Unit Hansa Handelsschule J. 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