Nr. 266 Erst« Blatt g, für Re» Hemc«n«i|tn v«n 70 in Brett« 35 Re.ch^osennig, Plahoorzchthi 26 , mehr. klhefredokteu, Dr. Frteör Äilh. Gange. BerantworUich: für Politik und Feuilleton Dr. Fricdr. 2VUH. Gange; für den übrigen Teil 6r m Reichskanzler den RcichScrnäh- rungSminifler Grafen von Kanih, den Reichstagspräsidenten 2 öÜe , deit preußischen Ministerpräsidenten Braun, den Reichspostnri» nister Dr. 6 t i n g I. den preußischen Handelsminister Dr. Schreiber und viele hervorragende Vertreter von Industrie, Handel und Wis- fenschast. Wahrend deS Gssens eng riff Reiche- rangier Dr. Luther das Wort zu folgenden Ausführungen: Ich erwarte, daß wie in wenigen Tagen klarer sehen werden über die sogenannten Rückwirkungen oder richtiger über denjenigen Teil der Rückwirkungen, der alsbald eintreten soll. RühercS m:(teilen über den voraussichtlichen Inhalt der Rückwirkungen kann ich heute noch nicht. WaS in der Oeffentlichkeit darüber verbreitet wird, ist teils falsch, teils unvollständig, teils schief. Ich kann nur wiederholen, das) die Regierung bei dem Abschlüsse der Derhanblrrngrn von Locarno von allem Anfang imwet t*k>tr gesagt hat. daß eine endgältlDe •tellung* nähme zum Dertragswerk von Svearno erst angesichts de- SescnnttaKestandeS m»-Sch ist. Erst angesichts dieses Gefmnttat'besiandes wird man dann auch die innersrostiIsche Entschließung fassen können. 6te durch den Austritt der Deutschnaiionaten and der Regierung erforderlich geworden ist. Die ReichSregierung hat sich neben den außenpolitischen Fragen nur noch mit der großen Aufgabe der Preisbeeinflussung befahl. Beides sind Aufgaben, die sich der Lösung durch parteipolitische Einstellung entziehen und nur al» Gesamtlebensfragen des deutschen Volkes behandelt werden können. Beiden Duf- gabenkreisen wird man aber in keiner Weise gerecht durch Aufstellung irgendwelcher allgemeinen Formel und auch Wunder kann man weder hinsichtlich der Preisgestaltung im Innern verlanaen. In beiden Fällen bedarf c5 stets unermüdlicher, von Punkt zu Punkt fortschreitender Regierungsarbcit und al» treibende Kraft solcher Arbeit eines sicheren, auch nach wirklichen Verhältnissen der Welt sich richtenden Willens. Ungeachtet der Behauptung, dah die Einführung der Zölle eine Verteuerung auf der ganzen Linie zur Folge haben mühte, sind umgekehrt, wie die Indexziffern beweisen die Preise feit dem Einsetzen der Regterungs- Maßnahmen zu« Stillstand gebracht, ja sogar um einen kleinen Betrag gewichen. Roch immer ist die S p a n n e zwischen dem, was der Erzeuger bekommt, und dem, was der Verbraucher bezahlt. in vielen Fällen untragbar groß. Roch immer besteht die Reigung bei den einzelnen an der Preisbildung Beteiligten ErwerbZständen, die Ursache deS ilebef» vorwiegend Bei dem andern zu sehen und alle Erwerbsstände gemeinschaftlich neigen dazu, die Regierung alö solche verantwortlich zu machen. Run aber zur Auhc^rpolitik. Der Vertrag von Versailles hatte sowohl in wirtschaftlicher wie in politischer Hinsicht einen Zustand geschaffen, der in immer steigendem Maste eine äln Möglichkeit darflellte. Rachdem in London vom Dawesplan ausgehend eine Regelung gefunden war, die den Ausgangspunkt für eine wirtschaftliche Reuentwicllung bildet, muhte auch in politischer Beziehung die Grundlage für den Wiederaufbau geschaffen werden. Dast Deutschland hierzu von sich aus die richtunggebende Anregung gegeben hat und dast die andern Staaten dieser Anregung gefolgt sind, ist für mich ein Zeichen der erstarkenden politischen Kraft unseres Vaterlandes. Ohne ein gewisses Kraftgestihl kann man meines Erachten» überhaupt zum DertragS- werk von Locarno die richtige Einstellung nicht finden. Run ist eS ganz unzweifelhaft, dast wir auch nach der Unterzeichnung des Vertrages von Locarno von dem Ziele noch weit entfernt sind, dast das deutsche Doll den ihm nach seiner Leistung und Fähigkeit gebührenden Platz in der Gemeinschaft der Völler wieder einnimmt. Bis zur Erreichung dieses Zieles haben wir noch einen langen und mühsamen Weg zu gehen, den wir nur durch zähe Arbeit und hingebungsvolle Vaterlandsliebe zurücktezen können. Gerade die Tatsache der Länge dieses WegcS macht es selbstverständlich und mutz es auch dem Ausland verständlich mähen, dah daS deutsche Volk mit besonderer Ausmerk a.nieit auf die nächsten Schritte seiner Vesreiung von schwerer Last blickt. Daraus ergibt sich das besonde.e Schwergewicht, das daS ganze deutsche Volk auf die grundsätzliche wesentliche Veränderung der mit der Rheinlandbesetzung zusammenhängenden Fragen legt. Wenn im Ausland vielfach ge'agi worden ist, es könne zwischen den fo^enann.en Rückwirkungen und dem Qkriraj von Locarno kein Kaufgeschäft gemacht werden, so ist darauf zu erwidern, daß auch daS deutsche Boll eine solche Verbindung auf daS nachdrücklichste ablehnt. Gerade die Rheinländer selbst haben mit vaterländischer Tapserkeit immer wieder betont, eS dürfe nicht, um ihnen eine Erleichterung zu verschaffen, irgendein Gesamtnachteil für Deutschland übernommen werden. Dieser Standpunkt ist nicht nur mutig, sondern auch einzig richtig, weil die Rhein lande ein glückhaftes Geschick ja nur in einem gesunden Deutschland haben können. Gleichwohl kann das deutsche Doll zu einer inneren und änderen Zustimmung zum Der» tragSwerk von Locarno sichrrllch nur gebracht werben, wenn eS die DuSiolrkungen von Locarno in unmittelbarer Anschauung Im Rheinland erlebt. Andernfalls wird jener tiefe Argwohn gegen alles, w«S politischer Vertrag heißt, nicht iibertennien werden können, jene* Argwohn, ter feine Wurzeln in den Erfahrungen mit dem Vertrag von Versailles und in der Ausführung dieses Vertrags durch einige der Siegerstaaten beS Weltkrieges gezogen hat. Der Vertrag von Qxamo stellt keinerlei Option zwischen dem Westen und Osten dar, wohl aber, und daS ist der zweite Leitgedanke, enthält der Vertrag ixm Qocamo eine Option des deutschen Volkes für den Frieden. Dabei verstehe ich unter Frieden nicht nur den Verzicht auf den Krieg, nicht nur eine Angelegenheit mit negotitten Bsrzeichon, sondern ich verstthe txnnmter auch den f osten Ent- si futz, die deutsche Kultur und die deutsche VvlkSkrast auf dem Wege doS Fried-ens mit allen, Rachdruck zur Geltung zu bringen. Weiter bedeutet solche Option den Entschluh, mit aller Kraft für die allgemeine Abrüstung einzutreten, die, und zwar im Einklang mit dem Vertrag von Versailles, alS unerläßliche Ergänzung der deutschen Abrüstung anzuseyen ist. Der dritte Leitgedanke ist der, dast der Vertrag von Locarno eine Option zugunsten positiven Handelns in den groben internationalen Fragen enthalt. Auf welches Ziel die Verhältnisse in Europa sich Überhaupt hiirbewogen, kam: niemand mit Bestimmtheit sagen. Dast die ungemein große technische und wirtschaftliche Cnttoicflung der Gegenwart, so viele Sebcnsbetätigung der Menschheit neue Verbindung und neue Gestaltung sucht, ist sicher. DaS deutsche Volk fühlt sich trotz der harten Schicksalsscyläge, die eS getroffen haben, innerlich gesund und stark genug, daS volle Schwergewicht seiner Geistes- und Arbeitskraft für die zukünftige Gestaltung der Welt einzusetzen und sich selbst darin den ihm gebührenden Pl«h zu sichern. Die grundsätzliche Richtigkeit dieser beiden letzten Leitgedanken des Friedens und des Wollen« aktiver Politik ist kaum bestreitbar. Worauf e5 ankommt, ist die Frage, ob diese Leitgedanken in dem Vertragswert von Locarno Körper gewinnen. Indem unsere West grenzen dadurch befriedet werden, dast Frankreich, Belgisn und Deutschland gegeneinander nicht zum Angriffskrieg oder zu andern aggressiven Gewaltakten greifen dürfen, schützen wir unsere offene Weftflanke vor militärischen ÄleBergriffen, wie sie daS Rheinland in den letzten Jahren erduldet hat. Auch England und Italien müssen demjenigen Lande, das entgegen dem Verbot mit solchen Gewaltakten angegriffen wird, mit ihren Machtmitteln zu Hille kommen. An den Worten dieser Vereinbarung mit der Begründung Kritik zu üben, dast die englischen und italienischen Garantiepflichten im Ernstfall nicht verwirklicht werden würden, halte ich für verfehlt. Auch der mächtigste Staat wird sich künftig nicht leichtsinnig über feierliche Vertrag-Pflichten einfach hinwrgsetzen. Auch b'.e bloße ta'fa^e, dah solche Vertrags- pflichtrn überhaupt übernommen wurden, ist DnSdruck dafür, dah eS im Westen mit 6er Allianz, Sie die «ewaltfav.e Atebrrhattung GeulfchlanöS bezweckt, vorbei ist. Der Politik der Diktate und der Ultimaten, die sich auf einseitige, von Deutschland praktisch nicht zu verhindernde Auslegung daS Versailler Vertrags stützte, wird der Boden entzogen, denn alle MeiinrngSversc^edenheiten über die Auslegung dieses Vertrags unb ebenso Über die Auslegung des Rheinlandabkommens werden künftig dem Schiedsgericht unter ft eilt. Für unS im Osten war eine gleichartig-, auf die Grenzen abgestellte Regelung nicht möglich. Wird somit durch Sicherheit-Pakt und Schtedsver- träge die Gesamtlage Deutschlands gesichert unb gebessert, so wird damit zugleich eine feste Grundlage für Deutschlands Betä tigung im Völkerbund geschaffen. In dem Wunsche der andern Mächte, dast wir in den Völkerbund eintreten möchten, mögen wir ein Zeichen für dir Erkenntnis der fremden Reg erungen begrüßen, dah eine Gesundung Europas ohne ein gleichberechtigtes Deutschland undenkbar ist. Das Vertragswert von Locarno bedeutet somit, dah durch srin-n Abschluß Deutschland u m seines eigenen RuhenS willen, aber zum Segen der Menschheit mit freiem Willen und bewuht sich positiv wieder einseht in die GLmeinschastsacbeit der Vll^.r. ES ist ii» Frage erhoben worden, ob die Zeit für einen solchen Beschluß Deutschlands reif ist. Daß die Zeit reif ist, dafür spricht ja der Umstand, baß ?ie Außenminister Frankreichs, Englands und Belgiens in Locarno und seither in ihren AuS» fübrungen sich für diese Gemeinschaftsarbeit aussprachen und daher die Zustimmung ihrer Länder und der weitesten Teile der übrigen Wclt gesunden haben. Wie ich nach wie vor auf das bestimmteste erhoffe, wird das deutsche Voll einen weiteren Beweis durch die Maßnahmen erhalten, die alsbald auf dem Gebiet der Rückwirkungen erfolgen sollen. Rehmr ich somit an, daß die gesetzgebenden Körperschaften in kürzester Frist vor der endgültigen Entscheidung stehen werden, fo m iß ich mit dem deutschen Volk wünschen, daß He Zustimmung zum Vertrag von Locarno sich auf möglichst breiter Grundlage vollzieht. Die Deutschnatwnalen und Locarno. (Kitte Kundgebung gegen den Partei- bcscktinst. Berlin. 11. Noo. (Wolff.) Das D. T. B. wird um Veröffentlichung nachstehender Kundgeduna gebeten: „Die Stellung der Deutschnationalen Lotts» partei zu den Verhandlungen der Reichsregierung wegen des Vertrages von Locarno veranlaßt die Unterzeichneten zu folgender Erklärung: „Wir sehen in dem Bestreben der deutschen Reichrregierung den Versuch, das Zusammenwirken Deutschlands mit den anderen europäischen Mächten auf der Grundlage der Gleichberechtigung fichorzustellen. Wir erachten es mit der Reichsregierung als selbstverständlich, daß ein wirklicher und bauernber Friedenszustand sich auswirken muß in friedlichen Verhältnissen im Rheinland unb einer Aenderung bes dortigen Regimes. — Die Reichsregierung hat eine Entscheidung der Parteien bis zur Stunde nicht gefordert. Sie hat selbstoerftand- lith barauf hingewiesen, bah sie biese Entscheidung erst treffen könne, wenn sie in der Lage fei. die Rückwirkungen auf bas Rheinland zu über- blicken. Gegenüber dieser Klarstellung ist es uns u n- ver stündlich, dah die Deutschnativnale Volks- partei. ehe der ggfamte Tatbestand überhaupt zur Bc -rteilung reif ist. gegen Locarno Stelluna genommen hat und aus dem Kabinett a u s ge s ch i e - den ist. Durch diese Schwächung der Regierung ist ihre außenpolitische Situation gefährdet, die innerpolitifche Situation aber in eine Richtung getrieben, die von feinem konservativ den- fenben Mann gebilligt werben kann. Wir halten uns baßer für verpflichtet, vor ber beutschen Oeffentlichkeit zu erklären, daß es die Pflicht aller ftaatserhaltenben Kräfte in Deutschland ist, bie Regierung bei ihrem schweren Werf zu unterstützen, und wir fordern olle unabhängigen Persönlichfeiten auf, u n - beschabet ihrer Zugehörigkeit zur Deutschnationalen Dolfspartei dies zu tun und nicht an die Stelle der Führung bes Reiches burch Persönlichkeiten Mehrheitsbeschlüsse von Parteiin stanzen zu stellen. Berlin, den 10. November 1925. Es folgen Unterschriften — darunter: Wilhelm v. Alvenvleben- Berlin, Graf Klaus Bismarck -Barzin, Fürst zuFürftenberg - Donaueschingen. Graf Gehler- Schoffschetz, Karl ch a - niel - Düsseldorf, Graf Wilhelm Gehler, Ehrt- ftian Straft Fürst zu Hohenlohe, S. v. Radowitz, Hugo Freiherr v. Reischach, Wirkl. Geheimrat, Berlin, Kamm.-Rat Paul R e u s ch , Raban v. Tiele-Winckler Lebbin, Wirkl. Geh. Rat v. D a 1 e n t i n i - Hameln, Graf Lubbert v. D e st- feien» Berlin. Die deutsche Note zur Entwaffnungssrage. Paris, 12. Rov. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Botschafter von H ö s ch überreichte gestern vormittag dem Außenminister B r i a n d die deut- sche Antwort auf die letzte Rote ber Botschafterkonferenz. — Der „Petit Parisien" will wissen, baß. bie in ber Note enthaltenen Vorschläge über die Befugnisse des Generals von Sseckt unb die Defensivbestände der Schutzpolizei noch einige Einwände Hervorrufen würden, auf alle Fälle sei aber anerkannt worden, baß die deutsche Note das ernste Bestreben zeige, die letzten Hindernisse in der Entwaffnungssrage zu beseitigen. Nach dem „Avenir" versichert man, daß die deutsche Antwort es nunmehr gestatte, schon am 1. Dezember bie ersten Räu - mungsmaßnaßmenln berKölnerZone oorznnehmen. Die „Tägliche Rundschau" bemerkt bazu: Die Entscheidung in ber Entwaffnungsfrage unterliege jetzt nicht mehr ber militärischen Kontrollkommission, fonbem werbe von der Botschafterkonferenz nach politischen Gesichtspunkten, und zwar, wie man mit Sicherheit erwarten könne, in ber nächsten Sitzung der Konferenz getroffen wer- den. 3m Zusammenhang mit dieser Entscheidung werde der Termin für den Anfang ber Räumung ber Kölner Zone festgesetzt werben. Der Beschluß der Dotschasterkonferenz werde ber deutschen Regierung durch eine Note übermittelt werden, unabhängig davon, aber gleichzeitig damit, und zwar spätestens am Montag, vielleicht aber schon einen Tag früher, «erde dann auch die'Bekanntgabe derRückwirkungen auf bem Wege einer diplomatischen Note an dieReichs- regierung erfolgen. Es sei anzunehmen, daß bas Reichskabinett bann unmittelbar bazu Stellung nehmen wirb. Locarno und der Ka,ipf um den Rhrin. Vortrag von Dr. Küntzel, o. Professor an ber Universität Frankfurt a. M. Die Reihe ber politischen Bilbungcvofträoe ber Reichszentrale für Heimatbicnst beschloß am Mittwochabend Prosessor Dr. Stünzel, der Historiker unserer Rachbaruniversltät Franlsurt, mit grundlegenden Darlegungen zur Kardinalfrage unserer Gegcnwarts- unb Zukunftpolitlf, zu drm Bertragswerk von Locarno. Es war im höchsten Grade dankenswert, daß hier einmal Locarno von sachkundiger Hand in den geschichtlichen Zusammenhang eingereiht wurde, daß mit einer souveränen Beherrschung eines ungeheuren historischen Materials die ganz grahcn Linien aufgLzeigr wurden, die zu Locarno suhren, und aus dieser geschichtlich unendlich tiefen Verankerung des Locarnvp ablsws das ungeheure Maß der Verantwortung dargrlegt wurde, das unsere Steatsmänner hoben, wenn sie keineswegs zwangsläufig, sondern freien Willens m dieser Frage ihre Entschlüße treffen. Versailles und Locarno sind Glieder in dem jahrhundertealten Kamps um den Rhein, itwi den Strom, in dessen Eintritt in die Geschichte mit dem Zusammenprall Eäsars und Ariovists, RSrner und Germanen, sich schon eine ungeheure Dramatik kundtnt. Des Römers Sieg, die Eroberung Galliens gibt Cäsar zuerst Gelegenheit, die uralte, hartnäckig verfochtene franzäflsche These von der na- turllchen Rtzechgrenze Frankreichs genau fe zu widerlegen, wie die Franzosen unserer Tag«. Same (s wie heute erhebt der westliche Nachbar aus strategischen Gründen Ansvruch auf SLitzpinckte rechts des Rheins, auf GinfaUpforten in das Herz Germaniens. Doch die Römer werden über den Rhein zurückgeworfen und nach jahrhundertelangem Ringen wird der Rhein dar Mark des IHslches Karls des Großen, der b;e germanischen Gtämme zu einem Staatsgebtide, zu einer Kultur zusam- menfüßrt. 