art 3.- je grüne in* «w* >7 Fern'vlL Wß:?5BT | vcre'n i»®“ ^iX 'Är:W nnW«Ä«» »ZA Ä-,., ssftSfe dM beÄtf^i Samstag, 12. September (925 IT 5. Jahrgang Nr. 214 Lrftes Blatt (l> GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnitf unö Derlag; vrühl'Ich« UnioerfitStr^vuch- und Steinbruderei R. lange in Sietzen. SchnflleiNing tinö Seschästrftelle: Schnlftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tage» nummer vis zum Nachmittag vorder ohne jebe'Detbinblt Aheit Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örttich8. auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Goldpfennig, Playvorfchrift 20'. Aus- chlaa. - Verantwortlich ur Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wild. Lange, ür den übrigen Teil- Ernst Dlumschein: für den Zlnzeigenteii: HansBeck. sämtlich in Bietzen Erscheint täglich, autzer Somu und Feiertag». Beilagen: VietzenerFamilienblätter Heimat im Bild. MonatS'Sezvgsprel,: 2 Boldmark *. 20 Gold» Pfennig für Irägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lagundBeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzelgerEletze». Postschecktonto: franffuri a. M. 11686. Deutsche Grenzmark im Südosten. So schwer auch die Folgen des verlorenen Krieges und die Auswirkungen der Verträge von Versailles und St. Germain auf uns lasten, eine gute Seite wenigstens hat diese Zeit bitterster Not doch gehabt: dle ungeheure Stärkung des voll» lichen Zusammengehörigkeitsgefühls der Deutschen aller Stämme und Gaue. Die während des Krieges schon ihrer Besitzungen beraubte», von Haus und Hof vertriebenen, ins Reich zuruckjlutenden Ausland» deutschen und die nach dem Kriege von den Sieger» staaten oorgenommenc Neueinteilung der mittel» europäischen Landkarte brachte erst allen Kreisen des Mutterlandes die Erkenntnis von der hohen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beden» tung des Auslanddeutschtums. Als Verteidiger deutscher Kultur und deutschen Volkstums gegen die seit dem unglücklichen Kriegsausgang mit verstärkter Energie und Zähigkeit ausgenommenen Expansions» bestrebungen fremdstämmiger Nachbarn fällt dem Grenzlanddeutschtum eine besonders bedeutsame Rolle zu. In Nord und Süd, in West und Oft, gegen Dänen, Polen, Tschechen, Slowenen, Italiener und Franzosen führt das Grenzland- deutfchtum einen erbitterten Kampf um seine Existenz, um Behauptung feines durch die Sieger- floaten auf die innere Linie zurückgedränglen Volks- tum». Mit dieser bedrängten Lage des Grenz- und Auslanddeutfchturns trifft zusammen eine erhöhte Pflege des oolklichen Gedankens durch Organifa- tionen wie der Verein für das Deu t f ch t u m im Ausland und der Deutsche Schutzbund für das Grenz- und Ausland- d e u t f ch t u m , die mit ihrer Aufklärungsarbeit mehr und mehr ganz Deutschland umfassen und in ihre Hilfotätigkeit für die bedrohten Grenzlande und die schwer ringenden deutschen Minderheiten im Auslande einstellen. Tagungen, wie die diesjährigen in St u f ft c l n und Münster, zeigen den Widerhall, den der Weckruf dieser Vereine bei allen Volksgenossen gesunden hat. Dem gleichen Zweck der Mahnung und Aufklärung dienen auch die Veranstaltungen, die in diesen Tagen Steierer und Kärntner nach Gießen geführt haben.. Beider Heimat, an der feit Jahrhunderten hart umstrittenen Südostecke des deutschen Volksgebiets, ist schwer bedrängte Grenz- mark geaen das neuaefchaffene Königreich der Serben, Kroaten itnb Slowenen (Jugoslawen), das felbft innerhalb feiner Grenzen eine deutsche Minderheit von mehr als 700 000 Köpfen aufweist, von denen ein beträchtlicher Prozentsatz auf die beut- fchen Alpenländer im heutigen Slowenien entfällt, lieber Kärntens Befreiungskampf gegen die in das Land cingcbrungcncn Südflaven und den glänzenden Abstimmungssieg vom 10.Okto- bre 1920 wurde hier erst kürzlich berichtet, ebenso über das traurige Schicksal, das Italien dem ehemals karntnerischen Tarvis bereitet hat. Unser ganzes Interesse erfordert aber auch die Lage der Deutschen in Slowenien, jenem volk- lich uneinheitlichen Durchgangsland zu beiden Seiten der oberen Sau, dessen slowenischer Beoöl- ferungsteil das geschlossene deutsche Sprachgebiet von der Adria trennt. Die Slowenen haben jahrhundertelang zum Deutschen Reiche gehört und sich unter deutscher Führung zu einem Kulturvolk entwickelt, dessen wirtschaftliche Interessen nach dem deutschen Volks- gebiet tendierten und das feinen natürlichen Gegner in Italien sah, bei dem es schroffste Zurück- Weisung seiner Ansprüche auf einen Zugang zum Meer und Verachtung seiner oolklichen Eigenart fand. Das wurde auch nicht anders, als die Slowenen, auf Wilsons „Selbstbestimmungsrecht der kleinen Völker" pochend, nach dem Zerfall der Donaumonarchie einen Teil der Adriaküste, einschließlich Triests, für sich beanspruchten. Italien setzte im Frieden von St. Germain die Abschließung Sloweniens vom Meere und die Verlegung der italienischen Grenze auf die Wasserscheide durch. Damit wurden wirtschaftlich wertvolle slowenische Sprachgebiete Italien einverleibt. Die Ausdehnun, der Im Süden somit Italien einen Riegel vorgeschoben hatte, suchten die Slowenen nun imNorden gegen das, durch die poli- tische und militärische Katastrophe des Habsburger- reiches im Augenblick topf» und führerlose Deutschtum in Kärnten und der Steter- mark mit Gewalt durchzusetzen. Noch während der Friedensverhandlungen überschwemmten slo» wenische Horden die deutsche Sprachinseln jen- seit» der julischen Alpen und der Karawanken und begannen hier einen Verwüstungsfeldzua ohnegleichen gegen die deutsche Kultur, der sie selbst ihr Bestes verdanken. In Unterfämten griff die deutsche Bevölkerung zu den Waffen, vertrieb die Eindringlinge und erntete mit der von der Friedenskonferenz bewilligten Volksabstimmung auch den Lohn der mutigen Befreiungstat. Das kärnttierifche Miß- tal und die ganze südliche Steiermark fiel an Iugo- slovien. Slowenien, das ja selbst eine starke Irre- denta innerhalb der italienischen Grenzen hat, unternahm nach diesem leichten Siege nichts, um die ihm zugesprochene deutsche Minderheit mit dem neuen Staat auszusöhnen. Im Gegenteil, von Laibach her, dem Zentrum des slowenischen Nationalismus, setzte eine planmäßige Ausrottung deutschen Volkstums und rücksichtslose Slo- wenisierung allen deutschen Kulturbodens ein. Nur in Polen ist heute der Deutsche so rechllos wie in Slowenien. Die bescheidenen Minderheitsrechte, die die Belgrader Zentralregierung den Fremdvölkern gewährte, wurden von Laibach aus laboriert. Deutschenausweisungen, Schließung von deutschen Schulen. Ausrottung der deutschen Sprache im öffentlichen Leden, Abdrängung der Deutschen aus den Gemeindevertretungen und Behörden. Vernichtung der deutschen Preste und was sonst die Slo- Die Konferenz der Außenminister. Li >e Vorbesprechung StresemannsmitBriand? Berlin. 12. Sept. Der „Lokalanzeiger" meldet auS Genf: In Dölkerbundlreisen, die über Pariser Dinge gut unterrichtet zu sein pflegen. laufen ganz positive Gerüchte um, nach denen eine private Zusammenkunft unter vier Augen zwischen Driand und dem deutschen Außenminister D r. Stresemann der offiziellen Ministerkonferenz in Lausanne oder Como vorangehen werde. Vielfach glaubt man hierin den Schlüssel für die überraschende Tatsache sehen zu dürfen, daß Paris damit einverstanden ist. die offizielle Einladung nicht an den deutschen Außenminister zu senden und sich mit dem Erscheinen mehrerer deutscher'Minister in Lausanne abgefunden hat. Zu der halbamtlichen Mitteilung, daß in Berlin über die Absichten der alliierten Negierungen in der Frage der Fortsetzung der Der- Handlungen über den Sicherheitspart nichts bekannt sei, und daß keine Einladung in irgendeiner Form in Berlin vorliege, bemerEt das „Berliner Tageblatt", daß überhaupt die gegenwärtige Entwicklung in Gens ohne jede deutsche Einwirkung, dafür aber unter um so nachdrücklicherer Einwirkung der Polen und Tschechoslowaken vor sich gehe. Die Gesamtsituation habe sich nach Meinung des Blattes in den letzten Tagen für die deutsche Regierung nicht gebessert. Die Polen und Tschechoslowaken haben durchgeseht, daß sie an der Konferenz teilnehmen. Man verklausuliert die Tellnahme einstweilen noch, indem man sagt, daß sie natürlich nur für die Dinge herangezogen werden, die ste unmittelbar angehen. Aber die ganze Konferenz erhält dadurch einen anderen Charakter und die Sachlichkeit der Besprechungen wird durch diese Hinzuziehung nicht gefördert. Rach einer Meldung des „Journal Üe Ge- nebe“ bestätigt sich die Nachricht, daß die dor- geschlagene Ministerkonferenz wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Oktober in der Schweiz abgehalten wird. Die Teilnahme Italiens am Sicherheitspakt selbst gelte noch als problematisch, obwohl man glaube, daß die von der italienischen Regierung erwartete Antwort bejahend auSsallen werde. Denesch und Skr- z h n s k i würden zur Ministerkonferenz hinzu- gezogen. Ser deutsch-polnische und der deutsch- tschechoslowakische Schicdsvertrag sollten parallel und gleichzeitig mit dem Rheinpakt verhandelt werden. Offiziell würden jedoch Benesch und Skrzhnski nur an den Beratungen über die Ostfrage leilnehmcn. Das Blatt glaubt schließlich darüber unterrichtet zu sein, daß die deutsche Delegation aus dem Reichskanzler Dr. Luther, dem ReichSaußenminister Dr. E t r e s e- mann und dem Innenminister Schiele bestehen werde Die Stellung Italiens. London, 11. Sept. (WTB.) Der römische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, Italien werde feine Tlnterschrist unter einen eventuellen Pakt setzen, aber der Wert der zukünftigen Konvention zwischen den Alliierten und Deutschland werde als erheblich beeinträchtigt angesehen durch die Natur des neu vorgefchlagenen Pattes, der nicht genau das sei, was Italien oder vielmehr Mussolini vorgeschlagen hatte. Der geplante Patt laufe nur auf eine neue Form der rheinischen Konvention hinaus, die Juristen in London hatten sich nur mit einem beschränkten Programm infolge der Haltung Grohbrllanniens befassen können, den Standpuntt Großbritanniens und seiner Garantien streng zu beschränken auf die Fragen zwischen Frankreich und Deutschland um die Rheinlandgrenze. Italien selbst wolle auch nur eine beschränkte Verpflichtung im Falle eines Konfliktes übernehmen, well es keine direkten Grenzen mit Deutschland habe. 68 wird ferner erklärt, daß eine beschränkte Garantie Italiens von den Alliierten anerkannt werde, wodurch der vvrgeschlagene Pakt auf eine we n i g mehr als moralische Bindung hinauslaufe. In Rom werde die Haltung Großbritanniens, von dem Patt jede positive Garantie für Polen und die Tschechoslowakei a u ß - zuschließen, gebilligt. Das Genfer Protokoll. Genf, 11. Sept. (Wolff.) In der heutigen Bormittagssitzung der Völkerbundsversammlung sprach als erster Redner der schweizerische Bundesrat Motta. Er wies zunächst darauf hin, daß man lange Zeit in dem Völkerbund einen Bund der Siegerstaaten gesehen habe. Heute sei aber eine Umbildung der Geister und der Gewissen überall feft- zustellen. Die Völkerbundsversammlung habe sich bei der Annahme des Genfer Protokolls im vorigen Jahr daraus beschräntt, daß das Protokoll Den Regierungen mit der Empfehlung zugeleitet werden sollte, es der energischsten Erwägung zu unterziehen. Ohne diese Vorbehalte wäre das Genfer Protokoll von der letztjährigen Dölker- bundsversammlung nicht ohne Enthaltungen angenommen worden, ja es hätte sich sogar vielleicht Opposition in der Dölkerbundsver- sammlung gezeigt. Die Idee der Schiedsgerichtsbarkeit beseele den Dölkerbunds- pakt, und die Einrichtung des internationalen Schiedsgerichtshofes sei der beste Beweis dafür. Mit dem gegenwärtig zur Verhandlung stehenden Sicherheitspakt zwischen Deutschland unD seinen ehemaligen Feinden werde ein bemerkenswerter Versuch zur Einführung schiedsgerichtlicher Entscheidung gemacht. Die Schweiz sei mit Dänemark und Portugal im Jahre 1920 der erste Staat gewesen, der die obligatorische Rechtsprechung des internatto- t-alen Gerichtshöfe- tm Haag anerkannt habe. Seither seien zahlreiche andere Staaten diesem Beispiel gefolgt. Er erinnerte ferner an die Tatsache, daß die Schweiz in den letzten Jahren eine Reihe von Schiedsverträgen geschlossen habe, wobei Motta besonders auch den zwischen der Schweiz und Deutschland im Jahre 1921 abgeschlossenen Schiedsvertrag als Musterbeispiel erwähnte. Seither habe die Schweiz auch mit Italien, Frankreich, Belgien und Polen ähnliche Verträge abgeschlossen. Wenn allgemein zwischen den Nachbarstaaten analoge Verträge abgeschlossen würden, so würde sich bald ein ganzes Netz von Schiedsverträgen über Europa spannen und den Gedanken der obligatorischen Schiedsverträge zum Triumph sühren. Die Schweizer Regierung sei bereit, nach Ablauf der ersten fünfjährigen Frist die Anerkennung der obligatorischen Rechtsprechung des internationalen Gerichtshofes im Haag für weitere zehn Iahe zu erneuern, und hoffe, daß andere Staaten, die sich der obligatorischen Rechtsprechung unterworfen haben, dasselbe tun werden. Der polnische Außenminister Skrzhnski stellte die Forderung auf, daß der Geist des Genfer Protokolls alle weitere ähnliche Abkommen beleben müsse. Das Problem der Sicherheit müsse gelöst werden. Seine Lösung sei die Voraussetzung für jede Abrüstung und die Schiedsgerichtsbarkeit, die Polen grundsätzlich immer anerkannt habe, und es dürften in keiner Weise die bestehenden Verträge berührt werden. Tang Tsai-frou (China) lenfte Die Aufmerksamkeit der Versammlung auf Artikel 19 des Völkerbunds pattes und betonte, Daß auch China unter dem Regime einer Reihe von Verträgen stehe, die veraltet sind und revidiert werden sollten. Er schilderte im einzelnen Die Vorrechte frenxDer Mächte in China auf Dem Gebiete Der Rechtsprechung und deS Handeln unD betonte. Daß Die inneren Verhältnisse China s sich gewaltig geänDert haben, und daß dementsprechend die Verträge mit China auf einen Stand gebracht werden müßten. Der Den heutigen Auffassungen über Das internationale Recht entspricht. Bisher seien leiDer alle Versuch.' Chinas zu einer Abä nDerung Dieser Verträge zu gelangen, so in Versailles und in Washington, ergebnislos geblieben. Die UnzusrieDenheit Deß chinesischen Volkes gegenüber diesen Verträgen sei keineswegs künstlich erzeugt, Denn China habe Das konservativste Volk Der Welt und wünsche eine freunDschastliche Regelung feiner Beziehungen zu Den fremden Mächten. Der Der- treter Chinas schloß mit einem eindringlichen Appell an den Völkerbund, daß dieser Dafür sorge, daß China endlich fein Recht zuerteilt wird. In der Rachmittagssiyung lobt der niederländische Delegierte Loudon den unleugbaren Takt, den der Rat in der Behandlung schwieriger Fragen, -. D in Der von OH u ff o l unD Danzig bewiesen habe. Seine besondere Anerkennung galt Den Mandats- Mächten, die Die ihnen übertragenen Gebiete im Geiste des Völkerbundes verwaltet hatten. Das Genser Protokolt sei nicht tot, e s schlummere nur. Es sei augenscheinlich, daß der Geist des Protokolls Die Regierungen bei ihren Handlungen beeinflusse. Der Vertreter Columbiens tritt für eine Demokratisierung des Völkerbundes ein. Dann sprach, von starkem Beifall begrüßt, Paul Boncour. Seine Rede ist eine begeisterte Rechtfertigung des Genfer Protokolls. Er legte besonderen Nachdruck darauf, daß das Genfer Protokoll den Volkerbundpakt präziser und wirksamer gestaltet habe. Zwei Bestimmungen des Protokolls seien bereits im Pakt grundsätzlich enthalten. Gr wandte sich an Chamberlain und lobt ihn für seine klare Darstellung Der Entwickelung der englischen Verfassung, die sich nicht planmäßig nach logischen Prinzipien, sondern von Fair au Fair den gegebenen Verhältnissen entsprechend herausgebildet habe. Er empfiehlt für den Völkerbund einen ähnlichen Gang Der Entwickelung. Die größte Hoffnung Der Volker sei die Entwaffnung, aber Diese könne nicht eher verwirllicht werden, als bis das Sicherheitsproblem gelöst sei. Diese Sicherheit ihrerseits beruhe auf dem Schiedsgerichtsvertrag, daher müsse die Reihenfolge sein: Schiedsgericht, Sicherheit, Entwaffnung. Der Völkerbund müsse seine besondere technische Organisation zum Studium der Entwaffnungsfrage ins Leben rufen, dies sei eine der heikelsten und schwierigsten Ausgaben, die er zu lösen habe. Unter rauschendem Beifall verläßt Boncourt die Tribüne. Türkischer Vormarsch gegen den Irak. Berlin, 12. Sept. Die Genfer Presse meldet aus Bagdad, daß die Türken 40 000 Soldaten mit Flugzeugen und schwerer Artillerie an der 2 rak- grenze zusammengezogen haben, kleinere Iruppenabtcilungen sollen bereits die vom Völkerbund sestgesehte Demorkalionsgrenze überschritten haben, von türkischer Seite wird diese Nachricht als Tendenzmeldung bezeichnet, doch verhehlen die Türken nicht, daß die Lage im nahen Osten sehr er n ff werden kann, wenn der Rat in der IHoffulfraqe nicht bald eine Entscheidung trifft, die den türkischen Wünschen gerecht wird. In letzter Zeit sind Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und der Türkei im Gange über eine eventuelle Meberelnffimmunq in Fragen des nahen Ostens. Der türkische Bevollmächtigte in Moskau, Sekki Bet), hateine Reihe von Besprechungen mit Litwinow gehabt, der die Unterstützung der türkischen Forderungen in Mosiul zusicherte. Als Ergebnis dieser Besprechungen ist Der Beschluß auszusassen, in keinem Halle die Errichtung einer englischen Basis im Schwarzen Meer zuzulassen. roenen an Unterdrückungsmaßnahmen ihren italienischen Lehrmeistern abgeguckt Haden, gehen parallel einer planmäßigen slowenischen Kulturpropaganda in allen Zweigen des öffentlichen Lebens. Slowenische Firmenschilder, slowenische Zeitungen, slowenische Schulen, slowenische Theater sollen die verdrängte deutsche Kultur ersetzen. Einern wütenden Zerstörungsfeldzug fiel vor wenig Jahren das blühende deutsche Bercinswesen dieser ehemals karntnerischen und steierischen Gebiete zum Opfer. Alle Ortsgruppen und Unteroerbände, die ihren Hauptsiy in Oesterrreich oder im Deutschen Reich hatten, wurden aufgelöst, so die des „Deutschen und Oesterreichifchen Alpenoereins", dessen Hütten vom Slowenischen Alpenverein „übernommen" wurden. Unter Scheingründen durchsichtigster Art wurden dann auch die deutschen GeieUigkeirs-, Musik-, Turn- und Sportvereine beseitigt. Das Dereinsoer- mögen wurde vielfach den deutschen Eigentümern geraubt, um als Fonds für neugegründete slowenische Vereine zu dienen. Die Unterdrückung des Deutschtums in Slowenien, einem Lande, besten kulturelle Oberschicht seit vielen Jahrhunderten fern» deutsch ist, ist Der blutigste Hohn auf das Selbst-, bestimmungsrecht der Völker- und die vom Völkerbund verkündete Aera des Friedens und der Gerechtigkeit. Auf Gnade und Ungnade sind die Deut» | >'chen in Slowenien dem brutalen slowenischen Chauvinismus ausgesetzt. Halt in ihrem verzwei- | feiten Kampf um ihr Volkstum können sie nur finden bei den Volksgen offen im Reich, wenn wir den verzweifelt Ringenden die Bruderhand hinstrecken und ihnen Treue mit Treue oer- gelten. Der neue Saarpräsident ein Tscheche? Saarbrücken, 11. Sept. (TU.) MelDun- gen Der saarländischen Delegierten in Genf besagen, Daß innerhalb Des Völkerbundes von französischer unD tschechischer Sette an Stelle des zurücktretenden Saarpräsidenten R a u l t Das tschechische Mitglied Dr. V e z e n s k i propagiert wird. Man erwartet schon in dieser Sitzung Des Völkerbundes Die erst im Dezember fällig werDenDe Ernennung Des neuen Dezernenten, für Die Der abgedantte Rault in Gens Stimmung gemacht hat. Die saarländische Presse stelll Demgegenüber fest, daß die Wahl Des Tschechen, Der den Schülern die Betelligung an den Iahr- taufenDfeiern verboten und sich bei der Parade Der französischen Truppen hervortat, den größten Widerspruch der Saarbevölke- r u n g finden wird und das Vertrauen zum Völlerbundsrat der schwersten Belastung ausgesetzt sei. Die Preisbildung. Eine Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Düsseldorf. 