Dienstag, |3. Januar 1925 K5. Jahrgang Hr.lO Erstes ölatt Neue Versuche Dr. Luthers He-ur /eg 91 Der Wechsel im amerikanischen Staatssekretariat Ulims ilung höchster zum 26. Trockenschmycl 9,30 bU >-10, Jtartoffdfüxfen 1920 *0.81 ‘1.UJ ttn ton tri toi M tue tc] toi toi toll lol toll toll bei bull Beginn Welt- und in 921 Ino 19.65 533 lolph hihihi» konischen Zusammenarbeitens, also den der ausgesprochen angelsächsischen Politik, deren Folgen sich in Asien Europa bald zeigen werden. Die angelsächsische Presse Rücktritt Hughes'. 'to4 w-7 K, M4 w Von Hughes zu Kellog. - Wie ein Kanonenschuh wirkt in der ganzen politischen Welt die Nachricht, daß der amerikanische Staatssekretär Hughes, der Leiter der auswärtigen Politik, von seinem Posten z u- rücktreten will. Der Fall scheint schon seit langem vorbereitet zu sein, daraus deutet der offizielle Kommentar hin, dah Herr Hughes, nachdem er lange Jahre Staatssekretär war und sein Vermögen verbraucht hat, zur Anwaltspraxis zurückkehren muh, um Geld zu verdienen. Mag sein, dah das zum Teil richtig ist, da die amerikanischen Beamten ja sündhaft schlecht bezahlt werden und infolgedessen jemand, der auf eine saubere Weste hält, zu einem kärglichen Leben verurteilt ist, wenn er nicht von Hause aus wohlhabend ist. Mag sein, dah Hughes schon auf die nächste Präsidentschaftswahl spekuliert und Coolidges Nachfolger werden möchte, aber trotzdem sind das Gründe, die mehr in der Peripherie liegen, die eigentliche Nrsache im Wechsel des Stacrts- sekretariats liegt ganz sicherlich in der allmählichen Schwenkung der amerikanischen Politik, die im vergangenen Jahr immer deutlicher in die Erscheinung getreten ist. Der Kampf zwischen den Aktivisten und Passivisten, denen, die in Europa eingreifen und denen, die sich auf ihrem Kontinent gleichsam eingraben wollen, ist jetzt endgültig zugunsten der Aktivisten entschieden. Nicht re>n zufällig, die Enthaltsamkeit, die als eine begreifliche Reaktion auf die verunglückte Politik Wilsons Platz gr fr, hat sich als nicht nützlich erwiesen. Es war doch nicht ganz so, dah die Bereinigten Staaten sich einfach auf ihren riesigen Kriegsgewinnen zur Ruhe setzen und nun die ganze übrige Welt sich selbst überlassen konnten, die amerikanische Wirtschaft spürte sehr stark, dah sie in ihrem eigenen Golde erst i ck e n muhte, wenn es ihr nicht gelang, durch die Stärkung der europäischen Wirtschaft den Austausch zwischen Rohstoffen und Fertigfabrikaten wieder auf die Höhe der Vorkriegszeit zu bringen. Das wollte zum Teil auch Hughes, aber das Tempo, das er anschlug, war sehr langsam, und nachdem nun Senator D 0 r a h an die Spitze des Auswärtigen Ausschusses des Senats getreten ist, der wieder mit dem Präsidenten Coolidge sehr intim ist, war ein Konflikt des Präsidenten mit seinem Staatssekretär früher oder später unvermeidlich, und da nach amerikanischem Brauch der Staatssekretär keine eigene ‘'|3< % L M ,29 i*9 ,71 12, tos ,5? ,8 ,82 17? ,65 34 178 ,(•? 12 Der Sieg der Aktivisten. Verantwortung hat, sondern nur die Politik des Präsidenten treiben darf, war es llug von Hughes, wenn er vorher die Konsequenzen zog, wohl auch, da er in der Ruhland-Politik aus seiner Reserve nicht heraus wollte. Jedenfalls bedeutet die Ernennung seines Nachfolgers Kellog, des amerikanischen Botschafters in London, die Einleitung eines engen englisch-ameri- e Kinderseife II, ?. J. Eflii, Drij. Oun tob. 0. WiilerholL 8Io 8rlt' 4.192 75.44 «.U :?,6 178,73 17,67 (4,6? 6,917 2,18 1’3,28 11,'6 t-498 JA ’M£ Neuh 0 rk, 12. Jan. (Kabeldienst der $11.) Die Presse der Vereinigten Staaten beschäftigt Psich eingehend mit der durch den Rücktritt Hughes geschaffenen politischen Lage. „World" weist darauf hin, dah neben Coolidge Senator D 0 r a h einen entscheidenden Ginfluh auf die auswärtige Politik gewinnen wird. Coolidge selber wird mehr wie bisher sich mit der Außen- Politik beschäftigen. Er habe zu diesem Zweck Kellog an Stelle von Hughes berufen. Die neue Lage wird ferner vor allem einen großen Einfluh auf die Politik gegenüber Sowjetruhland ausüben. Denn bisher habe in dieser Frage ein scharfer Gegensatz zwischen Hughes und Dorah bestanden. Die englische Presse ist für Hughes voll warmer Anerkennung. Besonders erinnert man an seinen Anteil an dem Erfolg der Washingtoner Konferenz vom Jahre 1921. „Daily Telegraph' bemerkt, dah der damals von den Großmächten abgeschlossene Vertrag über die Beschränkung der Seerüst ungen der Plan Hughes gewesen wäre. Hughes könne auf dieses, durch seine Veranlassung getroffene Abkommen zur Erhaltung des Friedens im Stillen Ozean mit berechtigter Befriedigung zurückblicken. Ebenso sei die Annahme des Dawesplanes durch alle beteiligten Mächte auf der Londoner Konferenz der Tatkraft Hughes zu verdanken. Rücktritt Houghtons? Berlin, 12. Jan. (TU ) Die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des amerikanischen Botschafters in Berlin, Houghton, hat in weiten Kreisen Deutschlands aufrichtiges Bedauern hervorgerufen. Man erinnert sich P0Ci(l totiocl " wlLotu roll >«,i nm ’X ''3,01 19,66 ?.1O 5'95, *1.16 ! »9.91! MO?! '7,61 I 9,8251 >36)1 I.SQd 5.496 .7,34 '9.86 um Fragebogen, die ihm von Parteien vorgelegt werden, kümmert, sondern sich zuverlässige Männer Holt, wo er sie findet. Dann mag er sich getrost auf die Reichstagstribüne stellen und sein Programm entwickeln. Es ist mehr als fraglich, ob dann die Opposition mit ihrer zahlenmäßigen Mehrheit es wagen wird, den einzigen Mann zu stürzen, der sich bei den herrschenden schwierigen Umständen zu regieren getraut. Luthers Verhandlungen. Das überparteiliche Kabinett. — Die kommenden Männer. Berlin, 12. Jan. (WB.) Dr. Luther setzte seine informatorischen Derhandlungen mit den Fraktionen heute den ganzen Tag über fort. Er empfing die Vertreter des Zentrums, der Deutschnationalen, der Deutschen Dolkspartei, der Demokraten und der Bayrischen Dolkspartei. Den Kernpunkt aller Besprechungen hat die Erörterung über die Bildung der Regierung dargestellt, in der ohne fraktionelle Bindung jede Fraktion mit je einem der Fraktion angehörenden Vertrauensmann vertreten sein, im übrigen aber die Besetzung durch Fachmini st er erfolgen soll, bei deren Auswahl durch den Verantwortlichen Reichskanzler gewisse Rücksicht auf die politische Ein* ftt II u n g genommen werden soll. Cs wurde ferner über die Methoden verhandelt, durch die in praktischer Arbeit eine engere Fühlungnahme zwischen Regierung und den Iraki tonen sichergestellt werden kann. Das Zentrum hat eine Fraktionsberatung über die neue Grundlage abgehalten und unter dem Vorbehalt der letzten Entscheidung nach Kenntnis der Gesamtgestaltung des Kabinetts dem Plan einstimmig z u g e st i m m t. Die Führer der Deutschen Dolkspartei und der Bayrischen Dolkspartei haben den Plan grundsätzlich gutgeheißen. Die Deutschnationale Dolkspartei hält hnLaufe deS morgigen Tages eine Vorstands- und FraktionS- sihung ab. Die offizielle Detrckuung Dr. Luthers mit der Bildung eines überparteilichen Kabinetts wird von dem Ergebnis seiner Besprechungen mit den deutschnationalen Unterhändlern abhängen. Ein Reichskabinett Luther würde folgende Dertrauensleute der in Frage kommenden Fraktionen bereinigen: für die Deutschnational-n Wallraf als Innenminister, für die Bayrische Dolkspartei Dr. Emminger als Justizmini- volldZ DoO bei ü°n »oll'dell BS ster, für das Zentrum Reichsarbeitsminister Dr. Brauns und für die Deutsche Dolkspartei Reichsaußenminister Dr. Strefemann. Die übrigen Ministerien würden durch Fachmänner beseht werden, und zwar würden von den bisherigen Ministern im Amte verbleiben Dr. Gehle r als Reichswehrminister und Graf K a - n i tz als Ernährungsminister. Außerdem werden genannt der frühere Staatssekretär L e w a l d, der frühere Reichsschahsekretär Graf Rödern und Geheimrat Bücher vom Reichsverband der Deutschen Industrie. Die Frage, ob das Kabinett Luther zustande kommen wird, hängt, wie die Blätter betonen, einmal von der Haltung der deutschnationalen Fraktion und andererseits von dem Derbleiben Dr. Gehlers, der übrigens der demokratischen Fraktion nicht mehr an gehört, in seinem Amte ab, da, wie gemeldet, hiervon das Zentrum seine Stellungnahme zu dem Kabinett Luther abhängig machen wird. Wie „Tageblatt", Dossische Zeitung" und „Vorwärts" hervorheben, würde ein Kabinett Luther auf die Opposition der Sozialdemokraten und der Demokratischen Partei stoßen. Demokratischer Mihtrauens- antrag gegen Gras. Berlin, 13. Jan. (TU.) Wie der „Börsen- courier“ berichtet, wird die demokratische Partei einen Mihtrauensantrag gegen den deutschnationalen Vizepräsidenten des Reichstags, Gräf, einbringen, der sich geweigert hat, den üblichen Besuch beim Reichspräsidenten Ebert zu machen und der auch, als Ebert dem Präsidium des Reichstags seinen Gegenbesuch machte, ostentativ fern blieb. Dr. Wal -- rat der deutschnationale Reichstagspräsident des früheren Reichstags, war bekanntlich zur Neu- jahrSgratulation beim Reichspräsidenten erschienen. Eine Mehrheit für diesen Mißtrauensantrag ist im Reichstag offenbar vorhanden, so dah Herr Gräf wohl einem andern Vizepräsidenten wird Platz machen müssen. Braun übernimmt Kultus- und Finanzministerium. Berlin, 13.Jan. (T. 11.) Wie die .Deutsche Zeitung" hört, wird der sozialdemokratische preußische Ministerpräsident Braun mit dem heutigen Tage die Leitung der durch den Rücktritt der volksparteilichen Minister Dr. Dölitz und von Richter freigewordenen preußischen Ministerien übernehmen. asneNmt le$eiea filr bit lagesimmmerDis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm VSYe für Anzeigen von 27 mm Breite Srtlich8, auswärts 10 Boldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20e/o Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil . Hans Beck, sämtlich in Gießen. U,1S »w 17.57 • 5.81 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Dnie Ei werde"- ^oW1' i.tS*** 368 j Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monats-vezf-gsprefr: 2Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt. Fernfpre ch;Anschlüsfe: Schriftleitung 112, Der» lagundGeschästsstelleöl. Anschrift für Drahtnachrichten: LnzelaerOiehen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. 4,17? 20,83 76,06 20 0 12, 2 119,8 17,5) 64,21 5,907 2,16 112,72 iobuftenborfe. ?' ..?? ^obunemnarft $2 ©etrcibmrräte vor. tat auch auf bem Termin- Wefel- QluWmel Erhöhung sich wieder rrle die Sonne Denen W Marz) 269. Weizen Wen (mark.) 228-23'* loggen (Mai) 271-269,5 Suttcrgerftc (neue) 200 “6-184, Hafer (pvimn.) §ta) 220-223, RipS 405, : Doppelzentner Weizen^ Kvggemnehl 31,75-34.50, itleie 5'>,40, D.ltvriaerblen >-23, Futtererbsen 19-20 läerbvhnen 18-20, Di-ken ) 11,50-13 Lupinen (gelb, (neu) 16-18, Aapskechen jManiior Den Artei lsspruch erwartet man fernt wird. einen neuen überrascht. Die Warschau nach Danziger Post polnischen Klebergriff Aebergabe der gesamten von Danzig kommenden Post an die wurde verweigert und an Aus aller Wett. Schweres Eisenbahnunglück Opfer deS Berliner Autobusunfalles. Der holländische Kaufmann Dütot. der bei dem Autobusunglück am Lützowufer schwer verletzt worden war, und dem am Samstag ein Bein amputiert werden muhte, ist seinen Verletzungen erlegen. am 1. Februar auf sämtlichen Eisenbahnen des besetzten Gebietes, mit Einschluß der Saarbahnen, die Mitteleuropäische Zeit eingeführt, und zwar in der Weise, daß am 31. Januar, abends 11 Ahr westeuropäischer Zeit, die Ähren eine Stunde vorgestellt werden. heute. m . ( Sadoul war während des Krieges einer Mission in Rußland beauftragt, nach russischen Revolution fahnenflüchtig w< worden und hatte angeblich in Rußland befindliche französische Soldaten für die Sowjets angeworben, sie also zur Fah- das neue polnische Postamt weitergeleitet. Briefträger in polnischer Uniform und polnischer Mühe haben zum erstenmal die aus Warschau kommende Post zugestellt. „Die wahren Schuldigen", so schließt er, „sind Aoulens — er verhinderte, daß man mit der Sowjetregierung zu einer Derständigung langte — undClemencea ul" Paris im Rebel. Blättermeldung aus Paris war Der Danzig-polnische Post- konflikt. Berlin, 13. Ian. Wie aus Danzig gemeldet wird, wurde der Freistaat gestern durch Kleine politische Nachrichten. