Ltt. sr trjies Blatt 175. Jahrgang Zrettag, p. Ze-mar 1925 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GietzenerFamiIieni lütter Heimat im Bild. monetS'Bejr^spreis: 2®olbmark il 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch vei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'AnschlÜsfe: Schriftleitung 112, 93 er- lagundGeschäftrsielleKl Anschrift für Drahtnachrichten: lnielger#lefcet. po»schee Rettungsarbeiten find dom ersten Augenblide an mit aller Energie durchgeführt worden. Um 8.30 Uhr abends rückte bereits die erste Rettungsmannschaft heran. Ihr Vordringen gestaltete sich aber nicht nur dadurch außerordentlich schwierig, daß die Strede durch die Explosion starke Brüche erlitten hatte und durch daS Gestein versperrt war, sondern auch dadurch, daß die Zerstörung der Ventilation jedes Vordringen sehr gefährlich machte. Die Rettungsmannschaften muhten infolgedessen mit aller Sicherung arbeiten, indem sie sich einer Vorhut und einer Nachhut bedienten. Don der Verwaltung wird betont, daß die Zeche alle modernen, technischen Vorsichtseinrichtungen besaß, die geeignet erschienen. llnglücksfälle zu vermeiden. Don den 12 Steigerrevieren sind zwei in Mitleidenschaft gezogen. Der Schacht 3, in dessen Nähe sich das Unglüd ereignete, hat lediglich die Bedeutung der Seilfahrt und der Wetterführung. Wenn das Unglüd nicht in der Nähe des ßuft- schachteS. sondern im eigentlichen Abbauseld passiert wäre, so könnte man sich von dem ohnehin schon jetzt ungeheueren Ausmaßen deS Unglück- gar keine Vorstellung machen. Die Belegschaft der Zeche „Minister Stein" betrug 3000 Marrn. In den Abendstunden des Donnerstags hat sich die Rettungsaktion bedeutend schwieriger gestaltet. Aach den Angaben der Rettungsmannschaften sind die Sohlen 2 und 3 jetzt von Toten frei. Dagegen nehmen die Arbeiten auf Sohle 1 einen außerordentlich langwierigen Verlauf, vor allem, weil die noch nicht geborgenen Leichen unter starken Druchmassen liegen, waS die Gefahr für die Rettungsmannschaften v e r st ä r k t. Immer wieder werden durch Gasvergiftung in Mitleidenschaft gezogene Rettungsleute zur Derbandsstube gebracht. Bei fünf von sieben ist der Zustand bedenklich. Ein Rettungsmann ist gestorben. Bis Donnerstagabend sind 115 Tote zutage gefördert worden. Weitere 11 liegen unten am Schacht 1. Man nimmt an, daß 4 bis 6 Leichen noch nicht gefunden sind. Der zuständige DetriebSbeamte hat drr Verwaltung gemeldet, daß er noch am Abend vorher sämtliche Betriebs stellen genau untersucht und sie betriebssicher gefunden hat. Die Toten von „Minister Stein". Ein Berliner Aachrichtenbureau bezifferte die Gesamtzahl der Toten zu einer Zeit, als noch ein sehr großer Teil der Bergleute nicht geborgen war, auf 13 6. Diese Meldung ist falsch. Tatsächlich sind von dem Unglüd 130 Bergleute betrossen worden, wovon sieben vom Tode errettet wurden. Die Gesamtzahl der Toten beträgt also 131, eine Ziffer, die nach Angaben der Verwaltung nur um weniges differieren kann. 3m Laufe des Donnerstag find nach einer Mitteilung der Zechenverwaltung „Minister Stein" 119 Tote geborgen. Die Aufräumungsarbeiten gestalten sich sehr schwierig. Schätzungsweise werden noch 12 bis 14 Bergleute vermißt. Die Leichen liegen in vier langen Reihen auf Stroh gebettet in der Halle der neuen Waschkaue. Eine Abteilung der Sanitätsmannschaften ist damit beschäftigt, die Toten zu identisizieren. Die Angehörigen umlagern weiter bt8 Eingangstor zum Zechenplatz. In der Stadt Dortmund sieht man überall die Fahnen auf Halbmast. Der ganzen Stadt hat sich nach der ersten Erregung eine tiefe und allgemeine Aiedergeschlagenheit bemächtigt. Die Untersuchung des Unglücks. Der Leiter des Grubensicherungsamtes, Ministerialrat H o l z s e l d, hat sich am Donnerstag an die Ilnglüdsstätte begeben. Ebenso sind durch einen Beschluß des Reichstages die vier Reichstagsabgeordneten 3 m b u s ch (Z.), 3 a n - schek (Soz.), Ziegler (Dem.) und Dr. Hae- dencamp (Dntl.) beauftragt worden, an der Untersuchung des Grubenunglücks bei Dortmund durch die preußische Gruben-SichcrheitS-Kommis- sion und den Betriebsrat der Zeche „Minister Stein "teilzunehmen. Der Reichskanzler am Unglücksort. Donnerstag abend um 11.40 Uhr traf Reichskanzler Dr. Luther mit dem Baseler O-Zug auf dem Hauptbahnhof in Dortmund ein. Auf dem Bahnhof hatten sich der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Dr. Eichhoff, der Direktor der Zeche „Minister Stein", Assessor Brandt, sowie Vertreter des Magistrats der Stadt Dortmund eingefunden. Die Herren fuhren zum Hauptschacht der Zeche „Minister Stern", wo ihnen an Hand der vorgelegten Grubrnkarten die Unglücksstelle und das Unglüd näher erklärt wurde. Aach einer halbstündigen Besprechung begaben sie sich um 12,40 Uhr zum Unglüddort. Hier stattete der Reichskanzler zuerst den Toten in der Waschkaue einen Besuch ab. Cs liegen zur Zeit 119 Tote an der großen Halle. Der Reichskanzler war von dem Eindruck aufS tiefste erschüttert. Dann begab er sich in die große Maschinenhalle, wo einige Abteilungen der Rettungsmannschaften mit ihren Geräten Ausstellung genommen batten. Er sprach ihnen hier im Aarnen der Reichsregierung seinen Dank für die tatkräftige Haltung auS. Dem Oberbürgermeister und dem Vertreter der Zechenverwaltung, Assessor Brandt, hatte der Reichskanzler beim Empfang auf dem Bahnsteig in tiefempfundenen Worten und namenS der Reichsregierung sein Beileid ausgedrückt. Kurz nach 1 Uhr verlieh der Reichskanzler die Unglüdsstätte und fuhr zum Bahnhof, um gegen 2 Uhr morgens nach Berlin weiterzufahren. Deileidskundgebungen. Gleich nach CMaimttocrben des furchtbaren Grubencrnglüds aus der Zeche „Minister Stein" ist der Oberpräfident von Westfalen, Gro- n o w s k i, an die Unglücksstelle geeilt Dem Oberbürgermeister von Dortmund. Eichhoff, lieh er im Aamen der Staatsregierung und der Provinz Westialen ein Deileidstelegra mm zugehen. Die badische Regierung, bei der Reichskanzler Dr. Luther seinen Besuch so plötzlich rbb.eden muhte, übermittelte durch drn Staatsprä identen Dr. Hellpach ihr Beileid. Der preußisch? Handelsminister Siering hat den B.tei bsrat der Zeche „Minister Stein" tel-graphisch g beten, dm Ang h rig?n der Verunglückten sein herzliches Beileid aus.zudrüdrn. Ebenso hat de: preußische Ministerpräsident ein Beileidstelegramm gesandt. Der Reichspräsident hat an den Derghaupnnann von Westfalen folgendes Telegamm geich et: „Die Aachi bt von icm schween Unglüd auf der Zeche „Minister Stein" hat mich tief erschüttert. 3ch bitte Sie, den Hinterbliebenen der auf ihrer Arbeitsstätte getöteten Bergleute die Versicherung meiner herzlichsten Anteilnahme auszusprechen und auch der Direktion der Gelsenkirchener Dergwerksgesellschaft sowie den Berg- arbeiteroerbänden mein Beileid zu übermitteln. Als Beitrag zur Dehinderung von Aotständen in den betroffenen Bergaibeitcrsamilien habe ich aus meinem Dispositionsfonds den Betrag von 50 000 Mk. überwiesen. Reichspräsident Eber t.“ Skandalszenen im Barinatausschrch. Das Auswärtige Amt und Barmat. — Polizeiliche Rar mung des Sitzungssaales. Berlin, 12 Febr. (TU.) Arn 11. Droh'nt- lungdtag des preußischen D rmai ussch sf-s w r > Ministerialdirektor Köppke v m Auswärtigen Amt über die Beziehungen des Auswärtigen Amtes zu den Gebrüdern Barmat vernommen. Er erllärt. daß er im 3anuar 1921 einen Brief deS Reichskanzlers a. D. Bauer erhallen habe, in dem dieser um Erleichterung der Durchreise für die Familie Brrmat bat. 3n den Vorakten befand sich ein Vermerk: „Der Reichsminister ist damit einverstanden". Um die Durchreise dieser Personen kontrollieren zu können, h be der Zeuge um entsprechende Mitteilung der Grenzbehörden gebeten. — Legationsrat von Pannwih. der von 1917 bis 1919 als LegationSrat der Gesandtschaft im Haag zugeteilt war. erklärt, daß Darmat der deutschen Gesandtschaft im Haag zuerst a l s Bolschewist bekannt wurde, der sich bemühte, mit Trotzki in Verbindung zu kommen. Darmat habe Trotzki vorgeschlagen, er werde in Holland ein Hilfskomitee gründen, und wäre falls die Bolschewisten bereit wären, ihn gegenü er den Holländern zu deden, bereit, für dieses Hilfskomitee einen Betrag von 150 000 Dold- mark zur Der'ügung zu stellen. Ende deS 3ahres 1918 habe dann Darmat versucht, mit der ukrainischen Rada in Verbindung zu treten. Dann sei Darmat 1919 wieder a l s Sozialist erschienen und habe Fühlung mit gewissen Kreisen der holländischen Sozialdemokratie gesucht. 3n einem ausführlichen Drief hat der Gesandte von Rosen über Darmat gesagt, er sei ein rufsischer 3ude und sowohl in politischer w e in finanzieller De- ziehung ein sk rupell os er Opportunist. Später fei dann Brrmat beim Unterstaa sfekre- tär Tö pfer erschienen. Einer Aotiz zufolge war Darmat bei Töpfer durch den Abg. Heitmann eingeführt worden. Aach einiger Zelt gelangte ein Brief deS Unter- staatSsekretärS Töpfer an den Gesandten von Rosen, in dem Töpfer schrieb, daß zwischen dem Reichspräsidenten Ebert und Darmat intimste Beziehungen beständen. Er, Töpfer, bitte den Gesandten, Barmat einen Dauersichtvermerk zu erteilen. Auf triefen Dries hin erteilte die Gesandtschaft den Sichtvermerk, da sie der Ansicht war. daß zwischen dem Reichspräs denten und Darmat intime Beziehungen bestünden. Auf eine FragA. wann Darmat das Dauervisum erteilt wurde, erwiderte der Zeuge, davon fei ihm nichts bekannt. Der handschriftliche Vermerk deS Reichspräsidenten auf dem Telegramm Darmats sei wahrscheinlich erfolgt, als das Visum schon erteilt war. SS liegt ein Drief Darmats an Töpfer vor. in dem Darmat Töpfer feinen Dank für seine 'Bemühungen ausfpricht. Auf eine Frage des Abg. Dr. Kaufhold (Dntl.) erklärt der Zeuge: Anfang 1919 habe der Abg. Heilmann den Minister Müller- Franken um eine Einreiseerlaubnis für 3udko Darmat und feine Familie gebeten. Weiter sei das preußische Grenzamt durch den Minister Hermann Müller drahtlich angewiesen worden, dem Uebertritl von Salomon Darmat keine Schwierigkeiten zu bereiten. Auch der Reichskanzler Dauer und der sozialdemokratische Abg. Stüdlen hätte sich für die Erteilung der Paßvisa eingesetzt. In der Aachmittagsverhandlung gibt Polizeipräsident Richter zunächst ein Bild über die Zustände, die in Berlin bei seinem Amtsantritt im 3ahre 1920 herrschten. Gr erklärt, daß besonders auf dem Gebiet deS Danken- wesens inDerlin unerhörte Zustände Herrichten. ES habe insbesondere ein außerordentlich starker Zustrom von Ausländern eingesetzt, so daß sämtlich« Behörden, die sich mit dieser Einwanderung zu beschäftigen hatte», vollkommen macht- und hilflos waren. Aus Grund einer Verordnung, die die Anmeldepflicht für Ausländer einfübrle, hätten sich etwa 50 000 Ausländer gemeldet. Leider Hütten die Maßnahmen, die Ausländer zu entfernen, versagt. Richt mir die Gebrüder Dirmat seien zu ihm gekommen, sondern die Desucher hätten sich au:> allen Ständen rekrutiert. Wo er habe helfen können, habe er geholfen. Polizüprälldcnt Richter wendet sich der Frage der Aufenthalt o- bewilligung für Mitglieder der -Sam-lie Darmat zu. DaS Polizeipräsidium fei an die Anweisungen des Wohnungsamtes durchaus nicht gebunden gewesen. ES wird bann in die Prüfung der W o h - nungsangelegenheit Kutisker und Darmat eingetreten. AuS dem Bericht ergibt sich, baß Kutisker in der Lüyenburgerstraße 2 wohnte, durch einen angeblich vom Wohnungsamt genehmigten Tausch das Hau>> Rankest r. 22 erwarb, in daS aber später durch Eingreifen der WohnungSbehörde ein anderer Mieter eingewiesen wurde. Der Ausschuß stellt fest, daß in der Wohnungsangelegenheit Darmat-Kutisker große äln regelmähigkeiten vorgekommen seien. Abg. Dr. Seerbarg (Dntl.) beantragt dic Ladung deS Berliner bOerbürgermeisterS Böß Der Abg. Kollwih (Kom.) bittet dafür zu sorgen, daß die Zeugen sich nicht vorher tm Zuschauerraum aushalten. Es sei genug, wenn sie sich die Komödie nachher von hier auS ansehen. Der D rs-Hende ruft erregt den Abgeordneten Kollwitz zw i Mil zur Ordnung