11. Sept. (Wolfs.) Der Reichsverband der deutschen Industrie hielt Die 8. Geschäftsführerkonferenz im Stände- Haus zu Düsseldorf unter dem Vorsitz feines ge- schäftsführenden Präsidialmitgliedes Geh. Rat K a st l ab. Geh. Rat Kastl gab eine Liebersicht über die preispolitischen Ausgaben der deutschen Wirtschaft. Der Abbau Der zu hohen Deutschen Preise sei nicht durch eine Korrektur an Den Symptomen zu erreichen, sonDern erfordere eine Deseitigung Der Ursachen Der Teuerung sowohl im ProDuktions- als auch im Ver- teilungsprozeß unD Daneben eine Einwirkung auf Die Der Teuerungspshchose unterliegenDen Konsumenten. Bei Den Erzeugungskosten hob Kastl Die Notwendigkeit Des letzt stark zusammengeschrumpften Unternehmergewinnes hervor. Der allein Den Anreiz zur K a t> i t a l & i I - Dung biete. Er untersuchte eingehenD Die Rollen, Die Den überspannten öffentlichen Lasten, tem Kapftalzins unD Den Kreditspesen sowie Dem Arbeitslohn zufallen. Selbst das Wirtschaftsprogramm Der Sowjetregierung stelle Die Forderung auf, daß die Steigerung Der Pro- Duktivität in einem rascheren Tempo als bie Entwicklung der Löhne erfolgen müsse, weil sonst die Wirtschaftssubstanz zu Gunsten unberechtigter Ansprüche angegriffen werde. Die preisverteuernden Faktoren, die in den Gleitpreisen, freibleibenden Klauseln, Indexziffern usw. liegen, müßten beseitigt werden. Mit Rachdruck appellierte Kastl an die anwesenden Sachwalter der wirtschaftlichen Interessen, auf alle Fälle dahin zu wirken, daß die Ermäßigung der Umsatz st euer in den Preisen zum Ausdruck komme, selbst bei solchen Industrien, die zur Zeit mit Verlust arbeiten. Dr. H e r l e trug das künftige Arbeitsprogramm des Reichsverbandcs vor. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung führte er aus, daß die Zeit der Kartelle nicht vorbei fei, und daß unter der Voraussetzung der Anpassung an die Bedürfnisse der gesamten Wirtschaft die Kartelle zur WirtschastSerhaltung und Wirtschaftsförderung nötig seien. Der Haushalt der preußischen Staatsbank. Berlin. 11. Sept. (TU.) Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages beschäftigte sich zunächst mit dem Haushalt der Preußischen Staatsbank in Verbindung mit einem kommunistischen Antrag über die Hergabe von Krediten durch die Staatsbank an die Stinnesunter- nehmungen. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff stellte fest, daß sich das Staatsministerium bereits mit dem Gedanken befaßt hat, das Grundkapital der Staatsbank, das nur zehn Millionen beträgt, zu erhöhen. Einstweilen glaube es aber, davon absehen zu sollen. Der Minister machte dann Mitteilungen über die Verteilung der tom Reiche gegebenen Mittelstands- kredrte in Höhe von 22 Millionen, von denen rund - i an die preußische Staatsbank, rund 14 an die Dresdener Dank und der Best an die Girozentrale und an die Landesbank geflossen seien. Die Kredite seien von der Dank ohne irgendwelchen Verdienst weitergegeben worden. Ein voller Erfolg der Ermäßigung der Zinsen könne nur eintreten, wenn sich auch die Privatbanken aiischließen würden. Die Stinneskredite wurden nicht gegeben, um etwa der Familie Stinnes zu helfen, sondern im völligen Einvernehmen mit dem Staatsministerium, um bei der Liquidation unnötige Erschütterungen in der Wirtschaft möglich st zu vermeiden. Andere Industriekredite seien nur auf rein bankmäßiger Grundlage gegeben worden, ausgenommen ein Kredit an die V u l k a n w e r f t, bei dem ein gewisses Risiko vorhanden war, das aber nur zur Erhaltung der Werft übernommen werden muhte. Staatsbankpräsident Dr. Schröder erklärte, daß er selbstverständlich die Verpflichtung in sich fühle, an den Zinsermäßigungen des Reiches für die Staatsbank nichts zu verdienen. Die Staatsbank erhebe allerhöchstens einen Zuschlag von 1 Prozent. Abg. Wigl 0 w (Dem.) wies darauf hin, daß die Kredite für die Landwirtschaft gut Angelegt seien: ein Riftko sei hier nicht vorhanden. Für den Mittel st and seien nicht nur 22 Millionen bereitgestellt, sondern den Danken sei gleichzeitig die Verpflichtung auferlegt worden, von sich aus dieselbe Summe zu bewilligen, so daß die Gesamtsumme 44 Millionen betrage. Dazu kommen vom Reich 30 Millionen und 10 Millionen Mittelstandskredite für das besetzte Gebiet, so daß sich eine Gesamtsumme von 84 Millionen ergebe. Die Kreditverhandlungen der RentMLankkreditanstalt mit Amerika stunden vor dem Abschluß: allerdings würden diese Kredite außerordentlich teuer werden. Abg. t>. Kries (DR) gab dem Wunsche Ausdruck, die E r n t e f r e b i t e für die Landwirtschaft, die in diesem Herbst zurückgezahlt werden müßten, noch einmal zu prol 0ngieren, Staatsbank- Präsident Schröder hielt dies nicht für angängig, da es sich um kurzfristige Kredite aus dem Vorjahre handele. Der Etat wurde dann unoeränbert angenommen. Abbau des Rejchswrrtschastsraies. DaS „Berliner Tageblatt" weiß auf den bereits angekünbigten Entwurf des Reichswirt- -schaftsministeriums über die Umwandlung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates in einen endgültigen mitzuteilen, daß die Mit- ql.ederzahl des Reichswirtschaftsrates von 326 auf 126 vermindert werden soll. Zur Beratung von Spezialfragen sollen von Fall zu Fall Sachverständige hinzugezogen werden. Die Zahl der Abteilungen des Reichswirtschaftsrats, die heute drei beträgt, soll auf vier erhöht wer- den. Im allgemeinen sollen die ständigen Mitglieder sechs Jahre amtieren, ehe sie von der Reichsregierung neu berufen oder von den großen Wirtfchaftsverbänden vorgeschlagen werden. Die Hauptarbeit des Reichswirtschafts- ratcs wird nach dem Entwurf in die Ausschüsse verlegt werden, während die Voll- veisammlrmg nur in Ausnahmefällen zusammen- treten soll. Der Schiedsspruch für Reichsbahnarbeiler. Berlin, 11. Sept. (TU.) In i>en neuen Schlichtungsverhandlungen zur Beilegung des Tariskonfliktes bei der Reichsbahn, die gestern i' ik" dem Vorsitz des Hamburger Schlichters Dr. Stenzel im Reichsarbeitsministerium stattfanden, wurde nach langwierigen Beratungen, die sich bis in die späte Rachtstunde ausdehnten, folgender Schiedsspruch gefällt: L Unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und im Hinblick auf die von der Reichsregierung eingeleitete Preis- senkungsmahnahmen bleiben die bisherigen G r u n d l ö h n e mit den vom 1. September von der Reichsbahngesellschaft vorgenommenen Aen- derungen bis auf weiteres bestehen. 2. Die von der deutschen Reichsbahngesell- schast eingeführten Ortslohnzulagen gelten als tarifliche Regelung. Besondere Härten, soweit einzelne Fälle in Frage kommen, sind noch durch Vereinbarungen zwischen den Larisparteien auszugleichen. 3. Die Schichtlohnzulagen sind vom 1. September von 10 auf 20 Psg. erhöht. lieber die Reuregelung Ser Wirtschaftsgebiete haben die Parteien demnächst im Rahmen des Antrages der Gewerkschaften in Verhandlungen zu treten. Die Erklärungsfrist läuft bis zum 15. September mittags 12 Uhr. Die Erklärung der Eifenbahnarbeiter-Orga- nisationen zu dem Schiedsspruch wird erst heute abend dem Reichsarbeitsministerium zugehen. Rach dem „Vorwärts" werden die Eisenbahner den Schiedsspruch ab lehn en. Sollte der Spruch jedoch auf Antrag der Reichsbahngesellschaft verbindlich erklärt werden, so werden sich aller Voraussicht nach auch die Eisenbahner für den Augenblick damit abfinden müssen. Der englische Gewerkschafts- Kongretz gegen den Dawesplan. London, 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der englische Gewerkschaftskongreß nahm eine Entschließung an, in der die Versklavung der deutschen Arbeiter durch den Dawes- p 10 n verurteilt und das Versprechen gegeben wird, den deutschen Arbeitern in jeder Weise Hilfe zu leisten, um ihren Lebensstandard zu verbessern. Der Kongreß wird aufgefordert, einen internationalen Kampf mit dem Ziele der Aufhebung des Planes in die Wege zu leiten. (!) Der Sekretär des Bergarbeiteroerbandes Cook erklärte, er unterstütze die Entschließung nicht etwa aus Liebe für die deutschen Arbeiter, sondern um zu verhindern, daß der Lebensstandard der britischen Arbeiter durch die infolge des Dawesplans unvermeidliche Lohnreduktion finken werde. Der Plan habe bereits den Kohlenerport ungleich nach dem Kontinent, besonders nach Frankreich, ein- geschränkt und treffe damit den englischen Lebensnerv. Die amerikanischen „Ritter des feuerigen Kreuzes." Berlin, 11. Sept. (SU.) Heute nachmittag würben die beiden in der Angelegenheit des „Ordens der Ritter des feurigen Kreuzes" verhafteten Amerikaner, S t r 0 h f ch e i n Vater und Sohn, im Berliner Polizeipräsidium vernonnnen. Bei beiden wurde zahlreiches Material beschlagnahmt, das auf einen regen Verkehr der beiden mit amerikanischen Gesinnungsfreunden schließen läßt. Dabei wurde fest- gestellt, daß die beiden Strohschein auch Geld aus Amerika bekommen haben. Berlin, 11. Sept. (Abendblätter.) Die Amerikaner wandten sich inzwischen an das amerikanische Generalkonsulat, das sich daraufhin mit der Berliner Polizei in Verbindung gesetzt hat. Die amerikanische Vertretung in Berlin billigt durchaus das Einschreiten der deutschen Behörden und ernennt an, daß bei Bestätigung der gemachten Enthüllungen auch die Ausweisung der Verhafteten gerechtfertigt sei. Die Lage in Marokko. Paris, 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) In Madrid wird amtlich mitgeteilt, daß die Truppen des Front-Abschnittes von T e t u a n , die bisher in Ruhestellung waren, wahrscheinlich heute ihren Vormarsch gegen den Feind bei den Stellungen südlich von Beni-Hozman wieder aufnehmen werden. Die Lage im Abschnitt von Alhucemas ist unverändert. Durch Aufklä- rungsflüge ist festgestellt worden, daß die Beni- Ouriagel. die Tenama und die Deni-Oulischek sich in großer Anzahl inS Innere zurück- ziehen. Bei Bokoja hat man zahlreiche Rif- truppen bemerkt. In der vergangenen Rächt hat sich der Feind dem Vorgebirge von Moro Ruevo genähert, sei aber gleich zurückgetrieben worden. Eine spanische Truppenabteilung rückt südlich vorn Plateau von Gurgous vor. Rach einer Havas- meldung soll General Primo de Rivera beabsichtigen, die Leitung der Operationen in den beiden Kampfzonen zu übernehmen. Er wird sich demnächst nach Melilla begeben. An einer ganz nahe bei Cebadilla gelegenen Stelle der. Küste hatten die Rifleute 48 Bomben versteckt, die im Augenblick der Landung explodieren sollten. Sie wurden jedoch rechtzeitig von deü spanischen Truppen entdeckt und vernichtet. Das französische Geschwader ist eingetrofsen. Kleine politische Nachrichten«. Reichspräsident v. Hindenburg ist Freitag vormittag 8,35 Uhr vom Stettiner Bahnhof mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Reu- Brandenburg und von da aus mit dem Kraftwagen nach S ch w a n d t in Mecklenburg- Schwerin gefahren. Er wird morgen einer militärischen Hebung von Teilen der 2. Reichs- webrdivision beiwohnen. A>n 14., 15. und 16. September wird der Reichskunstwart Dr. R e d s l 0 b die Oberweser und das Weserbergland bereisen, um zu prüfen, ob sich hier ein für die Errichtung des Reichsehrenmals günstiger Platz findet. Künstler, Schriftsteller, Parlamentarier, sowie die Behördett der die Weser berührenden Länder und Provinzen werden den Reichskunstwart begleiten. Der K y f f b ä it f e r b u u b veröfienttichl einen Aufruf, wonach vom 17. bis zum 19. Oktober in Leipzig eine gemeinsame Veranstaltung der deutschen Kriegervereii'.igungen aller Länder statt- findet Eine deutsche M i i l e t sl a n d s p a r t e 1 hat sich durch Zusammenschluß der Aufwcrtungs- und Wiederaufbaupartei, der Deutschen Aufwerlungs- und Auibaupartei und der Partei für Handwerk, Handel und Gewerbe gebildet. Mitte nächster Woche wird sich eine Delegation der deutschen Gewerkschaf- t e n zum Studium der nordamerikanischen Arbeiter- und Gewerkschaftsverhältnisse nach den Vereinigten Staaten begeben. Die deutsche Gewerkschaftsdelegation wird voraussichtlich vom Präsidenten Coolidge empfangen werden. -» Di? Kri.gsbeschädigten und ehemaligen Frontkämpfer des Departements Seine haben eine Entschließung gefaßt, in der sie erklären, daß sie sich als Chrenwächter des Grabes des -Unbekannten Soldaten betrachten und durch eine gewisse unangebrachte Kundgebung, deren Schauplatz der Triumphbogen gewesen sei, schmerzlich berührt worden seien. (Gemeint ist die Kranzniederlegung der deutschen Delegation zum Friedenskongreß.) Eie bäten des- halb die öffentliche Gewalt inständigst, in Zukunft all? Maßnahmen zu ergreifen, damit diesem geheiligten Ort sein wahrer Charakter andachtsvoller Erhebung gewahrt bleibe. Aus aller Welt. Der Deutsche Notartag. Der Deutsche Rotartag, der am 11. und 12. September feine 11. Tagung in Heidelberg zugleich mit der 25. Gründungsfeier des Deutschen Rotarvereins abhält, wurde am Donnerstag mit einem wohlgelungenen Degrüßungsabend eingeleitet und am Freitag früh bei großer Beteiligung eröffnet. Der Eröffnung wohnten von der badischen Regierung Iustizminister Trung, Fi- nanamtnifter Köhler und Ministerialrat Siefert bei. Geheimrat Elze- Berlin begrüßte besonders die vielen Ehrengäste und führte u. a. aus, die Rotare seien berufen und verpflichtet, für die Allgemeinheit Eintracht und Gerechtigkeit zu pflegen. Iustizminister Trung gedachte mit Anerkennung der Bedeutung des deutschen Rotars für das deutsche Volk, die Wirtschaft und den Wiederaufbau des Vaterlandes. Besonders herzlich begrüßt wurden die Vertreter der österreichl- schen Rotare und des Deutschen Rotarvereins in der Tschechoslowakei. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß es sich in den letzten Jahren darum handelte, die Wirts cha f t l i ch e Lage des deutschen Rotariats den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Erstrebenswert sei, daß das Rotariat überall das Mon 0 - pol für die Beurkundung habe. Der Breslauer Doppelmord. Bekanntlich wurde vor einigen Wochen in seiner Breslauer Villa der Universitätsprofefsor Rosen und fein Hausmeister ermordet. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurde die Hausdame Reumann und die Pflegetochter des Ermordeten verhaftet. Run ist vor einigen Tagen dort ein Schwerverbrecher wegen eines Einbruchs in der Provinz verhaftet worden. Rach seiner Festnahme wurde der Polizei von einem ehemaligen Freunde des Verbrechers mit- geteUt, er habe mit der Wirtschafterin Reumann vor einem Jahre ein Grundstücksgeschäft abgeschlossen. Bei dieser Gelegenheit habe ihm die Reumann gesagt, er könne sich in nächster Zeit 2 000 Mark verdienen. Es würden dabei aber zwei Menschen zu beseitigen sein. Rach eingehendem Kreuzverhör erklärte der Verhaftete, daß er vieles über die Mocdsache Roser wüßte, seine Aussagen jedoch nur vor einem besonderen Untersuchungsrichter machen wolle. Er wird heute erneut verhört werden. Goldfunde im Fichtelgebirge. Rach einer Meldung der »Vossischen Zeitung" ist bei Warmensteinach in Oberfranken goldhaltiges Gestein entdeckt worden. Pro Tonne Gestein wurden bei Analysen durchschnittlich 29,5 Gramm Gold gefunden. Wettervoraussage. Weitere Aufklärung, noch vorwiegend nördliche Winde, tagsüber wärmer, sonst fast kalt, nur noch stellenweise geringe Niederschläge oder Nebelbildung. Das Fallgebiet ist weiter östlich abgezogen und liegt zur Zeit über dem Baltikum. Kleine Ausläufer dürften noch vorübergehend geringe Niederschläge auslösen, doch kommen wir nunmehr in den Bereich des nachfolgenden Hochdruckgebietes. Ein schwaches Tief über Island dürfte über Nordfkandinaoien weiterziehen, ohne merkliche Störungen in unserem Gebiet auszulösen. Gestrige lagestemperaturen: Maximum 14,6 Grad Celsius, Minimum 8,5 Grad Celsius. Niederschlage 0,6 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 10,6 Grad Celsius. Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. September 1925. Herbstliches Frösteln. Man sollte es kaum glauben, aber es ist Tatsache: das Feuer brennt wieder im Ofen, dabei ist eS noch nicht einmal Herbst. Der Sommer nimmt Abschied von uns, und wir müssen ihm einheizeu, als wäre er ein alter Mann- der die zittrigen Hände nach der Flamme dehnt. Armer Sommer! Als er kam. war er der frische kecke Knabe, der sich einen Strauß Aehren in das schwarze Lockenhaar geflochten hatte. Lachend schritt er über unsere Felder: überall reifte es unter dem Blicr seiner Augen. Er lag an den warmen ©een, in den duftigen Wäldern: er stand auf der Spitze der höchsten Berge und sang in den tiefen grünen Tälern. Run sitzt er hinter dem Ofen und wärmt sich die Hände, der arme Sommer! Mich fröstelt. Das Fenster darf nicht mehr offen stehen. Es zieht schon wieder durchs ganze Haus, die Türen schlagen, man hat kalte Hände und eine naiv gerötete Rase. Man kokettiert zwar noch mit den Sommerkleidern, aber wer weih, ob es noch ein paar schöne Tage gibt, die und vergessen, lassen, daß es schon recht kalt war? Im Vorgarten blüht noch eine Rose, eine späte Sommerrofe. Zögernd hat sie sich entfaltet, aber ihr Duft ist noch lommcrlich, nur viel zarter als im warmen Juni, wo die Rächte so schwül sind. Die Rose soll sich auf ihrem Stengel verblühen. Wem sollte ich sie schenken? Man denkt nicht mehr daran, Rosen zu brechen, sie haben Dornen, Dornen, Dornen. Fast sind die Kastanien reif, die Kinder haschen schon danach und freuen sich über die braunen glänzenden Dinger, die so schön sind, als wären sie frisch gemalt. Und die Aepfel sind auch wie gemalt. Und das Laub fängt an, gelben zu funkeln, bezogen von den Fäden drs Altweibersommers, die der Wind zerreißen will. Ab und zu kann man schon eine Kartoffelfuhre sehen: es werden ihrer mehr kommen. Dann ist es Herbst. Wie kurz die Tage schon sind, es geht immer rascher hinab. Ein paar Wochen, dann wird es dunkel sein, wenn man morgens aufsteht: dann beherrscht uns der Glühfaden der elektrischen Birne. Richt mehr das Leuchten der goldenen Sonne. Straßenbahn und L16er-Tag. Anläßlich des 116er°Tages hatte unsere Straßenbahn wieder mal großen Betrieb. Sie beförderte insgesamt 4 16 61 Personen, davon am Sonntag, dem Haupttag de: Veranstaltung. allein rund 19 000. Der Hauptbetrieb wickelte sich am Sonntag nachmittag nach dem Festzug und in den Abendstunden ab. Die Zahl öer gefahrenen Wagenkilometer beläuft sich auf 6 062,5. In der Luftlinie gerechnet entspricht diese Kilometerzahl einer Entfernung von den Pyrenäen bis Moskau und zurück. Die Kärntner in Gießen. Der Kärntnergruppe Professor Perkonigs bot gestern abend im Hindenburg die Ortsgruppe Gießen des Vereins für das Deut scht um im Ausland einen herzlichen Degrüßungsabend. Der Vorsitzende Professor Dr. König be- willkommte die Gäste von der deutschen Grenzmark im Südosten, erinnerte an den mutigen und erfolgreichen Befreiungskampf ches Kärntnerlandes gegen jugoslawische Begehrlichkeit und betonte die innere Verbundenheit Kleindeutschlands mit dem tapferen, seines Volkstums bewußten Bauernvolk der Tauemberge. Im Ramen der Provinz Oberhessen begrüßte Provinzialdirektor Graef die Kärntner und feierte den großdeutschen Gedanken, einen der wenigen Lichtblicke in unseren Tagen der Rot und der Schmach. Oberbürgermeister Keller gedachte in seinem Williommengruß der Gießener Hütte als einem stetig toirffamen Verbindungsglied zwischen Hessen und dem schönen Kärntnerlande. Professor Perkonig dankte für den herzlichen Empfang mit einem warmen Bekenntnis zum deutschen Rhein. Darbietungen mancherlei Art, in denen die Kärntner Gäste mit den DerecktSmitgliedern wetteiferten, hielten eine fröhliche Runde bis m die späten Abendstunden zusammen. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Verein für daS Deutschtum im Ausland. 8 Uhr Kathol. Dereinshaus: Kärntner DolkSkunstabend. — Volkshalle, 7.30 Uhr: „General Pvrk" und Konzert. — Ruderklub „Hassia", 8V2 -Uhr Bootshaus: Mitgliederversammlung. — Artillerieverein, 8 Uhr Dereinslokal: Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Die Bacchantin". — Astoria-Lichtspiele: .Die Todesfahrt deS U 777“. — Tages kalender für Sonntag. 25. Stiftungsfest des @.©.