Montag, 12. Oktober 1925 115. Jahrgang Ir. 239 Erstes Blatt nicht gekannt und die man habe erforschen wollen. Sm Anschluß an die Bootsahri sand innerhalb der deutschen Delegation eine interne Bes prechung statt, bevor der Bierabend begann, den der Kanzler und der Außenminister den Journalisten gab. Der Kanz- l er wiederholte auf d e Frage unseres Vertreters nach feinem Eindruck die orakelhafte Antwort von dem „Fortschritt der Besprechungen auf der Ebene". Sicher scheint, daß sich die Situation weiter versteift hat. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne icdeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70nm Breite 35 (bolbpfennig, Platzvorschrist 20" , Aufschlag - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friebr. Will) Lange; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein; für beit Anzeigenteil HansBeck, sämtlich in Gießen. Schon vor her Konferenz hat man die Lo- fcig der zur Tagesordnung stehenden Fragen Q» Quadratur des Zirkels genannt und t ker Tat zeigt denn auch der ganze bisherige Erlauf der Konferenz, wie ungeheuer schwer eS Hf, einen Ausweg zu finden, ben man Lösung timten könnte. Das gilt auch am Montay- ncrgcn trotz bes heftigen Optimismus, der in Hiiem Teil be? deutschen Presse zum Ausdruck Qcnmt. Man kann sich vorstellen, wie grotesk Qil* Schilderungen in ben deutschen Zeitungen 6>r8en, wenn man hört, daß man in Locarno ittitz? ein neues Bonmot »Tausend Worte -Ootsch" prägt. Es ist darauf hinzuweisen, bah Bd den verschiedenen rheinischen Fragen rzich keineswegs eine Bereinigung et- ;ffcgM ist. Dazu kommen bie beiden Fragen, die T' Achse bet Konferenz bilden, öie Frage '^französischen Garantie im Osten •$ii) die des Artikels 16. Beide sind gar Tdjl voneinander zu trennen. Die in Aussicht genommene Lösuna her (Saran» idriige in der Form, daß Frankreich und Polen m.fge r f) a l b des Vertrags eine Erklärung unter» Reiben, die die Satzungen des Völkerbundes als f chchchnur hinstellt, bedarf jedoch einer äußerst vor» W gen juristischen Formulierung. Sie muß unter rt.it Umständen die Möglichkeit ausschließen, daß Me Erklärung sich wie ein eiserner Vorhang vor Bi Westpakt schiebt oder ihn gar gewissermaßen «uk^bt, denn nach der Völkerbundssatzung könnte th solche Erklärung von Frankreich und Polen, Bi< ü schon einmal gesehen, wie der Herbst die Gipfel der Kastanien, der Buchen, des wilden ILeins vergoldet? Ganz oben, in der Spitze fängt er an, lauft von 2lst zu Ast, bestreut die Blätter des finnischen Tiefs bringe ib her südlich vor Das stü druclgebiet liegt heule bette ib und wird durch das noi - Leiter abgedrängt tonte Herbst und Wandern. »Die Welt wird schöner mit jedem Lag. Man wttß nicht, was noch werden mag, Das Färben will nicht enden!" So möchte man in leiser Abänderung •• Don der Landesuniversität. Am heutinen Tage begeht Geheimrat Prof. Dr. W. Bostroem, Direktor des Pathologischen Instituts der Universität. seinen 7 5. Geburt s t a g Der im engeren und weiteren Baterlande und darüber hinaus sehr bekannte utib hochgeschätzte Gelehrte studierte von 1870 ab in Erlangen und Leipzig Medizin, promo« vierte in Erlangen im Jahre 1876, war dann Assistent am Pathologischen Institut in Erlangen, später in Freiburg i. Dr., habilitierte sich hier im Iahre 1881, wurde 1883 außerordentlicher Professor daselbst und erhielt im gleichen Jahre einen ehrenvollen Auf an unsere Landesuniversi- 14L Zweiundvierzig Jahre hat Geheimrat Ävstroem der Landesuniversität wertvolle Dienste geleistet, war mehrere Male Dekan und im llahre 1688/89 und 1906/07 Aektor. Aus An- lrh seines 70. Geburtstage» wurde ihm eine stattliche Festschrift von Kollegen und Schülern überreicht. Dichterwortes jubelnd auSrufen beim Anblick Farbenpracht des HerbsteS in den tausenderlei Wstufungen vom sattesten Aot bis zum hellsten -s-hmunzettande ferversammlung, die sich mit der Aufstellung d*r Kandidaten zur Stadtverordnetenversammlung beschäftigen wird. Aichtmitglieder haben feinen Zutritt. (Siehe Anzeige.) —- Ein Gemeindeabend der Wat- ilhäusgemeinde findet morgen, Dienstag, aLend im MatthäuSsaal statt. Pfarrer Mahr spricht über „Amos, eine Einführung in die israelitische Prophetie". (Siehe Anzeige in der Samstag-Ausgabe.) — Evangelischer Bund. Man schreibt ums: Morgen abend wird in der Stadtkirche der «Ameralsekretär für Süddeutschland, Pfarrer .^aupt-Gießen, einen Bortrag halten über das Lhema: „Evangelische, seid auf der Wacht!" Er wb aktuelle Fragen behandeln, die für die Evangelischen von großer Bedeutung sind und i’crum allgemeines Interesse beanspruchen können. MWlhauptM hen, den 12. Oktober 1925. „MulterundKind' einer großen Anzahl gelobe« i mürbe am oamstagabenb a uia ber Universität Ilung,.Mutter undKin! elluna ist dazu bestimmt, m » mgskreise Aufklärung über ol ffentlichen @tfunbbei*e? ij Mutterfchaft, Sauglmgspsl» ben Männern merto» Erss- ÄS/E SÄC* B'”r Pslkifk ij ^rag, «en •*? :,,bifahen«t NN Mch »ÄS Sidii,,, * ÄwC** fa n?<1b6' SZM ÄlKV 'c^nhenwntYn6! ]( Gastspiele des Gießener Stadttheaters in Marburg. Die Stadt Gießen hat sich bereit erklärt, mit dem Gießener Stadttheater in diesem Winter in Marburg 12 Darstellungen, beginnend am 29. Oft-, zu geben. An der würdigen Ausstattung der Bühne im Marburger Stadtsaal fehlt noch eine moderne Beleuchtung Die dortigen Stadtverordneten bewilligten hierfür 7000 Mark. ** Zur Erhöhung der Znvaliden- versicherungsbeiträge. Die Landesversicherungsanstalt Hessen schreibt uns: Nach den neuen reichsgefetzlichen Bestimmungen durften Marken alten 'Wertes nur noch für vor dem 28. 9. 1925 liegende Beschäftigungszeiten verwendet roer< den. Personen, die mit der Entrichtung von Marken für derartige Zeiten noch im Rückstand sind, werden nochmals dringend darauf hingewiesen, die hierfür erforderlichen Marken ohne jeden Verzug zu erwerben, da vom kommenden Donnerstag, 15. d. M., ab der Verkauf von Marken alten Wertes gesperrt ist und solche von diesem Tage an durch die Postanstalten und uns nicht mehr abgegeben werden dürfen. •* Sperrzeit f ür Tauben ist vom 12. Oktober bis 9. November festgesetzt. " Personalien. Ernannt wurden der Landwirtschastsassessor Dr. Fritz Dienst zu Butzbach zum Landwirtschastsrat an einem Land- irtschaflsamt mit Wirkung pom 1. Oktober 1925: dec Schulamtsanwärter Heinrich 3 a c o b aus Airfeld, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Reichelsheim, Kreis Erbach: der Lehrer Hugo Maurer zu Bingenheim, Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Biebesheim, Kreis Groß-Gerau: die Lehrerin im einstweiligen Ruhestand Mathilde Lorenz zu Bad-Rauheim zur Lehrerin an der Volksschule daselbst: der Schulamtsanwärter Fritz Kirchner aus Maulbach, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober-Breidenbach, Kreis Alsfeld. •* Besuch von Saarländer Sängern in Gießen. Die herzliche Aufnahme, die gelegentlich des 32. Mittelrheinischen Kreisturnfestes die Turner und Turnerinnen aus dem Saargebiet bei der hiesigen Bevölkerung gefunden, hat eine nachhaltige Wirkung ausgelöst. So beabsichtigt, der Saarbrücker Männer-Gesangverein „Liederkranz" (etwa 240 Sänger stark) im kommenden Frühjahr hier ein öffentliches Konzert zu geben, bei dem u. a. Chöre von Kaun, Schubert, Brahms und Brückner zu Gehör gebracht