und als Kollwih auch dann feine Aeßerung nicht zurüdnimmt, fordert der Vorsitzende ihn auf. Öen Saal z u verlassen. Kollwih weigert sich. Der Vorf.hende laßt den Zuhörer R um und die Pressebänke räumen und ruft nach der Parlamentswache. Rach der Feststellung, daß keine Parlamentswache im Haufe fei. wird der als Zeuge anwofende Polizeipräsident Richter um 3nter- vention gebeten. Richter beordert telefonisch Polizei herbei. Bild darauf erfcheinen 5 Sd)uhWeilten und führen die drei kommunistischen AuSschuhrnitglieder hinaus. Rach Wiederherstellung der Oeffenllichkeit erteilt der Vorsitzende Dr. Leidig dem Polizeipräsidenten Richter die Anweisung, der morgigen Sitzung eine Parlament w che zu stellen. Die Sitzung wurde dann geschlossen. — Neue Verhaftungen. Bei der Untersuchung in der Barmat- Kutisker Angelegenheit stie ßdic StaatSin- waltschaft auch auf Konten des Ber- lincr IustizratS Dr. Werthauer und seines Sozius Dr. Engelbert und Dr. Proell. Die genannten Anwälte haben sich schwer gegen bi? G?setze zugunsten be? Kutts- kerkonzcraS vergangen. Darauf hat sich die Staatsanwaltschaft entschlossen, Dr. Wert- Hauer und Dr. Engelbert fest zunehmen wegen Dcihilfe zum Betrug zum Schaden der Preußischen Staatsbank und wegen Beihilfe zum Konlursvergehen. Dr. Engelbert wurde in seiner Wohnung festge- n v m m e n, während Dr. Werthauer, der zu- ?eit in Dresden weilt, von dem SiaatSanwalt, der im Flugzeug nach Dresden gefahren war. nicht ermittelt werden konnte. — Weiter sollen, wie der „Lokal-Anziger" schreibt, die Ermittlungen neues Material ergeben haben, durch das Polizeipräsident Richter nicht nur der passiven Beamtenbestechung, sondern auch der Begünstigung und anderer Delikte beschuldigt wird, sodaß daS Ermittln ngsver- fahren und die Untersuchung gegen ihn ein- geleitet wurde. Das Verfahren gegen Höüe. Berlin. 12. Febr. (TU., Heute vormittag ist Dr. Hölle. aus dem Unterfuchongsge- tängniä in Moabit in bas Lazare11 des Untersuchungsgefängnisses überführt worden. Diese Uebersührung war erforderlich, da feftge- stellt wurde, daß Dr. Hölle an Herzmuskel- schwäche leidet M^izinalrat Dr. Thiele, hat sich für sein vorläufiges Verbleiben im Lazarett ausgesprochen. Der Vorwurf wegen Untreue im Amt wurde mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft in dem Haftbefehl gestrichen. Ferner scheint cs. daß die Depositen- und Handelsbank den Rarnen Dr. Höfles fälschlich in ihren Büchern geführt hat. Die bisherigen Ermittlungen in dieser Richtung haben nichts Belastendes gegen Dr. Hölle ergeben. Andererseits beharrt jedoch Oberttacisanwalt Linde bei seiner Auffassung, daß Dr. Hölle di« ein ;ab ang damit wurden einige lommu-- liistische Führer verhaftet, darunter der kommunistische Senator Kray, sowie der erste und zweite Dürgervorsteher. Bei dem verhaftelen Dürgervorsteher Wassermann wurden bei der Haussuchung schwere Geschoß- zündmäntel vorgefunden, die als Bomben hatten Verwendung finden können. Die Verhafteten sind in das Untersuchungsgefängnis nach Hannover gebracht worden. Ein Flettner-Windkrafttoerk in Berlin. In- und Auslandes ihre neuzeitliche Gestaltung, in Deutschland u. a. Köln, Wiesbaden. Metz, D a r m st a d t. Posen, ferner im Auslande u- a. Basel, Helsingfors, Reval. Malmö, Antwerpen, Ostende, Luxemburg, Rom. Wettervoraussage. Vielfach bedeckt, milder, südliche biS westliche, zeitweise auffrischende Winde, einzelne Reqensülle' Die Reihe der nördlich von uns nach Osten ziehenden Teilwirbel ist noch nicht abgeschlossen. Lieber Irland liegt der Kern eines neuen, vom atlantischen Ozean herangezogenen Teilwirbels der m Frankreich schon starken Darometerfall hervorgerufen hat, während m Deutschland das Barometer noch gestiegen und vielfach Aufheiterung eingetreten ist. Der Llebergang zu erneuter Trübung dürfte sich heute anbahnen. Die Arbeitslosigkeit in Wien. Die Zahl der Arbeitslosen hat in der letzten Woche abermals um etwa 20 000 zugenommen. Rach privaten Schätzungen stellt sie sich tm ganzen Bundesgebiet auf 210 000 darunter etwa 100000 in Wien. Arbeitslosenunterstützung beziehen etwa, 190 000 Personen. Der Hrmmelsbachprozeß. Direktor Graupner, Mainz-Kastell, be- rundet, er habe sich seinerzeit bemüht, von der Fimmels bach-Gruppe an der Lieferung von Run. Holz beteiligt zu werben, da ihm sonst feme beiden größten Konkurrenten. Schenk und Himmelsbach, tr« gesamte Rundhelzmaterial vorenthalten und ihm damit der Weiterbetrieb keines groben ReichSpvst-Kredtte an den Barmat-vKn- zern nicht gegeben hätte, wenn er nicht durch die ihm durch Darmal gewährten Baugeld er für feine Billa in Lichterfelde in gewisser Weise sestgelegt worden wäre und sich vor allem mit den Interessen deS Staates nicht zu vereinbarenden Verhalten gegenüber den Darmats hätte verleiten lassen. Daß irgendwelche Zuwendungen für ihn zur Hergabe des Kredites bestimmend gewesen seien, bestreitet Dr. Höfle sehr energisch. Die Preußische Landes ° Kredit- Psandbries-Anstalt. Berlin, 13. Febr. (TL1.) Der Unterfu- chungsausschust des Landtags über die Vorkommnisse bei der Preußischen Landes-Kredit-Pfand- brief-Anstalt trat am Donnerstag unter dem Vorsitz des Abg. Leineri (Soz.) zusammen. Dem Leiter des Instituts, Geheimrat A e h r i n g, werden unlautere Kreditgeschäfte mit den Herren von Etzdorf, von Zitzewih und von Carlo- Witz zum Vorwurf gemacht, wodurch die Anstalt und der preußische Staat um sehr erhebliche Summen geschädigt worden seien. Ein Ministerialrat erklärte, ihm persönlich sei im August als Vorsitzendem des Verwaltungs- rateS eine Mitteilung über Llnreaelmäßigkeiten gemacht Worten, die Geheimrat Rehring dahin aufgeklärt habe, daß es sich lediglich um Geschäft der Stettiner Sparkasse handle. Werkes unmöglich gewesen wäre. Es entspinnt sich sodann eine wiederum sehr erregte Auseinandersetzung darüber, ob Himmelsbach geäußert habe, dah er die Verluste, die er durch Wegnahme seiner zwölf Werke im Elsah und in Belgien erlitt, durch das Coupes-Geschäft -utmachen wolle. Der Zeuge glaubt bestimmt, dah diese Aeutzcrung gefallen sei. Ministerialrat Mantel-München erklärt, jeder Teilnehmer an den Coupes sei von der bayerischen Regierung ausgefordert worden, sich rechtsverbindlich zu verpflichten, den Wald in seinem jetzigen Zustand zu erhalten. Himmelsbach habe als Antwort nur seine Denkschrift überreicht. Der nächste Zeuge Ton- haeff-Ellern bekundet, von vornherein habe man nicht daran gedacht, größere Fällungen vor- Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. Februar 1925. Gegen den Alkoholmissbrauch. Der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung gibt sämtlichen preußi» fchen Provinzialfchulkollegien und Regierungen ein Schreiben der Zentrale für Rüchternheit»-- unterricht und des Deutschen Bundes enthaltsamer Erzieher mit dem Ersuchen um Stellungnahme bekannt, in dem auf die Rotwendigkeit hingewiesen wird, dem stetig wachsenden Alko- holismus unseres Volkes schon bei der Erziehung der Jugend einen Dchuhdamm entgegenzustellen. Wo das nicht im planmäßigen Unterricht gründlich und erfolgreich geschehen könne, weil nicht überall die geeigneten Lehrkräfte für diese Aufgabe vorhanden sind, müsse aushelfend der Wanderunterricht eintreten. Die Zentrale für Rüchternheitsunterricht, die mit der deutschen Reichshauptstelle gegen .ben AlkoholiSmus in Berlin in engster Fühulng zusammenarbeitet, hat zu diesem Zweck auf Grund langjähriger Erfahrung und nach eingehender Beratung Richtlinien aufgestellt, aus denen der Amtliche Preußische Pressedienst angesichts der Bedeutung dieser Frage für die Volksgesundheit auszugsweise das Folgende mitteill: Der Wanderunterricht wird von sachkundigen, in der Wissenschaft über die Alkoholfrage bewanderten enthaltsamen Lehrern und Lehrerinnen erteilt, die auch mit den neueren pädagogischen Methoden vertraut sind und das freie Wort zu Vorträgen und Besprechungen mit Schülern und Schülerinnen der oberen Klassen der höheren Schulen beherrschen. In der Volksschule erhält jede Klasse der Oberstufe, wenn möglich und angängig auch der Mittelstufe, zwei bis drei Stunden Rüchternheitsunterricht: tn den Fortbildungs- und Fachschulen, höheren Schulen und 'Lehrerbildungsanstalten finden zweckmäßigerweise Vorträge und gemeinsame Besprechungen über die Alkoholfrage statt mit einer Dauer von ein bis zwei Stunden. Der Unterricht knüpft überall an die Vorgänge des gegenwärtigen Lebens an und wird unter Anwendung von Anschauungsmitteln. Experimenten oder Lichtbildern erteilt. Um auch das Elternhaus für die alkoholfreie Jugenderziehung zu gewinnen, werden von den Wanderlehrern Abendvorträge in Elternversammlungen, deren Deranstallung von der Schule übernommen wird, gehalten. Ebenso stellen sich die Wanderlehrer zu Vorträgen in Iugendvereinen zur Verfügung. Die Kosten des Unterrichts, bestehend aus dem Gehalt des Wanderlehrers oder, falls er vom regelmäßigen Schul- dienfl beurlaubt ist, seiner Steliverträung, sollen in erster Linie von der Schulverwaltung getragen werden, da durch Ministererlah vom 25. Mai 1919 in Preußen "nd irnn in Xar» Deutscher Reichstag. Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 12.20 Uhr und gedenkt des schweren Grubenunglücks auf der Zeche „Mini st er Stein . bei dem 126 Bergleute verschüttet worden seien. Leider müsse man befürchten, daß nur ein kleiner Teil gerettet werden kann. Rach der letzten amllichen Nachricht sind 35 Tote zu Tage gefordert worben. An die 97 Vermißten könne man nicht herankommen, well schwere Grubenbrüche eingetreten seien. Der Präsident fährt fort: Rur wer einmal in örtliche und persönliche Beziehung mit einem schweren Unglück gekommen ist, kann sich den Schrecken und die Angst auSmalen von den Hunderten von Menschen Angehörigen der Verstorbenen, von der sie in dieser Stunde gepackt werden, und kaum einer 'aon uns kann sich eine Vorstellung machen von den Todesqualen, unter denen die Opfer ihr Leben verloren. Wir können der Trauer und dem Mitgefühl mit den Angehörigen nur dann würdig Ausdruck geben, wenn wir uns b e m ü h e n , sowell menschliche Vorkehrungen dazu imstande sind, solche Furchtbarkeiten zu verhindern, wenn wir den Angehörigen die äußeren Lasten zu erleichtern suchen, wenn wir alles tun für die, die unter solchen furchtbaren Gefahren ihrem Beruf nachgehen. (Das Haus hat sich von den Platzen erhoben). Abg. Iadasch (Kom.) beantragt die sofortige Bildung eineß Untersuchungsausschusses zur Untersuchung des Unglücks. darnll ähnllche Katastrophen verhindert werden können. Präsident Löbe bittet angesichts der Majestät des Todes, keinerlei Streitfragen aufzuwerfen, und ersucht die Kommunisten, den An- trag erst in der Freitagssitzung einzubringen, wenn Räheres über das Unglück bekannt ist. Die Kommunisten sind damit einverstanden. Die zweite Lesung des Haushaltsplans wird dann beim Reichsarbeitsministerium fortgesetzt. Ein Antrag Hoch (Soz.), die Untersllitzun- gen aA Invaliden, ehemalige Angestellte und Arbeiter ehemaliger Heeresbetriebe um 21/2 Millionen zu erhöhen, wird angenommen. £ie Erörterung wendet sich dann dem Reichsversicherungsamt zu. Abg. Moses (Soz.) erklärt, die Gesundhellspolitik sei die Grundlage einer gesunden Wirtschaftspolitik. Das A bntsministrrium müsse sich besonders die Verhütung aller Gefahren angelegen sein lassen, die der menschlichen Arbeitskraft drohen. Der Kampf gegen bie Volksseuchen, Tuberttrlose und Geschlechtskrankhellen, müsse auch von der Sozialversicherung energisch betrieben werden, su Dr. Haedenkamp (Dntl.) nimmt me Aerzteschaft gegenüber Vorwürfen in Schuh. Die freie Derztewahl sei gerade im Interesse der Versicherten notwendig. Der Redner kündigt einen Antrag an, um eine öffentlich rechtliche Körperschaft der Aerzte zu bilden. Russchuhantrag wird angenommen. ^öei Artikel Aeichsarbeitsverwal- tung fordert Abg. Giebel (Soz.) Verein- fachung der Verwaltung. Der Redner befaßt Nch auch mit der Lage auf dem Arbeitsmarkt, MB äße Qlr&eitge&er verpflichtet werden, offene Stellen bei oen Arbeitsnachweisen zu melden. nr t0?