926, das bedeutungsvolle Jahr, beffen Gedenken die Iahrtausendfeiern der Rheinlande geweiht waren, das 3«hr, in dem sich die Großen des lothrin- fischen Zwischenreiches aus der Erbmasse Karls sich ür das kraftvolle, mächtige - Ofteaich.anchchaiden und damit den Rhein politisch wie kultuerell zum rein deutschen Strom machen, von der Quelle bis zur Mündung. Unb so bleibt ber Rhein das ganze deutsche Mittelalter hindurch der Mittelpunkt deutscher Kultur, der Hochsitz spezifisch koiserllchrr Reichspolitik, der Stützpunkt ber Zsntralgewalt des Imperiums im Kampf gegen bie fäderalisti» scheu Bestrebungen ber Stammerherzöa«. Otte» I. Sieg bei Andernach über bie unbotmäßigen Herzöge von Franken unb Lothringen, die Teilung des gewaltigen lothringischen Besitzes legt die Grundlage zur „Pfaffenstraße" am Rhein, zu einer Kleinstaaterei, die für eine mächtige Reichvpolitik deren beste Stütze war, die aber in dem Augen« blick zum Gesabrenpunkt erster Ordnung wurde, in dem die Kaifermacht zerbrach und zur gleichen Zeit — und das ist die Tragik in der mittelalter* ließen Geschichte des Rheins — jenseits der Vogesen seit Philipp IL Augustus die französischen Herrscher daran gingen, in scharfer Zentralisation aus Frankreich einen festgefügten 6inßeiUftaat zu schaffen. Noch wurde diese Gefahr anderlhalp Jahrhunderte hindurch nicht akut. Am Rhein emanzipierten sich die aeistlichen Fürsten,das Kur» fürftenkolleaiuni, von dem vier Mitgliedern am Rhein herrschten, repräsentierte gegenüber einem schwachen, aurgehöhlten Königtum die staatliche Macht. Diese Feudaiifierung des Reiches bedeutete natürlich eine tiefe innere Schwä6)ur.g, die nur deshalb nach außen hin noch ohne Folgen blieb, weil Frankreich durch den hundertjährigen Kampf mit England und den sich anschließenden Kampf mit Burgund, dem übermächtig gewordenen Großen der Krone, festgelegt war. Waren diese Kämpfe erst eimal überwunden zu Gunsten des gastählten, im Einheitsstaat kraftvoll zusammengesetzten Frankreichs, da war auch die Bahn frei für den Stoß zur Befreiung aus der soantsch-vsterreichischen Um- Dämmerung, die eine zäh und verschmitzt geführte Heiratspolitik der Habsburger Frankreich aufge- zwungen hatte. Es beginnt der Kampf zwischen den Hausern Baloi,-Bourbon und Habsburg, der in der Zeit der Religionskriege die deutschen Protestanten in der Abwehr gegen das katholische Habsburg auf die Scile Frankreicks führt, und der mit dem freiwilligen, wenn auch nicht endgültigen verzichl auf die deutschen Bistümer Metz, Toul und Verdun den ersten französischen Einbruch in die deutschen Rheinlande zeittgte, ein Verlust, der sich im 17. Jahrhundert mit der Einbuße des Elsaß fortsetzie. Mit Straßburg gewannen die Franzosen die Stnöruchs- pferte in das rechtsrheinische Deutschland. Stratz- burgs Raub »ar der Beginn einer zielbewutzten. durch Jahrhunderte mit Dem gleichen nationalen Elan, aber auch mit der gleichen adookatorischen Spitzfindigkeit, die ftanzösischen Staatsmänner wie Richelieu, Mazarin und Louis XIV. bis auf Ele° menceau und PoincarS in der Auslegung von Verträgen in erstaunlichem Maße aurzeichneteru mit der gleichen Entschlossenheit und Selbstficherheit sortaesührten Machtpolitzk, die auf den Besitz des Rheins als die notwendige Dosis für bie Vormacht- , stellung in Europa abzieltc. Deutfchlsnbs innerpolitische Lage bot bem fron- zöstschen Machtstreben Handhabe genug, seinem Ziel schrittweise näher zu kommen. Reben Xe Poll» tische Zerrissenheit unb die konfessionelle Zersplitterung trat im 14. Jahrhunbert noch als schwächendes Moment der unselige Dualismus, der Kamvs um die Vorherrschaft in Deutschland zwischen Oester- I reich und Deutschland. Schon in den 30er Jahren brachte der Dualismus im polnischen Erbfolgekrieg den Verlust Lochringens an Frankreich. In den Kämpfen Friedrichs II. und Maria Theresias geben befer das deutsche Interesse am Rhein preis, um fljÄ SrroTtfrftA’S Unterstützung zu sichern. Die fran- rvMche Rrvsluttsn ließ unter dem Gewände des demokratischen Freiheitsgedankens ein neues natio- mlkes Mochigefühl tn Frankreich aufwallen, das zum Zusammenprall mit den legitimen Gewalten Europas unter Oesterreichs und Preußens FÜH- i'lmg steuern mußte. Die Niederlage der in sich selbst eifersüchtigen und uneinigen Ostmächte in den Koalitionslneacn hatte neue schwere Verluste am Rhein zur Folge. 3m Zeitalter Napoleons geht der Rhein Deutschland verloren. Der ReichsdeputationS' haupischluß und der navoleonische Rheinbund sind traurige Wahrzeichen für die Ohnmacht Deutschlands und Frankreichs Triumph am Rhein. 'Aber schon um die Jahrhundertwende setzt eine Rückeroberung des Rheins ein, zunächst zwar nur auf literarisch-ethischem -Gebiet. Der Rhein als der deutsche Strom, die Rheinlande als Hüter edelsten deutschen Kulturgutes tauchen wieder vor dem gelingen Auge des deutschen Dichters und Denkers auf. Man sucht uüd findet wieder ein Verhältnis zum Rhein. Und diese geistige Rückeroberung fördert ungewollt die französische Kulturpropaganba die französischen Separattftenumtriebe, die damals so wie heute mit skrupelloser Zähigkeit sich um eine Ablösung der Rheinlande aus dem deutschen Staatskörper mühten. Gorres und Arndt waren es, die den Deutschen die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Rheins für ein freies Deutschland eixhammerten, die mit der Rückeroberung des Rheins der deutschen Jugend das langersehnte Programm wiesen. In den Befreiungskämpfen wurde Preußen an Stelle des sich auf den Osten zurück- ziehenden Habsburgs der Wächter der rheinischen Mark, damit aber auch das leidenschaftlichste Ziel französischer Machtpolitik. Aus den böhmischen Schlachtfeldern von 1866 wurde Frankreich mit dem unerwarteten Siege Preußens die Vorherrschaft über Europa genommen. Das ist der Sinn des Rachegeschrei, für Sadowa. Napoleons III. Kom° penfationrfor-erungen lehnte Bismarck ab, er erfüllte damir Preußens historische Aufgabe als Wächter des Rheins und schuf aber auch die seelischen Grundlagen für die Bündnisse mit den südoeutichen Staaten, für die Gründung des Reiches. Die große Koalition von 1914 rückt wiederum den Rhein in den Mittelpunkt. Die Rückgewinnung Elssß-Lothringens ist der Kaufpreis, für den Frankreich feinen Degen den Alliierten zur Verfügung stellt, lieber dis Wege und Ziele, die zu Versailles als dem Ergebnis dieses Kampfes fuhren, sind mir auch ohne Die Oeffnung der französischen Archive gut unterrichtet. Einmal durch die Preisgabe der russischen Dokumentrnsammlungen durch die bolsche- wWchen Machtheber, zum anderen durch die ungeschminkte Publikation einer der Hauptakteure beim Versailler Fricdensdiktat, des Präsidenten Wilson, der durch seinen Privatiekretär Baker alle wesentlichen Aktenstücke, Entwürfe und Konferenzprotokolle der Friedensverhandlungen der Oefientlichkeit . übergah. Daraus ergibt sich ein fast lückenloses Bild von dem Kampf zwischen dem bösen und dem guten Prinzip, zwischen Wilson, dem Weltbeglücker, dem Manne reinen Herzens und besten Wollens, und Elemenceau, dem Vertreter der rücksichtslosen Kriegs- geroinnler. Wilson glaubte als echter anglikanischer Rationalist an ein absolutes, objektives Recht, Gegenwart und Geschichte hätten ihn lehren sollen, daß jedes Volk, lebe Zeit ihre eigenen Begriffe von Recht und Unrecht haben. Wilson war überzeugt, daß die Wiedergewinnung Elsaß-Loihringens 1871 ein historisches Unrecht cm Frankreich war, dos wieder gutgemacht werden mutzte, er dachte aber nicht daran, die historische Gerechtigkeit weiter in die Jahrhunderts hinein zu verfolgen. Es wurde ihm bnlb die Unmöglichkeit eingeieuchtet haben, die Weltgeschichte nach einem Prinzip rückwärts aufzurollen. Durch feinen Kriegsbefchluß gegen Deutschland hat er fein .eigenstes Friedenswerk vergiftet. Schließlich kam er mach Versailles ohne die geringste Kenntnis von ^europäischen Dingen, ohne eine Ahnung von der Vorgeschichte des Krieges, ohne eine Ahnung von -den Zielen, um deretwillen seine Alliierten den Krieg geführt hatten. Bald wußte er, daß er sich mit politischen Gaunern auf eine Ban? niedergelassen hatte. Trotzdem war er ehrlich entschlossen, to make the bcst of it. Der Völkerbund sollte ihm das Mittel fein zur Befriedung der Welt. Aber die allgemeine Abrüstung wurde durch eine geschickte Reduktion der Wilsonschen Entwürfe zu einem Schemen, das Selbsibesirmmungsrecht der Völker, der Schutz der nationalen Minderheiten zu leeren Phrasen. Trotzdem unterschrieb Wilson das mühsam zustinde- gedrachte Kompromiß, weil er durch die enge Verbindung zwischen dem Versailler Friedensvertrag und dem BSlkerbundsstatut dir Möglichkeit einer Revision der Verträge durchgesetzt hatte. Diesem amerikanischen Idealisten trat die andere Seite in Versailles mit einem Maxrmalprogrmnm höchst realer Forderungen zur Sicherung der französischen Kontinentalherrschaft entgegen. Wilson ist es zu verdanken, wenn sie nur ein“ Minimum durchzusetzen vermochte, das die Franzosen nun auf dem Wege der Sanktionen in den folgenden Jahren zu dem schon in Derfailler angestrebten Maximum auszubauen £d) muhten. Locarno bedeutet nun, wenn der vielbesprochene „neue Geist" Wahrheit werden soll, vor allen Dingen das Ende dieser französischen Hegemonie- positik, die den Rhein als Basis für ihre Vorherrschaft in Europa braucht. Wenn der Slcherheitspakt von Locarno den Verzicht auf eine kriegerische Rückeroberung Elsaß-Lothringens von uns verlangt, so werden wir ans in aller Nüchternheit darüber klar werden müsien, ob unsere Generation, ein entwaffnetes, auch seelisch entmilitarisiertes Volk in absehbarer Zeit überhaupt in die Lage kommt, mit den ®affen in der Hand zur Wiedererlangung der Reichrlanbe den Rhein zu überschreiten. Eine Revi- fron der Versailler Vertrages mit den Massen der Gewalt ist für unsere Generation undenkbar. Für ein entwaffnete«, innerlich geschwächtes Volk wird eine identische, heroische Politik zur leeren Geste. Uns ziemt Die gleiche Politik, die ein Talleyrcmd nps dem Wiener Kongreß 1814/13 den verbündeten Siegern »efdtüber für angebracht hielt. Die idealen Ziele, für die die Sieger gekämpft hatten, die sie im Angenblick des Gieße, als unbequeme Requisiten in die kcke gestelt hatten, das Prinzip der Leai- tiMität griff er auf und erreichte damit ein selbständiges Frankreich m den alten Grenzen von 1792. Heute ist es das Schlagwort des Gelbstbestrmmungs- rachis der Völker, das, geschickt verfochten, uns Deutsche lu Führern einer Welt von Entrechteten, Unterdrückten, Gemaßregelten machen kann. Dazu albt Kocyrno den Weg frei, es bietet auch die Möglichkeit, ans die Zulatznote Wilsons zum Bersailler Vertrag zurückzugreifen, die (wie beiläufig hier m den letzten Wochen schon mehrfach unterstrichen wurde) eine Abkürzung der Desetzungsfristen ober eine Räumung der besetzten Zone norsieht, sobald Deutschland Beweise seines guten Willens zur Erfüllung des Vertrages ablegt, was ja mit einer Räumung der Köl- Der Reichspräsident in Stuttgart. Stuttgart, 11. Rov. (Sil.) Reichs- pr äsiDeick ix Hindenburg ist heute vormittag mit dem fahrplanmäßigen O-Zug zum Besuch der württembergischen Regierung hier eingetrosfen. Zu feinem Empfang am Hcmpt- bahnhos hatten sich Staatspräsident 'Sa- Hille und Minister Bolz, Ser Kommandeur LeS 5. Wehrkreises. Generalleutnant Hasse, O5er- burgermeister Dr. Lautenschlager. Polizei- Präsidnit Dr. Kleiber und der Präsident der ReichSbahnDirektivn Stuttgart Dr. Sigel eingefunden. Reim Verlassen deS Salonwagens wurde Reichspräsident v. Hindenburg vom Staatspräsidenten Drille namens der wurttem- bergifchen Regicrurmtz erzlichbewillkornm- net, woran fder Reichspräsident die anderen zum Empfang erschienenen Herren begrüßte. Reim Verlassen des HauptbahnhoieZ tourte dem Reichs- Präsidenten von einer nach vielen Lausrnd-en zählenden Menge herzliche Kundgebungen dargebracht. Reichswehr hatte den Dahn- ycfsplah in weitem IhnErcife abgesperrt. Rach Verlassen des Bahnhofsgebäudes schritt der Reichspräsident die vor dem Bahnhof ausgestellte ReichSwehrkompagnie ab, während die Musife kapelle teS württembergischen 3itf anterteregim?n- teS 13 daS Deutschlandlied spielte. Rachdem der Reichspräsident die in der Rähe ausgestellten Generäle des alten Heeres begrüßt hatte, erfolgte der Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie, worauf er in Begleitung deS Staatspräsidenten Bazille in einem mit der Flagge deS Reichspräsidenten geschmückten Auto nach dem neuen Schloß fuhr. Vor und hinter dem Auto ritt je eine halbe Schwadron deS Reiterregimentes 18. Die Straßen waren von einer ungeheuren Menschenmenge belebt, die den Reichspräsident cn lebhaft begrüßte. Eine große Zahl von Vereinen, der württembergische Kriegcrbund, der Frontkämpfer 5 und. die Offtyrri* und Dür- gerdereme, sowie die vaterländischen Verbände, ferner die Vereinigten Innungen, dir Studierenden der Hochschule, die Schüler und Schülerinnen Stuttgarts bildeten auf dem Wege zum Schloß Spalier. v Im Hofe des neuen Schlosses hatte sich vor dem Eingang zum Mittelbau eine Ehrenwache der Staatlichen Polizei ausgestellt. In weitem Viereck umsäumten den großen Hof die Studentenverbindungen der Universität Lu- bingen, der Technischen Hochschule und der Landwirtschaftlichen Hochschule Hoheheim. die den Reichspräsidenten mit lebhaften Hochrufen 5e- grüßten, worauf die Musikkapelle daS Deutschlandlied spiele. daS von den Studierenden m.t- gesungrn wurde. Der Reichspräsident schritt die Front der Ehrenwache und die ausgestellten Studentenreihen ab und begrüßte insbesondere auch die zum Empfang erschienenen Kriegsbeschädigten. Rach einem ttrrzen Aufenthalt im Südflügel des Schlosses, das dem Reichspräsidenten als Wohnung dient, fuhr der Reich-Präsident zu dem etwa hundert Meter über der Stadt gelegenen Gebäude des Staatsministeriums, wo sämtliche Staatsmunster, das Landtagspräsidium, sowie die Frattionsführer. die Stadträte Rau und Hegelmaier und der württembergische Gesandte in Berlin, Staatsrat Dr. Dosler, zum Empfang versammelt waren. Hier begrüßte der Staatspräsident den hohen Gast. Der Reichspräsident erwiderte auf die Rede DazilleS: Mit Ihnen empfinde auch ich täglich mit Sorgen die S paltung und Zerrissenheit, die sich immer wieder in allen politischen Fragen trennend und hemmend in unserem Volke auf tut Mehr Geschlossenheit in den großen lebens- Wichten Entsche dUM-ur, megr g-eftuseitigeö Vertrauen der ver-schiedc-ner. Schichten un- sereL Volkes zueinander ist uns bitter nötig. Richt Klassen unD Stände, nicht Vaeieicn und E-ru-ven in g-genseiL'tger AÄHließung und Deschvung, s-Ltecn Gew.einsHaftZsefühl und der Geist ölcnenSer und opfernder DaterlanSSllehe. sind der Boden, auf den allein wir eine bessere Zukunft aufbauen können. Der Gedanke der Zusammengehörigkeit aller Deutschen, der Wunsch nach einem einheitlichen Reich hat gerade in Württemberg von je her feste Wurzeln gehabt. Das Schwabenland hat in polittscher, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht viel dazu beigetragen, daß aus den träumen und Hoffnungen vor nunmehr bald 55 Jahren Wirklichkeit wurde und das Reich erstand. das zu erhalten und wieder aufzubauen unsere und der künfttgen Generation Pflicht und Aufgabe sein muß. AuS der Vergangenheit darf ich die feste Gewißheit entnehmen, daß Württemberg auch in Zukunft ein Hort des Reichsged ankenL sein wird, beseelt von der llebergeugung, daß nur in einem starken Reich das Schwabenland seiner geschichtlich gegebenen Eigenart leben kann. Kurz vor 5 Uhr begab sich der Reichs- Präsident von Hindenburg vom neuen Schloß zum Kommandeur deS 5. Wehrkreises, Generalleutnant Hasse. Dort nahm ec im Kreise der Offiziere des Divisionsstabes, der Kommandeure der Truppenteile von Stuttgart und Umgegend sowie einer Anzahl von Offizieren der alten Armee den Tee ein. Um 6 Uhr folgte er einer Einladung der württembergischen Regierung in DaS neue Schloß. Dort wurde zu Ehren des Gastes ein Essen im kleinen Kreise gegeben. Unter der jubelnden Anteilnahme der weitesten VolkSkreise fand dann um 3\8 Uhr im Schloßhof ein großer Zapfenstreich statt. Rach seiner Beendigung brachte Staatspräsident Bazille ein von der großen Zuschauermenge stürmisch aufgenommenes Hoch aus den Reichspräsidenten auS. Den Schluß deS Tage- bildete eine Veranstaltung der württembergischen Regierung in den Sälen deS -neuen Schlosser, zu der die Vertreter aller Berufsschichten und Stände eingeladen waren. Zu Beginn Dc3 Abends begrüßte eine Gruppe von Mädchen in schwäbischer Tracht den Reichspräsidenten und überreichte ihm einen Strauß Chrysanthemen. Der Herr Reichspräsident ließ sich im Verlauf des Abends eine größere Zahl von Damen und Herren vorstellen und weilte bis gegen 11 Uhr in angeregter Unterhaltung in diesem Kreise. Am Donnerstag morgen 9.10 Uhr reifte der Reichspräsident mit dem fahrplanmäßigen O-Zug nach Karlsruhe weiter, wo er 11.07 Uhr vormittags eintraf. ner Zone und einer Annahme bes Sicherheitspaktes geschehen wäre. Des Reichskanzlers große programmatische Rebe über bas Ergebnis von Locarno war insofern ein außerordentlich geschickter Schachzug, als sie bis Franzosen auf ihrs in Locarno münblich gemachten Versprechungen festlegte. Volk unb Regierung sinb sich in bem zu Erreichenden einig, sind auch darin einig, baß Rückwirkungen unb Pakt ein untrennbares Ganze hüben. Nun heißt es für uns, bie Nerven behalten unb abwarten, wieviel man uns bietet. Man muß uns kommen, bie Dinge haben sich gewandelt seit jenen Tagen von Versailler. Der Geist der Verständigung kam, weil die Interessen sich verschoben, überall gärt es in der Welt — Syrien, Marokko, Mossul, Indien, China —, der wirtschaftliche Druck lastet auf allen Völkern. In Frankreich ist die hrrrfchenbe Strömung einer 33erftänbigunaspoli= tif günstig. Das Kleinbürgertum, selbst schwer leidend unter den Folgen bes Krieges, eine wirtschaftliche Katastrophe non ungeheuren Ausmaßen vor Augen, ist eher bereit, auf nationalistische Ziele zu verzichten als ftüher Königtum, Abel unb Spießbürgertum. Wenn es uns gelingt, mit den neuen Methoden von Locarno die Franzosen vom Rhein sartzubekammen, bann soll es uns recht sein. Deshalb müssen wir unseren verantwortlichen Staatsmännern ihren schweren Weg erleichtern, ihnen helfen, bas durch- zufetzen, was wir alle als Ergebnis von Locarno erstreben. Der deutsch-rtattemsche Handelsvertrag. Berlin, 11 .Rov. (TU.) Heber den am 31. Oktober ds. Is. in Rom unterzeichneten deutsch-italienischen Handels- und SchiffahrtS- bertrag erfährt die Telunion von gut unterrichteter Seite folgendes: Ende des, vorigen IahreS erfolgte von italienischer Seite an Deutschland die Anregung in Berhcmdlunaen zum Abschluß des deutsch»Italien!fchen Handelsvertrages einzu- treten. Es tret in Anbetracht der vielfach schwierig zu lösenden Fragen von vorrcherein zutage, daß die Verhandlungen sich- auf wen längeren Zrit- Mim cmSbchnen würden. Infolgedessen sah man genötigt, möglichst schnell zum Abschluß etned Provisoriums zu gelangen. MeseS Provi- f«rtum tarn am 10. Ienuar dß. IS. zustande. Rach diesem Provisorium vernichten sich beide Teile, im Handelsverkehr lückenlose Meist- begunstiguns einzuräumen. Dieses Provi- svrium wurde erstmals für einige Monate und darauf bis zum 31. Oktober verstÜHect. worauf dann an iXtftm Tage bie Unterzeichnung des endgültigen Handels- und SchiftahrtSver- trage€ erfolgte. Deutschland ist in dem Vertrag die volle Meistbegünstigung zugesagt und hat ferner die Gleichstellung der Deutschen in der Behandlung mit den Inländern erreicht. Auch die Regelung der Eisenbahnsrachten spielt in bem Vertrag eine Rolle. Italien verlangte anfangs bindende Versprechungen in bezug auf den Eisenbahnverkehr zu seinen Adria-Häftn. Ziffernmäßig hatte Italien nut wenige Positionen für feine landwirtschaftlichen Produkte und für einige besonders wichtige Exportinbustrien zu berücksichtigen. Hierin mußten von deutscher Seite einige Konzessionen, so für die Kunstseide, für die Automobil* und für die Steinindustrie gemacht werden, da andernfalls ein Scheitern oer ganzen Dertragsver- handlungcn zu befürchten war. Keine Kon- Zessionen sind Italien für Weine, auch nicht für Verschnittwetne gemacht worden, dagegen sind für die deutsche Maschinenindu- st r i e einige Vergünstigungen erzielt worden. Bayern. Anrtliche Erklärung zu den Putsch- gcrüchtcu. München, 11. Rov. (Korrespondenz Hoffmann) amtlich: Mit Rücksicht auf die in letzter Zeit durch die Presse gegangenen Mitteilungen übst einen beabsichtigten monarchistischen Putsch in Bayern wird amtlich fest- gestellt: 1. Richtig ist. daß Graf Soden vor etwa Drei Wochen gelegentlich eines Besuches beim Ministerpräsidenten diesem Kenntnis gegeben hat von Der Zusammcnfafsung der monarchistisch gesinnten Orgamfattenen im Verein „D a h e r n t r e u e" sowie von Den Zielen dieses Vereins. 