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat gegen Dr. Weber, den Generalmajor a. D. Ä echt er und gegen die beiden Vorsitzenden des Deutschen Schützen- und Waliderbundes, Metz ding und Dr. Alzheimer die Anklageschrift wegen Fortführung des verbotenen Bundes Oberland fertiggestellt und die Eröffnung des Hauptverfahrens vor dem Münchener Schwurgericht beantragt. Staatssekretär Hughes hat sich bereit erklärt, für die deutschen Handelsschiffe, die bei Ausbruch des Krieges in amerikanischen Gewässern beschlagnahmt wurden, S chgden- Frankreichs Arm in Rußland. Der Friede von Breft-Litowsk. Paris, 13. 3an. (TA.) Vor dem Kriegsgericht der 5. Division in Orleans erschien gestern nachmittag S a d o u l. Aus seiner langen Verteidigungsrede hat folgende Stelle großes Aufsehen erregt: Es ist unbegreiflich, daß man in Frankreich immer noch nicht weih, daß Lenin undT rohki bei der Bildung der Sowjetregierung unaufhörlich die militärische Anter st ützung Frankreichs zur Wieheraufnahme des Krieges gegen Deutschland erbeten haben. Sv wurden beispielsweise die russischen Generäle, die den Frieden von Drest-Litowsk verhandelten, von den Generälen unserer Mission ernannt. Senin rechnete mit einem Abbruch der Friedensverhandlungen und nahm an, daß er gezwungen sein würde, den Krieg gegen Deutschland wieder aufzunehmen. Er ließ daher durch mich fragen, ob die französische Milttärmission bereit wäre, sich an die Spitze des russischen Heeres zu stellen. Herr Aoulens lehnte ab und der Frieden von Breft-Litowsk wurde unterzeichnet. Der Hmrptverantwortliche für den Frieden von Breft-Litowsk und den Tod von Hunderttausenden unserer Soldaten ist Llemeneeau. Wettervoraussage. Leicht bedeckt, südliche Winde, kalt, Rebel oder stellenweise Riederschläge, Frost. Die Wetterlage ist heute wenig verändert. Infolge starker nächtlicher Ausstrahlung in Mitteldeutschland Temperaturen mellt unter Aull. Viertels liegt. Die käthplische Käthe-- dralp und zahlreiche Häuser wurden von Schüssen getroffen. 8000 Mann der Truppen von Chang Qjun Vling zogen sich in die französische Kolonie zurück. Man befürchtet, daß weitere? Kämpfe für das europäische Viertel gefährlich werden. Polizei ist aufgeboten. Außerdem sind mehrere Truppen gelandet. Die chinesischen Soldaten plündern die chinesischen Stadtviertel Schanghais. Der Vorsitzende wagt eine schüchterne Einwendung. Sadoul fährt aber fort: war aber wegen seiner Haltung in Gefahr, die französische Militär Mission nach der Unterzeichnung des Friedens von Drest-Litowsk, als der Botschafter Aoulens vor den Deutschen bereits die Flucht ergriffen hatte, z u - sammen mit dem General st ab arbeitete, der die Regierung der Roten Armee in die Hände bekam. Als die Deutschen zurückwichen, erschien Roulens wieder auf der Bildfläche und wiegelte 50000 Tschechoslowaken und die Weißgardisten auf. Bei dem Scheitern seiner Pläne ergriff Roulens endgültig dre Flucht. Das Leben der französischen Off,ziere Lwar aber wegen seiner Haltung in Gefahr. Ich aber allein habe sie gerettet Sadoul stellt fest, daß man ihm die Rückkehr nach Frankreich verwehrte, um die Person Roulens vor feinen Enthüllungen zu schützen. Aus diesem Grunde und auch weil er von der sozialistischen Partei als Kandidat aufgestellt war. wurde er 1919 zum Tode verurteilt. Sadoul nennt das Urteil einen politischen Mordversuch. e r s a tz zu zahlen. Bekanntlich befindet sich unter diesen Schiffen auch der Dampfer „Vaterland", der jetzt den Ramen „Leviathan" trägt. Rach einer _ _ die Stadt am Montag in einen undurchdringlichen Rebel gehüllt. Der Eisenbahnverkehr wies beträchtliche Verzögerungen der Züge auf. Bei Villeneuve fuhr ein Vorortzug auf einen anderen auf. Der Gepäckwagen und der letzte Personenwagen des vorderen Zuges wurden zertrümmert. Zehn Personen erlitten leichte Verletzungen. Der Bischof von Straßburg, Ruch, hat vor einigen Tagen eine sehr heftige Rede oe- I gegen die französische Regierung gehalten. Es a verlautet, daß Herrivt sich mit der Frage k-,. beschäftige, ob gegen Ruch eingeschritten wer- •ut den soll. Während in Frankreich selbst der .. Klerus völlige Freiheit hat, sich politisch zu be- tätigen, werden in Elsah-Lothringen nach dem Dcr Konkordat die Priester vom Staat bezahlt. In- I folgedessen wäre es möglich, gegen den Bischof "Ruch einen Beschluß zu sassen, durch den dieser von seinem gegenwärtigen geistlichen Amte ent- Das in Australien beschlagnahmte deutsche Eigentum soll demnächst meistbietend versteigert werden. Rach Gerüchten aus Reuhork ist am Donnerstagabend der deutsche Bürger William Hinz- peter, ein prominenter Kaufmann und Farmer, auf seiner Besitzung von einer Räuberbande überfallen und getötet worden. Sein Gut wurde ausgeraubt. Rach noch nicht bestätigten Gerüchten soll ein zweiter Deutscher. John Strauß, gleichfalls ermordet worden fein. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Katz wurde gegen 50 Millionen Kronen Kaution, welche die Reichstagsfraktion stellte, in Wien aus der Haft entlassen. Er mußte die Erklärung abgegeben, daß er bis zur Verhandlung seines Prozesses in Wien bleiben werde. Tod durch Starkstrom. In dem Kraft- und Eisenwerk des Neckar- kanals in Edingen kamen vier Arbeiter mit der Starkstromleitung in Berührung und wurden sofort getötet. Mord. Montagmorgen wurde auf dem Gelände der ehemaligen Dragonerkaserne in der Gneisenau- strahe im Südwesten von Berlin eine etwa 25)äh° rige Frau mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Der Mord scheint erst kurz vor Auffindung der Leiche begangen worden zu sein. Dr. Eckener in London. Dem „Star" zufolge wird Dr. Eckener, der das Luftschiff Z. R-. 3 nach Amerika geführt hat im März auf Einladung der Kgl. Aeronautischen Gesellschaft in London einen Vortrag über moderne Zeppelinluftschiffe halten. Riesenunterschlagungen in Wien. Bei der Fischamenderwerke A.-G. in Wien sind umfangreiche Anterschlagungen aufgedeckt worden. 40 Personen sind in .Anter-- suchung genommen. nenflucht verleitet. Der Verteidiger beantragte unter Hinweis darauf, daß die Hauptanklagepunkte bereits in sich zusammenfielen, da Rußland mit Frankreich ja niemals im Kriegszustand gewesen sei, die vorläufige Freilassung seines Klienten. . Das Kriegsgericht hat nach eingehender AuazusammenftokbciHerne.— LLTote. = f«"5 •»«. 13. " * - ö- - 2.. - - Der Staatsstreich sei deshalb ausgeführt worden, um Schanghai gegen Lu Iunghsiang zu halten, der in der Samstagnacht seine Macht durch den Sieg Tsang tso Lins über Wu pei fu wiederhergestellt habe und Nanking besetzt habe. Man nimmt gn, daß Lu Iunghsiang versuchen wird, seine alte Provinz wieder zu erhalten und Sun Chang Chans zu vertreiben. Chihsien Buan ver- i einigte sich mit Sun Iunghsiang. Sie besetzten | nach mehrstündigen Gefechten das Arsenal, das in unmittelbarer Nähe des europäischen Waren der WLfMrrftWustkle ütib Üektrotech- , Nischen Industrie mußten zum Teil aus politischen Gründen Ausnahmen zugestanden werden. Mit diesen Waren ist jedoch nach An- I sicht der Interessenten bei der heutigen Geschäftsund Hweislage in Italien an sich kein großer Absatz nach dort zu erzielen. Im! ganzen betrachtet, kann die Wirtschaftslage beider SZänber mit dem Erreichten zufrieden sein, das günstige Ausblicke auch für die weiteren Han- delsvertragsverhandlungen eröffnet. Das deutsch- italienische Handelsvertragsprovisorium ist ein weiterer Schritt zu dem von der deutschen Regie- I rung erstrebten Ziele, die Handelsbeziehungen mit allen Ländern nach dem Grundsätze der allgemeinen gegenseitigen Meistbegünstigung zu regeln. Die Pariser WirLschasts. Konferenz. Neue französische Vorschläge. Paris, 13. Jan. (L. A.) Die deutsche Han- delsdel^ation veröffentlicht folgende Mitteilungen: Angesichts dec ablehnenden Haltung, die die deutsche Regierung gegenüber dem von Frankreich vorgeschlagenen Provisorium einnimmt, hat der franzofische Handelsminister in her gestrigen Besprechung mit dem Staatssekretär von Trendelenburg neue Vorschläge zur Fortführung der Verhandlungen gemacht, die sich auf eine wirtschaftliche Vereinbarung für die Dauer von sechs bis neun Monaten beziehen, wobei bereits jetzt ausdrücklich die Gewißheit gegeben werden soll, daß im Anschluß an die provisorische Vereinbarung ein endgültiger Handelsvertrag zustande kommt. Diese Vorschläge werden zur Zeit von der deutschen Delegation geprüft. Anabhängig von den grundsätzlichen Verhandlungen des Vertreters der deutschen Wirtfchaftsdelegation mit dem französischen Handelsminister nehmen die Besprechungen der deutschen und französischen Sachverständigen ihren Fortgang. Die Vertreter der deutschen chemischen Industrie stehen augenblicklich in Fühlung mit ihren französischen Kollegen. Es ist jedoch kein Geheimnis, daß auch in diesen Besprechungen sich Interessengegensätze geltend machen, für die ein Ausgleich vorläufig nicht abzusehen ist. Die Abrechnung des Reparationsagenten Herr Parker Gilbert, der in Berlin tätige Reparationsaaent, legt von Zeit zu Zeit peinlichst j genaue Aebersichten über die bei ihm eingelaufe- j nen und von ihm vorgenommenen Zahlungen ; vor. Seine neueste Abrechnung, die bis zum 31. Dezember reicht, also die erste Jahres-Annuität umfaßt, balanziert mit der stattlichen Summe von 286 263 447 Mk., von der 280 291 415 Goldmark den Alliierten zugute gekommen sind. Es versteht sich natürlich) von selbst, daß Frankreich den Löwenanteil erhalten hat. Am interessantesten sind aber die Ausgaben für die einzelnen Kommissionen. Die Reparationskommission, ein Institut, das heute nicht mehr viel zu sagen hat iaid am besten abgebaut werden könnte, hat für „Aufwendunge n“ f a st drei Gold- millionen erhalten. Die Rheinlandkommission erscheint mit 4,5 GoldmWonen und die längst überfällige Militärkontrollkommission sogar mit 5,6 Millionen in der Abrechnung. Herx Parker Gilbert, dessen Einnahmen- und AusgaUenaufstellung sonst sehr sorgfältig durch- geführv ist, hätte ein gutes Werk getan, wenn er dem deutschen Steuerzahler einmal mitgeteilt hätte, wofür die letztgenannten Kommissionen von ihm fast zehn Goldmillionen erhalten haben. Bei der Rheinlandkommission, die über einen ungeheuren Personalbestand verfügt, sind die Ausgaben noch einigermaßen verständlich, nicht aber bei der Militärkontrollkommisfion, die trotz 1800 Kontrollbesuchen keinerlei nennenswertes Kriegsmaterial mehr hat finden können, aber dennoch allerlei „Aufwendungen" hat, die viele Goldmillionen verschlingen. Wofür? Deutschland kommt seinen