^ie Verhandlungen abgebrochen. Außerhalb der Tagesordnung gab Abg. Soll ma nn (Soz.) eine Erklärung ab gegen *1’ Eua von Zeitungen der Rechtsparteien und der Kommunisten gegen die krischen tfltiebcr 3toelten Äabinettß Stresemann aus SjV? L r ^“^«"H^äbigun gen ge° Met toorten sind Es sei heute leicht, diesen Munstern Schwindel und Verleumdungen vor- zuwerfen. Die Kreuzzellung" habe die früheren sozialdemokratischen Reichsminister als Lügner bezeichnet. Gegen eine Bemerkung der Deutsch-m Tageszeitung" die es als unansttindig b^eiV hat, daß die Sozialdemokraten solange geschwie- E haben, erklärt der- Abgeordnete, daß die Leichsregierung und die Ruhrindustriellen bis vor kurzem den Eindruck erweckt haben als würden die Micumlasten nicht vom Reich sondern von den Industriellen getragen. 1 0601 Präsident Löbe stellt fest, daß diese Erklärungen letzt allmählich ins Uferlose geben und daß der Aeltestenrat am Freitag sich mit dieser Frage beschäftigen wird. (Lebhafte Zu- ftimmung.) Abg. Stöcker (St) erhebt Einspruch gegen öiesen Monolog des Abg. Sollmann. Es handle sich hier um Behauptungen .denen andere gegenüber stehen. u u Präsident Löbe gibt der Hoffnung Ausdruck daß die Zeit dieser Monologe bald vorbei sein werde. (Heitere Zustimmung.) Das HauS vertagt sich auf Freitag. Angenommen wird noch ein Antrag Limbertz (Soz ) toona$ der ständigen preußischen Stcherheitskommission und dem Betriebsrat der Zeche »Minister Stern" vier , *^cry.n’ Febr. (TU.) Zu Beginn der heutigen Sitzung legten die Sachverständigen dem Kläger Hirn nelsbach eine Anzahl fragen vor. Schenk erklärt, daß die Dertäge keine Sicherung für die Erhaltung ber Wälder bedeuteten, weil die Franzosen jederzeit Rachforderungen zu stellen vermochten. Weiter g< ' Ber Zeuge an, daß die Firma Himmelsbach den Smn der Vertrage, nämlich die Erhaltung der deurschen Walder, durch ihre gewaltigen Abholzungen in das genaue Gegenteil ber- le h r t hätte. Auf Fragen Fernbachs erklärte Ber Zeuge Schenk, daß seine eigene Gruppe nur soviel Holz geschlagen habe, als nach den De° stimmungen der deutschen Forstverwaltungen zulässig gewesen fei. Der Zeuge Schenk bekundet über die vielumstrittene Verhandlung mit der Bayerischen Forstkommission am 24. März 1924 ba& die Vertreter der vertragschließenden Sirmen Ministerialrat Mantel von dem Abschluß der CoupeS-Derträge Mi 11 e i lung gemacht hätten und daß Mantel dabei erklärt habe: „Gott sei Dank, dann haben öle ja wenigstens etwas Mantel: Die Herren stellten die Sache immer so Bar, als ob die CoupeS- Vertrage von Ausländern abgeschlos- s e n seien, die den größten Teil der Wälder zur Abholzung übernommen hätten, während nur wenige deutsche Firmen, und zwar solche aus dem Saargebiet, einen kleinen Teil der Coupes suplementaires-Dertväge übernommen hätten “ _ _ Zeuge Schenk: „Ich erkläre hier unter Eid. daß Die bayerische Forstverwaltung nicht ein einziges Mal gesagt hat, wir sollten doch die Coupes-Verträge nicht abschließen. Da- mals hat die Bayerische Regierung sehr wohl die Opfer anerkannt, die wir durch die Verträge aus uns genommen haben, aber heute will sie diese Dinge nicht wahr haben. — Ministerialrat Mantel (sehr aufgeregt): ist doch so gewesen, daß wir bis dahin erreicht hatten daß die deutschen Holzindustriellen die Verhandlungen mit den Franzosen immer tote er b 1 na u szögerten unb d rüber w 11 en toir sehr glücklich, denn wenn es gelungen wäre, die Coupes-Verhandlungen über den März hinaus zu verzögern, dann hätte kein ein- ziger Baurn mehr geschlagen werden müssen und die Franzosen hätten ein ganzes Emschlagiahr verloren/ - Oskar Himmels- bach (ebenfalls sehr erregt): „Sie wollen doch wohl nicht etwa glauben, daß die Franzosen im Sommer nicht auch die Bäume heruntergeschlagen hätten." Reichstagsabgeordnete für Die Untersuchung beigegeben werden. Als bei der Geschäftsordnungsdebatte der Dbg. Winnefeld (DDP.) das Wort nimmt, wird er von den Kommunisten mit höhnischen Zurufen empfangen. Abg. Thälmann (St) nennt ihn einen verfluchten Kerl und wird dafür zur Ordnung gerufen. Abg. Winnefeld (DDP.) erklärt, es sei eine tiefe seelische Depression für ihn, daß er in dieser Weise beschimpft werde. _ Als die anderen Kommunisten sich den Zuruf Thälmanns zu eigen machen, werden sie ebenfalls $ur Ordnung gerufen. Thälmann erhält em zweiten Ordnungsruf. Aus dem Neichsrat. Kommunaler Aulandskrcdit. — Persoualabba «frage. Berlin. 13. Febr. (TU.) Der Reichsrat nahm einen Gesetzentwurf über die Aufnahme von A u s l a n d k re d i te n für Gemeinden und Gemeinde verbände an. Danach bedürfen die Gemeinden und Gemeindeverbände zur rechtsgültigen Aufnahme von Krediten oder zur Begebung von Anleihen im Auslande der Zustimmung des Reichsfinanz mini- st e r s. Der Gesetzentwurf über die zweite Aende- rung der Personalabbauverordnung war nunmehr dem Reichsrat in wesentlich erweiterter Fassung vorgelegt worden. Die Beschlüsse des Beamteaausschusses des Reichstags sind in ihn hineingearbeitet worden. Der Abbau wird damit vollständig aufgegeben. Don besonderer Wichtigkeit in der Regierungsvorlage war die Neuregelung der Pensions- * u r 0 u V fl c n- In der Personalabbauverord- nung, die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassen wurde, war die Pensionsßürzung ausgedehnt worden auf solche Fälle, in denen ein Einkommen aus Privatvermögen vorlag. In der jetzigen Vorlage wird lediglich Einkommen aus gewinn bringender Beschäfti- g u n g, also Arbeitseinkommen, für eine ZZenswnskürzung berücksichtigt. Demgegenüber hat der Rcichsrotsausschuß (geschlossen, daß ArtikellO der Personalabbauverordnung vollständig außer Kraft gesetzt werden soll, also die ganze P e n si 011 s kü r z u n g fortfällt, weil sie nach Ansicht des Reichsratsausschusses ein Eingriff in wohlerworbene Rechte und ein Verstoß gegen Treu und Glauben wäre. Der Vertreter des Reichsfinanzministeriums erklärte, daß sich die Reichsregierung Vorbehalte, in her präge der Pensionskürzung eine eigene V 0 r- lage an Ben Reichstag gelangen zu lassen. Der Reichsrat nahm den Gesetzentwurf nach den Aus- schußbcschlüssen an. GeschäsLsordnungsünderungen bes Hessischen Landtages. ^Z^^adt, 12. Febr. (£äl) Ein Unterausschuß des Gesetzgebungs-Ausschusses hat u. a. folgenhe Abänderung an der Geschäftsordnung beschlossen: In Zukunft werden die Aus- schuhmitglieder direkt von Ben Frak- tionenbe stimmt und dann durch den Präsidenten dem Landtag mitgeteilt. Im Ausschuß ist keine andere Mehrhellsbildung möglich als im JJanBtag. Abgeordnete, die Anträge stellen, sollen sie auch selbst in den Ausschüssen vertreten. Kleine Anfragen, die von der Regierung nicht innerhalb einer Woche beantwortet sind, werden als große Anfragen ausgenommen, wenn dies von mindestens 5 Mitgliedern beantragt wird. Eingaben von Privatpersonen sind in doppelter Ausfertigung beim La n d- tagöamt einzureichen. Ein Antrag der Kommunisten, a l l e im Landtag vertretenen Parteien als Fraktionen anzusehen, wird abgelehnt. Jugendlichen wird das Betreten her Galerie nur in Begleitung älterer Personen und mll Erlaubnis des Präsidenten gestattet sein. Die Redezeit kann auf Beschluß des Aeltesten- rates begrenzt werden und der Präsident ist befugt, Abgeordneten, die über die festgesetzte •3eit sprechen, das Wort zu entziehen. Die hessische Krisis. Darmstadt 12. Febr. (Eigen. Der.) Heute nachmittag haben die Fraktionen des Zentrums und der Demokraten Besprechungen wegen der Regierungsbildung abgehalten. Heber das Ergebnis wurde noch nichts mitgeteilt. Wie verlautet, soll aber die demokratische Fraktion, ergänzt durch eine Rtz'he führender Demokraten aus dem Lande, der Auffassung sein, daß für sie keine Erweiterung der bisherigen Koalition in Frage komme. Das Zentrum wartet anscheinend erst die Entwicklung in Preußen ab. 3 Kleine politische Nachrichten. Dem Vernehmen nach wird der soz. Aba Dr. Strecker seinen Wohnsitz nach Berlin verlegen: er würde dann aus dem Hess. Landtag aus scheiden Sein Rachfolger wäre in bteTem Falle der Abg. Lang- Urberach, der früher schon dem Landtag angehört hat. Anläßlich Krönungstages des Papstes Ptus XI wurde in der Berliner . HZEgskirche von dem apostolischen Run- ttus Monsignore Pacelli ein Ponttfikal-Amt zelebriert. Bon den Mitgliedern des Reichs- kabtnettS waren der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann, der zugleich den Reichspräsidenten vertrat, sowie die Reichsminister S ch ie l e und S t i n a l erschie- nen, desgleichen für die preußische Regierung Mimsterprasident Marx. Das diplomatische Korps mit seinen Damen war fast vollzählig vertteten. ä General Ludendorff gibt eine Erklärung ab, aus der hervorgeyt, dah er zusammen mit von Graefe und Strasser ^^Führerschaft der nationalsoziali- tischen Freiheitsbewegung Groß-Deutsch- lands niederlegt. In seinem Verhältnis zu den völkischen Verbänden, deren Schirmherr er sei, trete keine Aenderung ein. 2lus aller Welt. Kommunistische Wafseulager. einem Hause tn Peine wurde vor onLiTk5?9*" ?n£ Menae Sprengstoffe. Zündschnüre und Sprengkapseln gefunden. Im Die Verhandlungen der Flettner-Gesellschaft und der Stadt Berlin zur Errichtung eines Flettner - Windkraft-Dersuchswer- kes sind zum Aoschluh gelangt Auf dem ber -m K-i. I juneSmen, unter "»et Soraltifegung "aife’rötagS. jcrcamm klien zunächst gwei Verfuchswindtu me daß hie Renierunnen irnendmi-» ssiH» r-irt?-n imSK2aUfC würden* ÄSS flSSÄriÄ'ft Elektrizität ^I'r ch IS infTa f I cin Cöert)lenft des Himmelsbach-Dertrages. toinn™ au genommen terten ' ’ 9e- 35m gegenüber fei jedenfalls bom Feinde ein iy ujecoen. ungeheurer Zwang angetan worden, ber seinen Die Reife der „Buckau- nach Schottland. völlig lahm gelegt habe. Die franzö- Wie die Blätter aus Kiel melden, muhte Ä ®ntf$äDigun9 durchaus unzureichend bie Ausfahrt des Rotorschiffes .Buckau" aus ' 9 - ' bem Kieler Hafen infolge des Defektes an Ar Dieselmaschine verschoben werden. Die Reise des Schiffes nach Schottland wird erst Freitag früh angetreten. Reben der „Buckau" liegt im Kieler Hafen der Dreimastschvner „21 n- ".e n , ein Schwesterschiff der „Buckau", das dieselben Ausmaße und die gleiche Dieselmaschine wlc die „Buckau" hat, und daher als Der- gleichsschiff benutzt wird. Dr. Geiß-Andernach erklärt, Bie franzö-- Itfcpen Behörden seien durch aus in der Lage gc- toefen, Fällungen ganz nach Wunsch- vorzunehmen, und sie hätten diejenigen F-rmen, die hierzu ihre Anterstühung verweigert hätten, aufS schwerste schikaniert. Dr. Himmelsbach: „Sind m in Frage stehenden rrcI,G^u^tun9en eine ganz gemeine Derleiundung barstellen?" — Zeuge: „Wir sind überzeugt, daß i. * , ix । bie Angriffe von ganz unrichtigen Vor- J Frankreich. 2U?j!J)U.n9en ausgingen. Dr. Himmelsbach ■U^er der bretonischen Küste wehen hef° hch^ stets eine treubeutsche Gesinnung an ben Tag turme Fünfzehn Fischdamvfer S^egt." R.-A. Vogt: „Ist dem Zeugen bug)t ein Fischerboot. Die drei Insas- aufklaren zu lassen." ' csr ar c n‘ sofort nach der Bekannt- I Min -Rat ^ünkerle führte » n mtä wachtet FiN^aus^um S ^ur Durchführung der Hiebe in^ber Pfalz sei^u E aud> um nach ben Leichen zu bemerken, dah es sich hier um Eichenbestände ’ handelte, die zu den wertvollsten gehören. Großfeuer in den Fiat-Werken. di e Deutschland aufzuweisen hat. In Rom ist am Donnerstag früh in ber wundervollen Traubeneichen wurden von Autcmobilfabrik Diatto Fiat ein Brand Velsbach geschlagen. Der Okrtrag <-usgebr°ch7n, d-r einen Skalen Bort stoei s b ° V e r d i e n n m ö g l i ch. ONillicnen <>ire nnrirhtet? 'Aor ketten fui diese Firma, Daß die zu fallenden in her Qnrfierihf if.i™ der Mengen viel zu niedrig geschätzt worben Waran ^Er ^acklerabt ilung entstanden ist, z rstorte beweise her Umstand, daß statt 35 000 Festmetern Harofierte. Der Schaden ist durch I dann 42 000 Festmeter geschlagen worden seien. Versicherung gedeckt. I Die Entschädigung, die die Franzosen gezahlt a,- haben, belaufe sich auf 27 Milllonen. Das Aus- Der Städtebauer Stubben. toärtigc Amt in D-rttn habe die schtv ersten B e r l t n, i i,, Febr. (Täl.) Am 10. Februar außenpolitischen B e d e n k e n gegen die eierte ccc weit über die Grenzen Deutschlands I Verträge geltend gemacht, da sie eng mit bekannte Städtebauer, Geheimer Oberbaurat Dr.