2. Unrichtig ist, daß dabei General M ö h l sich in Begleitung des Grafen Soden befand. Möhl ist seit Monaten nicht beim Ministerpräsidenten gewesen. 3. 11 n r i ch t i g ist, daß gelegentlich dieses Besuches Graf Soden an den Ministerpräsiden- ten Die Frage gerichtet hat, wie die Regierung sich verhalten werde, wenn Kronprinz Rupprecht in naher Zeit sich veranlaßt sehe, die Gewalt zu übernehmen. 4. 11 n r i ch t i g ist, was teils offen, teils versteckt behauptet wurde, daß gelegentlich dieses Besuches überhaupt davon die Rede gewesen ist. daß die Wieberaufrichtung Der bayerischen Monarchie eventuell i m Wege eines Patsches oder einer anderen Gewalttat erfolgen solle. ES wurde vielmehr mitgeteilt, daß auch heute Der Verein ein illegales Vorgehen durchaus abkehne. Aus Dem PreuMchen Landtag. 'Berlin, 12. Nov. Der Preußische Landtag hat bie Novelle zum preußischen Ausführungsgesetz zum Finanzausaleichsgesetz in brttter Lesung enbgültig verabschiedet. Das Haus trat den Beschlüssen zweiter Lesung burchweg bei. Auch der Gesetzentwurf, der bie Aushebung ber Paragraphen 9 unb 10 bes Preßgefetzev von 1851 (pslizei- liche Genehmigung für bie Verteilung von Druck- schriften, Anheftung von Anschlägen unb Plakaten) ausspricht, würbe in zweittr unb brifter Lesung gege den Widerspruch der Deutschnationalen genehmigt. Sobann begann das Haus bie zweite Beratung bes Hiu§halts ber Preutzi sehen Staatsbank (Seehanblung) mit einer Sonber- befprechung bes Berichts bes Unterfuchungssus- susschusses über die Barmataffäre. Die Feststellun- gen des Unterausschusses über bie Ergebnisse ber Untersuchung würben von ben Kommunisten wie von ben Deutschnationaien angefochten. Donnerstag wirb bie Besprechung fortgesetzt. Wettervoraussage. Rachks Temperaturen noü) um Den Gefrierpunkt, aber ansteigend und Winde zurückdrehend, allmaplicf) stärkere Bewölkung, noch meist trocken. Don Skandinavien ist kalte Luft nach Süden gewandert und hat zup Verstärkung des von den Azoren ostwärts verlagerten Hochdruckgebietes beigetragen, so daß über Mitteleuropa starker Druckanstiea erfolgt ist. Die damit einströmende nördllche bis öMche Lust hält die Morgen- tempen^ttlren in Deutschland mit Ausnahme DeS SüdenL und Südostens um den Gefrierpunkt. Die Hochdruckwetter^age ist jedoch tm Rordwesten gefährdet, da hier der erste Wirbel einer Zy- klonen-Familie angreift, belfert warme Luft dn der kontinentalen fallen Luft aufgleitet. Gestrige TageSlcmperaturen: Marimum 4,6, Minimum 1.4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 6,0 Grad Celsius. WaffenstMstandsseiern. Die WaffenfiillstandSfeier ist überall in den Vereinigten Staaten durch ein Zweiminutenschweigen gefeiert worden. Am Grabe des Unbekannten Soldaten in Arlington fand eine^ Feier statt, an der die Regierung teilnahm. Präsident Coolidge legte am -^Krabdenk- mal einen Krmiz nieder. — Auch in England ist der 7. Jahrestag des Waffenstillstandes feierlich begangen worden. Hm 11 Uhr setzte überall ein 2 Minuten währendes Schweigen ein. In allen Städten sand an den Kriegerdenkmälern Gottesdienst und Kranzniederlegungen statt. In London versammelten sich am Grabdenkmal in Wsiitehall der König, die Mitglieder deS königlichen Hauses, die Kabi- nettSmitglieder, Vertreter der Dominions, der Kolonien, der Geistlichkeit. Armee und Flotte. Der König legte einen Kranz am Grabmal nieder. Rach dem Schweigen hielt der V i - schof von London eine kurze Ansprache. Kieme politische Nachrichten. Generalleutnant von Pawelß, Chef deS Stabes des Truppeickommcmdos 1, ist als Rach- folger deS vncftorbrnan Generalleutnants Müller zum Kommandeur Der 4. Division und De- fehlshabe rdes Wehrkreises 4 ernannt worden. Die des Mordes an dem sozialistischen Abgeordneten Matteotti Angellagten Rossi, Filipe lli und Marinelli sind vom Gerichtshof freigesprochcn worden. Ihre Entlassung au3 der Hast wird unverzüguch an- geordnet werden. In der Holländischen Zwecken Kammer wurde „ein Antrag gegen die Beibehaltung der niederländsichen Gesandten Beim Vatikan angenommen. Daraufhin haben der AiSeckSminister, Der KriegSminister, Der Kolonialminister und der Minister für öffentliche Arbeiten istce Demission eingweicht. Dine Klärung wird vielleicht m dem für Herde abend anberaumten äußere rdent- llchen Mirnsterrat erfolgen. Reue AufstcmdSgesahr wird aus Syrien gemeldet. In Hama werde der Fanatismus der nruselnranischen Bevölkerung unb die drohende Haltung der Beduinen immer stärker. Man treffe Maßnahmen, um Die Eisenbahn DamaS - kus-Beirut durch Stachsldrahtverhaue und Schanzen zu schützen. Der Regen habe bereits eingesetzt. Die militärische Revolte gegen das spanische Direktorium nimmt großen llm'aug an. Reue Derhastunaen stehen sowohl in Der Provinz wie auch in Mabrid bevor. Man hat den Eindruck, daß eS sich nicht um vereinzelte Hnternehmungeri von Teilen der Offiziere Der Garnison von Madrid, sondern um eine politische Bewegung handelt. In einem mehrtägigen Gefecht, das au' büßen Seiten beträchtlicheDerluste brachte, find die Mandschureitruppen geschlagen worden. Im Süden hat die Kantonre-ierung alle Angriffe Der mit Hongkong verbündeten Truppen abgeschlagen imf> nach der Einnahme von Swaiau «uch dort den antibritischen Boykott! wieder eiimesührt. Auf der Zollkonferenz in Peking ist der russische Einfluß im Wachsen begriffen. Die Besorgnis vor einem Ausbruch der Feindseligkeiten ia der Rähe Der Hauptstadt wächst. Kunst und Wissenschaft. Maximi.Ian Slabek f. Im Alter von 51 Jahren ist im FranziskuS- KranLenhauS zu Bsrlin der Direktor des Berliner Theaters Maximilian Sladek einem Herzleiden erlegen. Sladek stammte aus Oberschleften, sollte ur^prungkich katholischer Geistlicher werben, wechselte aber bald Da5 Konvikt mit dem Dankkontor und spielte^ als junger Kaufmann nebenbei an Liebhaberbühnen Den „Romeo". Rach einigen Abstechern an Provinzbühnen kehrte er nach Berlin zurück und war am KönigstädlIschen Thccuer tätig. Unter Reinhardt f)at Sladek dann in Der Direktion DeS Deutschen Theaters gesessen. 1915 bis 16 leitete er für Reinhardt die Volksbühne, Die er dann für mehrere Sommer in eigene Reaie übernahm. Sladek war überhaupt der Mann oer Svmmersaissn. 1820 hatte er in Dem von ihm gegründeten Kleinen Schauspielhaufe mit der „Reigen"-Ausführung Den bekannten Ser?satlons- erfolg. Rachdem er 1920 BIS 22 daS Wallner- Theater geleitet hatte, übernahm er DaS Große Schauspielhaus, in Dem er erst klassische Operetten, später Revuen spielte. Auch im Berliner Theater stand unter SladekS Leitung Die Operette im Mittelpunkt DeS RepertoirS. Zuletzt gastierle hier DaS Moskauer Künstlertheater. Slcchek. Detin den DerufSorganifati»nen der Bä-nenlckker verschiebenr Bert?auenSftellungen einnebm, war kein reformatorischer Bühnenleiter, aber ein so insiinktslcherer Direktor, baß er oft mit glücklichem Griff DaS Zugstück packte. So hatte er mit LengyelS „Tänzerin" mit Der Konstantin, unb mit der „Familie Schimek" mit PallenVerg große Erfolge. 2Ius aller Wett. EHneefall in Dahern. München 12. Rov. (WTD. Funkspruch.) Der merkliche Temperalur-Ruckgang Der letzten Tage hat über daS bayerische Oberland und über München eine leichte Schneedecke gefegt. * '•y'k'* >-.-■ -4 -, 'W'^itCäfy ;, m.>'.'-..V'- - •j1 ^^.'1 ÄGUWs^-Ä Uf- 11 M M iotosrOi TJ^anci I KUNER '--lIX'JA M L s natzwischberren Büssel-Veize Heute bis einschließlich Sonntag: Auf vielfach.Wunsch läuft in den AstoriaLichtspielen Oie Karawane noch bis einschließlich Sonntag. Dazu: Flammende Herzen Drama in 4 Akten. Packende Bilder aus den Kämpfen im Sudan. itzn ctnlQMfi -erbr. erb- 5 Westenlage Verloren: üb. Damcnuvr m. XjwN., sind die Man- ’e n vorden 3m j affe Eingriffe en Boykott im Dachse de* it 2-^ruch der 5er Hauptstadt teifen Kammer -iLchaltung ter Saliha ongc* Hrixügminifkr, inister und tu ihre ®tmi!■ Ärd viellkcht m cußerortent- B- ein. gn JpÄaiem kderlegun. P rf am ®. die Kadi, vf'nions, ter e und Flotte. iS Grabmal le't der Ij. de Ansprache. sriW. ‘L^ ltnantZ QHüi, ’ifton und De* W Worten. lern. gilben jj®” ®«6t "ngton fand 9 teilnL •«s tos nschast. •f, im jayK Ls°°. Ä Ä '»«SÄ ■ntet. 1 NiNi* l,S< Xt£' imt "eorw^ dem von T Ä operd-'- MgL! aFer'c ZulAÄ örr litt. lalistischen Ab* ■igten Aossi, lind vorn Veden. Ihre Ent* verzüguch an* TSetnfcrartÄ OeutscAöT- H«use. 0916t Opargel Erbsen Bahnen Karotten Schwarzwurzel Herbstgemüae uenr. Heidelbeere« Altes Blei tyietrCbrem lauft Erdbeeren Pffirsiche Mirabellen Kirschen Reineclaude« Birnen usw. Preiselbeere® — Heber „5>ie Entstehung einer Graphik" mit technischen Vorführungen spricht am Samstag obenb 81/* Übt im VortragSssal bet Buchhandlung Keihner Harr O. Carlen. (Siebe Anzeige.) Spezialhaus J. M. Schulhof Markts tr. 1 Seit 113« TeL 1 Besteltoneen frei Haus. fot Große 8MSMMW Freitag, den 13., und Samstag, den 14. ds. Mts. versteigere ich im Gasthaus zum Löwen aus einer Konkursmasse Damen- u. Herren- Lelbwasche, als Hemdhosen, Damenhemd., Prinzeß- rocke, Damenbeinkleider und Untertaillen, eine große Partie Taschen* tüch., Herrenkragen u. Manschetten, bunte und weiße Herren- und Iünglingshemden mit doppelten Kragen u. s. w., alles fabrikneue Ware. H. Benner II. Auktionator und Taxator Sdteroweg 89 H. kW. Empfehle mich bestens zu Taxationen unk DerstOigerunge« m jedem aus mit Fragen der Reichs- und Länderpvlltik, soweit sie den Mittelstand berühren, und zog dann die entsprechenden Steigerungen für die frnmmjn«I>• lttird)e Q5etätifuw« nx Ginne der Wirtschaftspartei. Hier untern ruh er Me For- btnmgen beS Vorredners und empfahl schliest- ttch den Wählern, am Wahltage für ötefeÄ Programm ernzutneten. Sine AuSsvrach-, in der meliere Redner zu Wort kamen, bildete den Abschluß des Abends. "Portoermäßigungen derReichS- p o st. Der BrrwaktungSrat dec Deutschen ReichS- post hat seine Zustimmung dazu gegeben, bah am 1. Dezember klaenbe Aenderun^en des P»st- tartfS in Kraft treten: Die Gebühr für offene versandte Drucksachen in Kartonform, bet denen die für TeiwrucSachen zrogelassenen Aenderungen imb Zusätze handschriftlich vorgenommen sind, beträgt anstatt bisher 5 Pfennig für die Folge 3 Pfennig. Zeitungen und Zeitschriften ober Ausschnitte aus denselben werben bei einem Gewicht biS zu 50 Gramm auch bann zu 8 Pfennig befördert, wenn in ihnen handschriftliche Aen- Bintger u. nahrhafter als FrischgremüH and Frieehebit siud Obst- 0- WsßZ L^WMSN Schneiderin Mmw Jtaudt* ro MW i t$ SKWMMßchB. wenn Sie lose cu^ete^gene, einfach gebrannte Gerste kaufen. Der echte Kathreiners Mslz kaffe e ist knrklickeS «Malz" und deshalb ss »ohlschmesrnd n«ö gefttnb. DaS ganze Pfund-aLeL Lsftet nur 50 Pf.! derungen oder Durchstreichungen vorg«wmmen werden. Bisher betrag der Portvsay 5 Pfennig. " Segen die EinsHleppungder Maul - und.Klauenseuche. DaS KreiSamt Hai a» daS Poligeiami Gieren und an die "itoieeememe^eax der Äanbftsoeinben deS Krei es filaenbe Anordnung ergehen lassen: ES ist in letzter Zeit festgestettt worden, das; Händler in mehreren Fallen Veh von Gchlachtviehmärlten in ihre Wohn'in aen verbracht und dort zum Verkauf aufgestellt haben. Wir machen daraus au> merfiam, dah Meh von Schlachtviehmärklcn nur zur sofortigen Aknchlachtrmg atgetrieben werden 6arf. Die Händler sind auf dle'e 'Bestimmung nochmals hintzuwcFen. Zuwiderhanblungen müssen unbedingt zuc Anzeige gebracht werden. Strenge Aestrasung wird von nnS beantragt, da solae Verfehlungen der Viehhändler eine schwere Gefahr für unsere Viehbestände bedeuten. *• Sie Schlacht- und Fleischbeschauzeiten aus dem Lande sind durch eine Vekanntmachung des KreiSamteS wie folgt festgesetzt teerten: Für die Zeit vom 1. April SiS 3Ö. September von 6 bis 10 Uhr vormitiags und von 5 bis 7 tthr nachmittag«; für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. März von S bis 12 tthr vormittags und von 2 bis 1 Uhr nachmittags. Die Anmeldung an die Fleischbeichauer hat für Schlachtungen am Vormittag spätestens biSI LIHr des vorhergehenden Abends, für Schlachtungen am Nachmittag mindestens 6 Stunden vorher zu erfotcen. Die Fleischbeschau darf nur bei Tageslicht auSgeübt werden. " Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviebmartt: Zwei Kühe. 821 Kalber, 1223 Schafe, 757 Schweine. sunt Stiekou wird angenommen «,«, Eteinstr. 1911L Gießener Vochcnmarktpreisc. am 12. Aovember 1925. Es kosteten auf dem heutigen VZochenmarkt VaS Pfund: Butter 2 biS 2.20 Mk., Matte 35 Pf.. Käse 70 bis 75 Pf., Wirsing 8 Ps.. avejbrraut 4 Ps.. Aolkraut 12 Pf., gelbe Äüben 10 Ps., rote Äüöen 10 Pf., Spinat 25 Pf., ttnter-Kohl- rabi 6 Pf.. Grünkohl 20 Pf.. Rosenkohl 40 Pf., Feldsalat 1 Mk., Zwiebeln 12 Pf., Meerrettich 40 bis 100 Ps., Schwarzwurzeln 50 Pf.. Kürbis 6 Pf. Kartoffeln 3l/s bis 4 Pf.. Aepfel 15 dis 20 Pf., Birnen 20 bis 35 Pf., junge Hahnen 1.20 Ml.. Suppenhühner 1.20 Mk., Rüste 50 Pf.; pro Stuck: Gier 18 Pf.. Blumenkohl 20 bis 100 Pf.. Endivien 10 bcS 20 Pf.. Ober-Kohlrabi 5 Pf.. Lauch 5 bis 10 Pf.. Rettich 10 bis 20 Pf- Sellerie 20 bis 40 Pf. BornoLizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 7', HBr : Rafsisch-LeutscheS Künstlertheater: ,Der goldene Hahn". — DortragS- Bereiniaung 8 älhr. Reue Aula der Llntversität, Lichtbildervortrag. — Lichtspielhaus Dahnhofstr.: ,©ot) von Derlichingen". — — Deutsche Demokratische Partei. Morgen, Freitag, abend im Saalbau Sauer öffentliche Vdählecversammlung mit bet Tagesordnung. ®ie Dahlen am 15. Rovember. Rä- heres in der heutigen Anzeige. — Vom Konzert-Verein wird uns geschrieben: Der erste Kammermusik-Abend — in der Folge der Abonnements-Konzerte das zweite — bringt am Sonntag, 15. Rovember die bekannte und gerühmte KiinstleLvereinigung deS Amar-QuartettS, das aui den Herren Amar. Safvar, Paul unb Rubolf Hindemith besteht. Auf dem Programm stehen, wir anS der Anzeige erfichklich, zwei moderne Werke, auf die ein» bet schönsten Motzart- Quartette folgt, jenes in Es**ur (dgl. Ob. Peter« Bd. Rr. 14), das jedem Kammer»nuMpieler her traut und lieb ift Da» einleitende, vielbesprochene Konzert für Stneichguartett Den Tafelt« ist das Tbert eines iunjen, in Rom lebenden itakenifchrn Komponisten. Gs lehnt sich in der Form an das Ooncerto groffo an, ist aber in modernem Gewände geschrieben und eröffnet neue Ausblicke für die Erweiterung der Streichquartettwirkung. ttebrigeirs gibt Tafella demnächst mit Walter Diefeklng, dem Solisten unseres ersten Konzertes, in Asm ein Konzert für zwei Klaviere. Regers Streichtrw ep. 141 b ist eines seiner weniger bekannten Werke; ei zeichnet sich wie seine letzten Kompositionen durch äusterste Klarheit, gerade in dem langsamen Mittelsah unb der köstlichen Fuge auS. Dieser eingeschobene Trio bildet eine willkommene Abwechselung an dem sonst dem Quartett gewidmeten Abend. Kaufmannschaft. deS Gewerbes, der Oabufteie ueh aller DerufSgruppen, deren VeLriedmap-tal an» müblich aufteybrt und bewn friNkro immer mehr gefährdet trrlto durch bw DeLrurm:ng brr jetzigm Art. Wir fordern Brr kick, fchtt^ung uj* Unterstützung deS ortsansässigen Ha7rdw«kZ, Kaufmanns. Gewerbetreibenden uTte. durch die Dehdr- ber. ebenso eine Reuregelung des Berb-ngungS- wesenS durch Hinzuziehung von Dachverstänb^m der DerufSgruppen. Wir treten weiter ein für die Erhaltung eines vovg-dilbsten BrrirfSd»«mte7r- tum8 unb dessen ausrei^ende Drsokdung. Wir Aus der Proviuzialhauptftadt. G i e h e n. den 12. Rovember 1925. Mittel andsvsreinigung und Stadtverordnetenwahl. 3n einer sehr gut besuchten Versammlung in der Turnhalle am OswaldSgarten nahm gestern abend die neugegründete D i e st e n e r Mittel st ands-Vereinigung öffentlich Stellung zur Stadtverordnetenwahl. Als Wortführer brr Bereinigung entwickelte Architekt R i c o l a u s. der Spitzenkanbibat der Mittelstands Vereinigung, beten kommunalpoliti- sches Programm. Der Redner sagte u. a.: Die M.ttelstanböverein.gung w.ll sich freihalten von jeber politischen Ginftellung, sie will ausschlichlich WirischaftSvol.t.k delreben. da sie sich nur von wirtschaftlichen Rücksichten leiten lassen will. Sie stützt sich badet auf b;e Kreise beS Handwerks, der Gewerbetreibenden, deS Handels, der Industrie, deS Hau-- unb Grundbesitzes unb auch der Angestellten. Alle diese Kreise fordern Ginflust auf die Kommunalpolitik, entsprechend der Bedeutung, die sie alS Steuerzahler haben. Alle Wirtschaftszweige klagen über die Hohe der Steuern. ES dürfen feine Steuern erhoben werden, um Anlagen zu gewinnen, di« keinen werbenden Charakier haben ober die nicht in prvdukttver Arbeit tätig sind. Wir fordern in dieser Hinsicht Schuh deS Handwerk-, der Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Pvblikum gegenüber keine-fei Verantwortung) Unhaltbare ZvflSnde auf dem 5. Bahnsteig dk» Jri-tzberger Dahnhoso. Jedermann freut sich unseres schönen praktiscl)en Bahnhof» unb erst kürzlich war ein rem ort v<.» Lobes voll über ihm. |e dast ich orbenNich stolj «ar. Nicht so zufrieden bin ich mit dem Publikum, ba* sich zumal m der kühleren Jahre-zeit bei ftvt jedem Zug in der warmen Empfangshalle in heilen Haufen emfinbet, besonbers bei den Abenbzugen: mir scheint es, dast bort bie wenigsten Gitslc ab* holen, sondern sie kommen aus Neugierde unb mti sich Stellbicheine zu geben. Keinesfalls bürsten sie aber den wirklichen Pastagieren so die Gänge rrr- sperren, bah man mit kKühe unb Not aus nrm Balaehof herauikommen kann. Geradezu zum Aergemis werben aber bie Zustände auf dem 5. Bahnsteig gegen 7 Uhr abr. c- , wenn der Zu« von Hungen dort einsährl unb die Züge nach Nidda und Homburg abgehen. Hunderte ven Menschen mit unb ahne Gepäck, nut Hrmbwerkszeug unb Sartengeräten drängen sich bert zusammen. Früher konnten diese in bie bered« stehanben Küge nach den bret Nichtungen langsam einst ei gen. hetzt aber mutz die hunbertkSvfige Menge per allem »-arten — oft bis zu einer halben Stunde, bis es zum Zug van Hungen enblich gefällt, einzulaufen. Dm ungünstigem Wetter bebei.