werden. Der Verein gab in diesem Sommer in Saarbrücken drei Konzerte und fang dabei im überfüllten Saalbau das deutsche „Requiem" von Hugo Kann. Daran anschließend unternahm er eine Konzertreise nach Offenbach, Frankfurt und Aauheim und erntete dort starken Beifall. Der „Liederkranz", Leiter PH. Sülz, ist der größte und beste Gesangverein des Saargebietes und verfügt über ein sehr gutes Stimmenmaterial. Zweck der Konzertreise ist. das deutsche Wort und das deutsche Lied, das kostbarste Gut, welches das Saargebiet noch besitzt, zu hegen und zu pflegen, um mit den deutschen Brüdern rechts des RheineS in steter Fühlung zu bleiben. So dürfte der Gießener Bevölkerung im kommenden Frühjahr ein hoher Kunstgenuß bevorstehen, und es wird wohl der Empfang der Saarländer Sänger ein ebenso herzlicher sein wie der der Saarländer Turner und Turnerinnen. •• Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 497 Ochsen, 43 Bullen, 1104 Färsen und Kühe, 368 Kälber, 246 Schafe, 3917 Schweine. Wirtschaft. Warum Trusts? Don Dr. W. M. F r h r. v. D i s s i n g. Der Zusammenbruch der Deutschen Werke ist noch in aller Erinnerung, die Liquidation des Sttnnes-Konzerns ist noch nicht beendet und die der Sichel'schen Unternehmungen befindet sich erst in den Anfangsstadien. Die Wirtschaft hat scheinbar über diese Form industrieller Großkonzentration ihr Urteil gesprochen. Diese Gebilde haben die Probe im scharfen Feuer der Stabilisierungskrise nicht bestanden. Als sie sich auflösten, schien damit für den Außenstehenden erfüllt, was alle Einsichtigen längst vorausgesagt hatten, daß die großen Konzerne in den kommenden Zeiten der Depression nicht würden zusammengehalten werden können. Wenn jetzt trotzdem in der Schwerindustrie in West und Ost, in der chemischen und der Kaliindustrie Konzentrationsbestrebungen wieder bemerkbar werden, so könnte der Uneingeweihte auf die Vermutung kommen, daß die Führer der deutschen 3ndustrie auS den soeben gemachten Erfahrungen nichts lernen wollten. Ein solches Urteil würde nur die Erscheinungen, aber nicht ihr Wesen im Auge haben. (Industrielle Konzenttatton heißt nichts weiter, als Unternehmen organisatorisch so miteinander verbinden, daß durch ihr Zusammenwirken die Produktton rationeller und produktiver gestaltet wird. Aus diesem Bestreben heraus kam es unter der Führung von Emil Kirdorfs in den Jahren nach dem Krach von 1873 zu Vereinigungen. Mit der rasenden Entwicklung der Gründerjahre hatte die finanzielle Fundierung der Unternehmen nicht Schritt halten können. Die unbändige Konkurrenz der schnell und zahlreich aus der Erde gewachsenen Werke drohte all' das investterte Kapital zu zerstören und die industrielle Entwicklung Deutschlands um 3ahr- zehnte zurückzuwerfen. War es doch gerade in diesen 3ahren gelungen, daS englische Kapital aus dem Ruhrgebiet fast ganz zu verdrängen. So begann man mit einer Einschränkung der Produktion, mit der Hand in Hand die Regelung der Konkurrenz ging. Zu diesem Zweck vereinigten sich zunächst Unternehmen der gleichen Produkttonsstufe. Produktion und Absatz wurden „horizontal" organisiert. Das Bestreben nach stärkerer Ausnutzung der vorhandenen Produktionsmittel veranlaßte aber bald Thyssen und Ettnnes zur vertikalen Konzentration überzugehen, d. h. die Produktton vom Rohstoff bis zum Ferttgfabrikat wurde in einer Hand vereinigt. Man intensivierte dadurch die Ausnutzung des Bodens als Standort wie als Rohstoffquelle, indem man auf kleinern Raum die Produkttonsstätten der verschiedenen Roh-, Halb- und Fertigfabrikate vereinigte. Dadurch ersparte man Zeit und Arbeit und erreichte einen schnelleren und häufigeren Kapitalumschlag, der die Rentabilität der Unternehmen erhöhte. Rach dem Kriege, als die Inflation in Deutschland an Umfang immer zunahm, began- 9 Oktbr. 10. Ott r. Geld Amtliche Nori nmg Geld I Briet Amtliche Notierung Brief Amn.-Nou 168 59 iffi.öi 168,63 1« Bu-n.-AircS 1.721 1,725 1.730 L.34 Brtz.-Antw H 82 18.86 19,02 19.06 Ldristiania. 83.40 83.60 83 85 84.05 fiopenbag-n IUI.17 101, 101.42 101.68 Stockbolm . 112.56 112,84 112.48 112.76 Helsingfors 10 555 10,559 10.565 10.5-5 Italien. . 16 83 16 87 IG 81 16.85 London. . 20.311 20.361 20,312 20.362 Neuyork . . 4.105 4,205 4,195 4,215 Paris. . . 10 40 .9,44 19,-65 19.405 Hkbwei» . xi) 87 81,07 80,86 51.06 Spanien. 60.30 1.717 ) 627 60,46 60.-7 60.53 Japan . . . ’Hio be ^an Wien in D - Ctft. abgest 1.721 1.629 1,715 1,719 0.624 0.626 59.1? 69,31 59,17 69,31 Prag .... 12.42 12.4, 12,427 12.467 Bclzrad . . 7.43 :,4> 7.45 7.47 Budap.'ft. . 5 872 5,8-2 6,875 6,805 Dulaarien 8,045 3,055 3.055 1,065 L'tzabon 2t 2/2.5 2 ,275 21,225 0,275 Danäg. . Konst.ntut. 80^'65 80.75 80.53 80.73 2,405 2,415 2.4)5 2.415 Alben 6 09 6 II 6 0) 6 11 Canada. . 1.195 4,207 4.19> 4.205 Uruguay . 4.205 1 1.215 Banknote 4 25 N. 4.2b Berlin. 10 Oktbr Geld Brie» Amerikanische Noten , . . . . • .215 4.235 Belgische Noten ....... 18.05 18,05 Dänische Noten ....... 101 20 101.70 Cltglische Noten........ 20,28 20,38 Französische Noten ...... 19,bl 19 41 Holländische Noten ...... 188.20 169.04 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 16. >-6 16.94 83 74 84.16 Demsch-Lestcrr-, ä ioo Kronen • Rumänische Noten...... 58.98 59,28 schwedische Noten...... 112.17 HZ. 73 Schweizer Noten....... 80,62 81.03 Svanischc Noten ...... 0.15 >0 45 Tschechoslowakische Noten . . 12.285 12.41» Ungarische Noten... ... 5,825 5.-65 :;?» Produkte^dorfe. Berlin, 10. Olt. Der Produktenmartt war heute ruhig, bei teilweise leicht befestigter Tendenz. Das Mehlgeschäft ist wieder ruhig geworden. Gerste hat sich wenig geändert, für Hafer besteht 3nlandangebot, die Forderungen find jedoch zu hoch. Futterartikel unverändert. Es kosteten 1000 Kilo: Weizen, märt. 211 bis 213, dto. Oktober 228, dto. Dezember 230 bis 2291/?. dto. März 2331 Roggen, märt 150 bis 153. dto. Oktober 167, dto. Dezember 1701/*. dto. März 1791/.. bis 179, Gerste, märt 210 bis 233. Futtergerste 170 bis 175, Hafer, märt 182 bis 190, dto. März 191 bis 190; es kosteten 100 Kilo: Weizenmehl 271/» bis 31V«» Roggenmehl 213/< bis 24Vt, Weizenkleie 1.0,40 vis 10,^0, Roggenllele 9,30 bis 9,50, Diktoriaerbsen 26 bis 31, Kleine Speiseerbsen 26 bis 28, Futtererbsen 21 bis 24. Wicken 22 bis 25, Rapskuchen 14,50 bis 15. Leinkuchen 21,30 bis 21,60. Trockenschnitzel 10 bis 101/«, Torfmelasse 8.50 bis 9, Kartoffelflocken 14,50 bis 14,75, Zucker 20 bis 201/«. neu ©rinne», Otto Wolf und 3aeob Wichael die oft erwähnten „Sachwertwarenhäuser" scheinbar planlos Aufammcn^utaufen, um die Papiermarkerlöse ihrer Unternehmen vor der Entwertung zu schützen. Die dauernde Entwertung der Mark ließ die Substanz immer mehr zu-- ammenschmelzen, und so hatte diese Konzentration in erster Linie den Zweck, den Produkttonsfaktor „Kapital" einigermaßen zu erhalten. Wenn man jetzt nicht mehr Unternehmen der gleichen Branche vereinigte, sondern Kohlengruben, Stahlwerke, Papierfabriken und chemische Werke miteinander zusammenkuppelte, so wollte man zwischen den einzelnen Dettiebszweigen einen Risiko-Ausgleich schaffen. 