- I den Reparationsl efeinngen zusammenhingen. e 0 <5tü&&en seinen 80. Geburtstag. Hätte man dem Verlangen der Holzhändler ent- n verdanken mehr als 73 Städte | sprachen, so wären Wohl die Wälder in der Pfalz vielleicht gerettet worden, aber voraussichtlich wäre die ganze Pfalz verloren gegangen. Der Vorsitzende verkündet dann den Schluß der Beweisaufnahme. * ' am rktvreise am 12. Februar lHändlerpreise). «« kostete da- Pfund Butter 200, Watte 35, State 50 bis 70, Wirsing 20, Weißkraut 15, Rot- kraut 20. gelbe Rüben 10, rote Rüben 15, Spinat 40 Mf 50. ilnterfobkobt 8, Grünkohl 20. Rosenkohl 50. Feldsalat 100, Tomaten 150. Zwiebeln 15, Meerrettich 40 biS 100, Schwarzwurzeln 50 bis 70. Kartoffeln 5. Aepfel 12 bis 20. Dirnen 10, Honig 40 junge Hahnen 140; das Stück Eier 14 biS 15. Blumenkohl 120 bis 200. Kopfsalat 50, Lauch 5 bis 20. Sellerie 20 bi- 70. Vornotizen. -- Tage- kalender für Freitag. Stadttheater. 6’/g Uhr: .Die lustige Witloe". — Palast-Lichtspiele: .Die Flucht auS dem Heere der Heimatlosen". — AuS dem Stadttheaterbureau wird un- geschrieben: Zur heutigen Aufführung ter Operette .Die lustige Witwe" sei noch F enwrft, dah die Partie des Rosillon. bekanntlich ein Prüfstein für jeden Tenor, von Herrn Willy T h u n i - von der Frankfurter Oper gesungen wird. — Evangelische Bolksgemein» schäft in Hessen. Nächsten Di^nStai nachmittag tm .Hindenburg" in (Stehen KreiSver» sammlung 2laoere6 im Anzeigenteil. — Gin Fremdenlegionär- Film wird von heute ab in den Palast-Lichtspielen am Kirchenplah gezeigt. Der Film und ein begleitender Dortrag sollen namentlich unsere Jugend mit dem Schrecken der Fremdenlegion bekannt machen, damit die jungen Leute vor dieser Wenschheilsschmach gewarnt werden. RähereS in der heutigen Anzeige. •• Don der EinheilSkurzschrift. DaS LanbeSamt für das DildungSwesen bat ange- vrdnet dah mit Beginn de- neuen Schuljahres in sämtlichen höheren Schulen des Landes ein — oder zweistündiger Unterricht in der Gin- heitSkurzschrift (unter Ausschluß aller anderen Systeme), und zwar Mttocter in Obertertia oder Untersekunda zu erteilen ist. Soweit an den Schulen Deveine zur Pflege der Kurzschrift besteben, soll ihnen im Interesse der Fortbildung der Schuler jede Förderung zu teil werden - 3m Auftrage des Landesamte« für das DildungS- wesen hat Oberstudiendirektor Eduard Pfaff aus Darmstadt für die Lehrer und Beamten, die Stermer eines Stenographieshstems sind, einen 12stündigen Kursus zur Einführung in die Einheitskurzschrift abaebalkm. 2lm Schlüsse des Kursus. an dem aus dem nördlichen Teil der Provinz und Gießen 75 Damen und Herren und zwar 49 Stenn et des Gabelsbergerschen und 26 Aermer dcS Stolze-Schrehschen Systems mit großem Interesse teilnahmen, dankte Rechtsanwalt Raab- Di:ßen (Kenner deS Stvlze-Schreyschen Systems) der Regierung und dem Vortragenden und wies nachdrücklich darauf hin. daß der Kursus gezeigt habe, daß das Einheitssystem einen bedeutenden Fortschritt nicht nur gegenüber dem Gabelsber- gerschen. sondern auch gegenüber dem Stvlze- Schrevschen System darstelle. -d. Bei der gestrigen Ruh- und Drennholzversteigerung der Stadt Gießen wurden im Durchschnitt gezahlt: Eichenstämme 5 Kl 35 Mk., F^chtenstämme 6. Kl. 36 Wk.. Lärchenstämme 5. Kl. 30 Wk.. Fichten- stamme 4. Kl. 36 Wk., Fichtenstämme 5a Kl. 36 Wk., Gichendcrbstangrn 1 Kl 60.50 Mark, Fichtenderbstangen 1, und 2 Kl 29 Mk.. Buchen- und Hainbuchenknüppel 12.50 Mk.. Eichenknüppel 9 Mk.. Lärchen- und Fichtenknüvpel 7 Mk. je Festmeter. Buchen- und Hainbuchen-Reis g 100 Wellei, 30 Mk., Eichenstammreisig 100 Wellen 26 Mk. * Radiosammlung für Kriegsblinde. Der Bund erblindeter Kr'eger. Bezirk Groß-Hessen in Frankfurt o. M.. veranstaltet gegenwärtig zum Besten seiner M tglieder eine Radlo-Sammlung. Der SammeFausrus wird durch den Frankfurter und den KaZeler Dender deS Südwestdeutschen Radiodienstes bekannt ge- .nacht. Wer den Kriegsblinden cm Stück Lebensfreude wiedergeben will, der beic üae sich an diefer Sammlung. Radiogeräte nebst Zubehör können in den durch Aushang kenntlichen Annahmestellen (unter Eintragung in die Geber- llste) abgegeben werden Geldspenden zur Anschaffung von RadioteUcn fmb an den „Bund erblindeter Krieger c. V Bezirk Groß-Heilen" Konto Rr. 21 330 Postscheckamt Frankfurt a M. mit der Aufschrift „Radiosammlung" zu richten. Annahmestellen für Radiogeräte fmb in Gießen bei den Firmen Magnus. Marktplatz. Baumann, Reuenweg. Appel Seltersweg und Brinkmann, Bahnhrfstr., eingerichtet. ** Polizeilicher Schutz für den Steueraußendicnst. Die der amtliche Preußische Pressedienst einem Runderlaß oeS preußischen Ministers des Innern entnimmt, sind in letzter Zeit wiederholt Beamte oeS Sieueraußen- und Bollstreckungsdienstes auf ihren Dienstgängen tätlich angegriffen worden. Der Minister weist deshalb auf die Bestimmungen der ReichSabgad.nordnung vom Dezember 1919 hin, wonach die Polizeibehörden und Polizeibeamten sowohl im Steuerer- mittelungSverfabren wie im Steucrstra ver ad- ren verpflichtet sind, den Finanzämtern die erforderliche Hilfe und Unterstützung zu leisten. Hierzu gehört in erster Linie, daß die Beamten des Steueraußen- und Boll- streckungsdienstes in Fällen persönlicher Bedrohung bei Ausübung ihres Dienstes oen notwendigen Schuy durch Polizeibeamte wie auch durch Landjäger erhalten. " Ein Ladendieb. Der Polizeibericht meldet: Am Dienstagabend 7 älhr betrat ein ■Unbekannter ein hiesiges Geschäft und suchte sich einen Gegenstand für 80 Pfennig aus Als er diesen an der Kasse bezahlt hatte, kaufte er noch etwas für 1 Mk. und gab dabei einen Fünfzig- markschein in Zahlung. Rachdrm ihm die Verkäuferin 49 Ml. herauSgegeben batte, bat er diese, den zweiten Gegenstand zu dem ersteren etwas einzuschlagen. Bei dieser Gelegenheit hat der Unbekannte, der dicht an der Kasse stand, den Fünfzigmarkschein auS der nicht verschlossenen Schublade gestohlen. Als er den Laden verlassen hatte, wurde der Diebstahl erst entdeckt. Vor dem Schindler und Dieb wird gewarnt. Beschreibung: Etwa 1,65 Meter groß, 28 biS 30 Jahre alt, trug schwarzen Mantel und schwarzen breitrandigen Hut. Sachdienliche Angaben zur Ergreifung des Menschen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. *• E i n Schlaumeier. (Rachdruck verboten.) Sine alte Chronik der Stadt Heidelberg vom Jahre 1733 berichtet: Der Sommer 1539 war sehr heiß, daß viele Brunnen austrockneten und die Wälder sich einiger Orten von der Sonne Hitz entzündeten, das Garten-Gewächs und Fütterung verdörrete meistens, doch gerieth das Ge- treid und sonderlich der Wein so wol, daß die Faß mehr kosteten als der Wein, auch soffen sich viele Leute zu Tode. Daß 1540 gleichfalls viel und guter Wein gewachsen, ist aus dieser curlöfen Historie zu ersehen. Im Elsaß wohnte damals ein Edelmann Ramens Georg Hafner, dieser zwang seine Bauern, dah sie seinen Wein in der Frohn muhten auStcinken, damit er den guten Wein so selbiges Jahr gewachsen, auf- heben tonte; Sie gingen alle Woche drehmahl zum Wein, und bezahlten nichts mehr als Käß und Brod. Wann nun die Bauern voll waren, schlugen sie einander tapfser herum, da straffte sie der Edelmann, und bekam mehr für seinen Wein, als wann er ihn verkauft hätte. Pro- batum est. G. •• Bortragsvereinigung Gießen. In der Aula der älniceriität sprach gestern abend Dr. H a s s e l b a ch über „Das Babeleben in alter und neuer Zeit". Sehr interessant waren seine einführenden Bemerkungen über die Entwickelung des Badelebens von den ältesten Zeiten an. Wertvolle Kupferstiche und Holzschnitte belebten den Vortrag. Das Baden in Quellen wird von der religiösen Zeremonie (Delphi) zur Modcangelegenheit. Sehr bald gewinnt man den intimen Freuden des Badelebens seine Reize ab, ein gewisser Luxus. Essen, Trinken, äußere Ausmachung treten in den Vordergrund. Sv kommen wtr zum Modebad von heute. Drei Bäder griff der Vortragende aus bei Menge bet deutschen Badeorte heraus: Bad Pyrmont. Bad W i l d u n g c n und Bob Homburg v d. Höhe, deren gefchichttiche Entwickelung er. wieder von reichem Bildmaterial unterstützt, aufzeigte. Der Vortrag fand beifällige Aufnahme. "Zur Ausstellung „Handwerk und Gewerbe" Hanau a. M. Die Ausstellung-- leitmig hat mit dem Berlanb der Einladungen und Anm^ldeboaen zu der vom 11. bis 20. Juli in Hanau ftattfinbenbcn Ausstellung für Handwerk und Gewerbe begonnen. Die Ausstellung gliedert sich in drei Gruppen: 1. Handwerker- liche Erzeugnisse, 2. Werkzeuge und Werkzeugmaschinen und sonstige technische HUismiitel. btt im Handwerk bjto. Gewerbe, xur Verwendung gelangen; 3. Roystofse. Prospekte verlange man durch die Geschäftsstelle der Ausstellung. RähereS im heutigen Anzeigenteil. Evangelischer Landeskirchentag ♦ Darmstadt. 12. Febr. Präsident Dr. von HeAl eröffnet 920Uhr die 2. Vollsitzung und beglückwünscht die Abg. Biehl und D o r n s e i s s zu dem kurz vorher gefeierten 70. Geburtstage. •ui der Tagesordnung steht eine Vorlage der Kirchenregierung betr. die Be rlegun g deS Predigerseminars nach Darmstadt. AietAu spricht Geh. Rat Dr. D. Flö - ring aks Vertreter der Kirchenregierung. Gr vermißt in Friedberg das entwickelte kirchliche Gemeinde- und Vereinsleben, das die Bedürfnisse nach der nötigen Anschauung nicht befriedigen könne, die ausgiebige Gelegenheit zu instruktiver Mitarbeit am kirchlichen Leben und betont die Rotwendigkeil einer engeren Senn- nargemeinschaft. Zu dieser Vorlage sind drei Eingaben etn- gegangeu, vvtp Kirchenvorstand Friedberg, Dekanat Friedberg und den Dorilirchensreunden im südlichen Oberhessen, die die Belassung des Seminars in Friedberg wünschen. Abg. Lic. Jakob, der Berichterstatter deS Finanzausschusses, empfiehlt die Verlegung. Abg. Iaudt-Dlanig teilt als Derich'.er» stattcr des Gesetzgebungsausschusses mit, daß rechtliche Bedenken gegen die geplante Verlegung nicht bestehen. Abg. K a ßlich - Darmstadt, Sprecher des PetitronSausschusseS. beantragt das Verbleiben des Seminars in Friedberg in der Erwartung, daß die notwendigen Berbefferungcn schleunigst durchgesührt werden. Abg. La m p a s - Friedberg tritt mit gewichtigen Gründen für ein Verbleiben deS Seminars in Friedberg ein. Abg. D. Matthes- Darmstadt befürwortet die Verlegung nach Darmstadt, damit auch in Zukunst Lehrer- und Pfarrerausbildung, soweit es geboten ist, Hand in Hand gehen können Prälat D. Dr. Dieb! vertritt nochmals die Vorlage; ebenso Abg. Lauf er-Darmstadt. Abg. D. Hans Schmidt-Gießen entwirft aus seiner Kenntnis außerhessischer Predigerseminars heraus ein B ld einer DeminarauS» bildung. wie sie sein sollte; ein Abschluß der ^Iniver-sitätsb ldung. eine Einführung inS praktische Pfarramt, und betont, daß beide- sehr wohl auch in der Kleinstadt möglich ist. Die A b st i m m u n g ergibt, daß der Antrag des Petitionsausschusses mit 31 Stimmen gegen 26 angenommen wird. Das Seminar bleibt hiernach in Friedberg. Schluß der Beratungen um 2 lltyr. Nächste Sitzung morgen 9 U&r vorm. Großes Schöffengericht • Gießen, 11. Febr. Wegen Straßenraubs hatten sich die beiden Gelegenheitsarbeiter Karl Adam aus Friedberg und A l - f red Heihler aus Äailsruhe zu verantworten Beide waren im September v. I. in Friedberg arbeitslos und führten wie Adam zugab, mit anderen jungen Leuten ein recht ausschweifendes Geben, bei dem Alkohol und ßigaretten eine große Rolls spielten. Um dis hierzu notwendigem Mittel sich zu verschaffen, kam Heißler auf den Gedankrn, in Bad-Rau heim älteren Damen auf der Straße die Handtasche zu entreißen Der wlllsnsschwä- chevc Adam mußte bi« Pläne aus führen während Heißler sich mehr im Hintergrund hielt, um alS- batb die entrißenen Handtaschen