©.1900, ab 1.30 Uhr Sportplatz an der Hardt: große Iubiläumsspiele. — Verein Rudersport, 3.30 Uhr: Abrudern. — Polizei- und Schutzhundeverein, vorm 7.30 Uhr auf dem Hinteren Trieb und nachmittags 2,30 Uhr im Philosophenwald: Vorführung von Polizei- und ©chuhhunden. — Obst- und Gartenbauverein: von vorm. 11 bis nachm- 6 Uhr Rosen- und Dahlienschau im ©aalbau Sauer. — Erster Ziegenzuchtverein Gießen: 2.30 Uhr nachm. ©ommer- fest im Schühenhaus. — Lichtspielhäuser wie Samstag. * ** Das Flugzeug .Gießen" unserer Oberhessischen Luftverkehrs A. G„ das gestern erst wieder einen großen Flug von München über Fürth, Frankfurt a. M. nach Gießen machte, wird morgen früh gegen 9 Uhr zu einem Flug nach Fulda auffteigen, um dort bei einem Flug tag eine Reihe von Rundflügen auszuführen. Abends gegen 6 Uhr wird die Maschine hierher zurückkehren. •• Das Ergebnis der Blumenschau des Verkehrsvereins wird im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes veröffentlicht. Mit besonderer Anerkennung hat die Prämiferungs- kommission den Vorgarten- und Fensterschmuck der Gärtnerei von Wilh. Moser belohnt, der allerdings als Berufsgärtner bei Aer Prcis- zuteilung ausscheiden mußte. Hoffentlich wird der Blumenschmuck unserer Häuser im nächsten Jahre noch mehr zur Anwendung kommen, dl8 bisher. ** Das ©tabttbeater veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil die Abonnements-Einladung für die Spielzeit 1925 26. Man beachte die Ankündigung. ** Der Gießener © p 0 rt-Club 1900 hat anläßlich feines Jubiläums die Ehrenpreise, die er in den 25 Jahren feines Bestehens errungen hat, im Schaufenster der Firma F. A. Renn stiel, ©eltersweg, zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. *' Der Ob ft- und Gartenbauverein bietet am morgigen Sonntag allen Freunden der Statur eine Ausstellung von Blumen. Rosen und Dahlien sind es — beide bevorzugte Kinder Floras — die die Tische des Ausstellungsraumes schmücken werden. Die weltbekannte Rosenfirma der Gebr. Schultheis wird ihr bestes Material zur Schau stellen. Wenn die „Deutsche Gärtnerzeitung" von der Mainzer Rosenausstellung zu dem Urteil kommt: »Die Gruppe Schnittblumen der Gebr. Schultheis bot in ihrer Gesamtleistung mit das Allerbeste, eine wahre Augenweide für den Besucher", so erübrigt sich jedes weitere Wort der Empfehlung. Daß die Züchtungsversuche der letzten Jahre auch unsere Dahlie, den Liebling manches Klein- und Hausgärtners, in Form und Farbe auf bedeutende Höhe gebracht haben, zeigen neben den massenhaft vertretenen Ramen die in den mannigfachsten Formen und Farben prangenden Blumen von der entzückenden Edel- bis zur kleinen Pompondahlie. Es dürfte auch der verwöhnte Geschmack auf seine Rechnung kommen. Im übrigen sei auf die heutige Anzeige verwiesen. k. Hohe Medaillen für Gießener Handwerlsarbeit. Eine besondere Auszeichnung erhielt der Schuhmachermeister Fritz B r 0 ck m ü l l e r, Landmannstrahe, auf der Schuhmacher- Fachausstellung in Dingen, indem ihm die Goldene Medaille und ein Ehrenpreis für ausgestellte Schuhwaren zuerkannt wurde. Sein Sohn Fritz Drockmüller jun., der mit der hiesigen Schuhmacherfachschule ausgestellt hatte, erhielt die Silberne Medaille. ** ©in glücklicher Gewinner. Einem Handwerksmeister in Schotten wurde kürzlich von auswärts ein Diertellos der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie zugeschickt, das er nach einigem Ueberlegen auch behielt und bezahlte. Mit diesem kleinen, bunten Papierchen hatte das Glück die Schwelle seines Hauses überschritten, denn jetzt Wurde die Losnummer mit einem Gewinn von 200 000 Reichsmark gezogen, so daß auf den Viertel-Anteil des Schottener Meisters der recht ansehnliche Betrag von 50 000 Mark entfällt. Wenn der glückliche Gewinner davon allerdings auch noch einige Prozente Lotteriegewinnsteuer zu bezahlen hat, so verbleiben ihm doch noch etwa 40 000 Mark, mit denen sich heutzutage ja auch noch allerlei anfangen läßt * Die Astoria-Oichtspiele bringen in dieser ©pielwoche einen an Sensationen bis zur loberften Grenze gefüllten Film, der sich „Die Todesfahrt des U. 777“ betitelt. Eine Unmenge von Stoff und Handlung ist darin zusammen- Sept toirb ein L , t razu g verankere, uns leiten zuteil toerbenbe Veranstaltung Musikhaus Kirchner Wo? im Alter von 70 Jahren. 23. Lebensjahre zu sich zu rufen. 07514 85281) • 7511 sowie BUOD nrfD nachmittags 3l/s Uhr, statt. 07487 41 sehr hoher Provision. 8537ss tiefer Karl Karl ter mötfenllW ® r AbvmMrnti'Tm- 5 26. Klan Wthr nur den Flammen Feuerwehr aus dem ftruth eintraf, war seinen Herd beschränkt ei bae Feuer bereits aus Wie man hört, ist Slumps die- um so schlimmer für die ihre ge- ver- cino I* <(er Dlumtischiu s wird im Zujttgtr.- es heröffenffid)!. Ml t bie Prämiltmnfli* unb Senfterfiimud toter Mofnl. btt r bei her fytif- Hoffentlich wird tyjjiUt m tiMfltm Mrrtz lommm, oll 5j>o rl-Slub IX' iums i>;e Shrenprck seines bestehens «■ er der Firma F L zur öffentlichen fr für Steinbrüche für Tongruben liefert mi8 Borrat Curt Weissgerber Frankfurt a. M. wochabend in der hiesigen Turnhalle „Kärntner" unter Pros. Perkonig dankbare Zuhörerschaft durch ihre frische, mütvollc alpenländische Kunst in Gntzücken seht hatte, fand am Donnerstag wieder gebröngt, und in rasendem Tempo läuft das Schicksal der zwei in Liebe verbundenen CHen- schen vor unseren Augen ab. die ferne Gefahr hindern kann, doch endlich zueinander zu kommen. Landkreis Wirken. sk. Reiskirchen. 12. Sept. Heute morgen kurz vor 1 Uhr brach in dem Anwesen deS GemeinberechnerS St umpf auS bisher noch unbekannter Ursache Feuer aus Ein Gesangverein war noch zur UebungSstunde versammelt, als der Alarmrus in die Rächt hinein erschallte. Er eilte sosort zur Brandstätte und brachte die erste Hilfe Das Anwesen deS Hch Balser. Feldbahn (Steile Mutbenkivver Drcb'cheiben Weichen Ersatzteile Geräte Motore allerbeste Fabrikate, in allen Größen allerbillipiL 1605c Carl Schunck. Pfeffer & Co,, Dresden-A., Ferdinandftraße 6. Einen rätselhaften Fund machten vor einiger Zeit mehrere Kinder beim Drombeersuchen in dem nach Salzhausen zu liegenden Walde Sie kamen vom Häuser Hof her und entdeckten in einer Brombeerhccke eine grössere Korbflasche mit einer in Spiritus liegenden Kindesleiche Man verbrachte die Flasche in« hiesige Aathaus, wo die durch einen Aiddaer Arzt vorgenommene Untersuchung ergab, dass e« sich um die Leiche eines abgetriebenen, im fünften Monat der Entwicklung befindlichen Kinde« handelt Alle Nachforschungen in der Angelegenheit sind bisher ergebnislos geblieben. Man nimmt hier jedoch allgemein an. das) diese ungewöhnliche Art der Beseitigung nicht auf hiesige Täterschaft schlie- hen läht. Da der Fundort in unmittelbarer Bähe der Landstraße liegt, die nach Bad Salzhausen führt, glaubt man. dast die Flasche von einem vorüberfahrenden Auto dort abgestcllt worden ist. Der Fund ist nunmehr nach Gießen in die Anatomie cingelicfert worden. A Michelau. 11. Sept- Der seitherige Beigeordnete Heinrich Kirchner III. wurde einstimmig wiedergewählt. △ Dauern heim. 11 September. Ein Dchweinesegen Das Mutterschwein eines hiesigen Landwirtes brachte 2 4 Junge zur Welt. Areiö Alsfeld. Alsseld, 11. Sept. Nachdem am Mitt Äfltihtsitzer! Einbau und Reparaturen von Bosch - Eisemann- Licht- und Anlasseraniagen Reparaturen von Accumulatoren jeder Art werden fachgemäß als Spezialität ausgeführt. EmllAlthoff,Bahnhofslr.355/ Die Beerdigung findet Montag, den 14. September, nachmittags 3 Uhr statt. Gröhe WüeMe vekMeru»gs-GefklljW! dlcsämtllchcDerficherungszweige betreibt, in allen Kreisen seit Jahren bekannt und eingeführt, beabsichtigt einem streb, samen und zielbewuhten Herrn mit gutem Nus u. Beziehungen zu besseren Kreisen, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft Bezirksveplrßluog oder Generaliptiir sirr Oberhessen möglichst mit Sitz in Dietzen zu übertragen. Es handelt sich um eine sehr aussichtsreiche Existenz. Gewährt werden Reisespesen, hohe Provisionen und evtl. Fixum. Berücksichtigt werden auch Nichtfachleute (abgebaute und pensionierte Beamte), welchen Gelegenheit gegeben wird, sich in kurzer Zeit einzuarbeilen. Angebote unter F. P. F. 518 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. erbeten. ________________________________ 8500s 5____ AuglikschnittkilkS Brennholz Bestellungen nimmt wieder entgegen Danwfiögenietl Coflar -D B. Nuhn A. G. nicht verficheri SS ist , ihn. al« die Frucht noch nicht auSgedrolchen war und Io die ganzeSrnte vernrchtet wurde. der sich in einen anderen Berui einarbeiten will,findeldauerndeLtellung.Schr.Bcwer' bringen an Tb.Bäulke, Gieken,Dolfstr.21. bas unmittelbar angrenzte, war sehr gefährdet, konnte aber durch da- tatkräftige Eingreifen der Feuerwehr gerettet werden. Da das Wohnhaus von der Scheune getrennt stand, fiel letztere Aum Opfer. Als die benachbarten Linden- tymlMr ipclil! Eine erste hiesige Zigarrenfabrik sucht einen bewährten, tüchtigen Reisenden, der mit der Zigarrcnbranche vertraut, nicht nur die alte Kundschaft zu erhalten, sondern auch neue zu gewinnen versteht. Anerbietungen mit Lebenslauf und Angabe von Referenzen unter 8517D an den (Siebener Anzeiger erbeten. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Balthaser Jung V. Emma Philipp, Braut und alle Angehörigen Watzenborn, den 10. September 1925. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. September, nachmittags 4 Uhr, statt. Am 10. September entschlief sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Marie Fey Wwe. geb. Reitz im 81. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.. Karl Fey. Lieh, den 10. September 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. September, „öicien" unfern 2.G., das gell» ug von München üir nach Sichen mach Hf>r zu einem um dort bei cum nbflüflen aufyufüjrc die Maschine hik^r wachte, cxtdcti dir □Bttretjaxbcn verschwunden ör farm nicht angeben, toann di« cniSge- ftiegen sind, ist auch nicht in der Lag«, etne Per- sonenbeschrcibung *u geben. — Don einem Heu- bau am Srkenstruch fhirye das obere (Gerüst eines Lastenaufzug«« ab und traf einen Arbeiter auS Langen so wrglücklich. dast er mit ab stürzte, ör trug habet einen SchädeDruch davon, an dessen Folgen er verstarb - Dor einigen Dächten wurde ein Mädchen, das mit seinem Aad« auS dem Dienst heimfuhr, von einem Burschen überfallen und des Bade« b r - raubt Der Aäuber muhte aber daS Aad. da em Wächter der Dach- und Sehliestgricllschast nahte, gururflaffen. Auf dem Chiwblab der Messe wurde nun am Donnerstag der Aäuber von dem Wächter wieder erkannt und fe ft genommen. G« handelt sich um den alten Zuchthäusler Servatius Jäger 'auS Weiskirchen bl. Dillenburg, 11. Sept. Aachdem die Xunnelbauarbeiten am Bahnhof soweit vorgeschritten sind, hat man vor einigen Tagen aut dem Bahnhofsvorplatz mit den Umbauten de« E m p f a n g « g e b ä u- deS begonnen. Frankfurt und Höchst a. M. fpd. Höchst a. M., 11. Sept. Die Stadi- verordnetenverf ammluna genehmigte einstimmig einen Dertrag. wonach die Stadt Frankfurt a. M. bie Wasserversorgung der Stadt Höchst übernimmt. Frankfurt erhält durch diesen Dertrag die AlögUchkeit. vom HaUerSheimer Wasserwerk au« einen Aobrstrang unmittelbar durch da« Höchster Stadtgebiet legen zu können und übernimmt auf die Dauer von 50 Jahren die Versorgung der Stadt Höchst mit einwandfreiem Wasser in einer Menge, die bis zu 200 Liter pro Kops und Tag betragen dars. Damit ist der Wasserbedars von Höchst für alle Fälle sichergestellt. Der Preis beträgt 12. Pf. für daS Kubikmeter. Die Annahme dieses Vertrages bedeutet den ersten praktischen Ödjritt der Stadl Höchst au« der kommunalen Selbständigkeit in die Einflußsphäre der Stadt Frankfurt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben guten Sohn und Bruder, meinen innigstgeliebten Bräutigam, unseren treuen Enkel, Paten und Neffen , Ludwig Jung nach kurzem schweren, durch einen Unfall erfolgtem Leiden, im Menschenmenge eingesunden, beim Erscheinen der Säfte spielte die Musik den Kärntnermarsch. Unter Musikbegleitung ging eS nach dem Markt- Platze. wo Studienrat Sehboldt eine lune Ansprache hielt und anschsiestend daS Deutschlandlied gelungen wurde. Um 9‘ , Uhr war Kindervorstellung, um 4 Uhr im Holet „Hirsch" BegrühungSkassee. Hieran beteiligten sich über 100 hiesige Personen. Die Begrüßungsansprache, in der auf d e hohe Bedeutung des DesucheS hingewiesen und cm Hoch auf da« Kärntnerland auSqcbrachi wurde, hielt wiederum Herr Seybold 1 für die Stadt sprach ®g. Iörkel. Hieraus ergriff der Führer der Gruppe Prof. Perkönig da« Wort er dankte für den herzlichen Empfang, gab seiner Bewunderung Ausdruck über die Herzlichkeit, die er im Thattenland gesunden, da- ihm ganz anders geschildert worden war und brachte ein Hoch auf Deutschland au«. Der Kaffee sowie der überaus reichliche Kuchen waren gestiftet. Die Vorstellung am Abend in der Turnhalle war sehr stark besucht. Prof. Perkönig hielt hierbei eine Ansprache und wies besonder- auf daS Deutschtum im Kärtnerlande hin Die übrigen Vorführungen waren austerordentlich interessant und sanden reichen Beifall Kreis Büdingen Gesucht Vertreter i Ettingshausen. 11 Sept. Zur Teilnahme an dem Gustav-rldols-Vereinsfest in Giesten haben sich aus dem Kirchspiel Et- tina,Hausen-Hattenrod rund 250 Erwachsene angemeldet Demnach besucht etwa ein Drittel aller erwachsenen Einwohner unserer fcnben Gemeinden da« Fest Aus her Strecke 'PS P r Dr. S-L Lich—Vrunberg kehren, der In ®rünberg Anschlust an den von da mittag« 1.53 Ubr nach Diesten abfahrenden ®ftra- 5-a-t Merlan "ankle für k ^Ren dir oirnnen. *m en. .fük ßaastfl. Mr Die Ä* Tvbessahrt AL'Ä ■ein. bonn 7.30 Ubt nachmittag- W von Pv^ri. ®attrobmi6ttnn; .6 W Avsen- unb - Srftet > upr nachm. 6onuntt» Lichtspielhäuser p» Suche für sofort mehrere Reisende nur gute redegewandte Verkäufer für Tapisseriewaren, Gobelins, Wäsche und andere Textilerzeugnisse an Private bei zug der AeichSbahn bat Auch abend« wird der Sonderzug wieder die Aeisenden in Grün berg aufnehmen und in die Heimat bringen. Da sich auch in der Pfarrei TU ü n ft e r eine groste Anzahl Fest teil nehm er angemeldet hat, und da durch diese Züge für Aiederbessingen eine günstige Fahrgelegenheit geboten ist. werden die Züge stark benutzt werden. — 3m kommenden Winterhalbjahr werden auf der Strecke Lich—Drünberg Werktag« die seitherige n Züge weiterlaufen. An Sonn- und Feiertagen wird wahrscheinlich ein zweites Zug- paar verkehren. Der neu einzulegendr Bonn« tagSzug wird 9.25 vorm. Sich verlassen und den Anschluss an den in Grünberg um 11,15 vormittags nach Diesten fahrenden Zug erreichen, lieber die Lage de« zweiten Zugpaare« find die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Darüber wird letzten Endes die in Kürze statt- findende Generalversammlung zu beschliehen haben. Vorläufig wird dieser Zug an der seitherigen Stelle im Fahrplan erscheinen. Die Gemeinden erstreben einen Abendzug mit Anschlüssen von und nach Gießen. Da die Bahn nach der Konzessionsurkunde drei Zugpaare zu fahren hat. dürfte dieses Ziel zu erreichen sein, ohne daß wesentliche Schwierigkeiten entstehen. t Grünberg, 11. Sept. Der Empfang der Kärntnergruppe gestern vormittag in unserer Stadt gestaltete sich prachtvoll. Schon um 7 Uhr hatte sich am Bahnhof eine große nb Gartenbau- jigen Sonntag d» Ausstellung von W- sind Co - beide k- - hie die Tische M len werden. Hievet Gebt. Schul ihn' 11 »ur £ :tncrjcitung wnJJJ zu dein Urteil !oE> ü ber Sebr.^N ig mit das für den Besuche ,. '° Dort der SmpsehlM w-58 i*S ”* e-'-F.t Ltzr-S km®. sbtee* unLSi »uerfaitd chuhware" ° :ut Di' Silberne . gintF TtuSy * der WJFS schickt. ^^|tt ZSG 'J' Ss-* Ein kleines Wander! DteSlvreidniM.f.ZglN. tabl.OktoberMk.4L— 1 1 iZahrGarant-OTurch- schlage. Lichtb.Zchrift. Kein SnicUeuru Nor- inalwalzenlänge. Ab! Wusch beqieme Eatenxahluno I Prsp. u. Schriitvr. Rückprr. VerlrlebastalleB werden rerntten. F. Danziger, Berlin NW 21 Turmftr. 19 89 Postscheckkonto 78029 Freitag abend 91/, Uhr verschied unerwartet infolge eines Schlaganfalls unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Johannas Heep Witwe AMMle Mio bezw. Beiköchin zum 1. bzw. 15. Oktober 1925 gesucht. Gehaltsgruppe 4 bzw. 3 der Besoldungs- ordnung. Kost und Wohnung im Hause. Aur tüchtige, gesunde Bewerberinnen ohne Anhang wollen ihre Meldungen mit Zeugnisabschriften und evtl, mit Licht- bild einsenden biS zum 25.<5ept. 1925 an die Verwaltung derEhirurgischen u-Ohren- älnib^Älinifen, Giesten. 84ö7D Persönliche Vorstellung erst nach Aus- fordcrderung erwünscht. Achtung! WWW! Herren-Sohlen und -Absätze 4.50 Mk. Damen-Sohlen und -Absätze 3.50 Mk. Sohlen genaht 1 Mk. mehr MeH. smaljtEparfiturenfoUiii H.Btuni, Kirchenplat; 8 Hiesiges Möbel-u.Manufaktunvaren' gefchast sucht jungen Herrn oder Zräulein Schreibmaschine unb Stenographie erwünscht. Schriftliche Angeb. unter 8565V an den Gieß. 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Ltavkcnbttrg itna Rhcinheffen. • Darmstadt. 11. Sept. Die aus 2«nS- heim gemeldet wird, ist die M u t t e r des Mörder« Meon fo schwer erkrankt, dah sie in da« Krankenhaus gebracht werden muhte. Sie ist seelisch völlig zufammengebrvchen. — Hier wurden zwei französische Deserteure von der Polizei ausgcgrifsen: einer von ihnen ist ein Sergeant. Der An last zur Flucht ist wahrscheinlich die Aussicht, demnächst nach dem Kriegsschauplatz in Marokko gebracht zu werden. fpd. Offenbach, 11. Sept. Die AeichS- bahnverwaltung liest zwischen Groh-Auheim und Klein-Auheim eine zweite Mainst r ü ck e erbauen, die beute dem Betrieb übergeben wurde. Durch die Schaffung dieser neuen Brücke mit einem Gleise ist eine wesentliche Verbesserung des Verkehrs zwischen Frankfurt— Hanau mit Süddeutschland geschallen worden insofern, alS Züge nach Heilbronn und Stuttgart jetzt über diese Strecke mit größerer Beschleunigung als bisher geleitet werden können. Dev beschleunigte Perionenzug Eberbach—Hanau— Frankfurt fuhr heute früh in reichem Laubschmuck al« erster über die neue Brücke. Hcnen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 11. Sept. Mit der Regulierung der Aidda auf Frankfurter Gebiet scheint es jetzt Ernst zu werden. 3n den letzten Tagen fanden in Praunheim und Hausen umfangreiche Vermessungen statt. Man hegt die bestimmte Erwartung, dah jetzt auch der hessische Staat etwas mehr Initiative aufbringt, da eine Teilregulierung de« Flusses auf Frankfurter Gebiet halbe Arbeit wäre. — Im D-Zug 89 nach Hamburg wurden dem Kaufmann Gustav Plattner auS Wien von Mitgliedern einer internationalen D-Zug- Diebesbande eine Brieftasche mit 1760 Am., die älhr und sämtliche anderen Wertsachen gestohlen. Plattner war während der Fahrt eingeschlafen und ist von zwei Herren und zwei Damen, die mit ihm im Abteil reiften, ausgeplündert worden. 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Allerdings wäre dazu zu bemerken, daß Kukirol auch schon in Gegenden vorgedrungen ist, wo man von sonstiger Kultur noch wenig spürt. Als Deutsche mochten wir darüber gern mehr sagen, als Geschäftsleute und Mehrer deutschen Exports dürfen wir es nicht, denn es ist den wenigsten unserer arglosen Michel bekannt, unter wie scharfer Beobachtung sogar die deutschen Geschäftsanzeigen in manchen Ländern stehen, und wie die ehrsame deutsche Konkurrenz da nachhilft. On Holland hat es da allerdings keine Gefahr, dort herrscht wirklich Kultur, und der Ruf Kukirolrn Sie! sindet dort den denkbar besten Boden. Hühneraugen und Schweißfüße gibt es auch in Holland, trotz der sprichwörllichen holländischen Reinlichkeit, denn diese allein tut es nicht. Zur richtigen §ußpflege gehört unbedingt Kukirol, als Gegengewicht •egen die naturwidrige Behandlung der Küße durch enges, lustunöucch- Lssiges Schuhzeug. Das vielmllsionenfach bewährteKukirol-Hühneraugen-Pflaster (Schachtel 75 Pfennig) putzt in wenigen Tagen selbst steinharte Hühneraugen mild und gründlich weg, ohne Schneiden, ohne Schaben, ohne Schmerzen. Der Kukirvl-Streupuder (Blechdose 1 Mark) und das Kukirol-Kußbad (Doppelpackung 50 Pfennig) wirken ebenso frappierend gegen das Schwitzen, Brennen und Wundwerden der Küße. Zeder, der schon die Qual auogestanden hat, öle übermüdete und geschwollene Küße in zu engem Schuhwerke verursachen, wird wissen, daß in diestm Zustande jede Tatkraft lahmgelegt wird. Man hat nut den Gedanken: So schnell wie möglich heraus aus Öen Stiefeln. Gegen öfefen Zustanö schmerzhafter Abgespannthelt Hilst das Kukirolen wunderbar, wir raten Ihnen, gleich die ganze Kukirol-Kurpackung zu kaufen, die alle 3 Kukirol-Präparate enthält unö nur 2 Mark kostet. Sie sparen dabei 25 Pfennig. Zahlreiche Aerzte verordnen und empfehlen die vielmillionenfach bewährten und in der ganzen Welt bekannten Kukirol-Präparate. 