3e umfangreicher ein solcher Konzern wurde, desto mehr wuchs eine wirtschaftliche und politische Macht. Der Währungsstabilisierung vermochten die „Sachwertwarenhäuser" aber nicht standzuhalten. Es war wohl Kapital konzentriert, aber das Kapital war illiquide, es begannen die flüssigen Betriebsmittel zu fehlen, und jetzt stellte es ich heraus, daß der Gesichtspunkt der Rentabilität bei den Zusammenschlüssen nicht immer eine genügende Würdigung erfahren hatte. Die Rentabilität wurde zudem fast unmöglich gemacht durch die hohen Steuern, die übermäßigen sozialen Lasten und die unverhältnismäßig gelegenen Löhne. Die deutsche 3ndustrie ist da- >urch auf dem Weltmarkt immer weniger konkurrenzfähig geworden, während gleichzeitig die Aufnahmefähigkeit des 3nlandmarttes sich täglich mehr und mehr schwächte. Unter diesem all- seitigen Druck brachen die 3nflattonskonzeme zusammen. Die neuen Zusammenschlüsse erfolgen nun unter ganz anderen Gesichtspunkten als bisher. Zuerst gilt es, die verlorene Rentabilität wieder herzustellen. Deswegen keine „Sachwertwarenhäuser", sondern Beschränkung auf einen Wirtschaftszweig. Dann strengste Rationalisierung und Typisierung der Produktion, die gleichzeitig einheitlich geleitet werden soll. So sind die Doraus- etzungen gegeben, um die fehlenden flüssigen Mittel zu beschaffen. Die neuen Konzerne in Westfalen und Oberschlesien sind vor allem Kreditgemeinschasten, die dem ausländischen Geldgeber die Garantie für eine rentable und sichere Anlage seiner Kapitalien geben wollen. Aus diese Weise sollen die Konkurrenzfähigkeit der deut- chen 3ndustrie wieder hergestellt und der 3n- landmarkt neu erschlossen werden. Damit wird ein weiterer Schritt für den Ausleseprozeß innerhalb der deutschen Wirtschast borbereitet. Das erste Stadium dieser Entwicklung war die Umstellung der Kapitalien auf Gold. Der Billionenspuk der 3nf[aiion und der Betrug der Scheingewinne wurden jäh entdeckt und manches Unternehmen sah sich dem Richts gegenüber. Die fehlende Preisskala in stabiler Währung ermöglichte bei Aufstellung der Goldbilanzen De° Wertungskunststücke, öie die Nacktheit mancher Goldmarkeröffnungsbilanz schamvoll verdecklen und so Unternehmen am Leben hielten, die ohne 3nflation bereits am Tage ihrer Gründung zusammengebrochen wären. Solche Unternehmen stehen der gesammelten Kraft der neuen Konzerne machtlos gegenüber und dürften ihrem wirtschaftlich verdienten und notwendigen Ende entgegengehen. So bereitet sich jetzt eine zweite Zusammenlegung der Kapitalien vor durch Der- nichtung solcher industrieller Unternehmen, deren Betriebsweise und deren wirtschaftliche Kraft den Anforderungen unserer Zeit nicht zu genügen vermögen. Wir stehen daher augenblicklich mitten in einer Reuentwicklung unserer wirtschaftlichen Organisation. Auf welchem Wege diese sich weiter fortsetzen wird, ist noch nicht vorauszusehen. w Frcmkiort a.M Berti« Davmn das Werk in früherer ober späterer Zeit entschließen, die Zechen „Mathias StinneS" und „'Bereinigte Wilhelm" anzukaufen, um feine Kohlenbasis zu verbreitern. Börsenkurse. 5% Deav'chr ReichSanlethe • <•/, Deutsche RcictzSanIinhr . 8‘V/, Deutsch: Rricheanlcthe 3*/. Deutsche Retchsanicide . Deutsche eourpramienanlelhe <•/, 'preußische KonsolS . . . 4% HeJeu........... 3*/*e/» Hetzen.......... »le Hessen Deutsche W«rti>. Dollar «nl. dto. Doll.-Schatz-Alureisng.') <•/, Bofltürlen......... 5% Goldmerikaner ... • Berliner HaudelSoesellschast. Commerz- und Privat-Bouk Darmst. rmd Narionalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Verein-bank .... DiSconto Commandtt .... Metallbank........... Mitteldeutsche Tredttbank. . Lcsterrrichische Credttanftalt. Wetzbank ......... Bochumer Guß ....... BuderuS ...... Taro »Luxemburg lrchener Bergwerk. . Harpcner Bergbau...... Kaliwerk Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahlltte Oderbcdan...... • • • . Phöntr Bergbau ..... Raeinitabl Rtcdcct Montan TclluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... CKeramische Werke Akbtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilivv Holjmunn...... Anglo-Tont.-Guano . . ... Badische Anilin....... Chemische Maner Alavin . . Goldschmidt GricS eimer Electron .... Höchster Farbwerte vol;verkohlung ....... NülgerSwerke ......... Scheideanstalt Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ....... Schlickert Siemens & Halüke ..... Adlerwerke filetier ..... Daimler Motoren. ..... Henligenftaedt..... . . . Meguin........... Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselvchaft Frankfurt. 8et. Union A--G chuhmbrik Herz Sichel............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel • • • Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-AireS. London, Neu- Jork, Japan, Rio de Sanctro für eine Einheit Wien nutz »vdavest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung. SS'|Ä- RLrl I .-Sri« Ru“ t-Ärl. 9. 11 j 10. 9. 10. | 10 10. 0 233 0.2315 ' 2325 ,2325 — 0.3 0.29 ,2925 0,275 0 29 1,27.5 1.2775 J .420 0 45 0,18 —— 0.11 I 0.12 1 1375 0.135 1 275 ! 0,285 0 265 , 0.265 —• 1 — 0,23 ! 0.24 0,21 — 0.23 | 0.23 0.225 1 0.24 *).?5 । 93.25 91.75 i 91 75 95 85 1 95,85 96 I 90,1 7.7 7.75 7,0 7.4 39,5. 39,5 12'2.75 123.5* 124.7' 125' 94.4* 1'4.75' 94.75' )4 73' 108* 105.5' 105,6' 105 9' 105,75 106 105.9' 106,2' 75 75 102* 102.7' 102 ,6* 103' 76.5 76.5 W 92 91.5' 91 5' 7.3 7.3 7,25 7.4 0.028 —— — — 69.5* 69* 44.5 46.7 46.25 46 5 38.5 39 39' 39.5' 6«.25> 68.75 68.85* 69* 70.75 72 71' 74,6“ 10-3.5' 104.5 103,62 105.6' 115 116.78 115.2' 116 120.25 121.5 18.65 18.4 87,35 37 5 38 37 46 48 — • 72 73' 72.25' 78.76' 57 57 07' 58.25’ 72 5 72.75 72.5 73 64 55 - 59.75 60' 60' 65,75' 64,75 65,4' — _ — 67 «6.5 — 52,5 63,13 52,25 53 — * 92.5 _ 1*20,26 121.25 120 121,25 — 67.5 18 75 68.6 08.25 117 75 119.25 118 119 v 118.4 119.9 H9 119.75 j2,3 53.25 * — 62 63 5 63 03,25 89,5 90.7 — - 94' •6* 94.25* 97“ 72.75 73 5 73.13 73,25 71.5 73.25 — 6;r 64,5* 63,75' 65.75' 76.5' 7h,25' 77,5' 80“ 35.5 1 85,75 35.13 85.25 31.85 35 31.13 34.13 26 ?6 - 1 — 85 35 35,25 I 35 25 — — — — 0.3 I 0,3 — — — — — 96 76 — — 59,5 l-ll 68,5 60 16.5 j 26.5 2.1 4,4 4,13 4 4 79.5 79,75 78,3 i i9 55,75 5 53. »5 ! - 55 55 55 64,25 * ‘ Betriebseinfchränkungen und Qlrbeiterentlaffungen im Ruhrge- b i e t. Die Zeche „Graf Schwerin" teilt mit, daß sie sich infolge dec plötzlich eigetretenen Abfah- Irife veranlaßt ge'ehen habe, ihren Betrieb ein» zufchränken. 165 Mann, die vorläufig nicht beschäftigt werden können, müssen der Erwerbslosenfürsorge überwiesen werden. Auf der .Zeche „Hibernia" werden infolge der ungünstigen Wirtschaftslage am 15. Oho-er 50 Arbeiter zur Entlassung kommen. Die Zeche „Shamrock III und IV“ und die Zeche „Hibernia" haben im September eine Koksofenbatterie ftillgelegt. 49 Mann wurden entlassen. * Auslandsauftrag für öie beut» sche Slektrizitätsinduftrie. Aus dem kürzlich erfolgten internationalen Wettbewerb über die Elektrizitätsversorgung Finnlands ist die „Brown-Boveri & Cie, A.-G." Mannheim erfolgreich her vor gegangen. Cs wurden ihr die elektrischen Hochspannungseinrichtungen sowohl für das Kraftwerk 3matra, als auch für sämtliche zunächst gebauten sechs Umspannwerke der finnischen E'ektriziläts - Landesvecsorgung im Werte von etwa 3 Millionen Gm. zur Lieferung in Auftrag gegeben. 