Verpflichtungen nach. Paris, 13. Ian. (TA.) Der Generalagent für die Reparationszahlungen Parker Gilbert ist gestern in Paris eingetroffen, um der Reparationskommifsion Bericht über den bisherigen Verlauf der Ausführung des Dawes- planes zu erstatten. Sämtliche Kontrollausschüsse sind eingesetzt und f u n 11 i 0 n i e r e n normal. Deutschland erfüllt, wie auch der „Temps" ausdrücklich zugibt, pünktlich seine Verpflichtungen nach dem Dawesplan. Mittwoch tritt der allgemeine Vermittlungsausschuß unter dem Vorsitz Gilberts zusammen. Der Ausschuß besteht aus dem Generalagenten, den Reichsbank- und Eisenbahnkommissaren und den beiden Treuhändern für Industrie- und Eisenbahnobligationen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. Januar 1925 Illusionen. Wenn der Monaterste gewesen ist, bekommen viele Leute „Illusionen". Das Geld in der Tasche bringt ihnen die Gedanken in Verwirrung und sorgt dafür, daß die Beine in die Luft fliegen. Eine Wolke scheint sie in sorglose lichtere Hohen emporzuführen. Sie schaukeln zwischen Himmel und Erde umher, mit einem Male versöhnt mit bielcm, was gegen Ende des letzten Monats hart bedrückte. Wahrhaftig, die Einbildung wird da beflügelt durch das Gefühl, daß man sich etwas „leisten" kann. Manche Kaufleute willen ein Lied davon zu fingen, wie unregelmäßig die Einkäufe der „möblierten“ Herren sind. Einmal müssen es Rollmöpse in Remouladensauce fein, das andere Mal ist sogar der Salzhering zu teuer. Aber das geht nicht nur den „möblierten" Herren so, sogar brave Hausfrauen vergreifen sich manchmal recht arg in der Würdigung des ihnen ausgesetzten Etats. Wenn sie Geld bekommen haben, denken sie, es kann gar nicht alle werden, kdchen gerade die Gerichte, die sie sonst immer aus begreiflichen Gründen nicht kochen konnten und durften, kaufen dies und das, sehen auch nicht so genau hin, bis es mit Schrecken kund wird, daß die Hälfte des halben Monats noch nicht erreicht ist, aber die Kasse schon ungewöhnlich stark abgenommen hat. Dann beginnt die Zeit der harten Wirklichkeit ohne Illusionen und Appetitsbissen, wo manchmal beim Mittagessen fragende Blicke vom Teller auf ihr lächelndes Gesicht gerichtet werden, als ob man irgend etwas vermisse. Welche Hausfrau kennt diese Blicke nicht? Da sagt man immer, Kunst erhöhe das Geben und mache es schön und reich. Aber man sieht doch, daß auch der Monatserste das Leben nicht gerade häßlich macht und manchen Leuten Phantasie gibt, auch wenn sie sonst wenig davon zeigen. Einmal im Monat wollen solche Leutchen eben so eine Art kleiner Baron, gnädiges Fräulein, gnädige Frau und Schwerenöter fein. Leider geht diese Illusion immer nur zu schnell vorüber und macht dann einer Stimmung Platz, die alle großen Geister kennen: einem Riesenjammer. So ist das Leben. M M. * ** Herabsetzung der Steuerver- zugs^uschläge. Durch Verordnung deS Reichsfinanzministers wird nunmehr bestimmt, daß bei verspäteter Steuerzahlung (2. Steuernotverordnung) für jeden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden angefangenen halben Monat fortan ein Zuschlag in Höhe von 1 Prozent der rückständigen Summe (bisher U/» Prozent) zu zahlen ist. Der Zuschlag wird nur dann erhoben, wenn der rückständige Betrag 10 Rm. übersteigt. Auch die Durchführungsbestimmungen zum Geldentwertungsausgleich bei Schuldverschreibungen (Obligationensteuer) werden entsprechend geändert. In Kraft tritt di neue Anordnung mit dem 15. Januar. Fällt ein halber Monat, für den ein Verzugszuschlag zu entrichten ist. zum Teil in die Zeit vor dem 15. Januar 1925 und zum Teil in die Zeit nach dem 14. Januar 1925, so ist für diesen halben Monat der Verzugszuschlag nach dem ermäßigten Satze zu berechnen. ** Personalien. Ernannt wurden durch Entschließung des Gesamtministeriums vom 18. Dez, 1924: Landgerichtspräsident Dr. Ferdinand Stein zu Darmstadt, Oberlandesgerichtsrat Martin Hessel zu Mainz, 5randgerichtsdirektor Richard Schudt zu Gießen, Amtsgerichtsrat Albert Hoffmann zu Friedberg, Landgerichtsrat Dr. Heinrich Friedenreich zu Mainz, Oberamtsrichter Hermann Rehart zu Alrich- stein zu Mitgliedern, Landgerichtspräsident Dr. Heinrich Rees zu Mainz, Oberlandesgerichtsrat Hermann Weicker zu Darmstadt, Landgerichtsdirektor W.lhelm M ü l l e r zu Mainz, Oberamtsrichter Fritz Wachtel zu Bingen, Landgerichtsdirektor Ludwig N e u r 0 t h zu Darmstadt, Oberamtsrichter Dr. Ernst Drill zu Schotten zu stellvertretenden Mitgliedern des Diszipl-narhofs bei dem Oberlandesgericht, alle — auch die am Samstag veröffentlichten Ernennungen zu Mitgliedern und stellvertretenden Mitgliedern der Disziplinarkammer bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, der Provinz Oberheffen und der Provinz Rheinhessen, sowie zu Mitgliedern und stellvertretenden Mitgliedern des Diszipli- narsenats bei dem Oberlandesgericht — für die Zeit vom 1. Ian. 1925 bis zum 31. Dez. 1927. ** Oeffentliche kaufmännische Schulen. Man schreibt uns: Für die kaufmännische wirtschaftliche Weiterbildung der Ostern austtc- tenden höheren Schüler(innen) mit Obersekunda- reife besteht bereits die höhere Handelsschule, deren neuer Jahrgang Ostern beginnt. Am auch den Vollsschülern(innen), die nicht sofort eine Lehrstelle finden oder erst eine Erweiterung ihrer Bildung nach der kaufmännisch-wirtschaftlichen Seite hin anstreben, die Gelegenheit des Besuchs einer beruflich organisierten Doll- anstatt zu geben, wird Ostern eine öffentliche zweijährige Handelsschule gegründet. Sie soll auch diejenigen höheren Schüler(innen) aufnehmen, die wegen andersartiger Begabung ab Obertertia eine Aenderung ihrer Dildungs- laufbahn wünschen. Da die Aufnahme vom Bestehen einer Aufnahmeprüfung abhängig gemacht wird, werden Kinder mit untemormaler Intelligenz ferngehalten. Ein am Freitag, 16. ds., abends 8 Ahr, im Kaufmännischen Dereinshause stattfindender Elternabend gibt allen Interessenten Gelegenheit, sich über Ziele, Wege und Berechtigungen der neuen Schule zu orientieren. Siehe Inserat in heutiger Nummer. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 6»/i Ahr „Der Bettelstudent". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Eins der originellsten Werke Dernard Shaws ist fein „T eu f e l s s chül e r", der hier am kommenden Mittwoch seine Erstaufführung erlebt. Das Werk ist in letzter Zeit wieder vielerorts, so in Wiesbaden vom Staatstheater, in den Spielplan ausgenommen worden und überall mit großem künstlerischen Erfolg. Die hiesige Vorstellung steht unter der Spielleitung des Herrn Teleky und beansprucht so ziemlich das gesamte Personal: die Hauptrollen haben inne: Frau Sturmfels und die Herren Daum, Juhnke und Norfolk. — Deutsch-Oesterreich. Alpenver- ein. Der Lichtbilder-Vortrag von Dr. Daubel über "Dn Gießener Hütt; und i&iz Zugangs* Aegr* btfltnnt morgen, Mittwoch, abend im Hörsaal M Mineralogischen Instituts pünktlich um 81/3 Uhr. Landkreis Gießen. bu. Burkhardsfelden, 12.San. Die hiesige Vereinigung ehcmal. Kriegsgefangener veranstaltete am Sonntag im Saalbau von Wilh. Hinter eine Abendunter- h<^tung. Die von überwiegend ehcmal. Kriegsgefangene gespielten Stücke teils heiterer, teils ernster Art wurden von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen. Dec Gesangverein »Germania" trug nach den Aufführungen noch einige Lieder vor unb half so den Abend verschönern. ~ __ ö Göbelnrod, 12. 3an. Am Freitag verunglückte ein hiesiger Mann im Wald beim Holzfällen Während er beim Auspuhen eines gefällten Baumes beschäftigt war, siel eine Buche um und traf ihn mit einem Ast. Besinnungslos wurde er nach Hause getragen. Glücklicherweise konnte in der Klmik zu Gießen scstgestellt werden, daß kein Schä- delbruch vorliegt, und so besteht die Hoffnung daß dec Unfall nach Heilung der Quetschungen keine nachteiligen Folgen dauernder Art haben wird. ~ _ V. Londorf. 12. San. Der Geflugel- zuchtvere in Londorf und Umgegend, der im vergangenen Jahre gegründet wurde, veranstaltete am Samstag und Sonntag im Bögerschen «aale dahier seine erste V e s lüge lausst e l - f un g mit Prämiierung und Verlosung. Die Ausstellung war mit etwa 200 Tieren beschickt, zum Teile sehr schöne Eremplare aller Art, so daß die beiden Preisrichter bei der Zuteilung der Preise keine leichte Arbeit hatten. Der Besuch war, besonders aus der Umgegend sehr stark. Die Veranstaltung verlief in harmonischer Weise. Der Verein kann mit Befriedigung auf seine Ausstellung zurückblicken. • Lich, 12. San. Am Samstag veranstaltete der hiesige Zweigverein vom V. H. C. eine Abendunterhaltung. Geschmack und Können offenbarten sich in den Darbietungen. Fräulein Mendelsobn brachte ein Heimatgedicht („Dir mein Vogelsberg") in gepflegter Sprache zum Vortrag. Sie hatte auch den Blumenreigen der Kleinen unseres D. H. T. einstudiert. Ihre Mühe und Arbeit fanden ihren Lohn in der anmutigen Haltung der Kinder, die sich ihrer Ausgabe mit schönem Erfolg unterzogen. Herr und Frl. Rappe zeigten ihr musikalisches Können auf Klavier und Harmonium, Herr Ha mmel auf der Violine. Er glänzte auch in „silber- grauem Haar" in zwei hochaktuellen Couplets. Stutz. jur Sauer schenkte mit seinen zwei Piston-Solos viel Freude. Die Klavierbegleitung unterzog sich mit einsühlcndem Verständnis ihrer nicht ganz leichten Ausgabe. Der zweite Teil brachte ein Theaterstück in Darmstädter Mundart, mit Sicherheit und Verständnis für komische Momente in einer deutschen Kleinbürgerfamilie gespielt. Sine Reihe schöner Rundtänze beschloß den Abend. l. Hungen. 12. San. Aus der jüngsten Gerne in deratssi Huna ist zu berichten: Die Installation der Lichtanlage im Armenhause wird dem Wenigstnehmenden übertragen. Die -Unterhaltung der Straßenbeleuch- tung soll künftighin, jährlich abwechselnd, den hiesigen Snstallateuren übertragen werden. Ein Gesuch um weiteren Pachtnachlaß für G e - meindegelände findet keine Genehmigung. Verschiedene Feldwege sollen chauffiert unb mehrere Wiefenaräben geräumt werden. Die Anbringung der Schliisselkästchen für die R a ch t- wächterkontrolluhren wird nach dem Vorschläge deS Bürgermeisters gutgeheißen. Ein Kollektiv-Pachtvertrag mit den Buderus- scheu Eisenwerken, welcher alle bisherigen noch bestehenden Verträge umfaßt, wird genehmigt. Verschiedene die Wohnungsfürsorge betressenden Punkte werden besprochen und zum Teil erledigt. Soweit von feiten der WohnungSbesitzer Einspruch gegen die Beschlagnahme von Wohnungen erhoben worden ist, soll die Entscheidung des Micteinlgungsamts ange- cufen werden. — Von weich mustergültiger Art, nicht nur für Deutschland, sondern für die Kul- turtock überhaupt, die von Pastor von Bode l s ch w i n g h errichteten Anstalten in Bethel bei Bielefeld sind, bewies der am Freitag in der hiesigen Kirche gezeigte Dethelsilm, der sich eines sehr guten Besuches erfreuen durfte, und der den Besuchern die menschlichen Schwächen und das Elend in seinen erschreckendsten Formen, zugleich aber auch die erhebende, bis zur Aufopferung reichende, christliche Rächsten- liebe zeigte. Der Film hat bei allen Besuchern den stärksten Eindruck hinterlassen, und es steht zu erwarten, daß der damit angestrebte, ideale, Zweck einer derartigen Vorführung vollkommen erreicht wird und insbesondere Anstalten, wie die Dodelschwinghschen. allzeit die ihnen gebührende ^Interstützung finden werden. Kreis Schotten. IIJLaubach, 12. San. Am Samstagchatten die hiesigen Musikfreunde