an sich zu nehmen. In drei Fällen wurde der Plan ausgeführt Man beobachtete zuvor gemeinfam das Opfer. Adam kam dann von hinten gelaufen, riß die Tasche an sich und war als guter Läufer bald verschwunden. In zwei Fällen erhielt das Opfer einen heftigen Stoß gegen die Brust, die eine Dame fiel dabei zu Boden. Im letzteren Fall flüchtete Adam auf das Schreien der Ueorr» Fallcncn hin in einen Hof. DaS Publikum jagte ihm nach. Man nahm Ihn fest Er gestand bann die drei Taten ein^ Heißler leugnete eine Beteiligung. DaS Gericht sah ihn jedoch auf Grund der Beweisaufnahme, insbesondere auch auf Grund der Angaben AdamS. al» überführt an. Heißler. der nicht unerbcblich vorbestraft ist, erhielt 7 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Er war der eigentliche Urheber der gemeingefährlichen Raububerfalle. Adam wurden mit Rücklicht auf seine Willensschwäche, er ist erblich belastet, mildernde Umstände zugebilllgt. Deine Strafe lautete auf 5 Jahre ©cfäng- n i S und 5 Jahre Ehrverlust. Damit Fmb wenigstens einige der Straßen-Raubüberfälle abgeurteilt, die tm Lause deS vorigen Jahres in Bib- Rauheim unb Umgebung daS Publikum beunruhigten. Die Fabrikarbeiter Heinrich M. unb Karl S aus Heuchelheim bei Gießen wurden wegen fahrlässiger Tötung, begangen in der letzten Reu- jahrSnacht, zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Beide saßen mit anderen in einer Wirtschaft in Heuchelheim. Es war bereit- in vorgerückter Stunde. M. zog eine Armeepistole 08 aus der Tasche, ohne sie zu sichern unb übergab sie dem D.. in dessen Hand die BJaffc losgtng Dem ge^nübersihenden W. R einem verhei- raictcn Mann, drang die Kugel durch den Leib. R. wurde in die 'llinik verbracht. Dort starb er andern MorgenS. Bei der Strafzumessung wurde zugunsten der beiden Angeklagten berücksichtigt, daß sie im Glauben waren, die Waffe sei nicht mehr geloben und daß sie sich tm übrigen deS besten Rufes erfreuen. Straserschwc renb muhten die schweren Folgen deS leichtfertigen Verhaltens Wirkern Der Vorfall zeigt wieder einmal, daß man auch mit »ungeladenen'^ Waffen vorsichtig umzugehen hat. S. erhielt außerdem noch Geldstrafen von zweimal 15 Mark wegen Vergehens gegen die Reichs-Waffenverordnung vom 13. Januar 1919 unb das ReichS-Entwafs nungsgesetz vom 7. August 1920, sowie weitere 20 Mark Geldstrafe, weil er vor dem Betreten der Wirtschaft aus ter OrtSstraße mit der Waffe mehrmals geschossen hatte. Die Waffe wurde eingezogen Briefkasten der Redaktion. 3. 6. Gießen. Anonyme Einsendungen finden grundsätzlich keine Berücksichtigung. C. Z. Sie können in der Angelegenheit gar nichts unternehmen Ein Verein kann nicht ge zwungen werden, eine ihm unerwünschte Person aufzunehmen bzw. die Gründe für die Richt- aufnahme anzugeben. Fr. R. in O. Rack der Landgemeindeordnung ist es nicht zulässig, daß der Schwiegervater und der Schwiegersohn zu gleicher Zeit die von Ihnen genannten Aemter bekleiden. Rundfunk-Programm des frankfurter ScnderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 14. Februar: 4,30 biS 6 Albt: Operettennachmittag des HausorchesterS unter Mitwirkung von Alfred Strauß vom Reuen Opsretten-Theater. 6 biS 6,30 ilbt: Die Lesestunde (An die Jugend). Aus dem Roman „Cefabenbto" von Paul Scheer- bart. 7 il&r: Der Briefkasten. 7,30 Uhr: Vor-- trag von Pros Dr. Halm: „Meine sibirische Verbannung". 8 Uhr: Stunde deS Frankfurter Bunde- für Volksbildung: Vortrag von Dr. Majer- Leonhard über „Die Strafe in Schule und Elternhaus". 8,30 Uhr: Heiterer Abend unter Mitwirkung von Else Aulich (Gesang) und Fritz Obcmar (EhansonS) und Lieck (Mundartvorträge) sowie des Hausorchesters. 10 bis 11 Uhr: Tanzmusik dec Haus-Jazz-Band. Bürsten ■ Besen Fußmatten Holzwaren Oberhess. Korbwarenhaus SchulstraBe nächst der Stadtpost. Brenoliolj-Berftelfl nmoeT Aus den Wa ldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden 1. Mittwoch, den 18. Februar 1925, vormittags 9i Uhr beginnend, Bezirk des Försters Geisel, Abt. 59a und 66 (Stadtwald). 14 Rm. Kiefernscheiter 65,6 „ . knüppel 14 „ „ reisig 360 Vellen „ 125 „ Aspen ,. 100,8 Rm. Kiesemstöcke. Zusammenkunft: Sicher Str., 3. Schneise. 2. Freitag, den 20. Februar 1925, vormittags 9« Ahr beginnend, Bezirk des Försters Arft, Avt. 27, 29o und 31 (Fernewald), 64 Rm. Eichen-, Kiefern- u. Fichtenscheiter 61.6 n , „ , „ knüppel 32,6 „ „ , stocke 750 Wellen Buchen-,Eichen-u.Fichlenreisig. Zusammenkunft: Jiveujung Kar.schneise -öer Bahnschneise im Femewald. Gießen, den 12. Februar 1925. Der Oberbürgermeister. 2. V.: Dr. Rosenberg. 15256 Der öom (ßemeinberar beratene Voranschlag öer Gemeinde Hausen für 1925 iRj. lieg, oom 14. lfd. Mts. 1 Woche lang auf öer 'Bü germeifterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen feinen Inhalt können von den Beteiligten innerhalb der Offenlegung frist schriftlich oder zu Proionoll erhoben werden. (Es ist eine Umlage be» schlossen worden, zu der auch die Aus» märker beizutrag n haben. Hausen, den 13. Februar 1925. Bürgermeisterei Hausen. Happel. 1546D Auf die heute abend 8 Uhr stait- findende Güiral-taiiitiiig in der Stadt Kassel des Ersten Giehener Ziegenzuchtvereins Gietzen wird nochmals hingewiefen. 1538V Der Vorstand: Weisel. Sehr gut möbliertes Will-ii. Salzer (evtl 2 Betten) . für soliden Geschäftsinhaber per so- Fort oder bald zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis unter 1516D an den Gießener Anzeiger. lsolzversteigeruna. Montag, den 16. Februar dS. IS., von vormittags 10 Uhr an, sollen aus dem Distrikt Langenberg versteigert werden: Stämme: Kirschbaum 6. Kl. 1 Stück — 0,36 Fstm, Lärche 5j-äL 1 Stück — 0,31 Fstm., Weymoutskiesern 5b-Äl. 2 Stück — 0,14 Fstm., Douglas 5b-ÄI. 2 Stück — 0,20 Fstm. Derbstangen:Jichten 196tüd= 1,41 Fstm., WeymoulSlieFern 54 Stück — 1,19 Fstm., Douglas 102 Stück = 2,95 Fstm. Reisstangen: WeymoutskieFcm 20 Stück 0,08 Fm., Douglas 225 Stück — 1L9 Fstm. Dutzknüppel: Eichen 2,4 Rm., Lärchen 3,9 Rm. Scheiter: Rm.: 500 Buchen, 4,5 Eichen, 1,2 Obstbaum, 1.2 Aspe. Knüppel: Rm.: 230 Buchen, 2,1 Hainbuchen, 27,3 Eichen, 2,1 Birken. 2,7 Obst- bäum, 2,5 Elsbeeren, 3 Lärchen, 3,7 Fichten. Kmllppelrelfig: Rm.: 3,9 Buchen. Reisig: Rm: 89 Buchen. Stöcke: Rm.: 76 Buchen, 0,3 Fichten. Zusammenkunft im Distrikt Langenberg, am Endpunkt der Waldstrahe. Auf Verlangen erteilt Herr Förster Steinb ch Auskunft. 1525B Ruppertsburg, den 11. Februar 1925. Heff.BurgermeistereiRuppertsburg:Högy. Holzversteigernng Dtc oiiritlid) Lolmsische Cbcrfdriicrci HodcniolmS Derftcigcrt: uwd Donnerstag, den 19. Februar, Im Saale des Wirts Führer in Hohensolms aus den Distrikten Annewald, Grundwald, Attenberg, SLeuernwald u. Eichelsberg Stammholz: Eiche 4. Kl. 1 St mit 1,19 Fstm. (Schnittholz); Fichte 2. ÄL 1 Stück mit 1,01 Fstm. (Schnittholz), 3. Kl. 2 Stück mit 1,03 Fstm., 5t»M 27 Stück mit 4,51 Fstm.; Stangenyolz: 1.-3. Kl. 210 Stück, 4. Kl. 2u5Siüdt; Scheiter Rm : 199 Buche; Knüppel Rm.. 249 Buche, 47 Eiche, 8 Kirschbaum, 1 Nadel; Reis holz 33 eilen : 7390 Buche 5810 uiche, 80 Nadel. Anfang 101 J Uhr.' Vertreter von leittungssäbiaer Zi,arettenfabrik ittktdeittschlandS für sofort neincbL ES kommen nur solche Herren in Ir>me. die bei PDCAiaLieftbähen unb Groin ien nachweislich gut e ngerübrt sind. Andere Bewerbungen zwecklos. Crierien unter C. F. 6515 an Rudolf Mo«ho. Hall tu d. Saale. 15>«ss £!■■■■■■■■■■■■■■■ Akzifcnz-iMrtsetzer zum baldigen (Eintritt gesucht. MhlHcllimttsilitS'BMrMki Schulftrage 7 isiod Wi? Ä ‘ jf ’Ä I aut* mfiininniiiiniiiniiiiinmniiimiinnnninniiniiimininiii 6röa. ddiiearoerl sez MttWn sucht für baldigen, evtl, sofortigen Eintritt IW», llogtlltllito im Alter von 25 bis 35 Jahren. Bewerber kann verheiratet sein, muß flott stenographieren, Maschinenschreiben können und möglichst höheren Schulbesuch mit Primareife aufzuweisen haben. Stelle kann als Lebensstellung angeteben werden. 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Leider verfügen wir in Deutschland nicht über derartige Kalkbauxite. Die zahlreichen Borkommen z. D. in Oberheisen, auS iungbasaltischen Gesteinen entstanden. sind zwecks Aluminium- darstellung nicht abbauwürdig wcgen der außerordentlich starken Verunreinigung mit Roterde und ihreS wenig massiven Auftretens. Jo daß Förderung und Aufbereitung viel zu hoye Linkosten verursachen. Zum Schlüsse schilderte der Vortragende in kurzen Zügen den Gang der Aluminiumgewinnung, beginnend mit der Aufbereitung der,Crze" zu reiner Tonerde, die mit Flußmitteln, wie z. D. Kryolith oder Aluminium^luorld, in großen elektrischen Oesen mit Stromstärken von mehreren tausend AmvereS der Schmelzelektrolys« unterworfen wird, wobei das metall sche Alumi- nium in Freiheit gesetzt wird. (Lautawerke, Jnn- werke, Bitterfeld.) Mit einer Zahreserzeugung von 30 ODO Tonnen Reinaluminium steht Deutschland heut« an zweiter Stell« hinter Amerika, trotzdem eS bisher noch auf ausländisch« Rohstoffe angewiesen ist: «S ist aber zu hoffen, dak wir auf dem besten Weg« sind, uns von der ausländischen Einfuhr frei zu machen, in dem Maße wie es gelingt, auch deutsche Tone mit technischem und Wirtschaft! chem Erfolge zur Schmelz- Aus der Provinz. Landkreis Gictzen. X Wieseck, 12. Febr. Heute morgen hielt Einzug in unser Dorf. Er kehrte wohl lange als erster Frühlingsbote der Storch seinen nicht so früh wie in diesem Jahr von seiner großen Reise zurück. Man muß ihm wünschen, daß er sein frühes Kommen bei etwaigen kalten Rächten nicht zu bereuen braucht. * Lollar, 12. Febr. Am SamStag trat der Veteranen- und K r i e g e r v er ei n Lollar, nach mehr als 12 Jahren durch die Veranstaltung einer Abendunterhaltung zum ersten Male wieder an die Oeffentlichkeit. Bei überfülltem Saale bot er nach einer kernigen Ansprache des 1. Dors, den Mitgliedern und deren Angehörigen mit einem reichhaltigen Programm einen genußreichen Abend. Am Schlüsse erfolgte die Heberreichung von Auszeichnungen an Kameraden, die zum Teil mehr als 50, 40 und 25 Jabre dem Verein angehürvn. Besonders geehrt wurde der Altveteran Friedrich Heibertshausen, dem neben seiner 50jäh- rigen Auszeichnung ein Diplom vom Präsidium der K r i e g e r k a m e r a dscha f t Hcissia, durch den 1. Vorsitzenden überreicht wurde. 7 Kameraden wurden mit der 40jährigen und 28 mit der 25jährigen Schleife ausgezeichnet. Der Verein hat ein neues Aufblühen zu verzeichnen. Er zählt zur Zeit 114 aktive Mitglieder, hierunter 4 Ehrenmitglieder und 7 passive Mitglieder. In der Generalversammlung wurde die Deiteiligung an dem am 14. Juni zu Steinbach stattfindenden Kriegerfeste beschlossen. • Treis a. d Lda., 13. Febr. Morgen. Samstag, abend spricht hier bei Gastwirt Will der Obstbauinspektor Wiesner vom Landwirt- schaftskammer-Ausschuh für Oberhessen über „Obstbaumpflanzung und -pflege". • Londorf. 13. Febr Kommenden Sonntagnachmitlag findet hier bei Gastwirt Höchst ein Vortrag der Landwirtschaftskammer über Die Lagerstätten des Aluminiums. In der letzten Sitzung der Ober hessischen Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde hielt Herr Professor Dr. Harra s s o w i tz einen Vortrag über „Die Lagerstätten des Alumin'umS". der durch Vorführung zahlreicher Lichtb lder und Ausstellung vmMtne- rollen und Gesteinen in anschaulicher We.se er- gänzt wurde. Mit einem Rückblick auf die weit zurücklie- genden Zeiten beginnend, in denen der Mensch fein Handwerkszeug auS St.iren v-r'ert gte, die Entwicklung über die Kupfer und Bronzezeit bis zu dem vor etwa 330D Jahren Frih -Vn alter der Eisentechnik verfolgend. w'eS der Vortragende auf das jüngste unter den wichtigen Ruhmetallen hin. das b.uie. etwa 10j Jahre >iuaj seiner 1827 durch Wöhler in Berlin erfolgten Entdeckung. von einer zumal In Deutschland stark aus strebenden Industrie in immer größe em Maßstäbe dargestellt zu werden beginnt und rein sowie auch in Gestalt seiner Leg'erungen en Vorkommen von Daux ton. die ohne Eiacnsarbe und an sich unscheinbar infolge ber verschiedenartigsten Verun-e nigu-gen dtxh in mcmn g altiger Dun.hrii auf reten k nnen. Die technisch wichtigen All the. durch Der- wttterung von der Oberfläche aus entstanden, bilden di.