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He r - ien zu erweichen und Hände 3um (Beben zu bringen; sonst können diese Tausende von völlig schuldlos in tiefstes Elend Geratenen den für sie schon Monate dauernden Ucdcrgang aus einer sicheren, arbeitsamen Existenz durch völlige Verlassenheit und Entwurzlung hindurch in — hoffentlich! — ein neu zu erbauendes Leben hinein unmöglich überdauern. Sie müssen dran zugrunde gehen! _ Denkt doch, es sind Tausende von kleinen Kindern dabei, seit Wochen auf der Flucht, notdürftig mitgespeist durch die Massenernährung; viele, Diele von ihnen ohne auch nur ein Zweites Rocklein oder Hemdlein, ja, es gibt ihrer, die gar kein» haben! Kleine Blondköpfe, die sich verängstigt in Mutters Nock krallen. Adere, noch auf dem Ann der Mutter, gesund und kräftig geboren und nun welke Pftänzchen, weil ihnen alles, aber auch alles fehlt, was so ein Kind braucht, alles außer her rührend sorgenden Mutterliebe, der aber unter diesen Verhältnissen enge Grenzen gezogen sind. Eine stattliche Atttzahl von Frauenvcrbänden hat sich zusammengetan, um ben Vertriebenen zu Helsen. Bewundernswert ist, was beherzte, tatkräftige Frauenarbeit in Verbindung mit den städtischen Behörden in Schneidemühl geleistet hat! Die Wohl- fahrtsstelle in Schneidemühl wird immer ein Ruh- mesblatt deutscher Frauen-Liebestätigkeit fein. Von früh an draußen im Lager, feuern diese Frauen alle Kräfte an, greifen selber zu, richten ein, trösten, bringen mit einem Stab von tatfreudigen Schwestern und Helferinnen Sonne und Seele in das Bild der Trübsal. In der ganzen Bevölkerung herrscht eine Arbeit und Opferfreudigkeit, wie man sie so nur an den Grenzen findet, wo man weiß, was deutsche Not ist! Denn man denke: Seit Jahren flutet Unheil in immer neuer Gestalt über diese Grenze, und jede Not von Osten bleibt zunächst an dieser Stadt hängen und legt ihr schwere Opfer auf! Aber darum herrscht hier auch eine Einigkeit, die wir hier im Innern Deutschlands nicht finden, ist diese Bevölkerung lebendig bis in die letzten Glieder Aber wir anderen Frauen, wollen wir keinen Teil haben an diesem Hilfswerk, bas bort versucht, ber Not Herr zu werben? Haben wir nicht auch ein Recht, an bieser echten Frauenausgabe mit- zuwirken? Sinb unsere Herzen nicht ebenso reich an Liebe? Muß sich biefe Last nicht a u f alle Schultern beutscher Frauen vorteilen? Das obenerwähnte kürzlich gegründete Hilfswerk ber Frauenverbänbe hat schon öelbfpcnbcn in erfreulicher Zahl unb Höhe bekommen. Aber es muß noch Diel, viel mehr geschehen! Laßt euch nicht einreden, Frauen, daß die schlimmste Not jetzt behoben sei! Das ist wahr. Das, was wir Frauen an Liebesdienst zu leisten haben, fängt erst an! Freilich, ber Zustrom hat so ziemlich aufgehört. Die bann Eintreffenben werben größtenteils noch monatelang im Lager bleiben müssen; denn schnell unterbringen läßt sich nur ein Teil ber lanbroirtschaftlichen Arbeiter. Bei einigen Hanb- werkern ist bic Versorgung auch leicht, bei anberen weniger. Am schlimmsten ist ber Wohnungsmangel, ber überall herrscht. Arbeit ist leichter zu beschaffen als Wohnung. In seht vielen Fällen müßen Frauen unb fiinber im Lager bleiben, wenn ber Mann schon fort ist; oft ist auch eins ber Kinber krank. Die Wohlfahrtsstelle, in ber Frauen unb Schwestern bes „Vctterlänbischen Frauenvereins", ber „Caritas", ber „Inneren Mission" unb bes „Roten Kreuzes" in oorbilblidjer Einigkeit arbeiten, einmütig unb ohne Reibung auch mit ben Regierungs- stellen, hat sich ber Frauen, Kinber unb Schwächlichen angenommen. In wenigen Tagen ist bort unter ben primi- trösten Verhältnissen ein Säuglingsheim ent- ftanben. In einer Milchküche wirb für viele Hun- Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. S. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) „Der Tater? HannS, was wird denn aus Bem Tater, wenn du den Lauffen sprengst?" Hanns Ingold audte zusammen. Eng an- einandergebrückt standen sie im schwarzen Schatten und sdhen.den Tatet über den mondhellen Platz in die Finsternis hingehen. „Geh' zu chm! Tleib’ bei ihm, Hermann!" murmelte Hanns, preßte den Trüber noch einmal an sich und stürmte in die schweigende Rocht. Die Worgensonne knisterte im Heu, das rings um St. Ivfeph in breiten Schwaden gemäht log. Ruf den glänzenden TIättem der Nußbäume verdampfte der letzte Tau. Rm Trunnentrog im Wirtschaftshof schuppte der Gärtner der Köchin den Hecht. ..Der reicht für siebenmal herum", sagte er und las die silbernen Schuppen aus dem grauen Schnurrbart, wohin sie bei jedem Zug deS WesserS wie von bet Feder geschnellt zu springen pflegten. Die Köchin wusch den Salat und merkte nicht, daß er ihr die klebrigen Silberplättchen in die krausen Haare fallen ließ. „einmal herum unb damit ist's genug “ gab sie zurück. „Daß ber Herr den Fisch koordiniert hat. ist schon ein himmlisches TJunber." „Orbiniert heißt's, ©cbenebifte“, verbesserte Hotz und warf der Katze, die ihm um die Teine strich, einen Grätling hin, den der Rheinräuber bei sich getragen hatte. „Benedikta heiß' ich, das könnt' so ein Heide endlich einmal behalten." Unb den Salatkopf aus bem Wasser schwenkend, spritzte sie ihm wie von ungefähr die Tropfen ins Gesicht. Fluchend fuhr er empor und stieß den Fisch ‘ in den Trog. „Putz' dir deine Fisch' selber, bu He?'! Ich hab' mich gewaschen, wo bu noch bte Kissen im Arm gehalten haft." Er hob die Sense von ber Trunnenröhre unb ging wieder auf die Grasmatte. Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 12. September 1925 i—irri r?mui ■ ■■ ■ berte von Kinbern einroanbfreie Nahrung bereitet, in einem Nebenraum werben von Schwe'lern unb Helferinnen täglich ein paar hunbert Säuglinge gebadet. Ein Brausebab für Erwachsene ist geplant. Die Unglücklichen können sich in ihren engen burch einen Sackleinwanboorhang verschlossenen Kojen aus ungehobelten Brettern, in benen oft zwei vielköpfige Familien ohne jegliche Möbel Hausen, ja nicht einmal waschen! Noch ist es leiblich warm; (obalb es aber kalter wirb, werben bie großen Hallen, in benen bte einzelnen Kojen mit ihren Strohsacklagern abgeteilt (mb, zugig unb feucht. Schon jetzt klagen bie Leute über Rheumatismus. Der Schuljugend unb ben Halberwachsenen möchte man etwas Orbnung, Anleitung, Beschäftigung unb Zucht geben. Es ist schwer, weil bie Familien aus lauter Angst (wie begreiflich nach all ber Not!) ihre Kinber nicht für eine Stunbe fortlassen wollen. Ein Pfarrer, ein paar Lehrer, ein außerorbentlich umsichtiger Arzt, Dr. Weltli, bemühen sich, ber Fürsorge für bie Op- tantenlinber festere Gestalt zu geben. Was sollen wir Frauen im Lanbe nun tun, wo fehlt es am meisten? Zunächst: Gelbspenben schicken, immer noch, unb zwar an: Deutsche Bank, Dcpositenkasse P.. Berlin W. 57, Potsbamer Straße 96, Konto: „Ring nationaler Frauen" Ostspenbe. Don ben Regierungsgelbem kann nur bas AUernotwenbigste beschafft werben. Alles, was Pflege. Fürsorge,' Wohlfahrt heißt, muß burch Liebesgaben kommen. Bebenkt, biefe Men- (chen haben alles eingebüßt! Die fileibung, bie bic Säuglinge jetzt teilweise im Lager erhalten, können sie nicht mitbekommen. Sie reicht ohnehin nicht annähemb für bie Kinber im Lager. Die, welche bas Lager verlassen, sollen etwas Kleibung mitbekommen. Aber wo ist sie? Schickt beshalb Kleinkinberwäsche, viele, viele Dutzenbe von Windeln! Hemden unb Röckchen nicht zu vergesien. Unb Gummiunterlagen, bie fehlen völlig! Bor allem Kleider unb Mäntel in großen Masten. Die Nähmaschinenfabriken werben um Maschinen gebeten, bic Frauen im Lager können nähen. Schickt Wolle für Strümpfe unb Stricknabeln, es finb viele Großmütter ba, bie stricken wollen. Ebenso sinb einfachst eingerichtete Nähkästen für bie Mabchen erwünscht. Schickt D ö r r 0 b st unb Schokolabe, um bie an unb für sich einroanbfreie, aber berbe Mas- senkost abwechslungsreicher zu gestalten. Schickt vor allem Seife, aber auch Nährpräparate! Ihr In- genbuerbänbe. schickt euren deutschen Kameraben Bälle, Schleuberbällc unb anbere Spiele. Aber an- ftänbige Sachen, nichts Ausgereihtes! Unb wohin bas alles? An bis Wohlfahrts st ekle des Optantenlagers in Schneibemühl (mit bem Vermerk „Hilsswerk ber Frauenverbänbe"). Für größere Scnbungen wirb Freifracht auf ber Reichsbahn gewährt. Wer aber irgenb Platz hat von all ben vielen guten Deutschen auf bem Lanbe, nehme eins ober mehrere ber größeren Optantenfinber, am besten Geschwister, ober Mutter unb Kinb, ein paar Wochen auf, bamit sie einmal roieber in georbnete Verhältnisse kommen. Es sinb boch heimatlose beutsche Kinder und so goldige Geschöpfe darunter! Wir alle müssen helfen, daß diese lebensmutigen treuen deutschen Menschen wieder Herr ihres Schicksals werden und ihnen ihre augenblirT liche fast unerträgliche Lage erleichtern. Könnte man nur allen, die hier im Inlande gemütsruhig ihrem Handel unb ©anbei ober ihrem Vergnügen nachgehen, zeigen, wie bie Vertriebenen in Schneidemühl augenblicklich leben müssen, wie bie Not an ihnen zehrt — wagenweise würben bie Liebesgaben ihnen zuströmen! Die diesjährige Obsternte. Von Kreisobstbauinspektor Die Hoffnungen, bie auf bic biesjährige Obsternte unb -Verwertung gesetzt würben, finb zum großen Teil, wenigstens bis heute, nicht in Erfüllung gegangen. Kalte, nasse Witterung währenb ber burchweg äußerst reichen Kirschen-, Mirabellen-, Reinellauben-, Plaumen- unb Zwetschenblüte störte die Blütenentwicklung unb Befruchtung berart, baß schon von vornherein nur an eine geringe Ernte gebucht werben konnte. Nur bie Z w e t sch e n zeigten sich wiberstanbssähiger, unb alles beutete bei gutem Ansatz auf eine Tiittelernte, ausgenommen in ber Wetterau mit ben Frostschäben in 1923'24 unb im Gebirge. Leiber waren auch hier bie Hoffnungen trügerisch. Schon Anfang Juni würbe ber größte Teil bes Ansatzes burch bie Taschen- ober Narrenkrankheit (Exoascus pruni) zerstört; weitere Vernichtung brachten Mehltau unb bie in Massen auftretenbe Blattlaus. Es kann deshalb nur von einer strichweisen geringen Ernte bie Rebe sein. Wenn bie für Zwetschen gezahlten Preise auch nicht dem geringen Ernteergebnis entsprechen, so finb sie, wie bie Nachfrage, doch zufriebenstellenb. Was bie Birnen betrifft, so kann von einer ooUftänbigen Mißernte gesprochen werben, zurück- zusührcn auf bie reichen, aber minberroertigen Erträge im Vorjahr unb auf ben Frost in 1923/24, ber leicht einen großen Teil bes Birnbaumbeftanbes hätte vernichten können, wenn im Frühjahr barauf nicht günstige Witterung eingetreten wäre. Mit ben 21 c p f e l n als Hauptfrucht steht es günstiger, strichweise sehr günstig, boch bleibt bas Ernteergebnis hinter ben von vornherein gehegten Erwartungen zurück. Bei oberflächlicher Betrachtung der teilweise überreichen Apfelblüte schien es so, als sollte eine vorzügliche Ernte erfolgen. Dem Eingeweihten konnte es aber nicht verborgen bleiben, baß bie scheinbar reiche Blüte eine entsprechende Ernte nicht bringen werde. Die Blüten wirkten in ber Masse, bie einzelne Blüte gestaltete sich jeboch vielfach mehr als mangelhaft; sie war verkümmert in ihrer ganzen Entwicklung, der natürliche Glanz ber Blütenblätter fehlte ganz. Daß aus diesem fehlerhaften Blütenmaterial normale, kräftige unb gefunbe Fruchtansätze heroorgehen sollten, burfte nicht angenommen werben. Die jungen Früchte, bie in ganzen Klumpen zusammenhingen, blieben bis in bie letzte Zeit hinein klein unb unansehnlich. Alles bies ist in erster Linie roieber zurückzuführen Metternich- Tübingen. auf bie Entkräftung ber Bäume burch ben Frost 1923/24. Doch finb biefe unerfreulichen Feststellungen nicht allein ben Frostwirkungen zuzuschreiben, son- bern auch bte Züchter selbst tragen ein gut Teil ber Schutt». Währenb ber Kriegs- unb Nachkriegszeit ist in ber Schädlingsbekämpfung fast nichts geschehen. Die schon stark unter den Frostwirkungen verkümmerten Blüten unb Fruchtansätze litten noch schwerer burch ben Fraß ber Frostspanner-, Ringelspinner» unb Oolbafterrraupen sowie burch bas massenhafte Auftreten ber Blattläufe. Eine solche Ungezieferplage ist in ber Vorkriegszeit nie festzu- stellen gewesen. Nicht genug bamit, es kam im Juli unb August noch ein anbercr, nur aus ben 90er Jahren her bekannter unb von ben meisten Obst- züchlern nicht gekannter Schäbling, bie Dbftminier- motte (Lyonetia clerkella) hinzu. In einem Zeitraum von wenigen Tagen würbe ber größte Teil ber Blätter jüngerer wie älterer Obstbäume (vor- roiegenb Aepsel) bermaßen von ben Müßigen, winzigen grünlichen Räupchen miniert, baß wenig ober keine Stärkeabfuhr mehr ftattfanb. Die befallenen Bäume sind zur Jetztzeit von weither zu erkennen an ben fast braun geworbenen Blättern, bie ein Aussehen haben, als seien sie versengt. Die Früchte berjenigen Bäume, deren Blattwerk vollständig Der- nichtet ist, stehen in der Entwicklung fest, und gelangen somit nicht zur völligen Reife. Der durch diesen Schädling hervorgerufene Schaden ist mancherorts recht bedeutend. Dazu kommt noch, daß das F a 11 0 b ft, das fast wie gesät am Boden liegt unb verfault, 11 n • verwertbar ist. Auch ein Zeichen ber Zeit, biefe traurige Tatsache! Zum Teil bürste bieser Zustanb auf bas Verbot bes Frankfurter Polizei- präfibiums, bas Fallobst zu sogenanntem „Süßen" zu verarbeiten, zurückzuführen sein. Es mag nun sein, wie es will, Verfaulenlassen bes vielfach wurmstichigen Obstes unter ben Bäumen sollte auf jeben Fall oermieben werben. Wirb bas Fallobst im Haushalt verbraucht ober zur Viehfütterung benutzt, so ist eine zweckmäßige Verwertung er- reicht. Im letzten Jahre würbe nämlich von Lanb- roirten wiederholt fcftgefteUt, daß bie Verfütterung von Fallobst auf bie Milcherzeugung nicht unwesentlich einwirkt. Wie sich bie spätere Verwertung bes Schüttel- 0 b ft e s gestalten wirb, ist nicht vorauszusagen. Der Apfelweinkonsum hat infolge bes vermehrten Traubenroeinkonsums bebeutenb a b genommen; auch sinb bic Apfelweinkeller vielerorts noch gefüllt. Denn bies auch voraussichlli.b nur eine vorübergehende Erscheinung ist, so bleibt die Zorge um bic Verwertung ber diesjährigen Äeltcrob ft ernte doch bestehen. Daß aber bic Apfelroeinkeltcrei für dieses Jahr ganz eingestellt wirb, ist trvtzbe innicht anzunehmen. Die inlänbische Ernte wird immer noch verwertet werben können, zumal der neue Zolltarif wesentliche Besserung aufroeift, ein Umstand, der der Einfuhr sicherlich Einschränkung auferlegt; außer- dem ist mit einer geringen Ernte in Württemberg und Baden zu rechnen. Doch steht heute schon fest, daß mit der Abnahme von Keltcräpseln vor dem 1. Oktober nicht zu rechnen ist. und das ist zn begrüßen. Immerhin liegt die Möglichkeit nahe, daß die Kelterobsternte nicht vollständig verwertet werden kann. Da wirft sich nun die Frage auf: Wird nicht auch die Brechobstverwertung einer ähnlichen Krise unterworfen sein? Darauf ist weder mit Ja, noch mit Nein zu antworten. Maßgebend wird hierbei fein, ob mit den Kriegs- und Rach kriegsgewohnheiten ober Untugenden gebrochen wird "ober nicht. Die 'Nachfrage wirb voraussichtlich gut fein, fo auch bic Preise. Der Handel wirb unter allen llmftänben gute Ware, in guter Sorlic rung verlangen. Kraut- unb Rübenware jeboch un beachtet lasten. Schon bei ber Ernte muß auf biefe Tatsache Rücksicht genommen werben. Will also ber beutsche Obstzüchter im Strubel ber Zeit nicht untergeben, so muß er sich unter allen llmftänben ben bestehenben Verhältnissen anzupassen wissen; er bars nur Qualitätsobst auf ben Markt bringen unb sich nicht allein auf bie künftige Gestaltung neuen Zolltarife und Zufälligkeiten verlassen. Daß nur mit der nötigen Sorgfalt das Ziel zu erreichen ist, hat besonders im letzten Jahre die amerikanische Einfuhr bewiesen. Der Reichsverband des Deutschen Gartenbaues hat durch feine unermüdliche Tätigkeit bei der Reichsregierung bedeutende Vergünstigung auf dem Gebiete der Obst- Verwertung erreicht. Es ist deshalb Ehrensache ber deutschen Obstzüchter, den Verband in seinen Bestrebungen durch sorgfältige Lieferung tatkräftig zu unterstützen und die von ihm eingeführte Einheits- Packung zu benutzen, ferner den Beweis zu erbringen, daß er imstande ist, den Inlandbedars vollständig zu decken. Geschieht dies, so wird über mangelhaften Absatz unb schlechte Preise nicht mehr zu klagen sein. Die kommenden hessischen Gemeindewahlen. TI an schreibt uns: Die hessischen Kommunalwahlen sieben vor der Tür. Lange genug hat man die Berwal- tungsreform in Hessen verschleppt, in letzter Stunde hat die Regierung einen rcotdürstigrn Gesetzentwurf vorgelegt, der die Wahlbest immun- gen der Gemeinde-. Kreis- und Provinzial- wghlen in wenigen Punkten abandern will. Aus den Bericht der Darmstädter Redaktion des „Gießener Anzeiger" vom 8. und 9. Sept. 1925 in Ar. 210 und 211 „Gieß Anz." wird Bezug genommen. Der Landlagspräsident hat Torftanb und Aeltestenrat deS Landtags einberufen. 3n aller Eile soll der Landtag zusammentreten, um dieses Flickwerk „in beschleunigter Beratung durchzubringen". Wichtiger als sämtliche im Entwurf enthaltenen neuen Einzelbestimmungen erscheint die Wiedereinführung einer verlängerten Wahlperiode. Die Wahldauer ist auch im neuen Entwurf wieder auf 3 Jahre festgesetzt, eine Zeit, die viel zu kurz ist, als daß sich ein Gemeinde-, Kreis- oder Provinziaiparlament mit der erforderlichen Gründlichkeit über alle Gemeindeangelegenheiten informieren und in alle Terwaltungszweige einarbeiten kann. Mehrere Jahre sind nötig, um den erforderlichen äleber- blick und eine reichere Erfahrung in Gemeindedingen zu gewinnen. An der kurzen Lebensdaaer krankte seither besonders die geineindliche Ter- waltung. In der letzten Zeit der Wahlperiode wurden die gefaßten Beschlüsse häufig wieder Ruth kam ihm entgegen. „Ist der Hecht geputzt, Joseph?" Er hatte das Fräulein gekannt, als es noch kein Fräulein, sondern ein kleines Mädchen war, das gern mit nackten Deinen an 6t. Josephs Acker in den Rhein watete, und konnte das nicht vergessen. Terlraulich antwortete er: „Er schwimmt weiß und fett im Brunnen. Lind wenn die Gebenedikte ihn nicht entwischen läßt, so kommt er heut auf den Tisch. Ein Pfaffenessen, Fräulein Ruth!" „Es ist gut, Joseph!" Sie wollte weitergehen. Ein Klingelzeichen lief durch das Haus und rief nach ihr. Die Glocke des Sprechzimmers hatte angeschlagen. „Fräulein!" „Was habt Ihr noch?" „Fräulein, habt Ihr nichts bemerkt gestern abend?" fragte er und nahm die Sense von der Schulter, stellte sie mit dem Griff auf den Boden und blinzelte Ruch über die Schneide geheimnisvoll an. Als sie ihn fragend anblickte, ein unsicheres Licht in den Augen, fuhr er fort: „Wie wir heim sind, den Fußweg entlang, ist uns einer nach. Mein Seel, eS ist uns einer nach. Der hat gewiß gemeint, ich schlepp' einen Schatz auf dem Buckel, einen Silberschatz, mein' ich. weil doch der Hecht so gespiegelt hat im Mondschein." „Das bildet Ihr Euch ein, Joseph", versetzte Ruth rasch: sie konnte aber nicht verhindern, daß sie errötete. „Ich will den Rhein laufen, wenn'S nicht wahr ist, Fräulein. Er ist nachher um die Mauer gestrichen, so wie der 3ngolb Hanns vor sieben Jahren. Am End' ein Mordbrenner — soll ich daS Chassepot von der Wand nehmen?" „Joseph!" Die Farbe war aus ihren Wangen gewichen. Mit zürnenden Augen blickte sie ihn an, nicht mehr die Tochter, die dem alten Knecht manche Tertraulichkeit erlaubt und nachsieht, sondern das in seiner Scham verletzte Weib. Ehrlich erschrocken starrte er sie an, hob die Sense auf die Schulter und begann eine Entschuldigung zu stottern. „Du machst es mit jedem Wort schlimmer. Geh!" Blaß, dunkle Tränen in den Augen, wandte sie sich ab. „Jetzt hack' mir einer die Zunge ab! Sie ist weiß geworden wie eine Leiche!" Mit gekrümmtem Rücken zog er ins Feld. . Ruth ging langsam ins Haus. Das Glöckchen rief noch einmal, aber sie konnte nicht schneller ausschreiten und ging wie im Traum. Als ihr zwei Kurgäste entgegenkamen, bog sie in einen Rebenweg ein, um Der Begegnung auszuweichen. „Die Post ist gekommen. Drei Briefe und ein Schock Drucksachen!" Mit diesen Worten empfing Engelhardt seine Tochter. Er ging ungeduldig im Zimmer auf und ab, nervös verstellte er den mechanischen- Stuhl, schraubte das Hörrohr ab und wieder an und blickte dabei immer wieder auf die Briefschaften. die noch ungeöffnet auf feinem Schreibtische lagen. Ruch setzte sich mit einem Lächeln, bas einen mütterlichen Anflug hatte, auf den Arbeitsstuhl des Taters und sagte mit gemachter Heiterkeit, während sie die Briefe aufschnitt: „Papa, was machst du nur, wenn ich einmal nicht da bin? Du mußt dich doch noch gewöhnen, die Post selbst aufzumachen." „Tein, nein — du hast eine glücklichere Hand als ich." Er wehrte hastig ab und mit einer Bitterkeit, als hätte die kleine Eigenheit ihren tiefen Grund. „Das darfst du nicht mehr sagen, Papa. Mir zuliebe nie mehr." Sie blickte ihn über die Briefe hinweg mit einem entschiedenen Ausdruck in den klaren Zügen vorwurfsvoll an. „Ra ja. Mädel, spieß mich nicht auf, ich will mir ja die unnützen Anspielungen verkneifen. Aber denken, daran denken werd' ich mein Lebtag, Ruth, denn dazu ist mir die Sache doch noch zu tief gegangen. Hat mir kein Orakel gesagt, daß ich mal hier in der Stille hausen und natur- schwärmen und Rerveninenschen aufbügeln werde." „Papa!" „Ist es etwa nicht so! Unb du, du lebst wie eine Rönne — dafür ist es ja ein Kloster — und bemutterst den alten Herrn. Unb die Mutter, die liegt in der fremden Erde, und der Rhein singt ihr immerzu ins Grab, immerzu, immerzu. Siebzehn Jahre singt er ihr schon, und das ist das Schönste, daß der Lauffen noch sein Rauschen singt, wenn Mutter einmal nicht mehr allein liegt auf dem Friedhof von Rheinau." Ruth tat, als hörte sie nicht, wie der Taler redete. Eie wußte, daß man ihn gewähren lassen mußte. Gewissenhaft las sie die Briefe. Drei enthielten Anmeldungen für den Juli, zwei kamen von Herausgebern balneologischer Wegweiserund ersuchten um Einsendung von Indikation und Ortsbeschreibung der Anstalt. „Papa, Professor Lahmann schickt unS einen Patienten." Mit diesem glücklichen Wort unterbrach sie seine bitteren Bemerkungen. „Lahmann! So? Ra. der Lahmann war immer ein anständiger Mensch, und seine Herztherapie — alle Lichtung. Wen schickt er mir denn?" „LieS selbst, Papa!" Er nahm den Brief auS ihren Händen und fuhr fort, ohne ihn zunächst zu lesen: „Er wollte auch einmal Chirurg werden. Ein prächtiger Assistent, auf den man sich verlassen konnte. Besser als auf sich selbst. Er hätte die Ruptur —" „Papa!" DieSmal rief sie ihn scharf zur Ordnung. Engelhardt brach ab und rih den Brief wie schuldbewuht an die Augen. „Rekonvaleszent nach schwerem Unfall — durch Berührung mit dem Starkstrom — ein Sohn des Kommerzienrates Thlander in Berlin- Lichterfelde. Der gute Lahmann will wohl etwas für den Engelhardtschen Geldbeutel tun. Was sollen wir denn mit einem Industriekapitän hier anfangen? Der läuft uns am dritten Tag davon und geht nach St. Moritz oder in den „Weihen Hirsch". Mit Barfuhlaufen und Abreibungen unb einer Hechtschnur halten wir ben nicht fest." (Fortsetzung folgt.) KW MW W W OU Gch MU tonfih iN mH n Volk D Dock «ins tant unb Qßarl beutf haste ynfei mit'. derer Desto gen nicht ©nq Heb’ onM fessic em bahn der trtoai lassen von I fiängi im,1 aus nach der die ■ und weit Einz Bild «mcitet rertöjffetf ist vom 14. September ab bis Ende des Monats verreist Vertreter sind die Herren: l>r. MeyerhoJT, A. d Johanneskirche 5 San.