einen besonderen Kunst- genufj. Die hiesige „Konzert- und Vortrag s - D e r e i n l g u n g" bot die vierte Deranstaltung in einem Kammermusikabend im Festsaale des Gräflichen Schlosses. Die Ausführung hatte der hervorragende Klaviervirtuofe Christian Eckel übernommen: außer ihm wirkten noch mit der Konzertmeister Hermann KrauS (Violine) und" der Solo-Tellist Franz Engert. Das besondere Snterrsfe bot Rr. 2 der Vortragsfolge, die „Waldstein-Sonate" Beethovens (op. 53), von Herrn Eckel in vorbildlicher Weise auswendig gespielt. Das starke Temperament des Virtuosen trat während des Vortrags in vollem Maße hervor, ließ jedoch nirgends die künstlerische Objektivität vermissen. Auch die beiden anderen Stücke der DortragS- folge, das Klaviertrio op. 87 C-dur von Brahms und daS Klaviertrio op. 97 B-dur von Beethoven bedeuteten einen erlesenen Kunstgenuß. Die hohen technischen Anforderungen dieser Stücke wurden von Violine und Cello ebenfalls mühelos bewältigt. Die Spannung, worin die Hörer schon zu Beginn des Konzerts verseht wurden, hielt unverändert an bis zum letzten Satze. Der ungewöhnliche Beifall zeigte deutlich, wie hoch man diesen erlesenen Kunstgenuß zu bewerten wußte. — Gestern abend hielt der bekannte Philosoph E. H 0 r n e f f e r auf Einladung derselben Vereinigung (ebenfalls im Festsaal des gräflichen Schlosses) einen Vortrag: „Deutscher Staat und deutscher Gei st", der in gleichem Maße einen ungewöhnlichen Beifall erzielte. Sn geistvoller Weise behandelte der Redner die besondere Veranlagung des deutschen Geistes im Gegensatz zu demjenigen der anderen europäischen Kulturvölker. Sm Jahre 1924 fanden in hiesiger Gemeinde nach dem Standesamtregister 34 Sterbefälle, 38 Geburten und 11 Eheschließungen statt. — Die ungewöhn- l i ch warme Witterung der letzten Wochen hatte an einzelnen Sträuchern, wie an Hasel, Spiräen usw., kleine Triebe sprießen lassen. Heute ist alles von starkem Rauhreif überzogen. )—( Ruppertsburg. 12. San. Am Donnerstag konnte Heinrich Schad II. von hier auf eine 25jährige Arbeitszeit in der Fabrik F ri ed r i chS hü t te deS Vereins für chemische Snbuftrie zurückblicken. Der Arbeitgeber bedachte den Jubilar mit einem größeren Geldgeschenk und überreichte ihm eine Ehrenurkunde. Am Abend brachten ihm Verwandte und Freunde noch manche Ueberraschung. Gin schöner Sessel wurde ihm geschenkt. Eine recht gemütliche Feier der Familie des Geehrten hielt die Gäste lange zusammen. 3m vorigen Frühjahre beging Heinrich Parr IV. von hier das gleiche Jubiläum. Schon zahlreiche Einwohner von Ruppertsburg und den umliegenden Orten haben solche Tage feiern können. Gewiß ein ehrendes Zeugnis für Arbeitgeber und Arbeiter. — Am Samstag abend hielt der hiesige Männ«irgesamgvereiw „Sängerbund" seine 43. Generalversammlung ab. Er blickt nunmehr auf ein 35jähriges Bestehen zurück. Vorsitzender Bocher schloß seine Begrüßungsansprache mit einem Hoch auf das deutsche Lied. Aus dem Sahresbencht ging hervor. daß der Verein 143 Mitglieder zählte, und zwar 36 Sänger, 102 außerordentliche und ein Ehrenmitglied. Durch den Tod wurden dem Vereine im abgelaufenen 3ahre vier Sangesbrüdcr entriss«-., deren Gedächtnis cnc Generaiverfamm- * lung ehrte. Die Vereinstätigkeit war ziemlich rege. Wiederholt hatte der Verein Gelegenheit, feine Arbeit in den Dienst der Gemeinde und der Volksbildung zu stellen. Gelegentlich deS Wer- tungssingenS deS Sängerbundes Chattia in Münster errang er in der Landklasse der Gastvcrein-s mit 28 Punkten den 2. Preis und wurde nut von einem geschulten Sicher Verein ..Gemütlichkeit" übertroffen. Die Rechnungsablage ergab einen Kassenbestand von 122,75 Mark. Der vor vier Sauren gegründete Radsatz r er ver- c in Ruppertsburg hatte 8 Tage früher seine Hauptversammlung. Er hat ein Banner angeschafft und rüstet nun zu der Weihe, die gelegentlich des Gausestes am 17. Mai stattfinden soll. Wie verlautet, ist der Festausschuß bereits gebildet. Durch freiwillige Gaben sammelte der Verein im Dorfe über 200 Mark. Kreis Büdingen. △ Ridda, 11. 3anuar. Die Ortsgruppe Aidda vom ReichSbund der Kriegsbeschädigten hielt gestern abend im Gambrinu« eine Wohltätigkeits-Veranstaltung ab, deren Reinertrag zur Unterstützung Kriegsbeschädigter bestimmt war, und die sich eines sehr guten Besuchs erfreute. Kriegerwitwe Kr 0 schel von hier hielt die Begrüßungsansprache und legte Zweck und Ziele der Veranstaltung dar. Lieder- vorträge der beiden hiesigen Gesangvereine, eine vorzügliche Musik der Kapelle Ackermann aus Ortenberg und die Aufführung deS Schauspiels „Die Waffen nieder!" sorgten für Unterhaltung der Besucher. Tombola und Ball bildeten den Schluß der Abendunterhaltung, durch die mancher vom Kriege hart mitgenommenen Familie eine Beihilfe zum Lebensunterhalt gewährt werden kann. Kreis Lauterbach. E Lauterbach. 12. San. Der Vogelsberg prangt gegenwärtig im schönsten Rauh - reifschmuck. Heber Rächt haben sich Bäume und Sträucher mit einer feinen zarten Silberschicht umzogen. Unter den Strahlen der Winter- fonne glänzt eS in den Wäldern und auf den Feldern wie von Tausenden von Diamanten und Perlen. 3e höher man steigt, um so wunderbarer wird die winterliche Märchenpracht. Vielleicht läßt auch der Schnee nicht mehr lange auf sich warten, dann wird es bald von Skifahrern und und Rodlern im Vogelsberg wimmeln. Hessen-Nassau. dH. Rodheim a. d. Bieber. 12. San. Pfarrer Ohly, der seit Sanuar 1914 die hiesige Pfarrstelle versehen hat, wird zum allgemeinen Bedauern der Kirchengemeinde Rodheim a. d. Bieber am 1. März verlassen, um eine Pfarre in Walla u, Landkreis Wiesbaden, zu übernehmen. Seit einiger Zeit ist Pfarrer Ohly herzleidend, weshalb er schon einen längeren Urlaub nehmen muhte, um sich einer Kur in Datz- Rauheim zu unterziehen. Auf dringendes Anraten der behandelnden Aerzte konnte er sich nur schwer entschließen, seine ihm ans Herz gewachsene Gemeinde zu verlassen. Aber die kirchliche Versorgung des großen Kirchspiels, zu dem die Orte Rodheim a. d. Bieber. Vetzberg, Fellingshausen und Bieber gehören, konnte der 57jährige, in seiner Gesundheit geschwächte Geistliche nicht mehr so versehen, wie er es für seine Pflicht hielt. Aus diesem Grunde wurde er schon seitens des Konsistoriums durch einen Vikar unterstützt, das ihm nun auf seinen Wunsch hin die wesentlich leichter zu versehende Stelle in Wallau über trug, mit der keine auswärtigen Filialen verbunden sind. Sieht die Kirchengemeinde ihren alten Geistlichen, der schwere Zeiten mit ihr zusammen getragen hat, auch ungern scheiden, so wünscht sie ihm doch alles Glück und alten Segen in seinem neuen Wirkungskreis, und sie wird sich immer freuen, zu hören, daß ihr alter Seelsorger das gesunden hat, was er für sich und seine Familie suchte. bl. Dillenburg, 12. San. Sm Vergleich zu den früheren Sahren brachte unserer Kur- stadt das Sahr 1924 einen äußerst schwachen Fremdenbesuch. Das Kurhaus hatte säst gar feine Gäste. Die Gründe mögen in dem halb verregneten Sahr und toeiUr in bet Finanzverhältnissen zu suchen fein, die für unsere anerkannt zweitteuerfte Stadt Deutschland« votzl nicht reichen. Ob auch genügend Reklame ge- macht wurde, ist zweifeltest. — Der Rad io - Funkverkehr hat hier und in den Gemeinden des KreifeS eine sehr große AiiSbreitung gefunden. — Die Firma Otto von Dahlhausen (Ruhr) hat von ihrer Tongrube „Kassel" aus die im vergangenen Sabre begonnene Drahtseilbahn nach der Bahnstrecke Beil- stein-Stocktzausen fertiggeftellt. Von der wirtschaftlichen Seite au- betrachtet soll die Einrichtung dazu beitragen, daß eine bedeutende Erweiterung deS gesamten Grubenbetriebes eintritt. Durch den Anschluß wirb eine bessere Absatzmöglichkeit geschaffen. E Hersfeld, 12. San. Die erste ländliche Fortbildungsschule für Mädchen in Kurtzessen ist im benachbarten Unterbaun durch Landrat von Harnack eröffnet worden. ES werden bald weitere im Kreise Hersfeld folgen. Auch die Rachbarkreise dürften bald mit der Einrichtung von ländlichen Fortbildungsschulen für Mädchen beginnen. Hochschulnachrichten. Don der LandeSunidersftät. L.U. Dr. med. Edgar Leyser. Assistent an der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. der sich für das Fach der Psychiatrie zu habilitieren wünscht, "hält am 15. Sanuar. 5 Uhr nachmittags pünktlich, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung über daS Thema: „Die Bedeutung der Hirnpathologie für bu Psychiatrie". Rundfunk-Programm des Frankfurter Tenders. (Aus der „Radio.Umschau".^ Dienstag, den 13. Januar. 4.30 bis 6 Uhr Rundfunlnachmittag (n Musik und Wort. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur) aus „Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.30 Uhr: Der Briefkasten. 7.30 bis 8.30 Uhr. „Der Dichter Carl Spittelei?'. — Ein Vortrag mit Proben aus seinen Werken, gehalten von Dr. Bernhard Diebold. 8.30 Uhr: Sinfonie-Konzert. 1. Ouoei- türe „Heimkehr aus der Frcnide" von Mendels' sohn. 2. Sinfonie in D-Moll von Vollmann. Musikalische Leitung: Dr. Ludwig Rottenberg, erster Kapellmeister des Franksurter Opernhauses — Ausführende: Ein Orchester au« Mitgliedern des Frankfurter Opernhaus-Orchester«. — Anschließend: Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. Mittwoch, den 14. Sanuar: 11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr. Rachrichten- dienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rundfunknachmittag in Musik und Wort. 6 Uhr: Wirtschaft-Meldungen. 6 bis 7 Uhr: Märchenstunde für große und kleine Kinder. 7 Uhr: Stenographischer Fortbildung«, lurfus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30 Uhr: Funthochschule. Paul Belker: ..Mufikgefchichtliche Wandlungen", 5. Vortrag: Die Rtederländer (14. bis 15. Jahrhundert) 8 Ubr: Die 'Besprechung (Literarischer Seidl, Einführung in Dantes „Saferno"). 8.30 Uhr: Frankfurter Dichter und Komponisten. Programm: Lieder von Ludwig Rottenberg, Bernhard Selle« und Max Kowalski. — Dichtungen von Alfred Claar, Ludwig Fulda, < Rudolf PreSber und Moritz Goldschmidt. Ausführende: Mary Gläser- Urban (Rezitation), Kammersänger Sohn Gläser von der Frankfurter Oper (Tenor). 9.30 Uhr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sport. 9.40 Uhr: Die Spätankündigung: „Der fliegende Holländer". 9.55 Uhr: Zeitvorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 Uhr: Zeitangabe. 10 bis 11 Uhr: Die Lokaldichtung. (Frankfurter Dichtungen aus alter und neuerer Zeit) 9. Abend: AuS Friedrich StoltzeS gesammelten Werken (Fortsetzung). Ausführende: Lene Obevmeher und Hans Rerking, beide vom Frankfurter Schau- spieltzauS. Gebrauchte Schreibmaschine in leinen geturnt Schriftliche Angebote unter 0375 an den G. Anz. erbeten. Gartengelände Wiltzelmstrahe, vor- derer Lchiffenberger Weg unb Frankfurter 2trabe zu verpachten. Näh. '-"’D Neuen Bäue 23. mit Küche und Zubehör Mk. 0.90, 0390 Frau E. Sichling Gnauthstrabe 34 p. Apparaten, irisieren u. Ondulieren Mk. 1.90, Frisieren mit h Qnduliereu geg. DringlichkeitSschein d. Wohnungsamts zu vermieten. 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S'/tUhr, vomTrauerhauseMühlweg73 ausstatt. 