^r Vieser Aufenthalt auf den offenen, von keinem Gebäude geschützten Dahnsteig eine wirkliche Gefährdung der Gesundheit. Nun entsteigen die Reisen- den dem Hunoener Zug unb drängen sich durch den dichten Menschenknäuel, daß es bort gerade gefährlich wird. Mitten in die Menge fahren die Post- karren mit den biederen Stephanssüngern mit ihrem Nus: „Platz!", um bie Postbeutel unb Pakete dem hier befindlichen unterirdischem Aufzug zu übergeben. Aber nicht genug damit, denn nun beginnen die Züge zu rangieren und die Lokomotiven hin- unb herzusatzren sowohl auf der rechten wie auf Öcr linken Seite. Daß da bei dem Stoßen unb Treiben der Menge bis jetzt kein Unglück passiert ist, wundert mich wirklich. Endlich kommt der Zug nach Nidda au« dem fübliche'n Teil des Bahnhofs herun- ßebrouft. Kaum daß der siillsteht, wird er gerade* au gestürmt ohne jede Rücksicht auf die Mitreisenden, so dast es den Schaffnern wirklich unmöglich ist, Ordnung zu halten. Solche Szenen sollte die Bcihn- verwaltung doch zu vermeiden suchen. Zch überlaste es der Dahnbehörbe, diese traurigen Zustande ab- zuänbern. Aber abgestellt müssen sie werden. L. lehnen ein Beamtentum ab. bas zusammengesetzt ist auf Grund feiner politischen Parteizugehörigkeit. Wir verlangen eine besondere Würdigung von QualitätKarbeitern. Wir fordern weiter den restlosen Abbau der WohT-.ung^wcmsswirtfchaft und der damit verbundenen unproduktiven Aem- ttr, die Wiederherstellung des freien Vcrfügunsv-' rechts über das Privateigentum. Alle Steucr- arten, die den Grundbesitz und den Gewerbetreibenden zu erdrosseln suchen, lehnen wir ab. denn diese Steuern müllen sich zum Rachteil der Allgemeinheit auswirken. Rur größte Sparsamkeit im StadthairShall, Vereinfachung und Verbilligung des DettvaliungrapparateS. unter glc-ichzei- Itgcr Bekämpfung deS Bürokratismus kann uns häfen. Jede Aufblähung des Deamtenappa- rates bekämpfen wir, wir fordern die Herao- fetzung unserer Deamteirzabl auf das Maß der VovkriegSzeit. Wir treten ein für die Bekämpfung aller Monopol- und Regi-beftreLungen, für ixe Änterbinbung jeber privaten Redenarbett der Beamten, c-ie bannt in Konkurrenz mit freien Derufsgrupven treten. Die städtischen Betriebe mitf- sen sich beschränken auf ein Gebiet, das eine gewille Grenze nicht überschreitet; fie dürfen mit dem Handwerk und artberen Gewer betreib en den nicht in Konkurrenz treten. Wir verlangen den Schutz der Interessen der Kleinrentner durch Aus- wertuna der städtischen Anleihen biS zur ge- aesetzlichen Höchstssrenne. Wir sind für die Ausstellung eines lvritsichtisen B^auunglplanes zur Erschliestung und Verbilligung den Baugelände. Die Stadtverwaltung hat el, so betonte der Redner, ganz hervorragend verstanden, recht hohe Preise für daS Baugelände zu verlanOen, dal Verständnis für die heutige Rot auf dem Wohnun-ckmarkt muhte man vermissen. Die Stadt darf mit dem Gelände keine Geschäfte betreiben, sie bars nicht über die Selbstkosten hinausgehen. Wir treten weiter ein für die Förderung der privaten Bau» tätigfeit und die restlose VerwendunU der DonLer- ftcuer zu W- ch.: unglbauzwa. Ben. Die pri öate Ba u- tätiäkeit ist bisher »echt stiefmüttaalich behandelt worden. Wir treten auch ein für die baldmöglichst e Beseittßung der unsotzialen Sonderßeuer. Ball» werden die Voraussetzungen für diese Steuer nicht mehr vorhanden sein. Wir fordern ferner eine produktive Verwendung der Arbeits- losen-älnterstützung. Weiierhin treten wir ein für eine weitgehende Verbilligung von elektrischer Energie und der Daspreise und für möglichste Herabsetzung der städttschen Abgaben. Bei der Besprechung der Elekttizitätspreise stellte der Redner die Butzbacher und bie Diestener Strompreise einander gegenüber und erklärte, unsere Bürgerschaft werde bei den ElertrizitätSpreisen weit übervorteilt, denn die Verkaufspreise für Strom ständen um mehrere hundert Prozent über dem Einkaufspreis, den das Elekttizitätswerk bezahle. ES sei zwar zu fordern, dast bie städtischen Betriebe sich selber tragen, aber über jeden Betrieb müsse eine Bilanz aufgestellt toerben. Wir treten weiter ein für den Ausbau deS Verkehrs. denn dieser bringt Geld in unsere Geschäftswelt und damit in unser Erwerbsleben. Die Kandidaten der Mittelstandsvereinigung feien auf dieses Programm verpflichtet, sie feien gezwungen, im Falle ihrer Wahl rückllchtSloS für dieses Programm einzutreten. Dadurch werde der Bürgerschaft am besten gedient, denn daS Wohl der Bürgerschaft erfordere Wirtschaftspolitik und keine Parteipolitik. Mit der Bitte um Unterstützung der Mittelstandsliste schlost der Redner seine beifällig ausgenommenen Ausführungen. Anschliestend sprach der ReichstagSabgeord- nete Prvf. Dr. B r e ö t * Marburg von der Wirtschaft-Partei. Er schilderte kurz ba« Zustandekommen der Wirtf^mftSpartei, beschäftigte sich hierauf vom Standpunkt der WirtschaftSpartei Mafernepidemie. In dem Sörfctfcn Sendelbach bei Lohr a. Main ist upter den schulpflichtiaeir Kindern eine Masernepidemie auSgeb^cyen, Vir innerhalb weniger Tage 17 Krnder dahinraffte. Die Schulen fijib geschlossen worden. Wildwest in Berlin. Als ein amerikanischer Student, der im ersten Stock eines HiuseS der Königin Augusta-Straste wohnt, gegen 5 älhr morgen« erwachte, stand vor ihm ein elegant gekleideter Mann, der ihm eine Pistole vor hielt und chn auftordert-, aufzustehen u-id seine Barschaft und sein eCEBert- fachen herauszugeben. Rachdern der ein* gesck-üchterte Student dies getan hatte, wurde er von dem Eindringling in Len Kleider- schrank gesperrt. Erst nachde-m der Verbrecher das Zimmer durch das offene Fenster verlassen und mit einem Auto davongefahren trat schlug der Student Lärm, und die Hausbewohner alarmierten die Pollzei. Rach dem Räuber wird von der Kriminalpolizei eifrig gefahndet. Ein schweres CxplosionSungluck. Zn der an der polnisch-deutschen Grenze liegenden früheren deutschen Stadt L i s f a er- plodierte infolge Llnvorsichtigkeit mit einem Streichholz auf dem Wochenmarkt eine A u t o « bcnzintank stelle. Fünf Personen find vollständig verbrannt, zahlreiche andere find lebensgefährlich verletzt. Schweres Automobilunglück b«l Äa'feL Auf der Landstraste zwischen Grost-Alrne- roden und Lrubenhausen sprang ein scheuendes Pferd mit den Vorderhufen auf den Kühler eines AutoS, das von dem Geschäftsführer der Deutschen PetroleumrverkaufSgesell- fchaft Kassel, Eis.^ gelenkt wurde. Be- dem Versuch, auszuweichen, stürzte daS Auto eine mehrere ander tiefe D ö s chu nah i n u n te r, wobei der Wagenlenker unter dem Auto begraben und förmlich zusammeng»drückt wurde. Er war sofort tot. Der zwüte Insasse, der auS dem ODagen herausgeschleudert wurde, kam mit einem Nervenschock und mit leichten Oktle^ungen davon. Aufklärung ehteS Raubmordes. 3n Berlin sind unter dem schweren Verdacht, gemeinsam in Stralsund einen Raubmord verübt zu hab en,der Landwirtschaftseleve Kurt R a s ch k e und sein Freund, der Kaufmann Friedrich Böiger verhaftet worden. Beide haben ein vollkommenes Geständn.S abgelegt, im Zuli in Stralsund ein alles Fräulein Kaiser, die in der Wohnung deS verreisten Postassistenten Ziegler Ordnung hielt, im Bett ermordet zu haben und fünf AibumS mit wertvollen Briefmarken gestohlen zu habeir. für Sieten, TRexbnt«, Ltzetzlar, Lim- bun eefedTt miw öertrleb ««er neue« u-eivrovien etftMbuÄt, emer ScheitzeA- Mft* t* t«be*. bie h« 8cfeM*«n cm Ma-icheiven f»»te t>e* Meten- g- (, e**eHli* •er>ie*Ä. Heere*, bttbie Mini guten hht n. emtte ♦webe« »enHee stellen kennen. *Ä«e* yrt meiben. 1*7'49« Osten, tmt. F. ff. KL 6079 an Besse, Fraekiirt m. BL , 2300A Wir Sausfrauen haben eS noch nicht veraesien: Ve Büstel-Bei^e kam als eifte WachSbeize nui den Markt unb hat unS a's färbenbeß Bahnerwachs von Dielen £ or-cn und Muhen befreit. «Sie stehl auch heute noch unter den vielen Rach- ahmunaen mit ihrem vaikxitar'igenr'alltlsn» der Leck* traft mtb dem warmen ^on ihrer fsn- ‘."en uncxneirot ba unb tft bnbei naf? tülf*bnr. 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Schaum: Physikalisch-chemische Gesichtspunkte in der astronomischen Forschung 3. Kurze Mitteilungen: Angemeldet: HerrDr. F. Ensslin: Über d. Sinter der Bad-Nauheimer Sprudel Gäste willkommen Stadttheater Freitag, 13. Nov.. k-MiillgAvon.-VM. von?' ,b. nachlOUlir Zum letzten Male SMS Ea eatiafltn Schauspiel in drei AnfAuaen von Halbe. s für unrere Jugend! Kräfte Knodien bekommen die Kinder durch Etnnehmen von Scott's Emulsion. Scotx's Emakion enthüll die zum Aufbau der Knochen wichtigsten Bestandteile, besitzt hohe Nfihrkrafi und wird auch vom 56ugllng leicht aufgenommen. ScotTs Emulsion ist unentbehrlich als Kräftigungsmittel bei Skrofulose, englischer Krankheit, Rachitis und Lungenleiden. Man büle «Ith vor Nachahmungen, do dlcie oß anstelle de» OriStaaiprOpareSc» empfehlen werden. Scotr« Enroblon Ut In alten Apotheken o. Draacrlcn eo Laben. B>epote: Central-Drogerie, Karn. Schulstr., Kaiser Drogerie. Noll, Lindenplatz 5, Ludwigsplatz-Drogerie, Noll, Roonstraße 2, Victoria-Drogerie. 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Wem turfmei nungr ^cht der „6(|i Mschardynastje mären sie bei t bel'ebi, da sie c ^tlchsung der \ & ?9iemn95 das einst m iungslofen Echa nut dem Knier 8echi a[Pfl- ist kem Srei Novellen TQrmem L°nd und S? Lause 8S lein ^\2t ®ekÜ60! ?• ? eine l'chkeit u echten D M* .® aus en e,n flrunh@erounöen die re fejSS* krii S £ ouf d Rr. 266 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) Dsnnerrrag, |2. November (625 ■■ ■ iibmiib— r in iriim.cMuraww am —' «— Persien und feine SchahmfHaHr. Von Dr. Artasches A b e g h i a n. Den letzten Berichten aus Teheran zufolge hat der Medscylis, d. h. das persische Parlament, am 1. November dieses Jahres soft einstimmig beschlossen, den bisherigen Scyah Achmed Khan zu entthronen und die herrschende Dynastie der Stab* lcharen abzusetzen. Das Parlament hat weiter die provisorische Gewalt des Landes „Seiner Hoheit" Ri fa Khan Pahlawi, dem bisherigen Mi- nisterpräsidenten, übertragen. Risa Khan wird nun als Regent die Zügel der Landesregierung weiter in seiner Hand behalten, bis die für die nächste Zeit tinberufefle, verfassunggebende Nationalversammlung die neue Regicrungsform Persiens beschlossen haben wird. Durch dieses historische und noch andere zu er- coartende Ereignisse in Persien ist also das Land ber Schahinschahs wieder einmal zum Gegenstand eines allgemeinen Interesses geworden. Cs lohnt sich baher, einen Blick auf die Schicksalsgeschichte des persischen Volkes und die abgesetzte Kadschardynastie ;u werfen, wie auch kurz darzulegen, wer eigentlid) „ber neue Schah Persiens Risa-Khan" ist. Persien, das Land der Sonne und des Löwen, ist die einzige Großmacht des alten Orients, die doch durch den Lauf der Jahrtausende hin bis zur Gegenwart ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit bewahrt hat. Noch vor den Persern beherrschten den westlichen Teil des helitigen Iran die dem Perser- Tolt verwandten arischen Meder. Im 8. Jahrhundert x. Chr. gelangen sie zur großen Macht, bis sie in ler Mitte des 6. Jahrhunderts dem Perserkönig Kyros erlagen. Dieser war der eigentliche Gründer ter persischen Monarchie der Akemeniben, der ersten Dynastie des persischen Staates. Schon zu Kyros' Zeit gelangte Persien zum Rangs eines Weltreiches: Kyros eroberte das ganze Westasien und auch die Länder östlich von Iran bis zum Flusie des heutigen Syr-Daria in Turan. Unter seinen unmittelbaren Nachfolgern Kambyses und Darius I Masp wurden Persiens Grenzen noch mehr erweitert: bis Zentral- olien und Indien im Osten und bis zum Balkan im Westen. Auch die Lehre Zoroasters, die national« persische Religion jener Zeit, schlug tief Wurzel im Hierseroolk. Das hinderte jedoch nicht, daß die Alleinherrscher Persiens allen neueroberten Ländern unb Völkern in religiöser und nationaler Hinsicht vollste Freiheit gewährten. Von den ariechischen Historikern beschreibt am ausführlichsten Herodot die persischen Zuswnde unter den Rachfolaern der ersten Herrscher Persiens. Bei all seinen echt orientalisch- despotischen Zügen stellt doch das Reich des Darms ein musterhaftes Bild eines geordneten Staates des Altertums dar. Aber auch diesem mächtigsten Perserreiche war nicht beschieden, dem siegreichen Vormarsch Alexanders des Großen Einhalt zu tun. Dieser wurde schon 3.30 ü. Ehr. zum Erben des persischen Riesenreiches. Als jedoch gleich nach dem Tobe Alexanders (323) auch fein Weltreich zerfiel, wurde Persien den Seleukiden, Den Herrschern Syriens, zuteil. Aber halb entriffen ihnen die Parther bie Machst über Persien. Die neuen Herrscher übernehmen auch den Titel des „Königs ber Könige". Im 3. Jahrhundert v. Chr. kam die Dynastie der Sasfaniden in Persien zur Herrschaft: auch die Zoroasterlehre wurde zur Staatsr^ligion gemacht. Die Sasfaniden führten fortwährend Kriege mit den Römern und später auch mit den Byzantinern. Schon in der ersten Mitte des 7. Jahrhunderts erlagen sie den Arabern^ diese eroberten das Perserreich und brachten auch bald den Islam im ganzen Lande zur Herrschaft. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß die Schia-Sekte zur Nationalreligion der Perser wurde, während unter den meisten Völkern des Orients der mehr internationale Sunnismus verbreitet wurde. Später wurden die Seldschuken und die Mongolen zu Nachfolgern der Araber in Persien, bis wieder einmal die neue persische Dynastie der Sefawiden (1439—1722) ans Ruder kam. Die Herrscher dieser Dynastie waren es eben, die auef) zum erstenmal den Titel Schahinschah übernahmen: damit wollten sie ihre unmittelbare Flachfolgerschaft des alten Perserreiches betonen. Die Sefawiden mußten jedoch ber neuen Kad - fcharendynastie, deren letzter Vertreter eben der jetzt abgesetzte Schah war — Platz machen. Diese Dynastie war aber nicht persischer, sondern turkmenischer Herkunft. Auch die Dezeich- ming „Kadschar" ist ein turkmenisches Wort und tz-ißt der „Schnellmarschierende". Zwar war die kadschardynastie fast völlig persifiziert, dennoch waren sie bei dem Perservolk unpopulär, ja unbeliebt, da sie eben einer fremden und, nach der Auffassung der Perser, niedrigeren Herkunft waren. Zur Regierungszeit ber Kabscharen war es auch, baß das einst mächtige Perserlond zu einem bebeu* t ungslosen Schattenreich wurde. Es war eigentlich nur dem Namen nach unabhängig. In der Tat aber Heinrich Bechtolsheimer: Zwisäen RheinundDonnersberg Bechtolsheimer, seit Jahren in Gießen ansässig, ist den Lesern des „Gießener Anzeigers" fein Fremder. In einer stattlichen Reihe von Novellen und Erzählungen schildert er mit warmem Herzen und feinem Verständnis Land und Leute seiner rheinhessischen Heimat im Laufe ihrer so wechselvollen Geschickte. Eine seiner großen Erzählungen „Zwischen Rhein und Donnersberg' gibt der Deslag Emil Roth in Gießen soeben in zweiter Auf- läge neu heraus. Karl Bechtolsheimer, ein Bruder des Dichters, gibt dem Bande ein Geleitwort mit, das wir hierhcrstellen wollen als eine treffende Charakteristik von Persönlichkeit und Werk Bechtolsheimers als eines echten Dolksdichters. In der Südwestecke der Provinz Rheinhesisn d.'hnt sich ein reichgegliedertes, fruchtbares Gebiet aus. Gewundene Täler durchfurchen den Boden, tiefgründige Wiesen bringen Gras und Blumen in seltener Pracht, reiche Fluren tragen Korn und Weizen bie Fülle, aufstrebende Hügel lassen die Trauben reifen, freundliche Wälder geben Schatten und Kühle. Und hinter der Sense, dem Pflug, der Hacke und der Axt steht ein Menschenschlag, der mit allen Kräften des Leibes und der Seele mit dem Boden verbunden ist, auf dem er wohnt, den er bearbeitet, •us dem ihm immer wieder Stärke und Urwüchsig- kit zuströmen. So mannigfaltig wie die Fruchtart, die der Boden trägt, so mannigfaltig ist auch das Volksleben auf diesen ländlichen Fluren. Die Grund- legen seines Wachstums aber sind überall der Boden iiiw die Arbeit, die auf dem Boden geleistet werden muß. Die Arbeit kommt mit den Jahreszeiten, und mit der Arbeit kommen Brot und Wein, kommen aber auch Sang und Klang, Lust und Leid; aus Dre Abnahme der WLitzen Raffe. Das falsche Bild der lehren deatjchett — E ne Unterredung mit Professor Dr. GrsLjahn. Das veröffentlichte vorläufige Eraebnis der Volkszählung in Deutschland ließ ein ziffernmäßiges Anwachsen des deutschen Volkes erkennen, so daß daraus der Schluß ge» zogen wurde, das deutsche Volk sei in der Vermehrung begriffen. Unsere Berliner Vertretung nahm deshalb Veranlasiung au einer Unterredung mit dem bekannten Bevölke- rungspolitikcr Professor Dr. Grotjahn vom Berliner Hygienische Institut über die bevölkerungspolitische Entwicklung Deutschlands im besonderen und die der weißen Rasse im allgemeinen. Dabei führte Prof. Grotjahn aus: „Noch liegen die endgültigen amtlichen Resultate der diesjährigen Volkszählung in Deutschland nicht vor, doch lasten die vorläufigen Zahlen eine anscheinende Zunahme dec deutschen Be- völkenmg sehen. Ich sage eine „anscheinende" Zunahme.' Denn in Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Wir haben ein Sinken der deutschen Bevölkerungszifter zu verzeichnen. Wie kommt das? Und wie liegen die Dinge im einzelnen überhaupt? Zuerst möchte ich einmal eine grundsätzliche Feststellung machen: Die bevölkerungspolitische Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt hat mit dem Kriege und seinen Wirkungen, im Gegensatz au einem weitverbreiteten