-Rat l>r. Schllephake, Goetbe.straße 44 ohs» 6>r. Wilhelm Klein, Neuen Bäue 29 ia.ta»Writt fflr Zvdvme und WsdrMMae liefert prompt MAWU«SE Köln, Limburgerstratze 3 Telebon Moicl 1356. 8528V boten, oft siegte nicht der klügere Verstand, das Ehr- und Taktgefühl des Kandidaten, sondern der Geldbeutel oder das größere Pumpgenie des Gegners. Altbewährte Bürgermeister haben dadurch oft den LIndank ihrer Gemeinde erfahren. 3n einer größeren Gemeinde der Wetterau sollen bei der Bürgermeisterwahl an 15 OOO Mark auf das Wohl des kommenden Ortsoberhauptes vertrunken worden sein. DaS zuständige Kreisamt griff bedauerlicherweise nicht ein. Ist es bei diesen Zuständen ein Wunder, wenn die Moral tiefer sinkt, wenn die Reinheit des öffentlichen Lebens mehr und mehr Rot leidet? Der Kreisausschuß des Kreises Schotten hat in etwa zehn Fällen die Wahl aus Anlaß stattgehabter Zechgelage aufgehoben, mit Fug und Recht, auch andere zuständige Stellen legten den gleichen, strengen Maßstab an. Es ist ein dringendes Gebot und öffentliches Interesse, daß rücksichtslos mit den schärfsten Mitteln einge- griffcn wird, um die Sauberkeit und die Ehre in den gemeindlichen Selbstverwaltungskörpern zu garantieren. Hier hat der Landtag ein De- tätigunsfeld, er sollte in das neue Wahlgesetz eine Bestimmung aufnehmen, nach der jede Wahl für ungültig erklärt wird, die durch Freibier und derlei Spenden ir- gendwiebeeinflußt worden ist. Das Gesetz sollte auch jeden Spender oder jeden Wirt mit empfindlichen Strafen belegen, der vor oder während der Wahl Geschenke, Trink-, Rauch-, Ehwaren und Genußmittel an Wähler frei verabfolgt, in gleicher Weise auch den bestrafen, der sich solche Geschenke versprechen oder gewähren läßt. Eine solche Bestimmung erscheint uns viel wichtiger als die im Entwurf vorgesehenen Rebensächlichkeiten, amtliche Stimmzettel. Wählbarkeitsalter 25 Jahre, einfache Stimmliste, sechsmonatliche Anwesenheit in der Gemeinde und dergleichen mehr. Dieses hohe Ziel, die Reinheit und Ehrenhaftigkeit im öffentlichen Leben, besonders in unseren Gemeinden mit allen Mitteln mehr und mehr zu erstreben und zu fördern, die Ruhe und Einigkeit in einer Gemeinde zu wahren, sollte für Regierung und Landtag oberste Richtschnur bei dem neuen Kommunalwahlgeseh sein. Nie CarifpoliM der Straßenbahn In unserer Rc. 196 vom 22. August haben wir in einem Artikel „Lehren vom Kreisturnfest" die Anregung gegeben, die T a r i f p o l i t i k der Straßenbahn anläßlich großer Beran st altungen einer Rachprüfung zu unterziehen. Dieser Vorschlag entsprang einerseits der Erwägung, daß mit den erhöhten Straßenbahnfahrpreisen unserer dringend notwendigen Verkehrswerbung letzten Endes nicht gedient sein kann, sodann aber auch dem Um- stand, daß man in der Bürgerschaft allerlei kritische Bemerkungen über diese Verteuerung hören konnte. Anläßlich des 116er-Tages wurde diese Fahrpreiserhöhung erneut angewandt. Welche Beurteilung sie in der Einwohnerschaft findet, geht aus der nachstehenden Zuschrift aus unserem Leserkreise hervor, deren Stellungnahme sich übrigens deckt mit mancherlei mündlichen Beschwerden, die uns vorgetragen wurden. Der Einsender schreibt uns: Kliniken, zur Schule oder an die Arbeitsstelle zu gelangen, die Strecke befuhren, nur weil in Gießen gerade ein Fest war zu dem ohnehin schon viel zu hohen Fahrpreis noch einen Zuschlag bezahlen. Warum das notwendig war oder sein soll, sieht kein Mensch ein, und es ist bis jetzt auch iwd) nicht der Versuch gemacht worden, die Oeffentlichkeit hierüber aufzuklären. Die Fahrgäste, die gar nicht in der Lage sind, zu dem betreffenden Feste zu fahren, zerbrechen sich die Köpfe über diese Anordnung und sind der Meinung, es sei wohl eine Strafe, weil sie zufällig keine Festbesucher sind. Aus Anlaß des Kreisturnfestes wurde die mehrtägige Tariferhöhung von der Stadtverordnetenversammlung nur für dieses Turnfest beschlossen, vom 116er-Tag oder weiteren Veranstaltungen war dabei aber keine Rede. Soll die einmalige Ausnahme denn nun für alle größeren Veranstaltungen gelten? Diese Absicht wäre doch im Interesse der S-adt zu revidieren! Bei der Derkehrspolitik darf man nicht von dem Grundsatz ausgehen, zu nehmen was irgendwie zu erreichen ist, denn hierbei leiden dann andere wichtige Belange, so z. B. das Ansehen der Stadt draußen bei den Fremden, gar zu leicht not. W." In Frankfurt a. M. hat die Straßen- bahndirektion z. B. erst kürzlich anläßlich der Arbeiter-Olympiade weitgehende Fahrpreisermäßigungen für die Festbesucher erntreten lassen und damit zweifellos verkehrsfördernd gewirkt. Wenn man in Gießen diesem Beispiel nicht folgen will, so sollte man ober wenigstens von einer Fahrpreis-Erhöhung Abstand nehmen. Wir einpfehlen noch einmal, die bisherige Tarifpolitik der Straßenbahn bei großen Veranstaltungen zu revidieren, denn die Bedenken, die auch der Einsender in durchaus zutreffender Weise schildert, .sind so gewichtig, jbafe man sie im Interesse unserer Verkehrswerbung nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Frankfurter Theater. Leopoldine Konstantin ist zu einem zehntägigen Gastspiel ins Reue Theater gekommen. Sie bringt gleichzeitig eine Ausgrabung Alexander Dumas: „Demimonde" mit. Ihre Susanne d'Ange, diese Hochstaplerin der Liebe großen Stils, ist das einzige, was eventuell die Aufführung dieser Komödie rechtfertigt. Aber eben ihre, in allen Farben schillernde Susanne macht dieses Stück interessant und amüsant. Sie spielt diese „talentierte Kanaille" so elementar, so in jeder Verstellung sprühend, daß es eine reine Freude ist, die immer wieder sich aus allen Fallen herauszuwinden weiß und letzten Endes die beiden Freunde doch noch mit schlauer Großartigkeit übertölpelt, zuzusehen und zu hören. Durch vier Akte hindurch ist sie die große Katze, spielerisch, schmeichelnd, dann fauchend und die Krallen der Bestie zeigend. Ohne sie wäre diese Susanne Dumas längst von den Kokotten Ver- neuils überholt, aber die Konstantin versteht es meisterhaft, auf einer ganzen Skala von Gefühls, und Stimmungstönen zu spielen. Die anderen verblaßten gegen diese, in allen Szenen überragende Darstellung der Künstlerin, sie assistierten dem Gast geschmackvoll. Rach der „Susanne" wird der nicht unberechtigte Wunsch, die Konstantin in schnell einen Kiibler-Anzeg holen! Schulstraße 4 Heim kühlen Wetter *> =F= ’ weniger von der Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl. als von den kommenden Kommunal- Wahlen diktiert, und in den letzten Wochen fällt dieser Mißstand dem Kenner und Beobachter der Verhältnisse besonders in die Augen. Dazu kommt, daß eine Wahlagitation einsetzt, die die Bevölkerung nicht zur Ruhe kommen läßt. Das Jahr 1925 ist ein außergewöhnlich unruhiges uno Unfrieden bringendes Wahljahr gewesen, das in manchen Gemeinden geradezu zerrüttete Verhältnisse, die noch jahrelang nachwirken, gebracht hat. Schlimmer als Reichs- und Landtagswahlen wirken stets Kommunalwahlen, da die Auswirkungen einer Gemeindeverwaltung der Masse begreiflicher und augenscheinlicher sind, der Kampf auch mehr ins persönliche Gebiet übergreift. Mit welcher Erbitterung, mit wie wenig vornehmen Mitteln man sich hier oft gegenseitig bekämpfte, haben zahlreiche Bürgermeister- und Beigeordnetenwahlen hinreichend bewiesen. Der allgemeinen Volksmoral ist vielerorts ein harter Stoß versetzt worden. Dieselben heftigen Kämpfe sehen zum Jahresschluss bei den Kommunalwahlen wieder ein, und 1925 wird nicht *in Frieden aus- klingen, sondern tiefe Risse und Spaltungen in vielen Gemeinden zurücklassen. Dem sollten Regierung und Landtag möglichst entgegenwirken: hier ist ein Feld, auf dem mehr ausgleichend und versöhnend gewirkt werden kann, als mit mancher gesetzgeberischen Halbheit. Die Wahlperioden müssen verlängert und der frühere, altbewährte Grundsatz muß wieder eingeführl werben, nach welchem der Gemeinderat auf mindesten- 6 Jahre, die Bürgermeister und Beigeordneten auf mindestens 9, wenn nicht auf 12 Jahre zu wählen sind. Alle 3 Jahre hat die Hälfte des Gemeinderats auszuscheiden. Solch altbewährte Grundsätze hätte man nicht kurzerhand aufgeben sollen, und wenn jetzt die Unhaltbarkeit der kurzen Wahlperiode jeder einsichtige Mensch bestätigen muh, so sollte man nicht im blinden Parieifanatismus an dieser falschen Neuerung hängen, sondern wieder bald zum alten System der längeren Wahlperioden zurückkehren. Das durch die Kriegs- und Rachkriegszeit genügend aufgepeitschte und nervöse Volk braucht mehr politische Ruhe und Erholung. Ferner wünscht die Bevölkerung allgemein das ungebundene Listenshstem. Siö will das Recht und die Freiheit haben, ihr ungeeignet erscheinende Kandidaten streichen zu können. Mag sein, daß die Stimmenzählung bei der Feststellung des Wahlergebnisses schwieriger und zeitraubender ist. doch dies ist eine zu behebende, formelle Schwierigkeit. Aber im System der freien Liste dringen der Volkswille und die Vernunft siegreicher durch, als in der gebundenen Liste, bei der oft ungeeignete Zufallskandidaten ein hohes Kommunalamt unverdient erhalten. Darum weg mit dem unbeliebten und nicht bewährten System der gebundenen Listen. Auf einen groben Mißstand, der sich bei den kürzlich stattgehabten Bürgermeister- und Bei- geordnetenwahlen mehrfach sehr unliebsam bemerkbar gemacht hat, muh in aller Oeffentlichkeit hingewiesen werden, nämlich auf die stattgehabten maßlosen Trinker eien und Spenden. In widerwärtiger Form ist vielfach das höchste Ehrenamt, das eine Gemeinde zu vergeben hat, durch Freibier, Schnaps und sonstige Trink- und Ehwaren erkauft worden. Die Parteien haben sich vielfach in Gelagen über» 8553a „Anläßlich des 1 Iber-Tages hat die Direktion der Städtischen Straßenbahn den Fahrpreis auf der Straßenbahn auf allen Strecken ohne Rücksicht auf die Streckenlänge wiederum, wie beim Kreisturnfest, auf 20 Pfennig erhöht. Wenn die Stadt Giehen ein größeres Fest, das einen starken Fremdenzustrom nach Giehen bringt, dazu benutzt, um diejenigen Festbesucher, die den Festplatz mit der Bahn erreichen wollen, mit einer Tariferhöhung gewissermahen zu bestrafen, so ist das nicht nur eine Angelegenheit der betreffenden Festbesucher, sondern geht in erster Linie die ganze Oeffentlichkeit an. Festhallenbau, Errichtung der großen Sportplatzanlage auf dem Trieb usw. sind Anlagen, die einer grohangelegten Fremdenwer- bung dienstbar gemacht werden sollen. Kliniken, Theater, Museen und Ausstellungen, nicht zuletzt die hübsche Umgegend Gießens unterstützen eine derartig geschickt eingeleitete Werbung. Den Vorteil hat hiervon nur scheinbar die Geschäftswelt allein, in Wirklichkeit kommt er in vermehrtem Geldzustrom, erhöhter Steuerzahlung usw. auch der Allgemeinheit zugute. Aber eines ist hierbei unter allen Umständen zu bedenken: Die Fremden sollen gern und oft nach Gießen wiederkehren, erst dann hat die Fremdenwerbung Sinn und Zweck. Da drängt sich nun angesichts der Tarifpolitik der Straßenbahn die Frage auf: Liegt eine solche Erhöhung des Fahrpreises bei größeren Feste im Sinne der hier angebeuteten: Fremdenwerbung, und wird diese hierdurch gefördert? Die Frage ist unbedingt zu verneinen. Denn Giehen dürfte mit einer derartigen Handlungsweise wohl einzig dastehen. Wohl alle Städte nehmen erhöhten Frembenzustrom zum Anlah, ihre Verkehrsmittel dadurch empfehlend zur Geltung zu bringen, dah sie zu verbilligten Fahrpreisen fahren. Sogar die Reichsbahngesellschaft macht ja verbilligte Gesellschaftsfahrten, um Fahrgäste heranzuziehen. Gießen blieb es bis jetzt Vorbehalten, das Gegenteil zu tun und bei einem großen Teil der Festbesucher den Eindruck zu erwecken, dah ihre Anwesenheit der Stadt Veranlassung gibt, ein besonderes ..Schnittchen" zu machen. Was würde die Stadt Giehen sagen, wenn beispielsweise die Reichsbahn aus Anlah des 116er- Festes die Fahrpreise aus allen Richtungen nach Giehen während der Dauer des Festes erhöht hätte? Denn was die Städtische Straßenbahn tut, könnte die Reichsbahn doch auch! Es handelt sich hier aber letzten Endes nicht um die Erhöhung um 5 Pfennig, sondern um den Eindruck, der hierdurch außerhalb Gießens erweckt wird. Etwas derartiges macht doch schließlich ob seines außergewöhnlichen Charakters die Runde durch die Lande. Die Auswärtigen werden dann den Eindruck einer unbilligen Liebervorteilung bekommen. And trenn diese Auffassung erst einmal Wurzel gefaßt hat, ists mit der „Fremdenwerbung" vorbei, und die Interessen der Allgemeinheit sind auf das schwerste gefährdet. Die Sache hat aber noch einen weiteren Haken. Es ist doch wohl nicht anzunehmen, daß alle Einwohner Giehens für jede Veranstaltung in der Volkshalle als Besucher in Betracht kommen. Jedoch muhten bisher sämtliche Benutzer der Straßenbahn, ob sie nun aus geschäftlichen Gründen, oder um an die Bahn, in die Um den Wünschen meiner Kundschaft gerecht zu werden, habe ich für die Winter-Saison 1925/26 Mädchen- und MÄWWMW! Treu meinem alten Prinzip, führe ich in modernsten Formen und Farben nur erstklassige Qualitäten allerbilligst in den Preislagen von Mk. 18.50 20.00 25.00 30.00 35.00 usf. An- und Verkauf 8533V von Dr. Haubach von derReise zurück 8561D steigert werden. - Tamniftraste 12. 07527 Guter Militärwagen Rttder, Achsen billig zn varb. , Carl Schnnck. DoppdriarkseraHcs mApofh.u.to9gerfcol Damen Kopswaschen m. elcfir. Apparat, elcg. GescUichastö frimrcit mit unter Ondulation. 07460 Gtagen-Damen- Frister-Kalon Jmu Brno Sterling Gnanthstraße 34. Jetzt ist die Zeit für Merkgu uoö Lebertran- Emulsion Bewährte Marken wie Skott, Zalewski etc. empfiehlt die W,OD Mer-JrMic Apotheker W. Waldiehmldt Seltersweg 39 oorm. Otto Schaaf. 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Auch die anderen Dramen de- Dichter- (.TDoyeT. .Levnce und Lena") haben erst vor wenigen Zähren in Darmstadt eine bühnenmäßige Wiedergabe erfahren. nachdem sie schon längst anderwärts zahlreiche Aulsuhrungen erlebt hatten. Mit .Danton- Tod" wurde die Schauspielsaison de- Hesstschen Lande-theater- eröffnet; dieser llrnftanh. ferner die Erstausführung eine» heimatlichen DtchterS, bellen Familie noch hier lebt, fototc da- erste Auftreten einer Reihe neuverpflichteter Schau- fpielkräfte waren der Anlaß. dah ta« LandeS- theater fehr stark besucht war und auf dem Publikum die Spannung eines besonderen Er- eigniffe- lag. Die Auftührung war in allen Teilen sorgfältig vorbereitet und durchgeführt. Heinrich Heilinger al- Danton wuchs im Laufe de- Abend- zu einer Monumentalfigur wcileften Ausmaßes, Die 3nf genterung hatte die große Linie gefunden, auf der allein der szenische Aufwand diese- Werke- glatt ablaufen konnte und die Spielleitung war im Tempo lebendig und stark, so daß da- vollbesetzte Haus mit reichem Beifall danken konnte. Bolksbildnertagung inMarburg Dom 22. bi- 26. August fand in der Deutschen Dorfe zu M a r b u r g auf Einladung des .D e r- einS für da- Deutschtum im AuS- lan d". Berlin, und de- .3nstitutS für Grenz- und AuSlanddeutschturn" an der Universität Warburg eine Tagung von Dolk-bildnern des deutschen Sprachgebietes statt. Man hatte nam- haste Führer in dem Kampf um die Erhaltung unseres Dolk-tumS in den bedrohten Gebieten mit Männern aus dem Reiche zufammengeladen. deren Erziehungsarbeit von dem Glauben an eine Gestaltung unsere- DolkeS au- dem gegenwärtigen Chaos heraus getragen wird. Es sollte nicht nur darauf ankommen, zwischen beiden Gruppen eine engere Berührung herzustellen. Heber die Feststellung einer gemeinsamen weltanschaulichen Grundlage bei verschiedener Konfession und Parteirichlung hinaus gelang eS. ein gemeinsames Ziel und schon einige Wege dahin aufzuftnden. Uebeneugt von der Tiefe der deutschen DildungSkrise und dem bald zu erwartenden offenen ran treten ihrer Merkmale lassen sich heute deutsche Menschen nicht mehr von den, großen Fragezeichen hinter den marktgängigen Bildung-werten unserer Tage abschrek- fen. auf dem Boden von DolkStum und Heimat aus den ewigen Schopfungskräften de- Lebens nach fraglosen Bildung-werten für den Deutschen der Zukunft zu suchen. Hier und dort finden sich die Ansätze und Wurzeln, deren Zusammenfügung und weitere Stärkung sich die Tagungsteilnehmer weiter eifrig angelegen sein lassen wollen. An Einzelvorträgen seien hervorgehoben: .Wege zur Bildung von Dolksdeutschlano" (Dr. Mannhardt. Marburg). .Dildung-arbeit im Außenkrei-" (ein Gren-deutscher). .Der Lehrer m der deutschen Au-lMid-fchulc' (Walter Weber. Berlin). .Die Franzosen im Saargebiet al- deutsche Bolls- erzieher" (Stadtschulrat Dongard. Saarbrücken). .Da- DerbältniS volk-erzieherischer Arbeit zur DolkSwirklichkeit" (Landrat Stelyer. Rendsburg), .Deutschkunde al- Grundlage der gesamten Schularbeit" (Dr. W. Hosstaetter. Dresden). .Erneuerung der Erziehung aus dem Geiste der Gemeinschaft" (Paul G. Münch). Ferner wurde über den Stand der DolkSbildung in den verschiedenen deutschen Außengebieten berichtet. Erinnerungen der Tochter von Rodert und Elara Schumann. 3m Derlag von 3. Engelborn- Aachs, werden in der Reihe .M ufikalifche DolkS- bücher" demnächst die Erinnerungen von Eugenie Schumann, der Tochter von Robert und Clara Schumann, erscheinen. Wie wir hören, enthält da- Werk eine Fülle interessanten Materials. darunter die erstmalige Deroftentlichung eines Manuskripts von Robert Schumann sowie zahlreiche großenteils unbekannte Bilder. Turnen, Sport und Spiel. Berliner Meisterschafts-Boxkämpfe. Berlin. 12. Sept. (TTl.) 3n dem gestern abend ausgefochtenen B o ff k a m p s uni den deutschen Meisterschaftstitel im Schwergewicht hat Breiten st räter nach 15 Runden den bisherigen 3nhaber des Titel-, Samson-Körner, nach Punkten geschlagen und sich dadurch den MeisterfchaftStites zurnck- erobert. Reben dem deutschen Meistcrschasts-Dor- kampf im Schwergewicht wurde auch die deutsche Meisterschaft des Bantamgewicht- entschieden, die Feliff Friedemann- Hamburg als Herausforderer gegen den bisherigen Meister Hrban Graß- Köln in der 12. Runde durch Aufgabe gewann. Dec dritte Meisterschaftskampf im Federgewicht endete mit dem haushohen Punktsiege des Herausforderers Edi Schmidt -Bremen über den bisherigen Weister Otto Beyer ling - Köln. Schachturnier um die Mcifterschaft des Rheins. 3n der siebenten Runde deS Rheinmeister- turniers gewann Brech (Aachen) durch gutes Spiel gegen Fleißner (Mannheim). Bleutgen (Mainz) gewann gegen Schapiro (Köln) durch ein glänzendes Figurenopfer. Gebhardt (Saarbrücken) und Härtel (Köln) lieferten sich eine Remispartie. somit hat Härtel den ersten halben Zähler erreicht. Die Partien Weißgerber (Saarbrücken) gegen Kemper (Krefeld) und Ruchti (Speyer) gegen Orbach (Frankfurt a. M.) wurden abgebrochen. Werner war spielfrei. 3n der achten Runde gewann Brech gegen Werner, weil letzterer eine Figur einstellte Gebhardt und Ruchti lieferten sich eine AemiSpartie. Die Partien Schapiro gegen Hartei. Kemper gegen Bleutgen, sowie Fleißner gegen Weiß- gerber wurden abgebrochen. Orbach war spielfrei. 