6 Keine Dividende bei den Rheinischen Stahlwerken. W e die „Kölnische Zeitung" erfährt, sind die Abschluharbeiten der Rheinischen Slahlwerke in Duisburg-Meiderich für das Geschäftsjahr 1924/25 noch nicht beendet. Eine Dividendenausschüttung wird jedoch nicht stattfinden. " Die Kreditaktion für Gebrüder Stumm. Das Stützunaskonsortium für einen Kredit in Höhe von rund 27 Millionen Reichsmark besteht aus der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Reichskredit-Gesellschast sowie Hardy & Co. Daneben ist für einen wetteren Betrag von 50 Millionen Reichsmark ein Stillhaltekonsortium zusammen getreten, dem die Reichskredit A.-G. und die Firma Hardy & Co. nicht angehören. Dagegen sind außer den D.- Banken der Berliner Handelsgesellschaft, der Süddeutschen Diskonto-Gesellfchast und dem Barmer Bankverein eine Reihe von Privatbanken u. a. 3. Drehfuß & Co. Berlin, Baß L Herz, Frankfurt, Simon Hirsckland, Essen und Salomon Oppenheimer jun. Köln Mitglieder des Stillhaltekonsortiums. Die Prüfung des Status hat bekanntlich ergeben, daß dieser aktiv ist. Die Verwertung bezw. Abstoßung irgendwelcher Aktiven kommt vorläufig nicht in Frage. • Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk, Essen. Ueber die Dividendenaussichten beim R. W. G. hört der DHD. von gut unterrichteter Seite, daß etwa mit der Ausschüttung einer Dividende von 8 Prozent zu rechnen sein dürfte. Der Geschäftsgang des Werkes ist sehr befriedigend. Der Strvmabsatz erhöht sich wöchentlich. Die Belieferung von Koblenz, Mainz, Trier und Osnabrück ist im besten Gange. Auch der Finanzstatus der Gesellschaft ist kehr flüssig. Mutmaßlich wird sich daß die Ferny^. 'wvpcbßeren Anklang finden Wärme rief em. Pvivat- . , „ „ Sammelheizung toerbem AMMI K.II, mehr imb meSr in Ll.rÄV-W&. -Nb M Wtileilel», Drogerie Otto t die für den Anschluß ' geschaffen toeroen. D W K I Los Nr. 712 4843 1823 1427 1901 4057 2156 2004 2196 2259 4084 136 562 4 629 4610 1321 1423 4061 2110 2112 705 2579 2173 im 53. Lebensjahre. Aliendorf a. d. Lahn, den 11. Oktober 1925. 08344 Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Oktober, nachm. 4 Uhr, statt. [Empfehlungen | Die trauernden Hinterbliebenen Heuchelheim, den 11. Oktober 1925. 9553V Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Bachstraße 49, aus statt. 9548D | Kaufgesuche | Mietgesuche | Eintritt frei! 9541V gesucht. 9551D Der Gegr. 1879 Fernruf 1297 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen- Marie Bruchhäuser geb. Strauch. Altersvereinigung 1866—1916. Der Vorstand. I. A.: Wilhelm Pfeil. Gewinn Nr. dächtnis bewahren. Gießen, den 12. 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Geburtstag von 7'/, bis 10 Uhr: Saus HofenUßoea Schauspiel in drei Auszügen von Halbe. Evangelischer Bund Dienstag, 13. Oktober, 8 Uhr abends in der Stadtkirche Vortrag von Herrn Harrer Haopt-Giefien Evangelische seid auf der Wacht! Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen Pfaff- Nähmaschinen AMW. Die im August lid. Js. gegen A-rauGast« wirt Hermann IVedemann in Eberstadt aus« gesprochene Beleidigung nehme ich mit demAusdrnckdeSBe- dauerns als völlig unbegründet »mürf. Raubach, den 22. September 192". n=».$t)ilieD5tF/5.1. Für dteBevSnem« lichung: 86 Tß Ei^ne Renaraturwerkstätte -VC. D« zum Waschen un- Bügeln an- genommen 0|3» Aiierweg 9 Htb. Los Nr. 1418 2232 1446 4701 1316 113 4567 704 1255 2002 50 3047 650 1555 4010 82 3749 4542 3627 347 687 1707 1839 2225 Sulöaer selsensMll Syraus Joi. K aiier Fulda. Karlstr. 24. Zn amer. Buchführung etf. jüngerer Buchhalter (ob Buchhalterin), verf. Stenoar. und Mafchinenfctiretber, zu fo-ort geiuchi. Schrtftl. 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Mainbezirk: Helvetia-Frankfurt — Hanau 93 1.5; Union Rrederrad — Viktoria Aschaffenburg 3:2; Ein- ^acht Frankfurt - F.S.V Frankfurt 2:4; Kickers Offenbach — Germania Frankfurt 4:1; Rheinbezirk: V. f.R. Mannheim — Mannheim 08 2:2; Ludwigshafen 03 — Pirmasens 1:2; Neckarau — Phönix Ludwigshafen 1:2. Rhein Hessen-Saar: 1. F. D- 3dar — Griesheim 2:0; Saarbrücken gegen S. Gemeinde Höchst 5:0; Wiesbaden — Neunkirchen 0:0; Formatta Worn,s Mainz05 1:3. Berliner Fußball. vo. Der gestrige Sonntag brachte im Berliner Fußball manche Heberraschung, allerdings auch durchaus erwartete Restiltate. Der Spandauer S. V. behauptete seine führende Stellung durch einen eiiUvandfreien 5:1-Sieg über den B. S.D. 92. Hertha B. S. D. schlug Weißensee 1900 mit 5:0. 1. F. C. Reukölln und alnion-Pots- dam teilten sich die Punkte, während Kickers es sich leistete, von Union-Oberschöneweide mit 4:1 hineingelegt zu werden. Ileberraschend hoch fiel mit 6:0 der Sieg von Rorden-Nordwest über Union 92 aus. Wacker 04 glaubte, mit einigen Ersatzleuten gegen den Liganeuling Meteor gewinnen zu fönneir, mußte diese Leichtfertigkeit aber mit einer 0:4 Riederlage büßen. Tasmanta gelang ein knapper Sieg über den Spandauer S. C. Feldbergrennen im Taunus. Bei sehr starker Besetzung, es waren nahezu 250 Teilnehmer, wurde am gestrigen Sonntag daS diesjährige Feldbergrennen des Gaues Illa des A.A.D. als letzte automobilsportliche Veranstaltung des 3ahres 1925 ausgetragen. Die Rennen verliefen ohne nennenswerte Unfälle. Die Dahnverhältnisfe, sowie die Organisation der Wettfahrten waren ausgezeichnet. Das sportliche Ereignis hatte außerordentlich viele Zuschauer angezogen. Es wurden folgende schnellste Zeiten erzielt: Die kürzeste Zeit aller Fahrzeuge des Tages fuhr H. Heuser, Klein-Schmalkalden, auf Stehr, in 5,25 Min. Die schnellste Zeit der Motorräbrr fuhr Karl Schäfer, Frankfurt a. M, auf New 3rnperial, in 5,55 Min.; er wird dadurch Gewinner des Wanderpreises einer Bad-Nauheimer Firma; Verteidiger war F. K. Mettenheimer, Königstein. Die schnellste Zeit der Motorräder mit Seitenwagen fuhr Erich Pätzold, Köln, auf 3rnperia, in 6,43V- Min. Die schnellste Zeit der Tourenwagen fuhr C. W. A n d r e a e, Frankfurt a. M, auf Bugatti, 6,33V- Min. Die schnellste Zeit der Sportwagen fuhr Hairs Opel- Rüsselsheim auf Opel, 6,14V- Min., gleichzeitig Gewinner des von der chemischen Fabrik M. 3akobi gestifteten Wanderpreises. Verteidiger war Carl 3rion, Frankfurt a. M Gewinner des Gau-Wanderpreises, gestiftet von mehreren Mitgliedern, Hans Ludwig - Oberursel a. T., auf Opel, 6,26V.-, Min. Da er auch Verteidiger war, geht der Wanderpreis enbgüftig in feinen Besitz über. Radrennen auf der Berliner Olympiabahn. Saroalf und Ceroanoro die Sieger. Bei glänzendem Besuch und günstiger Wittenmg wurden am gestrigen Sonntag auf bet Berliner Olympiabahn die Schlußrennen der Saison unter Dach und Fach gebracht. Das 40 Kilometer» Dauerfahren brachte Lewanow, Sawall, Sirup- pat, Parisot, Nefatti und Dobe an den Statt. L e • wanow übernah mgleich von Anfang an die Führung, dicht gefolgt von Parisot. Beim 20. Kilometer rückte Sawall auf, und nun begann zwischen ihm und Lewanow ein äußerst starker Kamps bis ins Ziel hinein. Schließlich blieb Lewanow in 34:25,2 Sieger. — Das 60-Ktlometer°Rennen brachte Sawall dann die glanzende Revanche. Beim 10. Kilometer übernahm er die Führung und überrundete nach und nach das ganze Feld, erst 600 Meter zurück und Parisot würde Zweiter, vor Lewanow und Nefatti. Schlußrennen auf der Dresdener Radrennbahn. Der Große Abschiedspreis über 100 Kilometer, in einem Lauf zu fahren, den die Dresdner Radrennbahn am Sonntag zum Austrag brachte, führte ein interesiantes Rennen vor. Beim 50. Kilometer lag noch D a u e r in Führung, Weiß folgte nur 150 Meter zurück. Dann kam Weiß an die Spitze, Bauer fiel weit zurück, und Weiß ver- größette seinen Abstand bis zum Schluß auf 1800 Meter vor Iunghans, während weit zurück Saldo w und Bauer folgten. Die Ergebnisse: Großer Abschiedspreis 100 Kilometer 1. Weiß - Frankfurt 1:23:9,3, 2. Iunghans 1800 Meter, 3. Sal- dow 6700 Meter, 4. Bauer 6800 Meter, 5. Corry- Amettka 10 650 Meter. Radrennen in Bochum. Ofzmella schlügt den Weltmeister Mazairac. vo. Das Hauptereignis der Radrennen in Bochum war der Revanchekampf zwischen dem Deutschen Weltmeister Oszmekla -Köln und dem Weltmeister Mazairac -Holland, den der Deutsche Meister siegreich beenden konnte. 