-ser Entstehungsweite gemäß keine Lager von gröberer Tiefe, e.gnen sich daher auch nicht zum bergmännischen A bau. sondern werden meist in primitiver Weite durch Ausgraben im Tagebau geforb:rt, zumal di« Lager durch Einschlüsse, unregelmäßige Hntergrunbgeftaltung usw. in unvorteilhafter Weise ausgezeichnet sind. Dedeut- fame Lager, aus Verwitterung van Kattgestein b ero or gegangen, gestatten übrigens vorteilhafteren Abbau. Brauchbar« Bauxit« dürfen nur noch wenig Kieselsäure enthalten, andernfalls sind sie zur Aluminiumgewinnung nicht geeignet. Geschätzt sind neben dem Hauptvorkommen in Amerika französische, istrische und indisch« Lager von Bauxit Die deutsche Industrie verarbeitet zur .DermehrHe Obsterzeugung durch Verbreitung weniger. aber gut fruchtbarer Sorten" statt. Vortragender ist Obstbauinspektor WieSner vom LandwirtschastSkammerauSschuh für Oberhesien. • De rSrvd, 12. Febr. Dei der hiesiger Rutzbolz-Submission erzielte man folgende Durchschnittspreise Kiesernstämme 4 Kl. 34 am., 5. Kl. 31 All-, Fichtenstämmc^ 3. Kl. 34 Mark, 4. Kl. 33 Mk., 5a-Äl. 28 Mk.. 5b-Kl. 25 Mark je Festmeter. ‘ Hausen. 12. Febr Dei der hiesigen Rutzholz-Sabmission kamen Fichten- flämme auf 23 bis 24 Mk.. Kietern-Schnittholz auf 43 Mk. je Festmeter. D Sich. 13. Febr. Dei der gestrigen, im diesigen Stadtwald in den Distrikten Oberspeier- lingSlops, Eisenkaute unb Mönchköpse abgcbal- tenen Drennholzversteigerung wurden folgend« Preise erzielt: Buchcnlcheiter 17 bis 18 Mk.. Buchenstöckc 6 Mk. je Rm. 50 Duchen- wellen 20 Mk. Die Versteigerung war trotz deS RegenwctterS außerordentlich stark besucht. )— ( DllIingen. 12. Febr Aus eine schö» verlaufene Abendunterhaltung, dte am Sonntag stattsand, kann der hiesige Tnrnoer- e i n zurückblicken. Der geräumige Saal deS Gastwirts Strack war bis zum letzten Platz besetzt Auch aus den Rachbarorten hatten sich Freunde deS Vereins eingefunben. Im Mittelpunkt der Darbietungen stcmd die Aufführung deS schönen Stuckes ..Der Bettelheini". Cs wurde flott gespielt. Die Mitwirkenden ballen sich durchweg gut in ihre Rollen hineingelcbt. Auch einige kleine heitere Darbietungen fanden allgemeinen Beifall. Kreis Friedberg. 2$. Dad-Rauheim. 11. Febr. Der hiesige Evangelische JünglingS - und Män - nerverein, der im Stillen eine segensreich: Arbeit entfaltet, trat gestern mit einer größeren Veranstaltung vor die breite Oeffentlichkeit. Cs war ihm gelungen, den Landesjugendpfarrcr Rudolf Zentgraf (Darmstadt) zu einem Vortragsabend in der Dankeslirche zu gewinnen. Die Gemeinde und vor allem auch die sonstigen Jugendpflege treibenden Verbünde waren der Einladung des JüngltngS- und Männervereins so zahlreich gefolgt, daß der weit« Raum des Gotteshauses kaum noch jemand aufnehmen konnte. Pfarrer Zentgraf sprach in ll/>- stündigem Vortrag über das zeitgemäße Thema r®u und Deine Iuaen d". In atemloser Sülle folgte jung und au den tiefdurchdachten Ausführungen. Man gewann den Eindruck, daß hier ein Mann redete, der daS schwierige Pro- bient der Jugendpflege In seinen tiefsten Tiefen versteht und deshalb dazu berufen ist, die Wege zu zeigen, die wir mit unserer Jugend gehen müssen, wollen wir aus dem Sumpfe heraus- kommen, in den wir geraten sind. Dabei zeigte sich der Redner als ein wirklicher Jugendfreund mit jugendlichem Herzen, daS die Röte der Jugend versteht und weiß, daß nur durch Liebe, nicht mit Reglements und Diktaten geholfen werden kann. Zahlreiche ehemalige Angehörige der 25. Retervedivislon sammelten sich nach Schluß der Veranstaltung um ihren hochgeschätzten einstigen Feldgeistlichen, um gemeinsame Erinnerungen auszutauschen. A Re ichelSheim, 12. Febr. Vor dem Kriege verkehrten auf der Nebenbahn- llnie Ridoa-Frie dberg eine erkleckliche Anzahl Personenzüge, die die 'Bewohnet unserer Gegend zur raschen Abwicklung der Geschäfte nach den Endstationen Friedberg und Ridda brachten. Durch erhebliche Zugein- schränkungen während und nach der KriegS- zeit hat sich der Bahnverkehr sehr verschlechtert; besonders wird dies von Geschäftsleuten, Arbeitern usw., die täglich nach Frankfurt, Friedberg, Bad-Rauheim und Butzbach fahren, als großer Mißstand empfunden. Die meisten Arbeiter fahren schon mit dem gegen x!jo Ahr morgens hier abgehenden Frühzug weg; eine große Anzahl kommt von Rachbardörfern, dir etwa ■/< bts 1 Wegstunde von hier entfernt lieqen. Erst gegen 8'/? ^lhr abends erreichen diese L ure ihren Wohnort wieder. Früher konn en viele Reisende den kurz nach 4 Hhr nachmittags neuen stände wären behoben. Dörlenftrrle. 9*rr''n ^rnnr,vrt sind die Dankn oten. (Erbs, Eier-Nudeln, Königin, Blumenkohl, Grünkern, Tomaten, Tapioka echt Lier-Sternchen, Pilz, Rumford, Reis, Crbs mit Reis, Windsor und andere Kreis Büdingen. X Büdingen. 12. $2bt. On der len Gemeinderatssitzung wurde Zur Blutreinrgung und Auffrischung der Säfte ist die jetzige Jahreszeit besonders geeignet. Wir raten Ihnen, in der Apotheke 30 g Herber-Kerne zu kaufen, die unschädlich, aber von vorzüglicher Wirkung sind. Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, sicher in der plniversitätsavotbeke „Zum goldenen Engel". [253ss Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. W.. 12. Febr. An der Abendbörse war der Grundton etwas fester, das Geschäft jedoch nahezu umsatzlos. Die geringen Aotierungen, die zustande kamen, bewegten sich ungefähr aus dem Stande der erholten Rach- börse. Montan-, Ehemie- und Elektrowerte zogen etwa Och bzw. 0,25 Proz. ort Auch der Dankaktienmark lieh leichte Kurserholungen erkennen. Der Markt der deutschen Anleihen schloß sich der abwartenden Haltung an. 5proz. Reichsanlechen mußten etwas nachgeben. Die Dörse schloß bei stark beschränktem Geschäft in gut erholter Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Aeichsanleihe 0,765, Zwangsanleihe 91. Ausländische Renten: Bagdad II 10,62, Zolltürken 10,75, 4proz. Türken von 1905 7,75, do. von 1908 7,75. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 161, Kommerzbank 6,37, Darmstädter Dank 13, Deutsche Bank 12,60, Discontogesellschaft 18, Metallbank 17, Mitteldeutsche Creditbank 1,95, Rheinische Kreditbank 3,75, Oesterreich. Kreditaktien 9/5. Montanakl.en: Harpener 144, Mannesmann 66,50, Mansselder 4,95, Taro 12,50, Phönix 63,37, Stinnes-Riebeck 47.37, Laurahütte 8, Kali Aschersleben 18.87, We- teregeln 23,50. Chem. Aktien: Badische Anilin 30,20, Elber.elder Farben 25,80, Th. Goldschmidt 22,62, Höchster Farben 25,80, Holzverkohlung 9, Rütgerswerke 18. Elektroaktien: AEG. 12,25, Bergmann 18.62, Licht und Kraft 8,10, Siemens und Halske 83,50. Tran, portwerte: Hapag 28,12, Aordd. Lloyd 3,70, S anlungbahn 4, Baltimore 68,50. Sonstige 2ndustr:eaktien. Klcyer 4, Deut- cher Eisenhandel 6, Dyckerhoff 4,4, Spinnerei Hammersen 21,12, Gebr. Iunghans 12,5, Rheinmetall 10,87, Peters Union 2,425, Dadischer zucker 4. u3*tr>ci cSLe> überzeugen^ Rot 4 Pfg„ grün 5 Pfq. falem Cavaliei< 6 Pfq. Cabinet 6 Pfq., Exquisit IO Pfq. d Stück »Jur* Orientalische Tabak- und 2 S Ciqorettenfabrik ,yenldzc’| zu begegnen. Rach den Mitteilungen des Schah- imeisters sind es hohe Summen gewesen, die der Wahlkampf des vergangenen Jahves verschlungen hat. Ein Kassenbest and von 452 Mk. ist verblieben. Der engere Vorstand wurde durch ge- iheime Stimmabgabe einstimmig wiÄ>ergewählt. Rach Erledigung der Tagesordnung hielt Gene- ^ralsekrelär Schindler - Frankfurt a. M. einen Vortrag über di« gegenwärtige politische Lage im Reich und in Preußen. Redner führt u. a. aus, unser ttmerposit scher Geschehen hänge von der Verfassung ab. die uns das parlamentarische System gebracht habe, das uns Deutschen keineswegs auf den Leib zugeschnitten sei. Das parlamentarische System habe mir da Sinn, wo es sich — wie in Frankreich und England — nur nist 2 Parteien oder um 2 Richtungen handele. Menn auch Frankreich mehrere Parteien auf zu - weisen habe, so sei doch dort der Zustand so, dyß die Parteien der Rechten sich zusammengefunden hätten in dem Dloc national, der wohl im Wahlkampfe getrennt marschiere, aber dann bei den Verhandlungen in der Kammer ein einheitliches Programm aufstelle. Anders ist es bei uns. die wir eine große Zahl von Parteien und Parieigrüppchen hätten — die sich bei der letzten Wahl auf 24 belaufen habe — von denen jede ihr eigenes Programm verfechte und durch eigene Parteibeschlüsse es vereitelten, sich unter Das große Ganze unterzuordnen. Redner ging dann auf die Regierungsbildung im Reich und in Preußen ein und betonte, daß im Reiche wie in Preußen eine Einheitlichkeit bei den Regierungsbildungen geschaffen werden müsse. Die deutsche Dolkspartei werde an dem Standpunkte festhalten, daß unbedingt auch für Preußen eine bürgerliche Regierung zustande kommen müsse. Redner besprach sodann den Barmat-Kutisker-Skandal und erklärte, es sei höchste Zeit, hier Ordnung zu schaffen. Die Deutsche Dolkspartei werde sich dafür einsetzen, daß alle diejenigen, die sich auf Kosten des Staates Vorteile zu verschaffen suchen und das Interesse des Staates außer acht lassen, aus den Staatsdiensten entfernt werden. Rach einem Ausblick auf die außenpolitische Lage glaubte der Redner, bei günstigen Verhandlungen werde es möglich fein, daß eine Räumung der Kölner Zone und des Ruhrgebietes im Mai zu erwarten fei. Redner richtete zum Schluß den Appell an die Anwesenden, auch in der Folgezeit treu zur Partei zu halten und die Partei in kommenden Kämpfen eifrigst zu unterstützen zum Wohle des Vaterlandes und der Gesamtheit. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Karen, lichtvollen Ausführungen. • Atzbach, 12. Febr. Bei der Rutzholz- Versteigerung in unserem Gemeindewald wurden folgende Durchschnittspreise bezahlt: Eichenstcunmholz 45 bis 50 Mk., Fichtenstammholz 30 bis 32 Mk., Kiefernstammhvlz 25 Mk. je Festmeter, Eichennutzholz 2 Raummeter 35 Mk. Berliner Dorfe. Berlin, 12. Febr. Auch heute bildete die Dörsenlage ein Bild völliger Stagnation. Das Geschäft ist auf allen Gebieten außerordentlich gering. Die Deckungen, die vorübergehend eine Keine Besserung verursachten, haben heute schon wieder aufgehört, im Gegenteil, am Montanaktienmarkt werden schon wieder Leerverkäufe versucht. Da sich das große Publikum von der Börse völlig sernhält und die lawinen- haft sich entwickelnden Finanzskandale das Ausland von irgendeiner Betätigung abhalten, behauptet die Spekulation das Feld, zumal auch iaj3oui3j u3]uüg^aa@ aaq uejp| uaa vorzuliegen scheint, ihr in die Arme zu fallen. In Großbanttreisen ist man der Ansicht, daß die Hausseentwicklung der letzten Monate durch ihre Schnelligkeit ungünstig gewirkt hat, und man scheint eine Keine Korrektur nach unten nicht für unerwünscht zu halten. Größere Kursabschwächungen waren lediglich teilweise am Montanmarkt zu bemerken, während im übrigen eher von einem weiteren Abbröckeln geredet werden kann. Am Banken markt erregte die Dividendenerflärung von Berliner Handel eine ziemliche Abgabe. Die Rachr'chten über eine Verschlechterung der Aussichten bei den deutsch-französischen Wirtschaftsvorhandlungen trugen zur Stärkung des Pessimismus bei. Der hLi mische Rentenmarkt lag mangels jeglicher Anregung sehr ruhig und kaum verändert. Gegen Mittag hörte man Kriegsanleihe mit 0,785. In Verbindung mit der Stagnation der Dörse bleibt der Geldmarkt einstweilen leicht, doch steht man dieser Flüssigkeit sehr skeptisch gegenüber. Tägliches Geld 9 bis 12 Prozent bei reichlichem Angebot. Monatsgeld 10 bis 13 Prozent. Privatdiskont 8 Prozent. Am int er nationalen Devisenmarkt keine wesentlichen Veränderungen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 12. Febr. Austrieb. 5 Kühe, 1051 Kälber. 663 Schafe. 