3n der neunten Runde deS rheinischen Meisterturniers getoann Orbach bereits im 24. Zuge gegen Gebhardt (Saarbrücken) in einem abge- lehnten Damengambit. Weißgerber (©aarbrüAm) gewann gegen Werner (Mannheim) im 22. Zuge durch ein glänzende- Fgurenopfer nebst un- deckbarem Matt. Schapiro (Köln) kam iy» Stunden zu spät und wurde ihm demzufolge feine Partie gegen Ruchti (Speyer) als verloren angerechnet. Die Partie Kemper (Krefeld) gegen Hartcl (Köln) wurde remis. Die Partie Bleutgen (Mainz) gegen Fleißner (Ludwig-Hafen) wurde abgebrochen. Brecht i Aachen, war spielfrei. Gerichtssaal. fpd. UcbermäßigcS Moto r ge räusch wird bestraft Ein Frankfurter Mowrrad- hafte in Wetzlar fein Motorrad weit starker als nötig mit Geräusch laufen lassen und dafür einen Strafzettel über dreißig Mark erhalten. Dagegen hatte der Mann Einspruch erhoben. Das Wetzlarer Schöffengericht als Berufungsinstanz vernahm in der Angelegenheit eine Reihe Zeugen und erhöhte dem Frankfurter Motorradfahrer die Strafe auf fünfzig Mark und bürdete ihm außerdem noch die recht beträchtlichen Aebenkosten auf. Lpiclplan Der ^rankfut cr Theater. Opernhaus. Sonntag. 13 Septbr.: Die Walküre. Montag. 14.: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag, 15.: Die Hugenotten Mittwoch, 16.: 3ntermezzo Donner-tag. 17.: Tiefland. Freitag. 18.: Fidelio. Samstag, 19.: Die Fledermaus. Sonntag, 20 . Die Zauberflöte — Schauspielhaus. Sonntag. 13. Sept.: Einer von unsere Leut. Montag, 14.: Die Andacht zum Kreuze. Dienstag. 15.: Das Leben, da- ich dir gab. Mittwoch. 16 : Die drei Zwillinge. Donnerstag. 17.: Das Leben, das ich dir gab. Freitag, 18 : Bürger Schippel. Samstag, 19.: Der goldene Schnitt. Sonntag. 20 : DaS Leben, das ich dir gab. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Sonntag, 13. September. 8 bis 9 Hßr: IkbetUagung von Kassel: Morgenfeier. 4 bis 5 Alßr. Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Luigi Cherubim. 5 bis 6 Alfjr: Kinderstunde. 6 30 bis 7 Uhr: .,Lebenskunst", eine Reihe von Borlesungen. 7 bis 8 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen DerbandeS für Volksbildung: ..Die Geschwister". Schauspiel von Goethe, vorgetragen von Mitgliedern des Künst- lertheaterS für Rhein und Main. 8.30 bis 9 ilßt: Das Amor-Quartett. 9.45 llßr: „... wie einst im Mai". Montag, 14. September. 3Uhr: Wirtschastsmeldungen. 4H6r; Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichten- dienst. 4 30 bis 6 Ußr: RachmittagSkonzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6 biS 6.30 Uhr: Die Sefeftunbc „Colomba" von Prosper Mörim^e. 7 bis 7.30 Ußr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Löschfunkensender 1", 19. Kurs-Vortrag von Dr K. Dauer. 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Die luftigen Weiber von Wtzidlor", komisch- phantastyche Oper in 3Akkdn von Otto Ricvlai. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Demeinden. Gießen. Sonntag l3. September. 14. n. Trinit. Statztttrche. 8: Pfr. Mahr. Zuai. Christenlehre für die Reukonstrmierten a. d. Matthäu-zemcmdc. 9' Pfr. Becker. 11: Kinderkirche für die Morkusgem. P^r. Becker. - IvtzanweSkirche. 8: Pft. Bechtolsheim«. Zugl. Christenlehre für Die Deukonstrnnerten aus d« Lukasgemeinde. 9*/,: Pft. Au-seid. 11: Kind«kirche für d. Hohannesgem. Pft. Au-seld 8: Bibelbesprechung im FohanneSsaal. Psarrastistent Hertel. — Äonftrmanbenfaal. Liedigstrotze 56. 2: Taubstummengotte-dienst. Pft. Bechtoksdcigicr. — Kirchberg. 10; 11: Shrfttenlehre für die männliche 3ugend. - Daubringen. VL. — OBldCcT. Svang. Gemeindesaal, Ludvigstr. 11. 0*',: Pfarrer Sattler. — Watzenborn-Gardenteich. Wahenbvrn- Sleinb«g: 1. Garbenteich: */t10 Kand. Draudt Katholisch« Demeinden. Dießen. Samstag, d. 12. Setzttzr. 4'., u. 7 Beichte. Sonntag, den 13. Septbr. 15. Sonntag Nach Pfingst. 61/, Beichte, 7 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Pred., 2 Andacht, 8 Feier M Haus- angestelltenverein-. — Grünberg. 9*/, Messe mit Pred. - Hungen. 8 Messe mit Pred. Sich. 10 Hochamt mit Predigt. 75 000 Md, ß Gewinne von rt 2 Millionen Reichsmark. Diesen riefhien aussichten gegen (wer ist der unveränderi n irohin- iehene mark zuseschlagen. Ön bleiern günstigsten c erreicht der L'öchsigeivinn die Summe von 1 Million Neichkmark und bei einem Duppetlov sogar von Wird dad große Vo6 von 500 000 erst am letzten Ziebungstaae bet Sch zogen, fo wird ihm die Bramte von LoSvrelö als lehr gering ju bezeichnen tc betragt in jeder Klaffe für das Achleilo) — 3 Sleittiöniart, für dav ViertelloS — 6 Reichsmark, für bas halbe LoS — 12 Reichsmark und flir das ganze Voo — 24 Reichsmark, fodafr jedermann die Möglichkeit liat, je nach feinen wirtfchaitlichen Verbäliniffert am Sviel sich zu beieiligen unb durch einen Gewinn feine Vage zu verbessern. Die Nachträge nach Volen oll sehr groß lein. Wer sich beteiligen will, fdnmenajier nicht, sich sofort ein LoSzu sichern. DlcZlehung l-Wsse ist ans den 16. und 17. Oktober festgesetzt. 5ffi7id in der Haupt- und Schlustklasse 2 Prämien von je 500000 Mk, 2 Gewinne von ie 500(Do 'Ulf- 2 Gewinne oonie3000U0TlL, 2Gewinne von je^>>OOOOML 2 Gewinne von ie 100000 Mk., 4 ' PU., 4 Gewinne von e ____ ____ i< 50600 Mk. und viele andere mehr auBgcfptelt. Die luesamtsinnme her zur Ausspielung kommenden üteiulnne erreicht die stattliche Zahl von über 46 Millionen Reichsmark. 3d ötm nnüeöhiflteo Derlruta, Äfk. Süddeutschen Klaffenlotterte allseits cntncflcnnc- bracht wird, beruht die Stärke diese» sknaMchen UnternehtnenS. Die Nachfrage nach Voten war so groß, daß zu der bevorstehenden 28. *<2. Klassen- lotterte wiederum 50000 Lose mehr geschaffen werden mußten. Dem Grundsätze folgend, den Interesse» der Spieler roelmebenbft Rechnung zu tragen, nat die staatliche Votierleuerroaltung den 'Ulan der neuen Lotterie abermals bedeutend verbessern. s2<8r allem ist die Zahl der MiilelgewMne von 6000, 3000, 2000 und 1000 Reichsmark gam außerordentlich vermehrt worden. Die Gesamtzahl der Gewinne beträgt setzt 234000, was eine erhebliche Bergräsie- rung der vrozentualen Auslosung bedeutet. Die großen Gewinne sind unverändert geblieben. Schon in jeder der vier ersten Klaffen wedben Gewinne von 100 000 und 50 000 Mk. alv höchste Gewinne und ZEICHEN Einkauf von Zufriedenheit sich im Laufe der Jahre einen bedeutenden Kundenkreis und großes Vertrauen erworben hat, ist das beste IM BUt„ Möbeln lie^ die Unser Geschäft, das unserer großen Leistungsfähigkeit. Unser Bestreben ist, beste Qualitäten äußerst preiswert dem kaufenden Publikum anzubieten. DER Wunsch nach Preisermäßigung verbunden mit Zahlungserleichterung ist allgemein. In dieser gesunden Erkenntnis und durch die Erfolge unseres Unternehmens bestärkt, haben wir uns entschlossen, dem dringenden Wunsche nach PREISSENKUNG Rechnung zu tragen, indem wir ab heute unser Zahlungssytem wie folgt ändern: Bei sofortiger Kassazahlung.................Rabatt 3% (statt früher 2%) Bei Zahlung innerhalb 30 Tagen........... „ 2% ( » N —) Bei Zahlung innerhalb 3 Monaten ein Aufschlag v. 3°/0 ( „ , 5%) Bei Zahlung innerhalb 6 Monaten ein Aufschlag v. 6% (statt früher 10%) „ „ 9 „ „10% ( „ , 15%) „ „ , 12 „15% ( . , 20%) Eine Anzahlung ist auch weiterhin nicht erforderlich Gute Qualitäten / Absolute Kassapreise Strenge Reellität / Fachmännische Ausführung sind die Grundbedingungen unseres Unternehmens. NASSAUISCHE MÖBELINDUSTRIE Fröhlich & Co., Möbelfabrik mit Dampfbetrieb Frankfurt am Main, Große Friedberger Straße 13 bis 17 Unsere Ausstellungs- und Fabrikrfiume umfassen eine Fläche von weit über 4000 qm. — Fahrstuhl nach allen Etagen. — Geschäftszeit von 8 bis 121/, und von 2S bis 6*/, Uhr. Auf Wunsch Besuch unseres Vertreters! 8544c tMMOV l MI R bai Wm Tatare selbst l wände loföah sonder vor' al ten hi immer Me aus öaä feh ,iu den Veit, wi aus cim so Dielt Gebirge von ei den 9 ..T. in CBi ein Io Deihen Tagung unö de Äahhth In der ma von Eu der Ac West t durch ' ist und Stabt die in Zum ; , 3n hj yar an d- M Sai monatV hat ni dieser Gegen! die E rund : bis «£ Je fasfi ui Sis i *8». ertlufte, 1 L fein • beinahe benshalt sein. 6' nicht an vor ge' mir W nur 35 andere, arbeite chanisch fcmmer Em Ä! lcher ft schi 1855 in sie, Ipielfjau des ne, Schlei tze von : Mal, an nach E eben du Mfinhni clvigem berge. ■ Zluhlai aus. In in lauter Eisendl springt Gleicht der R' ,;3urgn tuins. ' Gießen Seltersweg 81. ir zeichnen auf. HaUS der ir fangen an. < ßlV ir zeigen alles ohne pl ZlflW' Kaufzwang. 1 * ff 1 1 ■ | ■ A 11/^q was zu irgend einer Handarbeit I^IQQPn gezeichnete ' r Ihnriqnhnn """*xi33cn d«- ödlllldl 11611! Wolle"»« Decken jz Bleichstraße 15 bei Adam Kircher, Automobil-Geschäft, Fernruf 1338 Ecke Frankfurter und Klinikstraße bei J. Maternus, Fernruf 1337 Marburger Str. 68 b. Aug. Schneider, Automobilgeschäft, Fernruf1089/90 Liter 36 Pfg. DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM-GESELLSCHAFT Frankfurt am Main, Eschenheimer Tor 3 Fernruf: Hansa 7060 - 63. 8503A UMKOMWMM Erster Siegenzuchtoerem, Sichen dem Anerkennung als Gärtner: Wiesecker Weg 10 Bettfedern I 8516a C. Röhr & Co Bahnhofstraße 44 Betten-, Wäsche- und Leinenausstattungshaus 25 p. 42 I Weinstube Weserstrahe 3 I (Ernst Lehr) Westanlage (Schuldienerwohnung) (Friedr. Becker) Dritte Preise (Lobende Erwähnung): (Emil Malkomestus) (Karl Borst) 8540 B Lindenplatz 5 II, Ecke Wehsteingaste (Ernst Boll) Schulstrahe 7 I Happel. 8546 D (Andreas Bader) 85676 Der Dorstand. I Der Vorstand. 85220 (Ernst Dinslage) Vorgatten (Kaufmann Hch. Iughardt) (Heinttch Hochstätter) (Wilhelm Aeuhaus) (Dr. Paul Reinewald) (Wilh. Georg) (Wilh. Reusch) Eintritt frei! 8555V (Wilh. Grünewald) Dorgatten (Frieda Goebel Wwe.) (Karl Gg. Möhl) (Hotel Kühne, Inh. Franz Schwab) (Büttner) (Viktor Pechtold) (Karl Marx) (Ludwig Hoffmann) (Valentin Müller) (Albert Kasten) (Hermann Knobel) (Otto Pfeiffer) (Fried. Marx) Vorgarten (Reinhard Barthelmes) Vorgarten (Wilhelm Dauernheim Wwe.) (Wilhelm Lieber) (Dr. Leo Rosenberg) (Dr. Paul Gifevius) (Professor Trautmann) (H.Schaffstaedt, Kom.-Rat) Dorgatten (Hosch) (Säuglingsheim) Eintritt frei! Der Vorstand. Die ersten und zweiten Preise sind Im MustkhauS Kirchner, Wetzsteingasse 8, Dahe Lindenplatz aus» gestellt und können dottselbst gegen Ausweis uni) Empfangsbescheinigung von Dienstag, den 15. dS. MtS. vormittags ab 9 Llhr abgeholt werden. (Moser) Zweite Preise: (Brühl'sche Llniv-Buch- u. Steindr. R. Lange) Der Blumenschmuck-Wettbewerb wurde von Preisrichter-Kollegium wie folgt bewertet: Bahnhofstraße 1 II Bahnhofstraße 89 Drandplah 1 III Friedrichsttahe 10 II Gnauthstrahe 13 p. Goethestrahe 57 II Goethestrahe 63 p Gutenbergstrahe 25 Kaiserallee 35 Wetzlarer Weg 80 Wetzsteingaste 43 einzureichen. Gießen, den 10. September 1925 Der Oberbürgermeister 3. D.: Dr. Rosenberg. Nach wie vor ein hochfeines Glas Wein nur 30 Pf. Zum Mittagstisch werden noch Abonnenten angenommen Annerkannt gute Küche Maats Häuschen Walltorstraße 34. Telephon 1520 Bekanntmachung. Die Lieferung des zur Düngung der tädtischen Wiesen benötigten künstlichen Düngers und zwar: 300 Zentner 22°/0 Kalisalz, 300 Zentner 16°/0 Thomasmehl und 200 Zentner gemahlener Düngekalk ind zu vergeben. Die Lieferung hat bis 15. Oktober 1925 zu erfolgen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 20. ds. Mts. bei mir (Philipp Kroch (Heinrich Thraum) (Hans Happel) (Hans Zampedri) (Eduard Schäfer) (Louis Schühler) (Zoh. Reul) (Wilh. Seitz) (Wilh. Schneidmüller) (Heinr. Saintonges) (Herrn. Köhler Wwe.) Fttedrichstraße 12 III Schlohgaste 16 Schanzenstrahe 12 Molikestraße 10 Gattenstrahe 26 Gutenbergstrahe 14 Dleichstrahe 26 II Eeltersweg 77 Schillerstrahe 13 Liebigstrahe 22 4 6 Ostanlage 23 Plockstrahe 4 I Rodheimer Straße 25 p.I Kleine Mühlgaste 10 p. Kreuzplah 9 I und II Landgrafenstrahe 3 I Licher Str. Ecke Wolfstr. Licher Straße 35 II Liebigstrahe 97 Ludwigstrahe 18 II Ludwigstrahe 45 II Moltkestrahe 3 Bekanntmachung. Der Ziehungstermin für die Wertlotterie des vvttshMe»mlMe.v.Gietze« ist mit behördlicher Genehmigung nun* mehr auf den 15. Wdk. 1875 veriegl rootoen Gießen, den 10. September 1925. (Johannes Dogel) (Earl Horn) (Franz Bette) (Eugen Scheel) (Herrn. Röhrig) (Karl Zwang) Holzmühle bei Lollar tauscht 07449 gegen gesunden trockenen Welzen 5O°/o Weizenmehl O 10’/, Brotmcbl 25°/. Kleie DeSgl. für Roggen 60°n Roggeumehl 25% Kleie Kaufe jedes Quantum einwandfreier Frucht zum höchsten Tagespreis. (Wilhelm Horn) (Wilh. Sach (Aug. Haggenmüller) (Willy Kellner) Es ladet freundlichst ein 07500 Saftwirt Th. Jung Erste Preise: (Dr. Huntemüller) (Th. Brück Rachf.) (Direktor Bergen) (Fritz Rowack Wwe.) (Hermann Mayer) (Direktor Liebmann) Dorgatten (Schad) (Dr. Fischer) (Otto Geilfus) (Kachol. Schwesternhaus) Dorgatten Asterweg 2 Bahnhofstraße 52 a Bahnhofstraße 61 I Berghohe 11 Drandplatz 1 I Dammstrahe 36 I Fttedttchstrahe 15 I Gartenstrahe 26 .Goethestrahe 61 I MelW Sonntag, ö. 13.u. montag. Ö.14. Sept. Kirmes Bekanntmachung Die Lieferung von 100 laufende Meter gut abgelagerter Zementrohre 0,70 Meter l. W. frei Baustelle DolpettShausen ist zu vergeben. 8568D Angebote sind bis zum 16. September, vorm. 10 Uhr an den Unterzeichneten einzureichen. Groh-Rechtenbach, den 11. Sept. 1925. Der Bürgermeister. Ludwigstrahe 62 jd. Ludwigstrahe 37 II Warttstrahe 28 II Mausburg 10 I Wäusburg 17 I u. II Deustadt 53 I Deuttadt 49 I Äordanlage 7 p. Ostanlage 14 p. Aoonstraße 22 I Rodheimer Sttahe 43 II Schiffenberger Weg 8 p. , 8 II 10 1 N 12 11 „ 42II Schiffenberger Weg 10 p. Schiffenberger Weg 10II Eeltersweg 89 II Südanlage 14a 18 20 (Gust. Müller) (Anton Betz) (Friedr. Gauiettn) (Wilhelm Anton) (Franz Roth, Wwe. Elisabeth) (Louis Geller) (Heinttch Hahn) Seltersweg 27 I . 30 . 771 Senckenbergstrahe 27 I Steinstrahe 3 I Steinstrahe 30 I Südanlage 15 II Sonnenstrahe 10 I Wllhelmstrahe 45 I 45II „ 45III Wiesenstrahe 11 Wvlkengaffe 271 Tenfelslustgättcheu 28 z (Dr. Fritz Schmoll) (Dr. H. Schnell) (Dr. Rich. Wiestnger) (Wilhelm Ferber) (Emil Siesert) (Dr. Egon Pttbram) (Karl Brömer) (Wilh. Mathern) (Ludw. Walther) Dorgatten (Dal. Frey) Dorgatten (Louis 3rle) (Karl Leib) (Heinr. Rusch) (Karl Euler) Konzerthaus Trinkaus Dir. G. Trinkaus, Seltersweg 50 Täglich abends 8 Uhr die überall beliebten Leipziger Wolfram Sfinger Wer lachen will, der komme Das Schlagerprogramm m. 2 Einaktern 1. In der Hlnterwaldehfltte. 2. Nanke lernt poneeleren. Alle 5 Tage neues Programm Sonntags 2 Vorstellungen nachm. 4 Uhr und abds. 8 Uhr Das neue Programm muß man gesehen haben. 07480 „ 631 „ 63 II „ 70 1 » 70II 70 III Gnauthstrahe 15 p. 17 p. 30 p. Gutenbergstrahe 4 Hlllebrandstrahe 3 Kaiserallee 27 36 p. „ 391 S’ berg 5 I ahe 13 p Biplatz 18 I Ecke lah 15 :afenstrahe 3 II 5 1 5 II Lessingstrahe p. ÄLbigstrahe 3 p. 19 N 33III 90 p. _ 90 l 90 11 Zucht- und KutzViehmürtte in Darmstadt. Nächster Markt: Mittwoch, den 16. September 1925, vormittags 10 Uhr, auf dem städtischen Diehmarttplatz, Ecke Frankfurter u. Blumenthalstrahe. Günstige Bahnverbindungen, Anschlußgleis, Ab- fettigungsstation auf dem Diehmatttplatz. Darmstadt, den 9. September 1925. ________Der Oberbürgermeister. 8512D Bullenverkauf. Die Gemeinde Hausen bei Gießen verkauft Im Submissionswege einen fetten Bullen. Angebote für den Zentner Lebendgewicht sind bis zum Mittwoch, den 16. September 1925, nachmittags 2 Uhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen. Die Verkaufs- bedingungen können vorher auf der Bürger- meisterei eingesehen werden. Hausen, den 11. September 1925 Bürgermeisterei Hausen bei Gießen Das für Sonntag, den 13. September geplante Sommerfest verbunden mit Konzert, Tanz, Preisschietzen und Kinderspielen (Kinderkarussell) findet wegen ungünstiger Witterung nicht auf der Lämmerweide sondern im Schützenhaus statt. Zusammenkunft nachmittags 21/, Uhr an der Ziegenzucht- station. Don da Abmarsch mit Musik nach dem Lokal. Cafe Hebstreit Frankfurter Straße ortn Jeden Sonntag ab 4 Uhr Konzert Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Zweigniederlassung der Hamburg-Hessischen Bank, Aktien- gesellschast vorm. Spar- und Darlehenskasse, Aktiengesellschaft in Steinbach fol- gendes eingetragen: In der Generalver- ammlung der Akttonäre vom 28. Februar 1925 ist die Umstellung der Gesellschaft auf 19 000 Reichsmark Grundkapital be- chloffen worden. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 28. Februar 1925 sind die §§ 4 (Uebertragung von Aktten), 8 (Einzahlung auf Aktien), 10 (Zusammensetzung des Vorstandes) des Gesellschaftsverlrages geändert worden und hinter § 26 ein neuer § (§ 26a: Be- chluhfaffung der Generalversammlung) eingefügt worden. 8505c Giehen, den 3. September 1925. _________Hessisches Amtsgericht.________ Bekanntmachung. Der Zettelanschlag an die vorhandenen städtischen Anschlagsäulen und Tafeln soll ab 1. Oktober 1925 neu vergeben werden. Die Bedingungen liegen auf dem Stadthaus, Bergsttahe 20, Zimmer 28, zur Einsicht aus. Angebote auf vorhandenem Dordruck, die ebendaselbst bezogen werden können, sind bis spätestens 20. d. M. bei mir einzureichen. Giehen, den 12. September 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. 8521B DAPOLIN PUMPEN in Gießen Vaillants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle ,e46ss Installationsgeschäfte. Illustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos. Joh.Vaillant* Remscheid. Steppdecken in Halbwolle, Wolle und Daunen in reicher Auswahl zu denkbar billigsten Preisen Anfertigung nur in eigener Werkstätte Steppdeckenhaus Schott, Walltorstr. 24 Kein Laden. IIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIH Lichtspielhaus . — ... Nur noch heute und morgen das große Doppel - Programm Die Bacchantin nach dem Roman von Ludwig Oanghofer mit 8547c Olga Tschechowa, Charlotte Ander, Hans Mierendorf, Bruno Kastner Ferner: Südliche Liebe Schauspiel mit Liane Haid i. 6 Akten Astoria-Lichtspiele Nur noch heute und morgen die große Sensation Die Todesfahrt des U777 Dazu: Zwei erstklassige Lustspiele „Hassia“-Säemaschinen In allen QröBen sofort lieferbar. Stellen Sie Ihre Schare für die Herbstsaat weit genug, damit Sie im Frühjahr hacken können! A. J. Tröster ■ Butzbach Wasche mir Luhns I h aus ,tte Ander, o Kastner iebe di.6Akten lieferbar. Herbstsaat wert hacken können! autzbach itspie,e 1 tnorgeJ oio«e" 1 antin :o«*,a 8547= fest, und von Be- der geben vermochte. Der lose Wiener Witz stellte daß Oesterreich nicht vom Kaiser Franz Joseph der Kaiserin Elisabeth regiert werde, sondern „Kaiserin Katharina" und „Herrn Schratt". Die Eingeweihten wollten wissen, daß die lichen Beigeschmack hatten. Jeden Tag erschien der Kaiser in ihrer Villa zu einer echt österreichischen „Jause" und dem dazu gehörigen „Plausch". Jede Woche kam er auch einige Male zu Mittag, und dann mutzte es einfache Hausmannsgerichte geben, die der Kaiser über alles liebte. Nicht selten bestellte er sich auch seine Kartenpartner in die Schrattsche Villa. Als Franz Joseph starb, hinterließ er der ac- treuen Gefährtin das stattliche Vermögen von zwölf Millionen Kronen. Sie ist dessen jedoch nicht froh geworden. Durch dey Zusammenbruch der mitteleuropäischen Währungen ist sie um alles gekommen. Das Haus in Hietzing ist das einzige, was ihr geblieben ist, aber es ist um so manches Stück ärmer geworden, das in den Jahren der Not verkauft werden mußte. In letzter Zeit haben sich die Verhältnisse von Frau Schratt jedoch erheblich ge- bessert, denn sie hat ihre Memoiren geschrieben und günstig verkauft. Möge der kluaen und feinen alten Dame ein heiterer Lebensabend beschieden fein. Ernst Rau Telephon 958 Walltorstr. 