3n einem 50-Km.-Mannschafts- fahren muhte sich Oszmella-Köln mtt seinem Partner Schorn mit dem zweiten Platz hinter Krewer-Dremen begnügen. JHe Ergebnisse: 3nter» nationales Hauptfahren: 1. Oszrnella - Köln 2:40, 2. Mazairac-Holland, 3. Krewer-Köln. 50-Km.-Mannschaftsfahren nach 6-Tage-Art: 1. Krewer-Köln — Dremer-Bochum 1:08:10 24 P., 2. Oszmella-Köln — Schorn-Köln 19 Punfte, 3. Steffes»Köln — Henkel-Bochum 16 P., 4. Aolsch — Neumann-Dortmund 14 D., 5. Franken- stein-Steingaß-Köln 7 Punkte, 6. Drochen-Röcker- Essen 4 Punkte. Radler-Kehraus in Magdeburg. Bei gutem Besuch und wenig einladendem Wetter gelangten am gestrigen Sonntag die letzten diesjährigen Magdeburger Radrennen zum Austrag. Vor etwa 3000 Zuschauern gingen lpannenÖ€ Kämpfe vor sich, bei denen in den Fliegerrennen der Engländer Bailey erfolg- reia) war. Er gewann den Großen Herbstpreis in, n 0 ^t5ä» S"»«5iZW»' b Ä ä r mit ms ft, .y^ifle V^i 6er 1 6eö[te ft "Men 8sUml 278 etBa«<^M. äübiitjet S ®2t te* »-Oh W LandÄdä^^ n ProtVk.^^luna MM äSSs ZTK 8fm*' Ä8?s: S’wa Hwigschm 3bÄ “«itaÄh n unseres Dttirkz^,^ >rr Alm btÖtoÄ für Ätnttt Erwachsene statt, Schotten. Oft Heute vallendet bte tn unserer Stadt. Frau ’6; Lebensjahr, Sie uwwirts Wam Lipp iu >et Post) und die Ditve erstorbenen Distri/ts-Si«. «nrich Aausch, (St Dar Distrikts-Einnehmer, trat \b, verbrachte seinen Le» wurde jedoch aus seinen !■ 5ih«"i-P>i * ;?beverein pW »sinungslalf üntet?W Witbe< tetWCUnÜn anderen W' stenburg. ii. jf&snj »SSSj; Ot.lr ch " ins flciä«; 1g emes 2e u. a-' %%SKÄ Z'L'L ft* Das Firmenschil- erhält seine Werbekrafi erst durch ausgiebige Beleuchtung. Reichliche blendungsfreie Beleuchtung macht es in den Abendstunden besonders wertvoll. Das Lichihest „Die Beleuchtung des Firmenschildes" ist bei Elektrizitätswerken, O-ram-Derkauföfiellen und anderen Elektro'Fachgeschäften zum preist von 25 pf. erhältlich. S 05 RAM den Vater Rhein in ihrem Schoße birgt, gestattet die herrlichsten Ausblicke nach allen Richtungen. Gleichzeitig bildet diese Gegend mit ihren vorzüglichen Bahnverbindungen auch das natürliche Bindeglied zwischen Rord- und Süddeutsch- land" • Alichelstadt, 11. OIL Der Streit der hiesigen Metallarbeiter ist jetzt, nach fünfwöchiger Dauer, durch einen Schiedsspruch des Lantesschlichters bei gelegt worden. Rheinhessen. Aus Rheinhessen, 10. Oft. Seither war es den entfernteren Orten des Kreises Oppenheim nur möglich, mit dem Umweg über Mainz zu ihrer Kreisstadt zu gelangen, was einer vollen Tagesreise gleichkam. Versuche dieser Orte, nach Dingen oder Alzey eingeglie- Bert zu werden, die sie durch kurze Bahnfahrt erreichen konnten, blieben ergebnislos. Die Einlegung einer Autopost Oppenheim— Bingen hat nun einigermaßen erträgliche Zustande geschaffen, indem sie den Einwohnern des Kreises die Möglichkeit gibt, in Verhältnis- mäßig kurzer Zeit ihre Kreisstadt zu erreichen und wieder zurückzukehren. Eine zweite größere Autopostlinie, die ganz Rheinhessen durchquert, wird im Laufe dieses Monats zur Durchführung kommen. Sie geht von Mainz aus, berührt in der Hauptsache abseits des Dahnverkehrs gelegene Orte und fuhrt über Partenheim—Sprenblingen nach Kreuznach Diese beiden Autopostlinien werden vi*t zur Vereinfachung des Personenverkehrs und zur Verbesserung der postalischen Verhältnisse beitragen, die seither für viele Gemeinden im Innern der Provinz sehr trübe waren. Preußen. Kreis Wetzlar. • Kinzenbach. 12. Oft. Die Firma Berkenh off & Co., Metallwerk in Kinzenbach, schreibt uns, daß die in unserer Freitagausgabe unter unrichtiger Firmenbezeichnung und Betriebsart gemachte Mitteilung irrig sei. Von einer Stillegung sei keine Rede. Eine 14tägige Betriebsruhe habe lediglich einer zeitweiligen Arbeitsstreckung gedient. Heute wurde der Betrieb mit der vollen Belegschaft wieder ausgenommen. XX Krofdorf, 11. Okt. Kraftpoft Gieße n — Krofdorf — Fellingshausen. Eine in der abgelaufenen Woche hierselbst tagende Versammlung der beteiligten Gemeindevertreter, zu der sich auch eine größere Zahl von Vertretern interessierter Gewerbetreibender und Bauern eingefunden hatte, hat endlich eine Lösung dieser seit längerer Zeit schwebenden Derkehrsfrage gebracht. Das südliche Hinterland, welches seit altersher mit der Stadt Gießen wirtschaftlich aufs engste verknüpft ist, wird dadurch auch immer mehr dem Verkehr erschlossen. Dio von der Reichs- po st Verwaltung geforderte Garantie- s u m m e, sind die beiden Gemeinden bereit, aufzubringen. Desgleichen werden die für die Errichtung einer Autohalle erforderlichen Kosten gemeinsam getragen. Der Referent der Oberpostdirektion glaubte danach eine alsbaldige Einrichtung der K r a f t p o st l i n i e in Aussicht stellen zu können. bl. Ehringshausen, 10. Oktober. Uns«e Eisensteingrube „H e i n r 1 ch s s e g e n"leidet- and) unter dem wirtschaftlichen Druck, der sich Lhtzr die hiesige Gegend ausgebreitet hat. In der letzten Zeit mußten Bergleute entlassen werden. bl. K a tz e n f u r t, 10. Okt. Etwa zehn Minuten von unserem Ort entfernt erhebt sich am schönen Waldessaum unser Kriegerdenkmal, das vor noch nicht langer Zeit eingeweiht wurde. Das Ehrenmal ist schmal, aber hoch erbaut und bekommt durch den Waldhintergrund ein anmutiges Gepräge. In Steine eingemeißelt leuchtet vor dem Monument weithin sichtbar das Eiserne Kreuz. Vier weiß gestrichene Bänke und terrassenförmige Anlagen umgeben das Ganze geschmackvoll. tr Dillkreis. fpd. Dillenburg, 11. Ott. Auf einer gefährlichen Krümmung bei Haiger rutschte ein Auto aus Butzbach in rasender Fahrt aus, überschlug sich und wurde gänzlich zerstört. Wie durch ein Wunder blieb der weit herauSgeschleuderte Chauffeur fast unverletzt, der Mitfahrer mußte schwer verletzt dem Krankenhause zugeführt werden. bl. Driedorf, 10. Okt. Die Postverwaltung wird in aller Kürze eine Autobuslinie von hier nach Weilburg einrichten. Die Fahrt soll voraussichtlich über Herborn gehen. Geplant ist der Verkehr mit täglich zwei Wagen. Die Maßnahme findet allseits freudige Aufnahme. An Sonntagen war es seither äußerst schwer, aus der hie- 5gen Gegend in das Lahngebiet zu kommen, da eine Frühzüge verkehren. Zudem kürzt die Strecke Sanz wesentlich ab. Es steht zu erwarten, daß sich as Unternehmen durch fleißige Benutzung sehr rentabel gestattet. Kreis Marburg. ][ Marburg, 11. OIL Gestern trug sich der seltene Fall zu, daß em Ehepaar, der Schremermeister Georg Konrad und Frau, gemeinsam zur letzten Ruhe gebracht wurden. Der Mann war zuerst und einige Stunden später die Frau gestorben. Sie kamen in