0399 Heute nacht um 3 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel ttriti OtM Mnhler im 44. Lebensjahr. In tiefer Trauer im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Oestreich geb. Hainer und Kinder Heinrich Müller. Am Sonntag, dem 11. Januar 1925, verschied in Gott unsere liebe Mutter, {Schwiegermutter Großmutter, und Urgroßmutter Frau Dorothea Schmidt geb. Kornmann im Alter von 88 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Philipp Schmidt Familie Peter Schmidt Familie Heinrich Stelnhana Familie Karl Neurath. Gießen (Frankfurter Straße 167), Sanderbusch, Klein-Linden, den 12. Januar 1925. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachm. 2'/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 0386 Gr.gedeckler Autolastzug mit Anhänger geht Freitag, 16. d. M., leer von Offenbach a. M., Frankfurt am Main nach (Stehen; Mittwoch, 21. d. M., leer v. Mainz, Wiesbaden nach Gießen; Ende des Monats leer v. Gießen nach Schlitz (Vberheffen): Dienstag, 3. Febr. 25, leer v. Frankfurt a. M. nach Gießen-, Ende Februar 1925 leer von Hanau Ubr: in Weülar, Hotel Kaltwasier, am Freitag, dem 16. Januar, von 9-2 Ubr. Bitte genau auf meine Firma zu achten. Geffentl. taufm.Sd?uknlSaa,b^.^^.^«.,!?öt 58 < «r* ♦ am Mittwoch, 14. Januar 1925, abends vünttlich 8 Uhr. gesucht. 0396 der Stadt Gießen Thema: im aber 0370 0371 gesucht. CAFEAMEND Mittwoch, 14. Januar, abends 8 Uhr 12. Sonder-Konzert 0561 Gill die gute alte mebolith. 430V s 3 Pfs ist /nieder da 3Pf3 Keil. 4170 Q>U>ba6H. 252A 5 240 416D Metzger. £ tt 3- D.: Opper. 415V BIiisbo 413V Verbindungen zur Ausführung 6863 gesucht. 414V 2° Halte mich der verehrlichen Einwohnerschaft von Gießen und Umgebung, den Vereinen und Studentenreinwollene Qualitäten schöne Streifen Meter von Mark 1.75 an d a d" K 61 's Der Voranschlag für 1925 liegt von Mittwoch, den 14. dS. MtS. eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwebungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmarker beizutragen haben Ettingshausen, den 12. Januar 1925 Bürgermeisterei Ettingshausen. 8 5 $ 0 Miiblttrake 33 v. Dienstmädchen das melken kann, in Landhaushalt gesucht. Guter Lohn. Schristl. Angebote unter 0393 an den Gieh. An-, erbeten. Der Voranschlag für 1925 liegt von Mittwoch, den 14. ds. MtS. eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmarker beizutragen haben. Aöthges, den 12. Januar 1925. Bürgermeisterei Röthges. Mittwoch, 14. Januar Frankfurter Hof Der heutigen Landauslage liegt kt öer Firma F. (Stehen, bei. 403 Stadttheater Mittwoch, 14-Jan. 14.MNw0lV-M.-VM. von7'/, bis 10' .Uhr: Erstans'Ührnng ’ Ser leufelsfdjöler. Melodram in3 Akten von Shaw. [119c Mittwoch, den 14. Ian. 1925, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Lmailleherde, 1 Kachelofen, drei Gasherde, 1 Schreibtisch, 1 Damenfrisiertoilette, 70 Blätter Gichen- fourniere, 2 Umformersätze (zwei Motore m. Dynamos), 4 Mebolith- Lichtheilapparate, 1 Starkstrom- Wer erteilt Untersekundaner Unterricht in Mathematik? Schr. Angeb. u. 0357 an den Gien. Anz. Voranzeige: Samstag, Sonntag, Montag "WM" Bockbierfest. Jos. Schwab Flötensolo-Einlage der 12jähr. Käthe Kehrmann 427c Zu verkaufen Mittwoch, den 14. 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Off. «teuer, Düsseldorf, Postschlien- fach 534. f<»355 Junker, Gerichtsvollzieher. Der Voranschlag für 1925 liegt von Mittwoch, den 14. dS. MtS. eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Aonnenroth. den 12. Januar 1925. Bürgermeisterei Aonnenroth. ______________HovPe._________4180 Der Voranschlag für 1925 liegt von Mittwoch, den 14. ds. Mts. eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Ober-Bessingen, den 12. Januar 1925. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. »W 1 (Kiröener Nr. io Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)_________Dienstag, 15. Zanuar 1925 Jur Regierungsbildung in Hessen. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) 2lm 6. Januar teilte die amtliche -®5.rn?e flädter Zeitung" mit. bah eine weitgehende E'.m- gung unter den Koalitionsparteien des Landtags erzielt worden sei. Am 9. Januar fano» nun eine Aussprache statt, in der die letzten Abmachungen über die Regierungsbildung vollzogen werden sollten. Inzwischen war bereits bekannt geworden, daß die „weitgehende Ermgung einer anderen Stimmung Platz gemacht hatte. 2n ihrer Samslag-Rummer muhte das Regierungsorgan notgedrungen von erner „ötodung" der Verhandlungen berrchtcn. Cs teilt ferner recht lakonisch mit: „Den Anlah dazu gaben etwa erforderliche Maßnahmen zum Ausgleich des Dl-dg.'ts. Die Zentrumsvertreter hielten diese ohne eine Verbreiterung der Koalition nach rechts für schwer tragbar. Die Koalitions- Verbreiterung wurde jedoch von den Sozialdemokraten und den Demokraten aügelehnt. Damit waren die Verhandlungen auf einen toten Punkt angetrmmcn und wurden unterbrochen, da die Zentrumsvertreter erklärten, erst ihre Fraktion hören zu müssen." Die „Mahnahmen zum Ausgleich des Budgets" führen Gerüchte auf einen Fehlbetrag im hessischen Staatshaushalt von 14 Millionen Mark zurück' ob die angegebene Höhe zutreffend ist, steht noch dahin, jedenfalls dürfte der FehLctrag beträchtlich sein. Zu Beginn des neuen Jahres hat die Z e n - trumsfr aktion des Hess. Landtags eine Sitzung abgehalten, in der als Richtlinie für die Politik der Partei, eine Erweiterung der Koalition nach rechts feftgelegt wurde. Diese Politik dars man als das objektive Ergebnis von Feststellungen über die Stimmung unter den Anhängern des Zentrums betrachten. Inzwischen ist diese Stimmung nicht unwesentlich verstärkt worden, durch die Tagung des Hess. Bauernvereins am 5. Januar, während der Hess. Landw. Woche in Darmstadt. In dem Hess. Bauernverein sind die bäuerlichen Zentrumsanhänger Hessens organisiert' aus dem Munde zahlreicher Mitglieder dieser Vereinigung konnte man bei dieser Gelegenheit ein» scharfe Abneigung gegen die Sozialdemokratie vernehmen. Die Zentrumsbauern w'ttern in der Sozialdemokratie ihre schärfsten Widersacher und wollen von einem Zusammengehen mit ihr in der Regierung nichts wissen. Schon die Tatsache, dah man sich Dr Schlittenbauer als Redner verschrieben hatte (der aber am Erscheinen verhindert war) deutet darauf hin, dah man in diesen Zentrumskreisen der bayrischen Auffassung über die Sozialdemokratie ncrhesteht. Auch die katholischen Gewerkschaften zeigen unverhohlen ihre Abneigung gegen die Sozialdemokratie. Wie es heiht, wird von d efen beiden Seiten die Politik der Landtagsfraktion des Zentrums zu bestimmen versucht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß hier der Angelpunkt liegt von dem aus die hessische Politik in der nächsten Zeit bestimmt wird. Gelingt es den hier bezeichneten Kreisen, ihre Anschauungen durchzusetzen, so wird das Zentrum nach rechts gedrängt und die bisherige Koalition hat ausgehört. Daß die »Maßnahmen zum Ausgleich des Budgets", wie im Regierungsorgan das Des zit so schön umschrieben wird, jetzt vom Zentrum dazu benutzt w rdrn, um die Partei von der Koalition zu lösen, läßt darauf schließen, daß vorläufig die Zentrumsfraktion unter dem Einfluß landwirtschaftlicher und gewerkschaftlicher Krese wohl ernsthaft bemüht ist, sich nicht ohne weiteres dem W:llei der Sozialdemokratie und der Demokratie zu fügen. Aber noch weh man nicht, was sie zu tun gedenkt, wenn die beiden Linksparteien auf ihrer Abneigunz einer Koalitionsverbreiterung nach rechts verharren. Die nächsten Tage werden deshalb für d e hessische Politik wichtige Entscheidungen bringen. Der Nauheimer Badebetrieb eine Abt.-Ges.? 7- D a d - R a u h e i m, 12. Ian. Seit einiger Zeit geht hier ein Gerücht um, wonach der hessische Staat sich mit der Absicht trage das Bad und die hiesigen Staatsbetrreoe tn eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Es heiht sogar, die Verträge würden schon fertig ausgearbeitet vorliegen und brauchten nur unterzeichnet zu werden. Was an der Sache Wahres ist. läßt sich jetzt noch nicht sagen. Wer Bad- Rauheim und die Eigenart des Bades wirklich kennt, hält die Umwandlung nicht für möglich und kann daher dem Gerücht zunächst noch tetnen Glauben schenken. Er kann aber auch die Aufregung und Unruhe verstehen, die sich der hiesigen Bürgerschaft bemächtigt hat, nachdem sie von dem „Plane" Kenntnis erhielt. Die »Bao- Rauheirner Zeitung" bringt in ihrer heutigen Rümmer ein ..Eingesanot'. das in der Angelegenheit eine Anfrage an die Bade- und Kurverwaltung richtet und um eine offene Erklärung zwecks Beruhigung der stark erregten Gemüter bittet. Aus die Antwort wird nicht nur die vom Bad abhängige hiesige Bevölkerung, sondern auch jeder Hesse gespannt fein. Man nimmt an, daß auch die morgige Stadtverordnetenversammlung zu der Angelegenheit Stellung nimmt. Da das Gerücht nun aber einmal um läuft, soll hier kurz der Standpunkt vertreten werden, den die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung zu der Frage einnimmt. Man betrachtet eine etwaige Urnwarü>lung als eine Gefähr - dungderstetigenWeiterentwicklung unseres Bades. Diele gehen sogar noch weiter und sagen, der Uebergang in eine Aktien- geselllchafl bedeutet der Anfang des Rieder- gangs unseres Bades. Es würde gegen alle neuzeitlichen Forderungen verstoßen, wenn man diesen Staatsbetrieb, den der hessische Staat unter Auswendung hoher Opfer in vorbildlicher Weise zu einem leistungsfähigen Unternehmen aus- gebaut und eingerichtet hat. nun einigen Kapitalisten in die Hand gegeben würde. Wenn diese Umwandlung bei anderen Dadebetrieben. etwa bei Bad Homburg, vollzogen worden ist, so kann man das noch verstehen, denn hier hat es sich um unrentable Einrichtungen gehanoelt, deren Weiterbestehen durch den Uebergang in eine Aktiengesellschaft gesichert wurde. Unser Bad ist aber in jeder Beziehung rentabel. Es hat auch im letzten Jahre, wie man hört, mit ganz beträchtlichem Ueberschuß gearbeitet, trotzdem zuletzt noch größere Arbeiten vorgenommen worden sind, deren Ausführung vielleicht nicht gerade im Bereich der dringendsten Rotwendigkeit lag. Die Bevölkerung befürchtet von einer Umwandlung das Schlimmste. Wer würde ihr auch bürgen für den Fortbestand ihrer Rechte. die sie feit altersher an den Einrichtungen des Bades (Park usw.) hat? Und was kann aus den staatlichen Arbeitern und Beamten werden? Würde eine Aktiengefellschaft an dem vom Staate stets vertretenen Grundsatz, daß die heilkräftigen Quellen auch dem Aermsten und Unbemittelsten zugänglich bleiben müssen, immer festhalten können? Könnte schließlich eine äu stark aufs Geschäftliche eingestellte Inanspruchnahme des Bades in nicht zu ferner Zukunft den Fortbestand der Heilmittel gefährden? Das sind Fragen, die man heute in Bad-Rauheim hört. Wenn man in der allgemeinen Erregung sicherlich auch hier und da allzu schwarz sieht, ein berechtigter Kern liegt aber den Befürchtungen zugrunde. Der Rauheimer wünscht daher den Verbleib des Bades beim Staate, aber auch die hessischen Staatsbürger werden sich in ihrer Mehrheit diesem Wunsche anschliehen, besonders wenn sie erfahren haben, daß es sich hier um durchaus rentable Betriebe handelt, die ein Kapital darstellen, das mit jedem Jahre höhere Zinsen abwerfen wird. Die Dergesell- schaslung unserer Bahnen ist vielen schon schmerzlich. Aber dabei lag ein hartes Muß vor. Warum soll nun ein Staatsbetrieb, der sich in jeder Beziehung bewährt hat. ohne weiteres in die Hände einer Gesellschaft übergehen, ohne dah nur das geringste Muß vorliegt? Sollte die Absicht der Umwandlung wirklich bestehen, das Gerücht also Recht behalten, bann muß man natürlich auch erst die Gründe des Staates hören, bevor man zu