37 Ziehungen, die zwischen Franz Joseph und Schratt bestanden, einen ausgesprochen kleinbürger- Kaiser Franz Josephs Lebensgefährtin. Aum 70. Geburislag von Katharina Schrott In Hietzing, in der Gloriettegasse, die unmittelbar an der Schönbrunner Parkmaucr mündet, liegt inmitten von vornehm zurückgezogenen Villen mit alten schönen Gärten das freundliche Landhaus, das einst Kaiser Franz Joseph seiner Freundin und Lebensgefährtin Katharina Schratt zum Geschenk gemacht hat. Bis in die letzten Jahre hinein hat Franz Joseph die Frau besucht, in der er mit Wissen und Willen der Kaiserin Elisabeth — seine eigentliche Gattin erblickte. Nie hat man sie als Favoritin, nie als illegitim empfunden. Und wenn es auch nur ein „Verhältnis" war, das sie mit dem Kaiser verband, so war es ein schönes, aller Ehrenwertes, ja ein vorbildliches Verhältnis, das jeder legitimen Beziehung zum Muster dienen konnte, denn seine Grundlage war eine liefe und ehrliche Zuneigung auf beiden Seiten, absolute Selbstlosigkeit aus selten der Frau und absolute Treue auf feiten des Mannes. Es war wirklich nur ein Zufall, daß dieser Mann Kaiser von Oesterreich und apostolischer König von Ungarn war, und daß er — was um schwersten wog — Zeit seines Lebens ein Gefangener des spanischen Hofzeremoniclls gewesen ist. Katharina Schratt wurde am 11. September 1855 in Baden bei Wien geboren. Im Jahre 1872 trat sie, knapp 17 Jahre alt, im Berliner Schauspielhaus als „Gustl von Blasewitz" in einem Stück des verstorbenen Wiener Schriftstellers Siegmund Schlesinger auf. Bereits im folgenden Jahre wurde sie von Laube an das Wiener Stodttheater berufen. Im Jahre 1874 folgte sie Laube nach Petersburg, 1883 wurde sie ans Burgtheater berufen, 1887 zur Burgschaujpiclerin und 1893 zum lebenslänglichen Mitglied der Hofbühne ernannt. Am 1. Oktober 1900 entsagte sie der aktiven Bühnentätigkeit und trat seitdem nur noch gelegentlich als Gast an verschiedenen Bühnen auf. Zum letzten Male sah sie die Kulissen in der Nolle der Maria Theresia in dem gleichnamigen Lustspiel Schönthans. Die Eigenschaften, die die Schrat im Leben aus- zeichneten, waren zugleich die Grundlagen ihrer Bühnenerfolge. Sie war sehr schön, und zwar auf eine keineswegs geräuschvolle, sondern angenehm diskrete Art, besaß prachtvolles blondes Haar und wundervoll blaue Augen, aus denen eine heitere und ruhige Seele hervorleuchtete, sowie eine Gestalt von edelstem Ebenmaß, die außerordentlich graziös und elegant wirkte. Ein ungarischer Edelmann namens Aladar von Kitz verliebte sich sterb- lich in sie und machte sie zu seiner Frau. Aber die Ehe, der ein Sohn entsproß, war nicht glücklich und hatte nicht lange Bestand. Ein anderer Mann, der im Leben von Katharina Schratt eine Rolle gefpielt hat, war der große Wiener Komiker Alerander Girardi, mit dem sie sich in ganz jungen Jahren verlobt hatte. Aber die Verlobung ging auseinander, weil die Schratt, die eine große Tierfreundin war, sich eines Tages vier Affen angeschafft hatte, die einen schrecklichen Geruch verbreiteten. Girardi verlangte, daß die „Viehcher" aus der Stelle wieder wegkmnmen sollten, stieß jedoch mit seiner Förderung auf energischen Widerstand. Ein Wort gab das andere, und das Ende vom Lied war, daß die beiden Leutchen wütend auseinander gingen. Sie wurden jedoch bald wieder gute Freunde. Als die spatere Frau Girardis, Helene Odilon, ihn ins Irrenhaus bringen lasten wollte — man hatte ihn schon in seiner Wohnung festgesetzt und seine lieber« dige Worte und verabschiedete sie dann kurz. Aber sie hatte doch starken Eindruck aus ihn gemacht, denn er versäumte seitdem keine Vorstellung des Jschler Kurtheaters, bei der sie mitwirkte, und veranlaßte später ihr Engagement ans Burgtheater. Zu jener Zeit hatte die Kaiserin Elisabeth dje schöne Schauspielerin längst als Vorleserin in ihre Nähe gezogen, weil sie chs geeignet schien, dem Kaiser dos zu geben, was sie selbst nicht mehr zu führung stand unmittelbar bevor —, flüchtete Girardi noch Hietzing zur Schratt und entging dank deren Fürsprache beim Kaiser der drohenden Internierung. Dies war einer der ganz wenigen Fälle, in denen die Schratt von dem Einfluß, den sie auf den Kaiser hätte ausüben können, Gebrauch machte. Im allgemeinen befleißigte sie jid) in dieser Be- Ziehung der denkbar gr ißten Zurückhaltung und eines schlechthin vorbildlichen Taktes, und dieser Umstand war es, der in erster Reihe ihre Position unanfechtbar machte und sogar ihre Gegner, deren sich am Hofe und im Schoß der kaiserlichen Familie anfangs eine Unzahl hatte, mit der Zeit versöhnte und in ihr Lager führte. Daß sie überhaupt in Berührung mit dem Kaiser kam, bewirkte die Kaiserin Elisabeth. Der Zufall wollte es, daß die Kaiserin eines Tages ihrer Gewohnheit gemäß einen aus- gedehnten Spaziergang in der Nähe von Ischl unternahm, wo sie damals den Sommer verbrachte. Müde und hungrig kehrte sie in einer Gastwirtschaft ein. Als sie bezahlen wollte, fehlte ihr ein Gulden. Die Schratt, die an einem Tisch in der Nähe saß, hatte den Vorgang beobachtet, die Kaiserin erkannt, trat rasch heran und sagte: „Gestatten Majestät, daß ich den Gulden für Sie bezahle?" Die Kaiserin fragte: „Wer sind Sie?" Darauf die Schratt: „Ich bin bie Schauspielerin Katharina Schratt von Wien, jetzt am hiesigen Theater." Die Kaiserin nahm nun den Gulden und schickt ihn der Schratt am nächsten Tag zurück. Diese ließ sich ein Anhängsel aus ihm machen und trug es von da ob ständig. Nicht lange darauf traf die Schratt auf der Jschler Esplanade mit dem Kaiferpaar zusammen. Die Kaiserin stellte sie dem Kaiser mit den Worten vor: „Das ist die Dame, die mir den Gulden geborgt hat!" Der Kaiser sagte ihr einige liebenswur- ff Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, ^8 8 ® Eß s Slahldraht- und Auflage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel Wv (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigste Preise. Teilzahlung gestattet. Samstag, \2. September 1923 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Dberpeflen) Nr. 214 Drittes Blatt Rätsel-Ecke geben auf die Straße nur an Hellen Tagen. haben.' ') Siehe Gieß. Anz. Ur. 208 vom 5. Sept. Hut gutl wir wie die Er- astor. Ich weiß wirklich au- dem Schlaf gesprochen re- ier» ist, müßt'. Bist Und Geh den Landstrichen de- Kaukasus. ,W nocin budjen w Baku" (nachts sind in Bak u), einer raunt es dem anderen ein lang gehütete- Geheimnis zu, durch Reihen der Reisenden geht eine freudige Es bedeuten: Don link» nach rechts: 2. Deutscher Politiker, 7. Fluß in Sibirien, 9. Abschiedsgruh, 10. Fluh in Italien, 11. Teil des Wagens, 13. Bodensenkung, 14. Nebenfluß des Rheins, 15. weiblicher Personenname, 17. französischer CRcbo* lutionär, 18. biblische Person, 19. Genußmittel, 20. ehemaliges österreichische- Waffenwerk, 22. Körperteil, 24. Sektierer, 25. natürliches Wasser- von folgender Bedeutung zu bilden 1. Papagei, sommen, 3. ilnfinn, 4. wissenschaftliches Bussen. 3m einzelnen bat Baku Bussen aller Stämme, Grohrutsen. Kleinrussen. Weißrussen dann kann man auch zahlreiche deutsche Kolo- nisten, ferner Polen. Esten Letten. Engländer Franzosen usw. antreffen. Und wenn man die Scharen von Tataren mit russischen Schönen und Armenier mit Grusierinnen oder Hebräerinnen am Arm — Baku wird gerühmt al- die Stadt die schönsten Mädchen Rußlands — wandeln sieht, möchte man an die vollkommenste Harmonie im Bölkerleben glauben Und doch ist nirgends der Haß der Russen stärker al« im Kaukasus und unauslöschlich bleiben die furchtbaren Metzeleien in Baku, die in den Jahren 1919 und 1920 Tataren und Armenier gegenseitig verübt haben und denen besonders viele Taufende von Armeniern zum Opfer gefallen find, in schrecklichster Erinnerung. Baku- Raphtha-Industrie scheint im kräftigen Wiederaufbau begriffen zu Tein. Etwa 70 Prozent de« Vorkriegsstände« sind in der Gewinnung von Erdöl wieder erreicht, rund 40 Millionen Barrel« fFaßl wurden im vorigen Jahre gewonnen. Der ..Aznevt" lAzer- beidfchanscher Raphtha-Trust) ist zweifellos mit mit dem größten Eifer am Werke, um die Silbenrätsel. Alle- in der Welt läßt sich ertragen, nuv nicht eine Reihe von schönen Tagen. «Goethe. Sprüche in Reimen.) 1. Ahorn, 2. Labiau. 3. Lehär, 4 Etamin, 5. Sinai, 6. Ibach, 7. Rordlicht, 8. Dohle, 9. Eboli, 10. Rubin, 11. Walküre. 12. Eger, 13. Löwe, 14. Tivoli, 15. Logogriph, 16. Akademie. 17. Eruptiv, 18. Solo, 19. Zähringen, 20. TbomaS, 21. Stielstich, 22. Idornineo, 23. Chirurgie, 24. Eskadron, 25. Raupe, 26. Turban, 27. Rotstift, 28. Andromeda, 29. Georg, 30. Elbe, 31. Rathan. Ohne — ohne — ohne . . Gibt's ein Orchester ohne —1—? Es wird kaum möglich fein; Gin Winterpelz, der ohne —2—. Dürfte ein Pelz kaum feinl Ein Mensch, der ohne „1—2" i Sein Leben lang stets taub sein „Guter Rat!" du in London, sei auf deiner achte dort aus dein 1 2 3 4 5 . Ich bemerkte, daß S.e während meiner Pi bigt sprachen," sagte der Geistliche streng. „Vi zeihen Die, Herr P nichts davon, ich muß von folgt 2. Herkr ...... Lehrgebäude, 5. Stadt in Württemberg, 6. Berggipfel bei Zürich, 7. weiblicher Borname, 8. Ur» stosse, 9. Land in Rordasrcka, 10. Giftschlange, 11. Boreltern, 12. Rymphen des Wassers, 13. regung. Einige Stationen an der Küste noch, und der Zug rollt in den Bahnhof der alten Raphtha-Stadt hinein. In tausend Lichtern erglänzt die Stadt, der inan nach rühmt, daß sie die besterleuchtete von Europa ist. Durch die nächtliche Stille heult der Rorwind. tagSaus. tagein, nur selten von West oder Süd abgelöst. Rur der Rord. der durch den vorgelagerten Kaukasus zu erklären ist und ost hestig tobt, macht da- Leben in der Stadt erträglich, indem er die sengende Hitze, die in diesem Sommer 60—70 Grad Telsius in Erklärlich. „Haben Sie denn nichts von der neuesten Skandalgeschichte gehört?" „Rein." „Aber sie passierte doch in Ihrer unmittelbaren Rachbarschaft?" „Das mag schon fein, aber meine Frau ist verreist." Wörter, beide von oben nach unten gelesen, er* einen Sinnspruch von Anastasius Grün. — üt — weg — zer. AuS den vorstehenden Silben sind 26 Wörter Ruhungsrecht, 14. Waldbaume, 15. bayerischer Regierungsbezirk, 16. Ort am Bodensee, 17. Pädagog, 18. Hauptstrom Spaniens, 19. männlicher Vorname. 20. Hochtal Im Kanton Graubünden, 21. höchster Teil der Sudeten, 22. Drahtseilbahn, 23. Holzblasinstrument, 24. Seltenheit, 25. Aord- polsahrer, 26. Stutzer. Der erste und dritte Buchstabe der einzelnen Durch Kaukasien zum Kaspischen Meer II. In der größten Naphtaftadt der Welt.*' decken, 27. Körperteil, 28. Flächenmaß, 29. De» fangslaut, 30. Säugetier, 31. Mhnervogel. Don oben nach unten: 1. Weiblicher Personenname. 3 Taufzeuge. 4. weiblicher Personenname, 5 militärische Kopfbedeckung. 6.Schutzen, 8. Heilbehandlung, 10. Rarne au« der griechischen Mvthologie, 12. griechische Insel, 14. Kampfplatz, 16. Teil des Auges. 17. mythologische Figur, 20. englischer Schriftsteller. 21. weiblicher Personenname. 22. Fluß in Sibirien, 23. männlicher Personenname. 26. griechische Göttin. Auslösungen. Verwirrung. Aida — Ida — Radio. Arithmetische Scherzaufgabe. (ReiS — 6 — e) + (Gold — b) 4- (e -b tt) o - Rigoletto. Bei 5 4 3 2 1 fahr' in geschloss nen Wagen! Strafe nrnft sein. In einem —d— gestand er ihr: „Das —8— sei ihre schönste Zier": Dem Eh'mann schien die —sch— nicht fair, Denn er legt —w— auf seine Ehr' — Scharade. Vogelbauer. Kreuzworträtsel. e — e — en — en — em — ga — gant — ge — ge — gen — git — höl — ja — ka — ka — ka — kreuz — le — le — li — lin — men — na — na — nan — nen — nie — niest — non — nu — o — ot — ra — ti — rte — rot — schach — fen — fen — sens — stem — fier — suS - sh — tät — te — te — ter — tutz — u der Sonne erreicht hat. mildert. Der Rord hat auch der Stadt seinen Rainen gegeben: „Dakube". d. h. persisch ..Windstoß". Hier konzentrieren sich alle barometrischen Ausgleiche von Rußland und Europa. In das Heulen des Nordwinds mischen sich Musikklünge. Wilde kaukasische Melodien bringen aus einem Raum, wo eS bei kaukasischem Wein recht lebhaft und ausgelassen zugeht. Also Nachtbetrieb hier und da. Und in „Monte Earlo" am Boulevard ist ein von der Sowjetbehörde konzessionierter Spielklub, der sich eine« guten Zuspruchs aus den Kreisen derer, die aus irgendwelchen Gründen mit irdischen Gütern reicher gesegnet find, erfreut. Die Morgendämmerung bricht an. Die meist niedrigen, slachgedeckten Häuser der mehr als taufend Jahre alten Stadt mit ihren vielen verschlungenen und verschwiegenen Gassen und Gäßchen beginnen ihre Gehetmnisse zu enthüllen. Aus verborgenen Winkeln und 5'oreir^« gängen erheben sich allerlei Gestalten, die dort dort die Rächt verbracht haben. Bejammernswerte Menschen ohne Obdach, deren c« hier anscheinend viele gibt. Aus dem einen Hause tritt ein Wasserträger hervor, ein persischer Lastträger. Früher nannte man ihn Kuli, und er durste nur auf dem Straßendamm gehen. Antike Formen zeigen die Krüge, die er trägt. Seltsame Stadt! Wie zu Christi Zeiten wird hier auch jetzt da- Wassertragen auSgeübt, und auch das Reiten auf Eseln hat sich so erhalten, wie es vor 1300 Jahren war. Reben dem Alten und Uralten allo die modernsten Errungenschaften der Technik, wie elektrische Uhren auf den Straßenbahnmasten. grobe elektrische Zentralen, unter denen eine 15 000-Kilowatt- Anlage eines Berliner Unternehmens am bemerkenswertesten ist. besonders in der ..weihen Stadt". Dort find die Anlagen der „Aznievt" (Azerbeidschansche Raphtha-Industrie). während die „schwarze Stadt" die Raffinerien und De- ftillcrien enthält. Grelle Kontraste auf Schritt und Tritt: Reben dem Glanz, den Baku feinem Aeuheren bietet, viel Glend. Die Rot ist groh. von überall her sind Zehntaufende zugewandert und haben die Stadt von einst über 100 000 Einwohnern auf nahezu 400 000 anwachfen laffen. Sie haben gehofft. Arbeit zu finden. Aber der Hasen liegt still, und die Raphtha-Industrie kann auch nicht alle beschäftigen. Der Hasen gleicht einem großen Friedhof von Schiffen, von denen nur wenige verkehren. Das Leben ist sehr teuer; denn um Baku, in einem Umkreise von mehr al- 100 Kilometern, gedeiht außer Weintrauben und Feigen nichts, und das Trinkwasfer muß aus großer Ferne, aus dem Kaukasus, hergeleitet werden. Wem- es alle Monate mal regnet, freut sich alle Welt. Wegen der tagsüber herrschenden drückenden Schwüle gehen die Menschen, soweit sie es durch ihre Tätigkeit nicht anders müssen, erst in den späteren Abendstunden aus dem Hause. Dann geben sich auf dem großen Boulevard, der der schönste von allen Städten Rußlands sein soll, wohl an die 30 000 Menschen ein Stelldichein. In den strahlend erleuchteten Gärten locken Musikkapellen, Freilichtkinos oder tatarische Sänger, während ostwärts das Auge Über die weite Meeresbucht mit der Halbinsel Apscheron, diesem äußersten Zipsel von Europa, schweifen kann, lind die vielen Tausende von Menschen, die übrigens in der weitaus größten Mehrzahl außerhalb der Lokale sich ergehen, da sie ftch's bei dem knappen Verdienst nicht leisten können, allein schon ein gewaltiges Schauspiel völkerkundlicher Art, wie es wohl kaum irgend in der Welt noch seinesgleichen haben dürste. Eine Völkerschau in der Hauptstadt der „A.S.S.R." (Azerbeidschansche Sozialistische Sowjet-Republik), an der Scheide zwischen Europa und Asien. Rußland hat 113 verschiedene Völkerschaften, und im Kaukasus gibt es deren einige Dutzend, derart, daß ein Dors eine andere Sprache hat als der Rachbarort. Tataren stellen wohl das Hauptkontingent unter den auf Bakus Boulevard wandelnden Menschen dar, Perser, Türken, Hebräer, Armenier. Araber, Griechen. Gru- sier bzw. Georgier, und zwischendurch natürlich Silbenrätsel. ah — bahn — bah — bei — berg — bi — bir — bo - brauch — bri — bro — bei — den — bet — bie — bin — bolf — du — e — e — Hebung. „Das Kreuzverhör scheint Sie ja garnicht anzustrengen," sagte der llntersuchungvrichler zu dem Angeklagten. „Haben Sie denn Hebung darin?" „War dreimal verheiratet," erwiderte der andere kurz. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Rebaktionstisch. GesühlSvoll. Eine junge Dame fragt einen Bootsverleiher, der an der Themse Ruderboote auSleiht: „Haben Sie beim gar keine Angst, wenn so unerfahrene» Leute mit Ihren Booten stromaufwärts fahren?" „Ach nee, Fräulein." antwortete er, „wenn ein Boot auch umkippt — die Flut treibt e« immer wieder hier vorbei." Entschuldigung. K. H. Baku. Ende August 1925. Heiß brennt die Morgensonne vom Himmel Länget als 24 Stunden rollt unS schon der Sowjet-Zug quet durch Kaukasien hin, um uns an unser nächstes Ziel, zum Kaspischen Meere nach der alten Raphthastadt Baku zu bangen Ehassaw-Iurt heißt die Station, die wir soeben dutchsahten. ein kleiner Ort an bet Eisenbahnlinie Rostow—Mineraluyja—Wodh—Baku. Zur Rechten schimmern in naher Ferne die mit ewigem Schnee bedeckten Gipfel der Kaukasus- berge, zur Linken dehnt sich eine von mehreren Flußläusen durchzogene cndloS scheinende Steppe aus Im Zuge da« tvvifch russische Leben, wie eS in dieser Vielgestaltigkeit kaum irgendwo markanter sich äußern kann als in der überfüllten Eisenbahn zur Sommer- bzw. Reisezeit. Eines springt hier ganz besonders in« Auge, die Gleichförmigkeit deS Volkes, d. h. der Fortfall der Klassenunterschiede. Oder vielmehr der „Burgni". d. h der Vertreter des 'Bürgertum«. ist auSgemerzt worden, und eS ist nut eine einzige große Klaffe, die sich den Forderungen des ganzen StzstemS. das nur den Proletarier gelten lassen und nur für diesen da sein will, anzupassen bestrebt ist. Einfachheit, beinahe Dürftigkeit in der Kleidung und Leben-Haltung scheint das aufsallendste Merkmal zu fein. ES geht aber auch beim besten Willen nicht anders; denn die Entlohnung ist nach wie vor gering Ebeisio wie der Schaffnerin, die mir versichert, daß sie für den ganzen Monat nur 35 Rubel Lohn erhält, geht « fo manchem anderen. Man stellt bekanntlich auch Geistesarbeiter denjenigen, die körperliche bzw. mechanische Arbeit verrichten, hinsichtlich des Einkommen- gleich, ja man bevorzugt sogar den Handarbeiter. So bekommt der in einem Kran- kenhause angestellte Arzt seine hundert Rubel monatlich, und selbst der ilniversitätSprosessor hat nicht viel mehr. Der einzige Lichtblick in dieser Lage ist die Tatsache, daß manches im Gegensatz zu anderen Artikeln billig ist. zunächst die Eisenbahn. 10 Rubel habe ich für die rund 800 Km. lange Strecke von Kawkaskaja bi- Baku bezahlt. Der Zug hat die Station Petrowsk—Kaw- ka-ki und wenige Minuten später Petrowsk—Por (Hafen) erreicht. Zur Linken breitet sich in unabsehbare Fernen der blaue Spiegel des Kaspischen Meeres aus. Aus der Station entwickelt sich da- bunte, durchaus orientalisch anmutende Leben der kaukasischen Orte. Tschcrkessen und Tataren und lAeorgier. Ai-menier, Türken und selbst Perser wimmeln durcheinander. Dazwischen wandeln die den Zug bewachenden Sowjet» soldaten. Da« ist im kaukasischen Gebiete besonder« notwendig, denn Räuberbanden, die e« vor« allem auch auf Sisenbahnzüqe absehen, treten hier trotz aller scharfen Gegenmaßnahmen immer noch in Erscheinung. Die Soldaten selbst, die auS diesen Gebieten genommen sind, spiegeln daS seltsame Dölkergemisch. da« den Kaukasus zu den merkwürdigsten Ländern der Erde stempelt, wieder. Jedenfalls sind kaum irgendwo auf einem verhältnismäßig beschränkten Gebiete so viele Stämme, durch die Unwegsamkeit der Gebirge und die Abgeschlossenheit der Täler von einander getrennt, zu beobachten al« in Er hat vor —r— auf Scheidung gedrungei An Hand von Beweisen ist sie gelungen. Kreuzworträtsel. " Kircher, ntuf 1338 linikstraße uf 1337 Schneider, uf1089/90 FISCHE -SCHAFT leimer Tor 3 63. 8503A ants ideöfen i durch alle isgeschäfte. gabel7U kostenlos. *RemsMA. inbDaum Mgsten Preis« ier Werkstatt, Walltorstr.it ischinen D ö □QDBBf PHZWdAIHeWRNäDRESMH 'S- % . k K - ' . _ I % W E Ss lc 6er le Cteinf I 1 cm s M r ©®e©e®6ee®e®»®®ee6®©«®eee€e©<$®®e®®®eoe StMtheater Gießen AboMementr-Emlaöung 3n der Spielzeit 1925/26, die vom 9. Oktober 1925 bis Ende April 1926 dauert, werden an den Tagen Dienstag, Mittwoch, Freitag .und Sonntag je 28 Abonnements-Dorstellungen stattfinden, die Vorstellungen beginnen an den Werktagen um 71/, Ahr, am Sonntag um 7 Ähr. Die Abonnementskarten find gegenüber den Tageskarten wesentlich billiger: bei Aichtbenuhung der Abonnementskarten können, wie bisher, Gutscheine gegen Entrichtung einer Gebühr gelöst werden, die für die gesamte Spielzeit, auch für die Sonntagsvorstellungcn, Gültigkeit haben. Der Preis für die 28 Äorstellungen einschließlich der Operetten- und Opern-Gastspiele (für Letztere unter Zahlung eines Zuschlages) beträgt einschließlich der Steuer: Proszeniumsloge, Rangloge u. 1. Dang Dordecplah 100 D.-M. 1. Sperrsitz und 1. Dang Mitte 78 2. Sperrsitz und 1. Dang Dückplah 64 „ 3. Sperrsitz und 2. Rang Dorderplah .... 42 „ 2. Rang Mitte 28 „ 2. Rang Rückplatz 21 Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskorten erfolgt in sechs Raten. Anmeldungen zum Abonnement sind bis zum 20. September nur schriftlich an die Stadtverwaltung Gießen — Bergstraße, Zimmer Rr. 12 — unter Angabe des AbvnnementStages und der Aufschrift „Theater-Abonnement" zu richten. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstage, wenn sie di^en bis zum 17. September 1925 geltend machen. Gießen, den 12. September 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. 85368 Hansa. Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnlwfstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse V 12. Oktober. öas altbewährte, gute Wollgarn für Strümpfe und Socken Sportjacken, Westen ufw. in den verschiedensten Qualitäten, modernsten Soeben und ht allen Preislagen AberaU erhältlich! fluf Wunsch werden Handlungen nachgewiesen l Man achte auf öle Amst.-Non Börsenkurse. Berlin Frankfurt a.M. Datmm Produkte.öörse. F dem kleinsten Raum die höchste Menge in der Welt produzieren. 1.217 18,47 102 89 -0,308 19,755 168,23 17,38 88,51 58,97 112,22 80,80 60.20 12.397 5.81 4.237 18,57 103.11 ;0,408 19,855 169.07 17.44 89.02 59,27 112,78 81,20 Budapest. . Bulgarien . Lissabon flon&Hn." Alben. . . Canada. . . Uruguay . . Vrdöl-Produktion zu steigern, neue Bohrlöcher ausfindig zu machen, neue Methoden zu erproben, wozu u .a. Versuche mit der „Sntbenzi- nierung" des Erdöls gehören, und Verbesserungen mancherlei Art durchzuführen. 