Glauben, nicht in dem entscheidenden Maße zu tun, wie man gewöhnlich vielfach denkt. Gewiß nahmen manche bevölkerungspolitischen Erscheinungen durch den Weltkrieg an Schärfe zu. Ausschlaggebend hat der Krieg auf bevölkerungspolitischem Gebiete jedoch nicht gewirkt. Was nun Deutschland betrifft, so sei folgendes bemerkt: Dir haben bei uns eine sehr niedrige Sterblichkeit. Diese ist jedoch nicht etwa aus einen besonders günstigen Gesundheitszustand, sondern auf eine abnorme Besetzung Der Altersklassen in Deutschland zurückzu- führen. Wir haben im vergleich mit den mittleren und den höheren Jahrgäng-en viel zu wenig Kinder und Säuglinge, unter denen die Sterblichkeit bekanntlich besonders groß ist. Die geringe Zahl der Minderjährigen bedingt also eine geringere Zahl der Sterbefälle, und zwar in eft* scl>eidendem Maße. In welchem Umfange die Sterblichkeit in Deutschland zurückgegangen ist, geht ft^en daraus hervor, daß im Jahre 1872: 2d Sterbefalle auf 1000 Lebendgeburten zu verzeichnen waren, 1930: 22, 1913: 15; 1924: 12,9. Das Nachlasten der Sterblichkeit als Folge des geradezu katastrophalen Geburtenrückganges zeigt sich feit der Jahrhundertwende. Seil dem Jahre 1900 hat der (ßebtictenrürfgann in Deutschland einen Umfang angenommen, daß wir keinerlei Anlaß haben, ehe französischen Zustände, die bekanntlich auf diesem Gebiete am traurigsten sind, zn belächeln. Nock haben wir in Deutschland einen Ueberschuß von 40Ö 000 Geburten jährlich. Wie erschreckend sich die Tendenz zum Sinken neigt, zeigt sich allein in der Tatsache, daß es vor dem Kriege rund 800 000 mehr Geburten als Sterbefälle in Deutschland waren. Und die Statistik sagt auch hier erschreckend deutlich: 1872 waren es 40,6 Lebendgeburten auf das Tausend der Bevölkerung, 1900 : 35,6, 1913: 27,6 und 1924 nur noch 21,1 Lebendgeburten auf das Tausend. In den deutschen Großstädten ist der Geburtenrückgang noch weit stärker als auf dem Lande. Und in den großen Orten waren es im letzten Jahre nur 14,2 Geburten auf das Tausend und in Berlin sogar 1923 nur 9,5. Um den Nachwuchs eines Balkes zu sichern, müsten es aber bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von fünfzig Jahren des einzelnen zwanzig Lebendgeburten sein. So sieht man, in welch beängstigender Weife sich unser Volk im Rückgang befindet. Das Ergebnis der Volkszählung, das uns vortäuscht, wir wären ein wachsendes Volk, ist also ein Paradoxon. Es findet seine Erklärung einmal in der großen Zahl der Rückwanderer und dann in der Tatsache, daß ein erheblicher Teil der früheren Generation im Alter etwa zwischen fünfzig und sechzig noch lebt. Was Deutschland erwartet, wenn diese Generation nicht mehr ist, zemt deutlich ein Blick auf b i e Leere unserer Schulen, der dann bald eine Leere auf dem Arbeits - und Heiratsmarkt folgen wird. Daß nicht der unglückliche Ausgang des Krieges an dem Ge- burtenrüdpang die Schuld trägt, beweist die Tat- fache, daß sich diese Erscheinung auch in den „Sieger- floaten" zeigt. Nebst Frankreich, das noch immer am stärksten unter dem Geburtenrückgang zu leiden hat, liegen die bevSlkerungspolitiscken Verhältnisse besonders für die Engländer besorgniserregend. Gab es dock; in England 192-1 nur 19,4 Leoenb- geburten auf das Tausend. Und auch in neutralen Ländern, wie in der Schweiz, findet sich der Ge- burtenrüefgang. Waren es doch in der Nordfckweiz im Jahre 1924 nur 19,6 Geburten. Sogar die Vereinigten Staaten von Amerika haben einen starken Geburtenrückgang. So waren es 1922 23,1 und 1923 nur 22,8 Geburten mit der Tendenz zum weiteren Rückgang. So umfaßt die rückläufige Bewegung den ganzen westlichen Kulturkreis, wo nicht nur die Mehrzahl, sondern vor ollem ber entschei» benbe Teil ber weißen Völker wohnt. Wie man erkennt, ist also dl- weiße Rasse In ständiger Abnahme begriffen. Die Ursache hierfür liegt in ber stets fortschreitenden Aufklärung ber „mebemen" Menschheit über bie Mittel und Wege zur Derhinberung ber Geburten. Unsere Väter und Großväter waren viel zu sehr von religiösem Glauben erfüllt, als daß sie solche verhütungsmatznahmen angewandt hatten, sslbst wenn solche damals schon norhanben gewesen wären. Der Grund für die weite Verbreitung der Präventivmittel liegt hauvtsächlich in der egoistischen Weltauftafsung unserer &it. Eine Auftastung, die durch Die ungünstige Wirtschaftslage infolge bes Krieges noch erheblich verstärkt würbe. Jeboch war sie schon »eit früher vorhanden. Das Kinderzeugen wird heute hauptsächlich vom privatwirtschaftlichen, d. h. vom Standpunkt ber Crnöhruvgssrage aus beurteilt. Die Frage „Können wir unsere Kinder ernähren?" stellt man sich übrigens nicht nur in ben sog. „einfachen" Kreisen, sondern auch in den Familien, die man einst als „gut situiert" bezeichnete. Die Gefahr für bie weiße Menschheit kommt nun nicht von ber schwarzen, fonbem von ber gelben Rasse. Die schwarze Raste ist, besonders an den Küsten, im Abbröckeln begriffen. Diese meist primitiv denkenden Menschen gelten bei ihrem Zusammentreffen mit den Weißen und ihren modernen Errungenschaften zugrunde. Ganz anders die gelbe Raste. Sie hat nicht nur eine ungeheure Der- oreitung, sondern i h r Nachwuchs ist auch völlig gesichert. Dazu sind diese Menschen ebenso anspruchslos wie anpassungsfähig. Es ist also für die weißen Völker und insbesondere fiir Deutsch- land an ber Zeit, schnellstens Gesetze zum Schutze ber Kinderreichen zu schaffen. In Deutschland etwa derart, daß auf dem Wege ber Sozialversicherung bie Kinderarmen und Kinderlosen zu Abgaben für die Kinderreichen heran- gezogen werden. Auch in ber Devölkerungspolittk §flt ja der Satz, daß die Erkenntnis einer Gefahr egleitet sein muß von ben Maßnahmen zu ihrer Abwendung. stellte es eine Einflußsphäre Englands und Rußlands bar. Unter ben Schahinschahs der Kadscharen-Dn- naftie ist in ber zweiten Hälfte bes 19. Jahrhunderts namentlich Nafr-Eddin, der Urgroßvater des abge» ätzten Schahs, zu nennen. Fast ein halbes Jahrhundert dauerte seine Regierungsperiode. Nasr-Eddin hatte mehrere Male Reisen nach Europa unternommen und führte auch manche Reformen in seinem Lande ein; eben deshalb liebte ihn auch bie fanatische Geistlichkeit nicht. Er wurde in einer Moschee von einem verkleideten Verschwörer ermordet. Zur Regierungszeit Musaffer-Eddins (1896—1907) brach in Persien Revolution aus und der Despot- Sckah war gezwungen, dem Lande eine Verfassung und ein Parlament zu neben. Sein Nachfolger Mu- Hamed-Ali war ein edjt orientalischer Despot und Boden und Arbeit strömt ein großes Maß von Gemüt, Poesie, Regsamkeit und Charakterstärke, getragen von der Nervenkraft eines noch gesunden, lebens- und tatenfrohen Volksstammes. 2Uif diesem Boden und unter diesen Menschen wuchsen wir heran, mit ihnen leben und fühlen wir. Aus dem Heimatborn svrudelt uns immer neue Straft, sofern wir aufmerksam lauschen. Dieses Lauschen versteht am besten mein Bruder. Wie war es doch? Da schleicht ein junger Gymnasiast hin zu den Alten unter dem Lindenbaum und auf ber Torbank unb läßt sich berichten aus ber Väter Tagen. Den alten Maurer Saß hat er noch auf ben Stock gestützt burch ben Hof sehen sehen, ben Mann, ber unter Napoleon I. Soldat war. Sein Sohn Anton hat bem Knaben erzählt, wie ber Vater einst nach Lyon unb weiter nach Spanien hinein in ben Stampf gezogen ist. Den alten Dieterich-Peter laßt er auch nicht in Ruhe. Als Siebenjähriger hat bieser bas Jahr 1813 erlebt, was er aus dieser Zeit im Gedächtnis bewahrte, mußte er immer und immer roiaber erzählen. Bei einem Freunde lagen aus Urgroßvaters Tagen alte französische Kaufakten, die wurden durchstöbert, übersetzt unb gedeutet. In anberen Familien wurden Nachforschungen angestellt, in späteren Jahren kam bas Studium ber Literatur unb ber Bestaube ber Archive hinzu. In mehreren historischen Schriften würben bie Ergebnisse bieser Forschung niebergelegt. — Klar unb immer klarer, lebensfroh unb lebenswahr, stark und männlich standen bem Suchenden bie Menschen ber Heimat unb jenes wichtige Stück rheinisch- pfälzischer Vergangenheit vor Augen. Unb was er erlebt unb geschaut, bas alles fügt sich über ihm zu einem Bilde der Zeit, die er uns in schlichter, einfacher, lebenswahrer Form schildert. Es verdichtet sich in den drei Bänden „Zwischen Rhein und Donnersberg", „Das Hungerjahr" und „Geschichten aus der Pfalz und ihrer Nachbarschaft", dabei auch ein Werkzeug ber russischen Zarenpolitik. Er mußte unter bem Zwang seines Volkes auf ben Thron verzichten. Die Jahre bes Weltkrieges waren zwar auch für Persien recht schwere unb unglückliche, aber bennoch begann gleich nach bem Kriegsenbe eine neue Pe- riobe ber persischen Geschichte: bie Periobe ber Wiedererstarkung des uralten persischen Staatswesens und die Wiedergeburt dieses alten ari- schen Kulturvolkes des Orients. Der Lenker der neuesten persischen Geschichte ist eben kein anderer als Risa-Khan, ber werdende Schahinschah Persiens, des Landes der Sonne unb bes Löwcn. Denn es unterliegt keinem Zweifel, baß bie parsische Nationalversammlung auch Rfta-Khan Pahlawi zum neuen Schah wählen unb somit auch roieber eine e ch t persische Dynastie gründen wird. ein weiterer Band wird sich unter dem Titel „Rheinisches Land unb rheinische Leute" anfügen. Als bie beiden ersten dieser Bücher erschienen, hörte man nicht mehr recht auf die Geister ber Heimat. Die Mode wies andere Wege. Trotzdem fanden diese Heimatbücher viele Tausende von Lesern links und rechts des Rheines. In Bauernstuben und in den Arbeitszimmern der Gelehrten, der Richter und Lehrer, auf der Werkbank, bei Männern und Frauen, bei alt und jung sanden sie gute Ausnahme. Wie kam das? Die schlichten Vorgänge unserer Heimat stellen bas typische Geschick des ganzen pfälzisch- hessischen Gebietes dar, ja des ganzen alten Zeitalters unb nahmen baburch jeben gefangen, in bem das Verständnis für wahres Volkstum noch nicht erloschen ist. Unterdessen ist es in unserem Heimatlande anders geworden. Noch lacht draußen die Sonne mild wie in unserer Väter Tagen, noch spielen ihre Lichter auf den goldgrünen Mattern ber Reben, noch liegt blauer Duft über den Bergen und auf den Wiesen im Tale, und doch ist es anders geworben. Unser Volk ist in Not. Not aber führt zurück zur Scholle, auf bie man gestellt ist, kettet an die Menschen, unter denen wir leben, lenkt hin zur Geschichte des Volkes, macht seßhaft, stammestreu und bodenecht. — In dieser Zeit erscheint „Zwischen Rhein unb Donnersberg" in neuer Auflage. Das Buch wird auch diesmal feine Mission erfüllen. Zu den alten Freunden werben sich neue gesellen. Den Weg bazu hat ber Verlag bereitet, indem er bem Buche eine würdige Ausstattung gab. Altromische Falschmünzer. Bei ben alten Romern war bas Münzfälfchen verhältnismäßig leicht, ba ben Münzen ein gleich- mäßiger geriffelter Rand fehlte unb bie Präguna mit dem Münzstempel oft undeutlich war. Der Fäl- scher brauchte nur eine Münze m den weichen Ton Äer ist also Riia-Khan? Wie ist er zum Vshn- brecher des neuen Terpen geworben? Für ^osteuropäische Deihältnisie scheint es fast unglaublich zu jein, wenn ich sage, beß ber neue tz^chcch Persiens, Risa Khan, eia Stenn aus bem Lol.'e ist, er stammt in ber Tat aus em er armen Familie. Fast ohne jegliche Bildung begann er feine Karriere als einfacher Soldat in ber persischen Ko- fafenbrifiabc, beren Instrukteure russische Offiziere waren. Nack kurzer Zeit wurde er zum Mange eures Offiziers erhoben. Im Besitze eines ungewöhnlichen starken Willens, als guter Patriot unb b-ficr Kenner seines Landes und Volkes, machte Risa-Khan außerordentlich rasch- Fortschritte. Er stano an ber Spche ber Kosakenbrigade, die im Februar 1S2i einen Re- gierungrumsturz in Teheran herbeiführt? 3alb bar« auf wurde Rfta-Khan Kriegbminister, zugl-ich auch Oberbefehlshaber der persischen Streitkräfte. 2Hs solcher wurde er auch unter dem Namen Sirbtr Sipuh bekannt. Er wurde nach »und nach Aum einflußreichsten Mann bes Landes. Im He. ast 1923 stürzte er bie derzeitige Regierung und bildete selbst eine neue, indem er auch das Ressort des Krieas- Ministeriums behielt. Das geschah gegen ben Nil cn bes jungen Sch-Hs unb ber Hofleuto, aber bas Land unterstützte ihn. Risa-Khan ro.ir tatsächlich schon zum Diktator Irans geworben. Der Schah mußte gleich bnrauf nach bem Auslands gehen, wo er sich gänzlich bem Vergnügen hingab. Er lebt in Paris unb an ber Riviera unb hat'weder Lust noch ver- ftänbnis für die Regierunasaeschäfte seines Landes. Schon in ben letzten fünf Jahren, seitdem "lso Risa- Khan Kriegsminftter, unb namentlich in ben letzten zwei Jahren, feiibem er ber Diktator des Landes tft, gehört auch die reelle Macht biesem Mann. Sr'-ion Anfang 1914 versuchte Risa-Khan durch einen neiym Staatsstreich die Monarchie abzuschaffen, in Persien SMWwMWS-MS für die Somstagsnummer Mnnen nur vis $reit«g vormittags verbindlich angenommen werde«, yweckrs wirksamer Sotzausftattung erfolgen SefteEungen zrveckrmüsssig bereits im teufe des Donnerstags MUMSikUKkÄMlS w&p bie republikanische Staatsform einzuführen unb auch felecr zu deren Präsident«, zu werben; er fand aber damals seitens der Geistlichkeit, bie in Persien eine ungeheuer große Macht besitzt, wie auch seitens der realttvnären Kreise einen hesttaon Widerstand. Es schien sogar eine kurze Zeit, als sei die Stelluna Risa-Khans erschüttert. Aber dieser Mann verstand die Situation, verzichtete auf die Verwirklichung der republikanischen Idee unb blieb weiter in seiner Rolle bes tatfachlichen Alleinherrschers von Persien. Doch mit all seinen Handlungen bereitete er ben letzten Umsturz in Persien vor. Persien erlebt gegenwärtig, um in einem Word bas Wesen feines Entwicklungsprozesses zu charakterisieren, bie historische Periobe eines lieber- « a n g e 5 vom Mittelalter in bie neue Zeit, vom Feudalismus in bie bürgerliche Gesellschaftsordnung, von ber Natural- zur Geldwirtschiftt. Risa-Khan ist eben ber tatkräftige Mann, der mitten in diesem Entwicklungsprozeß steht unb ihn auch im Rahmen der objekttoen Möglichkeit leitet. Er hat »or allem die alte untaugliche Armee abgeschafft unb eine neue gut disziplinierte Armee geschaffen. Gestützt auf sie, hat Risa-Khan die Macht der unzähligen Khans ober Feubalen beseitigt unb die ber Zentralregierung befestigt. Er hat auch bie vielen Stammes« fürften ber räuberischen Nomaden sich unterwerfen. Bei all feiner Reformtätigkeit wurde Risa-Khan von dem ^Bauerntum und namentlich von ber Bürgerschaft tatkräftig unterstützt. Risa-Khan hat auch in bem Gebiet ber wirtschaftlichen Neuerung viel geleistet. Persien, bas dreimal so groß ist als Deutschland, aber nur 9—10 Millionen Einwvitzier zählt, steht eben vor einem neuen Leben. Schon am ersten Tage des Umsturzes hat er die Losung gegeben: Arbeit unb nicht Schauspiel. Er hat durch ein Dekret bie Schließung aller Spiel- Häuser unb aller Branntweinschenken angeordnet. In leinen Ansprachen bei ben ersten Empfängen von Abordnungen sagte ber neue Regent, er werbe sofort großzügige Maßnahmen ergreifen, um bie Lage des Landes zu uerbeffern. Seine bisherige Laufbahn ist eine Garantie befür. einzubrücken, um eine brauchbare Matrize zu er- halten, unb legte er bann zwei solcher Tonscheiben aufeinanber, so erhiel er eine geeignete Gutzform. Um mehrere Stücke auf einmal herzustellen, brauchte er eine Anzahl solcher Guhsormen aufeinander zu legen, daß ein Gießloch entstand. Durch das Aiftein- anberlegen von mehreren Matrizen bildeten biese GußlLcher einen Kanal, burch ben bar Metall gegossen wurde. Man glaubte früher, baß die zahlreichen derartigen Gußformen, die nur in den römischen Provinzen, nicht im eigentlichen Italien gefunden wurden, zur offiziellen Münzfabrikation dienten. Neueste Funde aber beweisen, baß es sich hier tatsächlich unb stets um bie Arbeit von Falschmünzern handelt. Ein neuer Fund von Kastel macht mit zwei neuen Typen van Gußformep bekannt, nämlich mit viereckigen Tonplättchen, auf Denen vier durch Kanäle verbundene Münzmattizen sichtbar sind, und mehr birnenförmigen Plättchen mit vier ober fünf Münzabdrucken. Es kann sich hier nur um eine Falfchmünzerwerkstätte handeln, denn eine stattliche Herstellung durch den Guß wird nie ermähnt. Außerdem sind oft abgegriffene Münzen zur Herstellung der Matrize verwendet, was in einem Staatsbetrieb niemals vorgekommen wäre, und in ben Gußformen wurden im dritten Jahrhundert Münzen des ersten nachgegosien, was offiziell nie geschehen märe. Eine wichtige Ergänzung erhält der Kafteler Fund durch etwa 260 Sußsormen unb viele Bruchstücke, bie nahe bem Kastell Rißtissen zutage traten. Es sind runde Tonplättchen »on 2? bl» 25 Millimeter Durchmesser und 3 bis 5 Millimeter Dicke, bie ben Abdruck »on Silbermünzen tragen. Eine dabei gefundene Gußprobe zeigte die gewähn- liche Legierung der Kupfermünzen Des 3. Jehrhun- berts, nämlich etwa 78 Proz. Rupfer, 10 Proz. Blei, 8 Proz. Zinn, 1 Proz. Zink. Die hier aufgefundene Falschmünzerwerkstiite wurde ums Jahr 218 nach Chr. betrieben. D. Kreistag Provinzialtag Was jeder Wähler wissen muß zu tun als der Kreistag. abend stärken kann- ub WHRuasoMaa K-TjO (Nachdruck verboten ) 61. Fortsetzung (Fortsetzung folgt.) sagen mehr artigen Leistungen Der Alte näher. „Also, du ster?" fragte richtete und wischte Soft dann ergriff Oderhessen. Landkreis Gietzen. Beuern, 11. 2lov. Am Dienstag dem Turbinenhaus nicht hindraug. sich, als er plötzlich um das Ge« Rov. 3n den machte sie Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stege mann. kung verbleiben dem Kreisausschuß noch so viele Arbeitspflichten, Öaf) man auch von ihm kann, er hat genug, jedenfalls erheblich Vorführungen ein und Bestrebungen Monate abgesessen hat." fuhr sich über die Augen und trat „ o Schliß Gemeinde Dahlvvrs DchdvM« 0lnnt mit 'l an der Sdiv Pridatan Zahn, vöhi Parte, 2 Maurer Ach sehr stacken ' Bevölkerung^ bereinig Mt De- Wftige fif zu geben. Den Anfang machte sie am Sonntag durch einen „Schülerabend der Schü- I e r i n n c Sonntag Ulb , . l9te jij. ’±®Wt. 5 Ss“”S i. A"?rm»ngv, b-S Ä rg. [JUipNmi oHtfr "N Scbtn 7^«3Ä Wn !L?