ein gemeinsames Grab. — Seit Montag wird ein 16 Jahre altes Mädchen auS Wetter und seit Mittwoch ein etwa 55 Jahre alter Mann von hier vermißt. Frankfurt a. M. und Umgegend. fpd. Frankfurt a. M, 11. Oft. In Königstein haben mehrere Vertreter der Bürgerschaft erneut den Plan einer elektrischen Verbindungsbahn nach Frankfurt a. M, deren Herstellung und Bau bereits vor dem Kriege diskutiert wurde, auf gegriffen. Man sagt, daß eine solche Verbindung Den vorderen Taunus und Königstein ungleich besser als seither drin Touristenverkehr erschließen könne, wie überhaupt eine schnelle und regelmäßige -Verbindung des Taunus mit der Großstadt F> ankiart notwendig sei. Als Linienführung wird vorgeschlagen Königstein—Mammolshain—Kleinschwalbach — Sossenheim—Frank surL — Unter Vorzeigung g e - fälschter Invalidenkarten gelang es dem Dreher Adolf Vitt, in zahlreichen Städten Deutschlands, unter anderem in Frankfurt a. M. Wiesbaden, Köln, Leipzig ufro.. von öffentlichen oder privaten Wohlfahrtseinrichtungen Unter- stützungsbet.räge zu erschwindeln. Er scheint bereits feit etwa 11/? Jahren seinen Lebensunterhalt fast nur durch Unterstützungsbetrügereien gefristet zu haben. Vitt kam dieser Tage in H a f t. — Als der Metzgermeister D a p p r i ch von Unterliederbach bei Höchst a. M. von einem fahrenden Straßenbahnwagen springen wollte, fiel er auf ein vorb eis ährendes Auto und schlug so heftig mit dem Kopf auf das Pflaster, daß er sich einen schweren Bruch zuzog. 3m Krankenhaus starb er kurz darauf an der erhaltenen Schädelverletzung. Selbstmord durch Gasvergiftung 5 Menschen tot. fpd. Frankfurt a. M, 11. Ott. Heute mittag bemerkten Rachbam und Bewohner des Hauses Kleine Splllingsgasse 14 in B o r n h e i m, daß einer Wohnung durchdringender Gasgeruch entströmte. Sie schöpften Verdacht und öffneten gewaltsam die Tür, wo sich ihnen ein furchtbarer Anblick darbot. Alle fünf Bewohner hatten den Tod durch Gasvergif. t un g gesucht und gefunden. Es sind dies die Witwe Sophie Schmidt, eine Frau Werkeln und drei Kinder, zwei Knaben und ein Mädchen. Die Motive zu der entsetzlichen Tat sind noch unbekannt. Das neue hessische Kommunalwahlgesetz. Die Form, in der das Gesetz über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (Kreise und Provinzen) aus den Abstimmungen des Landtages hervorgegangen ist, läßt sich wie folgt durch die Wiedergabe einiger Hauptbestimmungen kurz darstellen: Die Stadtverordnetenversammlung in den Städten und der Gemeinderat in den Landgemeinden bestehen bei einer Einwohnerzahl bis zu 500 auS 7. von 501 bis 1000 aus 9, von 1001 bis 3000 aus 12, von 3001 bis zu 5000 aus 15, von 5001 bis 8000 aus 18, 8001 bis 10 000 aus 21, von 10 001 bis zu 20 000 aus 24, von 20 001 bis zu 30 000 aus 36. von 30 001 bis 60 000 aus 42, von 60 001 bis 90 000 aus 48, von 90 001 bis 120 000 aus 54, von 120 001 und mehr aus 60 Stadtverordneten oder Gemeinderatsmitgliedern (Gemeindevertre- tern). Der Kreistag besteht bei einer Einwohnerzahl bis zu 50 000 aus 21. von 50 001 bis zu 60 000 aus 24, von 60 001 bis zu 70 000 aus 27, von 70 001 und mehr aus 30 Kreistagsmitgliedern. Der Provinzialtag Besteht bei einer Einwohnerzahl bis zu 350 000 aus 35, von 350 001 bis zu 450 000 aus 40, von 450 001 bis 550 000 aus 45, von 550 001 und mehr aus 50 Provinzialtagsmitgliedern. Die Stadtverordneten und die Gemeinbe- ratsmitglieder, die Kreistags- und die Provin- zialtagSmitglieder werden tn allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl auf vier Jahre gewählt. (Die ursprünglich in der Regierungsvorlage vorgesehene indirekte Wahl zum Provinzialtag ist vom Landtag abgelehnt worden.) Jeder Gemeindewahlvorschlag muh bei einer Einwohnerzahl der Gemeinde bis zu 300 von mindestens 5, bis zu 500 von 10, bis zu 1000 von 20, bis zu 3000 von 30, bis zu 5000 von 40, bis zu 10 000 von 50, bis zu 20 000 von 60, über 20 000 von 70 (Mindestzahlen) nach der Wählerliste stimmberechtigten Personen unterzeichnet sein. Jeder Kreistagswahlvorschlag und jeder Provinzialtagswahlvorschlag muß von mindestens 50 stimmberechtigten Personen unterzeichnet sein. Mit 2 0 Jahren ist man wahlberechtigt, aber nicht, wie bisher mit 21 Jahren, sondern mit 25 Jahren wählbar. Die Dauer des Wohnsitzes zur Erlangung des Wahlrechtes ist für alle Arten von Wahlen jetzt gleichmäßig auf 6 Monate festgesetzt. Die Wahldauer für die Beigeordneten in den Stadt» gemeinden, der Bürgermeister und Berufsbürger- meister in den Landgemeinden bleibt bei sechs Jahren, bei einer Wiederwahl beträgt sie neun Jahre Aus dem Amtsverküttdi^uitqc-blatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 80 vorn 9. Oktober enthält: Maul- und Klauenseuche in Bellersheim. — Forderung der Dottsbibliothelen Felddereinigung Drohen- I Linden und Lang-Göns. — Ortsfatzung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gen'.einde Billingen. — Ortsfatzung über die Benutzung der Biehwage der Gemeinde Stein- Heim. Auswertungs-Grundduch- eintragungen in (Bolbmarh. Zn der Praxis der Grundbuchämter sind Zweifel darüber entstanden, ob auf Grund des Aufwertungsgesetzes die Aufwertung der Beträge von Hypotheken in das Grundbuch in Goldmark oder in Reichsmark einzutragen sind. Im Ergebnis würden beide Arten von Eintragungen zu demselben Ziel fuhren, da nach dem neuen Münzgesetz eine Reichsmark denselben Wert hat wie eine nach Feingold- preis berechnete Goldmark. Da jedoch nach^ der ersten Durchführungsverordnung zur 3. Steuernotverordnung die Aufwertungsbeträge in Goldmark einzutragen waren, und demgemäß in zahlreichen Fällen bereits Eintragungen in Goldmark bewirkt sind, erschien es im Interesse einer einheitlichen Buchung der im Aufwertungsgesetz bestimmten Aufwertung und zur Erleichterung des Grundbuchverkehrs zweckmäßig, die Eintragung wiederum in Goldmark vorzunehmen. Die Reichsregierung hat durch eine auf Grund des § 88 des Aufwertungsgesetzes erfaffene Verordnung ange ordnet, daß die Eintragungen auch weiterhin in Goldmark zu erfolgen haben. Oberhesfischer Kunstverein. Im Turmhaus am Brand, dessen Ausstellungs- faal sich nach dem Umbau in größerer Welte und Helligkeit zeige, hängt gegenwärtig eine Kall- morgen- Ausstellung. Der Künstler, dessen Schaffensfreude im Odenwald und an der Wasserkante ihre Nahrung fand, zeigt sich als fleißiger Arbeiter, der in Treue zum Detail steht, der die technischen Dorassetziingen des Zeichenstiftes kennt und unentwegt durchfühtt. Drei Studienköpfe aus dem Jahre 1889, Holländer Mädchen, sind deß Beleg. Die feie Schwere des Bodens und die nasse Sattheit der gedämpften Farben in der norddeutschen Küstenluft lassen ihn den Pinsel freier führen, und In weicher Verschwommenheit gelöst, gibt er sich in den Hafen- und Wafferblldern. Licht und Kolorit des Vorwurfes sind ihm unantastbar: unverrückt und treu gibt er wieder, was er sah. In den Bergen des Odenwaldes fand er mein ^dankbares Motiv, das er mit dem Stift umreißt und dem er bis in die feinsten Details nachgeht. — Die ausgestellten Plastiken von F. Best (Cronberg) in den Fensterbänken sind kräftig gesehen und, wie das ,Kälb- chen", von guter Arbeit. Auch die „Jungfrau" und der „Borer" sind von Körperfreude erfüllt. e-s. Gerichtssaal. * Darmstadt, 10. Okt. Das Bezirks - schöfsengerlcht verurteilte einen Tin ter wacht- meister der Schutzpolizei, der einen anderen ilnterroadytmeifter, seinen Freund, mit seinem Dienftrevolver aus Fahrlässigkeit getötet hatte, zu sechs Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte den Lauf gegen den Freund gerichtet und im Scherz abgedrückt, worauf dcrs Unglück geschah. Das Gericht sprach aus, daß es schwer gewesen sei, die richtige Strafe zu finden, und gab der Meinung Ausdruck, daß die Strafe auf dem Gnadenwege gemildert werden könnte. Buntes Allerlei. Perlen in deutschen Flüssen. 