11. a. sind über 1100 Arbeiterwohnungen im Dau, und im " ' ' “ Ruhfertig Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Es hat den Anschein, als wenn die Belebung der Börse, die allerdings eine nicht unerhebliche Erhöhung des Kursniveaus gebracht hat, bereits wieder von einer Depression abgelöst werden sollte. War die Tendenz bereits in den ersten Tagen der Berichtswoche uneinheitlich, so wurde sie schließlich wieder ausgesprochen schwach. Die verschiedenen wirtschaftlichen Vorkommnisse mahnten die Spekulation daran, daß wir noch lange nicht so weit sind, um die Bäume in den Himmel wachsen zu lassen. Cs darf nicht vergessen werden, daß der vor einigen Wochen eingetretene Tendenzumschwung, wenn auch nicht lediglich durch technische Momente hervorgerufen, so doch durch diese stark beeinflußt worden ist. Der Beweis hierfür wird schon dadurch -erbracht, daß so außerordentlich viele Opfer zur Strecke gebracht worden sind. Die Spekulation hatte sich die Börfenlage der letzten Monate zunutze gemacht, und es haben sicherlich in manchen Papieren mehr Lieserungsverpflichtungen gestanden, als überhaupt flottantes Material im Markte ist. Das Ergebnis mußte sein, daß sich schon bei dem leisesten Umschwung starke Deckungsbedürfnisse bemerkbar machten und im Geschäft von Baisse- Spekulanten mit der Lieferung in Rückstand kamen. Es ist anzunehmen, daß, wenn nicht die neuerlichen Schwierigkeiten im Wirtschaftsleben (Sichel, Hannoversche Waggon) zu Tage getreten wären, das große Reinemachen an der Börse noch wesentlichen größeren Umfang genommen hätten, als es tatsächlich der Fall gewesen ist. Die Erfahrungen der letzten Wochen scheinen aber der Baisse-Spekulation den Mut noch nicht genommen zu haben, und sie ist bereits jetzt wieder eifrig am Werk, das verlorene Terrain wiederzugewinnen Die Waffen, die hierbei benutzt werden, sind die alten, die leider nie stumpf' werden zu wollen scheinen: Heber- treibung ungünstiger Tatsachen und Ausstreuung weiterer Gerüchte. Mit letzterem war man namentlich wieder an der Donnerstagbörse eifrig nm Werk und erzielte hierbei vollen Erfolg. Die günstige Stimmung, die die ersten Bestrebungen unserer verschiedenen großindustriellen Kreise, Durch rationelle Formen die Produktion den veränderten Verhältnissen anzupassen und wieder rentabel zu gestalten, hervorgerufen haben, ist hierdurch wieder — wenigstens einstweilen — verflogen. Es kann aber nicht ausbleiben, daß sie auf die Dauer auch eine nachhaltige Wirkung auf die Börse ausüben. Dasselbe kann man wohl von der derzeitigen • Verfassung des Geldmarktes sagen. Die lleberwindung des Ultimos ist im laufenden Jahre noch nie so leicht gewesen, wie die letzte, was um so benlerkenswerter ist, als er in die Zeit der Börsenbelebung gefallen ist, die naturgemäß eine stärkere Inanspruchnahme des Geldmarktes für Dörsenzwecke mit sich bringt. Wir glauben zwar nicht, daß der Zinsermäßigungsaktion der Regierung die Bedeutung innewohnt, hie ihr vielfach zugewiesen wird; denn letzten Endes hängt die Zinsgestaltung doch lediglich von Angebot und Dachfrage ab, und ohne nachhaltige Besserung des Kapitalzinsfußes ist auch •- leine Ermäßigung der Zinssätze am kurzfristigen Geldmarkt möglich. Eine allgemeine Ermäßigung 3anuar kommenden Jahres soll lands erste elektrische Fernbahn Werden, die Baku über Surachani mit dem berühmten Badeort Maztakin verbinden wird. Und Wenn man zwischen den ungezählten Bohrtürmen und Crdölfontänen von Bibi Eibat, Surachani, Romana über Dalachanh wandelt, dann läht man sich Wohl überzeugen, daß man es mit der größten Daphthastadt der Welt zu tun hat. Denn eine so große Stadt wie Baku — jetzt nahezu 400 000 Einwohner — ist nirgends in Der unmittelbaren Rahe von Oelfeldern vorhan- . Den. Vor allem sind es hier Oelfelder, die auf ' Oel Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Sept. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 24,50, Roggen (in- ländischer) 19,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 25 bis 27,50, Hafer (inländischer) 20 bis 21, Mais (gelb) 21 bis 21,25, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39 bis 39,50, Roggenmehl 28 bis 28,25, Weizenkleie 11, Roggenkleie 11,25 bis 11,50. Tendenz: ruhig. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Dtlltvucn Mark auSgebrräft. BueuoL-AtrrS. London, Reu- York, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Mim und Budapeft. "via 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. daß aewisse schwache Hände hinter den lebhaften Abgaben stehen, die sich namentlich auf einige Spezialpapiere erstreckten. Da auch von feiten des Publikums fast nur Derkaufsorders Vorlagen, war die Gesamtverfassung des Marktes anfänglich recht unfreundlich. Die Belebung des Absatzes im rheinisch-westfälischen Kohlenbergbau und der bevorstehende Abschluß der großen Rentenbankkredite vermochten sich bei dieser Lage nicht auszuwirken. Am Geldmärkte nannte man für tägliches Geld einen Satz von 8 bis 91 Proz., teilweise darunter, für Monatsgeld 10 bis 111 Proz. Am Devisenmarkt kommt die starke Kursbewegung ebenfalls nicht zum Stillstand. Italien, dessen Währung in den letzten Tagen außerordentlich fest lag, zeigte heute eine recht matte Veranlagung und ging gegen London auf 119,25 zurück. Auch nordische Devisen lagen etwas schwächer, ebenso Paris, Brüssel und Warschau. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,36, Amsterdam 59,20, Zürich 123,25, Paris 5,07*. des Zinsfußes wird erst dann eintreten, wenn bie Reichsbank zu einer Ermäßigung des Wechseldiskonts schreitet. Die dauernde Herabdrückung des PrivatdiSkontsahes, den zu regulieren völlig in der Hand der Reichsbank liegt, laßt darauf schließen, daß die Bestrebungen der Reichsbank auf eine Ermäßigung des Wechseldiskontes in absehbarer Zeit hinzielen. Es ist aber anzunehmen, daß die Reichsbank zunächst den kommenden lUtimo, der als Viertel)ahres-llltimo von besonderer Bedeutung ist, abwarten wird, ehe sie in dieser Beziehung Beschlüsse faßt. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. London' ' '. Weuijor! . . Varis. . . Berlin, 11. Sept. Der heutige Getreide markt lag sehr still. Das Inlandangebot hat sich etwas verstärkt. Die Preise gingen nicht unerheblich herab. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 215 bis 220, do. Okt. 238 bis 239,50, do. Dez. 244 bis 245, Roggen, märt 166 bis 170, do. Sept. 187, do. Oft. 189,50 bis 190, do. Dez. 190,50 bis 191, Gerste, märt 210 bis 243, Futtergerste 178 bis 183, Hafer, märt 176 bis 184, do. Ott. 182, do. Dez. 191 bis 192, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355; für je 100 Kilo: Weizenmehl 30,50 bis 33,75, Röggenmebl 24,25 bis 26,25, Weizenkleie 12, Roggenkleie 11, Dittoriaerbsen 26 bis 31, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 25 bis 28, Lupinen, blau 12,75 bis 14. Rapskuchen 16 bis 16,20, Leinkuchen 22,60 bis 22,90, Trockenschnitzel 12, Kartoffelflvcken 18,10, Zucker 21. (In einem Teil der Auflage wiederholt) Gin vermißtes Wasserflugzeug aufgesunden. Honolulu, 11. Sept. (WTD. Furckspruch.) Gestern abend wurde etwa 15 Meilen von der Insel Kaubi von der Mannschaft eines Unterseebootes das seit Anfang dieses Monats vermißte amerikanische Militärwasserflugzeug entdeckt, das gezwungen war, während des Versuches von San Franzisko nach Honolulu zu fliegen, auf See niederzugehen. Die ganze Besatzung ist noch am Leben. Der Kommandant des Tlnterseebootes, der das vermißte Flugzeug entdeckt hatte, telegraphierte nach Honolulu, daß er das Flugzeug ins Schlepptau genommen habe und daß die Besatzung wohl- auf sei. Sonntagsdienst d.Aerzte u.2lvotbeken am 13.9.25 Or.Klewttz. S.-R. vr.Platz. vr. Steinreich. Pelikan apotheke. Zahnarzt: Dr. Jäger, Frankfurter Str. ' Die Amerika-Anleihe der Rente n b a n k. Die Rentenbank-Kreditanstalt wird heute abend in einer Aufsichtsratssitzung über das Abkommen mit den amerikanischen Kreditgebern betreffend eine 25-Millionen-Dollar-Anleihe Beschluß fassen. Sollte der Beschluß die Zustimmung zu dem Abkommen ergeben, so soll am Sonntag die Paraphierung der Verträge und alsdann die Subskription der Anleihe am Dienstag in Reu- 1)0rf erfolgen. Die Ergebnisse der Zeichnung in Höhe von 22 Millionen Dollar sollen dann nach Berlin zu treuen Händen übergeführt werden. * Der Verkauf der Mathias 6 t in* neszechen. Die vor einiger Zeit zum Stillstand gekommenen Verhandlungen über den Verkauf der Stinneszechen sind, der „Buerschen Zeitung" zufolge, wieder ausgenommen worden. Die Stinneszechen, die als sehr ertragreich anzu- sprechen sind, begegnen nach dem gleichen Blatt schweizerischem und amerikanischem Interesse. — Eine anderweitige Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor. ' Wiederaufnahme eines still- gelegten Zechenbetriebes. In der Ar- beitsmarttlage im Daroper Bezirk ist insofern eine kleine Erleichterung eingetreten, als die Zeche Kaiser Friedrich, die seit dem 3L August stilliegt, den Betrieb wieder ausgenommen und 100 Arbeiter eingestellt hat. Die Belegschaft der Zeche soll, wie der DHD. meldet, allmählich auf 600 Mann erhöht werden. Auch das Baroper Walzwerk, das seit 8 Tagen stilliegt, wird Anfang nächster Woche mit einem Teile der bisherigen Belegschaft den Betrieb aufnehmen. ’ Reue Schachtanlage der Gewerkschaft Thyssen. Die Gewerkschaft Thyssen errichtet laut DHD. in Deeker Werth eine zweite Schachtanlage von 400 Meter Tiefe. Der Schacht ist schon zur Hälfte abgetäust. Beide Schächte werden zusammen eine Belegschaft von 600 Mann beschäftigen. * Staatskredite für die Seefischerei. Die Preußische Staatsbank (Seehandlung) ist ermächtigt worden, der preußischen Seefischerei auf Ansuchen gegen Stellung der erforderlichen Sicherheiten Kredite einzuräumen. Auch der Bremer Fischerei werden von der Landesregierung selbst Kredite in beschränttemi Umfange ein geräumt werden. * Gothaer Waggonfabrik A.--G. Wie die „Kölnische Zeitung" hört, wurde dem Unternehmen ein Auftrag auf Lieferung von 500 Schmalspurwaggons für die bosnischen Eisenbahnen erteilt. * Zellstoff-Fabrik Waldhof zu Mannheim-Waldhof. Der Geschäftsgang im laufenden Geschäftsjahre war nach einem Börsenzulassungsprospekt andauernd lebhaft, die Rachfrage scheint anhalten zu wollen und die Erträgnisse sind, soweit übersehbar, günstiger al« im Jahre 1924. «Die französischeRoheisenerzeu- gungimIuli. Frankreichs Roheisenerzeugung im Juli belief sich auf 724164 Tonnen gegen 703 439 Tonnen im Juni. Am 1. August haben sich, wie der DHD. meldet, 144 Hochöfen im Betrieb befunden, 33 waren betriebsbereit und befanden sich unter Reparatur oder Erneuerung. Die Stahlerzeugung im Juli war 625 344 Tonnen. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 11. Sept. Die starken, selbst der Börse Amerikanische Noten .... Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten ..... italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Dcutsch-Ocsterr.,Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Spanien. Rio de Jan Wien in D-- Ceft. abgest 11- Septdr. Amtliche Notierung llscld 1 Bries Deutsche RcichSanleibe . 4% Deutsche Rcichsanlciye . 3Vg% Deutsche Ncichsanleihe 3% Deutsche Reichsanlcth« . Deutsche Sparprämienanleihe 4°/0 Preußische Konsols . . . 4% Hessen 3'/t% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll-Schay-Anweisng.') 4% Zolltürkcn 5% Goldmerikaner ..... Berliner Handelsgesellschaft. Eommerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Nalionalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Vereinsbank .... Disconto Kommanbit ... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oestcrreichische Kreditanstalt. Weltbank Bochumer Guß ....... BuderuS ........» Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau...... Kaliwerk« Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte. -..... Oberbedars Phönir Bergbau ..... Rheinstahl .......... Ricbeck Montan........ TelluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd..... Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . , Philipp Holzmann ..... Analo-Cont -Gnano . . . . . Badische Anilin Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt GrieShetmer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... Rütgcrswerke ......... Scheideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann....... . . . Mamkrastwerke ....... Schuckeri........ . . Siemens L Halske...... Adlerwerke Kleber ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenftaedt ........ Meguin......... . . . Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz . . Sichel.............. Zellstoff Waldhof . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . überraschend kommenden Kursverluste am Donnerstag hatten bei Beginn der heutigen Börse noch keine Reaktion in der Richtung zur Folge, daß man wieder zu Deckungskäufen schritt. Die matte Verfassung der Effektenmärkte hielt vielmehr an, obwohl einige Wirtschaftsnachrichten ' geeignet gewesen wären, das Gegenteil zu bewirken. Man neigte daher an der Börse zu der Auffassung, I 10 Septbr. Amtliche Noti.rung Geld Briei 168,64 169,06 168.64 169,06 1.687 1.691 1.688 1.692 18,57 18,61 K 66 18,60 92,43 92,(7 88,89 89,11 104,67 104,93 1U2.92 103,28 112,41 112,69 112,42 112,70 10,58 10,62 10,58 10,62 17,57 17,61 17,25 17.29 *0,34 20,39 20,334 20,385 4,195 4,205 1.195 4,205 19,7<5 19,81’ 19,71 19,75 81,03 81,23 80 96 S1.60 59,97 60,13 60,82 60,84 1,718 1,722 1,705 1,709 0,576 0,578 ) 572 >.574 >9,18 59,32 59,18 59,32 12,431 12.471 (2,431 12,441 7,46 7,48 7,475 7,495 5.89 5,91 5,89 5,91 3,055 ,065 3,065 3,075 21.125 -1.175 21135 21,175 80,65 SO.80 80 65 80.85 2,395 2.405 2,385 2,395 6.09 611 6.09 6.11 4 195 4,205 J.,195 4,205 4,20 4,21 4,2ir 0,21 Banknoten. Schluh- Hur» Schluh a. Ab?w>» dürfe Schluh. Kurs Mittag barte 10.9. 11 9. 10. 9. 11 9. 0.240 0.245 0.24 0.2325 — — 0 335 0.33 0,260 0 300 0,25 1.3075 0,500 0,5 0.525 3,5225 0,150 0,130 0,15 0.15 0,300 0.280 1.2725 0.275 — — 0,31 0.99 0,265 — 0.295 0,29 0.265 — 0 285 0,265 "9,8 89,8 91,75 91,75 94,8 '4,6 91,55 94,55 7.5 7,35 7,4 7,35 - — - - 130 1281 130 129 96 9i 96 95 111,4 110.5 LU,75 110,25 111.75 111,5 112 111 60,5 60.5 — — 104,12 103.75 104.75 103,75 78 79 — 93,75 93,5 98.75 93,6 7.75 ■",25 7,25 7,62 0,03 0,03 •— — — — 75,4 61,12 47.5 46.5 45,75 46,75 44.5 40.5 42 41.25 68 69 69,2 > 67,5 53 52.5 53.5 62.5 105,25 102 5 106 102 124 124 124 122 130,5 129 19,5 19,25 41 38 44 44 54 57 54.5 53 72 73 73,5 71.6 -14 62 5 64 62 80 78 78,1 74,25 49 52 — 58,5 58,5 59,25 59 63,5 63 62.75 63 5 66,625 65,75 _ 59,75 57,75 60,75 55,5 — — 100 95 125,5 125,75 126.5 123,62 — — 75 71 73,5 71,4 119 116,25 118,5 118 119.5 119.5 119 116,62 56 54 74 73 74 74 97 96 95,5 96 98 95 75,5 75 77 76 73 75 60,75 63 60,75 HO 78 78 78,5 78 47 47 48,75 46.75 44 43 46 43,9 27 25 35,5 — 38 36.6 ——- 35 — — 60 55 0.35 0,35 — — 0.82 0.8 — — 100,25 100 — — 64 63,5 65.25 61,75 — 38 38,25 — 4,5 4,4 4,25 4 9,25 8,8 9.75 9,75 61,9 03,75 — —— 56,5 1, 56 56 ' 58 Berlin, 11 Septbr. Geld Brief Generalvertretung und Kommissionsiager: Ph. Herrmann, Gießen Telephon 1165, Bureau u. Lager Seltersweg 12 H. 5946D sofort. 8520h Suchen Sie Kapital oder Teilhaber sowie Stellung Personal Vertretung Grundstücke Häuser usw. bann inserieren Sie durch Ifierso. Kostenlose Auskunft u. Beratung. Venre- lerbesuch auf Wunsch HERSO Ulittelöeutfilie Annoncen-EMiMion Gießen, Plockstr. 5. Telephon 1335. Ämssr Qlcsenganee, Enten etc. Re- erlofung von ausgestellten Blumen statt. Am Nachmittag ist Konzert. Der Dorstand. toip liir das Deotschtuni im Ausland. Samstag, den 12. September, abends 8 Uhr Im Katholischen Vereinshaus: KärntDerVolkskunst-Abend {27 junge Damen u. Herren Unterführung des Dichters und Professors Perkonig-Klagenfurt) Chöre, Quartette, Jodler, humoristische Vorträge, Lieder zur Laute und Ziehharmonika, Ansprache, uralte Kärntner Volkstänze. Eintrittskarten im Vorverkauf bei Herrn Challier und an der Abendkasse f. Platz 2 Mk, II. Platz 1.50 Mk., III. Platz 1 Mk., Stehplatz 0.50 Mk. ===== Der Saal ist geheizt ===== 8379D MM« Mt UUNi am Sonntag, 13. und Montag, 14. September. Ls laden ein Die Birschcn $tt gtfoirt lPH. Sii'IhtM) Liebigs höhe (Eigene Konditorei) Senntag, den 13. September, von 4—7 Uhr KONZERT Eintritt frei! 8518D Eintritt frei! Westdeutscher Spielverband. Sportplatz an der Hardt Sonntag, den 13. September: Große Jubiläums-Spiele anläßlich des 25jährigen Bestehens 1.30 nachm.: V. f. L., Frankfurt — 6. S. C. 1900 1. Jugend 1. Jugend 2.30 nachmittags: Hanau 93 — 6. S. C. 1900 Alte Herren Alte Herren 4.15 nachmittags: Hanau 93 — 6. S C. 1900 Südd. Bezirksliga Westd. Bezirksliga Während der Pause der LigamannschaHen: 8440c Stillauf der Leichtathlet. Abteil, des 6. S. C. 1900 Schütze Deine Familie Bringe sie nicht in Not und Derschuldüng kannst Du, wenn heute ein Todesfall in Deiner Familie vorkommt, sofort 200 bis 500 Mark aufbringen? Wenn nicht, dann begib Dich in den Versicherungsschutz des Deutschen Begräbnis2 u. Lebensfersicherungsvereins der von allen obersten kirchlichen Behörden allen Familien empfohlen wird. Fedes Mitglied hat einen unbedingten Rechtsanspruch, keine ärztliche Untersuchung er» forderlich, keine Wartezeit, nur 10 Fahre Beitragsdauer, dann beitragsfrei. Gewinnbeteiligung bereits nach Beendigung des zweiten Fahres, auch während der beitragsfreien Zeit. Die Versicherungssumme wird von Fahr zu Fahr höher. Aufnahme finden normalgesunde Personen bis zu 80 Fahren, letztere zahlen eine einmalige Altersaufnahmegebühr. Fordern Sic Prospekte an. 85130 Geschäftsstelle: (Biegen, Hofmann st raste 6. Beste und billigste Bezugsquelle fOr Künstler-Instrumentei Hü Mandolinen m-Schm. tteriiny»- L a 12... 8 relhige Wiener Harmo- nikas mit 21 Tast-, k Bässen M. 13 -, 15.-.20.-, u. 25.-. mitlOTasL, «Bissen, RrlSSw»* M. 10.-. Bandonlkua, grnauaozj I - .**•_ I ep'ehe w.e em. Harmonie, mit Stahl- stimmen. lOTasten, 4 Bässen. M. 24-. XjtjjoF" .1 alRM 21 Tasten, 8 Bissen. 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Heinrich Hodiffdffer Spezfalhaus für Capefen und kinoleum 8531a Statt starten! ßeni Hauh Hermann Freund Verlobte Gießen, den 12. September 1925 Neustadt 49 Seltersweg 13 .................................................................LA. Anna Volk Ludwig Faber Verlobte Grohen«Linden, 12. September 1925 Lich Gießen lRiegelpfad 70), den 12. Sept. 1925 Für erwiesene Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken herzlich Gertrud Weber Karl Kuhn Kurt Schneider Klara Schneider geb. Preitz Vermählte Meckesheim 10. September 1925 Drucksachen aller Art tottung stilrein un^ptebroerl die vrühl'sche Nnwerfität-Drucker i, H. Longe, chietzefi, Zchulftr. T. Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir unseren herzlichsten Dank Otto Hummel u. Frau Minna geb. gimmer Lich, den 11. September 1925 -..............................*---------- Ihre Vermählung geben bekannt Forstassessor Fritz Köhler und Frau Gretel geb. Henkel Gießen, den 12. September 1925 tragen haben. 8514V «MWWe MW ii Stielten Kenn es fonn Soutvoß fhopc^krt wevöen General-Vertrieb Mtofthneiöer Schluß der Ausstellung. 8298V in ® e n f to!lMirlslliiisksiMMkr-AiisW«8 für ööetöefien. Telephon 1084 und 1000. 8545a Ohne Kalk kein Leben - Schutzmarke. ;'/ZZZ/7ZZ/ZJ W >***U2* '■3 I I I , l l *< tiegründe: 1904 “c empfiehlt sich 07505 ''«D MMMÄ« Matte Die Marke u ^DTCRAMER/xFR AEN k El. E! a*£ S«? bürgt iür gute Qualitäten ür.2l Die Bor U< Herr Schmidt ist zur Aufnahme von Versicherungsanträgen und zur Entgegennahme von Prämiengeldern für die obengenannte Gesellschaft berechtigt. Frankfurt am Main, im Septbr. 1925. Die General-Agentur: Otto Pense und Eduard Becker. Tanz-Lehr-Institut Bäuike Mitglied des Allg. Deutschen Tanzlehrer-Verbandes Wolfstraße 21, Ecke Lieber Straße / Telephon 1055 fordern Sie gratis und franko KATALOG von der „SIGURD - GESELLSCHAFT m.b.H. 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Vormittags 10 Uhr: Eröffnung der Ausstellung, Konzert auf dem Festplatze. Nachmittags 4 Uhr: Vorführung der prämiierten Tiere. Sonntag, den 20. Sept., vormittags 8 Uhr: Oeffnung der Ausstellung, Konzert auf dem Festplatze. Nachmittags Vr2 — 724 Uhr: Vorführung landw. Filme in „Groß-Friedberg". Nachmittags 4Ve Uhr: Dor« führung des prämiierten Viehes. Nachmittags von 5 Uhr ab: Geselliges Beisammensein und Tanzbelustigung. Montag, den 21. September, vormittags 8 Uhr: Oeffnung der Ausstellung. Vormittags 10 Uhr: Auszahlung der zuerkannten Preise und Konzert. Mittags 12 Uhr: Lohnkutscherei Wagner Nordanlage 3 Tel. 1567 Nordanlage 3 Beginn der diesjährigen Winter-Tanzkurse in meinen beiden neu hergerichteten Unterrichts-Sälen Mitte September u. 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