* dann lu5* ausgewähltt JJf "Dereini. U'Unerschüier- : mit einem Qht. er über bas Macht, ein .weiter Itanö wird in den Sanbtinet w der Redner in vornehmen römi. 'te durch die mehr, ne, hMvrragmde die Thermen, hoi .einzelne -Bauteile 41 bat»«, mit wel« Reichtum die RS. -n. Zugleich ging chrlich darauf ein, rieben mit der bald welchen Sinsluh rmanilche juMibte. ^urngemeinde e vrn vcrlchi'eben. in Bild ijnr igen zu gtfrat e am ftimtaj. inb der Lchü- Innen", bei »ei. ■ des Dereint unter ;wher -Beteiligung ablegten. Deitere । werden die Aus- am 8. Dezember in i#r des SWrlgen mg am 1. Janine ‘Dtrlammlung M r einigen tagen uf Wofung des durch den Derluft me der Mitglieder, .en ist. Glücklicher. naenommen worden, .»bahn auch in > tonnen; man darf rein durch Peitntt .es Leben einMi huliliche Din. ■ den Untere IM monnen. Die dW 63, davon ß in bet M*. »>=*, achzügler wohl lu| 11. Äov. 3n einer chi-Derlamwlung ö« 5o!f8l>«rl='. 6 r-iteto, wurde zu ^uchrer Tagend des Ns äußerliche» raOe alles »uioimnw. I» »«'■ d'Ä* ‘XtW61'*" mttrro-S5' w» ch. ®* f W" ,!«. ®e"”sa, W' n. Und l>av« . bcln A’.’flA.-rt -x-K Ä"e,rb hat’- 'J&Si 4 -ronkenstuhl * un'ttm tfS # 6 anschließend auch zur Stadtverordneten- wähl Stellung genommen. Frau LandtagSabg. HeraeuS (Offenbach a. OH) sprach über die vielseitigen Ausgaden der Frau in der Grmctnde- Dertoaltung. lieber den BertraH von Locarno uni> die Stellungnahme seiner Partei baju referierte LandtagSabg. Ärübt ^©armflabt). 3n der Aussprache Tom der sozialdemokratische Stadtverordnete Rößler zum -Darf. — 3u einer Deamtenversammlung hatte der Beam« tenauSschuß der Sozialbemokratr- schen Partei eingelaben. Dor der nur schwach besuchten Versammlung txrbreikte sich Inspektor Kiessel (frranffuTt a. Ak.) über .Die Beamtenschaft am Scheidewege". KreiS Schotten. □ 2 a u B a rf). 11. Aov. Am Samstag abend hielt der Turnverein im „öolmfer Hof" fein Abturnen ab. Der Verein hat sich unter der »Leitung seine« neuen Vorsitzenden, deS Kaufmanns Wilhelm Schreiner gedeihlich entwik- kelt. Zuerst begrüßte der Vorsitzende mit herzlichen Worten den Ober-Gauturnwart Will von Gießen, der zu der Frier eigenS erschienen war. Die ireugcbildete 5>amenricge zeigte b.i ihrem ersten Oluf treten, das) auch das schwache Deschchecht auf dem Gebiet der edlen Turnkunst :redliche Leistungen zu bieten vermag. Die Frei- üi. ungen und die vom Verein gestellten Pyramiden konnten auch höheren Ansprüchen vollauf genügen. Ebrnso gefielen die .Lebenden Bilder" in jeder Richtung. Der Obrrgauturnwart erklärte ich von den gebotenen Leistungen vollauf befriedigt. An "'daS Abtumen schloß sich ein flotter Lanz. — AlS Standort für da- zu errichtende Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Stadt batte Geheimer Baurat Dr. Walbe von Darmstadt die .Luckner Eiche" auf dem RamSberg vorgefchlagen. Dieser Platz erschien jedoch wenig geeignet, da da- dortige Gelände von Spaziergängern und Sommerfrischlern stet- allzu belebt ist, waS für ernste Besucher der heiligen Stätte in höchstem Matze störend wirkt. Auch geht e- nicht an, da- Luckner-Denkmal deS 7jährigen Krieges durch ein anderes zu verdrängen. Dagegen hat sowohl Bildhauer Scholl. Darmstadt wie auch Bildhauer A r n o l d, Beuern sich für den Platz am Snselteich auf der Südseite des Schloß-artenS unweit des Untertor# ausgesprochen. Hier, an dieser ruhigen Stätte, bilden die gewaltigen Baum gruppen einen stirnmun--vollen Hintergrund. Vie beiden Künstler wurden eingeladen, für daS Denkmal sobald alS möglich ihre 6nt- würfe eiimureichen. Man hat sich endgültig für den Schloßgarten ausgesprochen. □ tzichel-dors, 11. Rvv. Der hiesige Lehrer Würz, der bereits seinerzeit tn Eschenrod, dem Ort seiner früheren Wirksamkeit, eine merkwürdige Dorfbefestigung sestgestellt hatte, entdeckte auch hier eine frühere Befestigungsanlage. Die U ?5»rUeferung, verschiedene Flurbenemrungen, sowie kleine sichtbare Ileberreste bilden die Grundlage. Unser Dorf wird zuerst in einer Urkunde genannt, wonach im Jahre 1187 der Graf Berthold von Ridda die dortige Pfarrei mit verschieben en Gütern in den umliegenden Dörfern, darunter auch in Gi° ckelsdorf, dem Johanniter- Orden übergeben haben soll. Die Urschrift dieser Urkunde, int Staatsarchiv zu Darmstadt befindlich ist noch sehr gut erhalten; das Siegel ist jedoch abgerissen. Auffallend ist, das, die Urkunde nicht vom Grafen selbst ausgestellt ist, sondern nur die von demselben geschehene .Ueb ergäbe bekundet. Auch fehlt die Angab- des Orte«, wo die Ueber- gebe geschehen ist Diese Umstände machen die Echtheit der Urkunde zweifelhaft. Graf Bert- hold erscheint 1191 bei der Stiftung des Klosters Konradsdorl bei Ortenberg alä Zeuge. Er starb in ober kurz vor 1206 als Letzter seines Stammes. Kreis Lauterbach, ö Schlitz, 11. Rov. Für die Wahl der Ocmcinberatßmitglicber sind fünf Wahlvorschläge zr gelassen worden. Der Wahlvorschlag „Standerherrschaft" beginnt mit Rentmeister Friedrich Dug. Seid, an der Spitze der Liste der „Beamt en und Privatangestellten" steht Lehrer Karl Hahn, wahrend die „Sozialdemokrati fche Partei Schlitz" ihren Wahlvorschlag mit Maurer Heinrich Fehr eröffnet. Die der hier sehr starken Deutschen DolkSpartci nahestehenden BevölkerungSkreise haben unter dem Kennwort „Vereinigtes Gewerbe, Sandwirtschaft. Beamte und Angestellte" eine zugkräftige Liste aufgestellt, die von Fabr.kdirektor Aucmst Haag gesiihrt wird. Sin besonderer WahlvorMag der Gewerbeteekbenb-n geht noch unter dem Kennwort „Habicht"; Spitzenkandidat ist Uhrmachermeister SLtguft Habicht. Die Wahlvorschläge „StandoSherrschaft", „Bereinigtes Gewerbe. Landwirtschaft. Beamte und Angestellte" und „Habicht" sind einfach miteinander verbunden, während zwischen den Vorschlägen „Standeshecrschaft" und „Vereinigtes Gewerbe, Landwirtschaft. Beamte und Ange- fleilte“ enge Listenverbindung besteht. Zusammen bewerben sich 27 Kandidaten um den Posten eines Gemeinderatsmitgliedes. Starkenburg. • Darmstadt, 11. Rov. 2m Darm- städter Gaswerk werden zur Zeit um- sanßreiche Erneuerungen deS Betriebes Oorgenommcn. um das Werk auf eine höhere LeistungSfäbiskeit zu bringen. Der neue Letter des Betriebes, Direktor Ruh. hat eine Propaganda unternommen, um in der Stadt den GaskokS abzusehen und in der Bürgerschaft sie Raumheizung mit 6 a 6 einzuführen. Gö sind im Gaswerk Vorrichtungen geschaffen Doröcn, die den KokS in der Weise sieben, daß atnii an Paasonal und Zeit tedeuten, so datz sie bereits « mehreren großen JnLustrie-Unternshmungen ©ingang gefunden laben. Um den Gasverbrauch zu beben, und um die Raumheizung mit Das einzusühren, hat die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung erst jüngst den GaSpreiS herabgesetzt. WSR- Offenbach, 11. R»v. Gest »en tourt* in Ausführung eines rechtSktüstigen Be- schluffeS des OberlandeOgerichtS nt Darmstadt der Keller des Ingenieurs Maller tn der Ludwigft raste unter Zuztahring van Palizei- beamten durch einen Beamten beS ftibti- fchen Wohnungsamtes und drs zuständigen Gerichtsvollzieher- geräumt. Jnaenieur M o l l e r bevrohie hierauf die Beamten mit einem Armeerevolver und gast auf die Aufforderung, die Waffe niederzuleaen. auf die Polizeibeamten einen Schutz ab, der glücklicherweise fehl ging. Moller lief nach Abgabe deS Schusses in daS obere Stockwerk und erschoh sich. GS scheint, dast er drS Glaubens gewesen ist, einen Beamten durch den von ihm abgegebenen Schutz verletzt oder gar getötet zu haben und datz er auS Furcht vor der Verantwortung seinem Leben ein Ende gemacht hat. Rheinhesien. Mainz, 11. Rov. (WDR.) Fünf Einwohner des Vorortes Gonsenheim, die bei einer Festlichkeit die deutsche Rationalhymne gelungen hatten, sind vom französischen Militürpvlizeigeeicht zu Geldstrafen von je 50 Mark verurteilt worden. DaS französische Militärpolizeigericht verurteilte weiter den Redakteur der ainzer Volkszeitung", Fritz Ohlhofs, wegen einer falschen Benennung unter einem Bilde in der vom „Vorwärts" ge5ruc[ten und der „Volkszeitung" beigefügten iuustrlerten Wochenbrilagr zu einer Geldstrafe von 300 Mark. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Hochelheim, 11. Noo. Daß in der hiesigen Gemeinde das Wandergewerbe mit Lebensmitteln, insbesondere mit Käse, in einem Umfange geübt wird, wie es wohl kaum in einer anderen Gemeinde gleicher Größe geschieht, ist eine weit über die Grenzen unseres Uorfee hinaus bekannte Tatsache. Daß sich aber in der (8c- meinbe weit mehr a l e 100 Pers » nen befinden, die im Besitze von Wandergewerbe» scheinen sind, scheint im ersten Augenblick unglaubhaft, enspricht jedoch ebenfalls den Tatsachen. Last in jeher Haushaltung ist jemand vorhanürn, der den Käsehandel betreibt. Ön manchen Haushaltungen gehen sogar mehrere Familienangehörige auf den Handel. Unter den Händlern befinden sich zahlreicke abgebaute Eisenbahnbeamte und »arbeitet, Die nach ihrer Ausscheidung aus dem Bahndienste einen anderen Erwerb nicht finden konnten. Zum Teil beziehen die Händler den Käse fertig von Fabriken und setzen ihn im Kleinverkaus an die Verbraucher ab. Andere kaufen Quark auf, stellen zu Hause Käse daraus her und setzen bann diesen als Etgenfabrikat ab. Die Geschäftsverbindungen gehen nicht etwa nur nach den benachbarten Stadien und Orten, sondern auch nach Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Marburg usw. Zwei Händlersfrauen fahren sogar allmählich dis nach Essen und beschicken dort den Wochenmarkt. Daß bei einer so ausgedehnten und mit Eifer betriebenen Handelstätigkeit die Gemeinde besonders in letzter Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen hat, ist leicht erklärlich. Elektrisches Licht wurde kurz vor dem Kriege eingeführt. Die wirtschaftliche Zusammenlegung der Grundstücke gelangte im vorigen Jahre zur Durchführung. Die Frage des Baues einer Masterleitung mit der Speisung aus Quellen in der ©emarfimg Dornholzhausen bildet den Gegenstand der zunächst zu lösenden größeren Gemeindeaufgaben. In diesem Jahr hat die Gemeinde für Wege- und Brücken- bauten erhebliche Summen Geldes aufgewendet. In unserer Nachbargemeinde Hörnsheim beläuft sich die Zahl der Lebensmittelhändler ebenfalls auf annähernd 100. Dort wird jedoch die Handelstätigkeit nicht in solchem Umfange ausgeübt, wie es hier geschieht, «eil dort vorwiegend Landwirtschaft, der Lebensmitielhandel jedoch nur nebenbei betrieben wird. ---Aus dem Kleebachtal, 11. Noo. Nachdem man hier jahrelang nichts mehr non Ratten gespürt hatte, ist in verschiedenen Dörfern des Kleebachtales in der letzten Zeit ein starkes Auftreten dieses Ungeziefers zn beobachten. Besonders in den Schweinestäuxn sind die üblen Nager aufzufinden, wo sie sich wegen der ihnen dort zu- gängigen Futterreste gern hinziehen. Die Landwirte rucken dem Ungeziefer mit allen Mitteln energisch zu Leibe. — Die Bekämpfung der M ä us e p l a g e wirb In letzter Zeit ebenfalls eingehend durchgeführt. In einzelnen Dörfern stellen die Äememben Giftweizen zur Verfügung, während in anderen die Landwirte eine ihrem Flächenbesttz entsprechende Menge Weizen liefern müssen, der in irgendeiner Apotheke mit Strychnin vergiftet und dann in den Feldern ausgelegt wird. Arich über starkes Auftreten von Schnecken auf den Saatfeldern hört man allenthalben Klagen. Kreis Biedenkopf. >^x Rvdheim a. d Bieber, 12. Rov. Den Reigen der Veranstaltungen für daS fom- menbe Winterhalbjahr eröffnete am Sonntag abenb dir Turn- und Sportgemeinde, fie größte Bereinigung Rod Heims. Gs galt bleiern gen Turner zu ehren, denen es im Svmmer- halwahr vergönnt war, bei den «ofrrn Wettbewerben einen Sieg zu erringen. Der langjährige Vorsitzende, Bäckermeister D e u cc e r wuhte in ehrenden Worten den 7 0 Preisträgern den Dank der Gefcmrtvereinigpng abruftatten und ermahnte zugleich die wacker Schar zu weiterem Vorwärtsstrebeu. Die Vorführungen der Mufter- -iege, sowie die Darbietungen des Mandelinen- klubs wurden freudig aufgenommen. Rächten Samstag abend wirb die Cängetuereini- a a n g, Bit sich in der RachkrieHs-eit aus den beiden Vereinen »Eintracht "und .Liederftca7rz" gebildet hat, ihren ersten Familienabend abhalten. Rrenffiirt ei. M. nub Nmzexend. WSR Frankfurt a.- M... 11 .Rov. Die Stabt Frankfurt a. 2t. hat jetzt von den staatlichen Behörden die Genehmigung zur Aufnahme einer Anleihe von 4 Millionen D » llar in Amerika all erste Rate erhalten, älrsprünglich war van der Stvdtverwaltung ein Antrag auf Genehmigung einer Anleihe vvn 7—8 Millionen Dollar gestallt worden. Der Erlös der Anleihe soll zu peoduftiven Zwecke« Verwendung finden, hauptsächlich wt Msdeani- fieruxg und Erweiterung dar städtischen CletxrtAi- t5M», Gal- und Wasserversorgung. — Der Ine* siaen Kriminalpolizei ist gelageaen^sich einer Revision eine! Gasthauses in der Altstadt ein guter Fang gelungen. Sie konnte dabei den 28» iährigen Edmund Hamer auS Elberfeld und den 20jährigen Schlosser Heinrich Sch le dorn «ul Krekeld. die beide wegen RaubeS. Unterschlagung und Diebstahl steckbrieflich verfolgt Werden, ertt ihrer gingen ..Ausrüstung" bestehend cm! Revolver, Dolch, Mnllen und einer gangen Anzahl Gperrhaken. sowie falschen Papieren, fepNehmen. Anscheinend haben di« beiden Burschen ootgehabt, auch in Franksirrt a. M. grobe Dinge zu vrehen. Hers selb, 11. Rov. (WSR.) Zwischen dem Äk a g i st r a t und den Metzgern der Stadt HerSseld ist ein Konflikt erstanden, Mu geführt hat, daß die Metzger einmütig en Haden, nicht mehr im Städtischen Schlachthof, sondern in den umliegenden Orten Rieder-Aula, Schcnklengs- feld usw. ihr Vieh zu schlachten. Der Grund zu dieser Maßnahme ist der HmftÄnb. daß der Magistrat der Metzgerei Prinz auß Rotenburg erlaubt hat, nicht nur. wie bisher, an den Markc- tagen, sondern die ganze Woche hindurch in bet Stadt Fleisch zu verkaufen. Die einheimischen Metzger sehen darin eine ungerechtfertigte Schädigung ihrer Jnteresfen, da die aulwärlige Firma -nid>t zu den Lasten der Stadt beiträgt, sondern nur ein geringes Standgeld von einer Mark zu zahlen hat. Die Stadtverwaltung erleidet durch den Ausfall der Schlachthofgcbuhren einen empfindlichen Verlust. Turnen, Sport und Spiel. Um die in Heflen-Hs-in-Vier. y. SS zeigte sich am Sonntag nicht zum ersten Male, daß beim Fußballspiel Tore zählen und entscheiden, nicht Schönheit, Technik und Feld- Überlegenheit. Wie viele Mannschaften gibt eS, hie an jeder vcke des SpielfeDeS chren Mann stellen, biS sie ehrfurchtsvoll des Gegners heilige Tornähe betreten, leise und behutsam, wie Engel, und ihre Vkanneskraft wandelt sich in Engelsschönheit; die Rähe deS Erfolges macht sie selig und in ihrer Seligkeit vergessen sie den Erfolg. Xlub doch ist daS nicht Körpeokraft, w»S auf dem Wege zum endlichen Erfolg fehlt, fondaan ba£ ist Rervenkoast, die versagt. Beweis: Im Traimng auf ein To« find sie die wildesten und sichersten Gchüpen! ilniofibei Loben in der Woche vor dem Spiel schadet den Superklugen nicht und am Sonntag knallen sie dann vor bem leeren Tor mit Wucht — drüber. „Di« Mannschaft hat nur durch Pech verloren", schreibt dann der aedankenlofe Cßerin Gle- nifi« »um Wtar führte Die H«chg«ttveife dal glücklichen Paaoes besteht tn einer 6 Ttteeete bauernden Fahrt um die Well. Sfe herufStSttge DmerkSanerln. Dom Heimletzen bet berufstätigen Frau in Amerika erzähll Dr. Julie Sangen tn der nette« Rümmer des Dahetm: Die Leitung der Heime liegt in Händen von aehtlbeten Frauen. Sa in jedem Heim ein vierseitiges ÄrStzunftSbureau vestehi, lern eine Stellenvermittlung «not«Hebert ist, Rmnen Me Leiterinnen den Jnfeoeyen bet perfchiedensten Heimvewohnrr gerecht werden. Diese setzen sich aus allen Schichten der weiblichen Bevölkerung eularnmen. Die Wohnungsfrage in von der Berpfle^uagSfragr getrennt. In einem Heim. daS mecst 80—100 Zimmer enthält, hat jeder ein eigenes Zimmer, da? einfach upd pranlsch eingerichtet ist. Stlvstverstänb- lich ist in jedem Raum fliehendes kalteS und warmes 'Mafier, auf jeder Otege befinden sich eine Reihe Badezimmer, die man jederzeit unentgeltlich benutzen darf. Gin Plättzimmer mit Waschbecken für kleinere Wülcheteile steht zur Verfügung. Kochgelegenheit gibt eS für den einzelnen nicht. Alle Mahlzeiten werden in der sogenannten „Cafeteria" eingenommen, einer Art Restouraat. in dem sich jeder selbst bedient. Der Zusammenschluß der L)rimbewohner ergibt sich von selbst, denn es besteht eint Reibe von geschmackvoll elnaecichteten gtmeinlchaftlichen Räumen lBiblivthek, Musikzimmer. Schreibzimmer. Halle mit Kamin). Für die Heimbewohner besonders bequem finden hier Abendkurse für jedermann statt, die Gelegenheit zur Weiterbildung geben. Auch für sportliche De- tättaung der Frau bestehen in den Helmen rnuuergültiee Einrichtungen. Ohne eine unbe- binete Rawahmung in Deutschland für richtig erscheinen zu lasirn, Knnen unS die amerikanischen Heime doch Anregung geben, wie sich mit geschickter Lösung deS Wohnungsproblems die Förderung körperlicher und geistiger Vildung vereinigen läßt. Der Srfiitn^nnfc nm Schliisselloch. Der Schimpanse ist wohl berjenige Menschenaffe, der in seinem Wesen am meisten Ähnlichkeit mit dem Menschen hat. Besonders die jungen Schirn petnfen sind außerordentlich gesellige Tiere, die innige Freundsihoft untereinander schließen und die größte Trauer zeigen wenn sie van ihren Freunden getrennt werden. Ein amüsantes Beispiel für diese ,geistige Verwandschaft" des Schimpansen mit dem Menschen führte der Präsident der englischen Gesellschaft der Wissenschaften, Pros. Charles Shrrring- ton, in einer Rede an, die er kürzlich hielt. „Ich bin selbst einmal aufs höchste überrascht worden durch die „Verwandtschaft", die ich bei einem Schimpansen fanb", erzählte er. ,Lch besuchte täglich die Schimpansen in meinem Laboratorium und stand mit ihnen auf sehr vertrautem Fuß. Eines Tages nach meinem Besuch fiel mir plötzlich ein, unbemerkt zu beobachten, was motzl die Schimpansen täten, wenn ich foryeganflen sei. Ich drehte daher um, bückt« mich und blickte durch das Schlüsieloch an der Tür des Raumes, in dem st« sich befanden. Aber da begegnete mein Auge dem Auge eines Schimpansen. Das Tier hatte augenscheinlich ganz denselben Gedanken gehabt und hatte ebenfalls das Schlüstellach benutz.', um mir ncichzugucken. Aber der Schimpanse, der übrigen» eine Dame war, war mir dach nach in der Neugierde zuoargekommen." Rschrichten. Nraesttifch« Gemeinden. «to. Dotfesd. k. d.Svnagoge tett» eit lagt). Samstag, 14. Rovembee 1M>. Vorabd. 