487 Schweine. Es kosteteten: feinste Mastkälber 65 bis 72, mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 64, geringere Mast- und gute Saugkälber^ 50 bis 55. geringe Saugkälber 40 bis 48, Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 48, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 40, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 20 bis 30. vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilo 65 bis 66, unter 80 Kilo 60 bis 64, von 100 bis 120 Kilo 66 bis 67, von 120 bis 150 Kilo 66 bis 67. Marstverlauf: Kleinvieh bei lebhaftem, Schweine bei ruhigem Handel aus verkauft. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Diahtbericht des .Gießener Anzeigers*.) Frankfurt a. M., 12. Febr. Es wurden notiert: Weizen (Westerauer) 21 bi« 24,75, Roggen (inländischer) 21.50 bis 24,50, Sommergerste (für Braujwecke) 24 bis 31. Hafer (inländischer) 17,50 bis 22.75, Mais (gelb) 22,50 bis 22,75, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 40 bis 43,25, Roggenmehl 35,50 bis 38, WeizenKeic 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,50 bis 14,75. Tendenz: Flau. Berliner Produktenbörse. Berlin, 12. Febr. Der Produktenmarkt zeigte eine weitere Schwäche. Das Angebot vom Inlande in Weizen und Roggen blieb Kein, Gerste blieb ruhig. Mehl bei gedrückten Preßen verkäuflich. Futterarttkel ohne Interesse. Es notierten für 1000 Kilo . Weizen, märt. 240 bis 245, do Mai 280 bis 279,50, Roggen, märt 242 bis 244, do. März 259 bis 257 bis 258, do. Aprll 269, do. Mai 276 bis 275, Gerste, märt 255 bis 270, Futtergerste 215 bis 240, Hafer, mark. 185 bis 193. do. Mai 221,50 bis 220,25. Mais (loko Berlin) 224, do. Mai 206, Raps 390 bis 400; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 35,75, Roggenmehl 33,50 bis 35.75, Weizemlleie 15,70 bis 15,80, Roggenkleie 15,60 bis 15,70, Diktoriaerbsen 26 bis 30, Keine Erbsen 21 bis 22, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 19 bis 20, Lupinen, blau 12 bis 14, do. gelb 15 bis 16,50, Serradelle neu 15,50 16'50, Rapskuchen 18 bis 18,50, Leinkuchen 24,50 bis 25, Trockenschnihel 9,40 bis 9,60, Torfmelasse 9,60, Kartoffelflocken 20,20 bis 20,40. 57 Deutsche ReichSan'eihe . 4%, Deutsche RetchSanleihe . 3’/s7n Deutsche R.ich. anlelhe 37 Deutsche Reichs Ittleibe . Deutsche Sparpramicnanleihe 47, Preußische Äonsols . . . 4° o Hessen........... 3'/a°/n Hessen 3% Hessen ....... Deutsche Dertb. Dollar-Anl. bro. Doll'Schay-Aniretmg ') 47, Zolltürken 57, Goldmexikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank. Darmst. und Naitonalvank . Deutsche Bank......... Deutsche DereinSbank .... DiSconlo Commondit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank . Lcste'reichische Creditanstalt Westbank........... Bochumer Guß Buder..S........ Caro ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harociicr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........... Cbctbebarf Phönix Bergbau....... Ryeimlahl RiebeN Montan........ Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidekbrrg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont -Guano Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin .. Goldschmidt.......... Grleö eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... . . RütgerSwrrke......... Schcideanstalt......... Allg. ElektrültätS-Gcsellschafl Bergmann........... Mauikraftwerke........ Schuckert ...... . . Siemens & HalSke ...... Adlerwerk« Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Henligenstaedt......... Megutn............. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . N.'ctallgcsell chaft Frankfurt. Pct Union A.-G Schuh'abrtk Her; Sichel Zellstois Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Doghäusel . . . Hessen-Nassau. T Aus dem Dillkreis, 12. Febr. Daß der Spatz nicht AllerweltSvvgel ist, weih man auch im Dilltreis. In dem OeNchen Wallenfels bei Eisemroth, ringsum von dem großen Schelderwald umgeben, kennt man schon seit vielen Jahrzehnten keinen Sperling mehr. Richt, daß es hier an Pferden fehlte, nein, der Einheimische erklärt obige Tatsache nur damit, daß die großen Raubvögel in dem nahen Wald, dessen Grenzsteine direkt an den Häusern des Ortes stehen, einen Sperling überhaupt nicht aufkommen lassen. ][ Marburg, 12. Febr. Um die überaus traurigen Wohnungsverhältnisse in M arburg zu lindern — sind doch rund 500 Familien woynungslos —, soll das Wohnungsbauprogramm für 1925 mit be= sv"d^rer S rgfalt bchandstt we-dm. So lag der gestrigen Stadtverordnetensihung ein umfangreiches Siedlunasprojekt auf dem Ge- fände beim Südbahnhof in der R:chtung nach der LandeSheilanstalt zur Genehmigung vor. Die dort zu errichtenden Gebäude dürfen nur zwei Wohngeschosse haben und müssen nach allen Seiten gleichmäßig architektonisch ausgebildet sein. Die Vorlage wurde nach eingehender Besprechung auf 14 Tage zurückgestellt. — 3m festlich geschmückten Rathaussaale wurde heute in öffentlicher Sitzung der Stadtverordneten der neue Oberbürgermeister Dr. G. Voigt aus Frankfurt a. M. in fein Amt eingefübtt. Dem feierlichen Akt wohnten zahlreiche Gäste, darunter die Vertreter sämtlicher Behörden, bei. Die Einführung erfolgte durch Regierungspräsidenten Sp ring otum au8 Kassel, in dessen Begleitung sich RegierungSrat H i l d befand. Ansprachen hielten außer dem Regierungspräsidenten der Stadtv.-Vorsteher Iustizrat Rohde und Bürgermeister Müller. Oberbürgermeister Dr. Voigt dankte in herzlichen Worten. An die Sitzung schloß sich ein gemeinsames Mahl. Wirtschaft. * 30-Millionen-Dollaranleihe für Bayern? Wie verlautet, ist eine führende Reuyorker Bankgruppe bereit, Bayern 30 Millionen Dollar als öVsprozentige langfristige, aber kündbare Bonds-Anleihe zu gewähren. Die übrigen Bringungen der Anleihe sollen gleichfalls günstig sein. ES handelt sich hierbei bekanntlich um Mittel für die bayerische Wirtschaft. die von den Spitzenverbänden beschafft werden sollen. 6 Berliner Handelsgesellschaft in Berlin. Als erste der Berliner Großbanken tritt die Berliner Handels-Gesellschaft mit ihrem Abschluß für das Geschäftsjahr 1924 an die Oefentlichkeit. Der Reingewinn deS Geschäftsjahres beträgt 10 092 582 RM. Rach Abzug der Verwaltungskosten und Tantiemen von 5 145 860 RM., der Pensionsleistungen von 365 884 RM. und der (biCu'r.. von 2 019 133 RM., verbleibt ein Reingewinn von 2 562 105 RM. Es wird vorgeschlagen, hieraus eine Dividende von zehn Prozent — 2 200 000 RM. zu verteilen und 225 476 RM. vvrzutragen. Die internen Rücklagen formten ungeschmälert in das neue Geschäftsjahr übernommen werden, eine interne ihn- stellungsrücklage, die bei der Eröffnungsbilanz gebildet worden ist, ist nur teilweise beansprucht worden. 3m neuen Jahr hat sich das Geschäft weiter gut entwickelt. Die Schuldner (Rostrvgut- haben und laufende Ausstände) sind von 98 auf 143 Mill., die fremden Gelder von 131 auf 171 Mill, am 31. Januar gestiegen. Die laufenden Ausstände sowohl wie auch die fremden Gelder verteilen sich je zu etwa der Hälfte auf Mark und fremde Valuten. Wenn auch der bisherige Lauf des Jahres 1925 noch fein Bild gibt, so glaubt man doch an Hand der steigenden Ziffern des Januars damit rechnen zu dürfen, daß das ErträgniS nicht zurückgeht. " Frankfurter Bankverein A. G., Frankfurt (Main). In der heutigen Hauptversammlung. in der dreizehn Aktionäre 7589 Stück Stammaktien und 1000 Vorzugsaktien ä 20 Rm. vertraten, wurde der Jahresabschluß genehmigt Die Bilanz weist einen Reingewinn von 50 720,40 Rrn. aus, wovon 350 Rm. für Ausschüttung einer Dividende von 7 Proz. auf das mit 5000 Rm. eingezahlte Vorzugsaktienkapital und 42 000 Rm. für Ausschüttung einer Dividende von 7 Proz. auf das Stammaktienkapital in Höhe von 600 000 Rm. verwendet werden. Diese 42 000 Rm. gelangen jedoch nicht zur Auszahlung, sondern werden einem --Rücklagekonto für Kapitalserhöhung gutgebracht, damit diese Beträge später den Qßiirntären bei einer Kapitalserhöhung angerechnet werden können. 3165 Rm. werden für Vergütungen an den Aufsichtsrat verwendet und der Rest von 5205,40 Rm. auf neue Rechnung vorgetragen. • Auf lös ung des Barmat-Kon- zerns. Heber die dem Darmat-Konzern angehörigen Firmen: Miksits Söhne, Eiseickonstruk- tionen unS Maschinenbau A. G., und E. F. Hirsch A. G. in Berlin, ist nunmehr die Geschäftsaufsicht angeordnet worden. Wie der „D. H. D." erfährt, schweben Verhandlung n, die beiden Unternehmungen, unter Loslösung von der jetzigen Verbindung, wieder auf eigene Füße zu stellen. 26 verschiedene Suppen von vollendetem Wohlgeschmack bereiten Sie mühelos, ohne langes Iurrchten, nur durch Kochen mit Wasser, -Maggis Suppen-Würfeln L-'Ä, Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. ($>n Billionen Mart auSaedrückt. BuenoS-Aircs, London. Neu- York, Japan, Rio de äandro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein beite«, alle« übrige für 100 Einheit«:.) Telegraphische Auszahlung. Schluß. äwuF Abend« bMe Schlnft. nu. Schluff Wittag« 6 rle 11. 2. 12 2 11. 2 ] 12 2 0,7i>0 0,765 0,750 0,76 — — 1,02 1 1,04 1,01 1 1 1.4 1,36 1,4 1.40 0,520 — . 0,5 0,52 1,2 1.175 1,19 1.175 1,35 1,30 1,36 1,36 1 JO 1,40 1,41 1.4 1,25 — 1,35 1.32 64.75 94,75 94,75 94,75 90,25 90 5 90,5 90,50 11,10 10 75 10,9 10,5 40,75 40.5 45,25 46 161,5 161 161 160 6,50 6.40 6,50 6,50 13 13 13.13 12,9 12.40 12,6 12,4 12,40 0 41 0,41 — — 17.90 18 17,8 17,80 17,8 17 —— — 1.95 1,95 2 2 9 80 9.75 9,65 9,62 0,123 0,121 0,2-25 0,25 89 87,75 86.90 18.95 18.95 18.80 18 90 12,62 12.50 12,62 12,6 84 83,25 84,50 82,5 92.5 91 91 90 75 139 75 144 140 140 5 18.9 18,9 18.3 18 80 23.75 23,50 23,75 23.40 8.10 8 8 7.75 12,875 12.62 12 80 12,60 63 63.4 61,9 62,25 57,24 67 56,50 56 50 47 47,4 47 40,80 8,60 — 27,63 28.13 27,75 27.75 3,8 3,70 3,70 3,70 — — —— 97,75 97,25 —— 5,60 5,40 5,4 5,8 157,75 158 30,25 30,2 30 29,90 0 52 0,55 22,90 22 62 22,5 22.50 25 24.75 24,40 24,80 25.90 25,80 25,25 25,60 8.9 9 — 18.4 18 16 17,5 21.05 21,25 —— 11 SO 12.25 11,80 12 18,5 18 62 — 18.30 14 13 75 —* 70 70 69,1 69.25 — 83,5 81,62 80,75 4,05 4 4 4 5,90 5 85 5,9 5,9 3 9 3.8 — — 10,25 —— 10,25 10,5 0,65 I 0,63 — 1,1 11 1,13 1,1 15.75 15 — — 2 45 2,425 2.5 2,4 3,9 4 4 4,1 2.65 2 60 2.6 2 5 12,50 13.20 12,20 12,25 4.7. 4,50 — — 3,9 4 — 1t. Februar 12 Februar Rkpart. Annlich» Notleruni a: Mel» ! ori' < •» Oelv 1 Brü> 11 1? Amst.-Roll. 168,89 169,31 168,89 169,31 "Oll -oll Brsf. Antw. 21,41 21, 7 21,14 21.47 oll voll Christiania. 64,07 64,23 64,07 64.23 Oll voll Kov?nbag:n 71,66 74,84 74,73 74.91 voll voll Stockholm . 113,06 113,34 113,05 113,33 voll voll Heliinafors. Stallen . . . 10.559 17.38 10,599 17.42 10,555 17,10 10,595 17,44 Oll voll voll voll London. . . 20,05? 20.107 20,055 20,105 voll VOll 'fieuQorf .. VariS.... 4.195 4,20.5 4,195 4,205 voll voll 22,51 22,57 22,51 22.57 voll voll Schwei; . . 80,90 81,10 80,87 81,07 10“ voll Svallcn . . Wien In D-- 59,63 59,67 59,58 59,72 5,928 voll voll voll Oest. abgest. 5,905 5,925 5,908 voll ‘üraa 12,39 12,43 12.385 12,425 voll voll Budapest. . Buen.-Aire- 5.905 5,925 5,81 5,83 voll voll 1.669 1.673 1.66 1,664 voll voll Bul arien . 3,052 3,062 3,055 3,065 vOlUUOU Japan . . . 1.643 1,647 1,643 1,647 v.oli'jüd llio bf Ian. 0,474 0,476 0,475 0,477 vvu'uOU Bel i rad . . 6,885 6,905 6,875 6,895 vou|üuU Lissabon . . 19,28 20,02 19,98 20,02 uU|uuU r 1 . Februar. ’ltL'.irt Amerikanische Noten ..... 4.172 4,192 ton belgische Noten . ...... 21,37 21,47 toll Dänische Noten.....* . . 74 61 74 99 voll Englische Noten. ....... 20,045 20.145 toll Französische Noten ...... 22.64 22 76 voll Holländische Noten ...... 168 58 169.44 roll lltllienischc 9?oten...... 1? 48 17,56 voll Norwegische Noten...... 63,84 64,16 voll Deulsch'Oestcrr, ä 100 Kronen 5.91 5.93 toll Numänfsche Noten...... 2,145 2,16'» voll Schwedische Noten...... 112.79 113 39 voll Schweizer Noten....... 80,89 81 29 voll Spanische Noten....... 59 50 59 80 voll Tschechoslowakische Noten . . 12.355 12.415 voll Ungarische Noten ... 5.77 5.70 voll Kennzeichen: Der Name ,,Maggi" und die gelb-rote Packung. 1470c Die rote Kaschgar. Xotnon von Feder von Zvbeltih 06 -ertsetzung Nachdruck verboten.) .