einer endgültigen Ablehnung kommt. Was hier ein Laie zu der Sache geäußert hat. deckt sich mit der allgemeinen Volksmeinung und geht von der rein menschlichen Erwägung aus. daß ein Heilbad nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch ideellen Zwecken dienstbar zu machen ist. Die ideellen Ausgaben unseres Staatsbades kann aber niemand besser lösen als der Staat. Von dieser ileberlcgung aus sei daher nochmals der eingangs geäußerte Wunsch wiederholt: Möge das Gerücht, das umläuft, sich nicht bewahrheiten! Kirche und Schule. Die Hauptversammlung der Hessischen (Evangelischen Vereinigung (Friedberger Konserenz) sand am 9. Januar unter Leitung von Professor Lampas (Friedberg) in Frankfurt a. M. statt und war außerordentlich zahlreich besucht. Die Eröffnung geschah durch Pfarrer D. Waitz (Darmstadt). Bei der darauffolgenden Vorst andswahl wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt; neugewählt wurden .Landgerichtsprä,ident Reuen Hagen (Gießen) und Frau Dr. Lambert (Rieder-Ingelheim). beide Abgeordnete des Lanbeskirchentages. Kirchenrat S t r a ck (Gießen), der wegen seines hohen Alters eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde einstimmig zum Ehrenmitglied der Vereinigung gewählt. Den Rechnungsbericht erstattete ötubienrat Professor Werner (Friedberg). Der Vorsitzende, Professor Lampas, gab einen sehr ausführlichen Jahresbericht über die Tätigkeit der Vereinigung im abgelaufenen Jahre, an den sich eine lange Aussprache über die Lage der Hessischen Evangelischen Landeskirche anschloß. Berührt wurde u. a. die kirchliche Finanzlage, die Mitwirkung und Stellung der Vereinigung bei der Wahl des Prälaten, die theologilche Fakuftätsfrage bei der Landesuniversität Gießen, die Reubesetzung der frei- gewordenen Superintendentur Oberhessen. Rach einer Mittagspause folgten die beiden vorgesehenen Vorträge. Lehrer Dollinger (Alsfeld) sprach vom Standpunkte des Schulmannes aus über „D i e kir chliche Aufsicht über den Religionsunterricht der Schule" und betonte, daß grundlegend für die Beurteilung der Frage der § 149 der Reichsversassung sei. Pfarrer Knodt (Wünpsen) behandelte darauf in tiefgründiger Weise das sehr aktuelle Thema „Kirche und Gemeinschaft" und verstand es, in vortrefflicher Weise wertvolle Winke für die gemeindliche Praxis zu geben. Beide Vorträge, welche auf bemerkenswerter Höhe standen, lösten eine außerordentlich fruchtbare Aussprache aus. Mit Dankesworten an die Vortragenden und die Zuhörer schloß der Vorsitzende die sehr anregend verlaufene Versammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, dah die Verhandlungen des noch im Laufe des Monats zusammentretenden Lanbeskirchentags im Sinne bet Grundsätze der Vereinigung geführt werden möchten. Bemerkt sei noch, daß im Laufe des Jahres Bezirksversammlungen in den drei Provinzen gehalten werden. wg. Von unserem y-Mitarbeiter wird uns hierzu ergänzend gemeldet, daß mit Bezug auf den Vortrag von Lehrer Dollinger (Alsfeld) einstimmig folgende Enkschließu n g an- genommen wurde: „Die Hessische Evangelische Vereinigung hält eine Abänderung der von dem Staat erlassenen Vorschrift betr. Ueberwachung des Religionsunterrichts, die ohne Mitwirkung der ev. Kirche und der Lehrerschaft zustande kam, für notwendig, und zwar in der Richtung hin. daß den berechtigten Forderungen sowohl der Lehrerfchast als auch der Kirche gemäß den Bestimmungen der Reichs- und Kirchenverfassung Genüge geschieht. Sie fordert ihre in Kirchen- unb Schulamt stehenben Mitglieber auf, Arbeitsgemeinschaften zur Pflege vertrauensvoller Betätigung zwischen Pfarrer- und Lehrerschaft zu bilden." Dorfkirchcutaguug. * Alsfeld, 12. Ian. Heute fand hier die erste Dorskirchentagung sür das nördliche Ober Hessen statt. Die von Pfarrer Georgi- Ermenrod einberufene Versammlung war glanzend besucht. Es mögen wohl 103 Teilnehmer (Pfarrer und Lehrer) g.w sen fein, die den Saal der „Erholung" füllten. Prälat D. Dr. Diehl war ebenfalls anwesend und beteiligte sich lebhaft an der Aussprache. (Ein ausführlicher Berrcht über die Verhandlungen folgt.) y. Allendors a d. L u in b a. 11 Januar Heute wurde im festlichen Gottesdienste, an dem sich die ganze Gemeinde beteiligte, der neue Geistliche, Pfarrer Andres, seither in Deckenbach, im Aus trage der Kirch nrogierung von Dekan« G u h m a n n - Kirchberg in feinen Dienst eingeführt. Die Feier war von drei mehrstimmigen. pafieno ausgewähllcn und gut vorgetragenen Mädch nchören unter Leitung von Lehrer S t r a ck - Allendorf umrahmt. Wirtschaft. Die Tarifpolitik der Ncichsdahn- Gesellschaft. Generaldirektor Oeser äußerle sich bei einem Presseempsang in bemerkenswerter Weise über die Tarif Politik der Reichsbahn-Gesellschaft. Er sagte u. a.: Die Güterklassh- fikation ist verändert worden. Es ist angcoronct, daß eine Rachprüfung erfolgt, die schon im Gange ist. ob diese Klassifikation unter den jetzigen Verhältnissen zutreffend bleibt, ober ob da und dort Erleichterungen gegeben werden können. Dann ist aber eine Ursache von noch größerer Bedeutung, das ist die Einführung der Staffeltarife. Die Staffeltarife find von der Wirtschaft schon lange erstrebt worden. Solange wir aber Staatsbahnen hatten, konnten sie nicht eingeführt werden, denn jedes Land rechnet sich aus, daß die Tarife für seine Verhältnisse ungünstig waren. Dagegen wurden sie gewünscht, um ungünstige Derkehrsstanborte von Industrien aufzubessern und die an ber Peripherie gelegenen Reichsteile an den Verkehr anzuschließen. also das ganz abgeschlossen liegende Ostpreußen, Bayern, Württemberg usw. Die Staffeltarife beruhen darauf, daß unsere Transporte um fo billiger werden, je länger sie anbauern, b. h. je längere Strecken sie durchmessen. Um nun einen Ausgleich für den sehr starken Ausfall ber Staffeltarife herbeizuführen, war es notwendig, die nahen Entfernungen höher zu belasten, also im wesentlichen die günstig gelegenen Stammorte, vor allen Dingen die Bezirke, die inmitten des Reiches lagen und deren Verkehr nicht so weite Strecken zu durchlaufen hatte. Dadurch ist eine vollständige Dergleichsunmöglichkeit der Tarife geschaffen worden, soweit sie allgemeiner Ratur sind. Dann kommt hinzu, daß während des Krieges eine Verkehrssteuer eingeführt worden ist, eine Verkehrssteuer, die uns zunächst mit 250 Millionen der Entente gegenüber belastet, auf die Dauer aber mit 290 Millionen. Diese Verkehrssteuer beträgt T Prozent für Guter und 10 bis 16 Pi ozent für Personen: 10 12, 14, 16 Prozent nach den vier Klassen Wenn Dietz-Lbzard. Ausstellung des Oberhessischen knnst- vercins. Im Turmhaus am Brand ist eine Kollektivausstellung von Dietz-Edzard- München eingerichtet. die reges Interesse verdient. Eine Unzahl von Graphiken verraten eine gediegene Kultur des Striches. Ueberall herrscht Körpestsichteit. nicht rein referierend, sondern nur umreihenb hält er Wesentlichstes mit dünnen Linien zusammen. Bei den großen Russen Desto j e w s k y und Gogol findet er den Stoff für feinen Stift Weniger als Illustrator. Mehr fo nebenbei entstehen da Gesichter: Aus den Kara- masosfs, ber Sanften, bem schwachen Herz. Ober aus Gogol Wij Hier interessiert nicht photographische Treue, nicht Milieu, nicht mbioibuellc Charakterisierung. Aus übettounbenem Realismus warb, von Gläubigkeit an bas Werl durchbrungen, ein Reigen von seltsamen, erbhaft gebunbenen Gestalten, von jener Leichtigkeit belebt, die aus gotischen Bezirken flammt. So befonbers ein Oelbilb: „Knienber Mensch", bas Ehrlichkeit bes Materials und Kenntnis des Handwerkszeuges offenbart. In vielfachen Variationen kehrt das Thema Muter und Kind wieder. Hier ist bei aller Freude an ruhigem Fluß ber Linie unb bem Rhythmus ber Komposition eine starke Frömmigkeit spürbar, die manche der Bilder ins Madonnenhafte ^Grotz gewollt, von starkem Ethos erfüllt, ist eine „Offenbarung", auf ragend in prophetische Verkündung droht sie jedoch die Grenzen der Malerei zu sprengen. Dietz-Edzards Kunst geht eigene Wege. Sie I weist nach innen und strebt nach oben, ohne dabei die Fühlung mit bem Doben zu verlieren. Es ist bem Oberhessischen Kunstverein dankbar zu bestätigen, daß er sich mit der Ausstellung dieses Münchner Meisters von europäischem Ruf ein Verdienst erworben hat. e—s. * Frankfurter Neues Theater. Rundfunk auf ber Bühne. Das könnte falsche Vorstellungen geben, vorderhand unb hoffentlich auch in Zukunft handelt es sich um einen neuen Schwank, der in humoristischen Situationen das Radio dramatisch zu materialisieren versucht. Die Herren Max Reimann, ber frühere Mtt- bireftor des Reuen Theaters, jetzt in Rürnberg Leiter des Intimen Theaters, und Dr. Otto Schwartz sind die Autoren des breiaktigen Schwanks „Rundfunk", der feine Uraufführung in Frankfurt unter freundlichem Beifall erlebte. Die Idee ist recht humorvoll aufgemacht. Herr Ledermann (D^ttsedern unb Matratzen) ärgert sich über seinen Kompagnon, die Frau Schwalbe, die Schwindsucht an beit Hals. In Wirklichkeit ist es Ci'be, die von der hübschen Witwe ertr-ibert wirb. Lebermann merkt das aber, wie sich's in einem richtigen Schwank gehört, erst im letzten Akt. In den beiden andern Akten schimpft er über den von Frau Schwalbe während feiner Abwesenheit angeschafften Rundsunk- achparat, durch den seine Tochter einen Tenor- lieben und bann auch persönlich kennen gelernt hat. Ledermann hält den Tenor für den Bräutigam seiner Tellhaherin, und ist heilfroh, ihn zum Schlüsse mit seiner Tochter verheiraten zu I können. Wenn ber Vorhang fällt, sitzen Leder- I mann unb Frau Schwalbe beglückt am Radio, das schöne Lied von ber Liebe Himmelsmacht in sich ausnehmend. Das Wesenlliche des aktuellen Stückes war die Darstellung, allen v'-ran der mit zwerchf llerschüttemder Komik ausg-statteteLebermann des Komikers W a 11 b u i g. Mik der Darstellung des Ledermann steht unb fällt ber Schwank, der nach bem zweiten Akt fo starken Beifall sand, dah die Autorensirma wiederholt sich bem Publikum zeigen mußte. L. W. ♦ Eine Hans-Thoma- Gedächlns- fe er in Frankfurt. Ter Eröffnung einer Hons-Thoma-Grbächt- nis-Ausstellung im Frankfurter Kunstvercin ging eine überaus stimmungsvcl'e. vom Magistrat ber Stadt Frankfurt, bem Stäbelfchen Ä u n ff i n ft i t u t unb den künstlerischen Organisationen der Stadt veranstallete akademische Feier im Kaisersaal voraus. Die Klänge eines Beet- hovenschen Quartetts bUbeten einen feierlichen Auftakt und leiteten die ausbrucksvolle, ungemein liebeveil das Wesentliche des großen Meisters zusammenfassende Rede Stadtrats Meckbach Er charakterisierte mit geistiger Prägnanz und in cinbringl chen Zügen das W f n T omas ins incr Erkenntnis ber Ratur, seinem künstlerischen und menschlichen Ringen gegen bas Gelächter ber Verständnislosen unb sein Verharren im eigenen seelischen Schaffen. Es entrollte sich das geistige und künstlerische Bild eines ganz Großen im Reiche der Kunst, ein Bild, dem fein wesentlicher Charakterzug. keine bestimmende Linie versagt blieb unb das in der meisterlichen Art. in der es gezeichnet wurde, von nachhaltiger Wirkung sein dürfte. Es folgte der Landsmann des Toten, Alfred Auerbach, der in Thomas Mundort von der Seele und bem Herzen, unb aus den biographischen Schriften von ber Persönlichkeit des großen Schwarzwälders erzählte. Es ist für Frankfurt besonders erfreulich zu hören, daß hier, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, seine glücklichsten Jahre verbrachte, dah er die Frankfurter Zeit, die er im Kreise feiner Lieben verleben durfte, solgendermahen empfindet: Gestern war es schön, heute ist es schön, morgen wird es wieder- schön sein! Und trotzdem hat man es ihm in Frankfurt nicht leicht gemacht. Thoma war einer unserer größten, aber auch einer unserer bescheidensten unb beseeltesten Künstler. In mozartischen Klängen schloß die schöne und in ihrer Schlichtheit bem Wesen des Meisters so glücklich angepahtv Feier. Die A u s st e 1 l u n g feiner Werke, die meist aus Prioatbesitz zur Verfügung gestellt wurden, erstreckt sich über Städel, Knnstverein unb Haus Fürsteneck, wo interessantes biographisches Material jufammengetragen wurde. Besonders reichhaltig ist die Thomaausstellung des Kunstvereins, wo erlesene Stücke aus allen Schaffens- Perioden den gewaltigen Reichtum dieser begnadeten Künstlernatur in der bis zum maestoso gesteigerten Schlichtheit unb Innigkeit des Raturempfindens veranschaulichen. Tiefe Dankbarkeit erfüllt den fühlenden Betrachter, dah Thoma Vermittler war zwischen uns unb der Göttlichkeit ber Ratur. die wenige so zu sehen unb zu empfinden wußten wie ber einfache Bauerssohn aus Bernau, den die braufenbe Großstadt in Liebe unb Dankbarkeit nochmals gegrüßt hat unb die etwas von ihm, 25 Jahre seines Wirtens in ihren Mauern, für sich beansprucht unb als eine pietätvolle Erinnerung ber Unvergängltchkeit weiht. 