3m grünen Gewölbe zu Dresden, dieser märchenhaften Schatzkammer köstlicher Kleinodien, befinden sich zwei berühmte Perlenschnüre von erlesener Schönheit, die neben 228 orientalischen Perlen 177 prachtvolle Perlen enthalten, die aus der Elster stammen. AuS der Elster? wird mancher Leser erstaunt fragen. Werden denn Perlmuscheln auch in deutschen Flüssen gefangen? Es gibt in der Tat eine ganze Anzahl deutscher Bäche und Flüße, in denen die Fluhperlmuschel, die Erzeugerin der heimischen Perlen, lebt. Da die Perlmuschel nur in kalkfreiem oder sehr kalkarmen Wasser gedeiht, be- schräntt sich ihr Verbreitungsgebiet auf die Gewäsier des llrgebirges, des Kambriums, Silurs und Buntsandsteins. Sie lebt vor allem in den vom Fichtel- und Glstergebirge und vom Bayrischen Wald ab- fließenden Bächen, doch kommt sie auch im Gebiet des oberen Mains, der Fränkischen Saale und in der Kinzig, in der Steinach (Odenwald), im Spessart, in der Lausitz, im Riesengebirge, tn der Lüneburger Heide, auf dem Hunsrück, in der Eifel und im hohen Denn vor. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Perlmuschel tn einzelnen, besonders geeigneten Gebieten planmäßig gehegt. Von manchen LandeS- fürften wurde die Perlfischerei zum Regal erhoben, auf besten Verletzung drakonische ©trafen standen. Die bis 14 Zentimeter lange Perlmuschel findet sich einzeln oder zu Kolonien vereint an geröll- und pflanzenarmen Stellen der Gewäster im Sand. Jedes Perlmuscheln führende Gewäster ist in genau abgegrenzte Reviere eingestellt, deren jedes alle 12 bis 15 Jahre einmal abgesicht wird. Die Perlsischerei wird in den Monaten Mai bis August betrieben. Dabei werden die Muscheln in einem mit Wasser gefüllten Gefäß gesammelt, dann vom Fischer sorgfältig geöffnet und etwa vorhandene Perlen mit einer besonderen Zange herausgenommen. Die untersuchten Muscheln werden meistens mit einem besonderen Zeichen versehen, wieder in das Gewäster gesetzt. Bei diesem Verfahren bleibt das Muscheltier am Leben, was wirtschaftlich von höchster Bedeutung ist, da sich unter 1000 Muscheln höchstens 4-10 Perlenträgerinnen sich befinden. Wollte man in den deutschen Gewästern die beim Fang der Seeperlmuschel übliche Methode anwenden, bei der das Tier stets zugrunde geht, so würden die deutschen Muschellol onien bald verödet sein. Hat der Fischer eine Perle gesunden, so nimmt er sie in den Mund, reinigt sie ouc diese Weise von dem anhaftenden Schleim und überaibt sie dem ihn beglei e iben Kontrolleur. Die ei z Lien Perlen sind nach Größe und Güte natürlich außerordentlich verschieden, doch finden sich stets auch Stücke darunter, die keinen Vergleich mit den schönsten orientalischen Perlen zu scheuen brauchen. Der ©rlrig der deutschen Perlenfischerei fällt gegenüber den Mengen, die von den orientalischen Far g -' l! n in den Welthandel kommen, kaum ins G^w cl t So liefern z. B. die oberfränfischen Gewästern jährlich im Durchschnitt nur eine Ausbeute von 1600 bis 1700 Perlen. Trotzdem verdient die deutsche Perlfischerei als kulturgeschichtliche Merkwürdigkeit mehr Ausmerffamkeit, als ihr im allgemeinen zuteil wird. ----------- .pr Briefkosten der Redaktion. (Rechts, : . :'Jen sind ohne Verbindlichkeit des Redaktion.) G. H. Der Prozentsatz der Miete beziffert sich, wie wir am Donnerstag bereits mitteilten, in Gießen auf 84 Prozent, für September sowohl wie für Oktober. Eine anderweitige Mitteilung, daß der Zuschlag 83 Prozent betrage, ist falsch Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz beträgt zur Zeit in Gießen 60 Pfennig von 100 Ml. Steuerwert. Eine Erhöhung ist noch nicht beschlossen, weshalb auch eine Heraufsetzung des Prozent'ahes der Miete noch nicht erfolgen konnte. Es bleibt also für September und Oktober bei 84 Prozent der Miete. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Ltt.uel übernimmt die Redaktion dem Publikum V antwvttung.) Eisenbahnwünsche von Dorlar und Umgegend. Dem sehr berechtigten Artikel „Eisenbahn* wünsche von Dorlar und Umgegenb“ in Rr. 235 des „Gießener Anzeigers" können wir nur lebhaft zustimmen. Besonders die Eltern von Dorlar und anliegenden Sorfent, die ihre Kinder m die höheren Schulen von G r e'ßen und Wetzlar schicken, würden es mit Freube begrüßen, wenn diesen durch die Haltestelle Dorlar eins große Erleichterung des Schulweges geschaffen würde. Man käme auch damit den Wünschen vieler in Wetzlar beschäftigten Arbeiter entgegen. Vielleicht wäre es angebracht, eine Liste umgehen zu lassen, um Unterschrift t en zu sammeln, und diese an die zuständige Stelle zu schicken. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 13. Oktober. 4,30 bis 6 Uhr Rachmittagskonzert des Haus- orchesters: Operetten. 6 bis 6,30 Übt: die Lesestunde: Aus ,Till ällenspiegel und Lame Grei- zack" von Charles de Coster. 6,30 bis 7 Uhr „Helfende Mitarbeit in der Fugendwohlfahrtspf löge", Vortrag von Jutta von Daremtin. 1 bis 7,30 Uhr Uebertragung von Kassel: Vortrag von Oberregisseur Willi Chenelnitzky „Das Regieproblem des Ürfauft“. 7,30 bis 8 Ufjr Dorttag von Dr. med. Gotthilf „Die Willensschwäche". 8 bis 8,30 llhr Italienischer Sprachunterricht. 8,30 bis 9,30 ilbr Mozart-Zyklus des Arnar- Quartetts. 10 bis 11 ilbr Altitalrenifche und altdeutsche Arien. 'VERTRETER* H. Elges jr. Gießen Seltersweg 68 Zum festesten renii te Cier- - Nudeln, Der gefesselte Strom. Roman von Hermann S t e g e m a n n. 33 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Bitte!" Mit kurzen sachlichen Worten berichtete Ruth über Ingolds Krankheit und die Schritte, die er feit seiner Besprechung mit Ellenrieder getan hatte, und legte die Broschüre in die Hände des Kommerzienrates, indem sie die Tabellen und graphischen Darstellungen uird Planskizzen auseinanderzog, die der Schrift beigegeben waren. „Herr Ingold wird in drei Wochen wieder vollständig hergestellt sein und persönlich verhandeln können. Die badische Staatsregierung scheint nach den letzten Mitteilungen bereit zu fein, die Genehmigung zum Dau zu erteilen, wenn ihr die nötigen Bürgschaften gegeben und gewisse Dorrechte eingeräumt werden. Ich bitte Sie, von dieser Kopie der letzten Mitteilung des Ministeriums des Innern und des Wasserbauamtes Einsicht zu nehmen." Ellenrieder wog die Broschüre, die ein ansehnliches Werk in Quartformat barstellte, in der Hand und richtete dabei seine klugen Äugen unverwandt auf Ruth, indem er mechanisch den bunten Querschnitt der Gesamtanlage zusmamenlegte. Ruth erhob sich. Da stand der Kommerzienrat auf und streckte ihr die Hand hin. „Fräulein Engelhardt, Sie haben gesprochen wie einer vom Bau. Aber so leidenschaftslos sachlich spricht keine Frau, wenn sie nicht für einen Mann spricht. Wir werden uns mit dem Projekt befassen." Sie