4-30, moog I.W, Pro^igt, atztzs. 4.50 u. 8 30. Dosfesstteilst »ei tsr. DeNgiVttSgefeSschaft. babbatfeier, den 14. Aooember 1925. Freitag abds. 4.15^ Samstag vorm. 8.30, Predigt, nacknn. 3.30, Da^tzatauSgang R.3O. WvchengvtteSbienst rnvrg. 0.45 und abbs. 4.00. RnndfunL-Programm deS SersderS. (2drs her .Radio-Umschau".) Fretto«, 13. Rodemtzrr: 1.10 Uhr: ilebertregung der GrnpsangSfeier- ktchkeiten anläßlich bet Besuche« des Herrn Reichspräsidenten im Kaiser^aal bei Römers. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bi« 6 Uhr: Hausfrauen-Aachwittag. Programm u. «.: „Rationelles Hetzen", Dortrag von Frau Stadtrat «lfe Alken. 6 bi« 6.30 Hbr: Die Lefe- stunbe. 6.30 bi- 6.45 Uhr: Die Bücherstunde. 6.45 bis 7 Uhr: Die Besprechung. 7 bi« 7.30 Uhr: Der Briefkasten. 7.30 bis 8 Uhr: Die Bücherstunde (Besprechung). 8 bis 8.30 Uhr: Italienischer Sprach-Unterricht. 8.30 biß 9.30 Uhr: Tanzmrrftk. 10 biS 11 Uhr: Cabaret- Abend. Br?efkKften der Redaktion. Dr. P. Sn dem zu der JubiläumSnummer deS Gießener AnzeiaerS vr-röffcmtlichten PreiSausschr«'. ben rtmn sich jede erwachs a«r Parson batetf'^en, aff» auch die Frau, €®b«w oder Lichter M Bsgtahees. Wege zu besserer Gesundheit gibt es viele, aber nur wenige die sich so angenehm beschreiten lassen wie der folgende: „Sie schaffen wirklich spielend leicht Kindern jeden Alters ein gesundes, blühendes Aussehen oder kräftigen geistig oder körperlich angestrengte Mitglieder Ihrer Familie in überraschend kurzer Zeit durch die häufige Bereitung von Oetker-Puddings Die großen Vorzüge liegen darin daß Sie vor allen Dingen ein natürliches Nahrungsmittel reichen, welches aus den hosten Rohstoffen in fernster Verarbeitung bericht und von Ihnen mit den guten Zutaten wie Milch, Butter, Zucker, ftücfiten oder Fruchten! aiigerichtet wfrd. Der hertlidie Anblick und da« köttiidie Aroma eines gut irobereiteten Oetker-Puddinga wird Oceunde und Kranke stets erfreuen und zu bestem Appetit anreizen, denn damit ist schon viel, wenn nicht alles gewonnen." Viele Serien ermöglichen Ihnen reiche Abwechslung. Nur in Origina'-Päckchen (niemals lose) mit der Schutzmarke „Oetker*» Hellkopf“ in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Verlangen Sie ebenda die beliebten Oetker-Rezept- bOchcr kostenlos eder, wenn vergriffen, umsonst und portofrei t-en Dr.A. Oetker, Bielefeld. H91s»^V 2jaai_---- —■.....-■= M bet Husten, Heiserkeit pQ17C lyimrrl und Vereehkimung JäJ'S echte Sodener Minen!-Pastillen. ____8Mtei Mk. Deutsche Demokratische Partei Unsere Kandidaten sind 62=30°' Salomon UdS I itflI weTn1VMk. Schulstraße Reinwollene Ueberblusen fann mit langen Aermeln... Stück gftöy Riinw. Kinderstrickwesten *1 hür 3- bis 8-|ährjge .... Stück W ™K- Wollwaren p“" Wir verkaufen solange Vorrat Freitag 1. Stock zur Stadtverordnetenwahl 1. Fischer, Martin, Kreisschulrat 2. Haubach, Georg, Schreinermeister 3. Biermann, Frau Emma, geb. Dernburg, Witwe 4. Mayer, Leopold, Kaufmann 5. Höhn, Heinrich, Stadtbauinspektor 6. Hebermehl, Ludwig, Reallehrer 7. Marx, Frau Dr. med. Else, geb. Plank, prakt. Ärztin 8. Heil, Daniel, Rentner 9. Boeck, Friedrich, Geschäftsführer 10. Mittermaier, Or. Wolfgang, Universitätsprofessor 11. Schupp, Georg, Geschäftsführer zur KreistagSVahl 1. Or. Gustav Güngerich, Landgerichtspräsident a.D., (Rieften 2. Georg Kreiling, Bürgermeister, Heuchelheim 3. Eduard Pauly, Landwirt, Langsdorf 4. Johannes Berlin III., Gemeinderechner, Londorf 5. Karl Keller, Oberpostsekretär a.W., Beigeordneter, Grünberg 6. Wilhelm Dietz, Fortbildungsschullehrer, Lich 7. Wilhelm Erle, Lokomotivführer, Klein-Linden 8. Otto Schneider, Landwirt, Hungen 9. Johannes Faber XL, Zugführer i. R., Leihgestern zur ProvinzialtagsWahl 1. Iustizrat vr.h.c. Heinrich Reh, Rechtsanwalt und Notar, Alsfeld 2. Kommerzienrat Heinrich Langsdorf, Friedberg 3. Hermann Hammerschlag, Fabrikant, (Rieften 4. Fabrikdirektor Daniel Schanz, Ober-Schmitten 5. Joseph Ballmert, Postschaffner, Vilbel 6. Heinr.Wilh.Eberhardt, Gem.-Rechner,Altenstadt 7. Albert Schmidt, Lehrer, Lauterbach 8. Karl Keller, Oberpostsekretär a. W., Grünberg 9. Bürgermeister Appel, Ulrichstein 10. Artur Stahl,Rechtsanwaltu.Notar,Bad-Nauheim 11. Eduard Pauly, Landwirt, Langsdorf Die Deutsche Demokratische Partei hat seit dem Zusammenbruch nach nutzen wie nach innen stets eine klare, eindeutige Politik verfolgt, eine Politik, für die sie erhebliche Opfer gebracht hat, die aber durch die Entwicklung der letzten Zeit vollkommen gerechtfertigt ist, und dio nun begonnen hat, ihre Frücht« zu tragen. 1 Die Grundsätze, durch die sich die Partei im Reich in ihrer politischen Arbeit bisher hat leiten lassen, sollen auch bestimmend sein für die Arbeit unserer Vertreter in Gemeinde, Kreis und Provinz. Unsere Kandidaten bürgen dafür, datz auch hier eine Politik angeftrebt wird, die vorwärts und aufwärts führt. 10777- Der Wahlausschuß der Deutschen Demokratischen Partei. Ächtung! Alle vorkommenden WMMM sowie Aeubauien aller Art werden drvnrvt und billig ausgeführt. Gehöre reiner Vereinigung an. 09142 SeiM Wer, IMMMD Walltorstratze 46 Telephon 622. deutsche Demokratische Partei Freitag, den 13. November, abends 8V4 Uhr, Saalbau Sauer, Ecke Neustadt-Oswaldsgarten NMWOWlW Tagesordnung: DieWahlen um 15. November Redner: Kreisschulrat Fischer, Reallehrer Hebermehl, Frau Dr.med. Marx, Stadthauinspektor Höhn» Kaufmann L. Mayer. Jedermann willkommen! Freie Aussprache! (Eintritt frei! io?7Oc Der Vorstand. Wer bis zu 40000 i. verfügbar hat, dem ist Gelegenheit geboten, sich an einem flott in Betrieb befindlichen, mit reicht Aufträgen versehenen Werkbiszu50°/? zu beteiligen,bei welchem mit einer Verzinsung des Anlagekapitals von 30% gerechnet werden kann. Außer vorhandenem Betriebskap ist neues nicht erfordert Sehr. Ang. unt 10769D a. d. Gieß.Anz. M-3ev!M Marktlaude. ftrenoa vormtnaa sinder in der Markr- laubeBerkaussrartv. sctfchen Lendunqen Seefischen falls »Zange, ebenfalls 09144 Flußfische. SiSchsteDoche Dienstag frische Seemuscheln. A. L A. verbev. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vom. Hermes Neue Kurse täglich AnJ nähme ........... TeigWsKine 4 &tr., wegen Matz- manaetS aeg 2-Ztr.- Maschlne au yerrau-! scheu oder zu verk. Dchr Ang. u. 09132 an den Gietz AnA. LICHTSPIELHAUS Heute Uraufführung für Süddeutschland Götz von Berlichingen Schauspiel in 1 Vorspiel und 6 Akten. Nach Goethe und historischen Motiven. Ein lebensprühender Film aus Deutschlands reicher Vergangenheit. Regle: Hubert Moest BESETZUNG: Götz von Berlichingen . .Eugen Klöpfer Elisabeth, seine Frau ........Lucie Höflich Maria, seine Schwester.... Grete Reinwald Adalbert von Weisungen... Paul Hartmann Franz von Sickingen........Theodor Loos Kaiser Maximilian I.. .Leopold von Ledebour Carl, der Thronerbe ...........Olaf Fjord Bruder Martin............Lothar Müthel Bischof von Bamberg.....Friedrich Kühne Adelheid von Walldorf.... Gertrud Weicker Graf Ravenstein ..........Richard Ludwig Gräfin Ravenstein............Erna Morena Kuno von Giech..........Albert Stein rück Fritz Greiner Selbitz Franz,WelslingcnsKnappe. HansBrausewetter Lerse, ein Waffengetihrte Götzv. Berlichingen». Eduard v. Winterstein Georg, ein Knappe.... Kurt von Wolowsld Metzeler, ein Leibeigener des Grafen von Giech.........Fritz Kämpers Ein Bauer ....................Fritz Rasp Des«en Frau..............Maria Forescou Anfang: 4, 6 und 8.15 Uhr. Eintrittspreise: Mk. 1.00 bis Mk. 2.40. Der Film bleibt bis einschließlich Sonntag auf dem Spielplan. 10782c Verkaufe auS der Hand rZWlMmM mit und ohne Kalb ffrischmelkend) gegen Barzahlung. 10738D Junker GerirbtSvollziedcr, Giekeu, Plockstr. 4 In tadelloser An- i'erttgung von Berrengariierohe nach Mak und tm Wenden von An- Ailoett und PaleiotS emofiehil sich 09105 3niius Seltgmm. Lonyslrake 4 II. Änieniobil-Ve;trelime RTEYR studebakeb P«KSTO CITftOEK DÜPOXT A.-G.. Frankfurt a. M.. Kaiserstraßa 64. 10792c Zur Stadtverordnetenwahr! liier m VW»»! Nächsten Sonntag sollt Ihr besümmen, ob in unserm Stadlparlament für die nächsten 4 Jahre die Sozialdemokraten mit den Demokraten in ihrem Schlepptau den entscheidenden Einfluft haben, oder ob im Geiste der Volksgemeinschaft durch die Vertreter der „WM WM" WlWWWM 1. ZMMMMWllch die Geschicke unserer Stadt in der seitherigen ruhigen und sachlichen Weise Weitergesührt werden sollen. Jedem national denkenden Wähler, der die Sozialisierung und Kommunalisierung ablrhnt, ist die Entscheidung sofort klar. Es soll am Sonntag auch entschieden werden, ob einseitigste Interessenpolitik in unserem Gemeindeleben eine verhängnisvolle Rolle spielen soll. Das wäre der Fall, wenn die Vertreter der Wirtschaft!!. Vereinigung ihre Intereffen fördern könnten, oder ob die Interessen aller Stände und Berufe in gleicher Weise berücksichtigt werden sollen. Einem um das Wohl der Gesamtheit besorgten Wähler ist auch hier die Entscheidung sofort klar. Also wählt: „SmWe WM" (WWlitti ii. MtzulirMWMW Wahlvorschlag Nr. 18 beginnend mit dem Namen: Prof. Dr. Krausmüller. Wählt Wahlvorschlaq Nr. 18! Wählt Wohlvorschlag Nr. 16! 10778c Der Wahlausschuft. Büchertisch — Städtebilder und Kulturprobleme aus Italien. Betrachtungen über Erlebtes und Erschautes von Karl Wohlig. (Bergland-Verlag Elberfeld.) Mit 16 Kunstbeilagen. Ganzleinen 4 Ml. — Das Werk Möhligs ist nicht etwa eine einfache Reisebeschreibung. . sondern alles ist mit dem Auge des Well- anschaulers gesehen, ist die seelische Reaktion auf Erlebtes und Erschautes, das Ganze zusammengehalten in einem künstlerischen Rhythmus. 3n großen Zügen, plastisch geschaut und klassisch geformt, läßt der Verfasser die einzelnen Städte Italiens im Glanze ihrer Palazzos, Denkmäler und Kirchen erstehen und stellt die einzelnen Kulturbetrachtungen — denn das ist der rote Faden der Darstellung — in grandioses Weise unter ein scharfes, charakteristisches Schlaglicht. So bringt er unter Verona das Problem germanischer und romanischer Kultur in ihrer Durchdringung; unter Bologna wird der Rehts- staat und das Agrarproblem behandelt: unter Florenz wird ein farbenprächtiges Bild der Renaissance, weiter der Wiege der Menschheit, des subjektiven Ich, dann der Träume deS Quattrocento gezeichnet: unter Rom w'.rd das Problem Kultur gewürdigt, während in dem zweiten Kapitel über Rom („Die Lebendigen und die Toten") besonders das Problem Volk in poetisch feiner und zugleich soziologisch tief schürfender Weise untersucht wird: unter Reapel wird dem Leser das primitive Menschentum vorgestellt und die Frage aufgeworfen, ob dieses eine überwundene Stufe ist: unter Genua taucht der Typ der heutigen Zivilisation und Dekadenz, das moderne kulturlose Genießerleben auf, und letzthin in dem Kapitel über den „feuerspeienden Berg und die tote Stadt" werden denl Verfasser Vesuv und Pompeji zu Urbildern, welche Revolution und Evolution, ferner das Kulturende veranschaulichen. Es muß in der Tat ein Genuß sein, mit einem solchen Führer durch Italien zu reisen, nicht bloß zu sehen, sondern zu verstehen, zu empfinden, was einem entgegentritt. und als Lebensgut in sich aufzunehmen. Die Fülle der einzelnen Probleme, welche das Buch bringt, und die Hellen Gedanken, die: immer wieder aufblihen, machen das Werk zu einer Bereicherung unserer Literatur: es ist das reife Werk eines genialen Gelehrten, eines gelehrten Künstlers. 52f Von allem ist Cafetin das Beste. 1O799D Versuchen Sie selbst t Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 266 Dritter Blatt Donnerstag, (2. November (925 Historische Kommission für Hessen und Waideck. Die diesjährige Hauptversammlung fand am 31. Oktober im Senalösaale der Universität statt. Von auswärtigen Vorstandsmitgliedern, Strstern, Patronen und Mitgliedern waren erschienen die Herren Geheimrat Prof. Dr. Bchaghel (Sie- ßen), St - i nrat Pros. Dr. Blecher (Friedbergs, Prälat I >. Dr. Diehl «Darmstadt-. Archivdirektor Dr. Dieterich iDarmstadt). Bibliotheksdirettor Prof Dr Eb:l (Gießen), Bibliothelsdireltor a. D. Geheimrat Prof. Dr. Haupt (Gießen), Heusohn, Vorsitzender des Hanauer Geschichtsvcreins «Hanau), Bibliothetsrat Dr. Israel (Kassel). Stu- dicnrat a. D. Prof. Leih (Eorbach), Universitäts- Professor Dr. Rauch (Gießenß Hosmarschall a. D. Gunlhram Frhr. Schenk zu Schweinsberg (Fron- Hausen). Graf zu Solme^ Rödelheim (Reinhards), Bibliotheksdirettor Prof. Dr. Steinhausen (Vertreter der Stadt Kassel) und Zolldirektor a. D. Woringer (Kassel). Der Vorsitzende Staatsarchiv- direklor Geheimer Archivrat Prof. Dr. Kück trug den Jahresbericht vor, dem folgende Einzelheiten entnommen seien. Die Kommission hat durch Tod verloren die Herren Geh. Kommerzienrat Dr. Henschel (Kassel), Oberst a.D. v.Geyso (Marburgs '.''niverpjlätSprofessor Geheimrat Dr. Rachfahl (Freiburgi, ^ln.versitätsprofessor Dr. Digener (Gießen). Generalleutnant a. D. Deß (Marburg) und Superintendenten D. Wissemann (Hofgeismar). Als neue Mitglieder wurden gewählt die Herren LlniversitätZprosessor Dr. Aubin (Gieren), Archivasscssor Dr. Elemm (Darmstadt). Pr.vat- do-ent Dr. Eckhardt «Göttingen). Llniversttats- prosessor D,. F> blich (Gießen), Oberbibliothekar a. D. Professor Dr. Fabrlcius (Marburg). Landgerichtsrat a. D. Geh. Iustizrat Heer (Marburg) und Archivdirektor a. D. Geh. Archivrat Wagner (Wiesbaden). AuS dein Kassenbericht des Schatzmeisters ergab sich, daß die Mehrzahl der Patrone ihren Jahresbeitrag von r.iindestens 50 Mk. für das Jahr 1924 noch nicht bezahlt, viele einen weit geringeren Beitrag geleistet haben, so daß die Einnahmen sehr gering waren. Selbst körperschaftliche Mitglieder, w:e Kreisstädte, haben nur kleine Beträge zur Verfügung gestellt, andere sind über den Mindestsatz in anerkennenswerter Weise hinausgegangen. Bei diesen spärlichen und ungewissen Einnahmen kann die Kommission ihren Verpflichtungen, wichtige, druckfertig vorliegende Veröffentlichungen herauszu» gcbrn, nicht nachkommen. Es müssen daher die Patrone on ihre übernommene Pflicht nachdrücklich erinnert werden. Die Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft hat auch weiterhin zwei große wissenschaftliche Unternehmungen der Kommission unterstützt. Reimers Historisches Orts- letilon für Kurhessen ist nunmehr mit 34 Bogen vollständig gedruckt. Einige Rachträge und Berichtigungen sind nod) anzufügen, so daß das Werk denrnächst abgeschlossen ist und in Buchform ausgegeben werden kann. Gundlachs ..Eatalogus professorum Marpurgensium". das Verzeichnis sämtlicher Marburger Hochschullehrer mit lebens- geschichtlichen Angaben von 1527 bis 1910, ist bis zum Bogen 18 gedruckt. Die Drucklegung des ersten Bandes der „Quellen zur hessischen Reformationsgeschichte". deren Einleitungsband seit 1915 vorliegt (W. Sohin, Territoriüm und Reformation in der hessischen Geschichte 1526 bis 1555) wird Herr Archivhilfsarbeiter Dr. Herzog vorbereiten, und die von Reimer bearbeiteten Regesten der Urkunden des Klosters Haina in dec Abteilung „Klosterarchive" sollen von Herrn Staatsarchivrat Dr. Gutbier druckfertig gemacht werden, vorausgesetzt, daß die für den Druck erforderlichen OTtfet aufgebracht werden können. Lieber die im Rahmen der „Quellen zur Rechtsund Verfassung, g Schichte der hessischen Städte" geplante Veröffentlichung der Rechtsquellen der Werrastädte Witzenhausen, Allendors, Eschwege und Sontra berichtete Herr Privatdozent Dr. Eckhardt aus Göttingen. Die Arbeit ist für die beiden ernstgenannten Städte bereits in Angriff genommen. Wie zahlreiche ausgelegte Karten beweisen, ist das Geschichtliche Kartenwerk unter. Leitung von Herrn Prof. Dr. Stengel im vergangenen Jahre erheblich weiter gefördert worden. Dor dein Druck steben Arbeiten über die Grafschaft Wittgenstein (Dr. G. Wrede) und die Verwaltung der turmainzischen Aemter in Hessen und auf dem Eisfeld (Dr. H. Falk): abgeschlossen oder nahezu fertig sind Untersuchungen über Ziegenhain (F. Brauer), Hersfeld (E. Ziegler), Frankenburg (E. Anhalt) und die solmsischen Territorien (Dr. Uhlhorn), in Arbeit find einige niederhessische Aemter, Ridda und Fulda. Rä° heres und weitere Pläne enthält der Bericht Stengels „Dom geschichtlichen Atlas für Hessen und Rassau" im „Hessenland", 37. Jg. (Kassel 1925), Heft 9. Lieber die Abgrenzung der einzelnen Arbeitsgebiete haben die beteiligten Kommissionen von Kurhessen und Hessen-Darmstadt ein Abkommen getroffen. Im Anschluß an die Hauptversammlung fand im Gasthof „Zum Ritter" ein gemeinsames Essen statt, an dem sich über zwanzig hiesige uni> auswärtige Mitglieder beteiligten. Wirtschaft. • Herabsetzung des Diskontsatzes für preußische S ch a tz a n w e i s u n g e n. Wie der „Amtliche Preußische Pressedienst" mitteilt, hat sich das preußische Finanzministerium infolge der seit einiger Zeit stetig zunehmenden Geldflüssigkeit entschlossen, den Sah für die weiterhin durch die Preußische Staatsbank (See- Handlung) zur Ausgabe gelangenden preußischen Äeichsmarkfchatzanweisungen um Proz. zu ermäßigen. Die Abgabe erfolgt daher bis auf weiteres an Banken und Bankiers zu 71 < mit der Maßgabe, daß eine Weitergabe an Danken, und Bankiers zu 7'/^ Proz., an Privatkundschaft zu 7 Proz. zu erfolgen hat. Bezüglich der Möglichkeit der Rediskontierung oder Lombardierung verbleibt es bei den bisherigen Sähen. " Die Wirtschaftskrise im Saargebiet. Die schwere Wirtschaftskrise im Saargebiet wird durch die Frankenentwertung von Tag zu Tag bedrohlicher. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, stehen große Arbntskämpfe im ganzen Saargebiet bevor. Die Gewerkschasts- gruppen haben den Arbeitgebern neue Lohnforderungen unterbreitet. Der Arbeitgeberverband der Saarindustrie hat dis Lohnforderungen der Gewertschastsor^anisationen wegen der schlechten Wirtschaftslage abgclehnt. Im Holz- und Baugewerbe will der Arbeitgeberverband zur Aussperrung der gesamten Holz- und Bauarbeiter schreiten. In drei Saarbrücker Großbetrieben haben die Arbeiter bereits ihre Kündigung erhalten. Dörsenkurfe. 