2- Preis pro Vs Pfund nur 50 Ptg. Kinderzeitung,,Der kleine Coco" gratis,.. ®antnote< Abendbörse. (£.11.) Die 1,18 28 19,8 3,15 4,40 (Nachdruck verboten.) 40. Fortsetzung. 135,5 23,4" 23,7 1,13 1,14 1 4' 0,63 1,2/ 11,4 173, 1 9 14 d 13, 2 ü 32 8 .0,7 1,- 10,50 91 2 60 65 9,4 30 6,25 13,2 32,4 27 25 tf> 27.25 21.75 12,1 20,90 65 80,60 3.1 4,3 9,62 d.d - 1,15 1 9 1. 0 0.61’ 1.25 u .2 I 11 i 13 ,49 0 1,27 1,i 1.6 1, 5 34,7» 90,4 10.5 40,5 71,5 6, 13 2.9 •6,13 ’O 20 0 72 89,3 21 5 1 .62 9 r ' 90 13J.3 20 9 2 0 7. S 13,75 5.,75 >2 47,7 29,10 4 °ü * Dhckerhosf L Widmann A G Biebrich a. Rh. Der Aufsichtsrat beschloß, der G. V. die Ermäßigung des Papiermark- Aktienkapitals für die Stammaktien im Der» hältnis von 50:3 und für die Vorzugsaktien im Verhältnis von 50:2 vorzuschlagen, unter Ermäßigung der Dorzugsdividende von 6 auf 4 Proz., auf insgesamt 7,3 Mill- Mark. Dörlenkurse. 91 75 I 9 .4 I 10, 0 | 170 °5 ! o 0 1 7 , 12,9 3 32 i 18,2. : 19,7 1 95 10 56 0,1- 21,25 1 12,30 130 62 20 0 23 60 7,-i 13 5 8 63.5 47 75 3.1 28 7 I 3,90 | 20 6,30 i 32,9" | 0 82 26 90 23 27,50 103 1 t>G 25 12/6 2'1,"23 12,2 6 ,3 80,75 3,20 4,62 ,95 10,1 0,95 1,15 19 2,45 3,2 3,12 13,15 6,55 4,45 2.6 4.25 3,1 13,30 vs- 13,SO SS 27,25 26,50 17,60 22,82 12,40 21,25 66 8i,4 3,7 5,7 10 14 94.75 9J.7 11 42, ro 6,7 13,9 3 18,80 r 10,25 0 25 90/' 22.7 12,9 92, 0 96,9 134,1 SO 23,2 7,30 13,75 69 64 10 48 29 30 3,9 Husten / Heiserkeit werden Ihnen untief turnte Krnntheiten beim brauch der L.xaitta-Hustcri-Boubons. die ©le tn allen Apotheken erhalten tonnen, oteta vorrätig: Univ.-Apotheke „Zum goldenen Engel. dläss heil wurde. Aber es stählte die Gleichgültigkeit gegen Gefahren und erhöhte die Lebensverachtung. Unö auch in diesem Punkte traf Gert sich mit Murray. Es belästigte ihn nicht, ob Masarbai den Weg zu den nächsten Aulen finden würde oder ob es noch tagelang weiterging im Sonnenbrände und in sibirischer Kälte. Räubergefindel fomrte sich zeigen — da hatte man Waffen zur Hand, ilnö wenn der Duran toste, verkroch man sich in einer Felsenhöhle. Der erwachende Morgen kündete sich durch gewaltige Rebelschwaden an, die so dicht toawi. daß man nicht fünf Schritte weit sehen könne- Aber da Masarbai erklärte, nun seiner Sache sicher zu sein, so zog man trotz des Rebels wei ter. Stundenlang und mit größter Dorsicht, denn in dem undurchdringlichen Weih konnte jeder Fehltritt den Lod bringen. Gert und Murray ritten wieder voran. Murray war sowieso ein karger Sprecher, jetzt schwieg er völlig. Auch Gert war nicht zum Plaudern aufgelegt, äber er hatte die Höhenkrankheit überwunden und fühlte sich körperlich durchaus frisch. Der Ritt durch das milchige Gebrodel erzeugte in ihm nur ein eigentümliches Empsinden von Unwirklichkeit Man ritt wie in die Unendlichkeit hxnem, in ein großes Nichts, das von allen Seiten über den kleinen Menschen zusammenschlug. Gegen Mittag drang die Sonne durch. Die Rebel zerrissen und zerflatterten. In langen Fetzen stiegen sie himmelan, sie lösten sich auf zu unwahrscheinlichen Gebilden, sie verdunsteten. Lind nun sah man Unerwartetes. Man war nicht auf der Pahhöhe. sondern in einem breiten Felsenkorridor mit steil ragenden Hängen zur Rechten und zertrümmerten Schieferblöcken linksseitig, durch die man tief, tief hinab in eine schneefreie Talmulde blicken konnte. Braunes Gras schien da den Boden zu bedecken, und in weiter Perspektive nach Osten zu schillerte das unvereiste blausilberne Band eines Flusses, der aus einem Quertal strömen muhte. Die Sonne lag voll auf dem Grunde der Mulde, wo es von dunklen Gestalten wimmelte. Menschen oder Tiere? Das Fernglas rückte die Erscheinung in nähere Sicht: eine gewaltige Schafherde weidete in der Schlucht. (Fortsetzung folgt.) 34 27,9 27 28,62 1-3 90 22 .’ 25.80 12,70 12 9 67 3 90 5,75 Die rote Kaschgar Roman von Fedvr von Zvbeltih. Es kam wieder eine abenteuerliche Zeit. In den endlosen Gassen Pekings tobte nicht lange mehr der Kampf, unter den Schüssen der Allner- ten ging der Aufstand zu Ende, durch das Gewrrr der Mandschusladt ritten russische Kosaken, zwischen den Lehrhäusern und den Holzbuden und durch den Iahrmarktstrubel des Chinesenviertels schmetterten die Märsche der Franzosen, und in das Allerheiligste der kaiserlichen Garten, durch das übereinander geschachtelte ..Tor der hohen Lauterkeit" rückten englische Truvven und ■ schlugen zwischen P lästen un) m rm rnen ..hren- bogen in den Wecken Parkanlagen ihre Biwaks auf. Die Deutschen unter Waldersee wartete man nicht ab. Gordon Murray überhastete den Aufbruch, und Gert war es so recht. Fort von hier — zum Teufel, was hatte man noch zu tun in diesem organisierten Wirrwarr, unter brüllenden Soldaten und plünderndem Raubgesindel und Europäern, die sich schon wieder die Rägel polierten, und drm Heer von Dirnen aller Rassen, die aus den geöffneten Freudenhäusern in parfümierten Hausen quollen, um den Sieg zu begrüßen! Also fort! Vorderhand immer im Anschluß an Truppenverbände, mit einer britischen Kamelkarawane, mit russischer Artillerie, mit einer französischen Reckerabteilung, mit einem Bataillon Japaner. Roch Ist das Land in Aufruhr. In Zypressenhainen, unter zerschossenen Stadtmauern, zwischen Pagoden und Tempeln, m den Staubtromben der Steppe und in den Bergen haben Boxer und versprengte Reguläre sich ein- genistet, und überall kommt es zu Gefechten. Auch mit Räuberbanden hat man gelegentlich zu tun, man hängt die Kerle an die Akazien und schießt sie reihenweise nieder, und wenn einmal ein Mandarin in irgendeiner Kleinstadt den europäischen Truppen entgegenkommend eine Augenweide bereiten will, läßt er zu allgemeiner Belustigung auf dem Marktplatz ein halbes Dutzend Banditen ebenso der hetmx icye Rentenmarkt. Der Geldmarkt liegt dauernd leicht, das Angebot überwiegt die Rachfrage. Tägliches Geld 8 bis 12 Prozent p. a. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Dxahtbericht des .Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 12 Ian. Auftrieb 1317 Rinder, darunter 374 Ochsen, 61 Dullen, 882 Färsen 408 Kälber, 359 Schafe. 4009 Schwei nr Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht Rinder Ochsens voNfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 52—57, junge, fleischige, nicht ausgemästetc und ältere ausgemastete 42 bis 50. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 33-40; Bullen: vollfleischige ausgemastete Färsen höchsten Schlachtwertes 45-50 vollfle - schige jüngere 38-44; Färsen und Kühe, voll- leischige ausgemästete Färsen hochst«x Schlachtwertes 50—57, vollfleischige ausgemastete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 40 bis 48, wenig gut entwickelte Färsen 38—49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut ^wickelte jüngere Kühe 30-39, mäßig genährte Kuhe^und Färsen 20-30. gering genährte Äuje unö gerade so paßt es Gert Hova. Die ersten Herbststürme unterbrechen ine Sommerglut, da geht es weiter. Es ist friedlicher geworden, der Aufstand ist niedergerungen, nur hie und da auf den Gebirgspässen regt es sich noch, wo der flüchtende Feind sich verschanzt hält. Doch die kleine Karawane hat bald das Gebiet der Revolutionäre hinter sich. Einmal trifft sie auf einen Zug bewaffneter Chinesen, die ein Dutzend Sänften über die Landstraße geleiten, aber scheu weiterziehen und nicht an Angriff denken. Sie gehören auch nicht zur Armee und noch weniger zu den Boxern, sie tragen zum Teil sogar Prunkgewandung und dazu sehr alte, kaum noch brauchbare Waffen, und zwischen den Sänften fällt ein kostbarer Palankin auf, etcrgen- söimig gebaut, mit goldenen Drachenköpfen und von allen Seiten durch gelbe Seide verhüllt. Als nun die Karawane vorüberzog, stutzten die begleitenden Kulis, warfen sich in den Staub und erhoben ein großes Geschrei, und für einen Augenblick wurde der gelbe Seidenstoff gelüftet und dahinter erschien ein altes Weißes Frauengesicht unter einem turbanähnlichen Aufbau mit breiten gestickten Bändern. Die Kulis sagten, es sei das „erhabene Antlitz", und es mag auch wirklich die greife Kaiserin gewesen fein, die auf ihrer Flucht durch die Hungersnot im Lande von einem Ort zum andern, gejagt wurde... Die letzte Vision im Aufstandsgebiet. Run steigen die Wege an, unermeß iche Wälder dehnen sich aus, man durchzieht das Hochland von Gansu, umschrextet das Silberblau der Seefläche von Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeigers".) Berlin, 12. Jan. Die Börse eröffnete die neue Woche in durchweg fester Haltung, bei allerdings nicht umfangreichen- Umsätzen. Die Regierungskrise legte eine gewisse Zuruckhaltung auf, auf der anderen Seite wird die feste Haltung dadurch unterstützt, daß bei dem Heber * angebot an flüssigem Geld dieses teil» weise Anlage am Cfsek tenmarkte suchte. Während sich teilweise das Kursniveau gegen Samstag kaum verschob, stehen doch wieder eine Reihe von S p e z i a l p a p i e r e n xm Vordergründe des Interesses. So war am K a 11 m a 111 außerordentlich starkes Interesse für Krugers- h a l l vorhanden, während die übrigen Kaliwerte eher vernachlässigt waren. Auch in Petro- leumteerten entwickelte sich exn größeres Geschä ft, ferner in Goldschmidt und Hochbahn. Der Kolonialmarkt lag ruhig, Kokonor, ' nähert sich den ewig dampfenden. Sumpfen von Zaidam und klettert dann wieder hangan in höhere Regionen, in bie Heimat des wilden Vaks. Run ist man schon in dcn tibetanischen Bergen, oft in unfruchtbaren Einöden, die Kamelen und Gäulen kaum Rahrung bieten, in Schneestürmen und wirbelnden Stauv- massen, im Urwald und im Wüstensande, trifft aber immer noch auf chinesische Ansiedlungen, wo keine Fremdenfeindlichkeit herrscht und man freundliche Aufnahme findet. Und weiter zwischen lichter werdenden Waldungen, durch das Trümmermeer einer alten Ruinenstadt, auf einem CEeae den vor undenklichen Zeiten schon Marco Polo'beschritten haben soll, durch neue Wüsten- felder und verstreute kleine Oasen über die Grenze