errötete vor Glück und ließ ihm unwillkürlich die Hand. Da sah sie plötzlich seinen Racken wieder, denn er hatte sich gebückt und den Mund auf das schmale Handgelenk gepreßt, das weiß aus dem Aermel leuchtete. Rasch entzog sie ihm die Finger, warf den blonden Kopf hochmütig rurück, daß die blaue Feder wippte, und verließ das Kontor. Lind als es auf den Abend ging, machte sie sich im Reisekleid auf den Weg zu Hanns Ingold, um Abschied zu nehmen. Schneegewölk kam voni Taunus her. Frühe Duickelheit rref nach Licht. Die Zeil hinunter flammten die Bogenlampen, Schaufenster sprühten, grelle Licht- farben schossen aus den Automobilen, und die Schneeflocken taumelten wie lichtberauschte Schmetterlinge in das blendende Meer, in dein die Menschen dichtgedrängt mit blassen Gesichtern ihr Ziel suchten. Ruth ging heiter und ruhig im Getriebe. Er halte sie mit Angedulb erwartet. Auf den ersten Blick erkannte sie, daß seine Gedanken wieder zu seinem Werk zurückgekehrt waren. Da legte sie ihm stillschweigend die Broschüre auf die Bettdecke und trat ans Fenster. Draußen stand graues Dunkel, erleuchtete Fenster liefen die Front des Hofes entlang, und Ruth begann sie mechanisch zu zählen. Eine tiefe Traurlg'.eit war plötzlich wie ein erdrückendes Gewicht auf sie gefallen, leer schlug ihr Herz. Sie hörte seine heftigen Atemzüge, hörte ihn die Blätter wenden, die Beilagen öffnen, und kurze abgebrochene Worte, die seinem Werk galten. Vier Wochen waren vergangen, feil sie Rheinau verlassen hatte. Ihr war's auf einmal, als wären es vier Iahre. Run riß er das Schreiben der badischen Regierung aus dem Amschlag. Langsam wandte sie sich um und erstattete Bericht über ihre Anterrebung mit Ellenrieder. Er sah aufgestüht und hörte zu. Auf seiner Stirn stand die eigensinnige Falte, in feinen Augen war der gesammelte Blick, der für alles Aeuhere blind war. Das Gesicht war erstarrt in gespannter Energie. Er stellte hundert Fragen, überlegte, rechnete, begann von Bauzeiten und Konzessionen zu sprechen und sah in Ruth nur noch die Gehilfin, die Zuhörerin, vergaß sogar, ihr zu danken, bis sie Abschied) nahm. Sie hatte sich fest zusammengenommen, wie von einem urplötzlich einfallenden Frost getroffen, lag eine harte Decke über das flutende Meer ihrer Empsindungen gebreitet. Mit einem ernstem Lächeln stand sie vor seinem Bett. Hell glühte der Draht in der Lichtbirne, weiß und schattenlos schimmerte das Zimmer mit den Weißen Wänden und Möbeln. „Leb' wohl, Hanns. In vierzehn Tagen kannst auch du abreisen. Du wirst jetzt mit den Verhandlungen zur Gründung einer Gesellschaft beginnen können. Lind wenn du erst Hand an dein Werk legen kannst, dann wächst dir auch wieder Kraft und Gesundheit?' „Du willst gehen, abreisen? Wirklich ab- reisen?" fragte er erstaunt und wieder nachdenklich. Sie mußte lächeln. „Ich habe einen Vater zu Hause, der Liebe nötig hat." „3a, und schließlich kannst du auch nicht hier in diesen unfertigen Verhältnissen leben", versetzte er. Sie errötete. „Also leb' wohl Hanns, und vergiß nicht, daß ich da bin, wenn du mich brauchst." „Run brauch' ich nur noch ein Stück Gesundheit, Ruth! And das hol' ich mir aus meiner Arbeit! Ruth, mir ist wie einem, der an Händen und Füßen gefesselt war und nun frei wird, wie einem Gaul, der vor der Zeit gestartet hat und den Zügel abbeißt, bis endlich die "Flagge fällt. Oh, ich habe keine Angst, Mädel, ich mach' das Rennen, ich bau' das Werk, das größte am Rhein von Konstanz bis zum Meer! Fahr' Heim, Ruth Engelmild, und wenn die Schmelzwasser stromab gefahren sind, stecken wir die Pro'ile aus, und ich weck' dich mit Spreng- schüssen in der Frühe, und wenn der Rhein mit vierzigtaufend weißen Pferden durch die Turbinen braust, statt nutzlos im Lauffen Trichter drehen und Felsen zu spülen, dann lach' i ch, Ruth, bann stehe ich oben und lache, daß die Gassen von Rheinau widerhallen. Dann steh' ich auf meinem Werk!" Weit borgebeugt, die geöffnete rechte Hand erhoben, die Linke ins Bett gestemmt, rief er es mit einer noch schwachen, aber nur um so ekstatischer klingenden Stimme in die weiße Oede des Zimmers, die Augen ins Leere gerichtet, einen fanatischen, weltentrückten Zug im hageren Gesicht. And Ruth Engelhardt stand und wartet«, wartete mit dürstendem Herzen auf ein einziges Wort, das ihr galt, auf ein einzige- Wort der Liebe. Wenn er gesagt hätte: „Dann bist du mein, dann wollen wir Hochzeit halten, uns für das ganze Leben zusammenbinben mit allen Hoffnungen und Enttäuschungen, mit unseren Schwächen und Eigenheiten und einander heben und tragen“ — sie wäre von Glückstränen überströmt neben ihm niedergefallen und hätte seine mageren Finger geküßt und sein barttofeS, von Gedanken gebleichtes und von Fieber verzehrtes Gesicht mit ihren weichsten, zärtlichsten Liebkosungen überschüttet. Ach, sie fühlte, daß eine Fülle, ein Meer von Liebe, von Seligkeiten in ihr gestaut lag und nur darauf wartete, daß die Schleusen sprangen und die Dämme barsten, und frei und sessellos sich zu ergießen. Doch Hanns Ingold dachte an fein Werk und vergaß das Wort, nach dem das Weid heimlich schrie, ohne den Mund zu offnen, mit einem stillen, gefrorenen Lächeln um die schmerzlich gespannten Lippen. Dann nahm Ruth den letzten Abschied. Als sie sich küßten, traten ihr zwei Tränen in die Augen, die brannten wie Feuer. Spröd und fiebrig berührten sich ihre Lippen und saugten keine Süße aus diesem ' Kuh. An der Tür zögerte Ruth. -8uuidtoauenb sah sie Hanns starr auf bic Broschüre blicken. Ein seltsam gespannter Zug schärfte sein Gesicht. Eine Welle hingebenber Liebe hob sich in ihrer Brust, ein Stück Selbstbehauptung wuchs hinein, und ruhig, mit einem ernsten, klaren Ausbruck in bem schmalen Antlitz, sagte sie: „Hanns, vergiß nicht, baß bu frei bist, ganz frei!“ Sie wartete keine Antwort, nicht einmal eine Bewegung ab unb schloß rasch hinter sich bic Tür. Zum letztenmal durchmaß sie den Korridor, der in Licht gebadet war. Eine halbe Stunde darauf sah sie im Schnellzug und fuhr in die Dunkelheit hinein, aus der die Flammengarben des Metallscheibewerkes an ber Mainbrücke golb» färben aufloberten. fSr.’-tiehiinn folgt.) 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Oberarzt in ber Univ.»Kinderklinik Dr. med. Hofmann, am Freitag, bem 16. Oktober 1925, abends 8 Ahr, über „Ernährung des Säuglings". 3. Direktor der Aniv.-Rervenklinik Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Sommer, am Sonntag, dem 18. Oktober 1925, abends 8 Ahr, über »Mutter und Kind" vom Standpunkt ber Vererbung. 9459D Eintrittspreis bei jedem Vortrag 10 Pfennig. Der örtliche Ausstellungsausschuh 3. QL: D r. Frey, Beigeordneter ber Stabt Gießen. NachNord-Amerika u. Canada. Hamburg* New York ca. wöchentl Abfahrten. Gemeinsam. Dienst mit United American Lines Nach SOd-Amerika (Brasilien, Argentinien, Westküste), Cuba-Me» xico, Westindien, Afrika, Ostasien usw. in Verbindung mit anderen Linien Billige Beförderung, vorzügliche Verpflegung. Auskünfte and Drudtneohen eher FehrprelM und Befhdenuie*m8ellchkelt durth M HAMBURG-AMERIKA LINIE | I HAMBURG. Alttwdamm 26 und deren Vertrete« en eilen grMeren Mitten. In: gü bringe ich meine Lokalitäten in empfehlende Erinnerung. 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