6.75 117,9* | 117.6* 4r> r. Berliner Börse. Börse begann, Berlin, 11. Rov. Die heutige 56 45 35,2 67,62* 118* 62 117* 131.7' 94 25 103,6* 106' 101,5* 44 75 73 118,7* ‘8.4 117,7* 118.5* HO 2* 94.25* 103 5* 104.5* 66 101.4* 73 84.5* « 8 0.035 67.5* . 73.5’ 54,5 45 37 67 ,*4* W 109 5 11' '6 44“ 66.75* 55.5* 66 5 45 67,75* 73,5* Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 107,5 hu 36 44.5* 67,25* 55* 65.5 45 67,25* 74,13’ 118.4* 58 ! 112.7* I 45,25 1118,7* ä I '18* 117,9* 6,9 >.03 69 25* 35.5 33.25* >8* '5.75* 103,7* 105,62 • 10,5 37 25 41* 67.2>* 55.75* 66 67,5’ 73.75' 130,5* 94* 10-1.7* 1'5* 6i 101,5* 73.25 9 * 6,90 o.o:r Banknoten. 36.75 34.5* 67.75* 74.75* IN* 108 116 34.1.3 44,5* ' ->6 5* i 55* 60.5 Berliner Handclsgesellichast. •Lommerz. und Privat-Bank Tarnst. und Nanonalbant • Deui'che Bank......... Demlche veretnSbauk .... DiSconlo Lommandit . . . Metall bank.......... Mitteldeutsche «Kreditbank. . Oellerrcichische Creditanstalt Weltbank ......... Lochumer Sutz ...... BuderuS ........ Caro ......... Deulsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau Kaliwerke AscherSleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahüttc ........ Oberbcdarf Phönir Bergbau sllbein'wbl .......... Nie deck Montan ....... TelluS Bergbau. ...... Hanlburg.Aulerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Theramischc Werke 2Hbtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp HoUmann...... Änglo-Lom .Guano . . . •. Badische Anilin...... . Cbenmche Mayer Alavin . . Goldschmidt . ..... Gricsi ebner Electron .... Höchster Farbwerke .vol;verkohlung ....... NütgerSwerke .. Scheideanttalr «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Maiirkraftwerke..... . Schultert Siemens ur» Staufen. Üben)- bde RUl» StiufeN mittag b?d« Tftttrm: 10 11. 11 11 10. tt. 11 1t. V/, Ttutfdje Rcichsanleil'e 0.215 0 2125 0,205 U 21 4*/0 TeiNlche 9kid)5anlei6e . — — — J,ij75 3'77, Deutsche Ncichcanleihe 0 235 0 225 0,2:15 O.Z3j 3% Deutsche Neichsanletde 0 32 0.3.3 0.315 0.310 Deutsche Svarpramienanleide 0.1.39 0 13 0,112.5 0.12 4°',, Preussische KoosolL • • ■ 0.24 U.23 L,a75 0.215 Deutsche Werlb- Dollar-Anl. 90.25 90.25 91°. 5 91?75 dto- Doll.-Schatz-Anweilna-*, 97,1 97,1 97,4 97.35 Ljollturteu........ 7 6 7 6 7.4 7,6 5°/e Goldmerikaner ... • <1.5 42 »•» 57.5* 75,5 68* 76,25 58* E8* 91.75* 91 25* 91.75* 91* 70* 70,5* 70* 70.5* 66,5 8 — — 63 5* 63.4' 64 25* 64.1.3* bO 5* — bl,5* 80' 28.25 28 27.75 28 2'. 24,75 25,25 24.25 20 20 — — — 26 23 — — 27.5 — 24 24 — — — 90 5 89.5 55 55 55 54 21.6 22.5 28 2.62 z.6i 1.5 1.' 79,5 ,9,5 78 75 79.25 50,5 61 50.5 50 5 44.62 44,75 44 44 10 Novbr. 11. Nov:r. Amtliche Noti runa Amtliche Notierung Meld Brief (Selb Bnei Ämst.-Bon 168.83 169,25 168.79 169,21 Buen.-Aires 1.741 1,745 19.06 1,742 19 01 1,746 Brss.-Antw 19.02 19,05 Cdristiania. 84 89 85.11 84,04 84.26 Äoptnbaflen 104,07 101,33 103,22 103.48 Stockholm . >12,18 112.46 112,17 112,45 HeUinysors 10.562 10.59 10,5. 10,60 Ätalien. . London. . 16 63 16.602 16.7:1 >6.7. 20.33 50,38 10.33 10,38 WeuDorl . . 4.195 4.215 4,195 4.20 Paris. . . 16.74 16,78 16, 1 <6,75 Schwei; . - •<0.83 Kl .03 80 86 81.06 Spanien. 59,83 59,97 59. 3 59.97 Japan . . . 1,763 1.767 1,760 1,764 1.634 •Rio de Jan 1.634 0.636 0.631 Wien in D-- CtfL abgest 59,12 .59,26 •59.12 69,26 Prag .... 12.42 12.4 12.415 18,453 Bclzrad . . 7.43 7.4-'. 7.43 7.45 Budapest. . 5,8 5 6,895 6.875 5,895 Bulgarien 3.035 3,015 3,035 3,04. Lissabon 21.225 .0,275 21 225 2l,27o Dan;tg. . 80,65 60.85 80 64 80.81 Konst mtin. 4,38 2,39 2,1.5 2.385 Atbcn . 5 69 5 71 5 79 5 81 Kanada. . . 4.197 1,207 4,197 4,207 Uruguah . . 4,325 4,33ö 4,315 4.325 Berlin, 11 Novbr Held Briet Amerikanische Noleu ..... M91 4.211 Belgische Noten ....... 18,0b 19,06 Dänische Nölen ....... 103.01 103,5.1 Englische Noten. ....... 20,287 20.387 st?ran;önsche Noten ...... 16,68 16 76 Holländische Noten...... 168,44 109/.-8 $>taltenifdie Noten...... 16,71 1..79 Norwegische Noten...... 83/4 84 36 Deutsch^esterr-, ä 100 Kronen 58,96 59.26 Rumänische Noten...... — —- Schwedische Noten...... 111,99 112,55 Schweizer Noten....... 80.64 81.04 Spanische Noten....... 59.63 59.93 Tschechoslowakische Noten . - 12.577 12.437 Ungarische Noten..... 5.84 5.88 §chach-Eckre. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaition des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 36. Don P. Lea Haudworth. I. Preis „Brighton Guardian" 1883. 8 6 5 7 4 3 2 Weih. g 8 6 ? 5 4 3 2 Schwarz, d e Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 5 Steine. Kc6, Dg2, Td4, Tf8, Lai. Schwarz: 4 Steine. Ke5, Bc3, Be4 Bf5. Ein sehr feiner Zweizüger. Partie Nr. Ä7. Die beiden Führer der nachfolgenden lehrreichen Partie, welche beim 1. Kongreß des Allrussischen Schachbundes zu Petersburg am 18. Juli 1923 gespielt wurde, sind russische Teilnehmer des jetzt beginnenden großen Moskauer Schachturniers. Zweifpringerspiel im Nachznge. Weiß: Rabinowitsch. Schwarz: L ö w e n f i sch. 1. e2-e4 1. e7-e5 2. Sg!-f3 2. Sb8-c6 3. Lrl—c4 3. 8x8-16 4. Sf3-g5 Diese alle Fortsetzung führt zu einem verwickelten Spiele. Sie wurde in neuerer Zeit an der Turnierpraxis von Dr. Tartakower angewandt. 4 4. d7-d5. 5. e4xd5 5. Sc6-a5 6. Lc4 - b5+ An dieser Stelle ist die von Morphy gebrauchte Fortsetzung 6. d2—d2 besser, da es hiernach nicht so leicht für Schwarz ist, den Angriff durchzuführen. 6 6. c7-c6 7. d5xc6 7. b7xc6 8. Lb5-e2 8. h7-h6 9. Sg5-f3 9. e5-e4 10. Sf3-e5 10. Lf8-d6 Alles nach bekannten Mustern. 11. d2-d4 11. Dd8-c7 12. Lcl-d2 Dieser Zug wurde von Tschigorin oft angewandt. In der Partie desselben Turniers Lebedjew—Löwensisch war die Fortsetzung 12. f4. et! 13. Sxf3, 0-0 14. 0-0, c5 15. Le3, Ld7 16. d5, Tb8 und Schwarz stedt besser. Schlecht für Schwarz wäre die Fortsetzung. 12 12. Sa5-b7! 12 , LXe5 13. de, Dxe5 14. Lc3, Dg5 15. Dd6, Dxg2 16. Thl-fl 13. Ld2 - c3 13. Sf6-d5 14. Ddl—d2. Um Dauernverlust zu vermeiden« 14 14. 0-0 15. Sbl-a3 15. f7-f6 16. Se5-c4 Schlecht wäre Sg6 wegen Te8 mit der Drohung Kh7 nebst g5! 16 16. Ld6xh2! Hiermit erobert Schwarz endlich seinen geopferten Bauern mit überlegenem Spiele zurück und zwingt Weiß entweder nach 17. 0-0 -0 L14, 18. Se3, Lxe3 (oder Sxe3. fe, Lg5, Lc4+, Kf8, D12, Sd6, Le2, Sf5 usw.) 19. fe, Dß3. 20. Sc4, Leb mit üblerer Position zufrieden zu geben, oder das Figurenopfer anzunehmen. Aach- oem Weitz sich zum letzteren entschließt, verliert er die Partie forciert. 17. g2-g3 17. Lh2xg3 18 \2xrf 18. e4-e3! Sehr richtig gespielt! Auf sofort Dxg3 +, Kdl e3, folgt Del. 19. Dd2-d3 19. Dc7xg3+ 20. Kel-dl 20. Sd5-f4! Das ist Pointe: hierauf wäre das Bauernschlage« falsch, wegen 21. Dxe3, Sxe2 22. Kxe2, Dg2-b 23. Df2, Lg4+ 24. Ke3, Ta 825. Se5, Dd5 und gewinnt. 21. Dd3-e4 21. Lc8-g4! 22. Shl-el 22. L^4xe2-s- Weih gab die unhaltbare Partie auf. Lösung des Problems Rr. 35. Don D. Hülsen in Beelitz. 1. Df7 - f8, Kd5 2. e4 + usw. 1 , Kb5, b6 2. Dc5 4- usw. Aus der Schachwelt. Schachweltmeister Capablanca, welcher sich auf der Durchreise von Cuba nach Moskau (zwecks Teilnahme am dortigen Turnier) befindet, gab in Berlin im Cafö Zilka eine Simultan- Dorstellung gegen 30 Gegner. Rach sehr langer Spieldauer muhten 1 '3 der Parteien abgeschäht werden. Das Resultat war, da Capablanca scheinbar sehr übermüdet, kein hervorragendes. Er gewann 19 Parteien, verlor 1 Partie und machte 10 Partien unentschieden. Unter den Zuschauern befanden sich die Meister Dr. Emanuel Lasker, Reti und Sämisch. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom RedaktionStisch. Aeulüner. Die Zeitschrift des Deuffchen Sprachvereins bringt Dorschläge, die zum mindesten originell sind. Es handelt sich natürlich wieder einmal um die Verdeutschung längst in die deutsche Sprache eingegangener Fremdwörter. Rach anderen Uebersetzungsversuchen: Automobil gleich Zitter- oder Bebewagen, wird folgende Gleichung ausgestellt: Der Theaterdirektor = Schaubold. Der Regisseur — Spielbold. Wir möchten noch Vorschlägen: Krittler — Diebold! (Aus „Die Premiöre".) Gipfel beS Fortschritts. Mein Weg führt mich täglich an der Wohnung eines Arztes vorüber. An der Haustür prangt ein Schild mit der Aufschrift: „Höhensonne im Erdgeschoß." bekannten Ursache lebhaft und zu steigenden Kursen umgeietzt wurden. Schiffahrtswerte umsatzlos. Deutsche Anleihen wenig beachtet. Die Abend- börse schloß in schwächerer Haltung. Deutsche Anleihen: 5prozenttge Reichsanleihe 0,2121/2. Ausländische Renten: Ungarische Goldrente 13,275, 4.5prozentige Ungarn von 1924 11,75, 4prozenttge Ungarische Staatsrente von 1910 10,50. 4prozenttge Türken (Bagdad II) 6,62. Bankaktien: Commerzbank 93,75. Darmstädter Bank 103,50 (Medio), Deutsche Bank 104,25, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 89,50, Reichöbank 133,50, Qesterreichische Crcdit- aftien 6,80. Chemische Aktien: Badische Anilin 117,75, Elberfelder Farben 118 (Medio), Höchster Farben 117,25. Industrieaktien: AEG. 91, Elektrisch Licht und Kraft 90 (Medio), Fuchs Waggon 0,21, Löwenbräu München 158, Rombacher Hütte 22, Waßtz & Frehtag 65,75. Ausfall der Abendbörse am Freitag. Frankfurt a. M., 11. Rov. Am Freitag, den 13. Rovember, fällt mit Rücksicht auf die Anwesenheit des Herrn Reichsptäsidenten von Hindenburg die Abendbörse aus. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.» 11. Rov. Cs wurden, notiert: Weizen (Wetterauer) 23 Brf., Roggen (inländischer) 17,25, Sommergerste (für Brauzwecke) 21,50 bis 23,50, Hafer (inländischer) 18,50 bis 21, Mais (gelb) 18,50 bis 18,75, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 38 bis 38,50, Roggenmehl 24,50 bis 24,75, Weizenkleie 9,75 bis 10, Roggenkleie 10 bis 10,25. Tendenz: Geschäftslos. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Rov. Der Produktenmarkt war für Weizen fester, für Roggen behaupteL Die Ausfuhrmenge für Weizen ist jetzt wieder grötzer geworden, auch für Roggen besteht jetzt Exportbedarf, ebenso für -Ha,er in guter Ware. Gerste still, Mehl und Futterartikel weiter ruhig. Es notierten pro Tonne: Weizen (märkischer) 221 bis 224, Weizen (Dezember) 236,50 bis 237, Weizen (März) 239 bis 240, Weizen (Mai) 244, Roggen (märkischer) 135 bis 138, Roggen (Dezember) 155, Roggen (März) 167,50 bis 166,50, Roggen (Mai) 171,50 bis 171, Gerste (märkische) 184 bis 208, Futtergerste 148 bis 160, Hafer (märkischer) 160 bis 169, Hafer (Dezember) 173,50 bis 174, Hafer (März) 179 bis 179,50; pro Doppelzentner: Weizenmehl 27 bis 31,25, Roggenmehl 20 bis 22,25, Weizenkleie 11,20 bis 11,30, Roggenkleie 9 bis 9,20, Biktoriaerbsen 23 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futter- erbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Acker«» bohnen 19 bis 22, Wicken 20 bis 25, Lupinen (blau) 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14, Leinkuchen 21 bis 21,20, Trockenschnitzel 7,60 bis 7.80. / Wie früher! Gute Schuhe! dleder- 95 Fenster! UND Tanzschuhe von an 10 Bahnhofstraße ß8 Große Auswahl! Größe 39-42, 3.95. itten um Besichtigung sohle.! RatAw 36-42. 5.95, 4.95. echt Rindleder, vorzüglicher Strapazierstiefel Gr 31-35. 4.95, 27-30 Herren m. grau Nur>- insatz, moderne Form. r. 36-39 ... .1150. K«melhaarstofi •ümssklaB' RChalia in. Filz-u. Leder ■men-Lack-Syang. Scbuho verschiedene elegante Ausführungen und Absätze, 16.90, 13.60, 12.60, stiefel,kräftige Qualität, Größe 36—42 ------ Bekanntmachung. Da sich auf das Ausschreiben vom 29. Oktober 1925 niemand gemeldet hat, wird der hier zugelaufeneHund amMonlag, den 16. November, vormittags 10 Uhr öffentlich meistbietend verkauft. Der Eigentümer wird aufgefordert, bis zum 16. November, vormittags 9 Uhr, sein Eigentumsrecht bet dem Unterzeichneten geltend zu machen. 107860 Krofdorf, den 10. November 1925. Die Polizeiverwaltung Der Bürgermeister: Brockmeier. MAAll UMWALL Ausstattung ftllreln u.vrelswett Ole Brühl W llnlo.-Druderel S. Lauge. Giegev. Stiinfftt. r. Generalvertretung und Kommissionsiager: 9622A Ph. Herrmann, Gießen Telephon 1165, Bureau u. Lager Seltersweg 12 H. Aus eigener maschineller W- M SMkk-MM empfehle stets fusch: Junge Ganse „ Enten „ Hahnen „ Tauben Fette Suppenhühner Frisch geschossene Hasen und Reh im Anschnitt Ferner: Frische gander „ Blaufelchen „ Seeforellen „ Schleien „ Rotzungen Carl Schwaab Feinkosthaus und Weinstuben 10773a Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie in der Nodheimer Straße Gießen vom Oswalds- garten bis Nodheimer Straße 2 liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. 10787 D Gießen, den 12. November 1925. Telegraphenbauamt. Bekanntmachung. Betrifft: Die Neuwahl der Stadtverord- neton-Dersammlung. Die Feststellung des Wahlergebnisses findet in öffentlicher Sitzung der Stadt- wahldoiymission am Dienstag, dem 17. November d. I., nachmittags 5 Uhr, im Stadthaus Bergstraße 20 - Zimmer Nr. 6 - statt. Gießen, den 12. November 1925. Der Oberbürgermeister (Stadtwahlkommissar). 3. 93.: Dr Seid. 107948 Bekanntmachung. Abfallholzverfteigernng. Montag, den 16. November 1925, wird das Abfallholz von den städtischen Bäumen öffentlich meistbietend versteigert und zwar: a) vormittags 9 Uhr zirka 64 Hausen Abfallholz (Reisig und Knüppel) von den Bäumen rechts der Lahn gegenüber dem Felsen am alten Wihmarer Weg. b) nachmittags 2 Uhr zirka 15 Haufen Abfallholz (Reisig und Knüppel) von den Bämen auf der Insel hinter dem Elektrizitätswerk. 107888 Gießen, den 7. November 1925. Der Oberbürgermeister. I. B-: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Eine infolge Umbaus für unseren Betrieb entbehrliche, daher gut erhaltene । Großviehwage «geeignet für Landwirte usw.), Tragkraft , 1500 kg, und ein Wassersaugkondensator (geeignet für Gärtner usw.) sollen am SamStag. dem 21. Dov. 1925, vormittags 11 Uhr, meistbietend vergeben werden. Angebote find bis zum genannten ' Termin bei uns einzureichen. Besichtigung kann werktäglich in der Zeit von 8-12 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags erfolgen. Gießen, den 11. November 1925. Die Schlachthofdirektion. 107670 Freitag, den 18. Novbr. 1925, nachmittags 2 Uhr, versteifter« ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwanftöweise qenen Barzahlung: 1 Büfett, 1 Furnierpresse, Voraussichtlich bestimmt: 1 Schreibmaschine. Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher tue»D tn Gießen, Dammstraße 24 IL Marktverlegung. Der auf den 18. November 1925 zu Allendorf a. d. Lda. an gesetzte Vieh- und Krämermarkt wird auf Mittwoch,den 2. Dezemberl925, verlegt. Vieh aus Beobachtungs- und Sperrgebieten, was durch Ursprungszeugnisse nachzuweisen ist, darf nicht aufgelrieben werden. Auftrieb von vormittags 9*/3 bis lu , Uhr. Allrndorf |a. d. Lda., den 9. Nov. 1925. ________A e i n, Bürgermeister. 107680 Staats Ooerförsteret Krofdorf. Suchen=Stammholz- Vorverkauf im Wege des schriftlichen Angebotes aus dem Einschlag 1926. Geschätzter Anfall: 300 Fstm.» meist Klaffe 3, etwa 10"/, Klaffe 4 und stärker; geringe Mengen Klaffe 2 mit Schwellen- Holzstärke; und zwar: Los 1: Distr. 17 u. 18 zus. 100 Fstm. (Hegemstr. Echternacht, Krofdori); Los 2: Distr. 32 50 Fstm., Distr. 39 30 Fstm., Distr. 41 60 Fstm., Distr. 52 60 Fstm., zus. 200 Fstm. (Hegemstr. Praß, Waidhaus, öffentl. Fernsprechstelle Amt Gießen). Sammelgebot zulässig. Etwa 10°/o des Holzes hat roten Kern in der Zulässigkeitsgrenze für Schwellenholz. Güteklasse N; ortsübliche Aus- Haltung (20-22 cm Zopf). Fällung nicht vor Anfang Dezember Nächster Derlade- Bahnhof Abendstern, 8-12 km (davon 4-9 km Ehauffee). Genaue Auskunft durch vorgenannte BetrievSbeamte Gebote je Fstm. und 3 Stärkeklaffen (2, 3, höhere) in Zahlen und Buchstaben (die Pfennige durch 10 teilbar), mit der Erklärung des Bieters, daß er die Der- kaufSbedingungen (allgemeine nach Vordruck D und besondere) vorbehaltlos anerkennt, find, mit rechtsverbindlicher Unterschrift versehen, in postmähig verschlossenem Umschlag mit der Aufschrift:.Buchen» Stammholz-Berkauf Krofdorf 30. 11. 25“ an die Oberförsterei Krofdorf, KreiS Wetzlar, bis 1O78OD Montag, den 30. Dov., 10 Uhr vorm., einzureichen. Eröffnung anschließend im Geschäftszimmer der Obersörsterei. GOETHE-BUND Sonntag, den 15. nnd Montag, den 16. November, abend« 8' 4 Uhr, im Kautm. Vereinshaus (Hordaa age) sUMWlMMliSMSU in ihren künstlerischen ßühnentänzen Am Klavier: Lisa Neuling iomO Eintrittskarten zu Mk. 2.— für Nic' tmitglieder. für Mitglieder Mk. 1.— in der Musikalienhandlung Challier. Ein Stammhalter angekommen C. Wagner und Frau Luise geb. Unzicker Gietzen, den 9. November 1925 z. I. Evangelisches Schwesternhaus ............ -U WM«' Walltorstratze 5 Morgen Freitag Wk!!M mit Konzert! SMilll'MMM: AügllMekdlöll, NSMffl. Zg. Hühner, beste Lege- raffe.zerleft- bare Ställe Itef.bUL Geüügelholl Derqeutheim F. 30. Katalog frei 1549id Futtermittel i Saal - Hienmnö, MäuSburg 17. Tel.240aud,nackts F Photo Haus^ Winterten Kreuzplatz 9 das Fachgeschäft für den gesamten Photo-Projek- l tions- und Kino- . 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Farben 2.40 Damenstrümpfe „Promenade“, Seidenflor, 6fach verstärkt 3.20 Kinderstrümpfe, reine Wolle, schwarz und braun, 1.40, 3.20 Herrensocken, reine Wolle 2.00, 2.85, 3.20 Herrensocken, echt Mako, moderne Farben und Streifen 1.10,1.40,1.70 gute Qualitäten "WU Großes Lager in Strick westen, Sweaters und Sweater-Anzügen alle Preislagen, schöne moderne Faxens und Farben — nur erstklassige Fabrikate Frdr.Teipel ■ Gießen ■ Markt 16 Zweiggeschäftei Bahnhofstraße 45, HillebrandstraBe 2 io?m* Die g r Inlvicll und das 3 gemacht, u leitung ges ständigung eine Uare die bie c zwei feind Drande hamma äff» stein in I sicht, Vie » ^lottenvers kreuzt ll Dokumente, Material Kstungsal daß ein f' mng trag das Ziel f Da ist scheu M jüngst erst kampf zur Leitauffah „Darum gung m Und er g neue, höchl amtliches 1 fugung gest aus seinen 'Kaummangi Wh finde, Danm Trohadmir zustande? redung i)e* im Schloss Engländer muft ftop l Heu bauen) ist ö mit Englani Erfüllung d loto es toot schwere Sc, trat schon j litische Leist den Belang! des Starken orge, der tu 1908 von d< Verhältnis chen. 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