von Ost-Turkestan nach Chotan. Ein paar Tage Rast dann abermals weiter auf der großen Karawanenstraße am Rordrande des Kyenlun- Gebirges. durch versiegte Flußtäler, tief eingebettet zwischen mächtige Konglomeratbänke, wieder auf Bergmatten mit weidenden Antilopen Herden, durch malerische Landschaften, Granitbogen, Schluchten in die belebte Ebene von Iarkent, der Hauptstadt des chinesischen Ost-Turkestan. Köstliche Reise, reich an taufend wechselnden Bildern, an mancherlei Gefahren und Entbehrungen, an Reugeschautem, an Unvergeßlichkeiten! Sn der Hindukarawanserei von Iarkent ein längeres Ausruhen, unterbrochen durch die Ausrüstung einer neuen Karateaste, Schlendertage durch die chinesischen und mohommedanischen Stadtteile, durch schmutzige. enge, staubige Gassen und das Gewühl der Basare, mit der Aussicht auf stahlblaue Berg kämme, die Mauerwand um das geheimnisvolle Innere von Pamir. Und nun hier in dieser einsamen Bergwelt. Man hatte erreicht, was man wollte: die absolute Kulturlosigkeit. Und es war doch auch so, daß der unersetzliche Verlust der Karten mit Möglichkeiten rechnen ließ, die nicht einmal in das Programm ausgenommen waren: mit langen und vielleicht unendlich mühevollen Irrfahrten, ehe man wieder aus menschuche Wesen stieß. Es lag in der ganzen Art Murrays, sich lieber auf sich selbst zu verlassen als auf andere. Dies Stolzgefühl nützte nicht viel in einem unbekanntem | Lande, in dem die Ratur zum Feinde der Mensch- toir rechnen, daß eine durchschnittlich- Ara<^ von 150 Prozent vorhanden ist, dann liegen darin 10.5 Prozent Verkehrssteuer, und der Betrag. den die Reichsbahn in Wirklichkeit bekommt. ist 139.5 Prozent. Das ist deshalb von ungeheurer Wichtigkeit, weil diese Verkehrs«-uer versteinert; sie muß solange erhoben werden, wie die Reparationspflicht dauert. Schon ans diesem Grunde ist es ganz ausgeschlossen, daß wir zu Friedei'starifen in Deutschland zurückkommen denn bie Verkehrssteuer wird immer die Tarife nach oben brücken. Wir haben im Personentarif eine Erhöhung von ungefähr 132 bis 135 Rechnen Sie die billigste Klasse, die vierte Klasse, bei der 10 Prozent Verkehrssteuer zu erheben sind, so macht das schon 13,5 Prozent für ine Verkehrssteuer, und wir haben nur eine tatsächliche Erhöhung von 121.5 Prozent. Roch ungünstiger rcd",net sich dies für d'.e Reichsbahn bei der dritten Klasse, weil hier 12 Prozent Verkehrssteuer erhoben werben; tetr bekommen hier 118.80 Prozent des Friedens. Run die Fragen, wieweit sich die Selvst- kosten der Eisenbahn erhöht haben. Darüber muß ich Ihnen einige detaillierte Mitteilungen machen. Die allgemeine Weltteuerung wird mit 25 Prozent angenommen. Das ist die angebliche echte Teuerung. Darüber hinaus haben wir für unsere eigenen Bedürfnisse erheblich höhere Preise zu zahlen; für die Kohle 140 Prozent des Friedenspreises, für die Schmieröle 153 Prozent. Kupfer 160 Prozent. Stahlblech und Werkzeugstahl 140 Prozent, Roststabe 200 Prozent, Farben 200 Prozent, Textilien und Leder 175 Proz. Wir liegen also mit unseren Tarifen vielfach unter dem Preise, den tetr für die hauptsächlichsten Bedarfsartikel der Reichsbahn anlegen müssen. Dazu kommen die Personalkosten. Wir haben eine der härtesten Maßnahmen durchführen müssen, die vielleicht nie in der Geschichte eine- industriellen Unternehmens sich ereignet haben, den Personalabbau, der ja bei uns die ungeheure Größe von 300 000 Menschen angenommen hat. Richtsdestowen-ger sind die Personalkosten auch heute noch relativ hoch. Die Kopfkosten waren im Jahre 1913 1588 Mk. Sie waren am 1. Januar 2243 Mk. Wir hatten vor dem Kriege eine Belegschaft von 692700 Mann mit einem Kostenaufwand von 1,1 Milliarden. Etwas besser rechnet sich der Personenverkehr. Der Personenverkehr war ja in Deutschland immer insofern ein Defizit der Reichsbahn, als man nie die Tarife mit den Selbstkosten in Einklang brachte. Das ist jetzt in der Hauptsache durch die letzte Erhöhung der Tarife geschehen, aber nicht allein dadurch, sondern auch dadurch, daß wir in dem Bestreben, den Betrieb so wirtschaftlich wie möglich zu machen, den Rachtbetrieb vielfach eingestellt haben daß die Züge nicht mehr an allen Stationen' halten, wenigstens soweit es vermeidlich ist, um an Personal und an Kosten zu sparen. Hätten wir nicht überall die Ausgaben eingeschränkt und hätten wir das zum Teil nicht auch voitübergehend getan in bezug auf rollendes Material und Bauten, so würden wir mit den heutigen Tarifen nicht auskommen, und wenn unsere eigenen Ausgaben erheblich stm- gen sollten, so wäre zu befürchten daß nicht eine Ermäßigung, sondern eine Erhöhung der Tarife erfolgen muh. Deulichr ReichSonIrtve <®/0 Deutsche ReichSanleihr 3‘/»% Deutsche Neichsanletl», 3®/ Deutsche SieichSanleihe I’.’utfdx SuuröramienanltUx 4°/o Preuhische ÄoulolS t°, Hellen ...... «*/•% velleo ....... S% Hessen ..... • • Deutsche Wertb- Dollar-Ant bto Doll Schatz.ilmreimg <•/» «jolltitrken........ 66/» Äoldmerüan« Berliner Handelsgesellschaft frommett- und Privatbank Tarmft. und Na>tonatdank Deutsche Baut - ■ • Deutsche BeremSbank . . ■ TlScomo fromrnandir Mrtallbank ■ • • • • • Mitteldeutsche Credttbank L?csle>reichlich« frreditanstaU flBeftban! ........... Bochumer ÖH8 ...... BuderuS Caro ■ ....... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerk. Harpeucr Bergbau..... zsalnverke SlscherSleben. . . . ftaitiverf Westeregeln. . .«< . Laurabülre. . ..... Cberbebarf ....... Pbonil Bergbau ....... mheim'tadl........... Stiebest Montan . TelluS Bergbau - ..... Hamburg-Amerika Pakt. . . Norddeutscher Llovd ... Cheramtsche Werke Slbw . - -jeineutwerk Heidelberg . • Pl'ilivv Holjmann ..... Anglo front -Guano .... Badische Anilin Tbrmiiche Mayer Alapta • - Goldschmidt GrieS i eimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkonlnng . - ..... viütgerswcrke ..... ^chetdcanstali Villa Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . Mamkraftwerk: ..... . . ©ändert ..... Siemens L Halste ...... Adlerwerke Kley« ..... Daimker Motoren. ..... Heyligensiaedt ....... Megnin o Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun , . Meral!geselvchast Frankfurt Pet Union A.-G Echubtabrik Heiz . . Sichel. . . ......... Zellstoff SBaiobof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (An Billionen Mark aukgedrückt. vuenoS-SirrS, Sondon. «e«, toor!. Jovan. Rio de Io.ietrv füt et ne Ein bett. Zim u.itz tzudapeit für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung. Brie' «,192 21.0 76,0 re,18 .2 6 70,02 17,7 14,21 6,9.8 2,16 1'3,71. t1,?7 9,4' 12,bl 6 5,83 • Vorläufige Richtzahlung von Rentenbankzinsen. Unter B^ugnahme auf die Verfügung deS Reichsministers der Finmx- zen' vom 20"September 1924 gibt der Rachrichtendienst der Deutschen Rentenbank bekannt, daß tne zum 15. Februar 1925 fällige zweite Rate i$r Rentenbankzinsen von den Industriellen, ae» werblichen und Handelsbetrieben einschließlich der Banken vorläufig bis zur' anderweitigen Regelung nicht zu zahlen ist. Der von der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärtnerei evtl, noch zu zahlende Restbetrag für April bis Oktober 1924 ist erst nach Feststellung des Zinssolls auf Grund des berichtigten Mehrbeitragswertes zu entrichten. , . , „ .* Benz & Co. Automobil- und Mo- torenf o6rif in Mannheim. Der Aufsichtsrat beschloß, der auf den 6. Februar cmzu- berusenden a. o. G. D. die älmfteHung des Stammaktienkapitals im Verhältnis von 16 - j : 1 vorzuschlagen. Dementsprechend würde jede Stammaktie über 1 000 Pm. auf 60 Rm. ermäßigt werden. Heber die Behandlung der Dvrratsaktien wurden endgültige Beschlüsse noch nicht gefaßt. <*ri> 4,17 20,94 74 7) 20,0- <2, 4 119,18 17,85 68,8 5,902 2,1 112,72 b0,8 59,1 12,36 5.81 Frankfurt a. M., 12. San- . „ Abendbörse hatte heute ein außergewöhnlich lebhaftes und angeregtes Geschäft. Infolge von Auslandskaufaufträgen nahmen die atmsaye einen sehr großen Umfang an und erzielten auch tm weiteren Verlaufe weitere Steigerungen. Fast alle Gebiete setzten mit bedeutend erhöhten Kursen ein, so daß die Börse mit den höchsten Tage»' Eurfen schloß. Bevorzugt war wieder der Montan- und Chemiemarkt, außerdem die Autowert<. Auch am Elektromarkt stellten sich neue Kurssteigerungen ein. Die Höherbewegung und lebhafte Kaufneigung übertrug sich auch aus den Bankattienrnarkt, der sich heute erstmals beweglicher zeigte. Am Anleihemarkt konnte sich gleichfalls eine Befestigung durchsetzen. Ausländische Renten waren lebhafter gefragt. Im ^oro^r- arunde standen wieder türkische und ungarische Renten. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0.945. 4proz. Reichsanleihe 1180, ^proz. Preuß. Konsols 1437, 3proz. Preußische Konsols 1350 Agio-Schätze 0,7, 41/3broA. Schatzanleihe von 24 610 4proz. Baden von 1901 1650. Ausländische Renten: Zolltürken 11,37, 4proz. Türken (Administration) 9,5, Türken von 1905 9.37 Bagdad II 9,12, Monastir 10, Ungarische Gvldrente 10 5, 4> .proz. Ungarn von 1924 9,62, 4proz. ^lng. Staats.e'nte 8.62. G-ldmexikaner (abgestempelt) 38. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 173.5, Commerzbank 6.87, Darmstädter Dank 14.50. Deutsche Dank 13.62, Deutsche Effekten- und Wechselbank 4.40, Deutsche Vereinsbank 0.32, Diskontogesellschaft 18.55. Dresdner Dank 9.45, Metallbank 20.75. Mitteldeutsche Kreditbank 1.95, Rheinisch- Kreditbank 3.45, OesterreichischeKredit- aftien 10.50, Wiener Bankverein 6.75. Montanaktien: Bochumer 91, Buderus 23, Harpener 135.50, Mannesmann 69, Mansselder 5.37 Phönix 60, Rheinische Braunkohlen 46.37, Rhein- stahl 55, Rombacher Hütte 30.50, Tellus 3.40, Laurahütte 7.30, Kali Aschersleben 20.37, Kali Westeregeln 23.75. Chemische Xtien; Badische Anilin 34, Berliner Anilin 26.90, Chemische Griesheim 27, Scheideanstalt 25.80. Elberfelder Farben 28,70. LH. Goldschmidt 27,87, Höchster Farben 28.62, Holzverkohlung 10.87, Chemische Rhenania 8.12. Rütgerswerke 22 75 Elektroaktien: AEG. 12,70, Elektrische Lieferung 110.75, Licht und Kraft 8.90, Felten 35.50, Lahmeyer 14.87, Mainkraft 12.90, Schlickert 67. Transportwerte: Hapag 30.25 bis 30, Rordd. Lloyd 4. Schantungbahn 2.90. Sonstige Industriewerte: Kleyer 3.90. Daimler 5.75, Reckarsulmer 9.12. Aschaffenburger ZeMvff 33, Cernent Heidelberg 28. Dyckerhoff und Widmann 5 12 Deutsche Erdöl 60.37. Lechwerke 23.40. Gebr. Iun'ghans 13. MetallgescMchaft 19,80. Julius Stichel 3.15, Ehern. Mainz 12.20, Dinger 4.60, Waghäusel 4.40, Stuttgart Zucker 4.40. Neva.t ° I, roll roll roll doll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll r,rn«., te. Januar. vmcr«tanNck>e Note» .... Belgische Noten ....... Dantichr Noten ...... frnqlifdic Noten ..... Französische Note« holländische Noten Ftalienische Noten ..... Norwegische Noten..... Deutscv-Oesterr, i 100 Kron« Rumänische Noten Schwedische Roten Schweixer Noten ...... Spanisch: Note» ..... Tschechoslowakische RottO . . Ungarische Noten Frankfurter Fran"nrt M Bern» 5d)tu6- fiur» Schluß k. Abend» bb>se Sd-Iu^k 5* u9,74 D9.43 k9, 7 voll.voll Ceft. abgest 5,907 r,9?7 6,907 8,927 voll voll Prag . . . . 15.61 1k,85 12,60 1£,64 voll voll Budapest. 8,825 6,84 "■ 5,84 5,86 voll voll Gucn.Airek :,C63 1^67 1.665 1,6 9 voll voll Bulgarien Ü,05 8,66 8,025 8,03 voll voll Japan . . Rio de ft an- 1,608 1,812 1,668 1,612 vou voll 7,34 1,468 s.,-19 ■ t,501 ucu voll Belgrad . 7,36 6,92 b 94 voll voll Lissabon 19.89 19.ES 13.83 ! 19.92 oü.ooll