^xiftere, datz er sich den Deubel um die Ansichten der geehrten Nachbarn schiert. Wenn <4 ihm besser patzt." erwiderte Gert. „UcbrigcnS hätte ich die Freyc gar zu gern noch einmal getonnten Vielleicht —** _ Er sah ein rasches Nervenzucken un Gesicht Alexei Hellmut unterbrach ihn, der mU dem Dessertmefser an sein Glas Hintie. ..Wein lieber Gert." begann er ..da» ,st heute der Abschiedsabend und da» LlbfchicdSellen. Dir ziehen au», und du ziehst wieder aus dem väterlichen Ttammfiy ein. und in wenigen Wochen wird Lepe dir folgen. Latz dir noch einmal sagen, wie glücklich wir sind, daß du von den Toten auserstanden bist. 2s war eine herzensbange Zett, die wir hier durchlebten, als Woche um Woche und Monat um Monat und schließlich ;3o6c für Jahr verging, ohne datz Nachricht von dir eintoas. und alS wir endgültig zu der Ueber- zeugung kommen mutzten, datz du in den 6t6- feltern Pamirs verunglückt seist. Ich habe inzwischen dein Erbe hüten können und freue mich, datz ich es dir in dem Dewutztsein übergeben durste, meine Pflicht getan zu haben. Ich möchte dir gemeinsam mit Theda aber auch noch Dank sagen, datz du in der Deränderuna der Berhält- nisse. die dein Derschollensein mit sich brachte, gcwisserrnatzen eine höhere Fügung sahst, feine yewaltsamc rrschütterung: datz du unsre Ehe fantilonlcitcft. StWaS oanz Menschliches erleichterte dir diese Menschlichkeit: Deine Liebe zu Biere. Und datz meine Schwester nun deine Frau Wird, scheint mit der Endschlutz der Fügung. Wc vollendete Harmonie. Aus gute 71 ,chlar- ,schäft, Gert, aus treue Derwandtschastlichleit — latz uns zusammenhalten!" 8t Kietz mit Gert an. Theda wischte sich ein Tränchen der Nührung auS dem Augenwinkel und folgte. .Heilho," sagte Biere und drückte ihm die Hand. ®r zog ihre Hand an seine Lippen und lehnte sich in den Stuhl zurück. Der Nachtisch .War gereicht, die Diener hatten daS Zimmer verlassen Gert füllte Wieder sein Sektglas und nahm einen Schluck. ..3a." sagte er langsam, ..du magst schon recht haben. Hellmut. es ist gewissermatzen eine höhere Fügung, die ein Zufall lenkte Der Zufall war der verlorene ‘Brief. Wäre er recht- Zeitig eingetrossen, so hätte er in die Freude Darüber, datz ich noch am Leben, doch auch einen Mihklang getragen: er hätte eure Ehe verhindert, zum mindesten aufgeschoben, er hätte Disharmonie gebracht. Und nun trat auch noch eine Duplizität der Srcigniffe ein — der gle-chzeitig an Freye abgesandte Brief erreichte ebensowenig fein Ziel. Warum ich grade an Fr-eye schrieb — lieber Gott, da- war ein Sinfall des Augenblicks. Irgendetwas erinnerte mich an unsre Kurdersreundschast — und ich kann nur wiederholen. ich hätte ihr gern noch Lebewohl gesagt, denn es ist fraglich, ob wir uns je Wiedersehen Werben. Aber wenn sie keinen Besuch mehr annimmt . . * Er war jetzt mit allen Sinnen Beobachtet, und er sah eine flackernde Unruhe- in den Zügen AlereS. .Ich Will dir einen Vorschlag machen. Gert". Warf sie ein. .Ich Werde mich nach dem Zeitpunkt ihrer Abreise erkundigen, das kann ich ohne weiteres erfahren, und dann reiten wir nach dem Bahnhof und sagen ihr noch am Zuge Addis. 3a V .Warum nicht? Können wir machen . . .* 6r nitzpie Wieder an seinem Glase und schaute wie träumend in den quirlenden Schaum . . . .Weiht du. Hellmut", fuhr er fort. _wa$ mir eigentlich leid tut? Datz du nun auch die beiden philalelistischen NarifNma nicht erhalten hast, die ich meinem Briefe an dich beilegte. Die beiden roten Kaschgar-Marken, die nur für ein paar Stunden im Handel waren. Ich hatte mir schon au-gemalt, wie du die Kartons vornebmen und die Marken sorgfältig auflleben Würdest, ich kenne ja die Art. Wie du deine Sammlung behan-- helft und pflegst — immer mit einer gewissen Feierlichkeit — ich sah dich im Geiste über den Marken sitzen, ganz verzückt, und mit der Spitz- seder in zierlicher Handschrift die nötige ‘Bemerkung notieren: ,2 Rubel Kalchgar. höchste Seltenheit. gleich nach Erscheinen wieder zurückgezogen' — oder so . . Die Marken hatten sicher einen hohen Wert . . Et sprach so ganz beiläufig, wie aus dem Erinnern heraus. Aber alle Nerven In ihm lagen in höchster Spannung. 8tne jähe Bläffe, em Iagen deS ErichreckenS flog über das Gesicht HellmulS. Und bei Gott, auch über die Züge Aleres — War es Täuschung? nein — ging ein rasches ‘Verbleichen Da durchzuckte es Gert. Er wollte sein Glas nehmen und es Hellmut in das Antlitz werfen. Er wollte Biere an den Handgelenken packen und ihr ein vchmähwott zuschleudern. Er wollte auffabren und ganz laut schreien: .Betrüger! Ich zerschneide daS Tischtuch zwischen euch und mir!“ — Es kam zu keinem dramatischen Höhepunkt. Hellmut sprach schon wieder. Lachend entgegnete er: .3a natürlich die Marken sind ganz un- schätzbar, sind vielleicht Unikal Aber, lieber Himmel. Was hilft s. ich mutz mich schon trösten über den Berluft!" .Dafür hast du die Theda bekommen", sagte Biere heiter. Nun lachte auch Theda. .Bin ich dir nicht mehr wert alS die allerfeltenste Briefmarke?" fragte sie und gab ihm einen Kutz. .Iawohl, mein Kind", erwiderte er. .und schon deshalb bebaute ich den verlorenen Brief keinen Augenblick. ES mutzte und sollte so kommen." .Mahlzeit", sagte Gert und hob die Tafel auf. — ®r ritt bald zurück nach dem Forsthause. Er War still geworden und Nagte über eine leichte Migräne. Auch Biere gedachte sich xu verabschieden. Theda hatte der Zofe noch einen Auftrag zu geben. Weil man am nächsten Morgen schon frühzeitig nach Schwichelde Wollte, und da standen die Geschwister sich für eine Minute allein gegenüber. Sie schauten sich fragend an. .fiere“, sagte Hellmut. „wa8 war das mit Gert? 3st er mitztrauisch geworben T „ES schien mir so." .Warum?" ..Ich ahne nicht. Du hast doch nie den Brief aus Kasckgar bekommen?" .Ich habe nie einen Briet au» Katchgar bekommen Und Frede?" -Freye bat auch keinen Brief von ihm auS Kafchgar in Händen “ Wieder schauten sie sich an und verstand«, sich. .Gr kann Frehe ausfoagen". sagte er. .Ich erzählte ihm. datz sie keinen Besuch annimmt. DaS hörte ich in ber Tat von dem Grafen Buftlen. Bber ich verschwieg, datz man schon übermorgen atnreUen will. Wir werden uns allo daS Lebewohl auf dem Bahnhof schenken müllen . . Und noch leiser fügte sie hinzu: .Frehe Würbe auch keinen Selbst verrat üben." Er bitz sich aut die Lippen, weil ganz plötzlich die volle Erkenntnis kam. ES regle sich auch ein Rest von Schamgefühl, es verklang ein Letztes in feiner Seele. .Vielleicht täuschen wir uns", sagte er. .Aber ich werde erst ruhig sein, wenn du seine Frau bist." ..Ich auch. Und biS dahin Vorsicht. Hast du die Marken auS Käscher noch?" Er neigte den Kopf ES war eine Zustimmung »Diese törichte Leidenschaft", klagte sie. .Kann er sie gesehen haben?" »Undenkbar. Ich habe die Sammlung selbst verpackt." .Derorenne die Dinger — Wie ich den Brief an Frehe verbrannte." »Gab sie ihn dir?" »Frage nicht ctft; er ist vernichtet." Einen Augenblick schwieg er und sagte bann: .Wir sind schlecht geworden. Lepe." »Nein. Hellmut", antwortete sie. und durch ihr Auge blitzte die ganze nervöse Kraft ihres Wesens, .wir waren nur keine Schwächlinge, wir Hetzen Wille auf Wille wirken, wir folgten dem Imperativ unsrer Naturen — Wir waren selbstsüchtig im besten Sinne. Waren wir schlecht, fr hätten Wir unser Glück aus dem Unglück bew andern geholt. DaS Wollten Wir nicht und taten Wir nicht. Wir haben im MuSkellpiel unsrer Moral auch Gert zu einem neuen Glück oct- Holsens . (Fortsetzung folgt ) ------■■ ■ ■■■■■! ■■■ iu——üi । * 1 Die Holzversteigerung vom Heutigen ist genehmigt. Abgabe der Abfuhrscheine bei den Hebstellen oom 19. Februar an. Ueberweisung und Beginn der Abfuhr Freitag, den 20. Februar. vormittags 8 Uhr. 1530D Giesten, den 12. Februar 1925. _______Hessisches Forstamt Diesten WMmMMM Ober-Seiberten ob. Am 10. und 11. Mai 1925 findet in Ober-Seibertenrod ein Radfahrfest verbunden mit Bannerweihe statt. Besitzer von Karussells. Schießbuden, Schaubuden, Zuckerttänden und dergleichen wollen zwecks Vergebung der Plätze ihre Angebote a-i den Vorstand des Radfahrvereins Wanderlu' Ober- Seibertenrod einreichen. Die Zuschlags» erleilunq erfolgt am 20. März 1S34D Zagdverpachtung. Montag, den 23. Februar 1925, mittags 12 Uhr, soll die der Mark BellerSheim zustehende Waldjagd (zirka 125 ha Wald) auf dem Rathause zu BellerSheim öffentlich, meistbietend auf 6 Fahre verpachtet werden. Das Iagd- gebiet ist in einer ' , Stunde vom Bahnhof Obbornho'en-Bellershelm (Hungen- Friedberg) oder vom Bahnhof TreiS- Münzenberg (Butzbach—Sich) zu erreichen. Bellersheim (Kr. Giesten), 10.3ebruarl925. _____Der Markmcister: Hahn. 15010 WteMWMKlllMrf Montag, den 23. d. Mts., vormittags 12 Uhr, werden in unserem Amtszimmer 2 Marder-, 25 Fuchsbälge und 7 Dachs- schwaten aus dem Winter 1924,25 öffentlich versteigert. Besichtigung vorher von 11 Uhr an. 15370 Romrod (Oberhessen), 12. Februar 1925. Hessisches Forstamt Romrod. Bekannt, begehrt Im ganzen Reich, Mit feinster Frischmilch hergestellt. Zu haben schon für wenig Geld: Die beste Butterkost . der Welt! HEY- Paste ■iiiiiiiib im eleganten Vierkant-Glas ist oh> halbflOsstge Emulsion das zeltgem&be Pflegendttel für alle empfindlich-zarten, farbigen Boxcalf-Schuhe. Höchste Leder-Conservleiung, mühelos erreichte Glanz-Wirkung, sowie intensive Farb- Regeneration sind die Kennzeichen. Fordern Sie Angebote von der HEY - G. m. b. FL. Chem. Fabrik. Offenbach a.M. Münchener öierpalast Kackerbräu iiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiii Samstag, den 14. Februar, ab 7 Uhr (Eintritt frei! (Eintritt frei! Kappen-Abend mit der Original bayr. Stimmungskapelle G. Bühler, sowie der berühmte Bauerndarsteller und Humorist ,,Der schöne Seppel". [1688c] Josef Schwab. Palast-Lichtspide, Kirchenplatz . — r - -T n I ... X - ■ = Nur 3 Tage (Freitag, Samstag und Sonntag). Ab beute: Die Flucht aus dem Heere der Heimatlosen Leben und Leiden zweier FremdenleiHonflre in einem Vorspiel and 4 Akten. Mil Gesang. Persönliche* Auf reten eine* ehemaligen unter Todo*gefa r geflüchteten Legloniir* In der franröi»i*cheii Legloneun Horm. Der Film — ein Ma inwert an Dentich’andi Söhne — muß -on jedermann gp-ehen werden. Es muß unsere Jugend von den Qn ilen der Legion bi-raten werden, d-nn Tausende deutscher Volksgenossen werden durch Versprechungen und arglistige Täuschung der Leeton jährlich zugefuhrt und dort eiendlich zu Grunde gerichtet Der Film bringt die Leiden und Strapazen der Legionäre in spannenden Bildern. Der einzig existierende Aufkillrungsfilm gegen die Fremdenlegion. Wegen anderweitigen Auftretens des Fremdenlegionärs ist eine Verlängerung über den Sonntag ausgeschlossen. Vorher das wundervolle Programm: Stolze Frauen G Akte nach dem bekannten Roman .Hally Hooge“ von Anny ^Vothe- Hauptrollen: Evi Evi. Viggo Larsen, Dora Bergner u. a. 1531c Anfang Wochentag* 4 I hr, Sonntag* 3 I hr. 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Aia pulst alfos Die Angebote sind verschlossen, „ach Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Montag, den IG Februar, nachm. 2l/e Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst in Anwesenheit der er. «chienen Dieter di« Eröffnung erfolgt. Angebote mit zusammcngezogenenKlas- len oder mit Vermerk, versehene haben keine Gültigkeit. Die Derkaufsbedingunaen werden vor der Eröffnung bekanntgegeoen und können auch an demselben Tage vorher eingesehen werden. Nähere Auskunft erteilt Förster Wallenfels. Geilshausen, den 10. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. 1458V Maskenkostüme zn ucrlcibcit. »^»d Mur Wfek ViiDroinftroße 64. Holzfnvmifsion. Montag, den 16. do. Mts., kommen aus dem Gemeindewald Geilshausen folgende Holzsortimente auf dem Sub- missionsweg', bei günstigen Zahlungsbe. dingungen, zum Verkauf. [illsleifl-toille alle Größen lauernd im 846a Modehaus Salomon Masken Kostüme KU UCI kthCM. 1:11 MemgeMMiii iMlgubtertjtftr ste Sesen. 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